NEU! - Markant Handels und Service GmbH

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NEU! - Markant Handels und Service GmbH

Markantes

Kooperation

steigert Umsatz

BayWa/Hellweg

Baumarkt-Allianz

eröffnet Markt

Energiekosten

Investieren

zahlt sich aus

Süßwaren

Stevia-Trend

bietet Chancen

FOOD NONFOOD DROGERIE

Bayern-Spezial

Oktoberfest am

Point of Sale

08/2012

Seite 25 – 28


Editorial

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

Prozesse statt Preise

Die Mehrzahl der Handelsunternehmen und Markenartikler nutzt die

fi nanziellen Vorteile, die Kooperationen bieten, nicht im Ansatz aus.

Das hat eine vom Beratungsunternehmen McKinsey gemeinsam mit der

ECR-Europe-Organisation initiierte Branchenumfrage ergeben (siehe

Seite 12 ff.). Die Studie macht einmal mehr deutlich, wo die Wertschöpfungspotenziale

wirklich liegen – nämlich in den rückwärtigen Prozessen.

Die Bereitschaft, dabei zu kooperieren, besteht sowohl auf Handels- als

auch auf Industrieseite. Allerdings ist die Kooperationsbereitschaft auf

Handelsseite weitaus ausgeprägter als auf Lieferantenseite. Das stellen

auch wir regelmäßig in unseren Bemühungen fest.

Der wichtigste kooperative Hebel ist ein hocheffi zienter, nachhaltiger

Datenfl uss. Der effi ziente Umgang mit Daten, Informationen und Kommunikation

in Zeiten neuer Gesetze bedingt sich dabei gegenseitig – als Hol-

und Bringschuld. Die bevorstehende EU-Kosmetikverordnung und die

Lebensmittelinformationsverordnung verschärfen diese Notwendigkeit.

Das Ausmaß der neuen Verordnungen scheint vielen Lieferanten noch nicht

bewusst. Die neuen Gesetze tangieren nämlich maßgeblich die Kennzeichnung,

die Aufmachung, die Werbung und das mündliche Verkaufsgespräch.

Wir sind deshalb zurzeit dabei, ein Produkt-Management-Informations-

System (PROMIS) aufzubauen, das möglichst alle relevanten Produktinformationen

umfassen wird. Und: Die daraus resultierenden Skaleneffekte

sind für alle Beteiligten erheblich.

Das klassische Wettbewerbsinstrument Preis ist in vielen Ländern ausgereizt.

Eine weitere Verschärfung führt zwangsläufi g zu noch mehr Konzentration

– mit Folgen für Markenartikelunternehmen und Verbraucher. Wir

setzen deshalb auf prozessorientierte Dienstleistungen, die nachweislich zu

signifi kanten Effi zienzsteigerungen im Wertschöpfungsprozess führen.

Lieferanten, die dabei Kooperationen nur als Beziehungspfl ege verstehen,

verschenken wertvolle Ressourcen.

Franz-Friedrich Müller Markus Tkotz

Franz-Friedrich Müller

Geschäftsführer MARKANT AG

Markus Tkotz

Geschäftsführer MARKANT AG

3


Inhaltsverzeichnis

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

12 | Markantes

Welche Vorteile es Handel und

Herstellern bietet, wenn sie am POS

und in der Lieferkette kooperieren.

16 | MARKANT-Mitglied

Was der neue BayWa-Markt in Bad

Tölz bietet und wie sich die Allianz

mit Hellweg künftig auswirkt.

34 | Süße Backwaren

Wie die Hersteller von Süßen

Backwaren den Wunsch der Kunden

nach Convenience bedienen.

HERAUSGEBER

MARKANT Handels und Service GmbH im

Auftrag der MARKANT AG, Pfaffi kon (CH)

Internet: www.Markant.com

KONZEPTION UND INHALT

Bernhard Delakowitz, Tel. 0041 584502506

Mario D’Aquila, Tel. 0781 616-182

REDAKTIONSBEIRAT

Michael Gerling, Geschäftsführer des

EuroHandelsinstituts (EHI), Köln

REDAKTION

Klaus Mehler (Chefredakteur),

Tel. 07225 916-250

René Seebacher (Chef vom Dienst),

Tel. 07225 916-259

Bernd Liening (frei)

GRAFIK

Alexandra Zimmer, Dorothea Gebauer

FOTOREDAKTION

Stefanie Brückner

MITARBEITER DIESER AUSGABE

Mario D’Aquila, Bernhard Delakowitz,

Pascal Galliot, Danica Hensel,

Klaus Manz, Steffi Simone Müller,

Brigitte Oltmanns, Ulrike Ostrop

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medialog GmbH & Co. KG

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Matthias Stichling, Tel. 07225 916-276

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Vier Wochen vor Erscheinen.

Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 12,

gültig ab 1.1.2012

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DRUCK

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ISSN 0948-0463

STRATEGIE & MANAGEMENT

MARKANTES: Handel und Hersteller

Wie Kooperation für Umsatz sorgt. 12

MARKANT-Mitglied: BayWa

Wie der neue Markt in Bad Tölz überzeugt. 16

SERIE: Kooperation 3.0

Warum der Euro Europa zusammenhält. 18

STRATEGIE: Energiekosten

Warum sich Investitionen auszahlen. 20

MANAGEMENT: Investitionsgüter

Was moderne PC-Waagen leisten. 22

STRATEGIE: Glühbirnenverbot

Welche Alternativen Hersteller empfehlen. 24

SORTIMENTE

Bayern-Spezial: Wiesn-Stimmung

Was zum Oktoberfest in die Regale gehört. 32

Süße Backwaren: Mini-Formate

Warum Mini und Premium im Trend liegen. 34

Süßwaren: Stevia-Chancen

Welche Chancen der Süßstoff eröffnet. 36

Hygienepapiere: Marken-Power

Welche Strategien Markenartikler verfolgen. 38

Tabakwaren: Packungs-Wettbewerb

Warum die Hersteller Vielfalt fordern. 40

RUBRIKEN

Editorial 3

Branchennachrichten 6

Aktionstimer 25

Marktforschung 29

Nonfood 30

Industrienachrichten 31

Neue Produkte mit „Produkt des Monats“ 44

Aktionen mit „Aktion des Monats“ 48

Ausblick 50

Impressum MARKANT HandelsMagazin 57. Jahrgang Titelbild: Masterfi le

Erscheint einmal im Monat für Mitglieder und Partner der MARKANT

Für unverlangt eingesandte Manuskripte

wird keine Haftung übernommen. Die

Zeitschrift wird zum Monatsanfang

ausgeliefert.

Reklamationen über nicht erhaltene Hefte

können beim Verlag nur innerhalb von drei

Monaten nach der zuletzt fälligen Zustellung

gestellt werden. Bei Nichtbelieferung ohne

Verschulden des Verlages oder im Falle

höherer Gewalt (z.B. Streik etc.) besteht

kein Entschädigungsanspruch.

Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier.

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Germany.


Branchennachrichten

6

w

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

Kaufl and-Filialen ausgezeichnet

Neun Kaufl and-Filialen sind vom

Handelsverband Deutschland mit dem

Zertifi kat „Generationenfreundliches

Einkaufen“ ausgezeichnet worden.

Das bundesweite Qualitätszeichen

wird seit 2010 an Einzelhändler in

Deutschland verliehen und ist für drei

Jahre gültig. Die Unternehmen werden

anhand von 58 Kriterien in unterschiedlichen

Kategorien von unabhängigen

Testern geprüft.

Online-Handel boomt

Der Online-Handel mit Waren hat laut

einer Studie des Bundesverbands des

Deutschen Versandhandels im zweiten

Quartal 2012 um 27 Prozent gegenüber

dem Vorjahresquartal zugelegt.

Im E-Commerce wurde von April bis

Juni ein Umsatz von 6,6 Milliarden

Euro erzielt. Gemessen am gesamten

Versandhandel mit 9,1 Milliarden Euro

Umsatz im zweiten Quartal ist das ein

Anteil von 72,3 Prozent.

Migranten sind markentreu

Migranten sind keine Schnäppchenjäger,

sondern bei Marken ihres Vertrauens

sogar die deutlich besseren Markenbotschafter.

Das ist das Ergebnis

einer von Mediaplus in Auftrag gegebenen

und von Facit Digital durchgeführten

Studie. Der Anteil der Befragten,

die stets auf der Suche nach

Billig-Angeboten sind oder Markenartikel

gezielt zu Sonderpreisen kaufen,

war unter den Nicht-Migranten größer.

Frankfurter Zeil ist die Nummer eins

Die Frankfurter Einkaufsmeile Zeil ist

Deutschlands meistbesuchte Einkaufsstraße.

Die Kölner Schildergasse als

bisheriger Spitzenreiter und die Kaufi

ngerstraße in München folgen auf

Platz zwei und drei. Dies ist das Ergebnis

der Passantenfrequenzzählung

2012 von Jones Lang LaSalle.

ARD kritisiert EC-Kartenterminals

Beim Zahlen mit EC-Karte bestehen

einem Bericht des ARD-Magazins

„Monitor“ zufolge große Sicherheitslücken.

Einem beauftragten IT-Experten

sei es gelungen, sich von außen über

ein lokales Netzwerk in ein Artema-Hybrid-Terminal

von Verifone einzuwählen

und die EC-Kartendaten auszulesen.

Das POS-Terminal ist im deutschen

Einzelhandel weit verbreitet. 300.000

Geräte sollen im Einsatz sein.

LEKKERLAND

Logistikzentren zertifi ziert

Die 15 Food-Logistikzentren von

Lekkerland Deutschland sind erneut

nach IFS Logistics zertifi ziert

worden. „Wir freuen uns sehr,

dass wir bei der diesjährigen Überprüfung

unserer Zertifi kate in allen

Logistikzentren bei Werten

über 95 Prozent des Erfüllungsgrades

liegen. Damit erreicht Lekkerland

deutschlandweit das sogenannte

Höhere Niveau“, so Stefan

Punke, Geschäftsführer Lekker-

AFG

Discounter verlieren bei Mehrweg

Discounter haben 2011 laut Wirtschaftsvereinigung

Alkoholfreie

Getränke beim Vertrieb alkoholfreier

Getränke noch deutlicher

an Marktanteilen verloren als im

Jahr zuvor. Zwar nahmen Discounter

im Jahr 2011 in Deutschland

im AfG-Segment mit 54,4 Pro-

FAMILA

Couponing-Aktion

mit örtlichem Kino

Eine neuartige Kooperation mit

dem Lebensmitteleinzelhandel hat

der Couponing-Spezialist Acardo

Anfang Juli gestartet. Gemeinsam

mit dem Lebensmittelhändler

famila hat das Acardo-Instore-

Medium „besser einkaufen“ die

Kinobranche mit eingebunden.

Das Dersa-Kino im niedersächsischen

Damme testete zum Kinostart

von „Ice Age 3D“ die Coupon-

land Deutschland. Die externen

Auditoren des TÜV Süd, einer international

tätigen Zertifi zierungsgesellschaft,

überprüften die Zentren

und stellten jedem Standort

ein Zertifikat aus. Bei der IFS-

Logis tics-Zertifizierung, die für

ein Jahr ausgestellt wird, liegt der

Schwerpunkt auf Hygiene und Risikomanagement,Temperaturführung,

Warenwirtschaft, Sauberkeit

und Produkt-Rückverfolgbarkeit.

zent weiterhin den größten Anteil

beim Vertrieb ein (2010: 55,3%).

Gewachsen ist jedoch der traditionelle

Lebensmittelhandel: 13 Prozent

Vertriebsanteil ergeben ein

Plus von 0,8 Prozent im Jahresvergleich.

Auch SB-Warenhäuser

(23,5%; +0,8%) legten zu.

Via Couponheft „besser einkaufen“ kooperiert

famila in Damme mit einem örtlichen Kino.

verteilung über das Couponheft in

Kooperation mit dem örtlichen famila-Markt.

In einer individuell

gestalteten Ausgabe von „besser

einkaufen“ wurde der Filmstart auf

der Titelseite beworben.

Fotos: Acardo, dm


Branchennachrichten

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

DM

Gütesiegel

für Alverde

Die dm-Qualitätsmarke Alverde ist

mit dem Gütesiegel „Green Brand

Germany“ ausgezeichnet worden.

Mit diesem Siegel werden Marken

geehrt, die nachweisbar ökologische

Nachhaltigkeit praktizieren.

Ulrich Maith, dm-Geschäftsführer

und verantwortlich für die Qualitätsmarken,

nahm das Zertifi kat in

Karlsruhe entgegen: „Wir freuen

uns über die Auszeichnung. Im Besonderen,

da sie unser Engagement

im Bereich Naturkosmetik würdigt

und sowohl bei der Fachwelt wie

bei den Menschen so großen Zuspruch

fi ndet.“ Der Deutsche Allergie-

und Asthmabund (DAAB) hat

die dm-Qualitätsmarken zudem

mit dem DAAB-Innovationspreis

ausgezeichnet. „Diese Auszeichnung

würdigt unsere innovativen

Entwicklungen bei den Ultra-Sensitive-Produkten“,

so Maith.

MUST-HAVE IN DIESEM

SOMMER

Rossmann übernimmt Ihr Platz-Filialen

Rossmann übernimmt 104 der insgesamt

490 Filialen aus dem Netz der

Schlecker-Tochter Ihr Platz. Das hat

das Unternehmen mitgeteilt. Im Rahmen

des Vertrages sollen alle Mitarbeiter

dieser Filialen von Rossmann

übernommen werden. Mit dieser Vereinbarung

werden laut Rossmann 800

Arbeitsplätze langfristig gesichert.

dm stellt mehr Azubis ein

Zum Ausbildungsstart 2013 bietet

das Drogeriemarktunternehmen dm

deutschlandweit 1.500 neue Ausbildungsplätze

an. Das Karlsruher Unternehmen

schafft damit 200 Stellen

mehr als im Jahr 2012.

Kundenzeitschriften bleiben beliebt

Die Aufl agen von Kundenzeitschriften

sind in den vergangenen Jahren stabil

geblieben. Dies teilt das Institut der

Deutschen Wirtschaft mit. Das sogenannte

Corporate Publishing oder

auch webbasierte Informationsangebote

seien wichtig für den Vertrieb.

Rauchen kann tödlich sein. Der Rauch einer Zigarette dieser Marke enthält 10 mg Teer,

0,8 mg Nikotin und 10 mg Kohlenmonoxid. (Durchschnittswerte nach ISO)


Branchennachrichten

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

8

Lampenumsatz bricht ein

Der Leuchtenmarkt hat 2011 laut Branchenfokus

des IFH wieder Einbußen

verzeichnen müssen. Danach ist das

Gesamtmarktvolumen um 1,8 Prozent

auf 4,1 Milliarden Euro gefallen. Während

die Leuchtensegmente passabel

abschneiden, ist der Nachfrageeinbruch

auf dem Lampenmarkt heftiger

ausgefallen als erwartet. Der Lampenumsatz

2010/11 ist um 24,8

Prozent eingebrochen.

Mietpreise bei Baumärkten schwanken

Die Mietpreisspanne für Baumärkte

liegt in Deutschland zwischen monatlichen

drei und 13 Euro pro Quadratmeter.

Dies geht aus dem DIWG/STIWA

Valuation-Report „Trends im Einzelhandel:

Aktuelle Marktentwicklungen bei

Baumärkten“ hervor. Im Durchschnitt

beläuft sich der Mietzins auf 7,84 Euro

pro Quadratmeter.

Blumen, Pfl anzen & Co. legen zu

Gegenüber dem ersten Quartal 2011

kann der Einzelhandel mit Blumen,

Pfl anzen, Sämereien und Düngemitteln

nach Angaben des Statistischen

Bundesamtes im laufenden Jahr einen

Umsatzzuwachs von real 2,7 Prozent

vorweisen. Zurückzuführen sei dieses

Ergebnis vor allem auf den Monat

März, für den real ein Umsatzzuwachs

von 13,5 Prozent errechnet wurde.

Metallwaren verlieren zweistellig

Ein starkes Umsatzminus im Vorjahresvergleich

meldet das Statistische

Bundesamt für den Einzelhandel mit

Metallwaren, Anstrichmitteln sowie

Bau- und Heimwerkerbedarf für den

April. Real sind die Umsätze der

Branche um 11,6 Prozent gegenüber

dem Vorjahresmonat zurückgegangen.

Investitionen ins Heim geplant

Fast die Hälfte der Deutschen (49%)

will in den kommenden zwölf Monaten

in Hausumbau oder -renovierung investieren.

Im Vergleich zum Vorjahr

(22%) hat sich die Quote laut Europa

Konsumbarometer von Commerz

Finanz mehr als verdoppelt.

Baubedarf-Nachfrage rückläufi g

Der Umsatz des Einzelhandels mit

Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten

und Baubedarf ist im Mai

gegen über dem Vorjahresmonat real

um ein Prozent gesunken.

FARBEN, LACKE UND TAPETEN

Wachstum um 6,6 Prozent

Der Markt für Farben, Lacke und

Tapeten konnte 2011 die im Jahr

zuvor eingeleitete Trendwende eindrucksvoll

bestätigen. Nach dem

bereits positiven Jahr 2010, in dem

der Farben- und Tapetenmarkt

um knapp vier Prozent gewachsen

war, wurde das Vorjahresergebnis

im Jahr 2011 laut Institut

für Handelsforschung (IFH) noch

einmal deutlich übertroffen: Das

STUDIE

Lange Wartezeiten

Das Deutsche Institut für Service-

Qualität hat Deutschlands Gartencenter

unter die Lupe genommen

und in puncto Servicequalität

als „gut“ bis „ausreichend“ bezeichnet.

Untersucht wurden 120 Märkte

von zwölf Gartencentergruppen.

Größtes Defi zit: lange Wartezeiten.

Mehr als vier Minuten mussten

sich Kunden im Schnitt gedulden,

bis ein Verkäufer für sie Zeit hatte.

Nur in jedem dritten Fall gingen

Mitarbeiter aktiv auf die Kunden

zu. Kritisiert wurde zudem mangelhafte

Beratung.

Marktvolumen erhöhte sich um

satte 6,6 Prozent auf 3,8 Milliarden

Euro. Auf Pro-Kopf-Ausgaben

umgerechnet gab damit jeder

Deutsche im Jahr 2011 durchschnittlich

46 Euro für Tapeten,

Farben und Co. aus. Grund für die

positive Entwicklung ist laut IFH

die Erholung des Farbenmarktes

von den Nachwirkungen der Finanzkrise.

Einziges Sorgenkind

der Branche sei derzeit der Rohstoffbereich,

dessen Preisentwicklung

die Marge der Hersteller spürbar

verringere.

Insgesamt dominieren im Segment

Farben, Lacke und Tapeten

die Bau- und Heimwerkermärkte

die Distribution an den Endkunden.

So wurden in den vergangenen

Jahren laut IFH durchschnittlich

55 Prozent der Umsätze auf

Endverbraucherebene durch die

Baumärkte generiert.

GRÜNE STROMHÄNDLER

Anti-Holzkohle-Front

Der Ökostromanbieter Lichtblick

macht Front gegen das Grillen

mit Holzkohle. Pro – nicht näher

quantifi ziertem – „Grillgang“

setze ein Holzkohlegrill fast sieben

Kilogramm Kohlendioxid frei, so

viel wie ein Auto auf 35 Kilometern,

rechnet Lichtblick vor. Da in

Deutschland Kohle-Grills jede Saison

rund 70 Millionen Mal zum

Einsatz kämen, bezeichnet Lichtblick

Holzkohle als „Klimakiller“.

Aber der Stromhändler kennt auch

eine Alternative für die Grillfans:

Elektrogrills mit Ökostrom.

Foto: Fotolia/archideaphoto


Branchennachrichten

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

Fotos: T. Schindel

Die ganze Welt des Fahrrads: Mehr als zwei Dutzend Aussteller zogen in Worms alle Register.

MARKANT NONFOOD

Perfekte Show rund ums Rad

Aktuelle Neuheiten und Warenbündelungsräder des Jahres 2013,

Zubehörsortimente und neue POS-Lösungen: Die Zentralmusterung

„Fahrrad & Zubehör“ der MARKANT ließ keine Wünsche offen.

Mehr als zwei Dutzend Aussteller

haben im Juni im Musterungszentrum

von MARKANT Nonfood in

Worms die aktuelle Welt des Fahrrades

in allen Facetten dargestellt.

Zahlreiche Mitarbeiter aus Einkauf

und Vertrieb der MARKANT-Mitgliedsunternehmen

nutzten die

Musterung und den Kommunikationstag

Ende Juni für ihre Planungen

der Saison 2013. Einen

Schwerpunkt bildete das große

Angebot an bewährten Modellen

und aktuellen Neuheiten bei den

E-Bikes. Neben den Großen der

Branche hatte MARKANT auch

junge Anbieter wie die Firma Innovative

Bikes mit dem klappbaren

E-Bike der Marke „Robrady“ in bisher

einzigartiger Ein-Arm-Schwingentechnologie

gewinnen können.

Umfassend dargestellt waren auch

alle Bereiche des Zubehörs mit Verkaufshilfen

für die SB-Flächen. So

stand bei Prophete die neue Präsentation

für 2013 im Fokus, deren

Ziel eine sportivere Wahrnehmung

durch den Kunden ist. Bei Inter-

Union lag der Schwerpunkt auf dem

neuen Zubehör unter der Marke

„Fischer“, welches nach der erfolgreichen

Einführung der E-Bikes

unter diesem Label 2013 fl ächendeckend

umgesetzt werden soll.

Beeindruckend war die Riesenauswahl

an Rädern und Zubehör für

die Warenbündelung der Saison

2013. Gerade im Bereich der Fahrräder

wird die Warenbündelung

seit Jahren für die MARKANT-

Mitglieder immer bedeutender, da

hier die wichtigsten Modelle durch

MARKANT vorgestellt werden.

Innovation mit Designpreis: klappbares E-Bike „Robrady“.

Display auf Rädern: Pfl egeprodukte von Klever (Ballistol).

Sicherheit mit Warentest: Fahrradhelm von Prophete.

Exklusiv bei MARKANT: Warenbündelung für 2013.

9


Branchennachrichten

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

Farbwelt: Haushaltswaren in wertigen Farben und Formen.

Textilwelt: Heimtextilien in frischen, modischen Designs.

EU-Holz-Verordnung: große Sortimente an FSC-Möbeln.

10

INFO

ZHG

Als Servicegesellschaft der MARKANT AG

bündelt und bearbeitet die Zentrale Handelsgesellschaft

– ZHG – mbH alle wichtigen

Aktionsartikel und Sortimente des

Nonfood-Eigengeschäfts. Auf den Importbörsen

am Standort Worms können die

Kooperationspartner alle Neuheiten begutachten

und ihre benötigten Mengen bestellen.

Die ZHG bündelt diese, sorgt für eine

termingerechte Verschiffung und pünktliche

Auslieferung in Deutschland und Europa.

Farb- und Themenwelten: Gartenmöbel, Campingbedarf und Textil farblich aufeinander abgestimmt.

MARKANT NONFOOD

Importmacht aus Worms

Haushaltswaren, Freizeit-Sortimente, Textilien und Spielwaren

mit allen Neuheiten für die Saison 2013: Im Juli demonstrierte

die ZHG geballte Kompetenz auf ihren Importbörsen.

Eine besonders eindrucksvolle

Demonstration ihrer Importwaren-Kompetenz

lieferte die Zentrale

Handelsgesellschaft – ZHG –

mbH, eine Servicegesellschaft der

MARKANT AG, im Juli auf drei

parallel laufenden Importbörsen.

Dafür hatten die Produktmanager

der ZHG auf den Importmärkten

in Fernost mehr als 800 Neuheiten

für die Saison 2013 aus den Warengruppen

Haushaltswaren/GPK,

Freizeit (Camping, Gartenmöbel,

Grills, Spielwaren etc.) und Textil

(Heimtextilien, Kinder- und Bademode

etc.) ausgewählt, die dann zu

Themenwelten gebündelt in Worms

präsentiert wurden.

Das Besondere dieser Importbörse:

Die nahezu ausschließlich in Themenwelten

– etwa Gartenmöbel,

Tischwäsche, Geschirr, Deko, Grillgeräte

– ausgestellten Produkte

überzeugten mit aufein ander abgestimmten

Designs und Farben,

lieferten so nicht nur Sortiments-,

sondern auch Aktions-Ideen für die

Vertriebsschienen der MARKANT-

Mitgliedsunternehmen.

Die Resonanz auf dieses stimmige

und vertriebsorientierte Importbörsen-Konzept

war entsprechend

groß: Alle größeren MARKANT-

Mitgliedsunternehmen waren mit

ihren Verantwortlichen aus Einkauf

und Vertrieb vertreten. Welche

Mengen die „Importmacht“ aus

Worms bewegt, zeigte in der letzten

Saison 2011 das Beispiel der

Sommer-, Spiel- und Badeartikel:

Allein davon wurden mehr als 100

Container importiert.

Fotos: T. Schindel


Markantes

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

12

HANDEL & HERSTELLER

Gemeinsam mehr Gewinn

Kooperationen am POS und in der Lieferkette: Zwei starke Hebel, mit denen Handel und

Hersteller ihren Umsatz und Gewinn steigern können. Die Ergebnisse einer neuen Studie.

Gemeinsame Sortimentsgestaltung,Produktverkostungen

in Supermärkten

und Verbesserungen entlang der

Lieferkette: Es gibt viele Felder, auf

denen Handel und Hersteller mehr

oder weniger eng zusammenarbeiten.

Zwei Drittel der Händler und

mehr als die Hälfte der Hersteller

führen inzwischen regelmäßig gemeinsame

umfangreiche Projekte

durch. Aber nur 60 Prozent dieser

kooperationswilligen Unternehmen

erreichen dadurch auch nennenswerte

Umsatzsteigerungen

und Kostenreduktionen. Das belegt

eine Branchen-Umfrage von ECR

Europe, einem Verband von Händlern

und Herstellern, gemeinsam

mit der Unternehmensberatung

McKinsey & Company. Befragt

wurden rund 140 Unternehmen,

davon 31 Händler, 97 Konsumgüterhersteller

und zwölf Dienstleister

aus 13 europäischen Ländern.

Erstmals echte Datenbasis

Auf den ersten Blick überrascht

es, dass relativ viele Unternehmen

– immerhin ein Drittel

der Handels unternehmen und fast

die Hälfte der Hersteller und Lieferanten

– über die reine Lieferbeziehung

hin aus noch gar keine weitergehenden

Kooperationen eingehen.

„Das Thema der Kooperation von

Händlern und Herstellern steht

tatsächlich noch am Anfang“, bestätigt

McKinsey-Partner Dr. Jens

Weng. Die Studie sei auch die erste,

die hier eine konkrete Datenbasis

schaffe. Dr. Weng: „Vorher gab es

zwar Berichte über einzelne Projekte,

aber kaum konkretes Zahlenmaterial

zur breiten Wirkung


und Durchführbarkeit von Kooperationen.“

Die nun vorliegenden

Daten ergeben ein differenziertes

Bild über das Kooperationsverhalten

von Handel und Industrie, die

Art der Projekte, die wirtschaftlichen

Effekte und auch die organisatorischen

Grundlagen der Zusammenarbeit.

Gewinn für Händler

Im Durchschnitt bewirken erfolgreiche

Kooperationsprojekte

laut Studie einen Umsatzanstieg

von sechs Prozent und eine Erhöhung

des Gewinns um vier Prozent.

In der Spitze liefern einzelne

Projekte auch weit höhere Werte.

Bei den erfolgreichen Projekten

kristallisieren sich einige besonders

lohnenswerte Felder für Kooperationen

heraus – und zwar für

beide Seiten, Handel und Hersteller,

gleichermaßen. Besonders die

gemeinsame Arbeit an Vertriebsund

Sortimentsthemen – zum Beispiel

Promotions und Warengruppenmanagement

– kurbeln Verkauf

und Profi tabilität an.

Allerdings profitieren nicht

beide Seiten in gleichem Maße

von solchen Projekten. „Während

Händler zu 65 Prozent aussagten,

die Zusammenarbeit habe einen

positiven finanziellen Effekt be-

INFO

McKinsey

McKinsey & Company sieht sich als die in

Deutschland und weltweit führende Unternehmensberatung

für das Topmanagement.

26 der 30 DAX-Konzerne zählen aktuell zu

den Klienten.

Die Consumer & Retail Practice von

McKinsey ist mit weltweit mehr als 200

Partnern und über 300 Beratern die größte

Beratung für Handels- und Konsumgüterthemen.

In den vergangenen fünf Jahren

hat McKinsey 21 der 25 führenden Konsumgüterunternehmen

und fast zwei Drittel

der 25 größten Einzelhändler weltweit in

mehr als 2.900 Projekten beraten.

ZAHLEN UND TRENDS

Kooperationsmodelle

Noch fi nden die meisten Kooperationen zwischen Handel und Industrie auf den

Gebieten Marketing und Vertrieb statt. In Zukunft aber stehen die Optimierung von

Logistikprozessen und nachfragegesteuerte Liefersysteme on top der To-do-Liste.

Vertriebs-Kooperationen

POS-Aktionen/Promotions

Strategische Promotionplanung

Gemeinsame Innovationen

Category Management

Shop-Einrichtung/POS-Medien

Logistik-Kooperationen

Warenfl uss und Logistikprozesse

Nachfrageplanung und -erfüllung

Nutzung von Produktionsressourcen

Material- und Produkthandling

Gemeinsame Rohwarenbeschaffung

* OoS = Out of Stocks Quelle: McKinsey & Company

wirkt, bestätigte dies nur die Hälfte

der Hersteller“, sagt Xavier Hua,

Geschäftsführer von ECR Europe.

Am deutlichsten fallen die Unterschiede

der finanziellen Effekte

bei Verbesserungsprojekten

in der Lieferkette aus. Die befragten

Händler stellten eine Kostensenkung

von mehr als sieben

Prozent fest, während in der Industrie

nur knapp zwei Prozent erreicht

wurden. Auch dies sind nur

die Durchschnittswerte.

Marktanteile für Industrie

„Viele Industrieunternehmen

sehen Kooperationsprojekte vor

allem als Möglichkeit, ihre Beziehung

zu den Handelsunternehmen

zu vertiefen und dadurch Marktanteile

zu gewinnen“, erklärt Jochen

Großpietsch, Experte für Supply-

Chain-Themen bei McKinsey, dieses

Ungleichgewicht. „Hersteller

sind daher eher bereit, kurzfristig

Steigerung Umsatz

Prozent

Senkung OoS *

Prozent

4,7

4,1

3,3

2,1

k.A.

7,3

6,2

5,8

5,3

5,2

Ø 6,0

Ø 3,5

Steigerung Gewinn

Prozent

4,2

3,0

4,2

3,8

Senkung Kosten

Prozent

3,1

k.A.

4,4

5,1

5,6

4,5

Ø 3,9

Ø 4,6

in die Zusammenarbeit zu investieren,

während im Handel oft ein

viel stärkerer kurzfristiger Ergebnisdruck

herrscht.“

Topmanagement in der Pflicht

Um die gemeinsamen Projekte

möglichst profi tabel für beide Seiten

zu gestalten, sind aus Sicht

der Befragten vor allem zwei Faktoren

entscheidend: Ressourcen,

vor allem auch personelle, speziell

für die jeweilige konkrete Zusammenarbeit

im Unternehmen schaffen

und Unterstützung durch

das Topmanagement beider Partner.

Fehlen allein diese Elemente,

kommt es laut 40 Prozent der Befragten

fast zwangsläufi g dazu, dass

die gemeinsamen Aktionen fehlschlagen

und nur Kosten und Anstrengungen

verursachen.

Während derzeit noch die meisten

erfolgreichen Projekte auf der

Vertriebs- und Sortimentsseite lie-

13


Markantes

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

14

gen, zeichnet sich inzwischen zunehmend

eine Verschiebung zu

Supply-Chain-Themen ab. Die Umfrage

hat ergeben, dass Themen

rund um Bedarfsplanung, Logistik

und Prozessoptimierung an Bedeutung

zunehmen. Dabei gilt nicht

nur die Optimierung bilateraler

Logistikprozesse zwischen einzelnen

Unternehmen als Option zur

Effi zienzsteigerung, sondern auch

die Beteiligung verschiedener anderer

Unternehmen an geeigneten

gemeinsamen Logistikprojekten.

Digitale Zukunftsthemen

Als „das“ Top-Zukunftsthema

wird indes der digitale Projektbereich

genannt. Zur Zeit kooperieren

erst sehr wenige Handels- und Herstellerunternehmen

auf den Feldern

E-Commerce und Social Media.

Dennoch sind sich die Unternehmer

europaweit einig: E- und

M-Commerce (Mobile Commerce,

d. Red.) sowie Social Media sind

für Händler und Hersteller die

Kernbereiche in der Zusammenarbeit

der Zukunft. Dabei wird es

nach Auffassung von ECR Europe

und McKinsey in erster Linie darauf

ankommen, neuen Nutzwert

für die Konsumenten zu schaffen

und infolgedessen die eigenen Umsätze

und Erträge zu erhöhen.

INFO

ECR Europe

ECR Europe (Effi cient Consumer

Response Europe) ist eine gemeinsame

Plattform von Herstellern und Händlern mit

dem Ziel, „durch Kooperation nachhaltigen

Wert für die Kunden zu erzielen“. Die Non-

Profi t-Organisation unterstützt Händler

und Hersteller aus der Konsumgüterindustrie

dabei, ihre Lieferkette effi zienter zu

gestalten, Geschäftswachstum zu erzielen

und für ihre Kunden Mehrwert zu schaffen.

Seit November 2010 ist ECR Europe der

strategische Partner des internationalen

Consumer Goods Forum und arbeitet mit

ihm auf europäischer Ebene zusammen.

INTERVIEW

McKinsey

„Noch sind die meisten nicht so weit“

Dr. Jens Weng, Partner bei McKinsey, zu den Chancen und Herausforderungen in

Handelsunternehmen, mit Kooperationsmodellen den Erfolg zu steigern.

Wie erklären Sie sich, dass

trotz der nachgewiesenen

Erfolge viele Händler und

Hersteller keine speziellen

Kooperationsmodelle

unterhalten?

Die Gründe, warum Unternehmen

nicht kooperieren, sind vielschichtig:

Ein Grund sind die

Reifegrade der jeweiligen Unternehmen

selbst. So macht es wenig Sinn,

zum Beispiel eine gemeinsame Nachfrageplanung

durchzuführen, wenn nicht auf

Händler- und Herstellerseite bereits Prozesse,

Daten und entsprechende Fähigkeiten

vorhanden und optimiert sind. Die unternehmensinterne

Optimierung steht klar

vor der unternehmensübergreifenden Optimierung.

Noch sind die meisten Unternehmen

nicht so weit.

Ist das Ausland einen Schritt weiter?

In Deutschland ist das Verhältnis zwischen

Händlern und Herstellern traditionell eher

durch Verhandlungen geprägt als in anderen

Ländern. Die Entwicklung geht aber

auch hier zu einem stärkeren Miteinander –

ein langer Weg, der sich aber für alle lohnt.

In den USA sind die Geschäftsbeziehungen

zwischen Händlern und Herstellern traditionell

wesentlich kooperativer ausgerichtet.

In der Lieferkette werden Ihrer Studie

zufolge mit Kooperationen die größten

Kostensenkungen erzielt. Was genau

wird dabei typischerweise optimiert?

Die Hebel zur gemeinsamen Optimierung

der Lieferkette setzen bei der Planung oder

der operativen Logistik an. Es geht um eine

bessere Prog nose der Nachfrage auf den

einzelnen Stufen der Lieferkette, zum Beispiel

durch geteilte Nachfragedaten oder

die Erstellung einer gemeinsamen Nachfrageprognose.

Es geht um die möglichst

zeit- und mengengenaue Bedienung dieser

Nachfrage, etwa durch Vendor Managed

Inventory, und dies zu möglichst geringen

Kosten, beispielsweise durch einen gemeinsam

optimierten Logistikfl uss. Das gilt natürlich

für das komplette Sortiment – insbesondere

aber für Promotionware, für die

eine gemeinsame Optimierung durch die

schwere Vorhersehbarkeit der örtlichen Abverkäufe,

die hohe Komplexität der Abwicklung

jenseits des regulären Geschäfts und

die dadurch benötigte lange

Reaktionszeit von Händlern und

Herstellern besonders wichtig ist.

Ein Erfolgsfaktor für Kooperation

sind spezielle Ressourcen

im Unternehmen. An welchen

Stellen müssen diese im

Handel angesiedelt sein?

Wichtig ist erst einmal, dass

es tatsächlich Ressourcen gibt, die einen

großen Teil oder sogar ihre gesamte Zeit

mit Kooperation verbringen. Wo diese genau

angesiedelt sind, hängt vom jeweiligen

Unternehmen ab. Kooperation sollte man

allerdings nicht als strategische Übung verstehen,

Kooperation fi ndet im operativen

Geschäft statt. Nestlé hat Mitarbeiter seines

Kundenteams – sogenannte Customer

Based Coordinators – für zwei bis drei Tage

pro Woche direkt zu ihren Handelskunden

entsandt, um gemeinsam Promotions

zu planen, Produkteinführungen zu begleiten,

die Nachfrageprognose zu erarbeiten,

Lieferengpässe schnell zu beheben und

über weitere allgemeine Verbesserungen

nachzudenken. Und das bei 17 verschiedenen

Händlern in mehr als 15 europäischen

Ländern. Meist arbeiten diese Customer

Based Coordinators direkt mit der

Supply-Chain-Abteilung, dem Einkauf und

dem Marketingteam der jeweiligen Händler

vor Ort zusammen.

In welchen Handelsbranchen sehen

Sie am ehesten die Notwendigkeit,

künftig in Sachen E-Commerce mit der

Industrie zu kooperieren?

E-Commerce wird für alle Handelsbranchen

zunehmend wichtiger. Die Frage ist eher,

welche Bereiche früher als andere betroffen

sein werden und wie stark. Hier spielen

natürlich auch wieder die Gewohnheiten in

den jeweiligen Ländern eine Rolle. Großbritannien

ist beispielsweise beim Lebensmittel-E-Commerce

Deutschland bei weitem

voraus. Eine andere wichtige Frage ist, wie

Kooperation im Bereich E-Commerce eigentlich

genau aussehen kann. Hier gibt es

erste Ideen, insbesondere im Bereich des

digitalen Marketings oder beim Austausch

von Daten zum Kundenverhalten. Sind sich

beide Seiten über die Möglichkeiten im Klaren,

wird schnell sichtbar, welche Branchen

am ehesten betroffen sein werden.

Fotos: www.johannmayr.de (Illustration), Privat


Strategie & Management

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT

16

BAYWA/HELLWEG

Neue Allianz

bringt Stärke

Mehr Sortimente, regionale Akzente, attraktive Preise:

BayWa hat in Bad Tölz einen neuen Bau- und Gartenmarkt

eröffnet. Wie sich die neue Allianz mit Hellweg auswirkt.

Der Markt im oberbayerischen

Bad Tölz ist der

erste, der unter dem Dach

der neuen Kooperation zwischen

BayWa und dem Dortmunder Bauund

Gartenmarktbetreiber Hellweg

(siehe Kasten) an den Start gegangen

ist. Werner Carl, Geschäftsführer

der gemeinsam zum 1. Januar

2012 gegründeten BayWa Bau

& Gartenmärkte GmbH & Co. KG,

betonte anlässlich der Eröffnung in

Bad Tölz das Besondere des traditionsreichen

bayerischen Baumarktunternehmens

am Standort: „Hier

steht BayWa drauf, und es ist auch

BayWa drin.“ Unabhängig davon

erwartet das Management von der

Kooperation eine ganze Reihe von

Vorteilen und Synergieeffekten.

Mit 7.500 qm Verkaufsfl äche der Größte der

Region. Das Areal hat insgesamt 18.000 qm.

Insgesamt soll die Allianz mit Hellweg

die Wettbewerbsfähigkeit der

Märkte steigern und die Ertragskraft

stärken. „So können wir zum

Beispiel auf der Einkaufsseite mehr

bündeln und erweitern“, so Werner

Carl. „Wir können unsere Stärken

weiter ausbauen und zugleich für

unsere Sortimente von den Stärken

bei Hellweg profitieren.“ In

den Märkten würden die Kunden

das konkret an einer größeren Auswahl

bei den Sortimenten erkennen

und auch an besseren Preisen,

heißt es bei der BayWa Bau- &

Gartenmärkte GmbH & Co. KG.

Außerdem läuft derzeit die Umstellung

auf das Warenwirtschaftssystem

von Hellweg.

Neue Synergien

„Wir werden dann kompatibel

sein und in Zukunft noch mehr

Synergien schöp fen können“, beschreibt

das Management die Vorteile

des neuen Systems, das speziell

auf Einzelhandelsbelange

zugeschnitten ist.

Einen erfreulich hohen Standard

aus Verbrauchersicht setzt der

neue Bau- und Gartenmarkt in Bad

Tölz bei den Sortimenten. So haben

Kunden hier die Möglichkeit,

ihr Elektro-Auto oder E-Bike aufzuladen:

Auf dem Gelände befi n-

det sich eine Stromtankstelle. Baumarkt

und Gartenbereich machen

jeweils rund die Hälfte des mehr als

7.500 Quadratmeter großen Fachmarktes

aus, der damit der größte

in der Region ist.

Regionale Spezialsortimente

Damit bei den 52.000 Einzelartikeln

die Übersicht nicht verloren

geht, legt das 52 Mitarbeiter starke

Team um Marktleiter Franz Kleisinger

und Stellvertreter Sebastian

Bartsch besonderen Wert auf übersichtliche

Produktpräsentation und

fachkundige Beratung. Neu in Bad

Tölz sind zum Beispiel die Abteilungen

für Fliesen und Bodenbeläge

von Parkett über Laminat bis

PVC sowie eine hochwertige Sanitärausstellung.

Ebenfalls neu im

INFO

BayWa/Hellweg

Zum 1. Januar 2012 hat der bayerische

BayWa-Konzern sein Bau- und Gartenmarktgeschäft

über ein Joint Venture in

eine strategische Partnerschaft mit

dem nordrhein-westfälischen Bau- und

Gartenmarktbetreiber Hellweg eingebracht.

Hellweg steuert vom Sitz Dortmund aus

89 eigene Hellweg-Filialen in Deutschland

und Österreich sowie 56 BayWa

Bau- & Gartenmärkte.

Fotos: BayWa Bau- & Gartenmärkte GmbH & Co. KG


Sortiment: Lampen und Leuchten.

Für die jüngsten unter den Handwerkern

gibt es im BayWalino, im

Baumarkt für Kinder, Hammer,

Säge, Bohrmaschine und Bauhelm

im Miniaturformat.

Ausdruck regionaler Verbundenheit

des Marktes ist das Spezialsortiment

für Landwirte, in dem

unter anderem Kuhglocken zu fi nden

sind. Kunden mit dem „grünen

Daumen“ haben ebenfalls ihre

helle Freude an einem riesigen

Sortiment, das keine Wünsche offen

lässt. Keine Wünsche offen lassen

will auch der nächste BayWa-

Markt, der im Herbst im hessischen

Hanau eröffnet wird.

So köstlich kann natürlich sein.

BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

Wesentlich breitere Auswahl bei der Innendeko

und beim Technikangebot mit Eisenwaren, Elektro-

und Handwerkzeug sowie Arbeitskleidung.

Neu: der Spezialbereich für Landwirte (links).

Bei denen ist

der Erfolg

schon eingetütet.

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Strategie & Management

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

18

SERIE: KOOPERATION 3.0

Die Zukunft des Euro

Lernen aus der Finanzkrise: Das hat Prof. Dr. Hans Tietmeyer auf dem Mitgliederkongress der

MARKANT gefordert. Credo des Finanzexperten: Der Euro stärkt den Zusammenhalt der EU.

Der Euro steckt in der Krise.

Prof. Dr. Hans Tietmeyer

macht sich daher „berechtigte

Sorgen“. Der ehemalige Bundesbank-Chef

warnt: „Die Euro-

Krise ist noch lange nicht gelöst.“

Gleichzeitig pfl ichtet der Finanzexperte

Angela Merkel bei, die eine

Rückkehr zur D-Mark kategorisch

ausschließt: „Stirbt der Euro, stirbt

auch Europa“, so die Bundeskanzlerin.

Die Gründe für die Euro-

Krise liegen laut Tietmeyer weit

zurück und sind politisch bedingt:

„Die Maastricht-Konstruktion war

von Beginn an fragil.“

� Fehlerquellen zu Beginn

Tietmeyers Position ist eindeutig:

Eine Währungsunion ohne weiterführende

politische Kooperation sei

nicht möglich. Genau hier habe der

Fehler bei Einführung des Euro gelegen:

Die Euro-Zone sei noch nicht

reif für eine gemeinsame Währung,

weil politisch noch nicht einig

genug gewesen. Eine politische

Union sei unter anderem am Widerstand

Frankreichs gescheitert.

Zudem sei es bei der Umsetzung der

Währungsunion zu Fehlentwicklungen

und Defi ziten gekommen:

„Entgegen den Regeln des Vertrages

wurde die Auswahl der Teilnehmerländer

zu großzügig vorgenommen.“

Die Teilnahmekriterien seien

nicht eindeutig und scharf angewandt

worden. Zudem sei in der

Folgezeit von 1998 bei Beginn der

Währungsunion bis zum Jahr 2008

ein weiterer schwerwiegender Fehler

begangen worden: „Leistungsbilanzdefi

zite und Wettbewerbsfähigkeit

der Länder wurden nicht

genügend kontrolliert. Zudem gab

es innerhalb Europas keine effi ziente

Fiskalüberwachung, obgleich

diese festgelegt war“, so der Experte.

Laut Tietmeyer ein Versäumnis

der Politik, aus der die derzeitige

Krise resultiere.

� Forderung nach Kontrolle

Als Lehre aus der Finanz- und

Euro-Krise fordert Tietmeyer effektive

Kontrollmechanismen:

„Der Euro braucht ein dauerhaft

stabiles Fundament.“ Unverzichtbar

hierbei sei das Haftungsprinzip

der Teilnehmerländer und mehr

Kontrolle durch die Öffentlichkeit.

Als positives Beispiel nennt Tietmeyer

Deutschlands Sachverständigenrat

zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen

Entwicklung,

die sogenannten Wirtschaftsweisen.

„Ich wünsche mir für die Europäische

Union ein unabhängiges

Gremium als eine Art Sachverständigenrat,

der die fi skalpolitischen

Probleme öffentlich macht“, sagt

der Finanzexperte. Auch die Vereinheitlichung

der Bankenaufsicht

sei hierbei der richtige Weg.

SERIE

Kooperation 3.0

In der Serie „Kooperation 3.0“ stellt das

MARKANT HandelsMagazin Strategien

zum Erfolg vor. Im Überblick:

08/12: Prof. Dr. Hans Tietmeyer

09/12: Patric Heizmann

10/12: Herbert Fandel

11/12: Dr. Christian Gansch

12/12: Richard David Precht

Fotos: medialog, A. Pröhl


� Warnung vor Gefahren

Die Krisenbewältigung und Weiterentwicklung

der Währungsunion

ist für Tietmeyer eine der

größten Herausforderungen für Europa.

Der Experte warnt dabei vor

Ansteckungsgefahren, wie die Beispiele

Italiens und Spaniens nach

der Griechenland-Krise gezeigt

hätten. „Es geht um die historische

Weichenstellung, ein weiterhin

kränkelndes Europa mit möglicherweise

zunehmenden Kontroversen

auf ein stabiles Fundament

zu stellen.“ Dabei sollte Europa mit

dem Euro auf die Zukunft setzen,

sagt Tietmeyer und kritisiert Forderungen

nach einem Ende der Währungsunion

und einer Rückkehr zu

den Landeswährungen.

� Argumente pro Euro

Ein Ausstieg aus dem Euro würde

laut Tietmeyer das politische und

friedliche Miteinander in Europa

gefährden. Komme es zu einem

Auseinanderbrechen der Währungsunion,

warnt Tietmeyer vor

den Folgen: eskalierende ökonomische

und politische Konflikte

sowie die Gefahr der Erosion der

Gemeinschaft und der gemeinschaftlichen

Märkte. Dann sei die

Gefahr einer Renationalisierung

nicht auszuschließen. Die Verantwortungsträger

in Europa sollten

daher aus der Euro-Krise lernen,

sich jedoch nicht an der Vergangenheit

orientieren. „Der Weg zurück

aus dem Euro heraus, das ist

kein Weg in die Zukunft, im Gegenteil:

Die Rückkehr in nationale

Strukturen bedeutet eine Verkrustung

der Strukturen.“ Angela Merkels

Warnung vor einem Ende Europas

durch den Zusammenbruch

des Euro hält Tietmeyer zwar für

„ein bisschen profi lierend“: „Aber

darin steckt auch ein Stück Wahr-

heit“, so der Experte. Die Rahmenbedingungen

für Kooperation in

Europa müsse allerdings die Politik

bestimmen – eine Herausforderung

für die Zukunft.

� Aufgaben der Zukunft

Es gehe um ein Europa, das im

Wettbewerb der Welt von morgen

bestehen könne – innovations- und

wettbewerbsfähig. Tietmeyer appeliert

an die Politik, kooperativ und

nachhaltig zu handeln: „Die politischen

Gestalter in Europa tragen

eine den nationalen Rahmen weit

übersteigende Verantwortung.“

Das gemeinsame historische Fundament

Europas, die unterschiedlichen

nationalen Strukturen, Prioritäten

und Traditionen reichten

allein nicht aus, um die Probleme

der Gegenwart und der Zukunft zu

lösen. „Europa braucht eine dauerhaft

funktionierende marktwirtschaftliche

Ordnung mit einem

wettbewerbsfähigen Finanzwesen

und einer stabilen Währungsunion“,

so Tietmeyer. Transferhilfen

könnten die Gemeinsamkeit

nur fördern, wenn sie die Prinzipien

des Wettbewerbs und der Haftung

nicht gefährdeten, sondern stärkten.

Tietmeyer fordert von der Politik

„den Mut, Ordnungsregeln nicht

nur zu vereinbaren, sondern sie

auch durchzusetzen“. Hierin liege

die Herausforderung für Europa.

PERSONALIEN

Prof. Dr. Hans Tietmeyer war als

Präsident der Deutschen Bundesbank von

1993 bis 1999 oberster Währungshüter.

Tietmeyer war an allen prägenden fi nanzpolitischen

Entscheidungen in der Geschichte

der Bundesrepublik beteiligt und hatte in

den 1970er- und 80er-Jahren auch internationale

Führungsaufgaben inne. Heute ist

Tietmeyer Vorsitzender des Kuratoriums der

Stiftung „Chancen für alle. Initiative Neue

Soziale Marktwirtschaft“.

19


Sortimente

Strategie & Management

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

20

ENERGIEKOSTEN

Heute zahlen,

morgen sparen

Food-Händler agieren vorausschauend. Maßnahmen für mehr

Energieeffi zienz stehen ganz oben auf der Prioritätenliste.

Denn kaum eine Investition amortisiert sich schneller.

Der Hamburger Drogeriemarktfi

lialist Budnikowsky

greift tief in die Tasche. Um

den Energieverbrauch deutlich zu

senken, stattet der Händler seine

über 150 Märkte nach und nach

mit moderner, energieeffizienter

Klimatechnik aus. Die neu installierten

Wärmepumpen von Mitsubishi

Electric sind in der Lage,

75 Prozent der benötigten Wärme-

INTERVIEW

EHI Retail Institute

„Ganzheitliche Lösungen“

Ljiljana Rakita, Projektleiterin Energiemanagement im EHI Retail

Institute, empfi ehlt ein systematisches Energiemanagement.

Welchen Stellenwert hat die Energieoptimierung

im Food-Handel?

Einen sehr hohen. Bei Lebensmittelhändlern

stehen insbesondere Maßnahmen zur

Energieoptimierung im Bereich Kältetechnik

im Fokus. Mit 70 Prozent planen viele der

vom EHI befragten Unternehmen, im Bereich

der Kältetechnik zu investieren. Der

Einsatz von geschlossenen Kühlstrecken

(mittels Decken, Nachtrollos etc.) bei der

Minus-Kühlung wird ebenso zum Standard

wie der Einbau von Systemen zur Wärmerückgewinnung,

um die Abwärme aus der

Kälteproduktion zum Beispiel für die

Warmwasserbereitung zu nutzen.

Wie schnell zahlen sich solche

Investitionen wirklich aus?

Bei der Kältetechnik sind die Amortisationszeiten

länger als zum Beispiel bei der Beleuchtungsanlage.

Aber gerade bei Kälte

energie der Außenluft zu entziehen

und diese dann den Innengeräten

zuzuführen.

� Händler wollen investieren

„Mit der Anlage können die erforderlichen

Heizlasten eines Marktes

bis zu Außentemperaturen von minus

25 Grad Celsius gedeckt werden“,

erklärt Susanne Lüth, Umweltbeauftragte

bei Budnikowsky.

gilt aus Sicht der Händler: Je zukunftsträchtiger

eine Innovation hinsichtlich ihres

Einsparpotenzials ist, umso eher werden

auch längere Pay-off-Zeiträume akzeptiert.

Dies trifft beispielsweise auf CO ² -

Kälteanlagen zu.

Welchen generellen Rat geben Sie

investitionswilligen Händlern?

Die Möglichkeiten, durch vernünftige Modernisierungen

Betriebskosten zu senken,

sind mittlerweile enorm. Allerdings muss

immer der Gesamtkontext eines ganzheitlichen

Energiemanagements gesehen werden.

Energiemanagement erfordert die

systematische Erfassung, Analyse und Bewertung

aller relevanten kaufmännischen

und technischen Prozesse. Auf dieser Basis

können Projekte aufgesetzt werden, die

auch die Wechselwirkungen zwischen den

Einzelmaßnahmen berücksichtigen.

Wie beim Hamburger Drogeriemarktbetreiber

werden zurzeit

quer durch den Handel viele energetische

Projekte umgesetzt. Dass

die Händler zu Investitionen entschlossen

sind, zeigt eine aktuelle

Untersuchung des Kölner EHI Retail

Institute. Im Food-Handel, so

die EHI-Studie, wollen fast alle

Händler (90%) in den kommenden

Jahren in stromsparende Beleuchtung,

70 Prozent in die Kühlung

und 44 Prozent in die energieeffi -

ziente Klimatisierung investieren.

� Schnelle Amortisation

Für derartige Projekte Geld in die

Hand zu nehmen, macht betriebswirtschaftlich

Sinn. Denn die Investition

in Energieeffi zienz zahlt

sich schnell aus. Knapp drei Viertel

der vom EHI befragten Händler

gehen davon aus, dass sich zum

Beispiel eine neue Beleuchtungsanlage

innerhalb von drei bis vier

Jahren voll amortisiert – dass in

diesem Zeitraum also die Investitionssumme

durch Einsparungen

hereingeholt wird und der Betrieb

ab dann dauerhaft von den niedrigen

Verbrauchskosten profi tiert.

„Ein angemessener Return on Invest“,

bestätigt Ljiljana Rakita, Projektleiterin

Energiemanagement im

EHI Retail Institute.

Fotos: Fotolia/Teamarbeit, Privat


� Günstige Finanzierung

Dazu tragen auch die historisch niedrigen Zinskonditionen

bei. Viele Food-Händler nutzen

die öffentliche Förderung über das Energieeffi

zienzprogramm der KfW-Bank. Für energetische

Maßnahmen etwa bei KMU‘s (weniger

als 250 Mitarbeiter, Jahresumsatz von maximal

50 Millionen Euro) sind momentan Darlehen

mit einem effektiven Zinssatz ab 1,00

Prozent möglich. Hinzu kommen weitere günstige

Rahmenbedingungen. Zum Beispiel können

bis zu drei tilgungsfreie Anlaufjahre vereinbart

werden. Generelle Voraussetzungen für

ein KfW-Darlehen aus diesem Programm: Eine

Ersatzinvestition (zum Beispiel der Austausch

der Beleuchtungsanlage) muss zu einer Energieeinsparung

von mindestens 20 Prozent führen,

gemessen am Durchschnittsverbrauch der

vergangenen drei Jahre. Bei Neuinvestitionen

muss eine Verbrauchsreduzierung von mindestens

15 Prozent im Vergleich zum Branchenschnitt

erzielt werden (mehr dazu im Internet

unter www.kfw.de/energieeffi zienz).

Einsparungen in dieser Größenordnung lassen

sich aber nicht nur durch größere Investitionsprojekte,

sondern zuweilen auch durch das

Drehen an kleineren Stellschrauben erzielen.

Wer zum Beispiel per Luxometer die Lichtstärke

in den verschiedenen Zonen seines Marktes

misst, wird auf Bereiche stoßen, in denen ohne

merkliche Helligkeitseinbußen mehrere Deckenlampen

abgeschaltet werden können.

� Kühlung im Fokus

Weil mit knapp 50 Prozent am Gesamtverbrauch

beteiligt, steht bei Food-Händlern insbesondere

die Kühlung im Fokus. Häufi g sind die Temperaturregler

der Geräte unnötig hoch eingestellt.

Im Mopro-Regal kann durchaus von zwei auf

vier Grad, in der Tiefkühltruhe von minus 20

auf minus 18 Grad abgesenkt werden. Ebenfalls

beachtenswert: Zu hoch gestapelte Ware oder

durch Ware zugestellte Lüftungskanäle in den

Truhen stören den Kältefl uss, Schmutzschichten

auf Verdampfern und Verfl üssigern verschlechtern

die Wärmeübertragung. „Schon kleinere,

leicht umsetzbare Maßnahmen können bis zu

zehn Prozent an Energiekosten einsparen“, erklärt

EHI-Expertin Ljiljana Rakita.

Innovation, Inspiration und Impulse

für den teuersten Platz am POS.

DAS GANZE SEHEN,

UM CHANCEN

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an der Kühltheke

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Sortimente

Strategie & Management

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

22

PC-WAAGEN

Die Frische managen

Moderne PC-Waagen dürfen gerne zu Zusatzkäufen animieren. Insbesondere aber sollten die

Geräte dafür sorgen, dass der Frische-Bereich jederzeit aktiv gesteuert werden kann.

Immer wieder erweitert, aktualisiert,

renoviert: Die Informationstechnologie

vieler Handelsbetriebe

hat sich im Laufe der Jahre

zu einem Flickenteppich unterschiedlicher

Anwendungen entwickelt,

die von verschiedenen Herstellern

stammen. Die Systeme

werden über Schnittstellen zusammengeführt

– doch Schnittstellen

sind Schwachstellen, stören häufi g

die Performance und komplizieren

die Anpassungsprozesse.

Einheitliche Steuerung

Also ist Harmonisierung angesagt.

Zum Beispiel an den Frischetheken

der 43 SB-Warenhäuser

von Globus St. Wendel. Das Unternehmen

hat PC-Waagen sowohl

von Bizerba als auch von Mettler

Toledo im Einsatz,

früher inklusive der

jeweiligen Warenwirtschaftslösung.

Problem dabei:

Sollte zum Beispiel

ein neuer Preisauszeichner

integriert

werden, entstand

doppelter Aufwand.

Denn die Änderungen

am ERP-

System mussten

in beiden Systemweltennachvollzogen

werden.

Heute steuert

in den Frischebereichen

von Globus

eine dezentrale Warenwirtschaft

sämtliche Waagen und Preisauszeichner

– egal, von welchem Hersteller

und aus welcher Gerätegeneration

sie stammen oder in welcher

Konfi guration sie installiert sind.

Im Rahmen des bei Globus lau-

NEUHEITEN

Intelligente Waagentechnik

fenden SAP-Projekts wird lediglich

eine Schnittstelle benötigt, um

die Einbindung aller Waagen und

Preisauszeichner zu sichern.

Schnelle Reaktionen

Unter Konstellationen wie bei

Globus können die Geräte, neben

dem Abwiegen der Ware, somit

ihre wichtigste Aufgabe erfüllen:

Sie schicken exakte Abverkaufszahlen

der leicht verderblichen Produkte

sicher und in Echtzeit an die

Zentrale. Dort kann sofort reagiert

werden. Etwa indem eine Nachlieferung

initiiert oder eine Sonderangebots-Aktion

gestartet wird.

Sind zum Beispiel zwei Stunden

vor Geschäftsschluss noch zu viele

Erdbeeren übrig, ist dem Händler

nicht geholfen, wenn er erst am

nächsten Morgen davon erfährt.

Sondern er muss sofort reagieren,

sofort die Preise senken können

und die neuen Preise auch direkt

an Kassen, Waagen, Preisauszeich-

Platzsparend und seniorengerecht: Die Hersteller von PC-Waagen überzeugen mit

sinnvollen Detailverbesserungen für Kunden und Mitarbeiter.

BIZERBA

Im Rahmen der

„K-fl ex“-Produktfamilie

hat Bizerba

ein wiegendes Thekenbrett

entwickelt,

das in die Thekenoberfl äche eingelassen

ist, somit wenig Raum beansprucht und als

zusätzliche hygienische Arbeitsfl äche dient.

Mehr unter www.bizerba.de.

METTLER TOLEDO

Mit der UC-GLT-M stellt

Mettler Toledo eine SB-

Waage mit großformatigem17-Zoll-Touchbildschirm

vor. Die

Extra-Fläche erhöht die

Übersichtlichkeit und erlaubt

auch Senioren das schnelle Auffi nden

der Symbole. Mehr unter www.mt.com.

Fotos: Bizerba, Mettler Toledo


INTERVIEW

Bizerba

Rainer Maase,

Leiter Geschäftsbereich

Retail Deutschland

bei Bizerba

Wie können Waagen zur effi zienten

Warenwirtschaft beitragen?

Das Streben der Händler nach exzellenter

Frische, die Vielfalt in den Frischesortimenten

sowie die speziellen Anforderungen

bei Convenience erfordern die sofortige

Auswertung warenwirtschaftlicher Daten.

Damit kommt der Waage eine zentrale

Bedeutung zu: Sie kann dem Bediener in

Echtzeit Warnmeldungen bei Überbeständen

geben oder frühzeitig auf Mindesthaltbarkeitsdaten

hinweisen, um Fehleinschätzungen

bei der Disposition zu kompensieren

und den Verderb zu minimieren.

ner und digitale Werbeplakate übertragen können.

„Eine optimale Verwaltung der Frischebestände

schützt vor Warenverlust und bedeutet

für den Händler bares Geld“, sagt Rainer Maase,

Leiter Geschäftsbereich Retail bei Bizerba.

Multimediale Anwendungen

Mit der Softwarefamilie „RetailFramework“

hat Bizerba eine entsprechende Lösung entwickelt.

Ihre offenen Standards erleichtern auch

(künftige) multimediale Anwendungen. Zum

Beispiel lassen sich über angeschlossene NFC

(Near Field Communication)-Lesegeräte auch

an der Frischetheke Gutschriften und Coupons

einlösen beziehungsweise verrechnen.

Heute schon machbar – doch wird es noch

dauern, bis diese Anwendungen wirklich in der

Praxis ankommen. Die digitale Platzierung von

Werbebotschaften auf dem Waagen-Display dagegen

gehört inzwischen zum Standard. Allerdings

ohne Erfolgsgarantie. Nach Beobachtungen

von Bizerba-Experte Rainer Maase

(siehe Interview) bewegen sich bei Verbundangeboten

die Mehrumsätze in einer Bandbreite

zwischen null und 60 Prozent. Maase: „Nur wer

das Medium als interaktiven Kommunikationskanal

versteht und in andere Marketingkampagnen

integriert, generiert Zusatzumsätze.“

Welche Rolle spielt die Waage als

Marketing-Medium?

Über Doppelscreen-Waagen kann Wissenswertes,

Kaufrelevantes oder auch nur

Beiläufi ges an Bediener und Kaufi nteressenten

kommuniziert werden. Der Kunde

erhält passende Informationen – seien es

Details zur Ware oder gezielte zusätzliche

Kaufanreize. Die Mitarbeiter hinter der Frischetheke

können Zusatzinformationen,

zum Beispiel zu Inhaltsstoffen oder zur Zubereitung,

situativ abrufen und so die Qualität

der Kundenbetreuung erhöhen. Die

Waage als Marketing-Medium ist also ein

zielgruppengesteuerter Vermittler von

situativen, differenzierten Inhalten.

Kann der Händler auf relevante

zusätzliche Umsätze hoffen?

Verschiedene Marktforschungsstudien

machen übereinstimmend deutlich, dass

erfolgreiches Cross-Selling von unterschiedlichen

Faktoren abhängt, die sich

erlebniswelten:

www.wanzl-ladenbau.com

gegenseitig mehr oder minder stark beeinfl

ussen. Dazu gehören eine ausreichende

Vorlaufzeit für die Kampagnengestaltung,

außerdem die Einbindung von Einkauf,

Verkauf, Marketing und insbesondere der

Marktmitarbeiter in die Kampagne. Die

richtigen Zweitplatzierungen und eine

entsprechende Auszeichnung der angebotenen

Ware wirken ebenso auf den Erfolg

ein wie eine gute visuelle Aufbereitung der

Informationsinhalte auf den Displays.

Welche Erfahrungen haben die Händler

hierbei bislang gemacht?

In der Praxis am Point of Sale hat sich

gezeigt, dass die Waage effektive Ergebnisse

zwischen null und 60 Prozent an

Mehrabsatz eines Artikels respektive eines

Zusatzsortiments erzielt. Der Umsatzerfolg

steigt in dem Maße, in dem die Displays an

der Waage als situativer, interaktiver

Kommunikationskanal für Mitarbeiter und

Kunden begriffen wird.

: nach Ihrem wunsch

: individuelle lösungen

: planung

: projektmanagement

: schlüsselfertig


Sortimente

Strategie & Management

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

24

LEUCHTMITTEL

Glühlampe auf

die Resterampe

Vierter und fi naler Akt des Glühbirnenverbots: Ab September

dürfen Glühlampen mit 40 und 25 Watt nicht mehr hergestellt

werden. Damit wird ein Meilenstein zum Restposten.

Jetzt geht für die Glühlampe

endgültig das Licht aus. Am

1. September greift die vierte

und letzte Stufe des europaweiten

Glühbirnenverbots (siehe Kasten

unten). Damit wird eine einst

bahnbrechende Erfindung zum

Restposten: Allgebrauchsglühlampen

dürfen aus Energiespargründen

nicht mehr hergestellt,

Restbestände jedoch weiterhin

verkauft werden.

Handel hat bereits reagiert

Globus Baumarkt verzichtet bereits

komplett auf die herkömmliche

Glühlampe und empfiehlt

seinen Kunden energiesparende

Alternativen. „Das Energiespar-

INFO

Glühbirnenverbot

Seit September 2009 dürfen sämtliche

klaren Glühlampen mit einer Leistung über

75 Watt sowie alle matten Glühlampen

nicht mehr in den Verkehr gebracht werden.

Seit September 2010 gilt diese EU-

Regelung für klare Glühlampen mit einer

Leistung von mehr als 60 Watt. Seit September

2011 dürfen 60-Watt-Standard-

Glühlampen nicht mehr neu in den Handel

gebracht werden. Ab dem 1. September

2012 gilt dies auch für die üblichen Haushaltsglühlampen

mit 25 und 40 Watt.

Speziallampen wie z.B. Backofen- und

Kühlschranklampen sind ausgenommen.

Ab September 2016 gelten weitere verschärfte

Anforderungen an Klarglaslampen.

bewusstsein unserer Kunden ist

mittlerweile sehr ausgeprägt“,

sagt Erich Huwer, Geschäftsführer

der St. Wendeler. Bei der geringen

Nachfrage nach Glühlampen

handle es sich meist um Spezialleuchtmittel

wie Backofenbirnen.

Die sinkende Nachfrage nach 40-

und 60-Watt-Glühlampen bedient

Globus mit Halogen-Leuchtmitteln.

Auch für Hersteller wie Osram

spielt die Glühlampe ab September

keine Rolle mehr. Das gilt nicht nur

für den europäischen Markt: In

Brasilien ist die Glühlampe ebenfalls

ein Auslaufmodell, und auch

in China gibt es Bestrebungen, den

Klassiker abzuschalten, so Osram-

Sprecher Christian Bölling.

Hersteller bieten Vielfalt

Bei den Alternativen gilt die

Faustformel: Halogen- ersetzt

Glühlampe. Die preiswerten Halogenlampen

verbreiten ein ähnliches

Licht wie Glühlampen und

sparen im Vergleich rund 30 Prozent

an Energie ein. Etwas höherpreisiger

liegen die Energiesparlampen,

die allerdings 80 Prozent

weniger Strom verbrauchen. LED-

Lampen sparen bis zu 90 Prozent

an Energie und überzeugen durch

eine lange Lebensdauer. Weitere

Vorteile: Wie die Halogenlampe

40 W/25 W

01.09.2012

werden LED-Lampen ohne Quecksilber

hergestellt. Beide lassen sich

zudem verzögerungsfrei ein- und

ausschalten.

Hilfestellung am POS

Händler sollten Verbrauchern

die jeweiligen Vorteile der energiesparenden

Alternativen im Verkaufsgespräch

klar aufzeigen. Halogenlampen

sind der einfachste

Ersatz für Glühlampen, jedoch

weniger langlebig. Energiesparlampen

sollten möglichst dort eingesetzt

werden, wo sie lange brennen

– Kunden kritisieren häufi g die

Verzögerung beim Ein- und Ausschalten.

LED-Lampen sind zwar

kostenintensiv, dafür aber langlebig

und besonders energiesparend.

„LED wird immer wirtschaftlicher

und günstiger“, so Christian Bölling.

Das LED-Sortiment sei mittlerweile

als 40-, 60- und 75-Watt-

Ersatz verfügbar. Fazit der Experten

aus Industrie und Handel: Die Zukunft

leuchtet LED.

Foto: medialog


Oktober 2012

Termine

AKTIONS-TIMER

Marketing-Ideen für den POS

MESSEN

8. – 10. Oktober

� Expo Real

Internationale Fachmesse für

Handels- und Gewerbeimmobilien

(München)

21. – 25. Oktober

� SIAL

Leitmesse der internationalen

Ernährungswirtschaft

(Paris)

1. ERNTEDANK UND WINZERWOCHE

Die Regionen bitten zu Tisch

Erntedankfest und Winzerwoche: Das sind zwei traditionsreiche

Ereignisse, die hervorragend zueinander passen und ein attraktives

Aktionsthema liefern. Bieten Sie Ihren Kunden richtig große Auswahl.

2. OKTOBERFEST

Bayern verwöhnt die Nation

Das Oktoberfest ist längst über München hinaus gewachsen und sorgt

mit seinen typisch bayerischen Spezialitäten bundesweit für Stimmung.

Begeistern auch Sie Ihre Kunden mit den weißblauen Schmankerln.

3. NONFOOD-AKTION

Die Gespenster laden zur Party

Halloween, das Fest der gruseligen Maskerade, ist Ende Oktober

eine feste Größe unter den deutschen Feierlichkeiten. Nutzen Sie die

Chance und bieten Sie Ihren Kunden alles für die Halloween-Party.

MARKANT

Zentralmusterungen

24. September – 12. Oktober

� Baumarkt / Bad und

Badzubehör (Worms)

ZHG-Importbörsen

16. Oktober – 9. November

� Haushaltswaren / GPK (Worms)

Oktober 2012

1 Mo KW 40

2 Di

3 Mi Tag der Deutschen Einheit

4 Do

5 Fr

6 Sa

7 So

8 Mo KW 41

9 Di

10 Mi

11 Do

12 Fr

13 Sa

14 So

15 Mo KW 42

16 Di

17 Mi

18 Do

19 Fr

20 Sa

21 So

22 Mo KW 43

23 Di

24 Mi

25 Do

26 Fr

27 Sa

28 So

29 Mo KW 44

30 Di

31 Mi Reformationstag/Halloween






Sortimente

Deutsche Rotweine

� Spätburgunder, Dornfelder

� Trollinger, Schwarzriesling

� Lemberger

� Cabernet Sauvignon

� Cabernet Dorsa

Deutsche Weißweine

� Riesling, Kerner, Silvaner,

Müller Thurgau (Rivaner)

� Sauvignon Blanc

� Scheurebe

� Weiß-/Grauburgunder

� Blanc de Noir (neue Trendsorte)

� Auxerrois (neue Trendsorte)

Obst

� Birnen (Alexander Lucas, Kaiser

Alexander, Williams Christ)

� Äpfel (Braeburn, Idared, Jonagold,

Elster, Granny Smith, Pink Lady,

Golden Delicious)

� Tafeltrauben (z.B. Italia, Arkadia,

Lilla, Muskat bleu)

� Mirabellen, Quitten

� Pfl aumen, Zwetschgen

Gemüse

� Kartoffeln (versch. Sorten)

� Kohl (Kohlrabi, Blumenkohl,

Weißkohl, Spitzkohl, Wirsing)

� Gurken

� Bohnen

� Kürbisse

� Lauch, Möhren

� Pilze (Champignons, Butterpilze,

Pfi fferlinge, Steinpilze)

� Steckrüben

� Zwiebeln

ERNTEDANK UND WINZERWOCHE

Das Gute aus der Nähe

Frische Produkte aus heimischer Ernte, dazu ein guter Wein aus den

regionalen Anbaugebieten: Gerade jetzt im Herbst ist der Tisch für Genießer

reich gedeckt. Erntedank und Winzerwoche – ein starkes Aktionsthema.


Wild und Gefl ügel

� Wildschwein

� Reh, Hirsch, Damwild

� Gans, Ente

� Truthahn (auch Teilstücke)

� Hähnchen, Suppenhuhn

� Wachteln


Fleisch und Wurstwaren

� Rind und Kalb

� Schweinefl eisch

� Lammfl eisch (Keule, Koteletts,

Rücken)

� Kochwurst, Bratwurst, Mettwurst

� Schinken (Roh- und Räucherschinken)

� Schlachtplatte (Kesselfl eisch,

Blut- und Leberwurst)


Käse

� Schnittkäse (Dt. Gouda, Allgäuer,

Emmentaler, Tilsiter u.a.)

� Regionale Spezialitäten

(z.B. Allgäuer Bergkäse,

Handkäse, Harzer Roller,

Klützer Gold, Obatzter, Romadur)

� Frischkäse (z.B. Hüttenkäse,

Quark)

Step-by-Step

1. Sortimente zusammenstellen.

Prüfen Sie, inwieweit Sie die

genannten Produkte gelistet

haben. Sortieren Sie vor Beginn

der Aktion Weine aus, die sich nur

schwer verkaufen, um so Platz für

neue zu schaffen. Bieten Sie auch

Kleingebinde-Sets an.

2. Regionale Trendweine listen.

Regionale Weine liegen im Trend.

Stellen Sie eine Auswahl an Rot-,

Rosé- und Weißweinen aus Ihrer

oder den großen deutschen Weinbauregionen

zusammen.

3. Wein-Events veranstalten.

Lohnend sind auch Themenabende

wie „Käse trifft Wein“.

4. Koch-Ideen liefern.

Die Deutschen sind auf den

Geschmack regionaler Produk te

gekommen und entdecken die

traditionellen Rezepte mit frischen

Zutaten der Saison wieder.

Stellen Sie einige Rezepte mit

den Produkten und Zutaten aus

der Aktion zusammen und legen

Sie diese zum Mitnehmen in

Ihrem Markt aus.

MARKANT-Tipps

➜ Nutzen Sie das große Interesse

der Verbraucher an regionalen

deutschen Weinen, um auf Ihre

Weinkompetenz aufmerksam zu

machen. Sie können zum Beispiel

Ausfl üge in beliebte regionale Anbaugebiete

organisieren und dort

mit örtlichen Winzern kooperieren.

➜ Nutzen Sie die Erntedank-Aktion ,

um interessierte Kunden an Ihr

Geschäft zu binden. Legen Sie in

Kooperation mit Ihren regionalen

landwirtschaftlichen Erzeugern

Informationen über diese Höfe und

ihre traditionelle Arbeitsweise aus.

geplanter Termin: KW



Sortimente

� �



Fleisch/Fleischwaren/Fisch

� Münchner Weißwürste

� Leberkäse und -knödel

� Wammerl (Bauchspeck)

� Schweinshaxen und -braten

� Hendl (Hähnchen)

� Bayerische Bierwurst und -kugeln

� Steckerlfi sch (Makrele)

� Griebenschmalz

Milchprodukte

� Obazda

� Edelschimmelkäse

� Allgäuer Emmentaler

� Limburger, Romadur

� verschiedene Bergkäse

Gemüse/Gewürze

� Meerrettich (Kren)

� Gewürzgurken

� Rettich (Radi), Radieschen

� Süßer Senf (versch. Marken)

� verschiedene Senf-Varianten

� Zwiebeln (versch. Sorten)

Brot und Teigwaren

� Kartoffel- und Semmelknödel

� Leberspätzle, Dampfnudeln

� Brezeln, sonstiges Laugengebäck

� Bayerisches Landbrot

Getränke

� Bier (Oktoberfestbiere,

Hefeweizen und andere Sorten)

� Biermischgetränke (Radler, Russ)

� Original bayerische Obstbrände

� Original bayerischer Enzian

� Apfelsaft, Apfelschorle

OKTOBERFEST

Weißblaue Schmankerl

Das Oktoberfest strahlt Jahr für Jahr weit über München hinaus und sorgt

bundesweit für große Nachfrage nach echt bayerischen Gaumenfreuden. Als

Vollsortimenter können Sie mit einer Oktoberfest-Aktion alle Register ziehen.

Nonfood

� Rettichschneider/-schäler

� weißblaue Servietten/Tischtücher

� Vesperbretter, Einweggeschirr

� Maßkrüge, Weizengläser

� Schnapsgläser

� Bänke, Tische, Sitzkissen

� Auswahl aus den aktuellen

Oktoberfest-Souvenirs 2012

Step-by-Step

1. Zeitpunkt bestimmen.

Das Oktoberfest beginnt

traditionell mit dem Fassanstich

am Samstag, dieses Jahr am 22.

September. Die Saison für Oktoberfest-Aktionen

im Lebensmittelhandel

beginnt aber schon früher

und reicht bis Ende Oktober.

2. Werbemittel entwerfen.

Informieren Sie Ihre Kunden über

das Oktoberfest. Das funktioniert

besonders gut über Flyer.

Aber auch Anzeigen können sinnvoll

sein. Details fi nden Sie zum

Beispiel auf der Seite www.oktoberfest.de.

Werbemittel und POS-

Materialien können Sie über die

Seite des Bayerischen Landwirtschaftsministeriumswww.foodfrom-bavaria.de

bestellen.

3. Sortimente präsentieren.

Überprüfen Sie, ob die genannten

Produkte bei Ihnen gelistet sind.

Ansonsten bestellen Sie sie rechtzeitig.

Anregungen für diese Aktion

fi nden Sie auch im Oktoberfest-Fachbeitrag

auf Seite 32 f.

4. Fläche reservieren.

Schaffen Sie auf einer Aktionsfl

äche mit Biertischen und -bänken

und weißblauer Dekoration

Atmosphäre und lenken Sie so

gezielt die Aufmerksamkeit dahin.

Typische Deko-Artikel sind außerdem

Preisplakate, Motivplakate,

Deckenhänger, Wobbler, Schilder,

Fahnenketten und Speisefähnchen

in den weißblauen Farben.

5. Ambiente bieten.

Hendl, Haxen und Weißwürste

können Sie bereits verzehrfertig

an der heißen Theke oder einem

eigens eingerichteten Verzehrstand

im Markt oder auch in der

Vorkassenzone anbieten. Damit

lassen sich auch Oktoberfestmuffel

begeistern. Flyer mit Rezept-

und Verwendungstipps sind ebenfalls

ein willkommener Service.

MARKANT-Tipps

➜ Kalkulieren Sie bei Ihren Planungen

mit deutlichen Mehrumsätzen.

Vkf-Aktionen mit Produkten aus

Bayern bringen bis zu 350 Prozent

mehr Umsatz im Aktions sortiment

im Vergleich zur Vorperiode, so die

Erfahrungswerte aus der Praxis.

➜ Nutzen Sie das Know-how der

Marketing-Organisation „Food from

Bavaria“. Unter www.food-from-bavaria.de

gibt es neben zahlreichen

Aktions-Ideen und Praxis-Infos

auch eine Hersteller-Datenbank.

geplanter Termin: KW


Sortimente

� Kostüme/Maskeraden

� Klebe- und Tattoo-Sticker

� Kostüme (Hexen, Vampire)

� T-Shirts und Strumpfhosen mit

Dracula- und Vampir-Motiven

� Maskeraden

� Halsketten

� Strohbesen

� Schminke und Makeup


Party-Zubehör/Deko

� Bücher (Halloween- und

Hexengeschichten)

� DVDs und Videofi lme (Genres:

Action-, Thriller-, Gruselfi lme)

� Leuchtmittel in versch. Farben

� Kerzen, Teelichter, Lampions

� Konfetti

� Fensterbilder zum Bekleben

� Outdoor-Fackeln

� Luftschlangen, Tröten

Step-by-Step

Technik- und Praxis-Tipps

� Zeitumstellung: In der Nacht zum

28. Oktober (ein Sonntag) werden

die Uhren von 03:00 auf 02:00 Uhr

zurückgestellt. Stellen Sie sicher,

dass alle Computer, Kassen und

Waagen am folgenden Montag mit

der aktuellen Zeit arbeiten.

� MHD-Manager: Nicht nur bei Obst

und Gemüse ist Frische Ihr Aushängeschild

par excellence. Stellen Sie

einen Mitarbeiter ab, der sämtliche

Food-Artikel einem Mindesthaltbarkeits-Check

unterzieht.

NONFOOD-AKTION

Heiße Halloween-Party

Am 31. Oktober, also am Vorabend von Allerheiligen, laufen alle großen und

kleinen Gespenster und Gruselgestalten wieder zur Höchstform auf und

feiern Halloween. Starten Sie eine Aktion mit allem, was die Party braucht.

� Zierkürbisse in großer Auswahl

� Kürbisse aus Ton/Keramik

� Lebensmittelfarbe

� Wand- und Hängedeko

1. Aktionsfl äche dekorieren.

Halloween ist ein Fest, das sich

auch emotional in Ihrem Markt

sehr gut umsetzen lässt. Stellen

Sie die Sortimente zusammen

und deko rieren Sie mit Strohbesen,

Draculamasken und bunten

Glühlampen. Ergänzen Sie

auch Ihr Lebensmittelsortiment um

Kürbisse und Marshmellows.

2. Partyservice anbieten.

Prüfen Sie, ob Sie für die Halloween-Aktion

einen Partyservice

mit Speisen, Getränken und Nonfood-Artikeln

anbieten wollen.

� Leergut-Rechnung: Sofern Sie

noch keinen Leergut-Automaten

angeschafft haben, sollten Sie jetzt

eine Wirtschaftlichkeitsrechnung

aufstellen. Beziehen Sie dabei die

Überlegung mit ein, dass reibungslose

Leergutrücknahme zur Kundenbindung

beiträgt.

� Soll/Ist-Vergleich September:

Vergleichen Sie die aktuellen Jahreszahlen

mit der Vorjahresentwicklung.

Stellen Sie Abweichungen

fest, entwickeln Sie Zielvorgaben.

3. Kürbissorten erklären.

Natürlich dürfen Kürbisse auf Ihrem

Aktionsaufbau nicht fehlen.

Spielen Sie hier Ihren Joker als

Vollsortimenter voll aus und präsentieren

Sie das breite Spektrum

an Speise-, Hokkaido-, Spaghetti-

und Zierkürbissen. Erklären Sie Ihren

Kunden die jeweiligen Sortenunterschiede.

Bieten Sie Ihren

Kunden als besondere Serviceleistung

aufgeschnittene Kürbisse.

MARKANT-Tipps

➜ Nutzen Sie die Zentralmusterungen

und Importbörsen der

MARKANT für ein attraktives und

starkes Nonfood-Sortiment. Hier

erhalten Sie stets bewährte und

aktuelle Umsatzbringer.

geplanter Termin: KW

� Energie-Check: Überprüfen Sie

Ihren Markt auf Einsparpotenziale

bei der Stromversorgung. Tauen die

Kühltruhen korrekt ab, sind alle Beleuchtungen

nachts ausgeschaltet?

� Weihnachts-Spezialitäten: Im

Festgeschäft grenzen Sie sich vor

allem mit einem umfangreichen

Fleisch- und Fischangebot vom

Discounter ab. Erstellen Sie bereits

jetzt in Zusammenarbeit mit den

Abteilungsleitern die entsprechenden

Profi lierungs-Sortimente.

Fotos: Fotolia/A. Haertle, StockFood


Marktforschung

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

Foto: Privat

KAUFVERHALTEN

Wie der Verbraucher tickt

Was zählt beim Einkauf: der Preis, die Exklusivmarke, das Bio-Angebot? Jetzt zeigt eine neue

Nielsen-Studie, welche Aspekte die Produkt- und Einkaufsstättenwahl wirklich steuern.

ZAHLEN UND TRENDS

TOP 5 Index-Ranking der Bedeutung*

der Store Attribute

Schafft eine sehr angenehme

Einkaufsatmosphäre

Hochwertige

frische Produkte

Die benötigten Produkte sind

in einem Geschäft erhältlich

Große Auswahl an nachhaltigen,

gesunden u./o. biologisch

angebauten Prod.

Personal bietet

sehr guten Service

* Abgeleitete Bedeutung (indirekte Befragung)

10,0

8,6

8,6

8,4

8,3

Das komplexe Verbraucherverhalten

besser verstehen,

um Kundenwünsche optimal

bedienen zu können – das ist

für Lebensmittelhandel und Industrie

heute so wichtig wie nie.

Welche Überzeugungen und Entscheidungen

der Konsumenten ihr

Einkaufsverhalten aktuell tatsächlich

treiben, zeigt die weltweite

Studie ShopperTrends 2012 von

Nielsen. Beispielsweise bleibt der

Preis bei den Verbrauchern trotz einer

anhaltend positiven Konsumstimmung

immer noch ein wichtiger

Entscheidungsfaktor beim

Einkauf. Preissenkungen sind in

Deutschland die beliebteste Promotionform:

84 Prozent der Befragten

Einkaufs-Gründe

Die große Mehrheit der Deutschen ist überzeugt, dass die Lebensmittelpreise auf

breiter Front steigen. Dennoch sind auch andere Argumente (Store-Attribute) als

der Preis allein ganz wichtig für die Auswahl einer Einkaufsstätte.

Wie schätzen Sie die Lebensmittelpreise

in Deutschland ein?

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

85%

14%

■ steigen

■ sind stabil

■ sinken

1%

Alle in SM/VM Befragten

Basis: Käufer in Verbrauchermärkten, Supermärkten und Discountern (n=1.439) Quelle: Nielsen

geben dieser den Vorzug vor anderen

Kaufanreizen. 44 Prozent glauben

zudem, die Preise regelmäßig

gekaufter Produkte meistens zu

kennen und damit auch Preisänderungen

zu bemerken.

Gefragte Sonderangebote

Die große Mehrheit (85%) ist

außerdem davon überzeugt, dass

die Lebensmittelpreise in Deutschland

steigen – und reagiert beispielsweise

mit dem vermehrten

Griff zu Sonderangeboten. In diesem

Umfeld genießen auch Handelsmarken

weiter steigende Popularität:

Fast jeder vierte Käufer hat

nach eigenen Angaben in den vergangenen

zwölf Monaten mehr Ei-

genmarken gekauft als im Jahr zuvor;

vor allem Körperpfl egemittel,

Haushaltsprodukte sowie Papierhygieneartikel.

Die starke Preisorientierung

scheint auf den ersten Blick

auch nicht ohne weiteres überwindbar

zu sein. Zwar akzeptieren

viele Konsumenten etwas höhere

Preise für Bio- und Fairtrade-Produkte,

aber nur eine Minderheit

gibt an, hier auch noch erhebliche

Preisaufschläge zu tolerieren.

Beliebte Vollsortimenter

Fragt man den Verbraucher direkt,

dann scheint zwar zunächst

immer der Preis der ausschlaggebende

Faktor zu sein. Tatsächlich

belegt die ShopperTrends-Studie

jedoch, dass Vollsortimenter-Merkmale

wie „angenehme Einkaufsatmosphäre“,

„hochwertige, frische

Produkte“ oder „alle Produkte in

einem Geschäft erhältlich“ die

Einkaufsstättenwahl erheblich mit

beeinflussen. Diese und weitere

Einblicke in das komplexe Verbraucherverhalten

erlauben es den Unternehmen,

auf Basis einer eigenen

Stärken-/Schwächenanalyse

ihre Wachstumsstrategien anzupassen

und Konzepte zur Kundenbindung

aufzubauen.

Markus Hinzen, Betreuer

MARKANT Handelsgruppe

bei The Nielsen Company

29


Nonfood

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

30

BAUMARKT/BAD UND BADZUBEHÖR

Neue Ideen

braucht das Bad

Beim Renovieren steht für die Deutschen das Bad ganz oben

auf der Wunschliste. Auf der Nonfood-Messe „Bad“ wird

MARKANT Nonfood dafür innovative Lösungen präsentieren.

Laut einer Forsa-Umfrage im

Jahr 2010 können sich rund

42 Prozent der Deutschen nur

„in eher geringem Maße“ in ihrem

Bad entspannen. Gründe dafür gibt

es viele: zu wenig Platz, keine Badewanne

– oder man hat sich einfach

am alten Badezimmer sattgesehen.

Die Umfrage brachte aber

noch eine andere Erkenntnis zutage,

die Bau- und Heimwerkermarktleiter

aufhorchen ließ: Als

Folge des demografischen Wandels

und des damit wachsenden

Bedarfs an altersgerecht ausgestatteten

Wohnungen wollen die Bundesbürger

nicht etwa bevorzugt

Wohnzimmer (12%), Küche (8%)

oder Schlafzimmer (6%) bequemer

und komfortabler einrichten, sondern

das Bad. Dieses nimmt mit 68

Prozent die klare Top-Position bei

den Renovierungsplänen ein.

Konzepte für Komfort-Bäder

Hier defi niert MARKANT Nonfood

auf der Nonfood-Messe „Bad“

(24.9. – 12.10.) einen seiner Themenschwerpunkte.

Zielsetzung ist

es, den Baumarktunternehmen innovative

und praktikable Lösungen

für die Renovierung von großen

und kleinen Bädern (z.B. auch Gäste-WCs)

an die Hand zu geben.

Eine Zielgruppe sind dabei die Best

Ager, die heute im Marketing auch

als „Second Generation“ bezeichnet

werden. Diese verbinden mit einem

modernen Bad neben allgemeingültigen

Aspekten wie Design und

Farbton auch den Wunsch nach

mehr Komfort und Ergonomie.

Um diesem speziellen, aber

großen Bedarf in den Bad-Abteilungen

der Baumärkte gezielt

Rechnung zu tragen, hat bei

MARKANT Nonfood eine eigene

Projektgruppe mit Beteiligung

der Mitgliedsunternehmen getagt.

Diese hat in Kooperation mit namhaften

– auch neuen – Lieferanten

Konzepte für komfortable und barrierefreie

Bäder entwickelt.

Das Spektrum dieser Nonfood-

Messe deckt den gesamten Materialbedarf

rund um die Badrenovierung

ab: vom Bodenbelag und

Zubehör aller Art über Wannen

und Duschen bis hin zu Armaturen

in verschiedensten Ausführungen

und Preisstellungen. Dabei steuern

bewährte und neue Lieferanten

ihre gesamte Sortimentskompetenz

bei – und zum Teil auch Sortimente

unter neuem Label als Eigenmarke

der MARKANT.

Beratung mit Begeisterung

Ein Höhepunkt dieser Messe

dürfte der Info-Tag am 9. Oktober

werden, der vor allem Begeisterung

für Kundengespräche und

-beratung am POS wecken möchte.

So wird der DIY-Fachmann und

TV-Moderator Mark Kühler (Vox:

„Wohnen nach Wunsch – Ein Duo

für vier Wände“) Tipps und Erfahrungen

aus der Praxis verraten und

als Moderator eine Podiumsveranstaltung

leiten. Dabei soll die Perspektive

des DIY-Kunden mit seinen

Wünschen und Problemen im

Vordergrund stehen. Das Generalmotto

dieses Informations- und

Kommunikations-Tages in Worms

lautet: „Erfahrungsaustausch aus der

Praxis für die Praxis.“

Foto: MARKANT


Industrienachrichten

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

Fotos: StockFood, Informationsgemeinschaft Deutsches Ei

AKTIONSWAREN

IAW-Fachmesse auf Rekordjagd

Für die in der Zeit vom 25. bis 27.

September in Köln stattfi ndende

IAW, größte Fachmesse für Aktionswaren

und Importartikel in

Europa, haben sich die Organisatoren

ambitionierte Ziele gesetzt

und wollen mehr Aussteller und

eine größere Produktvielfalt bieten.

Die zurückliegenden 15 Veranstaltungen

sind laut Angaben der

Organisatoren jeweils mit Rekordzahlen

zu Ende gegangen. Mit der

bisherigen Suche nach gefragten

Saisonartikeln und kommenden

DEUTSCHE EIER

Logo entwickelt

Die InformationsgemeinschaftDeutsches

Ei (IDEi) hat das

„Deutsche-Ei-Logo“

entwickelt. Es steht

auf den Eierkartons

für eine wesentliche Information:

die deutsche Herkunft der Eier.

AFG

Mehrwegquote stabil

Der Trend zur Stabilisierung der

Quoten von Einweg- und Mehrwegverpackungen

für alkoholfreie

Getränke hat sich im Jahr 2011

fortgesetzt. Die Mehrwegquote

liegt laut Wirtschaftsvereinigung

alkoholfreie Getränke nun bei 22,4

Prozent (2010: 23,2%). Bedeutend

im Mehrweg-Segment seien sowohl

Glasverpackungen (9,8%) als

auch PET-Verpackungen (12,6%).

Trends ist das IAW-Team zufrieden:

„Zahlreiche internationale Unternehmen

haben sich bereits einen

Platz in der 24.000 Quadratmeter

großen Halle 10.2 des Kölner Messegeländes

gesichert“, so die Veranstalter.

Erwartet werden in diesem

Herbst rund 300 Teilnehmer

auf Ausstellerseite und über 8.000

Fachbesucher. Für fachlichen Charakter

der IAW sorgt ein umfangreiches

Rahmenprogramm. Unter

anderem wird ein hochkarätig besetztes

Trendforum geboten.

WEIN

Franken beliebt

Der Absatz von deutschem Wein

im heimischen Lebensmitteleinzelhandel

ist rückläufi g. Die GfK hat

für das Jahr 2011 ein Minus von

12,7 Prozent in der Gesamtvermarktung

von deutschen Weinen

im Lebensmittelhandel berechnet.

Im nationalen Vergleich liegt der

Frankenwein laut Winzergemeinschaft

Franken mit einem Durchschnittserlös

von 3,30 Euro mit

Abstand an der Spitze aller Anbaugebiete.

Moselweine erzielten

durchschnittlich zwei Euro, die

Pfalz 2,12 Euro und Württemberg

2,95 Euro für einen Liter Wein.

DS – gluten free wird zu Schär

Die Unternehmensgruppe Dr. Schär

vereinheitlicht ihr Markenbild: Ab

sofort tragen auch die Produkte der

Tiefkühlmarke DS – gluten free den

Markennamen Schär und präsentieren

sich in einem neuen Verpackungsdesign

und drei neuen Kategorien. Mit

seiner Tiefkühl-Linie bietet Schär ein

Sortiment an gluten- und zum Teil

laktosefreien Tiefkühlprodukten.

FWK erweitert Aktionsradius

Das Fränkische Weinkontor (FWK)

erweitert seine Aktivitäten. Der Zusammenschluss

besteht seit 2008 für

die Vertriebsarbeit im Preiseinstiegssegment

und im Discount. Zum 1. Juli

wurde der Aktionsradius auf die strategische

und praktische Zusammenarbeit

für das Markenweingeschäft von

GWF, Divino Nordheim und dem

Winzerkeller Sommerach im gesamten

deutschen LEH ausgedehnt.

Karwendel erhält Bundesehrenpreis

Das Bundesministerium für Ernährung,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

(BMELV) hat die Karwendel-Werke

aus Buchloe zum vierten Mal mit dem

Bundesehrenpreis ausgezeichnet. Das

ist die höchste Ehrung, die ein Unternehmen

der Milchbranche für seine

Qualitätsleistungen erhalten kann.

Loacker wächst um 20 Prozent

Der Süßgebäck-Hersteller Loacker ist

bei den Verbrauchern in Deutschland

zunehmend beliebt. „Das zeigen die

durchgehend positiven Umschlagszahlen“,

so Andreas Wilkening, Geschäftsführer

Deutschland. Loacker

Deutschland hat das erste Halbjahr

2012 mit einem Umsatzplus von mehr

als 20 Prozent abgeschlossen.

Reh Kendermann überzeugt Jury

Der Riesling Roter Hang trocken 2011

der Bingener Kellerei Reh Kendermann

ist der „Beste Riesling im Lebensmitteleinzelhandel

(LEH)“ 2012. Das hat

die Jury des Weinwettbewerbs „best

of riesling“ bekanntgegeben.

Pepsico eröffnet Forschungszentrum

Pepsico hat das „Hamburg Innovation

Center“ (HIC) eröffnet. Damit erweitert

das Unternehmen sein globales

Netzwerk aus Research & Development

Centern im Bereich Nahrungsmittel-

und Getränkeforschung.

31


Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

32

BAYERN-SPEZIAL

Wiesn-Impulse am POS

Weißblaue Schmankerl sind deutschlandweit begehrt, besonders zum Oktoberfest. Nutzen

Sie die Gelegenheit und generieren Sie mit Bayernwochen in Ihrem Markt zünftige Umsätze.

Weizen, Weißwurst, Wiesn:

Die Farben Weiß und

Blau stehen für Umsatz.

Kaum eine Länderwoche ist am

Point of Sale so etabliert wie Bayernaktionen.

Denn die Freistaat-

Schmankerl bieten Verbrauchern

aufgrund der abwechslungsreichen

Spezialitäten Vielfalt und Genuss.

Während der Oktoberfestzeit steigt

die Nachfrage sogar an.

PRODUKTE Bayerische Spezialitäten – Getränke

INBEV

Unter der Marke Franziskaner

bietet InBev dem

Handel seinen naturtrüben

Weißbier-Klassiker aus

Bayern. Durch den höheren

Kohlensäuregehalt

erhält das Bier eine perlende

Spritzigkeit.

Nutzen Sie diese Beliebtheit

und rücken Sie die weißblauen

Produkte in einer Bayernwoche in

den Fokus. Denn während München

das weltweit größte Volksfest

feiert, wollen die Zuhausegebliebenen

sich das Wiesn-Gefühl in die

eigenen vier Wände holen. Ein Plus

auch für das Nonfood-Segment:

Vor allem Dirndl und Lederhosen,

weißblaue Servietten und Wimpel

PAULANER

Zum Oktoberfest

bringt Paulaner

sein Festbier auch

im Sondergebinde

6x0,5-Liter-Mehrweg

in den Handel

– verpackt in einem aufmerksamkeitsstarken

handgearbeiteten Filzrucksack.

sowie Krüge und Weizengläser liegen

hier in der Gunst der Verbraucher

weit vorn.

Klassische Spezialitäten

Das Kerngeschäft weißblauer

Länderwochen bleiben die Lebensmittel

made in Bavaria. Besonders

Käse, Fleischwaren und Bierspezialitäten

aus Bayern punkten bei den

Konsumenten. Dabei gelten Weißbier,

Weißwurst und Leberkäs‘ als

die stärksten Umsatzgaranten.

Doch keine bayerische Mahlzeit

ist ohne klassische Beilagen komplett.

Daher sollten auch Brezen,

süßer Senf, Meerrettich, Obazda

oder Radi entsprechend präsentiert

werden – im Bestfall gemeinsam

mit einer Bayern-Welt im Markt.

Das sorgt für Zusatz-Impulse, und

der Kreativität des Händlers sind

hierbei kaum Grenzen gesetzt.

Verkaufsfördernder Verbund

Die Vielzahl an Spezialitäten

ermöglicht variantenreiche Präsentationen,

die weit über den

klassischen Verbund „Weißwurst,

PENNINGER

Penninger bietet seinen

klassischen Blutwurz auch

mit einem verkaufsfördernden

Add-On an: Den

bayerischen Kräuterlikör

mit 50 Volumenprozent

gibt es auch als Party-Set

mit zwei Gläsern.


Fotos: StockFood, Hersteller, Privat

Brezen, Bier“ hinausgehen. Sternekoch

Alfons Schuhbeck nennt

hierfür einige neu kombinierte

Mahlzeiten aus traditionellen Bayern-Produkten

(siehe Interview):

„Gebackene Weißwurstradeln auf

Bierlinsen oder Käse in Bierkruste

mit Speck und Spinat sind auch

schmackhafte Gerichte.“ Wichtig:

Eine Platzierung, die auf derartigen

Mahlzeiten basiert, muss dem

Verbraucher erklärt werden – etwa

durch Rezeptvorschläge am Regal

oder durch Verkostungen vor Ort.

Weißblaue Atmosphäre

Die Bedeutung von verkaufsfördernden

Aktionen ist für den Handel

enorm. Laut Food from Bavaria

bringen sie im Aktionssortiment

bis zu drei Mal mehr Umsatz. Auch

Zweitplatzierungen erzeugen nicht

nur Impulse. Sie sind zudem optimal,

um Neuheiten zu präsentieren

und die Bayern-Stimmung im

Markt zu unterstützen.

Bringen Sie bayerische Atmosphäre

in Ihren Markt und schaffen

Sie so Kaufanreize: Etwa durch

Verkostungstabletts im Markt oder

PRODUKTE

INTERVIEW

Bayerische Spezialitäten – Food

EHRMANN

Ab September

bringt Ehrmann

Oktoberfest-

Editionen von

„Almighurt nach

Herzenslust“ auf den Markt: „Waldfrucht &

Lebkuchenherzen“ (Foto) und „Erntefrüchte

& Lebkuchenherzen“.

WIESENHOF

Gefl ügelspezialist

Wiesenhof präsentiert

zum Oktoberfest

sein

neues „Wies‘n

Hendl-Knusperbrust“ mit würzigem Kräuterbutter-Topping.

Der Wiesn-Artikel kommt

backofenfertig in einer Aluschale.

Alfons Schuhbeck

„A bisserl was geht immer“

Der bayerische Sterne-Koch Alfons Schuhbeck über den Erfolg

weißblauer Spezialitäten und wie Sie von diesen profi tieren.

Herr Schuhbeck, was macht Bayern-

Spezialitäten überregional so beliebt?

Die Spezialitäten werden über ihre

geschmacklichen Vorzüge hinaus mit der

bayerischen Wesensart und Lebensfreude

verbunden. Bei uns ist nix fad, sondern alles

herzhaft. Wir sagen nicht: Da kann man

nix machen. Wir sagen: A bisserl was geht

immer. Diese Einstellung gehört ebenso zu

uns wie die Volksweisheit, dass Essen und

Trinken Leib und Seele zusammenhält.

Wie können Händler zur Oktoberfestzeit

von Bayern-Produkten profi tieren?

Als Koch möchte ich nicht so vermessen

sein, hier Empfehlungen auszusprechen. Ich

kann mir aber vorstellen, dass was in

Werbung und Dekoration die Lebensfreude

auf der Wiesn rüberbringt, animierend ist.

bei Aktionen vor dem Markt, bei

denen Kunden Brathendl, Leberkäs‘

oder Bier probieren können.

Auch Musik von einer Blaskapelle

unterstützt die Stimmung

und weckt die Neugier von Passanten.

Bei Platzmangel erzielen

Musik vom Band im Markt und

VION

Die Marke Lutz hat

einige weißblaue

Produkte im Portfolio.

Darunter: Die

Münchner Weißwurst

XXL (Foto) aus Schweinefl eisch und Kalbfl

eisch. Die Würste werden mit frischer

Petersilie und Zwiebeln nachpasteurisiert.

STANGLMEIER

Die Original Stanglmeier

Münchner

Weißwurst (Foto:

SB-Packung) wird

nach altem Familienrezept hergestellt

und ist mit der DLG-Goldmedaille 2011

prämiert. Weitere Verpackungsformate:

Frischebox, Lake-Eimer.

Welche Produkte sollten Händler zur

Oktoberfestzeit in den Fokus rücken?

Am wichtigsten ist alles, was zum Bier

passt. Da es ja nicht nur bayerisches Bier

gibt, sollte der Lebensmittelhändler das in

den Blickpunkt rücken, was in seiner

Region mit Bier verbunden wird.

Wie können traditionelle Bayern-

Produkte neu kombiniert werden?

Meine Tipps für neu kombinierte Mahlzeiten

mit bayerischen Spezialitäten: gebackene

Weißwurstradeln auf Bierlinsen,

Fischpfl anzerl mit Curry auf Schmorgurken,

Ochsenbrust in der Senfkruste mit Kürbis-

Linsen-Salat, Semmelrahmstrudel mit Himbeersahne,

Bier-Tiramisu – um nur einige

Rezeptideen zu nennen. Ich wünsche, wie

wir Bayern sagen, „An Guad‘n“.

weißblaue Fensterdekoration einen

ähnlichen Effekt. Um durchgehend

von der weißblauen Woche profi -

tieren zu können, sollten Sie die

Aktion im Vorfeld bewerben – für

zünftigen, weißblauen Zusatzumsatz

zur Oktoberfestzeit (siehe auch

Aktionstimer in der Heftmitte).

SCHAMEL

Meerrettich aus

100 Prozent

bayerischer Rohware

ist eine geschütztegeographische

Angabe der EU. Schamel bietet

diesen in drei Sorten: Scharfwürzig (grün),

Alpensahne (blau) sowie Raspelstix (rot).

HOUDEK

Mit „So schmeckt

Leberkäse“ führt Houdek

eine ur-bayerische

Leberkäs‘-Range. Diese

besteht aus acht verschiedenen

Varianten, darunter

auch der Pfannenscheiben Leberkäse Pizza

(Foto) in der 180-Gramm-Packung.

33


Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT

34

SÜSSE BACKWAREN

Maxi-Premium,

Mini-Formate

Von Folienkuchen über Backmischungen bis hin zur TK-Torte:

Die Nachfrage nach convenienten Alternativen zum selber

Backen ist ungebrochen. Die Trends: Mini und Premium.

Klein ist das neue Groß – das

gilt zumindest für das wachsende

Segment der Süßen

Backwaren – und zwar über alle

Warengruppen hinweg. „Kleinstückige

Gebäcke werden immer

mehr nachgefragt, daher richten

wir unsere neuen Produkte verstärkt

auf das Thema Snacking

aus“, sagt Werner Schulte, Geschäftsleiter

Marketing und Vertrieb

im Hause Kuchenmeister. Mit

dieser Meinung ist Schulte nicht allein.

„Unsere neuen Schoko-Back-

PRODUKTE

Süße Backwaren

KUCHENMEISTER

Die Hefe-Snack‘chen

aus dem Hause Kuchenmeister

gibt es in den

beiden Geschmacksrichtungen

Vanille- und

Schoko-Pudding. Die

Produkte sind einzeln

verpackt und eignen sich zum Mitnehmen.

ERLENBACHER

Mit der Erlenbacher

Selection Range will

Erlenbacher vor allem

Premium-Käufer ansprechen.

Erhältlich

in fünf Varianten, darunter

Heidelbeer-Creamcake (Foto) und

Double Chocolate-Cake.

mischungen haben wir bewusst

klein gehalten, damit sich das fertige

Produkt abseits der klassischen

Kaffeetafel auch mit wenigen Personen

verzehren lässt“, sagt André

Steeg, Hauptabteilungsleiter Marketing

Nährmittel bei Dr. Oetker.

Kleine Produkte ganz groß

Was für Backmischungen und

Folienkuchen gilt, ist auch bei den

TK-Herstellern Trend. „Wir waren

lange auf der Suche nach Produkten,

die nicht nur an der klas-

KRAFT

Mit Milka Tender

setzt Hersteller

Kraft Foods weiterhin

auf seinen

altbewährten Kuchen-Klassiker. Erhältlich

beispielsweise in den Sorten Schokolade

und Kuhfl ecken (Foto). Die Packung ist

wiederverschließbar.

UNILEVER

Unilever führt unter der

Marke Mondamin vier

Fertig-Flüssigteige in

seinem Sortiment. Die

Teige sind in den Varianten

Tarte au Chocolat

(Foto), Tarte au Citron, Stracciatella

Kuchen und Nusskuchen erhältlich.

sischen Kaffeetafel, sondern zu

häufigeren Anlässen verzehrt

werden“, sagt Martin Möllmann,

Geschäftsführer der Conditorei

Coppenrath & Wiese. Mit den

Conditor-Desserts habe das Unternehmen

diese Lücke geschlossen

und folge so dem aktuellen Trend.

Von Folienkuchen und -schnecken über Tiefkühl-Torten bis hin zu Backmischungen: Immer mehr Hersteller setzen auf

Produkte aus der süßen Backwaren-Welt. Eine Auswahl an Produktneuheiten und Klassikern für Ihr Sortiment.

ÖLZ

Mit den Ölz Milchbrötle bietet

das Unternehmen Rudolf

Ölz Meisterbäcker ab

sofort ein neues Hefeteiggebäck

an. Die Brötchen

haben einen Vollmilchanteil

von 20 Prozent und sollen

besonders zart sein.

DR. OETKER

Von September

bis Dezember

bietet Dr. Oetker

im Rahmen

seines Saisonkuchen-Konzeptes die

Variante Schoko-Gewürzkuchen an. Der

Fertigkuchen enthält Orangeat, Lebkuchengewürz,

Kakao und Dekorzucker.

Fotos: StockFood, Hersteller


BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

„Feste, gemeinsame Mahlzeiten lösen

sich immer mehr auf, die Verbraucher

sind auf der Suche nach

kleinen süßen Mahlzeiten für zwischendurch“,

so Möllmann. Mit

den Desserts, aber auch mit kleineren

Produkten wie Rollen oder

Schnitten will das Unternehmen

vor allem in den jüngeren Haushalten

punkten. „Hier haben wir

Nachholbedarf. Kein Verbraucher,

der in einem Zweipersonenhaushalt

lebt, wird sich ohne festlichen

Anlass eine Schwarzwälder Kirschtorte

kaufen“, sagt Möllmann.

Premium als Differenzierung

Neben kleinen Größen setzen

die Hersteller derzeit verstärkt auf

das Thema Premium. „Wir haben

kürzlich unsere gesamte Kuchenrange

der Marke Lieken Urkorn

überarbeitet“, sagt Thomas Höring,

Vorstandsvorsitzender bei Lieken.

Bei den Frischkuchen verwende

das Unternehmen seitdem noch

hochwertigere Zutaten, darunter

beispielsweise Mandeln oder Bourbon-Vanille.

Außerdem verzichte

man komplett auf Konservierungsstoffe

und Aromen. Die Haltbarkeit

des Kuchens beschränkt sich dementsprechend

auf fünf bis sieben

Tage. Eine Entscheidung, die bewusst

getroffen worden sei: „Wir

wollen die Qualität unserer Kuchen

nicht durch Haltbarkeitsstoffe

reduzieren“, so Höring.

Noch Potenzial im Markt

Auch die Mitarbeiter im Hause

Ölz setzen verstärkt auf das Thema

Qualität. „Für unsere Produkte

verwenden wir nur beste Rohstoffe“,

sagt Daniela Kapelari-Langebner,

Geschäftsführerin Marketing

und Vertrieb bei Ölz. Dazu

zählen beispielsweise Eier aus Bodenhaltung

oder Äpfel vom Boden-

ZAHLEN UND TRENDS

Backmischungen* 52.712,4 +1,1% 25.372,9 +0,6% ➜

Baumkuchen** 3.582,2 –27,3% 1.648,0 –37,9%

Stollen** 2.632,5 +4,0% 1.308,1 +0,1%

Tortenboden** 16.924,7 +1,1% 13.177,3 –3,4%

Fertigkuchen** 256.469,9 +7,1% 172.417,0 +2,0%

TK-Kuchen** 63.881,6 +15,3% 21.904,6 +12,8%

TK-Torten** 87.066,5 –0,1% ➜ 19.482,7 –5,1%

TRENDS

see. Weitere Beispiele: Der Füllanteil

bei Nuss- und Mohnstollen

liege derzeit bei 60 Prozent,

Zöpfe fl echte man im Unternehmen

weiterhin per Hand. Trotz

großem Portfolio sieht das Unternehmen

das Potenzial noch lange

nicht ausgeschöpft. „Aktuell ist beispielsweise

der Pro-Kopf-Umsatz

bei Rührkuchen in Deutschland

nur halb so hoch wie der in Österreich“,

so Kapelari-Langebner. Ihrer

Meinung nach kann auch der

Lebensmittelhandel seinen Teil

dazu beitragen. „Backwaren haben

einen sehr hohen Impulshebel“, so

die Marketingfachfrau. Daher seien

speziell inszenierte Präsentationsfl

ächen wichtig, aber auch eine ordentliche

Regaloptimierung und

-pfl ege. Auch für Feine Backwaren

aus der Truhe sieht Möllmann

von Coppenrath & Wiese noch jede

Menge Potenzial. „Finden Sie doch

heute einmal einen jungen Verbraucher,

der in der Lage ist, eine

Süße Backwaren

Großer Gewinner im Segment Süße Backwaren sind mit einem Umsatzplus von

15,3 Prozent die Tiefkühlkuchen. Auch Fertigkuchen holen auf (+7,1%). Herbe

Verluste muss hingegen das Teilsegment Baumkuchen hinnehmen.

Die Sortimente Umsatz 2012:2011 Absatz 2012:2011

Tsd. € Veränderung Tsd. Stück Veränderung

Premium, Verzicht

auf Zusatzstoffe

und kleinstückige

Gebäcke

* Zeitraum: April bis April / ** Zeitraum: Mai bis Mai Quelle: SymphonyIRI Group


➜ ➜




Absatzwege Fertiggebäck

Discounter haben beim

Verkauf von Fertiggebäck

die Nase vorn. 64 Prozent

aller Produkte – von

Fertigkuchen bis Tortenböden

– laufen über ihre

Ladentheken.

Aldi/Lidl/

Norma

Markendiscounter

44%

20%

30%

➜ ➜





Traditioneller

LEH 6%

Verbrauchermärkte

Schwarzwälder Kirschtorte selbst

herzustellen“, so der Geschäftsführer.

Große und kleine Kaffeetafeln

werde es hingegen auch in

Zukunft geben. Somit bleibt dem

Verbraucher nichts anderes übrig,

als seine Kuchen und Torten entweder

im Lebensmittelhandel oder

in der Bäckerei zu kaufen.

Günstiger als in der Bäckerei

Hier kommt dann auch der Faktor

Geld ins Spiel. „Der Verkaufspreis

für unsere 300-Gramm-

Frischkuchen liegt bei rund zwei

Euro. Für den Preis bekommt ein

Verbraucher in der Bäckerei nicht

einmal ein einziges Stück Erdbeerkuchen“,

so Höring. Apropos Gastronomie:

Hier sammeln die Hersteller

jede Menge neue Ideen.

„Derzeit werden viele Trends für

die Kategorie von den Coffeeshops

übernommen“, so Unilever-Managerin

May Dumke. Man denke nur

an Cupcakes und Co.

35


Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

36

SÜSSWAREN

Stevia – eine neue Ära?

Die Süßwarenbranche sucht nach neuen Wertschöpfungsideen. Da kommt die Zulassung von

Stevia gerade recht. Wie die Hersteller den Süßstoff bewerten und welche Grenzen es gibt.

Die Süßwarenbranche hat es

nicht leicht: Steigende Rohstoff-

und Energiekosten

auf der einen Seite, diverse Gruppierungen

auf der anderen Seite,

die Süßwaren gern als Dickmacher

und Zuckerbombe an den Pranger

stellen. Guter Rat ist teuer, neue

Wertschöpfungsideen noch wichtiger.

Da kommt der Branche die

Zulassung von Stevia gerade recht.

Aus den Blättern der südamerikanischen

Pfl anze Stevia rebaudiana

werden sogenannte Steviolglycoside

gewonnen, ein Süßungsmittel,

das seit November vergangenen

Jahres von der Europäischen

Union zugelassen ist. Allerdings als

Zusatzstoff mit der E-Nummer 960.

Mittlerweile dürfen in 31 Lebensmittelkategorien

Steviolglycoside

eingesetzt werden, darunter auch

Süßwaren wie Schokolade, Zuckerwaren,

Kaugummi und Speiseeis.

Ausgenommen sind feine Backwaren.

Voraussetzung für die Verwendung:

Es müssen kalorienreduzierte

Produkte oder Produkte ohne weiteren

Zuckerzusatz sein.

Kein Ersatz für Zucker

Die Argumente, die für den Zuckeraustauschstoff

sprechen, sind

schlagkräftig: 300-mal süßer als

Zucker, frei von Kalorien, zahnfreundlich

und geeignet für Diabetiker.

Einen Haken gibt es dennoch:

Süßwaren, die mit Steviolglycosiden

gesüßt werden, haben einen

bitteren, lakritzartigen Geschmack,

der laut Prof. Dr. Mechthild Busch-

Stockfi sch von der Hochschule für

Angewandte Wissenschaften Hamburg

schwer zu neutralisieren ist.

Zudem biete Stevia nicht die gleichen

technologischen Verarbeitungsmöglichkeiten

wie Zucker. Intelligente

Lösungen sind gefordert,

die Stevia mit zuckerhaltigen Produkten

vergleichbar machen.

Intelligente Lösungen

Ein Weg dahin ist nach Meinung

der Wissenschaftlerin eine

Kombination aus verschiedenen

Zuckeraustauschstoffen, die allerdings

vom Produkt abhängig sei

und individuell ermittelt werden

müsse. Zucker werde es weiterhin

geben. „Stevia wird Zucker nicht

ersetzen. Auf der anderen Seite

wird es viele Produkte geben, die

zuckerfrei sind und den zuckerhaltigen

Produkten nahekommen“,

so Busch-Stockfi sch. Darin sieht

Matthias Meyer, Marketing & Sales

Manager bei NP Sweets, auch den

Mehrwert von Stevia: „Stevia bietet

viel Potenzial, um gesündere

Lebensmittel auf den Markt zu

bringen.“ Dies sei der richtige Weg,

um den Bedarf nach kalorienreduzierten,

natürlicheren Produkten

zu decken. Stevia könne somit einen

Beitrag zum Thema bewusste

Ernährung leisten.

Davon ist auch Haribo überzeugt

und legt als „Beweis“ Stevi-

Lakritz vor – ein mit Stevia gesüßtes

Lakritzprodukt. Auch der

belgische Schokoladenhersteller

Cavalier vertritt diese Auffassung

und glaubt an eine schnelle Akzeptanz

der Produkte. „Die Verbrau-

Fotos: Fotolia/R.Stark/PhotoSG, S. Hund, Hersteller


cher wollen möglichst natürliche

Produkte, die schmecken und denen

sie vertrauen können“, betont

Cavalier-Chef Felix Verdegem.

Natürliche Wahrnehmung

Zudem lassen sich künstliche

Süßstoffe wie Aspartam durch Stevia

ersetzen. Ein entscheidendes

Kaufkriterium, da die Verbraucher

künstlichen Süßstoffen ablehnend

gegenüberstehen. Mit der Zulassung

des innovativen Zuckeraustauschstoffes

habe der Verbraucher

jetzt die Möglichkeit, sich bewusst

für andere Süßungsmittel wie eben

Stevia zu entscheiden. Auch darin

sehen die Belgier das große Potenzial

von Stevia-Süßwaren.

Ebenfalls von der Zugkraft von

Stevia überzeugt ist Kalfany. „Die

Verwendung von Stevia in unseren

Rezepturen ist ein konsequenter

Schritt hin zu mehr Natürlichkeit“,

erklärt Kalfany-Geschäftsführer

Fritz Haasen. Interessanter Fakt:

Stevia wird vom Konsumenten

als natürlich wahrgenommen,

auch wenn die Substanz chemisch

hergestellt wird.

Insgesamt will die Branche

ihre Produkte mit Stevia aufwer-

INTERVIEW

NEUHEITEN

ten. Allerdings werden Produkte

laut Busch-Stockfi sch auch teurer,

wenn künstliche Süßstoffe durch

Steviolglycoside ersetzt werden

(siehe hierzu auch Seite 50). Die

Frage ist, ob Verbraucher bereit

sind, hierfür mehr zu bezahlen.

Produkte aus 100 Prozent Stevia

wird es ohnehin nicht geben.

Hier schiebt die Gesetzgebung einen

Riegel vor. Für die Verwendung

von Steviolglycosiden hat die

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW)

Prof. Dr. Mechthild

Busch-Stockfi sch,

Professorin für

Sensorik und

Produktentwicklung

an der HAW

Was sind die Vorteile von Stevia

in Süßwaren?

Stevia rebaudiana ist eine Pfl anze, die aus

den Subtropen stammt, und aus ihren

Blättern wird Stevia gewonnen. Stevia ist

etwa 300-mal süßer als Zucker, frei von

Kalorien, zahnfreundlich und auch

geeignet für Diabetiker.

Bedeutet der Trend zu Stevia aus Ihrer

Sicht das „Aus“ für Zucker?

Nein. Zucker wird es immer geben, dafür

sind seine technologischen Verarbeitungseigenschaften

zu überragend. Künftig wird

es aber viele Produkte geben, die zuckerfrei

oder zuckerreduziert sind und den

zuckerhaltigen Produkten nahekommen.

Welche neuen Chancen bietet die

Verwendung von Stevia der

Süßwarenbranche?

Wenn die Industrie sorgfältig an die Produktentwicklung

herangeht, dann können

Produkte herauskommen, die einem

zuckerhaltigen Produkt sehr nahe kommen.

Voraussetzung hierfür sind intelligente

Süßwaren und Süßungsmittel aus Stevia

Seit November 2011 ist der alternative Zuckeraustauschstoff Stevia von der EU

zugelassen. Wir stellen Ihnen eine Auswahl an Produkten zu diesem Thema vor.

CAVALIER

Die Belgier bieten ein

umfassendes Stevia-

Sortiment. Dazu gehört

die 85-Gramm-Tafel-

Schokolade „Milk Hazelnuts“.

Eine Vollmilchschokolade

mit krokanten

Haselnussstückchen.

KALFANY

Seit Anfang 2012

nutzt Kalfany bei den

zuckerfreien Pulmoll-

Sorten Stevia als Süßungsmittel.

Die Palette

reicht von Euka-

Menthol über Cassis bis zu Limette-Minze.

Erhältlich in der 50-Gramm-Box.

HEARTLAND

SWEETENERS

Nevella Stevia aus dem

Hause Heartland Sweeteners

ist ein Süßungsmittel,

das aus der Stevia-Pfl anze

gewonnen wird. Das Produkt

ist als Streusüße, Tabletten

und Sticks erhältlich.

HARIBO

Haribo Stevi-Lakritz

ist mit Stevia

gesüßt. Durch

die Kombination

von Süßholzwurzel,

Bergkräutern und Anisaroma bietet die

Süßware laut Hersteller eine würzige

Geschmackskombination.

EU eine tägliche Aufnahmemenge

(ADI-Wert) von vier Milligramm

pro Kilogramm Körpergewicht

festgelegt. „Dadurch ist die Industrie

in ihren Anwendungsmöglichkeiten

eingeschränkt. Sie muss also

weiterhin Produkte entwickeln, die

mit Zucker gesüßt sind“, so Dr. Udo

Kienle von der Universität Hohenheim.

Die Branche scheint sich in

puncto Stevia zunächst auf die Beobachterrolle

zu beschränken.

Lösungen. Ein Weg dahin ist eine

Kombination aus verschiedenen Zuckeraustauschstoffen

mit Stevia, die jedoch

vom Produkt abhängig sind und auch

individuell ermittelt werden müssen.

Bieten nicht gerade diese

Kombinationsmöglichkeiten für die

Süßwarenbranche Möglichkeiten?

Fakt ist: Die künstlichen Zuckeraustauschstoffe

können durch Stevia ersetzt werden.

Zudem wird Stevia vom Verbraucher als

natürlich wahrgenommen, auch wenn

dieser Süßstoff selbst chemisch hergestellt

wird. Es bleibt abzuwarten, ob der Verbraucher

auch bereit ist, für diesen Mehrwert

mehr Geld auszugeben.

37


Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

38

Markenartikler spielen im

Tissue-Segment längst

nicht mehr die Hauptrolle.

„Einige Handelsmarken haben sich

in den vergangenen Jahren von

No-name-Produkten mit schlechter

Qualität, minimalistischer Verpackung

und sehr günstigen Preisen

hin zu Nachahmer-Produkten entwickelt.

Sie kommen von der Qualität

und der Verpackung nah an

Markenartikel heran, fahren ebenfalls

Promotions und sind preislich

etwas günstiger als Markenartikel“,

erläutert Kathrin Boettger, Marketingleiterin

im Hause SCA, die Problematik

einer ganzen Branche.

Markenartikler in der Klemme

Kein Wunder also, dass der

Private-Label-Anteil seit Jahren

steigt. Beim trockenen Toilettenpapier

liegt er laut Zahlen

des Marktforschungsinstituts

SymphonyIRI bereits bei 84 Prozent.

Selbst bei den feuchten Toilettenpapieren

machen Handelsmarken

inzwischen 63 Prozent aus.

Die Markenartikler sind unter Zugzwang,

schnelles Handeln ist ge-

HYGIENEPAPIERE

Raus aus

der Nebenrolle

Große Marken verlieren im Tissue-Geschäft seit Jahren an

Bedeutung. Der Private-Label-Anteil liegt bei 77 Prozent.

Mit welchen Konzepten die Markenartikler dagegenhalten.

fragt. Denn: Premiumqualität allein

reicht schon lange nicht mehr aus.

„Innovationen sind einer der stärksten

Hebel, um sich vom Eigenmarkengeschäft

zu differenzieren“,

sagt Boettger. SCA setze daher auf

kontinuierliche Neueinführungen

– von Produkten im Saison-Design

über außergewöhnliche Farben

bis hin zu immer neuen Duftvarianten.

Auch optimierte Produkt-

PRODUKTE

Hygienepapiere

eigenschaften wie Weichheit, Stärke

und Saugfähigkeit eignen sich

laut Markenartiklern zur Differenzierung

von den Handelsmarken.

Feuchtes Papier als Chance

Außerdem rückt das Thema

Nachhaltigkeit immer mehr in das

Bewusstsein der Verbraucher „und

wird dadurch zu einem wichtigen

Differenzierungsmerkmal“, sagt

Zur Warengruppe Hygienepapiere zählen nicht nur Tissue-Produkte, sondern auch

Damenhygiene und Babywindeln. Neuheiten und Klassiker aus dem Segment.

JOHNSON &

JOHNSON

35 Jahre Carefree Slipeinlagen:

Von August bis

Oktober unterstützt Hersteller

Johnson & Johnson

den Abverkauf seiner

Marke Carefree mit einer Gratis-Box für

unterwegs als Onpack-Aktion.

KIMBERLY-

CLARK

Die Hakle

Feucht Pure

Sensitive-Tücher

sollen besonders

für empfi ndliche Haut geeignet sein. Die

Tücher enthalten weder Alkohol noch Farbstoffe

und sind dermatologisch getestet.

P&G

Mit der Pampers Active Fit richtet sich

Procter & Gamble besonders an bewe-

gungsfreudige Babys. Die Windel mit 3D-

Passform bietet laut Hersteller bis zu zwölf

Stunden Auslaufschutz.

SCA

Mit der limitiertenSonderedition

Zewa

Soft „Das Verwöhnsichere

Blaue Lagune“ will SCA Farbe

ins Bad bringen. Das türkisfarbene Toilettenpapier

ist mit Meeresmotiven bedruckt,

duftet und besteht aus vier Lagen.

DELISOFT

Das Regina Softis

Toilettenpapier hat

laut Delisoft ein

einzigartiges Softkammersystem,

bei

dem Luftpölsterchen zwischen den Lagen

des Papieres eingeschlossen werden. Dadurch

soll das Papier besonders weich sein.

Fotos: Fotolia/Schlierner, Hersteller


Dirk Hensmann, Leiter Marketing

und Sales im Hause Delisoft.

Eine Produktkategorie gilt als

große Chance für die Markenartikler:

Feuchtes Toilettenpapier wächst

sowohl im Umsatz (+7,4%) als auch

im Absatz (+8,1%). Daher rührt

beispielsweise Kimberly-Clark in

diesem Jahr für Hakle-Feucht verstärkt

die Werbetrommel. „Erst 40

Prozent aller Deutschen benutzen

laut einer forsa-Umfrage feuchtes

Toilettenpapier“, heißt es aus dem

Unternehmen. Die restlichen 60

Prozent gelte es, zu überzeugen.

Das Ziel: für Aufmerksamkeit sorgen

und die Kategorie weiter voranbringen.

Das könnte nicht nur

den Herstellern helfen, sondern

auch dem Handel.

Setzen Sie auf das stärkste Markenportfolio für Ihren Umsatzerfolg!*

SCA Hygiene Products Vertriebs GmbH · Sandhofer Straße 176 · 68305 Mannheim · www.sca.com

ZAHLEN UND TRENDS

Die Sortimente Umsatz 2012:2011* Absatz 2012:2011*

Tsd. € Veränderung Tsd. Pack. Veränderung

Toilettenpapier trock. 1.183.732 +1,4% 458.298 +1,7%

Küchentücher 437.834 –1,4% 287.123 +4,2%

Papiertaschentücher 320.359 +0,4% ➜ 188.189 –1,2%

Papierservietten 158.343 +2,7% 106.956 +1,8%

Toilettenpapier feucht 92.335 +7,4% 75.148 +8,1%

TRENDS

Hygienepapiere

Im Segment Hygienepapiere kann das feuchte Toilettenpapier im Unterschied zum

trockenen Toilettenpapier ein hohes Wachstum erzielen (Umsatzplus: 7,4%).

Produkte mit

Zusatznutzen,

Nachhaltigkeit,

Qualität





Absatzwege 2012

44,8 Prozent aller Produkte

aus dem Segment

Hygienepapiere kauft der

Verbraucher beim Discounter.Verbrauchermärkte

sind die zweitwichtigste

Einkaufsstätte.

Cash+Carry 2,0%

Drogeriemärkte

21,7%

* Zeitraum: Mai bis Mai Quelle: Nielsen



* Nielsen, LEH+DM+C&C, SCA Marken, Marktanteil (Wert) in % Hygienepapier, 12,5%, YTD KW22 2012

Nielsen, LEH+DM, TENA, Marktanteil (Wert) in % Inkontinenz, 51,2%, YTD KW22 2012




Verbrauchermärkte

23,2%

Discounter

44,8% Supermärkte 8,3%


Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

40

TABAKWAREN

Einheitspackung adé

Die Tabakhersteller setzen auf Verpackungsvielfalt. Doch die EU will den Auf- und Ausbau von

Markenwelten durch neue Tabakrichtlinien unterbinden. Die Industrie wehrt sich dagegen.

Klare Ansage der Hersteller

von Tabakwaren: „Wir werden

gegen die Einführung

von Einheitsverpackungen, wenn

nötig, klagen“, so die Reemtsma-

Sprecherin Milena Schröder. Damit

bezieht das Unternehmen in

Sachen neue Tabakrichtlinien eindeutig

Stellung. Die EU fordert unter

anderem Plain Packs (Einheitspackungen)

und Werbeverbote, um

das Rauchen unattraktiver zu machen.

Die Diskussion über die geplanten

Änderungen fi ndet noch in

diesem Jahr in Brüssel statt.

Differenzierung für Hersteller

Die Tabakindustrie wendet sich

entschieden gegen die geplanten

Maßnahmen. Diese seien „unsinnig

und schikanös“, heißt es aus

dem Hause British American To-

bacco Germany. Auch eine deutliche

Vergrößerung der Warnhinweise

lehnen die Markenartikler

ab. „Das bedeutet lediglich Plain

Packaging durch die Hintertür“,

so Detlef Hoffmann, Kommunikationsleiter

bei Pöschl Tabak. Beide

Maßnahmen hätten keinerlei Einfl

uss auf das Rauchverhalten der

Konsumenten. Das würden Studien

belegen, betont die Industrie.

Doch die Folgen für die Branche

wären verheerend: „Die neuen

Richtlinien bedeuten ordnungspolitische

Eingriffe in das freie und

private Unternehmertum, die Marken-

und Grundrechte fundamental

verletzen“, so BAT Germany.

Beispielsweise würde eine Umsetzung

der geplanten Tabakrichtlinien

in deutsches Recht gegen verfassungsrechtlich

gewährleistete

Grundrechte wie Eigentumsgarantie

sowie Berufs- und Meinungsfreiheit

verstoßen. Damit beträfen

die Änderungen die gesamte

Branche. „Wichtig ist, dass Industrie

und Handel mit einer Stimme

sprechen und über mögliche Konsequenzen

informieren“, fordert

Markus Essing, Director Sales bei

Philipp Morris. Er befürchtet, dass

nicht mehr die Markenwelt, sondern

der Preis zum primären Differenzierungsmerkmal

würde.

Vielfalt für Konsumenten

Einen stärkeren Preiskampf bei

Tabakwaren wollen die Hersteller

unbedingt verhindern. Damit

würde die jahrelange Investition

in Markenwelten und Image zerstört.

„Zudem begünstigen Einheitsverpackungen

den Schmuggel

und das Fälschen von Zigaretten“,

warnt Schröder. Einheitsverpackungen

erschwerten den Kon-

INFO

Loser Tabak

Feinschnitttabak ist Tabak, mit dem

Konsumenten ihre Zigaretten selbst drehen

oder stopfen. Meist besitzt er Schnittbreiten

von 0,3 bis 0,8 Millimeter. Bei Volumentabak

handelt es sich um speziell aufbereiteten

Feinschnitttabak. Dieser hat ein

extra großes Volumen, wodurch Zigaretten

bei der Herstellung weniger Tabak benötigen.

Im Vergleich: Bei der Verwendung

von Feinschnitttabak wird zirka die

doppelte Tabakmenge benötigt wie bei

Volumen tabak. Denn: Wie der Name

schon sagt, besitzt letztgenannter deutlich

mehr Volumen und ist daher fülliger als der

herkömmliche Dreh- und Stopftabak.


Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

sumenten darüber hinaus die Suche

nach ihren Markenprodukten.

Die Folge: weniger Absatz für den

Handel, drohende Abwanderung

der Kunden zu illegaler Schmuggelware.

Schließlich erwartet der

Konsument beim Tabakkauf im

Handel eine große Vielfalt – sei es

in puncto Preis, aber auch bei Verpackungsgrößen

und -designs.

Designs für Kundenbindung

Unterschiedliche Packungsformate

sind laut Markenartiklern ein

Muss. „So stellen wir den erwachsenen

Rauchern die gewünschten

Bedarfsgrößen zur Verfügung“, so

Markus Essing. Auch neue Designs

und Sondereditionen spielten eine

wichtige Rolle. Sie stärkten das

Image von Marken und schafften

Impulse. Damit seien sie Absatztreiber

für den Handel. Die Platzierung

von Tabakwaren in der Kassenzone

unterstütze diesen Effekt

und gewinne daher immer mehr

an Bedeutung. Der Handel kann

am Point of Sale vor allem von der

direkten Ansprache der Industrie

an die Kunden profi tieren, etwa

durch Promotions. Dieses Erleben

von Markenwelten bindet Raucher

an ihre Marken – und kann Verbraucher

auch bei der Wahl der

Einkaufsstätte beeinfl ussen.

Wichtig: Händler sollten die

Trends und Neueinführungen

im Tabakmarkt genau beobachten

und berücksichtigen. Nur so

kann der Handel seinen Kunden

die gewünschten Schnelldreher

anbieten. Das Augenmerk sollte

dabei besonders auf Feinschnittprodukten

liegen. Denn: „Mehr als

40 Prozent aller gerauchten Zigaretten,

die im Lebensmittelhandel

gekauft werden, sind gestopft oder

gedreht“, so Milena Schröder.

Sichtbarkeit für Umsatz

Ob Feinschnitt, Volumentabak

oder Filterzigarette: Tabakwaren

sollten trotz Diebstahlgefahr sichtbar

platziert werden. Fehlende

Sichtbarkeit kommt einem Verzicht

auf Umsatz gleich. Auch die von der

EU geforderten Plain Packs verringern

die Sichtbarkeit von Marken.

Kein Wunder, dass sich die Hersteller

gegen die EU-Pläne wehren.


Fotos: F1online, Hersteller

PRODUKTE Tabakwaren

Tabakwarenhersteller sorgen mit unterschiedlichen Verpackungen für Abwechslung – von Original- über Big- und Maxi-Packs bis

hin zu innovativen Designs und Öffnungsmechanismen. Auch für Selbstdreher führen sie aufmerksamkeitsstarke Produkte.

LANDEWYCK

Die neue Ducal Red XXL

ist laut Hersteller Landewyck

europaweit einzigartig,

denn sie ist die

einzige im Mega-Pack-

Format, die abgerundete

Ecken besitzt. Die neu relaunchte XXL-

Packung enthält 27 Full Flavor-Zigaretten.

PHILIP MORRIS

Philip Morris bietet seinen

L&M Volume Tobacco

Full Flavor in einer zusätzlichen

Packungsgröße an:

Die klassische American

Blend Mischung aus Virginia-,

Burley- und Oriental-Tabak gibt es ab

sofort auch als 80-Gramm-Dose.

PÖSCHL TABAK

Mit Pueblo Green (Foto)

erweitert Pöschl Tabak

seine Pueblo-Range. Die

Werte der zusatzstofffreien

Green-Zigarette (Teer 8

mg; Nikotin 0,7 mg; Kohlenmonoxid

9 mg) liegen dabei zwischen

Pueblo Classic und Pueblo Blue.

BAT

Bei der preisgünstigen

Marke Pall Mall von British

American Tobacco gibt es

unter anderem zwei Varianten

ohne Zusätze. Wie

bei den Original Pall Mall

führt BAT die zusatzstofffreien Zigaretten

als Red und Blue (Foto).

REEMTSMA

Die JPS Red Glide Tec

Originalpackung bietet

einen neuen innovativen

Öffnungsmechanismus:

Die Packung lässt sich einfach

aufschieben. Unterstützt

wird die Neuerung unter anderem

durch Verkaufsförderung am POS.

GIZEH

Die Verpackungen der

Black Produktserie aus

dem Hause Gizeh haben

alle einen praktischen Magnetverschluss.

Die Papers

gibt es in drei verschiedenen

Stärken, darunter die blaue Variante

mit 21 Gramm/qm (Foto).


Neue Produkte

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

44

Neue Ertragsbringer

für Ihr Sortiment

Mit innovativen Produkten zielen die Hersteller darauf ab, die

Aufmerksamkeit der Verbraucher immer wieder neu zu wecken.

Das MARKANT HandelsMagazin bietet Ihnen eine Auswahl der

jüngsten Innovationen – damit Sie auch weiterhin Ihre Kunden

von Ihrem vielfältigen Sortiment überzeugen können.

Produkt des Monats

Mit drei neuen Schoko-Backmischungen

setzt Dr. Oetker aktuelle Trends um.

DAS BESONDERE: Dr. Oetker, laut Nielsen Marktführer

im Backmischungen-Segment, ist auch Spitzenreiter bei

den Innovationen. In einem neuen Backmischungen-Sortiment

hat das Unternehmen jetzt drei aktuelle Trends kombiniert:

Die Kuchenspezialitäten setzen auf kleine Portionen,

bieten intensiven Schokoladengenuss und sind vom Verbraucher

einfach und schnell zuzubereiten. Das auffällige

Verpackungsdesign und die unterschiedlichen Packungsformate

machen die drei Backmischungen zu individuellen und

auffälligen Produkten mit spezifi schen Details. Mit dem Produkt

Choco Lava kann der Verbraucher in vier beiliegenden

Förmchen kleine Schokoladenrührkuchen mit fl üssigem

Schokokern zubereiten. Mit der Variante Chocolat Deluxe

ist eine Kombination aus Tarte au Chocolat und Brownie in

der beiliegenden Backform und ohne weitere Zutaten ganz

schnell fertig. Auch die Sorte Royal Chocolat bringt die

eigene Backform mit und bietet in einer innovativen Kombination

aus Mousse au Chocolat und Kuchen einen intensiven

Schokoladen-Genuss.

WERBUNG: TV-Spots auf allen reichweitenstarken Sendern

unterstützen die Einführung. Für die Verbraucher liegen

den Verpackungen Rezepthefte bei. Zudem gibt es

Zweitplatzierungsdisplays, PR- und Online-Maßnahmen.

VERPACKUNGSEINHEIT: Karton mit 6 Packungen

à 295 g (Choco Lava); mit 8 Packungen à 360 g (Chocolat

Deluxe); mit 8 Packungen à 210 g (Royal Chocolat)

IM HANDEL AB: sofort

INTERNET: www.oetker.de


Frühstücksprodukte

Knusper-Müsli

Das Besondere: Mit Crunchy führt

Schneekoppe eine neue Range von

Knuspermüslis ein. Sie haben laut

Hersteller 30 Prozent weniger Zucker als

andere Knuspermüslis, sind ballaststoffreich

und enthalten hochwertige Vollkorn-Haferfl

ocken. Neben Crunchy Pur

gibt es die Sorte Crunchy Schoko (Foto).

Werbung: Zweitplatzierung, Verkostung

Verpackungseinheit: Karton mit

5 Packungen à 450 g

Im Handel ab: sofort

Internet: www.schneekoppe.de

Beilagen

Kartoffel-Vertrauen

Das Besondere: Mit einem Relaunch

stellt Unilever die Traditionsmarke Pfanni

in den Fokus. Als Bestandteil des neuen

Designs steht Vertragsbauer Volker für

das Versprechen „aus 100 Prozent deutschen

Kartoffeln“. Das Produkt Stampfkartoffeln

kommt zudem im familiengerechten

Multipack auf den Markt.

Werbung: POS-Maßnahmen, PR

Verpackungseinheit: Karton mit

6 Packungen à 3 x 2 Portionen

Im Handel ab: sofort

Internet: www.pfanni.de

Backzutaten

Keks-Dekor

Das Besondere: Wenn es um die

Verzierung von Muffi ns, Keksen, Eis und

Kuchen geht, sind Kinder begeistert dabei.

Die Pickerd Dekor Ritter-Perlchen

sprechen, so Hersteller Pickerd, mit Etikett

und Farbe ganz besonders Jungen

an. Die Perlchen werden im wiederverschließbaren

Streubecher angeboten.

Werbung: Zweitplatzierungsdisplays

Verpackungseinheit: Tray mit

10 Streubechern à 150 g

Im Handel ab: sofort

Internet: www.pickerd.de

Fertigprodukte

Nudel-Mahlzeit

Das Besondere: Mars führt die Marke

Dolmio im deutschen Handel ein und

stellt dabei die Range „Heiß auf Pasta“

vor: Nudeln „Napoli“ und „Bolognese“

stehen laut Hersteller innerhalb von zwei

Minuten auf dem Tisch. Auf künstliche

Geschmacksverstärker, Farb-, Aroma-

und Konservierungsstoffe wird verzichtet.

Werbung: Verkostung, Couponing, TV

Verpackungseinheit: Karton mit

8 Packungen à 300 g

Im Handel ab: sofort

Internet: www.mars.de

Beilagen

Blitz-Risotto

Das Besondere: Mit dem neuen Riso

Gallo Risotto expresso dauert die Zubereitung

eines Risottos nur noch zwei Minuten.

Ein innovatives Herstellungsverfahren,

so Hersteller Riso Gallo, mache

das möglich. Das Express-Sortiment ist

in vier Geschmacksrichtungen erhältlich.

Vertrieb über Borchers Fine Food.

Werbung: Print, Verkostung

Verpackungseinheit: Karton mit

6 Packungen à 250 g

Im Handel ab: sofort

Internet: www.risogallo.com

Fertigprodukte

Nostalgie-Rezeptur

Das Besondere: Mit der Schulküchentomatensoße

spricht das Unternehmen

Leha aus Sachsen-Anhalt gezielt Kindheitserinnerungen

ostdeutscher Verbraucher

an. Die Tomatensoße mit Jagdwurst

und Zwiebeln wird nach dem Original-

Rezept der ehemaligen DDR-Schulküche

und auf traditionelle Weise zubereitet.

Werbung: Internet, Verkostungen

Verpackungseinheit: Karton mit

6 Dosen à 800 g

Im Handel ab: sofort

Internet: www.schlagfi x.de

45


Neue Produkte

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

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Tiefkühlkost

Fußball-Snack

Das Besondere: Unter dem Namen

Meister-Snack führt Frostkrone knusprig

panierte Käsebällchen für die Zubereitung

im Backofen ein. Die in Fußballfeld-

Optik gestaltete Packung enthält je elf

Frischkäse-Jalapeño- und Chili-Cheese-

Bällchen und dient zugleich als Serviertablett

– ideal für jedes Fußballereignis.

Werbung: Internet, Handzettel

Verpackungseinheit: Karton mit

8 Packungen à 400 g (22 Stück)

Im Handel ab: sofort

Internet: www.frostkrone.de

Süßwaren

App-Kalender

Das Besondere: Der neue App-

Adventskalender von Windel stellt nach

Auskunft des Produzenten eine Innovation

unter den schokoladegefüllten

Adventskalendern dar. Jedes Fenster

enthält wie gewohnt Schokolade, zudem

gibt es für jeden Tag eine Weihnachtsmann-Animation

für das Smartphone.

Werbung: Zweitplatzierungsdisplays

Verpackungseinheit: Karton mit

24 Kalendern

Im Handel ab: sofort

Internet: www.windel-candy.com

Salzige Snacks

Knack-Mandeln

Das Besondere: Was bei Pistazien

bekannt ist, führt The Lorenz Bahlsen

Snackworld jetzt auch für Mandeln ein:

Beim Produkt Mandeln in Schale sind die

süßen Kerne in der Schale belassen, so

dass der Verbraucher sie selbst auslösen

kann. Der Hersteller veredelt die Mandeln,

indem er sie röstet und leich salzt.

Werbung: Zweitplatzierungen, PR

Verpackungseinheit: Karton mit

10 Beuteln à 150 g

Im Handel ab: sofort

Internet: www.lorenz-snackworld.de

Wein & Sekt

Sorten-Wahl

Das Besondere: Der neue Fürst von

Metternich Chardonnay ergänzt das

Sortiment der Marke Fürst von Metternich

um einen weiteren sortenreinen

Premium-Sekt. Laut Hersteller haben

die Kellermeister des Hauses einen Sekt

kreiert, der sich durch aromatische Fülle

und elegante Fruchtigkeit auszeichnet.

Werbung: Print, Aktionsmaterial

Verpackungseinheit: Karton mit

6 Flaschen à 0,75 l

Im Handel ab: sofort

Internet: www.fuerst-von-metternich.de

Süßwaren

Schoko-Schärfe

Das Besondere: Lindt erweitert seine

Tafelschokoladen-Range Excellence

um die neue Sorte Wasabi: Das Geschmackserlebnis

der würzig-scharfen

japanischen Wasabiwurzel kombiniert mit

feinherber Schokolade erzeuge eine

raffi nierte und zugleich ausgewogene

Harmonie der Sinne, so der Hersteller.

Werbung: PR

Verpackungseinheit: Karton mit

20 Tafeln à 100 g

Im Handel ab: sofort

Internet: www.lindt.de

Spirituosen

Premium-Wodka

Das Besondere: Der Heavy Water

Vodka von Kisker wird nach einem alten

norwegischen Rezept gebrannt, das von

der Cocktail-Expertin Anistasia Miller

verfeinert wurde. Der Verschluss mit

integrierter Belüftung versetzt Heavy

Water beim Einschenken mit feinperliger

Luft und lässt den Wokda atmen.

Werbung: Displays, PR, Internet

Verpackungseinheit: Karton mit

6 Flaschen à 0,7 l

Im Handel ab: sofort

Internet: www.kisker-brennereien.de


Mundpfl ege

Schutz-Programm

Das Besondere: Colgate Palmolive führt

die Range Total Pro Zahnfl eisch ein:

ein auf Zahnfl eischentzündungen abgestimmtes

vierteiliges Zahnpfl egesystem.

Werbung: TV- und Print-Kampagne

Verpackungseinheit: z.B. Zahncreme:

Karton mit 12 Packungen à 75 ml

Im Handel ab: sofort

Internet: www.colgate.de

Das Conditor-Dessert in der Tiefkühltruhe!

Kirsch-Trüffel

Himbeer-Mascarpone

Erdbeer-Stracciatella

Genießen Sie

echte

Zusatzumsätze!

Mousse au Chocolat

WPR

Sommer-Design

Das Besondere: Als Sommeredition

führt Henkel für Pril die Stylino-Flaschen

in Schmetterlingsform ein. Zwei Varianten:

Ocean Dream und Exotic Fruits.

Werbung: Internet, Gewinnspiel

Verpackungseinheit: Karton mit

jeweils 14 Flaschen à 450 ml

Im Handel ab: sofort

Internet: www.pril.de

Tiernahrung

Erfolgs-Konzept

Das Besondere: Mit zunächst vier

Sorten Whiskas Sanfte Küche Junior für

Kätzchen bis zu einem Jahr will Mars an

den Erfolg von Sanfte Küche anknüpfen.

Werbung: Samplings, Couponing

Verpackungseinheit: Karton mit

4 Multipacks (12 x 85-g-Portionsbeutel)

Im Handel ab: sofort

Internet: www.mars.de

www.coppenrath-wiese.de


Verkaufsförderung

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

48

TIEFKÜHLKOST

Die weiteren Aktions-Highlights

Molkereiprodukte

Irische Reisen

AKTION

August 2012

KW 36 bis 46

des Monats

Wertvolle Einkaufsgutscheine

Die Pizza-Spezialisten von Wagner

starten eine groß angelegte Verkaufsförderungsaktion

für alle Wagner-

Marken. Unter dem Motto „Aller guten

Dinge sind 3!“ präsentiert das Unternehmen

die „Wagner Fan-Wochen“.

Wer im Aktionszeitraum gleichzeitig

zu drei Wagner-Packungen greift,

kann in einer der nächsten Wochen-

Mit einer Sammel- und

Gewinnspielaktion stellt

IDB Deutschland die

250-Gramm-Packung Kerrygold

Original Irische Butter

sowie alle vier Sorten Kerrygold Scheibenkäse in den

Mittelpunkt. Als Hauptpreis für gesammelte Punkte können

Verbraucher insgesamt zehn Reisen nach Irland für

jeweils zwei Personen gewinnen. Als Trostpreise gibt es

100 Warenkörbe mit typisch irischen Prdukten.

� Zeitraum: bis September

verlosungen einen von 15 Einkaufsgutscheinen

im Wert von je 1.000 Euro

gewinnen. Insgesamt werden 180

wertvolle 1.000-Euro-Einkaufsgutscheine

verlost. Zudem nehmen alle

Teilnehmer an der Endauslosung teil.

Hier winken Sachgewinne im Gesamtwert

von 40.000 Euro. Wagner unterstützt

die Aktion durch massive Wer-

Molkereiprodukte

bemaßnahmen in Deutschland und

Österreich: So schaffen Anzeigen in

Publikumszeitschriften, TV- und Radio-Spots

sowie Internet- und Facebook-Maßnahmen

über 1,2 Milliarden

Zielgruppenkontakte. Auch eine umfangreiche

POS-Ausstattung soll für

eine erfolgreiche Aktion sorgen.

� Zeitraum: bis Mitte November

Großer Geburtstag

Das italienische TraditionsunternehmenGalbani

feiert 130-jähriges

Jubiläum und will mit einer

großen Geburtstagskampagne

für gesteigerte Abverkäufe sorgen. Störer auf

Galbani Mozzarella und Mascarpone sowie Zweitplatzierungen

und weiteres POS-Material rücken die Gewinnaktion

in den Fokus. Hauptpreis: eine Genießerreise

nach Rom. Werbemaßnahmen begleiten die Aktion.

� Zeitraum: bis September


Molkereiprodukte

Perfekte Partner

In einer Cross-Promotion

mit Arla Foods präsentiert

Konfi türenhersteller

d‘arbo, wie gut Konfi türe

mit Käse harmoniert. Verbraucher,

die an der Käsetheke oder in der Pre-Packaging-Truhe

zu Hart- und Schnittkäsespezialitäten von

Arla Foods greifen, erhalten ein Probiergläschen d‘arbo

Naturrein Rosenmarille gratis. Broschüren mit Rezeptideen

und weiteres POS-Material runden die Aktion ab.

� Zeitraum: bis Oktober

Fertiggerichte

Auffällige Pastamahlzeiten

Barilla unterstützt den Verkauf der

neuen fertigen Pastagerichte mit einer

auffälligen Lamasäule. Sie soll

als Blickfang dienen und mit einer

Gratiszugabe von Gabeln und Servietten

zu Impuls- und Probierkäufen

anregen. Die fertigen Pastagerichte

von Barilla mit ihrer authentischen

„al dente“-Qualität gibt es in vier

typisch italienischen Rezepturen.

� Zeitraum: bis Dezember

Süßwaren

Luftige Weltreise

In den Mittelpunkt seiner aktuellen

POS-Aktionen stellt Waffelspezialist

Manner den sympathischen

MannerFakteur. 3+1-Aktionspackungen

der Manner Original Neapolitaner

Schnitten verweisen auf

ein Online-Gewinnspiel. Hier können Verbraucher Fragen

aus der Welt des MannerFakteur beantworten und

damit ihre Chancen erhöhen, unter anderem ein Roundthe-World-Flugticket

von STA Travel zu gewinnen.

� Zeitraum: bis Oktober

Molkereiprodukte

Beliebte Sticker

Mit einer zielgruppengerechten

Promotion stützt Alpenhain

den Abverkauf der Yakari

Käse-Nuggets. Der milde

Backkäse in goldbrauner Panade spricht besonders Kinder

an. Ab sofort liegt jeder Packung Yakari Käse-Nuggets

ein Sticker aus der Zeichentrickserie Yakari bei. Auf

der Alpenhain-Homepage stehen zudem vier verschiedene

Hintergrundbilder zum Ausdruck bereit, auf die die

Kinder die Sticker kleben können.

� Zeitraum: bis September

Brotwaren

Glückbringende Würfel

Mit einer Gewinnspielaktion

will Lieken Mehrkäufe

für die Range Lieken-Urkorn

Fit & Vital sowie für

das Mehrkorn Brot generieren. Auf den Produktpackungen

sind Codes abgedruckt, die zur Teilnahme am

Würfelspiel auf der Webseite www.liekenurkorn.de berechtigen.

Täglich gibt es fünf Hauptpreise, etwa eine

Kitchen Aid Küchenmaschine oder eine Xbox Kinect.

Unterstützt wird die Promotion durch Präsenz am POS.

� Zeitraum: bis September

AfG

Prickelnder Partyspaß

Für das Kinder-Partygetränk

Kidibul führt die Schlumberger

Vertriebsgesellschaft eine Onpack-Promotion

durch: Die Kidibul

Partybox beinhaltet neben einer

0,75-Liter-Flasche Kidibul Bio

Apfel-Pfi rsich zwei Gläser, Luftballons und ein Memory-

Spiel als Zugabe. Für den POS stehen Displays zur Verfügung.

Das mit Kohlensäure versetzte Partygetränk Kidibul

Bio besteht zu hundert Prozent aus Bio-Fruchtsaft.

� Zeitraum: solange Vorrat reicht

49


Ausblick

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU / GARTEN / TECHNIK CASH UND CARRY

50

A U S B L I C K

Wertschöpfung mit Zucker

Europas zweitgrößter Zuckerproduzent Nordzucker rät Händlern zu mehr

Saisonware im Regal. Oliver Ditsch, Marketing und Vertrieb Handel,

berichtet zudem über Preisschwankungen und das Potenzial von Stevia.

Herr Ditsch, die Preisschwankungen bei

Zucker sind enorm. Worin liegen die Gründe

und mit welcher Entwicklung rechnen Sie?

Der Grund liegt in den Veränderungen

der Zuckermarktordnung. Der europäische

Zuckermarkt ist nach der Neuregelung

stark vom Weltmarkt beeinfl

usst. Deshalb basiert die aktuelle

Preissteigerung auch auf der Unterversorgung

Europas mit Quotenzucker.

Wir gehen mittelfristig von einem stabilen

Marktpreis auf einem etwas höheren

Preisniveau als heute aus.

Auch der Handel ist bei Zucker stark

preisgetrieben. Für Sie ein Kritikpunkt?

Das sehen wir ganz sportlich: Wo

Wettbewerb herrscht, da entsteht

Reibung. Wir versuchen, unsere

Handelspartner davon zu überzeugen,

dass sie über den Verkauf von Zucker

Wertschöpfung erzeugen können. Das

gesamte Segment Zuckerspezialitäten

steht für Wertschöpfung. Beim Ein-

Kilo-Paket Zucker jedoch ist Wertschöpfung

aufgrund des starken Wettbewerbs

der Händler nur sehr schwer möglich.

Was gilt es, im Handel zu verbessern?

Das Zuckergeschäft ist stark von Saisonalität

geprägt. Beispiel Geliersaison:

Sobald die Erdbeeren rot sind, sinkt

die Reichweite bei einem Karton Gelierzucker

von vorher vier Wochen auf

vier Stunden. Diese Saisonalitäten in

den Regalplatzierungen wiederzufi nden,

halten wir für wichtig. Im Herbst

und Winter gilt das für die Backsaison.

Dann sollten Zuckerspezialitäten zum

Backen wie Puderzucker und Brauner

Zucker ausreichend platziert werden.

Worauf kommt es an beim Zuckergeschäft?

Auf Warenverfügbarkeit und Saisonalität.

Es bringt nichts, Zuckerhüte im

Sommer bei 30 Grad zu führen. Mit

Berücksichtigung der Saisonalität und

einem an der zur Verfügung stehenden

Regalfl äche angepassten Spezialitäten-

Sortiment können sich Vollsortimenter

vom Discount differenzieren.

Stichwort: Stevia. Wie wird das neue

Süßungsmittel angenommen?

Die Rückmeldungen sind sehr positiv.

Vor allem als Alternative für Artikel,

die mit künstlichen Süßstoffen hergestellt

werden, sehe ich großes Potenzial.

Aber die Preise dürften dann steigen.

Richtig, Stevia ist in der Rezeptur teurer

als künstliche Süßstoffe. Doch den Preis

kann der Hersteller rechtfertigen durch

weniger Kalorien, besseren Geschmack.

Wie reagieren Sie auf den Stevia-Trend?

Wir haben 2011 ein Joint-Venture mit

Pure Circle Limited aus Malaysia gegründet:

NP Sweet. Es befasst sich mit

der Entwicklung eines Produktportfolios,

das die natürlichen Vorzüge des

Zuckers mit den Eigenschaften von

Stevia-Produkten kombiniert.

IN KÜRZE

Nordzucker

Gründungsjahr: 1997

Firmensitz: Braunschweig

Leitung: Hartwig Fuchs, Hans-Christian Koehler

Standorte: Deutschland, Polen, Slowakei,

Dänemark, Schweden, Litauen, Finnland sowie ein

Gemeinschaftsunternehmen in Irland

Mitarbeiter: 3.280

Umsatz GJ 2011: (1.3.11 – 29.2.12) 2,02 Mrd. €

Internet: www.nordzucker.de

Foto: Unternehmen

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