Jahresbericht 2010 - Holcim

holcim.com

Jahresbericht 2010 - Holcim

Geschäftsbericht 2010 Holcim Ltd

Biodiversität ist Leben

2010 war das Internationale Jahr der Biodiversität

Strength. Performance. Passion.


Geschäftsbericht 2010 Holcim Ltd

Strength. Performance. Passion.


Holcim ist ein weltweit führender Produzent und Anbieter

von Zement und Zuschlagstoffen. Transportbeton, Beton-

produkte und Asphalt einschliesslich damit verbundener

Serviceleistungen sind weitere Geschäftsaktivitäten.

Der Konzern ist in rund 70 Ländern tätig und beschäftigt

mehr als 80 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Seit vielen Jahren leistet Holcim Pionierarbeit für nachhaltige

Entwicklung – so bei der Förderung von Fauna und Flora

an den Produktionsstandorten.

Holcim ist wie kein anderer Baustoffkonzern global

präsent und mit rund 2500 Produktionsbetrieben

bestens positioniert. Die konsequente geographische

Diversifikation stärkt den Konzern in einem wirtschaftlich

anspruchsvollen Umfeld.

Die lokalen Gesellschaften des 1912 in der Schweiz

gegründeten Konzerns streben eine optimale Kundenbedienung

an; dazu gehören innovative Serviceleistungen.

In Produktion und Vertrieb sowie bezüglich

der ökologischen und sozialen Verantwortung der

Firma gelten globale Standards.

Die Vereinten Nationen haben 2010 zum Jahr der

Biodiversität erklärt, und Holcim will in diesem

Geschäftsbericht auch über die Aktivitäten in diesem

Bereich berichten. Der Konzern fördert Biodiversität

an den Produktionsstandorten, und seit mehreren

Jahren besteht eine entsprechende wertvolle Partnerschaft

mit der International Union for Conservation

of Nature (IUCN).

Holcim wurde zum achten aufeinanderfolgenden Mal

als Mitglied des Dow Jones Sustainability World Index

bestätigt und damit als eines der nachhaltigsten

Unternehmen der Baustoffbranche ausgezeichnet.

Auch im Nachhaltigkeitsindex FTSE4Good ist Holcim

aufgeführt.


Finanzielle

Informationen

1 Konzerngewinn

plus Abschreibungen

und

Wertminderungen.

2 Nettofi nanzschulden

dividiert

durch das Total

Eigenkapital.

3 Der Gewinn pro

Aktie wird

basierend auf dem

Konzerngewinn

– Anteil Aktionäre

Holcim Ltd – und

der gewichteten

Anzahl Aktien

berechnet.

4 Vorschlag des

Verwaltungsrates

für eine Ausschüttung

aus der

Kapitaleinlagereserve.

5 Positionen der

Erfolgsrechnung

zu Durchschnittskursen,Bilanzpositionen

zu

Jahresendkursen

umgerechnet.

Kennzahlen Holcim-Konzern

2010 2009 ±% ±% auf

vergleichbarer

Basis

Jahresproduktionskapazität Zement Mio. t 211,5 202,9 +4,2 +4,2

Zementabsatz Mio. t 136,7 131,9 +3,6 +2,4

Mineralischer Bindemittelabsatz Mio. t 4,1 3,5 +17,1 +5,7

Zuschlagstoffabsatz Mio. t 157,9 143,4 +10,1 –1,6

Transportbetonabsatz Mio. m3 45,9 41,8 +9,8 +0,2

Asphaltabsatz Mio. t 10,6 11,0 –3,6 –3,6

Nettoverkaufsertrag Mio. CHF 21 653 21 132 +2,5 –2,1

Betrieblicher EBITDA Mio. CHF 4 513 4 630 –2,5 –6,1

Betriebliche EBITDA-Marge % 20,8 21,9

EBITDA Mio. CHF 4 988 5 229 –4,6

Betriebsgewinn Mio. CHF 2 619 2 781 –5,8 –10,1

Betriebsgewinn-Marge % 12,1 13,2

Konzerngewinn Mio. CHF 1 621 1 958 –17,2 –18,2

Konzerngewinn-Marge % 7,5 9,3

Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd Mio. CHF 1 182 1 471 –19,6 –21,1

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Mio. CHF 3 659 3 888 –5,9 –8,3

Geldfluss-Marge % 16,9 18,4

Nettofinanzschulden Mio. CHF 11 363 13 833 –17,9 –9,9

Funds from operations1 /Nettofinanzschulden % 31,3 27,6

Total Eigenkapital Mio. CHF 21 121 22 044 –4,2

Gearing2 % 53,8 62,8

Personalbestand 31.12. 80 310 81 498 –1,5 –1,5

Gewinn pro Aktie3 CHF 3.69 4.93 –25,2

Verwässerter Gewinn pro Aktie3 CHF 3.69 4.93 –25,2

Ausschüttung Mio. CHF 4804 480 0,0

Ausschüttung/Dividende pro Aktie CHF 1.504 1.50 0,0

Wichtigste Kennzahlen in USD (zur Veranschaulichung) 5

Nettoverkaufsertrag Mio. USD 20 820 19 387 +7,4

Betrieblicher EBITDA Mio. USD 4 339 4 248 +2,1

Betriebsgewinn Mio. USD 2 518 2 551 –1,3

Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd Mio. USD 1 137 1 350 –15,8

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Mio. USD 3 518 3 567 –1,4

Nettofinanzschulden Mio. USD 12 088 13 430 –10,0

Total Eigenkapital Mio. USD 22 469 21 402 +5,0

Gewinn pro Aktie3 USD 3.55 4.52 –21,5

Wichtigste Kennzahlen in EUR (zur Veranschaulichung) 5

Nettoverkaufsertrag Mio. EUR 15 691 13 995 +12,1

Betrieblicher EBITDA Mio. EUR 3 270 3 066 +6,7

Betriebsgewinn Mio. EUR 1 898 1 842 +3,0

Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd Mio. EUR 857 974 –12,0

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit Mio. EUR 2 651 2 575 +3,0

Nettofinanzschulden Mio. EUR 9 090 9 284 –2,1

Total Eigenkapital Mio. EUR 16 897 14 795 +14,2

Gewinn pro Aktie3 EUR 2.67 3.26 –18,1


Inhalt

Jahresübersicht 2010 6

Aktionärsbrief 10

Wertorientierte Unternehmensführung 19

Schlüsselfaktoren des Erfolgs 19

Organisation und Management 27

Innovation 32

Kapitalmarktinformationen 36

Nachhaltige Entwicklung 40

Umweltengagement und soziale Verantwortung 40

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 45

Geschäftsverlauf 52

Konzernregion Europa 52

Konzernregion Nordamerika 60

Konzernregion Lateinamerika 68

Konzernregion Afrika, Naher Osten 76

Konzernregion Asien, Ozeanien 82

Corporate Governance 87

Entschädigungsbericht 106

Finanzielle Informationen 118

Finanzieller Lagebericht 118

Konzernabschluss 129

Entschädigung der obersten Führungsgremien 189

Gesellschaftsdaten 201

Holdingabschluss 208

5-Jahres-Übersicht 217

Holcim Ltd

Corporate Communications

Roland Walker

Telefon +41 58 858 87 10

Fax +41 58 858 87 19

communications@holcim.com

Holcim Ltd

Investor Relations

Bernhard A. Fuchs

Telefon +41 58 858 87 87

Fax +41 58 858 80 09

investor.relations@holcim.com

Verbindlich ist die deutsche Version.


Milton, Kanada: Der renaturierte Steinbruch ist heute

ein Vorzeigeprojekt, bestehend aus Feuchtgebieten, Seen,

Wiesen und Wald (siehe Seiten 56 bis 59).

Holcim hat mehr Zement, Zuschlagstoffe

und Transportbeton verkauft.

Konsolidierte Kennzahlen Nordamerika

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF

Nettoverkaufsertrag

3 240

in % des Konzernumsatzes 14,6

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 460

Zement- und Mahlwerke 19

Zuschlagstoffbetriebe 97

Transportbeton- und Asphaltwerke 234

Mitarbeiter 6 668

2 3

2

3

Puesto Viejo, Argentinien: Der renaturierte

Steinbruch ist ein Schutzraum für seltene

Pflanzen (siehe Seiten 64 bis 67).

Konsolidierte Kennzahlen Lateinamerika

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF

Nettoverkaufsertrag

3 442

in % des Konzernumsatzes 15,5

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 999

Zement- und Mahlwerke 27

Zuschlagstoffbetriebe 25

Transportbetonwerke 233

Mitarbeiter 12 710


1 4 5

El Puente, Spanien: Das Kieswerk, bewohnt

von Tausenden von Vögeln, wurde von

der Verwaltung der Provinz Kastilien-

La Mancha zum Vogelschutzgebiet erklärt

(siehe Seiten 48 bis 51).

4

1

Konsolidierte Kennzahlen Europa

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF

Nettoverkaufsertrag

6 535

in % des Konzernumsatzes 29,3

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 1 045

Zement- und Mahlwerke 40

Zuschlagstoffbetriebe 259

Transportbeton- und Asphaltwerke 636

Mitarbeiter 19 690

El Gara, Marokko: Die Wiederaufforstung von

200 Hektaren wird helfen, das Vordringen der Wüste

zu verhindern und die Artenvielfalt zu schützen

(siehe Seiten 72 bis 75).

Konsolidierte Kennzahlen Afrika, Naher Osten

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF

Nettoverkaufsertrag

1 098

in % des Konzernumsatzes 4,9

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 359

Zement- und Mahlwerke 13

Zuschlagstoffbetriebe 5

Transportbetonwerke 25

Mitarbeiter 2 213

Lugait, Philippinen: Kinder geniessen die Natur

beim Schmetterlingsgarten (siehe Seiten 78 bis 81).

Konsolidierte Kennzahlen Asien, Ozeanien

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 7 958

Nettoverkaufsertrag

in % des Konzernumsatzes 35,7

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 1 820

Zement- und Mahlwerke 58

Zuschlagstoffbetriebe 86

Transportbetonwerke 403

Mitarbeiter 38 172

5

6

7

Jahresübersicht 2010


Zement

Profil

Zement ist ein hydraulisch aktives Bindemittel und

wird in einem aufwendigen, kapitalintensiven Prozess

hergestellt. Kern der Produktion ist der Drehofen,

in dem Kalkstein und Ton auf rund 1450 Grad Celsius

erhitzt werden. So entsteht in einem Sinterverfahren

das Halbfabrikat Klinker. In der Zementmühle wird der

Klinker unter Zugabe von Gips zu einem feinen Pulver

– dem traditionellen Portlandzement – gemahlen.

Je nach Verwendungszweck werden andere hochwertige

Stoffe wie Hüttensand, Flugasche, Puzzolan

und Kalkstein beigemischt, um die Eigenschaften des

Zementes zu beeinflussen. Holcim bietet den Kunden

ein breites Sortiment an und entwickelt auch massgeschneiderte

Lösungen für spezielle Applikationen.

Zuschlagstoffe

Profil

Zuschlagstoffe sind gebrochenes Gestein (Schotter)

sowie Kies und Sand. Kern der Produktion ist die

Gewinnung, Aufbereitung und Sortierung des Rohmaterials

einschliesslich Qualitätsprüfungen.

Zuschlagstoffe werden hauptsächlich bei der Herstellung

von Beton, Betonprodukten und Asphalt

sowie zur Kofferung von Strassen und als Unterbau

bei Eisenbahntrassees eingesetzt. Die Wiederaufbereitung

von Zuschlagstoffen aus dem Betonrecycling

gewinnt bei Holcim zunehmend an Bedeutung.

Weitere Baustoffe und Serviceleistungen

Profil

Beton ist weltweit volumenmässig nach Wasser das

meistkonsumierte Gut. Ein Kubikmeter besteht aus rund

300 Kilogramm Zement, 150 Liter Wasser und 2 Tonnen

Zuschlagstoffen. Beton ist ein sehr umweltfreundlicher

und energieeffizienterBaustoff. Asphalt wird auf Bitumenbasis

hergestellt und hauptsächlich als Strassenbelag

eingesetzt. Er besteht grösstenteils aus Zuschlagstoffen

unterschiedlicher Korngrösse. Die Serviceleistungen

beinhalten insbesondere die Bauleistungen und den

internationalen Handel. Mit der Akquisition in Australien

hat dieses Segment an Bedeutung gewonnen.

Entwicklung

2010 erhöhte sich der Zementabsatz um 3,6 Prozent

auf 136,7 Millionen Tonnen. Darüber hinaus wurden

4,1 Millionen Tonnen andere mineralische Bindemittel

verkauft. Das entspricht einer Zunahme von 17,1 Prozent.

Der höhere Absatz stützt sich auf Mehrverkäufe in den

Konzernregionen Asien, Ozeanien, Nordamerika und

Afrika, Naher Osten. Mengenmässig knapp gehalten

hat sich Lateinamerika, und in Europa gingen die Lieferungen

konjunkturbedingt zurück. In der insgesamt

positiven Entwicklung widerspiegeln sich auch die

Kapazitätserweiterungen in wichtigen Märkten und

die Vollkonsolidierung von Cement Australia.

Entwicklung

Im Segment Zuschlagstoffe stiegen die Verkäufe mit

einem Plus von 10,1 Prozent auf 157,9 Millionen Tonnen

stark an. Zulegen konnte Holcim in Lateinamerika, primär

aber in Asien, Ozeanien, wo sich die Vollkonsolidierung

von Holcim Australia vorteilhaft auswirkte. Einen höheren

Absatz erzielten die Konzerngesellschaften in Neuseeland,

Thailand und auf den Philippinen. In Europa und in Afrika,

Naher Osten war das Zuschlagstoffgeschäft insgesamt

rückläufig. Einige Konzerngesellschaften konnten jedoch

mehr Schotter, Kies und Sand ausliefern. Dazu zählen

Aggregate Industries UK sowie die Gesellschaften in

Belgien, Deutschland, der Schweiz, in Ungarn und in der

Tschechischen Republik. In Nordamerika war das Zuschlagstoffgeschäft

rückläufig.

Entwicklung

Die Verkäufe von Transportbeton nahmen um 9,8 Prozent

auf 45,9 Millionen Kubikmeter zu. Am kräftigsten

war das Wachstum in Asien, Ozeanien wegen der Vollkonsolidierung

von Holcim Australia. Auch in Nordund

Lateinamerika stieg das Liefervolumen an, allen

voran in Kanada, Mexiko und Chile. Die Konzernregion

Afrika, Naher Osten konnte den Absatz knapp halten,

und in Europa resultierte ein Minus von 5,9 Prozent.

Der Asphaltabsatz hat abgenommen, und zwar um

3,6 Prozent auf 10,6 Millionen Tonnen.


Konsolidierte Kennzahlen Zement 2010

Produktionskapazität in Mio. t 211,5

Zement- und Mahlwerke 157

Zementabsatz in Mio. t 136,7

Nettoverkaufsertrag 1 in Mio. CHF 13 948

Betrieblicher EBITDA 1 in Mio. CHF 3 755

Mitarbeiter 51 133

1 Unter Einschluss aller anderen hydraulischen Bindemittel.

Konsolidierter Zementabsatz 2010 nach Regionen 1 en

Europa 26,2 Mio. t

Nordamerika 11,1 Mio. t

Lateinamerika 22,7 Mio. t

Afrika, Naher Osten 8,9 Mio. t

Asien, Ozeanien 71,4 Mio. t

1 Interregionale Lieferungen –3,6 Mio. t

Konsolidierte Kennzahlen Zuschlagstoffe 2010

Zuschlagstoffbetriebe 472

Zuschlagstoffabsatz in Mio. t 157,9

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 2 495

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 530

Mitarbeiter 6 478

Konsolidierter Zuschlagstoffabsatz 2010 nach Regionen

Europa 77,6 Mio. t

Nordamerika 39,2 Mio. t

Lateinamerika 12,2 Mio. t

Afrika, Naher Osten 2,5 Mio. t

Asien, Ozeanien 26,4 Mio. t

Konsolidierte Kennzahlen

Weitere Baustoffe und Serviceleistungen 2010

Transportbetonwerke 1 426

Asphaltwerke 105

Transportbetonabsatz in Mio. m 3 45,9

Asphaltabsatz in Mio. t 10,6

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 8 107

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 228

Mitarbeiter 22 577

Entwicklung Zementabsatz

Mio. t

160

140

120

100

80

60

40

20

0

2006

Entwicklung Zuschlagstoffabsatz

Mio. t

200

180

160

140

120

100

80

60

40

20

0

2006

Entwicklung Transportbetonabsatz

Mio. m3 50

40

30

20

10

0

2006

2007 2008 2009 2010

2007 2008 2009 2010

2007 2008 2009 2010

8 9

Jahresübersicht 2010


In einem anspruchsvollen Umfeld hat Holcim mehr

Zement, Zuschlagstoffe und Transportbeton verkauft.

Gezielte Kapazitätserweiterungen steigern Umwelt-

und Kosteneffizienz.

Liebe Aktionärin, lieber Aktionär

Konjunkturaufschwung wirkte nur verzögert auf Baustoffnachfrage

2010 erholte sich die Weltwirtschaft weiter, allerdings unterschiedlich. Viele Industrienationen überwanden die

Rezession, und die aufstrebenden Märkte blieben – unter anderem gestärkt durch eine solide Bautätigkeit –

weitgehend auf Wachstumskurs. In Europa und Nordamerika zeigte die anziehende Konjunktur in der Bauwirtschaft

allerdings noch wenig Wirkung. Die Impulsprogramme wurden nicht überall konsequent umgesetzt.

Zudem hemmten Kälteperioden, heftige Regenfälle und tropische Stürme die Bautätigkeit in vielen Ländern.

Absatzsteigerungen

Trotz des vielerorts anspruchsvollen Umfeldes steigerte Holcim die Liefermengen. Dieses Mengenwachstum ist

breit abgestützt, denn in allen fünf Konzernregionen haben Konzerngesellschaften zu diesem Erfolg beigetragen.

Bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton war der prozentuale Anstieg ausgeprägter als beim

Zement. Dies zeigte sich gerade auch bei den ausgebauten Aktivitäten in Australien, wo die neue Konzerngesellschaft

Holcim Australia – eine landesweit führende Anbieterin von Zuschlagstoffen, Transportbeton und

Betonwaren – erstmals ganzjährig konsolidiert wurde. In den rasch wachsenden Grossagglomerationen Asiens

nahmen die Transportbetonverkäufe überdurchschnittlich zu.

Wirkungsvolles Kostenmanagement

Aufgrund der unsicheren Konjunkturaussichten setzte Holcim auch 2010 auf ein straffes Kostenmanagement, um

die im Vorjahr erzielten, namhaften Fixkosteneinsparungen trotz Inbetriebnahme neuer Produktionskapazitäten

zu sichern. Effektiv ist es den Konzerngesellschaften gelungen, die Fixkosten nochmals um CHF 312 Millionen zu

senken. Dies wirkte sich positiv auf die Erfolgsrechnung aus.

Höherer Umsatz und nur leicht tieferes Betriebsergebnis

Der konsolidierte Nettoverkaufsertrag erhöhte sich um 2,5 Prozent auf CHF 21,7 Milliarden, während der betriebliche

EBITDA um 2,5 Prozent auf CHF 4,5 Milliarden zurückging. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem die

schlechteren Geschäftsabschlüsse von Holcim Apasco in Mexiko und ACC in Indien. Holcim Apasco wurde von

der schwachen Binnennachfrage getroffen, und bei ACC führte die verspätete Inbetriebnahme zusätzlicher

Zementkapazitäten zu höheren Produktions- und Distributionskosten. Bei den Zuschlagstoffen hat die betriebliche

EBITDA-Marge des Konzerns jedoch zugenommen.

Den stärksten Rückgang des operativen Ergebnisses erlitt Holcim in Europa. In den beiden Konzernregionen Nordamerika

und Afrika, Naher Osten konnte die betriebliche EBITDA-Marge gesteigert werden. Über dem Vorjahr lag

das operative Ergebnis in der Konzernregion Asien, Ozeanien – getragen von den Vollkonsolidierungen in Australien

und dem guten Geschäftsgang in Indonesien. Die betriebliche EBITDA-Marge bildete sich in dieser Konzernregion

zurück; das spiegelt auch den veränderten Produktemix als Folge der Neukonsolidierung von Holcim Australia und

den temporären Preisdruck in Indien während des Monsuns. In Lateinamerika verbesserte sich vor allem Holcim

Brasilien substantiell.


Solide Finanzierung

Der Konzerngewinn sank um 17,2 Prozent auf CHF 1,6 Milliarden, und der Anteil der Aktionäre Holcim Ltd fiel um

19,6 Prozent auf CHF 1,2 Milliarden.

Holcim schloss das Jahr 2010 einmal mehr mit einer soliden Bilanz und Liquidität. Die Nettoverschuldung des

Konzerns wurde trotz des Baus neuer Anlagen und der Inbetriebnahme zusätzlicher Kapazitäten weiter gesenkt.

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit stabilisierte sich mit CHF 3,7 Milliarden auf hohem Niveau.

Durch Kapazitätserweiterungen Kosten senken, Erträge steigern und Umweltbilanz verbessern

Wie schon in den Vorjahren investierte Holcim in allen Segmenten in gezielte Kapazitätserweiterungen.

Im Vordergrund stand das 2007 initiierte Ausbauprogramm im Segment Zement. Der Höhepunkt des Mittel-

einsatzes wurde bereits 2009 erreicht, aber 2010 wurden immerhin noch CHF 1,2 Milliarden für Erweiterungsinvestitionen

in bestehenden und neuen Märkten eingesetzt. Die weitere Investitionstätigkeit wurde nochmals

auf tiefem Niveau gehalten.

2010 hat der Konzern neue Zementkapazitäten im Ausmass von 6,8 Millionen Tonnen in Betrieb genommen.

Im Rahmen des Ausbauprogramms ging kurz vor Jahresende in Hermosillo, im Nordwesten von Mexiko, ein

neues Zementwerk von Holcim Apasco in Betrieb. Es verfügt über eine Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen

Zement und erlaubt die effizientere Bedienung der regionalen Bauwirtschaft sowie das Einsparen von Logistikkosten.

Über eine erweiterte Mahlkapazität verfügt seit 2010 auch das Werk Nobsa in Kolumbien. In Indien

nahmen Ambuja Cements und ACC mehrere Zement- und Mahlwerke in Betrieb, die im Verbund arbeiten. Damit

sind die beiden Konzerngesellschaften bestens gerüstet, um am stetig wachsenden Zementverbrauch teilzuhaben.

Zum Ausbauprogramm gehörte auch das Werk Wadi, wo ACC eine erweiterte Ofenlinie in Betrieb nahm; sie gilt

derzeit mit einer Tageskapazität von 12 500 Tonnen als eine der grössten Produktionseinheiten weltweit.

Weitere Kapazitätserweiterungen sind in Russland, Aserbaidschan, Ecuador, Indien und Indonesien im Gange.

Ausserdem ist in Australien ein grosser Steinbruch geplant, der die optimale Versorgung der Agglomeration von

Sydney mit Zuschlagstoffen erlauben wird.

Auf Marktbedürfnisse ausgerichtete zentrale Dienstleistungen

Holcim setzt mit innovativen, umweltfreundlichen Produkten und Systemlösungen Akzente und zielt auf Mehr-

wert für die Kunden. Der Konzern arbeitet eng mit verschiedenen Universitäten sowie wichtigen Forschungs- und

Entwicklungsinstituten zusammen. Auch in den Konzernstäben arbeiten viele hochqualifizierte Experten in diesen

Richtungen. Um die Unterstützung der Konzerngesellschaften zu verstärken, wurden die zentralen Servicefunktio-

nen stärker gebündelt. Die Holcim Group Support Ltd arbeitet das im Konzern vorhandene globale Wissen optimal

auf und sorgt für eine rasche Multiplikation im Konzern.

10 11

Aktionärsbrief


Nachhaltigkeitskriterien für innovative Produkte

Bei der Produktentwicklung setzt Holcim stark auf umweltfreundliche Baustoffe. In erster Linie geht es um den

Einsatz neuartiger mineralischer Bindemittel und alternativer Rohstoffe, die den Klinkerfaktor und die CO2-

Emissionen senken. Für den boomenden Wohnbau in vielen ländlichen Gegenden der aufstrebenden Märkte

entwickelte Holcim erfolgreich gezielte Angebote. Der Konzern verfügt auch über neuartige Logistikkonzepte,

die Bauunternehmungen bei der termingerechten und qualitätsbewussten Erstellung hochanspruchsvoller

Betonbauten unterstützen. Dafür wurden entsprechende Trainingskonzepte entwickelt.

Biodiversität als Teil der nachhaltigen Entwicklung

Teil der Konzernstrategie ist die Förderung der nachhaltigen Entwicklung. Zur ökologischen Verantwortung gehört

auch die Erhaltung der Artenvielfalt. Dieser Geschäftsbericht schenkt dem Thema anlässlich des UNO-Jahres

der Biodiversität besondere Aufmerksamkeit. Dem Schutz der Artenvielfalt kommt an rund 600 Standorten,

wo der Konzern Kalkstein, Ton und Mergel für die Zementproduktion sowie Schotter, Kies und Sand als Zuschlagstoffe

abbaut, eine besondere Bedeutung zu. Holcim hatte schon 2007 ein Abkommen mit der International

Union for Conservation of Nature (IUCN) zur Stärkung der Biodiversität unterzeichnet. Aus dieser Zusammenarbeit

sind eine griffige Strategie und ein entsprechendes Managementsystem zum Schutz der biologischen

Vielfalt entstanden. Die Partnerschaft wurde inzwischen um drei Jahre verlängert.

Die Stärkung der Sicherheitskultur im ganzen Konzern steht nach wie vor im Zentrum der Bemühungen. Es wur-

den sichtbare Fortschritte erzielt; dennoch gab es Todesfälle zu beklagen, die wir sehr bedauern. Verwaltungsrat

und Konzernleitung sind aber überzeugt, dass mit den eingeleiteten Massnahmen die notwendigen Fortschritte

erreicht werden.

Management Development und Verjüngung der Führung

Talentförderung und Nachfolgeplanung werden im Konzern nach einheitlichen Regeln und Prozessen durchgeführt.

Mit Fachausbildung am Arbeitsplatz, eigenen Ausbildungsmodulen und der Zusammenarbeit mit führenden

Universitäten bereiten wir die 80 000 Mitarbeitenden permanent auf das sich rasch wandelnde Umfeld vor.

Auf Konzernebene konzentrierten sich Verwaltungsrat und Konzernleitung auf die Verjüngung der Geschäftsleitung.

Neu in die Konzernleitung gewählt wurden Thomas Aebischer als designierter CFO des Konzerns,

Andreas Leu als Verantwortlicher für Lateinamerika sowie Roland Köhler als CEO der Holcim Group Support Ltd.

Damit gelang es, die Konzernleitung innerhalb von zwei Jahren mit sechs neuen Mitgliedern zu erneuern.

Dank an Kunden, Partner und Mitarbeiter

Dass sich Holcim gut behaupten konnte, verdanken wir den alten und neuen Kunden in aller Welt, die auf unsere

Produkte und Serviceleistungen setzten. Um sie weiterhin mit innovativen Lösungen rasch und effizient zu bedienen,

wird Holcim alles tun. Ein weiterer Dank richtet sich aber auch an alle Partner, die uns in vielen Bereichen

auch 2010 tatkräftig unterstützten, ganz besonders aber an alle Mitarbeitenden im Konzern: Ihr Einsatz und ihr

Können waren auch im vergangenen Jahr das Fundament für den Erfolg von Holcim.


Antrag auf Ausschüttung in Höhe des Vorjahres

Ausblick 2011

Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung vom 5. Mai 2011 eine Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve

in Höhe des Vorjahres von CHF 1.50 pro Namenaktie. Damit liegt die Ausschüttungsquote über dem

Zielband von einem Drittel des Konzerngewinns. Dies widerspiegelt das Vertrauen des Verwaltungsrates und der

Konzernleitung in die weitere Geschäftsentwicklung.

Nach wie vor bestehen für einzelne Teile der Weltwirtschaft Unsicherheiten bezüglich der Konjunkturentwicklung.

Aus globaler Sicht darf jedoch davon ausgegangen werden, dass sich die Bauwirtschaft in den reifen Märkten

erholen kann und das Wachstum in den aufstrebenden Märkten anhalten wird. Deshalb erwartet Holcim Absatzsteigerungen

in allen Segmenten. Der Konzern wird alles daransetzen, dem Anstieg der Produktions- und Distributionskosten

mit Nachdruck durch Preiserhöhungen entgegenzuwirken.

In Asien ist mit einem fortgesetzten Wachstum und in der zweiten Jahreshälfte mit zusätzlichen Bauaktivitäten

in Ozeanien zu rechnen. Leicht steigende Volumen werden für Europa und Nordamerika erwartet, und auch Lateinamerika

darf von einer wachsenden Baustoffnachfrage ausgehen. Verhaltener wird die Entwicklung allerdings in

der Konzernregion Afrika, Naher Osten sein.

Verwaltungsrat und Konzernleitung sind überzeugt, dass der Konzern am weiteren Wachstum in den aufstrebenden

Märkten erfolgreich teilhaben wird und in Europa und Nordamerika dank der schlanken Kostenstruktur von einer

weiteren Konjunkturerholung überdurchschnittlich profitieren wird.

Rolf Soiron Markus Akermann

Präsident des

Verwaltungsrates

Chief Executive Officer

2. März 2011

12

13

Aktionärsbrief


Interview mit Julia Marton-Lefèvre

Generaldirektorin IUCN

(International Union for Conservation of Nature)

Das neue IUCN Conservation Centre.


Der “Holcim Think Tank” befindet sich über dem IUCN

Conservation Centre mit Blick auf den Genfersee und die Alpen.

Holcim und IUCN: “Wir teilen eine Vision”

Die International Union for Conservation of Nature

(IUCN) mit Sitz in Gland (Schweiz) und Holcim sind

seit vier Jahren Partner. Die gemeinsamen Aktivitäten

haben zum Ziel, Umweltschutzstandards für den

Holcim-Konzern zu definieren und damit einen Beitrag

zur Nachhaltigkeit der Zementindustrie und

verwandter Branchen zu leisten. Das Partnerschaftsabkommen

wurde kürzlich um drei weitere Jahre

verlängert. Die Generaldirektorin der IUCN, Julia

Marton-Lefèvre, nimmt im Interview Stellung zur

Zusammenarbeit mit Holcim.

Weshalb geht die IUCN Partnerschaften

mit privaten Firmen ein?

Der Erhalt der Biodiversität ist eine der grössten

Herausforderungen für die Weltgemeinschaft. Die

Privatwirtschaft hat einen so wichtigen Stellenwert in

unserer Gesellschaft, dass sie unweigerlich integraler

Bestandteil der Lösung sein muss. Unternehmen sind

genauso wie die Menschen auf eine intakte Natur angewiesen

und beeinflussen die Biodiversität oft direkt

durch ihre Tätigkeiten. Sie können aber auch wichtige

Treiber von Veränderungen sein. Solange also eine

Firma wirklich bestrebt ist, ihr Wirtschaften zum

Vorteil der Natur zu verändern, arbeiten wir gerne

mit ihr zusammen.

Was ist speziell an der Zusammenarbeit mit Holcim?

Ich glaube, Holcim und IUCN haben in den letzten

Jahren eine wirklich bedeutsame Zusammenarbeit

entwickelt. Die Unternehmensführung, vertreten

durch CEO Markus Akermann, mit dem ich vor vier

Jahren das Abkommen unterzeichnete, bekennt sich

dazu. Dies gilt auch für die lokalen Holcim-Mitarbeitenden,

mit denen wir weltweit zusammenarbeiten.

Holcim ist jederzeit sehr transparent und flexibel, und

das fördert natürlich ein konstruktives Zusammenarbeiten.

Diese Offenheit führte auch dazu, dass wir

Julia Marton-Lefèvre, Generaldirektorin IUCN

14 15

Interview Julia Marton-Lefèvre


Interview Julia Marton-Lefèvre

Holcim lieferte unter anderem CO2-reduzierten Zement,

finanzielle Unterstützung und technisches Fachwissen.

aus Chancen, die sich uns boten, zählbare Resultate

hervorbrachten. Ich denke da zum Beispiel an die

Beteiligung von Holcim an der globalen Studie “The

Economics of Ecosystems and Biodiversity (TEEB)”.

Was sind die Erkenntnisse der IUCN aus dieser ersten

Phase der Partnerschaft?

Unsere Kooperation mit Holcim war bis anhin sehr

fruchtbar. Sie ist sogar zu einem exemplarischen Beispiel

für unsere Beziehungen mit Unternehmen in

anderen Branchen geworden. Die Zusammenarbeit

mit Holcim betrifft verschiedenste Bereiche von IUCN:

von unseren Regionen- und Länderbüros in Asien,

Europa sowie in Nord- und Südamerika bis zu unseren

freiwilligen wissenschaftlichen Experten aus der

ganzen Welt. Das Wissen aus den gemeinsamen

Projekten, zum Beispiel über die Belastung der Natur

im Umfeld von Steinbrüchen, wird zudem von der

IUCN interdisziplinär weiterverwendet.

Was versprechen Sie sich von der zweiten Phase,

der Verlängerung des Vertrags mit Holcim?

Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit über die

nächsten drei Jahre. Das Hauptaugenmerk liegt auf

der Verfeinerung von Strategien und Verfahren zum

Schutz der Biodiversität in den weltweiten Operationen

von Holcim. Zudem werden wir einige neue Themen

angehen, hauptsächlich im Zusammenhang mit Wasser.

Das Entwickeln von Richtlinien für den Umgang mit

Wasser und die Einwirkung der Produktionsstandorte

auf den lokalen Grundwasserspiegel stehen dabei im

Zentrum der Überlegungen. Des weiteren werden wir

unser Engagement im Baustoffsektor verstärken.

Dies ist der Hauptsitz von IUCN und wichtigen internationalen

Umweltverbänden.

Kooperationen von Organisationen wie der IUCN

mit der Privatwirtschaft werden oft mit Argwohn

betrachtet. Wie sichern Sie Ihre Unabhängigkeit

und Integrität in einer solchen Partnerschaft?

Die IUCN ist eine demokratische Vereinigung von über

1100 Organisationen und nahezu 11 000 Experten

mit einer starken Verankerung in der Umweltschutzbewegung,

rund um die Welt. Gewisse Mitglieder

dieser grossen Gemeinschaft stehen Partnerschaften

mit Unternehmen immer noch skeptisch gegenüber.

Wir legen daher grössten Wert darauf, unsere Unabhängigkeit

und Integrität zu bewahren und jederzeit

transparent und resultatorientiert zu arbeiten.

Wir haben strenge operative Richtlinien und Kontrollmechanismen

und überprüfen sehr genau, dass

unsere Partner wirklich der Nachhaltigkeit verpflichtet

sind.

Was bedeutet Ihnen die Partnerschaft mit Holcim

persönlich?

Holcim und die IUCN teilen die Vision einer gerechten

Welt, welche die Natur bewahren möchte. Die Partnerschaft

hat beiden Seiten viel gebracht. Es war und ist

mir eine Freude, mit Holcim zusammenzuarbeiten

und das Bekenntnis des Unternehmens zur Biodiversität

mitzuerleben. Holcim und ihre Foundation for

Sustainable Construction haben das jüngst eröffnete

IUCN Conservation Centre in der Schweiz grosszügig

unterstützt, was half, unseren Traum vom weltweit

grünsten Hauptsitz für IUCN möglich zu machen.

Julia Marton-Lefèvre, Generaldirektorin IUCN


Biologische Vielfalt – eine Ressource, mit der Holcim sorgfältig umgeht

Die Generalversammlung der UNO rief 2010 zum “Internatio-

nalen Jahr der Biodiversität” aus. Damit erinnert die Völker-

gemeinschaft daran, dass die Vielfalt der Arten und Lebens-

räume weltweit in rasantem Tempo abnimmt – und die ganze

Menschheit betrifft. Holcim setzt sich seit vielen Jahren welt-

weit für die Artenvielfalt und den schonungsvollen Umgang

mit natürlichen Ressourcen ein.

Biologische Vielfalt ist mehr als Artenvielfalt. Untrennbar

damit verbunden sind auch die Vielfalt der Ökosysteme

und jene der genetischen Vielfalt innerhalb einer

Art. In seiner Gesamtheit ist dieser natürliche Reichtum

eine wesentliche Lebensgrundlage. Dieser Reichtum ist

in Gefahr: Über 52 000 Tier- und Pflanzenarten, die auf

IUCNs Roter Liste der gefährdeten Arten stehen, wurden

bewertet. 18 000 davon gelten als vom Aussterben

bedroht, darunter jedes fünfte Säugetier und jede achte

Vogelart. In den letzten Jahren wurde zwar viel unternommen,

um den Rückgang der Artenvielfalt zu bremsen

– doch es muss noch mehr getan werden.

Holcim ist sich der Verantwortung bewusst

Eine der grössten Bedrohungen für Biodiversität ist der

weltweit ansteigende Ressourcenverbrauch. Er führt

dazu, dass wertvoller Boden verloren geht, Ökosysteme

zerstückelt werden und die Qualität des Lebensraums

sinkt. Auch die Baustoffindustrie ist auf grosse Rohmaterialmengen

und Energie angewiesen. Vom Abbau

natürlicher Rohstoffe für die Herstellung von Zement

In den Steinbrüchen werden regelmässig Besuche

und Workshops für Schulklassen durchgeführt.

Wunderschönes Pfauenauge.

und Zuschlagstoffen sind bestehende Ökosysteme

betroffen. Als einer der weltweit grössten Anbieter

von Baustoffen ist sich Holcim dessen bewusst und

agiert entsprechend. Weil der Erhalt der Biodiversität

überall ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen

Entwicklung ist, sucht Holcim nach Möglichkeiten, den

Bedarf an natürlichen Ressourcen und die Auswirkungen

der Produktion auf die Umwelt zu minimieren.

Partnerschaft mit der IUCN

Weil der Erhalt der Biodiversität aber eine umfassende

und sich ständig verändernde Herausforderung ist,

kooperiert das Unternehmen eng mit der Weltnaturschutzorganisation

International Union for Conservation

of Nature (IUCN). 2007 vereinbarten die beiden

Partner eine Zusammenarbeit. Seither wurde ein

wichtiger Meilenstein erreicht: Eine Expertengruppe

entwickelte das Biodiversity-Managementsystem

(BMS): Empfehlungen, wie Biodiversität in Holcims Nutzung

von Steinbrüchen eingebettet werden kann und

wie das Managementsystem organisiert und angepasst

16 17

Biologische Vielfalt


Biologische Vielfalt

Die Ausstellung zur Biodiversität ist für die

Öffentlichkeit bestimmt.

Regelmässig werden Naturfotografiekurse

durchgeführt.

werden muss, um dem Erhalt der Artenvielfalt zu dienen.

Holcim ist nun daran, die Empfehlungen umzusetzen.

Verschiedene Konzerngesellschaften haben zudem auch

vor Ort mit der IUCN zusammengearbeitet – etwa jene

in Sri Lanka, Vietnam, Costa Rica, Nicaragua, Spanien

oder China.

Dank der Partnerschaft soll der Erfahrungsaustausch

vorangetrieben werden. Deshalb haben Holcim und

IUCN die Empfehlungen der Öffentlichkeit zugänglich

gemacht, in der Hoffnung, die Diskussion anzuregen

und weitere Unternehmen der Industrie zum Handeln

zu bewegen.

Renaturierte Steinbrüche –

ein Gewinn für Mensch und Natur

Die Renaturierungsprojekte von Holcim sind vorzügliche

Beispiele für einen positiven Beitrag für die Umwelt

und Artenvielfalt. Auf der ganzen Welt werden Steinbrüche

sorgfältig renaturiert und in wertvolle Oasen

für Flora und Fauna verwandelt. Das Konzept der naturnahen

Gestaltung prägt den gesamten Prozess des

Materialabbaus. Mit der Renaturierung wird schon

während des Abbaus begonnen. Das kommt nicht nur

der Natur und damit der Gesellschaft zugute, sondern

auch dem Unternehmen – denn eine ökologisch gute

Planung kann zu langfristig tieferen Kosten führen. Ein

gutes Beispiel für diese Win-win-Situation liefert das

Zementwerk von Holcim Belgien. Bei Mons, nahe der

französischen Grenze, wurden ab 1993 zwei geschlossene

Steinbrüche renaturiert; 2009 konnte – dank enger

Zusammenarbeit mit der Naturschutzorganisation

“Les Naturalistes du Hainaut”, der Universität Mons und

finanzieller Hilfe der EU – das “Haus der Biodiversität”

eröffnet werden. Es ist multimediale Bildungsstätte

und Informationszentrum. Im “Haus der Biodiversität”

und in den nahe gelegenen Steinbrüchen finden unter

anderem Führungen für Schulklassen und Kurse in

Naturfotografie statt. Die Öffentlichkeit war von Anfang

Mit der Renaturierung wird bereits während des

Gesteinsabbaus begonnen.

an in die Entwicklung dieses Projekts einbezogen und

ist es bis heute. Holcim ist stolz, mit solchen Aktivitäten

ein breites Publikum zu informieren und das Bewusstsein

für Biodiversität zu schärfen.

Massnahmenpläne für Abbaustandorte

in sensitiven Gebieten

Die IUCN ist eine ideale Partnerin für Holcim, denn seit

ihrer Gründung 1948 setzt sie sich weltweit für die

Erhaltung der Biodiversität ein. Die global tätige Dachorganisation

zählt heute über 1100 Mitgliedorganisationen

und vereint 11 000 Fachleute, die sich in Kommissionen

zu den grössten Problemen unserer Welt

austauschen: zum Klimawandel, zur nachhaltigen Energieversorgung,

zum Wohlergehen der Menschheit und

zum Aufbau einer umweltverträglichen Wirtschaft.

Die Mitglieder der IUCN beteiligen sich am wissenschaftlichen

Dialog, unterhalten Hunderte von Schutzprogrammen

und nehmen Einfluss auf die Formulierung

internationaler Konventionen oder nationaler

Gesetze. Darüber hinaus setzt sich die IUCN auch ganz

praktisch für die Nachhaltigkeit ein. 2010 renovierte

und erweiterte die Organisation ihren Hauptsitz in

Gland (Schweiz), der nun Conservation Centre genannt

wird – die Erweiterung gilt heute als eines der nachhaltigsten

Gebäude weltweit. Dank rohstoff- und energiesparender

Bauweise und Gebäudetechnik erfüllt es

die strengsten Standards für umweltgerechtes Bauen:

LEED Platinum, Minergie-P und Minergie-Eco. Mit dem

neuen Gebäude gibt die IUCN ein eindrückliches Beispiel

für nachhaltiges und kostengünstiges Bauen.

Holcim ist stolz darauf, bei diesem wegweisenden Bau

innovative Baustoffe beigesteuert und bei der Finanzierung

mitgewirkt zu haben. Und das Unternehmen freut

sich, dass die strategische Partnerschaft mit IUCN jetzt

um drei Jahre verlängert wurde. Die Zusammenarbeit

soll gewährleisten, dass bis 2013 für 80 Prozent von

Holcims Abbaustandorten in sensitivem Raum Massnahmenpläne

zum Erhalt der Biodiversität vorliegen.


Schlüsselfaktoren des Erfolgs

Dank der weltweiten Tätigkeit und der starken Präsenz in

Wachstumsmärkten ist Holcim optimal positioniert.

Bewährte Strategie schafft Vertrauen

Die Strategie des Konzerns beruht auf drei Säulen:

Konzentration auf das Kerngeschäft, geographische

Diversifikation und Gleichgewicht zwischen lokaler

Geschäftsverantwortung und globaler Führung. Diese

Prinzipien bewähren sich auch in einem anspruchsvollen

konjunkturellen Umfeld. In solchen Situationen

kommt es aber auch auf rasche Kostensenkungen, auf

die Sicherung der Liquidität und die Aufrechterhaltung

einer starken Bilanz an. Dies ist Holcim seit Beginn der

Finanzkrise bestens gelungen.

Weltweite Präsenz als Erfolgsmodell

Holcim ist ein global tätiges Unternehmen. Der Konzern

ist auf allen Kontinenten in rund 70 Ländern mit 80 310

Mitarbeitenden und Produktionsanlagen an rund 2500

Standorten tätig. Die mit Zementwerken, Zuschlagstoffbetrieben

(Steinbrüche, Kies- und Sandwerke),Transportbetonzentralen,

Betonelementwerken, Asphaltanlagen

und Aufbereitungsplattformen für alternative Brennstoffe

und Rohmaterialien breit abgestützte Präsenz

trägt viel zur Stabilisierung der Erträge bei, denn konjunkturelle

Schwankungen in einzelnen Märkten werden

so besser ausbalanciert. Die intakten Ertragsströme

aus Asien, Afrika und Lateinamerika bestätigen dies und

führen zum erwünschten konzerninternen Ausgleich.

Nettoumsatz nach Regionen

Mio. CHF

2010 2009

Europa 6 535 29,3% 7 320 33,6%

Nordamerika 3 240 14,6% 3 480 16,0%

Lateinamerika 3 442 15,5% 3 348 15,4%

Afrika, Naher Osten 1 098 4,9% 1 206 5,5%

Asien, Ozeanien 7 958 35,7% 6 418 29,5%

Nettoumsatz nach reifen und aufstrebenden Märkten

100%

90%

80%

70%

60%

50%

40%

30%

20%

10%

0%

45,7% 48,3%

54,3% 51,7% 49,2% 47,6%

2006 2007 2008 2009

Aufstrebende Märkte

Reife Märkte

50,8%

52,4%

50,8%

49,2%

2010

2010 generierten die Konzerngesellschaften in den

aufstrebenden Märkten, das heisst in Ost- und Südosteuropa,

Lateinamerika, Afrika, Naher Osten und

Asien, 50,8 Prozent des Konzernumsatzes.

Zement und Zuschlagstoffe als Kerngeschäft

Holcim ist ein weltweit führender Baustoffkonzern.

Der jahrzehntelange Erfolg basiert auf einer fokussierten

und gut verständlichen Produktstrategie.

Im Zentrum stehen die Herstellung und der Vertrieb

von Zement und Zuschlagstoffen (Schotter, Kies und

Sand) als wichtige Ausgangsmaterialien für die Bauwirtschaft.

Der Schwerpunkt von Investitionstätigkeit

und Wertschöpfung liegt in der Veredelung von natürlichen

Rohstoffen bei gleichzeitiger Ausschöpfung

von rezyklierbaren Materialien. Damit sind aber naturgemäss

eine hohe Kapitalintensität und langfristige

Kapitalbindung verbunden.

18 19

Wertorientierte

Unternehmensführung


Wertorientierte

Unternehmensführung

In den reifen Märkten und in den Agglomerationen auf

allen Kontinenten bietet Holcim Transportbeton, Betonelemente

und Betonwaren sowie Asphalt an. Mit diesen

Produkten verbunden ist ein hoher Anteil an Serviceleistungen:

produktspezifische Beratungen sowie innovative

Verkaufskonzepte und Systemlösungen speziell

für Grossprojekte. Kompetente Teams können den Kunden

massgeschneiderte Angebote für ihre Bauprojekte

unterbreiten.

Holcim Trading mit Sitz in Madrid hält eine führende

Marktstellung im internationalen Handel mit Zement,

Klinker, mineralischen Bindemitteln und Brennstoffen.

Sie unterstützt die Konzerngesellschaften beim Kauf

und Verkauf solcher Produkte ausserhalb ihrer Marktgebiete.

Der Abbau des Rohmaterials, der Betrieb der Zementwerke

und der Vertrieb von Baustoffen für einen lokalen

oder regionalen Markt verlangen eine starke Verankerung

im jeweiligen Umfeld und eine entsprechende

unternehmerische Verantwortung, insbesondere weil

das zyklische Geschäft mit Baustoffen stark von lokalen

Gegebenheiten abhängt.

Zentrale Säulen der Wertschöpfung

Ziel

Strategie

Richtlinien

Basis

Während sich 2010 die Nachfrage in vielen reifen Märkten

kaum erholte, nahm der Baustoffbedarf in Asien

erneut zu. Die weiterhin wachsende Weltbevölkerung

und die fortschreitende Urbanisierung werden auch in

Zukunft zu einer steigenden Nachfrage führen, auch

weil vor allem in den aufstrebenden Märkten grosse

quantitative und qualitative Defizite bezüglich Infrastruktur

und Wohnraum bestehen. Davon verspricht

sich Holcim ein Marktwachstum in allen Segmenten.

Starkes lokales Management mit Fokus

auf fünf Kernbereiche

Am jährlich stattfindenden konzernweiten Management

Meeting wurden 2010 fünf zentrale Herausforderungen

in den Vordergrund gerückt:

Fokus auf den Kundennutzen: Die Wertschöpfung für

den Kunden steht bei allen Aktivitäten von Holcim

im Mittelpunkt. Es sollen nicht nur Produkte, sondern

kundenspezifische Lösungen angeboten werden,

insbesondere in den wachstumsträchtigen Bereichen

Infrastruktur und Wohnungsbau.

Operative Exzellenz: Für jeden Geschäftsbereich

werden operative Ziele definiert. Ihre Umsetzung liegt

Wertschöpfung

Produktfokus Geographische

Diversifikation

UmweltKostenbewusstseinmanagement Innovation

im Markt

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Lokales

Management

Globale Standards

Personalführung

Soziale

Verantwortung

Wertschöpfung ist das oberste Ziel von Holcim. Sie basiert auf drei strategischen Säulen und bestimmt die Richtlinien in den funktionalen

Bereichen. Alles stützt sich auf das wichtigste Fundament, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich im Einsatz stehen und

ihr Bestes geben. © Holcim Ltd


in der Verantwortung der einzelnen Konzerngesell-

schaften, welche von den Konzernstäben (Holcim

Group Support Ltd) und von regionalen Servicezentren

gezielt unterstützt werden.

Solide Verankerung der Holcim-Kultur: Weil der

Personalbestand in den letzten Jahren aufgrund von

Akquisitionen überdurchschnittlich zugenommen hat,

muss sichergestellt werden, dass den Werten der

Holcim-Kultur konzernweit nachgelebt wird. Das

Motto “Strength. Performance. Passion.” muss in allen

Konzerngesellschaften als Leitlinie gelten.

Permanente Mitarbeiterentwicklung: Holcim will ein

bevorzugter Arbeitgeber sein. Nur so können Talente

angezogen und gehalten werden. Ohne gute Mitarbeiter

und qualifizierte Manager gibt es keine herausragenden

operativen Leistungen. Nur so sind auch die hohen

internen Standards bezüglich Gesundheit und Sicherheit

am Arbeitsplatz (OH&S) erreichbar. Zu diesem Zweck

werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller

Stufen mit interner und externer Schulung permanent

aus- und weitergebildet.

Kontinuierliche, nachhaltige Entwicklung: Die langen

Planungshorizonte und die Abhängigkeit von natürlichen

Rohstoffen machen nachhaltiges Wirtschaften

für Holcim zur strategischen Notwendigkeit. Darum

unternimmt der Konzern seit langem entsprechende

Anstrengungen. Das wird auch von dritter Seite

anerkannt, etwa dem Dow Jones Sustainability Index.

Die Mitarbeitenden auf allen Stufen werden auch in

Zukunft konsequent angeleitet und motiviert werden

müssen.

Neue Struktur der Konzernstäbe

Im Mai 2010 begann Holcim, die zentralen Service- und

Unterstützungsfunktionen stärker zu bündeln. Diese

Aufgabenbereiche wurden deshalb unter einem neu

ernannten Konzernleitungsmitglied zusammengefasst.

Holcim Group Support Ltd soll das vorhandene globale

Wissen und die konzernweiten Erfahrungen optimal

aufbereiten und den Konzerngesellschaften zur Verfügung

stellen; neue Trends in der Baustoffindustrie und

veränderte Kundenbedürfnisse sollen frühzeitig erkannt

werden; die Grössenvorteile bei Einkauf und Produktion

sollen besser genutzt werden. Die engere Koordination

der Service- und Unterstützungsfunktionen wird aber

auch zu weiteren Effizienzsteigerungen führen.

Effizienzsteigerung entlang der Wertschöpfungskette

Holcim antizipierte die Konjunkturabkühlung frühzeitig

und reagierte rasch und konsequent auf die Finanzkrise

mit einer Fülle von kostensenkenden Massnahmen.

Dazu gehörte unter anderem die temporäre oder

definitive Stillegung von Betrieben in den USA und in

Europa. Auf vergleichbarer Basis wurden die Fixkosten

2009 um beachtliche CHF 857 Millionen reduziert.

Im Geschäftsjahr 2010 konnte dieses tiefe Fixkostenniveau

trotz Inbetriebnahme neuer Kapazitäten weiter

gesenkt werden, und zwar auf vergleichbarer Basis

um CHF 312 Millionen. Innert zwei Jahren wurden demzufolge

die Fixkosten um CHF 1,2 Milliarden reduziert.

Im kommenden Aufschwung wird Holcim von diesem

Basiseffekt überdurchschnittlich profitieren.

Leicht höherer Personalbestand

wegen Wachstumsmärkten

Die in vielen reifen Märkten rückläufige Nachfrage

zwang eine Reihe von Konzerngesellschaften dazu,

Personal abzubauen. Dort, wo Entlassungen unausweichlich

waren, wurde der Abbau so sozialverträglich

wie möglich gestaltet. In den Wachstumsregionen fand

allerdings eine gegenläufige Bewegung statt – auch im

Zusammenhang mit der Inbetriebnahme neuer Produktionseinheiten

oder mit der verstärkten Kundennähe

mittels Erweiterung des Distributionsnetzes und dem

Auf- und Ausbau von Transportbetonpositionen.

20 21

Schlüsselfaktoren des Erfolgs


Wertorientierte

Unternehmensführung

Waren Ende des letzten Geschäftsjahres 81 498 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter im Konzern tätig, so erreichte

der Personalbestand Ende des Berichtsjahres

80 310. Erwartungsgemäss nahm die Anzahl Mitarbeitende

in den von der Krise betroffenen Konzernregionen

Europa und Nordamerika signifikant ab. Zugenommen

hat der Personalbestand in der wirtschaftlich starken

Konzernregion Asien, Ozeanien.

Veränderung im Personalbestand nach Konzernregionen

2010 2009 ±%

Europa 19 690 20 800 –5,3

Nordamerika 6 668 8 016 –16,8

Lateinamerika 12 710 12 626 +0,7

Afrika, Naher Osten 2 213 2 256 –1,9

Asien, Ozeanien 38 172 36 858 +3,6

Corporate 857 942 –9,0

Total Konzern 80 310 81 498 –1,5

Strategisches Ausbauprogramm in den Wachstums-

märkten

Unter seinem längerfristigen Blickwinkel will der Konzern

den Auf- und Ausbau der Zementkapazität vorab in

den aufstrebenden Märkten weiterführen. Dort liegen

derzeit rund 74 Prozent der Produktionskapazität.

Unabhängig von kurzfristigen Schwankungen müssen

die Werkserweiterungen und Neubauten die Zementverbrauchsentwicklung

antizipieren.

2010 erhöhte sich die Zementkapazität konzernweit um

8,6 Millionen Tonnen auf 211,5 Millionen Tonnen. Im

Wachstumsmarkt Indien erhöhten ACC und Ambuja

Cements die Kapazitäten um 3,4 Millionen Tonnen. In

Lateinamerika lag der Fokus auf Hermosillo in Mexiko,

wo Holcim Apasco kurz vor Jahresende ein Werk mit

einer Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen Zement

eröffnete. So kann Holcim die landesweite Präsenz verstärken

und die nordwestlichen Marktgebiete kostengünstiger

beliefern. Des weiteren steigerte Holcim

Kolumbien im Einklang mit der mittelfristigen Bedarfsplanung

die Mahlkapazität im Werk Nobsa um 0,7 Millionen

Tonnen auf 2,1 Millionen Tonnen Zement, und

Holcim Ecuador wird die Mahlkapazität im ersten Quartal

2012 um 1,8 Millionen Tonnen erhöhen. Im russischen

Werk Shurovo wird eine neue Ofenlinie mit einer Kapazität

von 2,1 Millionen Tonnen in Betrieb gehen. Dieses

Werk versorgt den wichtigen Markt der Region Moskau

umwelteffizient mit hochwertigen Produkten. Im Bau

ist schliesslich eine neue Ofenlinie im Werk Garadagh

in Aserbaidschan mit einer Jahreskapazität von 1,7 Millionen

Tonnen, die 2011 in Betrieb geht.

Die zusätzlichen Kapazitäten sind bezüglich Kosten-

und Umwelteffizienz auf dem neuesten Stand. In der

Regel werden für Neubauten Standorte gewählt, an

denen die Konzerngesellschaften bereits über gesicherte

Rohmaterialvorkommen verfügen und gut im Markt

etabliert sind.

Per Jahresende 2010 waren von den 2007 in Angriff genommenen

Kapazitätserweiterungen von insgesamt

25,9 Millionen Tonnen Zement noch Erweiterungen von

9,2 Millionen Tonnen im Bau.

2010 wurde entschieden, in Indonesien und Frankreich

ein neues Zementwerk mit einer Jahreskapazität von

1,6 beziehungsweise 0,6 Millionen Tonnen Zement zu

bauen. Das Werk in Indonesien wird 2013 den Betrieb

aufnehmen und dazu beitragen, mit dem anhaltenden

Marktwachstum auf der Hauptinsel Java Schritt zu

halten. Damit waren per Ende 2010 Kapazitätserweiterungen

von total 11,4 Millionen Tonnen Zement im Bau.

Weitere Investitionen in Zuschlagstoffe und Beton

Mit zunehmendem Reifegrad einer Volkswirtschaft

gewinnt die vertikale Integration für Holcim an Bedeutung.

Gewichtige Infrastrukturprojekte sowie der

Wohn- und Geschäftsbau führen in diesen Märkten zu


Genehmigte Zementkapazitätserweiterungen in Millionen Tonnen im Konzern 2011 bis 2013

Gesellschaft 2011 2012 2013 Total

Alpha Cement (Russland) 2,1 2,1

Garadagh Cement (Aserbaidschan) 1,7 1,7

Holcim Frankreich 0,6 0,6

Total Europa 3,8 0,6 4,4

Holcim Ecuador 1,8 1,8

Total Lateinamerika 1,8 1,8

Holcim Marokko 0,0 1 0,0

Total Afrika, Naher Osten 0,0 0,0

ACC (Indien) 2,1 2,1

Ambuja Cements (Indien) 1,5 1,5

Holcim Indonesien 1,6 1,6

Total Asien, Ozeanien 3,6 1,6 5,2

Total Konzern 7,4 1,8 2,2 11,4

1 Die Klinkerkapazität wird von 0,4 auf 0,8 Millionen Tonnen erhöht.

einer steigenden Nachfrage nach hochwertigen Zuschlagstoffen

und Transportbeton. Aufgrund der hohen

Regulierungsdichte spielt die Sicherung von Rohmaterialvorkommen

eine strategisch wichtige Rolle.

2010 wurde beschlossen, im australischen Sydney einen

neuen Steinbruch mit Verteilzentrum zu eröffnen.

Damit kann Holcim diesen Wachstumsmarkt in den

kommenden Jahrzehnten kostengünstig und dank

Anbindung an das Schienennetz umweltfreundlich mit

erstklassigen Zuschlagstoffen versorgen. Darüber hinaus

wird die starke Marktstellung im Bereich Transportbeton

weiter gefestigt.

Holcim offeriert ausserdem vermehrt Systemlösungen für

neue Bauvorhaben.Gerade bei komplexen Projekten setzen

grosse Baukonzerne zunehmend auf effiziente Gesamtlösungen

unter Einbezug einer ausgeklügelten Logistik.

Beton als unverzichtbarer, umweltfreundlicher Baustoff

Beton ist bezüglich Lebenszyklus ein energie- und

CO2-effizienter Baustoff, der weltweit in sehr grossen

Mengen verbraucht wird. Nach Wasser ist Beton volumenmässig

das weltweit meistgefragte Gut. Ohne

Beton sind moderne Infrastrukturen undenkbar. Mit

unserem Know-how helfen wir den Kunden, ihrerseits

die Produktivität zu steigern und mit differenzierten

Angeboten Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Innovative,

bedarfsgerechte Lösungen tragen dazu bei, die

hohen Qualitätsanforderungen zu erfüllen.

Weil Holcim auf Baustoffe setzt, die qualitativ überzeugen

und nachhaltig sind, forcieren wir bei der Betonherstellung

den Einsatz von Kompositzementen, die neben

Klinker und Gips spezielle Zusatzstoffe wie Hüttensand,

Flugasche oder Puzzolan enthalten. Ein gutes Beispiel

ist der von Holcim Schweiz 2010 lancierte “Holcim

Optimo”. Das Produkt überzeugt bezüglich verbesserter

22 23

Schlüsselfaktoren des Erfolgs


Wertorientierte

Unternehmensführung

Leistungsfähigkeit, Vielseitigkeit in der Anwendung,

aber auch hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Ökologie.

Dank seiner neuartigen Rezeptur, die auf der natürlichen

Ressource Ölschiefer aus dem süddeutschen

Werk Dotternhausen basiert, führt die Produktion

zu signifikanten CO2-Einsparungen. Holcim Schweiz

übernimmt mit diesem Produkt eine Pionierrolle.

Konzernweit hat der Anteil dieser Kompositzemente

am Gesamtabsatz an hydraulischen Bindemitteln in

den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Ende

2010 lag er bei über 77 Prozent.

Erfolgreiche Integration von Holcim Australia

Holcim Australia ist mit 78 Kies- und Sandwerken, 226

Transportbetonzentralen und 15 Betonelementbetrieben

ein führender Baustoffanbieter auf dem Kontinent.

Die Konzerngesellschaft beschäftigt rund 3000 Mitarbeitende

und ist landesweit tätig. Nach dem Erwerb

wurde rasch mit der vollständigen Integration dieser

neuen Unternehmenseinheit in den Holcim-Verbund

begonnen. Dabei wurde sichergestellt, dass alle relevanten

Systeme und Prozesse sowie die Holcim-Grundsätze

der Unternehmensführung eingeführt wurden.

Ein Kernteam von Experten aus dem Konzern und von

Holcim Australia leitete den mehrmonatigen Integrationsprozess.

Für den Finanz- und Personalbereich sowie

die Informationstechnologie und das Branding

wurden spezielle Programme bereitgestellt. Der strategische

Geschäftsplan und die grossen Projekte wurden

ebenfalls von Spezialisten bearbeitet. Dabei wurden

auch Effizienzsteigerungen und Kosteneinsparungen

angestrebt. Im IT-Bereich wird ein regionales Zentrum

geschaffen, das die Konzerngesellschaften Holcim

Australia und Holcim Neuseeland unterstützt. Eine

besondere Herausforderung war die Einführung der

Holcim-Marke, denn die Gesellschaft besitzt 1500 Lastwagen

und ist an mehr als 300 Standorten tätig.

Betriebliche

EBITDA-Marge Ziel 2010 2009

Zement 33% 27,1% 28,4%

Zuschlagstoffe

Weitere Baustoffe

27% 21,2% 19,7%

und Serviceleistungen 8% 2,8% 3,7%

Definition segmentspezifischer betrieblicher

EBITDA-Margenziele

Holcim hat pro Segment ein spezifisches Margenziel für

den betrieblichen EBITDA.Angesichts der schwierigen

Wirtschaftslage in verschiedenen Märkten und des damit

verbundenen starken Volumenrückgangs sind die Ziele

aber trotz Kostensenkungen und Leistungssteigerungen

nur bei einem erneuten Verbrauchsanstieg realisierbar.

Der höhere Aufwand für Rohmaterialien und Energie

belastete die Zementmarge 2010. Immerhin wogen Effi-

zienzsteigerungen und die Inbetriebnahme neuer Anla-

gen mit günstiger Kostenstruktur die negativen Effekte

etwas auf. Per saldo erreichte die betriebliche EBITDA-

Marge im Segment Zement 27,1 Prozent; sie lag damit

unter dem Vorjahreswert von 28,4 Prozent. In den Konzernregionen

Lateinamerika und Afrika, Naher Osten

wurde das Margenziel von 33 Prozent übertroffen.

Bei den Zuschlagstoffen konnte die betriebliche

EBITDA-Marge auf 21,2 Prozent (2009: 19,7) gesteigert

werden. Über dem Zielband von 27 Prozent lag 2010

Lateinamerika. Eine Margenverbesserung wurde in

Europa, Nordamerika und Afrika, Naher Osten erzielt.

Im Segment Weitere Baustoffe und Serviceleistungen

bildete sich die betriebliche EBITDA-Marge auf 2,8 Prozent

(2009: 3,7) zurück. Zielgrösse bleibt 8 Prozent.

Stetige Messung und Steigerung der operativen Leistung

Um Verbesserungen zu erreichen, muss der Fortschritt

messbar sein. Deshalb implementierte Holcim schon


Wertschöpfungskette

Angebot Nachfrage

Hydraulische Bindemittel

Zement

Mineralische Zusatzstoffe

Zuschlagstoffe

Schotter, Kies, Sand und

rezyklierte Zuschlagstoffe

Absatzkanäle

Rohstoffverarbeitung Transaktion Transformation Endverbraucher Anwendungen im Bau

Direktverkäufe

Händler

Grossisten

Detaillisten

Direktverkäufe

vor vielen Jahren einen systematischen Ansatz im Seg-

ment Zement. Dabei werden die Leistungsveränderun-

gen einer Konzerngesellschaft absolut, aber auch im

Vergleich zu allen anderen Konzerngesellschaften erfasst.

Gemessen wird beispielsweise die Verfügbarkeit

der Ofenanlagen oder der Auslastungsgrad. Zusammen

mit weiteren Daten ergibt sich ein Gesamtindex. Klare

Zielvorgaben für Messgrössen dieser Art helfen, Lücken

rechtzeitig zu erkennen und anzugehen.

Für Zuschlagstoffe und Transportbeton wird gegenwärtig

ein ähnliches Mess- und Vergleichssystem

entwickelt und schrittweise im Konzern eingeführt.

Damit stellt Holcim sicher, dass die operative Leistung

konzernweit in sämtlichen Aktivitätsbereichen objektiv

vergleichbar ist und verbessert werden kann.

Nachhaltige Wertschöpfung als oberstes Ziel

Holcim setzt sich zum Ziel, das attraktivste Unternehmen

der Baustoffindustrie zu sein. Die Rentabilität des investierten

Kapitals ist natürlich ein wichtiger Teil dieser

Attraktivität. Sie soll den Kapitalkostensatz (WACC) von

11,76 Prozent vor Steuern deshalb nachhaltig übertreffen.

Transportbeton

Betonwaren

Betonelemente

Mörtel

Asphalt

Bauunternehmungen

Maurer

Heimwerker

Tiefbauunternehmungen

Wertschöpfung von Holcim (HVA) 1

Wohnbau

Gewerblichindustrieller

Bau

Infrastruktur

HVA vor Steuern in Mio. CHF ROIC vor Steuern in %

1200

1000

800

600

400

200

0 2

–200

–400

–600

–800

–1000

–1200

–1400

14,3 14,6 10,2 9,1 8,3

2006 2007 3 2008 2009 2010

24%

22%

20%

18%

16%

14%

12%

10%

1 Holcim Value Added (HVA) unter Ausklammerung der

Flüssigen Mittel.

2 Kapitalkostensatz (WACC) von 11,76% vor Steuern.

3 Unter Ausklammerung der Beteiligungsveräusserung in Südafrika.

8%

6%

4%

2%

0%

© Holcim Ltd

Zement und

Zuschlagstoffe

sind die Basis –

mit Beton und

Asphalt kommen

wir näher an den

Endverbraucher.

24 25

Schlüsselfaktoren des Erfolgs


Wertorientierte

Unternehmensführung

Gemessen am Holcim Value Added (EBIT – Standardkapitalkosten

� investiertes Kapital) schuf der Konzern

über viele Jahre hinweg substantielle Mehrwerte über

dem WACC von 11,76 Prozent vor Steuern. Aufgrund der aktuellen

Wirtschaftslage reduzierte sich der Group Return

on Invested Capital (ROIC) im Jahr 2010 jedoch auf 8,3 Prozent.

Immerhin leistet Holcim mit der erfolgreichen Fixkostenreduktion

auch in diesem Jahr einen wesentlichen

Beitrag zur Verbesserung des Betriebsgewinns.

Attraktive Ausschüttungspolitik

Der Erfolg des Konzerns soll sich für die Aktionäre der

Holcim Ltd auszahlen. In diesem Sinne hatte der Verwaltungsrat

2003 entschieden, dass als Zielgrösse

für die Ausschüttungspolitik ein Drittel des Konzerngewinns

– Anteil Aktionäre Holcim Ltd – gelten solle.

Für das Geschäftsjahr 2010 beantragt der Verwaltungsrat

der Generalversammlung eine Ausschüttung aus

der Kapitaleinlagereserve in Höhe des Vorjahres von

CHF 1.50 pro Namenaktie.

Reputationsgewinn durch Umweltengagement

und soziale Verantwortung

Das Ansehen von Holcim beruht auf den erheblichen Anstrengungen

zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung.

Holcim orientiert sich deshalb am Grundgedanken der

sogenannten “Triple Bottom Line” und betrachtet Wertschöpfung,

nachhaltige Umweltleistung und soziale Verantwortung

als Teil der übergeordneten Konzernstrategie.

Holcim führt einen kontinuierlichen Dialog mit verschiedensten

Anspruchsgruppen. Dem geben auch strategische

Partnerschaften Ausdruck, wie diejenige mit der

International Union for Conservation of Nature (IUCN).

Anfang des Berichtsjahres trat Holcim der IKRK Corporate

Support Group bei und verpflichtete sich, bestimmte

humanitäre Projekte in Konfliktregionen zu unterstützen.

Der Dow Jones Sustainability Index 2010/2011 führt

Holcim erneut auf. Damit gilt Holcim als eines der

nachhaltigsten Unternehmen der Baustoffbranche.

Förderung des nachhaltigen Bauens

Im Jahr 2003 hat der Konzern die Holcim Foundation for

Sustainable Construction gegründet und engagiert sich

damit weit über das Kerngeschäft hinaus für mehr

Nachhaltigkeit im Bau. Die Holcim Foundation soll in

der Baubranche und bei ihren Anspruchsgruppen mehr

Verständnis für Nachhaltigkeit in ökologischer, sozialer

und ökonomischer Hinsicht wecken. Sie leistet weltweit

einen Beitrag zur Förderung herausragender Architektur

und zu besserer Lebensqualität. Die wichtigsten

Aktivitäten der Stiftung sind ein weltweiter, öffentlich

sehr sichtbarer Wettbewerb und ein Holcim Forum zu

einem Thema der Nachhaltigkeit. Sie werden im Dreijahresrhythmus

durchgeführt.

Das dritte internationale Holcim Forum fand im April

2010 an der Universidad Iberoamericana in Mexico City

unter dem Titel “Re-inventing construction” statt. 270 Experten

aus 40 Ländern tauschten sich im Plenum, in themenspezifischen

Arbeitsgruppen und an Exkursionen

aus. Im Zentrum standen Nachhaltigkeitsfragen der Bauplanung

und des Bauprozesses. Das Forum wurde stark

beachtet. Seine Beratungen und Konklusionen wurden in

einer akademischen Publikation dokumentiert; sie kann

über die Holcim Foundation bezogen werden.

Für die dritte Durchführung der fünf regionalen Holcim-

Wettbewerbe für nachhaltige Bauprojekte hat die

Öffentlichkeitsarbeit begonnen. Nach der regionalen

Vergabe der mit insgesamt USD 2 Millionen dotierten

Preise 2011 wird 2012 die globale Prämierung folgen.

Konzerngesellschaften organisieren Anlässe, um

landesweit auf die Ausschreibung des internationalen

Projektwettbewerbs aufmerksam zu machen. Ihr Engagement

wird von der Stiftung mit einer globalen

Kampagne unterstützt.

Auskunft über Partnerschaften und Aktivitäten der Holcim

Foundation sind auf www.holcimfoundation.org zu finden.


Organisation und Management

Führung und Linienverantwortung des Konzerns sind

regional aufgebaut. Dank eines umfassenden Verhaltens-

kodex wissen alle Mitarbeitenden, welche Rechte und

Pflichten für sie gelten.

Effiziente Führung und Kontrolle

Die Corporate Governance von Holcim, welche die Leitungsprozesse,

die Organisation und Überwachung

der obersten Unternehmensführung, die geschäftspolitischen

Grundsätze sowie die internen und externen

Kontrollmechanismen festlegt, strebt eine verantwortungsvolle,

transparente, auf nachhaltige

Wertschöpfung ausgerichtete Führung und Kontrolle

des Unternehmens an. Auf ihr beruhen die Glaubwürdigkeit

und Reputation des Konzerns. Sie stärkt

das Vertrauen von Anlegern, Geschäftspartnern, Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern sowie der breiten

Öffentlichkeit.

Die Corporate Governance wird laufend den Anforde-

rungen angepasst. Das 2007 und 2008 eingeführte

interne Kontrollsystem (IKS) für die Aufstellung der

Jahresrechnung in Übereinstimmung mit den Erfor-

dernissen aus Art. 728a des Schweizerischen Obligatio-

nenrechts und dem Schweizer Prüfungsstandard 890

bewährt sich.

Wertsteigerung in einem kompetitiven Umfeld

Der “Code of Conduct”, vom Verwaltungsrat und von

der Konzernleitung 2003 erlassen, legt konzernweit

bestimmte Richtlinien des geschäftlichen Verhaltens

für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fest. Er ist

auf der Website www.holcim.com abrufbar. Unter

anderem fordert er strikten Respekt für Wettbewerbsregeln.

Zuwiderhandlungen führen zu Disziplinar-

massnahmen bis hin zur Kündigung des Anstellungsverhältnisses.

Holcim hat übrigens ein entsprechendes,

zentral koordiniertes Schulungsprogramm eingeführt,

und die Konzerngesellschaften werden regelmässig

durch unabhängige Anwälte in dieser Hinsicht auditiert.

Die Schulungs- und Unterstützungsmaterialien zum

fairen Wettbewerb werden laufend den Entwicklungen

im Wettbewerbsrecht angepasst. Im Berichtsjahr

wurde ein Handbuch “Wertsteigerung in der Praxis”

erarbeitet. Dieses Nachschlagewerk gibt praktische

Hinweise für das Verhalten in der Praxis, welche das

heutige europäische und amerikanische Wettbewerbsrecht

vollumfänglich respektieren.

26 27

Organisation

und Management


Wertorientierte

Unternehmensführung

Stand 2. März 2011 Verwaltungsrat

Konzernleitung

Länderbereichsleitung

Bild:

Die Konzernleitung

von links nach rechts:

Urs Böhlen

Benoît-H. Koch

Theophil H. Schlatter

Thomas Aebischer

Markus Akermann

Paul Hugentobler

Patrick Dolberg

Roland Köhler

Ian Thackwray

Andreas Leu

Rolf Soiron

Präsident, Vorsitzender

Governance, Nomination &

Compensation Committee

Andreas von Planta

Vizepräsident

Markus Akermann

Christine Binswanger

Beat Hess

Erich Hunziker

Peter Küpfer

Vorsitzender Audit Committee

Adrian Loader

Thomas Schmidheiny

Wolfgang Schürer

Dieter Spälti

Robert F. Spoerry

Sekretär des Verwaltungsrates

Peter Doerr

Markus Akermann

Chief Executive Officer

Thomas Aebischer

Ab 1. Januar 2011 Mitglied der

Konzernleitung; ab 1. April 2011

Chief Financial Officer

Urs Böhlen

Ost- & Südosteuropa,

Region GUS/Kaspisches Meer

Patrick Dolberg

Belgien, Frankreich, Niederlande,

Deutschland, Schweiz, Italien

Paul Hugentobler

Südasien & ASEAN ohne Philippinen

Benoît-H. Koch

Nordamerika, UK, Norwegen,

Mittelmeerraum, inklusive Iberische

Halbinsel, Internationaler Handel

Roland Köhler

CEO Holcim Group Support Ltd

Andreas Leu

Lateinamerika

Theophil H. Schlatter

Chief Financial Officer

bis 31. März 2011

Ian Thackwray

Ostasien, inklusive China, die

Philippinen, Ozeanien, Süd- &

Ostafrika

Javier de Benito

Urs Fankhauser

Aidan Lynam

Bernard Terver

Corporate Functional Managers

Jacques Bourgon

Stefan Wolfensberger

Revisionsstelle

Ernst & Young AG

Managementstruktur

Siehe Organigramm Seite 31

Mutationen

Siehe Corporate Governance

Seite 87 ff.


An der ordentlichen Generalversammlung 2010 ist

H. Onno Ruding, Mitglied des Verwaltungsrates seit

2004, wegen Erreichens der Alterslimite aus diesem

Gremium ausgeschieden. Der Verwaltungsrat dankt

ihm für die geleisteten guten Dienste. Neu wurde Beat

Hess in den Verwaltungsrat gewählt. Er ist promovierter

Jurist und Anwalt und fungierte bis Ende 2010 als

Chefjurist und Mitglied der Konzernleitung bei der

Royal Dutch Shell Gruppe, Den Haag.

Der Verwaltungsrat hat Roland Köhler, Corporate

Functional Manager und verantwortlich für Corporate

Strategy & Risk Management, per 15. März 2010 zum

Mitglied der Konzernleitung ernannt. Als CEO leitet er

die zentralen Service- und Unterstützungsfunktionen

der Holcim Group Support Ltd (HGRS).

Bill Bolsover ist per Ende März 2010 altershalber aus

der Funktion als Länderbereichsleiter und Corporate

Functional Manager ausgeschieden. Bernard Terver,

CEO von Holcim US und Aggregate Industries US,

wurde per 1. April 2010 zum Länderbereichsleiter und

Mitglied der Geschäftsleitung der Holcim Ltd ernannt.

Er ist dadurch auf Konzernebene zuständig für Holcim

US und Aggregate Industries US. Er rapportiert direkt

an Konzernleitungsmitglied Benoît-H. Koch.

Am 1. Juli 2010 hat Ian Thackwray, Mitglied der Konzernleitung

seit Jahresanfang 2010, die Nachfolge von

Tom Clough angetreten, der Ende Juni 2010 in Pension

gegangen ist. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören

die Gesellschaften in Ostasien, inklusive China,

die Philippinen, Ozeanien sowie Süd- und Ostafrika.

Im Zuge der Nachfolgeregelung der Konzernleitung wurde

Thomas Aebischer, CFO von Holcim US, per 1. Januar 2011

in die Konzernleitung berufen. Er übernimmt am 1. April

2011 die Verantwortung als CFO des Konzerns von Theophil

H. Schlatter, der per Ende März 2011 in Pension geht.

Am 1. Januar 2011 hat Andreas Leu, Länderbereichsleiter

und Mitglied der Geschäftsleitung der Holcim Ltd, in

der Konzernleitung Einsitz genommen. Er übernimmt

die Verantwortung für Lateinamerika von Thomas

Knöpfel, der Ende 2010 in Pension ging.

Per 1. Januar 2011 wurde Urs Fankhauser, Technischer

Direktor der Region Osteuropa, zum Länderbereichsleiter

und Mitglied der Geschäftsleitung der Holcim Ltd

ernannt. In dieser Funktion ist er zuständig für die

Märkte in Ost- und Südosteuropa. Er rapportiert direkt

an Konzernleitungsmitglied Urs Böhlen.

Führungsverantwortung in Linie und Fachbereichen

Schlüssel für den Konzernerfolg ist die Kompetenz

des lokalen Managements. Die operativen Einheiten

in rund 70 Ländern unterstehen einzelnen Konzernleitungsmitgliedern.

Sie werden durch Länderbereichsleiter

und Corporate Functional Managers unterstützt.

Damit die Konzerngesellschaften in ihren Märkten die

Kosten- und Marktführerschaft stärken können, benötigen

sie einerseits unternehmerischen Freiraum, andererseits

aber auch die Unterstützung des Konzerns

mit spezifischem Know-how und Vorgaben.

Wir sind überzeugt, dass Erfolg in unserem Geschäft

auf die situationsgerechte Ausbalancierung von lokaler

Kompetenz und Autonomie und dem richtigen Mass

an Unterstützung und Intervention seitens der Konzernzentrale

angewiesen ist. Konsequente Aus- und

Weiterbildung der Kaderkräfte sowie die Förderung

von Talenten zur systematischen Nachfolgeplanung

sowohl in den Ländergesellschaften als auch auf

Konzernebene stärken den Konzernverbund dauerhaft.

Holcim setzt auf flache Hierarchien und klare Kompetenzregelungen

– sowohl auf Konzernstufe als auch in

den einzelnen Konzerngesellschaften. Dadurch sollen

28 29

Organisation

und Management


Wertorientierte

Unternehmensführung

Entscheidungen mit Sachverstand und Kostenbewusstsein

getroffen und neue Prozesse oder Standards ohne

Zeitverzug implementiert werden können.

Die Führungsverantwortlichen des Konzerns, der Regionen

sowie der Länder und Standorte werden regional

durch Servicecenter und weltweit durch zentrale

Konzernstäbe unterstützt. Zur besseren Bündelung

der Kräfte wurden im Mai 2010 die zentralen Serviceund

Unterstützungsfunktionen der HGRS unter einer

Leitung zusammengefasst.

Holcim verfügt über gut strukturierte Managementsysteme.

Für die wesentlichen Unternehmensbereiche

werden den Konzerngesellschaften klare Vorgaben gegeben,

sei es in der Technik, der umweltschonenden

Produktion oder im Personal- und Finanzbereich.

Business Risk Management identifiziert Risiken

und Chancen

Das sogenannte Business Risk Management unterstützt

die Konzernleitung und die Geschäftsleitungen

der Konzerngesellschaften. Es soll systematisch helfen,

bedeutende Risiken – aber auch Chancen – für das

Unternehmen zu erkennen. Die potentiellen Risiken

werden frühzeitig identifiziert und bewertet, Gegenmassnahmen

vorgeschlagen und stufengerecht

umgesetzt. Das Risikomanagement hat Risikotypen

verschiedenster Natur im strategischen, operativen

und finanziellen Bereich im Visier, intern wie extern.

Neben den Konzerngesellschaften werden Konzernleitung

und Verwaltungsrat in die Beurteilungen einbezogen.

Das Risikoprofil des Konzerns wird sowohl

“Top-Down” als auch “Bottom-Up” bewertet. Dabei

werden nicht nur Gefahren entlang der ganzen Wertschöpfungskette

erfasst, sondern auch Chancen gesucht.

Dem Verwaltungsrat wird regelmässig Bericht

über wichtige Erkenntnisse der Risikoanalyse und über

die getroffenen Massnahmen erstattet (siehe auch

Seite 93).

Die interne Revision als wichtiges Kontrollinstrument

Die interne Revision ist eine unabhängige Instanz.

Sie untersteht direkt dem Verwaltungsratspräsidenten

und berichtet dem Audit Committee regelmässig.

Sie beschränkt sich nicht nur auf Finanzielles, sondern

überwacht auch die Einhaltung externer und interner

Richtlinien.

Besondere Aufmerksamkeit wird der Wirksamkeit

und Effizienz der internen Steuerungs- und Kontrollsysteme

geschenkt. Dazu gehören:

Prüfung der Zuverlässigkeit und Vollständigkeit der

finanziellen und operativen Informationen;

Prüfung der Kontrollsysteme zur Einhaltung der

internen und externen Richtlinien wie zum Beispiel

der Pläne, Verfahren, Gesetze und Verordnungen;

Prüfung der Sicherstellung des Betriebsvermögens.

Ausrichtung auf gemeinsame Ziele

Um die Unternehmensziele und Wertvermehrungen zu

erreichen, werden bei Holcim Leistungen konsequent

gemessen und Systeme eingesetzt, welche die Führungskräfte

zur Erzielung von konstant hohen Leistungen

motivieren. Für die obersten Führungskader besteht

ein einheitliches, variables Entlöhnungssystem. Dabei

werden nicht nur finanzielle Zielsetzungen, sondern

auch individuelle Ziele in die Salärberechnung einbezogen

(siehe auch Entschädigungsbericht auf den

Seiten 106 bis 116). Die variable Entschädigung wird

zu einem bedeutenden Teil in Aktien von Holcim ausbezahlt,

die einer Sperrfrist von drei bis fünf Jahren

unterliegen. Mit diesem Programm wird die gemeinsame

Ausrichtung auf nachhaltige Leistungs- und

Wertsteigerungen des Konzerns verstärkt.


Organigramm

Verwaltungsrat Holcim Ltd

Audit Committee Governance, Nomination &

Compensation Committee

Interne Revision 1

Konzernleitung

Benoît-H.

Koch

Linienverantwortung

Nordamerika

UK

Norwegen

Mittelmeerraum 2

Internationaler

Handel

Javier

de Benito

Bernard

Terver

Patrick

Dolberg

Belgien

Frankreich

Niederlande

Deutschland

Schweiz

Italien

Urs

Böhlen

Ost- und

Südosteuropa

Region GUS/

Kaspisches Meer

Länderbereichsleiter/Corporate Functional Managers

Funktionale Verantwortung

1

Interne Revision ist dem

Verwaltungsratspräsidenten unterstellt.

2

Inklusive Iberische Halbinsel.

3

Ohne Philippinen.

4

Inklusive Philippinen.

Stand 2. März 2011.

Urs

Fankhauser

Markus

Akermann

CEO

Andreas

Leu

Lateinamerika Südasien

Strategy & Risk

Management

Legal &

Compliance

Communications

Investor

Relations

Paul

Hugentobler

ASEAN 3

Aidan

Lynam

Ian

Thackwray

Ostasien 4

Ozeanien

Süd- und

Ostafrika

Theophil H.

Schlatter

CFO

Thomas

Aebischer

Finance &

Controlling

Financial

Holding & Tax

Controlling

Financing &

Treasury

Roland

Köhler

CEO HGRS

Holcim Group

Support Ltd

(HGRS)

Jacques

Bourgon

Stefan

Wolfensberger

Commercial

Services

ACM Services

Sustainable

Development

Cement

Manufacturing

Services

Procurement

Human

Resources

Information &

Knowledge

Management

Accounting &

Administration

30

31

Organisation

und Management


Wertorientierte

Unternehmensführung

Innovation

Holcim zielt mit innovativen und nachhaltigen Systemlösungen

auf höheren Kundennutzen. Speziell für Grossprojekte werden

erfolgreich umfassende Serviceleistungen entwickelt.

Als führender Baustoffhersteller leistet Holcim auch

einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Im Vordergrund stehen dabei umweltfreundliche

Produktionsprozesse, aber auch Produkte und Dienstleistungen,

die unsere Wettbewerbskraft stärken und

Mehrwerte für die Kunden schaffen. Dabei kommt es

nicht nur auf eine breit abgestützte Forschung und

Entwicklung an, sondern auch auf die rasche Multiplikation

von Ideen und Konzepten im Konzern und

in unseren Märkten. Zukunftsweisende Technologien

schützt Holcim – teilweise zusammen mit den Forschungspartnern

– mit Patenten.

Nachhaltige Lösungen in der Verfahrenstechnik

und Produktentwicklung

Forschung und Entwicklung im Bereich der Verfahrenstechnik

haben ein besseres Kostenmanagement

und Nachhaltigkeit zum Ziel, unter besonderer

Berücksichtigung der Arbeitssicherheit. Oben auf der

Agenda stehen neue Technologien zur Steigerung

der Energieeffizienz, der effizienteren Verwendung

von Brennstoffen und anderen Ressourcen sowie zur

Verbesserung des Umweltschutzes. Erneuerbare

Energien stehen als langfristige Lösungen für die

Reduktion des CO2-Ausstosses im Fokus. Kurz- und

mittelfristig kann die effizientere Ausnutzung der

verfügbaren Energie einen wirkungsvollen Beitrag

leisten gegen die wachsende Konkurrenz um Energie.

Holcim strebt an, auch Niedertemperaturabwärme

des Produktionsprozesses durch innovative und

ökonomisch sinnvolle Verfahren zur Elektrizitätsproduktion

zu nutzen.

Holcim Schweiz wird im Zementwerk Untervaz

ein neues ABB-System zur Stromerzeugung

einsetzen.

Die Produktentwicklung hat primär umweltfreundliche

Baustoffe im Visier. Sie setzt auf den verstärkten

Einsatz von neuartigen mineralischen Bindemitteln

und alternativen Rohstoffen, die den Klinkerfaktor

senken und damit zur CO2-Reduktion beitragen.

Mit innovativen Problemlösungen für Prozesse und

Produkte begegnet Holcim Herausforderungen, wie

sie der Klimawandel, die steigenden Energiepreise,

die Verknappung von Ressourcen und das zunehmende

ökologische Bewusstsein unserer Kunden darstellen.

Die Reduktion des “Ecological Footprint” unserer

Prozesse und Produkte eröffnet dem Konzern auch

Chancen, denn sie führt zu erhöhter Produktivität im

Herstellungsprozess und zu reduzierten Kosten.

Innovationen und Partnerschaften setzen

neue Nachhaltigkeitsstandards

Holcim etabliert laufend neue Kooperationen mit

hochqualifizierten und motivierten Partnern und

Experten. Aufträge in diesem Bereich werden sowohl

vom Konzern als auch von den Konzerngesellschaften

vergeben. Die Zusammenarbeit mit renommierten

Hochschulen, Anlagenbauern und Beratungsfirmen

kann oft sehr eng sein.

ABB und Holcim Schweiz haben vereinbart, im

Zementwerk im schweizerischen Untervaz ein neues

ABB-System zur Stromerzeugung einzusetzen. Die

hochmoderne Lösung verwendet die ORC-Technologie

(Organic Rankine Cycle), mit welcher Abwärme in

sauberen Strom umgewandelt werden kann. Dank


Die ORC-Technologie (Organic Rankine Cycle), mit

welcher Abwärme in Strom umgewandelt werden

kann.

der Wiederverwendung der Abwärme wird das Werk

Untervaz effizienter betrieben und die Abhängigkeit

vom Stromnetz reduziert. Die Energiekosten können

so erheblich gesenkt werden.

Holcim kooperiert erfolgreich mit führenden Forschungsinstituten

und ist Gründungsmitglied der

Interessengemeinschaft von Nanocem. Das Konsortium,

das Grundlagenforschung im Bereich Nanotechnologie

für Zement und Beton betreibt, ist ein

Schulterschluss zwischen führenden europäischen

Universitäten und grossen Unternehmen der Baustoffbranche.

Intensive Beziehungen pflegen wir unter

anderem mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule

in Zürich (Schweiz), der Ecole Polytechnique

Fédérale in Lausanne (Schweiz) oder der Technischen

Universität Clausthal (Deutschland).

Holcim ist in Initiativen auf europäischer und internationaler

Ebene mit der Vision engagiert, Prioritäten

für die zukünftige weltweite Forschung und

Entwicklung im Bereich nachhaltiger und energieeffizienter

Produktionsprozesse mitzugestalten.

Im Rahmen ihres Engagements bei der European

Cement Research Academy untersucht Holcim die

CO2-Abtrennung im Hinblick auf integrierte und

“End-of-Pipe”-Lösungen. Dabei geht es um die

Weiterentwicklung von entsprechenden nachhaltigen

Technologien, die global einsetzbar und wirtschaftlich

sinnvoll sind.

Wissensmanagement dank iShare

Es ist strategisch wichtig, das im Konzern entwickelte

Wissen durch bessere Verbreitung maximal zu

nutzen. Zu diesem Zweck wurde die elektronische

Plattform iShare lanciert. Auf dieser offenen Plattform

können sich die Mitarbeitenden austauschen.

Es werden auch wichtige Dokumente dort abgelegt

und dem ganzen Konzern leicht zugänglich gemacht;

Ambuja Cements hat ein massgeschneidertes Lösungspaket für den ländlichen

Wohnbau mit Produkten und Dienstleistungen entwickelt.

virtuelle Netzwerke bestehen für das nicht dokumentierte

Wissen; die einzelnen Gesellschaften haben so

vollen Zugang zum weltweit im Konzern vorhandenen

Know-how.

Produkte und Dienstleistungen für den ländlichen

Wohnbau

Permanent arbeitet Holcim daran, neue Käuferschichten

zu erschliessen. Ein gutes Beispiel stammt von

Ambuja Cements in Indien. Die Konzerngesellschaft

hat sich intensiv mit den Bedürfnissen der ländlichen

Bevölkerung beim Häuserbau auseinandergesetzt

und ist dabei auf die ungenügende Bauplanung,

auf die schlechte Bauqualität sowie auf Kostenüberschreitungen

und fehlende Finanzierungsmöglichkeiten

gestossen.

Ambuja Cements hat dafür massgeschneiderte

Lösungspakete entwickelt. Ansprechpartner für

Bauwillige sind immer die Zementhändler, die mit

Ambuja Cements eng zusammenarbeiten. Der Händler

koordiniert das ganze Bauvorhaben und organisiert

die notwendige Unterstützung von der Planungsphase

bis zum Bauvertrag und zur Baustoffbelieferung. Es

werden auch die für einen soliden Hausbau benötigten

vorfabrizierten Betonelemente angeboten, was

einen raschen Baufortschritt garantiert. Ambuja

Cements übernimmt den fachmännischen Support

sowie die Ausbildung und Qualitätskontrolle der

Zementhändler. Damit ist das Unternehmen mehr als

ein Zementlieferant: Als Lösungsanbieter gewinnt es

laufend das Vertrauen neuer Kunden und leistet so

einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in

ländlichen Gegenden.

32 33

Innovation


Wertorientierte

Unternehmensführung

Olympische Spiele 2012 in London:

Aggregate Industries UK hat dank

eines ausgereiften Konzepts den

Zuschlag erhalten.

In Ho Chi Minh City entsteht

derzeit der “Saigon M&C

Tower” mit 200 Meter Höhe.

Ein Beispiel einer massgeschneiderten Lösung:

Olympische Spiele 2012 in London

Die Behörde, die für die Bauten im Zusammenhang

mit den Olympischen Spielen 2012 in London verantwortlich

ist, setzte von Anfang an auf nachhaltiges

Bauen und umweltfreundliche Baustoffe. Entsprechend

gestaltete sie die Eingabeverfahren. Aggregate

Industries UK hat dank eines ausgereiften Konzepts

den Zuschlag erhalten und kann die Grossbaustelle

über Jahre mit rund 1,5 Millionen Tonnen Zuschlagstoffen

und 0,9 Millionen Kubikmeter Transportbeton

sowie mit Asphalt und zahlreichen vorfabrizierten

Betonelementen beliefern.

Ein grosser Teil der Zuschlagstoffe stammt von

rezykliertem Baumaterial. Aggregate Industries UK

betreibt auf dem Baugelände eine eigene Transportbetonzentrale,

die eine reibungslose Baustellenbelieferung

erlaubt. Sie hat zudem den Zuschlag für

die Erstellung der Zuschauertribüne des Velodroms

mit 6000 Plätzen erhalten, die aus vorfabrizierten

Betonelementen erstellt wird. Zur Unterstützung des

Kunden auf den verschiedenen grossen Baustellen

hat Aggregate Industries UK ein eigenes Projektteam

gebildet, wobei ein Teammitglied direkt beim Kunden

arbeitet, um eine problemlose Projektabwicklung

sicherzustellen.

Hohe Produktqualität

und ausgeklügeltes Logistikkonzept

In Ho Chi Minh City (Vietnam) entsteht derzeit der

“Saigon M&C Tower”, ein Hochhaus von 200 Meter

Höhe mit Geschäften, Büroräumlichkeiten und Wohnungen.

Er wird vom international renommierten

Baukonzern Bouygues gebaut. Holcim Vietnam beliefert

das Projekt exklusiv mit 155 000 Kubikmeter

Beton. Die Gesellschaft entwickelte dafür einen speziellen

“Superbeton” von ausserordentlicher Festigkeit,

der für alle tragenden Strukturen verwendet

Der Ceneri-Basistunnel mit zwei Röhren von je 15,4 Kilometer Länge.

wird. Damit können die Masse der Pfeiler signifikant

reduziert und die Räume grösser gestaltet werden.

Dank des schnellen Aushärtens des Betons wird die

Baugeschwindigkeit erhöht, was Kosten spart und der

Umwelt dient. Dem Kunden wird auch eine erstklassige

Logistik angeboten, die eine “just-in-time”-Belieferung

sicherstellt. Von grosser Bedeutung sind Qualitätskontrolle

und Trainingskonzepte, die alle Schritte von

der Rohmaterialbeschaffung über die Betonherstellung

bis zum Endprodukt berücksichtigen. Damit hat der

Bauunternehmer jederzeit den Überblick über die

Qualität sämtlicher Betonlieferungen.

Der Kunde schätzt insbesondere das technische Fach-

wissen von Holcim Vietnam, die hohen Standards

bezüglich Produktqualität und Sicherheit auf der

Baustelle, das sophistizierte Logistikkonzept, die

Offenheit und Flexibilität der Zusammenarbeit.

Beim Bau des Ceneri-Basistunnels ist Holcim erste Wahl

Holcim Schweiz beliefert seit kurzem die Baustelle

für den Basistunnel durch den Monte Ceneri im

Kanton Tessin mit Zement, Zuschlagstoffen und Transportbeton.

Dieser Tunnel mit zwei Röhren von je 15,4

Kilometer Länge ist Teil der Alpentransversale NEAT,

die dem Ausbau der Schienenverbindung durch die

Schweizer Alpen dient. Zwischen 2010 und 2018 wird

Holcim Schweiz für den Ceneri-Tunnel 0,4 Millionen

Tonnen Zement, 2 Millionen Tonnen Zuschlagstoffe

(davon 20 Prozent vor Ort aufbereitet) und 1,1 Millionen

Kubikmeter Transportbeton liefern. Hinzu kommen

Dienstleistungen wie ein technisches Labor und die

ganze Logistik vor Ort. Pro Tag werden in einer Anlage,

die sich 2,7 Kilometer im Berginnern befindet, bis zu

800 Kubikmeter Transportbeton produziert. Zement

und Zuschlagstoffe werden per Bahn angeliefert.

Dieses umfassende Angebot ist dank der Erfahrung

von Holcim im Umgang mit Grossprojekten möglich.


Minetti hat 2500 Angestellte und Besitzer von “Red Minetti”-Verkaufsstellen

in mehr als 35 argentinischen Städten geschult.

Ein gutes Beispiel einer Produktinnovation ist auch

der neue Optimo-Zement von Holcim Schweiz auf der

Basis von gebranntem Schiefer. Mehr dazu auf Seite 23.

Rasche Multiplikation eines Konzepts in Argentinien

Das Beispiel “Red Minetti” der argentinischen Konzern-

gesellschaft zeigt, wie ein erfolgreiches Konzept für

den einfachen Hausbau aus ähnlichen Projekten

anderer Holcim-Gesellschaften entwickelt und lokal

angepasst werden kann. In Partnerschaft mit ausgewählten

Distributoren bietet Minetti nämlich neben

hochwertigen Zementen gezielte Serviceleistungen für

den Hausbau, zur Renovation oder zur Erweiterung des

Eigenheims an. Dabei soll der Bauherr alle Materialien

sowie die notwendige Beratung und Unterstützung

bei einem einzigen Händler finden, verbunden mit

einem erleichterten Zugang zur Bankenfinanzierung.

Minetti hat zwischenzeitlich 2500 Angestellte und

Besitzer von “Red Minetti”-Verkaufsstellen in mehr als

35 argentinischen Städten geschult und so die erfolgreiche

Verbreitung des neuartigen Geschäftsmodells

über die nächsten Jahre eingeleitet.

Prämierte Bauprojekte der Holcim Foundation

for Sustainable Construction werden mit unseren

Baustoffen gebaut

Die Holcim Foundation for Sustainable Construction

prämiert alle drei Jahre innovative, nachhaltige Bauprojekte

rund um den Globus. Bei der Realisierung

solcher Bauten kommen oft Produkte von Holcim

zum Einsatz. Gutes Beispiel dafür ist der Hauptgewinner

2009 – ein Projekt zur Flussanierung und

Stadtentwicklung im marokkanischen Fès. Holcim

Marokko liefert nun Baustoffe für die Sanierung

eines Teils der Medina. Weiter fortgeschritten ist

das Siegerprojekt der Region Lateinamerika aus dem

Jahr 2008. Zahlreiche Teilprojekte des umfassenden

Plans für die Stadtentwicklung von Medellín wurden

mit Baustoffen von Holcim Kolumbien erstellt.

Prämiertes Bauprojekt der Holcim Foundation: Projekt zur Flusssanierung

und Stadtentwicklung im marokkanischen Fès.

34 35

Innovation


Wertorientierte

Unternehmensführung

Kapitalmarktinformationen

Weil das Marktumfeld nach wie vor sehr herausfordernd war,

fokussierte sich Holcim auf Effizienzsteigerungen und Kosten-

einsparungen. Die Cashflowgenerierung bewegte sich erneut

auf einem robusten Niveau und erlaubte, den finanziellen Spiel-

raum der bereits soliden Kapitalstruktur erneut zu erweitern.

Während sich die Aktienmärkte zu Beginn des Jahres

2010 positiv entwickelten, führten zunehmende Ängste

im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung

Kursperformance der Holcim-Aktie versus Swiss Market Index (SMI)

CHF 140

CHF 120

CHF 100

CHF 80

CHF 60

CHF 40

CHF 20

finanzschwacher Länder in Europa und einem erneuten

Rückschlag der Weltwirtschaft zu einem Anstieg

der Marktvolatilität und zu einem Druck auf die

CHF 0 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Holcim-Namenaktie SMI (adjustiert)


Aktienkurse. Dieses Umfeld zog sich bis in die zweite

Hälfte 2010 hin. Die Holcim-Aktie konnte sich diesen

Marktunsicherheiten nicht entziehen, und es kam

zu erhöhter Preisvolatilität und zu Kurskorrekturen,

nachdem die Aktie Ende April 2010 mit CHF 85.00

ihren höchsten Jahreswert erreicht hatte.

Bessere Markteinschätzungen, das solide Geschäfts-

und Finanzprofil von Holcim sowie der klare Fokus

auf Kosteneinsparungen verhalfen der Holcim-Aktie

gegen Jahresende zu einem positiven Kursverlauf.

Die Aktie schloss am 30. Dezember 2010 bei CHF 70.65

(2009: 80.50), was einem Rückgang von rund 12 Prozent

im Vergleich zum Vorjahresendkurs entspricht.

Kotierungen

Holcim ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

Die Aktien werden im Main Standard der SIX Swiss

Exchange gehandelt. Jede Aktie hat ein Stimmrecht.

Per Jahresende 2010 betrug die Börsenkapitalisierung

rund CHF 23,1 Milliarden.

Zusatzangaben

ISIN CH0012214059

Valorennummer 1221405

Telekurs-Kürzel HOLN

Bloomberg-Kürzel HOLN VX

Thomson Reuters-Kürzel HOLN.VX

Bedeutende Aktionäre

Informationen zu den bedeutenden Aktionären sind

auf Seite 212 zu finden.

Verteilung der Aktien und Aktionäre

Die Mehrheit der in den übrigen Ländern gehaltenen

Aktien befindet sich in Grossbritannien und den USA.

Geographische Verteilung

Schweiz 47%

Übrige Länder 24%

Dispobestand 29%

Aktionäre nach Anzahl eingetragener Aktien

1–100 11 874

101–1 000 38 831

1 001–10 000 7 648

10 001–100 000 648

> 100 000 104

Free Float

Der Free Float gemäss Definition der SIX Swiss

Exchange beträgt 75 Prozent.

Dividendenpolitik

Dividenden werden jährlich ausgeschüttet. 2003

hatte der Verwaltungsrat als Zielgrösse entschieden,

dass ein Drittel des Konzerngewinns – Anteil Aktionäre

Holcim Ltd – ausgeschüttet werden soll. Für das

Geschäftsjahr 2010 beantragt er eine Ausschüttung

aus der Kapitaleinlagereserve in Höhe des Vorjahres

von CHF 1.50 pro Namenaktie. Die nächste Ausschüttung

ist für den 12. Mai 2011 vorgesehen.

Gewichtung der Holcim-Namenaktie

in ausgewählten Aktienindices

Index Gewichtung in %

SMI, Swiss Market Index 2,23

SPI, Swiss Performance Index 1,81

SLI, Swiss Leader Index 4,27

BEBULDM, BE500 Building Materials Index 23,32

SXOP, Dow Jones STOXX 600 Construction 9,49

DJSI World, Dow Jones Sustainability Index 0,22

FTSE4Good Europe Index 0,35

Quellen:

Bloomberg, Dow Jones Sustainability Indexes, FTSE Index

Company, Stand Ende Dezember 2010.

36 37

Kapitalmarktinformationen


Wertorientierte

Unternehmensführung

Informationen zur Holcim-Namenaktie

Weitere Informationen zur Holcim-Namenaktie sind

im Internet zu finden: www.holcim.com/investors.

Kennzahlen Holcim-Namenaktie 1

Nominalwert CHF 2 2010 2009 2008 2007 2006

Anzahl ausgegebene Aktien

Anzahl dividendenberechtigte

327 086 376 327 086 376 263 586 090 263 586 090 255 348 625

Aktien 327 086 376 327 086 376 263 586 090 263 586 090 255 348 625

Anzahl Aktien bedingtes Kapital 2 1 422 350 1 422 350 1 422 350 1 422 350 9 659 815

Anzahl eigene Aktien

Börsenkurse in CHF

7 131 083 6 905 384 5 132 061 668 849 679 912

Höchst 85 81 111 126 103

Tiefst

Gewinn

pro dividendenberechtigte Aktie

60 28 40 102 78

in CHF 3 Cash-Gewinn pro

3.69 4.93 6.27 13.66 7.95

dividendenberechtigte Aktie in CHF 4 Konsolidiertes Eigenkapital

11.44 13.04 13.02 18.81 16.70

pro Aktie in CHF 5 Ausschüttung/Dividende

58.58 59.44 59.42 71.44 59.60

pro Aktie in CHF 1.50 6 1.50 2.25 3.30 2.00

11 Adjustiert um die Aktiendividende für das Geschäftsjahr 2008 und/oder Kapitalerhöhungen.

12 Reservierte Aktien für Wandelanleihen.

13 Der Gewinn pro Aktie wird basierend auf dem Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd – und der gewichteten Anzahl ausstehender

Aktien berechnet (siehe Erläuterung 16).

14 Der Cash-Gewinn pro Aktie wird basierend auf der Geldflussrechnung und der gewichteten Anzahl ausstehender Aktien berechnet.

15 Basierend auf dem Eigenkapital – Anteil Aktionäre Holcim Ltd – und der Anzahl dividendenberechtigter Aktien (abzüglich eigene Aktien)

per 31. Dezember.

16 Vorschlag des Verwaltungsrates für eine Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve.


Offenlegung von Beteiligungen

Gemäss Art. 20 des Bundesgesetzes über die Börsen

und den Effektenhandel (Börsengesetz) muss jedermann,

der direkt, indirekt oder in gemeinsamer

Absprache mit Dritten Aktien einer Gesellschaft mit

Sitz in der Schweiz, deren Beteiligungspapiere mindestens

teilweise in der Schweiz kotiert sind, für

eigene Rechnung erwirbt oder veräussert und

dadurch den Grenzwert von 3, 5, 10, 15, 20, 25, 331 ⁄3,

50 oder 66 2 ⁄3 Prozent der Stimmrechte, ob ausübbar

oder nicht, erreicht, unter- oder überschreitet,

dies der Gesellschaft und den Börsen, an denen

die Beteiligungspapiere kotiert sind, melden. Die

Offenlegung der bedeutenden Aktionäre erfolgt

auf Seite 212.

Eintragung ins Aktienregister

und Stimmrechtsbeschränkungen

Erwerber von Namenaktien werden auf Gesuch als

Aktionäre mit Stimmrechten im Aktienbuch eingetragen,

falls sie ausdrücklich erklären, die Aktien in eigenem

Namen und für eigene Rechnung erworben zu

haben. Der Verwaltungsrat trägt einzelne Personen,

die im Eintragungsgesuch nicht ausdrücklich erklären,

die Aktien für eigene Rechnung zu halten (Nominees),

mit Stimmrecht im Aktienbuch ein, falls der Nominee

mit der Gesellschaft eine Vereinbarung über seine

Stellung abgeschlossen hat und einer anerkannten

Bank- oder Finanzmarktaufsicht untersteht.

Aktuelles Rating (Februar 2011)

Standard & Poor’s Fitch Moody’s

Langfristiges Rating BBB, outlook stable BBB, outlook stable Baa2, outlook stable

Kurzfristiges Rating A-2 F2 P-2

Termine für die finanzielle Berichterstattung

Resultate zum ersten Quartal 2011 4. Mai 2011

Generalversammlung 5. Mai 2011

Ex-Datum 9. Mai 2011

Ausschüttung 12. Mai 2011

Halbjahresresultate 2011 18. August 2011

Presse- und Analystenkonferenz zum dritten Quartal 2011 9. November 2011

Presse- und Analystenkonferenz zum Jahresabschluss 2011 29. Februar 2012

38 39

Kapitalmarktinformationen


Nachhaltige Entwicklung

Umweltengagement und soziale Verantwortung

Nachhaltigkeit bleibt eine strategische Notwendigkeit.

Nachhaltige Entwicklung und die Wertvermehrung für

alle Anspruchsgruppen sind in der Konzernstrategie

verankert. Dies muss auch in wirtschaftlich schwierigeren

Zeiten gelten. So hat der Konzern 2010 unter

anderem neue Ziele für die CO2-Emissionen, für den

Schutz der biologischen Vielfalt und für das soziale

Engagement in den Standortgemeinden festgelegt.

Verstärkter Einsatz für Gesundheit und Sicherheit

am Arbeitsplatz

Die Gesundheit und Arbeitssicherheit aller Mitarbeiter,

Lieferanten, Dienstleister und Besucher haben bei

Holcim höchste Priorität. Durch die Systematik und

Konsequenz des Vorgehens soll eine umfassende

Sicherheitskultur durchgesetzt werden. Das Managementsystem

für Gesundheit und Sicherheit am

Arbeitsplatz, das aus verschiedenen Elementen besteht,

wird weltweit implementiert und konsequent überwacht.

Grosses Gewicht wird auf die Schulung von

Mitarbeitern, aber auch von Auftragsnehmern gelegt.

Workshops thematisieren die Führung und Verantwortung

im Sicherheitsbereich und fördern das

Sicherheitsbewusstsein. Die Zuständigkeiten sind

klar geregelt, organisatorisch und individuell. Fünf

“Cardinal Rules” haben strikte Geltung. In allen

Konzerngesellschaften ist das Top-Management

angehalten, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Aber trotz aller Anstrengungen sind im Berichtsjahr

28 Personen bei ihrer Tätigkeit für Holcim tödlich verunglückt.

Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung

bedauern dies zutiefst. Sie sind entschlossen, die

Vision eines unfallfreien Arbeitsumfeldes mit Nachdruck

zu verfolgen. Unfälle und Gefahrensituationen

werden darum genauestens analysiert, und die Konklusionen

werden breit im Konzern kommuniziert.

Bis Ende 2010 setzten alle Konzerngesellschaften

Weisungen zur Unfallverhütung um. Neue Direktiven

wurden für die Sicherheit von Lieferanten und für die

Arbeitssicherheit im Umgang mit alternativen Brennstoffen

entwickelt; sie werden derzeit konzernweit

eingeführt. Im Laufe des Jahres 2010 integrierte

Holcim die WBCSD-Sicherheitsrichtlinien für Fahrer

und Lieferanten in ihre internen Weisungen.

Als Mitglied der Cement Sustainability Initiative wird

der Konzern auch in Zukunft die Daten im Bereich der

Gesundheit und Arbeitssicherheit einer unabhängigen

Prüfung unterziehen lassen.

Häufigkeitsrate unfallbedingter Absenzen 1

6

5

4

3

2

1

0

5,2

3,9

2,7

2,1 2,0

2006 2007 2008 2009 2010

Ziel


Die Gesundheit und Arbeitssicherheit

haben bei Holcim höchste Priorität.

Förderung von umweltfreundlichen Produkten

und nachhaltiger Bautätigkeit

Bevölkerungswachstum, wirtschaftliche Entwicklung

und der Klimawandel unterstützen die Nachfrage

nach Baumaterialien. Weltweit verbrauchen heute

Gebäude etwa 40 Prozent der Primärenergie. Daher

sind umweltfreundlichere Produkte und Bauweisen

gefordert. Die gesamte Baubranche muss die Nachfrage

nach qualitativ hochwertigen Baustoffen befriedigen,

dabei aber auch den “ökologischen Fussabdruck”

reduzieren.

Dazu trägt Holcim mit Produkt- und Prozessinnovationen

bei. Eine Reihe von Konzerngesellschaften

lancierte erfolgreich innovative und nachhaltigkeitsfördernde

Baumaterialien und Dienstleistungen. Im

Vordergrund stehen Kompositzemente, die durch die

Verwendung von Materialien wie Schlacke, Flugasche

oder natürliche Puzzolane einen geringeren Klinkeranteil

aufweisen. Im Jahr 2010 waren über 77 Prozent

aller Produkte von Holcim Kompositzemente, während

es 1990 noch 30 Prozent waren.

Dies wird durch Angebote entlang der Wertschöpfungskette

ergänzt. Ein Beispiel ist “Holcim Optimo”,

ein Zement, der kürzlich von Holcim Schweiz entwickelt

wurde. Durch die Verwendung von gebranntem

Schiefer ist “Holcim Optimo” ein qualitativ hochwertiges

Produkt mit einer vergleichsweise geringen

ökologischen Belastung. Der gebrannte Schiefer wird

mit Portlandzement-Klinker, hochwertigem Kalkstein

sowie Gips gemischt und homogenisiert. Dank der

organischen Anteile kann der natürliche Schiefer

ohne zusätzliche Energiezufuhr bei tieferen Temperaturen

gebrannt werden. Weil “Holcim Optimo” einen

reduzierten Klinkeranteil aufweist, sinken die CO2-

Emissionen und der Energieverbrauch deutlich (siehe

auch Seite 23).

Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieeffizienz: Vermehrter Gebrauch von alternativen Brennstoffen und

Rohmaterialien.

Holcim Optimo” ist aber auch in anderer Hinsicht

innovativ. Der neue Zement überzeugt auch durch

erhöhte Dauerhaftigkeit, reduzierte Durchlässigkeit,

verbesserte Zugfestigkeit und geringeres Rissrisiko.

Seit 2003 setzt sich die Holcim Foundation for

Sustainable Construction für Nachhaltigkeit im

Bau ein. Weitere Informationen zum Thema sind im

Kapitel Schlüsselfaktoren auf Seite 26 dieses Berichts

und auf www. holcimfoundation.org zu finden.

Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieeffizienz

Die globalen CO2-Emissionen müssen stabilisiert und

schrittweise reduziert werden. Dabei ist von allen

Wirtschaftssektoren ein Beitrag gefordert, aber auch

das Konsumverhalten wird gefordert sein. Klimaschutz

und Energieeffizienz sind für Nachhaltigkeit

zentral. Dies macht bedeutende Investitionen erforderlich,

beispielsweise in die Produktionsprozesse.

Holcim verbessert die Effizienz von Produktionsprozessen

und Produkten kontinuierlich und nimmt

dabei eine führende Rolle ein. In der Zementproduktion

liegen die Prioritäten auf der Reduktion des

Klinkeranteils, auf dem vermehrten Gebrauch von

alternativen Brennstoffen und Rohmaterialien sowie

auf der Verbesserung der Energieeffizienz. Damit ist

eine entsprechende Forschungstätigkeit verbunden.

40 41

Umweltengagement

und soziale Verantwortung


Nachhaltige Entwicklung

Klinkerfaktor 1

90%

85%

80%

75%

70%

65%

60%

1990 … 2000 … 2008 2009 2010

% Klinker im Zement

1 Beim Klinkerfaktor handelt es sich um provisorische Daten.

Die definitiven Zahlen werden Mitte 2011 auf unserer Website

veröffentlicht.

Bereits 2009 erreichte Holcim ihr eigenes Ziel, die

Netto-CO2-Emissionen pro Tonne Zement gegenüber

dem Stand von 1990 um 20 Prozent zu senken. Im

Jahr 2010 konnten sie um rund 21 Prozent reduziert

werden. Holcim will auch in Zukunft ihren Beitrag

leisten: Bis 2015 sollen die CO2-Emissionen pro Tonne

Zement verglichen mit dem Referenzjahr 1990 um

25 Prozent gesenkt werden.

Holcim setzt alternative Brenn- und Reststoffe ein. Die Rückgewinnung

von Energie und Materialien schont die natürlichen

Ressourcen und mindert die globalen CO2-Emissionen.

Spezifische Brutto- und Netto-CO2-Emissionen 1

800

750

700

650

600

550

500

-25

-30

1990 … 2000 … 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Brutto Netto 2

1 Bei den CO2-Daten handelt es sich um provisorische Daten, die

noch extern überprüft werden. Die definitiven Emissionszahlen

werden Mitte 2011 auf unserer Website veröffentlicht.

2

Netto-CO2-Emissionen berücksichtigen indirekte Einsparungen

wie etwa den Einsatz alternativer Brennstoffe.

Daten unter Ausklammerung der eigenen Stromproduktion.

Holcim strebt an, die spezifischen Emissionen von

Staub und Stickoxid (NOx) bis 2012 beziehungsweise

2013 gegenüber dem Stand von 2004 um 20 Prozent

zu vermindern. Bis 2010 wurden die NOx-Emissionen

bereits um 17 Prozent reduziert. Die spezifischen

Schwefeldioxid-Emissionen (SO2) sanken bis 2010 um

62 Prozent, nachdem das ursprüngliche 20-Prozent-

Ziel bereits 2006 erreicht worden war.

Neues Kontrollsystem für alternative Brennund

Rohstoffe

Holcim setzt alternative Brenn- und Reststoffe ein

und wendet dafür modernste Technologien an. Die

Rückgewinnung von Energie und Materialien schont

die natürlichen Ressourcen und mindert die globalen

CO2-Emissionen. Gleichzeitig können aber auch die

Produktionskosten gesenkt und Teile des Abfallpro-

0

-5

-10

-15

-20

kg CO2/Tonne Zement Verbesserung in %

Verbesserungsrate

Reduktionsziel


Holcim erachtet den schonenden Umgang mit Wasser als

wichtig. Bis 2013 soll eine neue Wassermanagementstrategie

eingeführt werden.

Thermische Substitutionsrate 1

12

10

8

6

4

2

3,6

9,0

11,0 11,1

11,7

12,1

0

1990 … 2000 … 2006 2007 2008 2009 2010

% thermische Energie aus alternativen Brennstoffen

1 Bei der thermischen Substitutionsrate handelt es sich um

provisorische Daten. Die definitiven Daten werden Mitte 2011

auf unserer Website veröffentlicht.

blems entschärft werden, vor allem in Schwellenländern.

Im Jahr 2010 betrug die thermische Substitutionsrate

12 Prozent. Insgesamt wurden an den

Produktionsstandorten 3 Millionen Tonnen Abfall

verwertet.

Um konzernweit den verantwortungsvollen Umgang

mit Reststoffen sicherzustellen, lancierte Holcim

das Zertifizierungssystem ACert (AFR Certification),

das auf den internen Regelungen, aber auch auf

den mit der Deutschen Gesellschaft für Technische

Zusammenarbeit (GTZ) erarbeiteten Richtlinien zur

Verwertung von Reststoffen in der Zementindustrie

basiert. Das Programm soll die Anforderungen an

“Co-Processing”-Abläufe präzisieren und interne und

externe Überprüfungen ermöglichen. ACert wird derzeit

bei den Konzerngesellschaften eingeführt, die

alternative Brenn- und Rohstoffe einsetzen. Bis Ende

2010 wurden mehr als die Hälfte der Produktionsstätten

von Holcim intern auditiert.

12,0

Durch ihr soziales Engagement trägt Holcim zur nachhaltigen Entwicklung der

Standortgemeinden bei. Insgesamt gaben die Konzerngesellschaften 2010 rund

CHF 42 Millionen aus; rund 3 Millionen Menschen konnten davon profitieren.

Schutz von Ressourcen und Artenvielfalt

Gesteinsabbau in Steinbrüchen kann Auswirkungen

auf die biologische Vielfalt in der Umgebung haben.

Holcim hat 2007 ein Abkommen mit der International

Union for Conservation of Nature (IUCN) unterzeichnet,

um dem zu begegnen. Unter Anleitung von unabhängigen

Experten und basierend auf zahlreichen

Standortbesichtigungen wurde eine Reihe von Empfehlungen

erarbeitet. Eine unabhängige Expertise hat

gezeigt, dass die Partnerschaft erfolgreich war. Die

Empfehlungen dienten als Grundlage für eine umfassende

Konzernstrategie und ein Biodiversitäts-Managementsystem.

So wurden die Hauptziele der auf

drei Jahre vereinbarten Zusammenarbeit erfüllt.

Holcim und IUCN haben dennoch beschlossen, die

Partnerschaft um drei Jahre zu verlängern. Themen

der weiteren Zusammenarbeit sind die Bestimmung

von klaren Indikatoren für die Erfolgsmessung des

Biodiversitäts-Managementsystems und die Arbeit

am Programm “Wassermanagement”.

Holcim erachtet den schonenden Umgang mit Wasser

als wichtig. Bis 2013 soll eine neue Wassermanage-

mentstrategie eingeführt werden. Massnahmen wur-

den bereits in einer Reihe von Konzerngesellschaften

ergriffen. So konsultierte Aggregate Industries

externe Partner und erarbeitete einen auf konkrete

Themen konzentrierten Plan für ein umfassendes

Wassermanagement.

Aktive Rolle im World Business Council

for Sustainable Development

Biologische Vielfalt und Wasser sind auch beim

World Business Council for Sustainable Development

(WBCSD) wichtige Themen. Holcim nimmt aktiv an

der Cement Sustainability Initiative (CSI) des WBCSD

teil und hat gemeinsam mit Votorantim (Brasilien)

und Siam Cement (Thailand) deren Vorsitz für die

Periode 2011/2012 übernommen.

42 43

Umweltengagement

und soziale Verantwortung


Nachhaltige Entwicklung

Neben Gesundheit, Sicherheit, Klima und Energie

werden biologische Vielfalt und Wasser künftig zu

den Kernthemen der CSI gehören.

Gezieltes soziales Engagement an allen

Standortgemeinden

Durch ihr soziales Engagement trägt Holcim zur

nachhaltigen Entwicklung der Standortgemeinden

bei. Der Konzern schafft damit ein stabiles Geschäftsumfeld.

Im Vordergrund stehen innovative Lösungen

für erschwinglichen und nachhaltigen Wohnungsbau,

die Förderung von Mikrounternehmen sowie Berufsausbildung.

Enge Zusammenarbeit mit den lokalen

Interessengruppen ist dabei unerlässlich und trägt

zum gegenseitigen Respekt und Vertrauen bei.

Holcim hat eine “Social Engagement Scorecard” ent-

wickelt. Sie hilft bei der Beurteilung, ob die Projekte

geeignet sind, den Bedürfnissen der Menschen an

den Standortgemeinden zu entsprechen, aber auch

die entsprechenden übergeordneten Konzernziele zu

erreichen. Damit evaluierten bis Ende des Berichts-

jahres 65 Prozent aller Konzerngesellschaften ihre

wichtigsten sozialen Aktivitäten. Eines der Ergebnisse

war die Reduktion von Barspenden zugunsten des

Ausbaus von für beide Seiten interessanten Sozialprojekten.

Insgesamt gaben die Holcim-Konzerngesellschaften

2010 CHF 42 Millionen für soziale

Projekte aus. Rund 3 Millionen Menschen konnten

von diesem Engagement profitieren.

Dialoge, Nachbarschaftskomitees und ähnliche Aktivitäten

haben sich als wirksam für die Vertiefung der

Beziehungen zu den Anspruchsgruppen in den Standortgemeinden

erwiesen. Alle Konzerngesellschaften

sind angehalten, bis 2012 ihr Engagement mit den

Standortgemeinden zu definieren.

Sehr anspruchsvoll ist das soziale Engagement in

Konfliktregionen. Der Konzern trat deshalb der

Corporate Support Group des Internationalen

Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) bei. Erfahrung

und Glaubwürdigkeit des IKRK erlauben gezielte

humanitäre Hilfeleistungen. Im Jahr 2010 wurden ein

IKRK-Programm für sauberes und besser zugängliches

Wasser in ländlichen Regionen des Sudans sowie ein

Wasserprojekt in Kolumbien unterstützt.

Ausgaben für Projekte in Standortgemeinden 2010

Gemeindeentwicklungsprojekte 24%

Bildungsprojekte 14%

Infrastrukturprojekte in Gemeinden 18%

Spenden und Wohltätigkeitsprojekte 21%

CSR-Verwaltungskosten 16%

Andere 7%

Total in Mio. CHF 42

In führenden Nachhaltigkeitsindices gelistet

Holcim wurde zum achten aufeinanderfolgenden

Mal als Mitglied der massgeblichen Dow Jones

Sustainability Indexes (DJSI World und DJSI Europe)

bestätigt. In der Beurteilung von 2010 erhielt der

Konzern Bestnoten für seine Recyclingstrategie,

das Umwelt-Reporting, den Schutz der biologischen

Vielfalt, die internationalen Produktionsstandards

sowie das Sozial-Reporting, die Mitarbeiterentwicklung

und den Dialog mit Anspruchsgruppen. Holcim ist

weiterhin auch als Mitglied des Nachhaltigkeitsindex

FTSE4Good aufgeführt.


Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Bereit für die Zukunft dank eines effizienten, transparenten

und bedürfnisgerechten Personalmanagements.

Holcim will ihren Mitarbeitenden ein attraktives

Arbeitsumfeld mit internationalen Perspektiven

bieten und sie bei der Karriereplanung optimal

unterstützen.

Neuausrichtung des globalen Personalmanagements

Im Rahmen der Neuausrichtung der zentralen Servicefunktionen

wurden auch die Aktivitäten des

Personalmanagements neu gebündelt und auf die

Bedürfnisse der Konzerngesellschaften ausgerichtet.

Damit soll die oberste Führungsstufe in den Konzerngesellschaften

noch besser auf das künftige Geschäftsumfeld

vorbereitet werden. Der Fokus lag auf der

Talentförderung, auf der Führungsentwicklung und

Entlöhnung und auf dem Aufbau einer Wissensund

Erfahrungsplattform im Personalbereich. Durch

den gezielten Austausch von Praxisbeispielen, die

Nutzung von Synergien und die Reduktion externer

Beratungsleistungen werden aber auch Kosteneinsparungen

möglich.

Aufbau eines starken Talent-Pools

Der Nachfolgeplanung kommt grosse Bedeutung zu.

Angehende Führungskräfte und Fachexperten müssen

sich kontinuierlich und umfassend weiterentwickeln

sowie auf zukünftige Aufgaben vorbereiten. Die

Nachfolgeplanung wird vom Personal- und Führungsbedarf,

von den Mitarbeiterbeurteilungen und den

Entlöhnungssystemen beeinflusst. Dank des Ineinandergreifens

dieser Prozesse schafft der Konzern auf

Personalebene eine einheitliche Planungsgrundlage.

Für die Nachfolgeplanung diente 2010 ein revidierter

Prozess als Rahmen. Er basiert auf Leistungs- und

Potentialbeurteilungen von Mitarbeitern in den einzelnen

Konzerngesellschaften. Daraus ergeben sich

die Nachfolgepläne, die durch Vernehmlassung auf

regionaler und funktionaler Ebene ergänzt und

schliesslich konzernweit zusammengefasst werden.

Die Qualität der Daten und die Konsistenz der Pläne

wurden kontinuierlich verbessert. Ausserdem wurde

die Datenbank “MDnet” durch eine SAP-basierte

Lösung “iTalent” ersetzt. Im Dezember 2010 lanciert,

leistet “iTalent” zusammen mit den Modulen für die

Leistungsbeurteilung “eDialogue” und der Trainingsadministration

Holcim iCampus” einen wesentlichen

Beitrag zu einem integrierten Talent-Managementsystem.

Verbesserung der Leistungsbeurteilung

Eine ausgeprägt leistungsorientierte Konzernkultur

bildet den Schlüssel zur unternehmerischen Wertsteigerung.

Der Dialog-Prozess unterstützt dies, indem

er der Leistungsorientierung und der individuellen

Weiterentwicklung einen festen Rahmen gibt. Dank

ihm ist sich jeder Mitarbeiter über den erwarteten

Leistungsbeitrag im klaren, er erhält Rückmeldungen

und Unterstützung im persönlichen Fortkommen. Der

jährliche Dialog-Prozess ermöglicht die umfassende

Leistungsbeurteilung im Kontext der zu erfüllenden

Aufgaben und der individuellen Zielsetzungen; er bildet

aber auch die Basis für die individuellen Entwicklungsund

Weiterbildungspläne und beinhaltet die Karriereplanung.

Innovative Massnahmen innerhalb der Leistungsbeur-

teilung trugen 2010 konzernweit zur Dialogförderung

44 45

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter


Nachhaltige Entwicklung

bei. Unterschiedliche Leistungsniveaus kann Holcim

nun differenzierter erfassen und die Mitarbeitenden

mit wirkungsvollen Anreizen gezielter fördern. Die

entsprechenden Prozesse und Abstimmungen wurden

besser strukturiert, und zwar was die Beurteilung

individueller wie kollektiver Leistungen angeht.

Erfassung des Mitarbeiter-Engagements

Das Engagement der Mitarbeiter war 2010 in vielen

Konzerngesellschaften ein wichtiges Thema, nicht

zuletzt im Hinblick auf die notwendigen Restrukturierungs-

und Abbauschritte. In verschiedenen Konzerngesellschaften

wurde der “Employee Engagement and

Values Survey” eingesetzt, teilweise in Zusammenarbeit

mit externen Spezialisten.

2010 wurden Mitarbeiterbefragungen in Malaysia,

Thailand, Russland, Kanada, Neuseeland und Australien

sowie auf den Philippinen durchgeführt. Die Konzerngesellschaften

gewannen so eine gute Informationsbasis

für die Massnahmenplanung. Australien beispielsweise

überprüfte so auch den Integrationsstand der

2009 erworbenen Gesellschaft Holcim Australia.

Touchpoint-Analyse im Personalmanagement

Die Touchpoint-Analyse ist ein einfaches Instrument,

um die Qualität des Personalmanagements einer Konzerngesellschaft

zu messen. Untersucht wird, in welchem

Mass und wie konsequent die Gesellschaft die

zur Verfügung stehende Expertise im Personalbereich

nutzt. Gezeigt wird auch, welche Auswirkungen dies

auf das Mitarbeiter-Engagement und das Ansehen

von Holcim hat. Einbezogen werden auch dem Personalwesen

nahestehende Bereiche, die Auswirkungen

auf die Arbeitswahrnehmung haben, wie zum Beispiel

Kommunikation, Branding, nachhaltige Entwicklung

und Wissensmanagement.

Zehn Konzerngesellschaften testeten diese Analyse

erfolgreich. Ihre Stärke ist die mögliche Verknüpfung

mit der Umfrage zur Mitarbeiterzufriedenheit. Damit

wird die Einschätzung der Personalmanagementleistungen

durch die Mitarbeiter umfassend erhoben

und eine zuverlässige Basis für die Massnahmenplanung

geschaffen. Eine hohe Arbeitszufriedenheit und

das entsprechende Engagement sind dabei die Ziele.

Auszeichnungen für die besten Werke

Holcim will aussergewöhnliche Leistungen anerkennen

und auszeichnen. Leistungen und Engagements,

die über den Erwartungen liegen, zu honorieren,

trägt dazu bei, dass die Werte “Strength.Performance.

Passion.” Wirklichkeit werden.

Seit 2008 werden deshalb die “Holcim Plant Awards”

verliehen. Sie zeichnen Zementwerke des Konzerns

aus, die Bestleistungen erbracht oder signifikante

Leistungssteigerungen erzielt haben. 2010 gingen die

Holcim Plant Awards” nach Argentinien, Indien und

Mexiko.

Die Werke wurden anhand verschiedener Indikatoren

wie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Produktqualität,

Energieeffizienz, Kostenentwicklung

und ökologische Leistung bewertet. Dabei sollen in

erster Linie die Mitarbeiter anerkannt und belohnt

werden. Denn die technische Ausstattung einer Produktionsstätte

vorausgesetzt, sind es die Menschen,

die aus einem guten ein exzellentes Werk machen.


Konzernmitarbeiter nach Segmenten 2010 2009 2008 2007 2006

Zement 1 51 133 50 335 56 282 57 671 57 878

Zuschlagstoffe 6 478 6 850 6 369 7 000 7 136

Weitere Baustoffe und Serviceleistungen 22 577 23 725 23 692 24 567 23 724

Corporate 122 588 370 126 45

Total Konzern 80 310 81 498 86 713 89 364 88 783

Konzernmitarbeiter nach Regionen 2010 2009 2008 2007 2006

Europa 19 690 20 800 23 557 22 905 22 006

Nordamerika 6 668 8 016 9 825 11 190 11 268

Lateinamerika 12 710 12 626 13 548 13 409 12 234

Afrika, Naher Osten 2 213 2 256 2 477 2 795 5 218

Asien, Ozeanien 38 172 36 858 36 196 38 133 37 212

Corporate 857 942 1 110 932 845

Total Konzern 80 310 81 498 86 713 89 364 88 783

Herkunft der oberen Kader

Aus Europa: 24 Nationalitäten 38% des oberen Gesamtkaders

Aus Nordamerika: 2 Nationalitäten 10% des oberen Gesamtkaders

Aus Lateinamerika: 11 Nationalitäten 18% des oberen Gesamtkaders

Aus Afrika, Naher Osten: 7 Nationalitäten 3% des oberen Gesamtkaders

Aus Asien, Ozeanien: 18 Nationalitäten 31% des oberen Gesamtkaders

Zusammensetzung der oberen Kader

Männlich Weiblich Total Frauenanteil

Obere Führungsebene 306 31 337 9%

Leitende Führungsebene 1 302 112 1 414 8%

Mittlere Führungsebene 7 056 1 008 8 064 13%

Total 8 664 1 151 9 815 12%

Personalaufwand nach Funktionen und Regionen 2010

Mio. CHF Produktion und Distribution Marketing und Verkauf Verwaltung Total

Europa 980 167 255 1 402

Nordamerika 627 57 109 793

Lateinamerika 360 68 101 529

Afrika, Naher Osten 61 10 24 95

Asien, Ozeanien 685 91 210 986

Corporate 46 22 162 230

Total Konzern 2 759 415 861 4 035

1 Unter Einschluss

aller anderen

hydraulischen

Bindemittel.

46 47

Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter


Steinbruch El Puente, Spanien

Vogelparadies zwischen Kiesbaggern:

Steinbruch El Puente, Spanien

Die Kiesaufbereitungsanlage von El Puente.


Hinweistafel, um auf spezifische

Gefahren aufmerksam zu machen.

Die Seen des Steinbruchs El Puente sind Anziehungspunkt für viele

Vogelarten und sind heute ein wichtiges Schutzgebiet.

Das Schutzgebiet von El Puente ist

180 Hektaren gross.

48

49

Steinbruch El Puente, Spanien


Steinbruch El Puente, Spanien

Das seltene Purpurhuhn mit kobaltblauem

Federkleid und rotem Schnabel.

Seit 1980 ist Holcim in Spanien tätig. Ein national und

international bestens bekannter Standort des Unternehmens

sind die Kiesgruben El Puente in Seseña –

und das nicht nur wegen der bedeutenden Fördermenge

von bis zu einer Million Tonnen Gestein pro

Jahr. Berühmt ist El Puente, weil hier rund zweihundert

Vogelarten inmitten einer grünen Oase leben

und nisten. Holcim beweist im Süden von Madrid,

dass Ökologie und Ökonomie keinen Widerspruch

bilden – und dass die Natur vom Kiesabbau langfristig

sogar profitieren kann. “Was hier entstand, ist besser

als das, was vorher da war”, bestätigt Manuel Regueiro

y González-Barros. Er ist ausserordentlicher Professor

am Department für Kristallografie und Mineralogie

an der Geologischen Fakultät der Complutense-Universität

in Madrid.

Das Ende vorausplanen

Diese Anerkennung verdankt Holcim vor allem einer

umsichtigen Projektierung: Die Renaturierung der

Gruben wurde bereits geplant, ehe sich die erste

Baggerschaufel in den Kies grub. Das Ziel war hoch

gesteckt: Es sollte eine Landschaft entstehen, wie sie

die Region prägt. Diese Vorgabe limitierte die Auswahl

an Pflanzen ebenso wie das Klima mit seinen trockenen

Sommern und rauen Wintern. Hinzu kam die Absicht,

die Bedürfnisse der Tierwelt möglichst ideal abzudecken.

Um das anschliessende Renaturierungsprojekt

Der Purpurreiher gehört auch zu den raren

Vogelarten; er ist purpur-grau, hat ein rötliches

Gefieder und gelbe Füsse.

Lastwagen fahren täglich Tonnen von Kies weg, Bagger graben

sich Meter um Meter in die Tiefe. Und gleich daneben brüten

unzählige Vögel. Holcim zeigt in den Kiesgruben von El Puente

in Spanien, wie die produktive Wirtschaft und sensitive

ökologische Gebiete erfolgreich koexistieren können.

zu vereinfachen, wurden deshalb schon vor dem Kiesabbau

grundlegende Arbeiten ausgeführt. Die oberste,

fruchtbare Erdschicht über dem Kies wurde zum

Beispiel sorgsam abgetragen und gelagert, damit sie

später zur Aufforstung des Gebiets genutzt werden

konnte. Zudem mussten die Baggerführer darauf

achten, dass die Wände und Ränder der Gruben keine

geraden Linien bilden – sie hätten nach der Renaturierung

unnatürlich gewirkt.

Ein Biologen-Traum

Der Abbau hinterliess Gruben, die bis in eine Tiefe

von 9,3 Meter reichten und von Grundwasser gefüllt

wurden. Gleichzeitig begann die Arbeit der Spezialisten.

Unter Aufsicht des Biologen Tomás Velasco,

der die Renaturierung 13 Jahre begleitete, wurden

Uferlinien modelliert und Böschungen und Inseln

aufgeschüttet. Die gelagerte Erde wurde um die neu

entstandenen Seen verteilt, damit sich Pflanzen darauf

ansiedeln und wachsen konnten. Velasco und seine

Mitstreiter schufen Feuchtgebiete, trockenere Flecken

und kleine Waldabschnitte. Doch die Herausforderung

steckte wie so oft im Detail: Vielerorts musste die

Seetiefe verringert werden, weil das Licht den Grund

nicht erreichte und daher keine Wasserpflanzen gedeihen

konnten. Zu steile Uferbänke mussten abgeschrägt

werden. Zudem galt es, die Wasserqualität zu

überwachen und immer wieder Abschnitte des Habi-


Von der bedrohten

Art der Schwarzkopfmöwe

leben

weniger als 20 Paare

in ganz Spanien.

Mit dem Befeuchten der Strassen wird

die Staubentwicklung eingedämmt.

tats zu optimieren. Das alles gab viel zu tun – doch die

Beteiligten waren hoch motiviert. “Für einen Biologen

ist es ein Traum, an der Erschaffung eines solchen

Stücks Natur teilhaben zu dürfen”, schwärmt Velasco.

Die Verwirklichung dieses Traums gilt in der Fachwelt

jedenfalls als vorbildlich. “Die ökologischen Massnah-

men zur Renaturierung, die in den Kiesgruben von

El Puente ergriffen wurden, sind Zeugnis des Engagements

von Holcim für eine nachhaltige Entwicklung”,

lobt denn auch Margarita Astrálaga, ehemalige Direktorin

des Centre for Mediterranean Cooperation der

International Union for Conservation of Nature (IUCN).

Vielfältige Pflanzenwelt lockt Tiere an

Eine intakte Flora bildet die Grundlage für eine

ebensolche Fauna – und tatsächlich liessen die Tiere

nach der Renaturierung nicht lange auf sich warten:

El Puente ist ein Vogelparadies geworden. Einige Arten

nutzen die künstlichen Inseln und den dichten Pflanzenbewuchs

als Nistplatz; andere machen Halt auf

ihrem alljährlichen Weg in den Süden, denn El Puente

liegt auf einer der Hauptrouten der Zugvögel. Mittlerweile

werden auf den 180 Hektaren von El Puente

rund 200 Vogelarten registriert. Einige davon zählen

zu den sehr seltenen oder gar vom Aussterben bedrohten

Arten – etwa die Schwarzkopfmöwe, das

Purpurhuhn, die Weisskopfruderente, der Rallenreiher

oder die Moorente. Doch auch andere Tierarten fühlen

sich hier wohl: Fische, Füchse, Wildkaninchen oder

Steinmarder. Indem man alte Lebensräume erhält und

neue schafft, wird die ganze Vielfalt an Wildtieren

angelockt. “Auf diese Weise wurde ein Maximum an

Biodiversität erreicht”, bilanziert Javier Andrada

Andrada, Präsident der spanischen Vereinigung der

Zuschlagstoffproduzenten (Asociación Nacional de

Empresarios Fabricantes de Áridos, ANEFA). El Puente

sei der Beweis, dass die Industrie wertvolle Ökosysteme

schaffen könne, wenn sie sich für Nachhaltigkeit

engagiere, ergänzt Javier Andrada Andrada.

Im renaturierten Abbaugebiet leben viele

Entenarten, darunter die vom Aussterben

bedrohte Moorente.

Ehre und Verpflichtung

Derselben Meinung ist Christoph Imboden. Er ist

Vorsitzender des unabhängigen Expertenpanels,

das von der Weltnaturschutzorganisation IUCN

zusammengestellt wurde und Holcim in Sachen Biodiversität

berät. “Holcim zeigt, dass es möglich ist,

natürliche Ressourcen nachhaltig zu verwalten. Das

Unternehmen ist ständig bemüht, weltweit geltende

Richtlinien für seine Gesteinsförderung zu entwickeln,

die den Umgang mit Biodiversität regeln.” Holcim

nimmt bewusst eine Vorreiterrolle innerhalb der

Branche ein – und wird für dieses Engagement auch

belohnt: 2010 erhielt Holcim Spanien für die Renaturierung

von El Puente den “European Sustainable Development

Prize” des Europäischen Gesteinsverbands

(UEPG) in der Kategorie Biodiversität. Carlos Abella,

ehemaliger Regionalleiter Zuschlagstoffe bei Holcim

Spanien, ist sich bewusst, dass eine solche Auszeichnung

auch Verantwortung mit sich bringt: “Mitglied

des preisgekrönten Teams zu sein, ist sowohl Ehre als

auch Verpflichtung.” Denn El Puente ist noch lange

nicht fertig entwickelt: Noch 5 bis 10 Jahre lang

werden die Bagger weitere Gruben ausheben. Und

so lange wird parallel dazu auch das Vogelparadies

El Puente weiterwachsen.

Schüler aus Madrid pflanzen Bäume

in einem der Rekultivierungsgebiete von

El Puente.

50 51

Steinbruch El Puente, Spanien


Geschäftsverlauf

1

Nach der Renaturierung wirkt die Landschaft wieder ganz natürlich.

Konzern

Zementwerk

Kapazitätserweiterung

Mahlwerk/Zementterminal

Kapazitätserweiterung

Zuschlagstoffe

Beteiligung

Zuschlagstoffe

1


Uneinheitliche Marktentwicklung in Europa

Konjunkturerholung in einigen Märkten

Nach einem ausserordentlich harten Winter verbesserte

sich die Konjunktur in einigen westeuropäischen Staa-

ten über Erwarten, insbesondere in Deutschland und

Grossbritannien. Hingegen blieben die wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen in Süd- und Osteuropa durch die

hohe Verschuldung das ganze Jahr über schwierig.

Immerhin profitierte die russische Volkswirtschaft von

den erstarkten Rohstoffmärkten.

Insgesamt verhaltene Bautätigkeit

Die Bauindustrie blieb vielerorts mit anhaltenden Nachwirkungen

der weltweiten Wirtschaftskrise konfrontiert.

Nur da und dort stützten Stimulusmassnahmen der

öffentlichen Hand die Auftragslage. Der kommerzielle

Bau litt weiter unter der Zurückhaltung privater Investoren.

Positive Signale kamen vereinzelt vom Wohnbau,

dies vorwiegend aus Westeuropa. Nachdem in den

ersten sechs Monaten in mehreren Märkten eine Erholung

im Bausektor beobachtet werden konnte, flachten

die Aktivitäten in der zweiten Jahreshälfte wieder ab.

Insgesamt wurde in mehreren westeuropäischen Märkten

nach den witterungsbedingten Rückständen des

ersten Quartals mehr gebaut. Ausnahmen waren

Spanien, Italien und die Niederlande. In den osteuropäischen

Ländern war die Bautätigkeit wegen der fehlenden

Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand und

der Privathaushalte rückläufig. Trotz Fortführung vereinzelter

Infrastrukturprojekte kürzten die Regierungen ihre

Ausgaben und stellten Bauvorhaben zurück. Die Überkapazitäten

der Baustoffindustrie führten zu einem

verschärften Wettbewerb und zu sinkenden Preisen.

Witterungs- und konjunkturbedingter Lieferrückgang

Witterungs- und Konjunktureinflüsse liessen die konsolidierten

Liefermengen der Konzernregion Europa abnehmen.

Der Zementabsatz ging um 2,6 Prozent auf 26,2

Millionen Tonnen zurück. Auch die Transportbetonvolu-

men verringerten sich um 5,9 Prozent auf 16 Millionen

Kubikmeter, und der Zuschlagstoffversand reduzierte sich

um 1 Prozent auf 77,6 Millionen Tonnen. Die Asphaltverkäufe

stiegen um 1,8 Prozent auf 5,7 Millionen Tonnen.

In Grossbritannien hielt die Wirkung der 2009 lancier-

ten Stimulierungsprogramme der Regierung an. Investi-

tionen in Schulen, Spitäler und den öffentlichen Verkehr

stützten das Baugewerbe. Obschon verschiedene Kun-

den Bauprojekte hinausschoben, konnte sich Aggregate

Industries UK zusätzliche Aufträge sichern und mehr

Zuschlagstoffe verkaufen. Die Transportbetonmengen

haben trotz auslaufender Lieferungen für Bauten der

Olympischen Spiele 2012 nur leicht abgenommen. Beim

Asphalt übertraf der Absatz das Niveau von 2009.

In Frankreich entwickelte sich der Wohnbau dank tiefer

Zinsen und Steuererleichterungen positiv. Auch die Inbetriebnahme

eines neuen Mahlwerks bei Rouen und die

Konsolidierte Kennzahlen Europa

Zementproduktionskapazität

2010 2009 ±% ±% LFL*

in Mio. t 50,0 49,4 +1,2

Zement- und Mahlwerke 40 39

Zuschlagstoffbetriebe 259 266

Transportbetonwerke 578 598

Asphaltwerke 58 67

Zementabsatz in Mio. t

Mineralischer Bindemittelabsatz

26,2 26,9 –2,6 –3,3

in Mio. t 1,6 1,5 +10,9 +10,9

Zuschlagstoffabsatz in Mio. t 77,6 78,4 –1,0 –1,7

Transportbetonabsatz in Mio. m3 16,0 17,0 –5,9 –6,5

Asphaltabsatz in Mio. t 5,7 5,6 +1,8 +1,8

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 6 535 7 320 –10,7 –5,5

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 1 045 1 232 –15,2 –10,8

Betriebliche EBITDA-Marge in % 16,0 16,8

Mitarbeiter 19 690 20 800 –5,3 –5,5

* Like-for-Like, das heisst auf vergleichbarer Basis unter Ausklammerung des veränderten

Konsolidierungskreises und des Währungseinflusses.

52

53

Konzernregion Europa


Geschäftsverlauf

Akquisition eines Importterminals in Nantes/St-Nazaire

trugen zur Steigerung der Zementverkäufe bei. Beim

Transportbeton resultierte ein Plus, und der Zuschlag-

stoffversand ging zurück. Im Dezember 2010 erhielt

Holcim Frankreich die Bewilligung zum Bau eines

Mahlwerks in La Rochelle. Damit vollzieht die Konzerngesellschaft

einen weiteren Schritt zum Ausbau der

Marktpräsenz in den Küstenmärkten Westfrankreichs.

Die Anlage mit einer Jahreskapazität von 0,6 Millionen

Tonnen Zement dürfte gegen Ende 2013 in Betrieb gehen.

Die Baustoffmärkte in Belgien und den Niederlanden

litten unter den Ausgaberestriktionen der öffentlichen

Hand. Importe beeinträchtigten den Zementabsatz in

Belgien zusätzlich. Die Zuschlagstoff- und Transportbetonverkäufe

stiegen an. Unterstützt wurden die

Zement- und Transportbetonlieferungen von einem

wichtigen Tunnelprojekt in Antwerpen.

Die deutsche Wirtschaft erholte sich deutlich schneller

als andere Volkswirtschaften. Vor allem der private

Wohnbau und Bauaktivitäten der öffentlichen Hand entwickelten

sich positiv. Holcim Deutschland kompensierte

die witterungs- und konkurrenzbedingt schwächere

Inlandnachfrage teilweise mit höheren Zementexporten.

Im Vordergrund stand die Belieferung des Gaspipeline-

Konsortiums Nord Stream. Holcim Süddeutschland setzte

deutlich mehr Zement und Klinker ab. Dazu trugen

auch die gute Marktverfassung im Raum Stuttgart und

vermehrte Exporte ab Werk Dotternhausen in die

Schweiz bei.

In der Schweiz war das Wirtschaftswachstum solide.

Davon profitierte die Baustoffindustrie in allen Sparten,

so dass Holcim Schweiz an der Kapazitätsgrenze

produzierte und die Vorjahresmengen übertraf. Holcim

Italien verkaufte gleich viel Zement wie im Vorjahr.

Der Zuschlagstoffabsatz war wegen der temporären

Stillegung eines weiteren Produktionsstandortes bei

Bergamo stark rückläufig. Städtebauprojekte im Grossraum

Mailand im Hinblick auf die Expo 2015 führten

jedoch zu höheren Transportbetonlieferungen. Holcim

Spanien konnte in einem nach wie vor schwachen Markt

dank Exporten mehr Zement verkaufen. In den anderen

Segmenten bildeten sich die Mengen weiter zurück.

Die Märkte Ost- und Südosteuropas litten stark unter

der fehlenden Investitionsbereitschaft von staatlicher

und privater Seite. Trotz EU-finanzierter Infrastrukturprojekte

war die Bautätigkeit rückläufig. So verzeichneten

die Konzerngesellschaften – mit Ausnahme

von Holcim Tschechien – tiefere Zementlieferungen.

Holcim Bulgarien litt zusätzlich unter Importen aus

der Türkei. Bei den Zuschlagstoffen übertrafen die

Einbussen von Holcim Kroatien, Holcim Rumänien

und Holcim Bulgarien die positive Entwicklung in

Ungarn, der Tschechischen Republik und der Slowakei.

Im Segment Transportbeton konnte Holcim nur in

Serbien höhere Absatzvolumen erzielen.

Unterstützt durch prosperierende Rohstoffmärkte und

breit angelegte Stimulusmassnahmen erholte sich die

russische Wirtschaft von der Krise. Dadurch belebte sich

der Zementabsatz von Alpha Cement in der zweiten

Jahreshälfte, und verglichen mit 2009 resultierte ein

leichtes Plus. Positiv wirkten die Zunahme privater

Wohnbauvorhaben im Grossraum Moskau und der

anziehende Infrastrukturbau. Die neue, energieeffiziente

Ofenlinie im Werk Shurovo hat Ende 2010 mit der ersten

Klinkerproduktion begonnen. Sie wird die aus der

Sowjetzeit stammende Nassanlage ersetzen und substantielle

Kosteneinsparungen ermöglichen. Alpha

Cement wird die Marktstellung nachhaltig verbessern

können und in Bezug auf den Umweltschutz neue

Standards setzen. In Aserbaidschan verlangsamte sich

das Wirtschaftswachstum etwas. Massive Investitionen

in die Infrastruktur machten jedoch den Rückgang im

privaten Wohnbau weitgehend wett. Trotz Importdruck


aus Russland, dem Iran, Georgien und der Türkei über-

trafen die Zementlieferungen von Garadagh Cement das

Vorjahresniveau leicht. Die Arbeiten für den Bau einer

neuen Ofenlinie, die ab 2011 rund 1,7 Millionen Tonnen

Zement produzieren wird, kommen weiter voran.

Anstieg der Handelsvolumen von Holcim Trading

Die in Madrid domizilierte Handelsgesellschaft Holcim

Trading erreichte 2010 ein Handelsvolumen von 21 Millionen

Tonnen, 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die asiatischen

Märkte blieben bei steigenden interregionalen

Volumen relativ stabil. Weil der Importbedarf im Mittleren

Osten abnahm, wandelte sich die Region in einen

Netto-Exporteur. Afrika blieb auf der Importseite, ebenso

Lateinamerika, wo vor allem Brasilien und Chile die Einfuhren

erhöhten. In den USA und in Europa blieb der

Handel eher träge.

Deutlich tieferes Betriebsergebnis

Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Europa nahm

um 15,2 Prozent auf CHF 1045 Millionen ab, vor allem

bedingt durch die Marktschwäche in Süd- und Südosteuropa,

aber auch wegen des schwachen Euro. Im Ergebnis

ist der Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten in

Höhe von CHF 95 Millionen (2009: 90) enthalten. Die bei

vielen Konzerngesellschaften eingeleiteten Sparmassnahmen

machten den Mengen- und Preisrückgang nur

teilweise wett. Die interne betriebliche EBITDA-Entwicklung

betrug –10,8 Prozent.

Höhere Umwelteffizienz durch alternative Brennstoffe

und Rohmaterialien

Auch 2010 investierten wieder mehrere Konzerngesellschaften

in Anlagen zur Aufbereitung und Verwertung

von alternativen Brennstoffen und Rohmaterialien und

optimierten die Verfahrenstechnik für den Einsatz solcher

Stoffe im Klinkerherstellungsprozess. Mit diesen

Massnahmen wird ein wichtiger Beitrag zur fortgesetzten

CO2-Reduktion geleistet. Um dem Klimawandel

zu begegnen, werden auch Anlagen zur Nutzung von

Abwärme und Sonnenenergie oder Wind errichtet.

Holcim Frankreich installierte im Steinbruch des Werkes

Rochefort eine Reihe von Solarpanels. Aggregate

Industries UK wird 2011 weiter in Windkraftanlagen an

verschiedenen Betriebsstandorten investieren. In den

Werken Untervaz (Schweiz) und Alesd (Rumänien)

entstehen hochmoderne Anlagen zur Gewinnung von

Strom aus Abwärme.

Im Werk Lägerdorf von Holcim Deutschland wurde

erfolgreich mit der Verwertung ausgedienter Rotorblätter

aus Windenergieanlagen begonnen. Das wiederverwertbare

Material kann als Brennstoff eingesetzt werden

und dient gleichzeitig als Zusatzstoff. Während die

Werke Alesd und Campulung in Rumänien sowie Beli

Izvor in Bulgarien den Einsatz von sortiertem Gewerbeund

Hausmüll als alternative Energie wesentlich

steigern konnten, setzte Holcim Spanien vermehrt

Holzschnitzel bei der Klinkerherstellung ein.

Holcim Frankreich stellte beim Import von Zuschlagstoffen

aus Belgien vom Lastwagen- auf den Bahntransport

um; ebenso für den Klinkertransport vom Werk Obourg

zur neuen Mahlstation Grand-Couronne bei Rouen.

Aggregate Industries UK setzt bei der Anlieferung von

Zuschlagstoffen ebenfalls vermehrt auf die Schiene oder

den Wasserweg.

Bessere Nachfrageentwicklung

In Westeuropa wird die Nachfrage nach Baustoffen

verhalten bleiben. Immerhin darf mit einer leichten

Belebung gerechnet werden. In den meisten Staaten

Ost- und Südosteuropas wird sich die Situation in der

Bauwirtschaft nicht grundlegend ändern. Trotz der

erwarteten moderaten Volumenausweitung in allen

Segmenten wird Holcim auch 2011 der Kostenseite

hohe Beachtung schenken.

54 55

Konzernregion Europa


Steinbruch Milton, Kanada

Der Steinbruch von Milton grenzt an die natürlichen Wälder der Niagara-Schichtstufe.

100 000 neue Bäume:

Steinbruch Milton, Kanada

Lebensraum für eine Vielfalt an Fauna

einschliesslich des Leopardenfroschs.


Für Marienkäfer ist

die wilde Möhre eine

Lieblingsspeise.

Im Steinbruch Milton ist die Biodiversität heute grösser als vor dem Abbau. Hier fühlt sich auch der Monarchfalter

heimisch.

56

57

Steinbruch Milton, Kanada


Steinbruch Milton, Kanada

Wasserstand und Temperaturen rund

um das Abbaugebiet werden überwacht.

Im Oktober 2010 fand in Japan die 10. Vertrags-

staatenkonferenz der Konvention über die biolo-

gische Vielfalt statt. Die Teilnehmenden diskutierten

neue Ziele, um den Verlust an Artenvielfalt aufzuhalten.

Unter den Projekten, welche die Länder

als “Best Practice” vorstellten, war auch eines von

Holcim: der Steinbruch im kanadischen Milton.

Arbeiten an einem heiklen Standort

Das Abbaugebiet in Milton wird bewirtschaftet von

Dufferin Aggregates, einer Division von Holcim

Kanada. Dank 550 Hektaren Abbaufläche und der unmittelbaren

Nähe zu Toronto zählt Dufferin zu den

führenden Gesteinslieferanten des Ballungsgebiets.

Aussergewöhnlich macht die Anlage aber ihre natürliche

Lage: Der Steinbruch befindet sich auf der sogenannten

Niagara-Schichtstufe. Sie ist ein mehr

als 700 Kilometer langes, einmaliges und sensibles

geologisches Gebiet, das von der UNESCO zum Weltbiosphärenreservat

erklärt wurde. Dufferin musste

entsprechend viele Auflagen erfüllen, bevor das

Unternehmen 1962 mit dem Abbau von Dolomitkalk

beginnen konnte. Seither werden jährlich etwa drei

bis vier Millionen Tonnen Gestein gefördert – diese

Quote kann voraussichtlich weitere 25 Jahre erfüllt

werden.

Um den ökologischen Fussabdruck zu reduzieren, wird ein

geschlossenes System mit rezykliertem Wasser verwendet.

Kanadas Waldgebiete sind riesig. Trotzdem kann jeder gefällte

Baum einen Verlust für die Biodiversität des Landes bedeuten.

Holcim Kanada legt deshalb grossen Wert darauf, ihre

Abbaugebiete sorgfältig wiederherzustellen. In Milton gelingt

dies so gut, dass die Massnahmen zugunsten der Umwelt an

der Biodiversitätskonferenz in Nagoya gewürdigt wurden.

Alles nach Plan

Seit 1973 regelte der Niagara Escarpment Planning

and Development Act (NEPDA) alle Aktivitäten im

Gebiet der Niagara-Schichtstufe. 1985 wurde der

Niagara Escarpment Plan (NEP) wirksam, um Entscheide

bezüglich der Nutzung der Schichtstufe zu

steuern. Unter anderem soll er sicherstellen, dass

erschöpfte Gebiete im Einklang mit der Umgebung

rehabilitiert werden. Christoph Imboden, der Vorsitzende

der unabhängigen Expertengruppe, die von der

Weltnaturschutzorganisation IUCN als Beratungsgremium

von Holcim zusammengestellt wurde, weiss:

“Es kann viel dafür getan werden, um die negativen

Auswirkungen des Gesteinsabbaus auf die Biodiversität

zu reduzieren oder gar zu vermeiden.” Dieser

Herausforderung stellt sich Dufferin engagiert.

Über 100 000 Bäume gepflanzt

Die Renaturierung eines erschöpften Steinbruchs ist

eine langfristige, kontinuierliche Aufgabe. Während

die Bagger, Bohrmaschinen und Laster den nächsten

Abschnitt abbauen, kümmert sich ein interdisziplinäres

Expertenteam darum, wie die zurückbleibenden

Narben in der Landschaft geheilt werden können.

Im Land der ausgedehnten Wälder spielt dabei

die Aufforstung eine wichtige Rolle. Weymouth-


Mitarbeitende

beteiligen sich

aktiv an der

Renaturierung.

Insekten und Pflanzen sind wichtige Komponenten eines

gesunden Ökosystems.

kiefern, Hartriegel, Weissfichten, Eichen und Ahorn

gehören zu den Gehölzen, die dabei eingesetzt wer-

den. Während der jährlichen Earth Week veranstaltet

Dufferin zusammen mit Partnern wie “Scoutrees for

Canada” und der “Halton Conservation Authority”

jeweils ein grosses Baumpflanzen – mit durchschlagendem

Erfolg: 2008 wurde der einhunderttausendste

Baum gepflanzt.

Natürliche Integrationsarbeit

Der Renaturierungsplan für Milton umfasst indessen

weit mehr als die Wiederaufforstung: Ziel ist es, die

“neue” Landschaft, in der einst Gestein abgebaut

wurde, in die bestehende Landschaft voll zu integrieren.

Mit Material des Abbaugebiets – Erde, Wasser, Gestein

und so weiter – werden deshalb neben Wäldern

auch Feuchtgebiete, Wiesen und Seen angelegt. Diese

vielfältigen Biotope wurden mittlerweile zum Lebensraum

für Hunderte von Tier- und Pflanzenarten. Das

kontinuierliche Monitoring hat offenbart, dass in den

renaturierten Bereichen des Abbauareals mittlerweile

neben 325 pflanzlichen auch 235 tierische Spezies

heimisch geworden sind: Vögel, Insekten, Amphibien,

Reptilien und Säugetiere. Sie alle sind der lebende Beweis

dafür, dass es möglich ist, mit Wissen und gezielten

Massnahmen ein Ökosystem wiederherzustellen.

Lehrreich speziell für Schulen

Auch die Menschen sind auf das neu gestaltete Areal

zurückgekehrt: Jedes Jahr organisiert Holcim über

100 Lehr- und andere Veranstaltungen auf dem

Gebiet des Milton-Steinbruchs. Ein Grossteil der

Führungen richtet sich an Schulgruppen und dreht

sich um Themen wie Geologie, Umweltmanagement

und Renaturierung. Zudem finden regelmässig

Führungen für Naturschutzorganisationen statt.

Dufferin ist auch Gründungsmitglied der “Bruce Trail

Association”, die sich um den längsten durchgehenden

Wanderweg Kanadas kümmert. Ein Teilstück des

Der Milton-Steinbruch ist ein in sich geschlossenes Ökosystem.

1300 Kilometer langen Bruce Trails liegt auf dem Gebiet

von Dufferin, wo eine Fussgängerbrücke den

Wanderern aus sicherer Distanz spannende Einblicke

in die Abbauarbeiten gewährt.

Anerkennung mit Zukunft

Die Renaturierungsbemühungen in Milton haben

schon viel Anerkennung erhalten, zum Beispiel den

“Ontario Stone Sand and Gravel Association Award

of Excellence”, den “Conservation Halton Ralph Sherwood

Conservation Award” und den “National Stone

Sand and Gravel Association Environmental Eagle

Award”. Diese Anerkennungen setzen ein wichtiges

Zeichen: Gesteinsabbau muss kein Raubbau an der

Natur sein – wenn man ihn umsichtig und verantwortungsvoll

betreibt. So ist es möglich, dass tonnenschwere

Maschinen Gesteinsschichten abtragen,

während ein paar hundert Meter weiter Flora und

Fauna gedeihen, Wanderer die Natur geniessen und

Kinder Baseball spielen. Sind dereinst die Gruben

gänzlich erschöpft und renaturiert, können der

örtlichen Naturschutzorganisation “Conservation

Halton” Hunderte von Hektaren intakter Natur

übergeben werden. Und dann wird der ehemalige

Steinbruch Teil des grössten zusammenhängenden

Naturschutzgebiets im Grossraum Toronto.

58 59

Steinbruch Milton, Kanada


Geschäftsverlauf

2

Natürliche Vegetation und Wälder gedeihen in unmittelbarer Nähe

des Steinbruchs.

Konzern

Zementwerk

Mahlwerk/Zementterminal

Zuschlagstoffe

60

2


Einige Impulse in Nordamerika

Nachhaltige Erholung lässt auf sich warten

Mitte 2009 schien die US-amerikanische Wirtschaft

dank breit angelegter staatlicher Stimulusmassnahmen

Anzeichen einer Erholung anzuzeigen.

Das Vertrauen der Bevölkerung in eine nachhaltige

Besserung der Wirtschaftslage kehrte erst begrenzt

zurück. So blieben Investitionstätigkeit und Konsum

wenig belebend. In Kanada hingegen profitierte die

Konjunktur von staatlichen Förderprogrammen und

einer starken Nachfrage nach Massengütern. Aber

auch hier flachte das Wachstum im Jahresverlauf ab.

Rückläufige Bauinvestitionen in den USA;

stabile Baukonjunktur in Kanada

Die Bautätigkeit in den USA blieb schwach, und die

hohe Arbeitslosigkeit hemmte die Entwicklung des

Wohnbaus. Eine Rekordzahl von Zwangsversteigerungen

und die im ersten Halbjahr ausgelaufenen

Subventionen für Hauskäufer bremsten die Nachfrage

klar. Im Herbst 2010 zogen die Hauskäufe

zwar unerwartet an, aber eine deutliche Erholung

blieb aus. Auch die Investitionen in den gewerblichindustriellen

Bau waren immer noch rückläufig.

Ausnahmen bildeten allerdings der Gesundheitsund

der Kulturbereich.

Die Wirkung des Stimulusprogramms der US-Regierung

im Infrastrukturbereich wurde reduziert durch

die Verzögerung oder Sistierung von Projekten von

Bundesstaaten und Gemeinden, deren Haushalte

teilweise desolat sind. Erfreulicherweise gab die

öffentliche Hand in der zweiten Jahreshälfte mehrere

Infrastrukturprojekte vor allem im Strassenbau

frei.

In Kanada trugen der staatlich geförderte Wohnbau

und Infrastrukturinvestitionen zu einem Anstieg des

Zementverbrauchs bei. Neben dem Strassenbau fiel

die Expansion der Öl-, Gas-, Strom- und Stahlindu-

strie ins Gewicht. In den für Holcim wichtigen Märkten

Ontario und Quebec nahm der Zementabsatz

dank der soliden Inlandnachfrage weiter zu.

Teilweise höhere Verkaufsvolumen

Aufgrund des ausserordentlich harten Winters in

weiten Teilen der USA verkaufte Holcim US im

ersten Quartal 2010 deutlich weniger Zement. Im

Jahresverlauf stiegen die Liefermengen aber an.

Neben der hinderlichen Witterung drückte auch die

mangelnde Nachfrage nach Wohn- und Geschäftsimmobilien

auf die Volumen. Für einen gewissen

Ausgleich sorgten Lieferungen für industrielle Bauvorhaben

und Infrastrukturinvestitionen. Alles in

allem stiegen die Zementverkäufe von Holcim US an.

Konsolidierte Kennzahlen

Nordamerika

Zementproduktionskapazität

2010 2009 ±% ±% LFL*

in Mio. t 23,2 20,6 +12,6

Zement- und Mahlwerke 19 19

Zuschlagstoffbetriebe 97 105

Transportbetonwerke 187 198

Asphaltwerke 47 47

Zementabsatz in Mio. t

Mineralischer Bindemittelabsatz

11,1 10,7 +3,7 +3,7

in Mio. t 1,5 1,3 +11,6 +11,6

Zuschlagstoffabsatz in Mio. t 39,2 40,2 –2,5 –2,5

Transportbetonabsatz in Mio. m3 5,6 5,5 +1,8 +1,8

Asphaltabsatz in Mio. t 4,9 5,4 –9,3 –9,3

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 3 240 3 480 –6,9 –6,6

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 460 400 +15,0 +14,3

Betriebliche EBITDA-Marge in % 14,2 11,5

Mitarbeiter 6 668 8 016 –16,8 –16,8

* Like-for-Like, das heisst auf vergleichbarer Basis unter Ausklammerung des veränderten

Konsolidierungskreises und des Währungseinflusses.

60 61

Konzernregion Nordamerika


Geschäftsverlauf

Im ersten Halbjahr profitierte Holcim Kanada von

den staatlichen Stimulusprogrammen und der

stabilen Binnenkonjunktur. Zinserhöhungen und

Änderungen in der Steuergesetzgebung führten

jedoch ab Jahresmitte zu einer Verlangsamung des

Wirtschaftswachstums. Aufgrund der Krise in der

US-Bauwirtschaft und des tiefen US-Dollar-Kurses

gingen die Exporte zurück.

Insgesamt stiegen die Zementlieferungen der

Konzernregion Nordamerika um 3,7 Prozent auf

11,1 Millionen Tonnen an.

Aggregate Industries US erlitt in allen Segmenten

Absatzeinbussen. Nur in der Region von Washington

wurde der Baustoffversand dank eines bedeutenden

Strassenbauprojekts gehalten. Die Zuschlagstofflieferungen

sanken vor allem im Westen und Nordosten

des Landes; an der Ostküste verbesserte sich

die Nachfrage gegen Jahresende. Beim Transportbeton

erhöhte die Konzerngesellschaft ihren Marktanteil

im Mittleren Westen und fing damit die rückläufige

Volumenentwicklung in anderen Regionen

teilweise auf. Der Asphaltabsatz bildete sich zurück.

Bei Holcim Kanada blieben die Zuschlagstoffmengen

fast stabil. Während die Konzerngesellschaft in

Quebec etwas weniger verkaufte, profitierte sie

in Ontario von einer intensivierten Bautätigkeit in

Toronto. Dort nahm vor allem der Transportbetonversand

markant zu. Anspruchsvolle Bauvorhaben

wie das Tunnelprojekt bei den Niagarafällen konnten

mit hochwertigem, in der Herstellung anspruchsvollem

Transportbeton beliefert werden. Auch

Grossprojekte wie der Flughafen Montreal und verschiedene

Autobahnabschnitte trugen zum Anstieg

des Transportbetonabsatzes bei.

Insgesamt ging der konsolidierte Zuschlagstoffversand

um 2,5 Prozent auf 39,2 Millionen Tonnen

zurück. Die Transportbetonverkäufe stiegen um

1,8 Prozent auf 5,6 Millionen Kubikmeter an. Beim

Asphalt resultierte ein Lieferrückgang von 9,3 Prozent

auf 4,9 Millionen Tonnen.

Straffung der Organisationsstruktur in den USA

Seit April 2010 rapportieren die beiden Konzerngesellschaften

Holcim US und Aggregate Industries

US an einen US-Länderbereichsleiter. Der Fokus liegt

auf der energischen Nutzung von Synergien im operativen

Bereich und in der Informationstechnologie.

Grösstes Zementwerk der Vereinigten Staaten

eingeweiht

Am 4. Juni 2010 wurde im Bundesstaat Missouri die

Einweihung des neuen Zementwerkes Ste. Genevieve

in Anwesenheit zahlreicher hoher Regierungsvertreter

gefeiert. Seit Mitte 2009 beliefert das kosten- und

energieeffiziente Werk Kunden im Einzugsgebiet

von Mississippi und Missouri. Mit einer Produktionskapazität

von 4 Millionen Tonnen Zement und

eigenem Hafen ist Ste. Genevieve das grösste und

umweltfreundlichste Werk der USA.

Höheres Betriebsergebnis

Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Nordamerika

erhöhte sich um 15 Prozent auf CHF 460

Millionen. Das interne betriebliche EBITDA-Wachstum

war mit 14,3 Prozent deutlich positiv. Zur Ergebnissteigerung

trug das rigorose Kostenmanagement

in den USA bei, aber auch der Effizienzgewinn durch

das neue Werk Ste. Genevieve zeigte Wirkung. Auch

Holcim Kanada vermochte ihr Resultat deutlich zu

steigern. Aggregate Industries US konnte nicht an

das Vorjahresergebnis anknüpfen.


Alternative Brennstoffe im Vormarsch

Holcim US verbesserte ihre CO2-Bilanz und ihre

Kosten durch verstärkten Einsatz von alternativen

Brennstoffen und Rohmaterialien. Dies gelang vor

allem im Werk Holly Hill, welches von der temporä-

ren Stillegung anderer Werke profitierte und den

Anteil alternativer Energieträger auf deutlich über

50 Prozent steigerte. Holcim US konnte ausserdem

die Verkäufe von GranCem®, basierend auf granu-

lierter Schlacke und Flugasche, anheben.

Holcim Kanada setzt im Werk Joliette neuerdings

alte Asphaltschindeln und Plastikmaterial zur Ofenfeuerung

ein. Das Werk Mississauga erhöhte den

Anteil an Petrolkoks.

Holcim US verstärkte ihre Präsenz im Bereich des

nachhaltigen Bauens. Weil die LEED-Zertifizierung

(Leadership in Energy and Environmental Design)

von Bauten an Bedeutung gewinnt, wurde ein

Programm entwickelt, das Bauingenieuren und

Architekten auf einfache Art und Weise erlaubt,

den Anteil an wiederverwertetem Material im Beton

ihres Bauprojekts zu errechnen.

Aggregate Industries US verfügt über 56 Transportbetonzentralen,

die mit dem Label “Green Star”

der National Ready Mixed Concrete Association

(NRMCA) in Bezug auf das Umweltmanagement

zertifiziert sind. In den USA kann kein anderer Transportbetonproduzent

so viele zertifizierte Anlagen

vorweisen. Die Zentralen in Colorado und Minnesota

erreichten beim Umweltschutz gemäss NRMCA die

Plätze eins und zwei.

Leichtes Volumenwachstum für 2011 erwartet

Trotz der allgemeinen Konjunkturaufhellung ist

noch nicht mit einer signifikanten Erholung der

nordamerikanischen Bauwirtschaft zu rechnen.

In den USA wird sich der Wohnbaumarkt höchstens

in bescheidenem Umfang beleben. Im Infrastrukturbereich

hängt vieles von den verfügbaren Mitteln

der öffentlichen Hand sowie von der Realisierung

der geplanten Stimulusprogramme ab. Insgesamt

dürfte der Zementverbrauch leicht ansteigen.

In Kanada werden sich die Bauaktivitäten 2011

vermutlich auf dem ansprechenden Vorjahresniveau

halten. Obwohl es der kanadischen Wirtschaft

weiterhin an Impulsen aus den USA mangeln wird,

dürften die staatlichen Fördermassnahmen einen

positiven Effekt auf die Bauwirtschaft haben.

62 63

Konzernregion Nordamerika


Renaturierung in Puesto Viejo,

Argentinien

Andrés Palavecino ist Wachmann auf dem Puesto-Viejo-Areal.

Biodiversität auf grosser Fläche:

Renaturierung in Puesto Viejo, Argentinien

Eine “Wald”-Lilie.


Rotfuss-Seriema: Diese

Vogelart ist typisch für

die gebirgige Provinz

Chaco.

Der rote Leguan “Caraguay” ist hier heimisch. Papierbaum – gefährdete,

endemische Art aus dem

Nordwesten Argentiniens.

64

65

Renaturierung in Puesto Viejo,

Argentinien


Renaturierung in Puesto Viejo,

Argentinien

Ivan Escalier (links), von Bosque Modelo Jujuy, der das renaturierte Areal

überwacht, und Armando Molina, der Steinbruch-Koordinator.

Die Renaturierung eines Abbaugebiets ist ein auf-

wendiger Prozess. Es reicht nicht, Gruben aufzufüllen

und ein paar Bäume und Sträucher zu pflanzen –

jedenfalls nicht, wenn man wie Holcim vom Grundsatz

ausgeht, ein Gebiet in einem gleich guten oder

besseren Zustand zu verlassen, als man es einst vorfand.

Diesem Leitgedanken folgen weltweit alle Konzerngesellschaften

von Holcim. In Argentinien ist dies

Juan Minetti, die mit über 1300 Mitarbeitenden und

einem Jahresvolumen von 4,2 Millionen Tonnen zu

den wichtigsten Anbietern von Zement in diesem

Land gehört.

Grosse Chance für grosses Areal

Mit 13 000 Hektaren zählt das Areal des Zementwerkes

in Puesto Viejo im Norden des Landes zu den grössten

Abbaugebieten des Konzerns. Dennoch wird nur in

einem kleinen Teil aktiv abgebaut. Schon seit 1970

wird in diesem Gebiet Kalkstein abgebaut; 1981 wurde

das Zementwerk, das bis heute in Betrieb ist, eröffnet.

Kurz vor der Jahrtausendwende begannen in den

erschöpften Bereichen des Steinbruchs die ersten

Renaturierungsarbeiten. 1999 kontaktierte Minetti

die Nichtregierungsorganisation “Bosque Modelo

Jujuy” (BMJ), welche die teilweise stark strapazierten

Trockenwälder der Region retten will. Extensive Vieh-

Wiederaufgeforstetes Waldstück.

Auf einem der grössten Abbaugebiete des Konzerns ist

Holcim hinsichtlich Biodiversität und Nachhaltigkeit

besonders aktiv: In Puesto Viejo im Norden Argentiniens

wird ein umfassender Plan umgesetzt. Die Welternährungs-

und Landwirtschaftsorganisation FAO hat den Plan bereits

ausgezeichnet.

zucht, Bergbau, Bodenerosion und nicht zuletzt

Abholzung haben den Baumbeständen stark zugesetzt.

Aus der Zusammenarbeit von Minetti und BMJ

ging noch im selben Jahr eine Baumschule hervor.

Jedes Jahr werden Tausende von einheimischen Setzlingen

gezüchtet, verkauft oder bei der Aufforstung

eingesetzt. Gleichzeitig bietet die Baumschule

Arbeitsplätze für angehende Biologen und die lokale

Bevölkerung.

Samen für die Zukunft

Ein weiterer, wichtiger Schritt zugunsten der Biodiversität

erfolgte 2004, als Minetti zusammen mit der

Deutschen Botschaft in Argentinien sowie dem

Centro de Rehabilitación “Dr. Vicente Arroyabe” die

erste Samenbank für die im Nordwesten Argentiniens

beheimateten Bäume gründete. Seither wird Samenmaterial

gesammelt, untersucht, behandelt und

gelagert – streng nach den Richtlinien der Ernährungs-

und Landwirtschaftsorganisation der UNO

(FAO). So bleibt das Genmaterial des regionalen

Baumbestands erhalten. Auch die Samenbank hat

Arbeitsplätze geschaffen. Ein Teil davon ist Menschen

mit physischen und psychischen Behinderungen vorbehalten:

Sie sammeln Samen und bereiten sie auf.


Die Baumschule mit Baumarten, die im

Norden Argentiniens heimisch sind.

Bestandsaufnahme der Natur

Damit sich das Ergebnis der Renaturierungsbemühungen

möglichst harmonisch in die bestehende

Landschaft einfügt, muss man diese Landschaft

kennen. Dazu bat Minetti den BMJ 2006, die Flora

und Fauna in Puesto Viejo zu untersuchen. Die Untersuchung

förderte eine erstaunliche Artenvielfalt

zutage: Insgesamt wurden 587 Pflanzenarten gezählt,

darunter Rotholz, Humboldt-Weiden und Quebracho-

Holzbäume. Die Zählung der Tierarten ergab unter

anderem 136 Vogel-, 82 Schmetterlings- und 12 Reptilienarten.

Ebenso bemerkenswert wie erfreulich ist,

dass auf dem Gelände von Minetti auch die Südboa

lebt. Diese bis zu drei Meter lange Schlange ist vom

Aussterben bedroht und wird deshalb durch das

Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.

Renaturierung unter Aufsicht

Nach den vielen Vorarbeiten wurde es Zeit, ein konkretes

Konzept zur Wiederherstellung der stillgelegten

Steinbrüche in Puesto Viejo zu entwickeln. Die

Anforderungen waren hoch: Die verwendeten Bäume

sollten ausschliesslich von Samen vom Minetti-

Gelände stammen, damit der lokale Genpool nicht

ausgedünnt wird – eine Bedingung, die sich mit

Samenbank und Baumschule erfüllen liess. Die Jungpflanzen

sollten sich in Ruhe entwickeln können, weshalb

Einzäunungen eingeplant werden mussten. Und

schliesslich brauchte es ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem,

damit der Boden nicht erodiert oder

auslaugt. Und alle diese Massnahmen durften den

Betrieb nicht beeinträchtigen. Um ein gutes Nebeneinander

von Renaturierung und Betrieb zu gewährleisten,

legte man die Verantwortung für beides in die

Hände eines Mannes: Juan Pablo Ramognino, Abbauexperte.

Ab 2007 wurde der Masterplan schliesslich

auf zwölf Parzellen des Areals umgesetzt. Der BMJ

stand dabei beratend zur Seite.

“Rohmaterial” für die Samenbank. Bevor sie in der Samenbank gelagert werden,

werden die Samen getestet.

Viel Arbeit, grosses Lob

Das Renaturierungsprojekt in Puesto Viejo ist in seiner

umfassenden Art einzigartig. Denn alles Material,

alle Erkenntnisse und Erfahrungen lassen sich auf die

gesamte Region anwenden. Zudem gewährleistet die

Zusammenarbeit mit örtlichen und nationalen Organisationen,

dass neu gewonnenes Wissen weitergegeben

wird. Da die einzelnen Teilprojekte einander

gegenseitig ergänzen, kann der Renaturierungsprozess

nachhaltig aufgebaut werden. Auch die örtliche

Bevölkerung profitiert vom Konzept: Neue Arbeitsplätze,

bessere Böden und ein intaktes Umfeld

verbessern die Lebensqualität der Einheimischen

spürbar. All diese Erfolge hat kürzlich auch die FAO

gewürdigt: Das Projekt in Puesto Viejo wurde als

vorbildlich im Bereich der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

ausgezeichnet.

66

67

Renaturierung in Puesto Viejo,

Argentinien


Geschäftsverlauf

Konzern

Zementwerk

Kapazitätserweiterung

Mahlwerk/Zementterminal

Zuschlagstoffe

Beteiligung

Zementwerk

Mahlwerk/Zementterminal

68

Ein Muldenkipper an der Arbeit.

3

3


Mehrheitlich krisenfeste Bauwirtschaft in Lateinamerika

Anhaltendes Wirtschaftswachstum

In den meisten Ländern der Konzernregion Latein-

amerika ist die Wirtschaft 2010 weiter gewachsen.

Allerdings blieb die Binnennachfrage in Mexiko und

Zentralamerika schwach – weitgehend die Folge der

fehlenden US-Nachfrage; erst gegen Ende des Jahres

waren Anzeichen einer beginnenden Erholung spürbar.

In den Andenländern blieb die Konjunktur intakt.

Allerdings flachte die Wachstumskurve in Ecuador

leicht ab. Brasilien verzeichnete ein äusserst lebhaftes

Wirtschaftsgeschehen. Auch Argentinien und

Chile erzielten ein robustes Wachstum.

In vielen Märkten nach wie vor rege Bautätigkeit

In Lateinamerika wurde 2010 mehr gebaut als im Vorjahr,

mit Ausnahme von Mexiko und Zentralamerika,

wo tiefere Auslandsüberweisungen, weniger Tourismus

und schlechtes Wetter die Wirtschaft beeinträchtigten.

Dies wirkte sich insbesondere negativ

auf die Zementvolumen und Preise aus. Das nationale

Infrastrukturprogramm in Mexiko wurde wegen Haushaltskürzungen

zurückgebunden, so dass die Ausgaben

der öffentlichen Hand nur marginal anstiegen.

Dem privaten Wohnbau fehlten trotz verbessertem

Kreditzugang die Impulse der Auslandsüberweisungen

aus den USA. Die Bauindustrie El Salvadors litt ausserdem

unter der verzögerten Inangriffnahme staatlicher

Infrastrukturprojekte und den markant tieferen

Auslandsüberweisungen. In Costa Rica und Nicaragua

fehlte der Baustoffnachfrage die Unterstützung

durch staatliche Infrastrukturprogramme; auch private

Investoren hielten sich zurück.

In Kolumbien entwickelten sich der private und

soziale Wohnbau sowie der kommerzielle Bau dank

günstiger Zinssätze sehr gut. Darüber hinaus verabschiedete

der Staat zahlreiche Grossprojekte im

Strassen-, Hafen-, Flugplatz- und Brückenbau. Viele

davon befinden sich bereits in der Umsetzungsphase.

In Ecuador flachte die Bautätigkeit nach einem guten

Vorjahr ab. Sinkende Ausgaben der öffentlichen Hand,

weniger Überweisungen aus dem Ausland und

geringere Einnahmen der Ölindustrie hemmten die

Wirtschaftsdynamik.

In Brasilien trugen die tiefere Arbeitslosigkeit,

staatliche Unterstützungsprogramme, der Anstieg

der kleinen und mittleren Einkommen und der

vereinfachte Zugang zu Krediten zu einem höheren

Baustoffkonsum bei. Die Regierung war überdies

bestrebt, Wohnbau- und Infrastrukturdefizite zu

beheben. In Argentinien wuchs die Bauindustrie

signifikant, beflügelt durch die Fortführung

öffentlicher Infrastrukturprogramme und private

Investitionen im Industrie- und Geschäftsbau.

Auch in Chile war das Baugewerbe gut ausgelastet,

allerdings kam es nach dem Erdbeben vom Februar

zu Verzögerungen im Wohnungsbau.

Konsolidierte Kennzahlen

Lateinamerika

Zementproduktionskapazität

2010 2009 ±% ±% LFL*

in Mio. t 33,4 31,0 +7,7

Zement- und Mahlwerke 27 26

Zuschlagstoffbetriebe 25 24

Transportbetonwerke 233 234

Zementabsatz in Mio. t 22,7 22,8 –0,4 –0,4

Zuschlagstoffabsatz in Mio. t 12,2 11,8 +3,4 +3,4

Transportbetonabsatz in Mio. m3 10,5 10,1 +4,0 +4,0

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 3 442 3 348 +2,8 +1,6

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 999 1 076 –7,2 –7,5

Betriebliche EBITDA-Marge in % 29,0 32,1

Mitarbeiter 12 710 12 626 +0,7 +0,6

* Like-for-Like, das heisst auf vergleichbarer Basis unter Ausklammerung des veränderten

Konsolidierungskreises und des Währungseinflusses.

68 69

Konzernregion Lateinamerika


Geschäftsverlauf

Insgesamt stabile Baustofflieferungen

Bei Holcim Apasco in Mexiko ging der inländische

Zementversand zurück, allerdings weniger stark

als der Gesamtmarkt. Dank Infrastrukturprojekten

im Verkehrs- und Versorgungsbereich konnte der

Versand von Zuschlagstoffen und Transportbeton

gesteigert werden. Beliefert wurden vor allem

Strassen-, Brücken- und Staudammprojekte sowie

die Flüssiggasindustrie in Manzanillo.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Werkes Hermo-

sillo im Bundesstaat Sonora vollzog Holcim Apasco

einen wichtigen Kapazitätsausbau. Das Werk stärkt

die Position der Konzerngesellschaft als landesweit

tätiger Baustoffanbieter und wird zu einer erheb-

lichen Reduktion der Logistikkosten führen. Diese

namhafte Investition, die auch Nachhaltigkeitskrite-

rien berücksichtigte, erhöht die Zementkapazität von

Holcim Apasco auf total 12 Millionen Tonnen.

Die rückläufige Baukonjunktur belastete den Bau-

stoffabsatz von Holcim El Salvador. Die gewichtigen

Staudammprojekte “El Chaparral” und “Vacas Falls”

wurden temporär gestoppt beziehungsweise be-

endet. Holcim Costa Rica spürte die marktbedingt

schwächere Nachfrage ebenfalls. Nach der Fertigstel-

lung des Pirris-Staudamms sank der Zementversand.

Rückläufig war auch der Transportbetonabsatz der

Konzerngesellschaft. Die Lieferungen von Betonpro-

dukten der Tochtergesellschaft Productos de Concreto

nahmen jedoch zu. Die Zuschlagstofflieferungen

wurden zwar durch den Ausbau des Industrieparks

Guápiles gestützt, sanken aber dennoch insgesamt.

In Nicaragua führten die öffentlichen Investitionen

in den sozialen Wohnbau im Vorfeld der Wahlen 2011

zu höheren Absatzmengen in allen Segmenten.

Holcim Kolumbien verkaufte dank Infrastrukturbau-

ten und der erweiterten Mahlkapazität im Werk

Nobsa mehr Zement. Ein von den Behörden angeord-

neter temporärer Produktionsunterbruch im Werk

Manas bewirkte einen Rückgang bei den Zuschlag-

stofflieferungen im Grossraum von Bogotá. Der

Transportbeton lag jedoch auf Vorjahresniveau.

Holcim Ecuador verzeichnete beim Zement und vor

allem bei den Zuschlagstoffen leichte Volumeneinbussen,

während die Transportbetonmengen stabil

blieben.

Bei Holcim Brasilien profitierte der Zementversand

von der stetig steigenden Nachfrage. Die Marktpositionierung

der Konzerngesellschaft in den Metropolen

Rio de Janeiro und São Paulo sowie im ganzen

Industriegürtel dieser Region führte auch zu deutlich

höheren Zuschlagstoffverkäufen.

Bei Minetti in Argentinien wurde der Zementabsatz

von der steigenden Inlandnachfrage sowie von Klinker-

und Zementexporten ins benachbarte Ausland

getragen. Während die Zuschlagstofflieferungen

unter dem Vorjahreswert lagen, erhielt der Transportbetonbereich

von Minetti durch den Betonstrassenbau

einen Auftrieb. Cemento Polpaico in Chile

setzte deutlich mehr Zuschlagstoffe und Transportbeton

ab. Der Zementverkauf bildete sich hingegen

wegen neuer Mitbewerber etwas zurück.

Der konsolidierte Zementverkauf der Konzernregion

Lateinamerika reduzierte sich um 0,4 Prozent und

betrug 22,7 Millionen Tonnen. Die Zuschlagstofflieferungen

erhöhten sich um 3,4 Prozent auf 12,2 Millionen

Tonnen. Die Transportbetonverkäufe nahmen um

4 Prozent auf 10,5 Millionen Kubikmeter zu.


Mehrere Konzerngesellschaften haben im Verlauf des

Berichtsjahres zusätzliche Produktionskapazitäten in

Betrieb gestellt oder neue Investitionsprojekte in

Angriff genommen. Neben dem neuen Zementwerk

Hermosillo von Holcim Apasco im Nordwesten von

Mexiko wurde in Kolumbien eine dritte Zementmühle

in Betrieb genommen, was die Zementkapazität

des Werkes Nobsa auf 2,1 Millionen Tonnen erhöht.

Die Konzerngesellschaft in Ecuador hat ebenfalls ein

Projekt zur Erhöhung der Produktionskapazität um

1,8 Millionen Jahrestonnen Zement in Ausführung.

Je nach Nachfragesituation wurden auch bei den

Zuschlagstoffen und beim Transportbeton neue

Kapazitäten geschaffen, so in Mexiko und Chile.

Tieferes operatives Betriebsergebnis

Der betriebliche EBITDA nahm in der Konzernregion

Lateinamerika um 7,2 Prozent auf CHF 999 Millionen

ab. Die guten Ergebnisse der brasilianischen und der

argentinischen Konzerngesellschaft reichten nicht

aus, um die fehlende Dynamik in anderen Märkten,

insbesondere in Mexiko, wettzumachen. Die interne

betriebliche EBITDA-Entwicklung betrug –7,5 Prozent.

Abkommen mit der venezolanischen Regierung

unterzeichnet

Im September unterzeichnete Holcim ein Abkommen

mit der Bolivarischen Republik Venezuela, in welchem

sich die Parteien über die Konditionen der Entschä-

digungszahlung Venezuelas für die im Juni 2008

nationalisierte Holcim (Venezuela) C.A. einigten.

Gleichzeitig wurde das Schiedsverfahren am Internationalen

Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten

(ICSID) in Washington D.C. sistiert.

Die Gesamtentschädigung beläuft sich auf USD 650

Millionen, wobei eine erste Zahlung über USD 260

Millionen im vierten Quartal verbucht wurde.

Der Restbetrag von USD 390 Millionen wird in vier

gleich grossen, jährlichen Tranchen beglichen.

Neue Anlagen für die Aufbereitung von alternativen

Brennstoffen

Im Rahmen der Massnahmen zur Senkung der CO2-

Emissionen wurde in mehreren Werken die Kapazität

zur Verarbeitung und Lagerung von alternativen

Brennstoffen und Rohmaterialien erweitert. So kann

das Werk Cartago in Costa Rica dank dem Einsatz

einer neuen Schredderanlage den Einsatz solcher

Reststoffe fast verdoppeln. Das Werk Malagueño von

Minetti in Argentinien installierte zwei Pumpanlagen

zur Einbringung von energiehaltigen Schlämmen.

Solider Ausblick

In Lateinamerika dürfte die Wirtschaft 2011 mehrheitlich

solide bleiben und weiter wachsen. Es darf

mit einer tendenziell steigenden Baustoffnachfrage

gerechnet werden. Weiterhin starke Impulse werden

vor allem von der brasilianischen Bauwirtschaft ausgehen.

Auch in Mexiko, Argentinien und Kolumbien

werden steigende Bauvolumen erwartet.

70 71

Konzernregion Lateinamerika


Waldprojekt El Gara, Marokko

Ein Wald aus dem Nichts:

El Gara, Marokko

Alternative Brennstoffe der Aufbereitungsplattform Ecoval werden im nahe

gelegenen Zementwerk Fès verwertet.

Ecoval ist mit einem hochtechnisierten Labor

zur Prüfung der Abfallproben ausgerüstet.


Der M’Goun-Geopark bildet

eine einmalige Landschaft.

Mehr als 334 Vogelarten sind in einem wissenschaftlichen

Ratgeber aufgeführt.

Vogelkundler beobachteten die Vögel während

fünf Jahren in ihrem natürlichen Lebensraum.

72

73

Waldprojekt El Gara, Marokko


Waldprojekt El Gara, Marokko

“Les Oiseaux du Maroc” ist der erste

in Marokko publizierte wissenschaftliche

Ratgeber.

Marokko, im Nordwesten Afrikas, ist ein Land der

Gegensätze: mediterranes Klima im Nordwesten des

Landes, glutheisse Schirokko-Winde im Süden. Auf der

nördlichen Seite des Atlasgebirges gedeihen Pistazien

und Wacholder, auf der anderen Seite wachsen Dornensträucher

und Dattelpalmen. In diesem klimatisch

vielfältigen Land ist Holcim seit 1978 aktiv. Über 500

Mitarbeitende stellen heute sicher, dass die Zement-,

Gesteins- und Betonproduktion mit der steigenden

Nachfrage des aufstrebenden Marktes Schritt hält.

Ein guter Leistungsausweis für Sustainable Development

Holcim will in Marokko nicht bloss als führender

Baustofflieferant wahrgenommen werden – sondern

auch als Unternehmen, das bezüglich Nachhaltigkeit

verantwortungsvoll handelt. Im Jahr 2000 trat

Holcim Marokko der “Association pour la Protection

du Patrimoine Géologique du Maroc” bei. Mittels

Mitgliedschaft unterstützt Holcim die Vereinigung

finanziell, damit der 7200 Quadratkilometer grosse

M’Goun-Geopark inmitten des Atlasgebirges unterhalten

werden kann – ein Gebiet, das einen hohen

historischen, geologischen und kulturellen Wert aufweist

und einer reichen Tier- und Pflanzenwelt einen

wertvollen Lebensraum bietet.

“Les Oiseaux du Maroc” wurde in Partnerschaft mit der Vogelkundegruppe

Zentralmarokkos realisiert.

Seit über drei Jahrzehnten praktiziert Holcim in Marokko

Nachhaltigkeit – das drückt sich ebenso in der Unterstützung

von Anwohnern aus wie im sorgfältigen Umgang mit der

Umwelt. Aus dieser Haltung heraus schuf Holcim in El Gara

einen Wald – scheinbar aus dem Nichts.

Ein Schwerpunkt ist ebenso der Vogelschutz. 2002

lancierte Holcim in Zusammenarbeit mit der “Administration

des Eaux et Forêts” und der “Association

Tazekka” ein Programm zur Wiederansiedlung des

einst in ganz Marokko verbreiteten und mittlerweile

fast ausgestorbenen Waldrapps; seit der Lancierung

des Projekts konnten 26 der kahlköpfigen Ibis-Vögel in

der Brut- und Forschungsstation bei Mezguitem aufgezogen

werden. Holcim Marokko ging auch eine Partnerschaft

mit der “Groupe d'Ornithologie du Maroc

Central” ein. Fünf Jahre lang beobachteten, zählten

und katalogisierten Ornithologen mit Unterstützung

von Holcim die Vögel im Land; 2007 publizierten sie

ihre Erkenntnisse in einem viel beachteten und vom

marokkanischen Umweltministerium ausgezeichneten

wissenschaftlichen Führer.

Moderne Abfallentsorgung

ergänzt durch Aufforstung

2007 leistete Holcim einen weiteren Beitrag an die

Nachhaltigkeit in Marokko: Die Konzerngesellschaft

Ecoval investierte 45 Millionen Dirham – über fünf

Millionen Schweizer Franken – in den Bau einer Abfallaufbereitungsplattform

in El Gara. Sie ist einzigartig

im Land: In der Anlage werden Abfälle fachgerecht

getrennt und entsorgt. Geeignete Abfälle werden im

nahe gelegenen Zementwerk verwertet. Weil die Abfälle

fossile Brennstoffe ersetzen, werden Ressourcen


Für Holcim Marokko ist die nachhaltige

Entwicklung Teil der Unternehmensstrategie.

geschont und gleichzeitig eine umweltgerechte Ent-

sorgung der Reststoffabfälle garantiert.

Kurz nach Eröffnung der Aufbereitungsplattform

unternahm Holcim einen weiteren Schritt zu mehr

Nachhaltigkeit: In der Nähe der Ecoval-Anlage begann

die Aufforstung einer Fläche von 200 Hektaren. Mit

der Bewaldung wurden gleich mehrere Ziele verfolgt:

Zum einen soll damit ein Beitrag zum marokkanischen

“Programme Forestier National (PFN)” geleistet werden.

Das PFN ist ein 20-Jahres-Plan zur Umsetzung

ökologischer und sozialer Projekte – unter anderem

zum Schutz der Böden, gegen die weitere Ausbreitung

der Wüste, für eine kontrollierte Holzwirtschaft und

nicht zuletzt zum Erhalt der Biodiversität.

Zum anderen sollte der Wald mithelfen, den CO2-Ausstoss

zu kompensieren: Angestrebt werden 51 000

Tonnen CO2 innerhalb von 40 Jahren. Darüber hinaus

bietet ein intakter, üppiger Wald noch viele andere

Vorteile: Er ist Lebensraum für eine Vielzahl von Tierund

Pflanzenarten und trägt als eigenes Ökosystem

wesentlich zum Erhalt der Biodiversität bei. Zudem

bietet er der lokalen Bevölkerung Arbeits- und Erholungsmöglichkeiten.

Vier Schritte zum Erfolg

Das Projekt umfasste vier Phasen. In einer ersten Phase

wurden während sechs Monaten 200 000 Jungpflanzen

in einer eigens gegründeten Baumschule aufgezogen:

Roter Eukalyptus, Tuart- und Johannisbrotbäume.

Diese Jungbäumchen wurden in einer zweiten Phase

ausgepflanzt. Darauf folgte das arbeitsintensive Ausdünnen

zur Optimierung der Bepflanzungsdichte. Die

vierte Phase ist der Unterhalt – er muss bei künstlich

angelegten Wäldern langfristig gewährleistet bleiben,

um das neue Ökosystem vor Krankheiten und Naturgewalten

zu schützen.

Die Aufforstung wird zu einer Waldweide führen.

Von allen für alle

Wie überall auf der Welt legt Holcim in Marokko

grossen Wert darauf, neben ökologischer auch soziale

Verantwortung zu übernehmen. Deshalb unterhalten

die Bewohner der umliegenden Gemeinden den

neuen Wald. Das Projekt lag aber schon früher in

den Händen der Bevölkerung von El Gara: Sie war es

nämlich, die das Auspflanzen der Jungbäume übernahm.

Dadurch wurde sie von Anfang an ins Projekt

eingebunden und entwickelte für “ihren” Wald ein

Verantwortungsgefühl.

Acht Jahre wird es dauern, bis aus den jungen Pflan-

zen ausgewachsene Bäume geworden sind. Bis dahin

müssen der Boden und die Jungbäume gehegt und

gepflegt werden. Doch schon jetzt sind Folgeprojekte

angedacht: Darunter könnten im und um den neuen

Wald in El Gara Lehrpfade, Ornithologieprogramme

und selbst eine Bienenzucht sein. Die Hoffnung von

Holcim reicht allerdings über den Standort hinaus:

Dass man mit dem Aufforstungsprojekt eine Bewegung

in Gang gesetzt hat, der sich mit der Zeit auch

andere Unternehmen anschliessen werden.

Die Wiederaufforstung

verbessert die Lebensqualität.

74 75

Waldprojekt El Gara, Marokko


Geschäftsverlauf

4

Konzern

Zementwerk

Kapazitätserweiterung

Mahlwerk/Zementterminal

Zuschlagstoffe

Beteiligung

Zementwerk

Mahlwerk/Zementterminal

Zuschlagstoffe

4

Der Eukalyptus-Wald wird sich auf 200 Hektaren erstrecken.


Stabile Baustoffnachfrage in Afrika, Naher Osten

Wirtschaft blieb auf Wachstumskurs

In der Konzernregion Afrika, Naher Osten verlief die

Baukonjunktur mehrheitlich positiv. Infrastrukturprojekte

und Privatbauten stützten in Marokko

die Nachfrage, die allerdings in anderen Bereichen

zurückging. Im Libanon wurde viel investiert; die

Wachstumsdynamik liess jedoch im vierten Quartal

nach. In den westafrikanischen Märkten gaben die

Präsidentschaftswahlen dem Baugewerbe Auftrieb,

und im Indischen Ozean blieb die Bautätigkeit robust.

Mehrheitlich solide Baustoffnachfrage

Holcim Marokko setzte aufgrund der nachlassenden

Marktdynamik und des intensiveren Wettbewerbs

wegen zusätzlicher Kapazitäten weniger Zement ab.

Auch wetterbedingte Strassenunterbrüche in der

Region Casablanca beeinträchtigten die Verkäufe. Der

Zuschlagstoffabsatz profitierte vom Ausbau der Autobahn

Rabat–Casablanca und von der Inbetriebnahme

eines neuen Steinbruchs in Skhirat. Bedeutende Lieferungen

für eine neue Wasseraufbereitungsanlage bei

Fès stützten die Transportbetonvolumen, die per saldo

jedoch sanken. Die Verdoppelung der Klinkerkapazität

im Werk Fès kam planmässig voran. Holcim Libanon

verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Zementund

Transportbetonlieferungen. Die Betriebe in der

Region des Indischen Ozeans haben die Verkaufsvolumen

beim Zement gehalten; bei den Zuschlagstoffen

und beim Transportbeton führte der Mangel an grossen

Infrastrukturprojekten zu einem Absatzrückgang.

Die von Holcim Trading geführten Betriebe in Westafrika

und am Arabischen Golf erhöhten den Zementabsatz.

National Cement in Abu Dhabi etablierte sich

als grösste Mahlstation der Emirate.

Die Zementlieferungen stiegen um 1,1 Prozent auf

8,9 Millionen Tonnen. Der Zuschlagstoffversand nahm

um 3,8 Prozent auf 2,5 Millionen Tonnen ab. Der

Transportbetonabsatz verharrte vor allem wegen des

schwachen Marktes auf La Réunion bei 1,1 Millionen

Kubikmeter.

Tieferes operatives Betriebsergebnis

Der betriebliche EBITDA der Konzernregion Afrika,

Naher Osten nahm vor allem wegen Marokko um

3,8 Prozent auf CHF 359 Millionen ab. Das interne betriebliche

EBITDA-Wachstum erreichte 5,4 Prozent.

Mehrheitlich verhaltene Entwicklung

In der Konzernregion Afrika, Naher Osten ist 2011 mit

einem mehrheitlich verhaltenen Marktumfeld zu rechnen.

In Marokko dürfte der soziale Wohnungsbau erst

in der zweiten Jahreshälfte an Momentum gewinnen,

und im Libanon scheint die Baukonjunktur 2010 den

Höhepunkt erreicht zu haben. Auf La Réunion wird der

Bau keinen Aufschwung erfahren, aber auf Madagaskar

ist eine positive Entwicklung zu erwarten. Holcim rechnet

in dieser Konzernregion nur im Segment Zement

mit einem leicht rückläufigen Absatz – dies im Zusammenhang

mit den politischen Unsicherheiten in

den westafrikanischen Märkten.

Konsolidierte Kennzahlen

Afrika, Naher Osten

Zementproduktionskapazität

2010 2009 ±% ±% LFL*

in Mio. t 11,2 11,2 0,0

Zement- und Mahlwerke 13 13

Zuschlagstoffbetriebe 5 5

Transportbetonwerke 25 25

Zementabsatz in Mio. t 8,9 8,8 +1,1 +4,5

Zuschlagstoffabsatz in Mio. t 2,5 2,6 –3,8 –3,8

Transportbetonabsatz in Mio. m3 1,1 1,1 0,0 0,0

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 1 098 1 206 –9,0 +2,5

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 359 373 –3,8 +5,4

Betriebliche EBITDA-Marge in % 32,7 30,9

Mitarbeiter 2 213 2 256 –1,9 –1,9

* Like-for-Like, das heisst auf vergleichbarer Basis unter Ausklammerung des veränderten

Konsolidierungskreises und des Währungseinflusses.

76 77

Konzernregion

Afrika, Naher Osten


Werk Lugait, Philippinen

Der Eingang zum öffentlichen

Schmetterlingsgarten.

An diesem Standort ist diese Schmetterlingsgattung überall

vorhanden.

Farbtupfer im Zementgrau:

Am frühen Morgen kontrolliert ein Mitarbeiter,

ob Larven aus den Eiern geschlüpft sind.

Schmetterlingsgarten im Werk Lugait, Philippinen


Das Social Development and Management

Program (SDMP) wird in Zusammenarbeit

mit der Aufsichtsbehörde durchgeführt.

Zitronensaft ist die Basis für “Kalamansi”,

eine lokale Spezialität.

Das Getränk “Kalamansi”

wird im Rahmen eines

Sozialprojekts hergestellt.

“Kalamansi” löscht den Durst.

78

79

Werk Lugait, Philippinen


Werk Lugait, Philippinen

Ein glücklicher Junge pflückte eine Papaya. Ein Ort, wo die Farmer sich ausruhen können.

Biodiversität ist lebenswichtig – sie kann aber auch ganz

einfach schön sein. Das beweist Holcim auf den Philippinen:

Ein Schmetterlingsgarten bringt im Zementwerk Lugait viel

Farbe in den Arbeitsalltag.

Fabrikhallen, grosse Maschinen, eine eindrückliche

Lärmkulisse – und mittendrin farbenfrohe, zerbrechlich

wirkende Schmetterlinge. Was auf den ersten

Blick nicht ganz zusammenpassen mag, ist im Zementwerk

in Lugait in der Provinz Misamis Oriental

auf den Philippinen Tatsache. Holcim ist es hier gelungen,

inmitten nie erlahmender Umtriebigkeit eine

friedliche Oase der Biodiversität zu schaffen: einen

Schmetterlingsgarten – und mehr als das.

Über 30 Jahre Zementtradition

Bereits seit 1974 ist Holcim auf den Philippinen aktiv.

Heute ist Holcim das grösste Zementunternehmen

auf dem Archipel, betreibt vier strategisch über das

Land verteilte Werke und beschäftigt rund 1700 Mitarbeitende.

Die Zementherstellung ist ressourcen- und

energieintensiv. Sicherzustellen, dass sich die Produktion

des wichtigen Baustoffs auf Mensch und Natur

so wenig wie möglich auswirkt, ist deshalb ebenso

wichtig wie anforderungsreich. “Unser Bekenntnis zur

Reduktion unseres ökologischen Fussabdrucks wird

unterstrichen durch die Integration von nachhaltigem

Handeln im Tagesgeschäft”, sagt Julius Baliog, zuständig

unter anderem für den Gesteinsabbau im Werk

Lugait. Aus dieser Haltung heraus entstand unter anderem

das Konzept, mittels alternativer Energien den

Verbrauch fossiler Energien zu reduzieren. Ein ausgeklügeltes

Emissionsüberwachungssystem sorgt dafür

und belegt auch, dass Holcim dabei die Anforderungen

des “Philippine Clean Air Act” bei weitem übertrifft.

Eine lebende Ökokontrolle

Ein “Überwachungssystem” ganz anderer Art wurde

im September 2007 auf dem Fabrikgelände in Lugait

eingeweiht: der Schmetterlingsgarten. Lorenzo Pendang,

Leiter Operations in Lugait, erklärt: “Schmetterlinge

sind ein Indikator für den Zustand der Umwelt.

Unser Schmetterlingsgarten wurde zum Schutzgebiet

und Fortpflanzungsgebiet für viele Schmetterlingsarten.

Schmetterlinge übernehmen eine wichtige

Rolle bei der Bestäubung von Pflanzen. Damit helfen

sie uns, die Biodiversität im Gebiet zu erhöhen.” Geboren

wurde die Idee eines Schmetterlingsbiotops auf

dem Firmengelände bei vielen Gesprächen mit lokalen

Behörden. Doch der Weg von der Idee zur Umsetzung

war weit. Zuerst galt es, die richtigen Pflanzen auszuwählen.

Schmetterlinge sind nämlich zuweilen sehr

wählerisch, was ihre Nahrung angeht. Deshalb gestalteten

die Spezialisten die Flora des Gartens ganz

nach den Bedürfnissen der Schmetterlinge, die später

dort leben sollten. Heute kann eine grosse Vielfalt an

Schmetterlingen beim Werk beobachtet werden.

Die Verantwortung abgeben

Der Schmetterlingsgarten in Lugait ist jedoch mehr

als ein Prestigeobjekt und auch mehr als der Beweis

dafür, dass Wirtschaft und Biodiversität am gleichen

Ort florieren können. “Wir möchten die Gemeinden

miteinbeziehen und ihnen zeigen, wie der Natur Sorge

zu tragen den Menschen nützt”, erklärt Julius Baliog.

Dies ist der Grund dafür, dass Holcim ein Übereinkom-


Die Baumschule beim Werk in Lugait. Ein Mitarbeiter der Baumschule liefert Jungpflanzen. Das biologisch angebaute

Gemüse wird

in der Kantine serviert.

men mit der Gemeinde und Unternehmen der Privat-

wirtschaft zur Verwaltung des Gartens getroffen hat.

Holcim organisierte auch verschiedene Workshops,

um Mitglieder von Behörden aus verschiedenen

Landesteilen zu schulen. Darin ging es zum Beispiel

darum, wie Schmetterlinge gezüchtet werden können

oder wie man tote Schmetterlinge kunsthandwerklich

verarbeiten kann, zum Beispiel für gerahmte Bilder

oder als Buchzeichen. Ebenso wurde unterrichtet, wie

man solche Souvenirs vermarktet. Auf diese Weise

erhielten sozial schwächere Familien eine zusätzliche

lebenswichtige Einkommensquelle.

Vom Kleinen ins Grosse

Einen “Schritt weiter” ging Holcim auch mit der Flora

des Gartens. Nachdem sich die Pflanzenwelt dort

angesiedelt und stabilisiert hatte, wurden dieselben

Pflanzen bei der Renaturierung umliegender Abbaugebiete

eingesetzt. Auf diese Weise gelang es nicht

nur, endemische Arten zu erhalten, sondern auch, sie

in unmittelbarer Nachbarschaft des Zementwerkes zu

etablieren. Hinzu kommen über 60 Hektaren Land,

die wieder aufgeforstet wurden. Dass rund 90 Prozent

der ausgesiedelten Pflanzen überleben, ist einerseits

ein Beleg für die Qualität der Renaturierungsbemühungen;

andererseits ist es ein Indikator dafür, dass

Holcim den Zement in diesem Werk ökologisch verantwortungsvoll

produziert.

Attraktiv für Besucher und Einheimische

Seit seiner Einweihung hat sich der Schmetterlingsgarten

in Lugait zur ökotouristischen Attraktion

entwickelt. Neben den schillernden Schmetterlingen

reichern mittlerweile auch prächtige Blüten in einem

Orchidarium den Alltag an; ein Kräutergarten gehört

ebenfalls zum Komplex.

Der Schmetterlingsgarten mit seinem geschäftigen,

farbenfrohen Treiben dient als Naherholungsgebiet

für die Mitarbeitenden von Holcim und die Bewohner

der Umgebung. Zudem organisiert das Unternehmen

Lehrveranstaltungen für Studierende und Schüler aus

den umliegenden Städten und Provinzen. Das örtliche

Fremdenverkehrsamt will die gesamte Anlage in

Lugait gar in ihr offizielles Tourismusprogramm

aufnehmen – als Beispiel eines attraktiven Brückenschlags

zwischen Wirtschaft und Ökologie.

80 81

Werk Lugait, Philippinen


Geschäftsverlauf

Konzern

Zementwerk

Kapazitätserweiterung

Mahlwerk/Zementterminal

Kapazitätserweiterung

Zuschlagstoffe

Beteiligung

Zementwerk

Kapazitätserweiterung

Mahlwerk/Zementterminal

Das Zementwerk Lugait bei Nacht.

5

5


Solide Baukonjunktur in Asien, Ozeanien

Starkes Wirtschaftswachstum in praktisch allen Märkten

Die Wirtschaftsräume in der Konzernregion Asien,

Ozeanien entwickelten sich durchwegs positiv. Hohe

Infrastrukturausgaben, ein generell erfreuliches

Investitionsklima und wachsender Konsum gaben den

Volkswirtschaften insbesondere in Indien, Thailand,

Vietnam, Malaysia und auf den Philippinen Auftrieb.

Auch nach Indonesien strömte vermehrt ausländisches

Kapital, und in Australien unterstützte das

allgemein freundliche asiatische Wirtschaftsklima

die Nachfrage. Allerdings haben starke Regenfälle

und Überschwemmungen im Osten von Australien

das sonst positive Bild im vierten Quartal getrübt.

Neuseeland liess die Rezession hinter sich und fand

zu einem moderaten Wachstum zurück.

Höhere Baustoffnachfrage

In Indien blieb der Zementverbrauch auf hohem

Niveau. Investitionen in die Infrastruktur und der

Nachholbedarf im Wohnbau förderten die Baukonjunktur

ebenso wie die steigende Nachfrage des

gewerblich-industriellen Sektors. Der Zementverbrauch

erreichte im ersten Halbjahr zweistellige

Wachstumsraten, bevor er sich im zweiten Semester

monsunbedingt etwas abschwächte. Auch in Sri

Lanka und Bangladesch wuchs die Bauwirtschaft

kräftig, getrieben von staatlichen Infrastruktur- und

Wohnbauprojekten.

In Thailand zeigte der private Wohnbau eine ausserordentlich

starke Zunahme. Die vietnamesische

Regierung investierte in Energieversorgung, Häfen

und Brücken. In Malaysia verlangsamte sich das

Wachstum des Zementbedarfs als Folge von Verzögerungen

bei der Umsetzung der staatlichen Stimulusprogramme.

Auf den Philippinen legte die Bauindustrie trotz

unvorteilhafter Witterung stärker zu als erwartet;

dazu trugen das Klima des Vertrauens in die neue

Regierung und Überweisungen der Arbeitnehmer

aus dem Ausland bei. In Indonesien nahm der

Zementverbrauch zu, dies trotz heftiger Regenfälle

und Naturkatastrophen wie dem Vulkanausbruch

am Mount Merapi.

In Australien schwächte sich der moderate Aufwärts-

trend im zweiten Semester etwas ab. Zudem kam kurz

vor Jahresende und dann vor allem im neuen Jahr die

Bautätigkeit wegen der verheerenden Überschwemmungen

im Osten des Kontinents an vielen Orten

zum Erliegen. Ausserdem beeinträchtigten steigende

Zinssätze Investitionen im Wohnbau. In Neuseeland

wirkte sich die leichte konjunkturelle Erholung noch

nicht auf die Bauwirtschaft aus.

Konsolidierte Kennzahlen

Asien, Ozeanien

Zementproduktionskapazität

2010 2009 ±% ±% LFL*

in Mio. t 93,7 90,7 +3,3

Zement- und Mahlwerke 58 57

Zuschlagstoffbetriebe 86 85

Transportbetonwerke 403 402

Zementabsatz in Mio. t

Mineralischer Bindemittelabsatz

71,4 67,3 +6,1 +3,6

in Mio. t 1,0 0,7 +42,9 –9,5

Zuschlagstoffabsatz in Mio. t 26,4 10,4 +153,8 –2,9

Transportbetonabsatz in Mio. m3 12,7 8,1 +56,8 +7,4

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 7 958 6 418 +24,0 +1,6

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 1 820 1 760 +3,4 –10,8

Betriebliche EBITDA-Marge in % 22,9 27,4

Mitarbeiter 38 172 36 858 +3,6 +3,4

* Like-for-Like, das heisst auf vergleichbarer Basis unter Ausklammerung des veränderten

Konsolidierungskreises und des Währungseinflusses.

82 83

Konzernregion

Asien, Ozeanien


Geschäftsverlauf

Steigender Absatz in allen Segmenten

Bei Ambuja Cements in Indien führte der Kapazitäts-

ausbau nicht nur zu einem überdurchschnittlichen

Anstieg des Inlandversandes, sondern auch der Export

zeigte gute Ergebnisse. In Himachal Pradesh und

Chhattisgarh wurden zwei neue Ofenlinien in Betrieb

genommen; neue Mahlwerke liefen in Himachal

Pradesh und Uttar Pradesh an. Damit stieg die

Produktionskapazität der Konzerngesellschaft um

36,1 Prozent auf 16,4 Millionen Tonnen Klinker.

ACC konnte die Zementverkäufe knapp halten. Die

Konzerngesellschaft war in mehreren Märkten mit

Transportengpässen und besonders widrigem Wetter

konfrontiert. Ausserdem verzögerte sich die Inbetriebnahme

neuer Produktionskapazitäten. Dafür stieg der

auf urbane Ballungszentren konzentrierte Transportbetonversand

mit einer zweistelligen Zuwachsrate an.

ACC belieferte bedeutende Infrastrukturprojekte wie

den Flughafenausbau in Kalkutta und den Metro-Bau

in Mumbai.

ACC nahm im dritten Quartal die erweiterte Ofenlinie

2 im Werk Wadi in Betrieb. Dort können jetzt pro Tag

bis zu 12 500 Tonnen Klinker hergestellt werden;

es ist somit eine der grössten Produktionseinheiten

weltweit. Von da werden nun auch die beiden neuen

Mahlwerke in Karnataka mit Klinker beliefert. Im Werk

Chanda wurde im vierten Quartal mit der Inbetriebnahme

der neuen Ofenlinie begonnen. Insgesamt

nahm ACC 2010 mehr als 3,3 Millionen Tonnen neue

Klinkerkapazität in Betrieb.

Mit den Erweiterungen in beiden Konzerngesellschaften

und dem verstärkten Eingehen auf Kundenbedürfnisse

speziell im Servicebereich wurden die Voraussetzungen

für eine gesteigerte Wettbewerbsfähigkeit im

Wachstumsmarkt Indien geschaffen.

Holcim Lanka sicherte sich im Nordosten des Landes

mit der Beteiligung an verschiedenen Infrastrukturprojekten

einen grossen Marktanteil und verkaufte

deutlich mehr Zement. Auch Holcim Bangladesch

erzielte dank Aufträgen im Strassen- und Hochhausbau

eine zweistellige Zuwachsrate beim Zement.

Siam City Cement in Thailand verkaufte bei hoher

Wettbewerbsintensität mehr Zement als im Vorjahr.

Die Exporte ins benachbarte Ausland nahmen ebenfalls

zu. Bei den Zuschlagstoffen und beim Transportbeton

wirkten sich bedeutende Bauprojekte in Bangkok

positiv auf die Liefermengen aus. Holcim Vietnam

baute drei neue Transportbetonzentralen und erzielte

einen Rekordabsatz. Die Konzerngesellschaft belieferte

wichtige Projekte zum Ausbau der Hafeninfrastruktur

im Süden des Landes und verkaufte, wie auch

Holcim Malaysia, mehr Zement und Transportbeton.

Auch in Malaysia begünstigten neue Transportbetonzentralen

die Verkäufe. Holcim Singapur konzentrierte

sich auf technologisch anspruchsvolle Aufträge und

nahm beim Transportbeton bewusst Volumeneinbussen

in Kauf. Ab Jahresmitte wurden alle Produktionsstandorte

in Singapur unter eine einheitliche

Führung gestellt und Jurong Cement an der Börse

dekotiert.

Trotz Konkurrenzdruck steigerte Holcim auf den

Philippinen die Lieferungen von Zement. Im vierten

Quartal ging die Nachfrage allerdings etwas zurück,

da die Regierung ihre Ausgaben teilweise vom Infrastruktur-

auf den Bildungs- und Sozialbereich verlagerte.

Bei Holcim Indonesien wuchsen die Transportbetonvolumen

vor allem im zweiten Halbjahr, nachdem

Verzögerungen von Infrastrukturprojekten den

Jahresauftakt belastet hatten. Wegen rückläufiger

Exporttätigkeit blieb der Zementabsatz in etwa auf

Vorjahreshöhe. Im Dezember erfolgte der Spatenstich

für den Bau eines Zementwerks in Tuban auf der


Hauptinsel Java. Das Werk mit einer Jahreskapazität

von 1,6 Millionen Tonnen Zement wird in der zweiten

Jahreshälfte 2013 den Betrieb aufnehmen. Der neue

Standort wird das bestehende Produktions- und

Vertriebsnetz ideal ergänzen und zur Senkung der

Logistikkosten beitragen.

Cement Australia konnte die Zementverkäufe in

einem insgesamt flauen Markt und trotz widriger

Witterungsbedingungen zum Jahresende in Queensland

knapp halten. Wegen der verzögerten Inangriffnahme

grösserer Bauprojekte musste sich Holcim

Australia auf tiefere Zuschlagstoffverkäufe einstellen.

Zudem herrschte ein starker Preisdruck im Transportbetongeschäft

– verschärft durch die atypisch starken

Regenfälle und die nachfolgenden Überschwemmungen

in Queensland. Holcim Neuseeland lieferte bei

einer generell rückläufigen Baukonjunktur weniger

Zement aus. Die Zuschlagstoffverkäufe stiegen dank

eines zusätzlichen Steinbruchs in Wellington. Das

schwere Erdbeben vom September beeinträchtigte

die Lieferungen der Konzerngesellschaft nur marginal;

Schäden am Strassen- und Schienennetz werden

nun behoben.

Insgesamt nahm der Zementabsatz in der Konzern-

region Asien, Ozeanien um 6,1 Prozent auf 71,4 Millio-

nen Tonnen zu. Die Zuschlagstoffmengen stiegen um

153,8 Prozent auf 26,4 Millionen Tonnen. Beim Trans-

portbeton resultierte ein Lieferplus von 56,8 Prozent

auf 12,7 Millionen Kubikmeter.

Steigerung des betrieblichen EBITDA

In der Konzernregion Asien, Ozeanien nahm der

betriebliche EBITDA trotz des temporären Preisdrucks

während des Monsuns in Indien und des erheblichen

Anstiegs der variablen Produktions- und Distributionskosten

gegenüber dem Vorjahr um 3,4 Prozent

auf CHF 1820 Millionen zu. Vielerorts konnte die

Kosteneffizienz weiter verbessert werden. Einen

soliden Ergebnisbeitrag lieferten Ambuja Cements,

Holcim Indonesien und Holcim Philippinen sowie

die erstmals ganzjährig voll konsolidierten Konzerngesellschaften

in Australien. Die interne betriebliche

EBITDA-Entwicklung betrug –10,8 Prozent.

Privatplazierung von Huaxin Cement in China

weiterhin hängig

Die im Frühjahr 2009 angekündigte Aufstockung

des Aktienkapitals von Huaxin Cement mittels einer

Privatplazierung ist nach wie vor pendent, dürfte aber

im zweiten Quartal 2011 zum Abschluss kommen.

Die Beteiligungsgesellschaft will sich weiterhin vorteilhaft

im Markt positionieren und am laufenden

Konzentrationsprozess in der Zementindustrie teilnehmen.

Huaxin Cement übernahm im Dezember

2010 sämtliche Aktien der Hubei Sanyuan Cement Co

Ltd von der Hubei Jinglan Gruppe und 70 Prozent des

Kapitals von Fangxian Zuanshi. Der Erwerb von 80

Prozent des Kapitals von Hubei Jinlong ist noch im

Gange. Diese Akquisitionen werden die Marktstellung

von Huaxin Cement in der Provinz Hubei weiter

stärken.

Aktiver Umweltschutz

Besondere Anstrengungen in Bezug auf den Umweltschutz

und in der Verfeuerung von alternativen

Brennstoffen werden derzeit von den beiden indischen

Konzerngesellschaften unternommen. Unter

der Dachmarke Geocycle werden künftig alle Aktivitäten

zum verstärkten Einsatz von alternativen Brenn-

84 85

Konzernregion

Asien, Ozeanien


Geschäftsverlauf

stoffen und Rohmaterialien landesweit zusammen-

gefasst und koordiniert. ACC entwickelte in enger

Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden

Richtlinien für den Einsatz solcher Stoffe, die im

Februar 2010 in Kraft traten. Die Voraussetzungen für

eine entsprechende Bewilligung wurden im Vorfeld

durch Testphasen in mehreren ACC-Werken ermittelt.

Bis zum Jahresende konnten bei ACC bereits substantielle

Mengen im Brennprozess eingesetzt werden.

Gefördert wird insbesondere das gezielte Sammeln

von Plastik aus dem Haushaltsmüll. Im März 2010

nahm ACC zudem in einem Windpark zwei weitere

Turbinen mit einer Leistung von je 1,25 Megawatt in

Betrieb. Ambuja Cements startete ein Windmühlenprojekt

in Gujarat, um die Abhängigkeit vom öffentlichen

Stromnetz zu reduzieren.

In Thailand investierte Siam City Cement in die Aufbereitung

brennbarer Reststoffe. Die Kapazität der Anlage

beträgt 1200 Tonnen monatlich. Zudem wurde eine

neue Wärmerückgewinnungsanlage von 17 Megawatt

installiert.

Die Philippinen verabschiedeten ebenfalls Richtlinien

für die Verwertung alternativer Brennstoffe und Rohmaterialien.

Der Zementofen wird darin als sinnvolle

Alternative in der Entsorgungskette propagiert.

Dieses Jahr wurden erstmals alle Zementwerke von

Holcim Philippinen mit dem begehrten Umweltpreis

des Präsidenten der Philippinen ausgezeichnet.

In Indonesien verbuchte das Holcim-Werk Cilacap

ebenfalls einen grossen Erfolg; es erhielt die höchste

Auszeichnung der Regierung für aussergewöhnliche

Leistungen im Umweltmanagement.

Das Werk Gladstone von Cement Australia verfügt

nicht nur über die grösste Zementmühle des Landes,

sondern ist dank seiner hohen Effizienz auch führend

in Bezug auf den Umweltschutz. 2010 war die Mühle

erstmals ganzjährig in Betrieb und mit ihr das neue

System für das Schreddern von gereinigten Fässern

und Containern. Die dabei anfallenden Reststoffe

werden zu einem hochwertigen Brennstoff aufbereitet

und das Metall der Wiederverwertung zugeführt.

Weiteres Wachstum erwartet

Asien wird 2011 weiter wachsen. Vor allem der in den

meisten Ländern forcierte Infrastrukturbau und der

steigende private Wohnbau werden der Baustoffindustrie

markante Impulse geben. Holcim wird ausserdem

von der zusätzlichen Produktionskapazität

in Indien profitieren. In Australien werden die fortgesetzten

Regenfälle und verheerenden Überschwemmungen

die operativen Ergebnisse beider

Konzerngesellschaften im ersten Quartal 2011 negativ

beeinflussen. In der zweiten Jahreshälfte wird der

Wiederaufbau in Australien, aber auch in Neuseeland

zu steigenden Aktivitäten führen. Insgesamt darf

in der Konzernregion Asien, Ozeanien mit steigenden

Absatzmengen und höheren Umsätzen gerechnet

werden.


Corporate Governance

Holcim wendet für die Corporate Governance hohe Standards

an. Ziel ist die langfristige Sicherung von Wert und Erfolg des

Unternehmens, und zwar im Interesse der verschiedenen

Anspruchsgruppen: Kunden, Aktionäre, Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter, Kreditgeber, Lieferanten und der Gemeinwesen,

wo wir tätig sind.

Verantwortungsbewusstes Handeln

Oberste Zielsetzung einer wirkungsvollen Corporate

Governance ist der langfristige wirtschaftliche Erfolg

und die Stärkung der Reputation des Konzerns. Dazu

gehören die laufende Verbesserung der Entscheidungsprozesse

und Managementsysteme durch

rechtliche, organisatorische und ethische Richtlinien

und Empfehlungen sowie Massnahmen zur Steigerung

der Transparenz. Das Einhalten von internen und

externen Richtlinien, das frühzeitige Erkennen von

Geschäftsrisiken, die soziale Verantwortung gegenüber

Anspruchsgruppen und eine offene Kommunikation

zu allen relevanten Themen gehören zu den

Grundsätzen von Holcim. Seit 2004 ist der Code of

Conduct als Teil des Leitbilds für den ganzen Konzern

verbindlich.

Holcim strebt nach einem ausgewogenen Verhältnis

zwischen Führung und Kontrolle. Deshalb sind die

Funktionen des Verwaltungsratspräsidenten und des

CEO getrennt. Mit Ausnahme von Markus Akermann,

dem CEO der Holcim Ltd, sind alle Verwaltungsräte

unabhängig im Sinne des Swiss Code of Best Practice

for Corporate Governance. Seit der Einführung der

Einheitsnamenaktie im Jahr 2003 gilt auch der Grundsatz

“eine Aktie, eine Stimme”.

Die in diesem Kapitel veröffentlichten Informationen

entsprechen der Corporate-Governance-Richtlinie der

SIX Swiss Exchange (SIX) und den Offenlegungsbestimmungen

des Schweizerischen Obligationenrechts. Im

Interesse der Übersichtlichkeit wird auf andere Stellen

im Geschäftsbericht oder beispielsweise auf die Internetseite

von Holcim (www.holcim.com) verwiesen. Die

Seiten 91 und 92 dieses Berichts erläutern die Aufgaben

des Audit Committee, des Governance, Nomination &

Compensation Committee und das Organisationsreglement.

Konzernstruktur und Aktionariat

Die Holdinggesellschaft Holcim Ltd besteht nach schwei-

zerischem Recht auf unbestimmte Dauer. Sie hat ihren

Sitz in Rapperswil-Jona (Kanton St. Gallen, Schweiz).

Sie hält direkt und indirekt Beteiligungen an allen Gesellschaften,

die im Geschäftsbericht auf den Seiten 196 bis

198 aufgeführt sind.

Der Konzern ist nach geographischen Regionen organisiert.

Die Managementstruktur per 31. Dezember 2010

und deren Veränderungen im Jahr 2010 sind in diesem

Kapitel beschrieben. Das aktuelle Organigramm ist auf

Seite 31 abgebildet.

86 87


Corporate Governance

Holcim steht in keiner wechselseitigen Beteiligungsverflechtung

mit einer anderen Aktiengesellschaft.

Es bestehen bei Holcim weder Aktionärsbindungsverträge

noch Vereinbarungen bezüglich des Abstimmens

und Haltens von Holcim-Aktien.

Weitergehende Informationen zum Geschäftsverlauf,

zur Konzernstruktur und zum Aktionariat sind im

Geschäftsbericht auf folgenden Seiten zu finden:

Thema

Geschäftsverlauf

Seite(n)

in den einzelnen Konzernregionen 52–86

Segmentinformation 154–158

Wesentliche Gesellschaften

Angaben zu Holcim Ltd und den

196–198

kotierten Konzerngesellschaften 37, 197

Bedeutende Aktionäre 212

Kapitalstruktur

Im Jahr 2003 wurde die Einheitsnamenaktie eingeführt,

um den Anforderungen der internationalen Kapitalmärkte

an eine offene, transparente und fortschrittliche

Kapitalstruktur zu entsprechen und um die Attraktivität

insbesondere für institutionelle Anleger zu verbessern.

Das Aktienkapital der Holcim Ltd gliedert sich in

folgende Kategorien:

Aktienkapital

Das Aktienkapital ist eingeteilt in 327 086 376 Namenaktien

zu nominell je CHF 2. Per 31. Dezember 2010

beträgt das nominelle, voll einbezahlte Aktienkapital

der Holcim Ltd CHF 654 172 752.

Bedingtes Aktienkapital

Das Aktienkapital kann sich durch Ausgabe von höchstens

1 422 350 voll zu liberierenden Namenaktien von

je CHF 2 Nennwert um nominal CHF 2 844 700 erhöhen

(Stand 31. Dezember 2010). Das bedingte Kapital

kann zur Ausübung von Wandel- und/oder Optionsrechten,

welche in Verbindung mit Anleihens- oder

ähnlichen Obligationen der Gesellschaft oder einer

ihrer Konzerngesellschaften stehen, verwendet werden.

Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen.

Zum Bezug der neuen Aktien sind die jeweiligen

Inhaber von Wandel- und/oder Optionsrechten berechtigt.

Der Erwerb von Aktien durch die Ausübung

von Wandel- und/oder Optionsrechten sowie jede

nachfolgende Übertragung der Aktien unterliegen

den statutarischen Übertragungs- und Stimmrechtsbeschränkungen.

Per 31. Dezember 2010 waren keine

Anleihens- oder ähnlichen Obligationen der Gesellschaft

oder einer ihrer Konzerngesellschaften ausstehend,

die zur Wandlung in Aktienkapital berechtigen

würden; entsprechend wurden im Berichtsjahr

keine Wandlungen ausgeübt. Weitere Informationen

zu Wandel- und/oder Optionsrechten und den darauf

anwendbaren Bedingungen finden sich in den

Statuten der Holcim Ltd unter www.holcim.com/

corporate_governance.

Genehmigtes Aktienkapital/Genussscheine

Per 31. Dezember 2010 standen weder genehmigtes

Aktienkapital noch Genussscheine aus.

Zusätzliche Informationen finden Sie wie folgt:

Thema

Statuten Holcim Ltd

www.holcim.com/corporate_governance

Code of Conduct

www.holcim.com/corporate_governance

Veränderung des Eigenkapitals der Holcim Ltd 210

Informationen zum Jahr 2008 finden sich

im Geschäftsbericht 2009 auf Seite194

www.holcim.com/equity

Detaillierte Informationen zum bedingten Kapital

www.holcim.com/corporate_governance

Statuten, Art. 3bis Angaben zu den Aktien 36–39, 186, 212–213

Mit den Aktien verbundene Rechte

www.holcim.com/corporate_governance

Statuten, Art. 6, 9, 10

Regelungen betreffend Übertragbarkeit

der Aktien und Nominee-Eintragungen 95–96

www.holcim.com/corporate_governance

Statuten, Art. 4, 5

Optionen 184–185


Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat besteht aus 12 Mitgliedern, wovon 11

als unabhängig im Sinne des Swiss Code of Best Practice

for Corporate Governance gelten. CEO Markus Akermann

ist das einzige Exekutivmitglied im Verwaltungsrat. Entsprechend

Art. 15 der Statuten sind alle Mitglieder des

Verwaltungsrates Aktionäre der Gesellschaft.

Die biographischen Daten der Mitglieder des Verwal-

tungsrates finden sich auf den Seiten 98 bis 101.

Wegen Erreichens der Alterslimite ist H. Onno Ruding

an der ordentlichen Generalversammlung 2010 aus

dem Verwaltungsrat ausgetreten. Er war seit 2004

Mitglied des Gremiums. Der Verwaltungsrat drückte

ihm seinen aufrichtigen Dank für die geleisteten

Dienste aus.

Die Aktionäre haben Beat Hess in den Verwaltungsrat

gewählt. Er ist promovierter Jurist und Anwalt. Bis

Ende 2010 war er Chefjurist und Mitglied der Konzernleitung

der Royal Dutch Shell Gruppe, Den Haag.

Neue Verwaltungsräte werden detailliert in die Geschäftsfelder

der Gesellschaft eingeführt.

Der Verwaltungsrat trifft sich zu Sitzungen, sooft es

die Geschäfte erfordern, mindestens aber viermal pro

Jahr. Im Jahr 2010 fanden fünf ordentliche Sitzungen,

vier Private Meetings (Sitzungen ohne Teilnahme der

Konzernleitung) sowie eine Strategiesitzung statt. An

vier der ordentlichen Sitzungen hat der Verwaltungsrat

vollzählig teilgenommen, und an einer Sitzung

liess sich ein Mitglied entschuldigen. In der Regel

haben an den ordentlichen Verwaltungsratssitzungen

die Mitglieder der Konzernleitung als Gäste teilgenommen,

soweit sie durch die traktandierten Geschäfte

nicht selber betroffen waren. Die durchschnittliche

Dauer der einzelnen Sitzungen betrug 3,7 Stunden.

Zusammensetzung des Verwaltungsrates

Rolf Soiron Präsident 1

Andreas von Planta Vizepräsident

Markus Akermann Mitglied

Christine Binswanger Mitglied

Beat Hess Mitglied

Erich Hunziker Mitglied

Peter Küpfer Mitglied 2

Adrian Loader Mitglied

Thomas Schmidheiny Mitglied

Wolfgang Schürer Mitglied

Dieter Spälti Mitglied

Robert F. Spoerry Mitglied

1 Vorsitzender Governance, Nomination & Compensation Committee.

2 Vorsitzender Audit Committee.

Wahl und Amtsdauer des Verwaltungsrates

Die Mitglieder des Verwaltungsrates werden jeweils

einzeln und für eine Amtsdauer von drei Jahren

gewählt. Die Wahlen sind so gestaffelt, dass jährlich

etwa ein Drittel des Verwaltungsrates zur Wahl

ansteht. Verwaltungsräte können auf Antrag des

Governance, Nomination & Compensation Committee

durch den Verwaltungsrat zur Wiederwahl vorgeschlagen

werden. Das Governance, Nomination & Compensation

Committee stellt seinen Antrag auf der Basis

einer generellen Beurteilung der Leistung jedes einzelnen

Kandidaten beziehungsweise jeder Kandidatin.

Im Anschluss an vier dreijährige Amtszeiten schliesst

diese Beurteilung die Frage mit ein, weshalb eine

weitere Zugehörigkeit zum Verwaltungsrat im besten

Interesse der Gesellschaft liegt.

Die Mitglieder des Verwaltungsrates treten ohne

Rücksicht auf eine laufende Amtsdauer auf die erste

Generalversammlung nach Vollendung des siebzig-

sten Altersjahres von ihrem Amte zurück.

88 89


Corporate Governance

Weitere bedeutende schweizerische und ausländische Mandate des Verwaltungsrates ausserhalb des Holcim-Konzerns per 31.12.2010

Verwaltungsrat Mandat Funktion

Rolf Soiron Lonza Group AG, Basel* Präsident des Verwaltungsrates

Andreas von Planta SIX Swiss Exchange AG, Zürich Präsident des Regulatory Board

Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft, Basel* Präsident des Verwaltungsrates

Novartis AG, Basel* Mitglied des Verwaltungsrates

Christine Binswanger Herzog & de Meuron, Basel Senior Partner

Beat Hess Legal Director Royal Dutch Shell Gruppe, Den Haag* Mitglied der Geschäftsleitung

Nestlé S.A., Vevey* Mitglied des Verwaltungsrates

Erich Hunziker F. Hoffmann-La Roche AG, Basel* Mitglied der Geschäftsleitung

Chugai Pharmaceutical Co. Ltd., Tokyo* Mitglied des Verwaltungsrates

Genentech Inc., San Francisco Mitglied des Verwaltungsrates

Peter Küpfer GE Money Bank AG, Zürich Präsident des Verwaltungsrates

Julius Bär Gruppe AG, Zürich* Mitglied des Verwaltungsrates

Metro AG, Düsseldorf* Mitglied des Aufsichtsrates

Adrian Loader Lane, Clark & Peacock, London Mitglied des Advisory Board

GardaWorld, Montreal* Mitglied des International

Advisory Board

Thomas Schmidheiny Schweizerische Cement-Industrie-Aktiengesellschaft, Rapperswil-Jona Präsident des Verwaltungsrates

Spectrum Value Management Ltd., Rapperswil-Jona Präsident des Verwaltungsrates

Wolfgang Schürer Swiss Reinsurance Company, Zürich* Mitglied des

Swiss Re Advisory Panel

Dieter Spälti Rieter Holding AG, Winterthur* Mitglied des Verwaltungsrates

Schweizerische Cement-Industrie-Aktiengesellschaft, Rapperswil-Jona Mitglied des Verwaltungsrates

Spectrum Value Management Ltd., Rapperswil-Jona Mitglied des Verwaltungsrates

Robert F. Spoerry Mettler-Toledo International Inc., Greifensee* Präsident des Verwaltungsrates

Conzzeta Holding AG, Zürich* Mitglied des Verwaltungsrates

Geberit AG, Rapperswil-Jona* Mitglied des Verwaltungsrates

Schaffner Holding AG, Luterbach* Mitglied des Verwaltungsrates

Sonova Holding AG, Stäfa* Mitglied des Verwaltungsrates

* Kotierte Gesellschaft.


Seit 2002 bestehen die folgenden Fachausschüsse:

Audit Committee

Das Audit Committee unterstützt und berät den Ver-

waltungsrat bei der Wahrnehmung seiner Aufsichtspflichten

hinsichtlich der internen Kontrollsysteme.

Es prüft die Berichterstattung zuhanden des Verwaltungsrates

und beurteilt die Prozesse der externen

und internen Revision des Konzerns, es überprüft die

Risikomanagementsysteme des Konzerns und beurteilt

Finanzierungsfragen.

Zusammensetzung des Audit Committee

Peter Küpfer Vorsitzender

Andreas von Planta Mitglied

Dieter Spälti 1 Mitglied

1 Ab 6. Mai 2010; H. Onno Ruding bis 6. Mai 2010.

Alle Mitglieder sind unabhängig im Sinne des Swiss

Code of Best Practice for Corporate Governance, um

die für ein Audit Committee notwendige Objektivität

zu gewährleisten.

2010 fanden vier ordentliche Sitzungen des Audit

Committee statt. Mit einer Ausnahme haben alle

Mitglieder an allen Sitzungen des Audit Committee

vollzählig teilgenommen. An drei Sitzungen hat auch

die Revisionsstelle und an drei Sitzungen der Head of

Group Internal Audit zu einzelnen Traktanden teilgenommen.

Zudem nahmen an den Sitzungen des Audit

Committee jeweils auch der Präsident des Verwaltungsrates

(mit Ausnahme einer Sitzung), der CEO

und der CFO als Gäste teil. Die durchschnittliche

Dauer der einzelnen Sitzungen betrug 3,7 Stunden.

Das Committee hat 2010 insbesondere vom Stand des

IKS (Internes Kontrollsystem) Kenntnis genommen,

sich mit internen Weisungen befasst und sich mit

Finanzierungsfragen auseinandergesetzt. Die Audit

Committee Charter ist unter www.holcim.com/

corporate_governance abrufbar.

Governance, Nomination & Compensation Committee

Das Governance, Nomination & Compensation Committee

unterstützt den Verwaltungsrat bei der Planung

und Vorbereitung der Nachfolge auf Stufe Geschäftsleitung.

Es verfolgt Entwicklungen im Bereich der Entschädigung

des Verwaltungsrates und der Geschäfts-

leitung und erstattet dem Verwaltungsrat darüber

Bericht. Das Committee entscheidet über die Entschädigung

der Konzernleitung sowie über die Ziele und

Leistungsbeurteilung des CEO und informiert den Gesamtverwaltungsrat

über die getroffenen Entscheide.

Zusammensetzung

des Governance, Nomination & Compensation Committee

Rolf Soiron Vorsitzender

Erich Hunziker Mitglied

Thomas Schmidheiny Mitglied

Wolfgang Schürer Mitglied

Das Governance, Nomination & Compensation Committee

kam 2010 zu drei ordentlichen Sitzungen zusammen.

An allen Sitzungen des Committee haben,

mit einer Ausnahme, die Mitglieder vollzählig teilgenommen.

An den Sitzungen nahm jeweils auch der

CEO als Gast teil, sofern er durch die Traktanden nicht

selber betroffen war. Die durchschnittliche Dauer der

einzelnen Sitzungen betrug 3,8 Stunden.

Die Charter des Governance, Nomination & Compensation

Committee ist unter www.holcim.com/

corporate_governance verfügbar. Detailliertere Angaben

zur Tätigkeit des Governance, Nomination &

Compensation Committee, insbesondere zur Festlegung

von Entschädigungen, finden sich im Entschädigungsbericht,

der auf Seite 106 beginnt.

Kompetenzregelung

Die Kompetenzregelung zwischen dem Verwaltungsrat

und der Konzernleitung ist im Organisationsreglement

der Gesellschaft detailliert festgehalten. Das

Organisationsreglement findet sich auf unserer Website

unter www.holcim.com/corporate_governance.

Organisationsreglement

Das Organisationsreglement ist am 24. Mai 2002 in

Kraft getreten und wird gemäss Organisationsreglement

mindestens alle zwei Jahre überprüft und bei

Bedarf angepasst. Anpassungen erfolgten letztmals

im Jahr 2011.

Das Organisationsreglement wurde vom Verwaltungsrat

der Holcim Ltd gestützt auf Art. 716b des

Schweizerischen Obligationenrechts (OR) und Art. 19

der Statuten der Gesellschaft erlassen. Es ordnet die

90 91


Corporate Governance

Organisation des Verwaltungsrates und der Konzern-

leitung und regelt die Aufgaben und Befugnisse der

Exekutivorgane der Gesellschaft. Es regelt Einberu-

fung, Durchführung und Anzahl der durchzuführen-

den Verwaltungsrats- und Konzernleitungssitzungen

sowie die Aufgaben und Kompetenzen der Organe der

Firma. Das Organisationsreglement bestimmt die Auf-

gaben und Verantwortlichkeiten des Verwaltungsrats-

präsidenten und des CEO. Für den Fall, dass der Verwaltungsratspräsident

nicht unabhängig ist, sieht das

Organisationsreglement die Wahl eines Independent

Lead Director vor, welcher jährlich zu bestätigen ist.

Ebenso hat der Verwaltungsrat die Möglichkeit, Fachausschüsse

und bei Bedarf Ad-hoc-Ausschüsse für

Sonderaufgaben einzusetzen.

Als Teil der gesetzlich vorgeschriebenen, unübertrag-

baren Aufgaben des Verwaltungsrates legt dieser die

Unternehmensstrategie fest, genehmigt das konsoli-

dierte Konzernbudget, die Quartalsberichte (mit Aus-

nahme des Berichts über das erste Quartal, der durch

das Audit Committee genehmigt und freigegeben

wird), den Jahresbericht zur Unterbreitung an die

Jahresversammlung der Aktionäre und überprüft die

fachlichen Voraussetzungen der externen Revision.

Der Konzernleitung obliegt die operative Führung

und die Vorbereitung eines grossen Teils der Geschäfte

des Verwaltungsrates – einschliesslich Vorschlägen

für die Unternehmensstrategie – und die

Ausführung seiner Beschlüsse. Die Konzernleitung erlässt

in eigener Kompetenz Weisungen und Empfehlungen

mit konzernweiter Bedeutung; sie ist im

weiteren zuständig für die Wahl und Abwahl der Länderbereichsleiter,

Corporate Functional Managers,

Function Heads und CEOs der Konzerngesellschaften

sowie für die Nominierung der Verwaltungsräte und

Aufsichtsorgane der Konzerngesellschaften.

Im Rahmen der Budgetgenehmigung legt der Verwaltungsrat

einen Investitions- und Finanzierungsplafond

fest. Innerhalb dieses Plafonds entscheidet die

Konzernleitung in eigener Kompetenz über Finanzierungstransaktionen

und einmalige Investitionen und

Desinvestitionen bis zu einem Betrag von CHF 200

Millionen. Für darüber hinausgehende Beträge entscheidet

der Verwaltungsrat. Der Verwaltungsrat

wird über wesentliche Transaktionen, die im Entscheidungsbereich

der Konzernleitung liegen, regelmässig

informiert.

Die Mitglieder der Konzernleitung können, in Abspra-

che mit dem CEO, ihre Aufgaben in ihren jeweiligen

geographischen Zuständigkeitsbereichen an Länderbereichsleiter

oder funktional an Corporate Functional

Managers delegieren. Der CEO nimmt die Leistungsbeurteilung

der Konzernleitungsmitglieder vor und legt

nach Beratung mit dem Governance, Nomination &

Compensation Committee entsprechende Ziele fest.

Der CEO beaufsichtigt zusammen mit der Konzernleitung,

nach Begutachtung durch das Audit

Committee, das Business Risk Management. Der

Verwaltungsrat wird jährlich über die Risikosituation

informiert.

Das Organisationsreglement verpflichtet jedes Mit-

glied des jeweiligen Organs im Falle eines direkten

Interessenkonflikts, vor der Behandlung des entsprechenden

Geschäfts von sich aus in den Ausstand zu

treten. Die Mitglieder der Organe der Gesellschaft

sind verpflichtet, sämtliche Informationen und Dokumente,

welche sie im Zusammenhang mit ihrer Funktion

als Organe der Gesellschaft erhalten beziehungsweise

einsehen, vertraulich zu behandeln und Dritten

nicht zugänglich zu machen.

Alle zur Vertretung der Gesellschaft berechtigten Per-

sonen zeichnen mit Kollektivunterschrift zu zweien.

Informations- und Kontrollinstrumente

des Verwaltungsrates

Der Verwaltungsrat bestimmt, in welcher Weise er

über den Geschäftsgang des Unternehmens zu informieren

ist. Jedes Mitglied des Verwaltungsrates kann

Auskunft über alle Angelegenheiten des Konzerns

und der Gesellschaft verlangen. Jedes Mitglied des

Verwaltungsrates kann vom CEO über den Präsidenten

des Verwaltungsrates Auskunft verlangen. In den

Sitzungen des Verwaltungsrates sind alle anwesenden

Mitglieder der Konzernleitung zur Auskunft verpflichtet.

Alle Mitglieder des Verwaltungsrates haben

ein Einsichtsrecht in die Bücher und Akten, soweit

dies für die Erfüllung ihrer Aufgabe erforderlich ist.


1. Finanzielle Berichterstattung

Der Verwaltungsrat wird monatlich über den laufen-

den Geschäftsgang orientiert, verabschiedet die Quar-

talsberichterstattung und gibt sie zur Veröffentlichung

frei (mit Ausnahme des Berichts über das erste Quar-

tal, welcher vom Audit Committee verabschiedet und

freigegeben wird). Der Verwaltungsrat diskutiert den

Geschäftsbericht, nimmt von den Berichten der Revi-

sionsstelle Kenntnis und legt den Geschäftsbericht zur

Genehmigung der Generalversammlung vor.

Im Hinblick auf die Strategieentwicklung des Kon-

zerns werden dem Verwaltungsrat ein Strategieplan,

eine 5-Jahres-Finanzplanung und ein Jahresbudget

vorgelegt.

2. Business Risk Management

Holcim kann von einer langjährigen Erfahrung im

Business Risk Management (BRM) profitieren, das

1999 eingeführt wurde. Holcim hat den BRM-Prozess

im ganzen Konzern fest verankert. Er umfasst heute

alle konsolidierten Gesellschaften und deren relevanten

Geschäftsfelder.

Das BRM analysiert das konzernweite Risikoprofil und

unterstützt die strategischen Entscheidungsprozesse.

Daher ist der BRM-Prozess eng mit dem strategischen

Managementprozess des Konzerns verbunden. Alle

Risiken werden berücksichtigt, angefangen bei Marktrisiken

über betriebliche, finanzielle und rechtliche

Risiken bis hin zu externen Risikofaktoren aus dem

Geschäftsumfeld einschliesslich möglicher Compliance-

und Reputationsrisiken. Die Risikobetrachtung

beschränkt sich jedoch nicht nur auf eine Gefahrenanalyse,

sondern zeigt auch Massnahmen und mögliche

Chancen auf.

Die Risikolage des Konzerns wird “Top-Down” und

“Bottom-Up” beurteilt: Neben den Konzerngesellschaften

führt auch die Geschäftsleitung jährlich

eine Risikoanalyse durch. Der Verwaltungsrat analysiert

mindestens einmal jährlich die Konzernrisiken

und Chancen und diskutiert diese im Rahmen der

jährlichen Strategieüberprüfung mit der Konzernleitung.

Der BRM-Prozess ist in einzelne Prozessschritte unterteilt.

Zuerst werden die verschiedenen Risiken und

Chancen nach ihrer Auswirkung und Eintrittswahrscheinlichkeit

beurteilt und priorisiert. Hauptrisiken

werden vertieft auf ihre Ursachen untersucht. Im

dritten Schritt wird die Beurteilung der aktuellen

Risikosituation durch eine detailliertere Abschätzung

der Auswirkungen komplettiert. Dann wird festgelegt,

wie den einzelnen Risiken begegnet wird, welches

das konsolidierte Risikoprofil ist und welche risikomindernden

Massnahmen zu treffen sind. Im Laufe

des Jahres wird die Entwicklung der einzelnen Risiken

und Chancen systematisch verfolgt und darüber berichtet.

Die im Rahmen dieser Prozesse entstehenden

Informationen werden in einer speziell geschützten,

zentralen Datenbank gespeichert, die es den Konzerngesellschaften

auf der ganzen Welt ermöglicht, jederzeit

für Datenanalysen und Berichterstattung auf ihre

Informationen zuzugreifen. Die Verantwortlichkeiten

bezüglich der Risiken sind klar definiert. Die Konzernfunktion

Strategy & Risk Management ist für den

Ablauf des BRM-Prozesses und für die termingerechte

Risikoberichterstattung der Konzernleitung an den

Verwaltungsrat zuständig.

3. Interne Revision

Die interne Revision stellt die Aufrechterhaltung der

Prozess- und Informationsintegrität sicher. Weitere

Einzelheiten finden sich auf Seite 30. Die interne

Revision untersteht dem Präsidenten des Verwaltungsrates

und rapportiert regelmässig dem Audit

Committee. Die Mitglieder des Verwaltungsrates

haben jederzeit Zugang zur internen Revision. Das

Audit Committee legt jährlich zentrale Bereiche fest,

mit denen sich die interne Revision befassen muss,

und der Leiter der internen Revision berichtet dem

Audit Committee regelmässig über die Tätigkeit der

internen Revision.

92 93


Corporate Governance

Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung der Holcim Ltd setzt sich aus

dem CEO, den Mitgliedern der Konzernleitung, den

Länderbereichsleitern und den Corporate Functional

Managers zusammen. Die Aufgaben der Geschäftsleitung

sind in verschiedene Zuständigkeitsbereiche

nach Ländern, Sparten und Funktionen aufgeteilt,

für deren Führung je ein Mitglied der Konzernleitung

verantwortlich ist. Die Mitglieder der Konzernleitung

können im Rahmen ihres Zuständigkeitsbereichs

durch Länderbereichsleiter und Corporate Functional

Managers unterstützt werden.

Im Berichtsjahr haben sich auf Stufe der Geschäftsleitung

folgende Änderungen ergeben:

Der Verwaltungsrat hat Roland Köhler, Corporate

Functional Manager und verantwortlich für Corporate

Strategy & Risk Management, per 15. März 2010 zum

Mitglied der Konzernleitung ernannt. Als CEO der

Holcim Group Support Ltd (HGRS) leitet er die zentralen

Service- und Unterstützungsfunktionen.

Bill Bolsover ist per Ende März 2010 altershalber aus der

Funktion eines Länderbereichsleiters und Corporate

Functional Managers ausgeschieden. Bernard Terver,

CEO von Holcim US und Aggregate Industries US, wurde

per 1. April 2010 zum Länderbereichsleiter und Mitglied

der Geschäftsleitung der Holcim Ltd ernannt. In dieser

Position ist er auf Konzernebene zuständig für Holcim

US und Aggregate Industries US. Er rapportiert direkt an

Konzernleitungsmitglied Benoît-H. Koch.

Am 1. Juli 2010 hat Ian Thackwray, Mitglied der Kon-

zernleitung seit Jahresanfang 2010, die Nachfolge

von Tom Clough angetreten, der Ende Juni in Pension

gegangen ist. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören

die Gesellschaften in Ostasien, inklusive China,

die Philippinen, Ozeanien sowie Süd- und Ostafrika.

Thomas Aebischer, CFO von Holcim US, wurde per

1. Januar 2011 in die Konzernleitung berufen. Er übernimmt

am 1. April 2011 die Verantwortung als CFO des

Konzerns von Theophil H. Schlatter, der per Ende März

2011 in Pension geht. Dies ist ein weiterer Schritt im

Rahmen der systematischen Nachfolgeplanung, die

durch Konzernleitung und Verwaltungsrat durchgeführt

und überwacht wird.

In diesem Rahmen hat auch Andreas Leu, Länderbereichsleiter

und Mitglied der Geschäftsleitung der

Holcim Ltd, am 1. Januar 2011 in der Konzernleitung

Einsitz genommen. Er hat die Verantwortung für

Lateinamerika von Thomas Knöpfel übernommen, der

Ende 2010 von dieser Funktion zurücktrat.

Urs Fankhauser, Technischer Direktor der Region Osteuropa,

wurde per 1. Januar 2011 zum Länderbereichsleiter

und Mitglied der Geschäftsleitung der Holcim

Ltd ernannt. Er ist zuständig für die Märkte in Ostund

Südosteuropa und rapportiert direkt an Konzernleitungsmitglied

Urs Böhlen.

Konzernleitung

Im Berichtsjahr bestand die Konzernleitung der Holcim

Ltd aus zehn respektive neun Mitgliedern. Keines der

Konzernleitungsmitglieder übt wichtige Tätigkeiten

ausserhalb des Holcim-Konzerns aus oder hat bedeutende

andere Interessenbindungen.

Zusammensetzung der Konzernleitung

Markus Akermann CEO

Thomas Aebischer 1 Mitglied

Urs Böhlen Mitglied

Tom Clough 2 Mitglied

Patrick Dolberg Mitglied

Paul Hugentobler Mitglied

Thomas Knöpfel 3 Mitglied

Benoît-H. Koch Mitglied

Roland Köhler 4 Mitglied, CEO HGRS

Andreas Leu 5 Mitglied

Theophil H. Schlatter 6 CFO

Ian Thackwray Mitglied

1 Ab 1. Januar 2011 Mitglied der Konzernleitung; ab 1. April 2011 CFO.

2 Bis 30. Juni 2010.

3 Bis 31. Dezember 2010.

4 Ab 15. März 2010.

5 Ab 1. Januar 2011.

6 Bis 31. März 2011.

Die biographischen Daten der Mitglieder der Konzernleitung

finden sich auf den Seiten 102 und 103. Die regionale

respektive funktionale Verantwortung ist aus

dem Organigramm auf Seite 31 ersichtlich.


Länderbereichsleitung

Die einzelnen Konzernleitungsmitglieder werden

durch Länderbereichsleiter unterstützt.

Zusammensetzung der Länderbereichsleitung

Bill Bolsover 1 Aggregate Industries

Javier de Benito Mittelmeerraum,

Indischer Ozean,

Westafrika

Urs Fankhauser 2 Ost- und Südosteuropa

Andreas Leu3 Kolumbien, Ecuador,

Argentinien, Chile,

Brasilien

Aidan Lynam Bangladesch, Malaysia,

Singapur, Sri Lanka,

Vietnam

Bernard Terver 4 Holcim US,

Aggregate Industries US

1 Bis 31. März 2010.

2 Ab 1. Januar 2011.

3 Bis 31. Dezember 2010.

4 Ab 1. April 2010.

Die biographischen Daten der Mitglieder der Länderbereichsleitung

finden sich auf Seite 104.

Corporate Functional Managers

Die Corporate Functional Managers sind für die Führung

bestimmter Fach- und Aufgabenbereiche verantwortlich

und rapportieren an den CEO HGRS.

Zusammensetzung des Corporate Functional Management

Bill Bolsover 1 Aggregates & Construction

Materials Services

Jacques Bourgon Cement Manufacturing

Services

Roland Köhler 2 Strategy & Risk Management

Stefan Wolfensberger Commercial Services

1 Bis 31. März 2010.

2 Bis 15. März 2010.

Die biographischen Daten der Corporate Functional

Managers finden sich auf Seite 105.

Managementverträge

Holcim unterhält keinerlei Managementverträge mit

Gesellschaften oder natürlichen Personen ausserhalb

des Konzerns.

Entschädigung, Beteiligungen und Darlehen

Detaillierte Angaben über die Entschädigung des

Verwaltungsrates und der Geschäftsleitung sind

im Entschädigungsbericht (Seite 106) und im Konzernabschluss

(Seite 189, Erläuterung 41) enthalten.

Mitwirkungsrechte der Aktionäre

Stimmrechtsbeschränkung und Stimmrechtsvertretung

An der Generalversammlung sind alle Namenaktionäre

teilnahme- und stimmberechtigt, die zum Zeitpunkt des

in der Einladung zur Generalversammlung bekanntgegebenen

Datums, ungefähr eine Woche vor der ordentlichen

Generalversammlung, im Aktienbuch eingetragen

sind (das genaue Datum wird mit der Einladung zur

Generalversammlung bekanntgegeben). Treuhänderisch

gehaltene Aktien und Aktien, für welche keine Erklärung

im Sinne des Reglementes des Verwaltungsrates über

die Eintragung von Aktionären ins Aktienbuch der

Holcim Ltd abgegeben wurde, werden ins Aktienbuch

ohne Stimmrecht eingetragen. Aktionäre, die nicht persönlich

an der Generalversammlung teilnehmen, können

sich durch einen anderen Aktionär, durch die Bank

als Depotvertreter, durch die Gesellschaft als Organvertreter

oder durch den unabhängigen Stimmrechtsvertreter

vertreten lassen. Das Stimmrecht ist keinerlei Beschränkungen

unterworfen. Jede Aktie hat eine Stimme.

Statutarische Quoren

Die Generalversammlung ist in der Regel beschlussfähig

ohne Rücksicht auf die Zahl der vertretenen

Aktien oder der anwesenden Aktionäre. Sie fasst ihre

Beschlüsse mit absoluter Mehrheit der vertretenen

Stimmen, vorbehältlich der Bestimmung von Art. 704

Abs. 1 OR und der Bestimmungen des Schweizerischen

Fusionsgesetzes. Beschlüsse können in diesen Fällen

nur mit dem entsprechenden qualifizierten Mehr der

vertretenen Stimmen gefasst werden.

Gemäss Art. 10 Abs. 2 der Statuten und in Ergänzung zu

Art. 704 Abs. 1 OR kann die Generalversammlung die

Aufhebung der Beschränkung von Art. 5 der Statuten

(Eintragungen im Aktienbuch), die Wegbedingung der

Angebotspflicht gemäss Art. 22 Abs. 3 des Börsengesetzes

sowie die Änderung oder Abschaffung dieses Abs. 2

des Art. 10 der Statuten nur beschliessen, wenn mindestens

zwei Drittel der vertretenen Stimmen und die

absolute Mehrheit der vertretenen Aktiennennwerte

zugestimmt haben.

94 95


Corporate Governance

Der Vorsitzende kann Abstimmungen und Wahlen an

der Generalversammlung auch mittels elektronischem

Verfahren durchführen lassen. Elektronische Abstim-

mungen und Wahlen sind geheimen Abstimmungen

und Wahlen gleichgestellt.

Einberufung der Generalversammlung

und Traktandierung

Die ordentliche Generalversammlung findet alljährlich

spätestens sechs Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres

statt. Sie wird vom Verwaltungsrat einberufen,

wobei die Einladung mindestens zwanzig Tage vor der

Versammlung unter Bezeichnung der Traktanden und

Anträge publiziert wird. Aktionäre, die Aktien im Nennwert

von mindestens einer Million Franken vertreten,

können die Traktandierung eines Verhandlungsgegenstandes

verlangen. Ein entsprechendes Gesuch ist

dem Verwaltungsrat mindestens vierzig Tage vor der

Generalversammlung schriftlich und unter Angabe

der Anträge einzureichen. Die Einladungen sowie die

Protokolle zu den Generalversammlungen werden

unter www.holcim.com/AGM2011 publiziert.

Eintragungen im Aktienbuch

Die Gesellschaft führt über die Namenaktien ein Aktienbuch,

in welches die Eigentümer und Nutzniesser mit

Namen und Adresse eingetragen werden. Im Verhältnis

zur Gesellschaft gilt als Aktionär oder Nutzniesser von

Namenaktien nur, wer im Aktienbuch eingetragen ist.

Erwerber von Namenaktien werden auf Gesuch als Aktionäre

mit Stimmrechten im Aktienbuch eingetragen,

wenn sie ausdrücklich erklären, die Aktien in eigenem

Namen und für eigene Rechnung erworben zu haben.

Ausnahmen zu dieser Regel bestehen für Nominees

(Personen, die nicht ausdrücklich erklären, die Aktien für

eigene Rechnung zu halten), die mit der Gesellschaft

eine Vereinbarung über ihre Stellung abgeschlossen

haben und einer anerkannten Bank- oder Finanzmarktaufsicht

unterstehen.

Das Aktienbuch wird ungefähr eine Woche vor dem

Termin der ordentlichen Generalversammlung (das

genaue Datum wird in der Einladung zur ordentlichen

Generalversammlung bekanntgegeben) geschlossen.

Im übrigen richten sich die Mitwirkungs- und Schutzrechte

der Aktionäre nach dem Schweizerischen Obligationenrecht.

Diese Ausführungen beinhalten Auszüge aus den Statuten

der Holcim Ltd. Eine vollständige Version ist auf

www.holcim.com/corporate_governance einzusehen.

Kontrollwechsel und Abwehrmassnahmen

Die Statuten enthalten keine Wegbedingung der Pflicht

zur Unterbreitung eines öffentlichen Kaufangebots

gemäss den Art. 32 und 52 des Schweizerischen Börsengesetzes

(sog. Opting-out). Dies hat zur Folge, dass ein

Aktionär, der direkt, indirekt oder in gemeinsamer

Absprache mit Dritten Beteiligungspapiere der Gesellschaft

erwirbt und damit zusammen mit den Papieren,

die er bereits besitzt, den Grenzwert von 331 ⁄3 Prozent

der Stimmrechte der Gesellschaft überschreitet, ein

Angebot für alle kotierten Beteiligungspapiere der

Gesellschaft unterbreiten muss.

Es bestehen keine Kontrollwechselklauseln.

Revisionsstelle

Im Rahmen ihrer Prüfungstätigkeit informiert die Revisionsstelle

das Audit Committee und die Konzernleitung

regelmässig über ihre Feststellungen und über

Verbesserungsvorschläge. Das Audit Committee beurteilt

unter Berücksichtigung der Berichterstattung und

Beurteilungen durch die Konzerngesellschaften die

Leistung der Revisionsstelle sowie deren Honorierung,

wobei es sich an den Marktgegebenheiten orientiert.

Das Audit Committee legt die Schwerpunkte der Revision

fest, gibt der Revisionsstelle Empfehlungen und

macht Verbesserungsvorschläge. Die Revisionsstelle

hat im Jahr 2010 an drei Sitzungen des Audit Committee

zu einzelnen Traktanden teilgenommen.

Revisionsstelle der Holcim Ltd ist seit dem Geschäfts-

jahr 2002 Ernst & Young AG, Zürich. Deren Partner

Christoph Dolensky (seit 2004) ist mit der Leitung des

Revisionsmandates beauftragt und wird dabei seit

2007 von Partner Willy Hofstetter unterstützt. Die

Rotation des leitenden Revisors erfolgt gemäss den

gesetzlichen Bestimmungen in Art. 730a OR. Die Revisionsstelle

wird von der Generalversammlung jeweils

für ein Jahr gewählt.

Die folgenden Honorare sind für erbrachte Dienstleistungen

im Konzern von Ernst &Young für die

Geschäftsjahre 2010 und 2009 in Rechnung gestellt

worden:


Mio. CHF 2010 2009

Revisionsdienstleistungen 1 12,4 11,9

Revisionsnahe Aufwendungen 2 0,9 2,5

Steuerberatung 0,6 0,6

Sonstige Dienstleistungen 3 0,3 0,1

Total 14,2 15,1

1 Dieser Betrag beinhaltet sowohl die Honorare der durch Ernst & Young geprüften Einzelabschlüsse von Konzerngesellschaften als auch

das Honorar für die Prüfung der Konzernrechnung.

2 Revisionsnahe Aufwendungen umfassen unter anderem Aufwendungen für Due-Diligence-Prüfungen, Comfort Letters, Beratung in

Rechnungslegungsfragen, Prüfungen der Informationssysteme und Prüfungen der internen Kontrollen.

3 Sonstige Dienstleistungen beinhalten unter anderem Honorare für buchhalterische, aktuarielle und rechtliche Beratung.

Informationspolitik

Holcim Ltd informiert Aktionäre, Kapitalmarkt, Mitar-

beitende und die weitere Öffentlichkeit transparent

und zeitgerecht über die unternehmerischen Leistun-

gen, inklusive Erreichung der Nachhaltigkeitszielset-

zungen. Mit den wichtigsten Anspruchsgruppen wird

ein offener Dialog gepflegt, der auf gegenseitigem

Respekt und Vertrauen basiert. So werden das Wissen

über das Unternehmen und das Verständnis für Ziele,

Strategie und Geschäftstätigkeit des Unternehmens

gefördert.

Als börsenkotiertes Unternehmen ist Holcim Ltd

zur Bekanntgabe kursrelevanter Tatsachen (Ad-hoc-

Publizität, Art. 53 und 54 SIX-Kotierungsreglement)

verpflichtet. Für Verwaltungsrats- und Geschäftsleitungsmitglieder

gelten die SIX-Richtlinien betreffend

Offenlegung von Managementtransaktionen.

Sie sind auf der Internetseite der SIX abrufbar

(www.six-exchange-regulation.com/regulation/

directives/being_public_en.html).

Die wichtigsten Informationsquellen sind der

Geschäftsbericht und die Quartalsberichte, die Inter-

netseite (www.holcim.com), Medienmitteilungen,

Pressekonferenzen, Meetings für Finanzanalysten und

Investoren sowie die jährliche Generalversammlung.

Unser Engagement für Nachhaltigkeit ist in diesem

Geschäftsbericht auf den Seiten 40 bis 47 beschrieben.

Aktuelle Informationen im Bereich der nachhaltigen

Entwicklung sind unter www.holcim.com/sustainable

verfügbar. 2012 wird Holcim Ltd ihren sechsten Nachhaltigkeitsbericht

veröffentlichen.

Die Termine für die finanzielle Berichterstattung

sind im Geschäftsbericht auf den Seiten 39 und 218

aufgeführt.

Ansprechpartner für Ihre spezifischen Fragen

zu Holcim sind:

Corporate Communications, Roland Walker

Telefon +41 58 858 87 10, Fax +41 58 858 87 19

communications@holcim.com

Investor Relations, Bernhard A. Fuchs

Telefon +41 58 858 87 87, Fax +41 58 858 80 09

investor.relations@holcim.com

96 97


Corporate Governance

Verwaltungsrat 1

Rolf Soiron, Schweizer Staatsbürger, geboren 1945, Präsident des Verwaltungsrates seit 2003, gewählt bis 2013,

Vorsitzender des Governance, Nomination & Compensation Committee. Er studierte an der Universität Basel

Geschichte und promovierte 1972 zum Dr. phil. Er startete seine berufliche Karriere 1970 bei Sandoz in Basel, wo

er verschiedene Positionen innehatte, zuletzt war er als Delegierter des Verwaltungsrates der Sandoz Pharma

AG für den weltweiten Pharmabereich zuständig. Von 1993 bis Ende Juni 2003 führte er die Jungbunzlauer-

Gruppe in Basel (international führender Hersteller von Zitronensäure und verwandten Produkten), zuletzt als

Delegierter des Verwaltungsrates. Von 1996 bis März 2005 war er nebenamtlich Präsident der Universität Basel.

Von Anfang 2003 bis Frühjahr 2010 war er Verwaltungsratspräsident von Nobel Biocare. Im April 2005 wurde er

zum Vorsitzenden des Verwaltungsrates der Lonza Group AG, Basel, ernannt. 2009 wurde er in den Vorstand der

Dachorganisation der Schweizer Wirtschaft “economiesuisse” gewählt und übernahm das Stiftungsratspräsi-

dium des Think Tank “Avenir Suisse”. Zudem ist er Mitglied im Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)

in Genf. Er ist auch Mitglied des Stiftungsrates des Graduate Institute of International and Development Studies

in Genf. Er wurde 1994 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt.

Andreas von Planta, Schweizer Staatsbürger, geboren 1955, Vizepräsident des Verwaltungsrates seit Mai 2005,

gewählt bis 2011, Mitglied des Audit Committee. Er studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Basel

(Dr. iur. 1981) und Columbia, New York (LL.M. 1983). Er begann seine berufliche Karriere 1983 als Anwalt bei Lenz &

Staehelin in Genf, einer international tätigen Anwaltskanzlei. 1988 wurde er zum Partner ernannt und war von

2002 bis Ende 2005 Managing Partner. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit Gesellschaftsrecht, Finanzierungen

und Mergers & Acquisitions. Er amtiert als Präsident des Verwaltungsrates der Schweizerischen National-Versicherungs-Gesellschaft,

Basel, ist Mitglied des Verwaltungsrates von Novartis AG, Basel, und Präsident des Regulatory

Board der SIX Swiss Exchange AG in Zürich. Er wurde 2003 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt.

Markus Akermann, Schweizer Staatsbürger, geboren 1947, CEO, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2013.

Er studierte an der Universität St. Gallen (lic. oec. HSG 1973) und an der University of Sheffield, Grossbritannien,

Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er startete seine Berufskarriere 1975 beim damaligen Schweizerischen

Bankverein. 1978 wechselte er zu Holcim, wo er in diversen Positionen, unter anderem als Länderbereichsleiter

für Lateinamerika und Holcim Trading, tätig war. Seit 1993 ist er Mitglied der Konzernleitung und war verantwortlich

für Lateinamerika und die internationalen Handelsaktivitäten. Per 1. Januar 2002 wurde er zum CEO

ernannt und anlässlich der Generalversammlung 2002 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt.

Christine Binswanger, Schweizer Staatsbürgerin, geboren 1964, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2011.

Sie ist diplomierte Architektin der ETH Zürich und seit 1994 Partner bei Herzog & de Meuron Architekten, Basel.

2001 war sie Gastdozentin an der EPFL Lausanne. 2004 wurde ihr vom Bundesamt für Kultur der Meret Oppenheim

Preis für Architektur verliehen. Sie wurde 2008 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt.

1 Weitere Informationen zu bedeutenden schweizerischen und ausländischen Mandaten des Verwaltungsrates ausserhalb des Holcim-

Konzerns sind auf Seite 90 zu finden.


Beat Hess, Schweizer Staatsbürger, geboren 1949, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2013. Er ist promo-

vierter Jurist und Anwalt. Von 1977 bis 2003 war er erst als Rechtskonsulent und später als Chefjurist des ABB-

Konzerns tätig. Von 2004 bis Ende 2010 war Beat Hess Chefjurist und Mitglied der Konzernleitung der Royal

Dutch Shell Gruppe, Den Haag, Niederlande. Er ist auch Mitglied des Verwaltungsrates der Nestlé S.A., Vevey,

Schweiz.

Erich Hunziker, Schweizer Staatsbürger, geboren 1953, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2011, Mitglied

des Governance, Nomination & Compensation Committee. Er studierte an der ETH Zürich Maschinenbau und

Betriebswissenschaften und erlangte 1983 den Dr. sc. techn. Im gleichen Jahr kam er zu Corange AG (Holding der

Boehringer-Mannheim-Gruppe), wo er 1997 zum CFO ernannt wurde und unter anderem das Projekt der finanziellen

Aspekte des Verkaufs der Corange-Gruppe an die F. Hoffmann-La Roche AG leitete. Von 1998 bis 2001 war

er als CEO bei der Diethelm Group respektive der Diethelm Keller Holding AG tätig. Von 2001 bis Ende März 2011

amtete er bei der F. Hoffmann-La Roche AG als CFO und Mitglied der Konzernleitung. Zusätzlich zu seiner Funktion

als Chief Financial Officer wurde er im Jahr 2005 zum stellvertretenden Vorsitzenden der Roche-Konzernleitung

ernannt. Seit 2004 ist er Mitglied des Verwaltungsrates der Genentech Inc., USA. 2006 wurde er in den Verwaltungsrat

der Chugai Pharmaceutical Co. Ltd., Japan, gewählt. Er wurde 1998 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd

gewählt.

Peter Küpfer, Schweizer Staatsbürger, geboren 1944, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2013, Vorsitzender

des Audit Committee. Als dipl. Wirtschaftsprüfer startete er seine Karriere bei der Revisuisse Pricewaterhouse

AG in Basel und Zürich, wo er zuletzt als Direktionsmitglied tätig war. Von 1985 bis 1989 war er als CFO

bei der Financière Credit Suisse First Boston sowie der CS First Boston, New York, tätig; von 1989 bis 1996 bei

der CS Holding, Zürich, als Mitglied der Geschäftsleitung. Seit 1997 ist er selbständiger Unternehmensberater.

Er wurde 2002 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt.

Adrian Loader, britischer Staatsbürger, geboren 1948, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2012. Er verfügt

über einen Abschluss in Geschichte der Universität Cambridge und ist Mitglied des Chartered Institute of

Personnel and Development. Er begann seine Karriere 1969 bei Bowater und stiess ein Jahr später zu Shell.

Bis 1998 bekleidete er verschiedene Führungsfunktionen in Lateinamerika, Asien, Europa und auf Konzernstufe.

1998 wurde er zum Generaldirektor von Shell Europe Oil Products ernannt und 2004 zum Direktor für Strategische

Planung, Nachhaltige Entwicklung und Externe Angelegenheiten befördert. Seit 2005 leitete er die

Direktion für Strategie und Geschäftsentwicklung der Royal Dutch Shell. 2007 wurde er Präsident und CEO

von Shell Canada, wo er per Jahresende in den Ruhestand trat. Im Januar 2008 wurde er in den Verwaltungsrat

der Candax Energy Inc., Toronto, gewählt und zum Vorsitzenden ernannt. Er trat Ende Juni 2010 von dieser

Position zurück. Er ist Mitglied des Advisory Board von Lane, Clark & Peacock in London und Mitglied des

International Advisory Board von GardaWorld, Montreal, Kanada. Er wurde 2006 in den Verwaltungsrat der

Holcim Ltd gewählt.

98 99


Corporate Governance

Thomas Schmidheiny, Schweizer Staatsbürger, geboren 1945, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2012,

Mitglied des Governance, Nomination & Compensation Committee. Er studierte an der ETH Zürich Maschinenbau

und ergänzte seine Studien mit dem MBA am IMD (1972). 1999 wurde ihm von der Tufts University, Massachusetts,

USA, der Dr. h.c. für seine Verdienste im Bereich nachhaltige Entwicklung verliehen. Er startete seine

Karriere 1970 bei Cementos Apasco als Technischer Direktor und wurde 1976 in die Konzernleitung von Holcim

berufen, wo er von 1978 bis 2001 den Vorsitz innehatte. Er wurde 1978 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt,

und von 1984 bis 2003 war er Präsident des Verwaltungsrates.

Wolfgang Schürer, Schweizer Staatsbürger, geboren 1946, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2012, Mitglied

des Governance, Nomination & Compensation Committee. Er studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

an der Universität St. Gallen, welche ihm im Jahr 1999 den Dr. h.c. verlieh. Er ist Verwaltungsratspräsident und

Delegierter der MS Management Service AG, St. Gallen (internationale Beratung mit den Schwerpunkten Strategie

und Risikobeurteilung für multinationale Firmen in Asien, Nordamerika, Afrika, Europa und im Mittleren Osten

sowie bei Mandaten im internationalen regulatorischen Umfeld). Er ist Präsident der Foundation Lindau Nobelprizewinners

Meetings am Bodensee und ständiger Gastprofessor für Public Affairs an der Universität St. Gallen.

Seit 2006 dient er als Mitglied dem Swiss Re Advisory Panel und seit 2009 als Mitglied dem T-System Council for

European Affairs and Economy. Er wurde 1997 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt.


Dieter Spälti, Schweizer Staatsbürger, geboren 1961, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2012, Mitglied des

Audit Committee. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und promovierte im Jahr 1989

(Dr. iur.). Seine berufliche Karriere startete er bei der Bank of New York in New York als Kreditsachbearbeiter, von

wo er 1991 als CFO zu Tyrolit (Swarovski Group), Innsbruck und Zürich, wechselte. Von 1993 bis 2001 war er bei

McKinsey & Company, zuletzt als Partner, tätig und in zahlreiche Projekte mit Industrie-, Finanz- und Technologieunternehmungen

in Europa, den USA und Südostasien involviert. Im Oktober 2002 trat er als Partner in die

Spectrum Value Management Ltd. (führt alle privaten und industriellen Beteiligungen der Familie Thomas

Schmidheiny), Rapperswil-Jona, ein. Seit 2006 ist er CEO der Spectrum Value Management Ltd. Er wurde 2003

in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd gewählt.

Robert F. Spoerry, Schweizer Staatsbürger, geboren 1955, Mitglied des Verwaltungsrates, gewählt bis 2011. Er studierte

an der ETH Zürich (Dipl. Masch. Ing. 1981) und an der Universität Chicago (MBA 1983). Seit 1983 ist er bei

Mettler-Toledo International Inc. tätig und leitete das Unternehmen von 1993 bis 2007 als CEO. 1998 wurde er

Präsident des Verwaltungsrates. Er ist auch Mitglied des Verwaltungsrates der Conzzeta Holding AG, der Geberit

AG, der Schaffner Holding AG und der Sonova Holding AG. Er wurde 2008 in den Verwaltungsrat der Holcim Ltd

gewählt.

100 101


Corporate Governance

Konzernleitung

Markus Akermann, seine biographischen Daten sind unter der Rubrik Verwaltungsrat auf Seite 98 aufgeführt.

Thomas Aebischer, Schweizer Staatsbürger, geboren 1961. Thomas Aebischer ist dipl. Wirtschaftsprüfer und

Absolvent des Advanced Management Program der Harvard Business School. Er begann seine Karriere bei der

Steuerbehörde des Kantons Bern. Von 1988 bis 1996 war er für PricewaterhouseCoopers in Hong Kong und

Zürich tätig. 1996 stiess er zu Holcim Group Support Ltd und war von 1998 bis 2002 Head Corporate Controlling.

Von 2002 bis 2003 war er CFO von Holcim Apasco in Mexiko und seither CFO von Holcim US. Der Verwaltungsrat

der Holcim Ltd hat ihn 2010 zum Mitglied der Konzernleitung ernannt. Er hat ab Jahresanfang 2011 in diesem

Gremium Einsitz genommen. Am 1. April wird er die Nachfolge von CFO Theophil H. Schlatter antreten, der Ende

März 2011 in Pension gehen wird.

Urs Böhlen, Schweizer Staatsbürger, geboren 1950. Urs Böhlen studierte Betriebswirtschaft an der Universität

Bern (lic. rer. pol. 1977) und ergänzte seine Ausbildung 1991 an der Stanford Business School. Von 1977 bis 1979

arbeitete er als Projektleiter im Bereich Rechnungswesen bei der Schweizerischen Bankgesellschaft. Von 1980

bis 1985 war er Leiter Controlling der Autophon AG. Er stiess 1985 zu Holcim, wo er nach diversen Tätigkeiten

1989 die Gesamtleitung der ehemaligen Cementfabrik “Holderbank” in Rekingen übernahm. Von 1992 bis 1998

war er CEO der Holcim (Schweiz) AG und danach Länderbereichsleiter der Holcim Ltd für Osteuropa und die

Region GUS/Kaspisches Meer. Seit 1. November 2008 ist er als Mitglied der Konzernleitung verantwortlich für

Ost- und Südosteuropa einschliesslich der Region GUS/Kaspisches Meer.

Patrick Dolberg, belgischer Staatsbürger, geboren 1955. Patrick Dolberg besitzt einen MBA der Solvay Business

School, Belgien. Seine berufliche Karriere begann er bei Exxon Chemical. Von 1984 bis 1986 war er im Verkauf

und Marketing bei der Unilever-Gruppe und bei Exxon Chemical tätig. Danach folgten Managementpositionen

bei Exxon Chemical International und Monsanto. 1991 stiess Patrick Dolberg zum Holcim-Konzern. Von 1992

bis Ende 1996 war er General Manager von Scoribel, einer belgischen Konzerngesellschaft von Holcim. 1997

übernahm er für Holcim die Leitung einer Konzerngesellschaft in Australien. Ende 1998 wurde er zum CEO

von St. Lawrence Cement (heute Holcim Kanada) ernannt, und seit März 2003 war Patrick Dolberg CEO von

Holcim US. Per 1. November 2008 hat er als Mitglied der Konzernleitung der Holcim Ltd die Länderverantwortung

für Belgien, Frankreich, die Niederlande, Deutschland, die Schweiz und Italien übernommen.

Paul Hugentobler, Schweizer Staatsbürger, geboren 1949. Paul Hugentobler, dipl. Ing. ETH und lic. oec. HSG, stiess

1980 als Projektmanager zur heutigen Holcim Group Support Ltd und wurde 1994 zum Länderbereichsleiter der

Holcim Ltd ernannt. Von 1999 bis 2000 war er zudem CEO der Siam City Cement (Public) Company Limited mit

Sitz in Bangkok, Thailand. Seit 1. Januar 2002 ist er Mitglied der Konzernleitung und verantwortlich für Südasien

und ASEAN ohne Philippinen.


Benoît-H. Koch, französischer und brasilianischer Staatsbürger, geboren 1953. Benoît-H. Koch absolvierte seine

Ausbildung zum Ingenieur an der ETH Zürich. Er stiess 1977 zu Holcim, wo er bis 1992 diverse Positionen bei

Konzerngesellschaften in Brasilien, Frankreich, Belgien und der Schweiz innehatte. Seit 1992 ist er Mitglied der

Konzernleitung und heute verantwortlich für Nordamerika, UK und Norwegen, den Mittelmeerraum, inklusive

Iberische Halbinsel, und den internationalen Handel.

Roland Köhler, Schweizer Staatsbürger, geboren 1953. Roland Köhler studierte an der Universität Zürich Betriebswirtschaft.

1988 übernahm er bei der schweizerischen Hunziker Baustoffgruppe die Leitung Finanzen und

Administration. 1994 wechselte er als Unternehmensberater zu Holcim Group Support Ltd. Von 1995 bis 1998

war er für die Dienststelle Corporate Controlling und von 1999 bis Ende 2001 für Business Risk Management

zuständig. Seit 2002 war er verantwortlich für Corporate Strategy & Risk Management. Per 1. Januar 2005

wurde Roland Köhler zum Corporate Functional Manager ernannt, verantwortlich für Corporate Strategy &

Risk Management. Der Verwaltungsrat der Holcim Ltd hat Roland Köhler per 15. März 2010 zum Mitglied der

Konzernleitung ernannt. In dieser Funktion leitet er als CEO der Holcim Group Support Ltd (HGRS) die zentralen

Service- und Unterstützungsfunktionen des Konzerns.

Andreas Leu, Schweizer Staatsbürger, geboren 1967. Andreas Leu studierte Betriebswirtschaft an der Universität

St. Gallen und hat einen MBA der Johnson Graduate School der Cornell University. Nach seiner Tätigkeit beim

Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) trat er 1999 als Consultant in die Dienste von Holcim Group

Support Ltd. 2002 folgte die Ernennung zum General Manager von Holcim Centroamérica, bevor er 2003 die

Position des CEO von Holcim Ecuador übernahm. Während 2006 und 2007 war er auch CEO von Holcim Venezuela.

Per 1. August 2008 wurde Andreas Leu zum Länderbereichsleiter der Holcim Ltd ernannt, zuständig für

Kolumbien, Ecuador, Argentinien, Chile und Brasilien. Am 1. Januar 2011 hat Andreas Leu in der Konzernleitung

Einsitz genommen und die Verantwortung für Lateinamerika von Thomas Knöpfel übernommen, der Ende 2010

von dieser Funktion zurücktrat.

Theophil H. Schlatter, Schweizer Staatsbürger, geboren 1951. Theophil H. Schlatter, lic. oec. HSG und dipl. Wirtschaftsprüfer,

startete seine Karriere bei STG Coopers & Lybrand als Wirtschaftsprüfer. Nach sechs Jahren wechselte

er zu Holcim Group Support Ltd, wo er weitere sechs Jahre im Corporate Controlling tätig war. 1991 bis 1995

war er Finanzchef und Mitglied der Geschäftsleitung der Sihl Papier AG. Danach war er während zweier Jahre CFO

und Geschäftsleitungsmitglied der Holcim (Schweiz) AG. Seit 1997 ist er CFO und Mitglied der Konzernleitung der

Holcim Ltd. Ende März 2011 wird Theophil H. Schlatter aus diesem Gremium austreten und in Pension gehen.

Ian Thackwray, britischer Staatsbürger, geboren 1958. Ian Thackwray besitzt einen Studienabschluss in Chemie der

Oxford University und ist auch Wirtschaftsprüfer. Nach dem Studium arbeitete er bei Pricewaterhouse und be-

treute Mandate bei Grossunternehmen in Europa. 1985 begann er seine Karriere bei der Dow Corning Corporation,

wo er verschiedene Managementaufgaben in Europa, Nordamerika und vor allem in Asien übernahm. Von 2004

bis 2006 war er von Schanghai aus Verantwortlicher für das Asien-Pazifik-Geschäft dieser Gruppe. Ab September

2006 war er CEO von Holcim Philippinen. Seit Jahresanfang 2010 Mitglied der Konzernleitung der Holcim Ltd, hat

er am 1. Juli 2010 die Nachfolge von Tom Clough angetreten, der Ende Juni in Pension ging. Zum Delegationsbereich

gehören die Gesellschaften in Ostasien, inklusive China, die Philippinen, Ozeanien sowie Süd- und Ostafrika.

102 103


Corporate Governance

Länderbereichsleitung

Javier de Benito, spanischer Staatsbürger, geboren 1958, studierte Betriebs- und Volkswirtschaft an der Universi-

dad Autónoma de Madrid und rundete seine akademische Ausbildung an der Harvard Business School ab. Nach

einigen Jahren Berufserfahrung in der Finanzabteilung einer internationalen Stahlhandelsgesellschaft und als

Spezialist für Finanzprojekte bei einer spanischen Exportförderungsgesellschaft trat er 1988 bei Holcim Trading

ein. Zuständig für das Controlling der Tochtergesellschaften sowie für die Geschäftsentwicklung, übernahm er

1992 die Position des stellvertretenden Generaldirektors, verantwortlich für die Handelsabteilung. Am 1. April

2003 wurde er zum Länderbereichsleiter für den Mittelmeerraum, den Indischen Ozean und für Westafrika

ernannt.

Urs Fankhauser, Schweizer Staatsbürger, geboren 1963, schloss 1989 sein Studium an der Eidgenössischen Technischen

Hochschule Zürich (ETH Zürich) ab und arbeitete danach als dipl. Masch. Ing. am Institut für Konstruktion

und Bauweisen der ETH Zürich. 1991 begann er seine Karriere als Prozessingenieur bei Holcim Group Support Ltd.

Es folgten verschiedene Managementaufgaben im Ausland und eine Assistenz bei Urs Böhlen. 2002 wurde er

zum Unternehmensleiter von Holcim Kroatien ernannt, und seit 2004 ist er Technischer Direktor der Region Osteuropa.

Per 1. Januar 2011 wurde er zum Länderbereichsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Holcim Ltd

ernannt. In dieser Funktion ist er zuständig für die Märkte in Ost- und Südosteuropa.

Aidan Lynam, Staatsbürger der Republik Irland, geboren 1960, ist Maschineningenieur des University College Dublin

und besitzt einen Executive MBA des IMD in Lausanne. Er trat 1986 als Berater in die Dienste von Holcim Group

Support Ltd und war in Ägypten und der Schweiz tätig. Nach einigen Jahren bei Krupp Polysius in Deutschland

kam er 1996 zurück zum Konzern, wo er mit dem Morning-Star-Projekt von Holcim Vietnam beauftragt wurde und

1999 die Funktion als Terminal Manager übernahm. 2002 wurde er zum Technischen Leiter von Holcim Lanka

ernannt, und 2006 kehrte er als CEO zu Holcim Vietnam zurück. Am 1. Januar 2010 hat er als Länderbereichsleiter

von Holcim Ltd die Verantwortung für Bangladesch, Malaysia, Singapur, Sri Lanka und Vietnam übernommen.

Bernard Terver, französischer Staatsbürger, geboren 1952, schloss seine Studien an der Ecole Polytechnique in Paris

im Jahr 1976 ab. Er begann seine Karriere in der Stahlindustrie und wechselte 1977 zum Zementproduzenten

CEDEST, der 1994 von Holcim Frankreich übernommen worden war. 1999 wurde Bernard Terver CEO von Holcim

Kolumbien, und 2003 übernahm er die Länderbereichsleitung für die Andenstaaten, Zentralamerika und die

Karibik. Seit Oktober 2008 ist er CEO von Holcim US, und im November 2010 wurde er auch CEO von Aggregate

Industries US. Am 1. April 2010 wurde er zum Länderbereichsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Holcim

Ltd ernannt. In dieser Funktion ist er auf Konzernebene zuständig für Holcim US und Aggregate Industries US.


Corporate Functional Managers

Jacques Bourgon, französischer Staatsbürger, geboren 1958, studierte Maschinenbau an der Ecole Catholique

d’Arts et Métiers in Lyon und ergänzte seine Ausbildung an der Harvard Business School. 1990 trat er in den

Holcim-Konzern ein und übernahm bei Holcim Apasco in Mexiko verschiedene Managementpositionen;

zunächst die Werksleitung in Tecomán und später die Verantwortung für die Zementproduktion von Holcim

Apasco als Mitglied der Geschäftsleitung. Mitte 2001 wechselte Jacques Bourgon als Leiter Corporate Engineering

zu Holcim Group Support Ltd in die Schweiz und wurde im Januar 2005 zum Corporate Functional Manager

für Cement Manufacturing Services ernannt. Jacques Bourgon ist seit 2008 Mitglied sowohl des Industrial

Advisory Board des Departements Maschinenbau und Verfahrenstechnik als auch des International Advisory

Board der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich).

Stefan Wolfensberger, Schweizer Staatsbürger, geboren 1957, ist Dr. sc. techn. der ETH Zürich. Er ergänzte seine

Studien an der Stanford University in den USA. 1987 kam er als Unternehmensberater zu Holcim. Von 1990 bis

1994 war er Assistent eines Mitgliedes der Konzernleitung und anschliessend CEO einer belgischen Baustoffgruppe.

Seit 1997 führt er die Dienststelle Mineral Components/Product Development, und seit Oktober 2004

ist er auch Leiter von Commercial Services. Per 1. Januar 2005 wurde Stefan Wolfensberger zum Corporate

Functional Manager ernannt, verantwortlich für Commercial Services.

104 105


Entschädigungsbericht

Entschädigungsbericht

Auch bei Holcim sind es die Mitarbeitenden, welche Wert

und Erfolg des Unternehmens schaffen. Holcim will darum in

einem hochkompetitiven Arbeitsmarkt weltweit ein attraktiver

Arbeitgeber sein. Das Gehaltssystem der Firma hat sich als

zielführend und robust erwiesen und bildet eine solide Basis

für die Entlöhnung und Motivierung auf den verschiedenen

Führungsstufen.

Finanzielle Entschädigung für die Organmitglieder

der Holcim Ltd

In diesem Kapitel des Geschäftsberichts werden die

finanziellen Entschädigungen von Verwaltungsrat

und Geschäftsleitung sowie die Leistungen an ehemalige

Organmitglieder der Holcim Ltd offengelegt.

An nahestehende Drittpersonen wurden keine Vergütungen

ausgerichtet.

Architektur des Festsetzungsverfahrens

der Entschädigungen

Das Governance, Nomination & Compensation Committee

berät und unterstützt den Verwaltungsrat

unter anderem bei der Festlegung der Entschädigungspolitik

und der Entschädigungen für Verwaltungsrat

und Geschäftsleitung. Es führt mindestens

drei jährliche Sitzungen durch, nämlich zu Beginn

des Jahres, in der Jahresmitte und im Herbst.

Zu Beginn des Jahres werden der Grad der Zielerreichung

für das vorangegangene Jahr beurteilt und

Ziele für das laufende Jahr festgelegt. Der CEO

beurteilt die Leistung der anderen Mitglieder der

Geschäftsleitung, und das Governance, Nomination &

Compensation Committee nimmt davon Kenntnis.

Ebenfalls in der Sitzung zu Beginn des Jahres wird die

gesamte finanzielle Entschädigung der Konzernleitung

vom Governance, Nomination & Compensation

Committee, jährlich und mit jeweiliger Kenntnisnahme

durch den Gesamtverwaltungsrat, festgelegt. Der

CEO legt jährlich die finanzielle Entschädigung der

übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung fest, unter

Kenntnisnahme durch das Governance, Nomination &

Compensation Committee. Im Herbst wird die finanzielle

Entschädigung des Verwaltungsrates für das

kommende Jahr durch das Governance, Nomination &

Compensation Committee beurteilt. Falls notwendig

schlägt es dem Verwaltungsrat Änderungen vor.

Der Präsident des Governance, Nomination & Compensation

Committee kann Konzernleitungsmitglieder,

andere Verantwortliche des Konzerns oder Dritte

zu den Sitzungen einladen. Nach jeder Sitzung des

Governance, Nomination & Compensation Committee

wird der Verwaltungsrat über die Diskussionspunkte,

die Entscheidungen und Empfehlungen informiert.


Entschädigungspolitik

Verwaltungsrat

Die Mitglieder des Verwaltungsrates beziehen ein

festes Honorar bestehend aus einer fixen Vergütung

in bar und einem Anteil Aktien der Holcim Ltd. Die

Aktien unterliegen einer fünfjährigen Sperrfrist, in

der sie weder verkauft noch belehnt werden dürfen.

Für den Präsidenten und den Vizepräsidenten des

Verwaltungsrates sowie für die Mitglieder des Audit

Committee und Governance, Nomination & Compensation

Committee werden zusätzliche Entschädigungen

bezahlt. Der Verwaltungsratspräsident ist in der

Pensionskasse versichert.

Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung der Holcim Ltd besteht aus

der Konzernleitung, den Länderbereichsleitern und

den Corporate Functional Managers. Die gesamte

jährliche finanzielle Entschädigung an die Geschäftsleitung

setzt sich aus dem Grundgehalt und einer

variablen Entschädigung zusammen. Die Mitglieder

der Geschäftsleitung sind in der Pensionskasse versichert.

Das Grundgehalt der Mitglieder der Geschäftsleitung

ist fix und wird in bar ausbezahlt.

Periodisch erfolgt ein Benchmarking auf Basis der jährlichen

Vergütungsberichte von Firmen einer Vergleichsgruppe.

Die Vergleichsgruppe umfasst vier internationale

Unternehmen in derselben Branche wie Holcim,

mit ähnlicher geographischer Ausdehnung und Komplexität,

sowie die zehn am höchsten kapitalisierten

Unternehmen in der Schweiz, also Unternehmen mit

vergleichbarer Grösse und Komplexität. Das Benchmarking

erfolgt unter Berücksichtigung von Funktion und

Verantwortung. 2010 wurde PricewaterhouseCoopers

AG als externer Berater für eine grundsätzliche und

detaillierte Überprüfung des Entschädigungssystems

für den CEO und die Konzernleitung beigezogen. Das

Resultat der Überprüfung ergab, dass das gegenwärtige

System sich sowohl in Zeiten des Aufschwungs als

auch in den nachfolgenden Krisen bewährt hat und

eine auf den Unternehmenswert ausgerichtete Entschädigungsphilosophie

für die Zukunft darstellt.

Die variable Entschädigung setzt sich aus einer kon-

zernbezogenen und einer individuellen Komponente

zusammen. Vorausgesetzt, alle Ziele werden per

31. Dezember des Jahres erreicht, beträgt die variable

Entschädigung für die Geschäftsleitung (ohne CEO) je

nach Funktion zwischen 45 Prozent und 90 Prozent des

Grundgehalts und für den CEO 92 Prozent. Für beide

Entschädigungskomponenten wird grundsätzlich zu

Beginn des Jahres ein Betrag als “target” festgelegt;

dieser wird nur bei einer Zielerreichung von 100 Prozent

entrichtet und ist entsprechend variabel. Zudem

werden Tiefst- und Höchstgrenzen der Zielerreichung

festgelegt, die – wie unten beschrieben – auf die minimalen

und maximalen Auszahlungsfaktoren anwendbar

sind. Die Auszahlungsfaktoren dazwischen werden

je nach Zielerreichung linear interpoliert.

Die konzernbezogene Komponente ist von den finanziellen

Resultaten des Konzerns abhängig. Wenn alle

Ziele per 31. Dezember des betreffenden Jahres erreicht

werden, macht sie für die Geschäftsleitung (ohne CEO)

im Durchschnitt 61 Prozent der variablen Entschädigung

aus, für den CEO 56 Prozent. Sie berechnet sich

aufgrund des erreichten betrieblichen EBITDA und

des Return on Invested Capital nach Steuern (ROICAT). Beide Ziele haben gleiches Gewicht, ausser bei Länderbereichsleitern,

bei denen 60 Prozent von der betrieblichen

EBITDA-Komponente und 40 Prozent von der

ROICAT-Komponente abhängen. Für beide Komponenten

wird ein Ziel (bei dessen Erreichung die Auszahlung von

100 Prozent der variablen Entschädigung resultiert)

bestimmt, und es werden maximale und minimale

Schwellenwerte (bei deren Erreichung die Auszahlung

von 200 Prozent respektive 0 Prozent der variablen Entschädigung

resultiert) definiert. Die konzernbezogene

Komponente der variablen Entschädigung wurde für die

Geschäftsleitung (ohne CEO) je nach Funktion und bei

100 Prozent Zielerreichung zwischen CHF 120 000 und

CHF 550 000, für den CEO auf CHF 1 100 000 festgelegt.

Für das Jahr 2010 wurde das betriebliche EBITDA-Ziel

auf 5 Prozent Wachstum gegenüber dem Vorjahr (Länderbereichsleiter

bei Erreichung der budgetierten regionalen

betrieblichen EBITDA-Marge) und auf 8 Prozent

beim ROICAT, je auf Basis “like-for-like”, festgelegt. Das

ROICAT-Ziel wurde aufgrund des definierten Kapitalkostensatzes

nach Steuern (WACCAT) von 8 Prozent

gewählt. Die minimalen und maximalen Auszahlungsfaktoren

wurden auf ±20 Prozent für das betriebliche

EBITDA-Ziel (Länderbereichsleiter –2,5/+5 Prozentpunkte

regionale betriebliche EBITDA-Marge) und auf ±3 Prozentpunkte

für das ROICAT-Ziel festgelegt. 2010 hat sich

106 107


Entschädigungsbericht

der betriebliche EBITDA um –6,1 Prozent zurückgebildet

(beziehungsweise die regionalen betrieblichen EBITDA-

Margen die Budgets um durchschnittlich +1 Prozentpunkt

übertroffen), und der ROICAT 5,9 Prozent erreicht,

alles auf Basis “like-for-like”. Das entspricht einem Zielerreichungsgrad

von 55 Prozent (betrieblicher EBITDA;

regionale betriebliche EBITDA-Marge 120 Prozent) beziehungsweise

30 Prozent (ROICAT). Die Geschäftsleitung

(ohne CEO) erzielte einen Auszahlungsfaktor von 48 Prozent,

der CEO 43 Prozent. Die Konzernkomponente wird

in Form von Namenaktien der Gesellschaft, die einer

fünfjährigen Sperrfrist unterliegen, in der sie weder verkauft

noch belehnt werden dürfen, und einer Barkomponente

von zirka 30 Prozent entrichtet. Zugeteilte Aktien

werden auf Basis des durchschnittlichen Marktpreises

im Zeitraum vom 1. Januar 2011 bis zum 15. Februar 2011

bewertet und werden dem eigenen Bestand der Gesellschaft

entnommen oder im Markt gekauft.

Die individuelle Komponente beträgt für die

Geschäftsleitung (ohne CEO), wenn alle Ziele per

31. Dezember erreicht werden, rund 39 Prozent der variablen

Entschädigung, für den CEO 44 Prozent, und

hängt von der Leistung des Einzelnen ab. Für alle Mitglieder

der Geschäftsleitung wird eine Anzahl von

quantitativen und qualitativen persönlichen Zielen

festgelegt, entsprechend ihrer Funktion und Verantwortung.

Diese messbaren Ziele werden gewichtet und

beziehen sich auf funktionale Leistungen, strategische

Ziele, operative Ziele und spezifische projektbezogene

Ziele. Auf Basis der Zielerreichung wird für jedes Ziel

ein Zielerreichungsgrad in Prozenten ermittelt, woraus

sich ein Faktor für die gesamte Zielerreichung zwischen

0 und 100 Prozent ergibt. In seltenen Fällen wird

durch den CEO (oder durch das Governance, Nomination

& Compensation Committee, wenn es um den

CEO geht) freies Ermessen angewendet, um den resultierenden

Zielerreichungsfaktor bei unvorhersehbaren

Ereignissen anzupassen, jedoch kann dieser unter keinen

Umständen den Erreichungsfaktor von 100 Prozent

übersteigen. Im Jahr 2010 erhöhte der CEO den Zielerreichungsfaktor

für ein Geschäftsleitungsmitglied aufgrund

ausserordentlicher Verdienste. Der gesamte Zielerreichungsfaktor

wird dann mit der anvisierten variablen

Entschädigung multipliziert, um den Betrag für

die individuelle Komponente zu ermitteln. Für das Jahr

2010 wurde die individuelle Komponente der variablen

Entschädigung bei 100 Prozent Zielerreichung für die

Geschäftsleitung (ohne CEO) je nach Funktion zwischen

CHF 90 000 und CHF 350 000 und für den CEO auf

CHF 850 000 festgelegt. Der durchschnittliche Zielerreichungsgrad

beziehungsweise der Auszahlungsfaktor

betrug für die Geschäftsleitung (ohne CEO) 86 Prozent

und für den CEO 83 Prozent. Die individuelle Komponente

wird in Form von Optionen auf Namenaktien

der Gesellschaft entrichtet, zuzüglich einer Barkomponente

von rund 30 Prozent. Der Ausübungspreis der

Optionen entspricht dem Marktpreis der Aktie am

Datum der Zuteilung. Die Optionen unterliegen einer

Sperrfrist von drei Jahren ab Zuteilung und haben eine

Laufzeit von acht Jahren. Die Optionen werden nach

dem Black-Scholes-Modell bewertet (die zugrundeliegenden

Parameter sind auf Seite 185 dargestellt). Die

Gesellschaft beschafft sich die zugrundeliegenden

Aktien am Datum der Zuteilung aus dem Eigenbestand

beziehungsweise kauft sie am Markt zu.

Altersvorsorgesystem für die Geschäftsleitung

Das Grundgehalt der Geschäftsleitung ist in einem

gestuften Altersvorsorgesystem versichert, welches

die staatlichen Vorsorgepläne, wie zum Beispiel AHV/

IV, den Holcim Pension Fund, den Holcim Supplementary

Pension Fund und den Gemini Pension Fund

umfasst. Mit Ausnahme der schweizerischen AHV/IV

und von einigen lokalen Sozialversicherungsplänen

basieren alle Pensionskassen auf dem System des

Beitragsprimats und bieten Alters-, Invaliden-, Kinderund

Hinterlassenenrenten oder entsprechende Kapitalauszahlungen

an.

Das Governance, Nomination & Compensation Committee

hat die Altersvorsorge für die Geschäftsleitung

am 30. Juni 2005 und 23. Februar 2010 überprüft und

festgelegt. Demgemäss soll die Altersvorsorge für

Konzernleitungsmitglieder und den CEO bei einem

Rücktrittsalter von 62 Jahren, 10 Dienstjahren in der

Geschäftsleitung und 20 Jahren Konzernzugehörigkeit

ungefähr 40 Prozent des durchschnittlichen Grundgehalts

der letzten drei Jahre betragen beziehungsweise

50 Prozent für die übrige Geschäftsleitung,

wobei alle Altersvorsorgepläne mit Bezug auf die

aktuelle und frühere Beschäftigung berücksichtigt

werden, inklusive der staatlichen Vorsorge. Eine vorzeitige

oder aufgeschobene Pensionierung führt zu

Leistungsanpassungen auf der Basis versicherungsmathematischer

Berechnungen.


Im Falle von Abweichungen zwischen den erreichten

Altersvorsorgeleistungen und der geplanten Altersvorsorge

entscheidet das Governance, Nomination &

Compensation Committee im Hinblick auf bevorstehende

Pensionierungen über allfällige Gutschriften

zugunsten der individuellen Versicherungskonten.

Sie basieren auf versicherungsmathematischen Überlegungen.

Im Juli 2010 beschloss das Governance,

Nomination & Compensation Committee einen Ausgleich

von total CHF 8,8 Millionen. Diese Gutschriften

erfolgen zulasten der bestehenden Rückstellungen

der Stiftung des Arbeitgebers im Holcim International

Pension Trust und belasten die Erfolgsrechnung

des Konzerns nicht.

Arbeitsverträge der Geschäftsleitung

Die Arbeitsverträge der Geschäftsleitung sind auf

unbestimmte Zeit abgeschlossen und können auf ein

Jahr gekündigt werden. Verträge, welche vor 2004

abgeschlossen wurden, beinhalten je nach Anstellungsdauer

eine Abgangsentschädigung von einem

Jahresgehalt beziehungsweise zwei Jahresgehältern,

sofern die Kündigung durch das Unternehmen erfolgt.

Neuere Arbeitsverträge beinhalten keine Abgangsentschädigung

mehr.

Bei Ernennung kann Mitgliedern der Konzernleitung

durch das Governance, Nomination & Compensation

Committee einmalig eine Anzahl Optionen auf Namen-

aktien der Gesellschaft zugeteilt werden. Vorausset-

zung ist eine fünfjährige Konzernzugehörigkeit. Die

Optionen unterliegen während neun Jahren einer

Verfügungsbeschränkung und haben eine Laufzeit

von zwölf Jahren. Die Gesellschaft beschafft sich die

zugrundeliegenden Aktien aus dem Eigenbestand

beziehungsweise kauft sie am Markt zu. Die in den

letzten Jahren vorgenommenen einmaligen Zuteilun-

gen sind im Geschäftsbericht auf Seite 185 aufgeführt.

Optionen, welche bei der Ernennung zum Mitglied

der Konzernleitung zugeteilt werden und gesperrt

sind, verfallen grundsätzlich ohne Abgeltung bei

Austritt aus dem Konzern, ausser bei Pensionierung,

Todesfall und Invalidität. Aktien und Optionen, die

aus der jährlichen Entschädigung zugeteilt sind, können

bis zum Ablauf der Sperrfrist weder verkauft

noch belehnt werden. Beim Austritt eines Mitgliedes

der Geschäftsleitung bleibt die Sperrfrist für Aktien

und jährlich zugeteilte Optionen weiterhin bestehen

und ändert sich zeitlich nicht.

Entschädigung des Verwaltungsrates

und der Geschäftsleitung

Die Tabelle auf Seite 110 zeigt die Bezüge des Verwaltungsrates

im Jahr 2010 im Einzelnen und der

15 Geschäftsleitungsmitglieder insgesamt sowie jenes

Mitgliedes der Geschäftsleitung mit der höchsten

Einzelentschädigung. Die ausgewiesenen Beträge

basieren auf dem Prinzip der Periodenabgrenzung und

beziehen sich auf die Leistungen im Jahr 2010.

Im Jahr 2010 haben die elf nicht exekutiven Mitglieder

des Verwaltungsrates eine Entschädigung in Höhe

von insgesamt CHF 2,9 Millionen (2009: 3,1) erhalten.

In Form von Honoraren wurden CHF 1,8 Millionen (2009:

1,9), als Leistungen an Vorsorgeeinrichtungen CHF 0,1

Millionen (2009: 0,1), als aktienbezogene Vergütungen

CHF 0,9 Millionen (2009: 0,9) und CHF 0,1 Millionen

(2009: 0,2) als andere Entschädigungen ausbezahlt.

Die jährliche Gesamtentschädigung für die 15 Mitglieder

der Geschäftsleitung (einschliesslich CEO)

belief sich auf CHF 36,7 Millionen (2009: 27,2). Darin

enthalten sind das Grundgehalt und die variable

Entschädigung in bar von CHF 18,2 Millionen (2009:

16,7), aktienbezogene Vergütungen von CHF 4,4 Millionen

(2009: 4,9), Arbeitgeberbeiträge an Vorsorgeeinrichtungen

von CHF 5,3 Millionen (2009: 4,8)

und “Andere” Entschädigungen von CHF 8,8 Millionen

(2009: 0,8), welche gemäss den Regeln der SIX Swiss

Exchange die Gutschriften des Holcim International

Pension Trust für die zusätzliche Finanzierung der

Altersvorsorge in Höhe von CHF 8,3 Millionen enthalten.

Der CEO bezog ein Grundgehalt und eine variable

Entschädigung in bar von CHF 2,5 Millionen (2009:

2,5), aktienbezogene Vergütungen von CHF 0,8 Millionen

(2009: 0,9) und Arbeitgeberbeiträge an Vorsorgeeinrichtungen

von CHF 0,4 Millionen (2009: 0,6).

Demzufolge ergab sich eine Gesamtentschädigung

vor den Gutschriften für die zusätzliche Finanzierung

der Altersvorsorge von CHF 3,7 Millionen (2009: 4).

Unter Einbezug der zusätzlichen Gutschriften aus

dem Holcim International Pension Trust in Höhe

von CHF 5 Millionen – basierend auf versicherungsmathematischen

Überlegungen und unter “Andere”

Entschädigungen aufgeführt – ergibt sich für den

108 109


Entschädigungsbericht

Entschädigungen Verwaltungsrat/Geschäftsleitung 1

Name Funktion Grundgehalt

Bar Aktien 2

Rolf Soiron Präsident des Verwaltungsrates, Vorsitzender Anzahl 1 166

Governance, Nomination & Compensation Committee CHF 595 680 80 000

Andreas von Planta Vizepräsident des Verwaltungsrates, Anzahl 1 166

Mitglied Audit Committee CHF 300 000 80 000

Christine Binswanger Mitglied des Verwaltungsrates Anzahl 1 166

CHF 80 000 80 000

Lord Norman Fowler Mitglied des Verwaltungsrates bis 7. Mai 2009 Anzahl

CHF

Beat Hess Mitglied des Verwaltungsrates ab 6. Mai 2010 Anzahl 680

CHF 46 667 46 667

Erich Hunziker Mitglied des Verwaltungsrates, Anzahl 1 166

Mitglied Governance, Nomination & Compensation Committee CHF 100 000 80 000

Peter Küpfer Mitglied des Verwaltungsrates, Anzahl 1 166

Vorsitzender Audit Committee CHF 180 000 80 000

Adrian Loader Mitglied des Verwaltungsrates Anzahl 1 166

CHF 80 000 80 000

H. Onno Ruding Mitglied des Verwaltungsrates, Anzahl

Mitglied Audit Committee bis 6. Mai 2010 CHF

Thomas Schmidheiny Mitglied des Verwaltungsrates, Anzahl 1 166

Mitglied Governance, Nomination & Compensation Committee CHF 130 8005 80 000

Wolfgang Schürer Mitglied des Verwaltungsrates, Anzahl 1 166

Mitglied Governance, Nomination & Compensation Committee CHF 100 000 80 000

Dieter Spälti Mitglied des Verwaltungsrates, Anzahl 1 166

Mitglied Audit Committee ab 6. Mai 2010 CHF 97 500 80 000

Robert F. Spoerry Mitglied des Verwaltungsrates Anzahl 1 166

CHF 80 000 80 000

Total Verwaltungsrat Anzahl 12 340

(nicht exekutive Mitglieder) CHF 1 790 647 846 667

Markus Akermann6 Exekutives Mitglied des Verwaltungsrates, Anzahl

CEO CHF 2 124 500

Variable Entschädigung

in Prozent des Grundgehalts

Total Geschäftsleitung 8 Anzahl

CHF 15 613 946

Variable Entschädigung

in Prozent des Grundgehalts

1 Die Entschädigungen an den Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung werden vor Abzug von Quellensteuern und Arbeitnehmerbeiträgen an die Sozialversicherung

ausgewiesen. Unter “Andere Entschädigungen” werden die Arbeitgeberbeiträge der Vorsorgeleistungen (AHV/IV, Pensionskassen) sowie Pauschalspesen,

Dienstaltersgeschenke, Kinderzulagen etc. aufgeführt. Die Parameter für die Fair-Value-Bewertung der für das Berichtsjahr zugeteilten Aktien und Optionen sind

auf Seite 184 unter “Aktienbezogene Vergütungen” offengelegt.

2 Die Aktien wurden zum durchschnittlichen Börsenkurs der Periode 1. Januar 2011 bis 15. Februar 2011 bewertet und sind für fünf Jahre gesperrt.

3 Wert der Optionen nach dem Black-Scholes-Modell im Zeitpunkt der Zuteilung.

4 Diese Beträge enthalten gemäss den Regeln der SIX Swiss Exchange im wesentlichen die Gutschriften aus dem Holcim International Pension Trust in Höhe von

CHF 8,3 Millionen, welche die Erfolgsrechnung des Konzerns nicht belasten.

5 Inklusive Verwaltungsratshonorare von Tochtergesellschaften.

6 Mitglied der Geschäftsleitung mit der höchsten Entschädigung.

7 Beinhaltet gemäss den Regeln der SIX Swiss Exchange auch den Aufwand der Stiftung des Arbeitgebers für die zusätzliche Finanzierung der Altersvorsorge.

Ohne sie hätte die Gesamtvergütung 2010 CHF 3,7 Millionen betragen.

8 Inklusive exekutives Mitglied des Verwaltungsrates, CEO.


Variable Entschädigung Andere Entschädigungen Gesamt- Gesamt-

Bar Aktien 2 Optionen 3 Vorsorge- Andere 4 vergütung vergütung

4 567 28 180

leistungen 2010 2009

Arbeitgeberbeiträge

32 394 50 023 758 097 759 028

18 170 10 023 408 193 408 169

7 060 10 023 177 083 175 801

2 357 5 833 101 524

70 834

8 070 10 023 198 093 198 069

11 262 10 023 281 285 281 331

0 10 023 170 023 170 000

207 726

9 625 10 023 230 448 225 801

8 070 10 023 198 093 198 069

7 944 10 023 195 467 177 059

7 060 10 023 177 083 175 801

112 012 146 063 2 895 389 3 047 688

390 515 313 479 467 506 379 676 5 038 320 8 713 996 7 3 993 318

55,1%

28 848 145 063

2 614 863 1 980 127 2 406 611 5 260 900 8 786 016 36 662 463 27 221 571

44,8%

110 111


Entschädigungsbericht

CEO nach den Regeln der SIX Swiss Exchange eine

Gesamtentschädigung von CHF 8,7 Millionen (2009: 4).

In Übereinstimmung mit Art.663b bis des Schweizerischen

Obligationenrechts (Transparenzgesetz) werden das

Grundgehalt und die variable Entschädigung in bar

vor Abzug von ausländischen Quellensteuern ausgewiesen.

Ferner beinhalten die Vorsorgeleistungen

auch die Arbeitgeberbeiträge an die AHV/IV.

Entschädigung an ehemalige Organmitglieder

Im Berichtsjahr wurden an ein ehemaliges Verwaltungsratsmitglied

und drei ehemalige Geschäftsleitungsmitglieder

Entschädigungen in Höhe von

CHF 2,9 Millionen ausgerichtet. Dieser Betrag beinhaltet

gemäss den Regeln der SIX Swiss Exchange

einen Aufwand der Stiftung des Arbeitgebers für die

zusätzliche Finanzierung der Altersvorsorge eines

ehemaligen Geschäftsleitungsmitgliedes in Höhe

von CHF 0,5 Millionen.

Beteiligungen und Darlehen

Aktien- und Optionsbesitz des Verwaltungsrates

Die nicht exekutiven Mitglieder des Verwaltungsrates

sind per Ende Jahr 2010 im Besitz von insgesamt

59 714 164 Namenaktien der Holcim Ltd. Diese setzen

sich aus privat erworbenen und aus Beteiligungsund

Entschädigungsprogrammen zugeteilten Aktien

zusammen. Nicht exekutive Mitglieder des Verwaltungsrates

verfügen per Ende Jahr 2010 über keine

Optionen aus Entschädigungs- und Beteiligungsprogrammen.

Im Vorfeld von börsenrelevanten Informationen oder

Projekten und bis zu deren Veröffentlichung ist dem

Verwaltungsrat, der Geschäftsleitung und den betroffenen

Mitarbeitern untersagt, Transaktionen mit

Beteiligungsrechten oder anderen Finanzinstrumenten

der Holcim Ltd, ihrer börsenkotierten Konzerngesellschaften

oder von möglichen Zielgesellschaften

durchzuführen (trade restriction period).


Aktien- und Optionsbestand Verwaltungsrat 1

Name Funktion Gesamtzahl Gesamtzahl

Rolf Soiron Präsident, Vorsitzender Governance,

an Aktien 2010 an Kaufoptionen 2010

Nomination & Compensation Committee 35 713 –

Andreas von Planta Vizepräsident 9 508 –

Christine Binswanger Mitglied 2 760 –

Beat Hess Mitglied 200 –

Erich Hunziker Mitglied 9 750 –

Peter Küpfer Mitglied, 37 000 2

Vorsitzender Audit Committee 9 749 31 000 3

Adrian Loader Mitglied 5 514 –

Thomas Schmidheiny Mitglied 59 568 933 –

Wolfgang Schürer Mitglied 42 454 –

Dieter Spälti Mitglied 21 404 –

Robert F. Spoerry Mitglied 8 179 –

Total Verwaltungsrat

(nicht exekutive Mitglieder) 59 714 164 68 000

1 Aktien sind ab Zuteilung jeweils für fünf Jahre gesperrt, in denen sie weder verkauft noch belehnt werden dürfen.

2 Ausübungspreis: CHF 70; Ratio: 1:1; Style: American; Verfalltag: 19.8.2014.

3 Ausübungspreis: CHF 80; Ratio: 1:1; Style: American; Verfalltag: 12.11.2013.

Aktien- und Optionsbestand Verwaltungsrat 1

Name Funktion Gesamtzahl Gesamtzahl

Rolf Soiron Präsident, Vorsitzender Governance,

1 Aktien sind ab Zuteilung jeweils für fünf Jahre gesperrt, in denen sie weder verkauft noch belehnt werden dürfen.

2 Ausübungspreis: CHF 110; Ratio: 1.0411:1; Style: European; Verfalltag: 21.5.2010.

3 Ausübungspreis: CHF 80; Ratio: 1:1; Style: American; Verfalltag: 12.11.2013.

an Aktien 2009 an Kaufoptionen 2009

Nomination & Compensation Committee 34 667 –

Andreas von Planta Vizepräsident 8 462 –

Christine Binswanger Mitglied 1 714 –

Erich Hunziker Mitglied 8 704 –

Peter Küpfer Mitglied, 83 288 2

Vorsitzender Audit Committee 8 703 31 000 3

Adrian Loader Mitglied 5 468 –

H. Onno Ruding Mitglied 4 595 –

Thomas Schmidheiny Mitglied 59 567 887 –

Wolfgang Schürer Mitglied 41 408 –

Dieter Spälti Mitglied 20 017 –

Robert F. Spoerry Mitglied 7 133 –

Total Verwaltungsrat

(nicht exekutive Mitglieder) 59 708 758 114 288

112 113


Entschädigungsbericht

Aktien- und Optionsbesitz der Geschäftsleitung

Per 31. Dezember 2010 hielten das geschäftsführende

Mitglied des Verwaltungsrates sowie die übrigen

Mitglieder der Geschäftsleitung insgesamt 379 034

Namenaktien der Holcim Ltd. Diese Anzahl beinhaltet

sowohl privat erworbene als auch aus Beteiligungsund

Entschädigungsprogrammen des Konzerns

zugeteilte Aktien. Des weiteren hielt die Geschäftsleitung

per Ende des Geschäftsjahres 2010 insgesamt

976 831 Aktienoptionen, die aus Entschädigungs- und

Beteiligungsprogrammen verschiedener Jahre stammen.

Optionen werden nur auf Namenaktien der

Holcim Ltd abgegeben. Eine Option berechtigt zum

Bezug einer Namenaktie der Holcim Ltd.

Aktien- und Optionsbestand Geschäftsleitung 1

Name Position Gesamtzahl Gesamtzahl

an Aktien 2010 an Kaufoptionen 2010

Markus Akermann Exekutives Mitglied des Verwaltungsrates, CEO 89 429 261 916

Urs Böhlen Konzernleitungsmitglied 15 943 69 801

Patrick Dolberg Konzernleitungsmitglied 10 505 53 609

Paul Hugentobler Konzernleitungsmitglied 73 511 105 704

Thomas Knöpfel Konzernleitungsmitglied 34 284 99 896

Benoît-H. Koch Konzernleitungsmitglied 28 239 94 133

Roland Köhler Konzernleitungsmitglied, CEO HGRS 7 411 53 693

Theophil H. Schlatter Konzernleitungsmitglied, CFO 59 627 120 883

Ian Thackwray Konzernleitungsmitglied 1 589 33 550

Javier de Benito Länderbereichsleiter 17 095 18 885

Andreas Leu Länderbereichsleiter 9 455 9 124

Aidan Lynam Länderbereichsleiter 1 226 0

Bernard Terver Länderbereichsleiter 18 132 20 960

Jacques Bourgon Corporate Functional Manager 7 202 16 783

Stefan Wolfensberger Corporate Functional Manager 5 386 17 894

Total Geschäftsleitung 379 034 976 831

Aktien- und Optionsbestand Geschäftsleitung 1

Name Position Gesamtzahl Gesamtzahl

an Aktien 2009 an Kaufoptionen 2009

Markus Akermann Exekutives Mitglied des Verwaltungsrates, CEO 83 847 234 065

Urs Böhlen Konzernleitungsmitglied 13 052 58 545

Tom Clough Konzernleitungsmitglied 23 254 83 688

Patrick Dolberg Konzernleitungsmitglied 7 714 41 029

Paul Hugentobler Konzernleitungsmitglied 70 720 93 124

Thomas Knöpfel Konzernleitungsmitglied 31 493 89 633

Benoît-H. Koch Konzernleitungsmitglied 25 448 83 772

Theophil H. Schlatter Konzernleitungsmitglied, CFO 56 836 108 303

Bill Bolsover Länderbereichsleiter und Corporate Functional Manager 6 438 12 531

Javier de Benito Länderbereichsleiter 15 256 16 618

Gérard Letellier Länderbereichsleiter 10 156 17 726

Andreas Leu Länderbereichsleiter 7 092 5 719

Jacques Bourgon Corporate Functional Manager 6 590 14 059

Roland Köhler Corporate Functional Manager 6 802 16 908

Stefan Wolfensberger Corporate Functional Manager 4 777 14 965

Total Geschäftsleitung 369 475 890 685

1 Aktien sind ab Zuteilung jeweils für fünf Jahre, Optionen jeweils für drei respektive neun Jahre gesperrt.


Die Bestandesveränderung der ausstehenden Aktien-

optionen der Geschäftsleitung ist in der folgenden

Tabelle ersichtlich:

Anzahl 1 Anzahl 1

2010 2009

1. Januar 890 685 550 003

Zunahme infolge von Wechseln in der Geschäftsleitung 20 960 0

Abnahme infolge von altersbedingten Rücktritten 133 545 0

Gewährte Optionen (individueller Anteil der variablen Entschädigung) 131 631 340 682

Gewährte Optionen (einmalige Zuteilung) 67 100 0

Verwirkte Optionen 0 0

Ausgeübte Optionen 0 0

Verfallene Optionen 0 0

31. Dezember 976 831 890 685

Davon am Jahresende ausübbar 215 650 179 108

1 Adjustiert um frühere Aktiensplits und/oder Kapitalerhöhungen.

Die am Jahresende ausstehenden Aktienoptionen der

Geschäftsleitung (inklusive ehemaliger Mitglieder) haben

folgende Verfalldaten und Ausübungspreise:

Optionszuteilung Verfall Ausübungspreis 1 Anzahl 1

2002 2014 CHF 67.15 201 300

2003 2012 CHF 33.85 45 910

2003 2015 CHF 67.15 2 33 550

2004 2013 CHF 63.35 34 341

2004 2016 CHF 67.15 2 33 550

2005 2014 CHF 74.54 71 423

2006 2014 CHF 100.69 58 573

2007 2015 CHF 125.34 49 674

2008 2016 CHF 104.34 71 083

2008 2020 CHF 67.15 2 67 100

2009 2017 CHF 38.26 385 124

2010 2018 CHF 71.15 131 631

2010 2022 CHF 75.40 33 550

2010 2022 CHF 81.45 33 550

Total 1 250 359

1 Adjustiert um frühere Aktiensplits und/oder Kapitalerhöhungen.

2 Bewertung analog zur einmaligen Zuteilung im Jahr 2002.

Die Verfalldaten der jährlichen Optionszuteilung in

den Jahren 2003 bis 2005 wurden als Folge von

ausserordentlichen Handelsbeschränkungen im Jahre

2008 um ein Jahr verlängert.

2010 wurden zwei neuen Konzernleitungsmitgliedern

insgesamt 67 100 Optionen zugeteilt.

114 115


Entschädigungsbericht

Organdarlehen

Per 31. Dezember 2010 bestehen keine Darlehen

gegenüber Mitgliedern der Geschäftsleitung.

Es bestehen keine Darlehen für Mitglieder des

Verwaltungsrates und nahestehende Personen

von Organmitgliedern.

Übrige Transaktionen

Im Rahmen der Mitarbeiterbeteiligungsprogramme

verwaltet Holcim die Mitarbeiteraktien. Sie kauft und

verkauft Aktien der Holcim Ltd von ihren Mitarbeitern

und an ihre Mitarbeiter und auf dem freien Markt. In

diesem Zusammenhang hat die Gesellschaft von Mitgliedern

der Geschäftsleitung Aktien der Holcim Ltd

zum Börsenkurs im Betrag von insgesamt CHF 0,29

Millionen (2009: 0,91) erworben.

Vergütungen und Darlehen an nahestehende Personen

der Organmitglieder bestehen keine.


Finanzbericht 2010 Holcim Ltd

Strength. Performance. Passion.


Finanzielle

Informationen

Finanzieller Lagebericht 2010

2010 war geprägt von einer volatilen Bauwirtschaft; die positiven Signale

aus dem ersten Halbjahr schwächten sich gegen Jahresende ab. Viele

aufstrebende Märkte, in denen Holcim sehr gut verankert ist, sind trotz-

dem kräftig gewachsen. Der Konzern verspürte zum ersten Mal seit

2007 eine zunehmende Baustoffnachfrage. Trotz des höheren Preisdrucks

in wichtigen Märkten und höherer Distributionskosten konnte der

betriebliche EBITDA fast im Rahmen des Vorjahres gehalten werden.

Dieser finanzielle Lagebericht ist zusammen mit dem Aktionärsbrief,

der Berichterstattung zu den Regionen und der Konzernrechnung,

inklusive Anhang zur Konzernrechnung, zu

lesen. Die Quartalsberichte enthalten weitere Informationen

zu den Konzernregionen und zum Geschäftsverlauf.

Übersicht

Die globale Wirtschaftslage hat sich im Jahr 2010 stabilisiert,

wobei sich der Wachstumsmotor aber klar von Westen nach

Osten und in Amerika von Norden nach Süden verschoben hat.

Demnach hat sich das Wachstum der Bauwirtschaft, insbesondere

in den aufstrebenden Märkten Asien, Afrika, Naher Osten

und Lateinamerika (mit Ausnahme von Mexiko), positiv entwikkelt.

Dank dem bereits im Jahr 2007 initiierten und nun mehrheitlich

abgeschlossenen Kapazitätsausbauprogramm konnte

Holcim vom Marktwachstum profitieren und zum ersten Mal

seit 2007 wieder höhere Volumen aufweisen. Dabei erweist

sich die breit abgestützte geographische Diver sifikation nach

wie vor als wichtiger Eckpfeiler des Konzern erfolgs.

Das Wachstum hat aber vor allem in der Konzernregion Asien,

Ozeanien die Inflation erhöht, was einige Zentralbanken

veranlasste, Zinserhöhungen durchzusetzen. Trotz dieser Massnahmen

gab es einen spürbaren Druck zu höheren Rohmaterial-

und Energiepreisen, welcher sich im Laufe des Jahres

akzentuierte.

Erfolgreich war Holcim, was die beeinflussbaren Faktoren

angeht. Trotz der Inbetriebnahme von rund 7 Millionen Tonnen

neuer Zementkapazität konnte der Konzern die Fixkosten

gegenüber dem Vorjahr auf vergleichbarer Basis nicht nur halten,

sondern von Quartal zu Quartal weiter senken. Insgesamt

waren es beachtliche CHF 312 Millionen. Damit hat Holcim

das Ziel, die Fixkosten auf Vorjahresniveau zu halten, klar übertroffen.

Das ist das Resultat der grossen Spar anstrengungen

in allen Bereichen und im ganzen Konzern. Erneut wurden in

den Konzern regionen, die am stärksten von der weiterhin

schwachen Nachfrage betroffen waren, die grössten Anstrengungen

unternommen.

Dank diesen Massnahmen hat sich die betriebliche EBITDA-

Marge nur leicht vermindert. Im Segment Zuschlagstoffe konnte

diese sogar verbessert werden. Insgesamt sank die operative

EBITDA-Marge gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte

auf 20,8 Prozent (2009: 21,9).

Am 1. Oktober 2009 erwarb Holcim 100 Prozent des Aktienkapitals

von Holcim Australia (ehemals Cemex Australia) inklusive

deren Beteiligung von 25 Prozent an Cement Australia.

Mit dieser Akquisition erhöhte sich die Beteiligung von Holcim

an Cement Australia von 50 Prozent auf 75 Prozent. Demzufolge

wird die bis anhin quotenkonsolidierte Beteiligung an

Cement Australia seit dem 1. Oktober 2009 voll konsolidiert.

Diese Akquisition hat im Jahr 2010 den Nettoverkaufsertrag um

CHF 1662 Millionen, den betrieblichen EBITDA um CHF 264 Millionen

und den Geldfluss aus Geschäftstätigkeit um CHF 245 Millionen

erhöht.


Operative Ergebnisse

Verkaufsvolumen und wichtigste Kennzahlen

Januar–Dezember (12 Monate) Oktober–Dezember (3 Monate)

2010 2009 ±% ±% auf 2010 2009 ±% ±% auf

vergleichvergleichbarer

Basis

barer Basis

Zementabsatz in Mio. t 136,7 131,9 +3,6 +2,4 33,9 32,8 +3,4 +3,0

– Davon reife Märkte in Mio. t 31,5 29,5 +6,8 +0,7 7,5 7,2 +4,2 +4,2

– Davon aufstrebende Märkte in Mio. t 105,2 102,4 +2,7 +2,9 26,4 25,6 +3,1 +2,7

Zuschlagstoffabsatz in Mio. t 157,9 143,4 +10,1 –1,6 39,1 40,2 –2,7 –3,2

– Davon reife Märkte in Mio. t 131,8 117,5 +12,2 –2,0 32,0 33,9 –5,6 –5,3

– Davon aufstrebende Märkte in Mio. t 26,1 25,9 +0,8 +0,4 7,1 6,3 +12,7 +7,7

Transportbetonabsatz in Mio. m3 45,9 41,8 +9,8 +0,2 11,5 11,4 +0,9 +0,9

– Davon reife Märkte in Mio. m3 25,5 22,1 +15,4 –3,2 6,0 6,4 –6,3 –5,4

– Davon aufstrebende Märkte in Mio. m3 20,4 19,7 +3,6 +4,1 5,5 5,0 +10,0 +8,9

Asphaltabsatz in Mio. t 10,6 11,0 –3,6 –3,6 2,8 2,9 –3,4 –3,4

Nettoverkaufsertrag in Mio. CHF 21 653 21 132 +2,5 –2,1 5 085 5 358 –5,1 –1,6

– Davon reife Märkte in Mio. CHF 10 656 10 063 +5,9 –4,6 2 462 2 709 –9,1 –5,8

– Davon aufstrebende Märkte in Mio. CHF 10 997 11 069 –0,7 +0,1 2 623 2 649 –1,0 +2,7

Betrieblicher EBITDA in Mio. CHF 4 513 4 630 –2,5 –6,1 936 1 016 –7,9 –4,2

– Davon reife Märkte in Mio. CHF 1 522 1 377 +10,5 –3,5 330 324 +1,9 +3,5

– Davon aufstrebende Märkte in Mio. CHF 2 991 3 253 –8,1 –7,2 606 692 –12,4 –7,8

Betriebliche EBITDA-Marge in % 20,8 21,9 18,4 19,0

Betriebsgewinn in Mio. CHF 2 619 2 781 –5,8 –10,1 441 444 –0,7 +2,5

Konzerngewinn in Mio. CHF

Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd –

1 621 1 958 –17,2 –18,2 398 381 +4,5 +6,6

in Mio. CHF 1 182 1 471 –19,6 –21,1 307 271 +13,3 +15,1

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit in Mio. CHF 3 659 3 888 –5,9 –8,3 1 606 1 696 –5,3 –2,6

Auf den Devisenmärkten waren die Folgen der weiterhin unsicheren

wirtschaftlichen Lage spürbar. Der im Verlauf des Jahres

2010 immer stärker gewordene Schweizer Franken belastete

die Umrechnung einzelner lokaler Abschlüsse stark. Das britische

Pfund, der US-Dollar und insbesondere der Euro verloren

gegenüber dem Schweizer Franken substantiell an Wert.

Kompensierend wirkten sich die Erhöhung der Durchschnittskurse

des kanadischen und australischen Dollar, des mexikanischen

Peso sowie der asiatischen Währungen aus, so dass

per saldo der Währungseinfluss auf den betrieblichen EBITDA

nur –0,5 Prozent (2009: –7,4) betrug.

Alle Veränderungen im Konsolidierungskreis und die Währungseinflüsse

erhöhten den Nettoverkaufsertrag um insgesamt

CHF 965 Millionen, den betrieblichen EBITDA um

CHF 167 Millionen und den Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

um CHF 94 Millionen.

An den Finanzmärkten normalisierte sich die Lage weitgehend.

Aufgrund der immer noch unsicheren realwirtschaftlichen

Situation stellten die Notenbanken weiterhin eine hohe Liquidität

bereit. Die Phase vergleichsweise niedriger Kapitalzinsen

setzte sich zwar fort, ein leichter Anstieg der Zinsen in der

zweiten Jahreshälfte reflektierte jedoch die immer wieder aufflammenden

Inflationsbefürchtungen. Holcim verfügt weiterhin

über eine sehr solide Bilanz und eine gesicherte Liquidität.

2010 refinanzierte Holcim an den Kapitalmärkten ein Volumen

von CHF 548 Millionen.

Verkaufsvolumen

Die vierteljährlichen Kennzahlen unterliegen jeweils saisonalen

Schwankungen; vor allem in Europa und Nordamerika. Aufgrund

von lokalen Witterungsbedingungen kam es zu Umschichtungen

zwischen den Quartalen, was bei der Beurteilung der Zahlen zu

berücksichtigen ist.

118 119

Finanzieller Lagebericht


Finanzielle

Informationen

Im vierten Quartal nahmen die Zementlieferungen um 3,4 Prozent

beziehungsweise 1,1 Millionen Tonnen auf 33,9 Millionen

Tonnen zu. Auf vergleichbarer Basis betrug die Zunahme 3 Prozent

oder 1 Million Tonnen. Die grössten Steigerungen erzielten

Holcim US sowie die beiden indischen Konzerngesellschaften.

Der Zuschlagstoffabsatz entwickelte sich im letzten Quartal

leicht negativ; es resultierte eine Abnahme von 2,7 Prozent

oder 1,1 Millionen Tonnen. Auf vergleichbarer Basis betrug die

Abnahme 3,2 Prozent oder 1,3 Millionen Tonnen. Einzig die

Konzernregion Lateinamerika konnte den Zuschlagstoffabsatz

um 10,3 Prozent steigern.

Im letzten Quartal wurden 11,5 Millionen Kubikmeter Transportbeton

ausgeliefert oder 0,1 Millionen Kubikmeter mehr als im

Vorjahresquartal. Ausser Europa konnten sämtliche Konzernregionen

das Absatzvolumen steigern.

Im Geschäftsjahr 2010 stieg der Zementabsatz um 3,6 Prozent

auf 136,7 Millionen Tonnen. Auf vergleichbarer Basis betrug das

Wachstum 2,4 Prozent oder 3,2 Millionen Tonnen. In der Konzernregion

Europa verringerte sich die Absatzmenge wegen der

weiterhin schwachen Nachfrage und des frühen Wintereinbruchs

um 3,3 Prozent oder 0,9 Millionen Tonnen. Die Region

Osteuropa war besonders stark von der wirtschaftlichen

Abschwächung betroffen. In Nordamerika erhöhte sich die

Absatzmenge, vor allem wegen Holcim US, um 3,7 Prozent oder

0,4 Millionen Tonnen. Die Zementverkäufe in Lateinamerika

waren trotz steigender Mengen in Brasilien mit 0,4 Prozent

oder 0,1 Millionen Tonnen leicht rückläufig. Die Konzernregion

Afrika, Naher Osten verzeichnete eine Zunahme der Zementverkäufe

um 4,5 Prozent oder 0,4 Millionen Tonnen. Asien,

Ozeanien verkaufte wegen der weitgehend guten Verfassung

der Baumärkte, insbesondere in weiten Teilen Indiens und Thailands,

aber auch dank der neuen zusätzlichen Kapazitäten, auf

vergleichbarer Basis 3,6 Prozent oder 2,4 Millionen Tonnen

mehr Zement als im Vorjahr.

Die Lieferungen von Zuschlagstoffen nahmen um 10,1 Prozent

auf 157,9 Millionen Tonnen zu. Bereinigt um die Veränderungen

im Konsolidierungskreis verringerte sich der Absatz von

Zuschlagstoffen um 1,6 Prozent oder 2,3 Millionen Tonnen.

Während die Konzernregion Asien, Ozeanien bedingt durch den

erstmaligen ganzjährigen Einbezug von Holcim Australia eine

signifikante Zunahme von 16 Millionen Tonnen verzeichnete,

wiesen die übrigen Konzernregionen relativ stabile Volumen

aus. In Europa reduzierten sich die Lieferungen auf vergleichbarer

Basis um 1,7 Prozent respektive 1,3 Millionen Tonnen, in

Nordamerika um 2,5 Prozent oder 1 Million Tonnen, und in

Afrika, Naher Osten betrug der Rückgang 3,8 Prozent oder

0,1 Mil lionen Tonnen. In der Konzernregion Lateinamerika

konnte der Vorjahresabsatz um 3,4 Prozent oder 0,4 Millionen

Tonnen übertroffen werden.

Beim Transportbeton erhöhten sich die Volumen um 9,8 Prozent

auf 45,9 Millionen Kubikmeter. Auf vergleichbarer Basis betrug

die Zunahme 0,2 Prozent oder 0,1 Millionen Kubikmeter. Europa

verzeichnete mit 6,5 Prozent oder 1,1 Millionen Kubikmeter als

einzige Konzernregion einen Rückgang. Insbesondere Spanien

litt unter Überkapazitäten im Markt. Nordamerika erhöhte den

Transportbetonabsatz um 0,1 Millionen Kubikmeter, Lateinamerika

um 0,4 Millionen Kubikmeter und Asien, Ozeanien um

0,6 Millionen Kubikmeter. Die Konzernregion Afrika, Naher Osten

konnte das Verkaufsvolumen auf dem Vorjahres niveau halten.

Nettoverkaufsertrag

Nettoverkaufsertrag nach Regionen

Januar–Dezember (12 Monate) Oktober–Dezember (3 Monate)

Mio. CHF 2010 2009 ±% ±% auf 2010 2009 ±% ±% auf

vergleichvergleichbarer

Basis

barer Basis

Europa 6 535 7 320 –10,7 –5,5 1 399 1 656 –15,5 –6,3

Nordamerika 3 240 3 480 –6,9 –6,6 791 854 –7,4 –4,7

Lateinamerika 3 442 3 348 +2,8 +1,6 855 821 +4,1 +6,7

Afrika, Naher Osten 1 098 1 206 –9,0 +2,5 249 289 –13,8 –2,8

Asien, Ozeanien 7 958 6 418 +24,0 +1,6 1 938 1 880 +3,1 +1,4

Corporate/Eliminationen (620) (640) (147) (142)

Total Konzern 21 653 21 132 +2,5 –2,1 5 085 5 358 –5,1 –1,6


Der Verkaufsertrag nahm im vierten Quartal gegenüber dem

Vorjahresquartal um 5,1 Prozent auf CHF 5085 Millionen ab. Die

starken Wechselkursschwankungen im vierten Quartal sind

mit 4,3 Prozent oder CHF 228 Millionen der Hauptgrund für die

negative Veränderung. Auf vergleichbarer Basis beträgt der

Rückgang lediglich 1,6 Prozent oder CHF 86 Millionen. Der

Preisdruck insbesondere im Segment Zement war auch im

vierten Quartal spürbar, aber weniger als im Vorquartal.

Lateinamerika und Asien, Ozeanien wiesen im vierten Quartal

mit 6,7 Prozent respektive 1,4 Prozent auf vergleichbarer Basis

ein Wachstum aus, während die übrigen Konzernregionen

einen tieferen Verkaufsertrag erzielten.

Im Jahr 2010 nahm der Nettoverkaufsertrag um 2,5 Prozent auf

CHF 21 653 Millionen zu. Auf vergleichbarer Basis betrug die

Abnahme 2,1 Prozent oder CHF 444 Millionen. In Europa reduzierte

sich der Nettoverkaufsertrag auf vergleichbarer Basis um

5,5 Prozent oder CHF 399 Mil lionen. Insbesondere Osteuropa,

France Benelux und Spanien erwirtschafteten tiefere Umsätze.

In Nordamerika fiel der Nettoverkaufsertrag auf vergleichbarer

Basis vor allem aufgrund des höheren Preisdrucks und der rückläufigen

Aktivitäten im Tiefbau in Las Vegas um 6,6 Prozent

oder CHF 229 Millionen tiefer aus. Lateinamerika verzeichnete

auf vergleichbarer Basis einen Anstieg um 1,6 Prozent oder

CHF 53 Millionen, wobei vor allem Brasilien dazu beitrug. Afrika,

Naher Osten erzielte einen Umsatzanstieg von 2,5 Prozent oder

CHF 30 Millionen auf vergleichbarer Basis. In Asien, Ozeanien

nahm der Nettoverkaufsertrag gesamthaft um 24 Prozent oder

CHF 1540 Millionen zu. Diese Steigerung ist vor allem dem

Konsolidierungseffekt aus den australischen Konzerngesellschaften

zuzuschreiben, auf vergleichbarer Basis beträgt

die Zunahme 1,6 Prozent.

Die Gewichtung der einzelnen Konzernregionen hat sich im

Vergleich zum Vorjahr leicht verändert. Der Nettoverkaufsertrag

teilte sich 2010 wie folgt auf die einzelnen Konzernregionen

auf: Europa 29,3 Prozent (2009: 33,6), Nordamerika

14,6 Prozent (2009: 16), Lateinamerika 15,5 Prozent (2009: 15,4),

Afrika, Naher Osten 4,9 Prozent (2009: 5,5) und Asien, Ozeanien

35,7 Prozent (2009: 29,5).

Die Gewichtung des erwirtschafteten Nettoverkaufsertrags

zwischen aufstrebenden und reifen Märkten hat sich 2010

durch den Zukauf von Holcim Australia im Jahr 2009 leicht verändert.

Die aufstrebenden Märkte haben mit 50,8 Prozent

(2009: 52,4) und die reifen Märkte mit 49,2 Prozent (2009: 47,6)

zum Konzernumsatz beigetragen.

Betrieblicher EBITDA

Betrieblicher EBITDA nach Regionen

Januar–Dezember (12 Monate) Oktober–Dezember (3 Monate)

Mio. CHF 2010 2009 ±% ±% auf 2010 2009 ±% ±% auf

vergleichvergleichbarer

Basis

barer Basis

Europa 1 045 1 232 –15,2 –10,8 190 197 –3,6 +6,1

Nordamerika 460 400 +15,0 +14,3 94 72 +30,6 +34,7

Lateinamerika 999 1 076 –7,2 –7,5 237 258 –8,1 –5,0

Afrika, Naher Osten 359 373 –3,8 +5,4 73 94 –22,3 –12,8

Asien, Ozeanien 1 820 1 760 +3,4 –10,8 381 454 –16,1 –17,2

Corporate/Eliminationen (170) (211) (39) (59)

Total Konzern 4 513 4 630 –2,5 –6,1 936 1 016 –7,9 –4,2

Im vierten Quartal sank der betriebliche EBITDA gegenüber

dem Vorjahresquartal um 7,9 Prozent auf CHF 936 Millionen.

Wechselkursschwankungen verminderten den betrieblichen

EBITDA um CHF 42 Millionen oder 4,1 Prozent. Auf vergleichbarer

Basis ergab sich für den Konzern ein negatives Wachstum

von 4,2 Prozent oder CHF 43 Millionen bedingt durch substantiell

höhere variable Kosten pro Einheit. Vor allem die gestiegenen

Treibstoffkosten wirkten sich negativ auf die variablen

Kosten aus. Die fixen Kosten konnten gegenüber dem Vorjahres-

quartal um CHF 122 Millionen gesenkt werden. Die Konzernregionen

Europa und Nordamerika weisen auf vergleichbarer

Basis positive Veränderungen gegenüber dem Vorjahresquartal

aus, während die übrigen Konzernregionen einen tieferen

betrieblichen EBITDA erzielten.

Dank der geographischen Diversifikation und der Nutzung

von akquisitorischen Chancen in Australien konnte der

betriebliche EBITDA im Vorjahresvergleich auf einem soliden

120 121

Finanzieller Lagebericht


Finanzielle

Informationen

Niveau gehalten werden; der betriebliche EBITDA ging im

Berichtsjahr um 2,5 Prozent oder CHF 117 Millionen auf

CHF 4513 Millionen zurück. Auf vergleichbarer Basis lag

die betriebliche EBITDA-Abnahme bei 6,1 Prozent oder

CHF 284 Millionen.

Dank rigorosem Kostenmanagement und trotz der Kapazitätserweiterung

von rund 7 Millionen Tonnen hat Holcim 2010 auf

vergleichbarer Basis CHF 312 Millionen an Fixkosten eingespart.

Damit wurde das Ziel, die Fixkosten auf Vorjahresniveau zu

halten, deutlich übertroffen. Aufgrund der reduzierten Nachfrage

in Europa wurden CO2-Emissionszertifikate im Betrag

von CHF 95 Millionen veräussert; 2009 wurde ein Erlös von

CHF 90 Millionen erzielt.

Trotz höherer variabler Kosten nahmen die Produktionskosten

dank den vorerwähnten Fixkosteneinsparungen lediglich um

0,1 Prozentpunkte auf 57,2 Prozent des Nettoverkaufsertrags zu.

Der Distributions- und Verkaufsaufwand in Prozent des Nettoverkaufsertrags

erhöhte sich von 22,8 Prozent auf 24,4 Prozent.

Diese Zunahme basiert vor allem auf höheren Transportkosten,

ausgelöst durch höhere Treibstoffkosten sowie längere Distributionswege,

speziell in den USA und in Indien. Der Verwaltungsaufwand

reduzierte sich signifikant um 0,5 Prozentpunkte

auf 6,4 Prozent des Umsatzes.

Auf vergleichbarer Basis erzielte die Konzernregion Europa

einen um 10,8 Prozent oder CHF 133 Millionen tieferen betrieblichen

EBITDA. Diese Abnahme wurde vorwiegend durch den

starken Volumen- und Preisrückgang in Osteuropa verursacht.

Nordamerika litt zwar unter rückläufigen Preisen, konnte diese

jedoch durch die gestiegenen Volumen im Segment Zement

und substantielle Kosteneinsparungen kompensieren. Insbesondere

durch das 2009 in Betrieb genommene Zementwerk

Ste. Genevieve liess sich die Energie- und Kosteneffizienz

deutlich steigern. Daraus ergab sich ein um 14,3 Prozent oder

CHF 57 Millionen höherer betrieblicher EBITDA. Lateinamerika

erzielte einen um 7,5 Prozent oder CHF 81 Millionen tieferen

betrieblichen EBITDA. Positive Veränderungen zeigten Brasilien

und Argentinien, während Mexiko und Kolumbien einen tieferen

betrieblichen EBITDA erwirtschafteten. Der betriebliche

EBITDA der Konzernregion Afrika, Naher Osten nahm vor allem

aufgrund höherer Volumen um 5,4 Prozent oder CHF 20 Millionen

zu. Die Abnahme in Asien, Ozeanien belief sich auf

10,8 Prozent oder CHF 190 Millionen. ACC in Indien litt unter

höheren variablen Produktionskosten.

Die regionale Gewichtung des betrieblichen EBITDA hat sich im

Vergleich zum Vorjahr vor allem durch den Zugang von Holcim

Australia in der Region Asien, Ozeanien verändert. 2010 haben

Europa 22,3 Prozent (2009: 25,4), Nordamerika 9,8 Prozent

(2009: 8,3), Lateinamerika 21,3 Prozent (2009: 22,2), Afrika, Naher

Osten 7,7 Prozent (2009: 7,7) und Asien, Ozeanien 38,9 Prozent

(2009: 36,4) zum betrieblichen EBITDA beigetragen.

Die Gewichtung des betrieblichen EBITDA zwischen aufstrebenden

und reifen Märkten hat sich im Vergleich zum Vorjahr

vor allem durch den Zukauf von Holcim Australia im Jahr 2009

leicht verändert. Die aufstrebenden Märkte haben im Berichtsjahr

66,3 Prozent (2009: 70,3) und die reifen Märkte 33,7 Prozent

(2009: 29,7) zum betrieblichen EBITDA beigetragen.

Betriebliche EBITDA-Marge

Im vierten Quartal betrug die betriebliche EBITDA-Marge

18,4 Prozent, was einer Verminderung um 0,6 Prozentpunkte

gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Negative Veränderungen

verzeichneten die Konzernregionen Lateinamerika,

Afrika, Naher Osten und Asien, Ozeanien. Europa und Nordamerika

konnten die Margen gegenüber dem Vorjahresquartal

steigern.

Im Segment Zement sank die EBITDA-Marge von 25,1 Prozent

auf 23,5 Prozent, während die Marge bei den Zuschlagstoffen

von 17,8 Prozent auf 22,9 Prozent gesteigert werden konnte.

Tiefere Fixkosten wirkten sich positiv auf die Marge aus. Im

Segment Weitere Baustoffe und Serviceleistungen sank die

Marge um 1,3 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent.

Über das ganze Jahr betrachtet nahm die betriebliche EBITDA-

Marge konzernweit von 21,9 Prozent um 1,1 Prozentpunkte auf

20,8 Prozent ab. Auf vergleichbarer Basis sank die betriebliche

EBITDA-Marge um 0,9 Prozentpunkte. Die Reduktion in Europa

um 0,9 Prozentpunkte war stark durch die Volumen und Preisrückgänge

geprägt. In Nordamerika erhöhte sich die betriebliche

EBITDA-Marge trotz tieferer Verkaufspreise um 2,6 Prozentpunkte,

da die Fixkosten massiv gesenkt werden konnten. In

Lateinamerika ergab sich eine um 2,8 Prozentpunkte tiefere

Marge, vor allem begründet durch ein schlechteres Marktumfeld

und höhere Kosten in Mexiko, aber auch durch einen höheren

Preisdruck in Kolumbien. Die Konzernregion Afrika, Naher Osten

verzeichnete eine Margenverbesserung von 0,9 Prozentpunkten.

Die Margen in Asien, Ozeanien haben sich im wesentlichen

wegen ACC und generell höhere variable Kosten um 3,3 Prozentpunkte

vermindert.


Im Segment Zement reduzierte sich die betriebliche EBITDA-

Marge von 28,4 Prozent im Vorjahr um 1,5 Prozentpunkte auf

26,9 Prozent (Holcim-Ziel: >33 Prozent). Nordamerika und

Afrika, Naher Osten konnten die Margen steigern. Im Segment

Zuschlagstoffe stieg die Marge um 1,5 Prozentpunkte auf

21,2 Prozent (Holcim-Ziel: >27 Prozent). Mit Ausnahme von

Lateinamerika und Asien, Ozeanien verzeichneten alle Konzernregionen

höhere Margen in diesem Segment. Im Segment

Weitere Baustoffe und Serviceleistungen sank die Marge um

0,9 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent (Holcim-Ziel: >8 Prozent).

Sämtliche Konzernregionen mussten in diesem Segment einen

Margenschwund hinnehmen.

Betriebsgewinn

Der Betriebsgewinn sank im vierten Quartal gegenüber dem

Vorjahresquartal um 0,7 Prozent auf CHF 441 Millionen. Bedingt

durch negative Wechselkursentwicklungen fiel der Betriebsgewinn

um CHF 15 Millionen tiefer aus. Auf vergleichbarer Basis

konnte der Betriebsgewinn um 2,5 Prozent oder CHF 11 Millionen

gesteigert werden. Die positiven Effekte aus tieferen

Abschreibungen kompensierten den tieferen betrieblichen

EBITDA.

Über das ganze Jahr betrachtet sank der Betriebsgewinn um

5,8 Prozent auf CHF 2619 Millionen. Auf vergleichbarer Basis lag

die Betriebsgewinnentwicklung bei negativen 10,1 Prozent oder

CHF 281 Millionen. Die absolute Abnahme resultierte aus dem

tieferen betrieblichen EBITDA von CHF 117 Millionen und höheren

Abschreibungen von CHF 45 Millionen auf den neuen Werken

in den USA und in Indien.

Konzerngewinn

Der Konzerngewinn erhöhte sich im vierten Quartal gegenüber

dem Vorjahresquartal von CHF 381 Millionen auf CHF 398 Millionen

und bestätigt damit den positiven Trend. Über das ganze

Jahr betrachtet reduzierte sich der Konzerngewinn um 17,2 Prozent

oder CHF 337 Millionen auf CHF 1621 Millionen. Auf vergleichbarer

Basis beträgt der Rückgang 18,2 Prozent.

Die Abnahme des Konzerngewinns ist unter anderem eine

Folge des tieferen Betriebsgewinns und verschiedener Einmaleffekte.

Tiefere Anteile am Ergebnis von assoziierten Unternehmen

wurden teilweise kompensiert durch den um CHF 89 Millionen

höheren Finanzertrag, welcher vorwiegend auf die

realisierte Veränderung des Fair Value einer Forderung zurückzuführen

ist (vgl. auch Erläuterungen 12 und 21 auf den Seiten

160 und 164).

Der effektive Steuersatz lag im Jahr 2010 bei 27,5 Prozent (2009:

24,1). Der Steuersatz des abgelaufenen Geschäftsjahres wurde

durch eine einmalige, nicht liquiditätswirksame Steuerbelastung

aus dem internen Transfer der Beteiligung an Holcim (Canada)

Inc. beeinflusst.

Der Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd – reduzierte

sich um 19,6 Prozent oder CHF 289 Millionen auf CHF 1182 Millionen.

Ihr Anteil betrug 72,9 Prozent des Konzerngewinns. Im Vorjahr

lag dieser Wert bei 75,1 Prozent. Die Abnahme ist vor allem

auf die Gewinnbeiträge von Cement Australia (ab 1. Oktober

2009 voll konsolidiert mit Ausweis von 25 Prozent nicht beherr-

schenden Anteilen) zurückzuführen. Auf vergleichbarer Basis

beträgt die Abnahme des Konzerngewinns – Anteil Aktionäre

Holcim Ltd – 21,1 Prozent. Der Gewinn pro Aktie der Holcim Ltd

sank von CHF 4.93 im Vorjahr um 25,2 Prozent auf CHF 3.69.

Der Rückgang entstand unter anderem durch die im Jahr 2009

neu ausgegebenen Aktien.

Dieser Leistungsausweis darf vor dem Hintergrund des widrigen

wirtschaftlichen Umfeldes als Erfolg bezeichnet werden

und ist vor allem auf die konsequent durchgeführten Sparmassnahmen

zurückzuführen.

122 123

Finanzieller Lagebericht


Finanzielle

Informationen

Kapitalbeschaffung, Investitionen und Liquidität

Cash flow

Januar–Dezember (12 Monate) Oktober–Dezember (3 Monate)

Mio. CHF 2010 2009 ±% 2010 2009 ±%

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

Nettoinvestitionen in Sachanlagen

3 659 3 888 –5,9 1 606 1 696 –5,3

zur Erhaltung der Substanz und Konkurrenzfähigkeit (410) (376) –9,0 (186) (195) +4,6

Free cash flow 3 249 3 512 –7,5 1 420 1 501 –5,4

Erweiterungsinvestitionen (1 182) (1 929) +38,7 (322) (469) +31,3

De(In)vestitionen in Finanzanlagen netto 230 (2 125) +110,8 (36) (1 812) +98,0

Bezahlte Dividenden (719) (192) –274,5 (21) (19) –10,5

Finanzierungsüberschuss(bedarf) 1 578 (734) +315,0 1 041 (799) +230,3

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit (exkl. Dividenden) (2 521) 1 388 –281,6 (1 060) (425) –149,4

(Ab)Zunahme Flüssige Mittel (943) 654 –244,2 (19) (1 224) +98,4

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit

Der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit sank im vierten Quartal

gegenüber dem Vorjahresquartal um CHF 90 Millionen auf

CHF 1606 Millionen. Wechselkursveränderungen wirkten sich

mit CHF 47 Millionen negativ aus. Auf vergleichbarer Basis

reduzierte sich der Cashflow um CHF 44 Millionen gegenüber

dem Vorjahresquartal. Der Rückgang ist neben der Veränderung

des betrieblichen EBITDA hauptsächlich auf die Terminierung

der Steuerzahlungen, teilweise kompensiert durch vorteilhafte

Veränderungen des Nettoumlaufvermögens, zurückzuführen.

Im Berichtsjahr sank der Geldfluss aus Geschäftstätigkeit um

CHF 229 Millionen oder 5,9 Prozent auf CHF 3659 Millionen. Auf

vergleichbarer Basis resultierte eine Abnahme von CHF 323 Millionen

oder 8,3 Prozent. Der tiefere betriebliche EBITDA, das

höhere Nettoumlaufvermögen und die höheren Zinszahlungen

konnten teilweise durch Steuerrückvergütungen kompensiert

werden. Die Geldfluss-Marge erreichte im Berichtsjahr 16,9 Prozent

(2009: 18,4).

Investitionstätigkeit

Der Geldfluss aus Investitionstätigkeit betrug im vierten

Quartal CHF 544 Millionen; ein Rückgang von 78 Prozent oder

CHF 1932 Millionen gegenüber dem Vorjahresquartal. Hauptgrund

für die Abnahme ist der im Oktober 2009 erfolgte Kauf

von Holcim Australia (ehemals Cemex Australia).

Im abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierte sich der Geldfluss

aus Investitionstätigkeit um CHF 3068 Millionen auf CHF 1362 Millionen.

Im Vorjahr war in den Finanzinvestitionen die Akquisition

von Holcim Australia enthalten. Holcim konnte dadurch im

Berichtsjahr in sämtlichen Segmenten vom Absatzmarkt in

Australien profitieren. Weitere Informationen zu den Investitionen

in Finanzanlagen sind auf den Seiten 151 und 152 des

Geschäftsberichts dargestellt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat Holcim netto CHF 1592 Millionen

in Produktions- und Sachanlagen investiert. Verglichen

mit dem Vorjahreswert von CHF 2305 Millionen entspricht dies

einer Abnahme von 31 Prozent. Dieser Rückgang ist im wesentlichen

auf die Fertigstellung verschiedener Zementwerke im

Rahmen des strategischen Ausbauprogramms zur Erweiterung

der Zementkapazitäten in bestehenden und neuen Märkten

zurückzuführen. Insgesamt wurden im Berichtsjahr rund 7 Millionen

Tonnen Zementkapazität in Betrieb genommen, vor

allem im Wachstumsmarkt Indien, aber auch in Lateinamerika.

Die in Betrieb genommenen Werke sind auf dem neuesten

technologischen Stand und steigern die Kosten- und Umwelteffizienz

des Konzerns weiter. Zu den wichtigsten noch laufenden

Investitionsprojekten gehören der gezielte Ausbau von

Kapazitäten im aufstrebenden Markt Indien sowie die Modernisierung

von Zementwerken in Aserbaidschan und Marokko.


Wesentliche In- und Devestitionsprojekte

Shurovo – Kapazitätsausbau in Russland

Um im Rahmen der Konzernstrategie eine nachhaltig stabile

Basis für Holcim in Russland zu schaffen, wurde im ersten

Quartal 2007 mit der Modernisierung und Erweiterung des

Zementwerkes Shurovo, nahe Moskau, begonnen. Die erste

Klinkerproduktion erfolgte im vierten Quartal 2010. Aufgrund

der Verdoppelung der Jahreskapazität auf 2,1 Millionen Tonnen

Zement kann Holcim am langfristig starken wirtschaftlichen

Wachstum in Russland partizipieren. Gleichzeitig wurde durch

die Modernisierung des Werkes ein wesentlicher Beitrag zur

Verbesserung des Umweltschutzes und der Arbeitssicherheit

geleistet.

Hermosillo – neues Zementwerk in Mexiko

Ende 2010 nahm das neue Zementwerk in der Nähe von Hermosillo

im Nordwesten von Mexiko mit einer Jahreskapazität

von 1,6 Millionen Tonnen den Betrieb auf. Die neue Anlage

ergänzt das bestehende Produktionsnetzwerk ideal und positioniert

Holcim Apasco in diesem Land noch besser.

Indien – Ausbau der Marktposition

Die beiden indischen Gesellschaften ACC und Ambuja Cements

konnten im Jahr 2010 verschiedene Kapazitätserweiterungen

erfolgreich abschliessen. Diese zusätzliche Kapazität kann 2011

voll ausgeschöpft werden und helfen, unsere Position im stark

wachsenden indischen Markt zu stärken.

Aserbaidschan – Modernisierung

Im Rahmen der auf langfristiges Wachstum ausgerichteten

Strategie dieser Region wird das Zementwerk von Garadagh

Cement über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren modernisiert.

Im Mittelpunkt der Modernisierung steht die Umstellung

vom Nass- auf das Trockenverfahren. Damit verbunden sind

eine Reduktion des Energiebedarfs und eine Effizienzsteigerung.

Neben der Modernisierung des Produktionsprozesses

bildet die Verbesserung der Umweltverträglichkeit beziehungsweise

die Emissionsreduktion einen weiteren Projektschwerpunkt.

Die Inbetriebnahme des modernisierten Werkes ist für

das dritte Quartal 2011 vorgesehen.

Kolumbien – Ausbau der Mühlenkapazität

Im zweiten Halbjahr wurde eine neue Zementmühle mit einer

zusätzlichen Kapazität von 0,7 Millionen Tonnen im Werk Nobsa

in Betrieb genommen. Die Erweiterung erlaubt einen optimalen

Produktionsprozess von der Rohmaterialaufbereitung über

die Lagerung bis hin zur Spedition. Durch die Erweiterung ist

Holcim Kolumbien in der Lage, sämtliche Kundensegmente zu

erreichen und mit strukturierten und individuellen Lösungen

zu versorgen.

Marokko – Rationalisierung

Die Verdoppelung der Klinkerkapazität in Fès verläuft planmässig;

die Inbetriebnahme wird im ersten Quartal 2012 erfolgen.

Durch die Investition ergeben sich Einsparungen im Bereich

Logistik und Produktionskosten und eine Verbesserung der

Position im zukünftigen Wachstumsmarkt.

Die Investitionen zur Rationalisierung und Verbesserung der

Prozesse, für Umweltmassnahmen und für die Sicherheit und

Gesundheit am Arbeitsplatz betrugen CHF 639 Millionen

(2009: 578).

Am 4. September 2010 unterzeichnete Holcim ein Abkommen

mit der Bolivarischen Republik Venezuela, in welchem sich die

Parteien über die Entschädigung für die im Juni 2008 nationalisierte

Holcim (Venezuela) C.A. und die Aussetzung des zurzeit

hängigen Schiedsverfahrens am Internationalen Zentrum zur

Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID) einigten. Die

vereinbarte Gesamtentschädigung beläuft sich auf USD 650 Millionen,

von der eine erste Zahlung über USD 260 Millionen am

10. September 2010 eingegangen ist. Der verbleibende Betrag

von USD 390 Millionen wird in vier gleich grossen, jährlichen

Teilzahlungen beglichen. Die daraus resultierende Veränderung

des Fair Value beträgt USD 410 Millionen, von der USD 164 Millionen

im Jahr 2010 realisiert wurden.

Group ROICBT

Der Group Return on Invested Capital vor Steuern (ROICBT)

misst die Rentabilität des eingesetzten Kapitals und wird als

Massstab für die operative Rentabilität verstanden. Der Indikator

wird berechnet, indem der EBIT dem durchschnittlich

investierten Kapital (exklusive Flüssige Mittel und Wertschriften)

gegenübergestellt wird.

Group ROICBT

Mio. CHF

EBIT1 Investiertes Kapital ROICBT in %

Vorjahr GeschäftsDurchjahrschnitt 2010 3 054 38 438 35 040 36 739 8,3

2009 3 371 35 371 38 438 36 905 9,1

1 Earnings before interest and taxes – Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern.

124 125

Finanzieller Lagebericht


Finanzielle

Informationen

Der ROICBT sank im abgelaufenen Geschäftsjahr von 9,1 Prozent

um 0,8 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Die negative Veränderung

im abgelaufenen Geschäftsjahr ist im wesentlichen auf

die Abnahme des EBIT zurückzuführen, wobei auch das durchschnittlich

investierte Kapital leicht abnahm. Dem investierten

Kapital wird die Investitionstätigkeit belastet, welche in der

Regel erst nach einer Bauphase von zwei bis drei Jahren ertragswirksam

wird.

Finanzierungstätigkeit

Neben dem Geldfluss aus Geschäftstätigkeit diente die Aufnahme

von zusätzlichem Fremdkapital der Finanzierung von

Investitionen und der Refinanzierung/Rückzahlung bestehender

Schulden. Unter anderem wurden folgende Anleihen ausgegeben:

CHF 475 Mio. Anleihe Holcim Ltd mit festem Zinssatz von

2,375%, Laufzeit 2010–2016.

THB 2 000 Mio. Anleihe Holcim Capital (Thailand) Ltd. mit festem

Zinssatz von 3,52%, Laufzeit 2010–2015.

Garantiert durch Holcim Ltd.

Nettofinanzschulden

Die Nettofinanzschulden haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr

dank des Geldflusses aus Geschäftstätigkeit, der tieferen

Investitionstätigkeit und der Abwertung verschiedener Währungen

gegenüber dem Schweizer Franken von CHF 13 833 Millionen

auf CHF 11 363 Millionen deutlich reduziert.

Das Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Eigenkapital

(Gearing) stand Ende 2010 bei 53,8 Prozent (2009: 62,8). Das

Gearing reduzierte sich vor allem als Folge der deutlichen

Reduktion der Nettofinanzschulden.

Total Eigenkapital, Nettofinanzschulden und Gearing

Mio. CHF

25 000 80%

20 000

15 000

10 000

5 000

0

Eigenkapital

Nettofinanzschulden

Gearing (rechte Skala)

31.12.2009 31.12.2010

70%

60%

50%

40%

30%

20%

10%

Finanzierungsprofil

Das starke Finanzierungsprofil konnte aufrechterhalten werden.

70 Prozent der Finanzverbindlichkeiten sind über verschiedene

Kapitalmärkte (vgl. Übersicht über alle ausstehenden

Anleihen und Privatplazierungen auf den Seiten 173 und 174)

und 30 Prozent über Banken und andere Kreditgeber finanziert.

Es bestehen keine grossen Positionen mit einzelnen Kreditgebern.

Holcim pflegt einen regelmässigen Kontakt und eine

offene Kommunikation mit den Investoren und Banken.

Die durchschnittliche Fälligkeit der Finanzverbindlichkeiten

liegt mit 4,2 Jahren am unteren Ende des Zielbereichs (Holcim-

Ziel: 4–6 Jahre). Über die nächsten 12 Monate werden Anleihen

und Privatplazierungen von CHF 652 Millionen am Kapitalmarkt

fällig.

0%


Fälligkeitsprofil der gesamten Finanzverbindlichkeiten1 Mio. CHF

3500

3000

2500

2000

1500

1000

500

0

2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 >2020

Darlehen, Kredite von Finanzinstituten und andere Finanzverbindlichkeiten

Anleihen und Privatplazierungen

Holcim legt grossen Wert auf ein vorteilhaftes Kreditrating und

misst deshalb dem Erreichen finanzieller Zielgrössen zur Erhaltung

eines soliden Investment Grade Ratings eine grosse

Bedeutung bei. Detaillierte Informationen zu den Kreditratings

befinden sich auf den Seiten 39, 146 und 147 dieses Geschäftsberichts.

Die finanziellen Zielgrössen zur Erhaltung eines soliden

Investment Grade Ratings konnten weiter verbessert werden.

Die Kennzahl Funds from operations (FFO) im Verhältnis zu den

Nettofinanzschulden betrug 31,3 Prozent (Holcim-Ziel: >25 Prozent)

und jene der Nettofinanzschulden im Verhältnis zum

EBITDA 2,3 (Holcim-Ziel: 5x) und die EBIT net interest coverage

3,7x (Holcim-Ziel: >3x).

Aufgrund der Abwertung des US-Dollar und des Euro gegenüber

dem Schweizer Franken reduzierte sich der Anteil der

US-Dollar- und der Euro-Verbindlichkeiten von 54 Prozent auf

49 Prozent. Der Durchschnittszinssatz auf den am 31. Dezember

2010 bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten entsprach

mit 4,4 Prozent dem Vorjahreswert. Der Anteil der festverzinslichen

Verschuldung betrug 58 Prozent.

Liquidität

Zur Sicherstellung der Liquidität verfügt der Konzern über Flüssige

Mittel von CHF 3386 Millionen (2009: 4474). Diese Mittel

sind breit diversifiziert bei einer grossen Anzahl Banken fast

ausschliesslich in Termingeldern angelegt. Das Gegenparteienrisiko

wird im Rahmen des Risikomanagements nach klar definierten

Grundsätzen laufend überwacht. Ferner standen per

31. Dezember 2010 nicht benutzte Kreditlimiten im Umfang von

CHF 8867 Millionen (2009: 8188) zur Verfügung (siehe auch

Seite 171). Darin enthalten sind nicht benutzte, verbindlich

zugesagte Limiten von CHF 6378 Millionen (2009: 5365). Die

Fälligkeiten von bestehenden Schulden1 über die nächsten

12 Monate von CHF 2318 Millionen (2009: 3334) sind durch die

vorhandenen Flüssigen Mittel und die nicht benutzten, verbindlich

zugesagten Kreditlimiten gedeckt.

Währungssensitivität

Der Konzern ist in rund 70 Ländern tätig und erwirtschaftet

einen überwiegenden Teil seines Ergebnisses in Währungen

ausserhalb des Schweizer Frankens. Der in Schweizer Franken

erzielte Nettoverkaufsertrag beläuft sich lediglich auf rund

3 Prozent.

Da der Konzern zu einem sehr hohen Anteil lokal produziert,

fällt die Mehrheit der Umsätze und Kosten in den gleichen

Lokalwährungen an. Die Auswirkungen von Fremdwährungsschwankungen

sind daher mehrheitlich auf die Umrechnung

der lokalen Abschlüsse in die Konzernerfolgsrechnung

1 Kurzfristige Finanzschulden adjustiert um kurzfristig gezogene Kredite im Rahmen langfristig zugesagter Kreditlinien von CHF 150 Millionen.

126 127

Finanzieller Lagebericht


Finanzielle

Informationen

beschränkt und waren im abgelaufenen Geschäftsjahr durch

den erstarkten Schweizer Franken leicht negativ. Die Auswirkungen

aufgrund der Fremdwährungsumrechnung der lokalen

Bilanzen in die Konzernbilanz führen in der Regel zu keinen

wesentlichen Verzerrungen der Konzernbilanz, da das Fremdkapital

zu einem grossen Teil währungskongruent in Lokalwährung

finanziert wird.

Anhand der nachfolgenden Sensitivitätsanalysen wird der

Währungseinfluss der wichtigsten Währungen im Konzern auf

die wichtigsten Grössen dargestellt. Die Sensitivitätsanalyse

berücksichtigt ausschliesslich die Effekte, welche aus der

Umrechnung der lokalen Abschlüsse in Schweizer Franken entstehen

(translation effect). Die Währungseinflüsse aus lokal

getätigten Transaktionen in Fremdwährungen können in der

Analyse nicht abgebildet werden. Bedingt durch die lokale

Geschäftstätigkeit ist diese Art von Transaktionen sehr gering

beziehungsweise wird jeweils individuell abgesichert.

Eine hypothetische Veränderung der jeweiligen Fremdwährung

gegenüber dem Schweizer Franken um –5 Prozent würde sich

wie folgt auswirken:

Sensitivitätsanalyse

Mio. CHF 2010 USD EUR GBP INR Latein- Asien

amerika (AUD, IDR,

(MXN, BRL,

ARS, CLP)

PHP, THB)

Aktuelle Werte In der Annahme eines 5% tieferen Fremdwährungskurses wäre der Einfluss wie folgt:

Nettoverkaufsertrag 21 653 (122) (153) (98) (174) (120) (162)

Betrieblicher EBITDA 4 513 (33) (19) (10) (43) (30) (42)

Konzerngewinn

Geldfluss

1 621 (31) 1 (4) (23) (10) (10)

aus Geschäftstätigkeit 3 659 (24) (15) (8) (44) (19) (18)

Nettofinanzschulden 11 363 (146) (76) (19) 35 (31) (126)


Konsolidierte Erfolgsrechnung Holcim

Mio. CHF Erläuterungen 2010 2009 ±%

Nettoverkaufsertrag 5, 6 21 653 21 132 +2,5

Produktionsaufwand der verkauften Produkte und Leistungen 7 (12 379) (12 072)

Bruttogewinn 9 274 9 060 +2,4

Distributions- und Verkaufsaufwand 8 (5 278) (4 828)

Verwaltungsaufwand (1 377) (1 451)

Betriebsgewinn 2 619 2 781 –5,8

Übriger Ertrag 11 7 206

Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 23 245 302

Finanzertrag 12 262 173

Finanzaufwand 13 (897) (881)

Konzerngewinn vor Steuern 2 236 2 581 –13,4

Ertragssteuern 14 (615) (623)

Konzerngewinn 1 621 1 958 –17,2

Davon:

Aktionäre Holcim Ltd 1 182 1 471 –19,6

Nicht beherrschende Anteile 439 487 –9,9

Gewinn pro Aktie in CHF

Gewinn pro Aktie1 16 3.69 4.93 –25,2

Verwässerter Gewinn pro Aktie1 16 3.69 4.93 –25,2

Mio. CHF

Betrieblicher EBITDA 3, 10 4 513 4 630 –2,5

EBITDA 3 4 988 5 229 –4,6

1 Der Gewinn pro Aktie wird basierend auf dem Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd – und der gewichteten Anzahl Aktien berechnet.

128 129

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Konsolidierte Gesamtergebnisrechnung Holcim

Mio. CHF Erläuterungen 2010 2009

Konzerngewinn

Im Eigenkapital erfasste Wertänderungen

1 621 1 958

Veränderung Währungsumrechnung (2 042) 345

– Steueraufwand

Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

(7) (34)

– Veränderung Fair Value 21 421 (7)

– In der konsolidierten Erfolgsrechnung realisiert

– Steueraufwand

Cashflow-Absicherungen

21 (171) 9

– Veränderung Fair Value

– In der konsolidierten Erfolgsrechnung realisiert

– Steueraufwand

Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften

9 (18)

– Veränderung Fair Value

– Steueraufwand

(3) (4)

Total der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen (1 793) 291

Total Konzerngewinn und der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen (172) 2 249

Davon:

Aktionäre Holcim Ltd (395) 1 734

Nicht beherrschende Anteile 223 515


Konsolidierte Bilanz Holcim

Mio. CHF Erläuterungen 31.12.2010 31.12.2009

Flüssige Mittel 17 3 386 4 474

Wertschriften 30 33

Forderungen 18 2 590 3 401

Vorräte 19 2 072 2 162

Rechnungsabgrenzungen und andere kurzfristige Forderungen 20 416 493

Zum Verkauf gehaltene Aktiven 21 18 234

Total Umlaufvermögen 8 512 10 797

Langfristige Finanzanlagen 22 921 677

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen 23 1 432 1 529

Sachanlagen 24 23 343 25 493

Immaterielles Anlagevermögen 25 9 061 9 983

Latente Steueraktiven 32 385 412

Sonstiges Anlagevermögen 26 605 315

Total Anlagevermögen 35 747 38 409

Total Aktiven 44 259 49 206

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 28 2 303 2 223

Verbindlichkeiten aus kurzfristiger Finanzierung 29 2 468 4 453

Verbindlichkeiten für laufende Ertragssteuern 555 531

Andere kurzfristige Verbindlichkeiten 1 632 1 821

Kurzfristige Rückstellungen 33 256 252

Total kurzfristiges Fremdkapital 7 214 9 280

Verbindlichkeiten aus langfristiger Finanzierung 29 12 281 13 854

Verpflichtungen aus leistungsorientierten Vorsorgeplänen 34 317 376

Latente Steuerverbindlichkeiten 32 2 203 2 389

Langfristige Rückstellungen 33 1 123 1 263

Total langfristiges Fremdkapital 15 924 17 882

Total Fremdkapital 23 138 27 162

Aktienkapital 37 654 654

Agio 9 371 9 368

Eigene Aktien 37 (476) (455)

Reserven 8 552 9 466

Total Anteil Eigenkapital der Aktionäre Holcim Ltd 18 101 19 033

Nicht beherrschende Anteile 3 020 3 011

Total Eigenkapital 21 121 22 044

Total Passiven 44 259 49 206

130 131

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Veränderung des konsolidierten Eigenkapitals Holcim

Mio. CHF Aktienkapital Agio Eigene Aktien Gewinnreserven

Eigenkapital per 1. Januar 2010

Kapitalerhöhung

654 9 368 (455) 15 019

Ausschüttung (480)

Veränderung Bestand eigene Aktien (32) 3

Aktienbezogene Vergütungen

Kapitaleinzahlungen nicht beherrschende Anteile

Kauf von Konzerngesellschaften

Veränderung Beteiligung an bestehenden Konzerngesellschaf-

3 11

ten (36)

Konzerngewinn

Total der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen

1 182

Eigenkapital per 31. Dezember 2010 654 9 371 (476) 15 688

Eigenkapital per 1. Januar 2009 527 6 870 (401) 14 178

Kapitalerhöhung 100 1 940

Ausschüttung 27 552 (594)

Veränderung Bestand eigene Aktien (63) (9)

Aktienbezogene Vergütungen

Kapitaleinzahlungen nicht beherrschende Anteile

6 9

Kauf von Konzerngesellschaften

Veränderung Beteiligung an bestehenden Konzerngesellschaften

(27)

Konzerngewinn

Total der im Eigenkapital erfassten Wertänderungen

1 471

Eigenkapital per 31. Dezember 2009 654 9 368 (455) 15 019


Reserve aus zur

Veräusserung verfüg-

baren finanziellen

Vermögenswerten

Reserve aus

Cashflow-

Absicherungen

Umrechnungs-

differenzen

Total

Reserven

Total

Eigenkapital

der Aktionäre

Holcim Ltd

Nicht

beherrschende

Anteile

Total

Eigenkapital

(2) (2) (5 549) 9 466 19 033 3 011 22 044

(480) (480) (236) (716)

3 (29) (29)

14 4 18

29 29

(6) (42) (42) (11) (53)

1 182 1 182 439 1 621

251 9 (1 837) (1 577) (1 577) (216) (1 793)

249 7 (7 392) 8 552 18 101 3 020 21 121

(3) 17 (5 830) 8 362 15 358 2 616 17 974

2 040 2 040

(594) (15) (218) (233)

(9) (72) (72)

15 1 16

2 2

(27) (27) 100 73

(5) (5)

1 471 1 471 487 1 958

1 (19) 281 263 263 28 291

(2) (2) (5 549) 9 466 19 033 3 011 22 044

132 133

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Konsolidierte Geldflussrechnung Holcim

Mio. CHF Erläuterungen 2010 2009

Konzerngewinn vor Steuern 2 236 2 581

Übriger Ertrag 11 (7) (206)

Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 23 (245) (302)

Finanzaufwand netto 12, 13 635 708

Betriebsgewinn 2 619 2 781

Betriebliche Abschreibungen und Wertminderungen 9 1 894 1 849

Übrige nicht liquiditätswirksame Posten 238 315

Veränderung Nettoumlaufvermögen (43) 159

Geldfluss aus betrieblicher Tätigkeit 4 708 5 104

Erhaltene Dividenden 183 94

Erhaltene Zinsen 122 145

Bezahlte Zinsen (829) (726)

Bezahlte Steuern (471) (639)

Übriger Ertrag (54) (90)

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit (A) 3 659 3 888

Kauf von Sachanlagen (1 821) (2 507)

Verkauf von Sachanlagen 229 202

Kauf von Konzerngesellschaften (60) (1 782)

Verkauf von Konzerngesellschaften 0 139

Kauf von Finanzanlagen, immateriellem und sonstigem Anlagevermögen1 (446) (744)

Verkauf von Finanzanlagen, immateriellem und sonstigem Anlagevermögen1 736 262

Geldfluss aus Investitionstätigkeit (B) 40 (1 362) (4 430)

Bezahlte Dividenden auf Namenaktien (480) 0

Bezahlte Dividenden an nicht beherrschende Anteile (239) (192)

Kapitalerhöhung 37 0 2 040

Kapitaleinzahlungen nicht beherrschende Anteile 29 2

Veränderung Bestand eigene Aktien (29) (72)

Aufnahme kurzfristige Finanzschulden 6 097 12 170

Rückzahlung kurzfristige Finanzschulden (7 713) (13 433)

Aufnahme langfristige Finanzschulden 2 544 11 234

Rückzahlung langfristige Finanzschulden (3 325) (10 393)

Erhöhung Beteiligung an bestehenden Konzerngesellschaften1 (154) (160)

Reduktion Beteiligung an bestehenden Konzerngesellschaften1 30 0

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit (C) (3 240) 1 196

(Ab)Zunahme Flüssige Mittel (A+B+C) (943) 654

Flüssige Mittel per 1. Januar (netto) 17 4 261 3 611

(Ab)Zunahme Flüssige Mittel (943) 654

Veränderung Währungsumrechnung (249) (4)

Flüssige Mittel per 31. Dezember (netto) 17 3 069 4 261

1 Basierend auf einer Änderung in IAS 7 sind Geldfl üsse aus Änderungen in der Beteiligungsquote an einer Konzerngesellschaft, die nicht in einem Verlust der

Kontrolle resultieren, als Geldfl üsse aus Finanzierungstätigkeiten einzustufen und nicht als Investitionstätigkeit, und dies ist rückwirkend anzuwenden.


Grundsätze der Rechnungslegung

Grundlagen der Darstellung

Die vorliegende Konzernrechnung wurde in Übereinstimmung

mit den International Financial Reporting Standards (IFRS)

erstellt.

Einführung überarbeiteter und neuer International Financial

Reporting Standards und neuer Interpretationen

Für das Geschäftsjahr 2010 hat der Holcim-Konzern die folgenden

für den Konzern relevanten überarbeiteten Standards

eingeführt, welche per 1. Januar 2010 in Kraft traten:

IAS 27 (überarbeitet) Konzern- und separate Abschlüsse

IFRS 3 (überarbeitet) Unternehmenszusammenschlüsse

IFRS 2 (überarbeitet) Anteilsbasierte Vergütungen

Verbesserungen Klarstellungen bestehender IFRS

an den IFRS

Gemäss IAS 27 (überarbeitet) werden Änderungen in der Beteiligungsquote

an einer Konzerngesellschaft als Eigenkapitaltransaktion

erfasst, wenn kein Kontrollverlust vorliegt. Die

Änderungen von IFRS 3 (überarbeitet) führen zu verschiedenen

Neuerungen, beispielsweise bei der Bewertung der nicht

beherrschenden Anteile (Wahlrecht zwischen dem Fair Value

und dem Nettovermögensanteil) oder der Bilanzierung bei

schrittweisem Erwerb, welche die erfolgswirksame Neubewertung

der zuvor gehaltenen Anteile am Eigenkapital zu Fair

Value verlangt. Transaktionskosten werden neu in der Erfolgsrechnung

erfasst. Die Anwendung von IFRS 2 (überarbeitet),

welcher die Darstellung anteilsbasierter Vergütungen mit Barausgleich

von Gruppenunternehmen verdeutlicht, wird keine

Auswirkung auf den Holcim-Konzern haben. Bei den Verbesserungen

an den IFRS handelt es sich grösstenteils um Klarstellungen.

Daher hatte die Anwendung dieser Anpassungen keine

materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Jahr 2011 wird der Holcim-Konzern die folgenden für den

Konzern relevanten überarbeiteten Standards anwenden:

IAS 24 (überarbeitet) Angaben über Beziehungen zu

IFRIC 14 (überarbeitet)

nahestehenden Unternehmen

und Personen

IAS 19 – Vorauszahlung einer Mindestdotierungsverpflichtung

Verbesserungen

an den IFRS

Klarstellungen bestehender IFRS

Die Änderungen von IAS 24 (überarbeitet) beziehen sich ausschliesslich

auf die Offenlegung und werden keine Auswirkungen

auf den Konzernabschluss haben. Die Änderung von IFRIC

14 (überarbeitet) erklärt, dass Unternehmen den Nutzen einer

Vorauszahlung als Personalvorsorge-Vermögenswert zu bilanzieren

haben. Die Anwendung dieser Änderung hat keine

wesentlichen Auswirkungen auf den Konzernabschluss. Bei den

Verbesserungen an den IFRS handelt es sich grösstenteils um

Klarstellungen. Daher hat die Anwendung dieser Anpassungen

keine materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Im Jahr 2013 wird der Holcim-Konzern den folgenden für den

Konzern relevanten Standard anwenden:

IFRS 9 Finanzinstrumente

IFRS 9 wird IAS 39 zur Gänze ersetzen. Klassifizierung und

Bewertung finanzieller Vermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten

beziehen sich ausschliesslich auf den ersten Teil

des neuen Standards. Gemäss dem neuen Standard werden alle

finanziellen Vermögenswerte beim erstmaligen Ansatz entweder

zu fortgeführten Anschaffungskosten oder zum Fair Value

bewertet. Für die finanziellen Verbindlichkeiten wurden die

meisten der bisherigen Vorschriften übernommen. Daher hat

die Anwendung des ersten Teils des neuen Standards keine

materiellen Auswirkungen auf den Konzernabschluss.

Verwendung von Schätzwerten

Die Erstellung der Konzernrechnung im Einklang mit IFRS erfordert

von der Konzernleitung, Werte zu schätzen und Annahmen

zu treffen, welche die ausgewiesenen Vermögenswerte und

Verbindlichkeiten, Erträge und Aufwendungen sowie die Offenlegung

zum Zeitpunkt des Rechnungsabschlusses beeinflussen.

Diese Schätzungen werden nach bestem Wissen der Konzernleitung

über die laufenden Vorfälle und zukünftigen Handlungen

des Konzerns vorgenommen. Die tatsächlichen Ergebnisse

können letztlich von diesen Schätzwerten abweichen.

Kritische Schätzungen und Annahmen

Schätzungen und Beurteilungen werden laufend ausgewertet

und basieren auf historischen Erfahrungswerten und anderen

Faktoren. Diese beinhalten Erwartungen bezüglich zukünftigen

Ereignissen, welche aufgrund der momentanen Umstände als

angemessen betrachtet werden.

134 135

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Der Konzern trifft Schätzungen und Annahmen bezüglich der

Zukunft. Die daraus resultierenden buchhalterischen Schätzwerte

entsprechen definitionsgemäss selten genau den tatsächlichen

Ergebnissen. Schätzungen und Annahmen, die ein

beträchtliches Risiko für eine wesentliche Anpassung des Buchwertes

von Aktiven und Verbindlichkeiten im nächsten

Geschäftsjahr beinhalten, betreffen vor allem den Goodwill

und, in einem geringeren Ausmass, Verpflichtungen aus leistungsorientierten

Vorsorgeplänen, latente Steueraktiven,

langfristige Rückstellungen, Abschreibungen auf Sachanlagen

und die Offenlegung von Eventualverbindlichkeiten am Ende

der Berichtsperiode. Die Kosten für leistungsorientierte Vorsorgepläne

und andere langfristig fällige Leistungen nach

Beendigung des Arbeitsverhältnisses bemessen sich nach versicherungsmathematischen

Berechnungen. Diese Berechnungen

beruhen auf Annahmen hinsichtlich Abzinsungssätzen,

erwarteten Renditen auf dem Planvermögen, künftigen

Saläranpassungen, Sterblichkeit und den künftigen Rentenanpassungen.

Entsprechend der langfristigen Ausrichtung

dieser Pläne unterliegen solche Schätzungen wesentlichen

Unsicherheiten (Erläuterung 34).

Im Einklang mit den Grundsätzen der Rechnungslegung überprüft

der Konzern jährlich, ob der Goodwill eine Wertminderung

erfahren hat. Der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden

Einheiten wird aufgrund des Nutzungswertes

(value-in-use) bestimmt. Diese Berechnungen erfordern die

Verwendung von Schätzungen (siehe Erläuterung 25).

Alle Schätzungen, die oben erwähnt sind, werden in den entsprechenden

Erläuterungen näher ausgeführt.

Konsolidierungskreis

Die Konzernrechnung beinhaltet die Jahresrechnung der

Holcim Ltd und ihrer Tochtergesellschaften inklusive Joint

Ventures. Eine Übersicht der wichtigsten in der Konzernrechnung

enthaltenen Gesellschaften befindet sich im Abschnitt

“Wesentliche Gesellschaften des Holcim-Konzerns”.

Konsolidierungsmethode

Konzerngesellschaften werden konsolidiert, wenn diese durch

die Holcim Ltd stimmrechtsmässig direkt oder indirekt zu mehr

als 50 Prozent kontrolliert werden oder die Kontrolle über die

operative Tätigkeit anderweitig ausgeübt werden kann. Unternehmenszusammenschlüsse,

die am oder nach dem 1. Januar

2010 stattfinden, werden anhand der Akquisitionsmethode

bilanziert. Die Anschaffungskosten bemessen sich nach dem

am Transaktionsdatum gültigen Fair Value der Gegenleistung.

Bei jedem Unternehmenszusammenschluss werden die nicht

beherrschenden Anteile entweder zum Fair Value oder gemäss

dem Nettovermögensanteil bilanziert. Transaktionskosten

werden als Aufwand in der Erfolgsrechnung verbucht. Die

erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte sowie die übernommenen

Verbindlichkeiten werden zu ihrem Fair Value

per Erwerbszeitpunkt bewertet, unabhängig vom Umfang der

übernommenen nicht beherrschenden Anteile.

Wenn der Holcim-Konzern einen Geschäftsbetrieb akquiriert,

wird die Angemessenheit der Klassifizierung und Bestimmung

der finanziellen Vermögenswerte und Verbindlichkeiten beurteilt.

Diese müssen den Vertragsbedingungen, den ökonomischen

Gegebenheiten sowie den zum Erwerbszeitpunkt bestehenden

einschlägigen Bedingungen entsprechen.

Bei einem schrittweisen Unternehmenszusammenschluss hat

Holcim ihren zuvor an dem erworbenen Unternehmen gehaltenen

Eigenkapitalanteil zu dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden

Fair Value neu zu bewerten und den daraus resultierenden

Gewinn oder Verlust in der Erfolgsrechnung zu erfassen.

Bedingte Gegenleistungen, welche als Teil der für das erworbene

Unternehmen übertragenen Gegenleistung bilanziert werden,

sind zum Fair Value per Transaktionsdatum bemessen. Spätere

Änderungen des Fair Values einer bedingten Gegenleistung

werden in der Erfolgsrechnung erfasst.

Zur Festlegung des Zeitpunkts des Einbezugs von Konzerngesellschaften

in die Konsolidierung oder deren Dekonsolidierung

ist dasjenige Datum massgebend, von dem an die Kontrolle

effektiv gegeben ist beziehungsweise verlorengeht.

Alle konzerninternen Transaktionen und Salden werden in

vollem Umfang eliminiert.

Im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen ist es im

Zusammenhang mit den verbleibenden Aktien, welche von

nicht beherrschenden Anteilen gehalten werden, üblich, dass

der Konzern Verkaufsoptionen eingeht und Kaufoptionen

erwirbt. Wenn der Konzern im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen

durch Verkaufsoptionen das Eigentum

erlangt, wird der Fair Value der Verkaufsoption in der Bilanz als

Finanzverbindlichkeit erfasst, wobei der den Buchwert der

nicht beherrschenden Anteile übersteigende Betrag als Goodwill

verbucht wird. In diesem Fall werden die nicht beherrschenden

Anteile so behandelt, wie wenn sie bereits am Akquisitionsdatum

erworben worden wären. Der resultierende


Goodwill wird buchhalterisch somit gleich behandelt wie der

übrige Teil des Unternehmenszusammenschlusses. Spätere

Anpassungen des Fair Values der Finanzverbindlichkeit werden

in der Erfolgsrechnung erfasst, wobei diesen nicht beherrschenden

Anteilen keine Gewinnanteile zugewiesen werden.

Wenn der Konzern allerdings im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen

mit Verkaufsoptionen kein Eigentum

erlangt, werden den nicht beherrschenden Anteilen weiterhin

Gewinnanteile zugewiesen. Diese werden jeweils am Ende der

Berichtsperiode als Finanzverbindlichkeit erfasst, als ob die

Akquisition an diesem Tag stattgefunden hätte. Ein allfälliger

Überschuss über den umklassierten Betrag sowie sämtliche

Veränderungen des Fair Values der Finanzverbindlichkeit werden

in den Gewinnreserven erfasst.

Beteiligungen des Konzerns an Joint Ventures werden mittels

der Methode der Quotenkonsolidierung behandelt. Hierbei

erfasst der Konzern jeweils den ihm gemäss Beteiligungsquote

zustehenden Anteil an den Erträgen und Aufwendungen, den

Aktiven und Passiven sowie den Geldflüssen für jede Position in

der Konzernrechnung. Alle Transaktionen und Salden zwischen

dem Holcim-Konzern und dem Joint Venture werden im Verhältnis

der jeweiligen Beteiligung am Joint Venture eliminiert.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden gemäss

der Equity-Methode in die Konzernrechnung einbezogen.

Dies sind Gesellschaften, an denen der Konzern üblicherweise

zwischen 20 und 50 Prozent der Stimmrechte hält und einen

massgebenden Einfluss, jedoch keine Kontrolle ausübt. Goodwill,

der bei einer Akquisition anfällt, ist im Buchwert der Beteiligung

an assoziierten Unternehmen enthalten. Beträgt der

Buchwert einer Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen,

zusammen mit allfälligen langfristigen Forderungen

gegenüber diesem, null, wird nicht weiter nach der Equity-

Methode bilanziert, ausser der Konzern ist bezüglich dieses

Unternehmens zusätzliche Verpflichtungen oder Garantien

eingegangen.

Fremdwährungsumrechnung

Die einzelnen Abschlüsse der Konzerngesellschaften werden

jeweils in der Währung des primären Wirtschaftsumfeldes, in

dem das Unternehmen tätig ist, erfasst (die funktionale Währung).

Die Erfolgsrechnungen der in Fremdwährung erstellten

Abschlüsse der ausländischen Tochtergesellschaften werden

zum Jahresdurchschnittskurs in die Berichtswährung des Konzerns

umgerechnet. Die Bilanzen werden zum Jahresendkurs

umgerechnet.

Ein im Zusammenhang mit einem Unternehmenserwerb entstandener

Goodwill wird in der entsprechenden funktionalen

Währung (functional currency) der erwerbenden Konzerngesellschaft

erfasst. Die Umrechnung in die Berichtswährung

des Konzerns (reporting currency) erfolgt jeweils zum Jahresendkurs.

Fremdwährungstransaktionen sind in der jeweiligen funktionalen

Währung zu erfassen, indem der Fremdwährungsbetrag

jeweils mit dem massgebenden Transaktionskurs umgerechnet

wird. Gewinne und Verluste aus solchen Transaktionen sowie

aus der Umrechnung monetärer Aktiven und Passiven werden

in der Erfolgsrechnung erfasst, ausser wenn es sich dabei um

Absicherungen von Cashflows (cash flow hedges) handelt.

Umrechnungsdifferenzen aus monetären Posten, die für eine

Konzerngesellschaft Teil einer Nettoinvestition in einen ausländischen

Geschäftsbetrieb darstellen, werden erfolgsneutral im

Eigenkapital (Umrechnungsdifferenzen) der konsolidierten Jahresrechnung

erfasst. Diese Umrechnungsdifferenzen werden

erst dann erfolgswirksam aufgelöst, wenn der Konzern die Kontrolle

über den ausländischen Geschäftsbetrieb, die gemeinschaftliche

Kontrolle über ein Joint Venture oder den massgebenden

Einfluss auf ein assoziiertes Unternehmen verliert.

Segmentberichterstattung

Die Segmentberichterstattung basiert auf der konzerninternen

Aufteilung in Berichtssegmente.

Zu Führungszwecken ist der Holcim-Konzern nach geographischen

Regionen organisiert und besteht aus fünf Berichtssegmenten,

basierend auf dem Standort der Anlagen:

Europa

Nordamerika

Lateinamerika

Afrika, Naher Osten

Asien, Ozeanien

Jedes der oben genannten Berichtssegmente erzielt seine

Erträge aus dem Verkauf von Zement, Zuschlagstoffen sowie

weiteren Baustoffen und Serviceleistungen.

136 137

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Der Holcim-Konzern verfügt über drei Produktlinien:

Zement: beinhaltet Klinker, Zement und andere hydraulische

Bindemittel

Zuschlagstoffe

Weitere Baustoffe und Serviceleistungen: beinhalten Transportbeton,

Betonwaren, Asphalt, Bauleistungen, Handelsaktivitäten

sowie weitere Produkte und Dienstleistungen

Die Gruppenfinanzierung (inklusive Finanzierungskosten und

Finanzerträge) sowie die Ertragssteuern werden auf Gruppenstufe

gesteuert und sind daher keinem Berichtssegment zugeordnet.

Transaktionen zwischen den Berichtssegmenten werden

zu Marktpreisen verrechnet, analog Transaktionen mit Drittkunden.

Der Segmentumsatz und die Segmentresultate

beinhalten Transaktionen zwischen Segmenten. In der Konsolidierung

werden diese Transaktionen eliminiert.

Flüssige Mittel

Flüssige Mittel sind den finanziellen Vermögenswerten zuzuordnen.

Flüssige Mittel sind ohne weiteres in einen bestimmten

Zahlungsmittelbetrag umwandelbar und haben eine

ursprüngliche Fälligkeit von bis zu drei Monaten. Zum Zweck

der Geldflussrechnung enthalten sie Kassenbestände, Bankguthaben,

Call-Gelder und sonstige kurzfristige Geldanlagen

abzüglich Kontokorrentkredite.

Wertschriften

Diese Position enthält primär in liquiden Märkten gehandelte

Eigenkapital- und Fremdkapitaltitel, welche als zur Veräusserung

verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available-for-sale

investments) behandelt werden. Die Bewertung erfolgt zum

Fair Value. Wertänderungen werden im sonstigen Ergebnis (im

Eigenkapital erfasste Wertänderungen) erfasst, bis die Finanzanlage

entweder eine Wertminderung (impairment) erfährt

oder veräussert wird. Im Zeitpunkt der Veräusserung wird die

im Eigenkapital erfasste Wertänderung in die Erfolgsrechnung

umgegliedert.

Forderungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden zum

ursprünglichen Rechnungsbetrag abzüglich notwendiger Wertberichtigungen

erfasst. Eine Überprüfung der Werthaltigkeit

der ausstehenden Forderungen erfolgt jeweils per Jahresende.

Vorräte

Die Bilanzierung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- oder

Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräusserungswert.

Die Bewertung erfolgt nach der Durchschnittswertmethode.

Die Herstellungskosten der Fertigerzeugnisse und

der Aufträge in Arbeit umfassen Roh- und Hilfsmaterialkosten,

direkte Lohnkosten, andere direkt zurechenbare Kosten sowie

mit der Herstellung zusammenhängende Produktionsgemeinkosten.

Sie beinhalten ebenfalls Gewinne oder Verluste aus

Absicherungsgeschäften (cash flow hedges), die im Zusammenhang

mit der Warenbeschaffung getätigt wurden.

Langfristige Finanzanlagen

Langfristige Finanzanlagen beinhalten (a) Beteiligungen an

Dritten, (b) Langfristige Forderungen gegenüber assoziierten

Unternehmen, (c) Langfristige Forderungen gegenüber Dritten

und (d) Langfristige derivative Aktiven. Beteiligungen an Dritten

werden als zur Veräusserung verfügbar erfasst (available-forsale).

Langfristige Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen

wie auch gegenüber Dritten werden als Darlehen und

Forderungen erfasst. Langfristige derivative Aktiven gelten als

Finanzanlagen zu Sicherungszwecken, ausser sie erfüllen die

strengen Absicherungskriterien nicht, welche IAS 39 Finanzinstrumente:

Ansatz und Bewertung verlangt. In einem solchen

Fall werden sie als Finanzinstrumente zu Handelszwecken (held

for trading) eingestuft.

Massgebender Zeitpunkt der Erfassung von Finanzanlagen ist

das Transaktionsdatum (trade date), definiert als der Tag, an dem

das Unternehmen die Verpflichtung zum Kauf oder zum Verkauf

eines Vermögenswertes eingeht. Transaktionskosten sind im

Kaufpreis enthalten, ausser bei derivativen Instrumenten. Darlehen

und Forderungen (loans and receivables) werden zu fortgeführten

Anschaffungskosten (amortized cost) bilanziert, unter

Anwendung der Effektivzinsmethode (effective interest method).

Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (available-for-sale

investments) werden zum Fair Value bilanziert,

während bis zum Verfall zu haltende Anlagen (held-to-maturity

investments) zu fortgeführten Anschaffungskosten (amortized

cost) unter Anwendung der Effektivzinsmethode (effective interest

method) bewertet werden. Gewinne und Verluste aus Veränderungen

der Fair Values von zur Veräusserung verfügbaren

finanziellen Vermögenswerten (available-for-sale investments)

werden im sonstigen Ergebnis (im Eigenkapital erfasste Wertänderungen)

erfasst, bis ein solcher finanzieller Vermögenswert

entweder eine Wertminderung (impairment) erfährt oder veräussert

wird. Zu diesem Zeitpunkt wird die zuvor im Eigenkapital

erfasste Wertänderung in die Erfolgsrechnung umgegliedert.


Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten

abzüglich Abschreibungen sowie allfälliger

Wertminderungen bewertet. Effekte aus der Absicherung von

Cashflows (cash flow hedges), welche im Zusammenhang mit

Sachanlagen stehen, sind ebenfalls in dieser Position enthalten.

Sachanlagen werden wie folgt linear über die geschätzte Nutzungsdauer

abgeschrieben:

Land Keine Abschreibung, ausser bei

Gebäude und Installationen

Grundstücken mit Rohmaterialreserven

20 bis 40 Jahre

Maschinen 10 bis 30 Jahre

Mobilien, Fahrzeuge und

Werkzeuge 3 bis 10 Jahre

Kosten werden nur im Buchwert einer Anlage aktiviert, wenn

ein möglicher zukünftiger Ertrag erzielt werden kann und

die Kosten verlässlich bewertet werden können. Die Kosten

beinhalten die ursprünglich geschätzten Kosten für den

Rückbau und die Wiederinstandsetzung des Bauplatzes. Reparaturen

und Unterhaltskosten werden hingegen periodengerecht

der Erfolgsrechnung belastet.

Rohmaterialvorkommen, welche in der Anlagekategorie

“Grundstücke” enthalten sind, werden zu Anschaffungskosten

bewertet und nach der “Physical Unit of Production Method”

über die geschätzte kommerzielle Nutzungsdauer abgeschrieben.

Kosten im Zusammenhang mit der Erschliessung von Rohmaterialreserven

werden aktiviert und über die Nutzungsdauer

des Steinbruchs abgeschrieben. Die Nutzungsdauer

basiert auf den geschätzten Tonnen Rohmaterial, welche

aus der Reserve abgebaut werden können.

Die Fremdfinanzierungskosten eines Bauprojekts, welches

zwangsläufig eine substantielle Zeitspanne bis zur geplanten

Nutzung in Anspruch nimmt, werden von der Erstellungsphase

bis zur Inbetriebnahme aktiviert. Alle übrigen Finanzierungskosten

werden periodengerecht der Erfolgsrechnung

belastet.

Staatliche Unterstützungsbeiträge werden von den Sachanlagen

in Abzug gebracht und reduzieren dementsprechend

die Abschreibungen.

Leasing von Sachanlagen, bei welchem dem Konzern im

wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen Risiken

und Chancen übertragen werden, wird als Financial Leasing

klassifiziert. Mittels Financial Leasing erworbene Sachanlagen

werden zu Beginn der Leasingdauer zum Barwert der künftigen

Leasingzahlungen aktiviert oder, falls niedriger, zum

Betrag in Höhe des beizulegenden Zeitwertes des Leasinggegenstandes,

welcher zu Beginn des Leasingverhältnisses

berechnet wird. Die Leasingverpflichtungen exklusive Finanzierungskosten

werden entsprechend ihrer Fälligkeit unter

den Verbindlichkeiten aus kurzfristiger beziehungsweise

langfristiger Finanzierung ausgewiesen.

Bei “Sale-and-Lease-back”-Transaktionen wird der Buchwert

des entsprechenden Sachanlagegutes nicht geändert. Erlöse

aus dem Verkauf werden als Verbindlichkeit aus Finanzierung

erfasst, und die Finanzierungskosten werden über die Leasingdauer

so verteilt, dass das Ausmass der Kosten richtig und

periodengerecht wiedergegeben wird.

Zum Verkauf stehende langfristige Vermögenswerte

und die Aufgabe von Geschäftsbereichen

Ein langfristiger Vermögenswert oder eine Gruppe langfristiger

Vermögenswerte werden als zum Verkauf stehend umklassiert,

sofern der zugehörige Buchwert überwiegend durch Verkauf

und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert werden soll.

Zum Verkauf stehende Vermögenswerte werden mit dem niedrigeren

von Buchwert und Fair Value abzüglich Veräusserungskosten

bewertet.

Goodwill

Der Goodwill entspricht dem Überschuss der Summe der übertragenen

Gegenleistung und dem für die nicht beherrschenden

Anteile erfassten Betrag über dem Fair Value der erworbenen

identifizierbaren Vermögenswerte sowie übernommenen

Schulden. Goodwill aus Beteiligungskäufen von Konzerngesellschaften

und Joint Ventures wird als immaterielles Anlagevermögen

erfasst. Goodwill aus dem Erwerb von assoziierten

Unternehmen ist in der Position “Beteiligungen an assoziierten

Unternehmen” enthalten. Goodwill ist jährlich einer Überprüfung

auf allfällige Wertminderungen zu unterziehen oder

sobald Anzeichen einer Wertminderung bestehen. Er wird zu

Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen

ausgewiesen.

Falls der Wert der übertragenen Gegenleistung unter jenem

des anteiligen Fair Values der übernommenen Nettoaktiven

liegt, wird die Differenz direkt in der Erfolgsrechnung erfasst.

138 139

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Im Falle der Veräusserung einer Konzerngesellschaft, eines

assoziierten Unternehmens oder eines Joint Ventures wird der

entsprechende Goodwill in die Berechnung des Veräusserungsergebnisses

miteinbezogen.

Zur Überprüfung der Wertminderung wird Goodwill aus Beteiligungskäufen

von Konzerngesellschaften und Joint Ventures

zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet (siehe

Erläuterung 25). Wertminderungen auf Goodwill werden nicht

rückgängig gemacht.

EDV-Software

Kosten im Zusammenhang mit der Entwicklung oder dem

Unterhalt von EDV-Software werden in der Erfolgsrechnung

erfasst. Kosten, die einer spezifischen und einzigartigen EDV-

Software zugewiesen werden können, werden als immaterielles

Anlagevermögen ausgewiesen, sofern die EDV-Software

unter der Kontrolle des Konzerns ist und mit dieser dem

Konzern ein künftiger wirtschaftlicher Nutzen zufliesst.

Aufwendungen, welche die ursprüngliche Leistung der EDV-

Software erhöhen oder erweitern, werden kapitalisiert und zu

den bereits aktivierten Kosten addiert. Aktivierte EDV-Software-

Kosten werden linear über die entsprechende Nutzungsdauer,

maximal jedoch über 3 Jahre, abgeschrieben.

Übriges immaterielles Anlagevermögen

Kosten für Patente, Markenrechte und Lizenzen werden aktiviert

und linear über die entsprechende Nutzungsdauer abgeschrieben.

Die maximale Abschreibungsdauer beträgt 20 Jahre.

Wertminderung von nicht finanziellen Vermögenswerten

An jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob es einen

Anhaltspunkt dafür gibt, dass ein nicht finanzieller Vermögenswert

wertgemindert sein könnte. Liegt ein solcher Anhaltspunkt

vor, wird der erzielbare Betrag (recoverable amount) des

nicht finanziellen Vermögenswertes geschätzt, um eine allfällige

Wertminderung zu bestimmen. Ist die Bestimmung des

erzielbaren Betrages eines einzelnen nicht finanziellen Vermögenswertes

nicht möglich, schätzt der Konzern den erzielbaren

Betrag der kleinsten zahlungsmittelgenerierenden Einheit,

zu welcher der nicht finanzielle Vermögenswert gehört.

Der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit

entspricht dem höheren der beiden Beträge aus Fair Value

abzüglich der Verkaufskosten und Nutzungswert.

Ist der geschätzte erzielbare Betrag eines nicht finanziellen

Vermögenswertes oder einer zahlungsmittelgenerierenden

Einheit tiefer als der vergleichbare Buchwert (carrying amount),

wird dieser im Ausmass dieser Differenz über die Erfolgsrechnung

wertberichtigt.

Eine für einen nicht finanziellen Vermögenswert oder eine zahlungsmittelgenerierende

Einheit erfasste Wertminderung wird

rückgängig gemacht, wenn die Überprüfung des erzielbaren

Betrages einen höheren Wert ergibt. Der infolge einer Wertaufholung

erhöhte Buchwert eines nicht finanziellen Vermögenswertes

darf jedoch den Buchwert nicht übersteigen, der

bestimmt worden wäre, wenn in den früheren Jahren kein

Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Eine Wertaufholung

wird sofort in der Erfolgsrechnung erfasst.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

An jedem Bilanzstichtag beurteilt der Konzern, ob es einen

Anhaltspunkt dafür gibt, dass ein finanzieller Vermögenswert

wertgemindert sein könnte. Eine Wertminderung bei zu fortgeführten

Anschaffungskosten bilanzierten Vermögenswerten

ergibt sich als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswertes

und dem Barwert der erwarteten künftigen Cashflows

abgezinst mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz des finanziellen

Vermögenswertes. Der Buchwert des Vermögenswertes wird

unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert.

Der Wertminderungsverlust wird erfolgswirksam erfasst.

Verringert sich die Höhe der Wertberichtigung in den folgenden

Berichtsperioden und kann diese Verringerung objektiv auf

einen nach der Erfassung der Wertminderung eingetretenen

Sachverhalt zurückgeführt werden, wird die früher erfasste

Wertberichtigung rückgängig gemacht. Der neue Buchwert des

Vermögenswertes darf jedoch die fortgeführten Anschaffungskosten

zum Zeitpunkt der Wertaufholung nicht übersteigen.

Die Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst.

Eine Wertminderung bei einem zur Veräusserung verfügbaren

finanziellen Vermögenswert wird in der Erfolgsrechnung erfasst

und ergibt sich als Differenz zwischen den Anschaffungskosten

und dem aktuellen Fair Value. Individuell wesentliche finanzielle

Vermögenswerte werden einzeln auf eine mögliche Wertminderung

geprüft. Wertaufholungen auf als zur Veräusserung verfügbar

klassierten Eigenkapitalinstrumenten werden im sonstigen

Ergebnis (im Eigenkapital erfasste Wertänderungen)

erfasst. Hingegen werden Wertaufholungen von Fremdkapitalinstrumenten

in der Erfolgsrechnung erfasst, falls die Erhöhung

des Fair Values des Instrumentes objektiv einem Ereignis zuge-


ordnet werden kann, welches nach der Erfassung des Wertberichtigungsaufwandes

in der Erfolgsrechnung eingetreten ist.

Liegen bei Forderungen objektive Anhaltspunkte (wie zum

Beispiel die Wahrscheinlichkeit einer Zahlungsunfähigkeit oder

signifikante finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners) dafür

vor, dass nicht alle fälligen Beträge gemäss den ursprünglich

vereinbarten Rechnungskonditionen eingehen werden, wird

eine Wertminderung unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos

vorgenommen. Forderungen werden ausgebucht,

wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden.

Verbindlichkeiten aus langfristiger Finanzierung

Bankdarlehen und nicht wandelbare Anleihen werden in der

Bilanz erstmalig zum Gegenwert der zugeflossenen Mittel

abzüglich Transaktionskosten erfasst. Danach werden diese zu

fortgeführten Anschaffungskosten (amortized cost) unter

Anwendung der Effektivzinsmethode (effective interest method)

bewertet. Allfällige Differenzen zwischen dem Gegenwert

zugeflossener Mittel abzüglich Transaktionskosten und dem

Rückkaufswert werden über die Laufzeit der Anleihe erfolgswirksam

erfasst.

Bei Ausgabe von Wandelanleihen wird der Fair Value der Fremdkapitalkomponente

auf der Basis vergleichbarer marktüblicher

Zinssätze von nicht wandelbaren Anleihen bewertet. Dieser

Anteil wird bis zum Verfall der Wandelrechte beziehungsweise

Verfall der Anleihen zu fortgeführten Anschaffungskosten

(amortized cost) unter Anwendung der Effektivzinsmethode

(effective interest method) bewertet und als langfristige

Verbindlichkeit ausgewiesen. Der Restbetrag entspricht der

Eigenkapitalkomponente und wird als Teil des konsolidierten

Eigenkapitals ausgewiesen. Der Betrag der Eigenkapitalkomponente

bleibt in den nachfolgenden Perioden unverändert.

Langfristige derivative Verbindlichkeiten gelten als langfristige

Finanzschulden zu Sicherungszwecken, ausser sie erfüllen die

strengen Absicherungskriterien nicht, welche IAS 39 Finanzinstrumente:

Ansatz und Bewertung verlangt. In einem solchen

Fall werden sie als Finanzinstrumente zu Handelszwecken (held

for trading) eingestuft.

Finanzverbindlichkeiten, deren Fälligkeit innerhalb von 12 Monaten

nach dem Ende der Berichtsperiode liegt, werden dem kurzfristigen

Fremdkapital zugeordnet, ausser der Konzern verfügt

über ein uneingeschränktes Recht, die Begleichung der Schuld

länger als 12 Monate nach dem Bilanzstichtag hinauszuschieben.

Latente Steuern

Die Rückstellungen für latente Steuern berücksichtigen, basierend

auf der “Balance Sheet Liability Method”, die temporären

Differenzen, welche aufgrund des unterschiedlichen Ansatzes

von Aktiven und Passiven nach konzerninternen Bewertungsrichtlinien

und den lokalen steuerlichen Bewertungsrichtlinien

entstehen. Die Bemessung der latenten Ertragssteuern richtet

sich nach den am Bilanzstichtag gültigen oder angekündigten

Steuersätzen.

Die Aktivierung latenter Steueransprüche erfolgt nur, wenn es

als wahrscheinlich erachtet wird, dass der steuerbare zukünftige

Gewinn ausreicht, um den Steuervorteil aus den temporären

Differenzen und der Verlustverrechnung zu realisieren.

Latente Steuerschulden im Zusammenhang mit unverteilten

Gewinnen von Konzerngesellschaften, assoziierten Unternehmen

und Joint Ventures werden berücksichtigt, ausser wenn

der Konzern die Ausschüttungspolitik der entsprechenden

Gesellschaften vollumfänglich bestimmen kann und in vorhersehbarer

Zukunft keine Dividendenzahlungen zu erwarten sind.

Veränderungen der latenten Steueransprüche werden in der

Erfolgsrechnung erfasst, ausser wenn solche Bewertungsänderungen

mit Positionen zusammenhängen, welche ausserhalb

der Erfolgsrechnung erfasst werden.

Rückstellung für die Wiederherstellung einer Abbaustätte und

andere Umweltrückstellungen

Der Konzern berücksichtigt die Wiederherstellungskosten einer

Abbaustätte in den Urzustand, wo eine rechtliche oder faktische

Verpflichtung dazu besteht. Die Kosten für die Bildung

einer Rückstellung, die vor Beginn des Rohmaterialabbaus notwendig

ist, sind in den Sachanlagen enthalten und werden

über die Nutzungsdauer der Abbaustätte abgeschrieben. Jede

Anpassung der Rückstellung aufgrund von weiteren Umweltschäden,

welche auf die Abbauaktivitäten zurückzuführen sind,

wird während der Abbauzeit des Rohmaterialvorkommens über

den Produktionsaufwand erfasst. Sie widerspiegelt die bestmögliche

Schätzung der Kosten zur Erfüllung der Wiederherstellungsverpflichtung

am Ende der Berichtsperiode. Wenn sich

die Bewertung einer Rückstellung aufgrund einer geänderten

Annahme bezüglich Fälligkeit, der Höhe des Geldabflusses oder

des Abzinsungsfaktors verändert, wird diese Differenz den

Kosten des entsprechenden Vermögenswertes, im Ausmass, wie

diese zu den Sachanlagen gehören, zu- oder abgeschrieben.

Sämtliche Rückstellungen werden zum Barwert der erwarteten

Ausgaben bewertet.

140 141

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Emissionsrechte

Die erstmalige Zuteilung von Emissionsrechten erfolgt zum

Nominalwert (null). Verursacht eine Konzerngesellschaft mehr

Emissionen, als zugeteilte Emissionsrechte vorliegen, bildet sie

für die fehlenden Rechte Rückstellungen, die zu diesem Zeitpunkt

auf Marktpreisen basieren. Die Emissionsrechte werden

nur gehalten, um die entsprechenden gesetzlichen Vorschriften

zu erfüllen. Der Konzern sieht nicht vor, mit diesen am offenen

Markt zu spekulieren.

Übrige Rückstellungen

Eine Rückstellung wird angesetzt, wenn aufgrund von Ereignissen

in der Vergangenheit eine rechtliche oder faktische Verpflichtung

besteht und es wahrscheinlich ist, dass deren Erfüllung

für das Unternehmen mit einem Abfluss von Ressourcen

mit wirtschaftlichem Nutzen verbunden ist und eine zuverlässige

Schätzung des Betrages gemacht werden kann, der zur

Begleichung der Verpflichtung notwendig ist.

Personalvorsorge – Leistungsprimatspläne

Einige Konzerngesellschaften unterhalten für ihre Mitarbeiter

Leistungsprimatspläne. Unabhängige Versicherungsmathematiker

bewerten Verpflichtungen aus den Leistungsprimatsplänen

in regelmässigen Abständen. Die Verpflichtungen und

Prämienaufwendungen werden nach der Methode der Einmalprämien

(projected unit credit method) berechnet. Mit dieser

Methode wird für jedes Beitragsjahr die Verpflichtung bewertet,

die aus der zusätzlich erworbenen Anwartschaft resultiert.

Nachzuverrechnender Dienstleistungsaufwand wird linear

über die durchschnittlich verbleibenden Beitragsjahre verteilt.

Gewinne und Verluste aufgrund von Leistungskürzungen oder

Abgeltungen von Pensionsverpflichtungen werden dann

gebucht, wenn sie auftreten.

Versicherungsmathematische Gewinne oder Verluste werden

über die durchschnittlich erwartete restliche Dienstzeit der

Mitarbeiter verteilt abgeschrieben. Dies geschieht in dem Ausmass,

in welchem die kumulierten nicht erfassten versicherungsmathematischen

Gewinne und Verluste 10 Prozent des

höheren Betrages aus der leistungsorientierten Verpflichtung

und dem beizulegenden Zeitwert des Planvermögens übersteigen.

Die Bewertung der Vorsorgeverpflichtung erfolgt zum

Barwert der geschätzten zukünftigen Geldflüsse. Der zugrundegelegte

Diskontierungssatz richtet sich nach dem Zinssatz

für erstrangige Unternehmensanleihen in der entsprechenden

Währung und Laufzeit.

Vermögensüberschüsse der Personalvorsorgeeinrichtungen

werden nur in jenem Umfang bilanziert, als sie den Barwert

eines zukünftigen wirtschaftlichen Nutzens in Form von Rückerstattungen

oder niedrigeren zukünftigen Beiträgen sowie

nicht erfasste versicherungsmathematische Verluste und nachzuverrechnende

Dienstzeitaufwendungen nicht übersteigen.

Personalvorsorgeeinrichtungen – Beitragsprimatspläne

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Leistungsprimatsplänen

gibt es Konzerngesellschaften, welche basierend auf lokaler

Gesetzgebung Beitragsprimatspläne führen. Die Beiträge des

Arbeitgebers werden in dem Jahr der Erfolgsrechnung belastet,

in welchem der Rechtsanspruch entsteht.

Personalvorsorgeeinrichtungen –

Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer

Andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer beinhalten

Dienstalters- oder Studienurlaub, medizinische Unterstützung,

Jubiläen und andere Dienstaltersgeschenke, Langzeit-Invalidenleistungen

und, sofern sie nicht innerhalb von

12 Monaten nach Abschluss des Geschäftsjahres ausbezahlt

werden, Gewinnbeteiligungen, variable Entschädigungen und

aufgeschobene Gehälter.

Die Erfassung der Verbindlichkeiten unterscheidet sich von derjenigen

für die Leistungsprimatspläne, indem alle versicherungstechnischen

Gewinne und Verluste sofort erfasst werden

und keine Korridormethode angewendet wird.

Personalvorsorgeeinrichtungen –

Aktienbezogene Vergütungen

Der Konzern hat verschiedene aktienbezogene Mitarbeiterbeteiligungsprogramme.

Der Fair Value der erbrachten Gegenleistungen

für die zugeteilten Optionen oder Aktien wird als

Personalaufwand erfasst. Zur Berechnung des zu verbuchenden

Gesamtbetrages wird der Fair Value des dafür gewährten

Eigenkapitalinstrumentes zum Gewährungszeitpunkt herangezogen.

Die Kosten dieser Vergütungssysteme werden über

den Erdienungszeitraum erfolgswirksam erfasst und jeweils

um die aktuelle und zu erwartende Verfallsklausel angepasst

(siehe Erläuterung 34).

Nicht beherrschende Anteile

Nicht beherrschende Anteile sind diejenigen Anteile des Eigenkapitals

einer Tochtergesellschaft, welche dem Mutterunternehmen

weder unmittelbar noch mittelbar zugeordnet werden

können. Nicht beherrschende Anteile werden in der konsolidierten

Erfolgsrechnung, in der konsolidierten Gesamtergebnis-


echnung und im Eigenkapital der konsolidierten Bilanz separat

ausgewiesen.

Änderungen der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens

an einer Tochtergesellschaft, die nicht zu einem Verlust der

Kontrolle führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert.

Folglich wird bei einer Akquisition oder teilweisen Veräusserung

von nicht beherrschenden Anteilen an einer Tochtergesellschaft,

die nicht zu einem Verlust der Kontrolle führt, die

Differenz zwischen dem Wert der übertragenen oder erhaltenen

Gegenleistung und der Veränderung des Nettovermögensanteils

der nicht beherrschenden Anteile direkt in den Gewinnreserven

erfasst.

Erfassung von Erträgen

Erträge werden nur dann erfasst, wenn sichergestellt ist, dass

der Gesellschaft der mit der Transaktion verbundene wirtschaftliche

Nutzen zufliesst und dieser verlässlich geschätzt

werden kann. Erträge werden zum Fair Value des erhaltenen

Gegenwertes unter Abzug von Umsatzsteuern und Rabatten

bemessen. Verkaufserlöse werden erfasst, sobald die Lieferung

der Waren erfolgt ist und Nutzen und Gefahr übergegangen

sind.

Zinserträge werden über die erwartete Laufzeit erfasst, damit

sie den effektiven Ertrag eines Aktivums widerspiegeln. Dividenden

werden dann erfasst, wenn Aktionäre einen rechtlichen

Anspruch geltend machen können.

Gewisse Konzernaktivitäten sind Fertigungsaufträge. Folglich

werden die angefallenen Fertigungserträge und -kosten in der

Erfolgsrechnung prozentual nach dem Erfüllungsgrad (percentage

of completion method) erfasst. Der Leistungsfortschritt

wird anhand der ausgeführten Arbeiten am Stichtag gemessen.

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten, deren Existenz vom Eintreten oder

Nichteintreten von künftigen Ereignissen abhängt, sind in den

Erläuterungen zur Konzernrechnung enthalten.

Finanzinstrumente

Informationen im Zusammenhang mit der buchhalterischen

Behandlung von derivativen Finanzinstrumenten und Absicherungsgeschäften

sind im Kapitel “Risikomanagement”

enthalten.

142 143

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Risikomanagement

Business Risk Management

Das Business Risk Management unterstützt die Konzernleitung

und die Geschäftsleitungen der Konzerngesellschaften bei strategischen

Entscheidungen. Es soll helfen, bedeutende Risiken

und Opportunitäten für das Unternehmen systematisch zu

erkennen. Potentielle Risiken werden frühzeitig identifiziert

und bewertet, Gegenmassnahmen vorgeschlagen und stufengerecht

umgesetzt. Es werden die verschiedensten Risiken

berücksichtigt, angefangen bei Marktrisiken über betriebliche,

finanzielle und rechtliche Risiken bis hin zu externen Risikofaktoren

aus dem Geschäftsumfeld einschliesslich möglicher

Compliance- und Reputationsrisiken.

Neben den Konzerngesellschaften werden Konzernleitung und

Verwaltungsrat in die Beurteilungen miteinbezogen. Das Risikoprofil

des Konzerns wird aus diversen Blickwinkeln “Top-Down”

sowie “Bottom-Up” bewertet. Die Konzernleitung erstattet dem

Verwaltungsrat regelmässig Bericht über wichtige Erkenntnisse

der Risikoanalyse und orientiert über die getroffenen Massnahmen.

Finanzielles Risikomanagement

Der Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit einer Vielzahl

von Finanzrisiken ausgesetzt, etwa im Zusammenhang

mit Änderungen der Finanzierungsstruktur, Veränderungen der

Preise am Aktienmarkt oder Währungs- und Zinsrisiken. Der

konzernweite Risikomanagementansatz fokussiert auf die Unvorhersehbarkeit

der Finanzmärkte und zielt darauf ab, Effekte

zu minimieren, die sich negativ auf das finanzielle Ergebnis

des Konzerns auswirken könnten. Um entsprechende Risiken

abzusichern, werden derivative Finanzinstrumente wie Fremdwährungskontrakte

oder Zinssatzswaps eingesetzt. Der Konzern

geht keine derivativen oder anderen Finanztransaktionen

ein, welche nicht im Zusammenhang mit der operativen

Geschäftstätigkeit stehen, und verfolgt somit einen konservativen

und risikoaversen Ansatz.

Das finanzielle Risikomanagement basiert auf von der Konzernleitung

bewilligten Richtlinien. Diese beinhalten neben Vorgaben

für das allgemeine finanzielle Risikomanagement auch

solche für spezifische Bereiche wie das Management von Zins-,

Fremdwährungs- und Gegenparteienrisiken, für die Verwendung

derivativer Finanzinstrumente sowie der Anlagepolitik

von überschüssiger Liquidität.

Marktrisiken

Die für den Konzern relevanten Marktrisiken sind primär auf

Währungs- und Zinsrisiken begrenzt, welche das Management

aktiv überwacht. Um die Volatilität der damit verbundenen

Risiken zu steuern, gelangen verschiedene Arten derivativer

Finanzkontrakte zum Einsatz. Damit sollen unerwünschte Fluktuationen

des Cashflows und des Gewinns, hervorgerufen durch

Währungs- und Zinsrisiken, minimiert werden. Die Bewirtschaftung

von liquiden Mitteln kann unter anderem durch das

Schreiben gedeckter Call-Optionen erfolgen. Im Zusammenhang

mit dem geplanten Erwerb von Positionen werden durch

den Konzern, falls die entsprechende Liquidität vorhanden ist,

auch Put-Optionen geschrieben. Dabei wird grundsätzlich

davon ausgegangen, dass Verluste oder Gewinne im Zusammenhang

mit dem Einsatz solcher Instrumente durch entsprechende

gegenläufige Wertentwicklungen der Grundgeschäfte kompensiert

werden.

Liquiditätsrisiken

Um ihren Verpflichtungen nachzukommen, benötigen die Konzerngesellschaften

ausreichend liquide Mittel. Grundsätzlich

sind die einzelnen Gesellschaften für die Verwaltung ihrer

Liquiditätsüberschüsse beziehungsweise für die Beschaffung

von Fremdkapital zur Deckung ihrer Liquiditätsbedürfnisse

so lange selber verantwortlich, als sich diese im Rahmen der

Konzernvorgaben bewegen. In davon abweichenden oder in

der finanziellen Risikopolitik des Konzerns vorgesehenen Fällen

ist eine Genehmigung durch die Konzernleitung erforderlich.

Der Konzern überwacht die Liquiditätsrisiken mit einem periodischen

Liquiditätsplanungsinstrument und verfügt über ausreichende

Liquiditätsreserven, unbenutzte Kreditlimiten und

sofort realisierbare Wertschriften, um seinen entsprechenden

Verbindlichkeiten jederzeit nachzukommen. Die ausgezeichnete

Kreditwürdigkeit des Konzerns erlaubt es weiter, die internationalen

Finanzmärkte für Finanzierungszwecke effizient

zu nutzen.


Vertragliche Fälligkeitsanalyse

Mio. CHF Innerhalb

1 Jahres

Innerhalb

2 Jahren

Innerhalb

3 Jahren

Vertragliche Geldflüsse

Innerhalb

4 Jahren

Innerhalb

5 Jahren

Später als in

5 Jahren

2010

Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen

Darlehen und Kredite

2 303 2 303

von Finanzinstituten 1 906 624 826 233 166 326 4 081

Anleihen und Privatplazierungen 815 1 076 2 313 1 780 751 3 542 10 277

Zinszahlungen 568 567 473 386 233 919 3 146

Financial Leasing

Derivative Finanzinstrumente

27 29 14 11 5 63 149

zu Absicherungszwecken netto1 (28) (24) 72 (14) 31 (27) 10

Total 5 591 2 272 3 698 2 396 1 186 4 823 19 966

2009

Verbindlichkeiten aus

Lieferungen und Leistungen

Darlehen und Kredite

2 223 2 223

von Finanzinstituten 3 347 666 752 1 150 107 236 6 258

Anleihen und Privatplazierungen 1 392 682 1 062 2 454 2 166 4 098 11 854

Zinszahlungen 738 627 615 482 384 1 255 4 101

Financial Leasing

Derivative Finanzinstrumente

35 28 28 11 11 73 186

zu Absicherungszwecken netto1 (40) (26) (16) (64) (13) (65) (224)

Total 7 695 1 977 2 441 4 033 2 655 5 597 24 398

Die Fälligkeitsanalyse weist die vertraglich vereinbarten

(undiskontierten) Geldflüsse einschliesslich Zins- und Tilgungszahlungen

aus. Die vertraglichen Zahlungen bemessen sich

nach dem frühestmöglichen Datum, an welchem Holcim aufgefordert

werden könnte, die Zahlung zu tätigen.

Die variablen Zinszahlungen werden basierend auf den am

31. Dezember gültigen Sätzen berechnet.

Zinsrisiken

Aufgrund von Marktzinsänderungen ist der Konzern schwankenden

Finanzierungskosten und Wertschwankungen des

Schuldenportfolios ausgesetzt. Infolge der aktuellen Finanzierungsstruktur

wird das Zinssatzänderungsrisiko vorwiegend

über das Verhältnis der fest/variabel verzinslichen Verschuldung

gesteuert. In diesem Zusammenhang kann der Konzern

unter anderem Zinssatzswaps eingehen, bei denen periodische

Total

Zinszahlungen ausgetauscht werden, die auf im voraus vereinbarten

fixen und variablen Zinssätzen basieren.

Zinssatzsensitivität

Die Sensitivitätsanalyse des Konzerns basiert auf dem Zinsrisiko

der variabel verzinsten finanziellen Verbindlichkeiten,

die am 31. Dezember nicht abgesichert sind.

Für die interne Berichterstattung an die Konzernleitung zur

Evaluation des Zinsrisikos wird eine mögliche Veränderung von

1 Prozentpunkt als sinnvolle Schwankung angenommen.

Am 31. Dezember würde eine Veränderung des Zinssatzes um

±1 Prozentpunkt den jährlichen Finanzaufwand, ohne Berücksichtigung

der steuerlichen Effekte, um CHF 46 Millionen

(2009: 68) erhöhen/mindern, vorausgesetzt alle anderen

Annahmen bleiben unverändert. Die Berechnung wurde unter

1 Die vertraglichen Geldfl üsse aus allen derivativen Finanzinstrumenten zu Absicherungszwecken beinhalten sowohl Geldzufl üsse als auch Geldabfl üsse.

Weitere Informationen sind in Erläuterung 31 enthalten.

144 145

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Berücksichtigung der abgesicherten Positionen vorgenommen.

Die Zinssatzsensitivität hat sich gegenüber dem Vorjahr reduziert,

hauptsächlich aufgrund der Abnahme des Anteils der

Finanzverbindlichkeiten zu variablen Zinssätzen an den totalen

Finanzverbindlichkeiten von 49 Prozent auf 42 Prozent.

Die im Eigenkapital erfassten Wertschwankungen der derivativen

Instrumente sind im Verhältnis zum gesamten Eigenkapital

nicht materiell.

Währungsrisiken

Der Konzern ist international in rund 70 Ländern tätig und ist

daher Währungsrisiken ausgesetzt.

Die Umrechnung ausländischer Geschäftsbetriebe in die Konzernwährung

führt zu Umrechnungsdifferenzen. Der Konzern

kann gewisse Nettoinvestitionen im Ausland mit Fremdwährungskrediten

oder anderen Instrumenten absichern. Absicherungen

auf Nettoinvestitionen werden gleich behandelt wie

jene von Cashflows. Bis zu dem Ausmass, wo sich die Absicherung

von Nettoinvestitionen in ausländische Tochtergesellschaften

als wirksam erweist, werden Währungsgewinne

oder -verluste aus solchen Transaktionen im Eigenkapital

berücksichtigt und sind in den Umrechnungsdifferenzen

enthalten.

Aufgrund des lokalen Charakters des Baustoffgeschäfts ist das

währungsbedingte Transaktionsrisiko als eher gering zu

betrachten. Währungsrisiken ergeben sich primär aus der Tatsache,

dass Konzerngesellschaften ihre Umsätze in lokaler

Währung erwirtschaften, während Investitionen und der Schuldendienst

unter Umständen in einer Fremdwährung erfolgen.

In solchen Fällen können Konzerngesellschaften derivative

Finanzkontrakte eingehen, die entweder als “Cash Flow Hedge”

oder “Fair Value Hedge” qualifizieren. Dies beinhaltet nicht die

Absicherungen von zukünftigen Transaktionen, da diese Absicherungen

als wirtschaftlich nicht notwendig erachtet werden.

Fremdwährungssensitivität

Die Sensitivitätsanalyse des Konzerns basiert auf dem Nettotransaktionsrisiko,

welches entsteht, wenn am 31. Dezember

monetäre finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten in

einer anderen Währung als der funktionalen Währung gehalten

werden. Das Nettotransaktionsrisiko aus Fremdwährungspositionen

entsteht vorwiegend durch den Gebrauch von CHF, USD

und EUR gegenüber den Währungen, in denen der Konzern

tätig ist.

Für die interne Berichterstattung an die Konzernleitung zur

Evaluation des Währungsrisikos wird eine mögliche Veränderung

von 5 Prozent als sinnvolle Schwankung angenommen.

Eine Veränderung von ±5 Prozent des CHF, USD oder EUR gegenüber

den entsprechenden Währungen, in welchen der Konzern

tätig ist, hätte im laufenden wie auch im Vorjahr, unter Berücksichtigung

der abgesicherten Positionen, einen unwesentlichen

Einfluss auf den Kursverlust netto gehabt.

Die im Eigenkapital erfassten Wertschwankungen der derivativen

Instrumente sind im Verhältnis zum gesamten Eigenkapital

nicht materiell.

Aktien- und Wertpapierrisiken

Grundsätzlich kauft oder hält der Konzern keine Aktien, Optionen

auf Aktien oder anderen Eigenkapitalinstrumente, welche

nicht im direkten Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit

des Konzerns stehen.

Kapitalstruktur

Im Rahmen der Kapitalbewirtschaftung ist es das Ziel des Konzerns,

die laufenden finanziellen Bedürfnisse zur Unternehmensfortführung

sicherzustellen und die notwendigen Mittel

zur Erreichung der Wachstumsziele bereitzustellen, um damit

Mehrwerte für die Aktionäre und andere Interessengruppen

zu generieren und eine kostengünstige risikooptimierte Kapitalstruktur

aufrechtzuhalten.

Der Konzern bewirtschaftet die Kapitalstruktur und nimmt im

Hinblick auf die Veränderung der ökonomischen Bedingungen,

der Geschäftsaktivitäten, des Investitions- und Expansionsprogramms

und der Risiken der zugrundeliegenden Vermögenswerte

Anpassungen vor. Um die Kapitalstruktur zu bewirtschaften,

kann der Konzern die Dividendenzahlungen anpassen,

Kapitalrückzahlungen an die Aktionäre vornehmen, neue

Aktien ausgeben, Schulden erhöhen oder Vermögenswerte zur

Reduktion von Schulden veräussern.

Der Konzern überwacht die Kapitalstruktur unter anderem mit

den Kennzahlen Funds from operations im Verhältnis zu den

Nettofinanzschulden und dem Verhältnis der Nettofinanzschulden

zum Eigenkapital (Gearing).

Die Funds from operations berechnen sich aus dem in der konsolidierten

Erfolgsrechnung ausgewiesenen Konzerngewinn

zuzüglich Abschreibungen und Wertminderungen. Die Nettofinanzschulden

berechnen sich aus den Finanzverbindlichkei-


ten abzüglich Flüssige Mittel, wie in der konsolidierten Bilanz

ausgewiesen.

Das Gearing berechnet sich aus den Nettofinanzschulden dividiert

durch das Total Eigenkapital, wie in der konsolidierten

Bilanz ausgewiesen.

Im Jahr 2010 war es das unveränderte Ziel des Konzerns, die

Funds from operations im Verhältnis zu den Nettofinanzschulden

bei mindestens 25 Prozent und das Gearing unter 100 Prozent

zu halten, um ein solides Investment Grade Rating beizubehalten.

Aufgrund der überproportional reduzierten Nettofinanzschulden

lag die Kennziffer Funds from operations/Nettofinanzschulden

trotz einem tieferen Konzerngewinn über Vorjahresniveau.

Der Rückgang des Gearing resultiert aus den überproportional

gesunkenen Nettofinanzschulden im Vergleich zur Abnahme

des Eigenkapitals. Das Eigenkapital nahm im Jahr 2010 um

4,2 Prozent ab, was massgeblich auf die im Geschäftsjahr

er fassten Währungsumrechnungseffekte und die bezahlten

Dividenden zurückzuführen ist.

Mio. CHF 2010 2009

Konzerngewinn 1 621 1 958

Abschreibungen und Wertminderungen (Erläuterung 9) 1 934 1 858

Funds from operations 3 555 3 816

Finanzverbindlichkeiten (Erläuterung 29) 14 749 18 307

Flüssige Mittel (Erläuterung 17) (3 386) (4 474)

Nettofinanzschulden 11 363 13 833

Funds from operations/Nettofinanzschulden 31,3% 27,6%

Mio. CHF 2010 2009

Nettofinanzschulden 11 363 13 833

Total Eigenkapital 21 121 22 044

Gearing 53,8% 62,8%

Kreditrisiken

Kreditrisiken ergeben sich für den Konzern aus der Möglichkeit,

dass Kunden nicht mehr fähig sind, ihren eingegangenen Verpflichtungen

nachzukommen. Um diesem Risiko in genügendem

Ausmass Rechnung zu tragen, wird die Kreditwürdigkeit

der verschiedenen Kunden regelmässig überprüft.

Kreditrisiken sowie Risiken im Zusammenhang mit dem Ausfall

einer Gegenpartei werden permanent überwacht. Das Gegenparteienrisiko

im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten

ist auf eine grosse Anzahl von bedeutenden Finanzinstituten

verteilt. Aufgrund der ausgezeichneten Kreditratings dieser

Gegenparteien erwartet der Konzern keine Ausfälle. Per Ende

Jahr besteht keine wesentliche Konzentration von Kreditrisiken

mit einer einzelnen Gegenpartei oder einer Gruppe von Gegenparteien.

Das maximale Kreditrisiko ist durch die Buchwerte der finanziellen

Aktiven inklusive derivativer Finanzinstrumente in der

konsolidierten Bilanz ausgewiesen.

Rechnungslegung für derivative Finanzinstrumente

und Absicherungsgeschäfte

Derivate werden bei Vertragsabschluss erstmals zum Fair Value

erfasst. Danach wird ihr Fair Value jeweils neu bewertet. Die

Verbuchung des aus einer nachfolgenden Bewertung resultierenden

Gewinns oder Verlusts hängt von der Art des abgesicherten

Sachverhalts ab. Im Zeitpunkt des Abschlusses eines

derivativen Finanzinstrumentes wird dieses in einer der folgenden

Kategorien erfasst: (a) Absicherung des Fair Values von in

der Bilanz erfassten Aktiven und Passiven (fair value hedge),

(b) Absicherung von spezifischen Risiken im Zusammenhang

mit bilanzierten Aktiven oder Passiven, beispielsweise zukünftigen

Zinszahlungen auf variabel verzinslichen Schulden (cash

flow hedge), (c) Absicherung des Währungsrisikos einer festen

146 147

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Verpflichtung (cash flow hedge) oder (d) Absicherung einer

Nettoinvestition in ausländischen Tochtergesellschaften (net

investment hedge).

Wertänderungen des Fair Values eines derivativen Finanzinstrumentes,

welches als “Fair Value Hedge” qualifiziert und eine

hohe Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts ausweist, werden

zusammen mit der Wertänderung des Fair Values der abgesicherten

Bilanzposition in der Erfolgsrechnung erfasst.

Wertänderungen des Fair Values eines derivativen Finanzinstrumentes,

welches als “Cash Flow Hedge” qualifiziert und eine hohe

Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts ausweist, werden ausserhalb

der Erfolgsrechnung erfasst. Wo ein Sicherungsgeschäft zu

einer anschliessenden Erfassung in der Konzernbilanz führt, beispielsweise

von Sachanlagen oder einer Verbindlichkeit, werden

ursprünglich im Eigenkapital erfasste Gewinne oder Verluste aus

Bewertungsänderungen auf die nicht finan ziellen Aktiven und

Passiven übertragen. Ansonsten werden im Eigenkapital erfasste

Wertveränderungen im Zusammenhang mit der Absicherung

eines Cashflows in derjenigen Periode in der Erfolgsrechnung

erfasst, in der die Cashflows (z.B. Zinszahlungen oder Zahlungen

im Zusammenhang mit abgesicherten Verpflichtungen) aus dem

abgesicherten Grundgeschäft erfolgswirksam werden.

Wertänderungen des Fair Values eines derivativen Finanzinstrumentes,

welches als Nettoinvestitions-Absicherung qualifiziert

wird und eine hohe Wirksamkeit des Sicherungsgeschäfts

ausweist, werden ausserhalb der Erfolgsrechnung erfasst und

sind in den kumulierten Umrechnungsdifferenzen enthalten.

Zum Zeitpunkt der Veräusserung der ausländischen Einheit

werden die im Eigenkapital zurückgestellten Beträge in die

Erfolgsrechnung umgebucht.

Gewisse derivative Transaktionen, denen im Rahmen der Risikopolitik

des Konzerns eine hohe wirtschaftliche Effektivität

beigemessen wird, erfüllen die Kriterien von IAS 39 (hedge

accounting) nicht. Wertveränderungen des Fair Values dieser

Instrumente werden in der entsprechenden Periode erfolgswirksam

erfasst.

Im Falle eines Verkaufs eines Sicherungsgeschäfts oder wenn

ein solches nicht mehr den Kriterien einer Bilanzierung gemäss

IAS 39 entspricht, verbleiben die bis anhin im Eigenkapital

erfassten kumulierten Gewinne oder Verluste so lange im

Eigenkapital, bis die eingegangene Verpflichtung realisiert

wird. Wenn die Realisierung einer eingegangenen Verpflichtung

als nicht mehr wahrscheinlich erachtet wird, werden die

bis anhin im Eigenkapital erfassten kumulierten Gewinne und

Verluste aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Erfolgsrechnung

erfasst. Trifft dies auf die Absicherung von Fair Values

zu, so wird eine entsprechende Bewertungsdifferenz auf dem

Grundgeschäft erfolgswirksam über die Restlaufzeit angepasst.

Für jedes derivative Finanzinstrument wird die Beziehung zwischen

dem Sicherungsgeschäft (hedge) und der abgesicherten

Position beim Eingehen einer entsprechenden Transaktion

dokumentiert. Teil dieser Dokumentation sind die mit einem

Sicherungsgeschäft zu erreichenden Risikomanagementziele

und der Bezug zur geltenden finanziellen Risikomanagementstrategie.

Dadurch kann jedes derivative Finanzinstrument

einem Grundgeschäft oder einer Investition in einer ausländischen

Einheit zugeordnet werden. Die Wirksamkeit eines Sicherungsinstrumentes

in Bezug auf die Absicherung von Fair

Values oder zur Absicherung eines Cashflows wird sowohl im

Zeitpunkt des Eingehens eines derivativen Finanzkontraktes

geprüft und dokumentiert als auch während der gesamten Vertragsdauer

perio disch überwacht. Darin eingeschlossen sind

Umrechnungsgewinne und -verluste auf abgesicherten Investitionen

im Ausland.

Die Fair Values der verschiedenen derivativen Finanzinstrumente,

welche im Rahmen von Sicherungsgeschäften eingegangen

wurden, sind in Erläuterung 31 zur Konzernrechnung zu finden.

Veränderungen der Eigenkapitalpositionen “Reserve aus Cashflow-Absicherungen”

werden in der “Veränderung des konsolidierten

Eigenkapitals Holcim” gezeigt.


Bestimmung der Fair Values

Die Fair Values von börsengehandelten derivativen Finanzinstrumenten

und zur Veräusserung verfügbaren finanziellen

Vermögenswerten basieren grundsätzlich auf Marktpreisen am

Ende der Berichtsperiode. Fair Values im Zusammenhang mit

Zinssatzswaps werden auf Basis des Barwertes der zukünftig

geschätzten Cashflows ermittelt. Der Fair Value von Fremdwährungstermingeschäften

wird mittels offizieller Fremdwährungsterminkurse

am Ende der Berichtsperiode ermittelt.

Zur Ermittlung der Fair Values von nicht gehandelten Derivaten

und anderen Finanzinstrumenten gelangen verschiedene

Bewertungsmodelle zur Anwendung. Sie basieren auf Annahmen,

welche die aktuellen Marktgegebenheiten am Ende der

Berichtsperiode berücksichtigen. Die Fair Values der übrigen

Finanzinstrumente werden mittels alternativer Techniken (z.B.

Modelle zur Preisfestsetzung von Optionen und zur Bestimmung

geschätzter diskontierter Cashflows) bestimmt.

Es wird angenommen, dass die fortgeführten Anschaffungskosten

(amortized cost) von Finanzaktiven und -passiven mit

einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr in etwa den Fair

Values entsprechen.

148 149

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Fair-Value-Hierarchie

Der Konzern verwendet folgende Hierarchie zur Bestimmung

und Offenlegung von Fair Values der Finanzinstrumente:

Level 1: In aktiven Märkten notierte Preise (ohne Anpassungen)

für gleichartige Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten.

Level 2: Andere Bewertungsmethode, für welche die Eingabeparameter,

die einen wesentlichen Einfluss auf den

verbuchten Fair Value haben, auf direkt oder indirekt

beobachtbaren Marktinformationen basieren.

Level 3: Bewertungsmethode, bei welcher die Eingabeparameter,

die einen wesentlichen Einfluss auf den verbuchten

Fair Value haben, nicht auf den beobachtbaren

Marktinformationen basieren.

Die nachfolgende Tabelle weist die Finanzinstrumente aus,

welche zu Fair Value erfasst und bemessen werden:

Mio. CHF

2010

Finanzanlagen

Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Level 1 Level 2 Total

– Wertschriften 30 0 30

– Beteiligungen an Dritten 5 0 5

– Andere (Erläuterung 20, 26) 0 353 353

Derivative Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken (Erläuterung 31) 0 80 80

Finanzverbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken (Erläuterung 31) 0 137 137

2009

Finanzanlagen

Zur Veräusserung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

– Wertschriften 33 0 33

– Beteiligungen an Dritten 4 0 4

– Andere 0 0 0

Derivative Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken (Erläuterung 31) 0 86 86

Finanzverbindlichkeiten

Derivative Finanzinstrumente zu Absicherungszwecken (Erläuterung 31) 0 87 87


Anhang zur Konzernrechnung

1 Veränderungen im Konsolidierungskreis

Im Geschäftsjahr 2010 gab es keine Unternehmenszusammenschlüsse,

die entweder einzeln wesentlich waren oder auf

aggregierter Basis wesentlich wurden.

Im Geschäftsjahr 2009 änderte sich der Konsolidierungskreis

vor allem aufgrund folgender Neu- und Dekonsolidierungen:

Neukonsolidierungen 2009 Seit

Holcim Australia 1. Oktober 2009

Cement Australia (50 Prozent) 1. Oktober 2009

Dekonsolidierung 2009 Seit

United Cement Company of Nigeria Ltd 1. April 2009

Am 1. Oktober 2009 erwarb Holcim 100 Prozent des Aktienkapitals

von Holcim Australia (ehemals Cemex Australia) inklusive

deren Beteiligung von 25 Prozent an Cement Australia.

Aufgrund der Akquisition von Holcim Australia erhöhte sich die

Beteiligung von Holcim an Cement Australia von 50 Prozent auf

75 Prozent. Bis zum 30. September 2009 wurde die 50-Prozent-

Beteiligung an Cement Australia als Joint Venture quotenkonsolidiert.

Seit dem 1. Oktober 2009 wird Cement Australia voll

konsolidiert.

Die aus der Akquisition resultierenden identifizierbaren Aktiven

und Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Aktiven und Verbindlichkeiten aus der Akquisition von Holcim

Australia und Cement Australia (konsolidiert)

Mio. CHF Fair Value Buchwert1 Umlaufvermögen 648 648

Sachanlagen 1 852 1 635

Übriges Anlagevermögen 227 304

Kurzfristige Verbindlichkeiten (492) (479)

Langfristige Rückstellungen (238) (148)

Andere langfristige Verbindlichkeiten (372) (383)

Nettoaktiven 1 625 1 577

Bisherige Nettoaktiven

von Cement Australia (50 Prozent) (201)

Nicht beherrschende Anteile an

Cement Australia (25 Prozent) (100)

Erworbene Nettoaktiven 1 324

Total Kaufpreis (Flüssige Mittel) 1 725

Fair Value der erworbenen Nettoaktiven (1 324)

Goodwill 401

1 Nicht enthalten ist der Goodwill, welcher vor der Akquisition in den Büchern

von Cement Australia stand.

150 151

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Der im Rahmen der Akquisition entstandene Goodwill beträgt

insgesamt CHF 401 Millionen, wovon CHF 98 Millionen bereits

vorher in den Büchern des ehemaligen Joint Ventures Cement

Australia standen. Der Goodwill wird der starken Marktpräsenz

sowohl von Holcim Australia als auch von Cement Australia in

Australien sowie den hervorragend positionierten und strategisch

wichtigen Rohmaterialvorkommen zugeschrieben.

Holcim Australia und Cement Australia (50 Prozent) leisteten

für die Periode vom 1. Oktober 2009 bis 31. Dezember 2009

einen Beitrag von CHF 40 Millionen an den Konzerngewinn.

Unter der Annahme, dass die Akquisition bereits am 1. Januar

2009 erfolgte, wären der konsolidierte Nettoverkaufsertrag um

CHF 1268 Millionen und der Konzerngewinn um CHF 123 Millionen

höher ausgefallen.

Am 1. April 2009 wurde United Cement Company of Nigeria Ltd

wegen der Beendung gemeinschaftlicher Führung dekonsolidiert

und aufgrund des nach wie vor massgeblichen Einflusses

als assoziiertes Unternehmen erfasst. Dies führte beim Holcim-

Konzern zum Abgang der bisher proportional erfassten Anteile

an den gesamten Aktiven und Verbindlichkeiten im Betrag von

CHF 476 Millionen beziehungsweise CHF 533 Millionen und der

Erfassung als assoziiertes Unternehmen zu null Anschaffungskosten.

Die Unternehmenszusammenschlüsse, die während der Berichtsperioden

stattfanden und einzeln betrachtet unwesentlich

sind, werden in Erläuterung 40 ausgewiesen. Unter der Annahme,

dass diese Akquisitionen bereits am 1. Januar 2010 stattgefunden

hätten, wären der konsolidierte Nettoverkaufsertrag

und der Konzerngewinn im wesentlichen unverändert geblieben.

Eine Übersicht über die Konzerngesellschaften, Joint Ventures

und assoziierten Unternehmen befindet sich unter dem Titel

“Wesentliche Gesellschaften des Holcim-Konzerns” auf den

Seiten 196 bis 198.


2 Fremdwährungen

In der folgenden Tabelle sind die wichtigsten Wechselkurse

dargestellt, welche für die Umrechnungen benutzt wurden.

Erfolgsrechnung Bilanz

Durchschnittskurse in CHF Jahresendkurse in CHF

2010 2009 ±% 31.12.2010 31.12.2009 ±%

1 EUR 1.38 1.51 –8,6 1.25 1.49 –16,1

1 GBP 1.61 1.70 –5,3 1.45 1.66 –12,7

1 USD 1.04 1.09 –4,6 0.94 1.03 –8,7

1 CAD 1.01 0.95 +6,3 0.94 0.98 –4,1

100 MXN 8.24 8.02 +2,7 7.56 7.88 –4,1

100 INR 2.28 2.24 +1,8 2.09 2.21 –5,4

100 THB 3.27 3.15 +3,8 3.09 3.08 +0,3

1 000 IDR 0.12 0.11 +9,1 0.10 0.11 –9,1

100 PHP 2.31 2.28 +1,3 2.14 2.23 –4,0

1 AUD 0.96 0.86 +11,6 0.95 0.93 +2,2

152 153

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

3 Information nach Berichtssegmenten

Europa Nordamerika Lateinamerika

2010 2009 2010 2009 2010 2009

Kapazität und Absatz

Mio. t

Jahresproduktionskapazität Zement 50,0 49,4 23,2 20,6 33,4 31,0

Zementabsatz 26,2 26,9 11,1 10,7 22,7 22,8

– Davon reife Märkte 16,3 16,1 11,1 10,7

– Davon aufstrebende Märkte 9,9 10,8 22,7 22,8

Mineralischer Bindemittelabsatz 1,6 1,5 1,5 1,3

Zuschlagstoffabsatz 77,6 78,4 39,2 40,2 12,2 11,8

– Davon reife Märkte 69,4 70,0 39,2 40,2

– Davon aufstrebende Märkte 8,2 8,4 12,2 11,8

Asphaltabsatz

Mio. m

5,7 5,6 4,9 5,4

3

Transportbetonabsatz 16,0 17,0 5,6 5,5 10,5 10,1

– Davon reife Märkte 14,1 14,7 5,6 5,5

– Davon aufstrebende Märkte

Erfolgsrechnung, Bilanz

und Geldflussrechnung

Mio. CHF

1,9 2,3 10,5 10,1

Nettoverkaufsertrag Drittkunden 6 391 7 207 3 240 3 480 3 442 3 324

Nettoverkaufsertrag andere Segmente 144 113 24

Total Nettoverkaufsertrag 6 535 7 320 3 240 3 480 3 442 3 348

– Davon reife Märkte 5 402 5 911 3 240 3 480

– Davon aufstrebende Märkte 1 133 1 409 3 442 3 348

Betrieblicher EBITDA 1 045 1 232 460 400 999 1 076

– Davon reife Märkte 717 826 460 400

– Davon aufstrebende Märkte 328 406 999 1 076

Betriebliche EBITDA-Marge in %

Betriebliche Abschreibungen

16,0 16,8 14,2 11,5 29,0 32,1

und Wertminderungen (652) (749) (360) (360) (209) (197)

Betriebsgewinn 393 483 100 40 790 879

Betriebsgewinn-Marge in %

Abschreibungen und Wertminderungen

6,0 6,6 3,1 1,1 23,0 26,3

auf nicht betrieblichen Aktiven (2) (6) (5) (2) (2)

Übriger (Aufwand) Ertrag

Gewinnanteile von assoziierten

(28) 51 456 (33) (168) (123)

Unternehmen 24 35

Übriger Finanzertrag 19 44 1 3 12 6

EBITDA 1 062 1 368 922 372 845 959

Beteiligungen assoziierte Unternehmen 172 172 2 3

Netto betriebliche Aktiven 8 738 10 551 6 809 7 532 4 000 3 844

Total Aktiven 14 379 16 430 7 882 9 240 5 315 5 561

Total Fremdkapital 6 793 8 241 5 375 6 587 3 387 3 442

Geldfluss aus Geschäftstätigkeit 968 923 260 235 493 570

Geldfluss-Marge in % 14,8 12,6 8,0 6,8 14,3 17,0

Anschaffungskosten Segmentvermögen1 750 798 101 474 312 397

Geldfluss aus Investitionstätigkeit2 (625) (256) 601 (437) (316) (415)

Wertminderung3 Personal

(51) (108) (3) (20)

Personalbestand 19 690 20 800 6 668 8 016 12 710 12 626

1 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

2 Nettoinvestitionen in Sachanlagen, Konzerngesellschaften, Finanzanlagen, immateriellem und sonstigem Anlagevermögen.

Siehe weiter konsolidierte Geldfl ussrechnung, Fussnote 1.

3 In Abschreibungen und Wertminderungen auf betrieblichen beziehungsweise nicht betrieblichen Aktiven enthalten.


Afrika, Naher Osten Asien, Ozeanien Corporate/Eliminationen Total Konzern

2010 2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009

11,2 11,2 93,7 90,7 211,5 202,9

8,9 8,8 71,4 67,3 (3,6) (4,6) 136,7 131,9

4,7 3,2 (0,6) (0,5) 31,5 29,5

8,9 8,8 66,7 64,1 (3,0) (4,1) 105,2 102,4

1,0 0,7 4,1 3,5

2,5 2,6 26,4 10,4 157,9 143,4

23,2 7,3 131,8 117,5

2,5 2,6 3,2 3,1 26,1 25,9

10,6 11,0

1,1 1,1 12,7 8,1 45,9 41,8

5,8 1,9 25,5 22,1

1,1 1,1 6,9 6,2 20,4 19,7

1 098 1 204 7 482 5 917 21 653 21 132

2 476 501 (620) (640)

1 098 1 206 7 958 6 418 (620) (640) 21 653 21 132

2 319 977 (305) (305) 10 656 10 063

1 098 1 206 5 639 5 441 (315) (335) 10 997 11 069

359 373 1 820 1 760 (170) (211) 4 513 4 630

402 214 (57) (63) 1 522 1 377

359 373 1 418 1 546 (113) (148) 2 991 3 253

32,7 30,9 22,9 27,4 20,8 21,9

(55) (56) (589) (459) (29) (28) (1 894) (1 849)

304 317 1 231 1 301 (199) (239) 2 619 2 781

27,7 26,3 15,5 20,3 12,1 13,2

(1) (2) (30) 1 (40) (9)

(16) (28) (40) (55) (197) 394 7 206

8 12 213 255 245 302

1 45 24 106 4 183 82

343 346 1 834 1 743 (18) 441 4 988 5 229

2 2 72 59 1 184 1 293 1 432 1 529

695 842 9 371 9 331 204 275 29 817 32 375

1 250 1 407 14 095 14 434 1 338 2 134 44 259 49 206

620 739 4 030 3 860 2 933 4 293 23 138 27 162

247 294 1 572 1 680 119 186 3 659 3 888

22,5 24,4 19,8 26,2 0,0 0,0 16,9 18,4

97 90 580 819 14 3 1 854 2 581

(98) (112) (233) (492) (691) (2 718) (1 362) (4 430)

(1) (1) (4) (7) (6) (65) (136)

2 213 2 256 38 172 36 858 857 942 80 310 81 498

154 155

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Überleitungsrechnung der Ergebnisse zur konsolidierten Erfolgsrechnung des Holcim-Konzerns

Mio. CHF Erläuterungen 2010 2009

Betriebsgewinn 2 619 2 781

Betriebliche Abschreibungen und Wertminderungen 9 1 894 1 849

Betrieblicher EBITDA 4 513 4 630

Übriger Ertrag 11 7 206

Abschreibungen und Wertminderungen auf nicht betrieblichen Aktiven 9 40 9

Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 23 245 302

Übriger Finanzertrag 12 183 82

EBITDA 4 988 5 229

Betriebliche Abschreibungen und Wertminderungen 9 (1 894) (1 849)

Abschreibungen und Wertminderungen auf nicht betrieblichen Aktiven 9 (40) (9)

Zinsertrag aus Flüssigen Mitteln und Wertschriften 12 79 91

Finanzaufwand 13 (897) (881)

Konzerngewinn vor Steuern 2 236 2 581

4 Information nach Produktlinien

Zement 1

2010 2009

Erfolgsrechnung, Bilanz

und Geldflussrechnung

Mio. CHF

Nettoverkaufsertrag Drittkunden 12 572 12 608

Nettoverkaufsertrag andere Segmente 1 376 1 200

Total Nettoverkaufsertrag 13 948 13 808

Betrieblicher EBITDA 3 755 3 924

Betriebliche EBITDA-Marge in % 26,9 28,4

Betriebsgewinn 2 551 2 730

Netto betriebliche Aktiven 19 907 20 944

Anschaffungskosten Segmentvermögen2 1 495 2 260

Geldfluss aus Investitionstätigkeit3 (1 529) (2 490)

Personal

Personalbestand 51 133 50 335

1 Zement, Klinker und andere hydraulische Bindemittel.

2 Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

3 Nettoinvestitionen in Sachanlagen, Konzerngesellschaften, Finanzanlagen, immateriellem und sonstigem Anlagevermögen.

Siehe weiter konsolidierte Geldfl ussrechnung, Fussnote 1.


Zuschlagstoffe Weitere Baustoffe

und Serviceleistungen

Corporate/Eliminationen Total

Konzern

2010 2009 2010 2009 2010 2009 2010 2009

1 571 1 391 7 510 7 133 21 653 21 132

924 745 597 509 (2 897) (2 454)

2 495 2 136 8 107 7 642 (2 897) (2 454) 21 653 21 132

530 421 228 285 4 513 4 630

21,2 19,7 2,8 3,7 20,8 21,9

198 102 (130) (51) 2 619 2 781

5 822 6 723 4 088 4 708 29 817 32 375

168 140 188 179 3 2 1 854 2 581

(76) (1 620) (154) (138) 397 (182) (1 362) (4 430)

6 478 6 850 22 577 23 725 122 588 80 310 81 498

156 157

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

5 Information nach Ländern

Nettoverkaufsertrag

Langfristige

Drittkunden

Vermögenswerte

Mio. CHF 2010 2009 2010 2009

Schweiz 746 737 1 005 1 034

USA 1 933 2 289 5 811 6 628

Grossbritannien 1 975 2 071 2 506 3 010

Australien 2 126 800 2 390 2 403

Indien 3 557 3 317 5 326 5 550

Sonstige Länder 11 316 11 918 15 366 16 851

Total Konzern 21 653 21 132 32 404 35 476

Nettoverkaufserträge an externe Kunden basieren primär auf

dem Standort der Vermögenswerte (Herkunft der Erträge).

Die hier ausgewiesenen langfristigen Vermögenswerte

umfassen Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte.

6 Veränderung des Nettoverkaufsertrags

Mio. CHF 2010 2009

Mengen und Preise (444) (2 510)

Veränderung Konsolidierungskreis 1 147 195

Veränderung Währungsumrechnung (182) (1 710)

Total 521 (4 025)


7 Produktionsaufwand der verkauften Produkte und Leistungen

Mio. CHF 2010 2009

Materialaufwand (3 488) (3 309)

Brennstoffaufwand (1 420) (1 383)

Elektrizitätsaufwand (979) (952)

Personalaufwand (1 852) (1 783)

Abschreibungen und Wertminderungen (1 528) (1 472)

Übriger Produktionsaufwand (3 079) (2 908)

Bestandesveränderungen der Vorräte (33) (265)

Total (12 379) (12 072)

8 Distributions- und Verkaufsaufwand

Mio. CHF 2010 2009

Distributionsaufwand (4 582) (4 144)

Verkaufsaufwand (696) (684)

Total (5 278) (4 828)

9 Übersicht der Abschreibungen und Wertminderungen

Mio. CHF 2010 2009

Produktionsanlagen (1 528) (1 472)

Distributions- und Verkaufsanlagen (246) (247)

Verwaltungsanlagen (120) (130)

Total betriebliche Abschreibungen und Wertminderungen (A) (1 894) (1 849)

Wertminderungen auf Beteiligungen an assoziierten Unternehmen (30) 0

Ordentliche Abschreibungen auf nicht betrieblichen Aktiven (4) (9)

Unübliche Abschreibungen (6) 0

Total Abschreibungen und Wertminderungen auf nicht betrieblichen Aktiven (B) (40) (9)

Total Abschreibungen und Wertminderungen (A+B) (1 934) (1 858)

Davon Abschreibungen auf Sachanlagen (1 711) (1 603)

10 Veränderung des betrieblichen EBITDA

Mio. CHF 2010 2009

Mengen, Preise und Kosten (284) (270)

Veränderung Konsolidierungskreis 188 (39)

Veränderung Währungsumrechnung (21) (394)

Total (117) (703)

158 159

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

11 Übriger Ertrag

Mio. CHF 2010 2009

Dividendenertrag 5 13

Übriger ordentlicher Ertrag 42 202

Abschreibungen und Wertminderungen auf nicht betrieblichen Aktiven (40) (9)

Total 7 206

Im Jahr 2010 beinhaltet die Position “Übriger ordentlicher

Ertrag” hauptsächlich Gewinne aus der Veräusserung von Sachanlagen.

Im Jahr 2009 enthält die Position “Übriger ordentlicher

Ertrag” den Gewinn aus der Veräusserung von Panamá Cement

Holding S.A., Caricement Antilles N.V., Cimenterie Nationale

S.E.M. Haiti sowie Cementos Colón S.A. in Höhe von CHF 66 Millionen,

plus den Ertrag aus der Auflösung einer nicht mehr

benötigten Rückstellung für ein hängiges Verfahren des deutschen

Bundeskartellamtes in Höhe von CHF 85 Millionen (Erläuterung

33).

12 Finanzertrag

Mio. CHF 2010 2009

Zinsertrag aus Flüssigen Mitteln und Wertschriften 79 91

Übriger Finanzertrag 183 82

Total 262 173

Im Jahr 2010 wurde in der Position “Übriger Finanzertrag” die

teilweise Realisation der Veränderung des Fair Values der Entschädigungsforderung

im Zusammenhang mit der Verstaatlichung

von Holcim Venezuela im Betrag von USD 164 Millionen

(CHF 171 Millionen) verbucht. Weitere Informationen sind in

Erläuterung 21 enthalten. Zudem enthält diese Position auch

eine Abwertung von CHF 42 Millionen auf “Langfristige Forderungen

gegenüber assoziierten Unternehmen” (Erläuterung

22). Der verbleibende Betrag umfasst vorwiegend Erträge aus

Darlehen und Forderungen.

13 Finanzaufwand

Mio. CHF 2010 2009

Zinsaufwand (789) (780)

Marktwertveränderungen auf Finanzinstrumenten 0 (3)

Amortisation auf Anleihen und Privatplazierungen (10) (2)

Auflösung des Abzinsungsbetrages bei Rückstellungen (58) (17)

Übriger Finanzaufwand (102) (98)

Kursgewinn(verlust) netto 5 (78)

Aktivierter Finanzaufwand 57 97

Total (897) (881)

Davon gegenüber assoziierten Unternehmen 0 (1)

Der durchschnittliche Zinssatz auf den am 31. Dezember 2010

bestehenden finanziellen Verbindlichkeiten betrug 4,4 Prozent

(2009: 4,4).

Die Positionen “Zinsaufwand” und “Übriger Finanzaufwand”

umfassen vorwiegend Aufwendungen für Finanzverbindlichkeiten

bemessen zu fortgeführten Anschaffungskosten.

Die Position “Aktivierter Finanzaufwand” umfasst Zinskosten,

die bei grossen Projekten in der Berichtsperiode aktiviert

werden.

Weitere Informationen zum Zins- und Währungsrisiko des

Konzerns sind im Kapitel “Risikomanagement” auf den Seiten

145 und 146 enthalten.


14 Ertragssteuern

Mio. CHF 2010 2009

Laufende Ertragssteuern (602) (742)

Latente Ertragssteuern (13) 119

Total (615) (623)

Als letzten Restrukturierungsschritt nach dem Auskauf der

nicht beherrschenden Anteile in Holcim (Canada) Inc. hat

Holcim (US) Inc. im ersten Quartal 2010 ihre gesamte Beteiligung

an Holcim (Canada) Inc. an ihre Muttergesellschaft

Holcim Ltd verkauft. Daraus hat Holcim (US) Inc. einen Kapitalgewinn

von CHF 509 Millionen realisiert, der in der Konzernrechnung

eliminiert wurde. Die auf diesem Kapitalgewinn

anfallende ausserordentliche Steuerbelastung von USD 171 Mil-

lionen (CHF 178 Millionen) wird ab dem ersten Quartal in den

latenten Ertragssteuern ausgewiesen. Diese Belastung ist

jedoch nicht liquiditätswirksam, da sie vollständig durch Verlustvorträge

kompensiert wird.

Laufende Ertragssteuern beinhalten einen Ertrag von

CHF 94 Millionen (2009: 12) in Bezug auf Vorjahre.

Latente Steuern nach Kategorien

Mio. CHF 2010 2009

Sachanlagen 49 (45)

Immaterielles und sonstiges Anlagevermögen (12) (8)

Rückstellungen (39) 60

Steuerliche Verluste 4 135

Andere (15) (23)

Total (13) 119

Nachweis der Steuerbelastung

2010 2009

Erwartete Steuerbelastung

Einfluss der nicht abzugsfähigen oder nicht zu versteuernden Positionen

36% 30%

und nach unterschiedlichen Steuersätzen besteuerten Gewinne (5%) (6%)

Nettoveränderung der nicht verbuchten steuerlichen Verlustvorträge 2% 0%

Vorjahres- und andere Positionen (5%) 0%

Effektive Steuerbelastung 28% 24%

Die erwartete Steuerbelastung des Konzerns basiert auf dem

gewichteten Durchschnitt des Steuersatzes auf dem Gewinn

(Verlust) vor Steuern der Konzerngesellschaften.

15 Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Bereich Produkte

und Dienstleistungen werden mit dem Ziel durchgeführt, für

Kunden Mehrwert zu generieren. Zusätzlich ermöglichen Prozessinnovationen

die Verbesserung des Umweltschutzes und

die Optimierung der Produktionsabläufe. Kosten für Forschung

Die erwartete Steuerbelastung erhöhte sich im Jahr 2010

hauptsächlich aufgrund der Veränderung in der relativen

Gewichtung der Gewinne und beinhaltet den Effekt des internen

Transfers der Beteiligung Holcim (Canada) Inc. (siehe oben).

und Entwicklung von CHF 15 Millionen (2009: 17) wurden direkt

der konsolidierten Erfolgsrechnung belastet. Wesentliche

Kosten für Lizenzen von Dritten oder Erträge aus Lizenzen an

Dritte waren nicht zu verzeichnen.

160 161

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

16 Gewinn pro Aktie

2010 2009

Gewinn pro Aktie in CHF 3.69 4.93

Konzerngewinn – Anteil Aktionäre Holcim Ltd – gemäss Erfolgsrechnung (in Mio. CHF) 1 182 1 471

Gewichtete Anzahl ausstehender Aktien 319 980 805 298 137 630

Verwässerter Gewinn pro Aktie in CHF 3.69 4.93

Konzerngewinn zur Berechnung des verwässerten Gewinns pro Aktie (in Mio. CHF) 1 182 1 471

Gewichtete Anzahl ausstehender Aktien 319 980 805 298 137 630

Anpassung für die erwartete Ausübung von Aktienoptionen 225 319 153 751

Gewichtete Anzahl Aktien zur Berechnung des verwässerten Gewinns pro Aktie 320 206 124 298 291 381

Gemäss Beschluss der Generalversammlung vom 6. Mai 2010

wurde für das Geschäftsjahr 2009 eine Bardividende von

CHF 1.50 pro Namenaktie ausgerichtet, womit sich die Dividendenausschüttung

gesamthaft auf CHF 480 Millionen beläuft.

An der ordentlichen Generalversammlung vom 5. Mai 2011 wird

für das Geschäftsjahr 2010 eine Ausschüttung aus der Kapitaleinlagereserve

von CHF 1.50 pro Namenaktie vorgeschlagen,

womit sich die Ausschüttung gesamthaft auf CHF 480 Millionen

beläuft. In dieser Konzernrechnung wird diese Ausschüttung

nicht berücksichtigt, da die Zahlung im Geschäftsjahr 2011

erfolgt.

17 Flüssige Mittel

Mio. CHF 2010 2009

Kassenbestände und Bankguthaben 790 871

Kurzfristige Festgeldanlagen 2 596 3 603

Total 3 386 4 474

Kontokorrentkredite (317) (213)

Flüssige Mittel zum Zweck der konsolidierten Geldflussrechnung 3 069 4 261

Flüssige Mittel beinhalten Kassenbestände und Bankguthaben

sowie Call-Gelder und sonstige kurzfristige Geldanlagen.

Die Kontokorrentkredite sind in der Position “Verbindlichkeiten

aus kurzfristiger Finanzierung” enthalten.


18 Forderungen

Mio. CHF 2010 2009

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber assoziierten Unternehmen 56 84

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten 2 054 2 276

Sonstige Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 35 539

Sonstige Forderungen gegenüber Dritten 436 497

Derivative Aktiven 9 5

Total 2 590 3 401

Verpfändet bzw. eingeschränkt verfügbare Forderungen 115 112

Überfällige Forderungen

Mio. CHF 2010 2009

Nicht überfällig 2 146 2 879

1 bis 89 Tage überfällig 334 368

90 bis 180 Tage überfällig 99 126

Über 180 Tage überfällig 194 245

./. Wertberichtigungen auf Forderungen (183) (217)

Total 2 590 3 401

Bedingt durch den lokalen Charakter des Geschäfts erliess der

Konzern keine allgemein gültigen Vorgaben zu den Zahlungskonditionen,

hingegen wurden für die einzelnen lokalen Gesellschaften

individuelle Vorgaben erstellt.

Der überfällige Betrag bezieht sich auf Forderungen, bei

welchen die in den Geschäftsbedingungen vereinbarte Zahlungsfrist

nicht eingehalten wurde.

Wertberichtigungen auf Debitoren

Mio. CHF 2010 2009

1. Januar (217) (179)

Veränderung Konsolidierungskreis 0 (5)

Gebildete Wertberichtigungen (32) (52)

Verwendete Wertberichtigungen 12 3

Aufgelöste Wertberichtigungen 12 4

Veränderung Währungsumrechnung 42 12

31. Dezember (183) (217)

19 Vorräte

Mio. CHF 2010 2009

Rohmaterial und Zusatzmittel 312 310

Halb- und Fertigfabrikate 940 1 022

Brennstoffe 314 287

Betriebs-, Instandhaltungs- und Verpackungsmaterial 472 504

Nicht fakturierte Dienstleistungen 34 39

Total 2 072 2 162

Im Geschäftsjahr 2010 hat der Konzern Wertberichtigungen auf

Vorräten in Höhe von CHF 6 Millionen (2009: 12) auf den netto

realisierbaren Wert vorgenommen. Der Buchwert der Vorräte,

welcher zum netto realisierbaren Wert eingesetzt wurde, lag

bei CHF 42 Millionen (2009: 63).

162 163

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

20 Rechnungsabgrenzungen und andere kurzfristige Forderungen

Diese Position beinhaltet einen Betrag von USD 96 Millionen

(CHF 90 Millionen) als Entschädigungsforderung der Bolivarischen

Republik Venezuela. Weitere Informationen sind in

Erläuterung 21 enthalten.

21 Zum Verkauf gehaltene Aktiven

Die zum Verkauf gehaltenen Aktiven und damit zusammenhängenden

Verbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Mio. CHF 2010 2009

Anderes Umlaufvermögen 0 1

Sachanlagen 18 18

Finanzielle Vermögenswerte 0 214

Sonstiges Anlagevermögen 0 1

Zum Verkauf gehaltene Aktiven 18 234

Verbindlichkeiten im Zusammenhang

mit zum Verkauf gehaltenen Aktiven 0 0

Zum Verkauf gehaltene Aktiven netto 18 234

Die Position “Finanzielle Vermögenswerte” in Höhe von

CHF 214 Millionen im Jahr 2009 bezieht sich auf Holcim

Venezuela. Die übrigen zum Verkauf gehaltenen Aktiven

beinhalten im einzelnen nicht materielle Aktiven und Veräusserungsgruppen.

Im April 2008 kündigte die venezolanische Regierung an,

mindestens 60 Prozent des Aktienkapitals der drei von internationalen

Konzernen beherrschten Zementunternehmen

in staatlichen Besitz zu überführen. Am 18. Juni 2008 wurde das

entsprechende Dekret publiziert. Holcim und die Regierung

führten Verhandlungen über die Entschädigung, die Holcim aufgrund

bilateraler Investitionsschutzabkommen zusteht. Am

18. August 2008 wurde als Resultat dieser Verhandlungen eine

Grundsatzvereinbarung zwischen der venezolanischen Regierung

und Holcim unterzeichnet, welche als Basis für die Verhandlung

des definitiven Verkaufsvertrags dient. Die Grundsatzvereinbarung

sah vor, dass Holcim Venezuela zu 85 Prozent an

den Staat übergehen würde und Holcim weiterhin eine Beteiligung

von 15 Prozent am Unternehmen halte. Die Grundsatzvereinbarung

enthielt eine grundsätzliche Einigung über die

Entschädigung vorbehältlich einer finanziellen “Due Diligence”.

Holcim Venezuela wurde per 31. Dezember 2008 dekonsolidiert.

In Übereinstimmung mit IFRS 5 wurde die Beteiligung in zum

Verkauf gehaltene Aktiven umklassiert.

Am 20. März 2009 hatte Holcim ein internationales Schiedsverfahren

gegen die Republik Venezuela eingeleitet und strebte

eine vollumfängliche Entschädigung für die Nationalisierung

der Konzerngesellschaft Holcim Venezuela durch die venezolanische

Regierung an. Am 10. April 2009 wurde der Antrag von

Holcim auf Einleitung eines Schiedsverfahrens vom Internationalen

Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten

(ICSID) registriert.

Am 4. September 2010 unterzeichnete Holcim ein Abkommen

mit der Bolivarischen Republik Venezuela, in welchem sich die

Parteien über die Konditionen der Entschädigungszahlung

Venezuelas für die im Juni 2008 nationalisierte Holcim (Venezuela)

C.A. und die Aussetzung des zurzeit hängigen Schiedsverfahrens

am Internationalen Zentrum zur Beilegung von

Investitionsstreitigkeiten (ICSID) im Zusammenhang mit dieser

Nationalisierung einigten.

Die vereinbarte Gesamtentschädigung, von der eine erste

Zahlung über USD 260 Millionen (CHF 244 Millionen) am

10. September 2010 eingegangen ist, beläuft sich weiterhin auf

USD 650 Millionen (CHF 611 Millionen). Der verbleibende Betrag

von USD 390 Millionen (CHF 367 Millionen) wird in vier gleich

grossen, jährlichen Teilzahlungen von USD 97,5 Millionen

(CHF 92 Millionen) ab September 2011 beglichen (siehe auch

Erläuterung 20 und 26). Die daraus resultierende Veränderung

des Fair Value beträgt USD 410 Millionen (CHF 426 Millionen),

von der USD 164 Millionen (CHF 171 Millionen) als “Übriger

Finanzertrag” realisiert wurden.


22 Langfristige Finanzanlagen

Mio. CHF 2010 2009

Beteiligungen an Dritten 58 94

Langfristige Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen 682 313

Langfristige Forderungen gegenüber Dritten 110 189

Derivative Aktiven 71 81

Total 921 677

Davon verpfändet bzw. eingeschränkt verfügbar 8 6

Im Jahr 2010 wurde eine Abwertung von CHF 42 Millionen

auf “Langfristige Forderungen gegenüber assoziierten Unternehmen”

verbucht (Erläuterung 12).

Der Marktwert der langfristigen Forderungen und derivativen

Aktiven belief sich auf CHF 852 Millionen (2009: 591).

Langfristige Forderungen und derivative Aktiven werden hauptsächlich

in CHF, USD und ZAR gehalten. Die Fälligkeit variiert

zwischen einem Jahr und 29 Jahren.

23 Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

Mio. CHF 2010 2009

1. Januar 1 529 1 341

Anteil am Ergebnis von assoziierten Unternehmen 245 302

Erhaltene Dividenden (202) (89)

Nettozugänge 49 24

Umbuchungen netto und Wertminderungen 30 (43)

Veränderung Währungsumrechnung (219) (6)

31. Dezember 1 432 1 529

Verkäufe an assoziierte Unternehmen und Käufe von assoziierten

Unternehmen betrugen CHF 168 Millionen (2009: 210)

respektive CHF 32 Millionen (2009: 19).

Die folgenden Beträge widerspiegeln den Anteil des Konzerns

an den Aktiven und Passiven sowie am Umsatz und Gewinn der

assoziierten Unternehmen:

Aggregierte finanzielle Informationen – assoziierte Unternehmen

Mio. CHF 2010 2009

Aktiven 3 514 3 715

Verbindlichkeiten (2 146) (2 330)

Nettovermögen 1 368 1 385

Nettoverkaufsertrag 1 951 1 853

Gewinn 229 138

Gewinn und Nettovermögen reflektieren auch die nicht erfassten

Anteile am Verlust von assoziierten Unternehmen, die

nicht weiter nach der Equity-Methode bilanziert werden, da der

Buchwert null beträgt. Der nicht erfasste Anteil am Verlust von

assoziierten Unternehmen betrug CHF 16 Millionen (2009: 102).

Der kumulierte nicht erfasste Anteil am Verlust von assoziierten

Unternehmen betrug CHF 64 Million (2009: 107).

164 165

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

24 Sachanlagen

Grund-

stücke

Gebäude

Installationen

Maschinen Mobilien

Fahrzeuge

Werkzeuge

Anlagen

Mio. CHF

2010

Nettobuchwert per 1. Januar 5 585 5 633 9 765 1 512 2 998 25 493

Veränderung Konsolidierungskreis 67 14 4 15 42 142

Zugänge 36 75 169 25 1 516 1 821

Abgänge (103) (21) (21) (18) 0 (163)

Übertrag aus Anlagen im Bau 74 509 1 396 143 (2 122) 0

Abschreibungen (129) (333) (947) (302) 0 (1 711)

Wertminderung (in der Erfolgsrechnung erfasst) (4) (6) (10) (4) (18) (42)

Veränderung Währungsumrechnung (473) (555) (884) (109) (176) (2 197)

Nettobuchwert per 31. Dezember 5 053 5 316 9 472 1 262 2 240 23 343

Anschaffungswert 6 037 9 307 19 235 3 394 2 330 40 303

Kumulierte Abschreibungen/Wertminderungen (984) (3 991) (9 763) (2 132) (90) (16 960)

Nettobuchwert per 31. Dezember 5 053 5 316 9 472 1 262 2 240 23 343

Nettobuchwert der geleasten Sachanlagen 1 48 23 68 0 140

Davon verpfändet bzw. eingeschränkt verfügbar 210

2009

Nettobuchwert per 1. Januar 4 684 4 303 8 169 1 419 4 687 23 262

Veränderung Konsolidierungskreis 707 52 218 130 63 1 170

Zugänge 32 59 168 39 2 209 2 507

Abgänge (40) (32) (35) (39) (1) (147)

Übertrag aus Anlagen im Bau 167 1 539 2 006 239 (3 951) 0

Abschreibungen (118) (298) (875) (312) 0 (1 603)

Wertminderung (in der Erfolgsrechnung erfasst) (15) (13) (21) (3) (80) (132)

Veränderung Währungsumrechnung 168 23 135 39 71 436

Nettobuchwert per 31. Dezember 5 585 5 633 9 765 1 512 2 998 25 493

Anschaffungswert 6 602 9 746 19 659 3 615 3 079 42 701

Kumulierte Abschreibungen/Wertminderungen (1 017) (4 113) (9 894) (2 103) (81) (17 208)

Nettobuchwert per 31. Dezember 5 585 5 633 9 765 1 512 2 998 25 493

Nettobuchwert der geleasten Sachanlagen 0 55 31 91 0 177

Davon verpfändet bzw. eingeschränkt verfügbar 333

Der Nettobuchwert von CHF 23 343 Millionen (2009: 25 493)

entspricht 57,9 Prozent (2009: 59,7) des Anschaffungswertes.

Der Feuerversicherungswert der Sachanlagen belief sich per

31. Dezember 2010 auf CHF 33 912 Millionen (2009: 36 144).

Der Nettogewinn aus dem Verkauf von Sachanlagen belief sich

auf CHF 66 Millionen (2009: 55).

Die Wertminderungen im Geschäftsjahr 2010 betreffen hauptsächlich

Werke in Ungarn, Spanien und Indien und sind in der

im Bau

Erfolgsrechnung im “Produktionsaufwand der verkauften

Produkte und Leistungen” enthalten.

Total

Enthalten in Grundstücken, Gebäuden und Installationen sind

als Finanzinvestition gehaltene Immobilien (investment

properties) mit einem Nettobuchwert von CHF 87 Millionen

(2009: 94). Der Marktwert dieser Immobilien belief sich auf

CHF 87 Millionen (2009: 117). Die Mieterträge aus diesen Immobilien

betragen CHF 2 Millionen (2009: 3).


25 Immaterielles Anlagevermögen

Goodwill Übriges

immaterielles

Anlagevermögen

Mio. CHF

2010

Nettobuchwert per 1. Januar 8 926 1 057 9 983

Veränderung Konsolidierungskreis 31 14 45

Zugänge 2 31 33

Abgänge (27) (4) (31)

Abschreibungen 0 (119) (119)

Wertminderung (in der Erfolgsrechnung erfasst) (23) 0 (23)

Veränderung Währungsumrechnung (765) (62) (827)

Nettobuchwert per 31. Dezember 8 144 917 9 061

Anschaffungswert 8 179 1 541 9 720

Kumulierte Abschreibungen/Wertminderungen (35) (624) (659)

Nettobuchwert per 31. Dezember 8 144 917 9 061

2009

Nettobuchwert per 1. Januar 8 378 928 9 306

Veränderung Konsolidierungskreis 3951 174 569

Zugänge 30 44 74

Abgänge (3) 0 (3)

Abschreibungen 0 (119) (119)

Wertminderung (in der Erfolgsrechnung erfasst) (4) 0 (4)

Veränderung Währungsumrechnung 130 30 160

Nettobuchwert per 31. Dezember 8 926 1 057 9 983

Anschaffungswert 8 938 1 562 10 500

Kumulierte Abschreibungen/Wertminderungen (12) (505) (517)

Nettobuchwert per 31. Dezember 8 926 1 057 9 983

Das in der Tabelle aufgeführte “Übrige immaterielle Anlagevermögen”

hat eine begrenzte Nutzungsdauer, über welche die

Anlagen abgeschrieben werden.

Der Abschreibungsaufwand für das immaterielle Anlagevermögen

mit begrenzter Nutzungsdauer ist vor allem als

Verwaltungsaufwand erfasst.

1 Dieser Betrag beinhaltet den Nettogoodwill in Höhe von CHF 303 Millionen, welcher aus der Akquisition von Holcim Australia und Cement Australia

(konsolidiert) entstanden ist.

Total

166 167

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Überprüfung der Werthaltigkeit von Goodwill

Um die Werthaltigkeit zu überprüfen, wird der Goodwill einer

zahlungsmittelgenerierenden Einheit (cash generating unit)

oder einer Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

zugeordnet, bei denen von Verbundsynergien ausgegangen

wird. Der Konzern definiert die zahlungsmittelgenerierenden

Einheiten auf der Basis des geographisch zusammenhängenden

Marktes, das heisst in der Regel auf Landesebene. Der Buchwert

des Goodwills, der den unten aufgeführten Ländern beziehungsweise

Regionen zugeteilt wird, ist im Vergleich zum gesamten

Goodwillbuchwert bedeutsam, während der Buchwert von

Goodwill, der anderen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

zugeteilt wird, einzeln betrachtet nicht signifikant ist.

Zur Überprüfung der Werthaltigkeit wird der erzielbare Betrag

der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, der nach dem Nutzungswert

(value-in-use) bestimmt wurde, mit dem entsprechenden

Buchwert verglichen. Eine Wertminderung wird nur

berücksichtigt, wenn der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden

Einheit den erzielbaren Betrag übertrifft. Zukünftige

Cashflows werden unter Verwendung der gewichteten Kapitalkosten

(weighted average cost of capital) diskontiert.

Die Cashflow-Prognosen basieren auf einer 4-jährigen Finanzplanung,

die von der Geschäftsleitung genehmigt wurde. Cashflows

ausserhalb der 4-jährigen Budgetperiode werden entweder

nach konstanten oder steigenden nachhaltigen Cashflows

hochgerechnet. In keinem Fall übersteigt die Wachstumsrate

zur Hochrechnung der Cashflow-Prognosen nach der 4-jährigen

Budgetperiode die langfristige durchschnittliche Wachstumsrate

im entsprechenden Markt, in dem die zahlungsmittelgenerierende

Einheit tätig ist.

Bezüglich Goodwill, welcher der Position “Übrige” zugewiesen

wird, kommen das gleiche Modell und dieselben Parameter zur

Überprüfung der Werthaltigkeit zur Anwendung wie für

wesentliche einzelne Goodwillpositionen mit der Ausnahme,

dass unterschiedliche Annahmen je nach Risiken im Zusammenhang

mit den entsprechenden zahlungsmittelgenerierenden

Einheiten getroffen werden.

Annahmen zur Berechnung des Nutzungswertes (value-in-use) in Bezug auf Goodwill 2010

Zahlungsmittelgenerierende Einheit Buchwert Währung Vorsteuer- Langfristige

des

Diskontsatz

BIP-

Goodwills

Zuwachsrate

Mio. CHF Total 2010

Indien 1 660 INR 11,4% 8,1%

Nordamerika 1 765 USD/CAD 7,7% 2,4%

Grossbritannien 830 GBP 8,8% 2,5%

Zentraleuropa 433 CHF/EUR 6,6% 2,0%

Mexiko 413 MXN 7,9% 4,0%

Übrige1 3 043 Verschiedene 6,7%–14,7% 1,2%–7,5%

Total 8 144

Annahmen zur Berechnung des Nutzungswertes (value-in-use) in Bezug auf Goodwill 2009

Zahlungsmittelgenerierende Einheit Buchwert Währung Vorsteuer- Langfristige

des

Diskontsatz

BIP-

Goodwills

Zuwachsrate

Mio. CHF Total 2009

Indien 1 701 INR 12,5% 8,0%

Nordamerika 1 918 USD/CAD 9,0% 2,5%

Grossbritannien 962 GBP 8,0% 2,8%

Zentraleuropa 562 CHF/EUR 7,5% 1,5%

Mexiko 428 MXN 9,0% 4,9%

Übrige1 3 355 Verschiedene 6,2%–13,9% 2,0%–7,0%

Total 8 926

1 Einzeln betrachtet nicht signifi kant.


Sensitivitäten bei Änderungen der Annahmen

Bezüglich der Werthaltigkeit des Nutzungswertes (value-inuse)

einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder einer

Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten ist das

Management der Ansicht, dass bei einer möglichen Änderung

des Vorsteuer-Diskontsatzes von 1 Prozentpunkt der Buchwert

26 Sonstiges Anlagevermögen

Diese Position beinhaltet einen Betrag von USD 280 Millionen

(CHF 263 Millionen) als Entschädigungs forderung der Boliva -

27 Joint Ventures

Die folgende Aufstellung zeigt die Auswirkung des quotenkonsolidierten

Anteils der Aktiven und Passiven sowie des Nettoverkaufsertrags

und Gewinns von wesentlichen Joint Ventures

einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit oder einer Gruppe

von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten den Nutzungswert

nicht wesentlich übersteigt.

Bilanz

Mio. CHF 2010 2009

Umlaufvermögen 98 93

Anlagevermögen 366 368

Total Aktiven 464 461

Kurzfristiges Fremdkapital 57 49

Langfristiges Fremdkapital 102 102

Total Fremdkapital 159 151

Nettoaktiven 305 310

Erfolgsrechnung

Mio. CHF 2010 2009

Nettoverkaufsertrag 343 617

Betriebsgewinn 53 102

Konzerngewinn von Joint Ventures 35 64

Verkäufe an und Zukäufe von wesentlichen Joint Ventures

betrugen CHF 5 Millionen (2009: 29) respektive CHF 95 Millionen

(2009: 64).

rischen Republik Venezuela. Weitere Informationen sind in

Erläuterung 21 enthalten.

(aufgeführt auf den Seiten 196 und 197), welche in der konsolidierten

Bilanz und der konsolidierten Erfolgsrechnung ausgewiesen

werden.

Seit dem 1. Oktober 2009 wird die ehemals quotenkonsolidierte

Beteiligung an Cement Australia voll konsolidiert (Erläuterung 1).

Vorwiegend aus diesem Grund hat sich der quotenkonsolidierte

Anteil des Nettoverkaufsertrags und Gewinns von wesentlichen

Joint Ventures im Vergleich zum Vorjahr reduziert.

168 169

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

28 Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Mio. CHF 2010 2009

Verbindlichkeiten gegenüber assoziierten Unternehmen 14 8

Verbindlichkeiten gegenüber Dritten 2 137 2 087

Vorauszahlungen von Kunden 152 128

Total 2 303 2 223

Die Fair Values der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

Leistungen weichen nicht wesentlich von deren Buchwert ab.

29 Finanzverbindlichkeiten

Mio. CHF 2010 2009

Verbindlichkeiten aus kurzfristiger Finanzierung gegenüber assoziierten Unternehmen 1 1

Verbindlichkeiten aus kurzfristiger Finanzierung gegenüber Dritten 1 384 2 928

Kurzfristiger Anteil Verbindlichkeiten aus langfristiger Finanzierung 1 076 1 520

Derivative Verbindlichkeiten 7 4

Total Verbindlichkeiten aus kurzfristiger Finanzierung 2 468 4 453

Verbindlichkeiten aus langfristiger Finanzierung gegenüber assoziierten Unternehmen 9 10

Verbindlichkeiten aus langfristiger Finanzierung gegenüber Dritten 12 142 13 761

Derivative Verbindlichkeiten 130 83

Total Verbindlichkeiten aus langfristiger Finanzierung 12 281 13 854

Total 14 749 18 307

Davon gegen Sicherheiten 167 206

Die Fair Values der Verbindlichkeiten aus kurzfristiger Finanzierung

weichen nicht wesentlich von deren Buchwerten ab.

Die Fair Values der Verbindlichkeiten aus langfristiger Finanzierung

betragen CHF 13 706 Millionen (2009: 15 313).


Details der gesamten Finanzverbindlichkeiten

Mio. CHF 2010 2009

Darlehen und Kredite von Finanzinstituten 4 188 6 264

Anleihen und Privatplazierungen 10 316 11 818

Total Darlehen und Anleihen 14 504 18 082

Verbindlichkeiten aus Finanzleasing (Erläuterung 30) 108 138

Derivative Verbindlichkeiten (Erläuterung 31) 137 87

Total 14 749 18 307

Darlehen und Kredite von Finanzinstituten beinhalten Beträge

gegenüber Banken und anderen Finanzinstituten. Die Fälligkeit

variiert zwischen einem Jahr und 15 Jahren. CHF 1783 Millionen

(2009: 3207) sind innerhalb eines Jahres fällig.

Die nicht beanspruchten Kreditlimiten beliefen sich per

31. Dezember 2010 auf CHF 8867 Millionen (2009: 8188); davon

sind CHF 6378 Millionen (2009: 5365) verbindlich zugesagt.

Finanzverbindlichkeiten nach Währungen

Währung 2010 2009

Mio. CHF In % Zinssatz1 Mio. CHF In % Zinssatz1 CHF 3 709 25,1 2,7 3 240 17,7 2,8

USD 4 097 27,8 3,4 5 037 27,5 3,2

EUR 3 105 21,0 4,8 4 822 26,3 4,3

GBP 731 5,0 7,4 893 4,9 7,0

AUD 816 5,5 7,7 1 402 7,7 6,0

INR 262 1,8 5,9 296 1,6 6,4

THB 217 1,5 5,0 234 1,3 5,7

NZD 98 0,7 4,9 112 0,6 3,6

Übrige 1 714 11,6 6,5 2 271 12,4 7,2

Total 14 749 100,0 4,4 18 307 100,0 4,4

1 Gewichteter durchschnittlicher Nominalzinssatz auf den Finanzverbindlichkeiten per 31. Dezember .

170 171

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Zinsstruktur der gesamten Finanzverbindlichkeiten

Mio. CHF 2010 2009

Finanzverbindlichkeiten zu festen Zinssätzen 8 541 9 312

Finanzverbindlichkeiten zu variablen Zinssätzen 6 208 8 995

Total 14 749 18 307

Die Finanzverbindlichkeiten werden unter Berücksichtigung der

abgesicherten Positionen ausgewiesen.

Fälligkeiten der Darlehen und Anleihen

Mio. CHF 2010 2009

Innerhalb 1 Jahres 2 434 4 416

Innerhalb 2 Jahren 1 824 1 412

Innerhalb 3 Jahren 3 195 1 842

Innerhalb 4 Jahren 2 047 3 590

Innerhalb 5 Jahren 916 2 276

Später als in 5 Jahren 4 088 4 546

Total 14 504 18 082

Die Fälligkeitsanalyse basiert auf den Buchwerten und berücksichtigt

die vertraglich vereinbarte Restlaufzeit.

Zusätzlich zu den CHF 2434 Millionen (2009: 4416) werden aus

den Verbindlichkeiten aus Finanzleasing und aus derivativen

Verbindlichkeiten innerhalb von einem Jahr CHF 34 Millionen

(2009: 37) fällig. Das Total von CHF 2468 Millionen (2009: 4453)

enthält kurzfristig gezogene Kredite im Rahmen langfristig

zugesagter Kreditlinien von CHF 150 Millionen (2009: 1119).

Weitere Informationen zur Maturität von Finanzinstrumenten

sind im Kapitel “Risikomanagement” enthalten.


Anleihen und Privatplazierungen per 31. Dezember

Nominal- Zinssatz Zinssatz Laufzeit Beschreibung NettoNettowert nominal effektiv

buchbuchwertwert Mio. CHF

Holcim Ltd

2010 2009

CHF 500 2,50% 2,69% 2005–2012 Anleihen mit festem Zinssatz 499 498

CHF 250 3,00% 3,19% 2006–2015 Anleihen mit festem Zinssatz 248 248

CHF 400 3,13% 0,42% 2007–2017 Anleihen, bei Ausgabe in variablen Zinssatz geswapt 438 431

CHF 1 000 4,00% 4,33% 2009–2013 Anleihen mit festem Zinssatz 991 988

CHF 450 4,00% 4,19% 2009–2018 Anleihen mit festem Zinssatz 444 444

CHF 475 2,38% 2,64% 2010–2016 Anleihen mit festem Zinssatz 469 0

Holcim Capital Corporation Ltd.

USD 150 7,05% 1,78% 2001–2011 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd,

bei Ausgabe in variablen Zinssatz geswapt

148 169

USD 208 7,05% 7,08% 2001–2011 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 195 215

USD 50 7,65% 7,65% 2001–2031 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 47 51

USD 65 6,59% 6,60% 2002–2014 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 61 67

USD 100 6,59% 6,59% 2002–2014 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 94 103

USD 250 6,88% 7,28% 2009–2039 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 226 249

Holcim Overseas Finance Ltd.

CHF 300 2,75% 2,79% 2006–2011 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 300 300

CHF 250 3,00% 0,42% 2007–2013 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd,

bei Ausgabe in variablen Zinssatz geswapt

268 269

Holcim Finance (Canada) Inc.

CAD 10 6,91% 6,92% 2002–2017 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 9 10

CAD 300 5,90% 6,10% 2007–2013 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 280 293

Holcim Finance (Luxembourg) S.A.

EUR 450 4,38% 2003–2010 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 0 669

EUR 300 4,38% 2003–2010 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd,

bei Ausgabe in variablen Zinssatz geswapt

0 450

EUR 600 4,38% 4,45% 2004–2014 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 747 889

EUR 650 9,00% 8,92% 2009–2014 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 814 969

EUR 200 6,35% 6,40% 2009–2017 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 249 296

Holcim Finance (Australia) Pty Ltd

AUD 500 8,50% 8,90% 2009–2012 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 475 461

Holcim Capital (Thailand) Ltd.

THB 2 150 6,48% 2005–2010 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 0 66

THB 2 450 6,69% 6,78% 2005–2012 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 76 75

THB 2 000 3,52% 3,62% 2010–2015 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 62 0

Übertrag 7 140 8 210

172 173

Konzernabschluss


Finanzielle

Informationen

Nominal- Zinssatz Zinssatz Laufzeit Beschreibung NettoNettowert nominal effektiv

buchbuchwertwert Mio. CHF 2010 2009

Übertrag 7 140 8 210

Holcim US Finance S.à r.l. & Cie S.C.S.

USD 200 6,21% 6,24% 2006–2018 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 187 206

USD 125 6,10% 6,14% 2006–2016 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 117 129

USD 125 5,96% 6,01% 2006–2013 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd 117 129

EUR 90 5,12% 1,47% 2008–2013 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd,

bei Ausgabe in USD und variablen Zinssatz geswapt

118 141

EUR 358 2,10% 1,49% 2008–2013 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd,

bei Ausgabe in USD geswapt

446 530

EUR 202 2,25% 1,60% 2008–2015 Privatplazierung, garantiert durch Holcim Ltd,

bei Ausgabe in USD geswapt

252 300

USD 750 6,00% 6,25% 2009–2019 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 690 760

Aggregate Industries Holdings Limited

GBP 163 7,25% 4,33% 2001–2016 Anleihen, teilweise in variablen Zinssatz geswapt 267 305

Holcim GB Finance Ltd.

GBP 300 8,75% 8,81% 2009–2017 Anleihen, garantiert durch Holcim Ltd 433 497

Holcim (US) Inc.

USD 5 0,50% 0,50% 1996–2031 Industrial revenue bonds – Devil’s Slide 5 5

USD 22 0,37% 0,37% 1997–2027 Industrial revenue bonds – South Louisiana Port 21 23

USD 15 0,33% 0,33% 1999–2031 Industrial revenue bonds – Midlothian 14 16

USD 67 0,31% 0,31% 1999–2032 Industrial revenue bonds – Mobile Dock & Wharf 62 69