Presseinfo - steinle contemporary

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Kurfürstenstrasse 29 | 80801 München | T + 49 89 28 78 80 80 | galerie@steinle-contemporary.de Videolounge 2010 | Intriguing Pictures Das für die Videolounge gewählte Display integriert die Einzelpräsentation von acht KünstlerInnen mit je zwei Arbeiten zu einer einheitlichen Gesamtpräsentation. Ununterbrochen laufen sechzehn Videoarbeiten in Loops. Die Präsentationssituation reagiert auf das kuratorische Konzept, intensive Bildwelten vorzustellen: Intriguing Pictures. Die themenorientierten Situationen sind minimal und zeitbasierend gehalten, um eine maximale Konzentration auf die Inhaltlichkeit der einzelnen Arbeiten zu gewährleisten. Die manifesten Inhalte der hier gebotenen Bildlichkeiten lassen sich schnell erfassen und kommunizieren. Deren latenter Inhalt erschließt sich erst dann, wenn man sich auf die konkreten Situationen emotional einlässt. Dort angekommen werden sensitive Gehalte gewichtiger, abstrakte Strukturen unschärfer, Sinn ungreifbarer und Zeit in Richtung auf ein Szenario der Leere hin entlinearisiert. Verwirrt-Sein wird als ein intensiver Zustand im Repertoire menschlicher Zustände erfahrbar. Er kann als Impuls verstanden werden, sich selbst im Umgang mit grundsätzlichen Problemstellungen selbst- und welterforschend zu erproben und die gleichermaßen verstörenden wie befreienden Erfahrungen in assotiative Plots zu übersetzen. Diese Plots dienen dazu in kleiner Form großen Themen und Fragen nachzugehen. Der von Microsoft mitgelieferte Bildschirmschoner einer saftigen Wiesenlandschaft mit strahlendem Himmel ist fest im kollektiven Bildgedächtnis verankert. In Anina Brisollas (*1976 / Hamburg, lebt und arbeitet in Berlin) Arbeit „Gottes Kante“ (2008/09) wird er unweigerlich identifiziert. Im Standard jedoch kommt nicht vor, dass sich diese Landschaft innerhalb eines simulierten Tagesablaufs verändert und schließlich in zwei aneinander grenzende blau und grüne Farbflächen übergeht, bevor diese sich in überdimensionierte Pixel zersetzt. (Wetter-)Katastrophen gelangen als dramaturgisch aufbereitete Bilder in Zonen der Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Sie demonstrieren eine Klarsicht mit Fokus auf Geschehnisse, die als vordergründig und effektorientiert bezeichnet werden kann. Diesen Mechanismen vereinfachender Auseinandersetzung setzt Brisolla in „Amok“ (2009) eine, in Pastelltönen gehaltene Sequenz entgegen, die von einem comicartigen Wesen durchquert wird, dessen Kopf Nebelschwaden nicht entkommen kann, während im Hintergrund Katastrophenbilder durch den tonigen Schleier hindurchschimmern. Es gibt keine zuverlässigen Berichte darüber, in welchem Verhältnis Robert Allen Zimmerman (*1941) alias Bob Dylan) und Daniel Permanetter (*1977 / Starnberg – lebt und arbeitet in München) zueinander stehen. In den Videoarbeiten (u.a. „My 115th Dream“, 2008 und „The Beauty Parlor“, 2010) treffen sie immer wieder in kurzen, alltäglichen Settings aufeinander: Im Bus, im Kino, ohne einander auf glaubwürdige Weise näherzukommen. Was sie miteinander verbindet ist etwas zutiefst Menschliches. Die Unmöglichkeit, davon abzulassen, eigene Beobachtungen zu formulieren und sich über das Erzählen von Geschichten mit den großen, letztlich unbeantwortbaren Fragen nach Leben, Liebe, Schönheit und dem Tod zu beschäftigen. Unerschöpfliche Themen, zu denen Bob Dylan sich fast ausnahmslos mindestens einmal auf pointierte Weise geäußert hat. Anna Jermolaewa (*1970 / St. Petersburg – lebt und arbeitet in Wien) greift erst zur Kamera, wenn sich im Kopf geklärt hat, was vor der Kamera stattfinden soll. Eine Nachvertonung kommt für sie konzeptuell nicht in Frage. Die Videoarbeit ist mit der Sequenz identisch, Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 12-18 Uhr, Samstag 12-15 Uhr, oder nach Vereinbarung. An Feiertagen, während der Schulferien oder zu Messezeiten nur nach Vereinbarung.

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