KUNST-ORT NAUMBURG

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Ausstellung mit Gemälden der Düsseldorfer Malerschule und Studien-Zeichnungen von Eduard Bendemann zum Monumentalgemälde „Der Tod Abels“ von 1864 im Naumburger Schwurgericht

Mit einer Dokumentation zur Geschichte und Visionen für die Zukunft

„Der Tod Abels“

Im Naumburger Schwurgericht

Der Schinkelschüler Friedrich August Stüler gestaltete die Innenarchitektur

um das Monumentalgemälde „Der Tod Abels“

von Eduard Bendemann (1811–1889), Schüler und Nachfolger

von Wilhelm von Schadow (1788–1862) als Direktor der Düsseldorfer

Kunst-Akademie.

Bendemann fertigte in Düsseldorf das Gemälde „Der Tod Abels“

im Auftrag des Rheinischen Kunstvereins an. Als es 1864 im

Naumburger Schwurgericht aufgehängt wurde, erregte es ein

beispielloses Aufsehen bei der Bevölkerung.

Die Düsseldorfer Zeitung schrieb anlässlich der Einweihung:

„Die hier zahlreich durchziehenden Touristen strömen in

Schaaren in das mit großer Liberalität dem Publikum geöffnete

Gebäude.“

Die Programmatik des Monumentalgemäldes entspricht der

Funktion des Gebäudes. Es stellt das Motiv des ersten Verbrechens

der Menschheitsgeschichte in den Mittelpunkt: der Mord

Kains an seinem Bruder Abel und das Gerichtsurteil Gottes, das

Strafe und Gnade zugleich bedeutet. Ziel war es, „durch ein monumentales

Bildwerk auf das Volk, auf alle beim Schwurgericht

verkehrenden und verhandelnden Personen, insbesondere die

Verbrecher, möglichst belehrend, warnend und rettend einzuwirken“

wie es 1866 im Düsseldorfer Anzeiger hieß.

„Der Tod Abels“ stellt ein unvergleichliches Zeugnis der Düsseldorfer

Malerschule dar, weil es sich als einziges wandgestaltendes

Monumentalgemälde noch am ursprünglichen Ort

befindet. Es ist eines der herausragenden Kunstwerke der Saale-Unstrut-Region!

Der Ausstellung „Naumburg und die Düsseldorfer Malerschule“

gelingt es, das Gemälde Bendemanns zum ersten Mal als eines

der herausragenden Kunstwerke der Saale-Unstrut-Region

im Kontext der Düsseldorfer Malerschule zu präsentieren und

gleichzeitig die Bedeutung Naumburgs als preußischen Gerichtsstandort

herauszuarbeiten. Die Stadt bildete einen wichtigen

Bezugspunkt zwischen Berlin und Düsseldorf als Verwaltungssitz

der preußischen Rheinprovinz.

Im Naumburger Schwurgericht trifft die Berliner Architekturtradition

auf die Düsseldorfer Malerschule.

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