Zu Gast im Warsteiner Land - Stadtmarketing Warstein

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Zu Gast im Warsteiner Land - Stadtmarketing Warstein

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Was unsere Besucher interessieren wird:

Warstein und seine 9 Stadtteile

Ein kurzer historischer Rückblick auf eine lebendige Wirtschaftsgeschichte der Stadt, geprägt von der Eisenindustrie

und ihren Folgebetrieben, die stets begleitet war vom qualitativ herausragenden Warsteiner Bier.

Der Stadtmarketingverband Warstein e.V., der diese Broschüre erstellt hat,

begrüßt Sie als Gast in unserer Region und möchte Ihnen mit diesem Heft

die Urlaubsregion Warstein näherbringen. Dazu gehören über hundert

Tipps zur Gestaltung eines Aufenthaltes und der Entdeckung der

Sehenswürdigkeiten. Aber auch der Ort selbst soll Ihnen hiermit kurz vorgestellt

werden. Sie können diese Broschüre mitnehmen und als Anleitung

auf Spaziergängen, Fahrradtouren, Besichtigungen direkt einsetzen.

Die Gemeinde Warstein umfasst neun Ortsteile:

Warstein, Belecke, Hirschberg, Allagen, Suttrop, Mülheim, Sichtigvor,

Waldhausen und Niederbergheim. Die Stadt Warstein und ihre Ortsteile

verdanken ihre Entwicklung der ertragreichen Landwirtschaft, die einen

Bevölkerungszuwachs möglich machte, und den Vorkommen nutzbarer

Metallerze und der Holzkohle, ferner der Wasserkraft der nicht einfrierenden

Wäster und der Möhne. Auf der Basis dieser Grundvoraussetzungen

Nieder

bergheim

Allagen

Waldhausen

Sichtigvor

Hirschberg

entwickelten sich zahlreiche Handwerksbetriebe, die Industrie, Handel,

Braustätten, Kneipen und das dazugehörige Dienstleistungsgewerbe.

Schon seit der Antike sind im hiesigen Raum Metallgewinnung und

Metallverarbeitung anzutreffen. Der älteste Metallgegenstand des

Sauerlandes stammt aus der Warsteiner Bilsteinhöhle. Es ist ein kleiner

Kupferdolch aus der Glockenbecherkultur von ca. 2300 v. Chr..

Bis etwa 1700 wurde die Metallgewinnung und -verarbeitung in praktisch

allen Erzgebieten Europas vorwiegend im handwerklichen Umfang betrieben.

Einzelne Hütten auch in unserer Heimat bildeten ab etwa 1350 die

Ausnahme. Eine frühe Industrialisierung, besonders in der Eisen- und

Kupferverarbeitung, setzten im Sauerland und Siegerland ab 1700 ein und

sie begann damit rund 100 Jahre vor dem Ruhrgebiet, das später das

Zentrum der westfälischen Industrialisierung war. Die Montangeschichte

Warsteins steht hierbei exemplarisch für diese frühe Entwicklung.

Mülheim Belecke

Warstein

Suttrop


Zu Gast im Warsteiner Land

Inhaltsverzeichnis

Warstein-Tipps in der Übersicht:

Sehenswürdigkeiten, Essen, Übernachten 4

Stadtführungen 4

Übersichtsstadtplan 5

Besondere Sehenswürdigkeiten:

Der Warsteiner Lörmecketurm 6

Bilstein-Tropfsteinhöhle 7

Wildpark im Bilsteintal 8

Warsteiner Allwetterbad mit Saunalandschaft 9

Brauerei-Besucherzentrum „Unsere Warsteiner Welt“ 10

Die Sauerland-Waldroute 12

Freikletterparcours am Hillenberg 13

Der Himmelspol in Westendorf 13

Technisches Denkmal Stütings Mühle 14

Champions Trophy 15

Wanderung nach Körtlinghausen 15

Montgolfiade 16

Geologie, Astronomie, Geschichte:

Warsteiner Kalkstein 17

Entstehung des Warsteiner Riffkalks 18

Karst, Höhlen, Mineralien 20

Suttroper Diamantenpfad 22

Gesteinsarten der Umgebung 23

Suttroper Museums-Kalkofen 24

Montangeschichtsweg Warstein-Belecke 25

Möhnetalgeschichtsweg 28

Propsteimuseum Belecke 30

Baumlehrpfad im LWL-Park 31

Psychiatriemuseum des LWL 31

Astronomielehrpfad im LWL-Park 32

Themenstation Archaische Astronomie 34

Haus Kupferhammer, Museum 35

Erläuterte Spaziergänge

in Warstein Zentrum 36

Spazierrunden in Warstein 37

in Hirschberg 39

in Belecke 40

in Suttrop 42

im Park der LWL-Klinik 43

in Mülheim und Waldhausen 44

in Sichtigvor, Museumskettenschmiede 45

in Allagen, Haus Dassel mit Park 46

Hinweise auf Radtouren 47

Verantwortlicher Herausgeber:

Stadtmarketingverband Warstein e.V.

Geschäftsstelle: Haspeler Ring 39, 59581 Warstein

www.stadtmarketing-warstein.de,

Fotos: Bernhard Enste, Gerd Flaig, Karl Heinz Frieler,

Warsteiner Brauerei. © 2011

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Warstein-Tipps in kurzer Übersicht

Ausgewählte Sehenswürdigkeiten

1. Die Warsteiner Bilsteinhöhle mit über 400 m erschlossenen

Hallen und Gängen, voller schöner Tropfsteine ist einmaliges

Zeugnis einer 10.000-jährigen Kultur-Geschichte im hiesigen Raum.

Sonderprogramme möglich Tel. 02902 2731

2. Der Wildpark beherbergt 8 interessante Tierarten: Rotwild,

Luchs, Fuchs, Waschbär, Steinmarder, Sikawild, Damwild und

Schwarzwild. Der Eintritt ist kostenlos. Abenteuerspielplatz und

Grillhütte sind ideal für Familienausflüge. Tel. 02902 2731

3. Im Allwetterbad herrscht immer gutes Badewetter. Großzügige

Badelandschaft mit Ruhezonen, Cafeteria, Freiland- und Babybecken,

aber auch sportive 25m-Bahn und Sprungturm laden ein.

Ferner modernes, vielseitiges Saunarium. Tel. 02902 3511

4. Das Besucherzentrum UNSERE WARSTEINER WELT der Brauerei ist

mit einmaligen Medieninstallationen deutschlandweit eine große

Attraktion, in der Ihnen die herausragende Qualität des Warsteiner

Bieres präsentiert wird. Tel. 02902 88-5001

5. Der Astronomie-Lehrpfad und ein interessanter Baumlehrpfad im

wunderschönen Parkgelände der LWL-Klinik laden ein zu einem

Spaziergang mit anschließendem Cafeteria-Besuch. Anmeldung ist

nicht erforderlich; der Park ist immer offen zugänglich.

6. Der Diamantenpark ist ein geologischer Lehrpfad über 380 Mio.

Jahre Erdgeschichte. Besonderheit: „Suttroper Diamanten“.

Angrenzend ist das Gelände mit der Kalkofen-Rekonstruktion und

Ausstellungsraum. Gelegentliche Kalk-Brennvorführungen.

7. Im Stadtteil Belecke wird die Gattersäge an Stütings Mühle mit

Wasserkraft betrieben. Das Sakralmuseum in der Altstadt von

Belecke zeigt eine kostbare Sammlung sakraler Gegenstände,

Malereien und Schriften. Tel. 02902 75325

8. Die Kettenschmiede ist zusammen mit dem Eisenbahnmuseum

am Radwanderweg einen Ausflug wert. Ein Besuch in der Kirche St.

Margaretha lohnen zum Abschluss.

Verabredung nötig. Tel. 02925 3310

9. Das Museum Haus Dassel besteht aus einer alten Schulstube,

einem Sakralraum, einer kleinen Bibliothek und einem Raum mit

landwirtschaftlichen Geräten aus alter Zeit. Besuchstermine unter

Tel. 02925 800100.

10. Idyllisch gelegen ist auch die Niederbergheimer Mühle aus dem

endenden 18. Jh. Seit 1551 wird hier die Wasserkraft der Möhne

genutzt. Kunstgalerie im Gebäude Tel. 02925 4172. Landhausstil-

Accessoires nebenan in „Loagshof“. Tel. 02925 3903

11. Die Jagdstube Hirschberg gibt einen interessanten Einblick auf

die heimische Jagd. Historische Darstellung im alten Rathaus durch

Stadtmodelle, die Hirschberg nach dem Brand 1788 zeigen.

Tel. 02902 3904

12. Die Einrichtung eines Frei-Kletterparcours am Hillenberg ist bei

Drucklegung sehr weit vorangeschritten. Der Deutsche Alpenverein

erschließt hier bis 2011 mehrere Freikletter-Routen mit Schwierigkeitsgraden

von 2 bis 9+. Offen zugängliches Gelände.

13. Heimatmuseum Haus Kupferhammer. Wertvolles Inventar Mitte

19. Jh., Heimat- und Regionalgeschichte. Öffnungszeiten: Sa

14.30h bis 17.00h, So 10.30h bis 12.30h und 14.30h bis 17.00h,

Tel. (0 29 02) 30 55

14. Psychiatriemuseum der LWL-Klinik Warstein. Sorgfältig ausgewählte

und mühevoll aufbereitete Exponate zeugen von der 100jährigen

Geschichte der Psychiatrie in Warstein.

Öffnung: Di 10-12h, Mi 15-17h, Tel. 02902 821064

15. Die Warsteiner Montangeschichte wurde mit Hilfe vieler

Wissensträger und Dokumente zusammengetragen und auf dem

"Wanderweg der Montangeschichte" auf einem 8 km langen

Spazierweg entlang der historischen Orte dokumentiert.

16. Das Warsteiner Möhnetal gehört zu den malerischen und

geschichtsträchtigen Landstrichen des Sauerlandes. Die Geschichte

wird auf einem Lehrpfad von Belecke bis Niederbergheim entlang der

Kaiser-Route auf 19 Farbtafeln dargestellt.

17. An der höchsten Stelle des Arnsberger Waldes, auf dem Warsteiner

Kopf, steht der Lörmecke-Aussichtsturm, von dem man bei gutem

Wetter einen wunderschönen Panorama-Blick auf das Sauerland und

die Soester Börde genießen kann.

18. Die Heimatstube Hirschberg, am ehemaligen Freibad gelegen,

präsentiert die Hirschberger Stadtgeschichte in Bildern und

Urkunden. Ergänzend finden Film- und Vortragsabende statt.

Verabredung: Tel. (02902) 97780

Essen gehen � Lokale mit Biergarten oder Terrasse

Tel.-Vorwahl, wenn nicht erwähnt: 02902/...

E1 � Warsteiner Brauhaus mit Domschänke & Sudhaus /88-1308

E2 � Haus Welschenbeck, Belecke, in altem Schloss/Herrenhaus, /976533

E3 � Loagshof, Niedbhm., hausgem. Kuchen, gehob. Küche, Mi-So ab 14 h

E4 � Gasthof „Zur Rostigen Säge”, uriges Lokal am Waldrand, /58176

E5 � Hotel Lindenhof ***, gut frequent. Hotel, westfälische Küche, /97050

E6 � Hotel Hölter, an der B55, gute bürgerliche Küche, /2440

E7 Chinahouse, (Café Oberstadt), gute chinesische Küche, /700538

E8 � Alter Landtag, Warstein, gut bürgerliche Küche, /1850

E9 � Warsteiner Reichstag, „zünftig trinken, lecker essen“, /1241

E10 Gasthof Hoppe, Belecke, gut, reichlich, gemütlich, /9762-0

E11 Gasthof Inge, Belecke, ruhige Lage, solide und gut, /71447

E12 � Kemkers Bauernstübchen, Mülheim, frische deutsche Küche, 02925/2821

E13 � Hotel Püster, Allagen, internat. Küche, gut frequent. Hotel, 02925/97970

E14 � Hotel Niederbergheimer Hof, a.d. B516, westfälisch, solide, 02925/971830

E15 � Landgasthof Cramer, Hirschberg, westfäl. Flair, gute Küche, /988-0

E16 � Gasthof „Zum Hirsch”, Hirschberg, gut, reichlich, gemütlich, /3645

Warstein hat viele weitere Lokale mit gemütlicher Atmosphäre. Wir mussten uns

aus Platzgründen auf eine Auswahl beschränken.

Hotels (Lage im umseitigen Stadtplan siehe Nr.)

E5 Hotel Lindenhof ***, Warstein, Ottilienstraße, /97050

H1 WELCOME Gästehaus im Waldpark, Brauerei-Besucherzentrum /88-5001

E6 Hotel Hölter, Warstein, an der B55, /2440

E10 Gasthof Hoppe Hotel, Belecke, an der B55, /9762-0

E13 Landhotel Püster, Allagen, am Dasselpark, 02925/9797-0

E14 Hotel Niederbergheimer Hof, direkt an der Möhne, 02925/971830

E15 Haus Cramer Landhotel, Hirschberg, Ortskern, /988-0

H2 Kolpinghaus, Warstein, Hauptstraße 130, /2147

Camping

C1 VIP Besuchercamping, Brauerei-Besucherzentrum, Tel. 02902 88-5001

C2 Warsteiner Camperpark, Enkerbruch-Warstein, Tel. 02902 911 9116

C3 Campingplatz Wiggeshoff, Niederbergheim, Tel. 02925 1842

C4 Campingplatz Wannetal, Niederbergheim, Tel. 02925 2084

C5 Caravan-Stellplatz Warstein am Sportzentrum

C6 Caravan-Stellplatz Hirschberg an der Schützenhalle

Stadtführungen

für Einzelpersonen und Gruppen gibt es auf Vorbestellung in

Warstein: 02902-2109, Belecke: 02902 71132, Hirschberg: 02902 3904

Und dann gibt es noch: Kulturprogramm, Kegelbahnen, Tennishallen, Fitness-

Center, Sportzentrum mit Tartanbahn, Waldlehrpfade auch zum Joggen,

Fahrradverleih. Näheres hierzu im Rathaus - Bürgercenter, 02902 81-0

Anfahrtskizze Warstein und Umgebung


E14

10

E3

C3+4

8

C6

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E15

E16

E12

1+2

9

C5

3

E1

E8

E9

E13

E5

E6

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E4

H2

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E11

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Warstein-Stadtplan

Gesamtübersicht

und Einzel-Stadtteile

mit eingetragenen Zielen

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E2

5+14

H1

C1

E7

7

C2

E10

6

5


6

Der Warsteiner Lörmecke-Aussichtsturm

An der höchsten Stelle des Arnsberger Waldes, auf dem Warsteiner Kopf,

steht der Lörmecke-Aussichtsturm, von dem man bei gutem Wetter einen

wunderschönen Blick auf das Sauerland genießen kann. Der Turm und das

umgebende Gelände sind der Öffentlichkeit 24 Stunden an allen Tagen

zugänglich. (Siehe auch Titelbild der Broschüre)

Seine statischen Elemente bestehen aus über Kreuz geführten Rundhölzern,

in deren Inneren eine Stahlwendeltreppe nach oben zur Aussichtsplattform

führt. "Die außergewöhnliche Architektur des Turmes entspricht

im Ansatz der Bauform von Kühltürmen, präsentiert sich allerdings schlanker

und graziler. Sie wurde in Deutschland noch nie realisiert", berichtet

Michael Matysiak, Geschäftsführer des Naturparks Arnsberger Wald.

Mit einer Höhe von 35 Metern überragt der neue "Lörmecke-Turm" z. B.

den "Küppelturm" bei Freienohl um gute zehn Meter. Bei gutem Wetter ist

ein einzigartiger Panoramablick über das Hochsauerland bis zur Westfälischen

Bucht und dem Teutoburger-Wald garantiert. Es lohnt sich, die 204

Stufen bis zur obersten Ebene zu ersteigen. Der Turm ist eine Attraktion

an der neuen Sauerland-Waldroute.

Vom Parkplatz an der B55 (ausgeschildert) zwischen Warstein und Meschede

geht man 3 km über bequemen Wanderweg zum Turm. Das nahegelegene Lokal

Zum Stimmstamm“ wird demnächst neu eröffnet und lädt zu Rast und Imbiss ein.

Warstein - Belecke - Haarstrang (300mm gezoomt)


Inmitten des Wildparks liegen die Bilsteinhöhlen. Besichtigen Sie auf den

Spuren der Höhlenforscher dieses imposante unterirdische Labyrinth.

Während der 30minütigen Führung bei einer gleichbleibenden Temperatur

von acht Grad erfahren Sie alles über die jahrtausende alten

Tropfsteinformationen und die Entstehung der Stalagmiten und

Stalaktiten. Durch unterirdische Gänge werden Sie bequem und sicher

durch die Höhlen geleitet und so mit dem Zauber der Unterwelt bekannt

gemacht. Jahr für Jahr erforschen die Besucher das unterirdische

Labyrinth aus Stalagmiten, Stalaktiten und anderen phantasievollen

Gebilden, die den einzelnen Grotten ihre Namen verliehen haben und

durch den stetig tropfenden Kalkstein über tausende Jahre hinweg

Die Bilsteinhöhle

Sinterformen,

Höhlenbewohner und

Fundstücke von

2300 v. Chr. aus der

Bilsteinhöhle.

Ausstellung und

Erläuterung im

Bilsteinladen

geformt wurden. Ein besonderer Tipp für Höhlenfans: Auf Anfrage werden

Abenteuerführungen angeboten – eine Überraschung beispielsweise für

jeden Kindergeburtstag. Die Besucher werden mit Schutzhelm und

Grubenlampe ausgestattet und unter fachkundiger Leitung durch die dunkle

Höhle geführt. Für Gruppen- und Abenteuerführungen ist eine

Voranmeldung notwendig. Bitte buchen Sie direkt bei den Höhlenführern.

Planwagenfahrten zum Lörmecketurm in Kombination mit einer

Höhlenführung können ebenfalls bei den Höhlenführern gebucht werden;

ein guter Tipp für ein Halbtagesprogramm.

Telefon: 02902/2731

E-Mail: höhle@warstein.de.

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Wildpark und Rundwanderwege im Bilsteintal

Augen wie ein Luchs zu haben, wünscht sich jeder. Aber nur wenige Menschen

haben diese geschmeidigen Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum

beobachten können. Kaum zu glauben, aber Füchse können auch auf

Bäume klettern. Überzeugen Sie sich selbst. Sie wollen den Unterschied

zwischen Rot-, Dam- und Sikawild kennen lernen? Dann sollten Sie diese

Tiere einmal in aller Ruhe vergleichen.

Hier wird der Spaziergang zu einem besonderen Erlebnis: Auf einer Fläche

von 35 Hektar erstreckt sich der Warsteiner Wildpark. Dort können Sie die

Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erleben. Großzügig gestaltete Gehege

ermöglichen einen optimalen Blick. Erkennen Sie selbst, wie das

Zusammenspiel in einer Wildschweinrotte oder einem Damwildrudel funktioniert.

Im Wechselspiel der Jahreszeiten eröffnet sich ein interessanter

Einblick in das Leben der heimischen Tierarten: Frischlinge toben im

Frühjahr durch das Wildschweingehege, das Sikawild setzt im Sommer

seine Kälber und im Herbst ertönt weithin das schaurig-schöne

Brunftgeschrei des Rothirsches.

Ein Ausflugsziel ideal für Familien oder Schulklassen: Auf informativen

Schautafeln erfahren Sie mehr über die Bewohner des Wildparks Warstein

– und Sie können die meisten der Tiere auch mit vor Ort angebotenem

Futter locken. Sie sind neugierig geworden? Dann heißen wir Sie herzlich

willkommen. Der Warsteiner Wildpark ist ganzjährig geöffnet. Der Eintritt

ist frei. Hunde können an der Leine mitgeführt werden. In unmittelbarer

Nähe zu Wildpark und Tropfsteinhöhle gelegen, regt der Warsteiner

Walderlebnispfad dazu an, Näheres über die reizvolle Natur und deren öko-

systematische Bedeutung, die Geschichte sowie die Bewirtschaftung des

Stadtwaldes zu erfahren. Durch eine Kombination aus erklärenden Schautafeln,

Hinweisen auf Details des Ökosystems Wald und Demonstrationsobjekten

ist in sehr harmonischer Art und Weise eine Mischung aus

Lernen, Erkennen, Erleben und Erholen möglich. Gekennzeichnete Rundwanderwege,

Rastplätze (mit Grill- und Bolzplatz) und Schutzhütten

sowie ein Abenteuerspielplatz laden groß und klein zum Verweilen ein.

Route 1

Spuren alter Waldberufe Wanderzeit: ca. 1 Stunde. An Hand von naturgetreuen

Nachbildungen und Schautafeln werden viele Einblicke in die

Arbeitswelt früherer Jahrhunderte gegeben.

Route 2

Ökosystem Wald Wanderzeit: ca. 2 Stunden. Es sind oftmals kleine, aber

wichtige Details, die das Ökosystem Wald ausmachen und bereichern –

Details, die hier vorgestellt werden.

Route 3

Waldrand und Flur: Wanderzeit: ca. 1,5 Stunden. Wälder und Felder können

kaum gegensätzlicher sein, sind sie doch Lebensraum für sehr verschiedene

Tier- und Pflanzengesellschaften.

Route 4

Forstwirtschaft Wanderzeit: ca. 3,5 Stunden. Sie machen einen Exkurs in

die Grundlagen und Probleme der modernen Forstwirtschaft, eng orientiert

an den Abläufen der Natur.


Im Allwetterbad Warstein scheint für Wasserratten immer die Sonne. Ist

es draußen ungemütlich kalt, locken großzügige Badelandschaften, Sportbecken

und Ruheoasen. Bei schönem Wetter empfehlen sich das große

Erlebnisbecken und die angrenzenden Liegewiesen. Ob im Wasserspielgarten,

unter wohltuenden Wasserfällen oder bei einem Vitamintrunk an

der Poolbar, bei uns fühlen sich junge und alte Badegäste wohl.

Einrichtungen:

Sportvariobecken (250 qm) mit Nichtschwimmerbereich, 4 Schwimmbahnen,

1m-Sprungbrett, 3m-Sprungturm; Wassertiefe bis 3,50m;

Wassertemperatur 28°C; Wasserspielgarten (32 qm) mit Piratenboot,

Wasserrutsche, Regenfontaine und Wasserspeier; Wassertemperatur

31/32°C; Erlebnisbecken Innenbereich (102 qm) mit Wasserfall, Sprudelbänken,

Schwallmassage, Bodenbrodler, Lichtambiente mit Unterwasserscheinwerfern;

Wassertiefe bis 1,30 m; Wassertemperatur 31/32°C; das

Becken ist durch einen Schwimmkanal mit dem Außenbecken verbunden;

Erlebnisbecken Außenbereich (270 qm) mit 2 Schwimmbahnen;

Regenpyramide, Sprudelbänke, Strömungskanal und Wasserkaskade;

Wassertemperatur 31/32°C;

Allwetterbad Warstein

Einmal vom Alltag relaxen, neue Energie tanken und die Gesundheit erhalten. Denn Saunabaden ist

gesund, unterhaltsam und entspannend. Es stärkt Ihr Immunsystem durch schonende und aktivierende

Saunabäder und verschiedene Abkühlungen. Geniessen Sie unvergleichlich schöne Stunden, allein

oder zu zweit mit unserem Programmangebot:

* Aufgusserlebnis-Sauna (finnische Sauna)

* Spezialaufgüsse zum Verwöhnen

* Spazieren und sonnenbaden im Saunahof, Relaxen am Kaminfeuer

* Frauensaunatag

* Panoramasauna(kreislaufschonende Biosauna)

* Kneippsche Fuss-/Wechselbadstationen

* Stiller Ruheraum, Tauchbecken, Einzelduschkabinen

* Finnische Kota-Sauna

* Wellness Bistro mit Terrasse

* Solarium (Extrakosten)

* Naturkosmetik, Wellnessmassagen (vom Drittanbieter)

* Allwetterbad-Schwimmen (in Badekleidung)

Allwetterbad und Saunalandschaft

Lortzingstraße 1, 59581 Warstein

Tel.: (0 29 02) 35 11

Bistro / Cafe mit Gastronomieeinrichtung im Eingangsbereich für Besucher

in Straßenkleidung und einer Poolbar im Innenbereich für alle Badegäste.

Saunalandschaft im Allwetterbad

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Brauerei-Besucherzentrum „Unsere Warsteiner Welt“

"Unsere Warsteiner Welt" - hier werden Gäste zu Freunden

Willkommen an dem Ort, wo eines der besten Biere unserer Zeit

gebraut wird: in der Warsteiner Brauerei im Waldpark. Hier erleben

Sie live, wie die modernste Braustätte Europas arbeitet. Sie

tauchen in die Welt vollendeter Braukultur ein. Dabei bleiben Sie

nicht außen vor, sondern sind mittendrin, denn in Warstein lässt

man sich gerne beim Brauen über die Schulter schauen. Genießen

Sie einen unvergesslichen Tag.

Idyllisch gelegen im Langenbachtal vor den Toren der Stadt: die Warsteiner

Brauerei im Waldpark. Das Gelände umfasst eine Fläche von 580.000

Quadratmetern, das entspricht zirka 80 Fußballfeldern. In direkter

Nachbarschaft auf einer Anhöhe entstand "Unsere Warsteiner Welt". Schon

von weitem können Sie das Gebäudeensemble erkennen: das

Hauptgebäude, das architektonisch auffallende Multimedia-Theater, das

Gästehaus und die S'TEAMer Station.

Ihre Reise in die Geschichte der Braukunst beginnt im Welcome Center.

Hier können Sie sich in aller Ruhe bei einem Warsteiner Premium Verum

auf die bevorstehenden Erlebnisse einstimmen und in die Markenwelt eintauchen.

Von der gesamten Produktpalette bis hin zur Geschichte der

Warsteiner Werbung und des Warsteiner Sponsorings können Sie hier die

Faszination der Marke Warsteiner erleben. Im Begrüßungskino stimmt Sie

ein kurzer Film auf Ihre einstündige Reise durch die Brauerei ein. Und das

international: Denn das Besuchsprogramm im Erlebniscenter der

Warsteiner Brauerei wird mehrsprachig angeboten. Durch ein modernes

digitales Kopfhörersystem ist es möglich, die Tour auf deutsch, englisch

oder niederländisch zu erleben.

Mit dem S'TEAMer live dabei - die Reise ins Innere des Bieres

Spannende Exkursion:

Im Multimedia-Theater "Rotarium" erfahren Sie alles Wissenswerte über

die Geschichte der Braukunst. Dort beginnt Ihre Erlebnistour durch die

Brauerei in der S'TEAMer Station. Von dort startet der S'TEAMer bis zu sieben

Mal täglich zur Rundfahrt durch die Waldpark Brauerei. Steigen Sie ein

und machen Sie es sich bequem! Durch die großen Panorama-Fenster

haben Sie einen großartigen Blick auf alles, was geschieht. Und damit

Ihnen wirklich nichts entgeht, ist jeder Wagen mit zwei großen

Flachbildschirmen ausgestattet. Hier wird Ihnen "drinnen" alles erklärt,

was Sie"draußen" sehen - in Wort und Bild. Auf Ihrer Tour durch "Unsere

Warsteiner Welt" erleben Sie nun live, wie mit ausgewählten Zutaten das


Spitzen-Pilsener der Premium-Klasse entsteht: Warsteiner Premium Verum.

Die Waldpark Brauerei ist eine der modernsten Brauereien und von Anfang

an als Besucher-Brauerei konzipiert. Davon können Sie sich selbst überzeugen,

wenn der S'TEAMer an den einzelnen Stationen des Brauvorgangs vorbeifährt:

Maischepfanne, Läuterbottich, Würzepfanne, Whirlpool, Gärtank,

Lagertank, Filtration. Eine weitere Station auf der faszinierenden Fahrt sind

die hochmodernen Abfüllanlagen, an denen die Warsteiner Brauerei flexibel

alle Gebindeformen verarbeiten kann - von der Flasche bis zum Fass. Im

Versandzentrum können Sie sich ein Bild davon machen, mit welch ausgeklügelter

Logistik Warsteiner in alle Regionen Deutschlands und in über 60

Länder der Welt verschickt wird.

Nach der Erlebnistour haben Sie dann alle Zeit der Welt, sich eine

Belohnung zu gönnen: Besuchen Sie den Biergarten im Waldpark und

genießen Sie ein frisch gezapftes, kühles Warsteiner Premium Verum oder

eine unserer weiteren Bierspezialitäten im Welcome Center, im Gästehaus

oder unter freiem Himmel, je nach Wetterlage.

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Günstig von Warstein aus zu erreichen ist der Streckenabschnitt

Warstein der nahegelegenen Sauerland-Waldroute. Viele Sehenswürdigkeiten

befinden sich direkt am Wegrand der Route.

Sowohl der kleine Spaziergang über die Waldroute wird genauso zum wohltuenden

Erlebnis wie die Mehr-Tages-Tour über die Gesamtstrecke.

Durch ihre Vielfalt und Einzigartigkeit der Tier- und Pflanzenwelt sowie die

erlebnisreichen Pfade hat die Waldroute beste Chancen, eine der begehrtesten

Ausflugsziele der Region zu werden. Der Arnsberger Wald erfüllt alle

Anforderungen eines modernen Wanderweges und befriedigt die

anspruchsvolleren Bedürfnisse eines modernen Wandergastes, der das tiefe

Eintauchen in die Natur sucht, um sich für kurze Zeit aus der Zivilisation

auszuklinken. Dabei geht es nicht nur um vordergründige Entspannung,

sondern auch um ein Wiederfinden der eigenen Natur. Dementsprechend

groß ist das Potenzial der Strecke.

Um die „Natur“ zu entdecken, wird Ihnen im Anschluss an die Führung

durch die Warsteiner Bilsteinhöhlen eine einstündige Planwagenfahrt

durch den Warsteiner Wald angeboten.

Ein besondere Attraktion in der Nähe der Warsteiner Bilsteinhöhlen ist der

neu errichtete Lörmecke-Aussichtsturm, der auf der höchsten Erhebung im

Zentrum des Naturparks Arnsberger Wald auf Warsteiner Gebiet errichtet

wurde. Durch seine Höhe von 35 Meter ermöglicht er eine fantastische

Fernsicht. Rothaar- und Eggegebirge sowie das Nordhessische Bergland

sind bei günstiger Witterung gut zu sehen. In unmittelbarer Nähe des

Lörmecke–Turms bietet sich die Möglichkeit, für den Arnsberger Wald einzigartige

Hochmoore zu entdecken.

Das Wasser verbindet uns miteinander. Tropfsteinhöhlen und

Brauerhandwerk sind auf stets sauberes Wasser angewiesen. Entdecken Sie

unsere Warsteiner Bilsteinhöhlen, fahren Sie anschließend mit dem

Planwagen zum Besucherzentrum der Warsteiner Brauerei (Dauer eine

Stunde) und lassen Sie sich auf eine multimediale Reise durch die

Geschichte eines der besten Biere unserer Zeit entführen. Erleben Sie im

Themenpark die facettenreiche Geschichte und Gegenwart des Warsteiner

Bieres.

Führungen durch die Warsteiner Bilststeinhöhlen mit einer anschließende

Planwagenfahrt sind eine ideale Kombination für alle Gruppenreisenden,

Kegeltouren und Betriebsausflüge. Gerne stellen wir Ihnen auch ein individuelles

Programm zusammen.

Die Sauerland-Waldroute

Drei Varianten können gebucht werden:

1. Höhlenbesichtigung und eine einstündige Fahrt mit dem Planwagen

(gezogen von einem Traktor) durch den Warsteiner Wald. Dauer insgesamt

ca. 2 Stunden.

2. Höhlenbesichtigung und eine zweieinhalbstündige Fahrt mit Planwagen

(gezogen von einem Traktor) zum Lörmecke-Aussichtsturm und zurück.

Dauer insgesamt ca. 3,5 Stunden.

3. Höhlenbesichtigung mit anschließendem Transfer zum neuen

Besucherzentrum der Warsteiner Brauerei „Unsere Warsteiner Welt“. Gerne

holen wir sie auch am Besucherzentrum mit dem Planwagen ab, um

anschließend die Warsteiner Bilsteinhöhlen zu erkunden. (Die

Brauereibesichtigung ist im Preis nicht enthalten)

Alle Angebote für Gruppen ab 15 Personen, kleinere Gruppen auf Anfrage.

Klärung weiterer Fragen und die Buchung können Sie bei den

Höhlenführern der Bilsteinhöhle vornehmen:

Höhlenführer Telefon:02902/ 2731, Fax: 02902/ 69 83 15


Freikletter-Parcours am Hillenbergfelsen

Kletterdemonstration während der Erstpräsentation 2008 durch erfahrene Freikletter-

Sportler des Deutschen Alpenvereins.

Der Deutsche Alpenverein, Sektion Sauerland, wird voraussichtlich mit seinen

seit 2008 laufenden Arbeiten in 2011 abschließen und am Hillenbergfelsen

in Warstein eine Freikletter-Arena eröffnen. Viele Klettersteige

in den Schwierigkeitsgraden von 2 bis 9+ werden derzeit erstellt. Es ist

bereits spannend, diese Arbeiten zu beobachten. Der Kalkfelsen wird dabei

auch behauen und so hergerichtet, dass Gefährdung durch loses Gestein

ausgeschlossen werden kann.

Das etwas versteckt liegende Gelände ist nur zu Fuß erreichbar von der

Zufahrt zum Wasserwerk Hillenberg, wo links in der Einfahrt ein

„Trampelpfad“ durch das Buschwerk in das große, frei einzusehende

Gelände am Fuße des Felsens führt.

Der Himmelspol in Allagen-Westendorf

Nordöstlich der Ortschaft Westendorf befand sich eine erste Kirche schon

als Holzkirche um 800, also bereits im frühesten Beginn der

Christianisierung in Norddeutschland. Der Ort hieß vermutlich „Oister-

Allagen". An dieser Stelle erinnert heute das älteste Heiligenhäuschen der

Gemeinde mit der Jahreszahl 1706 an diese Kirche.

In direkter Nachbarschaft wurde 2003 von den Autoren des Buches „Der

Himmel ist unter uns“ ein Denkmal errichtet. Nach Erläuterung der

Autoren befindet sich in der Projektion der Sternbilder auf die Erde, genau

hier am Platz der alten Ortschaft Oister-Allagen, der Himmelspol

(Polarstern). Die Annahme beruht darauf, dass an den Orten von Kirchen,

die vor 900 errichtet wurden, zuvor oft vorchristliche Versammlungsstätten

gelegen haben, die dem Sternenabbild auf Erden entsprechend

positioniert waren. Diese Annahme ist jedoch ohne historischen Beleg

auch für den frühen Standort der Holzkirche leider spekulativ, aber recht

spannend.

Wer bildete in Westfalen den Sternenhimmel auf Erden ab? Warum baute man einen zweiten

Himmel, einen Himmel unter uns, unter unseren Füßen? Und wie wurde es gemacht? Das Sternbild

Jungfrau weist auf dem Boden des Sauerlands eine Ausdehnung von 33 x 12 Kilometern auf; die Kirchen der Orte Berghausen, Wormbach, Schmallenberg,

Grafschaft, Oberkirchen, Lenne, Oberhundem, Burbecke, Dünschede und Attendorn markieren also eine Fläche von rund 400 Quadratkilometern. Dies allein

ist bereits die größte je gefundene Bodenzeichnung der Welt. - Ich aber fand siebzehn Sternbilder im Verbund, die eine Fläche von Tausenden von

Quadratkilometern bedecken! (Autor Wolfgang Thiele in „Der Himmel ist unter uns“)

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Schon im Jahre 1307 verlieh der Kölner

Erzbischof das Mühlenrecht in unserer Region

dem „Praepositus“ des Abtes von Kloster

Grafschaft, dem Propst von Belecke. Das bedeutete,

es bestand für alle Bauern der näheren

und weiteren Umgebung Mahlzwang bei der

Propsteimühle in Belecke.

Außer der Mahlmühle gab es in Belecke durch all die

Jahrhunderte noch eine Sägemühle und auch eine Oel-,

Loh- und Walkmühle. Angetrieben wurden alle Mühlen

durch das Wasser der „warmen“ Wester. Nach

Aufhebung des Klosters und der Propstei durch die

Säkularisation im Jahre 1803 gingen Mahl- und Sägemühle

später in den Besitz der Familie Stüting über,

wurden aber um 1960 stillgelegt.

Im Jahre 1983 gründete sich ein ehrenamtlich tätiger

„Arbeitskreis Mühlrad“, Mitglied im Belecker Kultur- und

Heimatverein Badulikum, um das 4,20 Meter im

Durchmesser große und 2,5 Tonnen schwere, mittelschlächtige

Wasserrad vollständig zu erneuern.

Das Horizontal-Sägegatter und der Arbeitskreis

Stütings Mühle in Belecke

In den Folgejahren wurde durch diese Gruppe auch das

Gebäude der alten Sägemühle und das Horizontalsägegatter

restauriert und in Betrieb genommen.

Die 1905 eingebaute Schachtturbine und der Generator

sind völlig überholt, modernisiert und für einen wärterlosen

Betrieb automatisiert worden. Je nach Wasserstand

der Wester können jährlich ca. 160.000 kWh

Strom erzeugt und in das Netz eingespeist werden.

Vorführungen werden für Gruppen auf Verabredung in

der Zeit von Mai bis Oktober organisiert. Eine telefonische

Absprache ist erforderlich mit:

Arbeitskreis „Mühlrad“, Franz Willmann, 02902 75667

Am Gebäude befindet sich eine kostenlose Video-

Selbstbedienungsstation, an der täglich zwischen 9.00

Uhr und 17.00 Uhr dokumentarische Präsentationsfilme

angesehen werden können.

Francis-Turbine: Antriebsrad und 30kW Generator


Die Champions Trophy im Warsteiner Reiterzentrum

Ein fester Termin im Kalender der Reitsportcracks

Jährlich am zweiten Wochenende im November machen sich die nationalen

und heimischen Reitsportcracks auf nach Warstein. Die Warsteiner

Champions Trophy besticht mit bestem Sport, Charme und Flair. Eine

Veranstaltung für Land und Leute und Letztere kommen gern in das

Reitsportzentrum im Waldpark.

Das Konzept ist ebenso schlicht wie effektiv: Startberechtigt sind

Deutschlands Spitzenreiter ebenso wie die guten Amateure, die stets auf

der Suche nach erstklassigen Turnierstandorten sind. Das Prüfungsangebot

umfasst gewissermaßen alles, was das Herz begehrt, von den

Wanderung nach Schloss Körtlinghausen

Auf dem Weg zwischen Suttrop und Rüthen zweigt in der Talsohle des

Glennebaches ein Privatweg ab, der zum Schloss Körtlinghausen gehört.

Wenn Sie die persönliche Entscheidung treffen, dem Schloss einen Besuch

abzustatten - wozu wir Sie aus rechtlichen Gründen (Privatbesitz) nicht

auffordern wollen - so empfehlen wir Ihnen, das Auto im Glennetal abzustellen

und den schönen asphaltierten Privatweg zu erwandern. Er führt

an einer großzügig, nach englischem Vorbild angelegten Weidelandschaft

vorbei zum Schloss. Und von dort lohnt weiter ein Weg hinauf nach

Kallenhardt.

Schloss Körtlinghausen verdankt seine Entstehung, wie so manche

Landschlösser in Westfalen, einer Blütezeit der Adelsarchitektur in der

ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Familie des Bauherrn Franz Otto

Freiherr von und zu Weichs, die ursprünglich aus Bayern stammte, hatte

das Anwesen 1645 in Besitz genommen und verfügte damit zunächst über

eine alte, 1398 erstmals erwähnte Burganlage, die in der üblichen Weise

westfälischer Wasserburgen aus einer Vorburginsel mit dem Wirtschaftshof

und einer befestigten Hauptinsel bestand.

Wettbewerben für die ganz jungen Springpferde bis zum absoluten

Glanzlicht, dem Großen Warsteiner Preis. Dann spürt man förmlich das

Knistern in der Halle, die Aufregung und Anspannung und wenn es im

Stechen um Sieg geht. Auch die Nachwuchsreiter kommen in Warstein

nicht zu kurz. Die besten der Warsteiner Reitsport-Förderung, einer

Turnierserie für Junioren, und die besten Ponyreiter Deutschlands kommen

zum Finale nach Warstein. Attraktiver Reitsport auf hohem Niveau, gepaart

mit einem spektakulären Rahmenprogramm, machen die Champions Trophy

jedes Jahr zu einem besonderen Event im Kalender der Reitsportfreunde

und zu einem attraktiven Ausflugsziel.

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Warsteiner Internationale Montgolfiade

Deutschlands größtes Ballonfestival lockt Hunderttausende

Besucher von nah und fern

Jedes Jahr im September geht es in Warstein hoch her. Das größte

jährlich stattfindende Ballonfestival Europas versetzt unsere kleine

Stadt in einen Ausnahmezustand. Über 200.000 Besucher pilgern ins

Sauerland, Groß und Klein ziehen die Heißlüfter in ihren Bann und

mehr als 200 Ballonteams lassen den Traum vom Ballonfahren immer

wieder wahr werden - bei der Warsteiner Internationalen Montgolfiade

(WIM). Ein Besuch bei der WIM gehört nicht nur unter den Ballonsportfreunden

längst zur Tradition: Seit der Premiere im Jahr 1986 ist

auch die Warsteiner Brauerei mit am Start. Heute ist die Privatbrauerei

der größte Sponsor im Ballonsport auf dem europäischen Kontinent.

Die WIM sorgt ab dem ersten Septemberwochenende während zehn Tagen

für faszinierende Augenblicke: Wenn 200 sechsfamilienhausgroße

Heißlüfter gleichzeitig in die Luft steigen, oder wenn sich Ballonsonderformen

wie das Brandenburger Tor, das wohl größte Feuerwehrauto der

Welt, der rollende Babybell-Käse und der gigantische T-Rex am Warsteiner

Abendhimmel begegnen. Vor allem die kleinen Besucher bekommen große

Augen bei den fantasievollen Ballonsonderformen. In den vergangenen

Jahren waren 20 sogenannte Special Shapes in Warstein am Start. Ein seltenes

Treffen, denn in Deutschland sind lediglich 30 der kuriosen Hüllen

zugelassen.

Wettbewerbe: Spannung pur!

Zahlreiche Wettbewerbe sorgen während der WIM für Nervenkitzel und

Hochspannung. Weitfahrten, sogenannte Long Distance Fahrten, bei

denen jeder Zentimeter über Sieger und Verlierer entscheidet, spektakuläre

Fallschirmsprünge aus Ballonkörben und der Warsteiner Ladies Cup sind

die Wettkämpfe, bei denen die Zuschauer heiße Kopf-an-Kopf-Rennen

erwarten können. Für Faszination pur sorgt außerdem ein Massenstart von

Heißluftballonen vom Flughafen Paderborn/Lippstadt.

Ballonglühen in der Dämmerung

Jedes Jahr ein besonderes Highlight der WIM: die an fünf Abenden stattfindenden

Night-Glows. Bei den Night-Glows werden in der Dämmerung

alle am Boden stehenden Ballonhüllen zum Glühen gebracht. Das Montgolfiadegelände

unterhalb der Warsteiner-Braustätte erstrahlt in einmaligem

Licht. Zu mystischen Klängen bewegen sich die bunten Ballonhüllen

leicht im Abendwind und verzaubern Jung und Alt.

Ballonfahrer-Luft schnuppern

Für jeden Besucher bietet sich an der Warsteiner Internationale

Montgolfiade die Gelegenheit, auch selber mit einem Ballon in die Luft zu

gehen. Morgens (6.30 Uhr) und abends (17.30 Uhr) haben die Besucher

die Möglichkeit, in einem Heißluftballon oder einem Luftschiff mitzufahren

und das Sauerland von oben zu erleben. Vor und nach dem himmlischen

Erlebnis kann man sich im VIP-Club "Happy Ballooning" den irdischen

Genüssen hingeben. Weitere Informationen gibt es im Internet

(www.warsteiner-wim.de) und bei der Mitfahrerzentrale unter

02902/ 88 1400.

Kirmestrubel und Budenzauber

Für diejenigen, die lieber mit den Füßen am Boden bleiben als in die Lüfte

zu steigen, gibt es unzählige Attraktionen an der Basis. So locken

Karussells, Schlemmerstände und eine Eventbühne im Festzelt mit

Unterhaltungsprogramm die Zuschauer von nah und fern in die Bierstadt.


Dieser Rosencalcit aus dem Warsteiner Kalksattel, der seine Färbung durch

Eisenvorkommen erhält, ist ein Sammlerobjekt. Der abgebaute Kalk sieht nüchterner

aus, ist jedoch bergrechtlich „Marmor“, der sich auch auf Hochglanz polieren lässt.

Eingriffe in die Landschaft einerseits - wertvoller Kalk-Rohstoff andererseits. Beides

hat starke Auswirkungen auf den Wirtschaftsraum des Ortsteils Warstein.

rechts: Radmobile Großgeräte im Einsatz für innerbetriebliche Transporte im

Steinbruchbetrieb.

unten: Achate kommen im Warsteiner Riffkalk vor. Hier ein Schliff, hergestellt und

fotografiert von Wilfried Latz.

Warsteiner Kalkstein

Seit jeher gilt der Raum Warstein als Lagerstätte für hochwertigen

Kalkstein. Die Lagerstätte am Südrand der Ortschaften

Warstein und Suttrop besteht aus einem rd. 380 Mio. Jahre

alten Riffkalkstein mit einem außergewöhnlich hohen Gehalt

an Kalziumkarbonat (CaCO 3 ) von über 97%. Kalkstein ist ein

extrem vielseitiger Naturstoff, der in verschiedenen Erscheinungsformen

zum Alltag der Menschen gehört, die sich dessen

oft nicht bewusst sind.

Warsteiner Kalkstein wird in der Zement- und Branntkalkindustrie,

der Eisen- und Stahlerzeugung, zur Glas- und Sodaherstellung,

als Futter- und Düngemittelzusatz, zur Rauchgas- und

Abwasserreinigung sowie für Blumenerden und Bodensubstrate

verwendet. Seine physikalischen Eigenschaften machen ihn

zum begehrten Rohstoff in der Beton-, Asphalt- und

Mörtelindustrie.

Jährlich werden hier rd. 2,2 Mio. Tonnen Kalkstein abgebaut.

Über eine Million Tonnen werden über die Eisenbahn nach

Duisburg und in den Raum Beckum-Ennigerloh transportiert.

Mit über 150 ha offener Abbaufläche, den Auswirkungen des

Abbaus wie Staub, Lärm und Erschütterungen ergibt sich naturgemäß

ein Spannungsfeld zur Bevölkerung.

In jüngerer Zeit erfolgen Bemühungen, auch den touristischen

Wert des Kalkmassivs für die Stadt zu nutzen. Neben der Einrichtung

eines Frei-Kletterparcours am Hillenberg, Besichtigungen

und Führungen der Steinbetriebe erfreuen sich die

Abbaugebiete bei Mineraliensammlern großer Beliebtheit.

Bei Besichtigungen und Führungen der Steinbetriebe wird den

Besuchern ein Einblick in die Produktion gewährt. Sie können bei

einer Gewinnungssprengung dabei sein, und haben die

Gelegenheit, sich über die Bereiche Aufbereitungstechnik,

Versand, und Qualitätskontrolle zu informieren. Außerdem besteht

die Möglichkeit auf einem radmobilen Großgerät als Beifahrer im

Steinbruch dabei zu sein.

Kontakt zwecks Führungen nehmen Sie bitte direkt auf mit:

WESTKALK, Verwaltung

Kreisstraße 50

59581 Warstein-Suttrop

02902-97850-0

H. Brühne Baustoff- und Transport GmbH & Co. KG

Am Hillenberg 14

59581 Warstein

Telefon: 02902 9754 0

Besuchstermine: Annette Fischer Telefon: 0231 21800-27

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Warsteiner Riffkalk

Warstein kann mit einer bedeutenden geologischen Besonderheit aufwarten,

die ihren Ursprung vor 380 Millionen Jahren hatte.

Diese Besonderheit stellen wir Ihnen auf den folgenden Seiten vor.

Die Entstehung unseres Riffkalks

Wir wollen hier darstellen, wie unser großflächiges Warsteiner Riffkalkvorkommen entstand.

Der Riffkalk bildete sich aus den Kalkschalen verschiedener Lebewesen eines Korallenriffs, das

nahe des Äquators im sauberen, flachen Devonmeer vor 380 Mio Jahren entstand.

Hier im Sauerland ist's natürlich nicht warm genug und es fehlt auch das nötige flache Meer.

Jedoch der Ort auf der Erdplatte, auf dem Warstein liegt, wanderte in der Erdgeschichte von

der südlichen Halbkugel über die Äquatorregionen allmählich nach Norden an den heutigen

Platz. Wobei man das Wort "allmählich" erdgeschichtlich mit einer Zeitspanne von rund 500

Mio Jahren sehen muss.

Ein erster Höhepunkt der Riffentwicklung findet sich im Zeitalter des Devon vor ca. 380 Mio

Jahren. Eifel und Nordsauerland lagen in einem flachen Schelfmeer südlich des Äquators. Hier

herrschten ideale Wachstumsbedingungen

und es entwickelten sich ausgedehnte

Riffkomplexe, die heute vom

Harz bis zur Eifel reichen.

Hinter der Riffkante im ruhigen Gewässer wachsen Korallen und es siedeln sich Riffbildner an.

Nach deren Absterben sinken ihre Kalkschalen nach unten und bilden allmählich die

Kalkschicht. "allmählich" heisst hierbei: etwa 20 Millionen Jahren lang. Die Schichtdicke des

Kalks betrug danach zwischen 200 bis 800 Meter und das bedeutet, dass sie in je hundert

Jahren um ca. 1 bis 4 mm gewachsen ist.

Zum besseren Verständnis wollen wir hier die Zusammenhänge über die Kontinentaldrift in

Erinnerung rufen:

Die Wanderung der Kontinentalplatten, die Tektonik, hat ihren Grund im inneren Aufbau unserer

Erde, die im Innern flüssig ist und einen sich bewegenden schweren Kern hat, der

Strömungen und langsame Wirbel im Erdmagma verursacht. Die Erdplatten ruhen ja nicht auf

Betonpfeilern, sondern schwimmen auf diesem unterschiedlich strömenden Magma und wandern

so mit der Strömung ganz langsam mit 1 bis 2 cm pro Jahr um den Erdball.

Vor 640 Mio Jahren befand sich ein Teil des Europakontinents etwa 20.000km vom heutigen

Platz entfernt. Vor 425 Mio Jahren war unser Kontinent dann bereits in subtropische Zonen

näher zum Äquator gewandert. Unsere Gegend lag noch immer wenig berührt unter dem

Meeresspiegel. Dann im Devon, also vor 380 Mio Jahren, nun noch etwas näher zur warmen

Äquatorzone, gelangten wir durch Hebung dieses Teils der Erdkruste in flaches Wasser des

Devon-Meeres und es wuchs allmählich unser Korallenriff, denn jetzt passte dafür einfach alles.

20 Mio Jahre danach (Oberdevon, 360 Mio) überlagerten dann Klastische Sedimente das entstandene

Kalkmassiv und pressten es etwas zusammen. Diese Sedimente bestanden aus zerbröckeltem

Gestein und Sand, die in großen Massen vom nördlichen angrenzenden Old-Red-

Kontinent und vom südlichen Godwana-Kontinent in dieses Devon-Meeresbecken gespült wurden.

Die Sediment-Schichten waren 1000 bis 3000 Meter dick.


Warsteiner Riffkalk

Die Reise unseres Kontinentes ging weiter nach Norden. Im Ober-Karbon, also vor rund 300

Mio. Jahren waren wir schon etwas nördlich vom Äquator angekommen. Und nun ereignete sich

beim Anstoßen des großen südlichen Godwana-Kontinents an den nördlich liegenden Old-Red-

Kontinent die sogenannte Variszische Gebirgsfaltung, und wir mit unserer Europaplatte genau

dazwischen wie im Schraubstock.

Die Riffkalke wurden durch den hohen Druck und die dadurch erzeugte hohe Temperatur sehr

stark verfestigt und erreichten die heute geschätzte Härte. Die Schichten wurden stark verfaltet,

aus dem Meer auf Alpenhöhe herausgedrückt und aufgetürmt. Von den ungeheuren Kräften,

die dabei wirkten, zeugen die zahlreichen Risse und Verwerfungen, die wir auch heute im

Gestein finden.

Die Europaplatte war also angehoben und ragte aus dem Meer heraus. Das Herausragen aus dem

Meer führte dazu, dass die oberen Schichten über dem Kalkmassiv allmählich erodierten und

abgetragen wurden. Dies geschah mit rund 1mm Höhenabbau pro Jahr. Um die Sedimente abzutragen,

war ein Zeitraum von nur ca. 3 Mio. Jahre nötig.

Die Europaplatte wanderte dann weiter und erreichte vor 255 Mio Jahren den 20. Breitengrad,

da liegt heute die Sahara. Nun lag unsere Warsteiner Gegend wieder nahe am Wasser, ragte aber

noch als Land heraus.

Unsere Wanderung nach Norden setzte sich weiter fort und wir schauen noch mal auf den

Moment vor 100 Mio Jahren: Warsteiner Land hat etwa den 45. Breitengrad erreicht. Durch das

Anstoßen des Afrika-Kontinents an Europa, was zur Alpinischen Faltung führte, kam es zu tektonischen

Spannungen und Sprüngen. Dadurch wurden die Schichten unseres Kalkriffs durch

Verwerfungen verändert. Während der größte Teil des ehemaligen Devon-Riffes im Untergrund

verblieb, wurde die Warsteiner Scholle nach oben gedrückt und bildet ein Geologisches Fenster.

Im Warsteiner Sattel liegt der Kalk damit abbaubar an der Oberfläche. Die Deckschichten über

unserem Kalkmassiv sind komplett wegerodiert.

Nun, erdgeschichtlich gesagt, beinahe im Heute angekommen schauen wir auf die Situation im

Tertiär, vor 2 Mio Jahren. Nun liegt unser Kontinent etwa an seinem heutigen Platz und unser

Kalkmassiv ist bis zur Oberfläche hochgedrückt und freigelegt worden.

Unser Aufschlussgebiet gehört zu einem langgestreckten Massenkalkzug am Nordrand des

Rheinischen Schiefergebirges, der vom Sauerland über Hagen, Schwelm und Wuppertal bis an

den Rhein reicht. So finden wir heute den hochreinen Warsteiner Riffkalk an der Oberfläche und

können ihn abbauen.

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Warsteiner Schätze

Eine Naturfaszination unseres Riffkalks

sind Tropfsteinhöhlen und Mineralien.

Zunächst zur Frage: Wie entstehen

Höhlen im Kalkstein? Auf der Erdoberfläche

versickert ständig Wasser. Das

Wasser enthält Kohlendioxyd (Kohlensäure,

CO2). Dieses kohlensaure Wasser

ist in der Lage, Kalkstein langsam aufzulösen.

Feine Risse und Klüfte im

Gestein werden vom Wasser durch Lösung

allmählich ausgewaschen. Aus den kleinen

Rissen können so immer größere Höhlengänge entstehen. Diese Gänge haben einen runden,

meist recht großen Querschnitt.

Beim Weg durch die Humus-Schichten steigt der Gehalt an CO2 im Wassertropfen stark an. Durch

Spalten und Klüfte gelangt das kohlensaure Wasser in den Kalkstein und löst den Kalk auf. Kommt

dann der kalkhaltige Wassertropfen an der Decke der Höhle an, verflüchtigt sich das CO2 in die

Höhlenluft und der gelöste Kalk wird ausgeschieden. Dieser Kalk bildet die verschieden geformten

Sinter, die Tropfsteine.

Folgende Sinterformen finden wir in unseren Höhlen:

Makkaroni oder Sinterröhrchen. Die Wände der Makkaroni sind extrem dünn und zerbrechlich.

Dennoch erreichen einzelne Sinterröhrchen Längen bis zu 170 Zentimetern.

Stalaktiten wachsen von der Decke nach unten und entstehen meist aus den dünnen Makkaroni.

Das kalkhaltige Wasser fließt zuerst im Inneren in der dünnen Röhre. Allmählich verstopft der

Makkaroni innen und das Wasser fließt auch außen am noch dünnen Tropfstein entlang. So kann

der Tropfstein langsam länger und dicker werden. Ein Stalagmit ist ein Tropfstein, der vom Boden

aus nach oben, meistens einem Stalaktiten entgegen wächst. Kommt es zum Zusammenschluß

zwischen beiden Tropfsteinen, spricht man von einer Tropfsteinsäule oder Stalagmaten.

Excentriques sind spektakulär. Ihre Form scheint von den

Gesetzen der Schwerkraft nicht beeinflusst zu werden, sie

wachsen auch horizontal in den Höhlenraum und entstehen

wenn sehr wenig Tropfwasser vorhanden ist durch

Kristallkräfte bei der Kalkkristallbildung.

Knöpfchensinter: Tröpfchen-Nebel schlägt sich auf der

Höhlenwand, oder auch auf Tropfsteinen nieder und bildet

dabei kugelige kleine Tropfsteine, die manchmal größere

Flächen überziehen.

Ganze Wandflächen können von Tropfstein überzogen werden,

hier spricht man von Wand- oder Flächensintern.

Wenn der kalkhaltige Wassertropfen immer in einer Linie an

der Wand herab fließt, bildet sich dort mit der Zeit ein

Sintervorhang.

In Tropfwasserpfützen können durch herabtropfendes

Wasser die abgerundeten Sinterperlen entstehen.

Neben den Tropfsteinbildungen sind Warsteins Kalkmassive schon lange für ihre schönen

Mineralien bekannt, die in einem völlig anderen Prozess als die Tropfsteine entstanden. Diese

Mineralien wurden durch hocherhitzte Minerallösungen aus tieferen Gesteinsschichten zugeführt

und in Spalten und Hohlräumen auskristallisiert. In mehreren Phasen der Erdgeschichte wurde hier

eine Vielzahl prächtiger Kristalle gebildet.

Weltbekannt sind z. B. die "Suttroper Quarze", im Volksmund auch "Diamanten" oder Doppelender

genannt. Es handelt sich um freigewachsene Quarzkristalle in idealtypischer Form. Sie sind in der

Regel milchig weiß aber mitunter auch glasklar und Diamanten-ähnlich.


Warsteiner Schätze

Zur Quarzfamilie gehören auch die Achate mit ihrer Form- und Farbsymphonie. Es handelt es sich um eine mikrokristalline Varietät des Minerals Quarz.

Auffällig beim Achat ist seine schöne, streifige Zeichnung aufgrund der rhythmischen Kristallisation.Im Alten Ägypten wurden etwa 1000 vor Christus

Siegelzylinder, Ringe, Gemmen und Gefäße aus Achat gefertigt. In der Bibel, im 2. Buch Mose, 28, 17-20, wird das Brustschild des Hohen Priesters,

eine mit Edelsteinen besetzte Platte, ausführlich beschrieben. Ihren Namen erhielten die Achate von Theophrastos von Eresos etwa 300 v. Chr., da die

schönen Quarze im Flussbett des sizilianischen Flusses Achate in großen Mengen vorkamen.

Bergkristall in der üblichen Form ist ebenfalls im Warsteiner Riffkalk vertreten. Und es ist schon

etwas ganz besonderes, wenn man ihn wie bei uns sogar in kubischer Form antrifft.

Das allgegenwärtige Standardmineral ist natürlich der Calzit, der

z. B. in der Form des Skalenoeders oder des Rhomboeders auftritt.

Etwas seltener, aber ebenfalls in Warstein zu finden ist das

Schwerspatmineral Baryt.

Farbige Akzente setzen die verschiedenen Erzminerale:

In Grün - der Malachit, im Altertum schon beliebt zum Schminken der Augenlider.

In Blau - der Azurit. In Schwarz - der Hämatit. In Silbrig - Bleiglanz. In Gelb bis Braun - der

Limonit. In Rot - die Eisenminerale, z.Teil schmierig-flüssig und so wie der Hämatit guter

Farbstoff für Höhlenmalereien.

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Rundweg durch 380 Millionen Jahre Erdgeschichte

Der Diamantpfad in Suttrop

Der Diamantenpfad will dem Besucher einige

der zahlreichen Gesteinsarten vorstellen, die

im Warsteiner Raum zu Tage treten, vor allem

die wirtschaftlich genutzten. Sie gehören

teils dem Erdaltertum (Devon - Karbon, 380 -

300 Mill), teils dem Ende des Erdmittelalters

(Kreide 100 - 85 Mill.) an. Fast alle sind aus

Meeresablagerungen entstanden und werden

als Sedimente bezeichnet. Die Devon-/

Karbonschichten sind jedoch durch die variszische

Gebirgsbildung stark gefaltet und verformt

worden, während die viel jüngeren kreidezeitlichen

Grünsande und Kalke fast ungestört

tafelförmig aufliegen. Die Grenze zwischen

diesen so unterschiedlich alten

Formationen folgt in etwa der Haarstrang-

Höhe. Das älteste heimische Gestein - der

Massenkalk - erscheint, bedingt durch die

gebirgsbildende Aufwölbung, als Höhenzug,

der rings von jüngeren Gesteinen, wie

Kramenzelkalk, Grauwacke und Tonschiefer

umgeben ist. Er bildet damit ein „geologisches

Fenster“, das einen Blick in die älteste

Vergangenheit ermöglicht.

Der Massenkalk wird fast überall, wo er südlich

des Standortes zu Tage tritt, auf breiter

Front in mehreren großen Steinbrüchen als

wertvoller Rohstoff abgebaut.

Der Diamantenpfad ist jederzeit geöffnet.

Adresse: Suttrop, Nuttlarer Straße.


Massenkalk (380 Mill.)

ist das älteste in näherer Umgebung anstehende Gestein. Es besteht aus fast reinem kohlensauren Kalk (CaCO 3 ). Dieser

bildete sich aus dem Schutt ehemaliger Riffe, die in einem tropischen Meer von Korallen und anderen kalkabsondernden

Meeresbewohnern über Untiefen aufgebaut wurden. Trotz seiner Härte ist er sehr empfindlich gegen Säuren, was verbreitet

zu Spalten- und Höhlenbildung führt. Von der Steinindustrie wird er als wertvoller Rohstoff großflächig abgebaut.

Hornstein (ca. 25 Mill.)

Gesteinsarten in Warstein und Umgebung

Kramenzelkalk (350 Mill.)

Deutlich lagenartig abgesetzter knolliger Kalkstein, der durch tonig, schluffige Zwischenmittel gebändert erscheint. Der

feinkörnige, harte Stein wurde lange als technischer Marmor gewonnen (Steinbruch Kattensiepen.) und zu

Bodenbelägen, Fensterbänken u.A. verarbeitet.

Der Name geht auf die Ameisen (plattdeutsch: „Kramenzel“) zurück, die gern in dem verwitterten Stein nisten.

Rüthener Grünsandstein (100 Mill.)

Vergleichsweise junger Sandstein, der durch das eingelagerte Eisenmineral Glaukonit (8%) eine typische Grünfärbung erhält.

Der Sandstein ist Beweis für eine Meeresüberflutung des Suttroper Gebiets während der Kreidezeit. Die ehemals bis 2m

mächtigen Schichten sind in Suttrop allerdings bis auf spärliche Reste in Schlotten und Spalten der Erosion zum Opfer

gefallen. Der früher sehr geschätzte Baustein wird zur Zeit noch in der Nachbargemeinde Rüthen abgebaut.

Ursprünglich ein Kalk- oder Sandstein, durch nachträgliche Imprägnation mit Kieselsäure zur Quarzfels umkristallisiert.

Die außerordentlich harten Felsbrocken sehen nordischen Findlingen sehr ähnlich, sind aber ihrer Herkunft nach grundverschieden.

Als einheimisches Gestein wurden sie von der Verwitterung herauspräpariert und finden sich von der Bilstein-

Höhle bis zum Hohlen Stein. Der Stein ist beliebt zur Sicherung von Ecken und Einfahrten sowie im Landschaftsbau.

Schlagwasserbreccie (ca. 330 Mill.)

Als Ergebnis untermeerischer Rutschungen an Riffsteilhängen entstand diese Breccie aus Gesteinsbruchstücken verschiedener

Zeitalter des Erdaltertums.

Durch ein kalkiges Bindemittel wurden die eckigen, scharfkantigen Bruchstücke zu einem natürlichen Beton verkittet.

Der Name leitet sich von dem Flüsschen „Schlagwasser“ bei Kallenhardt ab.

Calzit (Kalkspat) (seit der Massenkalkbildung)

Der Massenkalk ist häufig von weißen Adern durchzogen, deren Mächtigkeit vom Millimeter- bis Meterbereich schwankt.

Dabei handelt es sich um das Mineral Calzit, die kristalline Form des Kalksteins. Es entsteht sowohl aus kalkübersättigten

Sickerwässern (Tropfsteine, Sinter), wie auch aus hydrothermalen Lösungen, wenn nur Hohlräume oder Spalten im Gestein

seine Ausfällung ermöglichen.

Suttroper Quarze (25 Mill.)

In der Erdneuzeit erlebte auch der Warsteiner Raum die Auswirkung heftiger Unruhephasen der Erdkruste. Heiße Lösungen

aus dem Erdinnern konnten auf Rissen und Spalten aufsteigen und brachten Erze (Kupfer und Eisen) und vor allem Kieselsäure

mit sich zur Oberfläche. Die Suttroper Quarze sind wie die Hornsteine und Eisenkiesel Resultat verschiedener solcher

Verkieselungsphasen im heimischen Raum. Meist finden sich die Einzelkristalle durch Verwitterung freigelegt in den oberen

Bodenschichten. Der Block zeigt sie in ursprünglicher Lagerung.

Diabas (Grünstein) (380 Mill.)

Das einzige „Ergussgestein“ in der Runde. Es entstand aus glutflüssiger Schmelze, die aus der Erdkruste aufstieg und aus untermeerischen

Vulkanen austrat. Die erkaltende Lava bildete dabei zum Teil im Abrollen von den Vulkanhängen Gesteinskugeln

von erheblichem Durchmesser aus. Die Zeugen dieses uralten Vulkanismus werden heute im Raum Meschede bis Brilon abgebaut.

Charakteristisch für dieses Gestein ist seine körnige Ausbildung, die graugrüne Farbe und vor allem seine hohe

Widerstandsfähigkeit gegen Säuren und Wasser. Daher ist es für den Wasserbau und als Bahnschotter besonders geeignet.

Anröchter Grünsandstein (85 Mill.)

Wie der ältere Rüthener Grünsandstein durch Glaukonitkörner blau-grün gefärbtes Gestein, das aber einen relativ hohen

Kalkgehalt hat und insofern seinem Namen „Sandstein“ nicht ganz gerecht wird.

Die typische Schicht lässt sich entlang der B1 über Soest, Unna bis Essen verfolgen. Ein ebenfalls sehr guter Baustein,

der in Anröchte in großen Brüchen gewonnen wird. Zahlreiche Versteinerungen (Seeigel, Muschel, Fische, Ammoniten etc.)

veranschaulichen die Lebenswelt der Kreidezeit zur Zeit der Saurier.

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Der Museums-KKalkofen in Suttrop

Massenkalkvorkommen und ihre Begleiterscheinungen haben unsere

Region seit eh und je geprägt. Kalk benötigte man in der Landwirtschaft,

aus Kalkstein baute man Häuser und Mauern; der Abbau von Kalkstein

prägte das wirtschaftliche und soziale Leben, und hinterließ in der

Landschaft tiefe Spuren.

Eine alte Tradition hat in Warstein und Suttrop das Brennen von Kalk in

kleinen Kalköfen, die in Handarbeit beschickt wurden. Um diese Tradition

wieder aufleben zu lassen, errichtete der Heimatverein 2006 - 2008

neben dem Lehrpfad den Kalkofen nach historischem Vorbild, begleitet

von einer anschaulichen und informativen Dokumentation.

Errichtet wurde er als Ringofen nach dem Vorbild des historischen

Kalkofens Ehling-Weiken, in dem von 1891 bis 1954 Kalk gebrannt wurde,

und zwar überwiegend für die Landwirtschaft. Zum Anzünden errichtete

man zunächst ein Gestell aus Eichenholz und entzündet darauf ein Feuer.

Dann füllt man Kohle und Kalkstein im Wechsel auf. Bei über 1000 °C

Hitze gibt der Kalkstein Kohlendioxid (CO2) ab. Der fertige Stückkalk

wurde aus den unteren Öffnungen abgezogen, gemahlen und in Säcke

abgefüllt z.B. als Dünger für die Landwirtschaft. Wenn man Stückkalk in

Wannen mit Wasser gibt, entsteht Löschkalk, den man noch heute nutzt,

um Kalkmörtel herzustellen. Der Ofen wurde nach dem Abziehen von

oben wieder nachgefüllt, ohne dass die Glut verlöschte und war so permanent

in Betrieb. Mindestens einmal im Jahr wird auch der „neue“

Kalkofen in Betrieb genommen, so dass man konkret miterleben kann,

wie in alten Zeiten das wichtige und vielseitige Produkt Kalk hergestellt

wurde.

Exponate, Bilder und Erläuterungen vermitteln Hintergrundwissen zu

Themen wie: Kalkbrennen früher und heute, Entstehung von Massenkalk,

Abbau einst und jetzt, Kalkprodukte und vielseitige Verwendung von

Kalk, Kalk in der Sprache und in der Kunst. Durchgehende Berichte von

Zeitzeugen stellen authentische Bezüge her zur lokalen Kalkgeschichte.

Eine Videostation zur Selbstbedienung wird demnächst errichet. Hier

können täglich ohne Voranmeldung zwischen 9.00h und 18.00h kurze

Dokumentationsfilme ausgewählt und angesehen werden.

Kontakte:

Albert Weber, 02902 2520, Bernhard Meyer, 02902 4008

August 2008 Einweihung des Kalkofens


Station 1: Grube David

Standort: Wasserwerk Hillenberg

Von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Mitte des 19.

Jahrhunderts wurde in Warsteiner Gruben reichlich Erz

gewonnen und verhüttet. Der technische Fortschritt

führte gegen 1880 in Warstein zur Stillegung der

Hochöfen und einer zeitweiligen Einstellung des

Erzbergbaus. Als 1883 dann die Fertigstellung der

Eisenbahn einen Transport ins Ruhrgebiet ermöglichte,

wurden einige Warsteiner Erzgruben weiterbetrieben.

Eine dieser Gruben, die Grube David, förderte noch bis

1949. Die Erze wurden per Seilbahn vom Bilsteintal bis

hier befördert und auf die Industriebahn geladen.

Station 2: Geschichte des Eisens

Standort: Am Josefswäldchen

Die Geschichte des Eisens ist die Geschichte unserer

Kultur. Die Entwicklungsstufen und Zeitepochen der

Menschheit bezeichnen wir nach den Materialien, aus

welchen sie ihre Werkzeuge herstellten: nach der Ur-,

Stein- und Bronzezeit folgte die Eisenzeit (in unserer

Gegend ab 600 v.Chr.). Der älteste Metallgegenstand

des Sauerlandes stammt aus dem Fundgut der

Bilsteinhöhle: Ein kleiner Kupferdolch der

Glockenbecherkultur (etwa 2.300 v. Chr.).

Station 2: Der Hüttenplatz

Standort: Am Josefswäldchen

Eine der ältesten Warsteiner Blashütten, in der

Flusseisen erschmolzen wurde, befand sich in städtischem

Besitz auf dem alten Hüttenplatz. Konjunktur

hatte die Hütte besonders durch die verschiedenen

Kleinkriege. Heute schmunzeln wir darüber, dass im

16. Jahrhundert hier Kanonenkugeln gegossen wurden,

mit denen die Stadt Münster beschossen worden

sein soll. Ab 1891 wurden dann hier Produkte für den

friedlichen Einsatz in der Landwirtschaft hergestellt.

Station 3: Die Industriebahn

Standort: Fußweg am Salzbörnchen

Der Transport von Warsteiner Eisenerz ins Ruhrgebiet

wurde erleichtert durch den Entschluss der Stadt

Warstein, zu diesem Zweck eine eigene Industriebahnstrecke

zu errichten. Hier wurden von 1928 bis

1949 jährlich zwischen 15.000 und 20.000 Tonnen

Eisenerz befördert. Durch die Industriebahn konnten

viele Arbeitsplätze in der Stadt gehalten werden.

Heute wird auf der Warsteiner Industriebahn noch

sehr umfangreich Kalkstein transportiert.

Warsteiner Weg der Montangeschichte

Überblick

Warstein gehört im Sauerland zu den Städten, die sich

durch eine alte erfolgreiche Montanindustrie zur Stadt

in der heutigen Größe entwickelt haben. Anzeichen auf

Eisenhüttenwesen reichen in Warstein zurück bis in die

Jüngere Eisenzeit um 600 v. Chr.

Diese Geschichte hat der Stadtmarketingverband

Warstein e.V. mit Hilfe vieler Wissensträger und

Dokumente zusammengetragen und auf diesem

"Wanderweg der Montangeschichte" mit 18 Stationen

und 33 Tafeln auf einem 8 km langen Spazierweg entlang

der historischen Orte dokumentiert. Wir laden Sie

ein, diesen Weg zu erkunden. Er ist beliebig in beiden

Richtungen zu begehen.

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Station 3: Die Eisenbahn

Standort: Fußweg am Salzbörnchen

Mitte des 19. Jahrhunderts verlor die heimische

Industrie an Wettbewerbsfähigkeit, weil eine

Eisenbahnanbindung fehlte. Nach einem Rückgang

von Arbeitsplätzen wegen der Verlegung verschiedener

Werke nach Soest, Beckum und Lippstadt bildete

sich in Warstein 1878 ein Komitee, das sich den Bau

einer Eisenbahn mit Anschluss an eine der großen

Durchgangsstrecken zum Ziel setzte. Diese

Secundärbahn (WLE = Warstein-Lippstadter

Eisenbahn) führte dann von Warstein nach Lippstadt.

Station 4: Die Warsteiner Eisenindustrie

um 1600

Standort: Suttroper Weg

Ab etwa 1300 siedelten sich entlang der Wäster viele

Betriebe der Eisenerschmelzung und -verarbeitung an.

Ausschlaggebend war die nutzbare Wasserkraft für

Blasebälge und Hämmer. So war die Montanindustrie

hier um 1600 bereits gut entwickelt. Die

Momentaufnahme, die mit Hilfe der historischen Karte

möglich ist, verdeutlicht diese Situation.

Station 4: Erz, Wasser, Kohle und Kalk

Standort: Suttroper Weg

Es zeigte sich im Lauf der Jahrhunderte, welche trefflichen

Bedingungen für eine Eisenverhüttung in

Warstein zusammen kommen: Endlose Wälder,

Kalksteingebirge, nicht einfrierende Gewässer und

Erzvorkommen! Diese natürlichen Ressourcen haben

unsere Montanentwicklung ermöglicht.

Station 5: Grube Rom

Standort: vor dem Oberhagen

Die Eisenerzvorkommen des Oberhagens stellten für

viele Jahrhunderte die Rohstoffgrundlage für die

Eisenindustrie im unteren Wästertal dar.

Wahrscheinlich reicht der Abbau im Oberhagen weit ins

Mittelalter zurück. Dafür sprechen die zahlreichen

Spuren im Wald: Nicht allein die bekannten mächtigen

Pingen und Einstürze (die zu den bedeutendsten

Bodendenkmälern des Bergbaus im Sauerland zählen)

- auch Schachtpingen, Schurflöcher und Reste verstürzter

Stollen bezeugen dies.

Station 5: Berufe in der Montanindustrie

Standort: vor dem Oberhagen

Erzfunde, die seit ca. 600 v. Chr. zunächst im

Tagebau, ab dem frühen Mittelalter auch im Bergbau

abgebaut wurden und zunächst in den

Schmiedebetrieben, dann in Hüttenbetrieben verarbeitet

wurden, brachten eine große Zahl spezifischer

Berufe mit sich. So entstanden die hier beschriebenen

Bergbau-, Hütten- und Metallberufe, die bis heute

fast alle ausgestorben sind.

Station 6: Die Treisequelle

Standort: zur Treise

Als Baron von Hoesch Ende des 17. Jahrhunderts in

Warstein eine Eisenhütte errichten wollte, waren

bereits andere am Wasserlauf der Wäster gelegene

Flächen und die Wasserrechte kurz zuvor an andere

Betriebe (Mühlen und Eisenbetriebe) vergeben worden.

Er konnte jedoch mit seinem Gelände auf

Suttroper Gebiet ausweichen. Dort unter dem

Oberhagen gab es eine für seine Pläne exzellente,

ganzjährig verfügbare Wasserquelle, die Treise.

Station 7: Das Hüttengelände

Standort: Alte Kreisstraße

Nachdem in Warstein über mehrere Jahrhunderte die

Gewinnung und Verarbeitung von Eisen im handwerklichen

kleinen Rahmen erfolgte, trat mit

Reichsfreiherr Gerhardus von Hoesch ab 1739 ein

kapitalkräftiger und von der Obrigkeit protegierter

Investor auf den Plan, der unsere natürlichen

Ressourcen nutzte und eine für damalige Zeit

hochmoderne Hüttenanlage errichtete. Hier werden

einige Meilensteine dieser Hüttengeschichte dargestellt.

Station 8: Warsteiner Öfen und Achsen:

Standort: Einkaufsgelände unten

Bevor das Bier Warsteins Namen verbreitete, tat dies

bis ca. 1970 die bedeutende Warsteiner Eisenindustrie

mit u. a. deutschlandweit beliebten verzierten

Gußöfen sowie weltweit geschätzten Warsteiner

Fahrzeugachsen. Diese Eisenindustrie war der Motor

für die Ansiedelung von Bevölkerung, und damit für

das Wachstum der Stadt und der umliegenden Orte.

Hier am Platz des alten Hüttengeländes war der Sitz

des Unternehmens.

Station 8: „Baron“ von Hoesch und die

Hütte

Standort: Einkaufsgelände unten

1739 beginnt die industrielle Eisenerzeugung in

Warstein-Suttrop: Am 20. August erteilt Kurfürst

Clemens-August dem Geheimen Rat Mathias Gerhardus

von Hoesch die Konzession, Eisenschmelzhütten und

Eisenhämmer und davon abhängige Eisenfabriken zu

errichten. Von Hoesch trug führend dazu bei, neue

Technologien einzuführen und hier am Ort eine solide,

250-jährige Industriegeschichte zu schreiben, die

für die Besiedlung Suttrops große Bedeutung hatte.

Station 9: Der Kupferhammer

Standort: Haus Kupferhammer

Obwohl in dem Industriebetrieb nebenan schon seit

über 200 Jahren kein Kupfer mehr bearbeitet wird,

hat sich sein Name Kupferhammer im Volksmund bis

in die Gegenwart gehalten. Schon vor mehr als 400

Jahren gab es an dieser Stelle eine Nagelschmiede.

Sie wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. 1659 erwarben

die Holländer Jacob und Maria Forkenbeck den

Betrieb und gründeten einen Messinghammer. Die

Nachbesitzer wandelten den Messinghammer in einen

Kupferhammer um.

Station 9: Haus Kupferhammer

Standort: Haus Kupferhammer

Das schlossartige Gebäude ist das Haus

Kupferhammer, ehemaliges Wohnhaus der Fabrikantenfamilien

Möller und Bergenthal. Johann Theodor

Möller erweiterte das Gebäude um die beiden

Seitenflügel. Der aufwändige Baustil einschließlich

der Gräfte lassen deutlich das Schichtenbewusstsein

J.T. Möllers erkennen. Der großbürgerliche Lebensstil

zeigt sich jedoch besonders im Umbau und in der

Erweiterung des Hauses nach dem Kauf 1848 durch

Wilhelm Bergenthal.

Station 10: Grube Martinus und

Treisekapelle

Standort: LWL Außengelände

Im Gelände der LWL-Klinik Warstein liegen für jeden

frei zugänglich die hier beschriebenen Objekte. Das

ehemalige Tagebaugelände der Grube Martinus diente

als Freilichtbühne. Man erreicht es zu Fuß oberhalb der

Elisabethkirche. Des Weiteren befindet sich die

Treisekapelle gleich im Eingangsbereich der Klinik an

der linken Seite. Ein Besuch des schönen Parks mit

alten Bäumen ist ein Erlebnis.

Station 10: LWL-Klinikgelände,

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der LWL-Klinik

Warstein im Jahr 2005 wurde im Gebäude 26 ein

Dokumentationszentrum als Psychiatrie-Museum eingeweiht.

Im Park der LWL-Klinik wurde auf 1.740 Metern Länge

die Anordnung unseres Sonnensystems nachgebildet

und eine Station „Archaische Astronomie“ errichtet.

Der Klinikpark ist für jedermann öffentlich zugänglich.

Ein Besuch des Lehrpfades bietet einen malerischen

Eindruck von der 100-jährigen Parklandschaft.

Station 11: Der Eisenhammer Standort:

Unterm Stillenberg

Die Konzession des Kurfürsten Clemens-August von

1739 beinhaltete auch die Errichtung der von der

Verhüttung abhängigen Eisenfabriken. Bereits nach

dem ersten Hochofenanstich im Werk Wilhelmshütte

wurde 1741 der erste Hammer in einiger Entfernung

zum Hüttengelände, auf dem später danach benannten

Gelände „Am Eisenhammer“, in Betrieb genommen.

Der vergitterte Eingang in der Felswand führte

zu einem Schutzbunker.


Station 12: Der Reckhammer

Standort: Unterm Stillenberg

Der Geheime Kommerzienrat Wilhelm Bergenthal

(Gründer der Firma Gabriel & Bergenthal) schuf in den

Jahren 1834 - 1838 im Wästertal auf einer unbebauten

Wiesenparzelle einen Stahlraffinier-Hammerbau,

später im Sprachgebrauch als "Reckhammer" bezeichnet.

Betrieben wurde hier ein Achsen-Geschläge, eine

Achsen-Dreherei und eine Achsenbüchsen-Giesserei.

Station 12/13: Warsteiner Bodenschätze

Standort: Unterm Stillenberg

Die Entwicklung Warsteins beruht auf Eisenerzgewinnung,

auf Hammer- und Hüttenwesen. Wie die

Kartenmontage verdeutlicht, bestehen auch noch

heute viele "Mutungsfelder" auf Erze wie Eisen, Silber,

Kupfer, Mangan und Blei im Warsteiner Raum. Der

Abbau der noch immer reichlich vorhandenen Erze ist

heute nicht mehr wirtschaftlich.

Station 14: Bergbau im Stillenberg

Standort: Unterm Stillenberg

Der Stillenberg war in der Vergangenheit eine bedeutende

Erz-Lagerstätte im Warsteiner Raum. Hier wurden

Grubenfelder für die Gewinnung ganz unterschiedlicher

mineralischer Rohstoffe verliehen: Eisen, Kupfer, Blei,

Pyrit, Marmor, Mangan. Entsprechend vielfältig sind die

sichtbaren Bergbauspuren im Stillenberg. Es fällt

schwer, die verschiedenen Pingen, Tagebauten,

Schurfgräben und verstürzten Stollenmundlöcher zu

identifizieren.

Station 14: Der Puddelhammer

Standort: Unterm Stillenberg

Im Jahr 1834 errichtete Wilhelm Bergenthal mit

Ferdinand Gabriel am unteren Lauf der Wäster einen

Stahl-Raffinierhammer, wandelte diesen aber schon

bald in einen Puddelhammer um. Hier wurden die

Fortschritte auf dem Gebiet der Stahlerzeugung in die

Tat umgesetzt. Durch die verbesserte Stahlproduktion

wurde in der Folge ein neuer industrieller Aufschwung

ermöglicht: der Bau von Fahrzeugachsen, der

Weltgeltung erlangte.

Station 15: Holzkohle

Standort: Unterm Stillenberg

Zur Verhüttung des Warsteiner Eisenerzes brauchte

man Temperaturen, die nur über die Verwendung von

Holzkohle erzielbar waren. Der Warsteiner Wald mit

seinen ausgedehnten Buchenwäldern bot hierfür

zunächst hervorragende Bedingungen. Das Holz wurde

überwiegend im Wald "verkohlt" und mit Ochsen- oder

Eselkarren nach Warstein transportiert, bis um etwa

1800 der Wald völlig ausgebeutet war.

Station 15: Die "Linnhoff'sche Drahtund

Stiftefabrik"

Standort: Unterm Stillenberg

Die Linnhoff'sche Draht- und Stiftefabrik hatte zu

allen Zeiten ihres Bestehens eine besondere

Bedeutung für die Entwicklung der Wirtschaft und der

Bevölkerung in Belecke.

Durch Ansiedlung von Arbeitern, nicht allein aus der

Region, veränderte sich der bäuerliche Charakter

Beleckes. Mit der Arbeiterschaft gründete sich im

Zuge der Industrialisierung in Belecke neben den

Ackerbauern eine neue soziale Schicht.

Station 16: Siepmann Westerwerk

Standort: Unterm Stillenberg

Hier auf dem Industriegelände befanden sich seit

1829 die Linnhoff'sche Drahtwalze, dann ab 1939 das

Siepmann Westerwerk. 1939 kauften die Siepmann-

Werke die ehemaligen Werksanlagen der "Phoenix -

Westfälischen Union" in Belecke. Sie richteten hier

eine moderne Lehrwerkstätte ein, in der u.a. bis in

die 80-er Jahre des letzten Jahrhunderts ständig mehr

als 100 Lehrlinge in Metallberufen eine gute

Ausbildung absolvieren konnten.

Station 16: Belecker Bergbau

Standort: Unterm Stillenberg

Auch am Südabhang der Haar wurde in der

Vergangenheit Bergbau auf verschiedene Rohstoffe

betrieben. Bedeutung scheint aber vor allem der

Bleibergbau im Bereich zwischen Belecke und Rüthen

gehabt zu haben. Jedoch liegt die Hochphase dieser

bergbaulichen Aktivitäten vor dem Dreißigjährigen

Krieg, so dass es nur sehr wenige urkundliche

Hinweise gibt. Spätere Bemühungen in diesen Feldern

waren nur von kurzer Dauer und nicht von nachhaltigem

Erfolg gekrönt. In der Lanfer wurde noch im 2.

Weltkrieg geringfügig Blei gewonnen.

Station 17: Siepmann

Standort: Fußweg Altstadt Belecke

Mit Schaufeln, Spaten, Forken und Ziergitterspitzen

fing alles an. Unter der Firma Peters & Cie., die erst

1938 in Siepmann-Werke umbenannt wurde, entwickelten

die Brüder Siepmann eine erfolgreiche

Gesenkschmiede, die schon 1911 durch Kauf von ihrem

Schwager Peters in ihr Eigentum überging. Der Bau

eines Zweigwerkes in Belecke wurde 1910 in Angriff

genommen, 1911 konnte dieses Werk die Fertigung

aufnehmen.

Station 17: Folge-Industrien

Standort: Fußweg Altstadt Belecke

Die Aufnahme der Fertigung von Stahl-Armaturen für

die Industrie im Jahr 1946 - heute Stahl-Armaturen

Persta GmbH - durch die Siepmann-Werke kennzeichnet

die Entwicklung von Folge-Industrien in Warstein.

Die Übernahme einer Produktionshalle der Firma

Siepmann war z.B. ab 1945 der Start für eine erfolgreiche

Ansiedlung der AEG Elektroindustrie in Belecke.

Insgesamt bietet das Gelände über 3.000 Menschen

einen guten Arbeitsplatz.

Station 18: Warsteiner Produkte

Standort: Stütings Mühle

Es begann mit Schmiedeerzeugnissen wie Nägel,

Garten- und Ackergerät. Dann folgten Grauguss für Öfen

und Stahlproduktion für Achsen. Sehr stark entwickelten

sich die Gesenkschmiede-Erzeugnisse. Nach dem 2.

Weltkrieg kamen Armaturenbau, Regalbau und die

Elektroindustrie hinzu. Vom Schmiedenagel über Öfen,

Achsen, Gesenkschmiedestücke, Kraftwerksarmaturen,

hochfeste Reaktorschrauben bis hin zur Leistungselektronik

und Leistungshalbleitern waren und sind

Warsteiner Produkte stets bedeutend im Weltmarkt.

Station 18: Kettenschmieden

Standort: Stütings Mühle

Im Zuge der Industrialisierung ab Mitte des 19.

Jahrhunderts boten sich eisenverarbeitende

Fabrikationen auch für das Möhnetal an. 1831 gründete

Kaspar Kellerhoff in Sichtigvor eine

Eisendrahtzieherei. Einige Jahre später baute Victor

Röper in Sichtigvor eine Fabrik, in der aus Stabeisen

Ketten geschmiedet wurden. Das Jahr 1840 gilt als die

Geburtsstunde der "Sichtigvorer Kettenzeit".

Anrührend ist es zu erinnern, dass weit verbreitet als

treuer Mitarbeiter des Kettenschmiedes ein großer

Hund das Laufrad für die Gebläse der Esse drehte.

Station 18: Überblick

Standort: Stütings Mühle

Warstein gehört im Sauerland zu den Städten, die sich

durch eine alte erfolgreiche Montanindustrie zur heutigen

Stadt entwickelt haben. Anzeichen auf

Eisenhüttenwesen reichen in Warstein zurück bis in die

Jüngere Eisenzeit, der Latènezeit, um 600 v.Chr.

Diese Geschichte hat der Stadtmarketingverband

Warstein e.V. mit Hilfe vieler Wissensträger und

Dokumente zusammengetragen und auf diesem

"Wanderweg der Montangeschichte" mit 18 Stationen

und 33 Tafeln auf einem 8 km langen Spazierweg dokumentiert.

Wir laden Sie ein, diesen Weg zu erkunden.

Anmerkungen: Bewirtungsmöglichkeiten finden Sie in Warstein nahe der

Stationen 2 und 3, zwischen Station 10 und 11, sowie in Belecke bei den

Stationen 17 und 18. Parkplätze finden Sie bei den Stationen 1, 3, 7

bis 10, 12 und 18.

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Warsteiner Möhnetal Geschichtsweg

Überblick

Das Warsteiner Möhnetal gehört zu den malerischen und geschichtsträchtigen

Landstrichen des Sauerlandes. Früheste Anzeichen auf Ansiedlungen

reichen zurück bis vor 800, der Zeit Karls des Großen.

Die Geschichte und die Entwicklung dieser Landschaft präsentieren wir Ihnen

auf einem Teilstück entlang der „Kaiser-Route“ von Belecke bis

Niederbergheim.

Mit Hilfe vieler Wissensträger und Dokumente wurde das Material zusammengetragen

und auf diesem "Möhnetal Geschichtsweg" mit 13 Stationen

und 19 Tafeln auf einem 10 km Teilstück entlang der historischen Orte

dokumentiert. Wir laden Sie ein, diesen Weg zu erkunden. Er ist beliebig

in beiden Richtungen zu befahren. Der gesamte Weg ist für Rollstuhlfahrer

gut geeignet.

Tafel 1:

Belecke - Tor zum Sauerland

Die Geschichte der Stadtgründung, das Wirken der

Benediktiner, die Soester Fehde, der Stadtbrand, die

Industrialisierung und die Auswirkung auf Bevölkerung

und Stadtentwicklung werden auf dieser Tafel erläutert.

Schon 938 wurde eine Burg Belecke "Castellum

Baduliki" von drei namhaften Geschichtsschreibern

genannt: der Nonne Roswitha von Gandersheim, dem

Mönch Widukind von Corvey und dem Erzbischof

Adalbert von Magdeburg. Um 980 machte Kaiser Otto

II. seiner Gemahlin Theophanou den "Locus Pateleke"

zum Geschenk. 1009 erwarb Kaiser Heinrich II. den Ort

"Curtis Badelicka" vom Kloster Gandersheim als

Königsgut zurück.

Tafel 2:

Stütings Mühle - Technisches

Baudenkmal

Schon im Jahre 1307 verlieh der Kölner Erzbischof das

Mühlenrecht in unserer Region dem „Praepositus“ des

Abtes von Kloster Grafschaft, dem Propst von Belecke.

Das bedeutete, es bestand für alle Bauern der näheren

und weiteren Umgebung Mahlzwang bei der

Propsteimühle in Belecke...

Heute wird dort Strom aus Wasserkraft gewonnen und

per Wasserrad ein Horizontalsägegatter angetrieben.

Eine Vorführung der Gattersäge ist auf Verabredung

möglich.

Tafel 3:

Entwicklung des Verkehrswesens

in Belecke

Mit Beginn des 19. Jh.`s haben sich die

Verkehrsverhältnisse in unserm Raum grundlegend

geändert. Schon Kaiser Napoleon plante zu Beginn des

Jh.`s hier die West-Ostverbindung, die so genannte

Koblenz - Mindener - Straße, die heutige B 55.

Jahrzehnte lang hat allerdings der Eisenbahn-Verkehr

bei uns die größere Rolle gespielt. Seit Mitte des 19.

Jh.`s beschloss man auch in unserer Gegend,

Eisenbahnlinien zu bauen, um den Güterverkehr vom

Pferdewagen auf die leistungsfähige Bahn zu verlegen.

Belecke wurde zum Verkehrsknotenpunkt von Straße

und Bahn in allen vier Himmelsrichtungen.

Tafel 4:

SIEPMANN und PERSTA

Landwirtschaft, Handwerk und Handel prägten über

600 Jahre das Bild der Stadt Belecke. Seit Beginn des

20. Jahrhunderts gab es durch die Ansiedlung von

Industriebetrieben für Belecke größere Veränderungen

als in den vergangenen Jahrhunderten zusammen. In

dieser Zeit entwickelte sich Belecke von einer

Ackerbürgerstadt zum wichtigsten Industriestandort im

Möhnetal.

Bei Siepmann produziert man heute für den

Maschinenbau, für Nutzfahrzeuge, Schienenfahrzeuge

und den Anlagenbau. Gleichzeitig hat sich die Firma

auf die Herstellung schwerer Gesenkschmiedestücke

spezialisiert. Industrie-Armaturen von PERSTA aus

Belecke finden wir in der ganzen Welt.

Tafel 5:

AEG, Siemens, Infineon

Ab Herbst 1945 begann die AEG mit einigen

Mitarbeitern, Halbleiter zu produzieren. Aus den

bescheidenen Anfängen entwickelte sich eine der

größten Produktionsstätten für Leistungshalbleiter

weltweit. Im Jahre 1964 beschäftigte die AEG Belecke

2400 Mitarbeiter sowie weitere ca. 400 Heimabeiter.

Heute setzen drei Folge-Unternehmen die AEG-

Konzernaktivität fort:

AEG Power Solutions GmbH mit USV-Anlagen, AEG

Elektrofotografie GmbH mit Bildträgern für Kopierer,

Drucker und Röntgenanwendung und Infineon, von

AEG und Siemens als „eupec“ gegründet, sind heute

zusammen der größte Arbeitgeber unserer Gemeinde.

Das weit sichtbare AEG-Leuchtzeichen auf dem Dach ist

eines der letzten in Deutschland.


Tafel 6:

Haus Welschenbeck,

Kaiser-Heinrich-Bad,

Külbesteine

Drei Sehenswürdigkeiten etwas abseits unseres

Geschichtsweges laden zu einem lohnenden Abstecher

ein:

Haus Welschenbeck, die Reste eines ehemaligen

Herrensitzes, heute ein gehobenes Restaurant mit

schönem Biergarten.

Das Kaiser-Heinrich-Bad mit der einzigen Heilquelle

des Sauerlandes ist benannt nach Kaiser Heinrich II.,

der 1009 den Hof Belecke (Curtis Badelicka) erwarb.

Die Külbesteine - zwei markante Kalk-Felsen (350

Mill. Jahre), 12 bzw. 15 m hoch am Südhang der Haar

gelegene Naturdenkmale.

Tafel 7:

Das Kirchspiel Mülheim

Der Name deutet auf eine Mühle am Wasser der Möhne

hin. Die nahe Wallburg auf dem Loermund und der

fränkische Ursprung des Namens sind Indiz für eine

Entstehung des Dorfes in der Zeit Karls des Großen.

Der Hof der Herren zu Molenhem (später Kommende),

der Liethof und der Isinghof gelten als Ursprung

Mülheims. In die Gründungszeit des Ortes fällt die

Anlage einer durch die Wasserkraft der Möhne betriebenen

Mahlmühle.

Im 13. Jahrhundert bildete sich der Pfarrbezirk

Mülheim heraus, das "Kirchspiel" genannt. Er umfasst

neben Mülheim die Nachbarorte Sichtigvor,

Waldhausen und die nahe Belecke gelegenen

Sennhöfe.

Tafel 8:

Kommende Mülheim und

Pfarrkirche St. Margaretha

Am Ende des 17. Jahrhunderts entstand das neue

Haupthaus des Deutschen Ordens, der seit 1266 in

Mülheim residierte. Landkomtur Franz Wilhelm von

Fürstenberg ließ es durch den Kapuzinerbruder

Ambrosius von Oelde errichten. Der Bau der

Pfarrkirche St. Margaretha, die zugleich auch

Ordenskirche war, folgte einige Jahrzehnte später.

Zusammen mit einigen Nebengebäuden ergab sich so

ein ansehnliches Barockensemble. Auf dem Bergsporn

"Loermund" südlich der Möhne, der Kommende

gegenüber gelegen, finden sich die Spuren einer

Wallburganlage.

Tafel 9:

Die Museums-Kettenschmiede

und der Bahnhof Sichtigvor

Erzlagerstätten, Holzkohle und Wasserkraft schufen

schon vor Jahrhunderten die Voraussetzungen für die

Verarbeitung von Metallen im Möhnetal. Die

Entwicklung der Kettenindustrie im 19. Jahrhundert

führte zu einer neuen Blüte der Metallverarbeitung.

Neben einer industriellen Fertigung wurden die Ketten

in einer Vielzahl von kleinen Heimschmieden hergestellt.

Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Soest-

Belecke-Brilon hatte am Ende des 19. Jahrhunderts

das Möhnetal Anschluss an die große Welt gefunden.

Vier Zugpaare passierten täglich auf der eingleisigen

Strecke den Bahnhof Sichtigvor.

Tafel 10:

Die Nutzung der Wasserkraft

Im Bereich Allagen wurde die Wasserkraft der Möhne

vielfach genutzt. Neben den hier beschriebenen drei

Stellen, an denen die Möhne gestaut wurde, um die

Wasserkraft zu nutzen, gab es noch zahlreiche

Kleinanlagen an Möhne und Nebenflüssen für Mühlen

und Blasebalgantriebe von Heim-, Kettenschmieden

oder Nagelschmieden.

Details zu den Anlagen folgen für:

Wassernutzung am Haus Dassel

Wehr zwischen Haus Dassel und Dorfstraße

Wehr am Lietwerk.

Tafel 11:

Das Haus Dassel

Den Eingang zum Freizeitpark beherrscht ein schlossartiges

Gebäude mit Stufengiebel und Turm. Bei diesem

Gebäude handelt es sich um das Haus Dassel. Die

Gründung dieses Gebäudes geht zurück auf Viktor

Röper, der nach 1840 hier ein Eisen- und Kettenwerk

gründete. Viktor Röper baute dieses Haus als Wohnund

Kontorhaus. 1887 übernahm der Fabrikant Georg

Dassel die Werksanlagen und das Gebäude, das dann

1900 von ihm repräsentativ ausgeschmückt wurde.

Nachdem die damalige Gemeinde Allagen das Gelände

und die Villa erworben hatte, übergab sie dieses wunderschöne

Haus 1974 den Vereinen der Gemeinde als

Stätte der Begegnung und Bildung.

Tafel 12:

Die Gemeinde Allagen

Es dürfte die Siedlung Allagen oder Anlagen schon zur

fränkisch - sächsischen Zeit (um 800) gegeben haben,

aber nicht im Möhnetal, sondern am Südabhang der

Haar. Um diese Zeit sind von Soest aus an vielen

Stellen auf der Haar die Wälder gerodet und Pfarreien

gegründet worden. Um 1100 dürfte westlich von dieser

ersten Siedlung ein neues Dorf, nämlich Westendorf,

aufgebaut worden sein.

Bis zur kommunalen Neugliederung 1975 war Allagen

eine selbständige Gemeinde im Amt Warstein. Sie

wurde dann ein Stadtteil der neuen Stadt Warstein und

hat ca. 2800 Einwohner.

Tafel 13:

Die Pfarrkirche Allagen

Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist stammt aus den

Jahren 1887 - 1891. Sie wurde aus Allagener

Grauwackesteinen aus dem Steinbruch Krebsufer im

neugotischen Stil errichtet. Dieses Gotteshaus ist das

4. in der Gemeinde Allagen und das 3. an dieser Stelle.

1888 wurde die alte Kirche, im Barockstil aus der Zeit

um 1670, abgerissen. Davor hat dann etwa über 500

Jahre, seit dem Jahr 1144, die erste Kirche an dieser

Stelle gestanden. Das Patronat mit „Johannes dem

Täufer“ weist auf Allagen als sehr alte Pfarrei hin.

Tafel 14:

Marmor- und Granitwerk

Eisenverarbeitung

Georg Dassel, der 1886 das Firmengelände des heutigen

Hauses Dassel und des Dasselparks gekauft hatte, errichtete

dort ein Marmorwerk. Die Werksanlagen wurden von

Grund auf modernisiert. Im Jahre 1905 kaufte Georg

Dassel auch das westlich von Allagen gelegene

„Lietwerk“ und baute es als Zweigwerk für

Granitverarbeitung aus. Etwa zeitgleich in den Jahren ab

1840 wurde mit der Produktion und Verarbeitung von

Eisen und der Fabrikation von Ketten in Allagen und

Sichtigvor begonnen. 1841 wurde auf dem Gelände des

heutigen Lietwerkes eine „Drahtrolle“ erbaute. Es folgte

in Allagen ein „Blankschmiedehammer“ und eine

Eisenschneidemühle, die mit der Wasserkraft angetrieben

wurden.

Tafel 15:

Augustinerinnenkloster und

Kapelle zu Niederbergheim

Urkundlich belegtes kirchliches Leben in

Niederbergheim findet seit weit mehr als 500 Jahren

im Bereich der heutigen Kapelle statt. Erste Hinweise

auf ein kleines Kloster (auch „Kluse“ oder „Klause“)

gehen auf die Zeit um 1490 zurück. Es handelte sich

hierbei um eine Niederlassung des Rüthener

Augustinerinnenklosters. Auf den Fundamenten der

alten Klausenkapelle bauten die Niederbergheimer um

1735 ein neues Gotteshaus, welches im Jahre 1921

umfangreich erweitert wurde.

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Tafel 16:

Alte Mühle und Landwirtschaft

von Niederbergheim

Die alte Mühle, und die Landwirtschaft sind die Säulen,

auf denen die Entwicklung des Ortes aufbaut. Der Bau

der romantischen Mahlmühle am Ortseingang von

Niederbergheim wurde im Jahre 1551 vom Kölner

Erzbischof veranlasst und ging 1590 an den Deutschen

Ritterorden zu Mülheim. Heute befindet sich hier eine

weitbekannte Galerie für Kunst und Kunstgewerbe. Die

bedeutende Landwirtschaft ist hier seit je her durch

Ackerbau, Viehzucht und z. T. Forstwirtschaft gekennzeichnet.

Tafel 17:

Die Ortsgeschichte von

Niederbergheim

Erste landwirtschaftliche Siedlungen im heutigen

Gebiet von Nieder- und Oberbergheim dürfte es

schon zur Zeit der sächsisch-fränkischen

Auseinandersetzungen in der Zeit Karls des Großen

(747 bis 814) gegeben haben. Um diese Zeit sind von

Soest aus an vielen Stellen auf der Haar die Wälder

gerodet und erste Pfarreien gegründet worden.

Insbesondere das Ortsnamensgrundwort “-heim

weist auf fränkische Ursprünge hin. Eng verknüpft

bei allen Erwähnungen von Niederbergheim ist der

Siedlungsbereich von Oberbergheim.

Tafel 18:

Loagshof und Genossenschafts-

Schlächterei

Mit dem aufkommenden Bedarf an befestigten Straßen

gründete Heinrich Loag an der Bördestraße einen

Dampfwalzenbetrieb mit Schmiede. Die Dampfwalzen

wurden beim Straßenbau in ganz Westfalen und im

Rheinland eingesetzt. 1898 wurde am Standort der

heutigen Fa. Objekta Störmann eine Genossenschafts-

Schlächterei errichtet. Dieser Betrieb erlebte eine

wechselvolle Geschichte, die jedoch wegen der bis zu

60 Arbeitsplätzen für Niederbergheim eine besondere

Bedeutung hat.

Tafel 19:

Arnsberger Wald -

Holzwirtschaft und Erholung

Der Naturpark Arnsberger Wald dient heute neben der

Holzproduktion insbesondere auch der Erholung der

einheimischen Bevölkerung und der vielen Gäste. In

den letzten Jahrhunderten war es bevorzugt der

Rohstoff Holz sowie dessen Transport und

Weiterverarbeitung, der für zusätzliche Einkünfte der

einheimischen Bevölkerung sorgte. Der Holztransport

geschah mit hölzernen Rungenwagen, die bis zum 2.

Weltkrieg durch Ochsen gezogen wurden. Nach dem

Krieg wurden die Ochsen zunächst durch Pferde, dann

Mitte der 1950er Jahre durch LKW´s abgelöst.

Stadtmuseum Schatzkammer Propstei, Belecke

Das 1072 gegründete Benediktinerkloster Grafschaft errichtete um 1100

die Propstei in Belecke. Sie war bis 1804 (Säkularisation) mit einem

Propst und mit bis zu 7 Mönchen besetzt. Das ehemalige

Wirtschaftsgebäude beherbergt heute das Stadtmuseum „Schatzkammer

Propstei“.

Dieses Museum verbindet mit seiner Ausstellung Stadt -und

Kirchengeschichte mit kunstgeschichtlichen Akzentuierungen, aber auch

mit der Klostergeschichte des Sauerlandes. Die eigentliche Schatzkammer

des Stadtmuseums zeigt liturgische Gewänder aus dem 17./18.

Jahrhundert mit der „ Goldenen und Roten Kapelle“ als vollständig erhaltene

Pontifikalornate der Grafschafter Äbte und eine Fülle kostbarer

Kelche, Ziborien und Monstranzen aus dem 15.bis 18. Jahrhundert. Hier

gilt der Abtskelch von 1509 als einzigartiges Kunstwerk seiner Art im

Sauerland.

Der Turm der Propsteikirche St. Pankratius mit seiner charakteristischen

Barockhaube grüßt schon von weitem. Das heutige Kirchenschiff

(Ersterwähnung der Kirche 1087) wurde als barocker Saalbau 1749 / 1750

errichtet und ist ein glänzendes Beispiel barocker Vielfalt und

Formensprache. Dabei bilden der zweigeschossige Hochaltar mit seinen

auswechselbaren Gemälden und die beiden Seitenaltäre den Höhepunkt

des kostbaren Interieurs.

Besondere Aufmerksamkeit der prachtvollen Innenausstattung der Kirche

verdienen auch die sog. „Odacker-Madonna“ sowie das „Pestkreuz“, beide

Exponate aus dem frühen 14. Jahrhundert. Eine kunstvoll geschwungene

Kommunionbank in feiner Intarsienarbeit entstand 1754 und zeigt alttestamentliche,

eucharistische Motive.

Öffnungszeiten des Museums

Mittwoch—Samstag—Sonntag 15.00 - 17.00 Uhr

Ausserhalb dieser Öffnungszeiten sind Besichtigungen sowie Führungen

durch das Museum und durch die Kirche insbesondere für Gruppen nach

vorheriger Anmeldung möglich:

Joseph Friederizi Tel. 02902 / 71132

E-mail: joseph-friederizi@online.de

Pfarrer Markus Gudermann Tel. 02902 / 71087

E-mail: St.Pankratius-Belecke@t-online.de

Stadtmuseum Schatzkammer Propstei , Am Propsteiberg 1,

59581 Warstein-Belecke, Tel.: 02902-71816


Der offene Park der LWL-Klinik

Im Parkgelände der LWL-Klinik Warstein, einer Einrichtung des

Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), befindet sich ein bemerkenswertes

Psychiatriemuseum, dessen Sinn es ist, Zeugnisse der Vergangenheit

der Psychiatrieklinik Warstein in einem Dokumentationszentrum

zu bewahren, zu ordnen, aufzuarbeiten und zu präsentieren - auch mit

ihren Schattenseiten. Der Eintritt ist frei. Anschrift und Verabredung:

Öffnungszeiten nach Vereinbarung

Ansprechpartner:

Fort- und Weiterbildungszentrum

Telefon 02902 82-1064 · Telefax 02902 82-1069

fortbildung@psychiatrie-warstein.de

www.psychiatrie-warstein.de

Psychiatrie-Museum Warstein

LWL Klinik Warstein

Franz-Hegemann-Straße 23 ·

59581 Warstein

Träger

Landschaftverband Westfalen-Lippe

Freiherr-vom-Stein-Platz 1 · 48133 Münster

Telefon 0251 591-01 · www.lwl.org

Psychiatriemuseum des LWL

Baumgeschichte(n)

Lehrpfad im Park der LWL-Einrichtung Warstein

Der Park mit seiner Ausdehnung von 340 000 Quadratmetern, seinen ca.

1400 Bäumen - die Mehrzahl angepflanzt zwischen 1905 und 1930 -

und seinen 84 zum Teil seltenen Baumarten gehört zu den besonderen

Sehenswürdigkeiten der Region.

Im Jahr 2000 entstand der Plan, den Park der LWL-Einrichtungen in

Warstein mit seinen seltenen Baumarten durch Anlegen eines Baum-

Lehrpfads einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen. Auf

Vermittlung von Forstdirektor Heinz Peter Schmitt aus Remblinghausen

stellten Olaf Lange 2001 und Eckhard Reckling 2003 im Rahmen von

Diplomarbeiten Untersuchungen zur weiteren Entwicklung des Parks an.

Eckhard Reckling erarbeitete zudem einen Baum-Kataster und einen

detaillierten Vorschlag für einen dendrologischen Rundgang mit 96

Baum-Stationen. Basierend auf diesen Vorarbeiten erstellten wir einen

Baumpfad mit vorerst 25 Baum-Arten.

Ein Heft, das man am Lehrpfad findet, erläutert in kurzen Texten die

Besonderheiten der ausgewählten Bäume, gibt eine Orientierung zum

Aufsuchen ihrer Standorte und soll als kleines Nachschlagwerk zu Hause

dienen.

Im Park werden die Bäume auf Info-Tafeln vorgestellt mit Fotos, die

Details aus verschiedenen Jahreszeiten zeigen. Die Ersteller dieses

Lehrpfades, Wolf Mathes und Bernd Mues, im September 2008 über ihre

Arbeit:

„Uns hat die Einrichtung des Baumpfads viel Spaß gemacht, und wir

wünschen den Besuchern einen informativen, unterhaltsamen

Spaziergang.“

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Der Astronomie-Lehrpfad im LWL-Park

Das Universum

Noch vor hundert Jahren wusste man nicht, ob die Milchstraße den

ganzen Kosmos ausfüllt oder nicht. Dank des technischen Fortschritts

kann man heute Milliarden solcher Galaxien wie unsere Milchstraße

beobachten. Alle Sterne, Planeten und Monde, die wir am nächtlichen

Himmel sehen, gehören zu unserer Milchstraße, einzig der

"Andromedanebel" im Sternbild "Andromeda" ist eine andere Galaxie.

Er ist ca. 2 Millionen Lichtjahre entfernt und läßt sich in klaren Herbstbzw.

Frühwinternächten als verwaschener Lichtfleck noch mit bloßem

Auge erkennen. Es gibt ca. 100 Milliarden Milchstraßen dieser Art im

Universum, die wir jedoch mit bloßem Auge nicht mehr erkennen können.

Der Kosmos ist ca. 15 Milliarden Jahre alt.

Unsere Galaxis

Unsere Galaxis (griechisch: galaxos = Milch), allgemein "Milchstraße"

genannt, besteht wiederum aus ca. 100 Milliarden Sternen (Sonnen),

sie mißt ca. 110.000 Lichtjahre im Durchmesser, ca. 16.000 Lichtjahre

ist sie im Zentrum dick. Unser Sonnensystem befindet sich ca. 28.000

Lichtjahre vom Zentrum entfernt. Wie viele Planeten die einzelnen

Sonnen = Sterne unserer Milchstraße haben, ist zur Zeit noch völlig

unklar. Ebenso ob und in welcher Weise auf ihnen Leben in irgendeiner

Form existiert.

Die Sonne

ist einer von den ca. 100 Milliarden Sternen, die in einer großen

Sterneninsel, unserer Milchstraße, zusammenstehen. Unser Sonnensystem

liegt auf einem der Spiralarme der Milchstraße. Unsere

Sonne ist der größte Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Sie

besitzt 99% der Materie und von dem, was übrig bleibt, entfallen 70%

auf den Planeten Jupiter. Der Rest verteilt sich auf die anderen

Himmelskörper in unserem Sonnensystem. Die Sonne wandelt in ihrem

Inneren unter großer Hitze (15 Millionen °C) Wasserstoff in Helium

um und strahlt die dabei entstehende Energie ab. Ohne die Sonne mit

ihrer Energie gäbe es kein Leben auf der Erde. Unsere Erde fängt nur

2 Milliardstel der gesamten Sonnenenergie auf. In jeder Sekunde

erzeugt die Sonne mehr Energie, als der Mensch seit seinen Anfängen

insgesamt geschaffen hat. Die Sonne hat riesige Dimensionen. Sie

besitzt 333.000 mal mehr Masse als die Erde. Die Sonne ist ca 4,5

Milliarden Jahre alt und wird voraussichtlich 10 Mrd. Jahre alt, bis sie

als „Roter Riese“ zu einem Todesstern wird, der die nahen Planeten

(Merkur und Venus) dann in sich aufgesaugt und vernichtet hat.

Hier im Park der Westfälischen Klinik Warstein wurde auf 1.740

Metern Länge die Anordnung der Planeten unseres Sonnensystems

nachgebildet. Dabei wurden die Abstände untereinander, die

Größenverhältnisse zueinander, sowie allerhand Wissenswertes

über die Planeten dargestellt, wie z.B. die astrologischen

Sternzeichen.

Der Lehrpfad ist im Parkgelände gut ausgeschildert

Willkommen auf dem Astronomie-Lehrpfad in Warstein.

Wir laden Sie ein, mit uns einen Blick auf unser Sonnensystem, einen

kleinen Ausschnitt unseres Kosmos, zu werfen. Wie winzig wir dabei

erscheinen, soll Ihnen ein Gedanke an unsere Raumfahrt verdeutlichen:

Raumfahrt nennen wir es, wenn wir die Distanz bis zum Mond

überwinden. Wie winzig wird dieser "Katzensprung", der doch ein

"großer Schritt für die Menschheit" war, wenn wir an die

Dimension unseres Sonnensystems denken. Bis zu dem äußeren

Planeten Pluto müssten wir einen 15.000-fach größeren Schritt tun

und wären doch erst am Rande unseres Sonnensystems. 100

Milliarden Sonnensysteme wie das unsere gibt es in unserer Galaxie

und 100 Milliarden Galaxien gibt es im Kosmos. Man kommt sich

ganz klein vor.

Der Sonnensystem-Lehrpfad führt Sie in das Gelände der

Westfälischen Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Die

Gebäude der Klinik wurden in den Jahren 1903 bis 1905 vorwiegend

im Jugendstil erbaut und stehen unter Denkmalschutz. Heute werden hier jährlich

mehr als 4000 Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen psychiatrischen

Erkrankungen behandelt.

Der Rundgang beginnt auf dem Parkplatz direkt neben der Pforte. Eine kleine

Holzbrücke führt dann über die Dorpke in das weiträumige Gelände mit Blick

auf das Verwaltungsgebäude.

Merkur ist der Planet mit dem geringsten Abstand zur Sonne. Das

Sonnenlicht wirkt hier 10 mal intensiver als auf dem Mond. Um die

Mittagszeit steigen die Temperaturen auf über 430°C

an, heiß genug, um Zinn, Blei und Zink zu schmelzen.

Nachts sinkt die Temperatur wegen der sehr dünnen

Atmosphäre unter -170°C. Merkur ist ein kleiner

Planet, nicht viel größer als unser Mond. Sein

Durchmesser beträgt ca. 4.878km. Seine Oberfläche

ist voller Krater. Seine hohe Dichte (zweithöchste nach der Erde) weist auf

einen Eisenkern hin. Er besitzt selbst keinen Mond.


Wenn man die Venus durch ein Fernrohr betrachtet,

so entdeckt man keine Einzelheiten auf ihrer

Oberfläche. Die Venus besitzt eine geschlossene

Wolkendecke aus Schwefelsäure. Der gelbe

Nebelschleier umrundet die Venus in 4 Erdentagen

mit einer Geschwindigkeit von 360 km/h. Bei der

Landung der Raumsonden vor rund 30 Jahren wurde

eine wahrhaft höllische und tote Oberfläche vorgefunden. Die

Venusatmosphäre besteht zum Großteil aus Kohlendioxid und einem

geringen Teil Stickstoff. An der Venusoberfläche ist es ständig so heiß,

daß Blei schmelzen würde; es gibt keine Jahreszeiten wie auf der Erde.

Die Venus rotiert rückwärts, sie dreht sich entgegen zur Umlaufrichtung

um die Sonne. Auf der Venus geht die Sonne daher im Westen auf.

Die Erde ist der dritte Planet von der Sonne aus gesehen.

Mit einer Entfernung von ca. 150 Millionen

Kilometern hat die Erde den geeigneten Abstand zur

Sonne, so dass es hier Wasser in Hülle und Fülle gibt.

Leben, wie wir es kennen und Meere, in denen es entstanden

ist, gibt es in unserem Sonnensystem nur auf

der Erde. Ca. 97 % der gesamten Wassermenge der Erde

befinden sich in den Ozeanen. 80 % des Süßwassers

sind im Eis der Pole gefroren und nur ein kleiner Teil nimmt an dem

Wasserkreislauf teil. Er verdunstet aus den Ozeanen, bildet Wolken, regnet

dann auf die Oberfläche ab und gelangt dort über die Flüsse zurück

ins Meer. Die Meere bedecken dreiviertel der Erdoberfläche. Hätte die Erde

keine Erhebungen, würde die gesamte Oberfläche von einem 2 km tiefen

Ozean bedeckt sein. Sie besitzt einen Mond, der sie in einer durchschnittlichen

Entfernung von 384.000 km umkreist. Sie ist etwa 4,5 Milliarden Jahre

alt.

Der Mars besitzt eine dünne Atmosphäre, durch die

man auch von der Erde aus Einzelheiten auf seiner

Oberfläche erkennen kann. So entdeckten die Astronomen

der letzten Jahrhunderte bei ihren Beobachtungen

mit Teleskopen sein erdähnliches Aussehen.

Der Mars besitzt Polkappen, die mit den Jahreszeiten

wachsen und schrumpfen. Es bilden sich Wolken, was

ohne Atmosphäre nicht möglich wäre. Deshalb gab es viele Spekulationen

über Leben auf dem Mars. Heute, nachdem einige Raumsonden den

Planeten besucht haben, scheint sich diese Annahme zu bestätigen: vermutlich

gab es dort Wasser und evtl. auch Leben. Der Mars fällt durch

seine Rotfärbung auf, die durch Eisenoxid verursacht wird. Er besitzt zwei

kleine Monde: Phobos und Deimos, die nur 2 und 22 km groß sind.

Jupiter ist der Gigant in unserem Planetensystem.

Sein Durchmesser ist 11 mal größer als der der Erde.

Es gibt auf Jupiter keine festen Strukturen. Bei günstiger

Stellung Jupiters gegenüber der Erde ist er der

zweithellste Planet am Nachthimmel, nach Venus.

Seit ca. 300 Jahren beobachtet man auf Jupiter einen

gewaltigen Wirbelsturm (der große rote Fleck). Allein

dieser Sturm ist dreimal so groß wie die Erde. Jupiter rotiert sehr schnell,

Rotationsdauer 9 Std. und 55 Minuten. So entstehen die farbigen

Wolkenbänder in der Atmosphäre des Jupiter. Jupiter, der „Gasriese“, hat

16 Monde, davon sind 4 gut zu beobachten, sie sind größer als der Planet

Pluto. Die bekanntesten sind Io, Europa, Ganymed, Kallisto. Die Monde

wurden erstmals 1610 von Galilei mit seinem gerade der holländischen

Erfindung (von 1609) nachgebauten Fernrohr beobachtet.

Eines der schönsten Fernrohrobjekte ist zweifellos

Saturn. Er ist der sechste Planet von der Sonne aus

gesehen und damit der entfernteste Planet, der ohne

Hilfsmittel von der Erde aus gesehen werden kann.

Durch ein Fernrohr offenbart er uns ein Ringsystem.

Seine Äquatorebene ist um 29 Grad gegen die

Umlaufebene geneigt, deshalb sehen wir im Verlauf mehrerer Jahre aus

unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Ringebene. Auch Saturn ist ein

Gigant; die Erde würde 900 mal in seinem Inneren verschwinden. Er ist

der zweitgrößte Planet im Planetensystem. Auf seiner Oberfläche toben

Stürme, er besitzt keine feste Oberfläche und um ihn kreisen 17 Monde.

Der größte Mond Titan ist mit einem kleinen Fernrohr neben Saturn sichtbar.

Titan besitzt als einziger Mond im Planetensystem eine nennenswerte

Atmosphäre. Auf Titan kann möglicherweise Leben existieren; eine

erste Sonde der ESA landete auf Titan im Jahre 2005. Die Ergebnisse werden

noch ausgewertet. Saturn hat bei seinem Umlauf um die Sonne von

allen mit dem bloßen Auge sichtbaren Planeten die langsamste Bewegung

Uranus ist wie Jupiter und Saturn ein Gasriese.

Dieser Planet ist sehr weit von der energiespendenden

Sonne entfernt. In seiner Atmosphäre gibt es

Methanwolken. Das Methangas absorbiert den roten

Anteil des Sonnenlichts; der Planet erscheint uns in

blau-grün. Der rechte Bildteil zeigt uns einen smogartigen

Dunst über dem der Sonne zugewandten

Südpol. Dieser Dunst ist rötlich, weil die Methanmoleküle durch das

Sonnenlicht gespalten werden. Die Äquatorebene des Uranus ist 97,9 Grad

gegenüber der Umlaufebene geneigt. Er dreht sich entgegen seiner

Umlaufrichtung um die Sonne um seine Achse.

An der Elisabeth-Kirche - einst

Mittelpunkt der kleinen

Kirchengemeinde - erreicht der

Rundgang seinen höchsten

Punkt. Nach einem weiteren Bogen durch

den westlichen Teil des Geländes sehen wir

abschließend das Haus Röntgen (Gebäude

51) mit der Institutsambulanz.

Am 25. August 1989 flog die Raumsonde Voyager 2

an diesem 2. Blauen Planeten vorbei und machte die

phantastische Aufnahme von Neptun. Der dunkle

Fleck auf seiner Oberfläche ist ähnlich wie bei Jupiter

ein großer Sturm. Seine blaue Färbung verdankt er,

ähnlich wie bei Uranus, dem Methangehalt in seiner

Atmosphäre. Neptun ist 17 mal größer als die Erde.

Berühmt wurde Neptun durch seine Entdeckung. Astronomen beobachteten

bei Uranus starke Bahnstörungen. Aufgrund dieser Störungen und der

Annahme, dass ein weiterer Planet die Störung hervorrief, berechneten

1845 und 1846 die Astronomen Adams und Leverrier die Bahn des unbekannten

Planeten. So entdeckte mit Hilfe dieser Berechnungen J.G. Galle

den Neptun am 23. September 1846. Seine Atmosphäre, die hauptsächlich

aus Wasserstoff und Helium besteht, ist durch extrem starke Orkane,

mit Windgeschwindigkeiten bis zu 2000 km/h geprägt. 8 Monde umkreisen

Neptun.

Alle Planeten unseres Sonnensystems haben wir schon

durch Raumsonden besucht, mit Ausnahme von

Pluto. Dieser Planet ist der Außenposten, er ist am

weitesten von der Sonne entfernt. Seine Umlaufbahn

um die Sonne ist aber sehr exzentrisch, so dass der

Abstand zur Sonne zwischen 4,4 Mrd. und 7,3 Mrd. km

schwankt. Damit liegt ein Teil der Plutobahn noch

innerhalb der Neptunbahn. Diesen Bereich seiner Umlaufbahn durchlief

Pluto zwischen 1979 und 1999. In dieser Zeit war Neptun der sonnenfernste

Planet. Pluto hat einen Durchmesser von 2.300 km. Wie seine

Oberfläche aussieht, kann nur vermutet werden, da es nur

Teleskopaufnahmen von der Erde aus gibt.

Vor der Rückkehr zum Ausgangspunkt an

der Pforte fällt der Blick auf die

Treisekapelle, das älteste Gebäude im

Klinikpark. Hier erinnert eine

Gedenkstätte an die Opfer der Weltkriege und der

Euthanasie.

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Themenstation Archaische Astronomie im LWL-Park

In der Themenstation im Klinikpark gegenüber dem Gebäude 57

erhalten Sie einen Überblick über das Wissen in der Astronomie

besonders in unseren Breiten von 15.000 bis 1000 v. Chr.

Im Stiersaal der Höhle von Lascaux (F) kann man den kompletten

Stern-Tierkreis der Plejaden sehen. Er stammt von 15000 v. Chr.

Im Sumerischen „Epos der Schöpfung“ (ca. 3500 v. Chr.) wird die

Entstehung unseres Sonnensystems im Weltall beschrieben. Man

zählt mit dem Erden-Mond sogar 11 Gottheiten (Planeten).

Die Himmelsscheibe von Nebra ist die älteste bekannte Himmelsdarstellung

und evtl. auch die älteste astronomische Sternkarte der

Menschheit. Sie wurde ca. 1600 v. Chr. im heutigen Sachsen-Anhalt

erschaffen.

Sowohl die Konstruktion wie auch die geometrisch/astronomische

Bedeutung der Ausrichtung

von Stonehenge werden erläutert.

Das Lichtphenomen von Newgrange und das von

Abu Simbel, das allerdings erst fast 2000 Jahre

nach der Konstruktion in Irland verwirklicht

wurde, werden verglichen.

Die „Zauberhüte“, erst kürzlich entschlüsselt,

erlauben die genaue Berechnung des Methon-

Zyklusses, d.h. des zyklischen, sich alle 18,6

Jahre wiederholenden Bewegungsablaufs zwischen

Sonne, Mond und Erde.

Diese und mehrere andere Erkenntnisse, die die

Archaische Astronomie in unseren Breiten darstellt,

werden erläutert.


Warstein - Haus Kupferhammer

Das Stadtmuseum „Haus Kupferhammer“ bietet den Besuchern in einer

barocken schlossartigen Anlage aus der Mitte des 18. Jahrhunderts eine

reichhaltige Fülle geschichtlicher Informationen zur Historie der Stadt

Warstein.Die beachtenswerte Abteilung Geologie und Mineralogie – Vorund

Frühgeschichte – präsentiert u.a. das rekonstruierte Skelett eines ca.

10.000 bis 15.000 Jahre alten Höhlenbären aus den Warsteiner

Bilsteinhöhlen. Sehenswert sind die Ausstellungen zum bäuerlichen

Wohnen im 18. und 19. Jahrhundert, zur Entwicklung der eisenverarbeitenden

Industrie im Warsteiner Raum und die Skulpturensammlung im idyllischen

Wintergarten. Reizvoll sind die im Obergeschoss angesiedelten

Räumlichkeiten der ehemaligen Besitzerfamilie Bergenthal mit dem originalgetreuen

Wohnzimmer, Biedermeierzimmer, Flur und Florentinerzimmer.

Der Festsaal vermittelt eindrücklich Leben und Selbstverständnis

großbürgerlicher Familien in vergangener Zeit.

Haus Kupferhammer

Belecker Landstr. 9

59581 Warstein

Telefonnummer für Führungen:

Verein der Freunde und Förderer

des Museums Haus Kupferhammer

(0 29 02) 30 55 Herr M. Zimmermann

Öffnungszeiten:

Samstag: 14.30 Uhr - 17.00 Uhr

Sonntag: 10.30 Uhr - 12.30 Uhr

14.30 Uhr - 17.00 Uhr

Gruppen nach besonderer Vereinbarung

In der Geschichte des Unternehmens und des Hauses Kupferhammer spielten insbesondere zwei Persönlichkeiten

eine herausragende Rolle: Geheimer Kommerzienrat Wilhelm Bergenthal, der für Warstein Arbeit und

Wohlstand brachte und Ottilie Bergenthal, die Haus Kupferhammer und das gegenüberliegende Parkgelände

der Stadt zur Belebung für Bildung und Miteinander schenkte. Heute finden Vortragsreihen und weit über

Warsteins Grenzen hinaus bekannte Kupferhammerkonzerte statt.

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Spaziergang Warstein Zentrum

Stadtzentrum - Piusberg - Markt - Kohlmarkt

- Alte Kirche - Zehnthof - Bullerteich

Gesamtlänge 4,8 km (incl. Rückweg), Höhendifferenzen: ±135 m

Weg: Vom Stadtzentrum aus führt der kürzeste Weg

über den Müschederweg und die Hospitalstr. auf den

Piusberg. Ein Handlauf auf der rechten Bergseite

erleichtert den Aufstieg.

Bild: Blick vom Piusberg auf die Altstadt mit der Alten

Kirche und die neue Stadt mit der Pfarrkirche "St.

Pankratius" im Tal. Aus Begeisterung für Papst Pius IX.

zimmerten Bürger der Stadt ein Eichenkreuz und

errichteten es auf dem Felsmassiv. 1877 erhielten Berg

und Kreuz ihren Namen.

Weg: Über den Schotterweg unterhalb des Piusberges

gelangen wir zum Müschederweg (ggf. nach dem

Abstieg vom Piusberg vorab noch nach links bis zur

Absperrung gehen).

Bild: Kalksteinbetrieb - Der Kalksteinabbau ist ein

bedeutender Wirtschaftsfaktor in Warstein. Ein Blick

in einen der großen Kalksteinbrüche lässt die

Landschaftsveränderungen erahnen, die durch den

jährlichen Abbau von ca. 2,3 Mio. Tonnen entstehen.

Weg: Müschederweg abwärts bis zur B 55. Nach Überqueren

der Hauptstr. links und dann nach wenigen

Metern rechts in die Dieplohstraße einbiegen

Bild: Rathaus - das mit grünem Anröchter Sandstein

errichtete Gebäude ist Sitz des Verwaltungsvorstandes

der Stadt und mehrerer Fachdienste, u.a. des Bürgercenters.

Weg: links neben dem Rathaus

Bild: Glockenspiel und der "200-Jährige" - die Glocken

erklingen um 10, 12 und 18 Uhr. Die Szenen unterhalb

der Glocken erinnern an den Bürgermeistersprung von

1646, das "Poahläsen" (auf den Stein setzen) als

Tradition bei den Grenzbegehungen und den Stadtbrand

von 1802.

Weg: nur wenige Meter weiter

Bild: Domschänke - das 1803 nach dem großen

Stadtbrand errichtete Fachwerkgebäude ist das

Stammhaus der Warsteiner Brauerei.

Weg: gegenüber

Bild: Pfarrkirche St. Pankratius - die 1857 fertiggestellte

dreischiffige Hallenkirche fasziniert durch ihre

imposante Größe. Sehenswert im Innern sind der

"Papensche Altar", die Pieta in der Marienkapelle und

der restaurierte Epitaph, der in Größe und Darstellung

als „einmalig nördlich der Alpen“ eingestuft wird.

Weg: auf dem Marktplatz vor der Pfarrkirche

Bild: Marktbrunnen - oben wird an die mittelalterliche

Zehntabgabe erinnert, darunter versinnbildlichen

Eisengießer, Schmied, Brauer, Waldarbeiter und

Steinbrucharbeiter die hauptsächlichen Tätigkeiten in

der Region.

Weg: vom Marktplatz aus links bis zur beampelten

Kreuzung gehen, dann links

Bild: Bruch - der Blick von der B 55 zur Alten Kirche

hin ist eines der meist gemalten Motive Warsteins.

Weg: Bruch bis zur Einmündung des Butenaf gehen

Bild: Pumpe - der 1886 in Betrieb genommene

"Brunnen" erhielt sein Wasser von dem auf gleicher

Höhe liegenden Quellgebiet am Hillenberg. Das mittels

einer Pumpe entnommene Wasser musste von hier

mit Eimern auf den Berg getragen werden. Historische

Leuchten und eine Bank laden an historischer Stelle

am ehemaligen unteren Stadttor der mittelalterlichen

Stadt zum Verweilen ein.

Weg: Es geht über den Butenaf und die Straße Am

Kohlmarkt weiter aufwärts bis zum Kohlmarkt.

Bild: Kohlmarkt - er ist urkundlich erstmalig 1477 als

"kolmarkede" erwähnt. Vermutlich fand früher hier vor

der Oberen Pforte der Stadt der Markt statt. Noch bis

nach dem Zweiten Weltkrieg wurde hier das Getreide

der Warsteiner Bauern gedroschen. Die neue Gestaltung

des Fleckens mit mehreren Ruhebänken gibt

Gelegenheit zu einer kurzen Rast.


Weg: Vom Kohlmarkt aus gehen wir über die Alte

Rathausstraße bis zur Querstraße Zur Alten Kirche

Bild: Fachwerkhaus Pennekamp - die Hausinschrift

verrät, dass das Haus 1896 errichtet und 1978 renoviert

wurde. Vor dem Stadtbrand 1753 hat hier das

Haus von Caspar Cramer gestanden, in dem das erste

Warsteiner“ gebraut und durchs Fenster verkauft wurde.

Weg: gegenüber

Bild: Alte Kirche - die im Zuge der Stadtgründung

1276 errichtete „Wehrkirche" bildete im Mittelalter

das Zentrum der Stadt. Bemerkenswert sind im Innern

der barocke Hochaltar und die beiden Seitenaltäre aus

dem 17. Jahrhundert sowie die um 1750 geschaffene

Rokoko-Kanzel.

Weg: Unterhalb der Alten Kirche über den Benderweg

zur Wegekreuzung.

Bild: Zehnthof - er bezeichnet die ungefähre Lage der

1254 zerstörten landesherrlichen Burg des Erzbischofs

von Köln. Später residierten hier Benediktiner des

Klosters Grafschaft, dem Warstein seit 1072 zehntpflichtig

war.

Spaziergang 1:

Warstein Zentrum - Hubertuskapelle -

Brauerei - Altenwarstein

Einfache Länge 5,2 km, Höhen: 117/75 m, Rückweg 2 km

Weg: Vom Zehnthof aus gehen wir den teilweise

mit Treppen befestigten Fußweg abwärts bis

zur Querstraße Unterm Hagen. Hier halten wir

uns rechts bis zur Howake und steigen dann die

Treppen abwärts bis zur B 55. Der Bullerteich

liegt auf der anderen Straßenseite ca. 50 m

nach links.

Bild: Bullerteich - es handelt sich um den Mühlenteich der ehemaligen

Getreidemühle Tacke, nachfolgend Schlotmann. Noch heute kann man im

Wasser das Aufsteigen von Blasen beobachten, das im Volksmund mit bullern

bezeichnet wird und dem Teich seinen Namen gaben. Bei dem aufsteigenden

Gas handelt es sich um Kohlensäure. Aufgrund des

Kohlensäuregehaltes des Wassers leben im Bullerteich keine Fische.

Blick vom Piusberg auf Warstein

4 Spazierstrecken in Warstein

Weg: Vom Marktplatz aus gelangen wir über

den Müschederweg auf den Fuß- und Radfahrweg.

Ein längeres Stück flussaufwärts bis zur

Homertrift und folgen dieser bis zur

Einmündung der Straße Am Hillenberg. Nach

Überqueren der Brücke geht es rechts in die

Paul-Cramer-Allee, am Gutshof biegen wir

rechts ab und gelangen entlang der Wäster zur Hubertuskapelle.

Bild: Hubertuskapelle - sie wurde 1955 von Paul Cramer gestiftet. Sie ist

vor der Hubertusjagd Treffpunkt zum Feldgottesdienst.

Weg: An der Wegekreuzung folgen wir dem

Straßenschild Zum Waldpark. Am Kreisel achten

wir auf die Beschilderung zur Waldpark-

Brauerei.

Bild: Warsteiner Brauerei - die im Waldpark

gelegene Brauerei zählt zu den modernsten

Braustätten in Europa. Ihre Geschichte reicht

bis in das Jahr 1753 zurück. Seit jeher befand sich das Unternehmen im

Besitz der Familie Cramer. Das "Warsteiner" wird heute in über 70 Länder

rund um den Globus exportiert.

Weg: Die Privatstraße zur Brauerei führt uns

bis zur B 55. Nach Überqueren der

Bundesstraße geht es über den Mescheder

Schling. Hinter dem Hof Berghoff gehen wir

zunächst rechts, biegen aber nach wenigen

Metern links in den Marienweg ein. Die Kapelle

liegt rechter Hand unter den Bäumen.

Bild: Kapelle „Altenwarstein" - sie ist dem heiligen Antonius geweiht. Die

über 400 Jahre alte Kapelle, die um 1850 erneuert wurde, steht an der

Stelle der ersten, wahrscheinlich im 11. Jahrhundert errichteten

Warsteiner Kirche.

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Spaziergang 2:

Warstein Zentrum - Auf der Platte - Bilsteintal

Einfache Länge 3,7 km, Höhen: 103/61 m, Rückweg 3,7 km

Weg: Vom Rathaus aus: Altes Braugässchen,

Wilhelmstr., Kampstr. nach links, rechts in die

Kofflerstr. bis zur Wegegabelung am Minigolfplatz,

dann links über den Wirtschaftsweg an

zwei Scheunen vorbei bis zur Wegekreuzung.

Dort rechts ab auf den Weg „Auf der Platte“.

Bild: Wir genießen hier einen sehr schönen

Blick bis zum Haarstrang. Die Rotfärbung der

Äcker resultiert vom Eisengehalt des Bodens. In der nahe liegenden Zeche

David, von der heute nur noch Fragmente existieren, wurde noch bis 1949

Eisenerz abgebaut.

Weg: Wir folgen weiter dem Weg Auf der Platte.

Am Waldrand erreichen wir den Wildpark.

Bild: Wildpark/Tropfsteinhöhle - in einem weit

angelegten Wildgehege können bei freiem

Eintritt Dam-, Sika-, Rot- und Schwarzwild sowie

Füchse, Luchse, Marder und Waschbären beobachtet

werden. In der Bilsteinhöhle findet man

„zauberhafte“ Tropfsteingebilde. Halbstündige Höhlenführungen geben

Gelegenheit, Stalagmiten und Stalagtiten kennen zu lernen.

Spaziergang 3:

Warstein Zentrum - Rangestraße - Oberhagen

- Klinikpark - Astronomielehrpfad

Einfache Länge 4,2 km, Höhen: 79/94 m, Rückweg 1,8 km

Weg: An der beampelten Kreuzung B 55/

Bruch/ Rangestr. zunächst in die Rangestraße

dann nach wenigen Metern in das Salzbörnchen.

Links über der Suttroper Weg zum Oberhagen.

Bild: Oberhagen - die Pflanzenwelt im

Naturschutzgebiet des Oberhagens gilt als einzigartig.

Weg: Den Oberhagen verlassen wir im Nord-

Westen. Die weitere Wegfolge lautet: Zur Treise,

Alte Kreisstr. nach rechts, L 735 überqueren,

Nordhang, Lindenstr. nach links, Franz-

Hegemann- Str. nach rechts. Beim Pförtner

betreten wir das öffentlich zugängliche LWL-

Gelände mit seinem schönen Park.

Bild: Wir empfehlen Ihnen einen Gang über den von uns angelegten

Astronomie-Lehrpfad im Klinikpark mit einer Länge von 1,8 km (bereits

mitgerechnet), oder das Begehen des Baumlehrpfades im gleichen Park.

Warstein, Dieplohstraße

Weg: Beim Rückweg über die „Platte“ kann man

einen beeindruckenden Sonnenuntergang

genießen.

Spaziergang 4:

Haus Kupferhammer - Bergenthalpark -

Sportzentrum am Schoren - Allwetterbad

Einfache Länge 1,4 km, Höhen: 41/21 m, Rückweg 1,2 km

Weg: Vom Bullerteich aus ca. 200 m die B 55

Richtung Belecke. Gegenüber der evangelischen

Martin-luther-Kirche befindet sich das

Haus Kupferhammer.

Bild: Das im 18. Jahrhundert erbaute Herrenhaus

war Wohnsitz der Industriellen Möller und

Bergenthal. Seit 1951 befindet es sich im Besitz der Stadt Warstein. Es

beherbergt heute das Stadtmuseum mit einer Dauerausstellung zur

Stadtgeschichte, einer Sammlung westfälischer Steinplastiken aus dem

14.-18. Jahrhundert sowie Exponate zur örtlichen Geologie, Mineralogie

und Industriegeschichte.

Weg: gegenüber

Bild: Bergenthalpark - die ehemalige

Gartenanlage der Familie Bergenthal lädt ein,

von der B 55 zu weichen und ein Stück des

Weges unter markanten Bäumen zu gehen.

Weg: Wir durchstreifen den Bergenthalpark und

gehen dann die Talstr. nach links bis zur

Ottilienstr., von dort in die Teichstr., dann nach

links in die Ewaldstr., überqueren den

Dammweg und gelangen über das Sportgelände

zum Allwetterbad.

Bild: Allwetterbad - Sportbecken, beheiztes Erlebnisbecken im Innenund

Außenbereich, Wasserspielgarten, Ruheoasen und/oder eine große

Liegewiese locken Wasserratten zu jeder Jahreszeit.

Warstein, Auf’m Bruch


Stadtzentrum - Bermecke - Kohlenmeiler -

Hundberg - Bache - Panoramablick - zurück

Gesamtrundweg 6,2 km, Höhendifferenzen: ± 175 m

Mit Zusatzspaziergang zur Odacker-Kapelle, Gesamtweg 6,6 km

(incl. Rückweg), Höhendifferenzen: ± 75 m

Spaziergang in Hirschberg

Weg: Beginn an der Kirche St. Christophorus.

Chor der Kirche von ca. 1360, Sakristei von 1664,

Kirchenschiff und Turm von 1956. Sehenswertes:

Chronogramm über dem früheren Portal,

Stuckdecke des Chores mit der Darstellung des

himmlischen Jerusalems, Hubertus-Altar,

Kanzel, Marienkapelle mit Nachbildung der

Fatima-Madonna und Gestühl aus dem ehemaligen

Kloster Odacker.

Weg: Böckelmannstraße in Richtung Prinzenstraße.

Das 1920 renovierte Pfarrhaus trägt die

Inschrift: "PROBASTI (cor) MEUM DEUS VISITA-

STI (cor) NOCTE IGNE ME EXAMINISTI" (du hast

mein Herz geprüft, du hast es in der Nacht

besucht, du hast mich im Feuer erprobt) über

der ehemaligen Deelentür.

Weg: Ecke Böckelmannstraße/Prinzenstraße.

Säule mit historischen Bronzebildern, die

Hirschberger Bürger in charakteristischen

Szenen darstellen

Weg: links bis zur Kreuzung

Nach dem Stadtbrand von 1788 errichtete

Gasthöfe in der typisch sauerländischen

Fachwerkbauweise mit Schieferbedeckung.

Weg: an der Kreuzung

Kriegerdenkmal für die in vier Kriegen gefallenen

Bürger

Weg: angrenzend

Eines der vielen gut gepflegten Fachwerkhäuser,

heute Sitz einer Volksbank-Filiale. Davor

befindet sich ein deutsch/holländisches Schild,

das Wesentliches aus der Geschichte des Ortes

darstellt.

Weg: gegenüber

Das Rathaus - es wurde 1957 an der Stelle

errichtet, an der auch das erste bei der Stadtgründung

1340 gebaute Rathaus gestanden hat.

Besonders beachtenswert sind die Bleiverglasung

des Rathaussaales sowie die an der

Giebelseite aus Holz gefertigten Darstellungen

der Berufe und der Tugenden: Gerechtigkeit,

Klugheit, Mäßigung und Mut.

Weg: auf der anderen Straßenseite in die

Schlossstraße einbiegen und bis einschließlich

Rechtsabbiegung vorgehen

Eine Informationstafel erinnert an das 1668

fertiggestellte und von Kurfürst Clemens August

errichtete dreiflügelige Jagdschloss, dessen Bau

mit dem "Hirschberger Tor" abgeschlossen

wurde. Das Jagdschloss wurde 1802 zum Abbruch verkauft. Das

Hirschberger Tor befindet sich seit 1826 in Arnsberg. Heute erinnert ein

Nachbau des Tores an dieses prunkvolle Bauwerk.

Weg: Schlossstraße abwärts, die Kurfürstenstraße

überqueren.

Auf dem Schulhof der Grundschule, die 1911 als

vierklassige Volksschule eingerichtet und später

achtklassig erweitert wurde, steht das

"Schulkapelleken". Duch Bau der Kapelle, die der

"Schmerzhaften Mutter" geweiht ist, löste 1853

Fritz Baronowsky ein Gelübde.

Weg: Oeventroper Straße überqueren, halblinks

in Richtung Bache/Kohlenmeiler

Bild: In Höhe des Sportplatzes eröffnet sich ein

schöner Panoramablick auf den Südost-Hang

Hirschbergs.

Weg: in der Feldflur der Beschilderung Richtung

Kohlenmeiler folgen

Die alle vier Jahre durchgeführten Köhlerwochen

erinnern an ein altes, früher in Hirschberg verbreitetes

Handwerk. Ein von Bürgern fachmännisch

aufgebauter Meiler wird 14 Tage lang zu

Holzkohle abgebrannt. Ein Schaumeiler und

umfangreiche Informationstafeln tragen aber auch außerhalb der

Köhlerwochen zu einem lehrreichen Erlebnis bei. Eindrucksvoll ist ebenfalls

die immer im Juli hier gefeierte Waldmesse.

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Weg: ab Schutzhütte den Wanderweg A 5

Nach Verlassen des Waldes eröffnet sich erneut

ein schönes Panorama von Hirschberg

Weg: Wanderweg A 5 bis in die Bache (Oeventr. Str.)

Nach dem Stadtbrand von 1788 siedelten einige

Bürger in das Tal der Bache. Die Inschrift am Haus

Leiße erinnert an das damalige Geschehen.

Besonders schön ist auch das "Ackerbürgerhaus"

Platte. Auf dem Privatgelände des Hofes steht die

dem Hl. Antonius von Padua geweihte, 1921

errichtete Kapelle.

Abstecher (2 km) zum Waldesrand mit wunderbarem Panorama-Blick

Weg: in der Bache am Haus Platte vorbei links

in den Ermeckeweg und über den nächsten

Wirtschaftsweg wieder links (A11/12), bis zum

Waldrand.

Ein malerischer Blick vom Waldrand, wohl eine

der schönsten Ansichten auf die Bergstadt

Hirschberg.

Weg: den steilen, alleeartigen Fußweg Bache-

Ufer zurück zum Zentrum

Ein Blick vom Zentrum in die Kurfürstenstraße.

Wir stellen Ihnen nun einen weiteren Spaziergang vom

Ortszentrum Hirschberg zur Odacker-Kapelle und zurück vor.

Gesamtlänge 2 x 3,3 km, Gesamt-Höhendifferenz: ± 75 m

Spaziergang in Beleckes Altstadt

Schützenhalle - Stütings Mühle - Judenfriedhof

- Altstadt - Propstei - Kirche - Wilkeplatz

Gesamtlänge 2,7 km (incl. Rückweg), Höhendifferenz: +/-52 m

Weg: Ausgangspunkt des Spazierganges ist

die

Straßenmündung Hohler Weg/Grabenweg seitlich

der Schützenhalle.

Die neuen Info-Tafeln geben u.a. einen

Überblick über die Geschichte Beleckes und

Weg: Hohler Weg überqueren, Emil-Siepmann-

Str. nach rechts bis zur B 55, an der Ampel

B 55 überqueren, dann links

Vom Tal her eröffnet sich ein schöner Blick zur

Altstadt hin.

Weg: nach wenigen Metern den Schotterweg

abwärts, vor und hinter der Bücherei:

Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ist

Stütings Mühle seit 1987 ein Technisches

Denkmal. Eine Horizontalgattersäge wird vom

Großen Mühlrad angetrieben. Eine Francis-

Turbine erzeugt 30 kW Elektrizität. Beides wird

auf Wunsch vorgeführt: Tel. 02902 75667

Weg: Schützenstr., Speckeweg, Odackerweg

Die St. Anna-Kapelle war zuletzt die Totenkapelle

eines Benediktinerinnenklosters, das

infolge der Säkularisation 1804 aufgehoben

wurde. Der Name Odacker weist auf den "öden

Acker" hin.

Weg: Treppenstufen aufwärts

Im Mühlengraben wird ein Teil des 200 m oberhalb

abgeleiteten Wassers der Wester gestaut

und über ein Leitblech auf die Schaufeln des

Wasserrades geleitet. Ferner wird auch eine

30kW Francis-Turbine zur Erzeugung elektrischen

Stroms betrieben.

Weg: vom Mühlengelände einsehen

Das imposante Wasserrad hat einen Durchmesser

von 4,50 Meter, ist 1,50 Meter breit und verfügt

über 36 Schaufeln. Bei einer Drehzahl von 20

Umdrehungen pro Minute wird eine Leistung

von 15 PS erzeugt. Vorführungen nach telefonischer

Absprache (75667 oder 75747).


Weg: rechts am Mühlrad und am Fachwerkhaus

vorbei bis zur Straße; nach wenigen Metern auf

den rechts hochgehenden Fußweg biegen.

Am Fußweg liegen zwei weitere Sehenswürdigkeiten.

Eine Bank gibt ggf. Gelegenheit zu

einer Verschnaufpause.

Weg: oberhalb des Judenfriedhofes

Reste der Stadtmauer gehen auf die Zeit der

Stadtgründung 1296 zurück. Nach dem großen

Stadtbrand 1805 wurden auch Steine der Stadtmauer

zum Wiederaufbau der Häuser verwendet.

Weg: am Wegekreuz vorbei bis zur Propstei

An einzelnen Stellen eröffnen sich schöne

Panoramablicke auf Lanfer, den Sellerberg und

das Industriegebiet.

Weg: durch das Tor in den Propsteigarten

Die ehemals dem Kloster Grafschaft unterstehende

Propstei brannte 1808 ab. Das heutige

Pfarrhaus wurde 1929 errichtet. Die Verbin-dung

zur Abtei wird mit den Buchstaben M und G

(Monasterium Grafschaft) im Wappen über der

Eingangstür verdeutlicht.

Weg: am Querhaus des Propsteigebäudes vorbei

Die ehemalige Propsteideele mit der Abts-kapelle

ist seit 1992 Stadtmuseum und Schatzkammer für

sakrale Kunst und Stadtgeschichte.

Weg: durch den Propsteigarten zur

Propsteikirche St. Pankratius

Der wuchtige Turm der Propsteikirche ist mehrfach

verändert worden. Die bis zu drei Meter

dicken Wände des unteren Teils sollen aus dem

11. Jahrh. stammen. Der barocke Turmhelm

wurde 1682, das heutige Kirchenschiff 1749/50

erbaut. Der ausliegende Kirchenführer informiert u.a. über die sehenswerten

Kostbarkeiten im Kircheninnern wie den Hochaltar und die beiden

Seitenaltäre, die „Odacker-Madonna", die Intarsienarbeit der Kommunionbank

und das gotische Kreuz aus der Kreuzkapelle.

Weg: Gang um die Kirche

Noch bis Anfang des 20. Jahrh. wurden auf dem

alten Friedhof Belecker Bürger/innen beigesetzt.

Bis heute finden die Belecker Pfarrer ihre

letzte Ruhestätte an der Außenwand des

Kirchturmes. Inschriften an der Südwand der

Sakristei erinnern an die Begräbnisstätten des

Edmundus Rustige, des letzten Abtes von Grafschaft, und des Propstes

Beda Behr. Beachtenswert ist neben dem frühgotischen Turmeingang auch

das südliche Hauptportal.

Weg: nach links entlang der Kirchenmauer bis

zur Wilkestr.

Das Rathaus wurde nach dem großen

Stadtbrand von 1805, in dem 58 Häuser niederbrannten

und auch das Inventar des alten

Rathauses einschließlich wertvoller Urkunden

vernichtet wurden, nach den Vorgaben der hessischen

Landesregierung neu errichtet. Zwischenzeitlich diente das Haus

als „Petz" und Asyl für Tippelbrüder. Neben der Feuerspritze stand hier

auch der Totenwagen. Heute befinden sich hier eine Heimatstube und ein

Übungsraum.

Weg: auf der gegenüberliegenden Straßenseite

Das aus dem frühen 19. Jahrh. stammende Haus

Seißenschmidt ist die Vikarie der Gemeinde. Der

sich nach hinten erstreckende Neubau dient als

Jugendheim.

Weg: links auf halber Höhe

Der jüdischen Friedhof befindet sich im

Eigentum des Landesverbandes der Jüdischen

Kultusgemeinde von Westfalen in Dortmund. Die

Pflege wird durch die Stadt Warstein durchgeführt.

Weg: der Weg führt entlang der Mauer zurück.

Geradeaus liegt die Alte Volksschule.

In dem 1850 mit vier Klassenräumen errichteten

Schulgebäude wurde bis zum Jahr 1954

unterrichtet.

Weg: die erreichte Straße Am Propsteiberg führt

durch eine Senke.

Auffallend ist das rechtwinklig angelegte

Straßenbild. Die breiten Straßen ermöglichten

ein Nebeneinander von Erntewagen. Die Häuser

wurden entlang der Grundstücksgrenzen errichtet.

Weg: zwischen den Häusern Am Propsteiberg

ergeben sich schöne Blicke in das Tal.

Die 1961 eingeweihte Heilig-Kreuz-Kirche wurde

der kirchliche Mittelpunkt des neuen

Siedlungsgebietes im Süden der Stadt.

Weg: neben den Häusern Nr. 11 und 25

Zwei Feuergassen zur Wester und zwei Löschteiche

in der Altstadt dienten dem Brandschutz.

Weg: am Ende der Straße Am Propsteiberg in

die Nebenstraße der Wilkestr. einbiegen

Einen Schuss Selbstironie und Humor beweist

die am Sraßenkreuz aufgestellte Kuhplastik mit

der fröhlichen Melkerin

Weg: der Weg führt die Wilkestr. abwärts. Nach

90m rechts in die Wilkestr. 56 u. 58, dann nach

60 m links in die Böttcherstr.

Auf Anordnung der Hessischen Landesregierung

mussten nach dem Stadtbrand von 1805 die

Ackerbürgerhäuser in giebelständiger Bauweise

mit Krüppelwalmdächern und Querdeelen zum Hof

gebaut werden. Die Lage der Deelentür berücksichtigte

die Einfuhrrichtung der Erntewagen.

Weg: bei der Linksbiegung der Böttcherstr.

geradeaus den Fuß- und Radfahrweg abwärts.

Dieser geht in die Wilkestr. 32 a über und mündet

schließlich in die Wilkestr., die wieder talwärts

führt.

Auf dem Weg zurück in das Ortszentrum eröffnet

sich ein schöner Blick in das Möhnetal. Am Ende

des Fußweges sind noch einmal Reste der alten

Stadtmauer zu sehen.

Weg: nach Überqueren der Wilkestr. ist der

Wilkeplatz erreicht. Der Spaziergang endet hier.

Auf der vorderen Seite des Platzes steht eine

Bronzeplastik, die zur 1050-Jahr-Feier der

Stadt geschaffen wurde. Im Geäst stilisierter

Eichen wird an die Stadtgründung 1296, die

Soester Fehde 1448 und den Stadtbrand von

1805 erinnert. In Plastiken wird der Verkehrsknotenpunkt Belecke, die

heimische Landwirtschaft, das örtliche Handwerk sowie die Industrie symbolisiert.

Am Wilkeplatz laden mehrere Restaurationsbetriebe zur Rast ein.

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Suttrop Spaziergang durch das Dorf

1. Spaziergang:

Ortskern - Westfälische Klinik - Stillenbergskopf -

Bohnenburg - zurück (7,1 km +/-102 m)

Weg: Ortskern - Mühlweg

Der Hof Kneer im Mühlweg ist einer der wenigen

größeren landwirtschaftlichen Betriebe in Suttrop.

Er hat eine bedeutende Vergangenheit

(Schultenhof); ein Vorbesitzer verkaufte nahezu

das gesamte Land für die Errichtung der

Westfälischen Klinik.

Weg: Mühlweg an der Hausnummer 76 noch vorbei

- vor der folgenden Linkskurve geradeaus in

das Klinikgelände -am Cafe vorbei

Eröffnet wurde die Westfälische Klinik Warstein

1905 als Provinzial-Heilanstalt. Organisiert war sie

früher wie eine kleine Stadt, die sich komplett

selbst versorgte. Die heute denkmalgeschützten

Gebäude, eingebettet in einen großzügigen Park,

spiegeln die über 100jährige Geschichte wieder,

stehen aber auch für eine moderne Psychiatrie in

historischen Mauern.

Weg: nach der scharf abbiegenden Linkskurve

rechts um die Front des Verwaltungsgebäudes

herum - rechts hoch - zweiten Fußweg vor

Gebäude 51 rechts zur Mittelallee

Im Bild ist das schöne Verwaltungsgebäude

Weg: Allee hinauf vorbei an der Elisabethkirche bis

in den Stillenberg. An der Waldbühne halblinks bis

zur Wegekreuzung auf dem Stillenbergskopf - dann

rechts

Die villenähnlichen Krankenstationen dokumentieren,

welche Bedeutung der preußische Staat einst

dieser Einrichtung schenkte. Sie zeugen aber auch

vom Einfallsreichtum der damaligen Planer und

Architekten.

Weg: den Höhenweg am Beginn des

Waldfriedhofes nach rechts verlassen - nach

wenigen Metern nach links auf den Kreuzweg

biegen

Um sich schöne Panoramablicke - wie hier auf

Belecke - zu eröffnen, lohnen einige Schritte an

den Waldrand.

Weg: Kreuzweg bis zur Kapelle

Der Kreuzweg wurde im 19. Jahrhundert errichtet.

Die gusseisernen, farbig gefassten

Bildtafeln im Nazarener-Stil weisen u.a. hin auf

die Eisen verarbeitende Tradition im Suttroper

Raum.

Weg: hinter der Kapelle weiter bis zum

Waldrand (Schutzhütte)

Wie der Kreuzweg und die zahlreichen Bildstöcke

ist auch die Stillenbergkapelle Ausdruck

der Volksfrömmigkeit des 19. Jahrhunderts.

Errichtet 1872 nach dem deutsch-französischen

Krieg ist sie seit eh und je Ort der Andacht. Der

Platz um die Kapelle lädt ein zum Feiern zünftiger

Feste.

Weg: an der Schutzhütte links - asphaltierter

Weg rechts - am querenden Weg links - an der

Wegegabelung rechts ab ins Tal

An der Schutzhütte hat man insbesondere in

frühen Abendstunden einen prächtigen Blick

auf Suttrop und den Nachbarort Kallenhardt.

Weg: am Hinweisschild "Zur Bohnenburg"

zunächst bis zum Waldrand geradeaus - dann

rechts zur Bohnenburg

Die Bohnenburg war eine der frühen Siedlungen

Suttrops. Hügel und Vertiefungen im Gelände

hinter dem Haus zeugen noch von früheren

Bauten. Heute ist das idyllische Anwesen ein

beliebtes Ausflugslokal.

Weg: von der Bohnenburg über den asphaltierten

Weg zurück nach Suttrop

Der Soestweg war früher als Höhenweg eine

Verbindung vom Sauerland über den Haarstrang

nach Soest.


2. Spaziergang:

Ortskern - Lörmecketal - Wacholderheide - Hohler

Stein - Altes Feld - zurück (9,7 km +/- 242 m)

Weg: Kirche - Kallenhardter Straße - am

Ortsausgang rechts "Vor`m Stein"

Der Einfluss des Ortsadels auf die Entwicklung

Suttrops spiegelt sich auch im Ortsbild wider.

Noch heute liegt die Kirche etwas abseits von der

Dorfmitte, weil sie Teil des adeligen Besitzes auf

dem Plaßkamp war.

Weg: Querstraße rechts - Plaßkamp links -

Nuttlarer Straße links

Am oberen Ende des Weges Vor`m Stein ist

deutlich Rüthen mit seinen Kirchen und dem

Wasserturm zu erkennen.

Weg: Nuttlarer Straße folgen

Bild: Obwohl der am Diamantenpark links abgehende

Weg nach ca. 150 m gesperrt ist, lohnt

ein Abstecher. Auf einer Ruhebank kann man

einen schönen Blick auf Kallenhardt und die

weitere Umgebung genießen.

Weg: in der scharfen Linksbiegung der Nuttlarer

Straße lohnt ein ca. 400 m weiter Abstecher

rechts ab

Von der Höhe der Abraumhalde eröffnet sich

das seltene Panoramabild auf Warstein mit

allen drei katholischen Kirchen.

Weg: wenige Schritte zurück

Der Steinbruch "Hohe Liet" zeigt eindrucksvoll,

welche Landschaftsveränderungen durch den

Kalksteinabbau eintreten. Z. Zt. werden jährlich

ca. 2,2 Mio t Kalkstein aus der Region zu

Schotter, Kies oder Zement verarbeitet. Der eingekreiste

Eingang in der Wand gehört zu einem

Ausläufer des Liethöhlen-Systems.

Weg: nach der scharfen Linksbiegung der

Nuttlarer Straße geradeaus bis ins Lörmecketal

(Hinweis X 26 ) - rechts

Auf dem Weg in das Lörmecketal sind in den

Wiesen Vertiefungen erkennbar, meist mit

Bäumen bewachsen. Hier befanden sich einst die

Schächte und Stollen der Eisengrube "Suttbruch",

die 1923 aufgegeben wurde.

Weg: kurz nach Eintritt des Weges in den

Fichtenbestand links ab A 6 folgen

Die Lörmecke führt ganzjährig Wasser von hoher

Qualität - Tiefenwasser gibt es selbst dann noch,

wenn die Lörmecke oberirdisch trocken ist. Daher

versorgt das Lörmecke-Wasserwerk weite Gebiete

mit Trinkwasser.

Weg: über eine Brücke geht es aufwärts zur

Wacholderheide - Fußweg A 5 nach rechts

Der Hohe Stein ist eine der charakteristischen

Kalksteinformationen der Region. Rundherum

kann man u.a. in der "Wacholderheide" eine für

Kalksteinböden typische Vegetation beobachten.

Weg: der Weg führt auf halber Höhe weiter -

nach kurzem Anstieg rechts ab ins Lörmecketal

zum Hohlen Stein - querenden Weg rechts - hinter

dem Parkplatz rechts - gegenüber dem Hohlen

Stein vor dem hohen Fichtenbestand links ab

über einen unbefestigten Weg - festen Weg links

Der Hohle Stein ist ein beliebtes Ausflugsziel und

zugleich lebendiges Zeugnis der Frühgeschichte. Zahlreiche Funde aus der

Alt-Steinzeit (9000 v. Chr.) und späteren Epochen belegen dies. Das hinter

dem unteren kleinen Eingang entdeckte Grab gab reichlich zu historischen

Überlegungen und Legendenbildungen Anlass.

Spaziergang im Park der LWL-Klinik

Einfach bummeln und die schöne Natur der hundertjährigen Bäume

genießen. Das kann man im öffentlich zugänglichen Park der LWL-Klinik in

Warstein. Eine interessante Jugendstil-Architektur wurde beim Bau um

1905 verwirklicht.

Zugang von der Franz-Hegemann-Straße. Parkplätze sind vor dem

Klinikgelände reichlich vorhanden.

Weg: beim Verlassen des Waldes nach einer

scharfen Rechtskurve asphaltierte Straße aufwärts

- erste rechts ab ist die Nuttlarer Straße, die

zurück nach Suttrop führt

Im Bild ist die erwähnte Rechtskurve. Alternativ

kann der Weg um das „Alte Feld“ herum fortgesetzt

werden. Das „Alte Feld“ ist eine frühere

Suttroper Gemeinde.

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Spaziergang in Mülheim/Waldhausen

Dorfplatz - Bekamp - Brunnenweg - Storksfeld

- Ordensritterweg - Mühlenpark - zurück

Gesamtrundweg 2,0 km, Höhendifferenzen: ± 46 m

Zusatzspaziergang nach Waldhausen, Gesamtweg

6,2 km (incl. Rückweg), Höhendifferenzen: ± 121 m

Weg: Beginn des Spazierganges

an der „von Plettenbergstraße“

(Dorfpark Mülheim).

Die Skulptur - Ordensritter mit

Bauer - aus Stein gehauen vom

Mülheimer Künstler Willi Eickhoff,

steht mitten auf dem Dorfplatz.

Von hier etwas bergan, dann wenden

wir uns nach links durch das

Storksfeld und den Ordensritterweg

zur Kirche St. Margaretha.

Weg: Bekamp in Richtung Waldhausen.

Waldhausen, erstmals erwähnt

1293. Am Ortseingang sieht man

das Schild zur 700-Jahrfeier im

Jahre 1993. Hier steht als Zeichen

großer Volksfrömmigkeit das

Kreuz mit Dach, malerisch eingerahmt

von 2 Linden.

Waldhausen wurde bereits um 800

besiedelt. Einzelgehöfte auf gerodeten

Waldflächen waren der Anfang

der Ortsbildung.

Weiter geht es in die Barbara-

Straße Richtung St. Barbara-

Kapelle, die 1923 errichtet wurde.

Bis zum Neubau stand hier eine

kleine Kapelle aus dem Jahre

1025. Auf einer Bronzetafel an

der Kapelle wird von an den aus

dem Ort stammenden Johann

Theodor Dalhoff erinnert, der später

Erzbischof von Bombay war.

Weiter: Brunnenweg in Richtung

Dorfplatz von Waldhausen.

Weg: Über den Beiwinderweg

(Dorflinde) über Feldflur nach

Taubeneiche zum Storksfeld

(Liebkamp) nach Sichtigvor in

Richtung Ordensritterweg an der

Grundschule vorbei.

Pfarrkirche St. Margaretha, erbaut

von Wilhelm von Plettenberg im

Jahre 1707. An der Südseite sieht

man die Lourdesgrotte, errichtet

1934 zum Gedenken an die Heilung

der Lehrerin Elisabeth Tombrock

in Lourdes im Jahre 1909. Sie war

als Lehrerin in der Schule Mülheim

tätig. Von da aus sieht man auch

die Schwesternkapelle mit

Friedhof, erbaut von der Oberin Mutter Franziska Salesia von Buchsketten

1866 - restauriert im Jahre 2009.

Weiter geht es am Deutsch-Ordensritterschloss vorbei, erbaut 1667-1688

von Franz-Wilhelm von Fürstenberg.

Weg: Möhnestraße, Mühlenpark

Sichtigvor, anschließend in Richtung

Mülheim bis zum Dorfplatz.

Auf dem Dorfplatz in Sichtigvor

kann man eine Kettenschmiede

besichtigen. Diese steht hier als

Erinnerung an viele ähnliche

Kettenschmieden die in Sichtigvor,

Waldhausen und Allagen,

später auch in Niederbergheim

zahlreich beheimatet waren und

aus denen zahlreiche Arbeitsplätze für das Möhnetal hervorgingen.

Gegenüber der Schmiede befindet sich eine Regenmühle aus dem Jahre

1903. Sie brannte 1910 nieder, wurde im gleichen Jahr schon wieder aufgebaut

und 2009 komplett erneuert.


Museumskettenschmiede und Bahnhof Sichtigvor

Der Bahnhof Sichtigvor

Die Museumskettenschmiede

Eine Fahrradtour oder ein Spaziergang auf der alten Bahntrasse lohnen

sich. An Wochenenden sind auch das Eisenbahnmuseum und der

Biergarten geöffnet. Tel. 02925 3310

Am 1. Dezember 1899 wurde der Eisenbahnverkehr der Westfälischen

Landeseisenbahn auf der Strecke Soest-Belecke-Brilon eröffnet. Damit

hatte das Möhnetal mit täglich vier verkehrenden Zugpaaren zwischen

Soest und Brilon Anschluss an die große Welt gefunden. Die Bauarbeiten

der Strecke hatten nicht einmal 2 ½ Jahre beansprucht.

Der Bauernhof der Familie Plesser lag direkt an der Trassenführung und bot

sich als Stationsgebäude an. Der Umbau zur Gaststätte mit Diensträumen

für Stationsvorstand und Frachtgut erfolgte bald. Es war das einzige

Stationsgebäude in privatem Besitz im Bereich der Westfälischen

Landeseisenbahn.

Die Ladestraße in Sichtigvor war täglicher Umschlagplatz für Eisenwaren

der Kettenindustrie, für Grubenholz, für Koks, Kohle und Landhandelsprodukte.

1957 schaffte der "Kiepenkerl Express" auf Deutschlands schönster

Eisenbahnstrecke eine durchgehende Verbindung von Münster bis Bad

Wildungen.

Diesem Höhepunkt der Eisenbahngeschichte im Möhnetal folgte bald der

Abschwung. Bereits 1960 wird der Personenverkehr auf der Schiene zugunsten

des Omnibusverkehrs aufgegeben. Der Güterverkehr mit leistungsstarken

Diesellokomotiven wird noch bis 1970 aufrechterhalten. Danach erfolgen

der Abbau des Schienenstranges und die Umgestaltung der ehemaligen

Bahntrasse zu einem Radwanderweg.

Seit 2003 zeichnet der Museumseisenbahnwaggon, 2009 ergänzt durch

einen weiteren Waggon, die verwehten Spuren einer Eisenbahnstrecke

nach, die in der Erinnerung bis heute weiterlebt.

Sichtigvor hat neben dem Nachbarort Allagen eine bedeutende Tradition als Standort für das

Kettenschmieden. Erzlagerstätten, Holzkohle und Wasserkraft schufen schon vor Jahrhunderten die

Voraussetzungen für den Umgang mit Metallen im Möhnetal.

Die Entwicklung der Kettenindustrie im 19. Jahrhundert führte zu einer neuen Blüte der

Metallverarbeitung. Neben der industriellen Fertigung von Ketten entstand in der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts eine Vielzahl von kleinen Heimschmieden mit zwei oder auch mehr Schmiedefeuern. In

mühevoller Handarbeit verschweißten die Schmiede Kettenglieder zu Ketten für die Landwirtschaft und

Industrie. Um 1900 gingen in Sichtigvor, Mülheim und Waldhausen mehr als 200 Schmiede diesem

Handwerk nach.

Der Arbeitskreis für Heimatpflege errichtete 1984 nach alten Vorbildern eine Kettenschmiede mit zwei

Schmiedefeuern. Sie erinnert an ein Handwerk, das von etwa 1840 bis 1970 eine bedeutende

Erwerbsquelle im Möhnetal darstellte. 2008 konnte die Schmiede erweitert werden, um so den

Besuchergruppen besser gerecht werden zu können. Tel. 02925 3310

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Das Haus Dassel im Dasselpark

Das Haus Dassel und

die sehr alte Pfarrei in Allagen

Den Eingang zum Dassel-Freizeitpark beherrscht ein schlossartiges

Gebäude mit Stufengiebel und Turm. Bei diesem Gebäude handelt es sich

um das Haus Dassel.

Im Februar 1887 übernahm der Marmorfabrikant Georg Dassel dieses

Gebäude. Die guten Erfolge des neuen Marmorbetriebes veranlassten den

Gründer Georg Dassel, sein Wohn- und Kontorhaus erheblich zu erweitern

und repräsentativer auszuschmücken. So baute er 1900 den wuchtigen

Turm an, schuf neue Büroräume und zierte das Haus auf beiden Seiten

durch einen Stufengiebel. Das Innere des Hauses wurde mit Marmor reich

verziert.

Nachdem die damalige Gemeinde Allagen im Jahre 1972 das Werksgelände

und die Villa erworben hatten, wurden 1974 die alten Fabrikgebäude abgerissen

und das Gelände parkähnlich gestaltet. Die Marmor- und Granitsteine

im Park erinnern an das Marmorwek Dassel.

Die Gemeinde übergab das wunderschöne Haus mit dem Park den Vereinen der

Gemeinde als Stätte der Begegnung und Bildung. Heute wird das Haus von

ortsansässigen Vereinen genutzt. Im Hause befinden sich die heimatlichen

Museumsräume. Ein Steinpark wurde im seitlichen Garten angelegt.

Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist

stammt aus den Jahren 1887 - 1891. Sie wurde aus Allagener

Grauwackesteinen aus dem Steinbruch Krebsufer im neugotischen Stil

errichtet. Architekt der jetzigen Pfarrkirche war Prof. L. Schuppmann,

Regierungsbaumeister in Berlin, 1851 in Geseke geboren, der auch die

Kapelle in Sichtigvor auf dem Kreuzberg entworfen hat.

Dieses Gotteshaus ist das 4. in der Gemeinde Allagen und das 3. an dieser

Stelle. 1888 wurde die alte Kirche, im Barockstil aus der Zeit um 1670,

abgerissen. Davor hat dann etwa über 500 Jahre, seit dem Jahr 1144, die

erste Kirche an dieser Stelle gestanden.

Das Patronat mit „Johannes dem Täufer“ weist auf Allagen als sehr alte

Pfarrei hin. So gehörte die Gemeinde Mülheim bis 1238 und die Gemeinde

Hirschberg bis 1360 zur Stammpfarrei Allagen.

Die erste Kirche könnte schon als Holzkirche um 800, also bereits im frühesten

Beginn der Christianisierung in Norddeutschland auf der Haar in

„Oister-Allagen", östlich von Westendorf gestanden haben. An dieser Stelle

erinnert heute das älteste Heiligenhäuschen der Gemeinde mit der

Jahreszahl 1706 an diese Kirche.


Radtour 1 Sichtigvor - Belecke -

Warstein - Sichtigvor

Länge: 14,5 km

min. Höhe: 240 m NN

max. Höhe: 346 m NN

Summe aller Höhendifferenzen: ± 236 m

Radtour 3

Suttrop - Eulenspiegel - Belecke - Suttrop

Länge: 23,6 km

min. Höhe: 263 m NN

max. Höhe: 383 m NN

Summe aller Höhendifferenzen: ± 460 m

Hinweise auf Fahrradtouren

Der Stadtmarketingverband Warstein e.V. hat neben dieser Broschüre und einer Anzahl weiterer touristischer Prospekte und

Wanderkarten für das Brauchtum des Schnadeganges auch speziell gefertigte Fahrradkarten herausgebracht. In handlichem

Format können die hier genannten 4 Touren als kartonierte Drucke in die Klarsichtfenster von Lenker-Gepäcktaschen eingeschoben

werden. Die Karten zeigen Kartenausschnitte der Tour und beschreiben die am Wege liegenden Orte und

Sehenswürdigkeiten. Alle diese Unterlagen sind kostenlos im Bürgercenter des Warsteienr Rathauses erhältlich.

Radtour 2: Niederbergheim -

Haarstrang - Möhnetal

Länge: 18,7 km

min. Höhe: 221 m NN

max. Höhe: 311 m NN

Summe aller Höhendifferenzen: ± 271 m

Alle Tour-Ausarbeitungen:Bernhard Enste, Gerd Flaig

Radtour 4:

Rund um Warstein

Länge: 22,3 km

min. Höhe: 273 m NN

max. Höhe: 417 m NN

Summe aller Höhendifferenzen: ± 425 m

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