Mit Fünf Fingern und einer Hand voll Gold an den ... - Martin Hahn

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Mit Fünf Fingern und einer Hand voll Gold an den ... - Martin Hahn

Mit Fünf Fingern und einer Hand voll Gold an den

swissalpine davos

Bergün, 31.07.2011

Danksagung und Gratulation

Zuallererst möchte ich allen Organisatoren und Helfern danken, welche so tolle

Anlässe überhaupt immer wieder möglich machen. Die Stimmung und die

Hilfsbereitschaft an den diversen Verpflegungsposten war fantastisch. Zudem

danke ich auch den Teilnehmern, mit oder hinter welchen ich teilweise laufen

durfte. Sie alle haben immer wieder, zusammen mit den vielen Zuschauern, im

kalten Regen für Stimmung und Motivation gesorgt.

Mit grossem Respekt bewundere ich die Leistung und den Biss der Läufer, ob sie

nach Spitzenzeiten jagen, oder einfach ins Ziel kommen wollen, und möchte allen

meine Gratulation aussprechen.

Ein grosses Dankeschön auch an alle, die mich motiviert, unterstützt, und mich am

Wettkampftag begleitet haben.

Wie kam es, dass...

...ich überhaupt auf die Idee kam, an einem nicht ganz normalen Marathon

teilzunehmen, zumal sich für diesen ersten Lauf das Streckenprofil nicht gerade als

einfachen Einstieg anbot.

Aufgewachsen in Bergün und vor 15 Jahren schon einmal mit dem Gedanken am

swissalpine teilzunehmen, fasste ich nun den Entschluss, aufgrund einer

wesentlichen Lebensstiländerung dieses Jahr den Wettkampf K42 zu absolvieren -

na ja, zumindest mal an den Start zu gehen.

Klar, es hätte auch ein anderer Marathon sein können, zum Beispiel der Zürich

Marathon, da ich mich schon seit Schulende in der Region Zürich bewege. Aber

nein, mit dem Herzen immer noch in den Bergen, musste es schon der swissalpine

davos mit Start im Heimatort Bergün sein.

Nicht genug

Nein, nicht genug am höchsten Marathon Europas teilzunehmen, sondern wie der

ehrgeizige Mensch eben so ist, muss es noch etwas spezieller, gewagter,

abenteuerlicher und noch verrückter sein.

Im Herbst 2010 hatte ich mir mehr aus Jux für die Ferien ein paar vibram ®

fivefinger ® Schuhe gekauft. Aha, da lüftet sich auch schon des Rätsels erster Teil

der Überschrift.

Während eines unfreiwilligen Klinikaufenthaltes im Januar dieses Jahres wurde

während der Therapie die logische und einfache Praxis des Barfusslaufens

vermittelt. Klar doch, wie ist der Mensch denn geboren worden und wie gehen

Kinder normalerweise am liebsten in der Wiese? Sicherlich nicht mit Gehhilfen an

den Füssen. Gibt es doch schon für Babys Schuhe für 100 Franken zu kaufen.

Wofür eigentlich, die Kleinen können ja noch nicht einmal gehen.

Gehen wie uns die Natur geschaffen hat. Die einen mögen einwenden: „Lauf doch

gleich barfuss!“ Aber übertreiben will ich auch nicht, jedoch der Natur so nahe als

möglich kommen. Nicht eine Rekordzeit avisieren, sondern so gesund wie möglich

den Marathon hinter mich zu bringen, das wurde zu meinem Ziel. Also wurde auch

die Ernährung zum Thema. In den letzten zwei Jahren kam mir da schon eine


Lösung zuvor, welche mir ermöglicht meine Ernährung optimal und natürlich zu

ergänzen, damit ich nicht auf isotonische Getränke und Co. zurückgreifen muss.

Das Konzept war also komplett, es fehlte nur noch die Umsetzung.

Bergün, 31.07.2011

Vorbereitungszeit

Zwei Paar fivefingers ® gekauft und voller Tatendrang lief ich gleich nach der

Heimkehr von einer Veranstaltung meine ersten vier Trainingskilometer in meinen

neuen Schuhen. An alle, welche sich dazu entschliessen sollten, einmal solche

Schuhe zu kaufen und gleich auszuprobieren: Macht es unbedingt, aber geht es

langsam an! Wenn man seit Jahrzehnten gewohnt ist, mit dämpfenden Sohlen zu

gehen, sollte man sich bewusst werden, dass eine schlafende Wadenmuskulatur

wieder zum Leben erweckt wird. In der Folge litt ich an einem dreitägigen

Muskelkater, wobei ich sogar gefragt wurde, ob ich ein Hüftproblem hätte. Also,

geht es langsam an. Das ist wirklich ein Tipp, welcher von ganzem Herzen und aus

einer schmerzhaften Erfahrung entspringt. Jetzt gibt es verschiedene Charakteren.

Die Einen werden meine Warnung annehmen und zumindest vorsichtig sein, die

anderen werden die gleiche Erfahrung selbst machen (wollen), und die letzteren

werden es nie ausprobieren. Die beiden ersten Typen werden ihre Freude haben.

Letztere gehören vielleicht, aber nur vielleicht, zu der Gattung: „Was, du fährst mit

einem e-bike zur Arbeit? Das ist ja was für Beckenrandschwimmer und

Warmduscher!“. Selber bevorzugen sie aber das Automobil.

Zurück zum Training. Mir wurde also auf einen Schlag, oder besser gesagt auf

einen Schritt, bewusst, was ich mir da eingebrockt hatte. Ich Narr hatte

unterdessen auch schon angefangen zu erzählen, dass ich mit diesen Schuhen am

swissalpine davos teilnehmen werde. Ich war also gezwungen, mir jetzt ein

Training zurecht zu legen, um die Herausforderung schlussendlich auch bestehen

zu können.

Ich will niemanden mit einem Trainingsplan langweilen, vor allem weil etliche

einiges mehr an Erfahrung in diesem Bereich vorweisen können. Mein Training

erstreckt sich auf ganze viereinhalb Monate diszipliniertes aber nicht immer ganz

konsequentes Amateurtraining. Oder sollte ich besser Hobbytraining sagen?

Eines möchte ich aber nicht unerwähnt lassen, und das ist die Teilnahme am

Grand-Prix Bern. Von einem Freund wurde ich gefragt, ob ich am GP Bern

teilnehmen möchte. Meiner Vorbereitungszeit voraus und bei einer Strecke von

zehn Meilen auf fast ausschliesslich Asphalt, entschied ich mich mitzumachen. Ich

kann es ja als Training einfliessen lassen, dachte ich. Schon mal an einem

Wettkampf teilgenommen? Dann wisst

ihr ja von was ich hier spreche. Fazit:

Wieder eine Woche Trainingsunterbruch

und die intelligenten Fragen, wann ich

denn meine Hüfte operieren wolle.

Jedenfalls war es eine sehr wichtige

Erfahrung, liegt doch meine einzige

Teilnahme an einem Halbmarathon

mindestens zehn Jahre zurück.

Mithilfe eines Online Trainingssystems

fand ich die Motivation, das Training bis

fast zum Schluss im Flachland

durchzuhalten. Natürlich hätte es weit

mehr sein können, vor allem das

Training am Berg.

Nasse Füsse gibt es auch mit fivefingers ® . Hier am

Grand-Prix Bern 2011.


Noch einige Warnungen für die, welche wirklich einmal mit den Barfusschuhen vor

die Haustüre wollen. fivefingers ® können die Unfallgefahr in ihrer Umwelt

massgeblich erhöhen. Bei meinem Erscheinen sind Personen buchstäblich fast vom

Hocker gefallen, als sie meine, einem Gorilla ähnelnden Füsse erblickten. Manch

einem blieb die Sprache weg, und auch andere Laufbegeisterte auf meiner

Trainingsstrecke waren wie vor den Kopf gestossen als sie erfuhren, was ich mit

meinen Füssen vorhabe. Nach manchem Erfahrungsaustausch mit versierten

Läufern zweifelte ich meinen Entschluss an und dachte darüber nach, vielleicht

doch mit „normalen“ Schuhen am Wettkampf teilzunehmen.

Bergün, 31.07.2011

Es ist soweit

Der Start in Bergün stand kurz bevor. Nur noch

schnell die Startnummer abgeholt und angeheftet.

Und ja, ich stehe mit den fivefingers ® am Start und

werde auch gleich wieder darauf angesprochen,

aber jetzt bringt mich nichts und niemand mehr

von meinem Vorhaben ab.

Mit einem doch leicht nervösen Gefühl wurde der

Start für die zweite Gruppe des K42 um 11:30 Uhr

freigegeben.

Was jetzt folgt, ist nur sehr schwer in Worte zu

fassen. Es würde den Rahmen eines

Erfahrungsberichtes sprengen. Die Erlebnisse und

Emotionen beim Lauf waren riesig. Auch erlebt

jeder einen Lauf auf seine eigene Weise und dies

kann meines Erachtens nur durch die eigene

Teilnahme in Erfahrung gebracht werden.

Erstaunlicherweise fühlte ich mich beim Erreichen

der Keschhütte so gut, als hätte ich den Lauf erst

gerade begonnen. Dank einem Stau und trotz

kaltem Wind, Regen und bald winterlichen

Temperaturen konnte ich diese Reserven bis auf

den Sertigpass halten. Na ja, mal ausser Acht gelassen, dass Läufer, doppelt so alt

wie ich über eine Stunde schneller im Ziel waren. Zum Glück hatte ich mir

wohlweislich eine Jacke mit eingepackt, welche mich nun angenehm warm und

trocken hielt. Ich konnte auch die Liegen,

welche für die Massagen bereitstanden, links

liegen lassen. Ich hatte nie ein Anzeichen von

Muskelproblemen oder ähnlichem. Nur, es war

ja erst die Hälfte der Strecke absolviert und der

zweite Teil gestaltete sich einiges härter. Bei

Kilometer 25 hatte ich dann schon langsam das

Gefühl, ein wenig Kraft in den Füssen zu

verlieren, weil ich doch zwangsweise alles auf

Am Sertigpass. Merinowäsche von Apani ®

und Hightech von x-bionic ® halten was sie

versprechen.

Während dem K42 bei der Keschhütte

angekommen.

dem Vorfuss gelaufen bin. Ich wünschte mir das

erste Mal einen „normalen“ Schuh. Vor allem als

dann Kilometer 32 kam. Dies war nämlich

meine längste Trainingsdistanz überhaupt,

welche ich bisher gelaufen war. Von jetzt an war mir egal mit was für Schuhen ich

unterwegs war, denn es gab nur noch ein Ziel, und das war das Ziel in Davos.


Mit einer riesigen Erleichterung kam das Schild mit den magischen Km 40. Jetzt

wusste ich, dass ich es mit meinen Barfussschuhen bis ins Ziel schaffen werde. Und

so war es dann auch. Mein persönliches Ziel, nämlich unter sieben Stunden und

gesund die 42.2 Kilometer hinter mir zu lassen, war erfüllt. Das Gefühl, etwas für

mich einzigartiges geschafft zu haben, ist unbeschreiblich schön.

Mich zu fragen, ob ich denn nächstes Jahr wieder dabei sei, mit oder ohne

fivefingers ® , ist noch zu früh. Zuerst will ich meinen eigenen Triumph auskosten,

egal was für eine Zeit ich gelaufen bin.

Bergün, 31.07.2011

Fazit

Die Zeit von viereinhalb Monaten Vorbereitung war schon ein Marathon für sich.

Das ganze mit den selbst aufgestellten Bedingungen, mich an den Wettkampf zu

wagen, machte mir das Leben nicht leichter. Umso grösser ist die Freude, mein

definiertes Ziel ohne Mangelerscheinungen, Blasen an den Füssen, Muskelkrämpfe

oder Muskelkater, erfüllt zu haben. Auch die Laufschuhe, welche dem Namen jetzt

definitiv gerecht werden, haben die ganzen Trainingskilometer und den

Bergmarathon ohne Defekt überstanden. Auch die grundsätzlich gut gemeinten

Bemerkungen, ich bekäme mit diesen Schuhen sicher Probleme mit den

Achillessehnen oder Knien, bestätigten sich in keiner Weise. Im Gegenteil: Ich

hatte mit Wanderschuhen stets unter Schmerzen im Knie gelitten. Nun haben sich

diese Symptome nicht mehr gezeigt. Es muss ja nicht gleich ein Marathon sein,

aber ich kann das „geschützte“ Barfusslaufen nur gutheissen, und ich werde diese

Philosophie auch weiterhin verfolgen und empfehlen.

Ebenso empfehle ich, mit einer optimalen Ernährung nicht nur fit zu werden,

sondern auch gesund zu bleiben. Nur so sieht dann auch das alte Sprichwort „Sport

ist Mord“ sprichwörtlich alt aus.

Ah ja, nun ist noch das Geheimnis des zweiten Teils der Überschrift zu lüften. Ist

es überhaupt möglich, jeden Tag dem zusätzlich geforderten Körper, nebst

Alltagsstress, genügend Obst und Gemüse bieten zu können? Vitamine haben wir

bestimmt nicht zu wenige, so hat es ja in irgendeiner Form sogar in Schinken

Vitamin C. Wie steht es aber um die empfohlenen fünf bis zehn Portionen Obst und

Gemüse? Dafür habe ich in Juice Plus+ ® eine optimale Lösung gefunden, und das

ist für mich mehr, als Gold in den Händen zu halten. Es ist für mich zu einem

Lebensstil geworden, der Logik der Natur zu vertrauen und zu folgen.

Noch einmal vielen Dank und viel Erfolg sowie allzeit gutes Gelingen bei Euren

Vorhaben.

Sportliche Grüsse Martin Hahn

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