Mannheim Innenstadt

dmdrogeriemarkt

Mannheim Innenstadt

Februar 2012

Joy

Denalane

Unabhängig und

immer in Bewegung

Die besten

Zukunftsprojekte in

Mannheim

Innenstadt


alverde 02/2012

40

MANNHEIM

Großelternkurs bietet Erfahrungsaustausch

| OBEN | Großeltern können eine wertvolle Unterstützung sein – aber manchmal

brauchen sie selbst Beratung.

Informationen zum Kursangebot „Starke Großeltern – starke Kinder“

gibt Annette Stocker vom Kinderschutzbund, Telefon: 0621 22011,

E-Mail: annette.stocker@kinderschutzbund-mannheim.de

MANNHEIM

Ein Kulturzentrum für Ecuador

Die ecuadorianische Stadt Borbón liegt in der Nähe der Grenze zu

Kolumbien. Hier, mitten im Regenwald, schwelen die Konfl ikte zwischen

den Ländern um Drogenhandel, Regenwaldrodung für Ölplantagen und

Garnelenzucht. Die Entwicklungshilfe-Organisationen haben sich aus

Sicherheitsgründen aus der Region zurückgezogen. Die Bewohner sind

meist Kleinbauern und kämpfen ums tägliche Überleben. Ihnen will

der Mannheimer Verein Proyecto Vision helfen. Der Zusammenschluss

aus Künstlern, Schauspielern und Musikern plant ein Kulturzentrum in

Borbón mit Umwelt-, Bildungs- und Kulturangeboten für die Bewohner.

„Das Zentrum soll einen Beitrag dazu leisten, den Regenwald als wertvollen

Lebensraum zu schützen und die Kultur der Ureinwohner zu stärken“, sagt

der Vereinsvorsitzende Ulrich Krug. Proyecto Vision hat ein Netzwerk

aus Schulen, Hochschulen und Kindertagesstätten in Deutschland und

Ecuador für einen Kulturaustausch geschaff en und arbeitet mit der regionalen

und nationalen Verwaltung in Ecuador zusammen. In Deutschland

macht der Verein mit Ausstellungen auf sein Projekt aufmerksam. In

Ecuador veranstaltete er 2009 ein Kulturfestival und 2011 ein Projekt

mit Ureinwohnern, um für sein Kulturzentrum zu werben.

Gemeinsam gestalten wir die Zukunft. Nachhaltigkeitsprojekte aus Ihrer Region: informieren und mitmachen!

Oma und Opa sind die Besten. Kinder lieben ihre

Großeltern, weil sie gelassener sind als Mama und Papa.

Die Eltern sind oft auf die Hilfe der Älteren angewiesen,

um Arbeit, Familie und persönliche Kontakte unter einen

Hut zu bekommen. Den Umfragen des bundesweiten

Familienreports zufolge betreuen 47 Prozent der Großeltern ihre Enkel,

wenn die Eltern arbeiten gehen. Doch nicht immer verläuft das reibungslos,

denn Eltern und Großeltern haben oft unterschiedliche Vorstellungen von

der Erziehung. Der Deutsche Kinderschutzbund in Mannheim bietet deshalb

seit 2011 einen Beratungskurs speziell für Großeltern an. Das Angebot

„Starke Großeltern – starke Kinder“ bietet den Senioren Orientierungshilfe,

wie weit sie sich einmischen dürfen, wenn sie mit dem Erziehungsstil ihrer

Kinder nicht einverstanden sind. Die Teilnehmer erfahren, wie sie ihrer

Aufgabe gerecht werden, ohne dabei ihre eigenen Bedürfnisse zu vergessen.

„Darf ich Ratschläge geben? Darf ich auch mal ‚Nein’ sagen? Das sind Fragen,

die sich aktive Großeltern immer wieder stellen“, sagen die Kursleiterinnen

Dorothee Janssen und Annette Stocker. „Im Großelternkurs haben sie die

Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch.“

www.kinderschutzbund-mannheim.de

| OBEN | Der Clown Phantasie machte das geplante Kulturzentrum in Borbón,

Ecuador bekannter.

www.proyecto-vision.de

Der Verein „Proyecto Vision“ sammelt Spenden für sein geplantes Kulturzentrum in Ecuador und sucht immer neue Mitglieder. Informationen bei Ulrich

Krug, Telefon: 0621 2999965, E-Mail: mail@proyecto-vision.de

Bildnachweis: Deutscher Kinderschutzbund, Christian Raehse, Ulrich Krug, panthermedia

MANNHEIM

Elektroautos zum Mieten für die Stadt

Wer nur ab und zu ein Auto braucht und auf

die Parkplatzsuche in der Stadt verzichten

will, fährt gut mit Carsharing. In den meisten

Städten gibt es Gesellschaften, bei denen sich

Bürger Autos für einen günstigen Beitrag mit

anderen teilen können. Auch Carsharing-

Projekte mit Elektroautos für besonders umweltbewusste

Fahrer gibt es schon in einigen

großen Städten. Ein solches Projekt hätte

Christian Raehse auch gerne in Mannheim.

„Neben der erschwinglichen Fahrzeugnutzung

hilft Carsharing mit Elektroautos, die

Luftqualität in der Stadt zu verbessern und den

Verkehrslärm zu verringern“, sagt er. Der Strom

für die Elektroautos sollte idealerweise von erneuerbaren

Energien stammen. „Er könnte zum

Beispiel aus Solaranlagen von Dächern in der

Stadt kommen“, sagt der Bautechniker. Seine

Ideen für einen Elektro-Carsharing-Verbund in

Mannheim würde Christian Raehse gerne mit

Unternehmen oder Gesellschaften teilen, die

schon in anderen Städten aktiv sind.

| LINKS | Leise und ohne Abgase: Elektro-Carsharing

könnte es auch in Mannheim geben.

MANNHEIM

Umweltfreundliche Dächer in der Quadratestadt

Wenn es nach dem Bautechniker Christian

Raehse ginge, wäre die Innenstadt von

Mannheim viel grüner – und zwar ganz oben.

Der 28-Jährige plant Grünfl ächen für Dächer.

Schon während seiner Ausbildung legte er

den Schwerpunkt auf Dachbegrünungen. Als

Abschlussarbeit entwarf er ein Konzept, um

das Flachdach des Mannheimer Finanzamtes

mit Pfl anzen in Kombination mit Solaranlagen

zu bestücken. Eine Grünfl äche auf dem Dach

wirkt nicht nur im Sommer kühlend und im

Winter wärmedämmend auf das Gebäude, sie

entlastet auch die Kläran-lage der Stadt. „Die

Grünfl ächen auf dem Dach halten Regenwasser

zurück, das dann größtenteils verdunstet oder

kontrolliert in die Kanalisation abfl ießen kann“,

erklärt Christian Raehse. Das bewachsene Dach

bietet auch einen natürlichen Lebensraum für

Insekten, den sie in der Stadt nur noch selten

vorfi nden. Und nicht zuletzt macht der Anblick

von Grün auch den Wohn- und Arbeitsraum für

die Menschen in der Stadt attraktiver.

| OBEN | Der Entwurf von

Christian Raehse zeigt, wie das Dach des

Finanzamtes einmal aussehen könnte.

Christian Raehse sucht Kontakt zu Unternehmen und Einrichtungen, die eine Dachbegrünung wünschen

oder sich für ein Carsharing-Projekt mit Elektroautos einsetzen möchten. Telefon: 0160 99137413, E-Mail:

christian.raehse@freenet.de

alverde 02/2012

41


alverde 02/2012

42

MANNHEIM MANNHEIM

Kleiderkammer der

Caritas hilft

| OBEN | In der Kleiderkammer helfen Ehrenamtliche dabei, Bedürftige mit

Kleidung zu versorgen.

Am Morgen einen frischen Pullover anzuziehen, ist für die meisten

Menschen in Deutschland alltäglich. Für einen Obdachlosen ist es ein

seltener Luxus. Auch Sozialhilfe-Empfängern und Asylbewerbern fehlt

oft das Geld für eine Grundausstattung. Ihnen hilft die Kleiderkammer

in der Tagesstätte für Wohnungslose der Caritas in Mannheim. Eine

Arbeitserzieherin und ehrenamtliche Helfer geben hier an Wochentagen

vormittags von 10 bis 11 Uhr Kleiderspenden aus der Bevölkerung

an Obdachlose weiter. An zwei Nachmittagen von 14 bis 15 Uhr können

sich hier auch andere Bedürftige einkleiden – mittwochs Frauen,

donnerstags Männer. „Besonders groß ist aber die Nachfrage nach

Kinderkleidung“, sagt Projektmitarbeiter Markus Lehmann von der

Caritas. In der Kleiderkammer gibt es auch Bettwäsche, Schuhe, Brillen

und Hygieneartikel. „Viele Menschen sind von Kleiderspenden abhängig“,

sagt Markus Lehmann. „Deshalb versuchen wir, durch Aufklärung

der Bürger immer neue Spender zu werben und das Angebot auch bei

Bedürftigen bekannter zu machen“, sagt Markus Lehmann.

www.caritas-mannheim.de/39571.html

Die Kleiderkammer der Caritas nimmt gut erhaltene Kleider,

Bettwäsche und Hygieneartikel als Spende an und sucht

immer ehrenamtliche Helfer. Kontakt in der Tagesstätte für

Wohnungslose, D 6, 7 in Mannheim bei Markus Lehmann und

Barbara Stehmann, Telefon: 0621 1783742, E-Mail: wlh-tagesstaette@

caritas-mannheim.de

Gemeinsam gestalten wir die Zukunft. Nachhaltigkeitsprojekte aus Ihrer Region: informieren und mitmachen!

Orientierung für

Zuwanderer

In Mannheim leben Menschen aus

mehr als 160 Nationen. Bemü -

hungen um Integration sind daher

von großer Bedeutung. Das „Familien- und Bildungszentrum“ (fabiz)

ist ein Ansprechpartner und Berater für das Th ema Zuwanderung. Das

fabiz unterstützt Bürger aus anderen Ländern, in ihrer neuen Heimat

den Anschluss zu fi nden. Die Mitarbeiter helfen zum Beispiel bei

Behördengängen oder der Arbeitssuche. Sie beraten Eltern, wenn die

Kinder Probleme in der Schule haben. Im Zentrum gibt es eine integrative

Kindertagesstätte und Hausaufgabenhilfe für Schüler. Eltern, die sich in

der Schule oder im Kindergarten ihres Kindes für den Dialog zwischen

den Kulturen einsetzen möchten, können eine Mentorenschulung absolvieren.

„Wir möchten zeigen, dass wir als Migranten oder Deutsche

mit Migrationshintergrund den Austausch suchen und für ein friedliches

Miteinander arbeiten“, sagt fabiz-Leiterin Zeynep Afsaroglu. Für interessierte

Bürger und diejenigen, die in der Integrationsarbeit tätig sind,

bietet das fabiz Seminare und Kooperation bei Projekten an. Im vergangenen

Jahr koordinierte das fabiz zum Beispiel auf dem Mannheimer

Maimarkt die Sonderschau des Gastlandes Türkei.

www.fabiz.org

Wer das Beratungsangebot des fabiz nutzen möchte, kann sich

unter Telefon: 0621 150 378 31 oder per E-Mail: beratung@fabiz.org

anmelden. Infos über Projekte des fabiz und Kontakt für gemeinsame

Projekte gibt es bei Zeynep Afsaroglu, Telefon: 0621 150 378 32,

info@fabiz.org

| OBEN | In der Kita des fabiz kommen Kinder verschiedener Nationen zusammen.

Bildnachweis: Zeynep Afsaroglu, Anja Großschmidt, Barbara Stehmann, Marcus Lehmann, Caritasverband Mannheim, Richtersbacher

MANNHEIM

Nachwuchs für die Altenpflege

Immer mehr Seniorinnen und Senioren sind auf Pfl ege angewiesen, doch

das Personal in der Altenpfl ege ist schon heute knapp. Der Caritasverband

Mannheim e. V. setzt alles daran, mehr Menschen für die Altenpfl ege zu qualifi

zieren. Der Sozialverband lädt mit seinem Projekt „Personalgewinnung

für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft“ gering qualifi zierte Jugendliche

in seine Pfl egeheime ein, um sie für eine Ausbildung in der Altenpfl ege zu

begeistern. „Es ist wichtig, auch Menschen zu fördern, die scheinbar wenige

Qualifi kationen haben“, sagt Rainer Leweling, Leiter des Projektes, das

der Europäische Sozialfonds fördert. „Altenpfl ege ist ein Zukunftsmarkt.

Wer hier eine Ausbildung macht, wird gute berufl iche Chancen haben.“

Die Jugendlichen, die am Projekt teilnehmen, werden intensiv betreut.

Mentoren führen mit ihnen regelmäßige Anleitungsgespräche und vereinbaren

Lernziele. Die Auszubildenden besuchen externe Schulungen und

machen Gruppenausfl üge, um den Teamgeist und die soziale Kompetenz

zu stärken. „Die Pfl egeheime richten sich darauf ein, auch Menschen auszubilden,

die nicht von Anfang an alle Kompetenzen mitbringen. Nur so

können sie dem Fachkräftemangel entgegenwirken“, sagt Rainer Leweling.

MANNHEIM

Vorlesespaß für Knirpse

Kinder, denen viel vorgelesen wird, bekommen Lust, später selbst zum

Buch zu greifen. Mit dem Vorlesen sollte man deshalb so früh wie möglich

beginnen. Der Verein Kinder in der Stadt – KIDS e. V. schickt in Mannheim

bunte Bücherkisten für die Allerkleinsten auf Tour durch die Kinderkrippen

| OBEN | Die (Vor.)Lese.Kiste von KIDS e. V. in Mannheim macht Lust auf mehr.

| OBEN | Eine erfüllende Tätigkeit mit guten Zukunftsperspektiven bietet eine Ausbildung

in der Altenpflege.

www.caritas-mannheim.de/67563.html

Jugendliche, die sich für eine Ausbildung in der Altenpflege oder Hauswirtschaft beim Caritasverband Mannheim e. V. interessieren, finden Kontakt

bei Rainer Leweling, Telefon: 0621 1260260, E-Mail: rainer.leweling@caritas-mannheim.de

der Stadt. Monatlich füllt der Verein seine (Vor.)Lese.Kisten mit neuen

Büchern und bringt sie in die Krippen, wo sie den Kindern vorgelesen werden.

„Jeden Monat gibt es zehn bis 15 neue Bücher für die teilnehmenden

Krippen“, sagt Projektleiterin Anja Großschmidt von KIDS e. V. Die Bücher,

die in die Kiste kommen, wählen Mannheimer Buchhändler und Pädagogen

aus. Für die Krippen ist die (Vor.)Lese.Kiste dank Sponsoren und in diesem

Jahr auch dank des dm-Fördergeldes kostenlos. Der Verein verbindet

das Kisten-Projekt seit 2010 mit einem jährlichen Kreativ-Wettbewerb

zum „Tag des Vorlesens“ am 13. November. Immer zwei Krippen entdecken

dabei ihr neuestes gemeinsames Lieblingsbuch und fertigen dazu

ein Kunstwerk an.

www.bene-mannheim.de

Kinderkrippen, die sich die (Vor.)Lese.Kiste schicken lassen wollen, oder

Unternehmen und Einzelspender, die das Angebot mit Sponsorengeldern

unterstützen wollen, finden Kontakt zu KIDS e. V. bei Anja Großschmidt,

E-Mail: vor.lese.kiste@email.de

alverde 02/2012

43


alverde 02/2012

44

MANNHEIM

Die Schule kommt zu ihren Schülern

Mehr als sieben Prozent der Schüler

verlassen jedes Jahr in Deutschland

die Schule ohne Abschluss. Sie haben danach kaum eine Chance auf eine

geregelte Arbeit, nicht selten rutschen sie in die Kriminalität ab. In

Mannheim gibt die „Mannheimer Straßenschule“ Schulabbrechern eine

Chance, doch noch einen Abschluss zu machen. Im Projekt der Anlauf-

und Notschlafstelle für Straßenkinder Freezone/StreetNight bereiten

Studierende und Ehrenamtliche die jungen Menschen auf einen Haupt-

oder Realschulabschluss vor. Das Angebot entstand in Kooperation mit

der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Das Besondere daran ist,

dass die „Straßenschule“ zu ihren Schülern geht. „Die Freezone ist ein

Ort, an dem sich die Jugendlichen wohlfühlen und an dem sie auch jederzeit

Unterstützung von den beiden Sozialarbeitern erhalten“, sagt

| RECHTS | Letzte Chance: Die „Straßenschule“ in Mannheim

hilft Schulabbrechern, einen Abschluss nachzuholen.

Wer Hilfe von der „Mannheimer Straßenschule“ braucht oder sich

ehrenamtlich engagieren möchte, findet Kontakt über Andrea Schulz,

Markus Unterländer und Ute Schnebel, Telefon 0621 1222093, E-Mail: info@

freezone-mannheim.de

Nachhaltigkeitsprojekte aus Ihrer Region: informieren und mitmachen! Gemeinsam gestalten wir die Zukunft.

Projektkoordinatorin Ute Schnebel. Das dm-Fördergeld investierte das

Projekt in Unterrichtsmaterialien. Wenn die Teilnehmer einen Abschluss

geschaff t haben, begleiten die Pädagogen und Sozialarbeiter sie weiter.

Sie trainieren mit den Jugendlichen, wie man sich bewirbt und vermitteln

Praktika für den Berufseinstieg.

www.freezone-mannheim.de

www.ph-heidelberg.de

Mehr Wohnkomfort durch frische Luft

Bewusstes Lüften sorgt für ein angenehmes Raumklima und geringere Heizkosten

Vier Personen geben pro Tag etwa zwölf Liter Feuchtigkeit in Form von Wasserdampf an

die Umgebungsluft ab. Wenn die relative Luftfeuchtigkeit in einem Wohnraum auf über

70 Prozent ansteigt, begünstigt dies die Bildung von Schimmel. Nur wenn die Bewohner

durch regelmäßiges Lüften die entstandene Feuchtigkeit hinauslassen, wirken sie dem

entgegen.

Wer mindesten zwei- bis dreimal täglich lüftet, trägt zu einem guten Raumklima

bei. Die eff ektivste Methode, um die Luft schnell auszutauschen, ist ein Lüften mit

Durchzug. Dazu macht man gegenüberliegende Fenster für etwa 10 bis 15 Minuten

weit auf. In der Heizperiode im Winter verbraucht das kurzzeitige Stoßlüften weniger

Energie als das Lüften mit kontinuierlich gekippten Fenstern. Denn nur die feuchtwarme

Luft entweicht. Die in den Wänden und Einrichtungsgegenständen gespeicherte

Wärme bleibt bestehen und sorgt dafür, dass sich die frische Luft schnell erwärmt. Das

ist wichtig, da Luft bei unter 14 bis 16 Grad Celsius weniger Feuchtigkeit aufnimmt

und sie diese als Kondensat abgibt.

Auch für Bad und Küche gibt es einen Rat: Beim Duschen oder Kochen hält man die

entsprechenden Räume geschlossen, damit die Feuchtigkeit nicht in andere Zimmer

gelangt. Die entstandene Feuchte verschwindet aus Bad und Küche am besten, wenn für

etwa fünf Minuten mit geschlossener Tür und weit geöff netem Fenster gelüftet wird.

| OBEN | Geheitze Räume wärmen sich nach dem Stoßlüften schnell

wieder auf.

Bildnachweis: Ludwig Schwinger • mauritius images/Zen Shui (S. 44), corbis/Johnny Valley/cultura (S. 45), Robert Kutschera (S. 45)

Reisen mit Zukunft

Der Trend zur Nachhaltigkeit ist auch in der Tourismusbranche angekommen.

Nachhaltig reisen – was ist das und wie funktioniert das?

| OBEN | Auf dem Bio-Hof fühlen sich nicht nur die Urlauber wohl, sondern auch die Tiere. | OBEN | Mediterranes Ambiente in Südtirol.

Nachhaltiger Tourismus soll laut den Vereinten Nationen sozial gerecht,

kulturell angepasst, ökologisch tragfähig und vor allem für die

Einheimischen wirtschaftlich ergiebig sein. Dass das Interesse an

Öko-Reise-Angeboten wächst, darauf hat sich die Tourismusbranche

eingestellt: Urlaubsregionen werben mit autofreier Mobilität, und

Bio-Herbergen bieten elektrosmogfreie Zimmer an.

Großes Angebot

Bei so viel Auswahl fällt es nicht leicht, zu prüfen, welche Angebote

tatsächlich zum Um weltschutz beitragen. Bislang gibt es kein einheitliches

Siegel als Orientierungshilfe. In Deutschland steht Viabono

für umweltorientierte Tourismusangebote. Die Auszeichnung wird

unter anderem an Hotels, Campingplätze und Vermieter von Ferienwohnungen

vergeben. Sie werden zu 40 Umweltkriterien – von der

Energieeinsparung bis zur Förderung regionaler Produkte – befragt

und stichprobenartig überprüft. Institutionen wie der World Wide

Fund for Nature (WWF), der Verkehrsclub Deutschland und die

Verbraucher Initiative informieren unter www.reisekompass-online.de

über nachhaltiges Reisen und die verschiedenen Umwelt siegel in der

Tourismusbranche. Das Forum Anders Reisen ist ein Zusammenschluss

von etwa 130 Anbietern nachhaltiger Reisen. Seine Mitglieder haben

sich verpfl ichtet, einen umfassenden Kriterienkatalog für umwelt- und

sozialverträgliches Reisen einzuhalten. Dazu gehört unter anderem,

keine Flugreisen in Zielgebiete, die weniger als 700 Kilometer entfernt

sind, anzubieten. Auch wohnen die Erholungssuchenden in landestypischen

Unterkünften.

Bayern oder die Bahamas?

Urlauber selbst können darüber hinaus ihr Reiseverhalten bewusster

gestalten. Je näher das Urlaubsziel, desto geringer sind der

Energieverbrauch und die Emissionen. Falls es Sie doch in die Ferne

zieht, sollte das Verhältnis zwischen der Entfernung zum Reiseziel

und der Reisedauer stimmen. Bei einem Wochenendtrip nach Paris

oder einer Woche Urlaub in der Dominikanischen Republik stehen die

Klimabelastungen in keiner Relation zur Reisedauer. Fragen Sie sich

vor Antritt einer Reise, ob das Flugzeug oder das Auto tatsächlich nötig

ist. Denn Bus- oder Bahnfahrten sind deutlich umweltverträglicher.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Trinkwasser, Energie, Abwasser

und Abfall ist für umweltbewusste Menschen auch im Urlaub selbstverständlich.

Buchen Sie am Urlaubsort ortsansässige Reiseführer, besuchen

Sie Geschäfte und Restaurants, die von Einheimischen geführt

werden. Denn so profi tieren auch die Menschen im Urlaubsland von

Ihrem Besuch.

| WEB-TIPP | www.reisekompass-online.de

alverde 02/2012

45

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine