Forschung in Israel - Österreichisch-Israelische Gesellschaft

oeig.at

Forschung in Israel - Österreichisch-Israelische Gesellschaft

schalom

44. Jahrgang • 3/2011 € 3.-

MaGazIn der ÖSTerreIchISch-ISraelISchen GeSellSchafT

Interviews mit

BM Karlheinz Töchterle und

IV-Präsident Veit Sorger

Seite 06/Seite 13

Öffentliche Gärten in Israel

Seite 21

erscheinungsort Wien • Verlagspostamt 1080 Wien P.b.b. • Gz 02 z 031415M

Forschung

in Israel


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die vergangenen fünf Jahre. Alle Informationen auf

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Bildung und Ausbildung sind DAS zentrale Zukunftsthema.

Die erfolgreiche Entwicklung unseres Landes entscheidet sich

in Österreichs Kindergärten, Klassenzimmern und Hörsälen.

VOLKSBEGEHREN

Bildungsinitiative

03.-10.11.2011

© iStockphoto.com/Rubberball

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Hohe Qualität von Aus- und Weiterbildung sichert

Beschäftigung und Wohlstand in Österreich!


editorial

Inge dalma

Chefredakteurin

Wir, die Freunde und guten Kenner

Israels bedauern zunehmend , dass

dieses ungewöhnliche Land in den

europäischen Medien mehr und

mehr nur über Konflikte mit seinen

geographischen Nachbarn wahrgenommen

wird. So haben wir in unserem

nunmehr erweiterten Arbeitsteam

beschlossen, Ihnen, werte Leserinnen

und Leser, in jeder Ausgabe

unseres Magazins Einblick in die inneren

Strukturen und Befindlichkeiten

des Staates Israel anzubieten.

Eine dem Zufall zu verdankende

Aktualität dieser Ausgabe ist die Freilassung

des seit fünf Jahren in der

Geiselhaft der Hamas ausharrenden

israelischen Soldaten Gilad Shalit.

Da wegen des Unverhältnisses im

Austausch gegen mehr als tausend

verurteilte palästinensische Verbrecher

und Mörder vermutliche

schwerwiegende politische Folgen

zu erwarten sind, wird unsere Kommentatorin

Chava Gurion diese Entwicklung

in der Dezember-Ausgabe

von schalom analysieren. In der vorliegenden

Ausgabe nimmt sie die

aktuelle Nahostpersektive „Perpetuum

Immobile“ (Seite 8) unter die

Lupe.

Schwerpunkt dieser Ausgabe ist

Wissenschaft und Forschung in Israel.

Wir beleuchten die Zusammenarbeit

Israels mit Österreich und

laden Sie herzlichst zu unserem Symposium

„Abenteuer Forschung in Israel

am 10. November in die Wiener

Urania ein (siehe Umschlagseite) .

Daniel Kapp hat mit Wissenschaftsminister

Karlheinz Töchterle und dem

Präsidenten der Industriellenvereinigung

Veit Sorger im Vorfeld seiner

Israelreise gesprochen. (Seite 6 und 13)

Wir informieren über Israels weltweit

anerkannte Erfindungen und

Forschungsergebnisse, wir zeigen

Ihnen die erstaunlichen Gärten in

Israel und vieles mehr.

Wir bitten um Verständnis dafür,

dass unsere Zeitschrift nach wie vor

als „work in progress“ anzusehen ist.

Die laufenden Ereignisse erlauben

uns keine Nachdenkpause, so erleben

wir unseren Fortschritt gemeinsam

mit unseren Lesern in einem Arbeitsprozess

bei geöffneten Türen.

Ihre

In dIeSer auSGaBe:

Editorial 3

Leitartikel 4

PolITIK

Schalom Gilad! 5

DANIEL KAPP

„Kooperationen weiter verstärken“

Interview mit BM Töchterle 6

ChAVE GuRIoN

Perpetuum Immobile 8

Peace In ProGreSS

Coffee Chat 10

Dream Doctors 11

Bildungsrevolution in ostjerusalem 12

WIrTSchafT

DANIEL KAPP

„Wunsch nach Ausbau“

Interview mit IV-Präsident Sorger 13

Kika unter Palmen 14

WISSenSchafT & forSchunG

unverzichtbares - Die 45 besten

israelischen Erfindungen 15

Wissenswertes 19

unTer unS

Neue Miglieder für ÖIG-Kärnten 20

ÖIG-Presseaussendung 20

KulTur

AVIGAyIL KADESh

Israels öffentliche Gärten 21

Veranstaltungen 23

SYMPoSIuM „aBenTeuer

forSchunG In ISrael“ 24

editorial

dIe ÖSTerreIchISch-ISraelISche GeSellSchafT

❚ bekennt sich klar und unmissverständlich zum Staat Israel, ist gegen jede Form

des Rassismus, vor allem gegen jede Form des Antisemitismus und steht auch

offen für diese Überzeugung ein. Sie unterstützt die friedlichen Existenz Israels

mit seinen Nachbarn

❚ engagiert sich für die Intensivierung der Kontakte zu israelischen Institutionen

auf wirtschaftlichem, gesellschaftlichem, wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet

und

❚ strebt Kooperationen mit allen an, die schon jetzt gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen.

helfen auch Sie mit, die freundschaftlichen

Beziehungen Österreichs und Israels

zu vertiefen!

Jährlicher Mitgliedsbeitrag € 30.-

http://www.oeig.at/beitritt/

SeniorIn € 22.-/StudentIn, SchülerIn, Lehrling € 5.-

für Mitglieder: Magazin „schalom“ mit News aus Politik,

Wirtschaft, Wissenschaft, Peace in progress und Kultur ❚

Wöchentlicher Newsletter der ÖIG (ab 2012) ❚ Einladungen

zu Veranstaltungen.

SInd SIe

auch Schon

MITGlIed?

Titelbild + umschlagseite:

„Roboter Welt und Roboter-Zoo“

Austellung im Wissenschaftsmuseum

"Madatech“ in haifa.

©Jorge Novominsky/Flash 90

Israel wird oft nur als Konfliktort angesehen.

In Wirklichkeit ist Israel jedoch viel

mehr: Wirtschaft und forschung, Kunst und

Kultur, Gemeinschaft und familie. das ist das

richtige Israel – und nicht jenes mancher Medien.

hier leben normale Menschen an einem

außergewöhnlichen ort.

IMPRESSuM: Medieninhaber, Herausgeber: Österreichisch-

Israelische Gesellschaft (ÖIG). Zweck: Die Zeitschrift „Schalom“

ist das offizielle organ der ÖIG. Diese tritt für die Interessen

des befreundeten Staates Israel und seiner Bewohner

ein. Ziel ist der Friede im Nahen osten. Sitz: 1080 Wien,

Lange G. 64. Redaktion/Anzeigenannahme: T & F: 405 66 83.

E-Mail: info@oeig.at, Internet: www.oeig.at.

Chefredakteurin: Inge Dalma. Redaktion: Sonia Feiger, Peter

Gewitsch, Chava Gurion, Daniel Kapp, Richard Schmitz.

Übersetzungen: Georg haber, Kitty Weinberger.

Layout, Grafik & Produktion: Sonia Feiger. Druck: AV+Astoria,

1030 Wien. Bankverbindung: Bank Austria Blz 12000-

00262620801.

Die im Magazin veröffentlichten Kommentare geben nicht

grundsätzlich den Standpunkt der ÖIG wieder, sondern bieten

einen Einblick in die politische Diskussion in Israel.

Ausgewertet werden Meldungen von: Jerusalem Post, IDF,

BICOM, Ha’aretz, Yediot Aharonot, Y-net, israelnetz (inn),

ICEJ, JTA, ILI u.v.a.

Schalom oktober/November 2011

3


leitartikel

dr. richard

Schmitz

Zweiter Präsident

der ÖIG

Wie geht es weiter?

In unserer schnelllebigen Zeit verebbt

das Interesse an Meldungen

schnell, wenn sie von Aktuellerem

überdeckt werden. Der Tod des Diktators

Gaddafi und die schreckenerregende

Art, wie er getötet wurde,

erregt derzeit die Gemüter. Das wird

selbstverständlich von den Medien

entsprechend behandelt. Die Frage

ob und wie Griechenland geholfen

werden kann, löst eine Diskussion

über den Euro und die EU im Allgemeinen

aus. Sicher interessant, aber

für die Entwicklung im Nahen Osten

nicht unmittelbar von Bedeutung.

Die Haltung zur Türkei kann allerdings

Auswirkungen haben. Für die

Freunde Israels ist es daher die vordringlichste

Aufgabe, das Interesse

am Staat Israel und an den Friedensbemühungen

aufrecht zu erhalten.

Die Initiative der Palästinenser um

die Anerkennung eines Staates bei

den Vereinten Nationen ist ausgegangen,

wie es zu erwarten war. Eine

Anerkennung ist nur mit Zustimmung

des Sicherheitsrates möglich.

Das hat Präsident Abbas sicher gewusst.

Der Versuch über die Hintertüre,

über die UNESCO hineinzukommen,

ist von der amerikanischen

Außenministerin Hillary Clinton ausgebremst

worden. Die befürchteten

Proteste im Westjordanland und im

Gaza-Streifen sind jedenfalls ausgeblieben.

Die österreichische Bundesregierung

hat sich korrekt, wenn auch

wenig initiativ verhalten. Dem persischen

Hetzer Ahmadinedschad

nicht einmal zuzuhören, war zweifellos

richtig. An der Durban III Konferenz

nicht teilzunehmen, entspricht

auch den Forderungen unserer Gesellschaft.

Voranzutreiben wäre vor

allem die gemeinsame Linie der EU

in ihrer Haltung zu Israel.

Die Freilassung von Gilad Shalit hat

nicht nur in Israel große Freude ausgelöst.

Dem jungen Mann ist seine

Freiheit zu gönnen. Weniger erfreut

sind natürlich die Angehörigen jener

Israelis, deren Söhne und Töchter,

Väter und Mütter durch Terroranschläge

in den vergangenen Jahren

ums Leben gekommen sind. Die verurteilten

Mörder und Terroristen

wurden freigelassen. So bleiben die

Verbrechen ungesühnt, von der Gefahr,

dass die Freigelassenen neue

Anschläge verüben, gar nicht zu reden.

Wie wichtig es ist, international

Freunde zu haben, haben auch die

Verhandlungen gezeigt, die zum

Austausch von Gilat Shalit gegen

1.027 Palästinenser geführt haben.

Deutschen Gazetten kann man entnehmen,

dass alle Kontakte über

den Deutschen Nachrichten Dienst

(DND) gelaufen sind. Wahrscheinlich

werden auch Fortschritte im Friedensprozess

vorerst nur über Dritte

laufen können, da sich beide Seiten

mit ihren Bedingungen eingegraben

haben, was direkte Verhandlungen

unmöglich macht. Die Sehnsucht der

israelischen Bevölkerung nach einem

Frieden in Sicherheit wird immer

größer. Ob die Verwirklichung der

Zweistaatenlösung nicht auch positive

Auswirkungen auf den arabischen

Frühling haben könnte, bleibt

abzuwarten, sollte aber nicht außer

Acht gelassen werden.

Demokratische Reife hat Israels Regierung

jedenfalls im Umgang mit

den sozialen Protesten im Inneren bewiesen.

Die Ergebnisse der Trajtenberg-Kommission

scheinen auf Akzeptanz

der Betroffenen zu stoßen.

Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen

werden, dass Israel ein

demokratischer Verfassungsstaat

nach westlichem Muster ist.

Die österreichisch-israelische Gesellschaft

wird jedenfalls nicht müde

werden, sich für Israel und seine

Menschen einzusetzen.

So 27.11./11.00 uhr

Votivkino

Die österreichisch-israelische Gesellschaft und

die Alpen-Adria-Universität laden ein zum Vortrag von

SolIdarITäT aM

GInKGo BauM

Gerald Muthsam, a 2011

dokumentarfilm,

26 Minuten, engl. of

AVIV SHIR-ON

Botschafter des Staates Israel in Österreich

DIE AKTUELLE SITUATION

IM NAHEN OSTEN

Donnerstag I 3. November 2011 I 19.00 Uhr

Hörsaal z-109 der Universität Klagenfurt

Aviv Shir-On, Botschafter des Staates Israel, spricht über den

Friedensprozess in Nahost und das Echo der Revolution in den

arabischen Ländern. Im Anschluss an den Vortrag Diskussion

mit dem Referenten.

Am Ginkgo Baum im kleinen ort Reibers

im niederösterreichischen Waldviertel

wird meditiert, debattiert, reflektiert, gestritten,

geweint, gesungen, gelacht und

getanzt. Teenager und Erwachsene – jüdische

und palästinensische Israelis, ungarn

und Österreicher. Eine Begegnung

mit der eigenen und der fremden Biographie,

Kultur, Religion und Geschichte.

Eine Suche nach den eigenen und des Anderen

Wurzeln, nach Grenzen und nach

Berührung. Am Ginkgo Baum wird eine

neue Art des Zusammenlebens möglich,

hoffnung auf eine neue Realität.

peacecamp – ein Projekt

von evelyn Böhmer-laufer

www.peacecamp.net

4

Schalom oktober/November 2011


Shalom Gilad!

Militärbasis Tel nof

18. oktober 2011, 13.10 uhr

Israel tauscht insgesamt 1.027 palästinensische Gefangene gegen einen israelischen Soldaten, der von der hamas aus Israel entführt

und 1.941 Tage in strenger Isolation gehalten wurde. Mehr als 300 von ihnen wurden zu mehreren lebenslangen Freiheitsstrafen

verurteilt. Sie sind für Terroranschläge verantwortlich, bei denen israelische Zivilisten ums Leben kamen und so manche

werden möglicherweise ihren rücksichtslosen Kampf gegen die Zivilbevölkerung Israels wiederaufnehmen. Die hamas kann sich

zudem darin ermutigt fühlen, in Zukunft erneut israelische Soldaten zu entführen und als Tauschware zu benutzen. Ein tief in der

religiösen und kulturellen Tradition des Judentums verankertes Gebot, “Pikuach Nefesh”, die Verpflichtung zur Rettung von Leben,

ist jedoch eines der höchsten Prinzipien jüdischer Ethik, das über allen religiösen Gesetzen und Vorschriften steht.

„Die Mission, Gilad Shalit nach Hause zu bringen, war mit einer schweren, einer sehr schweren Entscheidung verbunden. Vor meinen

Augen stand die Notwendigkeit, jemanden nach Hause zu holen, den der Staat Israel auf das Schlachtfeld geschickt hatte. […] Als

Staatsoberhaupt, das Tag für Tag Soldaten hinausschickt, um die Bürger Israels zu beschützen, glaube ich, dass die gegenseitige Verpflichtung

füreinander nicht nur ein Slogan ist – sie ist einer der Grundpfeiler unserer Existenz hier. Doch ich hatte auch noch eine

zweite Notwendigkeit vor Augen, die Notwendigkeit, so weit wie möglich die Gefahr für die Sicherheit der Bürger Israels einzuschränken.

Und dafür habe ich zwei klare Forderungen ausgesprochen. Die erste: Dass die Führungsriege der Hamas [..] im Gefängnis bleibt.

Und die zweite: dass die große Mehrheit der Freigelassenen ausgewiesen werden oder zumindest nicht in Judäa und Samaria bleiben

können […]. Ich weiß sehr gut, dass der Schmerz der Familien der Terroropfer unerträglich ist. Es ist schwer zu sehen, wie die Schurken,

die ihre Lieben ermordet haben, freigelassen werden, bevor sie ihre ganze Strafe abgesessen haben. Doch ich wusste, dass unter den

gegenwärtigen politischen Umständen dies das beste Abkommen ist, dass wir erzielen können […]. Ich habe an Gilad gedacht und

daran, dass er sich bereits seit fünf Jahren in der Isolationshaft der Hamas befindet. Ich wollte nicht, dass er dasselbe Schicksal erleidet

wie Ron Arad. […] Und heute, jetzt, ist Gilad nach Hause gekehrt, zu seiner Familie, seinem Volk und seinem Staat. Dies ist ein sehr

emotionaler Moment. Vor kurzer Zeit habe ich ihn umarmt, als er das Flugzeug verließ und ihn zu seinen Eltern Aviva und Noam gebracht

und gesagt: Ich habe euren Sohn nach Hause gebracht. […] Ich möchte klarstellen: Wir werden weiter den Terror bekämpfen. […]

Israel ist anders als seine Feinde. Hier wird nicht die Freilassung von Mördern gefeiert […]. Im Gegenteil, wir glauben an die Heiligkeit

des Lebens, wir heiligen das Leben. Dies ist eine alte Tradition unseres Volkes, des jüdisches Volkes."

Aus der Ansprache von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu

Schalom oktober/November 2011

5


Politik

©Anna Rauchenberger

„KooPeraTIonen

WeITer STärKen“

BM Töchterle mit Wissenschaftsminister daniel hershkovits

An der Tel Aviv university, die 1956

gegründet wurde und neun Fakultäten

umfasst, traf Wissenschaftsminister

Töchterle während seines

Israelaufenthalts im Juni mit Präsident

Prof. Joseph Klafter und mehreren

Professoren zusammen, die

in Projekten gemeinsam mit österreichischen

Partnern forschen.

Partneruniversität der Tel Aviv university

ist die Wirtschaftsuniversität

Wien, an der derzeit zehn Israeli

studieren. Im 7. Eu-Forschungsrahmenprogramm

gibt es Kooperationen

u.a. mit der universität Graz,

der Technischen universität Graz,

der universität Wien, der Technischen

universität Wien, der universität

für Bodenkultur, der universität

Linz, der Österreichischen Akademie

der Wissenschaften und dem

Zentrum für Wohlfahrtspolitik und

Sozialforschung.

6

BM Töchterle über den ausbau der

wissenschaftlichen Kooperationen

zwischen Österreich und Israel und

was sich Österreich von Israel noch

abschauen kann.

InTerVIeW Von danI KaPP

Herr Bundesminister, mit Daniel Schechtman feierte Israel unlängst wieder einmal

einen wissenschaftlichen Nobelpreisträger. Wir in Österreich erinnern uns so gerade

noch an Konrad Lorenz und Karl von Frisch - beide von 1973. Was läuft besser in

Israel?

Vermutlich gelingt es Israel schlicht besser, sich auf die eigenen Stärken zu

konzentrieren und die vorhandenen Potenziale besser zu nutzen. Das hängt

auch stark mit dem Bewusstsein für den hohen Stellenwert von Wissenschaft

und Forschung zusammen - und dieses Bewusstsein ist in Israel zweifellos

stärker ausgeprägt als in Österreich. Eine große Rolle spielen natürlich auch

die finanziellen Rahmenbedingungen. Da hinkt Österreich, gerade was die

Schalom oktober/November 2011


privaten Mittel betrifft, hinten her.

Dennoch möchte ich auch ganz klar

sagen: Wir haben in Österreich Stärkefelder,

wo wir international im

Spitzenfeld liegen oder gar federführend

sind - etwa in der Astround

Teilchenphysik oder der Demografie.

Und auch heuer sind rund

um die Vergabe der Nobelpreise die

Namen heimischer Wissenschaftler

gefallen.

In Österreich wird der unbeschränkte Zugang

zu Hochschulen als Errungenschaft

gefeiert - in Israel undenkbar. Dort bestimmen

die Matura-Noten und Aufnahmetests

die Grenzen des Zugangs

zur jeweiligen Studienrichtung. Auch

Studiengebühren von rund 2.000 Euro

im Jahr sind selbstverständlich. Was

denkt sich da ein österreichischer Wissenschaftsminister?

Ich fühle mich einmal mehr in meinen

Forderungen nach Zugangsregelungen

und Studienbeiträgen bestätigt.

Gerade auch in Israel zeigt

sich, dass beide Instrumentarien helfen,

die Qualität für Studierende und

Lehrende zu erhöhen. Wir messen

uns gerne mit den besten Unis der

Welt - und sind nicht bereit, unseren

Unis die notwendigen Werkzeuge

zur Verfügung zu stellen. Das ist

nicht nachvollziehbar, auch in Israel

habe ich bei meinem Besuch nur ungläubiges

Kopfschütteln geerntet.

Niemand konnte an den israelischen

Unis verstehen, wie ein System qualitätsvoll

funktionieren soll, das eine

unbegrenzte Menge an Studierenden

gratis aufnehmen muss.

wir uns gerade von Israel einiges

abschauen. Ich denke da besonders

an das Weizmann Institute of Science,

das absolut vorbildhaft agiert und

seit Bestehen des Instituts rund

1.400 Patente angemeldet hat.

In Israel gibt es mit Daniel Hershkovitz

einen Wissenschafts- und Technologieminister

und damit die Bündelung der

relevanten Kompetenzen in einer Hand.

Eine gute Idee oder kommen da weniger

anwendungsorientierte oder geisteswissenschaftliche

Bereiche unter die Räder?

Beide Überlegungen haben etwas für

sich. Grundsätzlich gilt aber jedenfalls,

dass wir Grundlagenforschung

und angewandte Forschung nicht

als zwei völlig getrennte Gebiete betrachten

dürfen. Es gibt einen fließenden

Übergang zwischen beiden

Bereichen.

Im Jahr 1994 wurde ein Abkommen über

wissenschaftliche und technische Zusammenarbeit

zwischen Österreich und Israel

geschlossen, das Ende der 1990ger Jahre

dann ausgelaufen ist. Gibt es Pläne, dieses

Abkommen wieder zu beleben?

Dieses Abkommen war Thema bei

meinen bilateralen Gesprächen, die

ich im Rahmen meiner Israel-Reise

geführt habe, und es ist jedenfalls im

Interesse Österreichs, dieses Abkommen

wieder mit Leben zu erfüllen.

Davon würden Wissenschaftler und

Forscher beider Länder profitieren.

Israels Universitäten und Forschungseinrichtungen

bieten wertvolle

Anknüpfungspunkte, das gilt

aber auch genauso umgekehrt. Es

gibt auch bereits bestehende Kooperationen,

Einrichtungen beider Länder

arbeiten auch im Rahmen von

EU-Kooperationen zusammen. Diese

bestehenden Kooperationen gilt es

noch weiter zu stärken. Wir können

uns einiges von Israel abschauen -

und haben das etwa mit der Gründung

des IST Austria in Klosterneuburg,

an der Haim Harari wesentlich

mitgewirkt hat, gemacht.

Zum Schluss eine Frage an den Altphilologen:

sind drei Tage Israel genug?

Nein. Umso dankbarer bin ich, dass

ich dieses faszinierende, facettenreiche

Land bereits vor einigenJahren

im Rahmen einer privaten Reisegenauer

kennenlernen durfte.

Danke für das Gespräch!

Politk

Als Sie im Juni in Israel waren, gehörten

zu Ihrer Delegation nicht nur Vertreter

österreichischer Hochschulen,

sondern mit Gerhard Riemer auch ein

Vertreter der Industriellenvereinigung.

Ein Bekenntnis zum Ausbau der des Wissens-

und Technologietransfers auch in

Österreich?

Das ist jedenfalls ein Ziel von mir, Bemühungen

in diese Richtung laufen

bereits. Auf diesem Gebiet können

BM Töchterle besuchte in

Jerusalem auch Yad Vashem, die

'Gedenkstätte der Märtyrer und helden

des Staates Israel im holocaust', die

bedeutendste Gedenkstätte, die an

die nationalsozialistische

Judenvernichtung erinnert und sie

wissenschaftlich dokumentiert.

©Anna Rauchenberger

Schalom oktober/November 2011 7


Politk

PerPeTuuM

IMMoBIle

nahostperspektive

im herbst 2011

Von chaVa GurIon

Alle österreichischen Parlamentarier mit Ausnahme jener der ÖVP statteten die

österreichische Vertretung bei der UNO mit der Empfehlung aus, für den vor der

UN-Generalversammlung am 23. September gestellten Antrag des palästinensischen

Präsidenten auf Vollmitgliedschaft zu stimmen. Selbstverständlich darf man sie

dafür ahnungslos nennen – wenn man höflich bleiben will. Ahnungslose sind oft,

aber nicht immer gut beraten, sich einer „überwältigenden Mehrheit“ anzuschließen.

In diesem Fall jener der Staatengemeinschaft, die den Antrag mit aufbrandendem Jubel

unterstützte. Abgesehen davon, dass es in Österreich keinen schlanken Fuß macht, sich

um Verständnis für die Position Israels auch nur zu bemühen oder gar objektive Kriterien

einzubeziehen, ist Österreich offensichtlich auch „a too small country“ (© Ex-

VK Gorbach) um eigene, gar differenzierte Positionen zu komplexen Problemen der

Nahost-Thematik zu entwickeln. Grundsatztreu dem Mainstream folgen hat Tradition,

komme er nun von links oder rechts oder von dort, wo sich beide einig treffen.

uneSco Weltkulturerbe akko/Israel

das nahost-Quartett

Stunden, nachdem Präsident Abbas in

seiner emotionalen Rede am 23. September

den Antrag um Anerkennung

Palästinas als Staat und Vollmitglied

der uNo eingebracht hatte, legte das

internationale Nahost-Quartett, bestehend

aus uSA, uN, Russland und Eu,

noch am selben Tag eine Stellungnahme

vor, in der es Israel und die Palästinenser

aufforderte, die gegenseitigen

hindernisse auszuräumen und die stockenden

Friedensverhandlungen „ohne

Vorbedingungen“ binnen eines Monats

wieder aufzunehmen, um bis Ende 2012

ein endgültiges Friedensabkommen zu

erreichen.

Schon am nächsten Tag gab ein Vertreter

der PLo die Ablehnung dieser Stellungnahme

durch die palästinensische

Führung bekannt, weil sie „die palästinensische

Forderung, den israelischen

Siedlungsbau im Westjordanland und

Ostjerusalem einzustellen“, nicht berücksichtige,

„auf die palästinensischen

Bedingungen der Rückkehr zu Verhandlungen“

nicht eingehe und stattdessen

wieder „nur einen Zeitplan“ vorlege.

Selbst Linke in Israel kritisieren jedoch

scharf die beharrliche Weigerung der

palästinensischen Seite, sich ohne Vorbedingungen

an den Verhandlungen

zu beteiligen.

die breite Masse

Als breite österreichische Masse muss man gar nicht wissen, auf welchen

überwältigenden (nämlich muslimischen) Mehrheiten UN-Resolutionen zum

Nahost-Konflikt beruhen und dann – Überraschung! – zu Ungunsten Israels

formuliert wurden. Es genügt, „richtig“ darüber informiert zu werden, dass

das kleine, „böse“ Israel (unterstützt von den großen, „bösen“ USA) dort

ein selbsternanntes, armes und „wehrloses“ Volk, das dieselben territorialen

Ansprüche stellt, „unterdrückt“, weil es sich der Angriffe in all den von

übermächtigen arabischen Nachbarstaaten angezettelten Kriegen siegreich

erwehren konnte. Die breite Masse lebt zwar in ganz Europa heute noch innerhalb

nationaler Grenzen, die im 20. Jahrhundert. weitgehend von kriegerischen

Territorialgewinnen bzw. –Verlusten gezogen wurden, aber

gegenüber dem jüdischen Staat seien solche Analogien zu verdrängen. Die

breite österreichische Masse wird seit Jahren ausreichend wie einseitig

durch fragwürdige Veranstaltungen (wie auch jetzt „Remapping Palestine“

- Neubelegung Palästinas) und entsprechende Sticker auf öffentlichen Plätzen

stets termingerecht informiert. Wer dann noch nicht weiß, was die heurigen

Anerkennungsbemühungen sollen, erfährt, dass der Antrag von

Präsident Abbas vor den UN in den Palästinensergebieten wie in anderen

muslimischen Staaten als „palästinensischer Frühling“ gefeiert wurde –

wobei das Vorbild des „arabischen Frühlings“ einen Vorgeschmack auf die

unmittelbaren Auswirkungen geben sowie beschönigend als „ergebnisoffen“

bezeichnet werden kann - und immerhin auch Israelis und viele Juden weltweit

einen palästinensischen Staat befürworten. Stimmt. Welch einen palästinensischen

Staat und aus welchen Gründen die einen oder die anderen

haben wollen, ist allerdings genau das Konfliktpotential, das durch eine symbolische

Anerkennung nicht gelöst, sondern noch verschärft wird.

Knackpunkt Siedlungsbau

Auch wenn man das Vorgehen der derzeitigen israelischen Regierung nicht

gutheißt, sollte man wenigstens anerkennen, dass sie als erste einen nationalen

Konsens über eine Zweistaatenlösung erreichte und einem Siedlungsmoratorium

zustimmte, das allerdings Präsident Abbas für Verhandlungen

ungenützt verstreichen ließ. Man kann in der israelischen Linken für einen

Siedlungsstopp in den palästinensischen Gebieten und Ostjerusalem eintreten,

auch ohne es gleich so weit treiben zu müssen wie etwa die selbsternannte

„Galionsfigur“ der israelischen Protestbewegung, Uri Avnery, der

mit seinen strammen Anhängern die sozialen Proteste wegen der hohen

Lebenshaltungskosten und der Wohnungspreise mit dieser Thematik zu

usurpieren versuchte. Würde auf die palästinensischen Forderungen so

weit eingegangen, dass alle israelischen Siedlungen geräumt, umgesiedelt

8

Schalom oktober/November 2011


und auch noch Lebensräume für

„rückkehrende“ palästinensische

Flüchtlinge nach Israel – und das in

den „Grenzen“ vom 4. Juni 1967 -

geschaffen werden müssten, würden

die Wohnungen in Israel sicher

nicht billiger und die sozialen Proteste

fänden kein Ende. Wo reine

Ideologie obsiegt, sind aber Logik

und Machbarkeit meist fern.

Knackpunkt „Grenzen“

von 1967

Zur Verdeutlichung der Rede von

Präsident Abbas vor den UN stützte

sich das palästinensische Antragsschreiben

auf zwei Dokumente: die

Resolution 181 (II) der UN-Generalversammlung

vom 29. November

1947 (Teilungsplan) und die Unabhängigkeitserklärung

des Staates Palästina

vom 15. November 1988. Eine

eher unglückliche Wahl, da von beiden

kein Bezug auf die „Grüne Linie“

von 1967 herzustellen ist, die Präsident

Abbas im beigefügten Schreiben

zum Antrag allerdings deutlich reklamierte:

„[…] the vast majority of

the international community has stood

in support of our inalienable rights as a

people, including to statehood, by according

bilateral recognition to the State of

Palestine on the basis of the 4 June 1967

borders, with East Jerusalem as its capital.“

Das Schreiben erwähnt also die

internationale Sichtweise, unterlässt

aber wohlweislich Festlegungen, wie

die Palästinenser selbst ihre Grenzen

sehen. Der Teilungsplan 1947 zuerkannte

einem arabischen Staat fast

ganz Galiläa und auch Beersheba,

nahm aber Jerusalem als Ganzes aus.

Die Unabhängigkeitserklärung 1988

spricht nur von einem Staat „auf unserem

Territorium“, legt dafür aber die

Beschaffenheit dieses Staates fest:

„The State of Palestine is an Arab state,

an integral and indivisible part of the

Arab nation.“ Mit diesen palästinensischen

Ankündigungen erscheinen

Fragen wie etwa zur hartnäckigen

Ablehnung der Anerkennung Israel

als Staat des jüdischen Volkes rührend.

Darüber hinaus wird damit die

herkömmliche Sichtweise infrage gestellt,

dass die Palästinenser alle territorialen

Ansprüche auf das exakte

Gebiet vor 1967 aufgegeben hätten.

Dadurch werden auch sämtliche vorherigen

Friedensabkommen verletzt,

die solche Forderungen zum Thema

der Verhandlungen und nicht als deren

Vorbedingungen festlegten.

Knackpunkt rückkehrrecht

der flüchtlinge

Obwohl die Palästinenser angedeutet

haben, dass sie in der Realität von

Israel nicht erwarten würden, an die

5 Mio. arabische Flüchtlinge zu absorbieren,

inkludieren ihre Forderungen

neben der Eigenstaatlichkeit

auch die prinzipielle Anerkennung

der UN-Resolution 194 seitens Israel

als Vorbedingung für weitere Verhandlungen,

in der empfohlen wird,

„the refugees wishing to return to their

homes and live at peace with their neighbors

should be permitted to do so at the

earliest practicable date.“

ablehnungen als Prinzip

Mit den mit dem Ansuchen um staatliche

Anerkennung verbundenen

Vorbedingungen und Forderungen

werden zukünftige Friedensverhandlungen

immens belastet. Die

von Präsident Abbas angesprochenen

Streitpunkte „Jerusalem, palästinensische

Flüchtlinge, Siedlungen, Grenzen,

Sicherheit und Wasser“ werden nur

auf dem Verhandlungsweg bereinigt

werden können, der nun noch viel

schwieriger geworden ist. Darüber

hinaus wird der öffentlichen Wahrnehmung

durch Propaganda erfolgreich

entzogen, dass die Palästinenser

den geforderten Staat längst haben

könnten: Es war die arabische Seite,

die den für sie mehr als großzügigen

Teilungsplan von 1947 ablehnte – im

Gegensatz zur jüdischen Seite. Und

es war die palästinensische Seite,

die sämtliche israelische, sehr weit

gehende Angebote wie in Camp David

2000, im Clinton-Plan von 2001

und im Vorschlag von Ehud Olmert

2008 kategorisch ablehnte. Der von

Charles Krauthammer in der Washington

Post gezogene Schluss, die

Palästinenser wollten „Land ohne Frieden“,

wären nur an vorläufigen Abmachungen

interessiert und scheuten

vor der Endgültigkeit eines Friedensvertrages

mit Israel zurück, weil

damit die Anerkennung des jüdischen

Staates „auf muslimischem Boden“

verbunden wäre, ist daher nahe

liegend. Schon der Große Prophet

fühlte sich an die Einhaltung von

Friedensverträgen auf Zeit nicht gebunden

und kündigte sie weit vor

deren Ablauf.

uneSco als nebenfront

Da sich abzeichnet, dass das palästinensische

Ansuchen im UN-Sicherheitsrat

am angekündigten Veto der

USA scheitern wird, penetrierte Präsident

Abbas damit die Weltöffentlichkeit

wie das gesamte UN-System

und brachte auch die Bewerbung

als Vollmitglied der UNESCO ein.

Das Leitungsgremium der UNESCO

hat mit 40:4 Gegenstimmen (USA,

Deutschland, Lettland und Rumänien)

bei 14 Stimmenthaltungen den

193 UN-Mitgliedsstaaten erlaubt,

bei der Generalversammlung der

UNESCO im Oktober-November dafür

zu stimmen. US-Außenministerin

Hillary Clinton warnte, es sei „unfassbar“,

dass die UNESCO-Führung eine

Vollmitgliedschaft empfehle, während

im UN-Sicherheitsrat noch über

das einseitige Ansuchen beraten

werde. Die Entscheidung über den

Status müsse in den UN fallen und

nicht in einem untergeordneten Gremium.

Weiters drohte sie, die USA

könnten der UNESCO die Fördermittel

entziehen, die 22% ihres Gesamtbudgets

ausmachen, wenn sie mit

ihrer Empfehlung der Anerkennung

als Vollmitglied weiter schreitet. Die

Aufgabe der UNESCO ist, friedensbildende

Maßnahmen, Bekämpfung

der Armut, nachhaltige Entwicklung

und interkulturellen Dialog durch

Bildung, Wissenschaft, Kultur und

Kommunikation zu fördern. Die Aktionen

der Palästinensischen Autonomie

waren aber über die Jahre

alles andere als friedlich gegenüber

kulturellen, historischen und religiösen

Stätten. So ergab eine Umfrage

unter 1.010 Palästinensern in Gaza

und der Westbank im Juni und Juli

2011, dass 72% es für „richtig“ halten

zu leugnen, dass Juden in Jerusalem

eine über 3000 Jahre alte Geschichte

haben. Ebenso halten 53% der Palästinenser

es für „richtig“, in palästinensischen

Schulen Lieder und

Sprechchöre zu lehren, die Hass auf

die Juden beinhalten.

Unter solchen Voraussetzungen ist

ein Staat, der auch nur symbolische

Anerkennung seiner Staatlichkeit

durch die Weltgemeinschaft verdiente,

nicht zu schaffen. Der Schritt

der Palästinenser zu den Vereinten

Nationen ist daher auch schwer anders

zu verstehen als eine Kampagne

zur Delegitimierung Israels, da es

maßgeblichen Teilen der palästinensischen

Nationalbewegung zu offensichtlich

um etwas anderes geht als

um einen Staat an der Seite Israels.•

Politk

Schalom oktober/November 2011 9


Peace in

progress

coffee

chat

@ Julius Schorzman

arabisch-Israelisches

Gründerzentrum auf erfolgskurs

Bei der Gründung 2002 gab es viele, die erklärten, dass ein israelisches

Hightech-Gründerzentrum, gegründet von jüdischen und arabischen Unternehmern

zur Förderung von Geschäftsideen arabisch-israelischer Wissenschaftler

niemals funktionieren würde.

Heute, fast 10 Jahre später, ist das Gründerzentrum „New Generation Technology“

(NGT) in Nazareth nicht nur immer noch da, sondern es blüht,

mit 20 Startups in verschiedenen Entwicklungsstufen. „Es ist uns gelungen,

arabischen Unternehmern eine Plattform zu bieten, auf der sie ihre Ideen in ein

Geschäft umwandeln können. Außerdem war uns wichtig, im israelisch-arabischen

Sektor bekannt zu machen, dass so eine Möglichkeit überhaupt existiert. Ich denke,

das ist unser größter Erfolg“, erklärt Nizar Mishael, seit 2006 Leiter der Finanzen

bei NGT.

Wo trifft man sich am liebsten, um mit

guten Freunden wichtige Ereignisse zu

besprechen oder um neue Freunde

kennenzulernen? Im Kaffeehaus! Dieses

ist als Treffpunkt von Menschen

unterschiedlichster Kulturen und Interessen

geradezu prädestiniert für das

Projekt „Coffee Chat“.

Seit 27.09. haben Sie die Möglichkeit,

sich in einem ausgewählten Kaffeehaus

in Wien mit Gleichgesinnten in

einem Kaffeehaus in Israel online zu

„treffen“ und sich per Videoübertragung

zu unterhalten. Diese Initiative

soll das Interesse der beiden Länder

wecken und die Beziehung zwischen

Österreich und Israel fördern.

Der Coffee Chat ist während der Öffnungszeiten

der jeweiligen Kaffeehäuser

frei benützbar. Die teilnehmenden

Kaffeehäuser in Wien:

03.11. - 30.11.2011 | café Markusplatz:

Tuchlauben 16, 1010 Wien

01.12. - 31.12.2011 | café Korb:

Brandstätte 7-9, 1010 Wien

01.01. - 31.01.2012 | noch offen

01.02. - 28.02.2012 | café Sargfabrik

Goldschlagstraße 169, 1140 Wien

01.03. - 31.03.2012 | café Weimar

Währinger Straße 68, 1090 Wien

01.04. - 30.04.2012 | café residenz

Schlossstraße 52, Schönbrunn, 1130 Wien

01.05. - 31.05.2012 | Meierei Volksgarten

Im Volksgarten, 1010 Wien

01.06. - 30.06.2012 | café diglas

Wollzeile 10, 1010 Wien

01.07. bis 31.07.2012 | Tel aviv Beach

Donaukanal u2 Schottenring/hermineng.

Shimon Peres

als Gast bei

einer nGT-

Konferenz

Ursprünglich von fünf leitenden israelisch-arabischen Geschäftsleuten und

dem israelisch-amerikanischen Investor Davidi Gilo gegründet, wird NGT

unter seinem langjährigen Geschäftsführer Nasri Said weiterhin aus privaten

und öffentlichen Geldern mischfinanziert.

Unter anderem erhält das Zentrum ein jährliches Budget aus dem Büro des

Leiters der wissenschaftlichen Abteilung im Ministerium für Industrie, Handel

und Arbeit. NGT ist das einzige arabisch- jüdische Gründerzentrum seiner

Art. Angesiedelt ist es in einem Gebäude am Rande des Industriegebietes

von Nazareth.

Einundzwanzig Firmengründungen hat NGT unterstützt, 10 davon stehen

heute auf eigenen Füßen. „Die meisten unserer Firmen hängen mit Medizintechnik

oder biomedizinischen Produkten zusammen“, so Mishael. „Und das ist

kein Zufall. Der arabische Sektor in Israel ist dafür bekannt, dass er auf diesen Gebieten

ein riesiges Potential hat.“

So etwa die Firma „Fluorinex Active“ (http://www. fluorinex.co.il), die ein

Produkt entwickelt hat, das Zähne weißer macht. Zwei Patente hält die

heute sehr erfolgreiche Firma des Chemikers Kamal Khwald, der ursprünglich

aus einem Dorf in der Nähe von Nazareth stammt.

In der Krebsforschung ist dagegen die erst 2009 gegründete Firma „Metallo

Therapy“ (www.metallo-therapy. com) von Dr. Amal Ayoub aktiv. Sie hat eine

Therapie entwickelt, bei der Krebszellen vor der regulären Strahlentherapie

mit Atompartikeln bestrahlt werden.


10

Schalom oktober/November 2011


dream doctors

Peace in progress

universität von haifa weltweit erste universität mit

akademischem Programm für medizinische clowns

Im September 2002 starteten drei

„Clown Doktoren“ mit ihrer „ersten

Vorstellung“ bei erkrankten Kindern

im Krankenhaus Hadassah Ein-Kerem,

in Jerusalem. Die Idee, ein Projekt mit

diesen außergewöhnlichen „Ärzten“

auch in Israel zu gründen, entstand

unter dem Einfluss der Theodora-Stiftung,

die in der Schweiz und anderen

europäischen Ländern ähnliche Unternehmungen

fördert.

Heute arbeiten 70 professionelle

Clowns in über 16 Krankenhäusern

im ganzen Land. In diesem Spannungsfeld

haben die Dream Doctors

eine einzigartige Aufgabe: Sie stellen

Brücken zwischen kulturellen und

religiösen Anschauungen her und

bilden so eine Basis des Vertrauens.

Sie übernehmen damit auch eine

humanitäre Verantwortung - jenseits

aller Konflikte.

Nunmehr wollen die „Clown Doctoren“

in Israel ihre erfolgreichen

Aktivitäten ausbauen. Im Barzilai-

Krankenhaus wollen die Verantwortlichen

mehr medizinisch-ausgebildete

Clowns einsetzen, da hier viele

palästinensische Patienten liegen, deren

Eltern und Angehörige sich im

alltäglichen Leben oft mit den Israelis

als unversöhnliche Gegner gegenüberstehen.

Hass und Gewalt prägen

das politische Leben in dieser Konfliktzone

und der Frieden ist brüchig.

Es gilt, weiteres Material in arabischer

Sprache zu drucken sowie mit

den Eltern in Kontakt zu treten, damit

sie die Arbeit der medizinischen

Clowns verstehen. Hier lachen und

weinen Kinder aller Religionen nebeneinander.

Chemotherapeutische

Behandlungen, schwerste Verletzungen

aus Kampfhandlungen hinterlassen

große Schmerzen bei diesen

kleinen Patienten, doch mit den

„Lach-Doktoren“ wird es erträglicher.

Diesen Ärzten kommt die einzigartige

Aufgabe zu, zwischen Kulturen,

Religionen, Herkunft und Nationalität

zu vermitteln. Durch ihr

herausragendes, kommunikatives

Können schaffen sie es, Grenzen miteinander

zu verbinden, Ängste zu

schwächen, ein gemeinsames Lächeln

aufzubringen und ein Vertrauen

in das Ärzteteam und die

Behandlungen aufzubauen. Oftmals

ist es nicht möglich, Kindern eben

diese Behandlung ohne einen Dream

Doctor zu geben, der die Rolle des

Vermittlers zwischen Menschen übernimmt,

die sich hinter einer Maske

und einem weißen Kittel befinden.

Das Projekt der Dream Doctors wurde

durch die Förderung der Magi

Stiftung (eingetragener Verein in Israel)

ins Leben gerufen. An der Spitze

des Vorstands der Magi-Foundation

stand damals Jakov Shriqui, der seit

30 Jahren für die Jewish Agency und

die Keren Hayessod arbeitet und sich

auf die Leitung gesellschaftlicher

Projekte im Bereich der Bildung und

der Wohlfahrt spezialisiert hat. Inzwischen

leitet sein Sohn, Daniel

Shriqui, der Stiftung.

Die Stiftung übernimmt in hohem

Maße die Verantwortung zur Unterstützung

der Arbeit und der Ausbildung

der Dream Doctors. Es sind

Schauspieler, Künstler, die eine medizinisch-akademische

Ausbildung

erhalten, um fundiert helfen zu können.

www.dreamdoctors.org.il/en/

200 medizinische Clowns aus Nordamerika,

Australien, Portugal, Dänemark,

Deutschland, den Niederlanden,

der Schweiz und Frankreich trafen sich

im oktober bei einem Kongress für

clowntherapie im Ma’aleh hachamisha

Kibbutz Tagungszentrum bei Jerusalem.

Die Magi-Stiftung, finanziert seit 2004

die „Traum-Ärzte“. Das Projekt will

durch Forschung die „Clowning Therapie“

entwickeln und in die professionelle

Medizin integrieren. Dazu entstand

an der universität haifa ein Bachelor-

und Master-Studiengang in

Clowning Therapy.

Schalom oktober/November 2011 11


Peace in progress

Bildungsrevolution in ostjerusalem

Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat

hat in Zusammenarbeit mit Israels

Gesundheitsministerium ein Maßnahmenpaket

auf den Weg gebracht,

um die sozioökonomischen Bedingungen

in arabischen Vierteln Ostjerusalems

zu verbessern. Ende September

wurde in Silwan ein neues

Kinderbetreuungszentrum eröffnet.

Silwan ist eine bevölkerungsreiche

Wohngegend in Ostjerusalem. Die

Kindertagesstätte ist kostenlos.

Barkat selbst sagte im Blick auf die

Maßnahmen: „Wir sind dazu verpflichtet,

in Ostjerusalem zu investieren und

die Kluft zu verringern, die das Ergebnis

jahrelanger Vernachlässigung ist. Wir

können keine Situation beibehalten, in

der Jerusalemer Schüler keine Klassenräume,

Straßen oder grundlegende Infrastruktur

haben. Diese Investitionen

werden zu einer Erhöhung der Lebensqualität

der Bewohner führen.“

60 Mio. Euro wurden für den Bau

von insgesamt 300 neuen Klassenräumen

mit moderner Computerausrüstung

veranschlagt. Mit dem

Bau neuer Schulen mit rund 200

Klassenräumen wurde bereits nach

Barkats Amtsübernahme im Dezember

2008 begonnen. Rund 5.000 Kinder

aus Ostjerusalem besuchen Sommercamps,

organisiert von den Gemeinderäten

der Stadt. Etwa 150.000

Euro sollen jährlich in die Förderung

von Schülern mit herausragenden

Leistungen, die Bildung von Mädchen

und in Maßnahmen zur Minderung

von Gewalt investiert werden.

Mehr Geld für Gemeinderäte

Ein weiterer Bestandteil der Initiative

ist die Ausweitung der Budgets

der Gemeinderäte von Silwan und

Zur Baher in Ostjerusalem. Das Projekt

sieht ein neues Gemeindezentrum,

Kindergärten und Vorschulen,

Säuglingskrippen sowie ein Kulturund

ein Sportzentrum vor.

100 Mio. Euro gehen in den Bau neuer

Straßen und Fußwege in Ostjerusalem.

Zusätzlich bietet Jerusalems

neues Straßenbahnnetz günstigen

und bequemen Transport zwischen

der Altstadt und mehreren Wohngegenden

Ostjerusalems.

nachweis von landbesitz

Die Initiative sieht zudem eine Neustrukturierung

der Ostjerusalemer

Viertel vor, die einen „neuen legalen

Mechanismus“ einschließt, dessen

Ziel es ist, „arabische Anwohner

beim Nachweis von Landbesitz zu

unterstützen“, wie es in einer Presseerklärung

der Stadtverwaltung

heißt. Weitere Schritte sind die Benennung

bisher namenloser Straßen

in Ostjerusalem in Zusammenarbeit

mit Anwohnern sowie die Eröffnung

von Postämtern in A-Tour,

Ras el-Amud, Issawiya und Beit

Hanina.

umfragen

In einer im November 2010 vom

„Palestinian Center for Public Opinion“

durchgeführten Umfrage konnten

die Einwohner Ostjerusalems angeben,

ob sie nach der Gründung

eines palästinensischen Staates lieber

im palästinensischen oder im israelischen

Staat leben würden. Nur

30 Prozent entschieden sich für Palästina.

Als Hauptgründe wurden

die israelische Krankenversicherung

und der Arbeitsmarkt genannt.

Eine weitere Umfrage des „Palestinian

Center for Public Opinion“, die

im Sommer 2011 vom Israel Project

in Auftrag gegeben wurde, stellte

fest, dass Arbeitsplätze und Lebensqualität

die wichtigsten Themen für

Palästinenser im Westjordanland

und im Gazastreifen sind. 83 Prozent

der über 1.000 befragten gaben

an, Arbeitsplätze hätten für sie

oberste Priorität. 4 Prozent hielten

die Kampagne zur Anerkennung

als Vollmitglied bei den Vereinten

Nationen für am wichtigsten. •

Gemeinsame ärztekonferenz für Israelis und Palästinenser

Hundert israelische und palästinensische Ärzte haben im „Peres Peace Center“

in Jaffa an der ersten gemeinsamen Ärztekonferenz dieser Größenordnung

zum Thema Augenheilkunde teilgenommen.

Die Konferenz, die von der „Israeli Research Association for Eye Health and

Blindness Prevention“ (Lirot) organisiert wurde, zielte vorrangig darauf, die

Beziehungen zwischen den Medizinern zu vertiefen und neue Forschungsprojekte

anzuregen.

Die Zivilverwaltung der israelischen Armee im Westjordanland hat die

Konferenz unterstützt. Dalia Bassa, Leiterin der Gesundheitsabteilung

der Zivilverwaltung, erklärte bei der Konferenz, dass die Zusammenarbeit

in Gesundheitsfragen und die Kooperation beider Seiten sehr wichtig

sei. „Wissenschaft und Technologie entwickeln sich ständig weiter und verändern

somit die Methoden der Behandlung. Gesundheitsexperten brauchen

diese Art des Forums, um ständig mit den neuen Entwicklungen und Ideen Schritt

halten zu können“, sagte Bassa.

Die Zivilverwaltung hat zuvor bereits ähnliche Konferenzen organisiert,

unter anderem im Augusta Victoria Krankenhaus in Ostjerusalem zum

Thema Krebs.

Das Video zur Konferenz finden Sie unter

http://www.youtube.com/watch?v=eya74DjTOwo&feature=player_embedded#%21

12

Schalom oktober/November 2011


Wirtschaft

Wunsch nach

ausbau

daniel Kapp sprach mit

dr. Veit Sorger, Präsident

der Industriellenvereinigung,

über die ausdehnung der

Geschäftsbeziehungen

zwischen Österreich

und Israel

dr. Veit Sorger,

Sehr geehrter Herr Präsident, noch ist

Israel nicht unter den Top-10 Handelspartnern

Österreichs. Sie reisen Anfang

November nach Tel Aviv um das zu ändern?

Das stimmt, die Geschäftsbeziehungen

zwischen Israel und Österreich

sind nicht so intensiv, wie sie sein

könnten. Wir wünschen uns einen

Ausbau. Primärer Zweck der Reise

ist es aber zu sehen, wie Israel Forschungsergebnisse

in die Wirtschaft

umsetzt. Israel hat einen bemerkenswerten

Schwerpunkt auf Forschung

und Innovation gesetzt. Die Forschungsquote

Israels liegt bei 4,7%

und ist die höchste unter allen

OECD Ländern, d.h. kein Land hat

so kompromisslos auf Forschung

und Innovation gesetzt, wie Israel.

Hier ist Israel sehr erfolgreich und

ein Vorbild für Österreich.

Wo sehen Sie Potentiale?

Beide Staaten sind Hochtechnologieländer

und könnten natürlich in

diesen Bereichen, insbesondere beim Wissens- und Know-how-Transfer, enger

zusammenarbeiten.

Mitunter hat man den Eindruck Israel bestreitet die entsprechenden Nobelpreise im

Alleingang. Wie steht die IV zu verstärktem wissenschaftlichem Austausch?

Israel und Österreich können viel voneinander profitieren. Wir haben in

vielen Bereichen komplementäre Schwerpunkte. So ist Israel zum Beispiel in

den Bereichen Sicherheit und IT sehr stark, Österreich dagegen bei Materialwissenschaften

und Mechatronik. Hier können beide Seiten für sich einen

Mehrwert entwickeln. Das israelische Forschungs- und Innovationssystem

ist mittlerweile in Österreich durchaus gut bekannt, eine herausragende Stellung

hat sicherlich Prof. Harari, der nicht nur maßgeblich am Aufbau des

IST Austria mitwirkt, sondern auch dazu beigetragen hat, dass Israel stark

im Fokus der österreichischen Forschungs- und Innovationspolitik steht.

Seit geraumer Zeit lernt man viel voneinander, dieses gegenseitige Verständnis

und Vertrauen ist eine notwendige Grundvoraussetzung für verstärkte

Kooperationen im Wissenschaftsbereich.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Ist das ihre erste Reise nach Israel und

wenn ja, hat man ihnen schon gesagt, wo man den besten Humus bekommt?

Ich bin regelmäßig seit vielen Jahren immer wieder in Israel, insbesondere

da das Unternehmen Mondi – dem ich viele Jahre als CEO vorstand und nunmehr

als Chairman von Mondi Europe verbunden bin – Anteile an der Papierfabrik

Hadera besitzt. Ich kenne die kulturelle und kulinarische Vielfalt

des Landes sehr gut und weiß auch, dass es vielerorts guten Humus gibt.

Aber ich habe auch gelernt, dass jeder Israeli überzeugt ist, selbst den besten

Humus-Laden in ganz Israel zu kennen.

Schalom oktober/November 2011

13


Wirtschaft

unter

Palmen

zwei kika einrichtungshäuser eröffneten im Großraum Tel aviv

Die kika Möbelhandelsgesellschaft baute ihre internationale Filialkette durch

die Franchise-Vertriebsschiene weiter aus. Für kika bedeutet die strategische

Partnerschaft mit einem israelischen Investor neben Saudi Arabien und Russland

bereits den dritten Franchise-Partner in der Unternehmensgeschichte.

Der israelische Franchisepartner bringt langjährige Erfahrung und exzellente

Marktkenntnisse in das Franchisegeschäft mit. „Israel weist eine junge Bevölkerungsstruktur

auf, die Konsumenten sind aufgeschlossen und international orientiert.

Aufgrund unseres breit gefächerten Angebots sehen wir hier ein großes

Marktpotential“, ist Paul Koch, Juniorchef und Geschäftsführer, überzeugt.

In den kommenden Jahren wird das Filialnetz in Israel kontinuierlich erweitert

werden.

http://world.waze.com

Tel aVIVer BÖrSe Von

raTInGaGenTur aufGeWerTeT

Die internationale Ratingagentur "Thomas

Murray" hat die Tel Aviver Börse

(TASE) um eine Note angehoben. Damit

bescheinigt sie dem israelischen Institut

ein "insgesamt geringes Risiko" und eine

gute Bonität.

Thomas Murray bewertet weltweit 130

Börsen und andere Finanzdienstleister.

Die Agentur stufte die Börse Tel Aviv von

der Note A auf A+ hoch. hinzu kommt

eine Prognose der Beständigkeit, so dass

sich die Einstufung in der nahen Zukunft

nicht wieder verschlechtern dürfte, heißt

es in einer Mitteilung der israelischen

Börse. Die Ratingagentur leitet ihre Bewertung

aus sechs Faktoren ab und bewertet

die Fähigkeit eines Finanzdienstleisters,

die Nutzer seiner Angebote vor

verschiedenen Verlusten zu schützen. Die

in der Industrie übliche Skala reicht von C

bis AAA.

15. - 17. november 2011

http://www.watec-israel.com

Die WATEC Israel ist die größte umweltmesse

Israels und setzt auf die Schwerpunkte

Wasser- und Abwasserbehandlung,

Recycling, Abfallwirtschaft, ökologisches

Bauen sowie erneuerbare

Energie. Es werden rd. 20.000 Besucher

aus mehr als 95 Ländern erwartet.

navi mit netzwerk

Der chinesischen Großinvestor Li

Ka-shing investiert US$ 30 Mio. in

WAZE, ein kostenloses Handy-App,

das von mehr als 7 Mio. Menschen

genutzt wird. Überzeugt haben ihn

das rasante Wachstum und das Markenimage

der Firma, schreibt die Tageszeitung

‘Ha’aretz’.

Waze ist ein freies GPS-gestütztes

Navigationsprogramm und Verkehrsinformationssystem

für Smartphones,

entwickelt von Waze Mobile.

Zurzeit werden die Plattformen iOS,

Android, Windows Mobile, Symbian

und BlackBerry unterstützt.

Der große Unterschied zu traditionellen

GPS-Navigationsprogrammen

ist die Tatsache, dass Waze seine

Daten und Informationen von den

Anwendern durch deren Nutzung

erhält. Waze kann überall auf der

Erde genutzt werden; von manchen

Ländern ist bereits das gesamte Straßennetz

eingepflegt. Andere Länder

benötigen noch die Unterstützung

der Anwender zur Aufnahme, Prüfung

und Aktualisierung der Daten.

Von den Vereinigten Staaten, Kanada,

Frankreich, Deutschland, Italien,

Niederlande, Belgien, Israel

(bezeichnet als das Land mit dem

besten Kartenmaterial), Ecuador und

Panama sind komplette Straßenkarten

vorhanden. Österreich befindet

sich erst in der Anfangsphase. •

InVeSTITIonen Von üBer 400 MIo.

ScheKel IM hIGhTech-SeKTor

Nur neun Monate nach seiner Verabschiedung

hat das Programm zur Förderung

von Investitionen im hightech- Sektor bereits

Zusagen für mehr als 400 Mio. Schekel

(ca. 80 Mio. Euro) in Risikokapitalfonds

seitens verschiedener Institutionen erhalten.

Ziel des Programms waren Investitionen

von 800 Mio. Schekel bis 2013. Die

Investitionen sind durch das israelische Finanzministerium

bis zu 25 % der Investitionssum-me

versichert. Haim Shani, Generaldirektor

des Finanzministeriums, erklärte:

„Das beeindruckende Feedback der israelischen

Institutionen für die Teilnah- me

an dem Programm eröffnet einen zusätzlichen

finanziellen Kanal für die israelische

Hightech-Industrie. Dies ist ein wichtiger

strategischer Faktor. Die israelische Wirtschaft,

die bis jetzt vor allem von ausländischem

Kapital abhängig war, kann stolz auf

diese Entwicklung sein.“

14

Schalom oktober/November 2011


forschung

Unverzichtbares

Eine Ausstellung preist die israelische Erfindungsgabe hinter technischen

Spielereien wie Disk-on-Key, PillCam, Solarfenster und Weltraumkamera.

Israels Stolz beruht auf der ungeheuer große Zahl an Erfindungen und Erneuerungen,

die in den letzen 63 Jahren – trotz der Herausforderungen durch

seine geographische Lage, seine Größe und seine politischen Probleme -

entstanden sind. Der unruhige israelische Geist hat Tröpfchenbewässerung,

Kirschtomaten, das elektronische Autogitter, den Disk-on-Key und vieles

andere hervorgebracht.

Bis Dezember werden im Bloomfield Science Museum in Jerusalem 45 unverzichtbare

israelische Erfindungen ausgestellt und vorgeführt. Die Kuratorin

Varda Gur Ben-Sheetrit erzählt ISRAEL-21c, dass hunderte geniale Erfindungen

für die Inventions Inc., die den Besuchern die Möglichkeit gibt, mehr zu erfahren

und selbst etwas Neues zu erfinden, in Betracht gezogen wurden. Sie

betont, dass viele andere israelische Erfindungen verdient hätten einbezogen

zu werden. „Wir hatten natürlich räumliche Beschränkungen, aber auch nicht

jede Firma, die wir einluden auszustellen antwortete“, sagt sie. Ein anderer Aspekt

der Ausstellung ist das Transparent Studio, wo Absolventen der Bezalel

Academy of Arts and Design einen Lehrgang über Neuerungen auf dem Gebiet

von Licht und Lichtdesign abhalten. Besucher können ihre Arbeit beobachten

und den Designern ihre Ideen und Vorschläge übermitteln.

ePIladY

Given Imaging, eine weltweit

führende patientenfreundliche

Lösung,

um Probleme im Magen-Darm-Trakt

sichtbar

zu machen und Störungen

zu erkennen, ist am

besten unter der Bezeichnung

PillCam (Aka Kapsel

Endoskopie) bekannt

und ist nunmehr die beste Methode

zur Visualisierung des Darms.

Die 45 besten israelischen Erfindungen, die in der Ausstellung gezeigt werden,

sind – ohne spezielle Reihenfolge:

netafim ist weltweit ein Pionier bei

intelligenter Tropf- und Mikrobewässerung,

ausgehend von der Idee des

Ingenieurs Simcha Bass, Wasser in

kontrollierten, langsamen Tropfen

abzugeben, um eine genaue Bewässerung

zu gewährleisten.

ortmat Technologies entwirft, entwickelt,

baut, besitzt, erzeugt und betreibt

weltweit geothermische Kraftwerke,

die in mehr als 20 Ländern

saubere geothermische Energie erzeugen.

Pythagoras Solar produziert das weltweit

erste Solarfenster, das Energieeffizienz,

Stromherstellung und

Durchsichtigkeit vereint. Diese

durchsichtigen photovoltaischen-

Glaseinheiten können leicht in jeden

konventionellen Bau integriert werden.

hazera Genetics, ein Projekt zweier

Professoren an der landwirtschaftlichen

Fakultät der Universität Jerusalem,

brachte Kirschtomaten hervor

– eine schmackhafte Salatbeigabe,

die langsam reift und bei der

Verschiffung nicht verfault.

BabySense ist ein Gerät, das ohne

Berührung und ohne Strahlung den

plötzlichen Kindstot verhindern soll.

Es wird von HiSense hergestellt und

überwacht mittels der Matratze während

des Schlafs die Atmung und

Bewegungen des Babys. Ein Tonund

Lichtsignal wird ausgelöst, wenn

das Baby länger als 20 Sekunden

nicht atmet oder die Atmung sich

verlangsamt und auf weniger als 10

Atemzüge pro Minute sinkt.

epilady ist der erste elektrische Damenrasierer

(Epilator), hat sich einen

Spitzenplatz in der internationalen

Schönheitspflege gesichert hat; er ist

seit 1986 fast 30 Millionen mal verkauft

worden.

3G Solar hat eine preisgünstige Alternative

zu Silikon entwickelt, die

deutlich mehr Elektrizität als PV

Solar Modelle, die auf Silikon basieren

produziert und bei der die Kilowattstunde

weniger kostet.

Mobileeye kombiniert eine winzige

Digitalkamera mit raffinierten Algorithmen,

die Autofahrern helfen, sicherer

zu fahren. Das Gerät, das mit

dem Lenksystem verbunden ist, ertönt,

wenn ein Fahrer unabsichtlich

die Spur wechselt, warnt vor drohenden

Aufprallunfällen und erkennt

Fußgänger.

Schalom oktober/November 2011 15


Wissenschaft

leviathan energy entwickelte die

Windtulpe, eine kostengünstige, geräusch-

und vibrationslose Turbine,

die wie eine ästhetische Umweltskulptur

aussieht, und die hocheffizient

saubere Energie aus jedweder

Richtung erzeugt.

rav Bariach hat die Sicherheitstür aus

Stahl, die zum Standard in Israel

wurde, eingeführt. Sie hat ein geometrisches

Schloss, deren Zylinder

aus verschiedenen Punkten im Türrahmen

zusammenkommen; es wird

in Türen in fünf Kontinenten eingebaut.

Sicherheitszylinder

© Bloomfield Science Museum

Briefcam Videoübersichttechnologie

erlaubt es Zuschauern rasch original

komplette Videos anzusehen und zu

katalogisieren, indem man gleichzeitig

verschiedene Objekte und Aktivitäten

sehen kann, die zu verschiedenen

Zeiten stattgefunden haben.

Diese Technologie verkürzt den

Zeit- und Arbeitsaufwand bei der

Zuordnung von Geschehnissen in

der Gerichtsmedizin und bei der

Beweisführung dramatisch.

Gridon produziert den Keeper, einen

Drei-Phasen Kurzschluss-Strombegrenzer,

der an der Bar-Ilan Universität

entwickelt wurde. Das Gerät,

das Stromspitzen verhindert und den

Strom so lange stoppt bis der Fehler

behoben ist, hat den Erfinderpreis

des Ecomagination Challenge von General

Electric gewonnen und ist für

große Versorgungsunternehmen

weltweit von Interesse.

Das Better Place elektrische Autonetzwerk,

das von dem Israeli Shai

Agassi konstruiert wurde, ist ein israelisches

Pilotprojekt, das weltweit

als Modell für ein elektrisches Autonetz

gelten wird.

Intel Israel veränderte das Gesicht der

Computerwelt mit dem 8088 Processor

(dem „Gehirn“ des ersten PC),

MMX und der Centrino Mobiltechnologie.

Israelische Ingenieure bei

Intel mussten in den 1990er Jahren

skeptische Bosse überzeugen, die

MMX Technologie, eine Erfindung

zur Verbesserung von Computerleistung,

einzusetzen. Sie wird nunmehr

als Meilenstein in der Geschichte

der Firma angesehen.

disk-on-Key, das allgegenwärtige

kleine tragbare Speichergerät, das

von SanDisk produziert wird, wurde

von Dov Moran als verbesserte Version

der Diskette und deren Technologie,

unter Verwendung eines USB

Sticks und eines USB Anschlusses

am PC erfunden.

Tacount Echtzeit Mikrobiologie ermöglicht

die Erkennung und Zählung

gefährlicher Mikroorganismen

in wenigen Minuten, und nicht wie

in der konventionellen Methode von

Zellkulturen in einigen Stunden oder

Tagen. Die Technologie kann bei

Trink- und Abwasser, bei pharmazeutischen

Produkten, bei der Lebensmittel-

und Getränkeproduktion

eingesetzt werden.

Solaris Synergy erfand eine umweltfreundliche

und wirtschaftlich günstige

Methode Solarzellen zur Energieerzeugung

im Wasser, statt auf

kostbarem Boden, treiben zu lassen

– während die Verdunstung von den

Reservoiroberflächen geschützt und

begrenzt wird.

hydroSpin entwickelt einen einzigartigen

internen Rohrgenerator, der

Elektrizität zur Wasserüberwachung

und für Kontrollsysteme in entlegenen

Gegenden und solchen Orten

zur Verfügung stellt, wo kein Zugang

zu Elektrizität besteht.

Das Volcani research center des

Landwirtschaftsministeriums zielt

auf die Verbesserung bestehender

landwirtschaftlicher Produktionssysteme

und die Entwicklung neuer

Produkte, Abläufe und Ausrüstung

ab. Grundlagen- und Zweckforschung

wird an sechs Instituten und

zwei regionalen Forschungszentren

von mehr als 200 Wissenschaftern

und 300 Ingenieuren und Technikern

betrieben.

rosetta Green, ein 2010 entstandener

Zweig der agro-biotechnologischen

Abteilung der Rosetta Genomics entwickelt

unter Verwendung einmaliger

Gene, die microRNA genannt

werden, verbesserte Pflanzenmerkmale

für die Landwirtschafts- und

Biotreibstoffindustrie.

Mazor robotics’ Spine assist und andere

chirurgische Roboter verwandeln

die Rückgratchirurgie von

freihändigen Abläufen zu hochpräzisen,

hochmodernen Operationen,

die weniger Strahlung benötigen.

Der optische herzschlagmonitor, der

von Prof. Ze’ev Zalevsky, von der Bar-

Ilan Universität entwickelt wurde

ist eine revolutionäre medizinische

Technologie, die eine schnelle Kamera

und eine kleine Laserquelle verwendet.

elya recycling entwickelte und patentierte

eine innovative Methode

Plastik wiederzuverwerten, die auf

einer speziellen Formel natürlicher

Zutaten basiert. Die Herstellung eines

neuen Rohmaterials für Handtaschen,

wiederverwendbare Tragetaschen

und andere Produkte benötigt

50% weniger Energie als die gegenwärtigen

Recycling Methoden und

83% weniger Energie als für komplett

neue Produkte benötigt würden.

like-a-fish, das einzigartige Luftversorgungssystem

kann Luft aus Wasser

extrahieren und somit Hobbyund

Berufstaucher, als auch submarine

und Unterwasserhabitate von

Lufttanks befreien.

Itamar Medical’s WatchPaT ist ein von

der Gesundheitsbehörde genehmigtes

Diagnosemittel zur Nachbehandlung

von Schlafapnoe zu Hause und

nicht in einer Schlafklinik.

Zenith Solar hat ein modulares, leicht

skalierbares hochkonzentriertes Photovoltaik

System (HCPV) entwickelt.

Die Grundtechnologie basiert auf einem

einmaligen, geschützten optischen

Gerät zur Erlangung maximaler

Energie auf minimaler Fläche.

afc (active flow control) wurde an

der Tel Aviv Universität als intelligentes

Gasluftmischsystem, das alle

bestehenden Mischsysteme ersetzen

soll entwickelt.

Die Space Imagery Intelligence

(IMInT) Einheit des Elbit Systems produziert

eine „Weltraumkamera“, ein

kompaktes, leichtes, elektro-optisches

Beobachtungssystem für Regierungen,

kommerzielle und wissenschaftliche

Anwendung.

Turbulence, der weltweit erste hypernarrative,

inter-aktive Film, ist auch

der Name der Firma, die von Prof. ➧

16

Schalom oktober/November 2011


Bei uns bekommen Sie

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(früher Jahresausgleich) können Sie sich Geld

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jederzeit bequem von zu Hause aus und rückwirkend für

die vergangenen fünf Jahre. Alle Informationen auf

www.finanzonline.at oder unter 0810/221 100 (Ortstarif).

www.finanzministerium.at

www.finanzonline.at


Wissenschaft

➧ Nitzan Ben-Shaul von der Tel Aviv

Universität entwickelt wurde. Die

Technologie ermöglicht es dem Zuseher,

die Filmhandlung zu beeinflussen,

indem er einen Knopf am

PC, Mac oder iPad an verschiedenen

Stellen der Handlung drückt.

decell Technologies ist weltweit führend

in einem Echtzeitverkehrsinformationssystem,

das auf der Überwachung

des Standorts und der Bewegung

von Telefonen und GPS Geräten

beruht. Swift-i Traffic, das

Hauptprodukt von Decell wird in

führende Navigationssysteme, Leitsystemdienste,

Vermessungswesen

und Medienkanäle in vielen Ländern

eingebaut.

ndS VideoGuard Technologie ist die

fortgeschrittene Programmfolge der

Abo-TV Industrie für bedingte Zugriffslösungen

(CA). Es schützt die

Markendienste vor Piraterie und

stellt sicher, dass die Konsumenten

die Wahl und Flexibilität haben, die

sie von einem Sender und Bedarfsinhalt

verlangen.

PrimeSense revolutioniert das Zusammenspiel

zwischen Digitalsystemen,

indem sie es ihnen ermöglicht,

dreidimensional zu „sehen“

und die Kontrolle von Fernbedienungen

und Joysticks auf Hände

und Körper zu übertragen.

Takadu liefert eine Überwachungssoftware

an weltweit führende Wasserversorgunsunternehmen.

Das Produkt

ermöglicht eine Echtzeiterkennung

und Kontrolle von Vorfällen

wie Lecks, Brüchen, Gebietsunterbrechungen

und Unzulänglichkeiten.

hewlett Packard (hP)s Indigo digitale

Druckerpresse für kommerzielle

Drucke, Postwurfsendungen, Fotos

und Fotobücher, Publikationen, Etiketten,

Visitkarten, flexible Verpackung

und faltbare Kartons, Druck

ohne Film oder Platte ermöglicht

personalisierte kurze Abläufe und

Text- und Bildänderungen ohne den

Druck zu unterbrechen.

cubital’s schnelle Prototypmaschinen

fertigen 3D Modelle für Konstruktionsteile

direkt von dem Entwurf

auf dem Computerbildschirm

an. Sie werden sowohl in der Auto-,

Flugzeug-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie,

als auch bei Konstruktionsfirmen

und akademischen Forschungseinrichtungen

verwendet.

Das zomet Institute in Jerusalem ist

ein nichtgewinnorientiertes, öffentliches

Forschungsinstitut in dem Rabbiner,

Forscher und Ingenieure praktische

Lösungen für das moderne

Leben entwickeln, ohne die Einschränkungen

bei der Verwendung

von Elektrizität am Schabbat zu verletzen.

Die Zomet Technologie steckt

in Metalldetektoren, Sicherheitsjeeps,

Aufzügen, elektrischen Rollstühlen

und Kaffeemaschinen, die am Schabbat

verwendet werden können, aber

auch in Problemlösungen, die von

den israelischen Ministerien für Gesundheit

und Landesverteidigung,

dem Ben-Gurion Flughafen, Elite

Foods, Tnuva Dairies, dem israelischen

Kanal 10 TV und anderen Institutionen

angefordert wurden.

Die earlySense Dauerüberwachungsmethode

erlaubt es Spitalskrankenschwestern

den Herzschlag, die Atmung

und Bewegung von Patienten

durch einen kontaktlosen Sensor

unter der Matratze mittels Fernbedienung

zu überwachen und aufzuzeichnen.

Die eingebauten Geräte

haben weite Anwendungsgebiete zur

Überwachung des Zustandes des Patienten,

einschließlich eines Alarms

bei Stürzen und der Verhinderung

von Wundliegen.

Tour engine reduziert den Treibstoffverbrauch

und schädliche Ausstöße

deutlich durch einfache Maschinen

bis zu hochentwickelten Thermalstrategien.

Man kann sie auch in zukünftige

Hybridmotoren einbauen,

was ihre Effizienz und ihre Umweltverträglichkeit

verbessern würde.

Der Superconducting fault current limiter

(fcl) (Supraleiter Kurzschluss-

Reduzierer), wurde entwickelt, um

Kurzschlüsse zu verringern und ist

das Resultat eines $2 Mio.-Projekts,

das zwei Jahre lang durch RICOR

Cryogenics and Vacuum Systems zusammen

mit den Institut für Supraleiter

der Bar-Ilan Universität entwickelt

wurde.

heliofocus hat einen Industrietrend

hervorgerufen, der Sonnenenergie

für schon existierende Kohle- oder

Gaskraftwerke zur Verfügung stellt

und dadurch den Kohlendioxydausstoß

und die allgemeinen Kosten

verringert.

Transbiodiesel produziert Katalysatoren

die auf Enzymen basieren (Biokatalysatoren),

die bei der Produktion

von Biodiesel verwendet werden.

Solar edge produziert Module, die

jede Verbindung in der solaren Photovoltaik

Kette optimieren und dadurch

die Energieproduktion verbessern

und gleichzeitig Fehler erkennen

und Diebstahl verhindern.

Das 3d Partikel Bewegungssystem,

das von drei Professoren an der Bar-

Ilan Universität entwickelt wurde

ermöglicht eine drei-dimensionale

Verfolgung kritischer Protein-DNA

und Protein-RNA Wechselbeziehungen

in menschlichen Zellen.

Panoramic Power ist ein Monitorsystem,

das es Unternehmen und Organisationen

ermöglicht, ihre operationellen

und Energiekosten durch

die Verwendung einer bahnbrechenden

Plattform zur Sichtbarmachung

der Stromflüsse zu reduzieren.

Bloomfield Science Museum

© Bloomfield Science Museum

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Schalom oktober/November 2011


Ein israelisches Unternehmen hat

ein ungiftiges, pflanzliches Mittel entwickelt,

um das Eindringen von Insekten

in Lebensmittel-Warenhäuser

und bei der Verpackung von Nahrungsprodukten

zu verhindern.

Israelische Wissenschaftler haben ein

enzym definiert, das den Schlüssel

zur Insulin-Produktion besitzt. Es

kann in Kürze zur Behandlung von

Diabetes eingesetzt werden.

Ein synthetisches Peptid, das in Israel

entwickelt wurde, könnte bei Typ1-

Diabetikern die Progression der

Krankheit einbremsen. Das Peptid

hat bei klinischen Versuchen bereits

die fortgeschrittene Phase 3 erreicht.

Ein neues Solar-fenster aus Israel

kann sowohl Strom erzeugen, den

Energie-Verbrauch reduzieren wie

auch das Tageslicht durchlassen -

eine grüne Revolution für die Bauindustrie

kündigt sich an.

Forscher an der Tel Aviv Universität

Wissenswertes

haben herausgefunden, dass ein extrakt

des gewöhnlichen zimt-Gewürzes

die Entwicklung der Alzheimer-

Krankheit verzögert.

Ein neues, in Israel entwickeltes Gerät,

ermöglicht es Behinderten, nur

durch den Gedanken alleine e-mails zu

versenden - es könnte die Welt des

„denk-gesteuerten“ Computers revolutionieren.

Die israelische Pharma-Firma Novamed

hat das diagnostische Heimgerät

„Sensaheart“ herausgebracht,

das eine drohende Herzattacke bereits

anzeigt, wenn die ersten Symptome

auftreten.

Die israelische Firma IDE-Technologies

baut in China die größte und

„grünste“ entsalzungsanlage .

Forscher der Hebräischen Universität

Jerusalem haben entdeckt, wie ein

einziges Gen bösartige Krebszellen

vor der Ausbreitung in gesunde Gewebe

aufhalten kann.

Obwohl nur 1,2 Mio. von 400 Mio.

ethnischen Arabern in Israel leben,

ist die einzige Knochenmarkbank

an der hadassah-Klinik in Jerusalem.

Ein das Gedächtnis schärfendes computerprogramm

an einer Alzheimer-

Pflegeanstalt in Israel ruft weltweites

Interesse hervor, darunter die Alzheimer-Foundation

of America.

Eintausend hörbehinderte Palästinenser

des Westjordan-Landes haben

vom israelischen Sheba-Medical-center

und einer US-Foundation

kostenlose Hörgeräte erhalten.

Mit 533,4 Sterbefällen auf 100.000

Einwohner liegt die jährliche Sterberate

in Israel deutlich niedriger als

in den USA (642) und den meisten

europäischen Ländern (Belgien: 635,

Norwegen: 549). Dies geht aus einer

Untersuchung des israelischen Gesundheitsministeriums

hervor.

In dem aktuellen weltweiten Wettbewerbsbericht

(Global competitive report)

des Weltwirtschaftsforums steht

Israel auf Platz 22 von 139 Ländern -

fünf Plätze höher als 2009. In den einzelnen

Kategorien sieht es ebenfalls

sehr gut aus: Beim Venture-Kapital

steht Israel auf Rang 2, in der Anzahl

von Patenten auf Rang 4, bei Innovationskapazität

auf Rang 6 und im finanziellen

Umfeld auf Rang 10.

Israel ist eine internationale high-

Tech-Macht, so die britische Zeitung

‘The Telegraph’. Beeindruckend sei

die immense Zahl von über 3.500 israelischen

Start Up-Unternehmen.

In absoluten Zahlen hat - neben den

USA - kein anderer Staat der Welt so

viele Firmen im Technologieindex

NASDAQ notiert wie Israel.

Die biologische Ursache von autismus

ist bisher kaum erforscht. Eine

Diagnose kann erst ab dem Alter von

3-4 Jahren anhand von Verhaltensauffälligkeiten

erfolgen. Neurobiologen

des Weizmann-Instituts haben

anhand des Scans der Hirnaktivität

von schlafenden Kindern Autismus

diagnostizieren können. Sie entdeckten,

dass die Synchronisation zwischen

den Hirnregionen für Sprache

und Kommunikation bei Autismus

deutlich schwächer ist als bei nichtautistischen

Kindern.

Marihuana kann posttraumatische

Symptome

verhindern

Es ist bekannt, dass medizinisches

Marihuana bei Krebs-Patienten

jeden Alters Schmerzen lindern

kann und dieses Wissen findet

auch Anwendung, in Israel und in

einigen anderen Ländern. Forscher

der Universität Haifa haben

jetzt bei Nagetieren die Erfahrung

gemacht, dass die Verabreichung

von Cannabis die post-traumatischen

Stress-Symptome verhindert.

Sollten klinische Studien ergeben,

dass Cannabidoide denselben

Effekt beim Menschen erzielen,

können diese gegen den

post-traumatischen Stress nach

Verkehrsunfällen, Terrorattacken

und ähnlichen Schockerlebnissen

eingesetzt werden.

Wissenschaft

Schalom oktober/November 2011

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unter uns

Sehr geehrte Damen und

herren der Öh!

Als langjähriger österr. Botschafter in Israel,

mitbetreuend auch die Westbank und

Gaza, möchte ich Ihnen für Ihre sachliche

Klarstellung und Positionierung in Ihrer

Presseaussendung danken. Niemand verwehrt

ehrlichen Palästinafreunden (und

Israelkritikern) das Wort, doch soll kein

Etikettenschwindel mit kirchlichen/religiösen

Institutionen betrieben oder gar

gegen österreichische Gesetze verstoßen

werden.

Die Öh wäre wohl ein geeignetes Forum

für studierende Jugendliche, in einer

Abendveranstaltung mit ausgewogenenen

und, so auffindbar, sich kultiviert gebenden

Diskutanten, die äußerst komplexe

Situation dieser Region zu beleuchten

und damit zum Nachdenken anzuregen.

herzliche Grüße

Dr. Kurt hengl

Ambassador ret.

*Die Öh forderte in einer Presseaussendung

das Schweitzer-haus und die Stadt

Wien dazu auf, solchen organisationen

weder ein Podium zu bieten noch finanzielle

unterstützung zukommen zu lassen.

*Die Austrian Developement Agency

(ADA) hatte sich ebenfalls distanziert und

die unterstützung zurückgezogen

anti-Israelische Propaganda mit österreichischen Steuergeldern

Die Österreichisch-Israelische Gesellschaft hat mit Befremden erfahren, dass vom 19.

bis 21. oktober 2011 in den Räumlichkeiten des Albert-Schweitzer-hauses in Wien 1090

ein dreitägiges Symposium über die „Neubelegung Palästinas“ stattfinden soll, das

mit österreichischen Steuergeldern finanziert wird.

Schon der Titel, „Remapping Palestine“ („Neubelegung Palästinas“) weist auf die

eindeutige und einseitig gegen Israel gerichtete Agenda dieser geplanten Veranstaltung

hin, die für sich zu beanspruchen scheint, in zeitlich schlüssigem Zusammenhang

eine lokale Fortsetzung und Vertiefung der im September 2011 statt- findenden

„Durban III-Konferenz“ in New york City zu bieten.

Dieser eilt bekanntlich schon aus den vorangegangenen Durban-Konferenzen der

internationale Ruf voraus, Merkmale des Antisemitismus in die Schlusserklärungen

aufzunehmen - wie Delegitimierung und Dämonisierung Israels sowie Anwendung

von Doppelstandards auf Israel. Diese dritte internationale uN-Konferenz wird

daher von einigen westlichen Staaten wie Kanada, uSA und Israel boykottiert, in

Europa bisher auch von der Tschechischen Republik, Italien und den Niederlanden.

Das Veranstaltungsprogramm des Symposiums „Remapping Palestine“, die ReferentInnenliste

und die bekannte Agenda der unterstützenden organisationen belegen,

dass einer Gegendarstellung zur einseitigen, gegen Israel gerichteten

Information erst gar nicht Platz eingeräumt werden soll. Besonders besorgniserregend

ist, dass Dr. Ilan Pappé, maßgeblicher Drahtzieher bei den von britischen Gewerkschaftern

ausgehenden Bemühungen um den Boykott israelischer Wissenschafter

und akademischer Einrichtungen, als Vortragender auftritt. Pappé setzt

sich für eine Einstaatenlösung ein und ist als Wissenschafter mehr als umstritten.

Als Österreichisch-Israelische Gesellschaft erfüllt es uns mit größter Bestürzung, dass

diese Veranstaltung offensichtlich von der Stadt Wien – Wien Kultur und von der

Austrian Development Agency des Bundesministeriums für europäische und internationale

Angelegenheiten, also mit öffentlichen Steuergeldern gefördert wird.

Auch angesichts der jüngsten Terroranschläge im Süden Israels eine nicht zu akzeptierende

haltung österreichischer staatlicher Stellen.

Wir legen unseren schärfsten Protest gegen diese Veranstaltung ein.

Für die Österreichisch-Israelische Gesellschaft

Dr. Richard Schmitz

Susi Shaked

2.Präsident

Generalsekretärin

neue MITGlIeder für dIe ÖIG In KärnTen

In den letzten Monaten konnten in Kärnten nicht weniger als sieben neue

Mitglieder der Österreichisch-Israelischen Gesellschaft gewonnen werden.

Besonderer Dank gebührt den neuen Mitgliedern Arch. DI Andreas und Hilde

Krainer für die tatkräftige Unterstützung!

Auf dem Foto die Neuen Mitglieder mit einigen Funktionären der Landesgruppebeim

beim ersten Kennenlernen.

Die in Klagenfurt geborene und im

Alter von 10 Jahren durch die Nationalsozialisten

vertriebene Elvira

Itzhaki wurde mit ihrer Enkelin und

in Begleitung von Dr. Erich Lindner

von Nationalratspräsidentin Mag a .

Barbara Prammer in Wien empfangen.

Es ging darum, ein Unrecht zu beseitigen,

dass Nachkommen von Frauen,

die nach langen Jahren wieder

ihre von einem Unrechtsstaat genommene

Staatsbürgerschaft zurückerhielten,

nicht jedoch ihre Nachkommen.

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Schalom oktober/November 2011


Kultur

Israels

©EdoM ©Marco Abrar

19 landschaftlich gestaltete Terrassen

mit 1.700 Stufen

Blick auf die Bucht von haifa

Baha’i Garten in akko

öffentliche Gärten

Von Norden bis in den Süden bieten landschaftliche Erholungsräume den Besuchern

friedliche, farbenfrohe Orte, um sich mit der Natur im Heiligen Land zu unterhalten.

Von avigayil Kadesh

Sie haben vielleicht vom spektakulären Bahai-Garten in Haifa gehört oder

von den botanischen Gärten in Jerusalem. Aber wie ist das mit Ramat Ha-

Nadiv am Karmel? Oder mit dem Utopia Orchideen Park im Kibbuz Bachan?

Israels öffentliche Gärten umspannen das ganze Land. Fangen wir oben an:

nordISrael - Mehr als eine halbe Million Besucher nützt jährlich die kostenlosen

Führungen durch die farbenprächtigen, geometrisch angelegten

beiden Baha’i Gärten in Haifa und Akko (www.ganbahai.org.il/en). Die Gärten

sind ein UNESCO Weltkulturerbe, aber auch heilige Pilgerziele für die

Anhänger der Baha’i-Religion. Der Garten in Haifa besteht aus 19 landschaftlich

gestalteten Terrassen am nördlichen Abhang des Karmel. Er überschaut

mit 1.700 Stufen die Bucht von Haifa. Mehr als 450 Pflanzen, die meisten

in der Region beheimatet, wurden nach Farbe, Wuchshöhe, Zähigkeit und der

Fähigkeit mit nur wenig Wasser zu überdauern ausgewählt.

Der kleinere Baha’i Garten in Akko bildet einen weiten Kreis von Pflanzen

und ist von Zypressen umgeben. „Er ist etwas versteckt, abseits der Hauptstraße.

Wir haben vor Kurzem Land zwischen dem Garten und der Hauptstraße gekauft,

um den Garten zu erweitern, so dass er für vorbei Fahrende sichtbarer wird“

sagt Jalal Hatami, stellvertretender Generalsekretär der Internationalen Baha’i

Gemeinde. Beide Gärten werden von Freiwilligen aus einem Dutzend

Ländern gepflegt. Der Eintritt ist frei. „Wie wir das sehen, sind wir die Verwalter

dieser besonderen, heiligen Orte für die ganze Menschheit“ sagt Hatami. „Wir

sehen sie nicht als unser alleiniges Eigentum sondern für jedermann.“

Am Südende des Karmel, südlich von Haifa, zwischen Sichron Ya’akov und

Binyamina liegt der Ramat Hanadiv Gedenkgarten und Naturpark. Er

wurde zur Erinnerung an Baron Edmond de Rothschild angelegt, dem bedeutenden

Wohltäter der Pioniere, die an der Gründung des Staates Israel arbeiteten.

Barrierefreie Pfade schlängeln sich im duftenden Erinnerungsgarten

zwischen europäischen und mediterranen Pflanzen. Pinien- und Zypressenhaine

umgeben das Grabmal des Barons und seiner Frau, Adelheid. Die Haine

waren ein Geschenk des Keren-Kayemeth LeIsrael, dem jüdischen Nationalfonds.

Der Besucherpavillion von Ramat Hanadiv, Israels erstes „grünes“

Gebäude, verfügt über ein Auditorium, das einen Film über die Anlage zeigt.

Ein koscher-milchiges Kaffee-Retsaurant bietet den Jahreszeiten entsprechende

Spezialitäten an - mit aromatischen Gewürzen, Olivenöl, edlen Weinen

und Ziegenmilch-Getränken.

Fortsetzung in der Dezember-Ausgabe: Gärten in der Zentral-Region

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AV-ASTORIA

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BESA

Ein Ehrenkodex

Muslimische Albanier

retten Juden während

des Holocaust

BeSa – ein ehrenkodex

Wie muslimische albaner Juden retteten

17. 11.2011 – 17.01.2012

ausstellung im Theater nestroyhof – hamakom,

1020 Wien, Nestroyplatz 1 • Mo. - Fr. 11.00 – 18.00 uhr/EINTRITT FREI

und bei den Theateraufführungen am Abend und am Wochenende

Kultur

Fotograf: Norman Gershman

Die Ausstellung zeigt 12 Porträts und die dazugehörenden Geschichten albanischer Muslime, die während

der Shoah Juden vor der Vernichtung retteten. Fotografien von Norman Gershman.

Albanien mit seiner muslimischen Bevölkerungsmehrheit erreichte, woran viele andere europäische

Nationen scheiterten: fast alle Juden die während der deutschen Besatzung auf albanischen Staatsgebiet

lebten, wurden gerettet. Viele Regierungsangehörige statteten jüdische Familien mit falschen

Papieren aus, die ihnen ein normales Leben als Teil der Bevölkerung ermöglichten.

BESA ist in Wien, als erste europäische Station zu sehen und hatte seine Premiere am internationalen holocausttag, 27. Januar 2008 im hauptquartier

der Vereinten Nationen in New york.

JüdIScheS MuSeuM WIen

24. november 2011,

um 18.30 uhr

BuchPräSenTaTIon

JoSef ShaKed -

„ein leben im zeichen

der Psychoanalyse“

Psychosozialverlag

Martin engelberg und

august ruhs

interviewen Josef Shaked

Ein junger israelischer Intellektueller zog aus um das Wien Sigmund

Freuds kennen zu lernen und um Psychoanalytiker zu werden.

Er kommt in ein düsteres Wien der Nachkriegszeit, beobachtet,

versteht lernt, wird mit den Ausläufern des Nationalsozialismus

konfrontiert und baut über die Jahre die Psychoanalyse

auf, immer im Zweifel und im Ringen mit sich selbst.

Es ist ein großes Buch – ein lesenswertes Buch - von einem Autor,

der viel zur Entwicklung der Analyse, insbesondere der Gruppenanalyse

und der Arbeit mit Großgruppen, beigetragen hat; es ist

umso sympathischer, weil dieser Autor, der über ein enormes

Wissen und über enorme Fähigkeiten verfügt, doch gleichzeitig

auch die Erkenntnis der eigenen Begrenztheit immer wieder thematisiert.

Angela Schmidt-Bernhardt, oktober 2011

In diesem Moment

entdeckt jemand das

jüdische Wien.

Wann entdecken Sie es?

WIEN-HOTELS & INFO

info@wien.info

TEL. 01 24 555

WWW.WIEN.INFO

Synagoge

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Abenteuer

Forschung

in Israel

ÖSTERREICHISCH-ISRAELISCHE GESELLSCHAFT

in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Technion Gesellschaft

EInLAdunG Zu dEn WISSEnSCHAFTSTAGEn

Kooperationen zwischen Österreich und Israel

MITTWoCH, 9.11., 19.00 - PALAIS HARRACH (1010 Wien, Freyung 3/2. Stock/Lift)

dI Mathieu Wellner, Universität Innsbruck: „Leopold Gerstel (1925-2010) - Wie ein Architekt aus Haifa,

als Professor in Wien und Innsbruck für Unruhe sorgte“.

donnERSTAG, 10.11. - WIEnER uRAnIA (1010 Wien, Uraniastr. 1/Dachsaal)

16.30 Begrüßung: dr. Sepp Rieder, Präsident der ÖIG,

S.E. Aviv Shir-on, Botschafter des Staates Israel in Österreich

17.00 Sektionschefin MR Mag. a Barbara Weitgruber: "Wissenschaftliche Kooperationen zwischen

Israel und Österreich: der aktuelle Stand“

17.30 univ. Prof. dr. Karlheinz Töchterle, Bundesminister für Wissenschaft und Forschung

18.00 dr. in Sandra Goldstein, Universität Wien: „Higher education and excellence in Israel“.

19.00 univ. Prof. dr. Anton Zeilinger „Forschung in Israel", persönliche Eindrücke. Impulsreferat.

19.30 Paneldiskussion mit dr. Anton Zeilinger, Mag. Barbara Weitgruber, S.E. dr. Ehud Azoulay

Moderation: dr. Richard Schmitz, 2. Präsident der ÖIG

Im Anschluss bitten wir zu einem israelischen Buffet.

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