KUNST-ORT NAUMBURG

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Ausstellung mit Gemälden der Düsseldorfer Malerschule und Studien-Zeichnungen von Eduard Bendemann zum Monumentalgemälde „Der Tod Abels“ von 1864 im Naumburger Schwurgericht

Mit einer Dokumentation zur Geschichte und Visionen für die Zukunft

Andreas Achenbach,

„Die alte Akademie in

Düsseldorf“, 1831,

Museum Kunstpalast Düsseldorf

Die „Düsseldorfer Malerschule“

Königlich-Preußische Kunstakademie Düsseldorf

Julius Hübner, Bildnis

Wilhelm von Schadow

(1831)

Heinrich Mücke, Bildnis

Eduard Bendemann

(1829)

Die Malerschule der Königlich-Preußischen Kunstakademie

in Düsseldorf stand seit 1826 unter der

Leitung von Wilhelm von Schadow (1788–1862), der

bis dahin in Berlin tätig war. Schadow führte die Akademie

zu weltweiter Bedeutung und schuf mit einem

intensiven Lehrer-Schüler-Verhältnis die Grundlage

für den Begriff „Düsseldorfer Malerschule“.

War die Ausrichtung der Schule zunächst dem romantisch-poetischen

Stil und vornehmlich der Historienmalerei

verpflichtet (Ältere Düsseldorfer Malerschule),

so widmete man sich in der Folge verstärkt

neuen Sujets wie dem Genre, dem Porträt und dem

Stillleben; außerdem machte sich der Einfluss einer

realistischeren Bildauffassung zunehmend bemerkbar

(Jüngere Düsseldorfer Malerschule). Aus der

Vielfalt der Bild-Gattungen sollte sich schließlich der

Ruhm der „Düsseldorfer Malerschule“ begründen,

die zur führenden Ausbildungsstätte in Deutschland

avancierte.

Zur Düsseldorfer Malerschule, der im Laufe des 19.

Jahrhunderts in einem weiten Umkreis über 4000

Künstler zuzurechnen sind, gehörten vor allem um

die Jahrhundertmitte viele internationale Maler beispielsweise

aus den USA, den skandinavischen Ländern,

Ungarn und der Schweiz. Unter den deutschen

Malern sind Andreas und Oswald Achenbach, Wilhelm

Camphausen, Johann Peter Hasenclever und

Carl Wilhelm Hübner hervorzuheben. Einige Maler,

darunter Theodor Hildebrandt, Christian Köhler und

Carl Ferdinand Sohn, hatten bereits bei Wilhelm von

Schadow in Berlin studiert und waren ihm nach Düsseldorf

gefolgt.

Eduard Bendemann (geb. 1811 in Berlin, gest. 1889 in

Düsseldorf) folgte seinem Lehrer Wilhelm von Schadow

1859 als Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie.

Durch die Heirat mit Lida Schadow (1821–1895),

Tochter des Bildhauers Johann Gottfried Schadow,

war er auch familiär mit seinem Lehrer verbunden.

Bendemann war Mitglied mehrerer Akademien, Träger

des Ordens „Pour le Mérite“ und hinterließ eine

Reihe bedeutender Malereien. Mit dem „Tod Abels“

für das Naumburger Schwurgericht schuf Bendemann

„ein programmatisches Ausnahmekunstwerk

für den öffentlichen Raum“.

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