Trauma einer Stadt - Bunt statt braun

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Trauma einer Stadt - Bunt statt braun

Inhalt

Inhalt

Einführung

· Einführung zu Motivation, Kontext, Blickwinkeln

und Ergänzungen

· Chronologie der Ausschreitungen vom

22. bis 26. August 1992

· die Chronologie in englischer Übersetzung,

(geeignet für den Fremdsprachenunterricht)

· Gliederung der Ausstellung

· die Tafeln im Einzelnen mit Zusammenfassung,

Erläuterungen und Ergänzungen

· weiterführende Literatur

· Ausblick

Einführung

Kostbar ist sie, unsere Demokratie. Hat sie Deutschland doch

55 Jahre den Frieden gesichert – das ist mehr, als es jede

andere deutsche Staatsform zuvor geschafft hat. Verwundbar

ist sie auch, etwa wenn das Verantwortungsbewusstsein, das

für eine funktionierende Demokratie notwendig ist, auf

amtlicher und individueller Ebene fehlt. Das haben wir bei

pogromartigen Ausschreitungen im August 1992 in Rostock-

Lichtenhagen erlebt, als nach Tagen der Gewalteskalation ein

Wohngebäude unter dem Beifall tausender Menschen in

Brand gesetzt und ein Mordanschlag auf über 120 im Haus

eingeschlossene Menschen versucht wurde.

Jeder, der oder die sich die Details der Geschehnisse dieser

Ausschreitungen vergegenwärtigt, erschrickt: Ist das wirklich

so passiert? Wie war das nur möglich? Weil etwas so Unvorstellbares

in den Tagen um den 24. August 1992 geschah, dass

Tausende Bürgerinnen und Bürger ihren Verstand und ihre

Menschlichkeit aufgaben und alle Sicherheitssysteme unserer

Gesellschaft gleichzeitig versagten, tun wir gut daran, die

Faktoren kennenzulernen, die zu diesem „Gau“ geführt

haben. Damit können wir das Vertrauen in unsere Gesellschaft

und unsere Mitmenschlichkeit wiedererlangen. Wir haben die

Chance, uns zu verändern, damit unsere Demokratie keine

Schönwetter-Staatsform ist, sondern ein robustes Instrumentarium,

welches die Rechte von Minderheiten auch in Krisensituationen

wirkungsvoll zu schützen versteht.

Die Hansestadt Rostock ist dabei auf einem achtbaren Weg.

Der 10. Jahrestag der Ausschreitungen um den 24. August

1992 war uns Anlass, den bereits zurückgelegten Wegabschnitt

anzuschauen und für ein breites Publikum nachvollziehbar

zu machen. Die Faktoren, die zu den Ausschreitungen

geführt haben, waren so komplex, wie die

Schritte auf dem Weg zu einem friedlichen, weltoffenen und

demokratischen Miteinander vielfältig sind. Sie verdienen es,

von der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden.

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