Satzung über die örtlichen Bauvorschriften - Bauen-in-freudenstadt.de

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Satzung

über die örtlichen Bauvorschriften für das Gebiet des Bebauungsplanes

„Kohlstädter Hart“

und Änderung Bebauungsplan „Karl-von-Hahn-Straße“

in Freudenstadt

Nach § 74 Landesbauordnung für Baden-Württemberg (LBO), zuletzt geändert durch Gesetz

vom 19.12.2000 (GBL S. 760, 761, in Kraft seit 01.02.2001) i. V. m. § 9 Abs. 4 Baugesetzbuch

(BauGB) i.d.F. der Bekanntmachung vom 27.08.1997 (BGBl. I S. 2141, ber. BGBl.

1998 I S. 137), zuletzt geändert durch Art. 3 Zehntes Euro-Einführungsgesetz vom

15.12.2001 (BGBl. I S. 3762) und § 4 der Gemeindeordnung für Baden-Württemberg

(GemO) i.d.F. vom 24.07.2000 (GBl. S. 582, ber. S. 698), geändert durch Gesetz vom

19.12.2000 (GBl. S. 745) hat der GR der Stadt Freudenstadt in öffentlicher Sitzung am 18.

02. 2003 folgende örtliche Bauvorschriften als Satzung beschlossen:

§ 1

Äußere Gestaltung baulicher Anlagen

§ 74 Abs. 1 Nr. 1 LBO

Bauliche Anlagen sind so zu gestalten, dass sie nach Form, Maßstab, Werkstoff, Farbe und

Verhältnis der Baumasse und der Bauteile zueinander nicht verunstaltend wirken.

§ 2

Dachform und Dachneigung

§ 74 Abs. 1 Nr. 1 LBO

Siehe Einschrieb in den zeichnerischen Festsetzungen.

Es sind Satteldächer und Zeltdächer entsprechend den Festsetzungen im Bebauungsplan

zulässig. Dachneigung siehe Planeinschrieb. Im Bereich des Gemeindezentrums sind Zelt -

und Flachdächer zulässig, Dachneigung siehe Planeinschrieb. Garagen und Carports in den

Baufenstern der Hausgruppen Nrn. 18-26, 76-80, 107-110, 121-123, 129-133, 149-152, 155-

160 und 163-165 sind mit Pult- oder Satteldach in gleicher Neigung wie die Wohngebäude

zu errichten. Alle sonstigen Garagen und Carports im WA sind mit Flachdach zu errichten.

§ 3

Dachdeckung

§ 74 Abs. 1 Nr. 1 LBO

Sattel-, Zelt- und Pultdächer sind nur mit Ziegeleindeckung (Tonziegel) und Betondachsteine

zulässig. Die Dachdeckung ist nur in rotem, rotbraunem und braunem Farbton zulässig.

Abweichend hiervon sind Solar- und Fotovoltaikanlagen auf den Sattel-, Zelt- und

Pultdächern zulässig. Die Flachdächer im Bereich des Gemeindezentrums und die

Flachdächer der Garagen und Carports sind zu begrünen. Tiefgaragen sind erdüberdeckt

und begrünt auszuführen.

§ 4

Dachaufbauten / Dacheinschnitte

§ 74 Abs. 1 Nr. 1 LBO

(1) Dachaufbauten sind zulässig. Die Länge der Dachaufbauten darf maximal zwei Drittel der

Gebäudelänge betragen. Bei Satteldächern muss der Abstand der Dachaufbauten von der

Giebelwand mindestens 2, 00 m betragen. Der Abstand der Dachaufbauten von der Traufe


(Dachrand) und vom First muss mindestens 1, 00 m betragen. Bei Zeltdächern muss der

Abstand zum Grat, zur Traufe und zum Firstpunkt mindestens 1,00m betragen.

(2) Dacheinschnitte sind unzulässig.

§ 5

Fassadengestaltung

§ 74 Abs. 1 Nr. 1 LBO

Material: Putz, Holz

Farbe: Es sind nur unauffällige, gedeckte Farben mit gleichen Farbwerten zulässig.

Fassadenbegrünung:

Fassaden von Garagen und Wohnhäusern, hier insbesondere die Nordseite, sind

aus Gründen der Energieeinsparung mit dauerhaften Schlingern an Rankgerüsten

und selbsthaftenden Kletterpflanzen zu begrünen.

Pflanzliste:

Selbstklimmer:

Hedera helix

Parthenocissus tricuspidata 'Veitchii'

Hydrangea petiolaris

Schlinger:

Clematis Arten und Sorten

Lonicera

Efeu

Wilder Wein

Kletterhortensie

Waldrebe

Jelängerjelieber

§ 6

Werbeanlagen und Automaten

§ 74 Abs. 1 Nr. 2 LBO

Werbeanlagen und Automaten sind nur als Ausnahme zulässig, wobei die Größe der

Werbeanlagen 0,5 qm nicht überschreiten darf.

§ 7

Gestaltung und Nutzung der unbebauten Flächen

§ 74 Abs. 1 Nr. 3 LBO

(1) Befestigte Flächen und Stellplätze:

Stellplätze, Abstell- und Lagerflächen sind grundsätzlich wasserdurchlässig zu befestigen.

Als Materialien können Pflasterflächen mit Splitt- oder Rasenfugen, Schotterrasen oder

wassergebundene Decken gewählt werden, sofern andere Rechtsvorschriften dem nicht

entgegenstehen. Die Flächen sind auf das notwendige Maß zu beschränken. Die befestigte

Vorgartenfläche zwischen Straße und Baugrenze darf maximal 30% betragen und ist mit

wasserdurchlässigem Material auszuführen. Der Rest der Fläche ist gärtnerisch anzulegen

und zu unterhalten.

(2) Private Grünflächen:

Im Gebiet des Bebauungsplanes sind die nicht überbaubaren Grundstücksflächen als

Grünflächen, Wiesenflächen oder gärtnerisch angelegt zu unterhalten. Es sind heimische

Bäume und Sträucher entsprechend den Einzeichnungen in den zeichnerischen

Festsetzungen des Bebauungsplans und den Pflanzlisten/Pflanzgeboten entsprechend den

textlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes zu pflanzen. Entlang der Straßenfront ist ein

Abstand von mindestens 0,50 m von allem Bewuchs über 0,60 m freizuhalten.

Bepflanzungen sind auf diese Höhe zurück zu schneiden. Im Bereich der Wendeplatten ist

ein Abstand von 1,00 m von allem Bewuchs über 0,20 m freizuhalten. Bepflanzungen sind

auf diese Höhe zurück zu schneiden. Zur Charakterisierung des Hauseinganges und zur


verstärkten Durchgrünung des Gebietes wird unabhängig von den Pflanzgeboten das

Anpflanzen eines Hausbaumes vorgeschlagen, siehe auch Pflanzgebot 1 der textlichen

Festsetzungen zum Bebauungsplan.

(3) Öffentliche Grünflächen:

Zur harmonischen Einbindung des Ortsrandes in die Landschaft sind freiwachsende

Heckenstrukturen vorgelagert. Hier bestimmen Wildgehölzpflanzungen und extensiv

gepflegte Wiesen mit Obstbäumen das Bild. Es sind heimische Bäume und Sträucher

entsprechend den Einzeichnungen in den zeichnerischen Festsetzungen des

Bebauungsplans und den Pflanzlisten/Pflanzgeboten entsprechend den textlichen

Festsetzungen des Bebauungsplanes zu pflanzen. Spielmöglichkeiten entlang der

Wegeverbindung sowie Sitzbänke sind vorgesehen. Die Pflege der öffentlichen Wiesen

innerhalb des Baugebietes erfolgt extensiv mit 2 x Mahd im Jahr und Abräumen des

Mähgutes. Kinderspielplätze und Sportflächen sind davon nicht betroffen. Die Wege sind als

wassergebundene Decken auszuführen.

§ 8

Einfriedigungen

§ 74 Abs. 1 Nr. 3 LBO

(1) Zulässig sind senkrechte Holzlattenzäune auch mit Natursteinpfeilern bis 0,80 m Höhe,

sowie geschnittene Hecken aus Pflanzen der Pflanzenliste 4 der textlichen Festsetzungen

des Bebauungsplans. Bei Einfriedigungen (Zäunen, Mauern und Hecken) entlang der Straßenfront

der Grundstücke ist ein Abstand zum Straßenrand von mindestens 0,50 m einzuhalten.

Im Bereich der Wendeplatten ist mit Einfriedigungen ein Abstand von mindestens

1,00 m einzuhalten.

(2) Im Bereich der Geschosswohnungsbauten (Gebäudegruppe Nrn. 81-88, 97-104, 111-

118, 95 + 96 und 105 + 106) sind in den inneren, der Straßenseite abgewandten

Grünbereiche keine Einfriedigungen zulässig.

(3) An Grundstücksgrenzen, die an die offenen Wassergräben/Wassermulden angrenzen,

sind Zäune und andere bauliche Einfriedigungen, sowie geschlossene Strauchpflanzungen

unzulässig. Die Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern ist beidseitig bis 2,00 m ab Graben-/Muldensole

unzulässig. Alle Anpflanzungen, Begrünungen und sonstige Maßnahmen

dürfen das Graben-/Muldenprofil in seiner Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigen. Ausnahmen

bedürfen der Genehmigung.

(5) Andere Arten und Höhen von Einfriedigungen können im Einvernehmen mit der Baugenehmigungsbehörde

zugelassen werden. Die Anlagen sind in den jeweiligen Bauanträgen

darzustellen und zu beschreiben.

§ 9

Geländeveränderungen

§ 74 Abs. 3 Nr. 1 LBO

Zur Vermeidung von überschüssigem Bodenaushub ist die Höhenlage der Grundstücke zu

erhalten. Ausnahmen können in Absprache mit der Baurechtsbehörde zugelassen werden.

Eine Ausnahme wird in Aussicht gestellt, soweit Aufschüttungen oder Abgrabungen die Höhe

des natürlichen Geländes um nicht mehr als 1,00 m verändern.

§ 10

Außenantennen

§ 74 Abs. 1 Nr. 4 LBO


Pro Gebäude ist nur 1 Außenantenne zulässig. Antennen (herkömmlicher Art und Parabolspiegel)

sind in ihrer Höhenlage so anzubringen, dass keine Fernwirkung entsteht.

§ 11

Leitungen / Versorgungsanlagen

§ 74 Abs. 1 Nr. 5 LBO

Sämtliche Leitungen für Elektrizitäts- und Fernmeldeversorgung sind im gesamten Bereich

unterirdisch zu verlegen. Der Grundstückseigentümer hat die Errichtung, den Betrieb und die

Unterhaltung von Versorgungseinrichtungen, Beleuchtung sowie Verkehrs- und Hinweiszeichen

auf seinem Grundstück entlang der Straßenfront bis auf eine Tiefe von 0,50 m vom

Straßenrand kostenfrei zu dulden.

§ 12

Anlagen zum Sammeln, Verwenden oder Versickern von Niederschlagswasser

oder zum Verwenden von Brauchwasser

§ 74 Abs. 3 Nr. 2 LBO

(1) Das anfallende Dachwasser der Gebäude ist in offene Wassergräben zu leiten und darf

nicht an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen werden. Die Wassergräben sind, soweit

dies die topographischen Verhältnisse zulassen, als offene Mulde mit wechselnder

Querschnittsfläche auszubilden. Wo dies nicht möglich ist, können Teilabschnitte

entsprechend der Entwässerungsplanung verdolt werden.

(2) Die Unterhaltung und Pflege der Gräben obliegt im privaten Grundstücksbereich den Anliegern.

Die Anlieger sind verpflichtet, die Wassergräben zu unterhalten (freihalten von Ästen,

Laub, Unrat etc) und regelmäßig auf Funktionsfähigkeit zu prüfen.

(3) Es wird empfohlen das anfallende Dachwasser in einer Zisterne zu sammeln. Die Nutzung

des Wassers kann z. B. zur Gartenbewässerung, aber auch mit getrennten Hauswasserkreisläufen

zur Toilettenspülung genutzt werden.

§ 13

Räumlicher Geltungsbereich

§ 74 Abs. 6 LBO i. V. m. § 9 Abs. 7 BauGB

Für den räumlichen Geltungsbereich dieser Satzung ist der Bebauungsplan „Kohlstädter

Hart“ und Änderung Bebauungsplan „Karl-von-Hahn-Straße“, zeichnerische Festsetzungen,

in der Fassung vom 04.02.2003 maßgebend.

§ 13

Ordnungswidrigkeiten

§ 75 Abs. 3 Nr. 2 u. Abs. 4 LBO

Ordnungswidrig handelt, wer den örtlichen Bauvorschriften dieser Satzung vorsätzlich oder

fahrlässig zuwiderhandelt. Zuwiderhandlungen gegen die örtlichen Bauvorschriften können

gem. § 75 Abs. 3 Nr. 2 und Abs. 4 LBO als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu

51.130 € geahndet werden.

§ 14

Inkrafttreten

§ 74 Abs. 6 LBO i.V.m. § 10 Abs. 3 BauGB

Diese Satzung tritt mit ihrer ortsüblichen Bekanntmachung in Kraft.


Freudenstadt, den 24. 02. 2003

gez. Gerhard Link

Bürgermeister

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