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3 : 2010

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researCh

Facebook­Kids

Umgang mit den digitalen Medien lernen und suchen

dafür nach Unterstützung. Wie weit der Medienkonsum

bei Kindern mittlerweile fortgeschritten ist, zeigt ein

Blick in den nach Techno-Gadgets geradezu verrückten

asiatischen Markt. In Singapur zum Beispiel sind die

Youngster bei der Nutzung von mobilen Endgeräten ganz

vorn dabei: 41 Prozent der Sieben- bis 14-Jährigen nutzen

bereits Laptops, 64 Prozent telefonieren mit Handys, und

immerhin jeder Fünfte in diesem Alter (22 Prozent) spielt

mit Handheld-Konsolen (vgl. IDA 2009).

Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die neuen

Medien ganz entgegen dem immer noch weit verbreiteten

Vorurteil keineswegs antisoziales Verhalten

fördern. Einer Untersuchung der Marktforscher von

Dubit zufolge spielen deutsche Kinder im europäischen

Vergleich am seltensten Online-Games: 65 Prozent der

Befragten zwischen sieben und 14 Jahren gaben an, dass

sie das Internet zum Spielen nutzen. Dänemarks Nachwuchs

liegt mit einer Quote von 89 Prozent an der Spitze

der Online-Gamer dieser Altersgruppe. Insgesamt

nutzen die Kinder in den untersuchten europäischen

Ländern vor allem kostenlose Angebote, 16 Prozent

zahlen für einen Zugang zum Spiel und 15 Prozent für

virtuelle Gegenstände in den Spielewelten. Der Anteil

derjenigen Kids, die derzeit noch nichts für den Game-

Spaß im Netz zahlen, jedoch bereit sind, dies in Zukunft

zu tun, ist mit 27 Prozent wiederum im skandinavischen

Trendsetter-Land Dänemark am höchsten

(dubitlimited.com/research). Die Autoren des LBS-Kinderbarometers

2009 kommen auf der Grundlage ihrer

Analysen zu dem Ergebnis, dass Kinder, je öfter sie

Computerspiele spielen, dies gemeinsam mit Freunden

tun. Gaming ist also keineswegs ein einsames oder isolierendes

Freizeitvergnügen wenig integrierter Kinder,

sondern durchaus ein soziales Erlebnis.

Doch trotz des positiven, durchaus sozial-integrativen

Effekts der digitalen Welt lernen die Kids heute

frühzeitig, dass die Anzahl der Followers bei Twitter

oder der Friends bei Facebook einen Rückschluss auf

ihren Status in der Gesellschaft sowie ihren Platz auf

der Beliebtheitsskala ihrer Community und ihrem sozialen

Netzwerk zulässt. Aber so groß wie das World

Wide Web ist, so viele Nischen bietet es auch jedem

Einzelnen. Und das heißt auch: Facebook-Kids besitzen

in der Regel schon heute ein weitaus größeres Netzwerk,

als es sich die Generation ihrer Eltern während

ihrer Kindheit jemals vorstellen konnte. Während sich

das klassische Modell von Klein- und Kernfamilie im

Zuge fortschreitender Modernisierung immer weiter

auflöst, entsteht ein neues Familiengefüge, das längst

nicht mehr nur über verwandtschaftliche Beziehungen

geprägt ist. Für Mütter wie Väter sind die Aktivitäten

ihrer Sprösslinge im Netz jedoch nicht immer einfach

zu durchschauen und zu steuern. Tools, die Eltern die

Kontrolle darüber geben oder die Welt der Social Networks

in den Familienalltag holen, gehören daher zu

stark nachgefragten Angeboten der Zukunft.

• Als der Web-Gigant Google Anfang 2010 Google Buzz

launchte, wurde die Plattform, die Social Networking

in Echtzeit bietet und auf der bereits nach zwei Tagen

neun Millionen Nachrichten und Kommentare ausgetauscht

wurden, in einem Aufschrei der Empörung

als „Albtraum für die Privatsphäre“ bezeichnet.

Knapp zwei Monate nach dem Frontalangriff auf Facebook,

Twitter & Co. reagierte das Unternehmen auf

die fragwürdige Publicity mit einem YouTube-Video:

Es richtet sich an Teens und erklärt in fünf Schritten,

wie Buzz sicher genutzt werden kann. Neben der Emp-

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