Thomas Kuhn - Economic History

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Thomas Kuhn - Economic History

Thomas Kuhn

The Structure of Scientific

Revolutions

Economic History of Europe before the Industrial Revolution

Prof. Komlos, , Dr. Breitfelder

Sebastian Koch 25. 06. 2008 1/16


Agenda

Thomas Kuhn

• Wissenschaftstheorie

• Wissenschaftlicher Fortschritt

• The Structure of Scientific Revolutions

– Paradigma und Paradigmenwechsel

– Inkommensurabilität

– 3 Wissenschaften und Fortschritt der Wissenschaften

– Beispiele

– Kritik

• Literatur

Sebastian Koch 25. 06. 2008 2/16


Thomas Kuhn

Thomas Samuel Kuhn – (* 18. Juli 1922 in Cincinnati; † 17. Juni 1996 in

Cambridge, Massachusetts)

•Amerikanischer Intellektueller, Wissenschaftshistoriker/-philosoph

•Studium und Promotion der Physik in Harvard

•Professor für f r Geschichte und Philosophie an der University of California,

Berkeley; Princeton University; MIT

•In Berkeley: „The

Structure of Scientific Revolutions“

Sebastian Koch 25. 06. 2008 3/16


Wissenschaftstheorie

Teilgebiet der Philosophie: von Aristoteles über Kant bis Kuhn

Wissenschaft

Erkenntnis und Methodologie

Wissenschaftstheorie

Vorraussetzungen, Instrumente und Ziele der Wissenschaft

Verschiedene

Denkschulen:

Realismus; Positivismus, Relativismus, kritischer

Rationalismus, etc.

Sebastian Koch 25. 06. 2008 4/16


Wissenschaftlicher Fortschritt

Positivismus, Empirismus, krit. Rationalismus:

Akkumulation von Wissen

„Science

develops by the addition of new truth to the stock of old truth,

thereby approximates to the truth by correction of past errors –

The scientific method guarantees scientific progress!“

Quelle: The Stanford Encyclopedia of Philosophy: : Thomas Kuhn

Sebastian Koch 25. 06. 2008 5/16


The Structure of Scientific Revolutions

Quelle: The Structure of Scientific Revolutions, Chicago 1962,

Wissenschaftshistorische Argumentation anstelle philosophischer Logik:

Kernthese in Abgrenzung zum kritischen Rationalismus

(Popper)

Wissenschaft entwickelt sich nicht durch ein fortschreitendes

Anwachsen des Wissensvorrats hin zu einer idealisierten Wahrheit,

sondern ist ein Prozeß, , der durch dezidierte Brüche gekennzeichnet ist

Auch eine falsifizierte Theorie wird erst aufgegeben, wenn eine

Alternatividee existiert, die ein Problem/Puzzle besser erklärt

rt

Sebastian Koch 25. 06. 2008 6/16


Paradigma

1. Konkrete Problemlösung, die die Fachwelt akzeptiert hat

2. Nahezu alles, worüber in der Wissenschaft Konsens besteht ist

paradigmatisch, folglich auch ganze Theorien

Grundlegende Methoden, Annahmen, Variablen und Kerntheorien

(Disciplinary

Matrix) sind fixer Bestandteil des Paradigmas

Die „Disciplinary

Matrix“ des Paradigmas erlaubt die kummulative

Generation von Problemlösungen, und somit Spezialisierung und

das Erreichen wissenschaftlicher Tiefe

Sebastian Koch 25. 06. 2008 7/16


Paradigmenwechsel

Wissenschaftliche Innovationen

Probleme an zentralen Stellen eines Paradigmas

Diskussion über die Grundlagen einer Disziplin

Eine solche Krise kann zu einem Paradigmenwechsel führenf

Sebastian Koch 25. 06. 2008 8/16


Inkommensurabilität

= nicht Vergleichbarkeit verschiedener Theorien

Ein rivalisierendes Paradigma kann nicht durch die Disciplinary

Matrix eines anderen Paradigmas erklärt rt werden

Unterschiedliche Sprache und unterschiedliche Methoden

Anhänger nger verschiedener Paradigmen leben in unterschiedlichen Welten

Sebastian Koch 25. 06. 2008 9/16


3 Wissenschaften

Vor-

Wissenschaft

Normal-

Wissenschaft

Revolutionär-

Wissenschaft

•Kein zentrales

Paradigma

•Ausweitung des

Paradigma durch

Puzzle-Solving

•Krise des Paradigma

führt zu einem neuen

Paradigma

Existenz eines Paradigmas ist Zeichen einer reifen Wissenschaft

Wissenschaft als Wechselspiel zwischen Phasen der Normalwissenschaft

und der wissenschaftlichen Revolution

Sebastian Koch 25. 06. 2008 10/16


3 Wissenschaften - Fortschritt

Vor-Wissenschaft

Verschiedene Denkschulen verlieren Energie durch Fundamental-

Diskussionen mit anderen Denkschulen

Normal-Wissenschaft

Schrittweise Verbesserungen von Theorien im Rahmen des gegebenen

Paradigmas

Revolutionär-Wissenschaft

Diskussion über die Grundlagen des Paradigmas führen f

zu einem

Paradigmenwechsel und zu einer neuen Wahrnehmung der Welt

Sebastian Koch 25. 06. 2008 11/16


Wissenschaftlicher Fortschritt

Wissenschaft entwickelt sich nicht durch ein fortschreitendes

Anwachsen des Wissensvorrats hin zu einer idealisierten Wahrheit,

sondern ist ein Prozeß, , der durch dezidierte Brüche gekennzeichnet ist

Auch eine falsifizierte Theorie wird erst aufgegeben, wenn eine

Alternatividee existiert, die ein Problem/Puzzle besser erklärt

rt

Paradigmenwechsel führt f

zum „Kuhn-Loss“

Sebastian Koch 25. 06. 2008 12/16


Beispiele

Newtonsche Physik

Einsteins Relativitätstheorie

tstheorie

Agrarwirtschaft

Industrielle Revolution

Keynsianismus

Neoklassik

Sebastian Koch 25. 06. 2008 13/16


Kritik an Kuhn/“Structure

Structure“

Imre Lakatos: : Kritik am Paradigmenbegriff und den 3 Wissenschaften

Quelle: Rose, Uwe: Thomas S. Kuhn: Verständnis und Mißverst

verständnis. . Zur Geschichte seiner Rezeption

Paradigma als Leitgedanke zu ungenau

Methodologie entscheidend für f r Veränderungen

Revolution ein soziales Konstrukt

Kritik an Inkommensurabilität

Relativistisch und irrational

Wenn rivalisierende Theorien nicht direkt verglichen werden können, k

gibt es keine rationale Entscheidung, welche vorzuziehen sei

Sebastian Koch 25. 06. 2008 14/16


Literatur

Thomas S. Kuhn

„The

Structure of Scientific Revolutions“ (dt. Die Struktur wissenschaftlicher

Revolutionen (ISBN(

3518276255)), Chicago 1962, 2. erw. Ausg. 1970.

Uwe Rose

Thomas S. Kuhn: Verständnis und Mißverst

verständnis. . Zur Geschichte

seiner Rezeption (Dissertation, Göttingen G

2004)

Alexander Bird

Thomas Kuhn, Stanford Encyclopedia of Philosophy, , 2004

http://plato.stanford.edu

plato.stanford.edu/entries/thomas-kuhn/

Sebastian Koch 25. 06. 2008 15/16


Thomas Kuhn

The Structure of Scientific

Revolutions

Economic History of Europe before the Industrial Revolution

Prof. Komlos, , Dr. Breitfelder

Sebastian Koch 25. 06. 2008 16/16


Thomas Kuhn

The Structure of Scientific

Revolutions

Economic History of Europe before the Industrial Revolution

Prof. Komlos, Dr. Breitfelder

Sebastian Koch 25. 06. 2008 1/16

Thomas Kuhn

• Wissenschaftstheorie

Agenda

• Wissenschaftlicher Fortschritt

• The Structure of Scientific Revolutions

– Paradigma und Paradigmenwechsel

– Inkommensurabilität

– 3 Wissenschaften und Fortschritt der Wissenschaften

– Beispiele

– Kritik

• Literatur

Sebastian Koch 25. 06. 2008 2/16

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Thomas Kuhn

Thomas Samuel Kuhn – (* 18. Juli 1922 in Cincinnati; † 17. Juni 1996 in

Cambridge, Massachusetts)

•Amerikanischer Intellektueller, Wissenschaftshistoriker/-philosoph

•Studium und Promotion der Physik in Harvard

•Professor für Geschichte und Philosophie an der University of California,

Berkeley; Princeton University; MIT

•In Berkeley: „The Structure of Scientific Revolutions“

Sebastian Koch 25. 06. 2008 3/16

Wissenschaftstheorie

Teilgebiet der Philosophie: von Aristoteles über Kant bis Kuhn

Wissenschaft

Erkenntnis und Methodologie

Wissenschaftstheorie

Vorraussetzungen, Instrumente und Ziele der Wissenschaft

Verschiedene

Denkschulen:

Realismus; Positivismus, Relativismus, kritischer

Rationalismus, etc.

Sebastian Koch 25. 06. 2008 4/16

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Wissenschaftlicher Fortschritt

Positivismus, Empirismus, krit. Rationalismus:

Akkumulation von Wissen

„Science develops by the addition of new truth to the stock of old truth,

thereby approximates to the truth by correction of past errors –

The scientific method guarantees scientific progress!“

Quelle: The Stanford Encyclopedia of Philosophy: Thomas Kuhn

Sebastian Koch 25. 06. 2008 5/16

The Structure of Scientific Revolutions

Quelle: The Structure of Scientific Revolutions, Chicago 1962,

Wissenschaftshistorische Argumentation anstelle philosophischer Logik:

Kernthese in Abgrenzung zum kritischen Rationalismus

(Popper)

Wissenschaft entwickelt sich nicht durch ein fortschreitendes

Anwachsen des Wissensvorrats hin zu einer idealisierten Wahrheit,

sondern ist ein Prozeß, der durch dezidierte Brüche gekennzeichnet ist

Auch eine falsifizierte Theorie wird erst aufgegeben, wenn eine

Alternatividee existiert, die ein Problem/Puzzle besser erklärt

Sebastian Koch 25. 06. 2008 6/16

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Paradigma

1. Konkrete Problemlösung, die die Fachwelt akzeptiert hat

2. Nahezu alles, worüber in der Wissenschaft Konsens besteht ist

paradigmatisch, folglich auch ganze Theorien

Grundlegende Methoden, Annahmen, Variablen und Kerntheorien

(Disciplinary Matrix) sind fixer Bestandteil des Paradigmas

Die „Disciplinary Matrix“ des Paradigmas erlaubt die kummulative

Generation von Problemlösungen, und somit Spezialisierung und

das Erreichen wissenschaftlicher Tiefe

Sebastian Koch 25. 06. 2008 7/16

Paradigmenwechsel

Wissenschaftliche Innovationen

Probleme an zentralen Stellen eines Paradigmas

Diskussion über die Grundlagen einer Disziplin

Eine solche Krise kann zu einem Paradigmenwechsel führen

Sebastian Koch 25. 06. 2008 8/16

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Inkommensurabilität

= nicht Vergleichbarkeit verschiedener Theorien

Ein rivalisierendes Paradigma kann nicht durch die Disciplinary

Matrix eines anderen Paradigmas erklärt werden

Unterschiedliche Sprache und unterschiedliche Methoden

Anhänger verschiedener Paradigmen leben in unterschiedlichen Welten

Sebastian Koch 25. 06. 2008 9/16

3 Wissenschaften

Vor-

Wissenschaft

Normal-

Wissenschaft

Revolutionär-

Wissenschaft

•Kein zentrales

Paradigma

•Ausweitung des

Paradigma durch

Puzzle-Solving

•Krise des Paradigma

führt zu einem neuen

Paradigma

Existenz eines Paradigmas ist Zeichen einer reifen Wissenschaft

Wissenschaft als Wechselspiel zwischen Phasen der Normalwissenschaft

und der wissenschaftlichen Revolution

Sebastian Koch 25. 06. 2008 10/16

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3 Wissenschaften - Fortschritt

Vor-Wissenschaft

Verschiedene Denkschulen verlieren Energie durch Fundamental-

Diskussionen mit anderen Denkschulen

Normal-Wissenschaft

Schrittweise Verbesserungen von Theorien im Rahmen des gegebenen

Paradigmas

Revolutionär-Wissenschaft

Diskussion über die Grundlagen des Paradigmas führen zu einem

Paradigmenwechsel und zu einer neuen Wahrnehmung der Welt

Sebastian Koch 25. 06. 2008 11/16

Wissenschaftlicher Fortschritt

Wissenschaft entwickelt sich nicht durch ein fortschreitendes

Anwachsen des Wissensvorrats hin zu einer idealisierten Wahrheit,

sondern ist ein Prozeß, der durch dezidierte Brüche gekennzeichnet ist

Auch eine falsifizierte Theorie wird erst aufgegeben, wenn eine

Alternatividee existiert, die ein Problem/Puzzle besser erklärt

Paradigmenwechsel führt zum „Kuhn-Loss“

Sebastian Koch 25. 06. 2008 12/16

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Beispiele

Newtonsche Physik

Einsteins Relativitätstheorie

Agrarwirtschaft

Industrielle Revolution

Keynsianismus

Neoklassik

Sebastian Koch 25. 06. 2008 13/16

Kritik an Kuhn/“Structure“

Imre Lakatos: Kritik am Paradigmenbegriff und den 3 Wissenschaften

Quelle: Rose, Uwe: Thomas S. Kuhn: Verständnis und Mißverständnis. Zur Geschichte seiner Rezeption

Paradigma als Leitgedanke zu ungenau

Methodologie entscheidend für Veränderungen

Revolution ein soziales Konstrukt

Kritik an Inkommensurabilität

Relativistisch und irrational

Wenn rivalisierende Theorien nicht direkt verglichen werden können,

gibt es keine rationale Entscheidung, welche vorzuziehen sei

Sebastian Koch 25. 06. 2008 14/16

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Literatur

Thomas S. Kuhn

„The Structure of Scientific Revolutions“ (dt. Die Struktur wissenschaftlicher

Revolutionen (ISBN 3518276255)), Chicago 1962, 2. erw. Ausg. 1970.

Uwe Rose

Thomas S. Kuhn: Verständnis und Mißverständnis. Zur Geschichte

seiner Rezeption (Dissertation, Göttingen 2004)

Alexander Bird

Thomas Kuhn, Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2004

http://plato.stanford.edu/entries/thomas-kuhn/

Sebastian Koch 25. 06. 2008 15/16

Thomas Kuhn

The Structure of Scientific

Revolutions

Economic History of Europe before the Industrial Revolution

Prof. Komlos, Dr. Breitfelder

Sebastian Koch 25. 06. 2008 16/16

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