DIE WIRTSCHAFT Münster Münsterland

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Wirtschaftskompetenz aus der Region für die Region!

Mit dem Titel „DIE WIRTSCHAFT Münster / Münsterland“ ist am 20. November das neue Medienprojekt der Unternehmensgruppe Aschendorff mit einer Auflage von 17.000 Exemplaren erschienen.

Die Wirtschaftszeitung richtet sich insbesondere an Spitzenkräfte und Unternehmer der münsterländischen Wirtschaft, darüber hinaus an Entscheider in Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. All diese bekommen die Zeitung persönlich adressiert direkt auf ihren Schreibtisch geliefert.

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Branchen &Betriebe: Zement Geld &Geschäft: Eine gute Leben &Wi sen: Warum ist

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Seiten 17/18

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aus Lengerich weltweit gefragt

Ko munikation zahlt sich aus Mathe-Unte richt so wichtig?

Münster |Münsterland

ie Wirtschaft in Münster und

Münsterland ist mit Garant für

die Stärke Nordrhein-Westfalens. Das

mit vielen Problemen kämpfende Bundesland

ka n wirklich froh sein, da s

Eine schöne Landschaft mit a traktiven

Städten und Dörfer,historischen ckelt –wurde Anfang 2012 vom Bund als lungswert definieren“, sagt der Hauptgesen.

„Im Münsterland mü sen wir noch zwischen Teuto und Lippe, Bocholt und

westfalen –unter OWL zur Mark entwi-

über ihren hohen Freizeit- und Erho-

regionale Profilierung verstanden wis-

Anwesen und einem a traktiven Top-Technologie-Standort ausgezeichnet.

Im Norden des Münsterlandes hat delskammer (IHK) Nord Westfalen, Karl- lebenswerte, vor a lem aber um

schäftsführer der Industrie- und Han-

deutlicher machen, da s e sich um eine

Oberzentrum in der Mi te: Das

Münsterland ka n sich sehen lassen. sich die Ems-Achs etabliert. Das Ruhrgebiet

schwelgt lange scho nicht mehr nur men ihm zu.

folgreiche Region han-

Friedrich Schulte Ue bing. Andere stim-

eine wirtschaftlich sehr er-

Wie aber wird eigentlich von

außen gesehen? Neben der Hochschu

landschaft, die weit über den dern unterni mt zurzeit eine neuen die Wirtschaft, Du mkopf.“ Bill Clinton

in der Kohle- und Stahl-Nostalgie, son-

„It’s th economy, stupid“ -„Es geht um delt.“

Rand hinau strahlt, sind es vor allem

die weichen Standortfaktoren, Bund für Straßen, Flächen und Stadt-

Satz 1 92 im US-amerikanischen Wahl-

Modernisierungsanlauf. Mi liarden vom war es, der diesen berühmt gewordenen

die den Ruf begründen. Pä tkestouren

und Kiepenkerl –genügt das auf es heißt –modernes Umfeld bieten. auch Klaus Ehling, Vorstandsvorerneuerung

so len Industri ein –wie kampf prägte. In diesem Si n will

Dauer?

„Vor diesem Hintergrund reicht es nicht sitzender Managementmehr,

wenn sich Regionen heutzutage in Agentur „Münsterland e.V.“, die

as Münsterland ist natürlich

viel mehr. Nur ist das

erster Linie

nicht immer sichtbar. Es ist

vor a lem ein erfolgreicher

Wirtschaftsraum, in dieser

Foto: Fischerverlage

Verlag und Redaktion widmen ihr ab heut ein eigene Zeitung

Heute halten Sie sie in den Händen: Die Wirtschaft ist ein so großes und

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

–eine neue Zeitung, fokus-

dass ihr Verlag und Redaktion ein eige-

wichtiges Thema in der Gese lschaft,

siert auf die Region, u mehrzuwissen

und be ser zuentscheiden. Berichten, Kommentaren. Viel Lesene

Zeitung widmen –mit Reportagen,

sto f auf 32 farbigen Seiten, ein ideales

echs Mal pro wird sie ab Umfeld auch für Anzeigen.

dem Jahr 2015 erscheinen. Vier Themenfelder kö nen Sie als Leserin

und Leser künftig bei der Lektüre

Sechs Mal im Jahr wird sie

über relevante regionale entdecken:

Wirtschaftsthemen informie-

Macher &Märkte

ren, Standpunkt beziehen, Hintergründe

Branchen &Betriebe

erläutern, Unternehmen, Trends und

Geld &Geschäft

Neuheiten vorstellen. Eine Zeitung über – Leben &Wi sen.

die Wirtschaft, eine Zeitung für die Wirtschaft.

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

–eine Zeitung mit vielen regionalen

Wirtschaftsthemen, mit

Nutzwert und Unterhaltung. Viel

Freude beim Lesen wünschen

Verlag und Redaktion

Branchen &Betriebe: Geld &Geschäft: Leben &Wi sen: Zement

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gute

17/18

Warum

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ist

aus Lengerich weltweit gefragt

Ko munikation zahlt sich aus Mathe-Unte richt so wichtig?

w.die-wirtschaft-muensterland.de Ausgabe 1/14 |Donnerstag, 20. November 2014 Einzelpreis: 2, 0 Euro

DIE WIRTSCHAFT

Der unterschätzte Riese

OFFEN GESAGT

Verlag und Redaktion widmen ihr ab heut ein eigene Zeitung

Das Münsterland ist ein starker Wirtschaftsraum, nur weiß dies kaum jemand. Die Region hat

sich be ihrer Strategie noch nicht von alten Fesseln befreit –wie einst Gu liver Liliput.

ie Wirtschaft inMünster Münsterland ist mit ein Garant für

die Stärke Nordrhein-Westfalens. Das

mitvielen Problemen kämpfende Bundesland

ka wirklich froh sein, da s

Eine schöne Landsch aft mit a trakt i- westfalen– unter OWL zurMark entwickelt–

wurdeAnfang 2012vom Bund als lungswertdefinieren“, sagtder Hauptgesen.

„Im Münsterland mü sen noch zwischen Teuto und Li pe, Bocholt Anwesen und einem a ktiven Top-Technologie-Standort ausgezeichschäftsführer

der Industrie- und Han-

deutlicher machen, da sich um eine Beckum der ländliche Raum zwar

über ihren hohen Freizeit- und Erho-

regionale Profilierung verstanden wis-

venStädt en und Dörfer, historisch Oberzentrum in der Mi te: Das net. Im Norden des Münsterlandes hat delska mer(IHK) NordWestfalen, Karl- lebenswerte, vor a lem aber um sichtbarist, aber nicht mehr von

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Radler-Routenund Schinkenrauchdo-

Friedrich SchulteUebbing. Andere stim-

eine wirtschaftlich sehr er-

Ackerba und Viehzucht, verträumten

Wie aber wird eigentlich von

außen gesehen? Neben der Hoch-

der Kohle- und Stahl-Nostalgie, sondern

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Das Münsterland ist eine bis heuteauf-

„It’s th economy, stupid“ -„Es geht um delt.“

miniert wird.

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Rand hinau strahlt, sind vor allem

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Satz 1 92im US-amerikanischen Wahl-

einer strukture l und im Hinblick auf

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strebende, gutgelegene Region mit

die den Ruf begründen. Pä tkestouren

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„Vor diesem Hintergrund reicht es nicht sitzender Management-

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mehr,wenn sich Regionenheutzutage Agentur „Münsterland e.V.“, die

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bewegen, mit beka nten Hoch-

as Münsterland ist natürlich

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erster Linie

nicht i mersichtbar. Es derklein- und telständischen Betriebe

–gesunden Arbeits- und Ausbil-

vor a lem ein erfolgreicher

Wirtschaftsraum,in dieser

dungsmarkt.

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Gerade deshalb so lte das Münsterland,

sich erst langsam erhebt. Die Tatsache,

das längst internationaler ist als viele

dass die Region ohne große Ble suren

denken beim Bru toinlandsprodukt

durch die Wirtschaftskrisen der vergangenenJahre

gegangenist, spricht ebenso

mehr Mut zur Größe zeigen an

vor Ländern wie Bulgarien rangiert,

Bände wie die seit niedrige

Profil gewi nen. Selbstbewu stsein ist

Arbeitslosenquote.Also, a les gut? Nicht

angebracht, Stolz auf das Erreichte, gep

art miteiner offenen und ehrlichen

wirklich.

Seitgeraumer Zeit

Sicht Herausforderungenund Probleme

–un der Bereitschaft für diese

schon befinden

sich auch Regionen

in einem

so viele Vorteile bietet, die Ärmelauf-

Region, die mit Blick auf eine Zukunft

heftigen Konku

renz-

vertreten.

zukrempeln und sie auch o fensiv kampf. Ost-

O bi tereKrise, gena nt sei hier nur

der Überlebenskampf der Textilindustrie,

oder konjunkture Schwächephase

–die Wirtschaft in Münster und im

Münsterland war nie i mun, aber sie

hat gelernt, mit den Megatrends leben

und sich zu behaupten. Die Gemengelage

zum Ende des Jahres ist

zweife los kompliziert, sie so lte die

Wirtschaft im Münsterland aber nicht

kopfscheu machen. Mut ist gefragt.

Heute halten Sie sie in den Hände n: Die Wirtschaft ist ein so großes DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

–eine neue Zeitung ,fokus-

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wichtiges Thema der Gesellschaft,

siert auf dieRegio n,u mehrzuwissenundbeserzuentschei

den. Berichten, Ko mentaren. Viel Lesene

Zeitung widmen –mit Reportagen,

stoffauf 32farbigen Seiten, ein ideales

echsM al pro Jahrwird sieab Umfeld auch für Anzeigen.

dem Jahr 2015 erscheinen. Vier Themenfelder kö nen Sie als Leserinund

Leserkünftig beider Lektüre

Sechs Mal im Jahr wird sie

übe relevante regionale entdecken:

Wirtschaftsthemen informieren,

Standpunktbeziehen, Hintergründe

Branchen &Betriebe

– Macher &Märkte

erläutern, Unternehmen, Trends und

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die Wirtschaft,eine Zeitung fürdie Wirtschaftterland

–eine Zeitung mit vielen re-

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsgionalen

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Die Wirtschaft ist wichtig

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Warumist

Zement

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Einegute

ausLengerichweltweitgefragt

Kommunikationzahltsichaus

Mathe-Unterrichtsowichtig?

Ausgabe1/14|Donnerstag,20.November 2014 Einzelpreis:2,00Euro

DIE WIRTSCHAFT

Der unterschätzte Riese

DasMünsterlandistein starkerWirtschaftsraum, nurweißdies kaumjemand.Die Regionhat

sichbeiihrerStrategie nochnicht vonaltenFesseln befreit– wieeinstGulliverin Liliput.

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dieStärkeNordrhein-Westfalens.Das

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Ausgabe 1/14 |Donnerstag, 20. November 2014 www.die-wirtschaft-muensterland.de Einzelpreis: 2,00 Euro

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Der unterschätzte Riese

Das Münsterland ist ein starker Wirtschaftsraum, nur weiß dies kaum jemand. Die Region hat

sich bei ihrer Strategie noch nicht von alten Fesseln befreit –wie einst Gulliver in Liliput.

Eine schöne Landschaft mit attraktiven

Städten und Dörfern, historischen

Anwesen und einem attraktiven

Oberzentrum in der Mitte: Das

Münsterland kann sich sehen lassen.

Wie aber wird es eigentlich von

außen gesehen? Neben der Hochschullandschaft,

die weit über den

Rand hinaus strahlt, sind es vor allem

die weichen Standortfaktoren,

die den Ruf begründen. Pättkestouren

und Kiepenkerl –genügt das auf

Dauer?

Das Münsterland ist natürlich

viel mehr. Nur ist das

nicht immer sichtbar.Esist

vorallem ein erfolgreicher

Wirtschaftsraum, in dieser

Rolle jedoch ein kleingeredeter Riese, der

sich erst langsam erhebt. Die Tatsache,

dass die Region ohne große Blessuren

durch die Wirtschaftskrisen der vergangenen

Jahregegangen ist, spricht ebenso

Bände wie die seit Jahren niedrige

Arbeitslosenquote. Also, alles gut? Nicht

wirklich.

Seit geraumer Zeit

schon befinden

sich auch Regionen

in einem

heftigen Konkurrenzkampf.

Ostwestfalen

–unter OWLzur Markeentwickelt

–wurde Anfang 2012 vomBund als

Top-Technologie-Standort ausgezeichnet.

Im Norden des Münsterlandes hat

sich die Ems-Achse etabliert. Das Ruhrgebiet

schwelgt langeschon nicht mehr nur

in der Kohle- und Stahl-Nostalgie, sondern

unternimmt zurzeit einen neuen

Modernisierungsanlauf. Milliarden vom

Bund für Straßen, Flächen und Stadterneuerung

sollen der Industrie ein –wie

es heißt –modernes Umfeld bieten.

„Vor diesem Hintergrund reicht es nicht

mehr,wenn sich Regionen heutzutagein

erster Linie

Foto: Fischerverlage

über ihren hohen Freizeit- und Erholungswert

definieren“, sagt der Hauptgeschäftsführer

der Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen, Karl-

Friedrich Schulte-Uebbing. Andere stimmen

ihm zu.

„It’s the economy, stupid“ –„Es geht um

die Wirtschaft, Dummkopf.“ Bill Clinton

war es, der diesen berühmt gewordenen

Satz 1992 im US-amerikanischen Wahlkampf

prägte. In diesem Sinn will

auch Klaus Ehling, Vorstandsvorsitzender

der Management-

Agentur „Münsterland e.V.“, die

regionale Profilierung verstanden wissen.

„Im Münsterland müssen wir noch

deutlicher machen, dass es sich um eine

lebenswerte, vor allem aber um

eine wirtschaftlich sehr erfolgreiche

Region handelt.“


OFFEN GESAGT

Mut zur Größe

Die Wirtschaft in Münster und

Münsterland ist mit ein Garant für

die Stärke Nordrhein-Westfalens. Das

mit vielen Problemen kämpfende Bundesland

kann wirklich froh sein, dass

zwischen Teuto und Lippe, Bocholt und

Beckum der ländliche Raum zwar

sichtbar ist, aber nicht mehr von

Ackerbau und Viehzucht, verträumten

Radler-Routen und Schinkenrauch dominiert

wird.

Das Münsterland ist eine bis heute aufstrebende,

zentral in Westeuropa gelegene

Region mit einer strukturell und

im Hinblick auf die Branchen gemischten

und deshalb bisher weniger krisenanfälligen

Wirtschaft. Eine Region mit

zahlreichen Unternehmen, die sich auf

dem Weltmarkt bewegen, mit bekannten

Hochschulen und einem –dank der

Vielzahl der klein- und mittelständischen

Betriebe –gesunden Arbeitsund

Ausbildungsmarkt.

Gerade deshalb sollte das Münsterland,

das längst internationaler ist, als viele

denken, und beim Bruttoinlandsprodukt

vor Ländern wie Bulgarien rangiert,

mehr Mut zur Größe zeigen und

an Profil gewinnen. Selbstbewusstsein

ist angebracht, Stolz auf das Erreichte,

gepaart mit einer offenen und ehrlichen

Sicht auf Herausforderungen und

Probleme –und der Bereitschaft für

diese Region, die mit Blick auf eine

Zukunft so viele Vorteile bietet, die Ärmel

aufzukrempeln und sie auch offensiv

zu vertreten.

Ob bittere Krise, genannt sei hier nur

der Überlebenskampf der Textilindustrie,

oder konjunkturelle Schwächephase

–die Wirtschaft in Münster und im

Münsterland war nie immun, aber sie

hat gelernt, sich auf die Megatrends

schnell einzustellen. Die Gemengelage

zum Ende des Jahres ist zweifellos

kompliziert, sie sollte die Wirtschaft im

Münsterland aber nicht kopfscheu machen.

Mut ist gefragt.

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Die Wirtschaft ist wichtig

Verlag und Redaktion widmen ihr ab heute eine eigene Zeitung

DÖCKER UND PARTNER mbB

WIRTSCHAFTSPRÜFER STEUERBERATER

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Heute halten Sie sie in den Händen:

DIE WIRTSCHAFT Münster |Münsterland

–eine neue Zeitung, fokussiert

auf die Region, um mehr zu wissen

und besser zu entscheiden.

Sechs Mal pro Jahr wird sie ab

dem Jahr 2015 erscheinen.

Sechs Mal im Jahr wird sie

über relevante regionale

Wirtschaftsthemen informieren,

Standpunkt beziehen, Hintergründe

erläutern, Unternehmen, Trends und

Neuheiten vorstellen. Eine Zeitung über

die Wirtschaft, eine Zeitung für die Wirtschaft.

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Die Wirtschaft ist ein so großes und

wichtiges Thema in der Gesellschaft,

dass ihr Verlag und Redaktion eine eigene

Zeitung widmen –mit Reportagen,

Berichten, Kommentaren. Viel Lesestoff

auf 32 farbigen Seiten, ein ideales Umfeld

auch für Anzeigen.

Vier Themenfelder können Sie als Leserin

und Leser künftig bei der Lektüre

entdecken:

– Macher &Märkte

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–eine Zeitung mit vielen regionalen

Wirtschaftsthemen, mit

Nutzwert und Unterhaltung. Viel

Freude beim Lesen wünschen

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DIE WIRTSCHAFT

Ausgabe 1/14 |Donnerstag, 20. November 2014 www.die-wirtschaft-muensterland.de Einzelpreis: 2,00 Euro

Der unterschätzte Riese

Das Münsterland ist ein starker Wirtschaftsraum, nur weiß dies kaum jemand. Die Region hat

sich bei ihrer Strategie noch nicht von alten Fesseln befreit –wie einst Gulliver in Liliput.

Eine schöne Landschaft mit attraktiven

Städten und Dörfer,historischen

Anwesen und einem attraktiven

Oberzentrum in der Mitte: Das

Münsterland kann sich sehen lassen.

Wie aber wird es eigentlich von

außen gesehen? Neben der Hochschullandschaft,

die weit über den

Rand hinaus strahlt, sind es vor allem

die weichen Standortfaktoren,

die den Ruf begründen. Pättkestouren

und Kiepenkerl –genügt das auf

Dauer?

westfalen –unter OWLzur Markeentwickelt

–wurde Anfang 2012 vomBund als lungswert definieren“, sagt der Hauptgesen.

„Im Münsterland müssen wir noch

über ihren hohen Freizeit- und Erho-

regionale Profilierung verstanden wis-

Top-Technologie-Standort ausgezeichnet.

Im Norden des Münsterlandes hat delskammer (IHK) Nord Westfalen, Karl- lebenswerte, vor alem aber um

schäftsführer der Industrie- und Han-

deutlicher machen, dass e sich um eine

sich die Ems-Achse etabliert. Das Ruhrgebiet

schwelgt langeschon nicht mehr nur men ihm zu.

folgreiche Region han-

Friedrich Schulte Uebbing. Andere stim-

eine wirtschaftlich sehr er-

in der Kohle- und Stahl-Nostalgie, sondern

unternimmt zurzeit einen neuen die Wirtschaft, Dummkopf.“ Bi l Clinton

„It’s the economy, stupid“ -„Es geht um delt.“

Modernisierungsanlauf. Mi liarden vom war es, der diesen berühmt gewordenen

Bund für Straßen, Flächen und Stadterneuerung

so len der Industrie ein –wie kampf prägte. In diesem Sinn wi l

Satz 1992 im US-amerikanischen Wahl-

es heißt –modernes Umfeld bieten. auch Klaus Ehling, Vorstandsvorsitzender

der Management-

„Vor diesem Hintergrund reicht es nicht

mehr,wenn sich Regionen heutzutagein Agentur „Münsterland e.V.“, die

as Münsterland ist natürlich

viel mehr. Nur ist das

erster Linie

nicht immer sichtbar.Esist

voralem ein erfolgreicher

Wirtschaftsraum, in dieser

Ro le jedoch ein kleingeredeter Riese, der

sich erst langsam erhebt. Die Tatsache,

dass die Region ohne große Blessuren

durch die Wirtschaftskrisen der vergangenen

Jahre gegangen ist, spricht ebenso

Bände wie die seit Jahren niedrige

Arbeitslosenquote. Also, a les gut? Nicht

wirklich.

Seit geraumer Zeit

schon befinden

sich auch Regionen

in einem

heftigen Konkurrenzkampf.

Ost-

D

Foto: Fischerverlage

Münster |Münsterland

Die Wirtschaft ist wichtig

Verlag und Redaktion widmen ihr ab heute eine eigene Zeitung

Heute halten Sie sie in den Händen: Die Wirtschaft ist ein so großes und

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsterland

–eine neue Zeitung, fokus-

dass ihr Verlag und Redaktion eine eige-

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siertauf dieRegion, um mehr zu wissen

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Sechs Mal im Jahr wird sie

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Macher &Märkte

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Branchen &Betriebe

erläutern, Unternehmen, Trends und

Geld &Geschäft

Neuheiten vorste len. Eine Zeitung über – Leben &Wissen.

die Wirtschaft, eine Zeitung für die Wirtschaftterland

–eine Zeitung mit vielen re-

DIE WIRTSCHAFT Münster /Münsgionalen

Wirtschaftsthemen, mit

Nutzwert und Unterhaltung. Viel

Freude beim Lesen wünschen

Verlag und Redaktion

S

DIE WIRTSCHAFT

Ausgabe 1/14 |Do nerstag, 20. November 2014 www.die-wirtschaft-muensterland.de Einzelpreis: 2,00 Euro

Der unterschätzte Riese

Das Münsterland ist ein starker Wirtschaftsraum, nur weiß dies kaum jemand. Die Region hat

sich be ihrer Strategie noch nicht von alten Fe seln befreit –wi einst Gu liver in Liliput.

D

Ro le jedoch ein kleingeredeter Riese, der

sich erst langsam erhebt. Die Tatsache,

dass die Region ohne große Ble suren

durch die Wirtschaftskrisen der vergangenen

Jahre gegangen ist, spricht ebenso

Bände wie die seit Jahre niedrige

Arbeitslosenquote. Also, alles gut? Nicht

wirklich.

Seit geraumer Zeit

schon befinden

sich auch Regionen

einem

heftigen Konku

renzkampf.

Ost-

Die Wirtschaft ist wichtig

S

Beckum der ländliche Raum zwar

sichtbar ist, aber nicht mehr von

Ackerbau und Viehzucht, verträumten

Radler-Routen und Schinkenrauch dominiert

wird.

Das Münsterland ist eine bis heute aufstrebende,

gut gelegene Region mit

einer strukture l und im Hinblick auf

die Branchen gemischten un deshalb

bisher weniger krisenanfälligen Wirtschaft.

Eine Region mit zahlreichen

Unternehmen, die sich auf dem Weltmarkt

bewegen, mit bekannten Hochschulen

und einem –dank der Vielzahl

der klein- und mi telständischen Betriebe

–gesunden Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Gerade deshalb sollte das Münsterland,

das längst internationaler ist als viele

denken und beim Bru toinlandsprodukt

vor Ländern wie Bulgarien rangiert,

mehr Mut zur Größe zeigen und Profil gewinnen. Selbstbewusstsein ist

angebracht, Stolz auf das E reichte, gep

art mit einer offenen und ehrlichen

Sicht auf Herausforderungen und Probleme

–und der Bereitschaft für diese

Region, die mit Blick auf eine Zukunft

so viele Vorteile bietet, die Ärmel aufzukrempeln

und sie auch o fensiv zu

vertreten.

O bi tere Krise, genannt sei hier nur

der Überlebenskampf der Textilindustrie,

oder konjunkture Schwächephase

–die Wirtschaft in Münster und im

Münsterland war nie i mun, aber sie

hat gelernt, mit den Megatrends zu leben

und sich zu behaupten. Die Gemengelage

zum Ende des Jahres ist

zweife los kompliziert, sie so lte die

Wirtschaft im Münsterland aber nicht

kopfscheu machen. Mut ist gefragt.

Die beste Lösung scheint oft unerreichbar –

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Aschendor f Verlag GmbH & Co. KG | Soester Straße 13 | 481 5 Münster | PVST 8690

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Mut zur Größe

ie Wirtschaft inMünster und

DMünsterland ist mit ein Garant für

die Stärke Nordrhein-Westfalens. Das

mit vielen Problemen kämpfende Bundesland

kann wirklich froh sein, dass

zwischen Teuto und Lippe, Bocholt und

Beckum der ländliche Raum zwar

sichtbar ist, aber nicht mehr von

Ackerbau und Viehzucht, verträumten

Radler-Routen und Schinkenrauch dominiert

wird.

Das Münsterland ist eine bis heute aufstrebende,

gut gelegene Region mit

einer strukturell und im Hinblick auf

die Branchen gemischten und deshalb

bisher weniger krisenanfälligen Wirtschaft.

Eine Region mit zahlreichen

Unternehmen, die sich auf dem Weltmarkt

bewegen, mit bekannten Hochschulen

und einem –dank der Vielzahl

der klein- und mittelständischen Betriebe

–gesunden Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Gerade deshalb so lte das Münsterland,

das längst internationaler ist als viele

denken und beim Bruttoinlandsprodukt

vor Ländern wie Bulgarien rangiert,

mehr Mut zur Größe zeigen und an

Profil gewinnen. Selbstbewusstsein ist

angebracht, Stolz auf das Erreichte, gepaart

mit einer offenen und ehrlichen

Sicht auf Herausforderungen und Probleme

–und der Bereitschaft für diese

Region, die mit Blick auf eine Zukunft

so viele Vorteile bietet, die Ärmel aufzukrempeln

und sie auch offensiv zu

vertreten.

Ob bittere Krise, genannt sei hier nur

der Überlebenskampf der Textilindustrie,

oder konjunkture le Schwächephase

–die Wirtschaft in Münster und im

Münsterland war nie immun, aber sie

hat gelernt, mit den Megatrends zu leben

und sich zu behaupten. Die Gemengelage

zum Ende des Jahres ist

zweifellos kompliziert, sie so lte die

Wirtschaft imMünsterland aber nicht

kopfscheu machen. Mut ist gefragt.

Unsere Lohn-Optimierer.

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2 MACHER &MÄRKTE

Weg vom

Kirchturmdenken

Vier Thesen, wie sich das Münsterland für die Zukunft besser

aufstellen kann. Vom Musketier-Prinzip bis zur Macht der Marke.

Fortsetzung von Seite 1

Münsters Hafen wandelt sich vom alten Umschlagplatz für Güter

zum Kreativkai.

Foto: Luftbildkontor Fischer

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster IMünsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG

Geschäftsbereich: Media &Sales

Soester Straße 13, 48155 Münster

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Redaktionsleitung:

Claudia Bakker

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Telefon: 0251.690-4701

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Gestaltung/Layout:

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Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG

An der Hansalinie 1, 48163 Münster

Telefon: 0251.690-0

Telefax: 0251.690-215

Auflage:

17.000 Exemplare

Hinweis: Dieser Ausgabe liegt eine Beilage der Firma MünsterlandManager.de

Groten &Lezgus oHG, Münster, bei. Wir bitten

unsere Leser um freundliche Beachtung.

Sattelauflieger von Schmitz Cargobull aus Altenberge sind weltweit gefragt.

Die Mischung macht’s: Im

Münsterland sind Weltmarktführer

zu Hause –

die Maschinenbauer „Beumer

Group“ in Beckum

und „Haver &Boeker“ in Oelde oder der

Markt- und Technologieführer in der

Nutzfahrzeugbranche, „Schmitz Cargobull“

in Altenberge sind nur drei vonvielen

Beispielen. Und auch wenn Konzerntöchter

wie „Polysius“ weltweit 1600 Mitarbeiter

beschäftigen und der Farbenhersteller

„Brillux“ über 2400 Menschen

Arbeit gibt: Die Mehrheit der rund

530 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

im Münsterland arbeitet in

kleineren mittelständischen Betrieben.

Auch die sind längst global unterwegs. So

hat sich zum Beispiel die Exportquoteim

regionalen Maschinenbau seit 1980 verfünffacht.

38 Prozent des Gesamtumsatzes

der Unternehmen im Kammerbezirk

der IHK Nord Westfalen wirdimAusland

erwirtschaftet – in170 Länder der Erde

verkaufen Unternehmen aus dem Münsterland

und der Emscher-Lippe-Region

Warenund Dienstleistungen im Wert von

18 Milliarden Euro. Dies ist mehr als bemerkenswert,

denn dieser Wert liegt höher

als der Export aller Unternehmen im

Bundesland Schleswig-Holstein. Münsterländische

Unternehmen sind weltweit

unterwegs und vertreten –inden USAgenauso

wie auf Sansibar. Nur, wer weiß

das eigentlich?

Der Wettbewerb der Regionen ist die eine

Aufgabe, der sich das Münsterland offensiver

stellen muss. Der Kampf um die

klügsten Köpfe und geschicktesten Hände

die andere.

Der Fachkräftemangel ist eines der drückendsten

Probleme der Wirtschaft, das

hat nicht zuletzt eine Umfrage der Universität

Münster unter Leitung vonProf.

UlrikeRöttger vomInstitut für Kommunikationswissenschaft

bestätigt. Laut IHK

fehlen schon jetzt im Münsterland

35 000 Fachkräfte. „Im Jahr 2030 werden

es rund 70 000 sein“, sagt Kammer-

Sprecher Guido Krüdewagen. Und dies,

obwohl Münster die am schnellsten

wachsende Stadt nördlich des Mains ist

und gerade in der mittleren, arbeitenden

Generation die Zuwachsraten heutenoch

sehr gut sind.

Verbesserungswürdig im Sinne einer

Standortstärkungsind aus Sicht der Wirtschaft

die regionalen Verkehrsanbindungen

sowie die flächendeckende Versorgung

mit schnellem Internet über Breitband-Kabel.

Das Breitband ist für die Lebensfähigkeit

kleinerer Kommunen im

Randbereich von immenser Bedeutung.

Und beim Verkehr muss man nur auf die

errechneten Zuwachsraten der nächsten

Jahre schauen, um zu erkennen, dass

große Summen für Unterhaltung und

Neubau unbedingt erforderlich sind.

Prognosen gehen allein beim Güterverkehr

bis zum Jahr 2030 von einem Zuwachs

um plus 38 Prozent aus.

Nach wie vor ist viel Licht –mittelfristig

aber auch bei falscher Weichenstellung

Schatten. Es gibt also einiges zu tun. Damit

die Region ökonomisch erfolgreich

bleibt, muss sie vier Bedingungen erfüllen:

Das Musketierprinzip

Das Münsterland muss sich mehr als Einheit

verstehen. Die Voraussetzungen dafür

sind eigentlich gut. „Die Kommunikation

klappt“, sagt Carsten Schröder,Vize-

Präsident für Transfer und Partnerschaft

der Fachhochschule Münster.Esfehlt das

Musketier-Prinzip als Handlungsmaxime.

„Einer für alle, alle für einen.“ Den

eigenen Kirchturm muss dabei niemand

aus dem Blick verlieren. Im Gegenteil.

Derzeit kreisen aber noch zu viele ausschließlich

umsich selbst. „Für den großen

gemeinsamen Aufschlag ist der

Druck noch nicht groß genug“, sagt

Schulte-Uebbing.

Wenn die Region sich nicht bald strategisch

positioniert, „besteht die Gefahr,

dass wir in Schönheit sterben“, ergänzt

Schröder. Nicht nur das: „Regionen, die

nicht an einem Strang ziehen, ziehen

künftig bei EU-Förderprogrammen den

Kürzeren“, sagt NRW-Wirtschaftsminister

Garrelt Duin.

Stärken stärken

Münsterland 3.0 bedeutet auch, sich auf

seine ökonomischen Stärken besinnen

und diese ausbauen. So etwas schärft das

Profil nach innen und außen. Stärken

stärken, darum geht es also. Die vier Kreise

und die Stadt Münster sind in den sieben

„Cluster“ genannten Bereichen Maschinenbau,

Er-

nährungsgewer-

be, Logistik, Gesundheitswirtschaft,

Wissensintensive

Dienstleistungen

sowie

Innovative Werkstoffe

und Ressourceneffizienz

besonders gut

aufgestellt. Gleich mehrfach ist das

Münsterland unter den nationalen Top-

30-Standorten zu finden. So rangiert beispielsweise

der Kreis Warendorfmit rund

9500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten

im Maschinenbau im

deutschlandweiten Vergleich auf Rang

19,der Kreis Steinfurt belegt Rang 20 der

deutschen Top-30-Logistik-Standorte. In

Sachen Gesundheitswirtschaft macht

Münster auf Platz zwölf eine gute Figur.

Auf dem Feld der Ernährungswirtschaft

landet der Kreis Steinfurt auf Platz sieben,

der Kreis Borken auf Rang 22.

Foto: Wilfried Gerharz

„Regionen, die nicht an einem

Strang ziehen, ziehen künftig

bei EU-Förderprogrammen

den Kürzeren.“

Garrelt Duin, NRW-Wirtschaftsminister

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MACHER &MÄRKTE 3












TueGutes und rede darüber –für ein

starkes Regionalmarketing

Um eine Region nach außen zu vertreten

und als attraktiven Wirtschaftsraum bekannt

zu machen, bedarfeseines starken

Regionalmarketings. Das gibt es im

Münsterland leider noch nicht. Der Management-Verein

Münsterland e.V. hat

einen Geburtsfehler. Als die Agentur

2009 aus der Taufe gehoben wurde, versäumten

es die Gründungsväter, deren

Kernaufgaben zu definieren. Das rächt

sich jetzt.

Oberster Vermarkter der Region oder vor

allem erster Wirtschaftsförderer? Mehr

Projekt-Initiator und somit Marken-Macher

oder eher ausführendes Organ?

Vielleicht wurde die strategische Ausrichtung

seinerzeit vergessen, womöglich

aber auch mit Absicht nicht festgelegt,

weil es dabei immer auch um Macht und

Einfluss geht. Ist der Verein schwach,

sind seine in erster Linie kommunalen

Mitglieder stark. Die Folgen: Münsterland

e.V. macht zwar vieles gut, aus der

Not heraus aber von allem ein bisschen.

Und da seine Aufgaben nicht klar benannt

wurden, sind auch seine Ressourcen

uneindeutig. Personell und finanziell.

Aus all dem folgt: Die Außenwahrnehmung

ist bescheiden, die regionale

Akzeptanz verbesserungswürdig. Zu diesem

Ergebnis kommt der Wirtschaftsberater

Prognos in einer aktuellen Studie.

Dass SPD, Grüne und FDP im Rat der

Stadt Münster 2014 ein Debatteüber den

Verein lostraten, indem sie ihn finanziell

beschneiden wollten und seine Doppel-

Spitze infrage stellten, half nicht gerade,

die Reputation der Management-Agentur

zu verbessern.

Die Macht der Marke

Regionen als Marken verstehen ist weder

neu noch selten. Marken sind auf den

Punkt gebrachte Qualitäten. Und immer

mehr Regionen gehen mit ihren Vorzügen

auf den Markt. Zeigen nach außen

hin ihre Stärken, deckeln im Inneren




Kirchturmdenker, stoppen Quertreiber

und geben sich zuletzt auch noch einen

Slogan, damit sie niemand vergisst. „Wir

können alles. Außer Hochdeutsch“ –

richtig, Baden-Württemberg warb so in

eigener Sache. Und jedermann kennt den

Satz.

Dass sich Regionen offensiv präsentieren,

für sich werben und sich aufhübschen, ist

den Gesetzen des Marktes geschuldet. Im

Wettbewerb um lukrative Aufträge und

qualifizierte Mitarbeiter will kein Landstrich

hintenanstehen.

„Eine Marke Münsterland fehlt“, diagnostizierte

vor Jahren schon der münsterische

Marketing-Experte Prof. Heribert

Meffert. „Wirtschaft, Wissenschaft,

wohlfühlen –ein neugedeutetes WWW“,

so hätteerden Raum beworben. Spitzenreiter

in Sachen Eigenwerbung und Markenmacht

in NRW ist Ostwestfalen. Beim

Spitzencluster-Wettbewerb wurde die

Region vonder Bundesregierung als Top-

Technologie-Raum ausgezeichnet. 100

Millionen Euro Fördergelder wurden so

erschlossen, 40 Millionen Eurogab Berlin

dazu. „Wir haben frühzeitig erkannt,

dass wir ein Wahrnehmungsproblem haben“,

sagt Herbert Weber, Geschäftsführer

der Ostwestfalen-Lippe Marketing

GmbH. Also taten sich Unternehmen mit

Kommunen, Kammern und Kreisen zusammen,

setzten die wirtschaftliche Brille

auf, analysierten die Situation, stärkten

die Stärken, schwächten die Schwächen

und gossen all das in eine Entwicklungsstrategie,

mit der sie in Berlin für

Furore sorgten und zugleich dem Landstrich

sowohl Stempel als auch Namen

aufdrückten: „It‘s OWL“. Dieses Wortspiel

ist übrigens eine Abkürzung für „intelligente

technische Systeme“ – meint:

die Förderung von Technologien in den

vorOrt starken Bereichen Maschinenbau

und Automatisierung.

Ostwestfalen als Vorbild? Womöglich. Jedenfalls

ist die Nachbarregion schon

dort, wo das Münsterland erst noch hinwill.

er/wk


Hoffnung auf

den Gründerpreis

Drei Unternehmen aus dem Münsterland waren nominiert

Zehn erfolgreiche Jungunternehmerinnen

und -unternehmer aus Nordrhein-Westfalen

haben sich in diesem

Jahr Hoffnungen auf den Gründerpreis

NRW gemacht. Unter den

Nominierten waren auch drei Firmen

aus dem Münsterland –aus Ahaus,

Münster und Steinfurt. Am Ende

reichte es zwar nicht für eine Top-

Platzierung, aber schon die Berücksichtigung

in der Finalrunde kann

als Erfolg gewertet werden.

Wirtschaftsminister

Garrelt Duin und

Klaus Neuhaus, Vorsitzender

des Vorstands

der NRW-

Bank, übergaben vor wenigen Tagen in

der Jahrhunderthalle in Bochum die Auszeichnungen.

Den mit 10 000 Euro dotierten

ersten Platz erreichte das Software-Unternehmen

Betriko GmbH aus

Kalletal. Das Schürener Backparadies aus

Dortmund belegte Platz zwei (6000

Euro), das Ingenieurbüro Thomeé aus

Willich erhält für den dritten Platz 4000

Euro. Der vomMinisterium und der Bank

ausgelobte Preis wurde zum dritten Mal

vergeben.

„Die drei Gewinner zeigen eindrucksvoll,

wie vielseitig die Gründerszene in Nordrhein-Westfalen

ist und wie viel Leistungsvermögen

es hier gibt. Mit dem

Gründerpreis NRW wollen wir dieses

Potenzial sichtbar machen und gleichzeitig

den Mut für den Schritt in die Selbstständigkeit

würdigen“, sagteWirtschaftsminister

Duin.

Eine Fachjuryaus Wirtschafts- und Gründungsexperten

hatte die Unternehmen

aus insgesamt 65 Bewerbungen ausgewählt.

Zehn wurden für die Finalrunde

nominiert, darunter aus dem Münsterland:

-Autoshop Pro von Khaled Abdulla aus

Steinfurt :Das Unternehmen hat sich auf

den Vertrieb vonAutoersatzteilen, Zubehör

und Reifen sowie Beratung spezialisiert.

-Blue Safety GmbH von Jan Papenbrock

und Christian Mönninghoff aus Münster:

Das 2010 gegründete Unternehmen auf

dem Gebiet der Medizintechnik entwickelt

und vertreibt Desinfektionssysteme

für Wasser in zahnärztlichen Behandlungseinheiten.

-LPEnergy GmbH von Christian Pries

und Markus Laing in Ahaus: Die Firma

bietet herstellerunabhängige Betreuung,

Reparatur und Erweiterung von Biogasanlagen

an.

Kriterien warenneben dem unternehmerischen

Erfolg und der Kreativität der Geschäftsidee

die Unternehmensphilosophie

sowie die Übernahme ökologischer

Blue Safety GmbH, Münster

LP Energy GmbH, Ahaus

Autoshop Pro, Steinfurt

oder gesellschaftlicher Verantwortung.

Klaus Neuhaus, Vorstandsvorsitzender

der NRW-Bank: „Die Unternehmensgeschichten

der Finalisten zeigen, wie viel

innovativer Geist und welche wirtschaftliche

Kraft in diesen jungen Unternehmen

steckt.“

NRW verfügt nach Einschätzung des

Wirtschaftsministeriums über ein hohes

Gründungspotenzial: Mehr als ein Viertel

der Menschen kann sich laut einer Forsa-

Umfrage vorstellen, den Schritt in die

Selbstständigkeit zu gehen. Von den 18-

bis 29-Jährigen können sich sogar 40 Prozent

mit dem Gedanken anfreunden, ein

eigenes Unternehmen zu gründen.

Aber die Realität sieht anders aus. Die

Differenz zwischen dem Gründungspotenzial

in NRW und den tatsächlichen

Gründungen liegt vor allem in der Sorge

um die fehlende Sicherheit begründet. 77

Prozent der Befragten gaben an, dass sie

die Sicherheit eines Angestelltenverhältnisses

bevorzugen. Auch die Angst vor

dem Scheitern des Unternehmens (74

Prozent) sowie fehlendes Startkapital

(72 Prozent) sind wichtige Gründe, die

von dem Schritt abhalten. wk/pd

Foto: Oliver Werner

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4 MACHER &

Freiräume als Statussymbol

Ein Generationenwechsel steht bevor. Die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer gehen in den nächsten Jahren in d

Nachrücken wird die 1980er-Generation. Doch die verhält sich anders als ältere Arbeitnehmer und verlangt nach einer ne

Sie gilt als anspruchsvoll, freizeitorientiert,

in manchen Unternehmen

sogar als unverschämt. Denn sie

pfeift auf Hierarchien, will pünktlich

Feierabend machen und wechselt alle

Nase lang den Job. Die Rede ist von

der Generation Y, die seit einigen

Jahren in den Arbeitsmarkt eintritt.

„Selten hat eine neue Generation so

viele Auswirkungen auf Wirtschaft,

Arbeitsleben und Talent-Management

gehabt“, schreibt Strategieberater

Dr. Anders Parment

in seinem Buch „Die

Generation Y“. Die Ypsiloner

sind jedoch auf dem

Arbeitsmarkt begehrt,

denn sie haben die „Macht

der Demografie“ auf ihrer

Seite. So rechnet eine

McKinsey-Studie mit zwei

Millionen fehlenden Fachkräften

bis 2020.

Diese Generation ist nicht

schlechter als andere“,

sagt Andreas Rosing, geschäftsführender

Gesellschafter

der Firma Laudert

in Vreden. Sie sei sogar „in überwiegendem

Maße wissbegierig“. Tatsächlich

sind die jungen Beschäftigten vergleichsweise

gut ausgebildet, nie wardie Akademikerquote

höher. Viele haben schon in

der Schulzeit Auslandserfahrungen

gesammelt und

wichtige soziale

Fähigkeiten

erworben. „Das

begrüßen wir

sehr“, so Rosing,

selbst

Vater von

drei Kindern

im Alter

zwischen

19

und 26 Jahren.

„Sie sind leidenschaftlich,

strebsam

und arbeitswillig“,

man müsse sich aber mit ihnen

beschäftigen, ihnen immer wieder

Feedback geben, so der 51-Jährige

weiter.Denn als ersteGeneration

mit dem Internet sowie viel Lob,

Förderung und Aufmerksamkeit

von Eltern und Lehrern

aufgewachsen, sind sie

ständige Kommunikation

und individuelle Zuwendung

gewöhnt.

Ob sie das Feedback

aber annehmen,

entscheiden sie

selbst. Einfach

Befehle entgegennehmen?

„Ältere

Mitarbeiter

haben nicht von

vornherein Autorität,

sondern

sie müssen

sich Autorität

erst

erwerben“,

hat Autor Anders Parment festgestellt.

Weraber durch Kompetenz und Leistung

punktet, von dem lassen sich auch die

Vertreter der Generation Ygerne führen

und anleiten.

Auch sonst ticken die Millennials anders

als ihre Vorgängergenerationen: „Harte

Anreize wie Gehalt, Boni und Aktienpakete

treiben uns weniger an als die Aussicht

auf eine Arbeit, die Freude macht

und einen Sinn stiftet. Sinn zählt für uns

mehr als Status. Glück schlägt

Geld“, schreibt Kerstin

Bund, in ihrem Buch

„Glück schlägt Geld“.

In einer Überflussgesellschaft

aufgewachsen,

sind die

Ypsiloner materiell

gesättigt. „Die Bezahlung

ist nicht unwichtig“,

sagt Luisa

Gehlmann

aus Billerbeck. Noch wichtiger sei

der 23-jährigen Projektmanagerin beim

Mediendienstleister Laudert aber, „dass

ich gerne zur Arbeit fahreund mein Herzblut

in die Arbeit stecke“. Die Aufgabenbereiche

müssten interessant sein und sie

wolle eigenverantwortlich arbeiten können.

Bei der Generation Ygilt nicht der als erfolgreich,

der ein eigenes Büro hat oder

einen dicken Firmenwagen fährt, sondern

wer sich seine Arbeit möglichst

frei einteilen kann. „Was

bei der Generation auffällig ist:

Sie wollen nicht starr im 40-

Stunden-Rhythmus arbeiten“,

sagt Unternehmensberater

Rainer Schlief aus

Münster. Die klassische Präsenzkultur

in Büros ist ihnen

suspekt. Wieso sollten sie an

einem bestimmten Ort zu

einer festgelegten Zeit arbeiten,

fragt Kerstin Bund, wenn

es mit neuen Technologien

auch anders geht? Die

„Generation Why“

stellt Verhältnisse

und Vorstellungen,

die bisher als selbstverständlich

galten,

infrage, und fordert

Flexibilität vom

Arbeitgeber, um Privates

und Arbeit unter

einen Hut zu bekommen.

Für die „Digital Natives“,

die während der Arbeit

Facebook und Whatsapp

nutzen und nach Feierabend

noch berufliche E-Mai

ten, verschmelzen beide We

zunehmend. „Die Infrastruk

Man ist per E-Mail und Tele

bar.Dafinde ich es sehr posi

nach einem Auswärtstermin

be zu Hause zu Ende bringen

Luisa Gehlmann.

Die Generation Ywill also n

leisten, ganz im Gegente

durchaus bereit, in Hochpha

arbeiten“, sagt die studierte

nikerin. Für einen beruflic

würde die Hobbyfußballer

Training platzen lassen. Daf

auch mal um 15 Uhr Feierab

wenn ein wichtiger privater T

ge, ohne sich ihrem Chef

müssen. Gefragt sind a

Arbeitszeitmodelle, die ihren

ten Autonomie bieten –auch

Stellenwert des Ber

Direkte Kommunikation: In einer vernetzten, transparenten Informationsgesellschaft aufgewachsen, wünschen sich Vertreter der Generation Ywie Luisa Gehlmann bei der Firma Laudert inVreden unkompliziertes Feedback. Am

liebsten „über den kurzen Dienstweg“ und auf Augenhöhe wie mit ihrem Vorgesetzten, dem Leiter der Medienproduktion Frank Jansen-Beckmann.

Foto: Janos Nowakowski

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Beruf ist da

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977–1998 | Generation Y

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Beschäftigfür

längere

Unterbrechungen wie eine Weltreise

oder eine Familienauszeit.

Dann gibt’s auch gute Bewertungen für

den Arbeitgeber: „Laudert ist familienfreundlich,

das finde ich toll“, sagt die 23-

Jährige. Auch die lockere Arbeitsatmosphäre,

dass sich alle duzen und sie Vorgesetzte

„auf kurzem Dienstweg“ nach

Feedback fragen könne, trage dazu bei,

dass sie in Vreden bleiben will.

Bei einem Betrieb, der im Netz schlechte

Bewertungen erhält, würde sich die junge

Frau dagegen nicht bewerben. „Die

Identifikation muss hoch sein.“ Auch daran

müssen sich Arbeitgeber gewöhnen:

Nicht nur sie bewerten ihre Mitarbeiter,

sondern auch umgekehrt. Doch wer als

Unternehmen nach außen gut dasteht,

der gewinnt auch in Zukunft im Kampf

um die besten Talente.

Anne Koslowski

ufes für die Generation Y im Jahre 2014

t

f

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r

n

n

n

n

n

s

n

10 %

25 %

38 %

NERATION Y

nach Studie und Autor umfasst die

neration Yunterschiedliche Geburjahrgänge.

Strategieberater und

chautor Dr. Anders Parment bezieht

h auf Menschen, die zwischen 1984

1994 geboren wurden. Journalistin

d Buchautorin Kerstin Bund spricht

nden „um die 30-Jährigen“, geboren

ischen 1980 und 1995. Wieder andere

nennen eine weitere Spanne von 1978

2000. Die Vertreter der Generation

werden auch als Millennials (zu

utsch etwa: die Jahrtausender) beichnet.

Kerstin Bund schränkt zudem

, dass die Generation Ynicht alle

ch 1980 Geborenen sind, sondern

r allem jene meiner Altersgenossen,

behütet und relativ begütert aufgechsen

sind, die über einen gefragten

chschulabschluss oder eine gute Befsausbildung

verfügen. Das trifft auf

aein Viertel der heute 20- bis Ang

30-Jährigen zu.“ Anders Parment

int: „Selbstverständlich hat sich die

stellung zum Leben, zur Arbeit und

m Konsum nicht ab dem Geburtssdatum

1.Januar 1980 auf einmal,

tzlich geändert. Es gibt viele Menhen,

die Ende der 1970er Jahre gebowurden

und eher zur Generation Y

zählt werden sollten als ihre fünf

hre jüngeren Schwestern und Brüder.

d es kann durchaus sein, dass sich

paar Personen, die schon in den

60er Jahren geboren wurden, wie die

neration Yverhalten.“

ab 1999 |

Generation Z

1998

62 %

57 %

0 10 20 30 40 50 60 70 80

„Nichts ist mehr sicher,

aber alles geht weiter“

Erik Albrecht ist gemeinsam mit Klaus Hurrelmann der Generation Yauf der Spur

Wastreibt die heute 15-bis 30-Jährigen

um und an? Was bedeutet dies

heute und in Zukunft für die Kultur

in den Unternehmen? Der Jugendforscher

Klaus Hurrelmann und der

Journalist Erik Albrecht haben ein

erhellendes Buch geschrieben, das

für Diskussionen sorgt: „Die heimlichen

Revolutionäre. Wie die Generation

Yunsere Welt verändert“.

Wie finde ich meinen

Goldfisch? –was tun,

wenn Nachwuchskräfte

rar werden?“

Diesen Fragen gingen

Vertreter von Unternehmen bei einem

„Business Talk“ der Agentur für Arbeit

Ahlen-Münster nach. Wirtrafen dort den

Referenten Erik Albrecht.

Stellen Sie sich vor, Sie wären für ein

Unternehmen verantwortlich. Welche

Regeln würden gelten?

Erik Albrecht: (lacht) Davon bin ich etwasweit

entfernt, aber ich versuch`s. Auf

jeden Fall sollteesTeamarbeit geben, bei

der man freundschaftlich miteinander

umgeht. Gerade jungeMitarbeiter sollten

über die anstehenden Projektehinaus die

Möglichkeit bekommen, sich weiter zu

bilden, zu qualifizieren und auch an sich

selbst zu arbeiten. Die Hierarchien sollten

möglichst flach sein. Die Chefs würden

ihren Mitarbeitern zeigen, dass sie

ihre Arbeit sehen und würdigen.

Das alles beinhaltet Dialog und Austausch.

Warum würden Sie mit so

einem Regelwerk arbeiten wollen?

Albrecht: Weil genau dies die Generation

Yprägt. Ob in der Familie, in der

Schule oder im Studium –der Dialog ist

für sie sehr wichtig. In der Familie haben

sie statt eines autoritären Führungsstils

den partnerschaftlichen Umgang miteinander

erlebt. In der Schule spielt für sie

der Frontalunterricht deutlich weniger

eine Rolle als für frühere Generationen.

Und ihre Erfahrungen in sozialen Netzwerken

bestehen im Wesentlichen aus

Kommunikation. Diese gibt jungen Leuten

auch das Gefühl, dass sie an diesem

Ort richtig sind.

Es gibt viele Berufe, in denen klare

Strukturen vorhanden sind. Denken Sie

an die Berufsfeuerwehr.Auch die benötigt

Nachwuchs. Kann sie bei jungen

Menschen punkten?

Albrecht:Die Feuerwehr hat den großen

Vorteil, dass die Generation Y nach

einem Sinn in der Arbeit sucht. Dies kann

die Feuerwehr zweifellos bieten. Sie hat

darüber hinaus eher das Problem, dass

sie auch mit Übermotivierten zu tun hat.

Sie selbst sind 35. Kamen Sie sich schon

alt vor, als Sie die Vertreter der Generation

Yinterviewt haben?

Albrecht:Ja, bei den 16-und 17-Jährigen

wardas so. Ein Gymnasiast aus Würselen

erzähltemir,welchen Folgen es hatte, als

Wie tickt die Generation Y? Buchautor Erik Albrecht hat die Antworten

in vielen Gesprächen ermittelt.

Foto:Jürgen Peperhowe

er vier Wochen ohne sein Handy auskommen

musste und nicht mehr wusste, wie

er sich mit seinen Freunden verabreden

kann. Der Gedanke, in die Stadt zu gehen

und zu warten, warfür ihn unvorstellbar.

Von Ihnen stammt der Satz „Nichts ist

mehr sicher, aber alles geht weiter“. Er

soll das Grundgefühl der Generation Y

beschreiben.

Albrecht:Ja, es ist Teil der Grundeinstellung

dieser Generation, die vom11. September

bis zur Euro- und Finanzkrise viele

Krisen erlebt hat. Bei der Finanzkrise

herrschte auch in Deutschland zeitweise

eine Untergangsstimmung. Heute reden

wir über Beschäftigungsrekorde und die

Nachfragenach Fachkräften. Es geht also

weiter. Das sorgt bei allen Veränderungen

für eine eher optimistische Einstellung.

Überraschen darf uns dies nicht.

Gerade Jugendliche reagieren intensiv

auf die Einflüsse ihrer Umwelt. Sie helfen

ihnen dabei, einen Platz in der Gesellschaft

zu finden.

Mussten Sie diese Erkenntnisse aus den

Interviews destillieren?

Albrecht:Wir sind zweigleisig vorgegangen.

Klaus Hurrelmann und ich konnten

auf die Ergebnisse zahlreicher, auch

unter Federführung vonHurrelmann entstandener

Jugendstudien zugreifen. So

waresmöglich, vonden Einzelfällen auf

das Gesamte zuschließen. In den Interviews

war auffällig, dass die Jugendlichen

die Frage beschäftigt, in welche

Richtung sie gehen wollen. Bei mir persönlich

war dies noch anders. Da stand

die Frage „Wo finde ich meinen Platz?“

stärker im Vordergrund.

Wiekommt es, dass die Familie bei jungen

Menschen wieder einen hohen Stellenwert

hat?

Albrecht: Indieser unsicheren Welt ist

die Familie ein Stabilitätsanker. Die Jugendlichen

haben selbst noch bei ihren

Eltern erlebt, wie schwierig es ist, Familie

und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Deshalb ist ihnen wichtig, beides miteinander

vereinbaren zu können.

Was ist denn das Revolutionäre ander

Generation Y?

Albrecht: Das oberflächliche Bild dieser

Generation –stromlinienförmig, harmoniesüchtig,

karriereorientiert – stimmt

nicht. Sie geht zwar nicht auf die Barrikaden,

aber sie macht schon deutlich, wie

sie leben will. Arbeitgeber müssen sich

damit arrangieren. Sie beeinflussen eher

auf eine heimliche Art die Veränderungen

inden Unternehmen.

Sehen Sie eine Bereitschaft, diesen Kulturwandel

mitzumachen?

Albrecht: Ich merke jedenfalls, dass es

ein Thema in der Wirtschaft ist. Plötzlich

wird man um Lesungen aus dem Buch

und um Vorträge gebeten. Das hat mich

schon überrascht. Aber es scheint so, dass

diese Generation auch Firmen zum Teil

vor vollendete Tatsachen stellt. wk


6 MACHER &MÄRKTE

Innovative Ideen

aus der Garage

Im münsterischen Technologiehof können Jungunternehmer mietfrei arbeiten

Jannik Weichert entwickelt mit seinem Team seine Geschäftsidee in der Gründergarage.

Foto: Günter Benning

Ein komplett eingerichtetes Büro mit

Internetzugang und Postadresse

können Jungunternehmer und Startups

in der „Gründergarage“ im Technologiehof

in Münster nutzen.

Ein kleiner brauner Kuschelbär

hängt am Schreibtisch.

Daneben starrt Jannik

Weichert konzentriert auf

einen seiner drei Bildschirme.

Hoffnungsgrün strahlt die Wand dahinter,

auf der sich ein aufsteigender

Schriftzug abzeichnet: „Start up“.

Weichert ist der erste „Mieter“ der Gründergarage

an der münsterischen Mendelstraße

–auf der Schwelle zwischen

Studium und Unternehmertum. Die

Technologieförderung Münster, WWU

und Fachhochschule –unterstützt durch

Aschendorff Digital – ermöglichen im

Schatten der Universität Start-up-Unternehmen,

zunächst drei Monate anihrer

Idee zu arbeiten. Mietfrei. „Danach“, sagt

Weichert, „müssen wir wissen, ob wir uns

ein eigenes Büro leisten können.“ Der

Wirtschaftsinformatiker aus Bielefeld

studiert seit dreieinhalb Jahren in Münster.

Zum Fachstudium gehören Projektseminare,

in denen kleine Teams an neuen

Ideen feilen. Das macht Appetit auf mehr.

„Selbst ein Unternehmen gründen wollte

ich schon immer“, sagt der juvenile

Unternehmer, dessen Eltern Beamte und

Angestellte sind.

Zusammen mit einem Kommilitonen

arbeiteteerein Konzept aus: Eine mediale

Dienstleistung für große Energieunternehmen,

die ihreKundschaft zum Stromsparen

animieren wollen. „Wir übernehmen

das“, sagt Weichert. Und zwar vom

Konzept bis zum Prospekt. Den ersten

Kunden haben die Jungunternehmer bereits

an der Angel, einen Sponsor haben

sie für ihr Unternehmen auch gefunden,

dazu pulvern sie herein, wassie mit ihren

früheren Jobs erspart haben. Sie schwimmen

nicht im Geld, sagen sie, „aber kleine

Ausgaben können wir tätigen“.

Umso besser, dass Weichert mit seinem

auf mittlerweile sechs Köpfe angewachsenem

Team für einen Monat Gast in der

Gründergaragesein kann. Tatsächlich ist

der Raum eine ehemalige Werkstatt im

Technologiezentrum Münster. Auf die

Tür ist ein Rolltor gesprüht, drinnen gibt

es Platz für bis zu drei Teams mit jeweils

vier Mitarbeitern. Wenn sie ungestört

arbeiten wollen, kann man eine Gardinen

zwischen sie schieben. „Austausch ist ja

gut“, sagt Jannik Weichert, „aber wenn

man seine Geschäftsidee darstellen will,

bin ich da nicht so sicher.“ Die Garageist

der Ausgangspunkt, aber die Informatiker

bedienen sich reichlich im Netz: „Logos,

Grafiken – und alles für kleines

Geld.“

Auch den Speicher für seine Kundenanwendungen

hat er nicht auf eigenen Geräten.

Viel zu teuer, viel zu kompliziert,

die ISO-Norm 27001 mit allen Sicherheitsstandards

zu beachten. Der Server

der Firma wirdimNetz gemietet. Darum

kann sie auch so schnell umziehen. Nach

sieben Monaten in Weicherts Wohnung

am Südpark zur Gründergarage. Und danach,

wenn alles rund läuft, ins eigene

Büro.

bn

OFFEN GESAGT

Frei und ungebunden

Die Garage ist der Inbegriff für eine Schrauber- und Bastelkultur,

inder zwei Dinge möglich sind: Geniale Erfindungen

herausbringen. Oder sich auch mal einen ordentlichen

Schrott leisten dürfen. Steve Jobs (Apple) und Bill

Gates (Microsoft) stehen für die Giganten, die ihre Unternehmen

in der heimischen Garage starteten. An die Namen

der Menschen, die dort scheiterten, erinnert sich natürlich

keiner. Die Garage inMünsters Technologiehof bietet jungen

Tüftlern, frisch von der Uni, die Chance, ihre Ideen in

Ruhe zu entwickeln. Ohne große finanzielle Verpflichtung,

in einer Atmosphäre der Freiheit und Ungebundenheit. Dabei

kommen in der Regel die besten Ideen heraus.

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MACHER &MÄRKTE 7

„Wer dort scheitert,

verliert wertvolle Zeit“

Hans Rath, Präsident der Handwerkskammer Münster, warnt vor der zunehmenden Akademisierung

Hochschultag in Münster: Tausende

Schülerinnen und Schüler sindinder

Stadt unterwegs. Hans Rath, Präsident

der Handwerkskammer, kann

die Schülerströme von seinem Büro

aus sehen. Er bezweifelt, dass alle

mit einem Studium ihr Glück im Leben

machen werden. „Viele versuchen

deshalb, sehr hohen Ansprüchen

gerecht zu werden –nicht immer

ist dies der richtige Weg“, betont

Rath, der im Dezember nach 15 Jahren

aus dem Ehrenamt scheiden

wird, in einem Gespräch.

Welche drei Begriffe

verbinden Sie mit

dem Handwerk?

Hans Rath: Ständige

Begegnung, Kreativität,

offenes Eintreten für das Handwerk

in der Öffentlichkeit.

Was bedeutet der Begriff „ständige Begegnung“?

Rath: Unsere Produkte und Dienstleistungen

haben stets mit dem Wunsch

unserer Kunden zu tun. Ihm begegnen

wir mehrmals: zu Beginn bei der Beratung,

später bei der Durchführung einer

Arbeit und zum Schluss auch bei der Erläuterung

der Rechnung. Auch Letzteres

gehört dazu.

Wiekann man die Erfahrungen, die Sie

als Handwerker gemacht haben, heute

jungen Menschen näherbringen?

Rath: Man darf nicht belehren, sondern

muss authentisch sein, transparent und

offen über das Handwerk sprechen. Junge

Menschen haben ein Gespür dafür,ob

ihr Gesprächspartner aufrichtig ist. Eines

ist deutlich anders als früher: Heutemüssen

wir auf die Jugend zugehen und uns

aktiv um den Kontakt bemühen. Sorge

bereitet mir,dass aufgrund der vielen Bildungsreformen

in den Schulen die Jugend

in der Einschätzung ihrer eigenen

Leistungsmöglichkeiten und der richtigen

Berufswahl sehr verunsichert ist.

Möglichkeiten im Handwerk und in der

Industrie werden zu wenig aufgezeigt.

Viele versuchen deshalb, sehr hohen Ansprüchen

gerecht zu werden –nicht immer

ist dies der richtige Weg. Im Gegenteil:

Werdort scheitert, verliert wertvolle

Zeit.

Bis ins Detail kann Hans Rath in seinem Büro aneinem Bild das Schloss Raesfeld erklären. Kein Wunder: Das Wasserschloss im Kreis Borken ist zentrale

überregionale Weiterbildungseinrichtung der Landeshandwerksorganisation von Nordrhein-Westfalen.

Foto: Kleideiter

Schaut die Jugend zu wenig ins Berufsund

Wirtschaftsleben?

Rath: Aus meiner Sicht ja. Viele Berufsfelder

sind den Jugendlichen zu wenig

bekannt. Sie wissen, was der Zahnarzt

macht, aber ahnen nicht, welche präzisen

Arbeiten der Zahntechniker für den Patienten

erbringt. Sie wissen zum Beispiel

auch nicht, dass ein Orthopädiemechanikerein

sehr wichtiger Dienstleister in der

Gesundheitsbranche ist. Wirmüssen viel

stärker darüber aufklären, was Handwerk

in der heutigen Zeit bedeutet. Wer

sich nicht zeigt, wird nicht wahrgenommen.

Wasmacht einen Handwerksberuf denn

zu so einem besonderen Beruf?

Rath: Vorallem die mögliche Kreativität.

Man schafft etwas, das nicht zu einer Serie

gehört, sondern man löst ein individuelles

Problem.

Kürzlich wurde der erfolgreiche Handwerksnachwuchs

ausgezeichnet. Wie

wichtig sind Leistungswettbewerbe für

das Image des Handwerks?

Rath: Die erfolgreichen jungen Handwerker

sind Botschafter in ihrer eigenen

Generation, aber auch im Handwerk insgesamt.

Ich halteden Leistungsgedanken

im Leben nach wie vor für sehr wichtig.

WerBesonderes leistet, verdient öffentliche

Anerkennung. Wir brauchen im

Handwerk leistungsfähigeMenschen, die

stolz auf sich und das Handwerk insgesamt

sind.

Die Kanzlerin steht zum Meisterbrief,

doch die EU nimmt ihn immer wieder

ins Visier.Und auch der hier beschrittene

Wegder dualen Ausbildung wird mit

Fragezeichen versehen.

Rath: Wir praktizieren in Deutschland

sehr erfolgreich die duale Ausbildung im

Betrieb und im Berufskolleg. Und wir haben

im europäischen Vergleich die geringste

Jugendarbeitslosigkeit. Wenn

man in Brüssel diesen Zusammenhang

nicht sehen will, dann verstehe ich die

Welt nicht mehr.Und unser Meisterbrief,

der ja eine Vielzahl von Qualifikationen

beinhaltet, steht bei uns für ein hohes

Qualitätsniveau. Andere Länder tun sich

schwer damit, unsereStandards zu übernehmen,

auch deshalb wird der Meisterbrief

bekämpft.

Ist die deutsche Politik stark genug, dem

Harmonisierungsdrang der EU zu widerstehen?

Rath: Wirmüssen unserePolitiker auf jeder

Ebene und bei jeder sich bietenden

Gelegenheit mit unseren berufsspezifischen

Fragen vertraut machen und für

unsere Interessen werben. Unser Meisterbrief

hat, wasvielen garnicht bewusst

ist, schließlich vier wesentliche Elemente:

den fachpraktischen, den fachtheoretischen,

den kaufmännischen und pädagogischen

Teil. Deshalb ist er so wertvoll.

Die Umsatzentwicklung im Handwerk

ist gut. Ausschlaggebend ist vor allem

die Nachfrage im privaten Bereich.

Bleibt dies in absehbarer Zeit so?

Rath: Wenn die Politik weiterhin verlässliche

Rahmenbedingungen garantiert

und die Betriebe ihre individuellen Leistungen

erbringen, kreativ sind und gut

beraten, sehe ich vorerst keine Eintrübung.

Ihre Amtszeit endet in wenigen Wochen.

Was werden Sie vermissen?

Rath: Vieles, aber vor allem den unmittelbaren

Kontakt zu vielen Handwerksbetrieben

und deren Mitarbeitern. Ich habe

mich immer auf den Weg zuden Unternehmen

gemacht, wenn es galt, Fragen

zu klären und Probleme zu lösen. wk

Stolze –Dr. Diers –Beermann GmbH

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BRANCHEN &BETRIEBE 9

Grauen Zement kann jeder ...

Mit seinem schwarzen Tiefbohr-Produkt ist Dyckerhoff auf dem Weltmarkt ein gefragter

Partner bei der Erschließung neuer Öl- und Gasfelder.

Sie tragen ihr gedecktes Sakko offen

über den blau getönten Hemden –

weltläufig eben. Franz-Josef Barton

und Dr. Heiko Plack sind eigentlich

zwei bodenständige Westfalen–aber

aufgeschlossen gegenüber den Bedürfnissen

der Wirtschaft auf dem

Erdball. Dem 56 Jahre alten Dyckerhoff-Werksleiter

und dem Verkaufsdirektor

(52) ist die globale Ölindustrie

längst so vertraut wie die

eigene Westentasche. Mit dem

schwarzen Tiefbohrzement, einem

Nischenprodukt, liefert das Werk

Lengerich einen weltweit begehrten

Rohstoff für die Exploration und Erschließung

neuer Öl- und Gasfelder

in noch so entlegene Winkel.

„Mit unserem Produkt sorgen wir

dafür, dass möglichst keine

Umweltschäden entstehen.“

Franz-Josef Barton, Dyckerhoff-Werksleiter

Jährlich verlangen die multinationalen

Petro-Konzerne wenige

Millionen Tonnen dieses Spezialprodukts.

Das heimische Dyckerhoff-Werk

steuert allein

350 000 Tonnen bei. „In Europas und Afrikas

Öl- und Gasfeldern ist Lengerich die

Nummer 1. Weit mehr als die Hälftealler

Bohrlöcher werden dort mit Tiefbohrzement

aus Lengerich zementiert“, beschreibt

Heiko Plack die herausragende

Stellung. In seiner Stimme schwingt eine

Spur Stolz mit.

Die Position ist über Jahrzehnte hart erarbeitet

und wird zielstrebig weiter vorangetrieben.

„Grauen Zement machen

kann jeder“, erzählt Barton. Aber den

wertvollen Dichtstoff für Bohrlöcher hinzubekommen,

das ist eine Wissenschaft

für sich.

Und was für eine.

Dazu bedarf es

eines guten Rohstoffs.

Den findet

das Unternehmen

in seinen Kalkbrüchen

am Südhang

des Teutoburger Waldes. Gleich

drei verschiedene Qualitäten sind es. Barton:

„Eine einzigartige Konstellation.“

Daher sind die Lengericher die einzigen

in Deutschland, die Tiefbohrzement können.

Nur die Gesteinsschicht aus dem sogenannten

Cenoman (eine geologische

Zeitepoche) wird höchsten Ansprüchen

gerecht. Mit anderen ausgesuchten, in

Lengerich anzutreffenden Kalksteinsorten,

sowie Hüttensand und Eisenerz entsteht

im Drehofen 8, einem der modernstenEuropas,

bei 1500 Grad der wertvolle

Stoff.

So viel verraten die beiden Tiefbohr-Zementler

zur Herstellung. Mehr ist ihnen

aber nicht zu entlocken. Das Rezept ist

eben ein gut gehütetes Betriebsgeheimnis.

Lediglich der allgemein gehaltene

Satz „Auf die Mischung kommt es an“

Wird eine neue Ölquelle erschlossen, liefern die Lengericher nicht selten den Tiefbohrzement. Werksleiter Franz-Josef Barton (rechts) und Verkaufsdirektor Dr.

Heiko Plack wissen, was „Big Oil“ will. Die Lengericher sind die Einzigen in Deutschland, die sich auf die spezielle Mixtur verstehen. Foto: Wilhelm Schmitte

folgt. Und der Hinweis auf das Knowhow,

die Maschinen und –natürlich –auf

das Können einer bis in die Haarspitzen

motivierten Mannschaft.

In Lengerich ist inzwischen ein Tiefbohr-

Center entstanden. Seit über 50 Jahren

mit eigenem Laborbereich. Dort nehmen

Chemiker und Baustoffprüfer neben der

örtlichen Spezialität auch Qualitäten aus

anderen Werken der Konzern-Mutter

Buzzi unter die Lupe. Hinzu kommen

Kundenberatung und Produkt-Weiterentwicklung.

In der Ölindustrie hat sich spätestens

nach der unheimlichen Explosion der

Plattform Deepwater Horizon im April

2010 im Golf von Mexiko Qualität im

Tiefbohrzement durchgesetzt. Plack: „Sicherheit

beim Bohren hat oberste Priorität.“

Die Lengericher genießen einen exzellenten

Ruf. Folge: Bei internationalen

Ausschreibungen ist Dyckerhoff-Tiefbohrzement

auf den Ölfeldern zu Lande

(Onshore) und auf dem Wasser (Offshore)

vorgeschrieben. Das hat für Plack

seinen guten Grund und ist mehr als

Eigenlob: „In den vergangenen beiden

Jahren hat es nicht eine Reklamation gegeben.“

Obwohl es in Südamerika praktisch

nebenan Anbieter gibt, wird inKolumbien

der Tiefbohrzement aus Lengerich

eingesetzt.

Barton: „Mit unserem Produkt sorgenwir

dafür,dass möglichst keine Umweltschäden

entstehen.“ Um diesen hohen Qualitätsstandardzuerreichen

und zu sichern,

sind die Produktionslinien Grau- und

Tiefbohrzement konsequent verbessert

worden. Das führt zu einer Zweiteilung

des Lengericher Werks: Im Westen entsteht

das Spezialprodukt, im Osten die

z.B. CItroËN Berlingo

Vti 95inkl. Rollstuhlumbau

Massenware Grauzement.

Könnte Dyckerhoff in Lengerich, um die

wertvollen Vorrätezuschonen, nicht ausschließlich

Tiefbohrzement fertigen?

„Nein“, antwortet Franz-Josef Barton bestimmt.

„Der Tiefbohrzement ist ein Premiumprodukt

mit begrenzten Anwendungsfeldern

und Mengen. Zur wettbewerbsfähigen

Herstellung benötigt er immer

die Unterstützung der viel größeren

Grauzementproduktion. Ohne diese

(Grauzementproduktion) gibt es keine

wirtschaftliche Tiefbohrproduktion am

Standort.“ Eine Alternative zu diesem

Massenprodukt ist nach Einschätzung

des Familienvaters nicht in Sicht.

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

TIEFBOHRZEMENT –RUND UM DEN GLOBUS GEFRAGT

Tiefbohrzemente aus Lengerich sind -wie die Karte der Absatzgebiete verdeutlicht

–weltweit gefragt. Sie werden bei Bohrungen für die Exploration und Förderung

von Erdöl, Gas, Wasser und Wärme gebraucht. Ihre Aufgabe: die wirksame

Abdichtung und Verankerung von Stahlrohren in den Bohrlöchern. Der Zementmantel

zwischen Bohrlochwand und Stahlrohr soll sicherstellen, dass das

Fördergut den richtigen Weg findet und gezielt indas Bohrloch hineinströmt.

Pro Bohrung sind zwischen 50 und 250

Tonnen Zement nötig, um das Rohr mit

einem schützenden und abdichtenden

Mantel zu umhüllen. Die Bohrlöcher sind

schon mal 4500 Meter (Öl) oder 7000

Meter (Gas) tief. Dem schwarzen Gemisch

machen großer Druck und hohe

Temperaturen nichts aus. Die Mixtur härtet

genau zum gewünschten Zeitpunkt,

also nicht zu spät und nicht zu früh, aus.

„Wenn irgendwo auf der Welt ein Bohrloch

zu machen ist, das geologisch sehr

anspruchsvoll oder aber heißer als normal

ist, sind wir da“, erzählt HeikoPlack.

Das hat seinen Preis. Der Spezialzement

kostet etwadoppelt so viel wie die graue

Ware im Baumarkt.

Die Logistik spielt eine wichtige Rolle.

Placks Schreibtisch steht in der Zentrale

Wiesbaden –inLengerich hat er auch

noch ein Büro. Wenn den 52-Jährigen

und sein Team ein fetter Auftrag, beispielsweise

aus Nigeria, erreicht, muss es

fix gehen. Die Wartezeiten der großen

Überseeschiffesind extrem teuer.Barton

und seine Mannschaft müssen produzieren

und liefern.

Lastwagen transportieren auf der Straße

den Zement zum Hafen Oelrich in Ladbergen.

Über Silos und eine Abfüllanlage

rieselt die schwarze Fracht in weiße Säckeaus

reißfestem Kunststoffgewebe, Big

Bags genannt. 1500 Kilo fasst jede Riesentüte.

Der Kran hievt die Riesengebinde

an Bordvon Binnenschiffen –meistens

1000-Tonner.Schnell und effizient. „Oelrich

ist ein guter Partner für uns“, beschreibt

Barton die jahrelange Zusammenarbeit

mit dem LadbergerUnternehmen.

„Das ist wirklich klasse.“

Plack und sein Team versuchen Aufträge

vonKunden in einer Region zu sammeln

und zu bündeln. Das kommt der Umwelt

zugute. Über den Dortmund-Ems-Kanal

und die Weser oder den Mittellandkanal

geht es nach Bremen. Dort erfolgt der

Umschlag in einen gecharterten Frachter.

Eine Woche ist vergangen. Mit Ziel Port

Hartcourt im Niger-Delta läuft das Schiff

aus. Nach drei Wochen wird die Ladung

in Westafrikagelöscht. Wenig später trifft

der Zement an den Bohrtürmen ein.

Plack: „Keiner kann das so schnell und in

so großen Mengen wie wir.“ 64 Länder in

Europa, Afrika, dem Nahen Osten, Asien

und Südamerika erhalten ihren Zement

aus Lengerich. Ozeanien ist ein weißer

Fleck –zuweit wegund keine Ölvorkommen.

Eigene Bohrzementlager unterhält Dyckerhoff

in Kenia (Mombasa), Kuwait,

Nigeria, Rumänien und Ägypten. Möglicherweise

kommt bald Angola hinzu.

Plack, der mit seiner Familie in Ladbergen

wohnt, bereiste alle Staaten, mit

denen Dyckerhoff Geschäfte macht, hat

sich mit verschiedenen Zeit- und Klimazonen

rumgeschlagen. Vom Bürgerkrieg

im Irak ist ihm ein gefährliches Erlebnis

in besonderer Erinnerung. VonBasra aus

sollte esvor Jahren zu einem Ölfeld gehen.

Vier gepanzerteToyota-Geländewagen

mit schwer bewaffneten Soldaten

waren dazu nötig. „Wir trugen Stahlhelme

und schusssichereWesten. Überall lagen

inder Wüste Panzerwracks“, erinnert

sich der Verkaufsdirektor, seit 1994

in Dyckerhoff-Diensten, an diese brenzlige

Tour.

Heute ist es für ihn eine Anekdote. Gemeinsam

mit Barton blickt er nach vorn.

Die ausgefuchsten Bohrloch-Abdichter

experimentieren bereits mit einem

Leichtzement. Der nächste Qualitäts-

Knaller aus Lengerich?

Wilhelm Schmitte

Umschlagplatz: Im Kanalhafen Ladbergen werden die 1500 Kilogramm

wiegenden Riesentüten, Big Bags genannt, in Frachtschiffe

verladen.

DYCKERHOFF

Dyckerhoff ist ein internationaler Hersteller von Zement

und Transportbeton. Umsatz (2013): 1,6 Milliarden

Euro. Seit 2004 gehört das Unternehmen zur italienischen

Buzzi Unicem Gruppe. Der Hauptsitz von Dyckerhoff

befindet sich seit der Gründung vor 150 Jahren in

Wiesbaden.

In Deutschland werden sieben Zement- und rund 130

Transportbeton-Mischwerke betrieben. Weitere Produktionsstätten

befinden sich in Luxemburg, den Niederlanden,

Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei,

der Ukraine und Russland. Mitarbeiterzahl in Lengerich:

220.

WARUM HELGE FORTMEYER

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nicht nach Luftschlössern –zuRecht! Vertrauen und Ehrlichkeit

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MotivationzurVerbesserung dereigenen

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Jahren. Und auch in Zukunft.


BRANCHEN &BETRIEBE 11

In Ochtrup arbeitet man

gerne unter Hochdruck

Alles dicht: Die Theisen GmbH hat sich in drei Jahrzehnten zu einem weltweit

gefragten Spezialisten für die Abfüllung technischer Gase entwickelt.

Blick in eine Werkshalle: Hier werden in einem besonderen Verfahren die technische Gase in Druckgasflaschen gefüllt.

Wenn Fahrzeuge mit Wasserstoff betankt

werden, die Lufthansa ihre

Cockpits mit Sauerstoffflaschen für

ihre Piloten ausstattet oder Gasflaschen

gefüllt werden, steckt Technik

der Theisen GmbH mit drin. Das

Ochtruper Unternehmen ist nach

eigenen Angaben Marktführer beim

Bau von Anlagen zur Gasabfüllung.

Vielfältig sind nicht nur die

Herausforderungen, denen

sich die Firma seit 1984

stellt, sondern auch der

Kreis der Kunden in allen

fünf Erdteilen. Abnehmer der Theisen-

Produkte sind Lieferanten von technischen

Gasen, die chemische Industrie,

Wasser- und Abwasserwerke, die Nahrungs-

und Genussmittelindustrie,

Universitäten

und Institute. Der

Jahresumsatz liegt

bei rund sechs Millionen

Euro.

Die Firma Theisen

Versorgungstechnik

beschäftigt derzeit

rund 50 Mitarbeiter.

30davon

fertigen in der

Werkstatt und

Montage in

Dipl.-Ing Erich Theisen in der Fertigungshalle

seines Ochtruper Unternehmens dem angrenzen-

Deutschland oder

Foto: Menebröcker den europäischem

Ausland die Komponenten, Anlagen und

Spezialleitungen nach individuellen

Kundenwünschen.

„Unser Kundenkreis ist genauso vielfältig

wie die Einsatzgebiete der Medien, für

die unsere Produkte genutzt werden. Er

besteht zum überwiegenden Teil aus den

weltweit tätigen Lieferanten technischer

Gase“, so Erich Theisen, Geschäftsführer

und Gründer der Firma. Begonnen hat er

1984 mit drei Mitarbeitern.

Das Personal in dem zertifizierten

Schweißfachbetrieb und vom TÜV überwachten

Hersteller von Druckgeräten

wirddurch regelmäßigeSchulungen weiterqualifiziert,

um den stetig wachsenden

Anforderungen gerecht zu werden.

Um auch in Zukunft über ausreichend

qualifizierteMitarbeiter verfügen zu können,

bildet die Firma Theisen Anlagenmechaniker

für Rohrsystemtechnik,

Technische Produktdesigner Maschinen

und Anlagenkonstruktion sowie Bürokauffrauen

aus.

Zur Angebotspalette gehören

– die Wartung und Prüfung zentraler

Gasversorgungsanlagen für Industrie

und Labore, vonVersorgungsanlagen für

Methanol, Ammoniak, Fluor,Wasserstoff

und Propan.

–Abfüllanlagen für technische Gase

–vakuumisolierteRohrleitungen für flüssige

tiefkalte Gase

– Anlagen für toxische, korrosive und

brennbare Gase.

–Druckbehälter und Wärmetauscher für

die verschiedensten Anwendungen

Wichtiges Standbein des Unternehmens

sind Wärmetauscher, Verdampfer, Gasanwärmer,

Kühler –aus Edelstahl oder

Nickelwerkstoffen für verschiedene Gase

und mit den unterschiedlichsten Drücken.

Zur Angebotspalette zählen weiter Filter

für Abluft und Partikel sowie sogenannte

Ejektoren, mit denen Vakuum erzeugt

wird. Gefertigt werden in den Ochtruper

Hallen am Deipengrund außerdem Pulsationsdämpfer,

die gebraucht werden,

um einen gleichmäßigen Förderstrom zu

erzeugen, Prüfgaszylinder, Abscheider

für Diboran (Verbindung aus Bor und

Wasserstoff) und Azeton. Abgerundet

wird das Spektrum durch verschiedene

Fülleinrichtungen, ob als Wagen, Regal,

Reihen, für Flaschenpaletten oder Bündel.

Unter dem eingetragenen Warenzeichen

„THEIlencer“ werden Schalldämpfer

gefertigt und vertrieben. Durch die

schlagartigeEntlastung vonRestdrücken

kommt es zu einer hohen Lärmentwicklung.

Dies hat durch die Einführung automatischer

Entleerungsprozesse zu verstärktem

Lärm geführt. Es „knallt“, wenn

das Entspannungsventil geöffnet wird.

„Wir haben Schalldämpfer entwickelt,

die die Geräuschentwicklung um mehr

als 20 Dezibel reduzieren“, erklärt

Dipl.-Ing. Erich Theisen. Die Produktpalette

umfasst nach 15 Jahren der Entwicklung

alle technischen Gase, Entlastungsdrückebis

300 bar sowie Volumina

bis 8000 Normkubikmeter pro Stunde.

Reiner Menebröcker

Gasgemische und Sondergase werden bei Theisen in speziellen

Kabinen abgefüllt.

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Handwerks- und Handelsbetriebe

sowie Dienstleister im Westfälischen

punkten mit vielen Leistungen,

die nicht selbstverständlich

sind. Mit Stärken, die neue Kundenkreise

ansprechen. Wie aber

diese Leistungsstärke den potenziellen

Kunden vorstellen, ohne

überbordende Personalkosten in

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12 BRANCHE

Die Industrie

erweist sich

als Job-Motor

Die IHK hat die Struktur der Arbeitsplätze

ausgewertet –und staunt selbst über den

teilweise hohen Anteil der industriellen Stellen.

Sassenberg im Kreis Warendorf ist

die Industrie-Hochburg Nord-Westfalens.

Sechs von zehn Erwerbstätigen

in der 14 000-Einwohner-Stadt

sind im Verarbeitenden Gewerbe beschäftigt

(62 Prozent), hat die Industrie-

und Handelskammer (IHK)

Nord Westfalen ausgerechnet. In keiner

anderen Kommune im Münsterland

ist der Anteil der Industriebeschäftigten

höher. „Sassenberg

macht

deutlich, wo die

Industrie in

Nord-Westfalen

am stärksten

ist: Auf

dem Land!“, erklärt

Gustav

Deiters, IHK-Vizepräsident

und

Sprecher der Initiative

Industrie.

Dieses Ergebnis

überrascht

selbst Kenner

der Region

immer noch“, sagt Deiters,

obwohl mit Oelde (56

Prozent), Rosendahl (55 Prozent),

Mettingen (55 Prozent) und Vreden

(54 Prozent) auch die nachfolgenden

Industriestandorte„voll ins Bild passen“.

AufGrundlageaktueller Zahlen der Bundesagentur

für Arbeit hat die IHK die Industriebeschäftigung

in ihren 78 Städten

und Gemeinden im Münsterland und in

der Emscher-Lippe-Region ermittelt.

Das Ergebnis: Etwa 3000 Unternehmen

des verarbeitenden Gewerbes beschäftigtenzum

Jahreswechsel 2013/2014 knapp

172000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.

Damit arbeiteten im IHK-Bezirk

rund 21 Prozent aller Erwerbstätigen

in Industriebetrieben, was dem nordrhein-westfälischen

Landesdurchschnitt

entspricht.

Zwar sind absolut gesehen in größeren

Städten wie Münster (13200) mehr Menschen

in der Industrie beschäftigt als in

kleineren Orten. Doch machen diese

Arbeitsplätze in der Regelnur einen kleinen

Teil der Gesamtbeschäftigung in den

großen Städten

aus. Einen hohen

Industrieanteil

weisen dagegen oft

kleinere Städte

und Gemeinden

auf, wo viele Stellen

durch mittelständische

Unternehmen

geschaffen

werden.

„In 49 von78Kommunen

schafft die

Industrie jeweils

über 1000 Arbeitsplätze

und bildet

damit eine sichere

Beschäftigungsgrundlage

auch in

EVENT

MANAGER

muenster.business de

Das erfolgreiche Wirtschaftsportal

(rot)

Grafik: Atelier Oliver Hartmann / IHK Nord Westfalen

(orange)

Quelle: IHK Nord Westfalen / Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik

kleineren Orten“, so Gustav Deiters. Die

vielen kleinen Industriestandorte gelten

neben der Vielfalt der Branchen und der

Vielzahl kleiner Unternehmen als eine

wichtige Säule der regionalen Wirtschaftsstruktur.„Es

ist schon erstaunlich,

wie sich die Hidden Champions tatsächlich

übers Land verteilen und regelrecht

in der Region verstecken“, sagt Deiters.

Es müsse vor Ort und in der Politik alles

dafür getan werden, „dass diese gesunde

Struktur erhalten bleibt“.

Gerade die vier Landkreise im Münsterland

liegen beim Industrieanteil an allen

Arbeitsplätzen teils weit über dem Durchschnitt

in ganz Nord-Westfalen. „Das

Münsterland ist eine Industrieregion“,

macht der Unternehmer aus Ibbenbüren

deutlich, „was manchmal vergessen

wird“, wenn es um die Fragegehe, woher

der wirtschaftliche Erfolg komme und

wie er auch zukünftig zu sichern sei.

Deiters: „Die Industrie ist Motor der wirtschaftlichen

Entwicklung und ein zentraler

Grund, warum es Deutschland derzeit

besser geht als vielen anderen Volkswirtschaften.“

Wenn dieser Motor aber nicht

rundlaufe, habe das spürbare Auswirkungen

auch auf den Handel oder die

Dienstleistungsbranchen. Letztendlich

setze sich der Strukturwandel zur Dienstleistungsgesellschaft

weiter fort. „Doch

ein global wettbewerbsfähiger industrieller

Kern, der gute Standortbedingungen

vorfindet, muss auch in Nord-Westfalen

erhalten bleiben“, fordert der IHK-Vizepräsident,

sonst sei das Wohlstandsniveau

nicht zu halten.

Die kreisfreien Städte im IHK-Bezirk

Nord Westfalen haben unterdurchschnittliche

Industrieanteile bei der Beschäftigung:

Gelsenkirchen erreicht mit

ihren 13 900 Jobs noch 19 Prozent.

Münster kommt mit 13 200 Beschäftigten

auf neun Prozent aller Erwerbstätigen.

Bottrop liegt bei 13 Prozent, hier arbeiten

4028 Menschen in der Industrie. Die

kreisfreien Städtestellen nicht einmal ein

Fünftel aller Industrie-Arbeitsplätze –82

Prozent dieser Jobs sind in den fünf Landkreisen

Nord-Westfalens zu Hause.

Unter den Kreisen führt beim Anteil der

Industriebeschäftigten der Kreis Warendorf.

Seine 30 427 Arbeitsplätze in der

Industrie machen 37 Prozent aller Jobs

im Kreis aus. Hier liegen die Städte Sassenbergund

Oelde mit ihren Industrieanteilen

von62und 56 Prozent vorne. Aber

auch in Ennigerloh (45%), Ostbevern

(44%) und Sendenhorst (41%) liegen die

Quoten noch doppelt so hoch wie der

Durchschnitt im IHK-Bezirk. Absolut gesehen

bietet Oelde mit 6259 Jobs die

meisten Industrie-Arbeitsplätze im Kreis,

gefolgt von Beckum (5712), Ahlen

(4426), Ennigerloh (2448) und Sassenberg(2336).

In der Kreisstadt selbst sind

mit 1529 Arbeitsplätzen 13 Prozent der

Jobs in der Industrie zu Hause.

Im Kreis Borken arbeiten 40 590 Beschäftigte

in Industrie-Betrieben, das entspricht

einem Anteil an der Gesamtbeschäftigung

von 32Prozent. Besonders

hoch liegt diese QuoteinVreden (55 %),

Südlohn (46%), Isselburg(44 %), Stadtlohn

(42 %) und Schöppingen (39%).

Viele solcher Arbeitsplätze gibt es in Bocholt

(9299), Ahaus (5536), Vreden

(4862), Gronau (4056) und der Kreisstadt

Borken (3337). Bocholt ist die Stadt

mit den drittmeisten Industrie-Arbeitsplätzen

in ganz Nord-Westfalen.

Auch im Kreis Steinfurt haben die kleineren

Städte meist den höheren Industrieanteil.

Dieser liegt im ganzen Kreis bei 25

Prozent, insgesamt arbeiten hier 33 760

Personen in der Industrie. M

(55%) schafft es eine Stadt

TopFünf in ganz Nord-West

ber hinaus kommen Lenger

Altenberge (42 %), Saerbeck

Hörstel (40 %) auf hohe We

gesehen die meisten

Arbeitsplätze im Kreis stel

Emsdetten (4452), gefolgt

(4206), Lengerich (3887),

(3029) und Hörstel (2210)

stadt Steinfurt liegt in der St

dem Durchschnitt: Die 115

produzierenden Gewerbe m

Prozent aller Arbeitsverhält

Im Kreis Coesfeld erreichen

werbstätige imverarbeitend

einen Industrieanteil von24

höchsten Anteile haben Ro

%), Olfen (33 %), Billerbeck

men und Lüdinghausen (je

Anteil von 22%tIndustrieb

weist Coesfeld auf, wo mit

schen die meisten Menschen

lung in der Industrie habe

Dülmen (2878), Lüdinghau

Rosendahl (1490), Billerbec


N & BETRIEBE

13

Rechnen, planen, wagen –

Rohrwerke auf Zukunftskurs

WRW inAhlen entwickeln sich mehr und mehr zu einem internationalen Player

Ahlen ist Sitz vieler klassischer Industrie-Mittelständler.

Die Westfälischen

Rohrwerke sind einer davon.

2004 hervorgegangen aus einer Art

Notgründung, verkauft WRW inzwischen

weltweit MSR – Mehrschicht-

Verbundrohre. Zuletzt liefen 80 Millionen

Meter des Sandwich-Produktes

jährlich vom Band.

Kupfer ist Standard in der

Haustechnik. Aber es ist

auch ein endlicher Rohstoff.

Das bedingt die enorm

wachsende Nachfrage, die

inzwischen 70 Mitarbeiter im Ahlener

Natur-und Gewerbepark Olfetal im Dreischicht-Betrieb

abarbeiten.

Die Zeit des großen Siedlungsneubaus ist

vorbei: Bauen im Bestand stellt den

Markt dar.Sanierung im kleinen privaten

Bereich oder im Wohnungsgewerbe –bei

der Suche nach Ersatz für das Kupferrohr

beginnt die Arbeit des WRW-Vertriebs.

Ein Rohr, das bei geringerem Gewicht

dieselben Eigenschaften hat, korrosionsbeständig

und ohne Gewindeschnitt zu

verbinden ist, das zudem günstiger ist als

Kupfer, das zieht als Verkaufsargument.

Zeit ist auf Baustellen Geld.

„Zu Beginn haben wir fast nur für

Haustechnik produziert“, erinnert

sich Mitgründer Gerhard Auental.

Das war in einer angemieteten

Halle. Damals zählte die Belegschaft

neun Köpfe, setzte inbescheidenerem

Umfang Röhren

für Heizungen und Trinkwassertransport

ab. Der damals

im selben Segment tätige

Arbeitgeber, ein Konzern,

hatte seinerzeit

den Standort Ahlen

aufgegeben. Auf

einen Schlag

wurden Dutzende

Kollegen

arbeitslos.

Auental, seine

Kollegen Edmund

Pilarksi

Pionierleistung: Blick in die Fertigung der Westfälischen Rohrwerke.

und Horst Aschentrup schlugen sich die

Nächte umdie Ohren, rechneten, planten,

wagten schließlich die Neugründung;

auch weil die Banken an das Produkt

glaubten. Die drei hatten ein klares

Ziel: „Wir wollten unseren Kollegen von

damals wieder Arbeit geben.“ Die meisten

seien Westfalen, bodenständig, zuverlässig.

„Und sie stellen ein unglaubliches

Know-howdar.“ Ohne Teamgeist gehe

in der Firma gar nichts, sagen sie.

Nicht umsonst waren alle Mitarbeiter

2012 bei der Feier dabei, als WRW den

Wirtschaftspreis der Stadt Ahlen erhielt.

Auf fünf Maschinen – die sechste ist bestellt

–macht das WRW-Verfahren die

Komponenten Polymer-Granulat und

Aluminiumblech zu jenen Rohren. Das

Metall dient als Diffusionssperreund umschließt

eine innere Kunststoffschicht.

Ummantelt wird die Doppellage durch

eine weitere Polymerhaut. Inzwischen

liefert WRW davon inallen möglichen

Farben mehr als ein Dutzend Durchmesser

zwischen 11,6 und 75 Millimetern.

Tendenz: steigend. „Wir gehen Richtung

75 bis 110 Millimetern“, wirft Edmund

Pilarski ein. Das hat mit neuen Absatzmärkten

zu tun. Inzwischen beliefert die

Rohrmanufaktur neben dem europäischen

Ausland Partner in Nordamerika.

Allein für den Bundesstaat Texas sagen

Schätzungen einen Bedarf von 250 Millionen

Metern Rohren voraus.

Mit einem französischen Systemanbieter

sind die Ahlener Rohrspindeln auch

schon am Südpol angekommen: „Der

rüstet dort eine Forschungsstation nach.“

Ahlener Rohren geht es im Dauerforst

nicht anders als anderen. Wasser gefriert

Foto: Jörg Pastoor

eben. So ein Exot hat als Vermarktungsargument

Bedeutung, das hauseigene Labor

bzw.die für internationale Prüfzertifikatenötigen

Testatedie Stressfestigkeit

des Materials nachweisen.

Während die steigende Nachfrage das

Platzangebot der letztjährigen Flächenerweiterung

schon wieder überholt hat

und das Management bereits über neue

Ankäufevon der Stadt verhandelt, richtet

sich das Augenmerk der Entwicklungsabteilung

auf industrielle Zwecke. Gerhard

Auental: „Aktuell denken wir Richtung

Druckluft, Fernwärme und Chemie.“

Um über ein Thema wie Fachkräftemangelgar

nicht nachdenken zu müssen, bildet

WRW eigens Personal aus. Ein Kunststoffformgeber

fange quasi bei null an,

sagt Edmund Pilarski: „Unser Produkt ist

so speziell, da geht das garnicht anders.“

Jörg Pastoor

täglich

frisch

muenster.business

de

Das erfolgreiche Wirtschaftsportal

it Mettingen

sogar in die

falen. Darüich

(44 %),

(41%)und

rte. Absolut

industriellen

lt die Stadt

von Rheine

Ibbenbüren

. Die Kreisatistik

unter

8 Stellen im

achen zwölf

nisse aus.

14 218 Eren

Gewerbe

Prozent. Die

sendahl (55

(29 %), Dül-

24%). Einen

eschäftigung

3479 Meneine

Ansteln.

Es folgen

sen (1644),

k (832).

TOP 10 der Industriebranchen im IHK-Bezirk Nord Westfalen

(% Angaben als Anteil der Beschäftigten in der Industrie)

1.

2.

3.

4.

5.

6.

7.

8.

9.

10.

Maschinenbau

Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln

Herstellung von Metallerzeugnissen

Herstellung von chemischen Erzeugnissen

Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren

Herstellung von Möbeln

Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen

Herstellung von Glas u. Glaswaren, Keramik, Verarb. von Steinen u. Erden

Herstellung von Textilien

Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)

Beschäftigte der TOP 10 der Industriebranchen

Beschäftigte der übrigen Branchen in der Industrie

136.440

35.129

Beschäftigte der Industrie gesamt 171.569

20,5 %

13,4 %

11,0 %

7,6 %

7,4 %

4,3 %

4,2 %

4,1 %

3,9 %

3,0 %

79,50 %

20,5 %

100 %

Industrie und weitere produzierende Branchen

(% Angaben bezogen auf die Beschäftigten insgesamt im IHK-Bezirk Nord Westfalen)

Beschäftigte in der Industrie

Beschäftigte der weiteren produzierenden Branchen

Beschäftigte in nicht produzierenden Branchen

Beschäftigte insgesamt

171.569

67.769

575.987

815.325

Aufteilung der Größenklassen nach Anzahl der Beschäftigten

insgesamt in den 78 Kommunen und fünf Landkreisen

des IHK-Bezirks Nord Westfalen

Beschäftigte

von bis

110.000

55.000

24.000

14.000

8.000

4.000

2.000

1.000

150.000

80.000

34.000

24.000

14.000

8.000

4.000

2.000

21 %

8,3 %

70,6 %

100 %

(4)

(3)

(5)

(8)

(12)

(13)

(26)

(12)


14 BRANCHEN &BETRIEBE

Im Kinderzimmer unter

dem Dach fing alles an

Die Brüder Stefan und Sebastian Hamann legten vor 14Jahren den Grundstein für die Shopware AG

in Schöppingen –mit erschwinglichen Schülerlizenzen, Taschengeld-Einsatz und viel Ehrgeiz.

Es gibt viele Klischees, die man auf

die Shopware AG projizierenkönnte:

Vom Tellerwäscher zum (noch nicht

ganz) Millionär; ein Hauch von Silicon

Valley im Münsterland ... Aber

sie alle kratzen nur an der Oberfläche,

ohne den Kern wirklich zu treffen.

Es ist im Grunde eine ganz eigene

Geschichte, die die Schöppinger

seit nunmehr 14 Jahren mit ihrem

Computerunternehmen schreiben.

Das erste Kapitel schlugen

die Gebrüder Hamann im

Jahre 2000 auf: In seinem

Kinderzimmer unterm

Dach des elterlichen Hauses

wollte der damals 16-jährige Stefan

seinen Computer sinnvoller als nur für

langweilige kleine Spielchen nutzen. „Es

war die Zeit, in der jeder Haushalt von

einem Internetprovider mindestens einmal

im Monat mit einer CD überschwemmt

wurde: eine Einwahlsoftware

für alle. Dieses Monopol hat mich gereizt

und ich habe begonnen, für kleinereProvider

eine Software zuschreiben, die sie

alternativ zur Interneteinwahl nutzen

konnten“, erinnert sich Stefan Hamann

(heute 30).

VomTaschengeld kauftesich der Autodidakt

Fachbücher, um sich weiterzubilden.

Bald kamen professionelle Programme

hinzu. Als erschwingliche Schülerlizenzen.

ErsteEntwicklungen wurden bei

Firmen vorgestellt und ausprobiert.

„Ein ansässiges Unternehmen hat mich

dann gefragt, ob ich bei ihm computertechnisch

die Umstellung vonD-Mark auf

Euro vornehmen könnte. Der Anbieter,

der das Programm installiert hatte, war

dazu nicht in der Lage. Dabei war es

selbst für mich als Schüler ein Klacks“,

lacht der Unternehmer.

Gemeinsam mit Bruder Sebastian, damals

14 Jahre jung, entstand zunächst

die klassische Werbeagentur im Internetbereich,

für die Kunden wurden erste

Homepages erstellt. Der jüngereder Brüder

warfürs Design zuständig, der ältere

fürs System. Die Firma

Hamann Media

war geboren.

Rechtlich gab´s

kurzfristig noch einige

Hürden zu

überwinden: „Ich Sebastian Hamann

musste mich damals

vom Amtsgericht

vorzeitig für geschäftsfähig erklären

lassen“, schildert Stefan Hamann.

Die Start-up-Firma gewann an Fahrt.

Kleine Aufträge brachten Geld in die

Unternehmenskasse, das umgehend in

„Uns zeichnet unsere münsterländische

Bodenständigkeit aus.

Dabei wollen wir auch bleiben.“

Spatenstich für den neuen Firmensitz: Am Ortsausgang der Vechtegemeinde entsteht seit Ende Oktober der zukünftige Shopware-Hauptsitz. Derzeit sind die Mitarbeiter

noch in drei verschiedenen Dependancen untergebracht. Sebastian Hamann, Stefan Heyne und Stefan Hamann (v.l.) wollen Mitte nächsten Jahres „umsiedeln“.

neue Programme und Entwicklungen investiert

wurde. „Das ist und war unser

Vorteil“, sagt Stefan Hamann: „Wir mussten

nie bei einer Bank um Darlehn betteln,

wir sind bis heuteeigenkapitalfinanziert

und inhabergeführt.“

Durch ein Kundenprojekt kamen die Brüder

2006 dann auf die Idee, Online-

Shops zu entwickeln. Und das nächste

Kapitel der Firmengeschichtewurde aufgeschlagen.

„Senior“ Stefan Heyne (37)

stieg mit ins Boot.

Gemeinsam wurden alte Zöpfe abgeschnitten,

mit einem Finanzvolumen von

50 000 Eurodas neue System produziert.

„Die Zeit dafür war reif, die Nachfrage

stieg. Wasfrüher eine

Insellösung war, haben

wir zu einem

kompakten System

ausgebaut“, sind die

drei Geschäftsführer

stolz. Das Shopware-

Produkt wurde zum

Firmennamen, 2008

die Shopware AGgegründet.

Schwarze Zahlen und ein steiler Weg

nach oben zeichnen das Unternehmen

seitdem aus. Aber auch Steine, die immer

wieder zur Seite geräumt werden mussten.

„Natürlich hatten wir anfangs zwar

ein tolles Produkt, aber nur wenig Referenzen“,

sagt das Unternehmer-Trio.

Zäh und mit viel Herzblut hätten sie sich

ihren Platz am Markt erkämpft. Heute

zählen zu den 28 000 Kunden unter anderem

die Deutsche Bahn oder Haribo,

800 Vertriebspartner sind an der Shopware-Seite,

die Schöppinger haben sich

zum Marktführer inihrem Segment entwickelt.

Und sind doch auf dem Teppich geblieben.

„Klar, könnten wir mit unseren annähernd

90 Mitarbeitern auch in die angesagten

Metropolen nach Berlin oder

München umsiedeln“, meint Sebastian

Hamann. „Aber uns zeichnet unsere

münsterländische Bodenständigkeit aus.

Dabei wollen wir auch bleiben.“

Innerbetrieblich ist die Firma inzwischen

international aufgestellt, hat amerikanische

oder auch portugiesische Mitarbeiter.

„Es ist allerdings schwer, gute Fachkräftezufinden“,

geht es Shopwarenicht

anders als vielen Firmen quer durch alle

Branchen. „Der IT-Bereich boomt, der

Markt ist deshalb wie leer gefegt. Wer

was auf dem Kasten hat, ist durch langfristige

Verträge gebunden.“ Auch hier

warenund sind Innovationen gefragt: die

Ausbildung eigener Spezialisten (zwölf

Azubis derzeit in fünf Berufen, bislang

stets mit Übernahme-Garantie) sowie

viele weiche Faktoren zum angenehmen

Arbeitsklima. So gibt es wöchentlich ein

Global-Breakfast für alle, flexible Arbeitszeiten,

das Home Office, Frei-Abos fürs

Fitness-Studio und Beteiligungen am

Jahresgewinn.

„Wir haben sicherlich aus unserer eigenen

Geschichte gelernt“, begründen die

drei Chefs das „Rundum-Wohlfühl-Paket“:

„Wir stehen mit unseren Mitarbeitern

auf Augenhöhe. Das, wasman ihnen

an Freiheit und Verantwortung gibt,

kommt als Leidenschaft für die berufliche

Sache zurück.“

So können sich alle fast 90 Mitarbeiter/

innen einmal jährlich während einer firmeninternen

Kreativwoche an jenen Segmenten

ausprobieren, an die sie sich immer

schon einmal heranwagen wollten.

„Da wird entwickelt und experimentiert,

man glaubt es kaum“, sind die Geschäftsführer

immer wieder aufs Neue überrascht:

„Es kommen mitunter einfach tolle

Entwicklungslösungen für das Produkt

Shopwareheraus, die sonst vielleicht nie

entstanden wären.“

Susanne Menzel

Regelmäßig führt die Start-up-Firma inzwischen Hausmessen durch, bei denen sich das komplette Team mit seinen neuesten Entwicklungen präsentiert.

Zu klein ist schon heute der Firmensitz.


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Im Fortschrittsgang

Michael Möller gilt als „Wissensarbeiter im Handwerk mit Erkenntnishunger“. Für den

Orthopädieschuhmachermeister haben Innovationen einen großen Stellenwert.

Zu ihm kommen Profikicker aus der

Bundesliga und Schwerstversehrte

aus Vorderasien: Inder Orthopädie-

Schuh-Technik spielt Michael Möller

in der Champions League und verhilft

dank modernster Einlagen-und

Maßschuhfertigungauch Zeh-Amputierten

zu schmerzfreiem Gang.

Wenn ein Marathonläufer

mit gebrochenem

Fußknochen unbedingt

seine 42,195 Kilometer

durchhalten

will, dann machen wir auch das möglich“,

sagt der Unternehmer, der die Firma

in Ottmarsbocholt 1995 von seinem

Vater Felix übernommen hat.

Die ganzheitliche Lösung für den PatientenimBlick,

hat der zweifache Familienvatermit

seiner Frau Claudia Möller eine

App für den Facharzt entwickelt. Damit

kann dieser per Smartphone Versorgungsvorschläge

von Möller einholen,

die auf die jeweilige Diagnose zugeschnitten

sind. 40 Prozent seiner Arbeitszeit

steckt der Orthopädieschuhmachermeister

in Innovation –ein Zukunftsthema

ist für ihn die Fußversorgung vonDiabetes-Patienten.

Die Forschungsergebnisse

hat der „Wissensarbeiter im Handwerk

mit Erkenntnishunger“, zu dem ihn

das Bundesministerium für Wirtschaft

und Technologie gekürt hat, auf einer

Weltkonferenz in Vietnam erfahren.

In der Heimat begleitet Möller regelmäßig

Prof. Hans Henning Wetz bei der Visite

im Uni-Klinikum und erarbeitet mit

dem Experten für jeden schwerstversehrten

Patienten neu ein individuelles Gehund

Laufkonzept. Mittlerweile hat Möller

all seine Erfahrung zusammen mit den

Medizinern Prof. Dr. René Baumgartner

und Dr. Hartmut Stinus in ein Fachbuch

gepackt, das gerade ins Englische, Russische,

Spanische und Japanische übersetzt

wird. Die zweite, überarbeitete Auflage

soll weltweit zum Standardwerk

werden.

Nicht nur deshalb hält Wissenschaftler

und Fernsehgröße RangaYogeshwar den

48-jährigen Münsterländer für einen

„Fortschrittmacher und Superstar des

Mittelstandes“:Zum siebten Mal in Folge

kürt der Wissenschaftsjournalist die inhabergeführte

und 1899 gegründete Firma

zu einem der 100 innovativsten

UnternehmenDeutschlands. Doch in Zukunft

wollen die Möllers beim Benchmarking

pausieren: „Der Wettbewerb bindet

Kapazitäten, die wir in nächster Zeit lieber

in die Produktentwicklung stecken

wollen.“

Möller ist ein Unentwegter, der für seine

Ideen brennt: „Zuerst ist es immer eine

Spinnerei, über die alle den Kopf

schütteln. Beispiel: Orthopädieschuhtechnik

und Rückenprobleme

–wie soll das denn zusammengehen?“

Gegen Spannungskopfschmerz

und

Rückenleiden hat

Möller zwar kein

Patentrezept:

„Die sehr genaue

individuelle

Untersuchung

Maßarbeit aus der Werkstatt eines Orthopädieschuhmachers

3D-Rückenscan: Links zeigt der Patient eine asymmetrische, rechts nach Unterlegen der Plättchen und danach

gefertigten neurologischen Einlagen eine weitgehend symmetrische Körperhaltung.

des Patienten steht im Vordergrund –und

dann müssen wir gucken, ob wir mittels

neurologischer Einlage durch Impulse

unter den Füßen nicht nur das Becken in

seine normale waagerechte Position zurückbringen.

Sondern sogar die Spannungen

des rechten und linken Körpermuskelstranges

so weit harmonisieren,

dass die Beschwerden aufhören.“

Eine komplizierteMaterie, zu der der Orthopädieschuhmachermeister

mehrere

Doktorarbeiten wissenschaftlich begleitethat.

Jetzt tragen nicht nur Tennisspieler

der Weltrangliste seine neurologischen

Einlagen, um die Überbeanspruchung

ihres Schlagarms auszugleichen.

Die Sportstars kommen sogar höchstselbst

zu eingehender Bewegungsanalyse

in das Firmengebäude am Johann-Krane-Weg.

Werben darfMöller mit den großen

Namen allerdings nicht: „Erstens

unterliegen wir der Schweigepflicht. Und

zweitens hat Einlagen-Tragen immer

noch den Touch von`Irgendetwas ist mit

mir nicht ganz in Ordnung´.“ Der verstärkte

Ausbau des Marketings ist jedes

Jahr ein Appell der Wirtschaftsuni Wien,

von der sich das Mittelstandsunternehmen

für den Innovationspreis „Top 100“

das siebteJahr in Folgeauf Herz und Nieren

hat prüfen lassen.

Gepunktet hat das Unternehmen allerdings

nicht nur durch seine Nähe zur Wissenschaft,

sondern auch durch die Innovationskraft

des gesamten Mitarbeiterteams:

Dr. Arne Nagel, seit fünf Jahren

der Sportwissenschaftler und Biomechaniker

im 35-köpfigen Team, hat seine Praxisräume

zur Haltungs- und Bewegungsanalyse

im Erdgeschoss des Peter-Bastian-Baus.

Nach Fuß- und Rückenuntersuchung

nimmt Nagel den Barfußgang

und die Bewegungsabläufe unter die Lupe.

Unter die nackten Füße legt er in Höhe

und Form im Millimeterbereich variierende

Kunststoffplättchen und simuliert

die Einlage. Der Sportwissenschaftler

setzt Impulse für die rechten und den linken

Muskelstränge imKörper, hemmende

oder spannungsverstärkende, je nach

Befund. Damit kann er die gesamte Körperstatik

korrigieren.

Und den Rücken nimmt sich der Biomechaniker

zusätzlich vor die Linse:

„Wir arbeiten heute mit der

3D-Rasterstereographie.

Dabei wird der

Rücken optisch abgescannt

und die Rückenoberfläche

mit

einem Lichtraster vermessen“,

erläutert Nagel.

Das hat zwei Vorteile: Zum

einen können die Weichteile und die

muskuläre Silhouette bildlich wiedergegeben

werden, zum anderen ist keine Be-

Innovationsfreudig: Orthopädieschuhmachermeister

Michael Möller

lastung durch Röntgenstrahlung nötig.

Das Beste: Der Patient kann im Vorher-

Nachher-Bildvergleich den eigenen, in

die gesunde, gerade Haltungsposition

„zurechtgerückten“ Körper gegenchecken.

Einmal Einlage, immer Einlage?

„Das stimmt nicht, denn der Körper ist

lernfähig“, betont Möller. Die neurologische

Einlageist nicht für die Ewigkeit gemacht.

Das Gehirn soll umprogrammieren:

Die alte, asymmetrische Körperhaltung

abbauen und dort Muskelketten

stärken, wo die symmetrische Körperhaltung

Unterstützung braucht.

Wer allerdings immer wieder nicht zur

Behandlung, sondern voller Wissbegier

in das Gebäude im Technologiepark

Münster kommt, sind Studenten: Als Dozent

der Fachhochschule Münster unterrichtet

Möller angehende technische Orthopäden

und Podologen praxisnah in

seinen Firmenräumen. Maike Harhues

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BRANCHEN &BETRIEBE 16

Ab aufs Siegertreppchen

Viele Unternehmen stellen sich selbstbewusst dem Vergleich –und profitieren am Ende

durchaus vom aufwendigen Benchmarking. Wie kommt man eigentlich unter die „Top 100“?

Foto: Fotolia

„Besonders einfach war es nicht,

Ranga Yogeshwar mit ins Boot zu holen“,

räumt Sven Kamerar, Pressesprecher

bei Compamedia, ein. Denn

Yogeshwar mache prinzipiell keine

Werbung, doch nach einigen intensiven

Gesprächen war der bekannte

Fernsehjournalist bereit, sein Gesicht

als Mentor herzugeben. „Und

wer ihn jetzt bei der jährlichen Top-

100-Preisverleihung erlebt, merkt

sofort, wie überzeugtYogeshwar von

dem Unternehmensvergleichist“, ist

Kamerar sich sicher.

Und das steckt dahinter: Die

Aspekte Benchmarking,

Public Relations, Netzwerkbildung

und ein werbenutzbares

„Siegel“ sollen

den deutschlandweiten Unternehmensvergleich

für Mittelständler attraktiv

machen. Das Benchmarking liefere

eine Stärken-Schwächen-Analyse für

mittelständische Unternehmen in Sachen

Innovationsmanagement und decke

Innovationspotenziale auf. Entwickelt

wurde dieses Verfahren vonDr. Nikolaus

Franke, Professor für Entrepreneurship

und Innovation an der Wirtschaftsuniversität

Wien. Fragen zur Bewertung in der

Disziplin „Innovationsförderndes Top-

Management“ lauten etwa: Welche Innovationsstrategien

gibt es im Unternehmen?

Inwieweit ist Innovationsmanagement

Chefsache? Stehen ausreichende finanzielle

Mittel für die Forschung und

Entwicklung zur Verfügung? Fragen, die

in der Kategorie „Innovationsklima“ geklärt

werden, sind beispielsweise: Welchen

Stellenwert hat Innovativität im

Unternehmen? Haben die Mitarbeiter

den Freiraum, der für Kreativität nötig

ist?

Doch die Unternehmensanalyse, die in

drei Größenkategorien (Unternehmen

bis 50 Mitarbeiter, bis 250 Mitarbeiter

und über 250 Mitarbeiter) von einer 20-

köpfigen Jury aus Wirtschaftswissenschaftlern

und Unternehmensberatern

durchgeführt wird,ist nicht umsonst: Die

Kosten für die Bewerbung betragen in jeder

Größenklasse 300 Euro. Bewerber,

die es in die Riegeder „Top 100“ schaffen,

bezahlen weitere 7600 Euro für ein Leistungspaket,

das unter anderem ein Firmen-Porträt

und Pressearbeit umfasst.

Eine Innovationsbilanz gehört zu den optionalen

Leistungen und kostet 1300

Euro.

Der Wettbewerb kennt nur Gewinner:

Schneidet ein Unternehmen schlecht ab

und schafft es über die ersteBewertungsrunde

nicht hinaus, so dringt das nicht in

die Öffentlichkeit. 247 mittelständische

Unternehmen haben sich in diesem Jahr

beworben, 148 haben es in nach einer

umfangreichen Fragebogenaktion in die

zweite Runde und 74 in die Top-Platzierung

geschafft.

Neben Orthopädieschuhtechnik Möller

drei weitere Firmen aus dem Münsterland:

Huesker aus Gescher ist Hersteller

von Geokunststoffen, Agrar- und Industrietextilien

mit 370 Beschäftigten und

hat im vergangenen Jahr umstrukturiert.

Eine eigene Innovationsabteilung hat

Forschung und Entwicklung im Fokus:

„Neben der klassischen Forschung im Bereich

der Produktentwicklung sind es vor

allem die Innovationen in der Prozessund

Organisationsentwicklung, eben der

ganzheitliche Ansatz, der uns langfristig

Erfolg und Sicherheit gibt“, ist Geschäftsführer

Dr. Friedrich-Hans Grandin überzeugt.

Für Konsumgüterhersteller Emsa aus

Emsdetten mit seinen 375 Mitarbeitern

warnicht nur die Ermittlung des Innovationspotenzials

Antriebsfeder für Top

100. „Fissler und Froli haben auch mitgemacht

– die Positionierung gegenüber

der Konkurrenz ist nicht unentscheidend“,

erklärt Sabine Körner,Pressesprecherin

des Unternehmens.

Das erst 2010 gegründete Medizintechnik-Unternehmen

Blue Safety aus Münster(14

Beschäftigte) hat sich auf die Desinfektion

von Wasser für zahnärztliche

Behandlungen spezialisiert. In der Gruppe

der Unternehmen unter 50 Mitarbeitern

hat das Start-up sogar den dritten

Platz gemacht: „Natürlich profitieren wir

sehr von dem gemeinsamen Foto mit

Ranga Yogeshwar von der Preisverleihung.

Er steht einfach für seriöse Wissenschaftlichkeit.

Aber hinter dem Top-100-

Unternehmensvergleich

steckt wesentlich mehr als

bloß PR“, findet Christian

Mönninghoff, einer der beiden

Geschäftsführer. Zwei

Tage hat ein Jurymitglied

aus Wien das münsterische

Unternehmen besucht:

„Zusammen haben wir Bilanzen

gewälzt, unser Innovationspotenzial

beziffert

und das Betriebsklima unter die Lupe genommen“,

konkretisiert Mönninghoff,

der zusammen mit seinem Partner Jan

Papenbrock auch für den Gründerpreis

NRW nominiert ist. „Dabei ist uns nicht

nur aufgefallen, wie gut es unsere Mitarbeiter

eigentlich haben. Wir haben

auch Ideen geschmiedet, wo es in Zukunft

hingehen kann.“ Bei Top100 will

Blue Safety in zwei Jahren, bis dahin

steht die Entwicklung einer eigenen Software

auf der Agenda, nochmal antreten:

„Wir halten den Unternehmensvergleich

für hoch professionell.“Maike Harhues

„Wir halten den Unternehmensvergleich

für hoch

professionell.“

Christian Mönninghoff

„Alle Top100 eint ein leidenschaftlicher

Erfindergeist. Spannende

Produkte und die Fähigkeit,

die Mitarbeiter für das Entwickeln

von Innovationen zu begeistern,

sind das, was Mittelständler brauchen,

um die deutsche Wirtschaft

zu stützen. Die Top100 sind dafür

die besten Beispiele.“

Ranga Yogeshwar, Top-100-Mentor

UNTERNEHMEN AUF TITELJAGD

Von den Besten lernen und sich am Erfolg der anderen orientieren –Benchmarking ist „in“:

„Great Place to Work“, „Top Arbeitgeber“ oder „Top Job“: Wettbewerbe mit hohem Startgeld

konkurrieren gegen regionale Awards wie den Innovationspreis Münsterland, der seit 1993

alle zwei Jahre von der Münsterland e.V. vergeben wird.

Welche Titeljagd auch immer, Betriebsanalyse ist immer gut: „Die Unternehmen nehmen sich

selbst genau unter die Lupe, erkennen ihre Potenziale und nutzen die Strahlkraft eines solchen

Wettbewerbs, um sich gegenüber der Konkurrenz zu positionieren“, erklärt Wieland

Pieper, IHK-Geschäftsbereichsleiter für Industrie- und Unternehmensführung, die Wirkung für

die Teilnehmer. Natürlich seien die gut 9000 Euro Wettbewerbsgebühr für „Top 100“ besonders

für kleinere Unternehmen „nicht mal eben aus der Portokasse zu bezahlen“, findet Pieper

und verweist auf den Innovationspreis Münsterland: Vom Verein zur Förderung des

Münsterlandes wird keine Teilnahmegebühr verlangt, die Unternehmen bewerben sich in den

fünf Kategorien Wirtschaft, Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft, Energie innovativ,

Start-up-Unternehmen und Ernährung. „Die Preisträger profitieren auch besonders von

Vernetzung und regionalen Synergieeffekten“, unterstreicht Claudia Scherl, Projektleiterin der

Innovationspreises Münsterland. Nicht nur das professionelle Firmenporträt als Film für alle

Preisträger, sondern auch der langfristige Support durch den Münsterland e.V. sei für viele

Firmen ein Teilnahmegrund. „Nach einem Jahr besuchen wir unsere Preisträger und verschaffen

ihnen nicht nur zusätzliche PR. Im vergangenen Jahr haben wir zusammen mit

einem unserer Innovatoren entdeckt, dass es einen dringend benötigten Zulieferer genau im

gleichen Ort gab. Der umständliche Import aus China konnte gestrichen werden. Das meine

ich mit Synergieeffekt“, betont Scherl.

OFFEN GESAGT

Prozess hat Vorteile

Klappern gehört zum Handwerk. Klar, eine Binsenweisheit!

Aber Aufmerksamkeit heischen bei Kunden und

zur Personal-Akquise –diese Aufgabe wird immer bedeutsamer.

Auf welchem Instrument und in welchem Takt getrommelt

werden sollte, muss jeder Unternehmer selbst entscheiden.

Wettbewerbe und das Haschen nach Gütesiegeln gehören

für viele Unternehmen in den Marketing-Werkzeugkasten.

Dass dabei unter den Anbietern der Label selbst auch Wettbewerb

herrscht, macht die Lage unübersichtlich, ändert

aber nichts daran, dass manche Auszeichnung mehr Substanz

hat, als Skeptiker glauben, die nur an Instanzen wie

die Stiftung Warentest glauben mögen.

Für Firmen ist der Prozess des Benchmarkings jedenfalls

mit zwei Vorteilen verbunden: Sie stellen eigene Strukturen

auf den Prüfstand, und sie können sich danach womöglich

auch noch von Konkurrenten absetzen, indem sie mit einem

Siegel ihrer Qualität werben. Ob Geld und Zeit für diesen

Prozess gut angelegt sind, bleibt im Einzelfall abzuwägen.

Am Klappern kommt aber kein Protagonist im Wirtschaftsleben

vorbei.

Maike Harhues


GELD &GESCHÄFT 17

Guter Draht zur Hausbank

macht sich bezahlt

Warum Mittelständler transparent mit ihrem Geldinstitut kommunizieren sollten und auf welche

Punkte esdabei ankommt. „Fikomm Award“ geht in diesem Jahr nach Sendenhorst.

Wer einen guten Draht zu seiner

Hausbank hat, bekommt leichter

und zu besseren Bedingungen Gelder

als mögliche Mitstreiter. Denn

wer einen vertrauensvollen Umgang

mit seinem Bankberater pflegt, kann

seine Finanzierungsbedingungen

aktiv beeinflussen. Dadurch gelingen

Investitionen und Übernahmen.

Außerdem ist genügend Liquidität

vorhanden, umdie eigene Existenz

zu sichern.

Dass Mittelständler mit

einer guten Finanzkommunikation

mehr Finanzmittel

bekommen, im Vergleich

weniger Sicherheiten

stellen müssen und sich in ihrer betriebswirtschaftlichen

Performance positiv

abheben, belegt auch eine Studie der

Euler Hermes Deutschland AG,die in Zusammenarbeit

mit GE Capital, der Commerzbank

und dem Bundesverband der

Deutschen Industrie (BDI) unter der

Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums

entstanden ist. „Firmen, die

ihre Kapitalgeber nicht nur mit Routineinformationen

wie Bilanz und Gewinnund

Verlustrechnung versorgen, sondern

sie zeitnah, umfassend, persönlich und

mit kreativen Methoden informieren, haben

Vorteile bei der Finanzierung ihres

Geschäfts“, sagt dazu Peter Lemke von

Euler Hermes.

Als Unternehmen aus der

Region mit einer vorbildlichen

Finanzkommunikation

gelten beispielsweise

der Anlagenbauer

Bernd

Münstermann

GmbH & Co.

KG aus Telgte

und die im

Handel mit

Messe- und

Präsentationssystemen

tätige

Klaus Lünnemann

GmbH

aus Ibben-

VOVIS Automobile GmbH

Albersloher Weg 277

48155 Münster

Telefon 0251 .608020

Wettringer Straße 70

48565 Steinfurt

Telefon 02551 .9339-0

Auf dem Quellberg 31

48249 Dülmen

Telefon 02594 .783130

Dortmunder Straße 96

59067 Hamm

Telefon 02381 .94006-0

www.vovis.de

büren. Beide wurden bereits von Euler

Hermes und seinen Partnern mit dem

Wirtschaftspreis „BesteFinanzkommunikation

im Mittelstand“ ausgezeichnet –

Lünnemann 2007 und Münstermann

2008. Bei Lünnemann zeigtesich die Jury

vor allem vom

ausführlichen

und akkuraten

betriebswirtschaftlichen

Berichtswesen

beeindruckt.

Bei

Münstermann

war ebenfalls die

„vorbildliche Informationspolitik“

ausschlaggebend für den Preis: Nicht

nur Kapitalgeber, sondern auch alle Mitarbeiter

erhalten die Plan- und Ist-Zahlen

sowie umfangreiche Informationen über

die jeweils aktuelle Lage des Unternehmens.

In diesem Jahresiegtedie Erdnuß Druck

GmbH aus Sendenhorst in der Kategorie

„Kleiner Mittelstand“ (unter zehn Mio.

Euro Jahresumsatz). Die Wurzeln der

Erdnuß Druck GmbH aus Sendenhorst

reichen bis in das Jahr 1861 zurück. Das

heuteauf den Bogenoffsetdruck spezialisierte

Unternehmen setzt mit zehn Mitarbeitern

1,3 Mio. Euro um.

Obwohl eines der kleinsten Unternehmen

im Teilnehmerfeld um den „Fikomm

Award 2014“, legt Erdnuß Druck vierteljährlich

seinen Kreditgebern einen „Kurzbericht“

vor, in dem sich alle zentralen

betriebswirtschaftlichen Kennzahlen finden

–übersichtlich aufbereitet und durch

eine qualitative Kommentierung

ergänzt.

„Wir können unseren Bankern

schließlich am besten erklären,

wie unser Geschäft funktioniert –

in guten wie in schlechten Zeiten.“

Bernhard Erdmann, Geschäftsführer Erdnuß Druck

Das war, wie es Ende Oktober bei der

Preisübergabe im Hamburg hieß, allerdings

nicht immer so.

„Wir waren früher ganz schöne Geheimniskrämer

und haben, wenn man ehrlich

ist, überwiegend ‚Management by Kontoauszug´

betrieben“, sagt Bernhard Erdmann,

Geschäftsführer von Erdnuß

Druck. „Betriebswirtschaft waretwas für

Anzugträger. Bis Anfang 2000 war das

kein Problem, weil Banken Unternehmen

das Geld quasi hinterherwarfen. Mit der

Einführung der Basel-II-Richtlinien vollzogen

sie aber eine Vollbremsung mit

quietschenden Reifen. Aufgrund der hohen

Zahl vonInsolvenzen und Druckereischließungen

warensie bei der Finanzierung

dieser Branche sehr zurückhaltend.

Wir mussten das Steuer also radikal herumreißen

und haben ein Informationssystem

aufgesetzt mit Quartalskurzberichten

–alles mit internem Know-how

und ohne externe Berater. Wir können

unseren Bankern schließlich am besten

erklären, wie unser Geschäft funktioniert

–inguten wie in

schlechten Zeiten.“

Grundsätzlich ist

ein gutes Verhältnis

zu den Banken

für Unternehmen

überlebenswichtig.

Denn Studien

zufolge ist der

klassische Bankkredit

die wichtigste Fremdkapitalquelle

für kleine und mittlere Unternehmen.

Gerade kleinere Firmen aber sind es, die

oft nur über eine unzureichende

Finanzkommunikation verfügen.

Künftig dürfte eszudem

schwieriger werden, gewünschteKrediteüberhaupt

zu bekommen:

„Die Basel III-Bestimmungen

und die Regulierungsvorhaben

der

Finanzmärkte auf EU-

Ebene dürften sich insgesamt

negativ auf die

Möglichkeiten der Banken

auswirken, Kredite

auszuleihen“, erläutert

Marc Evers, Mittelstandsexperte

beim

Deutschen Industrie-

und Handelskammertag

(DIHK).

Die Industrie- und Handelskammer

(IHK) Nord Westfalen bietet auch deshalb

aus guten Grund in der Region regelmäßig

Experten-Sprechtage zur Finanzierung

an. Denn für Betriebserweiterungen,

Verlagerungen, Umstrukturierungen,

Übernahmen oder auch Sanierungen

gibt es Finanzierungs- und Förderprodukte.

Darüber informiert die IHK gemeinsam

mit den Experten von NRW-Bank und

Bürgschaftsbank in persönlichen Gesprächen.

Diese Gespräche

sollen laut

IHK grundsätzlich

mit gezielten

Handlungsempfehlungen

enden.

✔ Günstigen Strom

„Zum Termin kann

✔ Günstiges Erdgas

gerne der Steuerund/oder

Unter-

✔ Ehrlichen Preis ohne

✔ Preisgarantie*

nehmensberater

Vorauskasse

mitkommen“, ✔ Einfachen

Wechselservice

heißt es bei der

✔ Engagierte Ansprechpartner

vor Ort

IHK Nord Westfalen.

Auch die Vertreter

der Hausbank

seien bei diesem

Angebot gern

gesehen.

Eine gute Finanzkommunikation

ist

wichtig. „Das machen wir auch unseren

Kunden immer wieder klar“, sagt dazu

Andreas Glandorf, Geschäftsführer der

inpraxi Unternehmensberatung

GmbH &Co. KG

aus


Osnabrück.

„Ja –

ich will.”

NEU: Jetzt

auch Strom!

*Die Preisgarantie bezieht sich

nicht auf Steuern und Abgaben

sowie auf die Preisbestandteile,

die die Raiffeisen Energie

GmbH &Co. KG an andere an

der Strom- und Erdgasversorgung

beteiligte Unternehmen

abzuführen hat. Auf die Höhe

dieser Preisbestandteile hat

die Raiffeisen Energie GmbH &

Co.KGkeinen Einfluss.

Raiffeisen Energie GmbH &Co. KG ·Plathnerstraße 4A

30175 Hannover ·Telefon 0251/682-1180

Erdgas@agravis.de ·www.RGas.de

Transparenz und Offenheit sind eine wesentliche Grundlage für eine erfolgreiche Finanzkommunikation. Viele Unternehmen tun sich aber immer noch schwer damit.

Foto: Fotolia


18 GELD &GESCHÄFT

Die Hausbank kann einem Unternehmen gute Dienste leisten, wenn beide Seiten um eine klare Kommunikation

und Zusammenarbeit bemüht sind.

Foto: Shutterstock

„Leider werden wir oft erst geholt, wenn

das Kind schon in den Brunnen gefallen

ist. Wenn jemand von außen gebraucht

wird, um eine Liquiditätskrise durch eine

professionelle Finanzkommunikation

doch noch abzuwenden“, ergänzt Johannes

Müller, Wirtschaftsberater aus Bünde.

Zu einer guten Finanzkommunikation

gehören laut Glandorfeine fundiertePlanung,

Soll-Ist-Vergleiche, eine Liquiditätsanalyse

und eine Strategieentwicklung.

„Zunächst einmal zur Steuerung für

den Unternehmer selbst, dann für die

Banken in Form eines Planungsberichts,

„Eine gute Finanzkommunikation

ist wichtig. Das machen wir auch

unseren Kunden immer wieder

klar.“

Andreas Glandorf, Geschäftsführer der inpraxi

Unternehmensberatung GmbH &Co. KG

einem mindestens vierteljährlichem Reporting

und einer kurzfristigen Info,

wenn etwas nicht passt“, sagt Glandorf.

Dabei empfehle es sich, strukturelle

Trends aus der eigenen Branche mitzuliefern

und eine Brückezuschlagen vonder

Entwicklung der globalen Märktezuden

eigenen Zahlen.

Viele Mittelständler zeigen sich im Kontakt

mit ihrer Bank eher misstrauisch und

verschlossen, sie haben Angst vor zu viel

Transparenz, haben die Euler-Hermes-

Experten beobachtet. Gerade kleine und

mittlere Unternehmen informierten aus

einem gewissen Unabhängigkeitsanspruch

ihreKapitalgeber nur ungern und

wüssten meist nicht, wie die Bank die

übermittelten Informationen überhaupt

nutze. Dadurch überließen sie Zahlen

und Daten wie beispielsweise den Jahresabschluss

oft unkommentiert ihrer Bank.

Die Interpretation des Materials sei dann

allein Sache des Kreditgebers, obwohl

der Mittelständler bestimmte Entwicklungen

im Zahlenwerk bereits im Vorfeld

hätte erläutern können.

Oft fehlt auch die Darstellung von Zukunftsplänen.

Helfen können Kreditmediatoren,

die zwischen Unternehmen

und Bank in Finanzierungsfragen vermitteln,

wenn die Gespräche stocken und

beide Seiten sich verhärtet haben.

Die Lösung liegt oft in einer verbesserten

Ansprache der Banken durch zielgruppenoptimierte

Informationen und Maßnahmen,

kurz einer verbesserten Finanzkommunikation.

Dafür können sich

Unternehmen professionelle Hilfeholen.

Um mögliche Hürden vor anstehenden

Bankgesprächen zu erkennen und zu beseitigen,

bietet das IKME auf seiner Internetseitewww.ikme.de

einen kostenlosen

Stresstest 2014 „Unternehmensfinanzierung“

mit vielen Fragen und sofortiger

Auswertung an.

Dieser sensibilisiert Mittelständler für

Themen, an denen sie noch arbeiten müssen,

um auch in Zukunft über ausreichend

Liquidität zu verfügen. ah/wk

ONLINE-STRESSTEST FÜR

UNTERNEHMEN

Damit Unternehmer und Geschäftsführer prüfen können,

wie ihre Chancen auf neue Kredite von der Hausbank etwa

zur Vorfinanzierung neuer Aufträge stehen, bietet das

Deutsche Institut für Kreditmediation (IKME) schon seit

2011 im Internet unter www.ikme.de einen „Stresstest

Unternehmensfinanzierung“ an.

Der Test ist kostenlos und dauert etwa 15 Minuten. Abgefragt

werden allgemeine Daten zum Unternehmen, zur Finanzierungssituation

sowie Angaben zur Finanzkommunikation

zwischen Unternehmen und Hausbank und zu aktuellen

Kreditverhandlungen. Alle Angaben werden verschlüsselt

übertragen und vertraulich behandelt. „Oft sehen

Unternehmen nur isolierte Ereignisse, etwa dass die

Bank den gewünschten Kredit nicht verlängert oder dass

es Probleme bei den Sicherheiten gibt“, sagt Rainer Langen,

Leiter des IKME. Der Stresstest bette eine solche Erfahrung

inden Gesamtzusammenhang ein, indem er eine

Verbindung herstelle zwischen der Bankverhandlung, der

Güte der Finanzkommunikation und dem wirtschaftlichen

Umfeld, in dem sich das Unternehmen befinde. „Dadurch

wird das Unternehmen dafür sensibilisiert, sich darüber

klar zu werden, wo es mit Blick auf seine Finanzierungssituation

steht. Denn nur so kann es mögliche Hürden vor

anstehenden Bankgesprächen erkennen.“

Anwender erhalten direkt nach der Beantwortung der Fragen

eine Auswertung: Eine Kreditampel steht entweder

auf Grün, Gelb oder Rot. Grün bedeutet eine gute Finanzierungssituation,

das Unternehmen dürfte auch in Zukunft

über ausreichend Liquidität verfügen. Gelb signalisiert

dem Unternehmen, dass es unter Umständen Unterstützung

braucht. Steht die Kreditampel auf Rot, gibt es

unmittelbaren Handlungsbedarf, da unter Umständen die

Existenz des Unternehmens gefährdet sein kann.

Hunderte Mittelständler haben den Stresstest bisher genutzt.

Bei knapp einem Drittel bestand laut IKME akuter

Handlungsbedarf, bei weit über der Hälfte zumindest Gesprächsbedarf.

Nur bei 15 Prozent der Mittelständler war

die Finanzierungssituation zufriedenstellend. „Unsere Testauswertungen

zeigen, dass sich eine transparente und

proaktive Finanzkommunikation in vielen Unternehmen

noch immer nicht durchgesetzt hat“, sagt Langen.

TERMINE –TERMINE –TERMINE –TERMINE

25. November 2014: Instrumente für Employer Branding,

gfw –Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Warendorf

mbH, 17.30 bis 19 Uhr, Ideenräume, AmHolzbach

17, Warendorf (Anmeldung)

3./4. Dezember 2014: DeLuTa 2014, Messe des Bundesverbandes

der Lohnunternehmen, Messe- und Kongresszentrum

Halle Münsterland

9. Dezember 2014: Basiswissen für Existenzgründerinnen

und Existenzgründer, gfw –Gesellschaft für Wirtschaftsförderung

imKreis Warendorf mbH, 17.30 bis 19 Uhr, gfw-

Geschäftsstelle, Vorhelmer Str. 81, 59269 Beckum

9. Dezember 2014: Orientierungsveranstaltung für Gründungsinteressierte

(Wirtschaftsförderung Münster GmbH,

Finanzamt Münster, Techniker Krankenkasse, Agentur für

Arbeit Ahlen-Münster, Jobcenter Münster, Regionalstelle

Frauen und Beruf Münster), 9bis 12 Uhr, Agentur für

Arbeit Münster, Martin-Luther-King-Weg 22

15. Dezember 2014: WN-Wissensimpulse, Vorsprung

durch Wissen mit Prof. Dr. Gunter Dueck, 19.30 bis 21

Uhr, Factory Hotel, An der Germania Brauerei 5, Münster

(Vorverkauf)

3. bis 6. Februar 2015: Agrar-Unternehmertage, Messeund

Kongresszentrum Halle Münsterland

24./25. Februar 2015: 14. Münsteraner Abfallwirtschaftstage,

Messe- und Kongresszentrum Halle Münsterland

25. Februar bis 1. März 2015: Trends, Frühjahrsmesse, 11

bis 18 Uhr, Messe- und Kongresszentrum Halle Münsterland

28. Februar 2015: Messe „Bauen und Wohnen“ der Wirtschaftsförderung

der Stadt Lüdinghausen, 11 bis 17 Uhr,

Richard-von-Weizsäcker-Berufskolleg, Auf der Geest 2,

Lüdinghausen

20. bis 22 März 2015: 19. Bauen &Wohnen, 10 bis 18 Uhr,

Messe- und Kongresszentrum Halle Münsterland

Aus der Firmenpraxis

heraus entwickelt

business-on-Buchtipp: Strategien können helfen, den Firmenerfolg zu steigern.

Bei schönem Wetter kann jeder segeln.

Wie gut der Kapitän ist, zeigt

sich erst, wenn ein Sturm aufzieht.

Das gilt genauso für die Qualitäten

eines Unternehmers: Auch der Chef

muss aktiv und vorausschauend

steuern, um nicht Spielball von Zufälligkeiten

oder Widrigkeiten zu

werden.

Unternehmer müssen in

einem sich ständig verändernden

Umfeld agieren.

Das Buch „Managen Sie

nur oder führen Sie auch?“

von Ludger Sunderdieck und Dr. Volker

Kipp ist ein aus der Praxis heraus entwickeltes

Navigationssystem für mittelständische

Unternehmen. Unternehmer sind

heuteumso erfolgreicher,jezielstrebiger

sie in dem Wechselspiel zwischen Bewahrung

und Veränderung Kurs halten.

Ist das Unternehmen so gut aufgestellt,

dass die Geschäftsführung jederzeit drei

Monateausfallen könnte? Sind die Beziehungen

zu Kunden und Geschäftspartnern

belastbar und effizient? Werden die

Mitarbeiter informiert und in die Verantwortung

eingebunden? Sind die Prozesse

bestmöglich gestaltet? Hat das Unternehmen

strukturierte Ziele und Leitlinien?

Sunderdieck und Kipp bringen langjährige

Führungserfahrungen in den Bereichen

Banken, PrivateEquity,VentureCapital,

Beratung und Industrie mit. Die Autoren

nennen wesentliche Erfolgsfaktoren,

verraten, warum manche Unternehmen

nur mittelmäßig sind, welche Strategien

zur Steigerung des Unternehmenserfolgs

führen und wie die Maßnahmen

der Sieger aussehen. Das Buch richtet

sich an Unternehmensgründer und an

etablierte Unternehmer gleichermaßen

und erhebt den Anspruch, ein Handbuch

zu werden. Wesentliche Leitsätze sind:

Ganzheitlichkeit –nicht nur die Symptome,

auch die Ursachen werden im gesamtunternehmerischen

Kontext betrachtet.

Erfahrung – eswerden Maßnahmen

vorgestellt, die an anderer Stelle

bereits erfolgreich waren. Kosten-Nutzen-Orientierung

– Kosten, Nutzen und

Qualität stehen bei allen Empfehlungen

im Vordergrund. Umsetzung – das Buch

hält eine Fülle vonHinweisen für die Realisierung

im Unternehmen parat.

Als Ziel nennen die Autoren: Unternehmen

zu besseren Erträgen, höherem

Wachstum, effizienteren Prozessen und

geringeren Kosten zu verhelfen –und so

nachhaltigen Unternehmenserfolg mittelfristig

wie langfristig zu sichern und zu

steigern.

Das Buch hat zehn Kapitel, die unabhängig

voneinander verwendet werden können.

Jeder Abschnitt enthält praktische

Erfahrungen aus bewährten Aktivitäten

und Maßnahmen – leicht verständlich

und einfach umsetzbar.

Viele Unternehmergespräche und konkrete

Einblicke inUnternehmen in sehr

unterschiedlichen Situationen bilden

eine Grundlage des Buches. Im Ergebnis

wurden praxiserprobte Anregungen, Anlagen

und praxisorientierte Checklisten

erstellt. Eine Auswahl: umfangreiche

Potenzialanalyse für einen Maßnahmenund

Aktivitätenplan, Beispiele einer

Kennzahlenanalyse, betriebswirtschaftliche

Auswertung mit Produktivitätsentwicklungsdaten,

Liquiditäts- und Finanzplanung,

Zielvereinbarungs-, Unternehmens-

und Mitarbeiterbeurteilungsbeispiele,

ein Risikoinventurvorschlag, Optimierungsbeispiele

für den Produktionsprozess,

Benchmarkingvorschläge, TQM

(Total Quality Management)-Selbstanalyse,

Vorschlägefür die Einrichtungeines

Verbesserungsprozesses sowie eines

Ideenmanagementsystems.

Summa summarum: Ein Überblick über

unternehmerische Erfolgsfaktoren.

Appel-Verlag, ISBN 978-3-944 756-01-1

392 Seiten, 98 Euro.

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GELD &GESCHÄFT 19

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An der Börse –wie hier in Frankfurt –sind die Risiken geringer, wenn der Anleger in inhabergeführte Unternehmen

investiert.

Marius Becker

Wenn der

Inhaber führt

Geldanlage bei Familienunternehmen

begrenzt das Risiko

Die Zinsen sind extrem niedrig, liegen

sogar für alle risikolosen Anlageprodukte

unterhalb der geringen Inflationsrate.

Da heißtes: Umdenken!

Aktienkauf birgt aber große

Risiken. Eine Alternative

sind Anteile inhabergeführter

Unternehmen. Der große

Vorteil: Bei den Entscheidern

und den Nutznießern vonEntscheidungen

handelt es sich um dieselben Personen.

Auch Margarete Kordt, die als Prokuristin

bei der Vermögensberatung

Spiekermann vor allem Kunden im

Münsterland betreut, sieht beim Investment

in Familienunternehmen zahlreiche

Vorteile. In Krisenzeiten habe sich gezeigt,

„dass die Unternehmen, die in der

Hand einer Familie liegen, deutlich robuster

waren als andere“, betont Kordt.

Neben der meist hohen Eigenkapitalquote

und der verlässlichen Unternehmensführung

sieht die Vermögensberaterin

auch in der hohe Identifikationsbereitschaft

der Mitarbeitereinen entscheidenden

Vorteil gegenüber anders strukturierten

Betrieben. Albrecht Hornbach, gemeinsam

mit seinem Bruder Steffen Chef

der Baumarktkettegleichen Namens, betonte

injüngster Zeit immer wieder die

weitsichtige Unternehmensstrategie inhaberdominierter

Firmen. „Wir denken

nicht quartalsweise, sondern in Generationen“,

wurde Hornbach in verschiedenen

Medien zitiert. Doch Geld bei inhabergeführten

Unternehmen gewinnbringend

zu investieren, ist nicht so leicht:

Nur selten zieht es Unternehmen dieser

Gattung an den Aktienmarkt. Zum einen

ist der Kapitalbedarf meist gering, weil

sich die Kassen in den vergangenen Jahren

gut gefüllt haben. Zum anderen bevorzugen

inhabergeführte Firmen

Fremdkapital gegenüber Eigenkapital.

Sie nehmen also lieber einen Kredit bei

ihrer Hausbank auf, statt neue Eigner ins

Boot zu holen. Doch das ändert sich laut

einer Studie des Beratungsunternehmens

PwC: Zumindest die börsennotierten

Familienunternehmen setzen in

jüngster Zeit weniger auf Bankkredite.

Im Jahr 2012 sei der Anteil der Bankkredite

ander Finanzierung bereits um 4,7

FAMILIENUNTERNEHMEN

Familienunternehmen sind Unternehmen, die maßgeblich

von einer Familie beeinflusst werden. Die Abgrenzung zu

anderen Unternehmen ist vollkommen unabhängig von

der Größe der Firma. Entscheidend sind die familiären

Eigentums- und Leitungsstrukturen.

In der Praxis erweist sich jedoch die Abgrenzung als

schwierig, zumal der Begriff Familie nicht eindeutig definiert

ist. Eine Expertengruppe der EU hat jüngst vorgeschlagen,

eine in Finnland entwickelte Definition zu übernehmen:

Ein Unternehmen jeder Größe ist dann ein Familienbetrieb,

wenn die natürlichen Personen, die das

Unternehmen gegründet haben, oder die das Aktienkapital

der Firma erworben haben, oder deren Nachkommen

im Besitz der Mehrheit der Entscheidungsrechte sind.

Weitere Voraussetzung: Mindestens eines der Familienmitglieder

ist an der Unternehmensleitung beteiligt oder bei

börsennotierten Unternehmen liegen 25 Prozent der

Stimmrechte bei einer Familie.

Gemäß einer Definition des Instituts für Mittelstandsforschung

sind Familienunternehmen durch die Einheit von

Eigentum und Leitung geprägt. Kapitalmäßig oder kontrollrechtlich

maßgebliche Eigentümer leiten ihr Unternehmen

selbst oder gemeinsam mit Fremdmanagern.

Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden belegt die Bedeutung

der Familienunternehmen deutlich mit einer

Zahl: Über 90 Prozent aller deutschen Firmen gehören in

diese Kategorie.

jst

auf 54,2 Prozent gesunken, berichtet

PwC. Selbst im deutschen Standardwerte-Index

Dax gibt es familiendominierte

Unternehmen. Hier liegt der Anteil der

Bankkredite bei der Geldbeschaffung lediglich

noch bei 26 Prozent. SAP, Henkel

und Fresenius gehören beispielsweise dazu.

Diese Werte sind deshalb auch im

„DAXplus Family 30“ notiert. BMW mit

der Familie Quandt als großer Eigentümer

gehört allerdings nicht dazu, weil die

Quandts nicht Gründerfamilie sind, sondern

erst im Jahr 1960 ihre Anteile erworben

haben. Der „DAXplus Family 30“

bildet die Entwicklung vonbörsennotierten

Familienunternehmen ab, bei denen

die Gründerfamilie mindestens einen 25-

prozentigen Stimmrechtsanteil besitzt

oder in Vorstand oder Aufsichtsrat sitzt

und einen Stimmrechtsanteil von mindestens

fünf Prozent hält. Er umfasst

deutsche und internationale Unternehmen

aus dem Prime Standardder Frankfurter

Wertpapierbörse.

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20 GELD &GESCHÄFT

Schön, schnell, offen und selte

Rollende Raritäten steigen im

Oldtimer als Geldanlage versprechen Renditen mit einem hohem Spaßfaktor. Doch der Markt der

gefragten Gefährte funktioniert nach ganz eigenen Gesetzen.

Beim Garagengold verbinden sich

pure Emotion mit kaltem Kalkül: In

Zeiten von Inflationsängsten, Staatsschuldenkrise

und einem volatilen

Euro interessieren sich immer mehr

Anleger auch für klassische Automobile.

Jährliche Renditen von über

zehn Prozent sind keine Seltenheit –

doch der Markt hat seine eigenen Gesetze.

Wer erfolgreich investieren

will, braucht Zeit, Expertise und das

nötige Kleingeld.

Wenn er vonseinem primeroseyellow-farbenen

MGB Baujahr

1976 spricht, gerät Johannes

Völk ins

Schwärmen: „95 PS bei 1070 kg –dageht

was. Und dann als Cabrio ... diese Bootform,

tolle Details, genial durchdacht ...

genügend Platz für meine 1,95 Meter.“

Vor vier Jahren entdeckte der Oldtimerfandas

Fahrzeug im Internet, buchtekurzerhand

einen One-Way-Flug zum Verkäufer

in Hamburg, fuhr das Auto erst auf

dem Flughafengelände Probe und dann

nonstop zu sich nach Hause. Seitdem hat

er jede Menge Spaß mit seinem Fahrzeug,

wartet, pflegt und fährt es. „Bislang

gab eskeine Ausfälle“, freut sich Völk.

Im Gegenteil, sein MGB erfuhr in den

letzten vier Jahren sogar eine Wertsteigerung

von 50 Prozent. Damit ist Völks

Fahrzeug in guter Gesellschaft: Laut der

Stuttgarter Zeitschrift „Motor Klassik“

stieg der Wert eines BMW 507 von 1956

in den letzten fünf Jahren um mehr als 90

Prozent auf 750 000 Euro. Ein Mercedes-

Benz 300 SL Flügeltürer von1954 ist heute

mit 650 000 Euro fast um die Hälfte

mehr wert als 2008, und ein Porsche 356

Speedster,der 1954 noch 12 200 DM kostete,

würde heute seinen Besitzer für

150000 Eurowechseln, das sind 44 Prozent

mehr als noch vor fünf Jahren.

Beachtliche Wertsteigerungen sind bei

regelmäßig gepflegten und gewarteten

Oldtimern nicht ungewöhnlich, wie auch

an der Entwicklung des Deutschen Oldtimerindex

abzulesen ist: Seit seinem Start

1999 hat sich der vom Branchenverband

VDA herausgegebene Index, der die

Preisentwicklung von 88 historischen

Fahrzeugtypen aus sieben Herstellerländern

widerspiegelt, mehr als verdoppelt.

Das entspricht einem durchschnittlichen

jährlichen Wertzuwachs von5,6 Prozent.

„Das macht den Oldtimermarkt auch für

Kapitalanleger interessant“, sagt Frank

Wilke, Geschäftsführer beim Marktbeobachter

Classic-Tax aus Bochum, der die

erforderlichen Daten zur jährlichen Indexberechnung

liefert. Schließlich bieten

klassische Fahrzeuge inZeiten niedriger

Oldtimer müssen bewegt werden, sonst erleiden sie Standschäden. Ein gute Möglichkeit

bieten die vielen Clubausfahrten imMünsterland.

Foto: Edler

Kapitalmarkt-Zinsen eine gute Anlagealternative,

die sich zudem unabhängig

vonden Ereignissen auf den Aktien- und

Anleihemärkten entwickelt. „Im Gegensatz

zur klassischen Geldanlage haben

Oldtimer einen hohen Nutzwert. Sie verbinden

mögliche Renditen mit Fahrspaß“,

bemerkt Wilke. „Einen Oldtimer

kann man nicht nur ansehen oder anfassen,

man kann sich auch hineinsetzen

und mit ihm um den Block fahren –mit

einer Aktie geht das nicht.“ Da der Geldanlage

ein Sachwert gegenüberstehe,

sei auch

ein Totalverlust

des eingesetzten

Geldes

ausgeschlossen.

Wer in

Oldtimer

investieren möchte, sollte jedoch einige

Besonderheiten dieses Marktes kennen

und berücksichtigen. „Alte Autos und

Motorräder sind letztendlich Maschinen,

die man nicht einfach wegstellen kann

wie eine Vase

oder ein Bild. Sie

müssen bewegt

und gewartet

werden, um teure

Standschäden zu

vermeiden –und

sie können kaputtgehen“,

erklärt

Wilke. Anders

als bei Aktien

gibt es bei Oldtimern

keine Dividende. Auch die laufenden

Betriebskosten –also Garagenmiete,

Steuern, Versicherungen und Reparaturen–schlagen

deutlich höher zu

Buche als Kosten für ein Aktiendepot.

Im unteren Preissegment m

Unterhaltskosten mögliche R

perten zufolge schnell wied

„Wer ein beliebtes Modell i

stand zum marktgerechten P

und den Wagen dann old

moderat nutzt, wirdbeim W

Anschaffungspreis und Unte

zwar fast immer herausbeko

Wilke. „Wer unterm Strich ab

winne machen will, sollte

Preisklasse ab etwa100 000

gen“, rät er.

Umfragen zufolge ist eine p

entwicklung für die meiste

Besitzer ohnehin nur ein sch

effekt. Viel wichtiger sind ih

wie Fahrspaß, Unverwechse

Autos und Design-Faszinati

sind ansteckend: 15 Million

bürger interessieren sich fü

Automobile, wie aus der

„Klassische Automobile in

2013“der Motor Presse Stut

geht. 1,2 Millionen von ihn

einen Oldtimer –etwaweil s

einen

traum

„Im Gegensatz zur klassischen

Geldanlage haben Oldtimer einen

hohen Nutzwert. Sie verbinden

mögliche Renditen mit Fahrspaß“

Frank Wilke, Geschäftsführer beim

Marktbeobachter Classic-Tax

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Den

schni

Wert

mers

land

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auf

000 Euro.

Um zu einem begehrten Sa

und damit zu einem rendites

geobjekt zu werden, sollt

schön, schnell, offen und selt

Trend geht seit

offenen Auto

mium-Her

Heiß umworben, aber kaum bezahlbar: Der Mercedes 500 Kaus den 1930er Jahren zählt auf Versteigerungen zu den teuersten Fahrzeugen,

die angeboten werden.

Foto: colourbox.de


21

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ECHTE OLDTIMER ERKENNT MAN AM H-KENNZEICHEN

Zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturguts trat im Juli 1997 die Regelung

über H-Kennzeichen inKraft. Dadurch können Autos und Motorräder, die

mindestens 30 Jahre alt sind, als historische Fahrzeuge angemeldet und zugelassen

werden. Sie haben dann ganz rechts auf ihrem Nummernschild ein H,

wenn sie sich im Straßenverkehr bewegen. Voraussetzung für solch ein H-

Kennzeichen ist, dass die Fahrzeuge in einem technisch einwandfreien, gut gepflegten

und weitestgehend originalen Zustand sind. Mit einem H-Kennzeichen

haben sie auch in Umweltzonen freie Fahrt. Die Besitzer der Fahrzeuge zahlen

einen einheitlichen Steuersatz von 191 Euro.

Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) ist die Zahl der zugelassenen

Oldtimer in den vergangenen Jahren stetig gestiegen: Mittlerweile

sind in Deutschland bereits 61 Prozent der Autos, die 30 Jahre oder älter sind,

mit einem H-Kennzeichen unterwegs. Insgesamt fahren über 250 000 Oldtimer

hierzulande auf den Straßen. Laut VDA sind das 0,5 Prozent des gesamten

Pkw-Bestandes.

mmlerstück

tarken Anlae

ein Auto

en sein. „Der

Jahren zum

eines Prestel-

lers mit charakteristischem Design und

ausreichend Motorleistung. Limousinen

sind weniger gefragt“, hat Wilke beobachtet.

GuteChancen auf Wertsteigerungen

haben Baureihen mit niedrigen

Stückzahlen. Beispielsweise wurde der

BMW 507 Roadster in den 1950er Jahren

nur 254 Mal gefertigt, bei Auktionen erzielt

er heutePreise vonmehr als 500 000

Euro. Wichtig sind auch Kriterien wie Zustand,

Originalität und eine nachvollziehbare,

geprüfte Historie des Fahrzeugs.

Ebenfalls gefragt sind Klassiker

mit außergewöhnlichem Design und

technischer Originalität. Auch ein prominenter

Vorbesitzer oder gar eine Rennsportvergangenheit

–beispielsweise die

Teilnahme an einem prestigeträchtigen

Oldtimerrennen wie der legendären

Mille Miglia auf Italiens Straßen –adelt

ein Fahrzeug und lässt es im Preis steigen.

Ein Blick in die Ranglisteder Fahrzeuge

mit dem stärksten Wertzuwachs in den

vergangenen zwölf Monaten von Classic-Tax

zeigt, dass nicht nur rollende Raritäten,

sondern auch in größerer Stückzahl

gefertigte Fahrzeuge wie der

VW-Käfer 1300 gute Zuwächse verzeichnen.

Nach Herstellerland

betrachtet weisen Klassiker

deutscher Marken

den

höchsten

Wertzuwachs

aus, gefolgt von Modellen aus

Frankreich, Italien und Schweden. Oldtimer

aus den USA und aus Japan stiegen

nur geringfügig im Wert. Gewinne sind

jedoch nicht garantiert: Englische Modelle

verzeichneten 2012 sogar erstmals Einbußen.

Selbst wenn sich der Marktpreis

eines Modells lange nach oben bewegt

hat, muss das also nicht so bleiben. Wer

beispielsweise 2008 einen VW Bus Samba

von1951für 49 000 Eurogekauft hat,

würde heutebeim Verkauf nach Angaben

vonClassic-Tax nur noch 45 000 Eurodafür

bekommen.

Investoren sollten außerdem bedenken,

„Vor einem Kauf sollte man sich

umfassend in Oldtimer-Zeitschriften,

in Büchern und im Internet

informieren, sich mehrere Autos

ansehen und wenn es konkret wird

einen neutralen Sachverständigen

hinzuziehen.“

Frank Wilke

dass hohe Preise für klassische Fahrzeuge

ähnlich wie auf dem Kunst- und Antiquitätenmarkt

immer auch Betrüger und

Fälscher anziehen. Der Mercedes-Benz

SSK wurde beispielsweise nur 33 Mal gebaut,

inzwischen aber sind mehr als 100

SSK beim Weltverband der Oldtimerclubs

Fédération Internationale des Véhicules

Anciens (FIVA) registriert.

Neben dem nötigen Kleingeld sind also

Expertenwissen und eine sehr guteSachkenntnis

für den Einstieg in den Oldtimermarkt

unabdingbar.„Voreinem Kauf

sollte man sich umfassend in Oldtimer-

Zeitschriften, in Büchern und im Internet

informieren, sich mehrereAutos ansehen

und wenn es konkret wird einen neutralen

Sachverständigen hinzuziehen“,

empfiehlt Wilke.

Wie der Markt für Oldtimer

tickt, erfährt man bei

Auktionen. Sie geben Aufschluss

über die Nachfrage

und erzielbare Preise. Es

empfiehlt sich außerdem,

sich gründlich mit der Historie

des Oldtimers zu beschäftigen,

den man kaufen möchte. Nur

so lässt sich seine Herkunft zweifellos

feststellen. Auch sollte man wissen, wo

und zu welchen Preisen Ersatzteile für

das gewünschte Modell zu bekommen

sind. Schließlich ist ein Klassiker wertbeständiger,wenn

er seine Alltagstauglichkeit

unter Beweis stellen kann. ph

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22 GELD &GESCHÄFT

Viel mehr als Töttchen,

Schnaps und Pumpernickel

Die Marke „Münsterland“ soll das Geschäft mit regionalen Produkten ankurbeln. Die Standards sind

hoch –deshalb bekommen auch längst nicht alle Unternehmen dieses Siegel.

Getreidekörner aus dem Münsterland: Eine Grundlage für viele Produkte, die das Siegel „Münsterland“ tragen.

„Einer für alle, alle für einen.“ Das

Motto der drei Musketiere prägt die

Arbeitsteilung innerhalb des Münsterland

e.V.Gemeinsam mit hiesigen

Unternehmen will die Regionalinitiative

die Marke Münsterland bekannt(er)

machen, in der Region

selbst und über die Region hinaus.

Dies soll über auch über Netzwerke

gelingen. Welche Netzwerkedas sind

und wie diese funktionieren, was

ihre Stärken und ihre Schwächen,

was ihre bisherigen Ergebnisse und

noch offenen Ziele sind –diesen Fragen

wird die Redaktion in einer Serie

nachgehen. Heute im Mittelpunkt:

das Netzwerk Münsterland Qualität

e.V., ein Zusammenschluss münsterländischer

Unternehmen aus der Ernährungsbranche,

die ihre regionalen

Produkte unter dem Herkunftssiegel

Münsterland“ vermarkten.

Ob herzhaft, deftig oder

süß: Jede Region hat ihre

Spezialitäten. Auch in Sachen

Ernährung. Und Verbraucher

legen immer

mehr Wert auf eine hohe Qualität, beim

Einkaufen und Ausgehen. Sie wollen

wissen: Wasesse ich? Wo kommt es her?

Wasist drin? Das gilt auch für das Münsterland.

Doch selbst Münsterländern ist

oft nicht bewusst, welche Produkte und

Hersteller von Lebensmitteln quasi vor

der eigenen Haustür angesiedelt sind

und welche Vielfalt und Nachhaltigkeit es

dort schon gibt. Nicht wenige Marktführer

verstecken sich gerne mal hinter den

typischen münsterländischen Wallhecken

und verschenken jede Menge Erfolgs-Potenzial

...

Deshalb gründete sich im November

2009 das Netzwerk Münsterland Qualität.

Namhafte Unternehmen des münsterländisches

Ernährungsgewerbes, der

Münsterland e.V. sowie Wirtschaftsfördergesellschaften

der Region schlossen

sich zusammen. Hauptziel: Gemeinsam

die Marke Münsterland aufbauen.

Was bedeutet dies konkret? Die Antworten

sind definiert:

–die Wettbewerbsfähigkeit und die Innovationskraft

der Branche weiter zu stärken;

–die Identifikation von Käufern mit heimischen

Produkten und Unternehmen zu

steigern;

Guten Appetit! Bei der Regionalen Speisekarte machen Köche aus der ganzen Region mit. Auf unserem Foto

stellen imAlten Gasthaus Lanvers in Hembergen (v.l.) Carsten Allendorf (Neuwarendorf), Tina Straube (Ahaus),

Udo Schröter (Münster), Mechtild Gier (Hembergen) und Tinus Niehoff (Billerbeck) ein schmackhaftes Menü vor,

das auch die Augen verwöhnt.

Foto: Peter Sauer

–die Nutzung von regionalen Kooperationen

soll Synergien schaffen und neue

Potenziale für die Ernährungs- und die

Tourismusbranche eröffnen.

Für HeikeSchürkötter,Geschäftsführerin

der Emsdettener Salvus Mineralbrunnen

GmbH, ist die Mitarbeit im Netzwerk ein

wichtiger Baustein zur eigenen Imagepflege:

„Unsere Kunden fragen oft, wo

unsereProdukteentstehen. Nicht immer

wissen sie, dass unser Mineralwasser aus

dem Münsterland kommt.“

So wie Salvus geht es vielen heimischen

Unternehmen. Elmar Grothues vomSendener

Direktvermarkter-Hof Grothues-

Potthoff: „Unseren Kunden wird esimmer

wichtiger,zuwissen, wo die Produkte

herkommen.“ Mit dem Netzwerk

Münsterland Qualität werde der Warenkorb

münsterländischer Erzeugnisse immer

umfassender und bekannter.

Denn das Münsterland hat viel mehr zu

bieten als Töttchen,

Schnaps

und Pumpernickel.

Dazu ist es

wichtig, dem

Kunden klar zu

zeigen, was er

beim Einkauf in

Händen hat.

Transparenz bezüglich

Herkunft

(regional), Produktion (fair, sozial und

nachhaltig) und Transport (kurze Wege

statt um den halben Erdball) der Produkte

ist daher ein wichtiges Qualitätskriterium.

Die regionale Herkunft eines Produkts ist

der stärkste objektive Kaufgrund, denn

Geschmack und Preis sind eher subjektiv.

Sechseckig ist das eigene, einheitliche

„Siegel Münsterland“, das die Verbraucher

mit naturfrischer Farbgebung schon

optisch darauf hinweist, welche Produkte

aus der Genussregion Münsterland stammen

oder dort veredelt wurden.

„Das Siegel steht für: kurze Wege,Qualität

durch gesicherte

Herkunft sowie

Verbundenheit

durch Nachbarschaft“,

erläutert

der Sprecher des

Netzwerk Münsterland

Qualität,

Dr. Jürgen Grüner.

Der kennt sich aus,

ist hauptberuflich

Geschäftsführer

der Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld.

„Die Voraussetzungen

für die

Siegelnutzung

„Unseren Kunden wird esimmer

wichtiger, zuwissen, wo die Produkte

herkommen.“

Elmar Grothues vom Sendener Direktvermarkter-

Hof Grothues-Potthoff

sind klar am Regelwerk der Weltzollorganisation

(WCO)orientiert. Das heißt: der

letzte entscheidende Schritt bei der Herstellung

eines Lebensmittels hat im

Münsterland stattgefunden.“ Dabei kann

das Produkt direkt

aus dem

Münsterland

stammen (zum

Beispiel Kartoffeln,

Spargel,

Eier, Mineralwasser)

oder kann

dort veredelt werden,

etwa beim

Rösten vonKaffee

oder beim Bierbrauen. Bei Tieren reicht

es nicht, dass sie im Münsterland geschlachtet

oder zerlegt worden sind.

„Hier muss der Nachweis erfolgen, dass

das Tier zuvor auch im Münsterland gemästet

wurde“, stellt Grüner klar.

So bekam ein Betrieb das Siegel nicht, da

dort Möhren nur abgepackt wurden, die

aber ursprünglich aus Ostwestfalen-Lippe

kommen. „Ein Lebensmittel wirdnicht

durch reines Sortieren, Umpacken oder

Abpacken zu einem Münsterland-Produkt“,

stellt Klaus Ehling, Geschäftsführer

Münsterland e.V., klar.


Foto: Maren Kuiter

MÜNSTERLAND E.V.

Mit mehr als 400 Mitgliedern

zählt der Münsterland e.V.,Verein

zur Förderung des Münsterlandes,

zu den stärksten Regionalinitiativen

inDeutschland. Das Rückgrat

bilden rund 230 Unternehmen aus

verschiedenen Branchen. Die Finanzierung

tragen größtenteils

die vier Kreise Borken, Coesfeld,

Steinfurt und Warendorf mit ihren

65 kreisangehörigen Städte und

Gemeinden sowie die kreisfreie

Stadt Münster.


GELD &GESCHÄFT 23

Bei Touristen

kommt sie gut an

Intern ist die „Regionale Speisekarte“ noch kein Renner

Das Netzwerk Münsterland Qualität ist für Dr. Jürgen Grüner (l.) und Klaus Ehling eine Herzensangelegenheit,

um die heimische Ernährungswirtschaft als Marke zuetablieren.

Foto: Peter Sauer

KlareKriterien regeln dies. Insgesamt solle

das „Siegel Münsterland“ die Kaufentscheidung

grundlegend erleichtern, als

„vertrauenswürdiges Markenzeichen“,

denn, so fragt sich Ehling auch angesichts

vieler auswärtiger Lkw: „Warum soll man

Produkte aus der weiten Welt beziehen,

wenn es vorder eigenen Haustür möglich

ist?“.

In diesem November wirddas „Netzwerk

Qualität“ fünf Jahre alt. Aus den 15 Firmen

zum Start sind inzwischen 45 bis 50

geworden. „Da ist natürlich noch jede

Menge Luft nach oben“, gesteht Grüner.

Für ihn ist das Netzwerk eine „Win-win-

Situation“: für Unternehmer, die Region

und den Verbraucher.

Wiegut das eigene Siegel wirkt, zeigt sich

für Grüner etwabeim Besuch des „Marktkauf“

am Albersloher Weg inMünster:

„Wenn Sie reinkommen sehen Sie in der

Obst- und Gemüsethekebereits Produkte

aus dem Münsterland. Das wirdspäter in

den Kühltheken oder im Kaffeebereich

fortgesetzt.“ Wichtig ist auch die Kommunikation

in den Unternehmen selbst.

Der Hof Grothues-Potthoff kommuniziert

nicht nur vor Ort, sondern auch auf seiner

Homepage, wo seine Produkte herkommen

und welche (möglichst kurzen

Transport-)Wege sie nehmen. Auch Bäcker-und

Konditormeister Hubertus Geiping

aus Lüdinghausen weiß um die positive

Wirkung bei der Kundschaft, die bis

ins Ruhrgebiet reiche. Das Interesse an

Münsterland-Produkten gehe quer durch

alle Altersgruppen, ergänzt Jürgen Grüner.

Für ihn ist es ein Erfolg, dass immer mehr

Unternehmen beim Netzwerk mitmachen

und gegenseitige Synergieeffekte

entstehen. „Ein großer Vorteil ist es, dass

über das „Netzwerk Münsterland Qualität“

viele Lieferanten, darunter vorallem

kleinere und mittlere Betriebe, in das

Sortiment des Rewe-Großmarktes hineingekommen

sind.“ Der Lüdinghausener

Konditor- und Bäckermeister Jörg

ERNÄHRUNGSWIRTSCHAFT

Die Ernährungswirtschaft mit 17800 Arbeitsplätzen ist die

zweitstärkste Branche des verarbeitenden Gewerbes im

Münsterland. Die gesamte Wertschöpfungskette verzeichnet

nach Informationen seitens Münsterland e.V. mindestens

26 000 Beschäftigte. 4800 Arbeitsplätze gibt es allein

in der Landwirtschaft. Neben der Fleisch- gehört auch die

Milchverarbeitung zu den Kompetenzbereichen des münsterländischen

Ernährungsgewerbes. Nach Einschätzung

der Prognos-Studie „Potenziale Stärken –Cluster im

Münsterland“ „wird das Ernährungsgewerbe auch künftig

eine Branche mit Umsatzwachstum und einer steigenden

Exportquote sein“.

pesa

Terjung hält den Austausch zwischen den

Betrieben für ebenso wichtig. Er wünscht

sich allerdings noch mehr Impulse aus

dem Verbund der beteiligten Unternehmen.

Für Grüner ist das alles nur eine Frageder

Zeit: „Ich fände es toll, wenn wir irgendwann

ein umfassendes Branchennetzwerk

hinbekämen“. Der Wirtschaftsexperte

denkt an gemeinsam organisierte

Einkäufeoder Ausbildungsverbünde. Regelmäßige

Veranstaltungen, etwa zum

Qualitätsmanagement, sind in Planung.

Der Arbeitsalltag von Jürgen Grüner besteht

vorallem darin, KontaktezuFirmen

und ihren Produkten aufzunehmen, ihnen

die Siegelnutzung zu erläutern, Synergieeffekte

zuerschließen und rundum

das Netzwerk noch mehr in der Öffentlichkeit

zu kommunizieren, wie zuletzt

erfolgreich auf der Internationalen

Grünen Woche in Berlin.

Für Grüner ist das „Netzwerk Münsterland

Qualität“ aber noch viel mehr.

„Durch die Belebung regionaler Wirtschaftskreisläufe

werden auch Ausbildungs-

und Arbeitsplätze vor Ort gesichert.“

In Zahlen kann man die Ergebnisse

nach fünf Jahren Netzwerkarbeit allerdings

noch nicht ablesen. „UnsereArbeit

an der Marke Münsterland steht jedoch

einem viel größeren Projekt Modell“, betont

Klaus Ehling, „nämlich der Marke

NRW“.

In der Tat: Der Münsterland e.V. gehört

zum „Bündnis regionale Lebensmittel

NRW“. Demnach fließen alle Erfahrungen

mit dem „Netzwerk Münsterland

Qualität“ ein, um die MarkeNRW aufzubauen,

welche künftig auch die geprüfte

Produktherkunft bis auf einzelne Teilregionen

des Landes deklarieren kann. Als

Erfolge werten Grüner und Ehling beim

„Netzwerk Münsterland Qualität“ auch,

dass das Portfolio der beteiligten Firmen

und Produkte immer größer wird: Es

reicht von Getränken über Back- und

Süßwaren, Öle, Kaffee, Obst und Gemüse

bis hin zu Milch, Fleisch und Wurstwaren.

Auch Logistiker wie ReisigeFoodservice

GmbH &Co. KG begrüßen das Netzwerk

sehr. Mittlerweile bietet das Unternehmen

über 100 Produkte aus dem

Münsterland an. Der anfängliche Mehraufwand

sei von nachhaltigem Nutzen,

heißt es.

Die Firma aus Rheine will kein beliebiger

Logistiker sein, sondern vielmehr „als Logistiker

mit regionalen Wurzeln“ auf die

konkreten Wünsche der Kunden reagieren.

Um Kunden an sich zu binden und

auf dem Markt ein unverwechselbareFirmenprofil

zu installieren.

Peter Sauer

Eine weitere Wertschöpfung bietet

die Regionale Speisekarte. Sie wird

mittlerweile in rund 40 Restaurants

und Hotels im Münsterland angeboten.

Und steckt voller heimischer

„Bodenschätze“: Tierische und

pflanzliche Traditions-Speisen von

Höfen und Erzeugern aus dem Münsterland,

die die Küche(n) bereichern.

Die Hauptbestandteile des jeweiligen

Gerichtes müssen fast ausschließlich

aus der Region bezogen

werden. Die Zutaten werden transparentgemacht

und auf der Rückseite

der Speisekarten deren Lieferanten

einzeln aufgeführt.

Schon 2007 kam der Münsterland

e.V. zusammen mit der

Dehoga Westfalen, der Landwirtschaftskammer

NRW,der

Stadt Münster und den vier

Münsterlandkreisen auf die Idee, die kulinarischen

Stärken der Region stärker

hervorzuheben auch im Sinne der Agenda

um eine größerenachhaltigeEntwicklung

–nach einem erfolgreichen Pilotprojekt

im Kreis Steinfurt.

Ob Lamm aus dem Tecklenburger Land,

Forellen aus Billerbeck, Spargel aus Greven

oder Gemüse und Kräuter aus Emsdetten:

„Die Regionale

Speisekarte“ ist

mittlerweile eine Erfolgsgeschichte.

„Und die Verbraucher

nehmen die

Hinweise auf heimische

Erzeugnisse

immer mehr an“, bilanziert

Renate Döl-

Michael Kösters

ling-Lepper, Geschäftsführerin

des

Dehoga. Interessanterweise

vor allem die Touristen.

Es gibt bereits zwei Rezeptbücher zum

Nachkochen mit Lieferantenangaben.

Auch bei Großveranstaltungen, wie dem

Münsterland Giro“, wirddie „Regionale

Speisekarte“ angeboten. In den Speisekarten

der Restaurants erleichtern Buttons

die Suche nach heimischen Menüs.

Ferdinand Gier vomAlten Gasthaus Lanvers

(Hembergen) setzt zum Beispiel auf

heimisches Lamm, auch wenn es doppelt

so teuer ist wie Lamm aus Neuseeland.

Nachhaltigkeit ist ihm wichtiger.

Die Wirte zahlen 250 Euro imJahr für

ihre Mitgliedschaft bei der „Regionalen

Speisekarte“. Dafür übernimmt das Projekt

alle Marketingmaßnahmen inklusive

Online-Auftritt. „Da wird uns viel Arbeit

abgenommen“, bilanziert Gier.

Offene Baustellen: Michael Kösters kümmert

sich bei der Münsterland e.V.umdie

Ihr Berater

Stephan

Hewer

0251-62744-22

„Manche Betriebe sind sehr

engagiert dabei, manche noch

mit zu wenig Einsatz –da

gilt esnoch nachzubessern.“

Regionale Speisekarte. Im Gespräch bilanziert

er: „Manche Betriebe sind sehr

engagiert dabei, manche noch mit zu wenig

Einsatz – dagilt es noch nachzubessern.“

Und gibt mit einem Seufzer zu:

„Manche Betriebe sind schon wieder ausgestiegen,

weil sie manche Kriterien nicht

hinbekommen.“

Etwa bei der Logistik, die mitunter zu

kleinteilig geriet: „Wenn das Bentheimer

Landschwein plötzlich aus ist und der

Lieferant kann nicht so schnell neues

nachliefern, dann gibt es Probleme.“

An kürzeren Versorgungswegen zwischen

Landwirten und der Gastronomie

wird gearbeitet. Gemeinsam berät Kösters

die Betriebe, wie es beim tagesaktuelle

Handling noch besser geht. Da geht

es auch um den Streitpunkt Speisekarte.

Manche Gastronomie markiert die regionale

Speisekarte und ihre Gerichte extra

auffällig, teilweise auch schon im Aushang

vorder Tür.Vordruckegibt es ja im

Netzwerk. Manche allerdings verstecken

eher noch die regionalen „Bodenschätze“

in ihren Speisekarten, da sie ein eigenes

Corporate Design pflegen. Ungünstig erscheint

es Kösters auch, wenn traditionelle

münsterländische Gerichte plötzlich

italienische Namen haben.

Finanziert wird die „Regionale Speisekarte“

über eine

„Marketingumlage“.

Die wurde bislang

nur von den Gastronomen

bezahlt.

Künftig will Kösters

aber auch die Direktvermarkter

mehr in

die Pflicht nehmen.

Früher haben mal

insgesamt 60 Betriebe

mitgemacht, aktuell

sind es 40.

Für Kösters kein Grund für Trübsal.

„Lieber 40 Betriebe, die es leben“, betont

er.umnach einem tiefem Atemzug zu ergänzen:

„Wir versuchen auf manche, die

ausgestiegen sind, wieder neu zuzugehen.“

pesa

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Die zehn reichsten ...

GELD &GESCHÄFT 24

4,0 *

... Deutschen:

* in Milliarden Euro

... Westfalen: ... Münsterländer:

18,0 * 16,0 *

21,5 * 7,6 * 0,6 * 0,4 * 0,4 *

Maria-Elisabeth &

Georg Schaeffler

Schaeffler,

Herzogenaurach;

Continental,

Hannover

Familie

Albrecht

und Heister

Aldi Süd,

Mülheim

Familie Theo

Albrecht jr.

Aldi Nord,

Essen

4. Dieter Schwarz

Schwarz-Gruppe, Neckarsulm

| 15,0 Mrd. Euro

5. Familie Reimann

u.a. Reckitt Benckiser,

Master Blenders, Amsterdam

| 14,0 Mrd. Euro

6. Susanne Klatten

BMW, München; Skion, Bad

Homburg | 11,00 Mrd. Euro

7. Stefan Quandt

BMW, München; Delton, Bad

Homburg | 8,20 Mrd. Euro

8. Familie Würth

Würth, Künzelsau

8,10 Mrd. Euro

9. Familie Oetker

Oetker, Bielefeld

7,60 Mrd. Euro

10. Johanna Quandt BMW,

München | 7,50 Mrd. Euro

Familie Oetker

Oetker, Bielefeld

4. Familie Miele

Miele, Gütersloh

2,0 Mrd. Euro

4. Familie Zinkann

Miele, Gütersloh

2,0 Mrd. Euro

6. Familie Claas

Claas, Harsewinkel

1,9 Mrd. Euro

Familie Rethmann

Rethmann, Lünen

7. Familie Liz Mohn

Bertelsmann, Gütersloh

1,6 Mrd. Euro

8. Familie Benteler

Benteler, Paderborn

1,5 Mrd. Euro

2,4 *

Otto Happel

vorm. Gea, Bochum

9. Horst Wortmann

Wortmann, Detmold

1,4 Mrd. Euro

10. Familie Johannes

Mohn

Bertelsmann,

Gütersloh

1,25 Mrd. Euro

Familie Kaldewei

Franz Kaldewei,

Ahlen

4. Familie Ernsting

Ernsting‘s Family,

Coesfeld | 0,35 Mrd. Euro

5. Familie Festge

Haver & Boecker,

Oelde | 0,35 Mrd. Euro

6. Familie Gärtner &

Familie Fahrenkamp

Porta, Porta Westfalica

0,35 Mrd. Euro

7. Horst Grosspeter

vorm. Quarzwerke,

Dülmen | 0,35 Mrd. Euro

Familie Düsterberg

Apetito, Rheine

Familie Albert

& Fritsch-Albert

Westfalen, Münster

8. Heinz & Peter

Schmitz, Bernd

Hoffmann

Schmitz Cargobull,

Horstmar

0,35 Mrd. Euro

9. Hugo & Heinz Fiege

Fiege, Greven

0,35 Mrd. Euro

10. Walther Seinsch

vorm. Takko und Kik,

Telgte und Bönen

0,3 Mrd. Euro

Grafik: Lisa Stetzkamp

„Reichtum und Vermögen sind so gut und so

wichtig wie die Menschen, die darüber verfügen,

sich ehrenvoll und pragmatisch oder

verantwortungslos und gierig verhalten“

Thomas Druyen, Reichtumsforscher

Reich mit Sprit

und Badewannen

Kaldewei, Apetito und Westfalen machen ihre Besitzer

zu den vermögendsten Münsterländern

Wir fördern

das Gute in NRW.

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dank derFördermittel derNRW.BANK

Wasist dasGeheimnis jeden Erfolgs? Manbraucht Mut, eine gute Idee undeinen

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Badewannen, Fertigessen und Sprit

machen reich: Nach einer Untersuchung

des Wirtschaftsmagazins „Bilanz“

sind die Familien Kaldewei aus

Ahlen, die Familie Düsterberg aus

Rheine („Apetito“) und die Familie

Albert & Fritsch-Albert („Westfalen“)

die wohlhabendsten im Münsterland.

Ihnen gehören 600 oder 400

Millionen Euro. Damit stehen sie auf

der Liste der 500 reichsten Deutschen,

die das Wirtschaftsmagazin

„Bilanz“ erarbeitet hat, auf den Plätzen

211 und 298.

Westfalenweit landen

Unternehmen aus

Ostwestfalen deutlich

weiter oben in der Liste.

Soist die Bielefelder

Familie Oetker mit einem Vermögen

von7,6 Milliarden Euroinder Top-10der

reichsten Deutschen vertreten. In der

Rangliste rangieren die Nahrungsmittelhersteller

auf dem bundesweit neunten

Platz. Die Gütersloher Familien Miele

und Zinkann (Miele-Hausgeräte) sowie

die Lippstädter Familie Hueck (Autozulieferer

Hella) werden mit einem Vermögen

von zwei beziehungsweise 1,6 Milliarden

Euro ebenfalls zu den insgesamt

150 Personen oder Familien mit Milliardenvermögen

gezählt.

Die reichste Familie in Deutschland bilden

die Eigner des Maschinenbauunternehmens

Schaeffler AG. Maria-Elisabeth

und ihr Sohn Georg Schaeffler sollen

über ein Vermögen von 21,5 Milliarden

Euro verfügen.

Nach Ansicht des Vermögensforschers

Thomas Druyen „bedarfder Umgang mit

großem Geld charakterlicher, familiärer,

psychologischer und natürlich kompetenzbedingter

Voraussetzungen“. In

einem Interview mit der dpa sagte er,

dass das keinem Mitglied einer Dynastie

erspart, „immer wieder dazuzulernen“.

Druyen ist einer der wenigen Reichtumsund

Vermögensforscher im deutschsprachigen

Raum. Er hält den einzigen europäischen

Lehrstuhl für Vergleichende

Vermögenskultur und ist Vorstand des

gleichnamigen Instituts an der Sigmund

Freud Privatuniversität Wien. Er hat

unter anderem in Münster studiert, wo er

2004 auch zum Professor wurde. Druyen

unterscheidet zwischen reich und vermögend.

„Der Reiche kümmert sich nur um

sich selbst, der Vermögende übernimmt

auch Verantwortung für die Gesellschaft.

„Reichtum und Vermögen sind so gut und

so wichtig wie die Menschen, die darüber

verfügen, sich ehrenvoll und pragmatisch

oder verantwortungslos und gierig verhalten“,

sagt er. Individueller Reichtum

berge nicht nur Verfügungsmöglichkeiten

insich, sondern auch Verführungen

des menschlichen Gleichgewichts und

Herausforderungen für den Charakter.

Gleichzeitig bezeichnete er die Geldmacht

der Finanzbranche und Großkonzerne

als „strukturell wesentlich bedrohlicher“.

Nach seinen Worten ist „das Streben nach

Erfolg und materieller Aneignung einimmerwährender

Begleiter der Zivilisation

und eine Kernenergie der Menschheit“.

Allerdings sei noch nie so viel Geld auch

in virtueller Hinsicht unterwegs. Insofern

besitze Geld eine derart dominierende

Funktion und Bedeutung, dass es quasi

einen religiösen Status angenommen habe.

„Auf der einen Seitegibt es mehr Reiche

und Reichtum als jemals zuvor, auf

der anderen Seiteindividuelle, kollektive

und nationale Schuldenexzesse, die einmalig

und extrem gefährlich sind.“ werd

GRUNDLAGEN DER UNTERSUCHUNG

Bei allen Vermögensangaben in der Rangliste handelt es

sich um Schätzungen. Grundlage sind nach Angaben des

Magazins „Bilanz“ Recherchen u. a. in Registern, in

Archiv- und Dokumentensammlungen. Bewertet wurden

Aktienkapital (Ende August 2014), Unternehmen (nach

Umsatz, Profitabilität, Marktstellung), Kapitalanlagen, Immobilien,

aber auch Kunstsammlungen und Familienstiftungen.

Großfamilien mit mehr als 40 Mitgliedern sind in

einer gesonderten Rangliste aufgeführt.


LEBEN &WISSEN 25

Nie wieder richtig

Gas geben

Ist die Zeit schon reif für das Elektroauto?

Ein Zwischenbericht in einer nicht nur technischen Diskussion

Münsters Innenstadt? Umweltzone.

Das ganze Ruhrgebiet? Riesen-Umweltzone.

Kein Platz mehr für Autos

mit gelber,roteroder ganz ohne Plakette.

Und wenn den Städten das

nicht reicht? Bleibt das Elektroauto.

Viel zu selten: Stromtankstellen sind nach wie vor dünn gesät.

Kein absurdes Horrorszenarium,

sondern Bestandteil

des neuen „Elektromobilitätsgesetzes“.

Dann dürfen

Zufahrtsbeschränkungen erlassen

–und für E-Mobile wieder aufgehoben

werden. Ein paar Fakten und

Standpunkte rund ums Thema.

Wasesbringt: Lokal ganz viel. An Ort

und Stelle fahren Elektro-Mobile emissionsfrei

–ohne Feinstaub und Stickoxide,

Ruß und Kohlendioxid in die Umwelt zu

blassen. Generell sind E-Mobile aber nur

wirkungsvoll, wenn ihr Stromaus regenerativen

Quellen stammt. Ansonsten werden

die Belastungenanderswofreigesetzt.

Was eskann: Richtig Spaß machen.

Elektromotoren stellen ein unbändiges

Drehmoment zur Verfügung. Schon beim

ersten Tippen aufs Gas-, pardon: aufs

Strompedal. Weil sich die schweren Batterien

sehr tief einbauen lassen, kann

man in dieser Technik sehr sportliche

Autos mit einem Klasse-Fahrverhalten

bauen.

Was fehlt: Reichweite. Das bleibt das

ganz große Probleme der Elektromobile.

Die Alltagsreichweiten

hängen zwischen

80 und 150

Kilometern. Allerdings

reicht selbst

das den meisten

Pendlern über den

Tag. Wersich darauf

nicht verlassen will,

greift zu Autos mit

„Range Extendern“.

Die haben ein kleines

Kraftwerk an

Bord und produzieren

im Bedarfsfall

ihren Strom unterwegs

selbst. Oder

man greift zum

Plug-in-Hybrid. Der

Foto: dpa bietet Elektroantrieb

und

Batterie plus konventionellen

Motor. Beides hat

seine Tücken. Der Rage Extender verbrennt

natürlich auch Benzin. Beide

Techniken fahren wegen ihrer doppelten

Systeme unnütz viel Gewicht durch die

Landschaft. Und beide Varianten verleitendazu,

die Umwelt Umwelt sein zu lassen,

und doch den Löwenanteil im Benzinbetrieb

zu absolvieren.

Was Arbeitgeber tun können: Infrastruktur

schaffen. „Mit den Plänen der

Regierung kosten E-Autos für Betriebe

nur noch die Hälfte“, sagt Automobil-Professor

Ferdinand Dudenhöffer.Also lohnt

es doch, den Fuhrpark umzubauen? Gerade

für den Kurzstreckeneinsatz sind die

E-Mobile dann eine Alternative. Und im

selben Zuge können Betriebe Infrastruktur

für die Beschäftigten aufbauen. Damit

die während ihrer Bürostunden ihre

Autoswieder aufladen können und ohne

Reichweitenrisiko nach Hause kommen.

WasPrivatleutebrauchen: Mut, Kreativität

und etwas Geld. Viele Familien haben

zwei Autos. In der Regel läuft eines fast

ausschließlich auf der Kurzstrecke. Da ist

Reichweitekein Kriterium. Auch wernur

über ein Auto verfügt, bewegt das in 80,

90 Prozent der Fälle im Umkreis von100

Kilometern. Darf esfür den Urlaub auch

mal die Bahn oder ein Leihwagen sein?

Aber ja: Wirtschaftlich rechnet sich ein

Elektroautosicher nicht kurzfristig. Doch

ein gutes Gewissen bringt es quasi über

Nacht.

ur

„Mit den Plänen der Regierung

kosten E-Autos für Betriebe nur

noch die Hälfte.“

Automobil-Professor Ferdinand Dudenhöffer

Foto: Fotolia

DAS KOMMT NOCH

Es ist ein langer und mühsamer Weg für eine faszinierende

technische Lösung. Seit Jahrzehnten experimentieren

Wissenschaftler und Automobilhersteller mit Brennstoffzellen.

Jetzt werden die ersten Modelle mit dieser Technik

produziert. Galvanische Zellen verwandeln auf kaltem

und sehr effizientem Wege Wasserstoff in elektrische

Energie. Wasserstoff kann man tanken, das Reichweitenproblem

ist gelöst. Und aus dem Auspuff tröpfelt nur ein

bisschen Wasser.

INTELLIGENTE NETZE

Sind ausreichend Batterie-Elektroautos unterwegs, kann

aus dem einseitigen Laden ein echtes Geben und Nehmen

werden. Die Autobatterien werden immer geladen, wenn

die Stromproduzenten Überkapazitäten haben –was im

Tagesverlauf häufig der Fall ist. Im Gegenzug speisen die

Akkus wieder Strom ins Netz ein, wenn Nachfragespitzen

zu bewältigen sind.

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26 LEBEN &WISSEN

Aller Anfang ist schwer. Doch Kinder finden schnell einen Zugang zur Mathematik, wenn sie mit Zahlen, Formen und Mustern auch spielerisch umgehen dürfen.

Wer Mathe kann, versteht

die Welt ein wenig besser

Mathematik ist viel mehr als nur Rechnen, sagen Experten. Sie prägt wie kaum eine andere

Wissenschaft unseren Alltag, unsere Arbeitswelt und unsere Kultur.

Eltern kennen die Frage ihrer Kinder:

„Warum muss ich eigentlich Mathe

lernen?“ Gar nicht so einfach,

eine kindgerechte, eingängige Antwort

zu geben. Mathedidaktik-Professorin

Dr. Elke Söbbeke von der

Uni Paderborn hat jedoch eine Antwort

parat: „Weil Mathe schön ist.“

Doch wie lassen sich bei Kindern

der Spaß an und das

Verständnis für Mathematik

wecken? Vor allem,

wenn es als cool gilt, damit

zu kokettieren, dass „man noch nie gut in

Mathe war“? So wurde JennyElvers während

ihrer Schulzeit dauerhaft von einer

Fünf in Mathe begleitet –dafür warsie

aber klasse in Volkstanz, wie sie der

Bild-Zeitung stolz erzählte. Ist das

ein Beispiel, das zum Vorbild

taugt?

Mathematik ist viel mehr als nur

Rechnen, sagt Söbbeke: Mathematik

ist die Wissenschaft der

Muster.Zahlen, Formen, Bewegung,

Verhalten, egal, ob

es um die Symmetrien von Blüten,

die Anordnung der Flecken

auf einem Leopardenfell, Auswertung

von Zufallsergebnissen

beim Würfeln, das Wahlverhalten in

der Bevölkerung oder musikalische

Klangmuster geht –all das lässt sich, zum

Teil in abstrakter Form, durch Mathematik

darstellen. Mathematik hat also viel

mit dem eigenen Leben zu tun.

Sicher ist: Wer Mathematik versteht,

kommt im Leben besser zurecht –das gilt

von Kindesbeinen an. Angewandte Mathematik,

auf Kinderinteressen heruntergebrochen:

Wie lange muss ich mein Taschengeld

sparen, damit ich mir das neue

Rennautokaufen kann? Oder der Fußball

und die dazugehörigen Tabellen: Wenn

Bayern heute gewinnt, ist alles klar mit

der Meisterschaft. Aber was passiert,

wenn die Bayern verlieren und Schalke

mit xToren gegen Dortmund gewinnt?

Mathematik ist immer und allzeit präsent.

„Mathematik prägt wie kaum eine

andereWissenschaft unsereKultur,unserenAlltag

und unsereArbeitswelt. Jeden

Tag nutzen wir mathematische Methoden,

ohne dass wir uns dessen bewusst

sind –beim Binden der Schuhe genauso

wie beim Einparken.“ Das schrieb Annette

Schavan, Ex-Bundesministerin für Bildung

und Forschung, in einem Grußwort

zum Wissenschaftsjahr an das Mathematikum

in Gießen. Für sie sind mathematische

Methoden gerade bei der Entwicklung

technischer Innovationen unentbehrlich,

ohne Mathematik ist Fortschritt

nicht machbar. Schavan: „Mathematik

bietet jungen Menschen deshalb besondere

Chancen in Zukunftsberufen.“

Da das Lernen in der Mathematik jedoch

Schritt für Schritt aufeinander aufbaut,

zieht es sich wie ein roter Faden durch

das Leben, wenn die Grundlagen nicht

verinnerlicht wurden. Auseinem anfänglichen

Problemfach wirdwomöglich eine

Abneigung, die im schlimmsten Fall

ein Leben lang bestehen bleibt.

Experten empfehlen daher, bereits

im Kindergarten mathematisches

Denken in Alltagssituationen

einzubauen: Heute

sind Colin und Carla

krank, wie viele Gabeln

brauchen wir dann zum

Tischdecken?

Bei Schulkindern sollte stärker

geschaut werden, woher womöglich

vorhandene Probleme mit Mathematik

kommen. Versteht das Kind

die Aufgabe sprachlich nicht? Oder wendet

es eine Regelnur schematisch an, ohne

sie inhaltlich verstanden zu haben?

Erst, wenn die Ursache erkannt ist, kann

auch entsprechend darauf reagiert werden.

Weiterer wichtiger Aspekt: der Umgang

mit Fehlern. Untersuchungen zeigen,

dass in den meisten fehlerhaften Bearbeitungen

von Mathematikaufgaben

schlüssige Überlegungen der Kinder stecken,

die produktiv und konstruktiv

durch die Lehrenden aufgegriffen werden

sollten. Fehler sind kein Makel, sondern

sollten Ausgangspunkt für das weitere

Lernen sein.

Auch die Eltern sind gefragt: In seinem

Buch „Mathe für Mamas und Papas“

(Knaur,336 Seiten, 12,99 Euro) gibt AutorBenjamin

Prüfer praktische Tipps. Gemeinsam

mit seiner Mutter Ruth, die als

Grundschullehrerin über 35 JahreErfahrung

verfügt, zeigt Prüfer,welche Probleme

Kinder typischerweise in der Grundschule

haben und wie Eltern ihnen die

Welt der Mathematik anschaulich vermitteln

können. Die beiden wichtigsten

Maßnahmen dabei: Spiele und Rätsel.

Prüfer schreibt: „Versprechen Sie Ihrem

Kind nicht, dass Mathe ‚ganz leicht‘ ist.

Mathe ist schwer und es ist normal, damit

Probleme zu haben.“ Doch gerade deswegenmache

Mathe Spaß –essei die Freude

am puren Denken. Eltern sollten

mit ihren Kinder in aller Selbstverständlichkeit

über Preise im

Supermarkt oder den Benzinverbrauch

des Autos

sprechen und so als

Vorbilder fungieren.

Fest steht, dass Mathe

nicht mit dem Schulbesuch

endet. In zahlreichen Berufen

sind Mathe-Kenntnisse

Voraussetzung. Ob als Pilot, Ingenieur,

bei Banken und Versicherungen,

in Forschungsabteilungen

oder Software-Unternehmen: Wer hier

nicht über die nötigen Mathe-Grundlagen

verfügt, verbaut sich einen Großteil

interessanter und herausfordernder

Berufsfelder. Logisches und abstraktes

Denken sowie gute Auffassungsgabe

sind Fähigkeiten,

die guteMathematiker ausmachen

und ihnen vielfältigePerspektiven

eröffnen.

Fazit: Es ist nicht cool, wenn „man

noch nie gut in Mathe war“. Im

Gegenteil: Es ist cool, Mathe zu

können. Denn wer Mathe versteht,

versteht die Welt –zumindest

ein bisschen besser.

Beate Schräder

MATHEMATIKUM

Mathematik zum Anfassen: Das ist das Motto des Mathematikums

in Gießen. Sein Initiator, Prof. Dr. Albrecht Beutelspacher,

will Mathematik einer breiten Öffentlichkeit

verständlich vermitteln. Um mehr Jugendliche und junge

Erwachsene für Mathematik, Naturwissenschaften und

Technologie zu interessieren, sei es wichtig, Kinder auf

anschauliche, spielerische Weise früh für diese Disziplinen

zu begeistern. So wurde zum Beispiel das Mini-Mathematikum

speziell für vier- bis achtjährige Kinder entwickelt.

Hier werden die Grundthemen der Mathematik, Zahlen,

Formen und Muster, erfahrbar gemacht. Doch auch bei

größeren Besuchern funktioniert das Prinzip: Egal, ob

derjenige mit Mathe „eher nichts am Hut“ hat oder –im

Gegenteil –glaubt, schon alles zuwissen. Das Mathematikum

öffnet mit seinen 150 Experimenten auf knapp 1200

Quadratmetern Ausstellungsfläche spielerisch eine neue

Türzur Mathematik. Geometrische Puzzle, Brücken bauen,

unendliche Spiegelungen in einem Riesenspiegel, Knobelspiele,

Kugelbahn, Kaleidoskop: Das Mathematikum

bietet sowohl für Familien als auch für Schulklassen anregende

und rundum spannende Unterhaltung. Der Eintrittspreis

liegt bei 5Euro für Kinder unter 18 und 7,50

Euro für Erwachsene. Eine Familienkarte kostet 15 Euro.

Öffnungszeiten, Anreise und weitere Infos unter www.mathematikum.de.


LEBEN &WISSEN 27

Prof. Dr. Elke Söbbeke

von der Universität Paderborn

beschäftigt

sich intensiv mit der

Didaktik in der Mathematik.

Wir sprachen

mit der Münsteranerin

unter anderem

darüber, wie man

die Begeisterung für

das Fach wecken kann.

Sie haben selbst Kinder: Was

antworten Sie auf die Frage „Mama,

warum muss ich Mathe lernen?“

Elke Söbbeke: Ich finde zwei Gründe

wichtig, die auf den ersten Blick vielleicht

unterschiedlich erscheinen, aber viel miteinander

zu tun haben: 1. „Mathematik

hat ganz viel mit deinem Leben zu tun“:

Mathematik begegnet uns in der Lebenswelt

in großer Vielfalt. Es sind nicht nur

die Zahlen und das Rechnen, die die Mathematik

für unserer Leben interessant

und wichtig machen, sondern natürlich

auch die Geometrie (z.B. ist vieles in der

Natur symmetrisch aufgebaut, dieses

wird etwa inder Technik genutzt) oder

die Stochastik („wie sind meine Gewinnchancen

beim Glücksrad auf der Kirmes

oder beim Schulfest?“). Oder der ganze

Bereich der Maße und mathematischen

Größen, mit denen wir ganz vielfältige

Gegebenheiten aus unserem Alltag strukturieren

und beschreiben: „Wie groß bin

„In Fehlern stecken oft

schlüssige Überlegungen“

Prof. Dr. Elke Söbbeke ist fest davon überzeugt: Mathematik ist schön

ich schon?“, „Wie viel bin ich

im letzten Jahr gewachsen?“

2. „Mathematik ist schön“:

Mathematik ist die Wissenschaft

der Muster.

Muster, mit denen sich

die Mathematik beschäftigt,

kommen überall in

der Natur vor: Zahlenmuster,

geometrische Muster,

Formenmuster, Bewegungsmuster.

Ich würde dieses meinen

Kindern nicht so formal erklären,

aber Kinder erfahren dasjaschon

ganz intuitiv: Schon kleine Kinder finden

Muster faszinierend und „schön“: Man

versucht sie zu beschreiben, sie zu verstehen

und man möchteselber schöne Mustererzeugen.

Mir gefällt daher die Aussage

von Keith Devlin („Das Mathe-Gen“,

2000): „Wir könnten die Mathematik als

eine Brille auffassen, mit deren Hilfe wir

sonst Unsichtbares sehen können.“

Mathematik ist also schön?

Söbbeke: Ja, weil Mathematik eben ganz

viel mit dem Erkunden von Mustern zu

tun hat. Mathematik ist schön und ästhetisch:

Beobachten Sie einmal Kinder, die

mit bunten Bauklötzen oder Perlen spielen;

viele beginnen spontan schöne Muster

zulegen oder setzen Muster fort und

variieren diese. Dieses ist eigentlich

schon eine wichtige Grundhaltung und

Neugier,die man für ein echtes Interesse

an dem „Schönen“ der Mathematik nutzen

könnte.

Wie bringen Sie Ihren Kindern Mathematik

näher?

Söbbeke: Grundsätzlich ist es wichtig,

Kindern die beiden oben genannten Aspekte

der Mathematik „Lebensweltbezug“

sowie „Muster & Strukturen“ in

ihrem eigenen Tunerfahrbar zu machen.

Beides sind auch wichtigeVoraussetzungen,

um Mathematik besser zu verstehen:

„Wie kann ich Erfahrungen aus meiner

Lebenswelt nutzen, um etwas „Neues“ in

Mathe besser zu verstehen?“ Und: „Welche

mathematischen Muster helfen mir

zum Beispiel beim Lösen und Verstehen

von ‚Rechenaufgaben’?“

Beispiel: 4+4=8, 5+3=8, 6+2=8, 7+1=8

Warum ist das Ergebnis denn immer

gleich?Das sind wichtige Einsichten in

elementare mathematische

Gesetzmäßigkeiten, die

Kinder heute imMathematikunterricht

erkunden

und erklären (sollten),

damit zum einen Rechenfertigkeiten

trainiert

werden, aber auch ein

echtes Verständnis

angebahnt wird.

Wie kann ein Kind

motiviert und ihm die

womöglich vorhandene

Angst vor Mathematik genommen werden?

Söbbeke: Zum einen finden die meisten

Kinder das Erkunden, Entdecken und

Knobeln im Mathematikunterricht motivierend

und heraufordernd; es gibt viele

schöne Aufgaben, die gemeinsam von

Kindern auf unterschiedlichen Leistungsniveaus

bearbeitet werden können. Der

anschließende Austausch darüber ist

wichtig und für alle gewinnbringend. Des

Weiteren ist der Umgang mit Fehlern ein

wichtiges Thema, um Angst zu nehmen

und Motivation zu stärken. Jedes Kind

sollte durch eine gute Begleitung durch

die Lehrperson erfahren, dass es in seinen

Überlegungen ernst genommen

wird. In den meisten fehlerhaften Bearbeitungen

von Mathematikaufgaben –

das zeigen verschiedene Untersuchungen–

stecken viele schlüssigeÜberlegungen

der Kinder. Diese sollten von der

Lehrerin /dem Lehrer produktiv

und vor allem konstruktiv aufgegriffen

werden, und hiervon

ausgehend sollte mit dem

Kind gezielt weitergearbeitet

werden. Kindern kann Angst

genommen werden, wenn sie

Fehler im Unterricht nicht

als Makel und Sackgasse erfahren,

sondern als Ausgangspunkt

für den weiteren

Lernweg.

bs

MATHE-WETTBEWERBE

- Bundeswettbewerb Mathematik:

Der Schülerwettbewerb besteht

aus zwei Hausaufgabenrunden

und einem mathematischen Fachgespräch

in der abschließenden

dritten Runde. Neben dem mathematischen

Schulwissen braucht es

auch Ausdauer. Zu gewinnen gibt

es attraktive Preise, zum Beispiel

Stipendien. Der Wettbewerb steht

Schülern aller Klassenstufen offen,

die eine zur allgemeinen

Hochschulreife führende Schule

besuchen. Er richtet sich schwerpunktmäßig

an die Klassen 9bis

12/13.

- Jugend trainiert Mathematik:

Der Wettbewerb wendet sich an

Schülerinnen und Schüler der

Klassen 7bis 10. Ziel ist es, die

Teilnehmenden an das Niveau der

beiden bundesweiten Mathematikwettbewerbe,

Bundeswettbewerb

Mathematik und Mathematik-

Olympiaden in Deutschland, heranzuführen.

Das Programm bietet

zwei Module: Korrespondenzzirkel

und Seminare.

- Mathematik-Olympiade: Ein

Wettbewerb für Mathefans von

Klasse 3bis 13. Die Schüler haben

die Möglichkeit, ihre mathematischen

Fähigkeiten unter Beweis zu

stellen und weiterzuentwickeln.

Der Wettbewerb erstreckt sich

über mehrere Runden.

- Deutsche Kopfrechen-Meisterschaft:

Interessierte Kinder und

Jugendliche im Alter von 10 bis 17

Jahren können bei dem „Mathe-

Großereignis“ mitmachen. In zwei

Gruppen (10 -13und 14 -17Jahre)

werden die besten Rechenakrobaten

ermittelt.

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28 LEBEN &

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Die Eröffnungswochen seit September

sind im Nu verflogen. Mittlerweile

haben schon über 60 000 Besucher

das neue Landesmuseum inMünster

besucht. Westfalens kulturelles Museumsflaggschiffist

längst auf hoher

See. Elf Jahre Planung und fünf Jahre

mit einer pulsierendenGroßbaustelle

zwischen Rothenburg und Domplatz

sind geradezu verflogen.

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Das Museum hat eine Punktlandung

hingelegt – fast

jedenfalls. Die Kosten von

ursprünglich 48 Millionen

Euro wurden zuletzt mit

allem Drum und Dran auf etwa50Millionen

aufgerundet. Zeitlich gesehen wurde

die vorgesehene Zielmarke (Frühjahr

2014)leicht verfehlt. Altlasten beim Abriss

und ein bröckelnder Wandbelag im

Treppenhaus –offenbar stimmtedie erste

Putzmischung nicht so ganz –sorgten im

Spätwinter 2013 für einen kleinen Schrecken,

und so schob sich der Startschuss

um etwa vier Monate nach hinten.

Sonst hätteman vielleicht schon im Frühjahr

m

der Ma

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die Kun

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zur Ne


WISSEN

29

Vom Leben

direkt inspiriert

Bacon, Freud, Hockney: Landesmuseum

präsentiert den Schmelztiegel Londoner Kunst

wasserkirche geben dem Raum in der Museumsspitze eine besondere Prägung. Foto: Jürgen Peperhowe

hiff

er See

nst und Kultur

her angelockt

it Fugund Recht „Alles neu macht

i“ singen können. Blickt der kritieitgenosse

von heute auf urbane

rojektevon der Elbphilharmonie in

rgbis zum Flughafen Berlin-Brang,

so wird man in Münster von

praktisch reibungslosen Verlauf

für Jahrzehntegrößten Kulturproer

Stadt und der Region Münsterrechen

können.

er 100Jahreals Westfälisches Lanseum

für Kunst und Kulturgeefirmierende

und nun –nicht ohussionen

–umgetaufte„LWL-Muür

Kunst und Kultur“ kann sich als

de mit Strahlkraft sehen lassen

klimmt mit 51 neuen Räumen nun

die Leiter zur ersten musealen Lieutschland

und ganz sicher auch

pa.

m Neubau hat das Museum seine

llungsfläche um 1800 Quadratmeinsgesamt

7500 Quadratmeter vert

und schafft die Bedingungen für

itgemäße und zukunftsweisende

tation. Die Verbindung des Neuit

dem Altbau von1908 ermöglicht

suchern erstmals einen inhaltlich

ssenen Rundgang durch die überhhaltigen

musealenSammlungen.

reichen über einen Zeitraum von

send Jahren von den Zeugnissen

stfälischen Landesgeschichte–das

museum ist das Flaggschiff-Muür

Westfalen –bis hin zu den kostildern

und Kunstwerken der klas-

Moderne von August Macke bis

udwig Kirchner. Diese werden in

neu konzipierten und farblich nugestalteten

Räumen präsentiert.

lich stehen sechs großzügige Räudas

Programm der künftigen Sonstellungen

offen.

ndgang durch die neu präsentierte

ung beginnt im ersten Obergedes

Neubaus mit der Kunst des Mits,

der Renaissance und des Barock

hrt durch den historischen Altbau

hellen Tageslichträumen im zweiergeschoss

des Neubaus, in denen

st der Gegenwart zu sehen ist. Im

n Obergeschoss des Altbaus sind

nderem Werkeder Klassischen Moit

Räumen zum Expressionismus,

uen Sachlichkeit und zum Bauhaus

Das Bockhorster Triumphkreuz (um 1150)

schwebt im Raum. Foto: Wilfried Gerharz

zu sehen. Im Umgang des Erdgeschosses

und des ersten Obergeschosses im Altbau

wird zukünftig das „Skulptur Projekte

Archiv“ präsentiert. Der Bereich für Sonderausstellungen

mit rund 1000 Quadratmetern

befindet sich auf der zweiten Ebene

des Neubaus und wirdjetzt bereits eindrucksvoll

mit der Ausstellung „Das nackte

Leben“ bespielt.

„Brückenräume“ laden zum Verweilen

ein, großflächige Fenster und Durchbrüche

weiten den Blick in die Umgebung

und in das Gebäude hinein. Eine kluge

Licht- und Farbstrategie bietet dem Besucher

Halt für das Auge.1300 Objekteaus

einer Sammlung von350 000 Exponaten

werden thematisch und optisch dem Gast

nahegebracht.

Mit dem Museum ausder Hand des erfahrenen

und preisgekrönten Büros Volker

Staab aus Berlin ist zugleich eine neue

städtebauliche Klammer vonAegidiimarkt

und Rothenburg zum Domplatz entstanden,

die sich mit dem „Hammerkopf“ signifikant

zuspitzt.

Besucher können von beiden Seiten das

Gebäude betreten. Eine klugeArchitektur

der Höfe und Verweilorte lädt zum Plaudern,

Ausruhen, zur Stärkung im Restaurant

oder zum Stöbern im Museumsshop

ein.

loy

|www.lwl.org/LWL/Kultur/

museumkunstkultur

Keine Frage: Wer die Namen Francis

Bacon, Lucian Freud und David

Hockney hört, ist geneigt, Dollarzeichen

vor seinem geistigen Auge zu

sehen. Immerhin gilt Bacons Triptychon

„Three Studies of Lucian

Freud“, das übrigens nicht in Münster

zu sehen ist, mit 142 Millionen

Dollar als das derzeit teuerste Bild

der Welt. Sinnvoller scheint es, sich

die Situation jener Künstler zu vergegenwärtigen,

deren Werke das

neue Landesmuseum in seiner ersten

Wechselausstellung präsentiert. Es

waren Künstler, die unter dem Eindruck

des Zweiten Weltkrieges Bilder

schufen. Verständlicherweise

kehrten sie damals zu einer figürlichen

Malerei zurück, obschon die

Kunstwelt längst abstrakt malte.

Zwei Stadtansichten im ersten,

mit gelben Farbabstufungen

aufgewerteten Ausstellungsraum

führen nach

London. David Bomberghält

1944 in Blau- und Violett-Tönen eine

Abendstimmung in der vom Krieg zerklüfteten

Metropole fest. William Coldstream

tut es ihm gleich und malt 1946

„London Bombed Site“. Zerstörung und

Neuanfang mögen die Londoner Künstler

jener Generation dazu angeregt haben,

ihr alltägliches Leben in den Blick zu nehmen

und das Porträt sowie das Figurative

der Abstraktion vorzuziehen.Somalt Lucian

Freud Ende der 40er und Anfang der

50er Jahre schlichte schöne Mädchenporträts.

Auch Francis Bacon experimentiert

fleißig mit Porträtstudien, ob er nun

eine „liegende Figur“ abbildet oder das

bekannteVelázquez-Porträt vonPapst Innozenz

X. verfremdet. Eine Version dieser

bekannten Reihe ist auch in Münster

zu sehen.

Die Kuratorinnen Dr. Tanja Pirsig-Marschall

(Westfälisches Landesmuseum

Münster) und Catherine Lampert (London)

haben für den zweiten Raum der

Ausstellung Werke zusammengetragen,

die besonders durch ihre „Materialität“

faszinieren sollen. Leon Kossoffs sitzende

Aktdarstellungen aus dem Jahre 1963

nehmen durch pastosen Farbauftrag gefangen.

Erst mit einigem Abstand ist die

„Sitzende Nackte“ zu erkennen. Der Ausstellungstitel,

der in Kombination mit

dem Ausstellungsplakat vielleicht den

Eindruck vermittelt, es gehe hier vorwiegend

um Aktdarstellungen, verweist

nach Auskunft vonDirektor Dr.Hermann

Arnhold vielmehr auf das „unmittelbare

Leben“, das in der Nachkriegszeit neu

entdeckt und wertgeschätzt wurde.

In den 1960er Jahren wird dieses Leben

unter Londons Künstlern immer bunter.

Popkultur und individuelle Sinnfindung

prägen die grellen Arbeiten von Richard

Hamilton und Allen Jones. Saal vier der

Ausstellung führt hingegen ins Atelier der

Künstler zurück. In schnell hingeworfenen

Skizzen vonFrank Auerbach oder auf

Richard Hamiltons Drucken „I’m Dreaming

of aBlack Christmas“ (1971) mit

Sänger Bing Crosby imZentrum ist das

Prozesshafte und Experimentelle im

Werk zu erkennen.

Frank Auerbach, William Coldstream

und Lucian Freud geleiten den Besucher

mit Landschaftsbildern im fünften Raum

zurück zu klassischer Malerei. Die Ausstellung

mündet in den 1970er und 1980-

er Jahren in unterschiedliche Motivik

vomAkt über Landschaftsstudien bis hin

zu Schwimmbadszenen, die Kuratorin

Tanja Pirsig-Marschall als „reife Phase“

der Künstler definiert.

Wo kunsthistorisch interessiertes Fachpublikum

möglicherweise unmittelbar

ins Schwärmen gerät, sollteder Gelegenheitsbesucher

tunlichst das umfangreiche

Vermittlungsprogramm des Museums

in Anspruch nehmen, um Einflüsse

zu erkennen und Strömungen sinnvoll

nachzuvollziehen. Diese Ausstellung, so

sensationell die Zusammenstellung und

die Bündelung klangvoller Namen auch

sein mag, verlangt dem Betrachter doch

einiges ab.

loy

Fakten zur Ausstellung „Das nackte Leben“

Die erste Wechselausstellung im Neubau des Landesmuseums

zeigt bis zum 22. Februar 2015 auf 1000 Quadratmetern

und in sechs Räumen im zweiten Obergeschoss

120 Bilder von Künstlern der Londoner Kunsthochschulen

von den 1940er bis 1980er Jahren. Porträts, Aktdarstellungen,

Interieurs und Stadtansichten werden chronologisch

präsentiert. Hauptfördererer der 2,2 Millionen Euro

teuren Schau, die in dieser Zusammenstellung nie zuvor

zu sehen war, ist die Stiftung „kunst hoch 3“, die allein

600 000 Euro beisteuerte. Zuden Mitgliedern gehören

Unternehmer und Kulturschaffende aus der Region. Zur

Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer-Verlag mit

260 Seiten und 200 Abbildungen für 27 Euro. Die Ausstellung

wird von einem umfangreichen Kultur- und Vermittlungsprogramm

begleitet.

|www.lwl.org

„Late Evening on aSummer Day 1957“: So heißt dieses großformatige Gemälde von Michael Andrews.

Foto: Jürgen Peperhowe


30 LEBEN &WISSEN

Schwebende Verfahren

in den Fitness-Studios

Crossfit, E-Gym und TRX gelten als Rückbesinnung auf „funktionelles Training“. Attraktives Workout

als Trainingsalternative ist nicht nur für Herbst und Winter geeignet.

„Fußball ist gut, Joggen ist auch

gut“, sagt Dustin Tusch. Der Mann

hat Nerven. Auch in der Kreisliga

schließt man die kickende Karriere

mit spätestens 37 ab, und mit Ende

der Sommerzeit hat sich auch das

abendliche Lauftraining erledigt.

Kapitulation vor der Macht des

Dunklen –kaum eine Joggingstrecke

abseits zumeist viel befahrener Verkehrswegeist

beleuchtet. Wastun also,

wenn die Fitness in Herbst und

Winter nicht vollends in den Keller

gehen soll?

„Trends sind enorm wichtig für

die Branche, aber auch für

die Sportler.“

Dustin Tusch, DSSV

Immer noch ist der Renner unter

den Sportangeboten der Fitnessmarkt.

Laut einer Mitteilung des

Arbeitgeberverbandes Deutscher

Fitness- und Gesundheitsanlagen

(DSSV) boomt das Geschäft mit und rund

um Fitness. 8,55 Millionen Mitglieder

trainieren in knapp 8000 Fitness- und Gesundheitsanlagen

in Deutschland. Tendenz:

„Seit 20, 30 Jahren steigend“. Das

sagt Dustin Tusch, der beim DSSV die

Pressearbeit erledigt.

Die gesamte Fitnessbranche generierte

laut DSSV 2013

einen Umsatz in

Höhe von 4,55

Milliarden Euro.

ProMitglied ergebe

sich ein Durchschnittsumsatz

in

Höhe von rund

532 Euro pro

Trendsport inder Schwebe: Trainer Pedro Carvalho (oben) zeigt, wie es funktioniert.

Jahr. Rund

200 000 Beschäftigte zählt die Branche.

Aufgrund des andauernden Wachstumspotenzials

erwarten die Studiobetreiber

eine Verbesserung ihrer zukünftigen

wirtschaftlichen Situation, machte der

1984 gegründete DSSV aus.

Den Blick hat die Branche also klar nach

vorn gerichtet. Für die Sportler allerdings

richtet er sich –bildlich gesprochen –wieder

zurück. „Back to the roots“ ist zurzeit

in den Studios angesagt. Zurück zu den

Wurzeln. Die neuesten Fitnesstrends hören

sich modern an, wenn von „crossfit“

die Rede ist, von„E-gym“ oder von„TRX-

Suspension“. Hinter dem versteckt sich

Althergebrachtes in allerdings völlig modernem,

neuen Rahmen. So ist auch das

altbekannte Zirkel-(Circle-)Training aus

der verstaubten Ecke wieder hervorgekramt

worden. An verschiedenen Stationen

macht man unterschiedliche Übungen.

Mal zählt die Anzahl der Wiederholungen,

mal die Zeit.

„Funktionelles Training“, schilderte

Tusch, sei „crossfit“. Eines, das Kraft, Koordination,

Kondition, Beweglichkeit fördert

„und alle Muskelpartien beansprucht“.

Was früher Liegestütz, Sit-ups

und Kniebeugen waren, sind es heuteimmer

noch. Sie heißen nur anders und

werden optimierter angewandt.

„Gut für Frauen und Männer gleichermaßen“,

erzählt Tusch und, dass die „neue“

Art zu trainieren „natürlich“ aus den USA

herübergeschwappt sei. Was gestern

Spinning war, ist heute„crossfit“. „Trends

sind enorm wichtig für die Branche, aber

auch für die Sportler“, verdeutlicht

Tusch. Prosperität für die einen –Spaß

für die anderen. –der Gipfel aller Motivation.

Beim „crossfit“, aber auch bei „TRX“

scheint beides gegeben: „trendy sports“

für körperliche Fitness und attraktives

„workout“. Ebenfalls „trendy“ ist „E-

Gym“, weiß PedroCarvalho. Der leitende

Trainer in einem münsterischen Studio

berichtet von überschwelligem Reiz,

Amplituden und Periodisierung. Kurzum:

wer sich dem computer-unterstütztenProgramm

hingibt, muss es „nur noch

abtrainieren, um zum Erfolg zu kommen“,

sagt Carvalho. „Das ist definitiv

Training und nicht nur Üben“.

Eher die Entspannungsschienefährt FriederikeSchnaars.

Die Trainerin aus Münster

hat sich just im von der Sportwissenschaftlerin

und ukrainischen Leichtathletin

Dr.Tanja Kühne entwickelten „Ballance“

fortgebildet. Übungen auf zwei mit

Federn verbundenen Bälle sorgen für

(Rücken-)Entspannung. „Die Muskulatur

glättet sich“, beschreibt dies Friederike

Schnaars.

Das gilt auch wohl für TRX-Suspension.

Der Trick ist die Verwendung des eigenen

Körpergewichts mit Hilfe von Seilen,

Schlingen und Bändern. „Es wirdinallen

Achsen trainiert, man arbeitet bei diesen

Ganz-Körper-Übungen mit kompletten

Muskelketten“, schildert Carvalho: Stärke,

Gleichgewicht, Rumpfstabilität und

Beweglichkeit werden trainiert.

Hört sich ein bisschen an wie Fußballspielen

und joggen, oder? be

Foto: Jürgen Peperhowe

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LEBEN &WISSEN 31

Die Trinkgeld-Kultur ist rund um den Globus unterschiedlich. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, vor einer Reise Informationen einzuholen.

Foto: Colourbox.de

Wehe dem, der voreilig

„Bitte zahlen!“ ruft

Das Trinkgeld hat ganz einige Gesetze –man muss es nicht geben, aber oft ist es angemessen.

Was gilt eigentlich an der Theater-Garderobe, im Taxi, Edelrestaurant oder Hotel?

„Bitte zahlen!“ –wer sich erst indiesem

Moment Gedanken über die Frage

macht, ob jetzt ein Trinkgeld angemessen

ist, gerät raschauf brüchiges

Eis. –Warum gibt man eigentlich

dem Kellner oder Friseur ein Trinkgeld?

Schuldet man den beiden etwas?

Oder tut man es aus Dankbarkeit.

Die richtige Antwort zu geben,

ist nicht einfach.

Mit spitzen Fingern greift

der Senior ins Portemonnaie.

Münzgeld

klimpert. Die Familie

erstarrt. Sie ahnt, was

jetzt kommt. Die Kinder schauen zur Decke,

die Ehefrau würde am liebsten im

Boden versinken. „Für Sie“, murmelt der

Gastgeber dem Herrn im Frack zu –eine

einzelne Euro-Münze wechselt den Besitzer.

Der Kellner, der über Stunden das

mehrgängige Essen im Restaurant serviert

hat, verkneift

sich jede Reaktion.

Ein Euro Trinkgeld!

Mit Blick auf

die Höhe der Gesamtrechnung

ein

Fauxpas. Taktlos

angesichts der

Leistung des gastronomischen

Betriebs

und der Mitarbeiter.

„Dann ist es besser,

auf das Trinkgeld

ganz verzichten“,

raten Experten

dem Knauserigen und Geizigen. Denn die

Pflicht zur Zahlung eines Trinkgelds (angemessen

wären fünf bis zehn Prozent

des Rechnungsbetrags gewesen) gibt es

hierzulande nicht.

Es ist laut Gewerbeordnung „ein Geldbetrag,

den ein Dritter ohne rechtliche Verpflichtung

dem Arbeitnehmer zusätzlich

zu einer dem Arbeitgeber geschuldeten

Leistung zahlt“. Paragraf 107der Gewerbeordnung

widmet sich eingehend der

„Berechnung und Zahlung des Arbeitsentgelts“.

Dort gesagt: „Die Zahlung

eines regelmäßigen Arbeitsentgelts kann

nicht für die Fälle ausgeschlossen werden,

in denen der Arbeitnehmer für seine

Tätigkeit von Dritten ein Trinkgeld erhält.“

Folglich erhält auch der in diesem

Fall brüskierte Kellner für seine Arbeit

natürlich einen Lohn. Das Bedienen wird

bezahlt, das Trinkgeld kommt einem Bonus

gleich.

GuteLeistung –gutes Trinkgeld. Mit dieser

Faustformel ist man gemäß Kniggeim

Grundsatz auf der sicheren Seite.

Der alteHerr hättealso durchaus tiefer in

seine Geldbörse greifen sollen. So ein Betrag,

lehrt die Erfahrung, würde dafür

sorgen, dass der Mitarbeiter des Restaurants

beim nächsten Besuch noch aufmerksamer

als ohnehin schon bedient

und für den ein oder anderen Extrawunsch

ein offenes Ohr hat.

Also ist alles ganz einfach? Keineswegs,

denn in der Trinkgeld-Welt gibt es Fallstricke,

Unsicherheiten und immer wiederkehrende

Fragen. Spätestens wenn

die Urlaubsfahrt ins Ausland ansteht,

schaut jede Reisende neugierig in die

Fachliteratur.

Was erwartet ein Kellner, der am

Champs-Élysées in Paris den Café au lait

serviert? Was ist zu tun, wenn einem in

den USAamSupermarktvon einem hilfsbereiten

Menschen die Einkaufstütezum

parkenden Pkw gebracht wird? Und ist es

richtig, in einem rappelvollen spanischen

Restaurant an der Plaza Mayor mitten in

Madrid das Trinkgeld einfach auf dem

Tisch liegen zu lassen, obwohl sich die

nächsten Gästebereits an der Tafeldrängeln?

Fragen über Fragen.

Wenn man schon „Bittezahlen!“ gerufen

hat, ist es zu spät, sich mit Sitten und Gebräuchen

zu befassen. Deshalb macht es

Sinn, auch sein eigenes Trinkgeld-Verhaltenbeizeiten

zu überdenken. Mit Altruismus

allein kommt man nicht weit. Denn

wer nur die eigene Selbstlosigkeit großzügig

unter Beweis stellen will, vergisst,

dass Trinkgeld auch immer mit einer

Leistung zu tun hat, die ein Zweiter erbringt.

Folglich sind klugeVorgehensweisen

sinnvoll.

Das Trinkgeld wirdhierzulande im Nachgang

zur Leistung gegeben. Bei Taxifahrten

sind rund zehn Prozent der Summe

üblich, im Hotel gibt man für den Zimmerservice

pro Lieferung zwei bis fünf

Euro. Werden Gepäckstücke transportiert,

sollteman proKoffer zwei Eurobereithalten.

An der Garderobe bedankt

man sich für freundlichenService mit 50

Cent oder mehr. Warum zahlt man

eigentlich nach der Leistung? Man könnte

doch die Abfolge drehen: Erst mit ein

paar Münzen den Leistungserbringer

wohlgesonnen stimmen, dann froh darüber

sein, dass alles wie am Schnürchen

klappt. In einem Trinkgeldtest, den RTL

durchführte, menschelteesvor zwei Jahren

mächtig. Ein Restaurant in Süddeutschland

wurde auf die Probe gestellt:

zwei Kunden – eine gleichlautende Bestellung.

Der eine Gast wartete geduldig

auf das Essen und seine Getränke. Der

anderehattedie Kellnerin mit einem kleinen

Trinkgeld darauf hingewiesen, dass

er „ein wenig in Eile“ sei. Siehe da, das Essen

kam fixer aus der Restaurantküche.

Als Kunde Nummer 1 noch einmal

freundlich nach seiner Mahlzeit fragte,

war Kunde Nummer 2schon beim Dessert.

„Bestechung!“ könnte man angesichts

dieser Situation schimpfen. In Ländern

TRINKGELD –SOMACHEN ES DIE ANDEREN

-USA: Hier heißt das Trinkgeld „Tip“. Es ist eine wichtige Einkommensquelle

für die Beschäftigten. Die erhalten gerade im Servicebereich

einen vergleichsweise geringen Lohn. Auch deshalb wird

erwartet, dass zum Beispiel ein Kellner ein Trinkgeld von 15 bis 20

Prozent erhält. Aber Achtung: Steht auf der Rechnung der Satz „Tip

is included“ wird das Trinkgeld dort gleich mit berücksichtigt. Bei

kleineren Leistungen reichen inder Regel auch schon ein oder

zwei Dollar als Trinkgeld.

-Italien: Die Italiener sind nicht knauserig, aber das Trinkgeld hat

sich dort nicht eingebürgert. Da dieses schon in der Rechnung inbegriffen

ist, ist es sogar unüblich, die Summen aufzurunden.

-Frankreich: Das Trinkgeld ist in der Rechnung enthalten. Aber der

Kunde legt doch meist noch Münzen auf den Tisch und bedankt

sich so zusätzlich für eine Dienstleistung. Zwischen 5und 10 Prozent

sind üblich, wenn man als Gast besonders zufrieden war.

-Spanien: Auch hier ist das Trinkgeld imRechnungsbetrag enthalten.

Der Urlauber macht aber nichts falsch, wenn er noch 10 Prozent

Trinkgeld auf dem Tisch liegen lässt.

-Japan: Hier ist das Trinkgeld verpönt. Man sollte es als tunlichst

lassen, um niemanden in Verlegenheit zu bringen. Lassen Sie Geld

auf dem Tisch liegen, wird man es ihnen nachtragen. wk

wie Ägypten oder Marokko wäre die Reaktion

darauf ein vielsagendes Grinsen.

Denn im Orient lebt es sich mit dem Bakschisch

deutlich komfortabler. Mehr

noch: Ohne diese pekuniäre Ermunterung

bliebe vieles ungetan und unerledigt.

Also hat das Trinkgeld, wie wir es kennen,

im tiefsten Innersten gar keinen

Zweck. Gehört man in einem Restaurant

zu den Stammkunden, steigt stets im selben

Hotel ab oder nutzt eine Einrichtung

regelmäßig, sieht das stets anders aus.

Geht hier das Trinkgeld von Hand zu

Hand, genießt der Gast den ein oder anderen

Vorzug und ist zumindest gern gesehen.

Und wer die Geste des Trinkgeldgebens

nicht zur generösen Selbstdarstellung

nutzt, kommt gut durch die

Welt.

wk


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