Warsteiner – Premium pur - marke41

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Warsteiner – Premium pur - marke41

aus dEm „familiEnalBum"

franz Beckenbauer, Ball des sports 1987 (oben links),

andy Warhol 1984 zu Besuch in Warstein, (rechts).

In den 1960er-Jahren beginnt Warsteiner auch, die

Idee des tischfeinen Bieres für die Produktgestaltung

und -vermarktung auszubauen. Ein Schritt, der sich

deutlich über die soziale Etikette der Zeit hinwegsetzt.

In der gehobenen Gastronomie ein Glas Bier zu bestellen,

galt seinerzeit als Fauxpas.

Ein erster Schritt war im Grunde schon die kleinere

Flasche gewesen. Nun folgte eine Neuinterpretation

für das Trinkglas. Es war ein wichtiger Kontakt mit der

Welt des Designs. Ende der 1960er-Jahre entwarf der

Glasdesigner Hermann Hoffmann eine neue Pils-Tulpe,

die nicht wie üblich breit und bauchig ist, sondern

schlank und aufstrebend, fast wie ein Sektkelch. Sofort

denkbar, sich damit in der Opernpause sehen zu lassen.

Die „Warsteiner-Tulpe“ gehört seither zum Code

der Marke.

Bereits bei diesem Projekt engagiert sich Albert Cramer

als Ideengeber im Gestaltungsprozess. In der Folge

wird er sich immer wieder mit den Möglichkeiten des

Designs befassen, um die Marke mit besonderer Wertigkeit

aufzuladen. So geschehen bei seinem Konzept des

Premium-Bieres, mit dem er Ende der 1970er, Anfang

der 1980er für neue Akzente in der Branche sorgte.

Die Marke erhielt eine puristischere und designhafte

Anmutung. Zum Start der 1980er, dem Jahrzehnt

von Dallas und Denver, von Opulenz und Markenbewusstsein,

dominiert in der Ausstattung eine reduzier-

te Gestaltung mit viel Weißraum, wie es bis dato nur

von Umverpackungen aus der Welt der teuren Düfte

bekannt war. Jetzt endlich bekam das Selbstverständnis

einen Namen: der Zusatz (bei gleichzeitigem Verzicht

auf die Sortenbezeichnung Pilsener) „Premium

Verum“ wurde ins Etikett aufgenommen gleichsam

als neues, veritables Glaubensbekenntnis.

3 : 2010

marke 41

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HErmann

Hoffmann

entwarf Ende der

1960er-Jahre eine

neue Pils-tulpe.

der Glasdesigner

verwarf die sonst

übliche bauchige

Glas-form. seine

interpretation ist

schlank und

aufstrebend. die

tulpe war ein

wichtiger Baustein

für das Projekt

„tischfein“ (links

unten).

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