Erhebung Scheunen Herresbach

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Erhebung Scheunen Herresbach

Leerstehende Scheunen - großes Potential der dörflichen Innenentwicklung

in Herresbach

RWTH Aachen / Lehrstuhl und Institut für Städtebau / Lehr- und Forschungsgebiet Bauplanung und Baurealisierung

M-2 Projekt Dorfentwicklung in der belgischen Eifel

Kerstin Jost (328 389)


Vorwort / Themenerläuterung

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Bestandsaufnahme der einzelnen Herresbacher Scheunen

6

Charakteristiken der typischen Herresbacher Scheune

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Ein besonderer Dank geht an Christian BINZ, der mir all sein gesammeltes

Material zur Geschichte Herresbachs und der einzelnen Familien und Häuser

zur Verfügung gestellt hat... seien es alte Lichtbildaufnahmen, alte Dossiers der

Feuerversicherung aus dem Archiv der Gemeinde Amel oder seine selbst aus

unzähligen Quellen und Archiven zusammengetragenen Daten und Fakten,

die er im Zuge des Erstellens einer Dorfchronik geordnet aufgeschrieben hat.

1


Warum ist das Thema Scheunen so wichtig?

Warum Altbausanierung interessanter sein kann als ein Neubau...

„Alte Gebäude in unseren Dörfern sind ein bedeutendes kulturelles Erbe,

denn sie geben ein wichtiges Zeugnis aus Leben und Kultur früherer

Generationen. Ihre Erhaltung ist deshalb für die soziale und bauliche

Tradition und damit für ein prägendes Ortsbild unverzichtbar.“ 1

Durch den tiefgreifenden Strukturwandel in der Landwirtschaft sind viele ehemals landwirtschaftlich

genutzte Gebäude funktionslos geworden. Doch es sind diese traditionellen Gebäude, die häufig den

Ortskern prägen und die Identität eines Dorfes und dessen Geschichte ausmachen.

Konkret kann ein Altbau folgende Vorteile im Vergleich zu einem Neubau bieten:

• Der Erwerb eines Grundstückes mit alter Bebauung kann kostengünstiger sein als im Neubaugebiet

• Die alten Gebäude liegen meist relativ zentral im Dorf, sodass Funktionen wie Schule, Geschäft,

Bushaltestelle, Vereinslokal… meist schnell zu Fuß erreichbar sind und die Teilnahme am Dorfleben

ist leichter gegeben als vom Ortsrand her.

• Die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen können schrittweise erfolgen, angepasst an die Finanzierungsmöglichkeiten

des Bauherren und ohne Zeitdruck. Außerdem kann bei einer Altbausanierung

meist mehr Eigenleistung seitens des Bauherrn einfließen als bei einem Neubau.

• Die gesamte Infrastruktur der Parzelle wie Straßen-, Strom- und Wasserversorgung besteht bereits

und stellen im Gegensatz zum Neubaugebiet keine zusätzlichen Kosten zum Bauprojekt dar.

• Die Individualität des bestehenden Gebäudes und die daraus resultierende Atmosphäre sind

immaterielle Werte, die auf diese Art nicht durch einen Neubau erreicht werden können.

• Gerade leerstehende Betriebsgebäude bieten Chancen für neue Arbeitsplätze, da meist mit

geringem Kapitaleinsatz Werkstätte oder Büros eingerichtet werden können.

Entwicklung der landwirtschaftlich genutzten Gebäude.

Links und in der Mitte: Traditionelle Scheune früher, meistens im Dorfkern und rechts eine heutige Stallanlage am Ortsrand:

das alte Modell entspricht nicht mehr der heutigen landwirtschaftlichen Produktions- und Wirtschaftsform.

Leider besteht heute der Trend, lieber alte Gebäude zu verkaufen oder leer stehen zu lassen um sich

mit einer individuellen Neubebauung am Ortsrand auf unangetasteter Grünfläche zu verwirklichen

als den ortsbildprägenden Bestand zu pflegen und modernen Bedürfnissen anzupassen.

Dies macht gerade in Anbetracht der Prognose, dass die Einwohnerzahlen der meisten Dörfer in Zukunft zurück

gehen werden, wenig Sinn weil so immer mehr Leerstände entstehen die das Ortsbild stören werden.

Ein Unterschied wird bei der Sanierung eine Altbaus gemacht zwischen denkmalwerten Bauten und

den Altbauten, die historisch zwar unbedeutend, doch in ihrer Gesamtheit ortsbildprägend sind.

Erstere erfordern eine Neunutzung, die vorsichtig mit dem Bestand umgeht; die Neugestaltung sollte

in Zusammenarbeit mit einem Denkmalpfleger erfolgen. Zweitere lassen dem Bauherrn mehr gestalterische

Freiheiten. Hier sind es oft die Volumen und deren Proportionen, die die Wahrnehmung

des umliegenden Raumes prägen. Besonders Scheunen lassen mit ihren großen Räumen viel Platz

zur kreativen Gestaltung und Aneignung des alten Gebäudes.

Anzumerken ist auch, dass ein schonender Umgang mit dem Bestand und seine ideale Ausnutzung

anstelle grober Eingriffe und Veränderungen nicht nur der Weg zum Erhalten der traditionellen

Baukultur sondern auch der Weg zu einer kostengünstigeren Renovation ist.

Im Sinne der Innenentwicklung der Dörfer müssen die Dorfbewohner also für das Potential, was in den alten

Bauten steckt, sensibilisiert werden und sollen erkennen, dass es diese Bauten sind, die unsere Dörfer unverwechselbar

machen und den Begriff „Heimat“ prägen, damit dies nicht erst wehmütig nach dem Abriss

festgestellt wird.

Durch Umnutzung und neue Funktionen können diese leerstehenden traditionellen

Bauten wieder aktiver Bestandteil des Dorflebens werden und zum Wiederbeleben

des Dorfes und seiner Mitte, einer stärkeren Identität sowie zu einem stärkeren sozialen

Umfeld beitragen.

1 Vorwort von G. Weiser in: „Dorfentwicklung: Chancen für leerstehende Gebäude. Planungshilfen für die Umnutzung“.

KÜSGEN, Hosrt, NEDDERMANN, Rolf, Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg.

Stuttgart, Ministerium für Ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Baden-Württemberg, 1989: Seite 9

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Scheune Nr. 1:

Buschweg 19,

genannt « Zeje »

Besitzer

Zimmermann Josef

Grobe Bestandsaufnahme der einzelnen herresbacher Scheunen

Geschichte

Das Gründungsjahr des Hauses „Zeje“ ist nicht bekannt, Quellen über die Bewohner reichen bis

zum Beginn des 19. Jahrhunderts. Man weiß, dass 1845 ein neues Wohnhaus errichtet wurde, welches

1880 abbrannte und danach neu errichtet wurde und somit Ursprung des heutigen Hauses darstellt.

1953-54 wurde ein neuer Stall mit darüber gelegener Scheune errichtet, die gleich lang wie die vorherige

aber breiter und höher wurde.

Seit 1987-88 gibt es keine landwirtschaftliche Nutzung mehr in Stall und Scheune.

Somit steht das Gebäude leer bzw. wird wie meistens als Rumpelkammer genutzt und noch festgehalten

falls einer der Erben irgendwann Interesse daran zeigen sollte.

Lage

Das Gebäude liegt außerhalb des Dorfes, an einem

der extremsten Enden der Siedlungen und fast direkt

am Waldrand. Dadurch entsteht eine sehr ruhige,

von der Natur geprägte Atmosphäre.

Größe

Außenabmessungen: 18,30 x 10,60 m

Traufhöhe: 6,40 m +- 170 m²

Dachfirst: 9 m

Skizze: Prinzip des Ausnutzens der Topografie

Kurzbeschreibung

Es handelt sich um ein kompaktes, langgestrecktes, ans Wohnhaus angegliedertes Gebäude mit

Krüppelwalmdach.

Im unteren Geschoss liegen die Stallungen, darüber gelegen ist die großräumige Scheune. Für die

Zugänge wurde der natürliche Niveauunterschied ausgenutzt, sodass an einer Traufseite ebenerdiger

Zugang zu den Stallungen und an der anderen Traufseite mithilfe einer stabilen Rampe ein direkter

Zugang zur Scheune gewährleistet ist. Die Eingänge der Stallungen und des Wohnhauses befinden

sich von der Straße aus gesehen hinter dem Haus, von vorne sieht man das große Scheunentor.

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Materialien

Für das Mauerwerk wurden die lokal abgebauten Bruchsteine des vorherigen Stalles und der

Scheune wiederverwendet, die Fenster- und Türöffnungen sind mit Ziegelsteinen umrandet.

Da die 1953-54 neu errichtete Scheune breiter und höher als die vorherige gebaut wurde,

benutzte man zusätzlich zu den wiederverwendeten Bruchsteinen Betonblocksteine.

Das Dach ist zur Straße hin mit alten, wiederverwendeten Naturschiefer gedeckt und an der Rückseite

mit Eternitplatten.

Scheune Nr. 2:

Ins Flostal 20

Besitzer

Reuter-Küpper

Abb. 1 Abb. 2

Der Stall mit darüber liegender Scheune wurde erst 1969 gebaut.

Das Gebäude ist etwa 20 m lang und sehr hoch, etwa 7m Traufhöhe.

Materialien der Fassade: verputzte Betonblocksteine und Wellblechplatten

Fazit und Potential

Da die Bauten teilweise noch genutzt werden (Stellplätze für landwirtschaftliche Maschinen,…),

die Scheune relativ schwer zugänglich ist, und auch seitens des Besitzers kein Interesse daran

besteht, eine neue Nutzung der Räume zu entwickeln, wurde die Analyse dieses Gebäudes

nicht vertieft. Zudem handelt es sich nicht um einen historisch wertvollen Bestand.

Abb. 3 Abb. 4 Abb. 5

Abb. 1: Mauerwerk Giebel, Umrisse eines früheren Anbaus sind noch sichtbar

Abb. 2: Stallungen im Erdgeschoss

Abb. 3: Fassade Rückseite: Stallungen im Erdgeschoss. Links Große Schutzhecke.

Abb. 4: an der Hofeinfahrt vorbeiführender Wanderweg in die Wälder.

Abb. 5: Innenraum der Scheune

Innenraum

Über den gedrungenen Stallungen liegt die großräumige Scheune, deren auf den Mauerwerken ruhende

Fichtenholz-Dachkonstruktion noch sehr gut erhalten ist. Diese Konstruktion wurde nach einem zur

Bauzeit neuartigen Prinzip der Lastabtragung errichtet, das große, den Raum durchspannende Querbalken

unnötig werden lässt um einen offeneren Raum ohne typische durchlaufende Balken entstehen zu lassen.

Der Boden der Scheune besteht aus Beton.

Besonderheiten

Große Schutzhecke im Westen, hinter dem Haus.

Nähe zu Natur, Wald und Wanderwege.

Fazit und Potential

Der Zustand der Scheune ist noch sehr gut und könnte schnell ohne weiteren Aufwand genutzt werden.

Aufgrund der Lage wären Nutzungen ideal, die die Nähe zur Natur ausschöpfen würden.

Scheune Nr. 3:

Ins Flostal 24,

genannt “Wellems”

Besitzer

Reuter Alfred

Geschichte

Das Haus „Wellems“ gehört zu den am frühesten erwähnten Häuser Herresbachs

(Feuerstättenverzeichnis 1552-1553).

Das heutige Haus wurde wahrscheinlich um 1810-20 erbaut. Im Zweiten

Weltkrieg Krieg wurde es jedoch stark zerstört, sodass die Scheune

danach neu aufgebaut wurde.

Grundriss des Hauses in der Feuerversicherung 1917

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Lage

Das Gebäude liegt relativ nah am Zentrum und

nicht weit entfernt vom Reiterhof. Der Zugang

liegt in einer Nebenstraße, ist jedoch von der

Hauptstraße aus sichtbar.

Fazit und Potential

Da die Scheune nicht genutzt wird, wäre der Besitzer bereit, den Raum zur Verfügung zu stellen für

eventuelle Dorfaktivitäten. Das alte Mauerwerk trägt zu dem Bild der traditionellen herresbacher

Scheune bei, die es Wert wäre, durch eine neue Nutzung wiederbelebt zu werden.

Scheune Nr. 4:

Ins Flostal 23,

genannt “Hotz”

Größe

Innenabmessungen: +- 15,50 x 10,90, also fast 170 m²

Höhe innen: +- 2,90 - 3,10 m an den Seiten, 7,35 m in der Mitte

Traufhöhe: 2,20 – 4m (wegen natürlichem Gefälle)

Kurzbeschreibung

Die Scheune mit Satteldach und die darunter gelegenen Stallungen sind direkt an das Wohnhaus angegliedert

und werden an der anderen Seite von einem Schuppen, in dem sich unter anderem ein Hühnerstall befindet,

fortgeführt. Stall- und Wohnhauseingang befinden sich ebenerdig an der Hofseite, der Zugang zur Scheune

wird ebenerdig von der Straße aus gewährleistet.

Besitzer

Meyer-Zeimers

Geschichte

Das Haus wurde vor 1716 gegründet. 1950 wurde der Stall vergrößert (von 4,50 m auf 7,50 m erhöht).

Das heutige Haus wurde 1966 nach dem Abriss des vorherigen, um 1890 erbauten Haus errichtet.

Ein Teil des Stall- und Scheunengebäudes wurde bereits umgenutzt (Garage und Parterrewohnung für die

Großeltern). Der Teil, der übrig bleibt, wird tatsächlich noch landwirtschaftlich

genutzt, da es sich um das Anwesen einer der beiden heute

noch bestehenden Landwirte Herresbachs handelt.

Abb. 1 Abb. 2

Abb. 1: Eingang mit Scheunentor

Abb. 2: Altes Mauerwerk innen

Abb. 3: Dachkonstruktion

Materialien

Für das Mauerwerk wurden die lokal abgebauten Bruchsteine des vorherigen

Stalles/Scheune wiederverwendet und von außen weiß verputzt.

Das Dach zur Nebenstraße ist mit Eternitwellplatten gedeckt, zum Hof

hin mit relativ neuer Trapezblecheindeckung und Photovoltaikpanelen.

Innenraum

Die Scheune befindet sich auf zwei Niveaus, ein Teil liegt 86 cm

höher als der Teil auf Höhe des Eingangs.

Die Dachkonstruktion aus Fichtenholz wurde teilweise zersägt oder

ergänzt.

Der Boden ist zum Teil in schlechtem Zustand .

Die zerbröselte Betonbodendecke

Abb. 3

Lage

Das Gebäude liegt recht zentral, nicht weit von der Schule entfernt,

direkt an der Hauptstraße.

Kurzbeschreibung

Dieses Langhaus mit durchgehendem Satteldach ist klar ablesbar in

drei Teile geteilt: Wohnhaus, Zweitwohnung, Scheune. Die Haupteingänge

befinden sich heute hinter dem Haus, nicht mehr zum Hof.

Materialien

Die Fassade besteht teils aus Natursteinmauerwerk und den traditionellen Fensterumrandungen

aus Ziegelstein, teilweise ist die Fassade mit weißen Eternitplatten verkleidet.

Das Dach ist mit schieferfarbenen Dachpfannen eingedeckt.

Innenraum

Eine typische, sehr leicht wirkende Holzkonstruktion trägt das Dach.

Fazit und Potential

Diese Scheune ist zum Teil schon umgebaut worden und der Rest wird zu dem

Zweck genutzt, zudem sie errichtet wurde: zur landwirtschaftlichen Nutzung.

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Scheune Nr. 5:

Drömmerpfad

genannt “Drömmisch”

Materialien

Für das Mauerwerk wurden die lokal abgebauten Bruchsteine

verwendet, die Fenster- und Türöffnungen sind mit

Ziegelsteinen umrandet, über dem Scheunentor befindet

sich ein nachträglich gebauter Sturz aus Betonblöcken. Das Dach ist mit Naturschiefer gedeckt.

Innenraum

Die Dachkonstruktion dieser Scheune ist gut erhalten und auch in Zukunft tragfähig, da es sich um robustes

Eichenholz handelt. Zudem entsteht durch mehrere Öffnungen und den dadurch erzeugten Lichteinfall

eine angenehme Atmosphäre, die durch das alte Mauerwerk und den Bretterboden verstärkt wird.

Besitzer

Hans Mylemans

Geschichte

Das Haus „Drömmisch“ wurde bereits vor 1552 gegründet. 1815 brannte es ab, mehr ist

nicht bekannt doch das heutige Haus scheint demnach schon älter zu sein. 1923 wurde Dach

des Hauses mit Schiefer eingedeckt und Haus und Scheune wurden erhöht.

Fazit und Potential

Die zentrale Lage, der gute Zustand sowie die traditionelle, erhaltenswerte Bauweise dieser

alten Scheune machen sie interessant für neue Nutzungen.

Scheune Nr. 6:

Zum Weberbach 9?,

genannt “Jivels”

Lage

Das Gebäude liegt sehr zentral, direkt bei der Schule

und trotzdem ein wenig zurückgezogen durch

seine lange Einfahrt.

Besitzer

Joucken

Größe

Außenabmessungen: +- 11,40 x 7,90 m

Traufhöhe vor der Scheune: +- 4,10 m

Traufhöhe hinter dem Haus: +- 2,60 m

Dachfirst: +- 5,85 m

Dachüberstand: min. 40 cm

Innenabmessungen: +- 11 x 6,80 m, also +- 75 m²

Höhe Mauerwerk: 1,60 m

Höhe in der Mitte: 4,35 m

Räume Erdgeschoss (ehemalige Stallungen)

Geschichte

Schon 1777 stand an der heutigen Stelle ein Haus.

Das kleine Wohnhaus ist wahrscheinlich mehrere hundert Jahre alt und steht schon länger leer.

Die Ställe und vor allen Dingen die Schuppen werden noch von den Besitzern zum Abstellen

und Lagern gebraucht. Das Dach der Scheune wurde 1959 erneuert.

Lage

Die Scheune befindet sich nicht sehr weit vom Zentrum entfernt,

jedoch ohne direkten Sichtkontakt dazu. Ein paar Meter weiter

befindet sich der Friedhof.

Kurzbeschreibung

Stall und Scheune sind auch hier direkt an das renovierte

Wohnhaus angegliedert. Auch hier befindet

sich die Scheune über dem Stall (2,37 m höher),

allerdings ist diese nur über eine Leiter zugänglich.

Größe

Außenabmessungen: +- 18,50 x 7,50 m und +- 8,70 x 7,50 m (Winkelform)

Traufhöhe: +- 6,80 m

Dachfirst: 9 m

über den Stallungen gelegene Scheune

Kurzbeschreibung

Es gibt mehrere Gebäude, die zusammen einen Innenhof umranden: mehrere Schuppen, ein altes leerstehendes

Wohnhaus und der alte Stall mit Scheune darüber, die ausgesprochen hoch ausgebaut ist.

Die eigentümliche Form des Daches an der Giebelseite fällt auf.

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Lage

Das Gebäude liegt am Ende einer Sackgasse, von Feldern umgeben,

wo sich früher ein Fußweg aus Herresbach heraus befand, ein wenig

außerhalb des zentralen Herresbach aber dennoch nah daran.

mehrere Gebäude umrahmen einen Hof

prägnante Dachform

Materialien

Die Mauern bestehen aus verputzten Betonblöcken, teilweise auch mit

Eternit bekleidet.

Das Dach ist zum Teil mit Eternitplatten, zum Teil mit Trapezblech

gedeckt.

Innenraum

Kurzbeschreibung

Die frühere Scheune mit Krüppelwalmdach nimmt in etwa das gleiche

Volumen wie das Wohnhaus ein. Das Dach ist etwas tiefer als das

des Wohnhauses, die Fassadengestaltung ist durchgängig.

1966-67 wurde ein neuer Stall mit Scheune gebaut, der mit dem älteren

Bau eine L-Form bildet, die den großen Hof mit Wendemöglichkeit und Rasenfläche zum Teil einfasst.

Innenraum

Der sehr hohe Scheunenraum ist noch in gutem Zustand, das Gebälk zeigt keine Schwächen auf.

Fazit und Potential

Der Zustand der Scheune ist nicht schlecht; der hohe leerstehende Raum würde viel Platz für

neue Nutzungen bieten. Doch der Besitzer nutzt die Gesamtanlage noch und möchte keineswegs

in naher Zukunft neue Nutzungen dort aufnehmen.

Scheune Nr. 7:

Auf dem Hügel 16,

genannt “Feldschötze”

Sicht auf die große Hofanlage

Materialien

Die Fassade ist teils verputzt, teils mit Innenraum Anbau von 1966-67 Innenraum Scheune

Naturschiefer und teils mit Eternitplatten

bekleidet. Der neue Stallanbau ist lediglich mit Blechplatten und weißem Trapezblech verkleidet.

Innenraum

Die Wände des relativ kleinen Innenraumes sind größtenteils aus Betonblocksteinen errichtet worden,

der Giebel aus Holz, die Bodendecke ist aus Beton, die Dachkonstruktion aus gut erhaltenem Fichtenholz.

Der Neubau entspricht mit der Eisernen Dachkonstruktion nicht mehr der traditionellen

Bauweiser einer Scheune.

Besitzer

Maria Theisen

Fazit und Potential

Ein Teil der Scheune wurde bereits umgebaut, der Rest ist momentan nur schwer zugänglich und es besteht

auch seitens der Bewohnerin kein Interesse an Neunutzungen, sodass diese Scheune nicht Objekt einer

näheren Betrachtung sein wird, obwohl die sehr große Hoffläche für einige Aktivitäten sicherlich interessant

sein könnte.

Geschichte

Das Haus „Feldschötze“ wurde wahrscheinlich um 1809 gegründet.

1935 wurde ein neues Wohnhaus auf den alten Kellermauern gebaut.

Das Erdgeschoss der Scheune, wo sich früher die Stallungen befanden,

wurde bereits zu Wohn- und Lagerfläche umgebaut.

Scheune Nr. 8:

Zur alten Schule 5,

genannt “Hensjes”

Grundriss in der Feuerversicherung 1899

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Besitzer

Wio Gertrud

Geschichte

Schon vor 1552 stand ein Haus an der heutigen Stelle.

1957 wurde das alte Wohnhaus abgerissen um am gleichen Standort ein

neues Haus zu errichten.

1980 wurde das Dach der Scheune erneuert und erhöht.

Materialien

Für die Wände wurden Betonblocksteine

verwendet, die außen

verputzt sind. Dort, wo das Dach

1980 erhöht wurde, besteht kein

Mauerwerk sondern lediglich

eine Holzkonstruktion, die mit

Eternitwellplatten verkleidet ist.

Das Dach ist mit Eternitplatten

gedeckt.

Historisches Backhaus gegenüber

Innenraum Backhaus mit funktionierendem

alten Ofen.

Lage

Das Gebäude liegt mitten im Zentrum, von Schule,

alter Schule, Pfarrhaus und Kirche umgeben.

1923 - Consum-Geschäft in “Hensjes” – Auf der Türschwelle steht Servais Marie.

Innenraum

Da die Dachkonstruktion aus Fichtenholz der sehr hohen Scheune erst gut 30 Jahre alt ist, ist der Zustand noch

sehr gut. Auch im Innenraum ist die ursprüngliche Höhe der Scheune noch gut ablesbar anhand des Mauerwerkes

aus Bruchsteinen, welches bei der Erhöhung der Scheune mit einer einfachen verkleideten Holzkonstruktion

fortgeführt wurde. Der Boden scheint nicht überall sehr stabil zu sein und müsste für provisorische

Nutzungen ausgebessert werden.

Sicht von der Hauptstraße aus. Links von

der Parzelle beginnt das Schulgelände.

Größe

Außenabmessungen Stall mit Scheune: 12,80 m x 7 m

Traufhöhe: 7,40 – 8,00 m also innen in etwa 75 m²

Dachfirst: 10,40 – 11,00 m

Raumhöhe Stall: 2,26 m

Raumhöhe Scheune: 6,50 – 9,50 m, also evt. durch 3 Geschosse nutzbar

Fazit und Potential

Die optimale Lage im Herzen des Dorfes macht das Gebäude interessant für neue Nutzungen, die das Dorfleben

fördern. Da es sich nicht um einen traditionellen, wertvollen Bau handelt sondern eher das Volumen zu

erhalten ist, wäre bei einer langfristigen Umnutzung mehr gestalterische Freiheit gegeben.

Scheune Nr. 9:

Ins Flostal 40,

genannt “Backes”

Kurzbeschreibung

Stall und Scheune mit einfachem Satteldach und dem Rest

eines Heugebläses liegen mit dem Wohnhaus unter einem

Dach. Zwei Schuppen sind an das Gebäude angegliedert.

Leicht ablesbar an der Fassade ist die nachträgliche Erhöhung

des Scheunendaches. Der Zugang zur Scheune ist momentan

nur über eine steile Treppenleiter möglich.

Es gibt eine klare Vorderseite der Gebäude (zum Hof und zur

Straße hin) und Rückseite (von Gebüsch versteckt).

Es handelt sich hier nicht um

ein typisches, traditionelles

herresbacher Gebäude. Es

ist also nicht der historische

Wert den es zu erhalten gilt

sondern einfach das Volumen,

welches den umliegenden

Raum prägt.

Innenraum Erdgeschoss des größeren

Schuppens.

Innenraum Scheune

Besitzer

Ehepaar Vandewyngaerde

Geschichte

Das Haus wurde um 1900 erbaut, der Stall und die Scheune 1912.

1975 wurde eine neue Stallung hinzugebaut.

Nach 2009 wurde ein Teil davon in Ferienwohnungen

umgebaut.

Lage

Das Gebäude liegt mitten im Zentrum an der Haupstraße,

genau gegenüber des Dorfplatzes an der Kirche.

Grundriss in der Feuerversicherung 1912

16 17


Größe

Innenmaße: +-14,40 m x 6,10 m (Altbau) + 20,70 x 6 m --> +- 195 m²!!

Höhe unter dem Dach im Eingangsbereich (Niv. 0,00): 6,25 m in der Mitte und 4,50 m an der Seite.

15

7,5

2,85

-------Altbau--------

8,45 6

Innenabmessungen

Innenraum Altbau

--------Anbau 1975---------

6,1

Kurzbeschreibung

Dieses typische Langhaus wird von der Hofseite, also hinter dem Haus,

erschlossen. Die Gebäude bilden durch das 1975 erbaute Gebäude eine

L-Form. Das auffällige Scheunentor mit der Jahreszahl 1776 stammt

von einem anderen Bau und wurde der Scheune einverleibt. Dieses Tor

befindet sich direkt an der Hauptstraße, gegenüber der Straße.

Materialien

Für das Mauerwerk des Altbaus

wurden lokal abgebaute Bruchsteine

verwendet, die außen

weiß verputzt sind. Der 1975

hinzugefügte Teil ist mit Wellblech

verkleidet.

Das Scheunentor ist von gemeißeltem

rechter Schiefer umrandet.

Das Dach ist mit Eternitwellplatten

und Eternit 20x20 cm

gedeckt.

Innenraum

Der L-förmig verlaufene

Scheunenraum besteht aus

dem Altbau von 1900 und

dem 1975 daran angeschlossenen Neubau, die direkt ineinander

überfließen.

Der Altbau liegt auf zwei verschiedenen Niveaus, der linke Teil befindet

sich 43-85 höher als der Eingangsbereich. Der Bau von

1975 liegt ebenfalls höher als dieser und zwar rund 40 cm.

Der Altbau zeigt eine solide Dachkonstruktion auf, die noch in gutem

Zustand ist und auf dem alten Natursteinmauerwerk ruht. Die Rinde

der Balken sollte entfernt werden um diese länger haltbar zu machen.

mehrere Gebäude umrahmen einen Hof

Innenraum Anbau 1975

Der neuere Teil, dessen Wände leider nur aus einer Holzkonstruktion mit Wellblechverkleidung

bestehen, besticht eher durch mehrere Lichteinfälle und die regelmäßige, rhythmische tragende

Dachkonstruktion in gutem Zustand, die ein wenig an eine Markthalle erinnert.

Fazit und Potential

Durch die sehr zentrale Lage direkt gegenüber des Dorfplatzes und den leichten Zugang dieser Scheune,

durch den guten Zustand des alten sowohl des neuen Teiles und durch den Flair den diese Scheune ausstrahlt,

scheint sie wie gemacht für eine schnelle Umnutzung ohne viel Aufwand, die der Dorfgemeinschaft

zugute kommen könnte oder aber für langfristige Funktionen wie eine Werkstatt, Wohnen,…

Eine gewerbliche Funktion würde an dieser Stelle durchaus gut liegen. Die jetzigen Besitzer

wären aber wahrscheinlich nicht mit einer neuen Nutzung einverstanden. Aber sie haben vor, den

Gebäudekomplex in höchstens fünf Jahren zu verkaufen, sodass dies eine Chance dafür wäre, dass

die Anlage in die richtigen Hände für eine Umnutzung fällt.

Scheune Nr. 10:

Ins Flostal 44,

genannt “Backes”

Besitzer

Christian und Myriam Reuter

Geschichte

Schon vor 1552 stand an dieser Stelle ein Haus. Nachdem schon 1806

ein neues Haus an dieser Stelle erbaut wurde, entstand das heutige

Haus 1894 nachdem die vorherigen Bauten abgebrannt waren. 1932

wurde das Haus erhöht und die Mauer entlang der Straße wurde

neu aufgebaut. Heute steht das Haus, nachdem es von einer jungen

Familie gekauft wurde, kurz vor einer Renovation, die auch auf einen

Teil des Stalls und der Scheune Übergreifen wird.

Lage

Das Gebäude liegt direkt neben dem vorherigen

beschriebenen Haus Backes, also auch im Zentrum

direkt an der Hauptstraße.

Größe

Außenabmessungen: 8,90 x 16,50 m.

Der Teil, der nach der vorgesehenen Renovation zur Verfügung stände:

Innenabmessungen: +- 7,80 x 8,25 m = +-65 m²

Raumhöhe Stall: 2,33 m

Raumhöhe Scheune: 3,15 - 5,47 m

Kurzbeschreibung

Auch dieses typische Langhaus mit Satteldach

wird von der Hofseite erschlossen,

also hinter dem Haus. Nur das Scheunentor

gewährt Zugang von der Straße aus. Der Heuboden

ist über eine Leiter erreichbar.

Materialien

Für das Mauerwerk wurden lokal abgebaute

Bruchsteine verwendet, die von außen weiß

verputzt oder mit weißen Eternitplatten

verkleidet sind. Das Dach ist mit

schiefergrauen Eternitplatten gedeckt.

Nur am Haus sind die Fenster mit rosa

Sandstein umrandet.

Innenraum Scheune

Grundriss in der Feuerversicherung 1912

Eingang zum Hof der beiden Backes-

Häuser

Innenraum der Stallungen

18 19


Innenraum

Das Dachgebälk der traditionellen

Scheune über den

Stallungen ruht auch hier komplett

auf altem Mauerwerk aus

Natursteinen.

Der Bretterboden scheint noch

sehr stabil zu sein, allerdings

müsste das Dachgebälk stabili-

Der stabile Bretterboden

siert werden, da einige Balken

abgesägt wurden (einige Balken hängen schon durch). Auch der Zustand

des Holzes ist nicht mehr ideal, die Schale der Pfetten und Sparren

des Fichtenholzes sollten mit einer Fräse entfernt werden und

dann gespritzt werden um den Holzwurm auszurotten.

Zugang und Blick in die Scheune

Fazit und Potential

Die Lage im Zentrum, direkt an der Hauptstraße, der Zustand dieses traditionellen Baus und die Bereitwilligkeit

der Besitzer, den nicht genutzten Teil des Stalles und der Scheune gerne der Dorfgemeinschaft zur

Verfügung zu stellen, führt dazu dass auch dieses Gebäude für eine Neunutzung sehr interessant wäre.

Scheune Nr. 11:

Zum Johannesgarten 6,

genannt “Thies”

Materialien

Die Mauern der Scheune bestehen aus Blocksteinen, die außen weiß verputzt sind.

Das Dach wurde vor 10 Jahren neu gedeckt, mit Dachpfannen und

Photovoltaikanlage.

Innenraum

Der Innenraum besteht aus Blockstein-Mauern, einer hölzernen Fassade und

Bretterboden sowie einer noch stabilen Dachkonstruktion.

Fazit und Potential

Dadurch, dass die Scheune momentan nur schwer zugänglich ist und ringsherum von Wohnfunktionen

umgeben ist, kommt hier wohl kaum eine schnelle Umnutzung im Sinn der Dorfgemeinschaft

in Frage. Hier wäre eher der Ort für eine neue Wohnung mit neuem, separaten Eingang.

Scheune Nr. 12:

Zum Klinkershof 6,

genannt “Klenkesch”

Innenraum der Scheune

Besitzer

Königs

Besitzer

Ehepaar Eichten-Reiners

Geschichte

Der Name „Thies“ ist 1512 die erste belegte namentliche Erwähnung eines Herresbachers.

Das Erdgeschoss des Wohnhauses muss mehrere hundert Jahre alt sein,

das Obergeschoss und der Stall wurden 1934 erbaut. Ein Teil des Hauses

wurde bereits in Wohnfläche umgebaut.

Lage

Das Gebäude liegt nahe des Zentrums an einer Nebenstraße.

Größe

Außenabmessungen: Länge = 14,5 m

Kurzbeschreibung

Der Bereich unter der Scheune dieses Langhauses mit Krüppelwalmdach wurde schon größtenteils renoviert (Garage

und Wohnzimmer). Der Heuboden ist momentan nur schwer zugänglich (Durchgang Wohnhaus).

Geschichte

„Klenkesch“ wurde vor 1611 gegründet. Das heutige Haus

mit Stall und Scheune wurde erst nach dem 2. Weltkrieg

gebaut, da das vorherige Anwesen zerstört wurde.

Lage

Das Gebäude liegt außerhalb des Zentrums und nicht

direkt an der Hauptstraße.

Größe

Länge der Scheune: +- 14 m

Kurzbeschreibung

Das Langhaus mit durchgehendem Krüppelwalmdach macht einen renovierungsbedürftigen Eindruck.

Stall und Scheune sind mehr als zwei Mal so groß wie das Wohnhaus, mit typischerweise Stall im

Erdgeschoss und Scheune darüber gelegen. Zudem gibt es mehrere Nebengebäude (Schuppen),

welche die Hoffläche einrahmen.

20 21


Materialien

Das Erdgeschoss ist noch mit Bruchsteinen und Fensterumrandungen

aus Ziegeln gestaltet, die Mauern darüber mit Betonblocksteinen

oder beim Wohnhaus Schiefereindeckung, die Nebenanlagen

mit Holz. Das Dach ist mit Eternitplatten 40 x 40 cm gedeckt.

Materialien

Die Fassade der Scheune besteht zum Teil aus Betonblocksteinen,

Bruchsteinen, Fensterumrandungen aus Ziegelstein,

Eternitplatten sowie Holz.

Das Dach ist mit grauen Eternitplatten eingedeckt.

Innenraum

Typische Raumaufteilung und Scheunen-Holzdachkonstruktion.

Langhaus und Schuppen umrahmen die

Hoffläche

Innenraum

Typische hölzerne Dachkonstruktion in gutem Zustand

und Bodendecke aus Beton.

Dachkonstruktion der Scheune

Fazit und Potential

Die Scheune bietet ebenfalls viel Raum, liegt jedoch etwas abgelegen und wird noch teilweise genutzt.

Bei einer Umnutzung müsste vielleicht auch die Außenanlage in Angriff genommen werden.

Scheune Nr. 13:

Hüttengasse 1,

genannt “Hötte”

Fazit und Potential

Diese Scheune könnte schon in ihrem jetzigen Zustand, andere temporäre Nutzungen aufnehmen,

doch noch wird die Fläche von der Familie als Lagerraum genutzt.

Scheune Nr. 14:

Ins Flostal 71,

genannt “Klückesch”

Besitzer

Ehepaar Noe-Theissen

Geschichte

Das Haus und die Scheune wurden nach dem Krieg (1949) ein wenig tiefer als das ursprüngliche,

im Krieg zerstörte Haus „Hötte“ errichtet.

Lage

Das Gebäude liegt außerhalb des Zentrums aber direkt an

der Hauptstraße.

Größe

Breite: +-8 m

Besitzer

Held-Koop

Geschichte

Das Haus an dieser Stelle wurde wahrscheinlich 1878/79 erbaut und

stellte die erste Bebauung dieser Parzelle dar.

Lage

Das Gebäude liegt direkt an der Hauptstraße des Dorfes,

schon etwas weiter entfernt vom Zentrum und gehört

schon eher zu dem „östlichen Teil“ des Dorfes Herresbach.

Kurzbeschreibung

Es handelt sich um einen typischen Bau der Nachkriegszeit:

Ein Langhaus mit Krüppelwalmdach, wo die Funktionen Wohnen

und Arbeiten unter einem Dach sind. Die Fassadengestaltung

hebt sich zum Teil schon von den älteren Häusern ab. Die Scheune

ist durch eine lange Einfahrt hinter dem Haus erreichbar und wird

momentan als Lagerraum genutzt.

Kurzbeschreibung

Das Langhaus mit Krüppelwalmdach birgt alle Funktionen unter

einem Dach. Der Bereich Stall/Scheune nimmt dabei im

Vergleich zum Wohnbereich einen relativ kleinen Teil in

Anspruch. Vor dem Haus befindet sich eine größere Hofeinfahrt.

Gegenüber der Hofeinfahrt befindet sich ein zweites Haus, dessen Stall

schon in Garage und Wohnfläche umgebaut wurde. Darüber befindet

sich wahrscheinlich auch noch ein Heuboden.

Gegenüberliegendes Gebäude und dazwischenliegende

Hoffläche

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Materialien

Von außen ist das Gebäude fast gänzlich mit Eternitplatten verkleidet, nur ein Teil

ist weiß verputzt. Das Dach ist teilweise mit Schiefer, teilweise mit Eternit gedeckt.

Innenraum

Im Innenraum befindet sich nur ein kleiner Stallbereich, daneben und darüber der

Scheunenbereich mit der typischen Holzkonstruktion des Daches.

Fazit und Potential

Die Scheune ist recht klein und scheint auch noch als Lagerfläche zu dienen. Trotzdem könnten

natürlich auch hier neue Nutzungen geschaffen werden; das Ensemble der beiden

bestehenden Gebäude könnte durch neue Funktionen ergänzt und aufgewertet werden.

Fazit und Potential

Da diese Scheune so außerhalb liegt kommt sie eher nicht für gemeinschaftliche Nutzungen des

Dorfes in Frage. Außerdem müssten erst einige Renovierungsarbeiten geleistet werden um einen

ansprechenden Raum zu erzeugen. Für eine positive Gestaltung am Ortseingang wäre die Aufwertung

dieser Anlage sicherlich sinnvoll.

Scheune Nr. 16:

Ins Kolvendertal 21,

genannt “Müllisch”

Scheune Nr. 15:

Auf Hoch 33,

genannt “Köpp”

Besitzer

Meyer Nikolaus

Geschichte

Das Haus nebst Stallungen wurde 1852 erbaut, direkt neben der herresbacher

Mühle, da der Erbauer von dort stammte.

Besitzer

Habsch-Simon

Geschichte

Das erste Haus an dieser Stelle wurde erst 1871 errichtet, ein Stall 1939. Im Zweiten Weltkrieg

wurde alles zerstört und das heutige Haus danach wieder aufgebaut, der Stall wurde instandgesetzt

und 1964 durch einen Schweinestall ergänzt.

Lage

Skizze in der Feuerversicherung

1901

Das Gebäude liegt außerhalb des Dorfes ganz abgelegen im Kolvendertal,

direkt neben der ehemaligen Mühle.

Lage

Das Gebäude liegt am äußersten Rande des Ortes an der Hauptstraße

in Richtung Andler/Schönberg, direkt am Ortseingang.

Kurzbeschreibung

Es handelt sich um ein typisches Haus mit Scheune der Nachkriegszeit.

Interessant ist die Umrahmung des Hofes durch Haus,

Scheune und Schuppen. Die verschiedenen Gebäude

scheinen seit dem Bau nicht mehr renoviert worden zu sein.

Materialien

Während das Wohnhaus mit gelblichen Eternitplatten und die Dächer mit schieferfarbenen Eternitplatten

bekleidet sind, ist die Fassade der Scheune mit Wellblech, Holzbrettern und einer Schiefersteinimitation

verkleidet worden.

Kurzbeschreibung

Das Wohnhaus und der Stall gehören zu den ältesten Bauten Herresbachs, die noch im ursprünglichen Zustand

sind. Besonders das Innere des Wohnhauses ist unter diesem Gesichtspunkt eine heutige Seltenheit.

Wohnhaus und Stall bilden eine L-Form um die Hoffläche .

Bei diesem Gebäude haben sowohl Stall und auch besonders die Scheune nur eine

sehr geringe Deckenhöhe.

Materialien

Die Stallungen sind komplett aus Bruchsteinmauerwerk mit weißem

Putz.

Das Dach ist mit Trapezblech gedeckt.

Innenraum

Die Deckenhöhen der Scheune sind sehr niedrig. Der Dachstuhl

und die Sparren bestehen aus Eichenholz und sind also robust.

Innenraum der Stallungen

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4 - 7 m

Fazit und Potential

Falls diese Scheune umgenutzt werden sollte, wären Funktionen wie Wohnen, Tourismus,

Ferienlagerunterkunft, etc. interessant die von der abgelegenen Lage und der Nähe zur Natur,

zur Mühle und den Wanderwegen profitieren könnten.

Die typisch herresbacher Scheune

Baujahr

Die meisten der heute leerstehenden Scheunen sind natürlich vor den Auswirkungen des Wandels im Agrarsektor

erbaut worden, die jüngsten entstanden in den 70er und 60er Jahren. Viele Stallungen und Scheunen

wurden nach der Zerstörung des Zweiten Weltkrieges erneuert. Einige jedoch stammen aus der Zeit davor,

manche aus dem 19. Jahrhundert. Viele dieser Bauten stehen dort, wo schon seit Jahrhunderten Bauernhöfe

standen und es wurden oft Baumaterialien wie Bruchsteine von dem vorherigen Bau wiederverwendet.

Volumen

Typisch ist, dass der Stall und die Scheune direkt an das Wohnhaus angegliedert sind um

das ortstypische Langhaus zu bilden, bei dem alle Funktionen nebeneinander liegen.

Manchmal wurde dieses Langhaus auch durch Erweiterungen zur Bildung einer Winkelhofform ergänzt.

Die Größe des Stalls und der Scheune hing natürlich von der Größe des landwirtschaftlichen

Betriebes ab, sodass der ehemals landwirtschaftlich genutzte Teil manchmal mehr als doppelt so viel,

manchmal weniger als das Wohnhaus einnimmt.

Das typische Dach ist ein einfaches Satteldach mit 40-45° Neigung, später auch Krüppelwalmdächer.

WOHNEN

STALL

SCHEUNE

STALL

Typisches Volumen: Das Langhaus, mit

nebeneinanderliegenden Funktionen unter

einem Dach, manchmal mit unterschiedlich

hohen Dächern. Das Verhältnis der Breite

zur Länge beträgt meistens 1:2, die Traufhöhe

reicht von 4 bis 7 m.

Landwirtschaft

Landwirtschaft

Scheune

Wohnen

Scheune

Wohnen

Stall

Stall

11,5 - 20 m

Ø 16 m

Stall

6,5-11

Ø 8m

Die Scheune liegt entweder komplett über

den Stallungen oder wie links befindet sich

zusätzlich dazu der Eingang im Erdgeschoss

neben/zwischen den Stallungen.

Meist durch Anbau/Erweiterung des bestehenden Langhauses bilden sich Winkelformen.

Dazu kommen manchmal freistehende Gebäude wie Schuppen, die zur Bildung einer immer geschlosseneren Hofform

führen.

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2 - 2,30 m 2 - 5 m

Funktionen

Da in dieser Gegend Vieh gehalten wurde, bestanden die landwirtschaftlichen Gebäude in der Regel aus

Stallungen, die sich im Erdgeschoss befanden und die zum Teil manchmal daneben, meistens aber darüber

liegende Scheune, die vorwiegend zum Lagern des Heufutters für die Tiere diente.

Der Stall ist meist von geringer Raumhöhe und von innen steinern, die Scheune dagegen

hat eine große Raumhöhe gemäß der zu beherbergenden Heuhaufen.

Generell befinden sich im

Erdgeschoss die Stallungen

und darüber die Scheune.

Manchmal wurde der

Scheune

Höhenunterschied des

Geländes ausgenutzt um

für beide Funktionen

ebenerdige Eingänge zu

Stall

schaffen.

Erschließung

Zugang zur Scheune gewährt bei den traditionellen, alten Scheunen ein großes Scheunentor zur

Straße oder zum Hof hin, durch das das Heu mit dem Heuwagen direkt eingefahren werden konnte.

Beim Bau wurde oft der natürliche Höhenunterschied des Geländes ausgenutzt, sodass an einer

Traufseite des Hauses ein ebenerdiger Zugang zu den Stallungen und an der anderen Traufseite

ein ebenerdiger Zugang zur darüber liegenden Scheune gewährleistet wurde. Manchmal wurde

auch mit Rampen oder mobilen Brücken während der Erntezeit nachgeholfen.

Bei den neueren Scheunen findet sich dieses Scheunentor nicht mehr, da die Technik des Heueinfahrens

sich weiterentwickelte und fortan mithilfe eines Heugebläse verrichtet wurde. Die

Scheune war nun meist nur über eine oder mehrere Leitern vom Stall ausgehend zugänglich.

Typisches Scheunentor als

Eingang bei traditionellen

Scheunen.

Die nach dem Krieg

aufkommenden Heugebläse

machen das Scheunentor

überflüssig.

Zugang zur Scheune wird

nun ausschließlich per

Leiter gewährleistet.

Materialien

Von den Materialien her bestanden die Mauern der traditionellen herresbacher Scheune aus Natursteinen, die in

lokalen Steinbrüchen abgebaut wurden und oft für mehrere Bauten wiederverwendet wurden. Von außen und

in den Ställen wurden die Mauern verputzt, im Innern der Scheunen blieben die Steine sichtbar. Die Mauern

der neueren Bauten der Nachkriegszeit wurden neben wiederverwendeten Natursteinen meistens mit Betonblöcken

und einfachen Holzkonstruktionen errichtet, die mit Wellblechplatten oder Eternitplatten verkleidet

wurden und so eine weniger massive, optische weniger attraktive aber kostengünstigere Variante darstellten.

Traditionelle Materialien.

Neue, nach dem Zweiten Weltkrieg

aufkommende Materialien.

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Der Boden der traditionellen Scheune besteht aus Holzbrettern, bei später erbauten

Gebäuden meist aus einer Betondecke.

Auf den Mauern ruht die typische hölzerne Dachkonstruktion, deren Balken früher oft aus robustem Eichenholz

bestanden, später aber meisten aus weniger massivem aber preiswerterem Fichtenholz. Die Tragkonstruktion

wurde so optimiert, dass es nach und nach nicht mehr nötig war, die kraftabtragenden Balken

den gesamten Raum überspannen zu lassen, sodass der Raum offener und noch besser nutzbar wurde.

Die Pfetten und Sparren der Dachkonstruktion tragen die Dachhaut, die zuerst traditionell mit Schiefer

eingedeckt ist. Da Schiefer aber recht teuer ist, wurde früher oft auf Stroh und später auf schiefergraue

Eternitplatten zurückgegriffen, die heute die gängigste Dacheindeckung der Scheunen darstellen.

Die Fassade ist bei den traditionellen Bauten bis auf die Öffnungen oft durchgehend gestaltet, sodass die beiden

Funktionen einen einheitlichen Baukörper bilden. Troztdem lassens cih die verschiedenen Funktionen (Wohnhaus,

landwirtschaftliche Nutzung) klar an der Fassade ablesen. Mit der Zeit wird dies verstärkt, weil nach und

nach deutliche weniger Wert auf das Aussehen des landwirtschaftlichen Teiles gelegt wird, der nun oft mit neu

aufkommenden, preiswerteren Materialien erbaut und verkleidet wird, sodass sich Wohnfunktion und landwirtschaftliche

Funktion gestalterisch aber auch oft vom Baukörper her klar voneinander abgrenzen.

Durchgängige Fassadengestaltung,

einheitlicher Baukörper

Klare Differenzierung zwischen Wohnund

landwirtschaftlicher Funktion.

Beispiele alter, traditioneller Dachkonstruktionen in

Herresbach

Optimierte, später entstandene Dachkonstruktionene, die einen offeneren Raum ohne Hindernisse ermöglichen.

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