Trier und Luxemburg - Birseck Magazin

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Trier und Luxemburg - Birseck Magazin

nah & fern

Wo das alte Rom und

das moderne Europa

Feste feiern:

Trier: Kaisertherme

Trier und Luxemburg

Trier – die älteste Stadt Deutschlands – und

Luxemburg – zusammen mit Brüssel Standort von

vielen europäischen Institutionen – liegen knapp

60 Kilometer voneinander entfernt. Ihre Entwicklung

und Geschichte ist allerdings etwas unterschiedlich.

Text: Werner Thüring

Fotos: Luxembourg City Tourist Office, TIT/Jacobs und SADE, Werner Thüring

Die eine war ein Mittelpunkt im antiken

römischen Reich nördlich der Alpen, die

andere ist ein Mittelpunkt im modernen

europäischen Staatenverbund EU: Trier

und Luxemburg, zwei Städte mit um die

80 0000 bis100 000 Einwohnern. Im Dreieck

der Ausläufer der Ardennen, der Eifel

und des Hunsrücks, abseits der grossen

Routen, vereinigen sich die Flüsse Mosel,

Saar und Sauer. Die Gegend im Dreiländereck

Deutschland, Luxemburg, Frankreich

wird dominiert von Flussläufen, Tälern,

Auen und Hügelzügen. Die grossen Handelszentren

sind weit entfernt und deshalb

geht es hier auch etwas beschaulicher

zu und her. In Trier scheint die Hektik

in die Ferien verreist zu sein und auch die

Luxemburger handeln gerne wohlüberlegt

und keinesfalls überstürzt.

© BirseckMagazin, Herbst 2006, Seite 26

Moselfränkische Verständigung

Die Region ist in Bezug auf Sprache und

Verständigung mit dem Dreiländereck am

Rheinknie vergleichbar. Ist es hier der alemannische

Dialekt, der hüben wie drüben

beheimatet ist, verständigt man sich am

oberen Mosellauf auf moselfränkisch – ein

germanischer Dialekt mit deutschen, flämischen

und französischen Einflüssen.

Hier wie dort wird, gefördert durch die

massive Einwanderungswelle, der ursprüngliche

Dialekt immer mehr in den Hintergrund

gedrängt. Ein multikulturelles Sprachgewirr

beherrscht das Leben. Zum Glück

gedeihen an den Hängen von Mosel und

Saar Weinreben. Der Genuss der lieblichen

Weine und Sektkelterungen hat schon

über manches Sprachhemmnis hinweg

zur besseren Verständigung beigetragen.

Luxemburg: Festung mit Kasematten

Trier: Kurfürstliches Palais mit Basilika (römische Palastaula)


Europäisches Viertel

Ursprünglich lagen auf dem Plateau gegenüber

der Luxemburger Altstadt nur das

kleine Dorf Kirchberg und ein weitläufiges

landwirtschaftliches Gebiet. Wer heute auf

der «Roten Brücke» die tiefgelegene Alzette

überquert, kommt in ein Quartier mit

unzähligen modernen Hochbauten und

einem Netz von neu angelegten Strassen.

Neben Brüssel wurde Luxemburg als

Standort vieler europäischer Institutionen

bestimmt: Aus Platzmangel in der Stadt

hat man in den sechziger Jahren des letzten

Jahrhunderts die ersten Gebäude der

Europäischen Union auf dem Kirchberg

erstellt. Nach und nach entstanden Verwaltungs-

und Repräsentationsgebäude,

durchsetzt mit Hotels, Banken, anderen

Dienstleistungsbetrieben und öffentlichen

Anlagen. Die Lage ist ideal, sowohl die Altstadt

für Shopping und Vergnügen, als

auch der Flughafen Luxemburg für die internationalen

Anbindungen liegen nicht

weit davon entfernt. Heute präsentiert

sich das «Europäische Viertel» als ein

Sammelsurium von architektonischen

Verwirklichungen mit mehr oder weniger

gut gelungenen Werken: Architektur und

Kunst im öffentlichen Raum. Besonders

erwähnenswert ist die im Jahr 2005 eröffnete

Philharmonie. Ihre Architektur wirkt

äusserlich wie ein auf Stelzen erbauter

ovaler Teller, der sich scheinbar schwebend

gegen die fast erdrückende Übere

Trier – zweites Rom

«Ubi bene – ibi patria… – wo es einem gut

geht, da ist das Vaterland», sagten einst

die Römer. Dies traf sicherlich auch auf die

Gegend an der Mosel zu, denn die ersten

fünf Jahrhunderte nach Christi Geburt beherrschten

die Römer das Land am Oberlauf

des Flusses und prägten dauerhaft

Sitten, Rechtsnormen und Wirtschaft. So

wurde das heutige Trier – damals Augusta

Treverorum – Hauptstadt des Weströmischen

Reiches und Residenz des Kaisers.

Im Jahre 16 vor Christus wurde Trier gegründet

und gilt als die älteste Stadt

Deutschlands. Mit einem wahrhaft gigantischen

Bauwillen prägten die Römer das

Bild der Stadt, die bald auch als zweites

Rom bezeichnet wurde. Die meisten Bauten

aus dieser für Trier bedeutsamen Epoche

sind heute Bestandteil des UNESCO-

Weltkulturerbes.

Das schwarze Tor

Das Wahrzeichen der Stadt präsentiert

sich als kolossales, schwarzes Tor: die

Porta Nigra. Dieser Wehr- und zugleich Repräsentationsbau

zählt zu den besterhaltenen

Stadttoren der antiken Welt. Auch

der gigantische Dom besteht zu grossen

Teilen aus römischen Mauerwerken, den

Resten eines Vorgängerbaus. Der Versammlungs-

und Repräsentationsbau von

Kaiser Konstantin, die Palastaula, dient

heute als evangelische Kirche. Dabei handelt

es sich um den weltweit grössten Einzelraum,

der aus der Antike erhalten blieb.

Die Kaiserthermen, ein prachtvoller Badepalast,

gehörten einst zu den grössten Thermen

des römischen Reiches. Die Römer

haben in Trier viele Spuren hinterlassen.

Wo in der Stadt gegraben wird, stösst man

auf Zeugen des römischen Reiches, was

die moderne Entwicklung der Stadt oft

auch etwas erschwert. Trotzdem hat man

das Gefühl, die Mischung aus Alt und Neu

feiert in Trier eine glückliche Ehe.

Das pulsierende Herz von Trier ist der

Hauptmarkt. Mit seinem bedeutungsvollen

Ensemble historischer Bauten aus

dem Mittelalter gehört er zu einem der

schönsten Marktplätze Deutschlands. Um

den Petrusbrunnen und das historische

Marktkreuz herrscht wochentags reges

Markttreiben. Während der Dauer des

Weihnachtsmarktes verwandeln sich der

Hauptmarkt und der Domfreihof in ein

romantisches Budendorf, das an den

Adventswochenenden zum Treffpunkt

der ganzen Region wird.

Luxemburg – kleines Grossherzogtum

Multikulturell und modern präsentiert sich

Luxemburg dem Besucher. Fast die Hälfte

der Bewohner der Hauptstadt des Grossherzogtums

sind Ausländer. Entsprechend

herrscht ein weltoffenes Flair. Das war

nicht immer so. Beeindruckend ist die

Stadt Luxemburg auf die Felsen über

den tiefen Taleinschnitten der Flüsschen

Alzette und Petruss erbaut. Diese topografisch

einmalige Lage machte sich der

Ardenner Graf Siegfried auf dem Bockfelsen

zunutze und errichtete seine erste

Burg: die «Lëtzeburg». So heissen die Stadt

und der Staat heute noch in ihrem einheimischen

Dialekt. Mit immer neuen

Befestigungen und Bastionen wurde die

ursprüngliche Burg umgeben. Die weitläufigen

Festungen, welche zu einem

grossen Teil in die Felsen gebaut wurden

(Kasematten), hatten eine Ausdehnung

von 180 Hektaren. Zu dieser Zeit galt Luxemburg

als uneinnehmbares «Gibraltar

des Nordens», in dem man lieber unter

sich bleiben wollte.

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses

wird Luxemburg 1815 zum souveränen

Grossherzogtum. Seit 1890 wird der

Kleinstaat mit seinen 455 000 Einwohnern

von der Familiendynastie aus dem Haus

Nassau-Weilburg geführt. Das grossherzogliche

Palais in der Altstadt dient

dem in der sechsten Generation amtierenden

Grossherzog Henri von Luxemburg als

Arbeitssitz und Residenz. Er und seine

Familie wohnen im Schloss Berg ausserhalb

der Stadt.

en

la) Luxemburg: Altstadt Seite Corniche Trier: Simeonstrasse mit Blick Richtung Hauptmarkt

© BirseckMagazin, Herbst 2006, Seite 27


nah & fern

Luxemburg: Philharmonie (Foto Jörg Heijkal)

Luxemburg: Mudam

macht der umliegenden Hochhäuser zu

wehren scheint. Innen bilden Flächen,

Kanten, Rundungen und Linien einen harmonischen

Rahmen für sanfte Lichteffekte.

Architektur- und Kunstliebhabern

kann ein ausgedehnter Rundgang durch

das Quartier und ein Besuch der Philharmonie

und des am 1. Juli 2006 eröffneten

«Musée d'Art Moderne Gran-Duc Jean»,

kurz «Mudam», empfohlen werden.

Banken, Radio und Kulturhauptstadt

Wie die Schweiz geniesst Luxemburg den

Ruf, ein Eldorado für Finanzdienstleister zu

sein. Im Bankenviertel und auf dem Kirchberg-Plateau

sind fast alle international

namhaften Geldinstitute mit einer Niederlassung

vertreten. Der Dienstleistungssektor

geniesst einen hohen Stellenwert.

Ein jeder kennt den Radio- und Fernsehsender

RTL. Nicht jeder weiss jedoch, dass

der Ursprung dieses grössten europäischen

Medienkonzerns von Luxemburg

aus ging: RTL (Radio Television Luxemburg).

Geradezu Kultstatus genossen in den 60erbis

80er-Jahren die Radiosendungen von

RTL aus Luxemburg. Moderatoren wie

Camillo Felgen, Frank Elstner, Dieter

Thomas Heck, Désirée Nosbusch und

Heinz Siebeneicher begannen ihre grossen

Karrieren bei RTL.

Ein Feuerwerk an Kulturveranstaltungen

wird Luxemburg im nächsten Jahr erleben.

Als Kulturhauptstadt Europas 2007 steht

die Stadt im Zentrum unzähliger Veranstaltungen

und Feiern. Ein Blick in das

Programm auf der Website ist zu empfehlen:

www.luxembourg2007.org !

Informationen für Besucher

Luxemburg

Luxembourg City Tourist Office

Telefon 00352 22 28 09

touristinfo@lcto.lu

www.lcto.lu

Trier

Tourist-Information Trier

Telefon 0049 651 97 80 80

info@tit.de

www.trier.de/tourismus

Hotel-Tipp: Park Plaza Trier ****Superior

Nikolaus-Koch-Platz 1, D-54290 Trier

Telefon 0049 651 999 30, www.parkplaza-trier.de

Kultur-Leserreise vom 9.–12. Dezember 2006

Trier & Luxemburg

Von unserer Redaktion begleitete

Leserreise nach Luxemburg

und Trier, mit historischen,

kulturellen, kulinarischen und

unterhaltsamen Höhepunkten.

• Bahnreise in 2. und 1. Klasse

mit reservierten Sitzplätzen

ab Basel nach Luxemburg und zurück.

• Busfahrt von Luxemburg via

Echternach nach Trier und zurück

via Saarburg nach Luxemburg.

• 3 Übernachtungen mit einem

reichhaltigen Frühstücksbuffet

im Erstklasshotel Park Plaza Trier.

• 1 geführte Stadtrundfahrt und

Stadtrundgang in Luxemburg und

2 geführte Stadtrundgänge in Trier

(Römisches Erbe und Dom).

• 1 leichtes Mittagessen in Luxemburg und

1 gediegenes, mehrgängiges Abendessen

in einem historischen Restaurant in Trier.

• Führung durch die neue Philharmonie

in Luxemburg-Kirchberg.

• Kultureller Anlass in Trier (Art und Termin

bei Drucklegung noch nicht bekannt).

• Genügend freie Zeit in Trier für Shopping,

individuelle Entdeckungen und

Besuch des Weihnachtsmarktes.

Pauschalpreis pro Person:

Fr. 850.– (Preis-/Programmänderungen vorbehalten)

Basis im Doppelzimmer.

Zuschläge für Einzelzimmer auf Anfrage.

Annullations-/SOS-Versicherung Fr. 39.–

(obligatorisch, wenn nicht schon vorhanden)

Anmeldung und Organisation:

BirsForum GmbH

Verlag BirseckMagazin

Dornacherstrasse 63b • 4147 Aesch

Anmeldeformular unter

www.birseckmagazin.ch (Leserveranstaltungen)

oder Anmeldung über

Telefon 061 753 05 03

Platzverfügbarkeit vorbehalten.

Beschränkte Platzzahl vorhanden.

© BirseckMagazin, Herbst 2006, Seite 28

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