Das Antlitz des Krieges

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Das Antlitz des Krieges

Das Antlitz des Krieges

von

James Waugh

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Die Zerglinge erwischten Irmscher bei der Schlacht von Lawndale 12, einem Angriff auf einem

Nebenschauplatz der Brutkriege, der in keinem Geschichtsbuch erwähnt wird.

Irmscher war noch ein Kind und er hatte gerade die Mittelstufe verlassen: noch grün hinter den Ohren

und voller Energie, genau der Typ, der im Space-Marine-Korps der Liga nicht lang überlebt. Mit 18 und

ohne große Zukunft ging er von Tür zu Tür und verkaufte entblockte Fones, um genügend Geld für

Mädchen und seine Miete zu verdienen. Eines Tages klopfte er an die Tür von Sergeant Robert Maury,

der für die Liga Space-Marines rekrutierte und dem Irmschers Angebote vollkommen egal waren. Drei

Tage später befand er sich in einem Landefrachter, der ihn ins Ausbildungslager auf Turaxis II brachte,

wo sich Geschichten von heldenhaften Kämpfen und legendären Urlaubsreisen in seinem Kopf

festsetzten und der Gedanke an den Ruhm, Medaillen zu ernten, allgegenwärtig wurde. Gegen die Zerg

zu kämpfen war jedoch ein nicht ganz so trefflicher Berufsweg, wie man ihm weismachen wollte. Es war

nichts Ruhmreiches daran, dabei zuzusehen, wie Männer – oder meistens Jungen – vor seinen Augen

zerfetzt oder von Monstern grausam in Stücke gerissen wurden, wie Blut aus ihren Mündern spritzte

und die Helme ihrer CMC-Rüstungen wie mit einem grotesken Erdbeer-Daiquiri füllte.

Wenn sich nachts die gesamte Rho-Staffel in einer schnell errichteten nasskalten Kaserne

zusammenkauerte, zeigte er den Kameraden auf einem seiner Fones „das Mädchen, das ich rumkriegen

werde, sobald der Krieg hier vorbei ist“ – eine hübsche Blondine mit einer Lockenfrisur im Stil der

Marlowe-Elite. Sie hieß Mary Lou und er hatte sie erst einige Tage vor seinem Treffen mit Sergeant

Maury kennengelernt.

„Verdammt ... Die kannst du vergessen, Junge. Das ist 'ne ganz andere Liga“, hänselte ihn Birch, ein

älterer Space-Marine, dann immer. „Die würde eher zu einem Hengst wie mir passen.“

Sie hatten sich in einer der geheimen Stimbars kennengelernt, die eigentlich illegal waren, außer man

hatte genug Geld, um selbst eine zu besitzen, oder man kannte die richtigen Leute, die einen

reinschleusten. Es war eine heiße Nacht gewesen, an die er sich nur bruchstückhaft erinnern konnte:

Tanzen, Lachen, Scotty Bolger's Old No. 8. Sie hatten sich geküsst. Oder zumindest glaubte er es. Er

hoffte es. Später hatte er ihre Kontaktdaten bekommen und seitdem hatten sie exorbitant teure

interplanetare Nachrichten ausgetauscht. Während die Zeit verging und er immer öfter dem Tod an der

Front ins Auge blickte, wurde sie für ihn mehr als ein Mädchen. Sie wurde eine Vorstellung. Eine

Vorstellung von einer Zeit, als er seine Tage nicht in schwerer CMC-Rüstung verbrachte und mit einem

Haufen älterer Space-Marines zusammenhockte, die ihn wie große Brüder wegen all der Dinge

hänselten, die er in seiner Naivität von sich gab. Irmscher wartete sehnsüchtig auf die Zeit, in der er

nicht mehr „das Kind“ sein würde. Mary Lous Bild erinnerte ihn an eine Zeit, in der er den Klang eines

auf ihn zustürmenden Zerglingschwarms noch nie gehört hatte, bevor er das sichere Gefühl kannte, dass

es Geschrei, Blut und Tod geben würde. Solch ein Wissen veränderte einen.

„Du wirst schon noch sehen“, sagte er dann immer mit dem verträumten Lächeln der Ahnungslosen,

während er auf ihr Bild starrte und sich in Fantasien verlor. „Ja, du wirst schon noch sehen.“

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Der Tag, an dem die Zerglinge Irmscher erwischten, unterschied sich kaum von den zahllosen anderen

während des Krieges. Die meisten dieser Tage hatte er mit Warten verbracht. Er hatte herumgesessen

und zugehört, wie das Heulen des Windes nachließ, um einer düsteren Ruhe vor dem Sturm zu weichen.

Die Rho-Staffel hatte die Aufgabe, die Front zu halten und Lawndale 12, eine kleine Übertragungsstation

im Süden der Halbinsel Anselm, zu verteidigen. Eine Woche zuvor hatten sie tiefe Schützengräben um

das Satellitensystem ausgehoben, Bunker errichtet und zwei Belagerungspanzer an der Eingrenzung

aufgestellt. Es gab auch eine Basis, die Daten empfing und sie an die tief im Sektor befindlichen Flotten

weiterleitete. In der ebenfalls dort erbauten Kaserne hielt sich die Rho-Staffel nie auf, da wertvolle

Sekunden, die man nicht auf dem Schlachtfeld verbrachte, bei einem Angriff über Leben und Tod

entscheiden konnten. Aus diesem Grund hatten sich die Soldaten in den unbequemen und schmutzigen

Schützengräben eingerichtet.

Niemand war davon ausgegangen, dass die Zerg Lawndale wirklich angreifen würden. Im großen

Maßstab des Krieges betrachtet, war der strategische Wert dieser Stellung verschwindend gering. Als

dann der Alarm die Stille durchbrach und Virgil Caine, der Sergeant der Rho-Staffel, auf einmal Befehle

brüllte, sprangen seine Space-Marines auf und erwarteten das Schlimmste. Das war es jedoch nicht. Für

die Zerglinge war es Selbstmord. Es gab keinen wirklichen Anlass. Die Biester waren in der Unterzahl und

auch ansonsten unterlegen. Trotzdem griffen diese dummen, hirnlosen Xeno-Mutanten an.

Man hörte sie, lang bevor sie zu sehen waren. Das wilde, klappernde Summen drang schon aus weiter

Ferne ins Ohr.

„Was soll das? Was wollen die hier?“ Nun sah Irmscher sie. Zwanzig geifernde Zerglinge mit gefletschten

Zähnen, angriffsbereiten Klauen und schrecklichen, triefenden Mäulern kamen auf ihren kraftvollen

Beinen unaufhaltsam näher. Sie sahen aus wie tollwütige mutierte Hunde, losgelassen von ihrem

grausamen Herrn. Irmscher sollte auf seine Fragen keine Antworten erhalten. Der Klang von

Überschallstacheln erfüllte die Luft und Zeit zum Nachdenken gab es nicht mehr. Nun musste gehandelt

werden.

Die Zerglinge waren in der Unterzahl, aber das war bedeutungslos. Es war, als wäre für sie jeder tote

Terraner zehn Mal mehr wert als ein toter Zerg. Die Rho-Staffel erkannte schnell, dass der Führungsstab

mit dem Befehl zum Ausheben von Schützengräben eine schlechte Entscheidung getroffen hatte.

Mehrere Zerglinge krochen in die engen Gräben, in denen viele der Space-Marines aufgrund ihrer

sperrigen CMC-Rüstung nun gefangen waren. Eigenbeschuss hagelte auf die behelfsmäßigen Erdwälle

herab.

Irmscher schrie, als die Zerglinge ihn erwischten. Er heulte, als eine rasiermesserscharfe Klaue den Visor

durchstieß und sich tief in sein Schlüsselbein bohrte, gefolgt von einer weiteren, die seine Panzerung wie

eine Blechbüchse aufriss.

Als das letzte dieser Mistviecher getötet wurde, lebte Irmscher noch. Er fragte sich noch immer, warum

sie ohne jegliche Überlebenschancen angegriffen hatten. Er fragte sich, warum sie nur so wenige getötet

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hatten. Warum sie es auf ihn abgesehen hatten. Stims schossen in seine Venen, doch sein Herzschlag

wurde immer langsamer und auch der CMC-Anzug konnte die gerissenen Arterien nicht mehr

verschließen. Während Birch seinen Körper hielt und Sergeant Caine wortlos danebenstand, flüsterte

Irmscher seine letzten Worte: „Mary Lou“.

Virgil Caine stieß einen Schrei in die Dunkelheit aus. Er fror, da er in der Nacht die Decke

durchgeschwitzt und von seinem nackten Körper weggestrampelt hatte.

***

„Virgil!“, sagte Rufi, nahm seinen Arm und zog ihn zurück in die weichen Kissen und zu ihren Lippen. „Du

bist hier, Schatz. Du bist bei mir.“ Mit Nase und Mund berührte sie sanft seine starke Schulter, über

deren harte Muskeln sich ihre zarten blonden Haare wie Seide legten. Virgil atmete schwer und keuchte

schon fast. Seine Brust hob und senkte sich mit pochendem Herzen.

„Verdammt. Tut ... mir leid, Ru... Ich ...“

„Ruhig. Schon gut, Schatz. Ich weiß. Ich weiß.“

Während des einen Jahres ihrer Beziehung hatte sie sich an sein nächtliches Hochschrecken gewöhnt.

An seine Erinnerungen. Bei ihrer Verlobung hatte sie sich geschworen, damit zu leben. Für sie war es

normal, ihn aufzuwecken und ihm die Tränen abzuwischen, auch wenn es etwas seltsam erschien, einen

Mann seiner Größe und Statur im Schlaf weinen zu sehen. Ein weiterer Grund, warum sie ihn liebte.

„Ich ... Sie sind zurück, Schatz. Ich kann gar nicht glauben, dass sie zurück sind. Ich wusste es schon

immer, aber ... ein Mann kann doch noch hoffen.“

Eine Frau auch, dachte sie sich. „Du wirst auf die Wiedereinberufung nicht reagieren, Virgil. Du musst

nicht zurück. Das habe ich dir gesagt. Wir haben doch entschieden, dass Papa sich darum kümmert. Wir

werden neu anfangen. Niemand wird herausfinden, wo du dich aufhältst. Niemand muss wissen, wo du

warst. Morgen Abend werden all deine Sorgen vergessen sein.“

Bevor er antwortete, dachte er einen Moment lang über ihre Worte nach. Er dachte an die Möglichkeit,

nicht der Mann zu sein, der den Zerg im Brutkrieg entgegengetreten war, der Mann, der in langen

Monaten gegen unzählige Angriffswellen von Zerglingen die Stellung gehalten und überlebt hatte. Er

wusste nicht, wer er ohne diesen Teil seines Lebens war, und diese Erkenntnis gehörte zum

Schlimmsten, was er je erlebt hatte.

„Ich weiß, Ru. Ich weiß. Aber ein Teil von mir ... Ich war noch nie einer, der wegläuft.“

„Du läufst nicht weg. Verdammt, Mengsk hat doch schon alles von dir bekommen. Nun gibt es neue

Space-Marines, die sich darum kümmern werden. Was hat er denn jemals für dich getan? Für uns? Papa

hat deine Operationen bezahlt, nicht die Liga. Du hast deine Schuld beglichen und das weißt du. Wie oft

hast du dem Tod ins Auge geblickt, Virgil? Wie viele Freunde hast du verloren?“

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„Ich will darüber nicht mehr reden.“ Er dachte an den UNN-Bericht, den er vor dem Schlafengehen

gesehen hatte. Er dachte an die Bilder von ihnen, eine Horde, die in Tiria gewütet und Unmengen von

Soldaten überrannt hatte. Er dachte an ihre Zähne, Klauen und das schrecklich zwitschernde Geräusch,

das sie beim Angriff machten.

„Die Wiedereinberufung ist nicht rechtens, Virgil. Nein. Du bist nicht mehr in der Armee. Sie haben kein

Recht dich zurückzuholen, nur weil es eine neue Bedrohung gibt. Du warst vor vier Jahren für sie da. Soll

sich jetzt doch jemand anderes darum kümmern.“

„Ich habe dir gesagt, dass ich nicht zurückgehen werde, Rufi. Also gehe ich auch nicht.“

Er lehnte sich nach vorn und küsste ihre Stirn so, wie er es jede Nacht tat, bevor sie das Licht

ausmachten und sich schlafen legten. Er zog ihren zarten Körper an sich, um ihre Wärme und Weichheit

zu spüren. Als sie sich wieder voneinander wegdrehten, strich sie mit dem Finger über die große

schartige Narbe, die sich von seinem Hals bis zum Bauchnabel erstreckte, und wanderte danach hinauf

zu dem Zerglingzahn, den er an einem Lederband um seinen Hals trug.

„Ich hasse dieses Ding. Du weißt, dass du das im Bett nicht tragen sollst. Das pikst ... Nimm es ab.“

Er lächelte. „In Ordnung. Ich nehme ihn ab.“ Er legte den Zahn auf den Nachttisch.

„Morgen gehen wir. Dann wirst du alles überstanden haben. Außerdem ist es ja nicht so, dass ich keine

Opfer bringe, Virgil. Auch ich muss neu anfangen. Ich verlasse meine Freunde, meine Familie ... und

Papa.“

„Ich weiß.“

„Und jetzt schlaf gut, großer Junge!“

Als sie sich umdrehte, starrte Virgil an den Deckenventilator, der beim Drehen Schatten an die nur von

gelbem Mondlicht erhellten Wände warf. Er dachte an das neue Leben, das Rufi ihm anbot. Die Erlösung

von allem, was er durchgemacht hatte. Er fragte sich, ob jemand, der den Zerg gegenübergestanden,

Freunde an die Zerglinge verloren und in ihre seelenlosen leeren Augen geblickt hatte, sie jemals aus

den Tiefen seiner Seele verbannen könnte.

***

Es war schrecklich, die UNN-Berichte zu sehen, aber er konnte einfach nicht aufhören. Seit

Sonnenaufgang war er wach, hatte wie hypnotisiert vor dem Bildschirm gesessen und fast eine ganze

Kanne verbrannten Kaffee getrunken, als Rufi in die Küche kam.

„Warum siehst du dir das an, Virgil?“

„Interessiert dich nicht, was da los ist? Wir müssen wissen, ob wir überhaupt noch auf einen anderen

Planeten kommen. Es ist Krieg, Schatz.“

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Auf dem Bildschirm liefen Kriegsberichte. Ein Schwerer Kreuzer stürzte auf einen Wolkenkratzer,

nachdem Mutalisken ihn in der Luft angegriffen und mit brennenden Projektilen beschossen hatten. Im

unteren Bereich des Monitors liefen Texte der aktuellen Ereignisse über den Bildschirm. Nichts davon

war positiv. Es ging immer wieder um extreme Opferzahlen, belagerte Welten und Tote. Es herrschte auf

jeden Fall Krieg.

„Oh Gott.“ Rufi legte beide Hände vor den Mund. Selbst am Morgen mit wirren Haaren und

verschmierter Wimperntusche wirkte sie zierlich und schön. „Das ist schrecklich.“

„Auf jeden Fall, Schatz.“

„Ich rufe jetzt Papa an. Er hat gesagt, dass die gefälschten Ausweisdokumente am Nachmittag fertig

wären.“

„Dein Vater geht ein großes Risiko ein. Bequeme Regierungsjobs wie seinen bekommt man nicht jeden

Tag.“

„Findest du nicht, dass seine Tochter und sein zukünftiger Schwiegersohn solch ein Risiko wert sind?“

Er nickte und drehte sich wieder zurück zum Bildschirm. Ein schreiender, von einem Kameraroboter

gefilmter Reporter rannte über eine Straße.

„Schieß doch.“ Virgil sah, wie sie um die Ecke kamen und auf den Reporter zustürmten: unzählige

Zerglinge mit langen Klauen, Rückenpanzern, die gegen die Mauern schlugen und diese toten,

gefühlslosen Augen. Sie kamen näher. Immer näher.

Die Szene wurde schnell unterbrochen und es wurde zu Donny Vermillion, UNNs berühmtesten

Nachrichtensprecher umgeschaltet, kurz bevor die Zerglinge das gesamte Bild des Kameraroboters

ausfüllten. Er war kreidebleich und konnte nur schwer seine Abscheu gegenüber dem brutalen Tod

verbergen, der seinen Kollegen heimsuchen würde.

„Ist er ...?“

„Ja.“ Virgil sagte dies vollkommen nüchtern und unterbrach Rufi, bevor sie das Offensichtliche erfragen

konnte. „Rufst du Papa an?“

„J-j-ja“, antwortete sie und verließ die Küche.

Virgil trank einen Schluck Kaffee und in seinem Geist blitzte das Bild der Zerglinge auf, die sich ihren Weg

durch die enge Straße bahnten. Es erinnerte ihn an die Schützengräben aus seiner Vergangenheit. Er

atmete lang und kräftig aus, bevor er die Augen schloss. Es herrschte Krieg.

***

Die Zerglinge erwischten Albee in der Long-Shadow-Schlucht auf Asteria während eines der safrangelben

Sonnenuntergänge, für die der Planet berühmt war.

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Albee war ein resozialisierter Krimineller, groß und schwer von Begriff, mit einem seligen Grinsen, das

nur jene hatten, deren Erinnerungen ersetzt und überarbeitet worden waren. Aber das war Virgil, Birch,

Dave oder dem Rest der Rho-Staffel egal. Für einen so genannten Resoz war er gar nicht mal schlecht. Er

war ein ausgezeichneter Soldat und Fortuna meinte es stets gut mit ihm. Wie die meisten Resozs

kämpfte er an der Front und hatte die Aufgabe, dem Erstangriff der Zerg-Scharen entgegenzutreten. In

seinen vier Jahren beim Korps der Konföderation und danach der Liga hatte er mehr gesehen und

durchgestanden als die meisten Soldaten in ihrem ganzen Leben ... Irgendwie hatte er es mit

blutverschmierter CMC-Rüstung und dämlichem Grinsen immer wieder zurückgeschafft.

Wenn gerade einmal nichts passierte, sprach Albee immer darüber, wie er auf dem Hauptkontinent in

Halcyon auf dem Land aufgewachsen war. Er schwelgte in Erinnerungen über die schönen, grünen,

grasbewachsenen Hügel, die sich unter blauem Himmel und kleinen Wolken nahezu endlos erstreckten.

Er sprach über die Welpen, die ihm mit wedelnden Schwänzen fast überallhin gefolgt waren und wie

sehr er es gemocht hatte, ihre warmen rauen Zungen auf dem Gesicht zu spüren, wenn er nachmittags

faul im Schatten eines Banyanbaums gelegen war. Es war eine idyllische Kindheit gewesen und er

vermisste sie. Er kämpfte, damit andere solche Momente erleben konnten, damit die Menschheit gegen

die Zerg, Protoss und welche Angreifer auch immer bestehen würde.

Natürlich handelte es sich hierbei um falsche, in einer Resoz-Einrichtung auf Norris VI implantierte

Erinnerungen. Alle in der Rho-Staffel wussten das und hatten genau dieselben Schilderungen von

anderen Resozs gehört. Doch niemand verlor ein schlechtes Wort über den gutmütigen Riesen oder

seine Illusion von Vergangenheit. Beim Urlaub auf Bacchus Moon in der Cat House Bar hatte ein

betrunkener Soldat der Alpha-Staffel versucht, Albee zu erklären, dass diese Erinnerungen falsch waren.

Virgil hatte ihm einen Schlag in die Magengrube verpasst, der schließlich zu einer Kneipenschlägerei

unter den Space-Marines geführt hatte. Virgil wollte Albee seine Erinnerungen – ob nun gefälscht oder

nicht – lassen. Sie sollten dem großen Kerl eine Rückzugsmöglichkeit vor den Schrecken bieten, die er

tagein, tagaus auf dem Schlachtfeld erlebte. Niemand sollte daran zweifeln.

Auf den Straßen von Nephor II trafen Caine und Albee eine Frau, die beim Anblick des großen Resoz

schrie und mit dem Finger auf ihn zeigte. „Der Schlächter! Oh Gott, das ist der Schlächter von

Pridewater! Was macht der hier?! Haltet ihn auf! Jemand muss ihn aufhalten!“ Die Frau wurde

umgehend weggeführt. Weder Caine noch Albee wussten, was da los war.

Wochen später, in denen der Vorfall Caine immer wieder beschäftigt hatte, stellte er einige

Nachforschungen über seinen vom Glück gesegneten Frontsoldaten an. Er erkannte, dass man in puncto

resozialisierte Space-Marines manche Dinge besser nicht wissen sollte. Albee, der von Welpen und der

Schönheit endloser Hügel sprach, war auch bekannt als der „Schlächter von Pridewater“, der über einen

Zeitraum von zehn Jahren für eine Reihe von Morden in den Slums der Hauptstadt verantwortlich

gewesen war. Er hatte seine Opfer tagelang gefoltert und sich am Klang ihrer schmerzvollen Schreie

ergötzt. Die zu den Daten gehörenden Bilder waren grauenhaft und Caine verstand nun, woher die

Brutalität kam, die er bei Albee auf dem Schlachtfeld erlebt hatte. Trotzdem dachte Caine jedes Mal, als

Albee mit glänzenden Augen vom sanft-beigefarbenen Fell der Welpen, ihren kleinen Babyzähnchen, die

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seinen Arm liebkosten, und der Gänsehaut, die ihm ihre feuchten Nasen verschafften, erzählte, welch

ein Erfolg das Resoz-Programm war und wie es selbst die bösesten Menschen heilte.

Als die Zerglinge Albee erwischten, stand er bis zu den Knien in dickem lilafarbenen Kriecher. Die Rho-

Staffel war ausgerüstet mit Feuerfressern sowie unterstützt von schwerer Bombardierung durch

Belagerungspanzer und Goliaths in die Long-Shadow-Schlucht marschiert. Sie kamen zum „Aufräumen“,

wie Caine es ausdrückte. Die Zerg-Verseuchung war tief in die Schlucht bis zu einem Schwarm-Cluster im

Innern zurückgedrängt worden. Solange auch nur ein Schwarmstock auf Asteria überlebte, würden die

Zerg ihre Angriffe niemals einstellen. Der Angriff war ein überwältigender Erfolg. Verkohlte

Hydraliskenkörper waren im Kriecher versunken und Brutschleimpools sonderten Larvenkadaver ab.

Brutstätten und andere Gebäude zerfielen zu einem Haufen Bioplasma.

Das Donnern der Belagerungspanzer schüttelte Albees CMC-Anzug durch. Wie immer stürmte er an

vorderster Front los und stieß tiefer in den Schwarm-Cluster vor. Anscheinend waren nicht mehr viele

Zerg übrig, da die Autokanonen der Goliaths schon den Großteil erledigt hatten. Albee ging davon aus,

dass es keine größeren Probleme mehr geben dürfte, als er sein Gaußgewehr senkte und das von ihm

und seinen Jungs angerichtete Gemetzel genoss. Es war ein erhebender Anblick für einen Terraner. Die

zuvor lebendigen Zerg-Gebäude waren auseinandergerissen worden und lagen nun in einem großen

Haufen mit hervorstehenden Venen übereinander, aus denen dichter blutiger Gifthauch strömte. Dieser

Sieg erfüllte Albee mit Stolz.

Die Zerglinge stürmten mit schrillen, wilden Schreien aus einem Brutschleimpool in der Nähe. Albee und

auch niemand sonst sah sie. Das goldene Licht der berühmten Sonnenuntergänge in der Schlucht hatte

alles in blasses Sepia getaucht und Schneisen von Dunkelheit über den Kriecher gelegt. In diesem

Moment muss sich der glückliche Soldat wie zu Hause gefühlt haben, als hätten die im Licht tanzenden

Staubkörner ihn an Blätter erinnert, die im Frühlingswind seiner falschen Jugend durch die Luft flogen.

Er wusste nicht, was ihn getroffen hatte, als er kopfüber in den Kriecher fiel. Zerglinge sprangen ihn an,

schlugen, schnitten und rissen an ihm wie wilde Tiere, die um die besten Positionen beim Fressen

kämpften – als würde es ihnen Freude bereiten, dass jedes Mitglied des Rudels seine Klauen tief in die

unter ihnen liegende Beute rammen konnte.

Danach war der Schlächter von Pridewater nichts weiter als ein Rorschachklecks auf dem violetten

Kriecher, eine dauerhaft im Gedächtnis derer gespeicherte Erinnerung, die mit ihm gedient hatten.

„Du könntest Bauer werden. Auf Shiloh gibt es tolle landwirtschaftliche Programme“, sagte Rufi,

während sie eine lavendelfarbene Bluse in ihre Tasche steckte.

„Wollen wir etwa einen Bauernhof betreiben?“

„Klar, warum nicht?“ Ihr Lachen klang melodisch. „Klingt doch nach einem schönen Leben, oder?“

***

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Virgil griff in den Schrank und riss ein T-Shirt aus dem Regal. Sie wartete auf seine Antwort. Langsam

nahm er den Kleiderbügel heraus, warf ihn zur Seite und stopfte das T-Shirt in die Tasche.

„Und?“

Das charmante Grinsen, das sie trotz seiner Narben und des stoischen Verhaltens so attraktiv fand,

erfüllte sein Gesicht. „Landwirtschaft hört sich gut an ... Das ist ehrliche Arbeit ... Willst du meine

Bäuerin werden?“

Das weißt du doch. Denk mal drüber nach, Virgil: offenes Land, auf dem wir unsere eigene Nahrung

anbauen. Unsere Kinder ... falls wir Kinder haben ... Na ja, unsere Kinder könnten an der frischen Luft

aufwachsen und später einmal unser Land erben.“

„Haben wir denn genug Credits, um uns Land zu kaufen?“

„Auf Shiloh ist alles ziemlich billig.“

„Ganz bestimmt. Und weißt du auch, warum?“ Das war keine Frage. Das war eine Aussage.

Ihr strahlendes Lächeln wandelte sich zu einem Stirnrunzeln. „Warum sagst du so etwas? Ich ... Ich gebe

mir Mühe, Virgil. Ich gebe mir wirklich Mühe.“

Er ging zu ihr und zog sie an sich heran. Sie versuchte zurückzuweichen, doch er ließ nicht los. „Hör mal

zu, Kleines. Ich werde dein Bauer sein, wir werden die Kinder haben, von denen du immer redest, wir

werden ein einfaches Leben führen, die Namen unserer Nachbarn kennen und ...“

„Und nie wieder über Zerglinge oder ... oder die Rho-Staffel sprechen?“

Er drückte sie fester. „Warum sagst du so etwas? Das Korps wird immer ein Teil von mir sein, Ru.“

So nah sie sich im vorangegangenen Jahr auch gekommen waren – zwischen ihnen würde es immer eine

Kluft geben. Nie hätte sie verstehen können, was er erlebt hatte.

Das bedeutet aber nicht, dass es dein Leben bestimmen muss“, sagte sie.

Das tut es auch nicht.“

Sie sah ihm in die Augen. Ihr Lächeln kehrte zurück und erfüllte ihr gesamtes Gesicht wie einen bis zum

Bersten mit Helium gefüllten Ballon. „Ich werde die Frau eines Bauern sein.“

Er küsste sie sanft. „Ich weiß diese Chance auf einen Neuanfang zu schätzen. Wirklich.“

„Oh! Ich muss los. Die Ausweise müssten fertig sein. Und du, mein Lieber, musst den Schrank

ausräumen und packen, bis ich zurück bin.“

Virgil ließ sie los und ging zum Schrank. Er schaltete das Licht an und kniete sich hin. Er hob einen Stapel

Hemden hoch, unter dem sich eine verstaubte Kiste befand.

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„Die kannst du nicht mitnehmen, Virg.“

„Ich weiß.“

„Was da drin ist, muss auch weg, ja? Es darf keine Hinweise darauf geben, wer wir waren. Du hast Papa

gehört.“

„Ich weiß.“

„Mir ist klar, dass es nicht leicht ist.“

„Ist es auch nicht.“

Als sie ging, öffnete er die Kiste. Mit dem feuchten, schimmeligen Geruch kamen auch die Erinnerungen

zurück. Er hatte sie seit Jahren nicht geöffnet. Sie enthielt Medaillen, auf die er einst so stolz gewesen

war und die nun Staub ansetzten; eine vertrocknete Zigarre; einen Überschallstachel; eines von

Irmschers Fones. Dann fühlte er etwas Klebriges und zog sofort seine Hand zurück. Kriecher! Natürlich

war es kein Kriecher. Langsam dämmerte es ihm.

„Dave.“ Er sagte den Namen mit einem hörbaren Ausatmen, während er seinen Fund hervorholte. Es

war ein halb-verbrauchter, blauer Wachsklumpen ... Wachs für Surfbretter. Virgil hielt ihn sich an die

Nase und atmete tief ein. Der starke, nussige Geruch versetzte ihn zurück in die Zeit, vor der er zu

fliehen versuchte.

***

Die Zerglinge erwischten Dave in seinem eigenen Bett, als er nach einer durchzechten Pokernacht seinen

Rausch ausschlief. Auch so konnte es laufen.

„Big Wave Dave“ stammte aus Santori Isle auf Miranar. Er war Mitglied der Screaming Sixes, einem Club,

der berühmt dafür war, auf den riesigen Wellen zu reiten, die gegen Santoris Küste schlugen. Hierbei

handelte es sich um dieselben Wellen, mit denen die hydroelektrischen Ladungen für die Versorgung

der Städte weltweit erzeugt wurden. Laut Wissenschaftlern erreichten sie ihre Größe aufgrund der

Gravitationskräfte dreier Monde, die perfekt aufeinander abgestimmt waren. Die Chancen, so etwas an

anderer Stelle zu erleben, waren extrem gering.

Die Screaming Sixes folgten den unbeständigen Wettermustern der Jahreszeiten und verbrachten den

Winter, wenn es zu einer Verbindung dieser Muster kam, auf dem Inselkontinent. Das Ergebnis waren

riesige Wellen, 30 bis 60 Meter hohe ozeanische Monster, die sich wie Überbringer unheilvoller

Nachrichten aus den Tiefen aufbäumten. In den befestigten Städten entlang der Küste waren Surfbretter

aus dem ganzen System zu sehen. Die Krankenhäuser und Leichenhallen wiederum waren gefüllt mit

Möchtegernsurfern ... Und genau durch einen dieser Typen war Dave zum Space-Marine-Korps

gekommen.

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„Wären diese verdammten Sonntagssurfer nicht gewesen, würde ich jetzt nicht mit euch hier

rumhängen“, sagte er zu Virgil, Birch und jedem bei Rho, der ihm zuhörte. „Gut für euch, dass die Pferde

mit mir durchgegangen sind.“

In den Gefängnissystemen des Sektors gab es eine Vielzahl von Rekrutierungsstellen von den Space-

Marines der Liga und dort hatten sie auch Dave gefunden, der aufgrund seines hitzigen Temperaments

einsaß. In der sechs Kilometer unter dem Meeresspiegel gelegenen Bar Method, einem der

angesagtesten Surfertreffpunkte des ganzen Planeten, hatte Big Wave Dave Bekanntschaft mit ein paar

Touristen gemacht, die einem Mädel ein bisschen zu sehr auf den Leib gerückt waren.

„Ich war wie ein Ritter in glänzender Rüstung, Mann ... Ich ging zu ihnen und zeigte ihnen, was passiert,

wenn man sich mit den Leuten auf Santori anlegt.“

Leider sind dann einige Dinge und Dave etwas außer Kontrolle geraten. Ein paar zerbrochene Flaschen

später war überall Blut und eine medizinische Einheit musste die verkrüppelten Überreste der Touristen

beseitigen. Dave war damals ein dürrer Surfpunk mit langen Dreadlocks und leuchtenden

Inseltätowierungen gewesen – „Frischfleisch“ für die Jungs in den Gefängnissen der Liga. Nach seiner

Verurteilung hatte ihm ein Rekrutierer, der von seinem hitzigen Temperament beindruckt war, welches

so viele Männer ins Krankenhaus bringen konnte, ein Angebot gemacht: 10 Jahre treuer Dienst für

Imperator Mengsk oder 50 Jahre Schwerstarbeit im Gefängnis. Die Antwort:

„Muss ich mir die Dreads abschneiden?“

Ja, das musste er. Danach ging es ins Ausbildungslager. Einige Stim- und Steroidbehandlungen später

kämpfte er dann an den Fronten des Brutkriegs, 25 Kilo schwerer und das Poker-Ass der Rho-Staffel. Da

kriminelle Rekruten keinen Urlaub bekamen, konnte er nur durch Spielen und Scotty Bolger's

einigermaßen abschalten.

Er vermisste die Tage auf dem Meer. Er vermisste es, die riesigen dunkelgrauen Wogen zu

durchschneiden und sich vom Ionenantrieb des Boards immer höher tragen zu lassen. Und seine Dreads

... Er vermisste, wie sie vom Wind nach hinten geweht wurden. Um das so gut wie möglich zu

kompensieren, bewahrte er ein Stück Surfbrettwachs von Mr. Snorggs in seiner Kiste auf und roch in

seiner freien Zeit daran, wobei es ihm egal war, wie sehr Virgil, Birch oder die anderen ihn verspotteten.

Er wusste, dass die zehn Jahre im Flug vergehen würden, wenn er es schaffte, dranzubleiben und zu

überleben. Dann würde er wieder hoch auf den winterlichen Wellen von Santori reiten.

Die Zerglinge erwischten Dave in der Kaserne, nachdem es eine Fehlfunktion des Sensorturms gegeben

und eine Gruppe der Monster die Basis auf Seti angegriffen hatte. Dave war so betrunken, dass er den

Alarm und die Geräusche der Überschallstacheln nicht hörte. Er schlief auch dann noch, als die

Außerirdischen die Tore aufbrachen und in die Kaserne strömten. Er schlief, bis einer von ihnen auf

seinen Körper sprang und das Bett durchschüttelte.

Als er mitten im Delirium erwachte, blickte er dem personifizierten Tod ins Auge, einem Zergling mit

einem zum grimassenartigen Grinsen verzogenen offenen Maul. Er wachte gerade noch rechtzeitig auf,

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um den Schmerz der Klauen zu spüren, die sich immer und immer wieder in ihn rammten und seine

Gedärme wie seine seit Langem abgeschnittenen Dreads aus dem Bauch heraustreten ließen.

Virgil und Birch schafften es, den Zergling zu erledigen, während er noch auf Dave hockte. Vielleicht

würde das ein wenig Genugtuung bringen.

***

Virgil schaute sich die beiden kleinen Taschen an, in denen sich alles befand, womit er sein neues Leben

als Bauer, Vater oder auch beides beginnen würde. Seinen gesamten restlichen Besitz hatte er

weggeworfen. Er saß allein in der winzigen Wohnung und die Stille war unerträglich. Jedes Mal, wenn er

die Augen schloss, sah er Zerglinge, Hydralisken, Mutalisken und Nachrichtenmeldungen über Tod und

Gemetzel, aber hauptsächlich Zerglinge – die sah man immer als Allererstes.

Er sprang auf und öffnete die Augen, als sie in die Wohnung kam. Tränen liefen wie lange durchsichtige

Venen über ihr Gesicht und sie putzte sich mit dem Ärmel ihres Hemds die Nase. „Irgendwie süß“,

dachte er.

„Oh, Ru. Alles in Ordnung?“

„Der Abschied ist einfach schwer ... Einfach nur schwer.“ Er stand auf, legte seine Arme um Rufi und sie

lächelte. „Papa hat gesagt, dass er uns vielleicht besuchen kann, wenn sich alles ein bisschen gelegt hat.

Vielleicht in ein oder zwei Jahren. Wahrscheinlich kann er mit falscher Identität reisen. Ich ... Ich werde

ihn wiedersehen.“

„Hast du die Ausweise?“

Sie riss sich los, nickte und wühlte in ihrer übergroßen Handtasche. Sie zog zwei Holokarten-

Digitalausweise heraus, die auf Shiloh verwendet wurden, und gab ihm einen. Virgil drückte den

winzigen Knopf und die dünne Karte erzeugte eine Holoprojektion. Das Gesicht stimmte, sein Name

jedoch nicht. Sein holografischer Kopf drehte sich in 3D-Ansicht, während daneben seine persönlichen

Daten angezeigt wurden. Durch das Bild hindurch beobachtete Rufi seine Reaktion, biss sich auf die

Unterlippe und fragte sich, wie er wohl reagieren würde.

„Derek Dayton?“, sagte er schließlich. „Das hört sich ja an wie aus einem Superheldenfilm.“

„Tja, ich heiße Jossie Thomas ... Ist auch nicht sonderlich schön ... Außerdem habe ich bioplasmische

Studien betrieben. Gerade ich!“ Sie drückte auf ihren Ausweis und eine holografische Darstellung ihres

Kopfes erschien. „Mein Shuttle geht in einer Stunde. Deins in zwei. Papa hat das so arrangiert, damit wir

keinen Verdacht erregen. Er hat gesagt, wir sollten vor der Ankunft nicht den Eindruck erwecken, dass

wir uns schon kennen, und uns erst dort treffen ... Vielleicht am Raumhafen ... Wir müssen so tun, als

wäre es das erste Mal.“

„Dann muss ich mich jetzt aber ziemlich verstellen.“

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„Kann ich mir vorstellen ... Ich muss los, Virgil.“ Ihr glockenartiges Lachen war zurückgekehrt. „Ich meine

‚Derek‘.“

„Ach, Jossie.“ Er küsste sie auf die Stirn, wie er es immer tat. „Ich liebe dich. Das weißt du.“

„Ja, das weiß ich.“ Sie küsste ihn lang und sanft auf die Lippen. Aber das Wichtigste war, dass sich ihre

Körper berührten. Das Wichtigste war ihre Nähe. Nach einer gefühlten Ewigkeit ließ sie ihn los. „Du

fliegst mit Shuttle 3801. Komm nicht zu spät! Aufgrund der Bedrohung durch die Zerg haben sie die

Sicherheit erhöht.“

„Was würde ich nur ohne dich tun?“ Er grinste.

„Frag mich nicht.“ Sie lachte. „Wir sehen uns dann.“

Danach verließ sie ihre kleine Wohnung und ihr altes Leben für immer.

Virgil setzte sich wieder hin und blieb regungslos sitzen. Eine Stunde lang starrte er die schmutzige

Wand an und sein Kopf war seit langer Zeit wieder vollkommen leer. Danach stand er auf, nahm seine

Taschen und ging zur Tür. Doch etwas ließ ihn innehalten. Etwas fehlte. Er stellte die Taschen wieder hin

und schaute sich die leere Wohnung an. Das Gefühl der Verbindung ihrer beiden Leben war

verschwunden. Es gab nur noch einen trostlosen Ort, die karge Landschaft des Vergangenen.

Bevor er ging, entschied er sich, noch einmal alles durchzusehen, um auch ja nichts zu vergessen.

Beim Betreten des Schlafzimmers fiel er ihm sofort ins Auge. Dort, auf dem Nachttisch, lag der

Zerglingzahn. Er nahm ihn in die Hand und strich mit seinem Finger über die gezackte Kante. Der Zahn

war immer noch so scharf, dass er gar nicht spürte, wie er sich daran schnitt. Erst als er das an seinem

Arm herunterlaufende Blut sah, bemerkte er die kleine Wunde.

Die Zerglinge erwischten Birch, als sie die Basis der Terraner auf Urona Sigma überrannten. Wieder

einmal hatten die Evakuierungslandefrachter Verspätung.

***

Birch war früher mal als Schüler der Mittelstufe in Shiloh ein richtiger Demolition-Star gewesen, ein

schmieriger Autonarr, der sonst nicht viel gekannt hatte. Demolition war ein besonders brutaler Sport,

den die Eltern immer erfolglos versuchten, in den Schulen verbieten zu lassen. Ähnlich wie die

Demolition-Derby-Fahrer auf der alten Erde bauten auch die Demolition-Jockeys ihre Fahrzeuge selbst

und ließen damit ihre Gegner „k.o. gehen“. Mit 190 km/h ging es über rutschigen, steinigen Schotter.

Der Wagen mit den meisten K.o.s, der am Ende noch fuhr, gewann das Rennen. Jedes Jahr kamen

unzählige Männer (und gelegentlich auch Frauen) mit schweren Verbrennungen, Brüchen und

Blutergüssen ins Krankenhaus. Einige starben. Und Birch war der Beste. Mit Abstand. Nur dafür lebte er.

Nach der Schule versank er förmlich im Motor irgendeines Autos, das er gerade baute, und konnte es

kaum erwarten, wieder die Arena zu betreten. In der Mittelstufe hielt er den Rekord über die meisten

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K.o.s und war noch nie wegen einer Verletzung ins Krankenhaus gekommen. Zu dieser Zeit war er in

seinem Ort so etwas wie eine Legende.

Nach seinem Schulabschluss kam die Depression. Ruhm, Lob und der wöchentliche Adrenalinkick aus

der Zeit der Mittelstufe waren verschwunden. Da er nie sonderlich gute Noten geschrieben hatte, bot

der Beruf des Fahrzeugmechanikers ihm die Möglichkeit, das zu tun, was er gut konnte. Nachdem er

zwei Jahre an Wagen, Transportern und Adlern herumgebastelt hatte, waren alle Cheerleader, die sich

noch an seine Blütezeit erinnerten, auf andere Welten gezogen oder hatten neue Leben begonnen. Für

die neue Generation der Motorfreaks schienen Birchs Rekorde nicht mehr unerreichbar und seine

gelegentlichen Rennen nach Abschluss der Schule riefen bei ihnen keine große Begeisterung mehr

hervor. Irgendwann war sein bescheidener Ruhm schließlich nur noch eine verblassende Erinnerung.

Die Demolition-Untergrundligen wurden von der Mafia veranstaltet. Jeder wusste das. Jeder wusste,

dass dabei Absprachen getroffen wurden und man Ansehen oder Geld verlieren konnte. So sehr Birch

den Kick auch vermisste, das Aufheulen der Motoren, die Vibrationen der unbequemen Sitze, die er aus

Kostengründen verwendet hatte, sein Herzklopfen, wenn er versehentlich direkt auf einen Gegner

zugerast war – seinen Rekord wollte er sich von irgendwelchen Unterweltbossen, für die er ab und zu

verlieren müsste, nicht kaputt machen lassen. Birch war stolz auf das, was er gut konnte, und wollte es

unter keinen Umständen hergeben.

Doch der Kick fehlte ihm. Er vermisste es, in Aktion zu sein und nicht zu wissen, ob im nächsten Moment

nicht die Hölle über ihn hereinbrechen würde, wenn er die Konzentration verliert. Diese Art von

Konzentration inmitten heftiger Kämpfe hatte ihn mit Leben erfüllt. Ohne sie fühlte er sich tot,

überflüssig und so, als wäre er nicht mehr er selbst. Dann sah er eine Holoanzeige des Space-Marine-

Korps der Liga. Nachdem er die mit Imperator Mengsks aufstachelnder Stimme unterlegten Bilder von

aus Gaußgewehren schießenden und mit Neostahl gepanzerten Space-Marines gesehen hatte, schien

die Idee, Shiloh zu verlassen und sich dem Korps anzuschließen, gar nicht mehr so unattraktiv. Es gab

eine Bedrohung im Universum, gegen die er vielleicht angehen konnte.

Einige Tage später befand er sich im Ausbildungslager auf Turaxis II. Ursprünglich war er aufgrund seiner

Vergangenheit davon ausgegangen, als Adler- oder Panzerpilot zu dienen, die das Korps allerdings nicht

suchte. Gebraucht wurden Frontsoldaten niedriger Ränge – Kanonenfutter.

Virgil Caine und Birch verstanden sich sofort blendend. Caine fand einen loyalen Partner, der seine

Befehle ausführte, und Birch fand zum ersten Mal seit seinen Tagen als Demolition-Fahrer einen

wirklichen Freund. Bis spät in die Nacht unterhielten sie sich bei Unmengen von Scotty Bolger's über

Dinge, die nur das Gefecht aus Männern hervorlockte. Caine öffnete sich dem jungen Soldaten und

erzählte ihm, dass er davon ausging, nie eine Frau zu finden, die ihn lieben würde, dass er zu sehr dem

Korps verbunden war und Frauen so etwas intuitiv spüren könnten. Birch tat sein Bestes, um ihm diese

Vorstellung auszutreiben, allerdings erkannten beide, dass eine gewisse Wahrheit darin lag. Birch sagte

Caine, dass er nie gedacht hätte, sein Erfolgsgefühl aus Schulzeiten noch einmal zu erleben. Davor hatte

er immer schreckliche Angst gehabt.

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Als die Zerglinge Birch erwischten, war die Basis bereits überrannt worden, und Mutalisken hatten die

meisten Gebäude durch ihr Bombardement in Schutt und Asche gelegt. Virgil und Birch rannten so

schnell sie in ihren CMC-Rüstungen konnten zum Abholpunkt. Laut Führungsstab waren die

Landefrachter schon unterwegs, um sie zu evakuieren. Aber der Führungsstab redete viel, wenn der Tag

lang war.

„Wo zum Teufel sind die verdammten Frachter?!!“, schrie Virgil in seine Komm-Einheit, als eine heftige

Explosion den Boden neben ihm aufriss.

„Da antwortet keiner“, sagte Birch, während er sich umdrehte und aufs Geratewohl losschoss. „Mein

Gott“, flüsterte er fassungslos. Nichts im Universum versetzt einen Mann mehr in Angst und Schrecken

als eine Armee aus Zerglingen, die in eine Anlage strömt. Es waren Hunderte, die angriffen, Männer

zerrissen und Gebäude dem Erdboden gleichmachten. Es war eine überwältigende Anzahl, wie ein

blassbraunes und lilafarbenes Meer aus Krallen, Klauen und Zähnen. Ein Schwarm gefühlloser Monster.

Birch schoss weiter.

„Feuer einstellen!“, befahl Virgil. „In Bewegung bleiben, Soldat. Du ziehst nur ihre Aufmerksamkeit auf

uns. Der Kampf ist verloren. Los! Los! Los!“

„Verdammt, Sergeant. Ich will diese Mistkerle erledigen.“

„Bleib in Bewegung!“

„Wozu denn? Wir werden nicht evakuiert, Virg. Keine Landefrachter zu sehen. Es gibt kein Entkommen.“

Das ist ein Befehl, Birch ... Ach, vergiss es. Tu es für mich – für deinen Freund. Nicht für deinen

Vorgesetzten!“ Mehr musste Virgil nicht sagen. Birch stellte das Feuer ein und rannte ohne lange zu

überlegen los.

Kurz darauf tauchten am Himmel zwei Landefrachter wie rote Fanale der Hoffnung auf.

„Sie kommen ... Ja, sie kommen.“

„Bewegung!“

Schon bald war ein Mutalisk den Terranerschiffen auf den Fersen. Die Landefrachter teilten sich auf.

Einer versuchte, den Mutalisken vom anderen loszureißen und abzuschütteln. Doch er folgte dem

Frachter, der in einem Bogen zum Abholpunkt flog, an dem Virgil und Birch mit den Armen winkten.

Die Luke des Frachters öffnete sich und eine Frauenstimme aus dem Innern schrie: „Kommt rein, Jungs!“

Genau in diesem Moment erklang ein pfeifendes Heulen am Himmel über ihnen. Aber das war kein Zerg

– es war der Klang des anderen Landefrachters, der sich brennend und außer Kontrolle geraten in

Spiralen auf sie zubewegte. Sofort hob das wartende Schiff ab, um nicht von der Explosion erwischt zu

werden. Virgil und Birch rannten in Deckung.

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BUUUUUMM!

Der Aufprall des Landefrachters ließ den Boden erzittern. Flammen schossen in langen Streifen hervor

und setzten den Abholpunkt in Brand. Hoch oben wendete das andere Schiff, um nach einem

geeigneten Winkel für die Evakuierung zu suchen.

Dann hörten sie es, dieses vertraute, schrecklich zwitschernde Geräusch. Um die einhundert oder

vielleicht sogar fünfhundert Zerglinge stürmten auf sie zu.

„Lauf, Sergeant ... Verdammt, Virg, lauf!“

„Birch, mir nach! Das ist ein Befehl."

Aber er befolgte ihn nicht. Stattdessen drehte er sich zu der Menge und drückte den Abzug so schnell er

konnte, bis die Horde ihn wie eine riesige Welle an der Küste so heftig traf, dass er stürzte und

niedergetrampelt wurde, bis nichts mehr von ihm übrig blieb. Einige Zerg blieben stehen, um seinen

Körper zu zerreißen, andere konzentrierten sich auf Virgil, der immer noch zum wartenden

Landefrachter lief.

„Schnell, Marine, schnell. Drehen Sie sich nicht um!“, schrie die Pilotin.

Virgil lief, obwohl er sich mit jeder Faser umdrehen wollte, um seinen Freund noch einmal zu sehen –

um zu sehen, dass er noch lebte. Er wusste, dass dieser Gedanke absurd war, aber er hoffte. Endlich

erreichte er den Landefrachter und sprang hinein.

Doch er war nicht allein! Ein Zergling sprang beim Start des Schiffs in die Luft, klammerte sich an das

Geländer und zog sich hoch, als die Luke geschlossen wurde.

„Schießen Sie! Das Ding klettert hier rein!“ Die Pilotin hatte schreckliche Angst und tat ihr Bestes, um das

Schiff aus der Kampfzone zu bringen. Noch mehr Angst machte ihr jedoch ein lebender Zerg in ihrer

Nähe. Zerglinge wirkten schon aus der Luft furchteinflößend, aber aus nächster Nähe waren sie ein

Albtraum.

Virgil drückte sich an das Metalchassis des Schiffs. Der Zergling hatte es ins Innere geschafft und

schleuderte sich mit unheimlicher Geschwindigkeit und ausgefahrenen Klauen in seine Richtung!

Auf solch eine kurze Distanz verwandelten die Überschallstacheln aus Virgils Gewehr den Kopf des

Zerglings sofort in einen herunterhängenden Klumpen aus blutigem Matsch und Zähnen. Doch der Zerg

hörte nicht auf. Die Kreatur kam immer noch auf ihn zu, rammte ihre Klaue durch die CMC-Rüstung

hindurch in Virgils Brust und zerriss sein Fleisch. Virgil schrie, als ihm die Waffe aus der Hand fiel. Der

Zergling starb, hatte jedoch noch genügend Bewusstsein, um seine Klaue für einen weiteren

Verzweiflungsschlag herauszuziehen.

In diesem Moment reagierte er und bekämpfte die Dunkelheit, die sich durch den Blutverlust bleischwer

über ihn legte. Beim zweiten Angriff stieß Virgil seine Faust in die Überreste des Gesichts seines

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Angreifers, zerschlug ihm die Zähne und stieß ihn zurück. Mit jedem Quäntchen verbleibender

Willenskraft warf sich Virgil nach vorn und schlug mit durch die CMC-Rüstung verstärkter Kraft immer

und immer wieder zu, bis die Kreatur sich nicht mehr bewegte. Danach fiel er auf die Seite und alles um

ihn herum wurde schwarz.

Das Letzte, an was er sich vor dem Aufwachen im Krankenhaus erinnern konnte, war ein zerbrochener

Zerglingzahn, den er fest mit seiner Hand umklammert hatte.

Birch war tot. Die Rho-Staffel war während des Angriffs auf die Basis ausgelöscht worden. Es gab nur

noch Virgil.

***

Nachdem er seine Hand verbunden hatte, hing Virgil sich den Zahn um und ging zur Haustür. Er wusste,

dass er ihn hätte dort lassen sollen, dass kein Bauer auf Shiloh einen Zerglingzahn an einem Halsband

tragen würde, aber wegwerfen konnte er ihn einfach nicht. Er vergewisserte sich, dass das Band unter

seinem Hemdkragen hing, damit es niemand sehen konnte. Aber er wusste, dass es da war.

Die Straßen waren voll von in Panik geratenen Bürgern, die fliehen wollten. Auf einem 20 Meter hohen

Holobildschirm wurden Ereignisse aus dem gesamten System übertragen. Grafiken zeigten an, wie die

interplanetaren Angriffe des Schwarms sich von Welt zu Welt ausbreiteten. Virgil versuchte, nicht

hinzusehen und seinen Blick konzentriert nach vorne zu richten.

Als er um die Ecke bog, sah er eine Gruppe von Männern und Frauen, die dicht gedrängt vor einer

Rekrutierungsstelle der Liga standen. Es gab zwei Schlangen: eine für NEUE REKRUTEN, die andere für

WIEDEREINBERUFENE SOLDATEN. Es war Krieg und die Menschen traten in die Armee ein.

Virgil ging schneller und versuchte, nicht zu den Frauen und Männern hinüberzusehen, die sich

meldeten, um ihre Pflicht zu tun.

Er erreichte die Transporter-Haltestelle und setzte sich auf die Bank, um auf die nächste Fahrt zum

Kurtz-Raumhafen zu warten. Laut Anzeige sollte der Bus in Kürze eintreffen.

Auf der gegenüberliegenden Seite konnte er auf einem der Monitore eine UNN-Sendung verfolgen.

Imperator Mengsk stand an einem Podium neben dem legendären Kommandanten General Warfield. In

einem Nachrichtenticker liefen am unteren Bildschirmrand die steigenden Todeszahlen durch.

Als er schweigend auf der Bank saß, war sich Virgil sicher, dass er das Zwitschern hörte. Er hätte

schwören können, das hohe Kreischen eines Zerglings sowie Geschützfeuer und eine Explosion gehört zu

haben. Er schloss die Augen und sah, wie hundert Zerglinge mit kratzenden Klauen auf ihn zustürmten –

wie bei Birch, Dave, Irmscher und so vielen gefallenen Kameraden. All das spielte sich in seinem Kopf ab.

Und es würde niemals aufhören. Es gab kein Entkommen. Als er die Augen öffnete, wurde es ihm

bewusst.

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Mit einem lauten Quietschen kam der Transporter einen Meter über dem Boden schwebend um die

Ecke. Virgil spürte die Wärme der Motoren auf seinem Gesicht. Er blickte hoch. Der Fahrer öffnete die

Tür, um ihn hineinzulassen. Doch Virgil saß einfach da und hörte dem Surren der Maschine zu. Es

erinnerte ihn an das Geräusch eines in die Kampfzone fahrenden Adler-Motorrads.

„He, Kumpel, willst du da den ganzen Tag rumsitzen oder steigst du ein?“

Virgil starrte den Mann einen langen Moment lang an. Schließlich stand er auf. „Nein ... Tut mir leid ...

Ich hab mich ... Ich hab mich nur ausgeruht.“

„Dann hau ab, Kollege! Ruh dich auf einer Bank aus, die nicht an einer Transporter-Haltestelle steht ...

Idiot!“ Der Fahrer gab Gas.

Virgil ging die Straße zurück.

Als er in die Nähe der Rekrutierungsstelle der Liga kam, blieb er bei einem Mülleimer stehen und holte

den gefälschten Digi-Ausweis aus der Tasche. Er war der Schlüssel zu einem anderen Leben, das rein gar

nichts mit Zerglingen und Kämpfen zu tun hatte. Einen Moment lang tauchten Bilder von Rufi und ihm

vor seinem geistigen Auge auf. Sie bestellten Land auf Shiloh und kleine Kinder liefen kichernd hinter

ihnen her. Ihr Lachen hatte den gleichen melodischen Klang wie das ihrer Mutter. Es war die Vorstellung

eines Lebens, wie es hätte sein können. Eines Lebens, das einem Sergeant der Space-Marines fremd

war.

Er warf den falschen Ausweis in den Mülleimer, griff unter seinen Kragen und zog den abgebrochenen

Zerglingzahn voller Stolz unter dem Stoff hervor. Alle sollten sein Ehrenabzeichen und seine

Lieblingsmedaille sehen.

Kurz darauf stand Virgil mit anderen altgedienten Space-Marines in der Schlange vor der

Rekrutierungsstelle. Es waren Männer, die den Zerg ins Auge geblickt hatten, die verstanden, was er

gesehen und durchgemacht hatte und wussten, wie sehr dies einen Menschen verändert.

Ende

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