WLP Der Grosser-Bruder Effekt Wie die Lantal ... - Würth Logistics

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WLP Der Grosser-Bruder Effekt Wie die Lantal ... - Würth Logistics

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Ausgabe 3/2010

WLP

Würth Logistics Praxisreportage

Der

Grosser-Bruder

Effekt

Wie die Lantal Textiles AG

mit einer massgeschneiderten

Gesamtlösung von Würth

Logistics ihre Distributionskosten

um 30% reduzierte.

Wer schon mal im Flieger sass, Bahn oder Bus

nutzte oder per Kreuzfahrtschiff verreiste, ist

sehr wahrscheinlich und im wahrsten Sinne

des Wortes mit der Lantal Textiles AG in Berührung

gekommen. Denn die knapp 400 Mitarbeiter

des Unternehmens aus Langenthal

im Schweizer Kanton Bern entwickeln, testen,

produzieren und vertreiben textile Inneneinrichtungen

für Personenverkehrsmittel:

Sitzbezüge, Teppiche, Wandverkleidungen.

Hunderte Kunden – Hersteller, Airlines, Bahnund

Busgesellschaften aus aller Welt – schätzen

die Qualität und den individuellen Service

des führenden Textilspezialisten. 95%

der jährlich 4.000-5.000 Sendungen gehen in

den Export, davon 70% per LKW nach Europa.

Global nutzt Lantal überwiegend Luftfracht.

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Die Mitarbeiter im Kundenservice managen

Bestellungen für hunderte kundenspezifische

Designs mit oft engen Zeitfenstern bei

der Anlieferung. Dass zudem viele Kunden

– meistens Airlines – Lantal den Transport

vorschreiben, erleichtert die Sache nicht:

Distributionslogistik ist hier eine echte Herausforderung.

Über die Jahre hat sich deshalb

ein einfaches, flexibles Prinzip etabliert:

Jeder der ca. 20 Sachbearbeiter organisierte

die Auslieferung in Eigenregie und mit dem

Dienstleister seiner Wahl. Die Kehrseite der

Medaille: unübersichtliche Abläufe mit 70

bis 80 Transportpartnern.

Optimierungsfeld Logistik

2008 begann das Lantal-Management, die

Einführung eines neuen, modernen ERP-

Systems zu planen. Martin Mangei, Executive

Vice President Business Engineering,

analysierte damals mit seinem Team alle

relevanten Geschäftsprozesse. Die Logistik

kam rasch in den Fokus des 36-jährigen Betriebswirts

aus BadenWürttemberg: „Das sah

nach klassischem ‚Quick-Win‘ aus. Gelänge

es uns, die Transporte zu konsolidieren und

die Logistikdienstleister via Software in unsere

Prozesse zu integrieren, wären immense

Einsparungen erreichbar. Sofort klar war

auch, dass das mit 80 Partnern nicht klappt.“

Initiierte und begleitete die Optimierung der

Versandabläufe: Martin Mangei, Vice-President

Business Engineering.

Ihre Kollegen bei Lantal nennen sie heute ‚Mrs. Logistik‘.Die erfahrene Service-Managerin

Anita Kunz leitet das Optimierungs-Projekt.

Damit bei diesem Thema Tempo reinkommt,

wurde es als eigenes Projekt aufgesetzt. Die

Leitung bekam Anita Kunz. Sie war gerade

als Chefin des Customer Service zu Lantal

gestossen. Der Auftrag: Konsolidiert die

Transportlogistik und reduziert die Kosten,

bei gleicher Flexibilität, voller Transparenz

und verbessertem Kundenservice.

Die 37-jährige, sportliche Managerin besass

reiche Erfahrung aus dem Vertriebsinnendienst

und Customer Care. Logistik war für

die reisebegeisterte Frau damals eine Terra

incognita.

Im Januar 2009 ging‘s gemeinsam mit einer

Kollegin und unterstützt durch Martin

Mangei los. Erster Schritt: Markt kennenlernen.

Das Team führte viele Gespräche mit

etablierten Speditionen, diskutierte grundlegende

Konzepte. „Die präsentierten sich alle

als Komplettanbieter nach dem Motto ‚Wir

machen das für euch‘. Fragten wir nach, ob

und wie wir oder unsere Lieferanten direkt

auf deren System zugreifen könnten, kamen

die Spediteure schnell ins Stocken. Uns wurde

in dieser Phase klar, dass Logistik für uns

ein so zentraler Bestandteil ist, dass wir den

nicht komplett aus der Hand geben möchten.“

Option: Neutrale Dienstleister

Über Google stiess Kunz auf Würth Logistics.

Mangei hörte etwa zur selben Zeit über Kollegen

von IBM von dieser Firma. Neutrale

Logistikoptimierer? Tochtergesellschaft der

Würth-Gruppe? Die Neugier war geweckt.

Wenige Tage später präsentierten Stefan

Beck und Dario Chresta dem Projektteam

das etwas ungewohnte Arbeitsprinzip von

Würth Logistics. Beck ist 39 Jahre alt, hat

Spedition von der Pike auf gelernt und arbeitet

seit 2003 bei Würth Logistics:„Wir analysieren

die Transportlogistik des Kunden im

Detail und können damit recht genau sagen,

welche Einsparungen zu erwarten sind. Wir

begleiten unsere Auftraggeber in allen Bereichen

der Umsetzung. Unsere Ressourcen -

Fachleute und Software - stehen ihm kostenfrei

zur Verfügung. Voraussetzung ist, dass er

seine Sendungen in Zukunft über uns fakturiert.

Auf jede Transportrechnung schlagen

wir einen ausverhandelten Prozentsatz auf.

Da ist alles transparent. Der Kunde sieht

sämtliche Rechnungen.“

Kunz und Mangei waren vom Konzept, der

spürbaren Praxiskompetenz der beiden

Churer und der unverblümten Art des Gespräches

angetan. Kunz: „Gefallen hat uns

auch deren Doppelrolle als Dienstleister der

selbst Grossverlader ist. Die kennen beide

Seiten gut.“ Mangei ergänzt: „Die offene

Architektur der Versandsoftware TMIS entsprach

ebenfalls unseren Vorstellungen.“

Die Ansage: -30%

Bei weiteren Treffen erklärten Kunz und

Mangei den Chureren die eigenen Abläufe

anhand konkreter Versanddaten. Die erstellten

ein Lösungskonzept. Einsparungspotential:

-30% alleine durch Bündelung der LKW-

Verkehre. Kunz und Mangei führten noch ein


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Verschickt werden die Rollen mit Spezialtextilien

oft einzeln. Versandmitarbeiter Ernst Hosner

klebt die Labels von Hand auf, das habe

sich bewährt.

paar Gespräche mit anderen Logistikern. Im

Oktober 09 entschieden sie sich endgültig für

die Optimierer aus Chur. Mangei „Nachdem

wir den Markt genau kennengelernt haben,

war klar: die haben das beste Konzept und

die beste Software für unsere Situation.“

Mittlerweile stand auch das Zieldatum fest.

Mit dem 1.4.2010 würde in der Schweiz

die neue elektronische Ausfuhranmeldung

„e-dec Export“ für alle Unternehmen verbindlich

werden. Das betraf genauso Lantal.

Kunz: „Wir wollten die Neuerung auf einmal

einführen, also galt dieser Termin auch für

die Umstellung des Versandsystems.“ Und

weil die Churer mit „Helv-e-dec“ eine eigene,

kostengünstige Lösung für die Ausfuhranmeldung

hatten, sollten sie das gleich mit

erledigen.

Einkaufskraft des Grossverladers Würth Logistics.

Wenn man mit dem ‚grossen Bruder

auftaucht, steigt der Respekt.“

Partnerschaftliches Finetuning

In den folgenden Wochen wurden mit den

zwei neuen Partnern, mittelständische

Schweizer Speditionen, Details abgestimmt

- von der elektronischen Übermittlung der

Sendungsdaten bis zur Fakturierung. Beck:

„Wir gingen dabei auch auf deren Situation

ein. Achteten beispielsweise darauf,

dass unsere Abholtage so liegen, dass die

Nahverkehrs-LKW gut ausgelastete Touren

fahren können.“ Im März schulte ein Kollege

von Beck die 30 Sachbearbeiter in der Arbeit

mit Helv-e-dec. Wissend, wie sensibel so

eine Systemumstellung sein kann, bot Beck

an, das ‚Going live‘ vor Ort in Langenthal zu

begleiten: „In der direkten Zusammenarbeit

lassen sich Kinderkrankheiten viel einfacher

und schneller lösen. Wenn man als Planer

eine Zeit lang selbst beim Kunden arbeitet,

lernt man dessen Abläufe wirklich kennen.

Das ist für die weitere Entwicklung ein grosser

Vorteil.“ Kunz nahm dieses Angebot sehr

gerne an: „Zu wissen, dass uns in dieser kritischen

Phase erfahrene Fachleute zur Seite

stehen würden, war für mein Team beruhigend.“

Jetzt war alles bereit, für den Tag x.

Donnerstag, 1. April 2010.

Verschnupfter Start

Am Donnerstag, dem ersten April 2010, boten

Beck und sein Kollege keinen schönen

Anblick: Mit triefenden Nasen, eingewickelt

in Schals, zwischen sich mehrere Rollen Toilettenpapier

sassen sie sich gegenüber. Kunz

schmunzelt, wenn sie an dieses Bild denkt:

„Krankenstand war für die beiden an diesem

Schlüsseltag nicht drin!“ Trotz Erkältung der

Fachbegleiter, gingen alle Sendungen an diesem

Tag termingerecht an die Empfänger,

aber nicht friktionsfrei. Probleme tauchten,

wie erwartet, an ungeahnten Stellen auf.

Kunz nennt ein Beispiel: „Bevor Helv-e-dec

die Ausfuhrmeldungen an die Behörden

übermittelt, überprüft das System die Angaben.

Bei den ersten Echtmeldungen blieb

die Prüf-Ampel auf ‚Rot‘. Der Fehler - unsere

Zolltarifnummern waren teilweise nicht à

jour.“

Beck reagierte pragmatisch und rief Christian

Noti an, einen der versiertesten Würth

Logistics Zollexperten. „Ok, ich komm!“ Zwei

Tage lang unterstützte er die Lantal-Leute

bei der Tarifierung. Anita Kunz nutzte die Gelegenheit

und besprach mit Noti auch weiterreichende

Zoll- und Compliance Themen:

„Er hat uns auf einige Details hingewiesen,

mit denen wir z.B. bei Importen viel Geld

sparen können. Ein entsprechendes Projekt

startet demnächst.“

Sechs Wochen bis es „giget“

Spricht Anita Kunz über die ersten Erfahrungen

mit den neuen Speditionspartnern,

wird ihre Stimme eine Spur härter, das ‚Einschleifen‘

habe sie teilweise sehr genervt.

Einzelne Sendungen seien, obwohl korrekt

angemeldet, nicht abgeholt worden. Einmal

Mit Januar 2010 begann unter Federführung

von Stefan Beck die operative Umsetzung.

Die Verbindung zwischen dem bestehenden

ERP-System und Helv-e-dec wurde programmiert.

Auf Basis der Warenfluss-Analyse

schrieb Lantal im Februar die LKW-Verkehre

in Europa neu aus. Zehn potentielle Speditionspartner

- eine Auswahl aus bisherigen

Dienstleistern und Empfehlungen der Churer

- luden Kunz und Beck direkt ein. Zudem

holten sie Angebote über eine Internet-

Plattform ein. Als sie die Offerte sah, traute

Kunz ihren Augen nicht: „Die Unterschiede

zu unseren bisherigen Konditionen waren

enorm! Das war nicht nur das gebündelte

Auftragsvolumen. Da spürten wir auch die

„Bei Lantal ist unsere ganze Kompetenz vom Transport-Knowhow über‘s IT-Wissen bis zur Zollexpertise

gefordert. Das macht richtig Spass!“ Stefan Beck betreut den Spezialtextiler seit dem

Erstgespräch im Frühjahr 2009.


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Der Zoll-, Steuern- &

Compliance-Service

Zoll, Steuern und Compliance. Wer diese

Themen als lästige Anhängsel sieht,

schenkt dem Staat z.B. durch fehlende

Präferenzangaben oft viel Geld. Und

geht manchmal beträchtliche juristische

Risiken ein, wenn z.B. das Sanktionslistenscreening

mangelhaft ist.

Der Expert-Service von Würth Logistics

ist ein Team aus Fachleuten für alle

transportrelevanten Zoll-, Steuer- und

Compliancethemen und bietet Ihnen

hier einen günstigen Schnell-Check an.

Detaillierte Informationen

erwünscht? Daniel Fontana freut sich

auf eine Nachricht von Ihnen:

+41 81 558 38 44 oder

daniel.fontana@wurth-logistics.com

habe sich ein Fahrer geweigert, Stoffrollen

von Hand aufzuladen. Als Hauptproblem

kristallisierte sich jedoch die EU-Verzollung

heraus. „Wir waren uns nicht bewusst, dass

unsere vielen alten Transportpartner die

spezifischen Ausfuhrformalitäten ganz automatisch

abgewickelt haben. Wer liefert wann

wem welche Papiere ? Das mussten wir jetzt

bis ins letzte Detail selbst aufarbeiten. Stefan

Beck hat uns dabei extrem unterstützt. Er

hing tagelang am Telefon. Sprach mit Kunden,

Behörden und Spediteuren.“ Sechs Wochen

habe es gedauert, bis alles wieder ‚giget‘

- gegeigt - habe, meint die Bernerin.

Ein fachkundiger ‚grosser Bruder‘ in Sachen

Logistik, die Bündelung von Transporten

auf wenige Dienstleister und leistungsfähige

Software sind eine Seite der Lantal Lösung.

Die andere ist die Anpassung der eigenen

Organisation: Kunz baut in ihrer Abteilung

gerade ein Kompetenzzentrum Transportlogistik

auf. Zwei Mitarbeiter werden sich in

Zukunft um die operative Abwicklung der

Sendungen kümmern. Der erste ist - nach

2-tägigem Crashkurs bei Würth Logistics in

Chur - bereits voll im Einsatz. „Meine Kolleginnen

und Kollegen nennen mich mittlerweile

Mrs. Logistics“, schmunzelt Anita

Kunz. Sie werde auch in Zukunft für die weitere

Optimierung der Abläufe und die Abstimmung

mit den Partnern verantwortlich

sein.

Über den Sommer nahm sie zusammen mit

Beck die Optimierung der Luftfracht in Angriff:

„Hier arbeitete Lantal bislang nur mit

einem Dienstleister zusammen. Wir haben

uns die Teilstrecken mit Vor- und Nachlauf

genau angesehen und dann neu ausgeschrieben.

Mit zwei neuen Partnern - die ein

wenig im Wettbewerb zueinander stehen -

kontrolliert Lantal heute den Transport bis

zum Empfänger. Und spart auch hier viel

Geld.“

Zufriedener Start und volles

Programm

Anita Kunz und Martin Mangei sehen ihre

Entscheidung für die Churer Logistikoptimierer

mehr als bestätigt. Mangei: „Die haben

von der ersten Sekunde an Klartext geredet.

Dieses können sie uns versprechen, jenes

könnte schwierig werden und das erwarten

sie von uns als Gegenleistungen. Zu 95%

hielten sie diese Ansagen. Damit bin ich sehr

zufrieden!“ Es sei bislang ein angenehmes

Zusammenarbeiten, ergänzt seine Projekt-

Kollegin: „Fragen wurden rasch, kompetent

und vor allem ehrlich beantwortet. Da entstand

zügig das Gefühl von Partnerschaft.“

Redet Beck über ‚seinen‘ Kunden, kommt er

ins Schwärmen: „Das ist sowohl eine feine

Kooperation mit feinen Menschen, als auch

fachlich eine höchst spannende, weil so umfassende

Aufgabe!“

Langeweile ist für die Churer Logistikoptimierer

bei Lantal nicht in Sicht. Mit Hochtouren

arbeiten sie im Moment an der Datenverbindung

zwischen Helv-e-dec und

TMIS. Versprochen war die für Juni. Beck

lächelt ein wenig verzagt: „Tja ... das sind die

5%, die wir noch nicht gehalten haben. Der

Datenaustausch unter mehreren Systemen

ist manchmal ein echter Hund. Aber das

haben wir in Kürze gelöst.“ Danach sei ein

Review über alle Prozesse und Dienstleister

geplant. Und das Finetuning des Versandsystems

TMIS. „Da geht es unter anderem

um Dispo-Hilfen. Beispielsweise, dass das

System je nach Kombination von Kunde und

Relation automatisch den optimalen Transporteur

vorschlägt.“ Das Thema „Zoll / EU-

Fiskalvertretung“ steht auf dem Programm.

Und wenn Lantal per Anfang 2011 SAP einführt,

sind die Daten-Verbindungen anzupassen.

„Ach ja,“ meint Beck, „mit 1. Januar

2011 gelten neue Incoterms. Da haben wir

mit Anita Kunz besprochen, dass wir bei der

Gelegenheit auch ihre ganze Service- und

Verkaufsmannschaft in den wesentlichen

Aspekten der neuen Handelsklauseln schulen

werden …“

Wie gesagt, Langeweile nicht in Sicht!

Kompetenzzentrum Logistik

Die von Lantal entwickelten pneumatischen Komfort-Sitze für Business- und First-Class sind seit 2009 im

Einsatz. Sie steigern den Komfort für den Fluggast und reduzieren Gewicht und Kosten für die Airlines.

Würth Logistics AG, Aspermontstrasse 1, Postfach, CH-7004 Chur

T +41 (0)81 558 38 00, F +41 (0)81 558 10 00

info@wurth-logistics.com, www.wurth-logistics.com

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