++ Caliber 6 von Kyosho ++ Caliber 6 von Kyosho ++ Calibe

kyosho.de

++ Caliber 6 von Kyosho ++ Caliber 6 von Kyosho ++ Calibe

Kyosho-Hubschrauber waren

schon immer irgendwie an-

ders als der Mainstream, so

ist auch die Caliber-Reihe,

hier in Form des Caliber 6 für

.50er Verbrenner-Motoren,

nicht einfach ein Aufguss ak-

tueller Technik. Autor: Meinrad Debatin

Weiter entw

++ Caliber 6 von Kyosho ++ Caliber 6 von Kyosho ++ Calibe

Das Chassis ist komplett

aus Kunststoff, die weit

vorne liegende RC-Box

ist gut für die Einstellung

des Schwerpunktes.

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Test

Caliber 6

Heli4fun | Ausgabe 02/2010

N

atürlich ist der Caliber

6 kein neuer Heli am

Markt, sondern eher

ein Facelift des Caliber 5, mit

dem er die gesamte Konstruktion

teilt. Die Änderungen

sind eigentlich marginal, so

ist die elektronische 120°-Anlenkung

der Taumelscheibe

integriert, mit Push/Pull-Ansteuerung,

die auch bei der

Heckansteuerung verwendet

wird. Die Übersetzung wurde

von 1:9,6 auf 1:9,0 reduziert,

der Tank etwas verändert –

das war’s eigentlich schon.

Kyosho selbst spricht davon,

dass die Gesamtabstimmung

eher auf F3C-ähnliches Flie-


ickelt

Das Zwischengetriebe mit dem Autorotationsfreilauf

ist hochwertig und

präzise aufgebaut.

r 6 von Kyosho ++ Caliber 6 von Kyosho ++ Caliber 6 von Ky

gen ausgelegt ist und weniger

auf hartes 3D, eine ehrliche

Einschätzung, die man akzeptieren

sollte.

Bausatzausstattung

Im Gegensatz zum Caliber 5

kommt der Caliber 6 als echter

Bausatz zum Kunden, lediglich

einige Komponenten

sind ganz oder teilweise vormontiert.

Der Bausatz enthält

weder Motor noch Hauptrotorblätter,

hier ist Eigeninitiative

angesagt. Vorgesehen

ist ein handelsüblicher 50er

Motor wie der OS MAX .50

SX Hyper, auf den dann auch

der beiliegende Schalldämp-

fer passt. CFK-Rotorblätter

mit 600er Länge gibt es genügend,

auch Kyosho bietet

welche an. Dazu kommt dann

noch die gesamte Elektronik,

hier spielt sicherlich die persönliche

Einordnung des Piloten

eine wesentliche Rolle.

Die Anleitung ist komplett in

Englisch. Die Montage ist anhand

der Zeichnungen recht

problemlos, wenngleich man

ohne Englischkenntnisse die

Zusatzbemerkungen eher erahnen

muss. Die Einzelteile

sind in nummerierten Beuteln

verpackt und erlauben daher

eine Step-by-Step-Montage.

Eine aufwendige

Konstruktion sind die

Nick-Anlenkungen mit

Sechskant-Lagerwelle.

Test

Caliber 6

Heli4fun | Ausgabe 02/2010

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Test

Caliber 6

Montage des Chassis

Der Caliber 6 ist in Kunststoff-

Bauweise gehalten, das heißt,

die beiden Chassis-Seitenteile

sind aufwendige Spritzteile

mit integrierten Kugellagerböcken.

Gut daran ist, dass

die Lagersitze nur einseitig

geschlossen sind, so dass die

Lager ohne Zerlegen ersetzt

werden können. Die Seitenteile

werden zusammen mit

dem RC-Vorbau verschraubt,

die Lager eingesetzt und alles

gut angezogen. Nicht ideal

ist die großzügige Verwendung

von selbstschneidenden

Blechtreibschrauben, hier ist

Gefühl angesagt und ein gutes

Sortiment an Kreuzschlitz-

Schraubendrehern, nicht

gerade üblich in Zeiten von

Sechskant-Inbusschrauben.

Das Hauptgetriebe des Caliber

6 ist zweistufi g, eine Rarität

in heutigen Zeiten. Die

erste Stufe vom Motor aus

hat einen Zahnriemen und beinhaltet

im größeren Riemenrad

den Autorotationsfreilauf.

Von da aus geht es über eine

Zahnradkombination auf die

Hauptrotorwelle. Durch diese

technische Anordnung ist

Heli4fun | Ausgabe 02/2010

Rotorkopf mit

bereits montierter

Wippe. Die

ist ungewöhnlich

eng gefasst, da

außen noch die

Blattmischhebel

dazu kommen.

keine problemträchtige Chassislagerung

des Antriebsritzels

oberhalb der Kupplung

notwendig. Beim Einsetzen

der Rotorwelle mit Zahnrad

darauf achten, dass man auch

den Zahnriemen mit einlegt.

Das Zwischengetriebe besteht

aus der geschliffenen Zwischenwelle

mit Riemenrad

fürs Heckgetriebe und dem

größeren Riemenrad mit dem

AR-Freilauf. Hält man sich

an die Bauzeichnung, ist die

Montage kein Problem. Laut

Anleitung geht es nun mit

den Rotorkopfkomponenten

weiter, warum ist nicht ganz

ersichtlich, da man jetzt problemlos

das Kufenlandegestell

und den gesamten Motorkomplex

einbauen könnte.

Daher folgt nun der Abstecher

zum...

Einbau des Motors

Zunächst wird das einteilige

Kufenlandegestell montiert,

ja, Kufen und Bügel sind ein

Spritzteil. Hier wird wieder mit

den recht kurzen Treibschrauben

gearbeitet, dies hat sich

schon bei anderen Marken als

Schwachstelle gezeigt. Der

Tank mit einem Volumen von

Das Heckgetriebegehäuse

ist sehr

robust konstruiert.

Das Heckritzel wird

auf eine Stahlnabe

aufgeschoben und

mit der Heckwelle

verschraubt.

etwa 440 cm³ ist nun einteilig,

eine nicht nachvollziehbare

Entscheidung, schließlich hatte

der Caliber 5 einen zweiteiligen

Tank, der heutzutage für

eine sichere Spritversorgung

auch im letzten Drittel des

Fluges unabdingbar ist. Leider

lässt die neue Tankform

keine einfache Ausrüstung

mit einem Zusatztank zu. Ist

der Tank eingeschoben, hat

er immer noch etwas Spiel

im Chassis, Scheuerspuren

dürften hier auf jeden Fall zu

erwarten sein.

Als Antriebsmotor wurde der

nagelneue OS .55 HZ Hyper

gewählt, der gerade auf den

Markt gekommen war. Die

gesamten Maße sind mit dem

50er identisch, lediglich der

Vergaser – ist der gleiche wie

beim 90er – braucht etwas

mehr Platz.

Der Aufbau der Kupplungseinheit

ist etwas anders als

gewohnt. Zunächst kommt

direkt auf das obere Kurbelwellenlager

eine Messing-

Schwungscheibe mit angedrehtem

Bund nach unten,

dann unverständlicherweise

Die Kupplungsteile in ihrer

Montagereihenfolge. Die schwarze

U-Scheibe ist überfl üssig, man

kann sie komplett weglassen.

Die Paddel müssen

noch zusammen gebaut

werden. Die Messingstange

fest bis zum

Anschlag eindrücken,

damit der Paddelschwerpunkt

stimmt.

die Unterlegscheibe des Motors

und dann die eigentliche

Kupplung mit Lagerschaft für

die Glocke. Die Position der

U-Scheibe macht keinen Sinn,

es zeigt sich, dass man sie

am besten herauslässt, dann

stimmt eigentlich alles wieder,

auch die beiden Zahnriemenräder

fl uchten waagrecht. Die

Kupplung mit Lagerschaft hat

„Als Antriebsmotor

wurde der nagelneue

OS .55 HZ Hyper

gewählt.“

innen das Kurbelwellengewinde

und wird mit Schraubensicherung

fest aufgeschraubt.

Dazu einmal die Kurbelwelle

hinten blockieren, am besten

mit einem Kunststoffdrehteil,

wie es im Handel erhältlich

ist. Dann das Gebläserad

provisorisch auf den Schaft

aufschrauben, damit man die

Kupplung stramm aufschrauben

kann. Leider ist keine

Konterung vorgesehen, so

dass die Kupplung recht fest

anzuziehen ist. Dennoch hat


Die Kupplung

mit Lagerschaft

muss sehr fest

angezogen

werden, da keine

Kontermutter

vorgesehen ist.

Ideal wäre eine

„Konter-Madenschraube”,

die

innen gegen die

Kurbelwelle fest

gezogen wird.

sie sich später beim Anlassen

zweimal aufgedreht, eine lästige

Sache. Hat man alles gut

angezogen, muss das Gebläserad

wieder entfernt werden,

da es beim Einschieben

des Motors von unten stören

würde. Die Motorlagerung erfolgt

mit zwei Alu-Trägern, die

später das Chassis von unten

verstärken.

Das Einsetzen des Motors ins

Chassis ist recht tricky. Am

besten legt man dazu den

Heli auf die Seite. Zuerst wird

das Gebläserad ins Gehäuse

eingeschoben, da es zuletzt

montiert wird. Dann wird der

Motor mit lose aufgeschobener

Kupplungsglocke von

unten eingesetzt, den Zahnriemen

nicht vergessen. Im

letzten Drittel muss schon

das Gebläserad von oben mit

eingeschoben werden, dann

erst kann die Motoreinheit in

ihren passenden Sitz geschoben

werden. Hier geht nichts

mit Gewalt, hier ist die Reihenfolge

wichtig. Nach dem

Verschrauben der Motorträger

muss dann noch das Gebläserad

mit dem Kupplungsschaft

verschraubt werden.

Auch hier eine unverständliche

Entscheidung. Die geschlitzte

Gebläsenabe wird

rechts und links mit einer kurzen

Schraube mit dem Schaft

verschraubt, was letztendlich

dazu führt, dass das Gebläserad

immer irgendwie eiert.

Hier wäre eine seitliche Klemmung

mit zwei Schrauben

wesentlich sinnvoller gewesen.

Beim OS 55 war es noch

notwendig, auf der rechten

Seite des Chassis die Längsstrebe

etwas auszuschleifen,

damit der mittlere Düsenstock

des Vergasers Platz hat.

Das Gebläsegehäuse des Caliber

6 ist oben sehr gut ausgeformt,

warum der Zylinderkopf

dennoch frei bleibt, ist

nicht nachvollziehbar. Aber,

das kann man vorausschicken,

thermische Probleme

gab es nicht. Im Bausatz liegt

interessanterweise ein Schalldämpfer

bei, er passt auf den

Hyper, ist aber recht klein

geraten und akustisch nicht

besonders angenehm. Hier

sollte man sich schon einen

aktuellen Dämpfer gönnen,

im Vorstellungsmuster war es

ein NitroPipe 55 von Webra,

der sehr gut mit dem Motor

harmoniert. Nach eigenem

Ermessen muss man dann

noch einen Glühkerzenfernanschluss

anbringen, hier ist

nichts vorgesehen. Nachdem

die etwas anspruchsvolle

Montage des Motorstranges

erfolgt ist, kann in aller Ruhe

der Rotorkopf montiert werden.

Der wäre bis hierher eigentlich

immer nur im Wege

gewesen.

Das Rotorsystem

Die Nickansteuerung erfolgt

über zwei A-Hebel, der hintere

dient zur Ansteuerung,

der vordere als zusätzliche

Taumelscheiben-Führung.

Die Taumelscheibe ist vormontiert,

am Kunststoff-

Außenring sollten die Gelenkkugeln

nochmals etwas

nachgezogen werden. Auch

hier wieder die Kreuzschlitz-

Schrauben, während andere

Konstruktionen das erheblich

praktischere Sechskant-

Inbus-Format benutzen. Der

Taumelscheiben-Innenring ist

aus Alu, allerdings haben Innen-

und Außenring ein deutlich

fühlbares Spiel im großen

Radiallager. Der Pitchkompen-

Test

Caliber 6

Die RC-Box nimmt unten den fünfzelligen Akku auf,

oben ist jede Menge Platz für Empfänger und Kabel.

sator ist ebenfalls vormontiert,

rundum kugelgelagert,

aber mit Kunststoffnabe ohne

Metall-Gleitbuchse. Die Führungsstifte

sind im Pitchkompensator,

während der Mitnehmer

aus zwei Halbschalen

besteht, die auf der Rotorwelle

verschraubt werden. Die

Umlenkhebel am Chassis sind

aus Kunststoff, aber alle doppelt

kugelgelagert.

Der Rotorkopf mit dem zweiteiligen

Alu-Zentralstück und

den Kunststoff-Blatthaltern

ist komplett vormontiert. Die

Überprüfung ergab eine korrekte

Montage, zwei Radial-

und je ein Axiallager sind

obligatorisch. Eine Eigenart

von Kyosho ist das U-förmige

Blechteil, das zur Verstärkung

der Blattaufnahme dient. Ob

es tatsächlich etwas bringt, ist

nicht eindeutig nachzuweisen,

aber schaden kann es sicherlich

nicht. Der Kopf wird dann

noch mit der Alu-Wippe, der

Paddelansteuerung und den

Blatt-Mischhebeln versehen.

Die Blatt-Mischhebel sind

auch wieder anders, diesmal

im 90-Grad-Winkel auf der

Paddelstange gelagert, was

Heli4fun | Ausgabe 02/2010

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Test

Caliber 6

allerdings eine ausgesprochen

schräge Ansteuerung

notwendig macht. Zwangsläufi

g werden damit der

Taumelscheiben-Innenring,

der Pitchkompensator und

der Mitnehmer seitlich beansprucht,

was ein fühlbares

Spiel bereits im Neuzustand

ergibt. Zieht man die beiden

Halbschalen des Pitchkompensator-Mitnehmers

etwas

ungleichmäßig an, kann man

etwas Spiel in den Führungen

heraus kriegen.

Die Paddel werden aus vier

Teilen zusammengebaut und

haben eine Messingstange als

zusätzliches Gewicht. Mit 28

g sind die Paddel dann auch

genau auf das propagierte

F3C-Fliegen abgestimmt. Die

Steuerstangen sollte man

später, wenn die Servos montiert

sind, anbringen.

Entgegen der Anleitung,

die jetzt die Montage des

Heckauslegers vorsieht, bevorzuge

ich zuerst die komplette

RC-Montage, da jetzt

die Mechanik noch handlich

ist.

Einbau der

RC-Komponenten

Der Caliber 6 bietet Platz für

Heli4fun | Ausgabe 02/2010

Hier sind die

schrägen

Anlenkungen

des Rotorkopfes

zu sehen, die

zwangsläufi g

zu seitlichen

Belastungen der

Ansteuerung

führen.

Komponenten der Standard-

Größe. Als Taumelscheiben-

Servos werden die neuen

DES 807 BB MG von Graupner

verwendet, mit guten technischen

Werten bei ausgesprochen

moderaten Preisen. Der

Einbau ist kein Problem, gut

beschrieben, da kann man

keine Fehler machen.

Der Kreisel, ein GY 401,

kommt auf den Heckrohr-

Adapter. Dieser ist allerdings

nicht ganz plan, stülpt sich an

der Trennstelle etwas hoch.

Daher sollte der Kreisel mit

zwei schmäleren Streifen

Spiegelklebeband befestigt

werden, die die Mitte etwas

frei lassen.

So ziemlich als einziger Hersteller

hat Kyosho eine geschlossene

RC-Box zur Unterbringung

von Empfänger und

Akku. Letzterer sollte schon

mit den Maßen 90×50×25 mm

auskommen. Der Spektrum

AR 6200 war überhaupt kein

Problem.

Wichtig ist bei den Servos die

spannungsfreie Push/Pull-Ansteuerung,

also gleiche Länge

der parallelen Steuerstangen.

Diese haben, auch am Rotorkopf,

genügend Länge und

Gewinde, was keineswegs

immer selbstverständlich

ist. Man kann nun schon bis

zum Blatthalter die gesamte

Grundeinstellung machen,

also Taumelscheibe rechtwinklig

ausrichten, Pitchhebel

auf Mitte, Pitchkompensator-

Hebel waagrecht, alles wie

üblich, aber nun die Blattmischhebel

so einstellen, dass

sie mit der schrägen Steuerstange

vom Taumelscheiben-

Innenring einen 90-Grad-Winkel

bilden. So bekommt man

einen einigermaßen symmetrischen

Pitchweg. Hat man

alles gut verstaut, kann der

Heckausleger montiert werden.

Heckausleger mit

Heckrotor

Das 20-mm-starke Heckrohr

wird mit den beiden Servohaltern

und der Schelle für die

Stützstreben versehen und

der Heckriemen eingezogen.

Das Heckgetriebe besteht

aus zwei stabilen Kunststoff-

Gehäuseschalen und der Kugellagerung

der Heckwelle

mit Riemenritzel. Als Besonderheit

hat der Caliber 6 die

Push/Pull-Anlenkung des Caliber

90, allerdings mit Kunststoffhebeln.

Aber alles x-fach

kugelgelagert und spielfrei.

Der beiliegende Dämpfer

unten und die NitroPipe 55

von Webra oben. Deutlich

ist hier der Größenunterschied

zu erkennen, der

auch das Leistungsverhalten

und die Dämpfung

beeinfl usst.

Die zweiteiligen Blatthalter

aus Kunststoff beinhalten je

zwei Radiallager, Axiallager

sind nicht vorhanden. Das

ebenfalls zweiteilige Seitenleitwerk

wird zwischen die

Gehäusehälften mit eingeschraubt,

ein netter Gag. Zum

Einsetzen des Heckrohres in

die Aufnahme im Chassis

noch ein Tipp: Zum Klemmen

des Heckrohres werden

vier Blechtreibschrauben, 10

mm-lang, verwendet. Der erfahrene

Helinutzer weiß, dass

dies nicht halten kann und

„Die Haube ist aus

nahezu unzerstörbarem

Kunststoff

geblasen“

ein „Wandern” des Rohres

aufgrund des Riemenzuges

zwangsläufi g ist. Noch unverständlicher

ist dies, da im

Chassis auf der einen Seite

entsprechende Sechskant-Vertiefungen

für M3-Stopmuttern

und auf der Gegenseite die

Vertiefungen für die entsprechenden

M3-Inbusschrauben

vorhanden sind. Man braucht

lediglich die Durchgangsbohrungen

auf 3 mm ausbohren

und kann dann mit vier 18


Die Anordnung der Taumelscheiben-Servos ist gradlinig und

übersichtlich, die beiliegenden Servohebel (mit Futaba-Verzahnung)

passen exakt zur Push/Pull-Anlenkung.

mm langen M3-Inbusschrauben

und Stoppmuttern das

Heckrohr so klemmen, dass

es einwandfrei hält.

Nach dem Anbringen der Alu-

Stützstreben wird das Heckservo,

hier das DES 808 BB MG

von Graupner, an die Halterungen

von unten angeschraubt.

Die beiden langen Steuerstangen

werden zweimal zusätzlich

geführt, die beiden Führungen

müssen entsprechend ausgerichtet

werden. Das Ganze

geht dann auch ausgesprochen

spielfrei und präzise, ob

der Aufwand tatsächlich notwendig

wäre, bleibt dahingestellt,

schließlich funktioniert

es einwandfrei.

Zum Abschluss

Die Haube ist aus nahezu

unzerstörbarem Kunststoff

geblasen und muss noch

beschnitten und angepasst

werden. Am besten an den

Markierungen mit einem Balsamesser

mehrfach anritzen,

bis man ganz einschneiden

kann. Der Sichtteil ist sehr

dunkel getönt und muss

ebenfalls sauber angesetzt

werden. Zusätzlich zur Verschraubung

habe ich noch

schmale Streifen doppelseitiges

Teppichband angebracht,

so dass die Haube sauber auf

dem Rahmen aufl iegt. Das

beiliegende Dekor wird mit

etwas Prilwasser aufgezogen.

Zur Haubenbefestigung hat

sich Kyosho wieder etwas

Besonderes einfallen lassen.

In entsprechende Vertiefungen

der Haube werden eine

Art Spreizdübel eingesetzt,

die dann in die Bohrungen

der Chassis-Halterungen eingesetzt

werden. In diesen

Spreizdübeln sind T-förmige

Nieten mit abgestuftem Innendurchmesser,

die eingedrückt

werden und die Dübel

hinten aufspreizen, fertig ist

die Verriegelung. Zum Lösen

müssen die Nieten mit den

Fingernägeln etwas herausgezogen

werden, damit die

Dübel innen frei werden. Als

Rotorblätter kamen wieder

Maniacs 600 von BBT zum

Einsatz, ein Universalblatt mit

guten Allroundeigenschaften.

Flugfertig, jedoch ohne Sprit,

hat der Caliber 6 dann ein

Abfl uggewicht von 3.660 g,

ein guter Mittelwert in dieser

Klasse.

Flugeigenschaften

des Caliber 6

Bei der Flugerprobung wur-

Der neue Vergaser des OS MAX 55

HZ Hyper ist deutlich voluminöser

als der Vorgänger, deshalb musste

die obere Querstrebe etwas ausgeschliffen

werden.

de Coolpower mit 15% Nitro

verwendet, wie auch bei vergleichbaren

Helis, so dass der

direkte Vergleich auch wieder

stimmt. Die Voreinstellung

des OS-Vergasers war unbrauchbar,

ziemlich ungewöhnlich

bei OS. Daher erst

mal die Voreinstellungen, wie

sie beim 90er Motor üblich

waren: Leerlauf auf 12 Uhr

Vergaserlängsachse, Mitte

zu und Vollgas 2 Umdrehungen

auf. Zum Vergaser muss

noch angemerkt werden, dass

dieser eine echte Mittenverstellung

hat, allerdings nur

in Richtung fetter. Man muss

auch wissen, dass sich alle

Einstellmöglichkeiten immer

irgendwie beeinfl ussen, also

muss man durchaus auch an

einer anderen Nadel zusätzlich

korrigieren. Mit dieser

Einstellung lief der Motor problemlos

an, allerdings doch

sehr fett im oberen Bereich.

Nach mehreren Tankfüllungen

kristallisierten sich dann

folgende Werte heraus: Leerlauf

etwa 12 Uhr 30, Mitte 1

1/4 auf, Vollgas 1 1/3 auf.

Der Caliber 6 schwebt bereits

mit 1.400 U/min einwandfrei,

es macht sich ganz deutlich

bemerkbar, dass das Schwebefl

ugverhalten ein wichtiger

Test

Caliber 6

Der OS MAX 55 HZ treibt den

Caliber 6 an. Sein sehr robuster

Vergaser-Anlenkhebel erlaubt

auch eine Push/Pull-Anlenkung.

Heli4fun | Ausgabe 02/2010

69


70

Test

Caliber 6

Bestandteil der Abstimmung

ist. Der GY 401 harmoniert

erstaunlich gut mit dem preisgünstigen

DES 808 von Graupner,

präzises Halten, sauberes

Einrasten bei schnellen Drehungen,

da vermisst man bis

jetzt kein Hochwert-Heckservo.

Der OS zeichnet sich durch

einen runden, kraftvollen Lauf

aus, 2.000 U/min bei 10°-Vollpitch

über ca. 100 m Steigfl ug

sind überhaupt kein Problem.

Auch beim wilden Kurbeln

dreht er sauber durch, hier

wird ein deutlich höheres

Drehmoment bemerkbar. Ob

das den momentanen Mehrpreis

von ca. 70 Euro wert ist,

muss jeder für sich selbst entscheiden.

Im Schnellfl ug liegt der Caliber

6 sehr ruhig und satt, man

merkt die weichere Abstimmung

für saubere Rollen und

große Loopings. Mit großen

Servoausschlägen ist mehr

Der Caliber 6 ist ein

Heli in klassischer

Kunststoff-Bauweise.

Heli4fun | Ausgabe 02/2010

Beim

Originaltank

gibt es

Probleme mit

der Spritversorgung

bei

niedrigem

Füllstand...

Wendigkeit möglich, engere

Überschläge, Rollen im Stand

sind möglich, allerdings nie so

richtig eng. Damit leidet allerdings

das Verhalten bei Fahrtfi

guren, wird man zu schnell,

hat er die Tendenz, sich sehr

plötzlich aufzubäumen, was

selbst den OS dann etwas

zum Einbrechen bringen

kann. Also: Schnellfl iegen mit

kleineren Ausschlägen, dann

kommt das Aufbäumen sehr

spät, oder große Ausschläge

fürs Turnen, dann aber nicht

zu schnell werden lassen. Hier

macht sich sicherlich auch

das deutliche Übertragungsspiel

im Rotorsystem bemerkbar.

Kyosho hat mit der

Positionierung des Caliber 6

recht: Er ist eher fürs schnellere

Herumdüsen und weichere

Flugmanöver, wie sie eher der

F3C-Szene zuzuordnen sind,

geschaffen. Das ist keinesfalls

negativ, sondern einfach

ehrlich und kommt vielen

....der angeklebte Zusatztank ist

keine perfekte Lösung, funktioniert

aber inzwischen seit mehr als 20

Flügen problemlos.

Normalfl iegern durchaus entgegen.

Schon nach den ersten Flügen

entpuppte sich der nun einteilige

Tank als Schuss nach hinten.

Bereits mit einem Spritspiegel

von ca. 1,5 cm muss

mit Motorabstellern gerechnet

werden, hat mich auch

erwischt. Also ist, wie schon

anfangs vermutet, ein Zusatztank

unumgänglich. Durch die

Tankform ist das allerdings

ausgesprochen schwer. Ich

habe dann einen Zusatztank

vom Raptor mit Spiegelklebeband

seitlich am Tank angeklebt,

sorgfältiges Entfetten

ist absolute Pfl icht. Hält im

Moment, ist aber keine saubere

Lösung. Eine Möglichkeit

wäre es, den zweiteiligen Tank

vom Caliber 5 (hat es ja schon

gegeben!) einzubauen.

Zusammenfassung

Der Caliber 6 ist kein Mainstream-Heli

nach üblichem

Muster, sollte er auch gar nicht

sein. Er ist eher ein Vernunft-

Heli für weicheres, rundes

Fliegen von klassischen Kunstfl

ugfi guren. Er bietet auch

gute Schwebefl ugeigenschaften

für Piloten, denen dieser

Flugzustand noch etwas sagt,

man muss also seine Wünsche

genau kennen. Kyosho

hat konstruktiv vieles anders

als die anderen gemacht. Gute

Lösungen sind gepaart mit

Lösungen, die nicht nachvollziehbar

sind und keine positiven

Auswirkungen haben.

Man sollte schon bei Bau des

Caliber 6 etwas Erfahrung und

auch den Willen haben, selbst

mal Hand anzulegen und im

Einzelfall eine eigene Lösung

einfl ießen zu lassen. Ist man

dazu bereit, hat man einen

Heli, der nicht an jeder Ecke

zu sehen ist, der einfach etwas

anders als die anderen ist.

* Graupner

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