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12·2010

55. Jahrgang

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19065

Elektrische Automatisierung + Antriebstechnik

Interview

Karl C. Caselitz, Rittal

Mit Fachwissen lösen

Interview

Jürgen Weinhofer, Rockwell

Im Vergleich

Messenachschau

SPS/IPC/Drives 2010

Eine Messe rockt

DC-Motoren erwecken

Roboter zum Leben

Ohne

Bewegung

läuft nichts

Bildquelle: Maxon

PRAXIS

Sonderanwendungen

IEE ·

1


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Die Weltstandards der Elektrotechnik kommen zusammen.

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und Port folios ergänzen sich ideal: In allen IECkon

for men Märkten sind Komponenten von Moeller

erste Wahl – in der UL/CSA-Welt ist Eaton führend.

Und beide Unternehmen unterstützen ihre Kunden seit

Generationen darin, Energie so sicher, effizient und

umweltschonend wie möglich nutzen zu können – auch

dies verbindet. Freuen Sie sich also auf den neuen,

alten Partner, der das Beste aus beiden Technikwelten

bietet – aus einer Hand, weltweit.


EDITORIAL

„„Die Presse muss

die Freiheit haben,

alles zu sagen, damit

gewisse Leute

nicht die Freiheit

haben, alles zu

tun.“ Stewart Alsop

(1914 - 1974),

amerik. Journalist

Menschen sind in

der Lage, an die

Grenzen des

Machbaren zu gehen.

Doch wenn

das Machbare außer

Kontrolle gerät,

ist unsere

Existenz in Gefahr.


Hat der alte Hexenmeister

sich

doch einmal wegbegeben!

Und nun sollen

seine Geister auch

nach meinem Willen

leben.

Bald mehr als

ein Wikileaks

Nicht nur ein Wikileaks, sondern Tausende hatte sich

Wikileaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg gewünscht.

Es sieht so aus, als würden er und andere an dieser Vision

arbeiten. Denn das Projekt Wikileaks könnte bald Gesellschaft

bekommen. Warum sollte nicht künftig jeder die

Möglichkeit haben, anonym spezielle Dokumente und Informationen

zu veröffentlichen.

Starker Tobak, aber eigentlich nichts anderes als ein

Stück Pressefreiheit.

Wikileaks hatte seine beiden letzten Veröffentlichungen

über Afghanistan und Irak gemeinsam mit großen Medienhäusern

wie dem britischen Guardian oder dem deutschen

Spiegel geplant. Um möglichst vielen einen Zugang

zu dem komplexen Material zu ermöglichen, brauche es

die klassischen Medien, hieß es.

Aber mal ehrlich: Neben Netzseiten betätigen sich doch

auch die traditionelle Medien nach wie vor als Sprachrohr

von Geheimnisträgern. Allerdings erlaubt es die Gesetzeslage

in vielen Ländern nicht mehr, für Anonymität und Sicherheit

der Quellen ausreichend Sorge zu tragen. Möglicherweise

ändert sich das hier zu Lande ein wenig, denn

das Bundesjustizministerium arbeitet derzeit an einem

'Gesetz zur Stärkung der Pressefreiheit'.

Wie alles hat auch diese Geschichte zwei Seiten. Seit es

das World Wide Web gibt, ist es schwierig den Datenfluss

zu steuern. Jeder kann Informationen, ob gut recherchiert

und nachweisbar oder diffamierend, in die Welt tragen.

Wenn er geschickt ist, auch anonym.

Und es drängt sich mir frei nach der Ballade von Johann

Wolfgang von Goethes Zauberlehrling der Ausruf auf:

„Die ich rief, die Geister, werd’ ich nun nicht los.“

Der Zauberlehrling hat noch mal Glück gehabt. Aber

heute gibt es viele Zauberlehrlinge. Wer wird die Besen der

modernen Kommunikation dereinst in die Ecke befehlen?

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INHALT IEE 12/2010

[16] [34]


Amerika, Deutschland

und die Welt

Die IEE sprach mit Dr. Jürgen Weinhofer von

Rockwell Automation über den globalen Automatisierungsmarkt

und seine Eigenheiten.

Spielend trainieren

Eine neue Art der Roboterprogrammierung

ist stark an die Wii-Steuerung der Spielkonsole

von Nintendo angelehnt.


MÄRKTE + UNTERNEHMEN

TECHNIK

8 Rückblick SPS/IPC/Drives 2010 Leitebene

Eine Messe rockt

10 Stimmungsbarometer

SPS/IPC/ Drives

Das Beste zum Schluss

29 Produkte

16 Interview: Dr. Jürgen Weinhofer,

Director bei Rockwell Automation

Amerika, Deutschland und die Welt

22 Interview: Karl Christoph Case litz,

Geschäftsführer bei Rittal

Prozessebene

Fachwissen und Lösungskompetenz

37 Produkte

TITEL

Roboter verwenden eisenlose

und rastmomentfreie

Gleichstrommotoren,

um sich effizient

und präzise zu bewegen.

[42]

4 IEE • 12-2010

26 Hochfrequente Datenströme in

re lationalen Datenbanksystemen

Die Datenflut meistern

30 Produktentwicklung und Prozess -

planung enger verknüpfen

Durchgeplant

34 Robotersteuerung mit

Inertialsensoren

Spielend Roboter trainieren

38 Dezentrales Bedienen und

Beob achten

Monitor oder Thin Client?

Feldebene

42 DC-Motoren erwecken Roboter

zum Leben

Ohne Bewegung läuft nichts

45 Produkte

46 Marktübersicht: Antriebsmotoren

Seit Jahrhunderten bewährt

50 Drehgeber mit Funktionaler

Sicherheit

Einen Geber einsparen


[8]


Eine Messe rockt

52 028 Fachbesucher informierten sich an

den drei Tagen der SPS/IPC/Drives 2010.


Unentbehrliche Helfer

Was hat ein Kaffeevollautomat mit einem

Flugzeug gemeinsam? In beiden sorgen

elektronische Regelkreise dafür, dass das

Objekt macht, was sein Bediener will.

[52]

PRAXIS

Automatisierung in

Sonderanwendungen

52 Es regiert die Automatisierung

im Alltag

Unentbehrliche Helfer

55 Produkte

56 Antriebstechnik für Snowboard-

Anlage

Boarden mit Drive

59 Produkte

60 Wegmessung am norwegischen

Fjord

Der Fels bewegt sich

63 Produkte

RUBRIKEN

3 Editorial

6 Top Five

7 Märkte + Unternehmen

64 Impressum

65 Medien für Techniker

66 Vorschau

66 Firmenverzeichnis

Technik im

Gardemaß

Robuste Gehäuse-Systeme

zum Schutz Ihrer Elektronik

Leserservice infoDIRECT:

Zusätzliche Informationen zu einem Thema

erhalten Sie über unseren infoDIRECT-Service.

Und so funktioniert’s:

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unter jedem Artikel steht

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MÄRKTE + UNTERNEHMEN Top Five

TOP

5

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und Produkte von unserer Internetseite www.iee-online.de.

Unsere Leser haben diese Inhalte in den letzten vier Wochen am häufigsten

gelesen. Interessieren Sie sich für spezielle Informationen, gehen Sie auf

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1999. Um immer auf dem Laufenden zu sein, abonnieren Sie am besten

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ARTIKEL

1

Fernwirken auf Basis von GPRS

776iee1110

Emation

2

Berührungslose Temperaturmessung beim

Funktionstest von bestückten Leiteplatten

757iee1110

Optris

3

Bildverarbeitungskomponenten

und -anlagen aus einer Hand

759iee1110

Omron

4

5

Überwachung und Bewertung

von Antriebsregelungen

753iee1110

Sichere Medikamentenversorgung

751iee0710

TU Chemnitz

Lenze

NEWS

1

Leoni setzt Aufwärtstrend fort

923iee1110

Leoni

2

3

BMW und VW sind PNO-Mitglieder

902iee1210

Neuer Geschäftsführer bei Weidmüller

906iee1210

PNO

Weidmüller

PRODUKTE

1

Wasserkühler Superplate

709iee1110

Contrinex

4

5

2

3

R. Stahl übernimmt langjährigen Vertriebspartner

in Österreich

903iee1110

R. Stahl

Fabrik vom digitalen Reißbrett könnte bis zu 70 %

der Planungsfehler vermeiden

924iee1110

Universität Kassel

Kleinspindel-Antrieb

368iee1110

Schrittmotortreiber

370iee1110

Baumeister

Mechapro

4

5

CAD-Software

651iee1110

Ethernet-Controller

500iee1110

Zuken

Hesch

6 IEE • 12-2010


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Aktuell

MES-Marktspiegel

Orientierung für Softwaresuchende

Einen schnellen Überblick über den MES-Software-Markt

und grundlegende Informationen

über die aktuellen Angebote bietet der von

Fraunhofer IPA und dem Unternehmen Trovarit

gemeinsam herausgegebene 'Marktspiegel MES

– Fertigungssteuerung 2010/2011'. Im einführenden

Teil wird nach einer Begriffsbestimmung

MES in den Aufgabenkomplex der betrieblichen

Planung und Steuerung eingeordnet. Es folgen

Auswertungen zum Funktionsangebot der untersuchten

MES-Lösungen sowie die Vorstellung einer

Methodik zur sicheren und effizienten Auswahl

und Einführung von MES-Lösungen, als

konkrete Hilfestellungen für die Durchführung

von Projekten. Abschließend gibt der Marktspiegel

einen Überblick über die 70 Anbieter und deren

Software-Angebot. Grundlage des Marktspiegels

ist ein Aufgabenmodell für MES, aus

dem ein standardisierter Fragenkatalog entwickelt

wurde. Hiermit lassen sich die verschiedenen

im Marktspiegel abgebildeten Softwarelösungen

übersichtlich und detailliert darstellen

und vergleichen. Gleichzeitig dient der Fragenkatalog

als Vorlage für die Erstellung von Lastenheften

im Rahmen konkreter Auswahlprojekte.

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903iee1210

WICHTIGE

INFORMATION:

WIE WERDEN IHRE MASCHINEN DIE NEUE EUROPÄISCHE

MASCHINENRICHTLINIE ERFÜLLEN?

Bildquelle: PTC

FDT Group und CLPA kooperieren

Kommunikative Zusammenarbeit

Die CC-Link Partner Association (CLPA) und die

FDT Group haben einen Kooperationsvertrag geschlossen,

um die FDT-Technologie als internationalen

Standard weiter zu fördern. Im Rahmen

dieser Vereinbarung wird die CLPA die Entwicklung

einer Erweiterung zum Protokoll des FDT-

Standards unterstützen, um dieses für die CC-

Link-Netzwerkfamilie einschließlich dem CC-

Link IE Field Gigabit Industrial Ethernet zu öffnen.

Die Beteiligung der CLPA ist, aufgrund ihrer Vorrangstellung

auf dem asiatischen Markt, von

großer Bedeutung für die Verbreitung der FDT-

Technologie. Steve Jones, European General Manager

der CLPA: „Wir stellen zunehmend fest,

PTC, Anbieter von Product-Lifecycle-Management-(PLM)-Lösungen,

mit Stammsitz in den

USA verbucht einen Umsatz von 1,01 Mrd. US-

Dollar. Die Umsatzrendite beläuft sich auf

15,6 %. Für das Geschäftsjahr 2011 gibt das Unternehmen

ein Umsatzziel zwischen 1,11 und

1,13 Mrd. US-Dollar aus. Dies entspricht einem

Wachstum zwischen 10 und 12 %. Für den Li-

dass die Anwender allgemeine Werkzeuge fordern,

die ihnen die einfache Integration intelligenter

Feldgeräte und den Zugriff darauf ermöglichen.

Die Einführung der herstellerübergreifenden

Umgebung von FDT bietet genau das. Darüber

hinaus können wir dadurch die CC-Link-

Netzwerke mit neuen Funktionalitäten für den

Anwender ausstatten.“ Zusätzlich zu CC-Link

unterstützt FDT mehr als 13 Netzwerkprotokolle,

wie zum Beispiel Hart, Profibus, Foundation

Fieldbus, Devicenet, Interbus und AS-Interface.

infoDIRECT

PTC schließt Geschäftsjahr 2010 ab

10 bis 12 % Wachstum für 2011 geplant

„Der Lizenzumsatz

im PLM-Geschäft ist

2010 um 73 % angestiegen.

Für 2011 erwarten

wir hier über

40 % Wachstum“,

kommentiert James

E. Heppelmann, CEO

und Präsident bei

PTC.

infoDIRECT

910iee1210

zenzumsatz avisiert das Unternehmen ein

Wachstumsziel von 20 bis 30 % im Vorjahresvergleich.

Die Umsatzrendite soll zwischen 17 und

18 % liegen. Das Softwareunternehmen schließt

das Geschäftsjahr schuldenfrei und mit einem

Barbestand von rund 250 Mio. US-Dollar ab. Dabei

wurden 19 % des Umsatzes in Forschung

und Entwicklung reinvestiert. Im Auftaktquartal

von 2011 will PTC einen Umsatz von 255 bis

265 Mio. US-Dollar erzielen. James E. Heppelmann,

CEO und Präsident bei PTC, kommentiert:

„Der Lizenzumsatz im PLM-Geschäft ist 2010

um 73 % angestiegen. Für 2011 erwarten hier

wir über 40 % Wachstum. Wir haben inzwischen

19 Domino-Kunden gewonnen und gehen davon

aus, dass wir bis Ende 2011 insgesamt 30 dieser

strategischen Großkunden haben.“

911iee1210

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EN ISO 13849-1

Sind Sie Konstrukteur oder Hersteller von

Maschinen und haben Sie bisher die Norm

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MÄRKTE + UNTERNEHMEN SPS Nachbericht

Bildquelle: alle Bilder Redaktion IEE

Rückblick SPS/IPC/Drives 2010

Eine Messe rockt

52 028 ist eine Zahl, die sich sehen lassen kann. Gemeint sind nicht etwa 52 028 Fans

einer Rockgruppe, sondern 52 028 Fachbesucher bei einer dreitägigen Messe für elektrische

Automatisierung, Systeme und Komponenten. Die Messe rockt, würde die

Boulevardpresse ausrufen.


Das Beste kommt zum Schluss – zum Ende des sehr bewegten

Jahres schwang sich die SPS/IPC/Drives 2010 zum Jahreshöhepunkt

für die elektrische Automatisierung auf. An drei Tagen

zeigte die Branche der Automatisierer ihre Leistungsfähigkeit

und ihren Optimismus, mit denen sie die positiven Konjunkturdaten

für sich nutzen will. “Man sah und spürte förmlich, wie

Anbieter und Anwender gemeinsam nach der besten Lösung suchen.

In den Hallen herrschte Aufbruchstimmung”, so Johann

Die Automation ist

aus dem Konjunkturtal

heraus und

steht davor, das Niveau

von 2008 zu

erreichen.

Roland Bent, ZVEI-

Fachverband Automation

Thoma, Geschäftsführer der Mesago

Messemanagement. Auch der parallel zur

Messe stattfindende Kongress verzeichnete

mit 302 Teilnehmern ein größeres Interesse.

Auch aus dem Ausland fanden

mehr Besucher den Weg nach Nürnberg.

Kamen 2009 noch 7 555 nach Nürnberg,

informierten sich diesmal 10 147 mögliche

internationale Kunden über das Angebot

der 13 23 Aussteller.

Das hohe Lied des Lobes

Steffen Franz von Zhafir Plastics Machinery: „Unser gesamtes

Entwicklungsteam ist hier über die Tage verstreut.” Auch Michael

Friedl von ATEF Euringer & Friedl aus Vohburg zeigte sich begeistert:

“Wir haben im Laufe des Vormittags ein ganzes Konzept

über den Haufen geworfen, weil hier neue Sachen sind, die uns

die Arbeit erleichtern.” So war es nur natürlich, dass die Aussteller

ins Loblied einstimmten. Heinz Eisenbeiss von Siemens Industry

Automation: “Als Fazit können wir heute am letzten Messetag

sagen, dass die Qualität und Quantität der Fachgespräche am

Messestand auch für uns einen neuen Höhepunkt erreicht hat.”

Jerome Stocker, Vice President Marketing, Balluff: “Die umfassende

Präsentation des gesamten Automatisierungsspektrums

komprimiert an drei Tagen begeistert uns jedes Mal aufs Neue.

Unser Stand war die ganze Zeit sehr gut besucht. Die Gespräche

hatten Substanz und versprechen Nachhaltigkeit, was uns zeigt,

dass wir uns im Aufschwung befinden.” Frank Michel, Marketing

Communication Manager von Schneider Electric, stellte das

zentrale Thema der Messe heraus: “Die vielen interessanten Gespräche

zur Energieeffizienz durch Automatisierung und zu

kompletten Systemlösungen spiegeln die strategische Ausrichtung

des Marktes wieder und bieten interessante Perspektiven

für die Zukunft.”

Wechsel im Vorsitz des Ausstellerbeirats

Im Rahmen der Messe wurde auch der Wechsel im Vorsitz des

Ausstellerbeirates vollzogen. Nach 12 erfolgreichen Jahren als

Vorsitzender des Ausstellerbeirats der SPS/IPC/Drives übergab

Wolfgang Tondasch den Staffelstab an Dr. Peter Adolphs, Geschäftsführer

von Pepperl+Fuchs. Dr. Adolphs ist bereits seit

1999 Mitglied im Ausstellerbeirat. Herr Tondasch zieht sich aus

dem aktiven Berufsleben zurück. Die Kontinuität und hohe Qualität

in der Zusammenarbeit zwischen der Mesago Messe Management

und dem Ausstellerbeirat soll bei diesem Wechsel im

Vorsitz gewährleistet bleiben.

Autor

Harald Wollstadt

ist Chefredakteur der IEE.

infoDIRECT

www.iee-online.de

Link zur Messe


771iee1210

8 IEE • 12-2010


MÄRKTE + UNTERNEHMEN SPS Nachbericht

IEE • 12-2010 9


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Stimmungsbarometer SPS

Interessierte Besucher

bevölkerten

die Stände der

Messeaussteller

und brachten Fragen

rund um die

Technik und neue

Projekte mit.

Bidquelle: Mesago Pressebild/Thomas Geiger

Stimmungsbarometer SPS/IPC/Drives

Das Beste zum Schluss

Zum Ende des bewegten Jahres 2010 zeigte das Stimmungsbarometer SPS/IPC/Drives

Siedetemperaturen. Die Anbieter der Automatisierungstechnik haben ihre Hausaufgaben

gemacht und fungieren wieder als Wirtschaftmotor. Das K-Wort ist Geschichte

und der etwas unerwartete positive Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft gleicht einem

stabilen, wenngleich noch flachen Wachstumspfad.

Die Gesichter der Verantwortlichen

der SPS/IPC/Drives wirkten

bereits zur Halbzeit der Messe

recht entspannt, denn es zeichnete sich

eine hohe Besucherzahl ab. Und am Morgen

des letzten Messetages sickerte die

Nachricht eines neuen Besucherekordes

durch. Und so ist es nicht verwunderlich,

dass sich Roland Bent, Vorstandsmitglied

des ZVEI-Fachverbands Automation, auf

der Messe-Pressekonferenz zu diesem

Eingangsstatement hinreissen ließ: „Die

Automation ist aus dem Konjunkturtal

heraus und kurz davor, das Niveau von

2008 wieder zu erreichen.“ Der Umsatz

deutscher Unternehmen aus dem Bereich

elektrischer Automatisierungstechnik sei

in den ersten drei Quartalen 2010 gegenüber

dem gleichen Zeitraum im Vorjahr

um fast 15 % auf 26 Mrd. € gestiegen.

Und noch bemerkenswerter: Der Auftragseingang

hat um mehr als ein Viertel

zugelegt.

Der Aufschwung in der Automatisierungstechnik

kommt weltweit gesehen

vor allem den deutschen Unternehmen zu

Gute, denn sie haben an Wettbewerbsfähigkeit

gewonnen. In den ersten drei

Quartalen 2010 verzeichneten die Unternehmen

einen Exportzuwachs von 25 %.

Deutschlands Anteil an der weltweiten

Produktion von elektrischer Automatisierungstechnik

ist auf über 11 % gewachsen.

Die Exportquote der deutschen Automationsindustrie

ist auf über 80 % gestiegen.

„Bei den Ausfuhren zeigt sich die herausragende

Rolle der Region Südost-

Asien mit über 50 % Anteil. Ungeachtet

aller Wechselkursschwankungen beobachten

wir aber auch, dass das Geschäft

mit den USA wieder an Schwung gewonnen

hat“, erläuterte Bent.

In diesem Zusammenhang wies Klaus

Helmrich, ebenfalls Vorstandsmitglied

des Fachverbands, auf den ungebroche-

10 IEE • 12-2010


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Stimmungsbarometer SPS

Bildquelle: Siemens

nen Fachkräfte- und Ingenieurmangel der

Branche hin. Einer Umfrage des ZVEI zufolge

sind Elektroingenieure die am meisten

nachgefragte Berufsgruppe. Da der

Bedarf nicht gedeckt werden kann, sei das

Durchschnittsalter der tätigen Ingenieure

in den vergangenen Jahren stetig auf nunmehr

46 Jahre angestiegen. „Von zehn aus

Altersgründen ausscheidenden Ingenieuren,

können wir zur Zeit nur acht Stellen

wieder besetzen“, verdeutlicht Bent die

Lage.

Stimmungshoch in den Hallen

In den elf Messehallen in Nürnberg präsentierten

1 323 Aussteller auf über

94 000 m 2 ihre Produkte und Dienstleistungen

für die elektrische Automatisierung.

Drei Grundthemen bestimmten die


Wir betrachten

Energieeffizienz

als umfassenden

Prozess über den

gesamten Lebenszyklus

eines Produkts.

Klaus Helmrich, CEO

der Siemens-Division

Drive Technologies

Messe auch in diesem Jahr. Neben der

Energieeffizienz waren dies die Themen

'Safety und Security' und 'Industrial Identification'.

Da die Elektrische Automatisierungstechnik

eine Grundlage für ein erfolgreiches

Energiemanagement bildet, lässt sich mit

dem konsequenten Einsatz neuer Produkte,

Systeme und Lösungen ein Energiesparpotenzial

von bis zu 25 % realisieren.

Zum Beispiel entfallen in der Industrie

zwei Drittel des Stromverbrauchs auf

Elektromotoren. Würde man die teilweise

seit Jahrzehnten laufende Altantriebe

durch moderne Antriebstechniken ersetzen,

ließen sich pro Jahr 38 Mrd. kWh

einsparen.

Unter dem Motto 'Create sustainable value'

zeigte Siemens auf der Messe, wie mit

Produkten, Systemen und Applikationen

des Hauses die Wettbewerbsfähigkeit der

Kunden nachhaltig verbessert wird. So

ließen sich die CO -Emissionen reduzieren

und kommende rechtliche Vorgaben

2

wie das anstehende EU-Gesetz zur Einführung

von Mindestwirkungsgraden bei

Industriemotoren erfüllen. Klaus Helmrich,

CEO der Siemens-Division Drive

Technologies, sagte anlässlich der Siemens-Pressekonferenz

auf der Messe in

Nürnberg: „Wir betrachten Energieeffizienz

als umfassenden Prozess über den

gesamten Lebenszyklus eines Produkts.

Dabei wird Energieeffizienz immer mehr

auch zu einem entscheidenden Faktor für

Investitionsentscheidungen.“

Mit effizienten Motoren kann man ebenfalls

Energie sparen, da diese einen

um bis zu 7 % höheren Wirkungsgrad als

Standardmotoren aufweisen. Klaus

Helmrich dazu: „Durch unsere energieeffizienten

Produkte senken wir die Produktionskosten

und sichern damit die Investitionen

unserer Kunden.“ Die weltweite

Gesetzgebung forciert diesen Prozess.

So dürfen Maschinenbauer in Europa

nach dem 16.06.2011 nur noch hocheffiziente

Motoren mit dem Mindestwirkungsgrad

IE2 in den Markt bringen,

ähnliche Richtlinien gelten in den USA

und China. Neben Motoren und Umrichtern

bietet der Nürnberger Konzern alle

wichtigen Bausteine des integrierten Antriebsstrangs

für die energieeffiziente Industrie

der Zukunft.


Statement zur SPS

Die positive Stimmung ist da!

Was halten Sie von den verlängerten Öffnungszeiten?

Gar nichts, unsere ausstellenden Firmen sind absolut unzufrieden damit.

Inwieweit entspricht die Stimmung auf der Messe den positiven Erwartungen?

Die positive Stimmung ist da. Es ist eine größere Rückkopplung als beim

letzten Mal.

Welche Messen sind neben der SPS für Sie als Aussteller relevant beziehungsweise

unverzichtbar?

Unverzichtbar ist für unseren Gemeinschaftsstand natürlich die Messe Sensor+Test.

Die Hannover Messe und eventuell kommt noch die Electronica in

Betracht. Es kommt darauf an welche Komponenten im Schwerpunkt liegen.

Wie bewerten Sie die Entwicklung der SPS von einer Messe für Antriebe

und Steuerung hin zu einer Automatisierungsmesse?

Wir kommen ja mehr von der Komponentenseite und da ist dies schwer zu

beurteilen.

Brita Pape, Presse, AMA Fachverband in Wunstorf

IEE • 12-2010 11


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Stimmungsbarometer SPS

Beckhoff Automation

investiert in die Entwicklung

und Produktion

eigener Antriebstechnik,

diese Neuigkeit

brachten Erwin

Fertig, Geschäftsführer

Fertig Motors

(links), und Hans

Beckhoff, Geschäftsführer

Beckhoff Automation,

auf die Messe

mit.

1,8 kJ ist der Dynamische Energiespeicher

DES 2.0 für viele Anwendungen geeignet.

Konstruiert für Umrichter mit Anschlussspannungen

zwischen 400 und 460 V AC,

die über einen direkten Zwischenkreisanschluss

verfügen, ist er mit jedem gängigen

Umrichtertyp einsetzbar. Dabei regelt

sich der Speicher von Beginn an selbstständig

ein. Das Spannungsniveau im

Zwischenkreis und die geforderte Anfangsleistung

ermittelt das Gerät selbstständig

und stellt sich darauf ein.

Bildquelle: Beckhoff

Verarbeitung von Bremsenergie

Der Bremswiderstandspezialist Michael

Koch präsentierte auf der Messe einen dynamischen

Energiespeicher. Er soll die

Möglichkeiten bei der Verarbeitung von

Bremsenergie ohne Netz erweitern: netzunabhängig,

erweiterbar und universell.

„Unser Dynamischer Energiespeicher ist

einzusetzen wie ein Bremswiderstand. Eine

Black Box, die für alle passt und die

sich selbst einstellt“, fasst Michael Koch

zusammen. Diese Universalität sei die

wichtigste Vorgabe für die Entwicklung

des dynamischen Energiespeichers gewesen,

so Koch weiter. Deshalb komme das

Gerät auch ohne jegliche Tasten, Anzeigen

oder sonstige Bedienelemente aus. Für die

Schaltschrankmontage in Schutzart IP20

ausgeführt, spielt das Gerät seine Vorteile

ohne besondere Einstellungen primär bei

Anwendungen mit kurzen Zykluszeiten

aus. Mit einer Speicherkapazität von rund

Segen von TÜV

Der Bruchsaler Antriebstechnik-Hersteller

SEW Eurodrive hat auf der Messe das

Zertifikate 'Energieeffiziente Anlagentechnik'

vom TÜV Süd überreicht bekommen.

Für das Unternehmen wird die individuelle

Energieberatung zu einem immer

zentraleren Bestandteil von Energiesparkonzepten

für den Maschinen- und Anlagenbau.

Nur so ließen sich die spezifischen

Anforderungen der unterschiedlichen

Branchen und Applikation klären,

bestärkt SEW-Geschäftsführer Hans Sondermann

die Aktivitäten. Als unterstützendes

Hilfsmittel steht den Konstrukteuren

des Unternehmens und den Kunden

eine neue Funktion im Projektierungstool

'SEW Workbench' zur Verfügung – die

Statement zur SPS

Das Gewicht verschiebt sich!

Was halten Sie von den verlängerten Öffnungszeiten?

Ich habe die Verlängerung der Öffnungszeiten im Ausstellerbeirat befürwortet,

weniger aus der Sicht, dass der Besucher länger bleibt, eher dass wir ja

auch Termine mit Kooperationspartnern oder anderen Marktteilnehmer haben.

Drei Tage Messegeschehen sind schon sehr reduziert, in Hannover haben

wir mehr Zeit. Ich sehe es eher aus Sicht der Terminentspannung.

Inwieweit entspricht die Stimmung auf der Messe den positiven Erwartungen?

Ja, es ist schon kongruent. Die Stimmung ist gut und bestätigt auch die Zahlen.

Die Stimmung ist auf der SPS eigentlich immer gut.

Welche Messen sind neben der SPS für Sie als Aussteller relevant beziehungsweise

unverzichtbar?

Sicherlich die Hannover Messe, auch weil sie eine Leitmesse ist, ist sie immer

für uns relevant. Aber auch Vertikalmessen wie die Achema oder Interpack.

Wie bewerten Sie die Entwicklung der SPS von einer Messe für Antriebe

und Steuerung hin zu einer Automatisierungsmesse?

Ich finde, dass der Fokus hier auf der Fabrikautomation liegt ist positiv. Auch

die Durchgängigkeit tut der Messe gut, denn viele Besucher sind nur einen

Messetag vor Ort und können sich hier einen sehr guten Überblick über die

Fabrikautomation verschaffen.

Christian Wolf, Geschäftsführer bei Turck in Mühlheim

12 IEE • 12-2010


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Stimmungsbarometer SPS

Statement zur SPS

Die Mess folgt dem Trend!

Was halten Sie von den verlängerten Öffnungszeiten?

Bis 19 Uhr ist etwas zu hart. Ab 17 Uhr, 17:30 ist

nur noch Partystimmung.

Inwieweit entspricht die Stimmung auf der

Messe den positiven Erwartungen?

Wir hatten sehr hohe Erwartungen, die erfüllt,

wenn nicht gar übertroffen, wurden.

Welche Messen sind neben der SPS für Sie als

Aussteller relevant beziehungsweise unverzichtbar?

Wir sind mit einem eigenen Stand auf der SPS

und Mitaussteller auf der Embedded World.

Erich Jellinek, Director Sales & Marketing bei Logi.cals

in Oberwölbling (Österreich)

Energieverbrauchsanalyse. Der damit ermittelte

Energiebedarf, die Energiekosten

und die CO -Emissionen für den projektierten

Antriebsstrang dienen als Basis für

2

die Generierung einer maßgeschneiderten,

energieeffizienten Antriebslösung.

Dass die Analyse der Energieverbräuche

einzelner Antriebskomponenten dabei

korrekt erfolgt, hat der TÜV Süd nun mit

der Zertifikat 'Energieeffiziente Anlagentechnik'

für den Energiereport bestätigt

und dokumentiert. Eine produktspezifische

Zertifizierung hat zudem das mechatronische

Antriebssystem Movigear

erhalten. Dessen energiesparende Eigenschaften

ergeben sich aus dem wirkungsgradoptimierten

Stirnradflachgetriebe,

dem permanenterregten Synchronmotor,

der die Wirkungsgradklasse IE4 (Super

Premium Efficiency) erreicht sowie durch

das intelligente Regelverfahren des integrierten

Frequenzumrichters.

In Motoren investiert

Beckhoff Automation investiert in die

Entwicklung und Produktion eigener Antriebstechnik,

diese Neuigkeit teilten auf

der Pressekonferenz in Nürnberg Erwin

Fertig, Geschäftsführer Fertig Motors,

und Hans Beckhoff, Geschäftsführer

Beckhoff Automation, den Journalisten

mit. Das Joint-Venture beinhaltet, dass

Fertig Motors hochdynamische Servomotoren

entwickelt und produziert. Erste

Wie bewerten Sie die Entwicklung der SPS

von einer Messe für Antriebe und Steuerung

hin zu einer Automatisierungsmesse?

Damit folgt die Messe dem Trend hin zu Gesamtlösungen

und weg von proprietären Lösungen.

Produkte werden Ende 2011 vorgestellt.

„Unser Ziel ist die Entwicklung von Servomotoren

der neuesten Generation: dynamisch,

energieeffizient und zu niedrigen

Kosten. Unser Team an hoch motivierten

Spezialisten freut sich auf diese

neue Herausforderung und geht mit Begeisterung

ans Werk. Um den höchsten

Qualitätsstandart nachhaltig zu sichern

und eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten,

sollen alle Motoren 'Made in Germany'

sein“, so das Statement von Erwin

Fertig. Hans Beckhoff sieht in der Zusammenarbeit

mit Fertig Motors einen großen

Schritt für die Unternehmensentwicklung:

„Wir waren immer schon Spezialisten

für Hard- und Software, und natürlich

verfügen wir über weitreichendes Knowhow

in der Antriebstechnik. Unser Wissen

wird nun jedoch durch die Entwicklung

eigener Motorbaureihen, insbesondere im

Bereich der hochdynamischen, magnetischen

Mechanik und der dazugehörigen

steuerungstechnischen Algorithmik, noch

einmal entscheidend vertieft. Darüber

freuen wir uns sehr und sind überzeugt,

dass wir unseren Anwendern noch leistungsfähigere

Systemlösungen bieten

können.“

Der Geschäftsbereich Motion wird mit

neuen Produktlinien in den Bereichen Servoverstärker,

Servoklemmen und Servomotoren

strategisch weiter ausgebaut.

Aktuell werden die Fertigungs- ➜

Sicherheit geht vor.

Sie möchten Sicherheit, Flexibilität UND

Wirtschaftlichkeit in Ihrer Fertigung? Dann

machen Sie sich noch heute mit dem Sicherheitskonzept

von Panasonic vertraut.

Unsere Automatisierungslösungen umfassen:

Sicherheitslichtvorhänge und -Laser

scanner, die Ihr Personal in Produktionsanlagen

zuverlässig schützen, und zwar

nach internationalen Sicherheitsstandards

Sicherheitsmodul zur einfachen,

fl exiblen und wirtschaftlichen Realisierung

von Sicherheitsfunktionen

Hochdynamische Servoantriebe der

MINAS A5 Serie mit besonders kurzen

Reaktionszeiten und normgerechter

Sicherheitsfunktion STO

Sie möchten mehr wissen? Kontaktieren Sie uns.

Hotline 08024-648-748

Panasonic Electric Works

Europe AG


info-de@eu.pewg.panasonic.com


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Stimmungsbarometer SPS

Statement zur SPS

Wenn es Wille der Besucher ist!

Was halten Sie von den verlängerten Öffnungszeiten?

Wenn es Wille der Besucher war und ist, dann bin ich dafür.

Inwieweit entspricht die Stimmung auf der Messe den positiven Erwartungen?

Wir haben natürlich erwartet, dass die Stimmung besser ist als im letzten Jahr und das

ist auch eingetroffen. Wir sind auf dem Niveau von 2008 und früher sowohl Umsatz- als

auch Stimmungsmäßig.

Welche Messen sind neben der SPS für Sie als Aussteller relevant beziehungsweise

unverzichtbar?

Alle, für uns sind alle Messen wichtig und relevant. Die SPS ist nur eine von vielen. Auch

die Hannover Messe, die ja einen etwas anderen Fokus hat. Ebenso die Branchenmessen

des Maschinen- und Anlagenbaus.

Frank Winter, Geschäftsführer, B&R Deutschland in Bad Homburg

Wie bewerten Sie die Entwicklung der SPS von einer Messe für Antriebe und Steuerung

hin zu einer Automatisierungsmesse?

Das geht einher mit dem Markt. Eigentlich gehört auch noch die Prozessautomation dazu.

kapazitäten für die Antriebstechnik erweitert.

Angestrebt wird ein Wachstum

des Geschäftsbereiches Motion mittelfristig

auf 25 % des Gesamtumsatzes. Aufbauend

auf den neuen Produktlinien sollen

in Zukunft auch applikationsspezifische

Motoren entwickelt und hergestellt

werden. Beckhoff und Fertig Motors wollen

so ein Optimum für ihre Kunden und

deren Anwendungen bereitstellen. Die bestehenden

Beckhoff Standard-Servomotorbaureihen

AM2000, AM3000 und

AM3500 werden ebenfalls weiter ausgebaut,

sodass ein breites Spektrum an

antriebstechnischen Lösungen zur Verfügung

steht.

Einheitliche Architektur

ABB hat erstmals verschiedene Frequenzumrichter-Baureihen

entwickelt, die auf

einer gemeinsamen Architektur basieren.

Die neuen Niederspannungs-Frequenzumrichter

von 0,55 bis 250 kW mit 208

bis 690 V verwenden ein Bedienpanel in

einheitlichem Design, harmonisierte Parameter,

universelles Zubehör und die

gleichen Tools. Zunächst wird die neue

Architektur beim neuen ABB Standard

Drive und neuen ABB Industrial Drive bis

250 kW verwendet. Geplant ist, sie auch

auf die höheren Leistungen zu erweitern.

Die einheitliche Architektur erleichtert

dem Anwender die Bedienung verschiede-

Statement zur SPS

Es wird wieder offener kommuniziert!

Was halten Sie von den verlängerten Öffnungszeiten?

Wir haben festgestellt, dass die verlängerten Öffnungszeiten nicht wirklich

gewinnbringend sind. Ab 17 Uhr wird es deutlich ruhiger und schon vor

18 Uhr sind kaum noch Besucher auf unserem Stand.

Inwieweit entspricht die Stimmung auf der Messe den positiven Erwartungen?

Die positive Stimmung spiegelt sich klar wider, das erkennt man oft schon

an der Standgrößen der Aussteller. Man merkt auch, dass wesentlich offener

nach außen kommuniziert wird.

Welche Messen sind neben der SPS für Sie als Aussteller relevant beziehungsweise

unverzichtbar?

Unverzichtbar ist für uns nach wie vor die Hannover Messe, also eigentlich

die zwei großen Messen Hannover und die SPS. Nichtdestotrotz werden die

Branchenmessen wie die Cemat, Motek oder auch die Brau für uns immer

wichtiger.

Wie bewerten Sie die Entwicklung der SPS von einer Messe für Antriebe

und Steuerung hin zu einer Automatisierungsmesse?

Das passt sehr gut, denn die Entwicklung hin zur Automatisierungstechnik

zeigt sich ja auch im Markt.

Wilma Berweiler, Head of Advertising & Online Communication bei SEW Eurodrive

in Bruchsal

14 IEE • 12-2010


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Stimmungsbarometer SPS

Statement zur SPS

Das Gewicht verschiebt sich!

Was halten Sie von den verlängerten Öffnungszeiten?

Nichts!

Inwieweit entspricht die Stimmung auf der Messe den positiven Erwartungen?

Ich bin jetzt noch positiver gestimmt, als ich hierher gekommen bin und ich

gehe mit einem guten Gefühl zurück.

Welche Messen sind neben der SPS für Sie als Aussteller relevant beziehungsweise

unverzichtbar?

Die Hannover Messe. Aber das Gewicht verschiebt sich immer mehr in Richtung

Nürnberg.

Hans Hässig, Geschäftsführer bei Eplan in Monheim

Wie bewerten Sie die Entwicklung der SPS von einer Messe für Antriebe

und Steuerung hin zu einer Automatisierungsmesse?

Es wird jedes Jahr besser, sie bekommt immer mehr Profil und wird dadurch

deutlicher.

ner Umrichter, senkt die Ersatzteilkosten,

erhöht die Produktivität und reduziert die

Engineeringkosten und den Schulungsaufwand.

Das Ergebnis sind niedrige Gesamtkosten

für Niederspannungs-Frequenzumrichter,

die in Industrie und Gewerbe,

dem öffentlichen Bereich und in

der Gebäudetechnik eingesetzt werden.

Die neuen Frequenzumrichter sind so ausgelegt,

dass sie einen reibungslosen Umstieg

von den bisherigen ABB-Umrichtern

auf die neue Generation ermöglichen, da

sie über die gleichen oder kleinere Abmessungen

wie die aktuellen Geräte verfügen.

ABB setzt die Strategie fort, die Leistungsdichte

seiner Frequenzumrichter weiterhin

zu erhöhen.

Das Konzept des reibungslosen Übergangs

berücksichtigt auch die Funktionen

des Frequenzumrichters. In die neue Architektur

fließen die Merkmale der vorhandenen

Frequenzumrichter ein, wie

Funktionssicherheit und Energieeffizienz-

Funktionen. Bestandskunden müssen ihre

Maschinen nicht ändern oder neue Funktionen

lernen. Die neue Architektur

ermöglicht die Regelung nahezu jedes

Drehstrommotors, beispielsweise Asynchron-

oder Permanentmagnetmotoren.

Bekenntnis

„Wir bekennen uns klar zu Profinet, das

den offenen Ethernetstandard nutzt und

damit die Automatisierung auf einer universellen

Kommunikationsplattform ermöglicht.

Mit unseren Innovationen zeigen

wir, was wirklich in Profinet steckt“,

so Philip Harting, Vorstand Connectivity

& Networks der Harting Technologiegruppe.

Automatisierungsprofile, die

Standard-Ethernet nutzen, haben alle eine

Herausforderung zu meistern. Denn die

Automatisierungsapplikationen fordern

höchste Performance und Determinismus.

Fast Track Switching bietet diese

Performance. Doch ein Fast Track Switch

alleine lässt sich nicht in die Profinet-

Automatisierungssoftware integrieren.

Erst in der Kombination mit dem Profinet

I/O Stack wird aus dem Fast Track Switch

ein echtes Profinetdevice.

Nachdem im Jahr 2009 mit 'Fast Track

Switching' eine neue Technologie für die

Performance und den Determinismus von

aktiven Netzwerkkomponenten und mit

Ha-VIS Prelink ein universelles und einfaches

Verkabelungssystem auf den Markt

gebracht wurden, ist Harting 2010 den

nächsten entscheidenden Schritt gegangen.

Die Anschlusstechnik des Mindener

Unternehmens für Datenleitungen, macht

vierpaarige Leitungen für Profinet anwendbar:

Unter Beibehaltung der Installation

kann der heutige vierpolige M12

d-codierte Steckverbinder zukünftig gegen

einen achtpoligen x-codierten Steckverbinder

getauscht werden, ohne die Datenleitung

neu anschließen zu müssen.

„Mit Fast Track Switching und Ha-VIS

Prelink als Profinet-Lösungen haben wir

unsere Vision von einer Ethernet Kommunikationsplattform

für alle Applikationen

eines produzierenden Unternehmens

konsequent weiter gedacht und einen

entscheidenden Schritt in die Zukunft

getan“, erklärt Philip Harting.

Das Jahr endet im Überschwang

Waren die Gesichter von Johann Thoma,

Geschäftsführer Mesago Messemanagement,

und Sylke Schulz-Metzner, Projektleiterin

der Messe, zur Halbzeit entspannt,

so löste der neue Besucherrekord

Hochgefühle aus. „Man sah und spürte

förmlich, wie Anbieter und Anwender gemeinsam

nach der besten Lösung suchen.

In den Hallen herrschte Aufbruchstimmung”,

versuchte Johann Thoma die Gefühle

zusammen zufassen. „Wir freuen

uns auf die SPS/IPC/Drives 2011.”

Autor

Harald Wollstadt

ist Chefredakteur der IEE.

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797iee1210

IEE • 12-2010 15


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Interview

Interview mit Dr. Jürgen Weinhofer, Director bei Rockwell Automation

„Wir erwarten, dass

die volle Erholung in

Deutschland drei

bis vier Monate verspätet

eintritt.

Bildquelle: alle Bilder IEE

16 IEE • 12-2010


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Interview

Amerika, Deutschland

und die Welt

Die IEE-Redaktion sprach auf der Automation Fair in Orlando, USA, mit Dr. Jürgen Weinhofer

von Rockwell Automation über Deutschland, den weltweiten Automatisierungsmarkt

und seine lokalen Eigenheiten. Weinhofer begann vor 14 Jahren als Entwicklungsleiter

bei Rockwell in den USA. Heute ist er Director Integrated Architecture für die

Region EMEA.

Wie ist Rockwell in Europa aufgestellt und welche Rolle spielt dabei

Deutschland?

Wenn man Rockwell Automation global betrachtet, wachsen wir

stärker außerhalb der USA – besonders in Europa, Asien, und

Südamerika. Aufgrund des globalen Wachstums liegt der nordamerikanische

Umsatz bei nur noch 50 % des Gesamtumsatzes.

Europa liegen bereits bei über 20 %, wobei der europäische Anteil

in gewissen Produktgruppen viel höher ist. Nehmen wir eine

Produktgruppe, die sehr stark von dem Maschinenbau-Markt

beeinflusst wird, wie Motion Control. Da nimmt Europa schon

über 40 % des Gesamtumsatzes ein. Innerhalb von Europa ist

Deutschland nach Italien der zweitgrößte Markt für Rockwell

Automation. Zulieferer der großen globalen Endkunden sind

wieder schnell aus der Krise herausgekommen und haben jetzt

praktisch schon wieder das Volumen von 2008. Auch wir haben

in diesem Jahr für den Bereich Motion Control wieder das Niveau

von 2008 für Europa überschritten. Der Maschinenbau-

Bereich ist sehr schnell gefallen aber hat sich auch sehr schnell

wieder erholt – viel besser als man das vor einem Jahr erwartet

hätte. Der deutsche Markt erholt sich, aber er hat sich noch nicht

so schnell erholt wie Teile der anderen Märkte. Auch wenn wir in

Deutschland in einigen Bereichen – zum Beispiel Compactlogix –

schon weit über dem 2008er Niveau liegen. Italien hat sich recht

gut erholt – USA hat sich auch sehr stark erholt. Deutschland hat

zwar die gleiche Kurve, von der Erholung her, aber die Kurve ist

verschoben. Wir erwarten, dass die volle Erholung in Deutschland

drei bis vier Monate verspätet eintritt.

Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass Deutschland zwei, drei

Schritte hinterhinkt?

Das liegt teilweise an den globalen Endkunden, die auf jeden Fall

sehr viel Druck auf den Preis machen. Ein paar von den großen

OEMs in Deutschland entwickeln zwar noch in Deutschland,

produzieren aber in anderen Ländern. Entsprechend geht

das Volumen natürlich in andere Länder. Ich sehe das besonders

bei den großen Konsumgüterfirmen, die die Maschinenbauer

sehr stark in diese Richtung drücken. Die sagen: „Uns gefallen

eure Maschinen, das Design ist schön, aber wir möchten sie nicht

in Deutschland produziert haben.“

Sie sagen, die Deutschen hinken hinterher und die USA erholt sich

sehr gut. Hier auf der Messe höre ich viele sehr zurückhaltende Statements

der Amerikaner, während in Deutschland alle davon reden, dass

die Krise so gut wie vorbei ist. Das ist ein interessanter Gegensatz.

In Amerika besteht weiterhin etwas Angst vor einen zweiten Dip

in der allgemeinen ökonomischen Entwicklung. Da ist man etwas

vorsichtiger. In Deutschland sagen zurzeit zwar alle, alles sei

positiv, aber ich habe ein bisschen Angst, gerade im europäischen

und speziell im deutschen Markt, wie sich der Wechselkurs entwickelt.

Der Euro ist sehr viel stärker geworden.


Das hat langfristig

eine negative Wirkung auf die Exportchancen der deutschen

Maschinenbauer. Und Deutschland ist nun im speziellen sehr exportorientiert.

Alle Maschinen, die früher in die USA oder auch

nach Asien gegangen sind, werden

schwieriger zu verkaufen sein. Aus dem

Grund werden wiederum mehr Firmen

überlegen, teilweise Produktionen zu

verschieben. Das bedeutet für uns, dass

wir weiterhin die Maschinenbauer

in Deutschland betreuen aber die Produkte

nicht nach Deutschland liefern,

sondern nach Polen und Rumänien in

Europa oder nach Guangdong oder

Shanghai in Asien.

Uns gefallen eure

Maschinen, das

Design ist schön,

aber wir möchten

sie nicht in

Deutschland produziert

haben.

Gerade in Deutschland wird Rockwell immer noch und immer wieder

mit Siemens vergleichen. Wir grenzen Sie sich ab?

Wir beziehen uns sehr stark auf Produktivität und Usability bei

unseren Produkten. Siemens hat sehr gute Produkte auf der

Hardware-Seite, hat aber nicht den Fokus auf der Software-Seite,

um ihre Produkte einfach zu konfigurieren, einfach zu bedienen.

Nehmen Sie als Vergleich Ihr Diktiergerät und das iPhone

daneben. Sicher ist Ihres ein gutes Hardware-Produkt aber die

Bedienung ist etwas anders und etwas schwieriger. Wichtig ist

nicht nur, die Bedienung für den OEM sicher zu stellen, sondern

auch die Integration in das Gesamtsystem. Wir bekommen als

Feedback immer wieder von Kunden, vor allem von OEMs, die

in beiden Welten leben, dass das ein klarer Vorteil von Rockwell

ist. Weil es einfach ist, neue Maschinen wieder aufzubauen, ➜

IEE • 12-2010 17


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Interview

Interview mit Dr. Jürgen Weinhofer, Director bei Rockwell Automation

Änderungen zu machen, den Überblick zu behalten, und nicht

auf einer Bit-Ebene einsteigen zu müssen.

Das ist ein Beispiel dafür, wie ein amerikanisches Unternehmen ein

Projekt etwas anders angeht als ein deutsches Unternehmen. Gibt es

noch andere Beispiele dafür, wie Unternehmen und Märkte unterschiedliche

ticken?

Rockwell Automation an sich hat eine amerikanische Historie.

Auch bei der Kommunikation zwischen allen Leuten. Das ist ein

großer Unterschied. Wenn wir ein globales Projekt angehen, ist

die Kommunikation sehr offen und sehr einfach. Wenn ich mit einem

deutschen OEM irgendwo in Amerika reden möchte, rufe

ich die Person an. Die Person ist offen und sofort hilfsbereit. Das

sehen wir auch als einen Vorteil gegenüber manchen deutschen

Unternehmen, die sehr hierarisch aufgebaut sind und dementsprechend

sehr viel Reibungsverlust zwischen den Ebenen haben.

Wenn man hier mit Kollegen spricht, hört man schon immer den Respekt

für den deutschen Maschinenbau heraus. Was kann der amerikanische

Maschinenbau denn vom deutschen lernen?

Das sind zwei unterschiedliche Design-Philosophien. Generell

plant der deutsche Maschinenbau sehr lange. Die Exekution

läuft dann sehr kurz. Der amerikanische Planungszyklus ist kürzer.

Dafür braucht er dann zwei oder drei Iterationen in der Exekution.

Aber Summa Summarum ist es sehr ähnlich. Ich kann Ihnen

noch nicht 100%ig sagen, was besser ist. Es ist aber klar, dass

die Maschinen, die deutschen Maschinen und Maschinenbauer

auf der Qualitätsseite sehr hoch angesehen sind. Der Iterationszyklus

bei einer Neuentwicklung oder einer Veränderung ist in

Deutschland aber auch sehr lang. Aus diesem Grund arbeiten

globale Endkunden auch mit anderen Firmen: „Ich möchte gerne

mehr Flexibilität haben, ich möchte gerne Änderungen haben

und ich möchte nicht sechs Monate darauf warten.“

Jeder redet über Globalisierung. Aber wächst die Welt zusammen?

Merkt man, dass die Märkte sich angleichen?

Wenn wir uns im Speziellen den europäischen und den amerikanischen

Markt über die letzten 15 Jahre betrachten, haben

sich die Produkteanforderungen im Automatisierungsbereich extrem

angeglichen – praktisch gleich. Vor allem der Maschinenbau-Bereich

in diesen Regionen ist praktisch gleich. Es gibt noch

gewisse Unterschiede bei Regulierungen, deshalb hat sich zum

Beispiel der Safety-Bereich in Europa schneller aufgebaut.

Asien hingegen unterscheidet sich einerseits natürlich im Preisniveau

aber eben auch in den Produktanforderungen. Der Grund

liegt darin, dass die Arbeits- und die Stundenlohnkosten in Europa

und Amerika ähnlich sind. Dementsprechend brauchen beide

etwa das selbe Niveau an Automatisierung. In Asien sieht das

noch anders aus. Da sind die Anschaffungskosten von Automatisierung

oder einer Maschine so viel höher im Gegensatz zur Arbeitskraft,

dass die einen viel niedrigeren Automatisierungsgrad

haben – zurzeit noch.

Ich habe erfahren, dass es in Amerika schwierig ist, Ingenieure zu finden

– ein Problem, das wir aus Deutschland sehr gut kennen. Gibt es

sonst noch quasi transatlantische Probleme oder auch ganz andere?

Ich glaube, beide Länder haben das Problem, dass sie die Technologie

haben aber die Produktionskosten zu hoch sind. Wir sehen

in beiden Ländern Abwanderungen der Produktion. Sehr viele

amerikanische Firmen haben Tochterunternehmen beispielsweise

in Mexiko und China gegründet. Bei den europäischen Unternehmen

ist es unterschiedlich. Teilweise gehen sie in osteuropäischen

Länder, teilweise auch nach Asien. Wir haben gerade jetzt

für kleinere Unternehmen Kontakte zu anderen Firmen in Asien

hergestellt. Insbesondere für Firmen, die keine eigene Fabrik in

Asien bauen wollen, aber gerne dort Maschinen produzieren

möchten.

Auch China passt sich immer mehr an. Der Lebensstandard wird höher,

die Menschen wollen nicht mehr zu einem Hungerlohn arbeiten.

Das heißt auf der einen Seite, dass sich die Produktion wieder verschiebt,

und auf der anderen Seite, dass sie wieder mehr Automatisierung

brauchen, weil die Arbeiter teurer werden.

Ein Beispiel dafür ist sicher die Region Shanghai. Internationale

Firmen produzieren dort noch sehr stark aber viele von den lokalen

Produzenten wandern schon wieder von da ab – ganz klar ins

Innere von China. Wir selber haben auch mehrere Produktionsstätten

in China, drei davon in Shanghai. Und da sieht man na-

Messe im Detail

Rockwell Automation Fair 2010

Die von Rockwell in Orlando, USA, veranstaltete Automation Fair vom 03. bis

04.11.2010 zog rund 12 000 Besucher an. Zusammen mit etwa 100 Partnerfirmen,

von deutscher Seite beispielsweise Festo und Endress+Hauser,

präsentierte das Unternehmen unter dem Motto 'Smart, Safe and Sustainable

Manufacturing' Trends und Technologien der Automatisierung. Neben

der reinen Ausstellungsfläche boten Industrieforen zu Themen wie 'Energy

& Environmental' oder 'Global Machine Builders' branchenspezifisches

Wissen aus der Praxis. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, bei den Hands-

On-Labs direkt mit Rockwell-Produkten zu arbeiten. In den Workshops und

Technical Sessions konnten Besucher sich Präsentationen zu verschiedenen

Themen rund um die Automatisierung anhören – sei es 'Process Power

Safety' oder 'Print Press Retrofit'. Im nächsten Jahr feiert die Messe ihr

20jähriges Jubiläum vom 16. bis 17.11.2011 in Chicago, USA.

18 IEE • 12-2010


MÄRKTE+ UNTERNEHMEN Interview

„ Bei den Produktanforderungen

sind Amerika und

Deutschland im

Vergleich zu vor 15

Jahren praktisch

identisch.

türlich schon den Unterschied. Internationale Firmen erwarten

einen gewissen Standard beim Personal. Sie erwarten Fremdsprachenkenntnisse

und Sicherheitsstandards. Das bekommt man

sehr einfach in Shanghai. Wenn man in Chinas Mitte geht, wird

es sehr viel günstiger, aber die Strukturen sind noch nicht so aufgebaut.

Diese Angst vor den Chinesen scheint also relativ unbegründet zu

sein. Sie werden uns nicht übernehmen, sondern sich immer mehr an

uns angleichen.

Sie gleichen sich an, aber es wird noch etwas dauern. Bei den Kosten

in Osteuropa ist das ähnlich. Die Kosten rund um Prag haben

sich schon ziemlich angeglichen. Der Ostbereich von Polen ist eigentlich

noch einigermaßen günstig. Jetzt geht man schon weiter

nach Osten, nach Rumänien und Bulgarien. Da hat man dann für

zehn Jahren noch den Vorteil. Und in zehn Jahre wird sich das

dann wieder etwas verschieben. Diese Entwicklung hat Vorteile

für uns, weil diese Länder einen höheren Lebensstandard errei-

chen und dementsprechend mehr Produkte kaufen, die lokal produziert

werden müssen. Wir sehen das auch in Afrika, wo jetzt

die großen Konsumgüterfirmen immer mehr Fabriken bauen,

weil langsam das Grundeinkommen steigt. Damit werden einige

für uns alltägliche Waren in diesen Regionen erst bezahlbar, was

wiederum die Automatisierung in diesen Regionen vorantreibt.

Und das treibt natürlich die Automatisierung in diesen Ländern

voran.

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Das Interview führte

Melanie Feldmann, Redaktion IEE

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Umsatz mit Photovoltaik-Produktionsmitteln gestiegen

Prognose verdoppelt

Der Umsatz der Hersteller von Komponenten,

Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in

Deutschland stieg im zweiten Quartal 2010 um

44 % gegenüber dem Vorjahresquartal. „Besonders

stark lief das Asiengeschäft, das mittlerweile

über 75 % des Exportanteils ausmacht“, erklärt

Dr. Peter Fath, Vorsitzender des Vorstands

VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel, zur aktuellen

Quartalsstatistik. Im ersten Quartal 2010

MÄRKTE + UNTERNEHMEN Aktuell

war der Umsatz im Vergleich zu Vorjahr noch um

25 % gefallen. Die Gesamtbranche der Photovoltaik-Maschinenbauer

hat im zweiten Quartal

2010 696 Mio. € umgesetzt. Ebenfalls eine Steigerung

zum Vorquartal. Hier lag der Umsatz bei

379 Mio. €. Für das dritte Quartal rechnen die

Meldefirmen mit einer leichten Beruhigung der

Umsatzentwicklung. „Trotzdem bleiben wir für

das Gesamtjahr 2010 sehr optimistisch und verdoppeln

unsere Prognose vom März: Wir rechnen

nun mit einem Umsatzwachstum von 24 %“,

kommentiert Dr. Eric Maiser, Geschäftsführer

von VDMA Photovoltaik Produktionsmittel. Die

Exportquote bleibt mit 87 % hoch. Der amerikanische

Markt legte im Gegensatz zum europäischen

Markt leicht zu.

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912iee1210

IEE • 12-2010 19


MÄRKTE + UNTERNEHMEN Aktuell

Personen

Bildquelle: Weidmüller

Arnold Büscher

hat die Geschäftsführung der

Weidmüller GmbH & Co. KG.,

deutsche Vertriebsgesellschaft

der Weidmüller-Gruppe,

übernommen.

Bildquelle: VDE

Alf Henryk Wulf,

Vorstandsvorsitzender bei

Alcatel-Lucent Deutschland,

ist neuer VDE-Präsident.

Bildquelle: Riese Electronic

Volker Flamm

ist neuer Key-Account-Manager

für den Bereich Automation

& Safety bei Riese Electronic

in Horb a. Neckar und

Langenwolschendorf.

Bildquelle: Adlink Technology

Daniel Yang

ist neuer Präsident bei Adlink

Technology.

Fieldbus Foundation beruft neue Vorstandsmitglieder

Wechsel in der Führung

Elektronikfertigung zieht an

Auftragseingang im Höhenflug

Die Hersteller von Komponenten, Maschinen und

Anlagen für die Elektronikindustrie erleben nach

dem vierzehn Monate dauernden harten Absturz

des Auftragseingangs bis in die erste Jahreshälfte

2009 einen ebenso drastischen Wiederanstieg.

Die Aufträge überschritten bereits zur

Mitte des Jahres 2010 das Vorkrisen-Niveau. In

der aktuellen Geschäftsklimaumfrage von VDMA

Productronic melden die Firmen einen Auftragsbestand

von 3,7 Produktionsmonaten. Der Fachverband

prognostiziert für 2010 einen Umsatzanstieg

von 42 %. Die Unternehmen rechnen mit

einer weiteren Umsatzsteigerung von 9 % für

2011. „Das Geschäft glich regelrecht einer Achterbahnfahrt.

Der Boom hält derzeit noch an und

Dr. Gunther Kegel (Pepperl+Fuchs) ist neuer

Vorstandsvorsitzender der Fieldbus Foundation.

Die Fieldbus Foundation hat die Wahl von

Dr. Gunther Kegel, Geschäftsführer bei Pepperl+Fuchs,

zum Vorstandsvorsitzenden der

Foundation bekannt gegeben. Dr. Kegel übernimmt

die Position von John Berra von Emerson

Process Management, der nach 16 Jahren von

seinem Amt als Vorsitzender der Foundation zurücktritt.

Folgende weitere Führungskräfte wurden

in den Vorstand der Foundation berufen:

Daniel Huber, Senior Group Vice President, Business

Unit Manager – Open Control Systems, Process

Automation Division bei ABB, Takuji Hosoya,

Managing Executive Officer – Advanced Automation

Company bei Azbil (Yamatake), Peter Zornio,

Chief Strategic Officer bei Emerson Process

Management, sowie Ralph Carter, President

Rockwell Software Business bei Rockwell Automation.

Die folgenden derzeitigen Mitglieder verbleiben

auch weiterhin im Vorstand: Farshad

Amir (DuPont) Timm Madden (Exxonmobil),

Masatsugu Tomotaka (Fuji Electric Systems), Da-

vid Eisner (Honeywell), John Eva (Invensys/Foxboro),

Fred Cohn (Schneider Electric), Hans Georg

Kumpfmueller (Siemens), und Kimikazu Takahashi

(Yokogawa).

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wird – so unsere Prognose – nach einer saisonalen

Kurzpause zum Jahreswechsel auch 2011

wieder einsetzen, wenngleich etwas moderater“,

freut sich Rainer Kurtz, geschäftsführender

Gesellschafter bei Ersa und Vorsitzender des

VDMA Fachverbandes Productronic. Während in

der Mai-Umfrage noch knapp 30 % der Firmen

Kurzarbeit meldeten, hat sich auch hier die Situation

gedreht: Aktuell fahren 61 % der Melder

Überstunden. Über die Hälfte der meldenden Unternehmen

plant, Personal aufzubauen.

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BMW und VW sind PNO-Mitglieder

Profinet und die Automobilbranche

Die Profibus Nutzerorganisation (PNO) hat mit

BMW und VW zwei neue Mitglieder aus der Automobilbranche

begrüßt. Mittlerweile zählt die PNO

mehr als 300 Hersteller und Anwender zu ihren

Mitgliedern, dem internationalen Dachverband

PI (Profibus & Profinet International) gehören

weltweit über 1 400 Mitglieder an. Ein Beispiel

für die Zusammenarbeit der Anwender aus der

Automobilindustrie und der PNO sind die Themen

Profinet und Profienergy. 2004 hat sich die Aida

(Automatisierungsinitiative Deutscher Automobilhersteller)

auf Profinet als gemeinsamen

907iee1210

Kommunikationsstandard in den Anlagen und

der Fördertechnik geeinigt. So konnten Anforderungen

der Automobilindustrie frühzeitig in die

Entwicklung eingebracht werden. Gleiches gilt

für das kürzlich veröffentlichte Profil Profienergy.

Auch hier gaben die Vertreter der Aida den Anstoß

für die Entwicklung einer standardisierten

Lösung zum Thema Energiemanagement. Nach

einem Jahr Entwicklungszeit wurde das Energiesparprofil

Profienergy präsentiert.

infoDIRECT

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Bildquelle: Fieldbus Foundation

20 IEE • 12-2010


Wie kann eine Software das Tor zur

ganzen Welt des Engineerings sein?

Totally Integrated Automation Portal – das integrierte

Engineering-Framework, das Engineering neu definiert.






Answers for industry.


MENSCH + UNTERNEHMEN Interview

Interview mit Karl Christoph Caselitz, Geschäftsführer Vertrieb International bei Rittal

Fachwissen und

Lösungskompetenz

Seit dem 1. Oktober ist Karl Christoph Caselitz der neue Geschäftsführer Vertrieb International

der Rittal GmbH & Co. KG. Darüber hinaus hat Firmeninhaber Friedhelm Loh

den 48-Jährigen zu seinem Stellvertreter ernannt. Der IEE-Redaktion gab er sein erstes

Interview in dieser Funktion.

Mit Rittal sitzt ein weltweit führender Systemanbieter für Infrastrukturen

mit Schaltschränken, Klimatisierung, Stromverteilung

und IT-Infrastruktur in Hessen. Das Unternehmen der Unternehmensgruppe

Friedhelm Loh Group, welche mit den Firmen

Rittal, Eplan, Mind8, Stahlo, Neef und LKH seit Jahrzehnten

ein starker Partner für die Schlüsselbranche der deutschen

Volkswirtschaft, der Automobilindustrie, tätig ist. In jeder Hinsicht

ist das 1961 gegründete Unternehmen ein ‚typischer‘ deutscher

Marktführer, denn es gehört zu den 70 % der Unternehmen,

die sich in Familienbesitz befinden. Friedhelm Loh betonte

einmal, „Ich bin überzeugt, dass unser Erfolg maßgeblich durch

die Zusammensetzung unserer Gruppe bestimmt wird: Wir bündeln

Firmen, deren Produkte sich optimal ergänzen. Zudem stehen

bei allen unseren Unternehmen Kundenorientierung und ein

topaktuelles, innovatives Leistungsangebot an erster Stelle – das

wissen unsere Kunden weltweit zu schätzen.“

Rittal bündelt

Vom anfänglichen Fokus auf die Schaltschranktechnik hat sich

das Unternehmen weiterentwickelt und schließt heute neben der

System-Klimatisierung Stromverteilungen und ein breites Produktprogramm

für die IT-Infrastruktur ein. Durch die Integration

von Lampertz im Jahr 2009 ist das Haigerner Unternehmen in

der Lage, einen Infrastrukturbaukasten anzubieten, der sich von

kompletten Rechenzentren und Sicherheitsräumen von der Beratung

über die Generalunternehmerschaft bis hin zum Service erstreckt.

Schließlich komplettieren die Software-Unternehmen

Eplan und Mind8 durch intelligente Engineering-Lösungen das

Leistungsangebot rund um die Gehäusetechnik. Seit dem 1. Oktober

2010 ist Karl Christoph Caselitz neuer Geschäftsführer

Vertrieb International bei Rittal und darüber hinaus hat ihn Firmeninhaber

Friedhelm Loh zu seinem Stellvertreter ernannt. Der

IEE gab er sein erstes Interview.

Herr Caselitz, Sie kommen aus der Telekommunikationsbranche, hatten

mit Gehäuse- und Schaltschranktechnik vermutlich wenig zu tun.

Können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?

Das ist zum Teil richtig. Natürlich kenne ich den Gehäuse- und

Schaltschrankbau durch die zahlreichen Fertigungsbetriebe meiner

Stationen sowie von den Mobilfunk-Basisstationen, denn zuletzt

führte ich als Vorstand den Vertrieb von Nokia Siemens

Network (NSN) mit einem Weltumsatz von 16 Mrd. EUR und

30 000 Mitarbeitern. Die Fusion von Nokia mit Siemens habe ich

seit der Planung Ende 2005 mitgestaltet. Frühere Stationen auf

meinem Berufsweg umfassten den Bereich 'Mobile Networks',

dem damals größten Geschäftsgebiet der Siemens AG sowie die

heutige Firma Gigaset, die unter meiner Leitung bis 2002 zum

22 IEE • 12-2010


MENSCH + UNTERNEHMEN Interview

„ Mein bisheriger beruflicher

Werdegang

war geprägt

von den Konstanten

‚Vertrieb’, ‚Globalität’

sowie ‚Innovation’.

Weltmarktführer aufstieg. Ins Berufsleben gestartet bin ich 1989

in der Unternehmensplanung und -entwicklung der Siemens AG.

Rittal ist ein etabliertes, gut eingeführtes Unternehmen. Welchen

Stempel werden Sie dem Unternehmen aufdrücken?

Mein bisheriger beruflicher Werdegang war geprägt von den

Konstanten 'Vertrieb', 'Globalität' sowie 'Innovation'. Rittal ist

bereits in vielen Bereichen Weltmarktführer und mit 63 Tochtergesellschaften

weltweit präsent. Dies reicht uns aber nicht: 'Rittal

– Das System' soll global zum Synonym für eine intelligente

und innovative Schaltschrank- und Gehäusetechnik werden und

dabei die anwenderfreundlichste Lösung im Markt sein. Produktseitig

sind wir mit einem breiten Portfolio aus Schaltschränken,

Stromverteilungen, Klimatisierung, IT-Infrastruktur, Software

& Service hervorragend aufgestellt. Nun geht es darum,

Prozesse und Kommunikationsstrukturen weiter zu internationalisieren.

Rittal legt einen Schwerpunkt auf die Systemberatung mit dem Ziel,

Einsparpotenziale sichtbar zu machen. Können Sie mir näher erläutern,

warum das Unternehmen gerade dafür die Kompetenzen hat?

Zur Beurteilung von Optimierungspotenzialen in industriellen

Prozessen sind zwei Kompetenzen unabdingbar: zum einen ein

hohes Maß an Fachwissen, zum anderen technische Lösungskompetenz.

Beides bieten wir unseren Kunden aus einer Hand

und vereinen professionelle Analyse- und Bewertungsmethoden

sowie Systemansatz mit hohem Technologie-Know-how. Mit

dem Programm 'Rittal – Das System' bringen wir diese umfassende

Kompetenz auf den Punkt. Neben der Systemplattform für

den Aufbau von Schaltanlagen, Automatisierungssystemen und

IT-Infrastrukturen können Kunden auch die Leistungen des System

Consulting in Anspruch nehmen, um konkrete Einsparpotenziale

auszuschöpfen und Optimierungen zu implementieren.

Durch fast 50 Jahre Erfahrung und permanenten Kundenkontakt

kennen wir die Anforderungen des Marktes und haben

uns als zuverlässiger Partner einen Namen gemacht.

Der Auftragseingang ist bei vielen Unternehmen im letzten Jahr zurückgegangen,

weil Kunden Projekte aufgeschoben oder ihre Investitionsausgaben

reduziert haben. Welche langfristigen Wachstumstreiber

gibt es für Ihr Geschäft?

Vorteilhaft ist sicher die ausgewogene Struktur unseres Kundenstamms.

Da finden sich natürlich an erster Stelle die Maschinenund

Anlagenbauer sowie der Automobilsektor. Generell beliefern

wir aber alle Branchen und zeichnen uns in vielen Bereichen

durch Expertenwissen aus. Unser Baukasten-System ermöglicht

eine Vielzahl von Systemlösungen, die auch für Spezialanwendungen

wie maßgeschneidert sind: beispielsweise robuste ➜

IEE • 12-2010 23


MENSCH + UNTERNEHMEN Interview

Gehäuse für Windenergieanlagen, Infrastruktur für Rechenzentren

oder Hygienic-Design-Lösungen für die Lebensmittelbranche.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir den

Schaltschrank immer wieder neu erfunden haben. So wird es

auch in Zukunft sein. Vorteilhaft ist natürlich auch unsere Internationalität.

Wir sind weltweit präsent, vielfach auch mit Werken,

die für den Bedarf in der jeweiligen Region produzieren.

Auch dies macht uns widerstandsfähig gegen Krisen. Unter anderem

dank dieser Erfolgsfaktoren sind wir gut durch die Krise gekommen.

Für 2011 sind unsere Auftragsbücher gut gefüllt, so

dass wir mit Optimismus ins neue Jahr sehen.

Stichwort: verbesserte Energieeffizienz und gesteigerte Lifecycle-

Werte?

Durch die steigenden Energiekosten in den vergangenen Jahren

stehen immer mehr Unternehmen unter Druck, Einsparpotenziale

voll auszuschöpfen. Ein typisches Automobilwerk eines größeren

europäischen Herstellers hat beispielsweise Energiebezugskosten

von bis zu 100 Mio. EUR pro Jahr. Eine Verbesserung der

Energieeffizienz auch im niedrigen Prozentbereich führt hier zu

Kosteneinsparungen in einer beachtlichen Größenordnung.

Deutliche Einsparungen lassen sich etwa durch die effiziente

Kühlung von Schaltschränken erzielen. Denn jedes Kühlgerät

verbraucht während seines Produktlebens ein Mehrfaches seiner


Vorteilhaft

ist sicher die

ausgewogene

Struktur unseres

Kundenstamms.

Bildquelle: alle Bilder Rittal

Beschaffungskosten an Energie- und Betriebskosten. Ausführliche

Teststellungen bei führenden deutschen Automobilherstellern

belegen, dass neue Cool Efficiency-Kühlgeräte gegenüber

Standard-Kühlgeräten 40 bis 50% weniger Energie verbrauchen.

Als Antwort auf das äußerst positive Echo aus der Automobilindustrie

bringt Rittal jetzt die neuen Energiespar-Kühlgeräte als

Premiumserie auf den Markt.

Noch ein weiterer Vermerk aus Ihren Unternehmensleitsätzen: Wir

sind uns bewusst über die Verantwortung gegenüber unserer Umwelt

und dem Umfeld, in dem wir leben. Wir wollen mitgestalten und verbessern.

Geben Sie uns dafür einige Beispiele?

Rittal zeigt sowohl durch energieeffiziente Produkte als auch

durch konsequente Effizienz-Maßnahmen in der Produktion,

dass aktiver Umweltschutz für das Unternehmen einen hohen

Stellenwert hat. Das hessische Umweltministerium hat Rittal für

Energieeffizienz-Maßnahmen im Unternehmen mit dem Klimaschutzpreises

ausgezeichnet. Dazu zählen z. B. die Wärmerückgewinnung

bei der Drucklufterzeugung, die Nutzung von Pflanzenöl-Blockheizkraftwerken

des Schwesterunternehmens Würz

Energy oder katalytische Abluftreinigungen. Viele unserer Lösungen

helfen Kunden, Energie zu sparen. Wegweisend und umweltfreundlich

ist beispielsweise das Brennstoffzellen-SystemRi-

Cell Flex, das in diesem Jahr für den Hermes Award nominiert

wurde. Energieeffizient sind aber auch unsere unterbrechungsfreien

Stromversorgungen, die sich durch einen hohen Wirkungsgrad

auszeichnen oder unsere Klimatisierungskonzepte für Rechenzentren,

wo wir auf erneuerbare Energien wie die freie Kühlung

durch Außenluft oder Geothermie setzen.


Das Interview führte

Harald Wollstadt, Chefredakteur IEE

infoDIRECT

795iee1210

www.iee-online.de

Link zum Unternehmen

24 IEE • 12-2010


MENSCH + UNTERNEHMEN Interview

Gehäuse für Windenergieanlagen, Infrastruktur für Rechenzentren

oder Hygienic-Design-Lösungen für die Lebensmittelbranche.

Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass wir den

Schaltschrank immer wieder neu erfunden haben. So wird es

auch in Zukunft sein. Vorteilhaft ist natürlich auch unsere Internationalität.

Wir sind weltweit präsent, vielfach auch mit Werken,

die für den Bedarf in der jeweiligen Region produzieren.

Auch dies macht uns widerstandsfähig gegen Krisen. Unter anderem

dank dieser Erfolgsfaktoren sind wir gut durch die Krise gekommen.

Für 2011 sind unsere Auftragsbücher gut gefüllt, so

dass wir mit Optimismus ins neue Jahr sehen.

Stichwort: verbesserte Energieeffizienz und gesteigerte Lifecycle-

Werte?

Durch die steigenden Energiekosten in den vergangenen Jahren

stehen immer mehr Unternehmen unter Druck, Einsparpotenziale

voll auszuschöpfen. Ein typisches Automobilwerk eines größeren

europäischen Herstellers hat beispielsweise Energiebezugskosten

von bis zu 100 Mio. EUR pro Jahr. Eine Verbesserung der

Energieeffizienz auch im niedrigen Prozentbereich führt hier zu

Kosteneinsparungen in einer beachtlichen Größenordnung.

Deutliche Einsparungen lassen sich etwa durch die effiziente

Kühlung von Schaltschränken erzielen. Denn jedes Kühlgerät

verbraucht während seines Produktlebens ein Mehrfaches seiner


Vorteilhaft

ist sicher die

ausgewogene

Struktur unseres

Kundenstamms.

Bildquelle: alle Bilder Rittal

Beschaffungskosten an Energie- und Betriebskosten. Ausführliche

Teststellungen bei führenden deutschen Automobilherstellern

belegen, dass neue Cool Efficiency-Kühlgeräte gegenüber

Standard-Kühlgeräten 40 bis 50% weniger Energie verbrauchen.

Als Antwort auf das äußerst positive Echo aus der Automobilindustrie

bringt Rittal jetzt die neuen Energiespar-Kühlgeräte als

Premiumserie auf den Markt.

Noch ein weiterer Vermerk aus Ihren Unternehmensleitsätzen: Wir

sind uns bewusst über die Verantwortung gegenüber unserer Umwelt

und dem Umfeld, in dem wir leben. Wir wollen mitgestalten und verbessern.

Geben Sie uns dafür einige Beispiele?

Rittal zeigt sowohl durch energieeffiziente Produkte als auch

durch konsequente Effizienz-Maßnahmen in der Produktion,

dass aktiver Umweltschutz für das Unternehmen einen hohen

Stellenwert hat. Das hessische Umweltministerium hat Rittal für

Energieeffizienz-Maßnahmen im Unternehmen mit dem Klimaschutzpreises

ausgezeichnet. Dazu zählen z. B. die Wärmerückgewinnung

bei der Drucklufterzeugung, die Nutzung von Pflanzenöl-Blockheizkraftwerken

des Schwesterunternehmens Würz

Energy oder katalytische Abluftreinigungen. Viele unserer Lösungen

helfen Kunden, Energie zu sparen. Wegweisend und umweltfreundlich

ist beispielsweise das Brennstoffzellen-SystemRi-

Cell Flex, das in diesem Jahr für den Hermes Award nominiert

wurde. Energieeffizient sind aber auch unsere unterbrechungsfreien

Stromversorgungen, die sich durch einen hohen Wirkungsgrad

auszeichnen oder unsere Klimatisierungskonzepte für Rechenzentren,

wo wir auf erneuerbare Energien wie die freie Kühlung

durch Außenluft oder Geothermie setzen.


Das Interview führte

Harald Wollstadt, Chefredakteur IEE

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24 IEE • 12-2010


TECHNIK Leitebene

[1] Um einer Flut von Daten Herr zu werden, bedarf

es ausgeklügelter Softwarelösungen .

Bildquelle: Daniel Muller – Fotolia.com

[1]

Hochfrequente Datenströme in relationalen Datenbanksystemen speichern

Die Datenflut meistern

Bei der Handhabung von Sensordaten zu Simulations- und Optimierungszwecken ist

nicht nur die schiere Datenmenge ein Problem, sondern auch die Geschwindigkeit, mit

der die Sensoren Daten sammeln. Außerdem müssen mehrere Nutzer gleichzeitig mit

den Daten arbeiten können, ohne diese immer wieder zu kopieren. Eine Software, die

bereits vor der Datenbank eingreift, löst diese Probleme.

Entsprechend der Zunahme an industriellen

Überwachungs- und

Steuerungsaufgaben hat sich die

Verwendung von Sensordaten im Laufe

der Zeit verändert. Wurden zunächst die

kontinuierlich eingehenden Daten quasi

online ausgewertet und anschließend verworfen,

wird es heute mehr und mehr

notwendig, diese Daten zu sammeln, abzuspeichern

und sie offline zu Simulations-

und anderen Auswertungszwecken

wieder zu verwenden – zum Beispiel um

neue Anwendungsszenarien oder Anlagenoptimierungen

zu erarbeiten.

Mangels technischer Alternativen geschieht

diese Datensammlung in der Regel

auf sogenannten Flat Files, das heißt,

auf einfachen, sequenziell beschriebenen

Dateien. Mit der Konsequenz, dass weder

ein wahlfreier Zugriff auf bestimmte Daten

noch eine gemeinsame Auswertung

durch unterschiedliche Personen oder Anwendungen

ohne das Kopieren der Daten

möglich ist. Klassische relationale Datenbanken,

die eben diese Nachteile beseitigen

würden, sind meist nicht in der Lage,

hochfrequente Datenströme abzuspei-

chern. Untersuchungen haben gezeigt,

dass die normale Schreiblast eines relationalen

Datenbanksystems lediglich bei

1 bis 1,2 kHz liegt. Zwar kann ein gepuffertes

Schreiben bis zu 250 000 Datensätze

mit einem Schreibbefehl abspeichern,

jedoch entspricht das keiner Schreiblast

von 250 kHz, also dem Maximum des mit

gepuffertem Einfügen überhaupt zu erreichenden

Datendurchsatzes.

Entfernen aller für die Anwendung entbehrlicher

Funktionen wie Benutzerverwaltung,

SQL-Unterstützung, Backup-

Funktionalität, Erweiterbarkeit oder

Transaktionen erreicht.

Eine andere Möglichkeit, das Problem der

langsamen Datenbanken zu überwinden,

ist der Kiwi-Ansatz (Kill It With Iron).

Hier wird das Problem durch Parallelisierung,

Hardwareskalierung und dynamische

Lastverteilung umgangen, was in

der Regel aber mit erheblichen Investitionen

in neue Server- und Clustersysteme

oder Clouds verbunden ist. Dieses Vorgehen

ist eher ineffizient, da das eigentliche

Problem aus folgenden Gründen langfristig

nicht befriedigend zu lösen ist.

➜ Clusterlösungen erfordern einen zusätzlichen

Investitionsaufwand, der

allein im Softwarebereich mit bis zu

40 % der ursprünglichen Installationskosten

kalkuliert werden muss.

➜ Hardwarezukauf geht mit einer kontinuierlichen

Budgetbelastung durch

Energiekosten einher und ist deshalb

mit den Zielsetzungen der Green-IT

unvereinbar.

Nur das nötigste

Eine Zwischenlösung stellen sogenannte

Flat-File-Datenbanken dar. Analog zu

Flachen Dateien bestehen auch hier die

Datensätze aus jeweils einer Zeile. Wird

ein Datensatz hinzugefügt, erhält die Datei

eine neue Zeile. Die Modellierung eines

Datensatzes mit Feldern geschieht

über spezielle Trennzeichen oder feste

Feldlängen – zum Beispiel CSV-Dateien,

bei denen Kommata zum Trennen der Felder

dienen. Bekannte Produkte, die diesen

Ansatz unterstützen, sind Berkeley DB

von Oracle und MySQL CSV. Der Geschwindigkeitsvorteil

dieser Datenbanken

wird allerdings durch konsequentes


26 IEE • 12-2010


TECHNIK Leitebene

Der Windpark

Alpha Ventus erzeugt

mit seinen

Sensordaten eine

Schreiblast von

rund 60 kHz. Relationale

Datenbanksysteme

können mit dieser

Menge nicht umgehen.

Bildquelle: Alpha Ventus/Doti 2009

IEE • 12-2010 27


TECHNIK Leitebene

[2]

[3]

➜ Dynamische Lastverteilung und Parallelisierung

steigern naturge-

➜ mäß nicht nur die Schreib- sondern

auch die Leselast eines Systems. Wird

letztere jedoch nicht benötigt – was

bei vielen Anwendungen in der Sensorik

durchaus der Fall ist – entfällt ein

Großteil der Investition auf eine Leistung,

die nicht abgefordert wird und

damit betriebswirtschaftlich als Fehlinvestition

anzusehen ist.

Clever speichern

Angesichts dieser Situation entwickelte

der Fachbereich Datenverwaltungssysteme

der Technischen Universität Chemnitz

ein zweistufiges Einfügewerkzeug, welches

das Problem der schnellen Speicherung

kontinuierlich eingehender Sensordaten

in klassischen relationalen Datenbanksystemen

löst. Die erste Stufe besteht

aus einer intelligenten Lastverteilungskomponente,

welche die ankommenden

Daten entgegennimmt und weiterleitet,

während die zweite Stufe aus Verarbeitungskomponenten

besteht, welche die

Daten puffern, eventuell vorverarbeiten

und schließlich mithilfe eines Mengeneinfügens

(zum Beispiel bei Oracle 'insert

many') die Speicherung im Datenbanksystem

veranlassen. Mit diesem Ansatz

28 IEE • 12-2010

[2] Die erste Stufe der Datenverarbeitungslösung

besteht aus einer intelligenten Lastverteilungskomponente,

welche die ankommenden Daten

entgegennimmt und weiterleitet. Die zweite Stufe

besteht aus Verarbeitungskomponenten, welche

die Daten puffern, vorverarbeiten und schließlich

mithilfe eines Mengeneinfügens die Speicherung

im Datenbanksystem veranlassen.

[3] Mit der Speicher-Engine konnten kontinuierlich

bis zu 2 Mio. Datensätze pro Sekunde – entsprechend

2 MHz – gespeichert werden, wobei

nur eine physische Speichereinheit zum Einsatz

kam.

werden folgende Ziele erreicht:

➜ Es wird eine flexible Verarbeitungsstruktur

realisiert, womit das System

bei steigenden Geschwindigkeitsanforderungen

skalierbar bleibt.

➜ Dynamische Lastverteilung verhindert

die Überlast einzelner Komponenten.

➜ Die Ausfallsicherheit des Gesamtsystems

wird erhöht.

➜ Es findet eine Entkopplung des Einfügens

von der Datenfrequenz statt.

➜ Es entsteht die Möglichkeit mit und

an den Daten zu arbeiten, ohne einer

festen Zeitschranke zu unterliegen.

➜ Der Funktionsumfang von Verarbeitungskomponenten

lässt sich beliebig

definieren. Er kann von einer einfachen

Pufferkomponente bis zu einem

komplexen Datenvorverarbeitungswerkzeug

reichen.

➜ Nach abgeschlossener Vorverarbeitung

und Informationsaufbereitung

erfolgt die Übertragung der Daten beziehungsweise

der zusätzlich gewonnenen

Informationen in die Datenbank.

Damit stehen diese berechtigten

Nutzern dauerhaft und sicher zur Verfügung.

Allerdings weist der Ansatz neben den beschriebenen

Vorteilen auch einige Nachteile

auf: Man kann von Seiten der Datenbank

beziehungsweise der Nutzer nicht

auf Daten zugreifen solange sich diese

noch im Puffer der Verarbeitungseinheiten

befinden. Außerdem ist der Durchsatz

des Gesamtsystems abhängig von den datenbankeigenen

Mengenspeicherroutinen,

die sich nur bedingt auf den speziellen

Anwendungsfall optimieren lassen.

Um diese Probleme zu lösen, wurde eine

eigene Speicher-Engine entwickelt, die

diese Nachteile beseitigt. Datenbankhersteller

wie Oracle oder IBM bieten die

Möglichkeit, mittels Schnittstellen eigene

oder weitere Funktionalitäten in die Datenbank

zu integrieren. IBM nennt seine

Lösung 'Federated System', Oracle 'Extensibility

Interface'. Beide ermöglichen


TECHNIK Leitebene

es dem Datenbanksystem, mit Datenquellen

fremder Server zu kooperieren. Hierdurch

können die Verarbeitungseinheiten

ihre Daten direkt ablegen und diese sind

ohne Pufferung sofort in der Datenbank

sichtbar. Außerdem ist das System nun

unabhängig von den Speicherprozeduren

des Datenbanksystems.

Labortests, welche die Leistungsfähigkeit

der konzipierten Systeme dokumentieren

sollten, ergaben bei der Nutzung des einfachen

gepufferten Einfügens eine Einfügerate

von konstant 250 kHz. Betrachtet

man vor diesem Ergebnis zum Beispiel

die Anforderungen des Windparks Alpha

Ventus mit einer Schreiblast von etwa

60 kHz, wird deutlich, dass dieses Aufkommen

relativ einfach zu bewältigen gewesen

wäre.

Die maximale Leistungsfähigkeit wurde

mit dem Ansatz der eigenen Speicher-Engine

erreicht. Hier konnten kontinuierlich

bis zu 2 Mio. Datensätze pro Sekunde –

entsprechend 2 MHz – gespeichert werden,

wobei nur eine physische Speichereinheit

verwendet wurde. Durch die Plug-

In-Charakteristik des Ansatzes skaliert

die Leistungsfähigkeit zudem linear zur

Anzahl der Einheiten. Setzt man zwei

oder drei Einheiten ein, lassen sich entsprechend

4 beziehungsweise 6 Mio. Datensätze

pro Sekunde speichern.

Als Hardware für die Untersuchungen

kam ein Standardrechner bestehend aus

einen 3-GHz-Pentium-4-Single-Prozessor

und 2-GB-Hauptspeicher unter dem Betriebssystem

Suse Linux 11 zum Einsatz.

Der Datenbankserver verfügte zusätzlich

über 1 GB Hauptspeicher mehr. Beide

Methoden werden inzwischen durch die

Firma Dimensio Informatics, Chemnitz,

unter den Namen Scrivo und ScrivoSE zur

Produktreife gebracht.

Autoren

Dr. Wolfgang Benn

ist Prof. für Datenverwaltungssysteme an der Technische

Universität Chemnitz.

Sebastian Leuoth

ist Geschäftsführer und Technischer Leiter der

Dimensio Informatics GmbH in Chemnitz.

infoDIRECT

www.iee-online.de

Link zur Technischen Universität Chemnitz

Link zum Softwareunternehmen


788iee1210

TECHNIK Leitebene

CAD

Besseres Design in kürzerer Zeit

pen-Features. Ebenso ist erstmals

eine synchrone, teileübergreifende

Assoziativität verfügbar. Damit

können Anwender ihre Konstruktionsabsichten

vor, während und

nach dem Entwicklungsprozess

anlegen und ändern. Zudem bietet

die Software die Möglichkeit, sowohl

mit synchronen als auch

nichtsynchronen Features in der

selben, integrierten Entwicklungsumgebung

zu arbeiten.

Siemens: Das aktuelle Solid Edge

ST3 beschleunigt die Konstruktion

und vereinfacht Revisionen. Externe

CAD-Daten lassen sich einfach

importieren und wiederverwenden.

Zudem gibt es eine Reihe von Verbesserungen

bei der Simulation

und der Verwaltung von Konstruktionsdaten.

Neben der Unterstützung

von Bauteilmodellierung und

Blechteilkonstruktion, die bereits in

früheren Versionen integriert worden

waren, sind Synchronous-basierte

Modelle nun in allen Baugruppenanwendungen

verwendbar.

Dazu gehören Verrohrung, Rahmen,

Verkabelung und BaugrupinfoDIRECT

www.iee-online.de

Link zum Produkt

Ethernet-Messmodul

Einfache Fernabfrage

659iee1210

gleichbaren Geräten erzielt. Über

den integrierten Web-Server ist die

Einstellung von Messparametern

und die Fernabfrage von Messdaten

über einen Standard-Internetbrowser

möglich.

Data Translation: Das Ethernet-

Messmodul DT 8824 ist auf hohe

Messstabilität und Präzision ausgelegt.

Die vier galvanisch isolierten

Differenzeingänge verfügen

über je einen separaten 24-Bit-

A/D-Wandler. Mit einer Genauigkeit

von 10 ppm, einem geringen Temperaturdrift

von 0,05 °C und einer

Gleichtaktunterdrückung > 150 dB

wird eine um ca. 20-fach höhere

Messstabilität gegenüber verinfoDIRECT

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658iee1210

I/O-Modul

Fernwirktechnik virtuell

Lucom: Die I/O-Module LobiX 5000

sind für eine kabellose Signalübertragung

von und zu Maschinen

oder Anlagen konzipiert. Eingangssignale

lassen sich weltweit über

Mobilfunk, Ethernet- oder IP-Netzwerke

an Remote-Ausgänge übermitteln.

Ausgestattet mit bis zu 64

Ein- und Ausgängen bieten die Module

in der Standardvariante Ethernet

und eine serielle Schnittstelle

(RS 232). Erweiterungen mit unterschiedlichen

Funktionsmodulen,

wie Digital oder Analog I/Os, USB-

Schnittstelle oder Modem, sind applikationsbedingt

möglich. Die digitalen

Eingänge schalten bei 12 bis

24 V DC, analog werden 0 bis 10 V

übertragen. In der Standardeinstellung

werden Schalteingänge 1:1 an

einem oder mehreren Modulen dargestellt.

Dies kann aber auch

Event- oder Timer-gesteuert erfolgen.

Die Module lassen sich über

das integrierte Webinterface auf

verschiedene Betriebsverhältnisse

anpassen und ohne Programmierkenntnisse

über den Internet

Browser parametrieren.

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Simulationssoftware

Erweiterte Simulations-Engine

Maplesoft: Im Gegensatz zu traditionellen,

numerisch arbeitenden

Modellierungswerkzeugen bietet

die Ingenieur-Software Maplesim

aufgrund der symbolischen Herangehensweise

die Möglichkeit, auf

Modellgleichungen zuzugreifen.

Mit der Version 4.5 können Bibliotheken,

Komponenten und Modelle,

die aus elektrischen, 1D-mechanischen,

signalorientierten und

thermischen Domains der Modelica

655iee1210

3.1 Standard Library stammen,

einfach importiert und mit vorhandenen

Komponenten und Modellen

kombiniert werden. Zusätzliche Erweiterungen

erlauben es, ältere

Maplesim-Modelle auf den Modelica-Standard

3.1 zu konvertieren.

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651iee1210

IEE • 12-2010 29


TECHNIK Leitebene

Produktentwicklung und Prozessplanung enger verknüpfen

Durchgeplant

Die OEMs verlagern immer mehr Kostenverantwortung auf die Zulieferer. Gleichzeitig

müssen diese einen hohen Qualitätsstandard bieten sowie flexibel und schnell reagieren

können. Um diesen wachsenden Herausforderungen gerecht zu werden, hat sich

der Ventilatoren- und Antriebshersteller Ebm-Papst dafür entschieden, eine IT-Lösung

zur digitalen Planung und Prozesssimulation einzuführen.

Das Marktumfeld von Ebm-Papst

im Bereich der Antriebs- und

Lüftungstechnik ist geprägt von

starkem Wettbewerb und einer hohen Innovationskraft.

Zuverlässigkeit, hohe

Qualität und eine lange Produktlebensdauer

spielen eine große Rolle. Angesichts

des globalen Wettbewerbs mit neuen Anbietern

– mehrheitlich aus Asien – ist das

Unternehmen stetig gefordert, seine Position

zu behaupten und die Produktionsstandorte

in Deutschland zu sichern. Die

Kunden von Ebm-Papst verlangen, dass

Zu den Produkten

von Ebm-Papst

zählen Motoren

und Ventilatoren

für die Automobilindustrie

und Anbieter

von IT- und

Telekomequipment.

Produkte möglichst schnell und kostengünstig

auf den Markt gebracht werden.

Zudem gibt es im Markt starke Stückzahlschwankungen

von bis zu 200 %, auf

die das Unternehmen seine Fertigung anpassen

muss.

Es gilt Abläufe und Organisation auf die

wachsenden Anforderungen abzustimmen

und die technischen Herausforderungen

zu meistern. Denn für jedes Produkt

gelten besondere Qualitätskriterien.

Das setzt einen dynamischen Fertigungsprozess

voraus. Zudem ist die Produktion

auf jeden einzelnen Auftrag spezifisch

auszurichten. Dazu ist es notwendig, interne

Prozesse mit effizienten Planungsinstrumenten

kontinuierlich zu verbessern.

Einstieg in die digitale Planungswelt

Vor sechs Jahren hat sich das Unternehmen

für die Lösungen von Siemens PLM

Software und damit für den Einstieg in die

digitale Planungswelt entschieden. „Wir

müssen die Anforderungen des Marktes

in unseren Produktionsabläufen spiegeln.

Das bedeutet: Die schnellste Umsetzung

eines Projektes zu den kostengünstigsten

Preisen mit der höchsten Prozess- und

Produktqualität“, erläutert Roland Weisser,

Werksleiter bei Ebm-Papst am Standort

St. Georgen.

Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt

für die Automobilindustrie, bei dem das

Unternehmen mithilfe digitaler Planungstools

400 000 € einsparen konnte, hat

sich das Unternehmen für einen umfassenden

Roll-out der Fertigungsplanungslösungen

Assembly Planning und Validation

aus der Tecnomatix-Suite entschieden.

Mit der Softwarelösung lassen sich

Szenarien für Fertigungsprozesse schnell

definieren und bewerten, um den bestmöglichen

Fertigungsplan aufzustellen.

Darüber hinaus ermöglicht die Software

den Fertigungsplanern ihre Vorstellungen

frühzeitig in den Planungslauf einzubringen

und bietet eine Reihe von Methoden,

um den Workflow zu verbessern und

nicht wertschöpfende Tätigkeiten zu automatisieren.

So lassen sich Produkte im

ersten Durchgang fehlerfrei herstellen.

Produktionssysteme

flexibel und modular aufbauen

Um die spezifischen Anforderungen der

Kunden zu erfüllen, hat der Ventilatorund

Antriebshersteller für die Fertigungs-

30 IEE • 12-2010



Wir

TECHNIK Leitebene

nähern uns schrittweise dem Ziel einer komplett

digitalen Fabrik an – das heißt, jederzeit einen

Überblick über die laufende Produktion zu haben

sowie direkt und punktgenau in den Prozess eingreifen

zu können.

Roland Weisser, Werksleiter St. Georgen bei Ebm-Papst

planung flexible modulare Produktionssysteme

entwickelt. Mithilfe der Tecnomatix-Lösung

lässt sich im Vorfeld prüfen,

ob die entwickelten Fertigungsszenarien

umsetzbar und effizient sind. „Gemeinsam

mit unseren Zulieferern haben

wir Ansätze entwickelt, um sowohl die

Qualitäts- als auch die Kostenanforderungen

unserer Kunden bestmöglich zu

erfüllen“, erklärt Weisser.

Ebm-Papst startet die Produktion mit einer

vorsichtig kalkulierten Stückzahl. Die

Fertigungsplaner haben die Möglichkeit,

die vorhandenen Betriebs- und Prüfmittel

entsprechend der Entwicklungen am

Markt auszuwählen. Falls durch eine veränderte

Kundenstrategie oder durch Neuentwicklungen

eine andere Produktionstechnik

erforderlich wird, lassen sich die

Produktionssysteme mit geringem Aufwand

anpassen.

Jedem Kunden wird zu Projektbeginn ein

Fertigungskonzept mit einer genauen Kalkulation

präsentiert, sodass dieser ein

transparentes Bild von den notwendigen

Betriebsmitteln erhält. „In Konzeptwettbewerben

haben sich die eingesetzten

Tools als sehr hilfreich erwiesen. Mit ihnen

konnten wir bereits in einer sehr frühen

Planungsphase den theoretischen

Nachweis erbringen, dass ein Produkt zu

den angegebenen Konditionen hergestellt

werden kann. Wir geben dem Vertrieb damit

eine transparente und genaue Kalkulationsgrundlage

an die Hand und verschaffen

uns einen großen Wettbewerbsvorteil“,

erklärt Weisser.

Integrierte Planung gibt

Kalkulationssicherheit

Mit der Planungssoftware hat der Fertigungsplaner

außerdem die Möglichkeit,

bestimmte Prozesse vorab zu simulieren.

Basierend auf der 3D-Layoutplanung lassen

sich Detailuntersuchungen einzelner

Arbeitsplätze durchführen. Mittels der

Standardbibliothek von Prozessen bewertet

der Fertigungsplaner die unterschiedlichen

Fertigungsstrategien: Vollautomaten,

Halbautomaten oder reine Handarbeit.

Er führt für jede einzelne Strategie

eine Kosten- und Investitionskalkulation

durch. Zusätzlich lassen sich mithilfe der

Materialflusssimulation die Ausbringungen,

Puffergrößen und Taktzeiten verbessern.

Nach der Entscheidung für eine

Strategie erstellt der Fertigungsplaner die

Fertigungsdokumentation einschließlich

der Arbeits-, Rüst- und Instandhaltungsanweisungen.

„Mit der Unterstützung der

Tecnomatix-Software können wir die

Produktion genau absichern, ohne in den

Produktionsprozess eingreifen zu müssen.

Zu jedem Zeitpunkt haben wir einen

Überblick über den Stand der Produktion

und können kontrollieren, ob die definierten

Ziele erreichbar sind“, so Johannes

Moosmann, Leiter Prozess- und Produktionsentwicklung

bei Ebm-Papst. ➜


Teleservice-

Komplettlösung

via Internet





Hey Boss,

hier läuft

alles bestens!

Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG


Tel.: +49 (0) 722/99


TECHNIK Leitebene

[1] Digitale Planungstools verkürzen den Produktentstehungsprozess

und machen Planungen

transparenter und genauer.

[2] Mithilfe der Planungssoftware hat das Unternehmen

die Zusammenarbeit zwischen Produktund

Prozessentwicklung verbessert.

Bildquelle: alle Bilder Ebm-Papst

[1] [2]

Mithilfe der Softwarelösung hat das Unternehmen

die Zusammenarbeit zwischen

Produkt- und Prozessentwicklung verbessert.

„Gerade in der Frühphase der Produktentwicklung

ist es wichtig, eng mit

den Konstrukteuren zusammenzuarbeiten.

Dafür benötigen wir eine Plattform,

auf die beide Abteilungen zugreifen können.

Änderungen, die in der Konstruktion

gemacht werden, müssen sofort in der

Prozessplanung umgesetzt und in die Kostenkalkulation

einbezogen werden“, sagt

Moosmann. Die Integration der Software

in die IT-Umgebung unterstützt ein effizientes

Simultanes Engineering – parallele

Entwicklung, Planung, Produktion und

Montage – und sorgt damit für höhere

Wirtschaftlichkeit und Termintreue in der

Produktion.

Ergebnis stimmt mit Simulation überein

Einer der Haupteffekte der digitalen Planungs-

und Simulationssoftware ist die

Standardisierung und Verbesserung der

Prozesse. Zwischen der theoretischen

Kalkulation und der praktischen Umsetzung

in der Produktion konnte das Unternehmen

mithilfe der digitalen Planungstools

einen Erfüllungsgrad von rund 90 %

erzielen. Abstriche müssen lediglich dort

gemacht werden, wo nach der Projektfreigabe

noch preis- oder prozessrelevante

Änderungen einfließen.

„Mit der Simulations-Lösung ist es uns

gelungen, ein komplett integriertes Planungssystem

einzuführen. Von der Konstruktions-

und Planungsphase bis hin zur

After-Sales-Phase können wir den gesamten

Produktionslebenszyklus abbilden“,

so Roland Weisser. „Die Planungsdaten

sind jederzeit wiederverwendbar und der

Fertigungsplaner kann bei gleichem Prozess

und gleicher Maschine oder Anlage

auf die vorhandene Dokumentationen zurückgreifen.“

Durch die digitale Fertigungslösung hat

das Unternehmen die Fertigungsproduktivität

und damit auch seine Wettbewerbsfähigkeit

erhöht. Im Rahmen der

bislang sechsjährigen Zusammenarbeit

wurde bei den Projektdurchläufen eine

Zeitersparnis von rund 30 % erzielt. Aufgrund

der positiven Erfahrungen plant

das Unternehmen den Einsatz der Software

auf weitere Geschäftsbereiche und

Standorte auszuweiten. Roland Weisser

sagt, dass die Tecnomatix-Lösung in Zukunft

noch intensiver und unter stärkerer

Einbindung der Kunden und Lieferanten

genutzt werden soll. Erste Schritte in diese

Richtung sind bereits getan. „Wir nähern

uns schrittweise dem Ziel einer komplett

digitalen Fabrik an – das heißt, jederzeit

einen Überblick über die laufende

Produktion zu haben sowie direkt und

punktgenau in den Prozess eingreifen zu

können“, schließt Weisser.

Autor

Marcus Lessnig

ist Marketing Communications Manager bei Siemens

Industry Software in Köln.

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Link zur Planungs- und Simulationssoftware

Link zum Ventilatoren- und Antriebshersteller


790iee1210

32 IEE • 12-2010


CONTACTRON

Hybrid Motorstarter

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TECHNIK Prozessebene

[1] Klein und handlich – das kabellose System

überträgt die Bewegungen via Bluetooth.

Bildquelle: alle Bilder IEE

[1]

Robotersteuerung mit Inertialsensoren

Spielend Roboter trainieren

Um bei der Programmierung von Industrierobotern den Zeitaufwand zu verringern,

haben Ingenieure jetzt eine neue Art der Roboterprogrammierung mithilfe von Inertialsensoren

ausgetüftelt. Sie ist stark an die Wii-Steuerung der Spielkonsole von Nintendo

angelehnt und soll das Programmieren durch einfache Handbewegungen ermöglichen.

Was bei geübten Robotertrainern

nur wenig Zeit in An-

Eingaben am Handsteuergerät in dreidine

100%ig ruhige Hand notwendig ist.

die Übersetzung von zweidimensionalen Bewegungen gefiltert werden, sodass keispruch

nimmt, kann für unerfahrene

mensionale Bewegungen des Roboters zu Solche Sensoren kommen heutzutage

Bediener extrem zeitaufwendig

werden: Gelenkarmrobotern eine Bewegung

im Raum beizubringen, das sogenannte

Teach-in, bedeutet kleinteiliges

Programmieren von Punkten und Bewegungsbahnen.

Willkommene Hilfe

Für Bediener, die nur sporadisch mit dem

Einspeichern komplizierter Bewegungsabläufe

für Roboter konfrontiert sind,

sind vereinfachte Teach-in-Konzepte eine

willkommene Hilfe. Das Bewegen eines

Roboters im Raum ist bei traditionellen

Programmier-Konzepten an das Lenken

innerhalb von Koordinatensystemen gebunden.

Dabei ist ein gewisses räumliches

Vorstellungsvermögen vonnöten, um mit

einem Handsteuergerät einen Roboterarm

mit großen Freiheitsgraden in x-, y-

oder z-Richtung zu bewegen. Sich bei jeder

Programmierung wieder in die Steuerung

der Achsen hineinzudenken sowie

begreifen, kann einigen Aufwand bedeuten.

Daher forschen Ingenieure seit Jahrzehnten

an alternativen Steuerungstechniken.

Aber gleichgültig ob Handsteuergerät,

6D-Maus oder Joystick – wirklich

intuitiv sind diese Bedienkonzepte nicht.

Der Steuerungstechnik-Hersteller Keba

forscht ebenfalls seit Jahren an Konzepten

zum einfachen Programmieren von Robotern.

Für seine neue Entwicklung hat

sich die Firma den Kontroller der Spielekonsole

Wii von Nintendo zum Vorbild

genommen. Dieser ermöglicht bei Videospielen

das Übertragen der eigenen Bewegung

auf virtuelle Figuren. Darauf basiert

auch das Konzept im Handbediengerät

Ketop P10 Directmove für das Übertragen

auf Bewegungen eines Roboterarms.

Die Positionserfassung im Bediengerät erfolgt

mithilfe von Inertialsensoren, die für

die Lagebestimmung zuständig sind. Sie

messen die translatorischen und rotatorischen

Beschleunigungskräfte, wobei die

häufiger in der Industrie zum Einsatz, da

sie in den vergangenen Jahren durch den

vermehrten Einsatz in Consumer-Produkten

wie Spielkonsolen deutlich verbessert

und im Preis günstiger wurden. Eine genaue

Positionierung des Roboters beziehungsweise

seines Werkzeugs ist im industriellen

Einsatz natürlich unerlässlich.

Bei dem kabellosen System des Steuerungstechnik-Herstellers

werden die Bewegungen

des Bedieners via Bluetooth

von der Handsteuerung übertragen. „Es

gibt zwar schon verschiedene Entwicklungen,

die in diese Richtung gehen, aber

das Neue an unserem Produkt ist dass wir

die Roboterbewegung relativ zur Lage der

Benutzerhand durchführen. Das bedeutet

Abweichungen in der Roboterbewegung

werden intuitiv durch eine Korrektur der

Handlage ausgeglichen. Weiters löst die

Zweihandbedienung mit dem bestehenden

Handbediengerät das frühere Sicherheitsproblem,

indem der Anwender ➜

34 IEE • 12-2010


TECHNIK Prozessebene

Gelenkarmrobotern eine Bewegung

im Raum beizubringen,

bedeutet oft kleinteiliges Programmieren

von Punkten und

Bewegungsbahnen.

IEE • 12-2010 35


TECHNIK Prozessebene

[2]

[3] [4]

[2] Für die Neuentwicklung haben sich die Ingenieure

den Kontroller der Spielekonsole Wii von

Nintendo zum Vorbild genommen.

[3] Über einen Analog-Joystick am Handbediengerät

lässt sich die Geschwindigkeit der Bewegung

regeln.

[4] Der Roboter folgt auf Fingerzeig.

an dem zweiten Handgerät den Zustimmungsschalter

drückt“, erklärt Harald

Kampenhuber, Leiter Produktmanagement

Kemotion for Automation bei Keba.

Natürliche Weiterentwicklung

Das neue Bedienkonzept bietet die Vorteile,

dass der Anwender sich mit dem feinfühligen

Gerät frei im Raum bewegen und

Punkte direkt ansteuern kann. Die Idee

dabei ist, dass das Gerät wie eine Art Laserpointer

in der Hand liegt und die Bewegungsrichtung

des Roboters angibt. „Wir

wollen, dass der Anwender nicht mehr in

Koordinaten denkt, sondern intuitiv dahin

gelangt, wo er hin möchte. Wir sehen

das als natürliche Weiterentwicklung der

erprobten Bedienphilosophien“, so Kampenhuber

weiter. Über einen Analog-Joystick

am Handbediengerät lässt sich die

Geschwindigkeit der Bewegung regeln,

mithilfe von insgesamt fünf Tasten lässt

sich zwischen verschiedenen Bewegungsmodi

entlang eines karthesischen Koordinatensystems

oder achsweise wechseln.

Drei dieser Funktionstasten lassen sich

zusätzlich mit spezifischen Positionen

oder Aktionen programmieren. „Wir haben

bei uns im Haus Tests mit externen

Systemintegratoren durchgeführt und die

sind der Meinung, dass das Gerät auch für

die Feinpositionierung absolut geeignet

ist. Derzeit ist es zwar noch in einem Entwicklungsstadium,

aber wir wollen es

jetzt bei unseren Kunden in der Anlage

testen“, berichtet Kampenhuber.

Ist der Bediener mit dem Roboterarm an

die gewünschte Positionen verfahren,

muss er den jeweiligen Punkt oder die Aktion

des Werkzeugs an diesem Punkt mithilfe

eines herkömmlichen Teach-in-

Gerätes im Programmablauf speichern.

Dies entspricht dem Arbeitsaufwand der

traditionellen Bedienung, jedoch ist das

Bewegen an die Position deutlich schneller.

„In Tests haben wir eine 10- bis

20%ige Reduktion der Teach-in-Zeiten

festgestellt“, erzählt Kampenhuber.

Allein die systemimmanente Drift der

Sensoren muss noch behoben werden.

Daher muss das Bediengerät mittels Kalibrierung

eine bevorzugte Ausrichtung erhalten,

auf die sich die Sensoren beziehen.

„Das ist ein grundsätzliches Problem dieser

Initialsensoren, das noch zu lösen ist.

Die Sensoren haben einen Drift, den wir

nur durch die Kalibrierung ausmerzen“,

erklärt Kampenhuber, „Diese Schwierigkeit

auszuschalten ist unser aktueller Entwicklungsschwerpunkt.“

Technik im Detail

Spielkonsole mit Wiimote

Die Wii ist seit Ende 2006 auf dem Markt. Ihr

Controller verfügt über eingebaute Bewegungssensoren.

Diese registrieren die Position und die

Bewegungen des Controllers im Raum und setzen

sie in entsprechende Bewegungen von

Spielfiguren oder -elementen auf dem Bildschirm

um. Das Spielsystem aus Hardware und

Software misst dabei die dreidimensionalen Bewegungen

des Nutzers. Mithilfe zweier Referenzpunkte

in der Sensorleiste, welche unten vor

oder oben auf dem Fernseher platziert werden,

und einer Infrarotkamera, welche bis zu vier

Infrarotquellen erfasst, an der Vorderseite des

Weniger als eine Stunde

Zielpublikum sind grundsätzlich Einsteiger

in die Robotik, sprich das Bedienpersonal

in den Anlagen, das wenig Erfahrung

mit der Programmierung von Robotern

hat. Aber auch geübte Roboterbediener

können es einsetzen und werden bald

die Vorteile des Systems erkennen, dessen

ist sich Kampenhuber sicher: „Wenn der

Kunde schon ein gewisses Verständnis für

die Probleme in der Robotik mitbringt,

braucht er vermutlich höchstens eine

Stunde, um die Bedienung unseres Systems

zu erlernen.“

Autorin

Tina Walsweer

ist Volontärin der IEE.

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Link zu den mobilen Handbediengeräten


783iee1210

Steuergerätes, der sogenannten Wiimote, lassen

sich Position und Lage des Controllers relativ

zum Bildschirm bestimmen. Dadurch ist es möglich,

Spielobjekte auf dem Bildschirm direkt anzuvisieren.

Die Präzision ist vergleichbar mit der

eines Mauszeigers grafischer Benutzeroberflächen.

Zusätzlich enthält der Controller einen Beschleunigungssensor,

mit dem Bewegungen und

Drehungen des Controllers erkannt und direkt für

die Spielsteuerung genutzt werden können. Die

Kommunikation mit der Konsole erfolgt kabellos

via Bluetooth.

Quelle: de.wikipedia.org

36 IEE • 12-2010


TECHNIK Prozessebene

Bildquelle: Softing

Bildquelle: Murrelektronik

Bildquelle: Cattron-Theimeg

OPC-Server

Server mit SAP-Kopplung

Softing: Die jüngste Erweiterung

des S7/S-5 OPC-Servers ermöglicht

die Integration der Automatisierungstechnik

in SAP R/3. Störungen

können automatisch und

zeitlich exakt erfasst und Anlagen-

Signalsäulen

Flexibel und leuchtstark

Murrelektronik: In den Signalsäulen

der Modlight-Reihe wird durch ein

patentiertes Doppelreflektionssystem

und Leuchtdioden eine hohe

Lichtausbeute erzielt. Durch die

Funkempfänger

Vielseitig konfigurierbar

verluste sichtbar gemacht werden.

Die Kopplung des Servers an die

Siemens Steuerungen erfolgt über

Ethernet und den Softing Netlink-

Adapter. Zustands- und Diagnoseinformationen

der Maschinen und

Anlagen, Produktionsgeschwindigkeit,

Qualität und Störmeldungen

werden in Echtzeit und fehlerfrei an

das ERP-System übertragen.

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Helligkeit können Signalzustände

auch bei Tageslicht oder bei größerer

Entfernung sicher abgelesen

werden. Trotzdem tragen die Signalsäulen

mit ihrer LED-Technologie

zum Energiesparen bei. Ein

weiterer Vorteil gegenüber herkömmlichen

Glühlampen ist die

Unempfindlichkeit gegen Vibrationen

und die Wartungsfreiheit während

ihrer Lebensdauer von rund

100 000 Stunden.

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dung von Prozessdaten geschieht

auf demselben HF-Kanal und kann

über Optokoppler, analoge Eingänge

oder serielle Feldbus-Schnittstellen

in den Empfänger eingegeben

werden. Durch Doppelprozessortechnologie

sowie redundante

Architektur von Hard- und

Software erfüllt er die Anforderungen

gemäß EN954-1 Kategorie 3

bzw. EN ISO 134849-1 Performance

Level d.

Cattron-Theimeg: Der modulare

Empfänger MMCU-4 lässt sich mit

bis zu vier Ein- oder Ausgabekarten

für digitale, analoge oder serielle

Signale ausrüsten. Die RückmelinfoDIRECT

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600iee1210

502iee1210

211iee1210

Bildquelle: PXIdirect

Bildquelle: Resotec

Bildquelle: Olympus

Controller Starterkits

Umstieg leicht gemacht

Bediensystem

Intelligente Bedienfelder

Resotec: Remod ist eine wirtschaftliche

Lösung für einfache Maschinen-

und Anlagenbedienung. Durch

Vernetzung der Module über industrielle

Feldbussysteme wird eine

Digitalkamera

Anspruchsvolles Imaging ohne PC

Olympus: Egal ob Life Science oder

Materialmikroskopie, die Digitalkamera

DP21 ermöglicht die ruckfreie

Echtzeitdarstellung von High-Definition-Aufnahmen

in UXGA-Qualität

sis und einem Controller oder alternativ

einer PXI/PCI-Bridge. Diese

Bridge auf PCIexpress-Basis erlaubt

die Verwendung eines Standard-PCs

als Controller des Systems.

Alle Komponenten kommen

von Adlink und sind jeweils zu Kombinationen

mit reduziertem Preis

zusammengefasst. Auch ein Chassis

mit eingebautem TFT-Bildschirm

gehört zur Auswahl.

PXIdirect: Durch das Angebot an PXI

Starterkits macht des Unternehmen

den Einstieg in die PXI-Welt

bzw. den Umstieg auf kostengünstige

Systemlösungen attraktiv. Ein

Starterkit besteht aus einem ChasinfoDIRECT

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größtmögliche räumliche Unabhängigkeit

erreicht. Die Module lassen

sich ohne direkte Ankopplung

an den Feldbus in einer zweiten

Busebene miteinander verbinden.

Platzsparend ermöglichen dreifarbige

Flächen-LEDs und eine Status-LED

eine Überwachung Betriebszustände.

Der Bediener erhält

durch die geprägten Tastenelemente

und über die Kurzhubtaster

eine Rückmeldung der Betätigung.

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(1 600 x 1 200). Das Stand-alone-

Modell mit 2,11 Mpx wurde so entwickelt,

dass das Beobachten der

Proben, das Fokussieren und die

Wahl des Bildausschnitts einfach

wird. Für Imaging-Aufgaben ganz

ohne PC steht optional ein leicht zu

handhabendes Bedienteil zur Verfügung.

Bei Fokusänderungen und

schnellen Bewegungen kennzeichnet

sie sich durch eine übergangslose

Bildwiedergabe.

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IEE • 12-2010 37


TECHNIK Prozessebene

Mit Flat-Panels

kann der Anwender

im rauen Industrieumfeld

seine

Maschinen bedienen

und die

Anlagenzustände

beobachten.

Bildquelle: alle Bilder Siemens

Dezentrales Bedienen und Beobachten für die PC-basierte Automatisierung

Monitor oder Thin Client?

Kombinationen aus einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) und einem

Operator Panel sind für die Automatisierung von Maschinen und Anlagen bis heute

weit verbreitet. Vermehrt halten aber auch PC-basierte Steuerungs- und Visualisierungssysteme

Einzug. Welche Möglichkeiten bieten sich bei Bedienkonzepten mit

Industrie-PCs? Wann sind Monitoren, wann Thin Clients besser geeignet?

Die PC-basierte Automatisierung

ist auf dem Vormarsch. Kaum eine

Anlage oder eine komplexe

Maschine kommt heute noch ohne einen

Industrie-PC (IPC) aus. Die hohe Leistungsfähigkeit

eines IPCs erlaubt es, nicht

nur die Visualisierungsaufgabe, sondern

auch die Funktion der SPS in einem Gerät

zu integrieren. Und auch dann bietet der

IPC – das ist seine besondere Stärke – immer

noch weitere Ressourcen, zum Beispiel

für die Archivierung von Daten, für

Kommunikationsaufgaben und für viele

weitere anwendungsspezifische Funktionen.

Für die Prozess- und Anlagenvisualisierung

mit IPCs bieten sich zwei wesentliche

Aufbauvarianten an: zentral, also alles

zusammen in einem kompakten Gerät

mit einem sogenannten Panel-PC, und dezentral,

das heißt an den IPC sind eine

oder mehrere abgesetzte Bedien- und Anzeigegeräte

angeschlossen. Diese Anzeigegeräte

sind entweder Industriemonitore,

wie etwa die Flat-Panel-Monitore aus der

Produktfamilie Simatic von Siemens, oder

Netzwerkclients, beispielsweise Thin

Clients ebenfalls aus der Simatic-Reihe.

Der Projekteur steht nun vor der Frage,

welches das richtige Bedienkonzept für

seine Maschine oder Anlage ist. Welche

Geräte passen am besten zu seinen Anforderungen?

Volle Grafik-Power

Seit der Einführung des ersten PCs von

IBM hat sich die Grafikleistung von PCs

exponentiell entwickelt. Heutige Industriemonitore

können bis zu 242 Farben

bei einer Auflösung von etwa 2 Mio. Bildpunkten

darstellen. Aber um solch ein

Bild mit 60 Hz Wiederholfrequenz digital

zum Monitor zu übertragen, benötigt

man eine hohe Datenrate von konstant

8 GBit/s. Diese stellen heute nur die im PC

38 IEE • 12-2010


TECHNIK Prozessebene

Kleine Revolution

mit großen Folgen.

verfügbaren Grafikschnittstellen, wie

VGA (Video Graphics Array) oder DVI

(Digital Visual Interface), zur Verfügung.

Der Industrieanwender eines PCs

wünscht sich aber auch, dass er unabhängig

von der Applikations-Software den

PC in Betrieb nehmen, seine Systemsoftware

aktualisieren oder einfach nur das

Bootmedium auswählen kann. In dieser

Inbetriebnahme- oder Servicephase geht

es nicht darum, viele Daten zu übertragen,

sondern der Anwender benötigt einen

direkten Zugriff auf die Hardware

des PCs, noch bevor das Betriebssystem

gestartet ist und spezielle Kommunikationstreiber

aktiv sind. Das lässt sich nach

heutigem Stand der Technik nur mit der

integrierten Grafikschnittstelle des PCs

und einem angeschlossenen Monitor realisieren

– also nur mit Flat Panels, nicht

mit Thin Clients, die eben diese Kommunikationstreiber

brauchen.

Anders als Consumer-Monitore müssen

Industriemonitore im Bedienpult oder im

Schaltschrank solide befestigt werden

und mit sauberer Kabelführung oft über

größere Entfernungen verkabelt werden.

Hier zeigt sich ein wichtiger Vorteil der

Flat Panels des Typs Simatic: Sie lassen

sich über Standardschnittstellen mit entsprechender

Technik – über die ursprünglichen

Normspezifikation für DVI und

USB von 5 m Kabellänge – bis zu 30 m

entfernt betreiben. Darüber hinaus bieten

sie weitere Parameter, die viele sogenannte

Industriemonitore nicht bieten, etwa

24-V- oder 110/230-V-Spannungsversorgung,

Eignung für Umgebungstemperaturen

bis 50 °C und geneigte Einbaulagen.

Auch eine hohe mechanische Robustheit

und Elektromagnetische Verträglichkeit

(EMV) gehört bei ihnen zum Standard.

Kostengünstig und

flexibel verbinden via Ethernet

Möchte der Anwender eine Bedieneinheit

über eine größere Entfernung absetzen, so

kommen die oben beschriebenen Monitore

nicht in Frage. Auch kann es notwendig

sein, dass der Anwender sich von der Bedieneinheit

auf unterschiedliche IPCs verbinden

muss, um auf verschiedene Applikationen

zuzugreifen. In diesem Fall kann

ebenfalls kein solcher Monitor zum Einsatz

kommen. Ein Thin Client, der über

Ethernet mit dem PC (Server) verbunden

wird, ist hier die richtige Wahl.

Client-Server-Architekturen sind aus dem

klassischen IT-Bereich nicht mehr wegzudenken.

Der Vorteil: Die große, teure

Rechenleistung wird nur auf den Servern

benötigt. Diese stellen ihre Applikationen

im Netzwerk den kostengünstigen Clients

zur Verfügung. Über den Thin Client erfolgt

lediglich die Dateneingabe und -ausgabe.

Die Datenverarbeitung an sich

übernimmt der Server. Ein weiterer Vorteil

von Client-Server-Architekturen ist,

dass die Software selbst nur auf dem Server

läuft, das reduziert den Wartungs- und

Pflegeaufwand.

Seit einiger Zeit findet man Client-Server-

Architekturen verstärkt auch im maschinennahen

Bereich. Denn Ethernet ist heute

in jeder Anlage verfügbar, Anwender

können quasi unendlich große Distanzen

kostengünstig überwinden und genau das

hat in den letzten Jahren zur Erfolgsgeschichte

dieses Konzepts beigetragen.

Ein klassischer Netzwerk-Client kommuniziert

in der Regel mit einem leistungsfähigen

PC-Server über Standardprotokolle

wie Remote Desktop (RDP)

oder Virtual Network Computing

(VNC). Thin Clients im Industriebereich

müssen jedoch noch mehr Anforderungen

erfüllen. Sie müssen mit vielen verschiedenen

Servern unterschiedlicher Leistungsfähigkeit

kommunizieren können. Und

das über die gerade genannten Standard-

IT-Protokolle genauso wie über Protokolle,

die sich im Automatisierungsumfeld

bewährt haben, zum Beispiel Smartaccess.


Die PC–Echtzeiterweiterung:

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ist eine neuartige und kostengünstige

Echtzeiterweiterung für PCs.

Sie ist einfach zu implementieren

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[1]

[1] Für den Einsatz direkt am Tragarm stehen robuste

Gehäuse in Schutzart IP65 zur Verfügung.


TECHNIK Prozessebene

kommt häufig Citrix zum Einsatz. Das

Prinzip: Auf dem Server wird definiert,

auf welche Applikationen die Clients zugreifen

können. Die Clients selbst können

sich dann auf die am Server frei gegebenen

Applikationen automatisch verbinden.

[2]

Die Thin Clients aus der Produktreihe Simatic

verfügen über die oben genannten

Eigenschaften und wurden zusätzlich auf

Bedienerfreundlichkeit ausgelegt. Sie lassen

sich einfach projektieren und Anwender

können sie intuitiv über das Touch-

Display bedienen. Möchte der Anwender

die Bedieneinheit direkt am Tragarm

montieren, so steht auch eine Variante im

rundum geschlossenen IP65-Gehäuse zur

Verfügung.

Im Industrieumfeld ein Thin Client über

Protokolle wie Smartaccess auf die Visualisierungssoftware

Simatic WinCC flexibel

zugreifen. Die Software läuft dabei auf

einem Server: Das kann ein Operator Panel

oder ein IPC, zum Beispiel ein Box-PC

des Typs Simatic IPC627C, sein. Abhängig

von der Leistungsfähigkeit des Servers

lassen sich zwei oder mehrere Thin

Clients betreiben. Der Vorteil: Ändert der

Anwender das HMI-Projekt, muss er die

Änderung nur einmal zentral auf dem Server

durchführen. Für Scada-Anwendungen

lassen sich mit Thin Clients ebenfalls

kostengünstige und flexible Strukturen

aufbauen. Beispielsweise kann der Thin

Client als HMI-Client via RDP mit der

Scada-Software WinCC kommunizieren.

Ganz neu ist, dass nun auch eine CNC-

Flat Panels und Thin Clients eignen sich beide für den industriellen Einsatz

[2] Ein Design – viele Konfigurationsmöglichkeiten:

Flat-Panel-Monitore und Thin Clients bieten

ein durchgängiges HMI-Konzept für industrielle

Automatisierung.

Simatic Flat Panel Simatic Thin Client

Maximale Entfernung zum PC /Server Bis zu 30 m über DVI Unbegrenzt über Ethernet

Grafik-Performance Sehr gut (verzögerungsfrei) Je nach Protokoll 0,5 bis 3 s Bildaktualisierungszeit

Maximale Bedieneinheiten pro PC/Server

1, mit Panel-PC: 2 Je nach Protokoll und Server: 2 bis n

Zugriff auf Bios/PC-Inbetriebnahme Ja/Ja Nein/Nein

Werkzeugmaschinensteuerung des Typs

Sinumerik direkt über die beschriebenen

Thin Clients bedient werden kann.

Mit der klassischen PC-Welt kommunizieren

diese Thin Clients über Standard-

Netzwerkprotokolle wie RDP, VNC oder

Citrix. RDP ist heute in jedem Microsoft-

Betriebssystem enthalten und braucht nur

aktiviert zu werden. Über RDP kann von

einem Thin Client aus auf den Desktop

des Servers zugegriffen und dieser fernbedient

werden. Man kann RDP auch so

einrichten, dass der Zugriff auf einzelne

Programme und Funktionen begrenzt

wird. Beliebt ist außerdem die Verwendung

von VNC. Der wesentliche Unterschied

zu RDP besteht darin, dass VNC

bei zwei oder mehr angeschlossenen Bedieneinheiten

einen geklonten Desktop

anzeigt. Über RDP kann – auf einem

Nicht-Server-Betriebssystem – immer nur

eine Bedieneinheit aktiv sein und den Server

bedienen. Alle anderen Stationen zeigen

in diesem Fall das Anmeldefenster. Bei

komplexen Client-Server-Architekturen

Extended/Clone Ja/Ja Nur bei Citrix oder Windows Server via

RDP/ja (VNC oder Smartaccess)

Die Kombination macht's

Klassischer Monitor mit IPC-Aufbau

oder doch eher die Client-Server-Architektur?

Häufig ist es nicht einmal eine

Entweder-oder-Frage, sondern der Anwender

kann meist mit beiden Aufbaustrukturen

das gewünschte Bedienkonzept

umsetzen. Doch gibt es einige Anhaltspunkte,

die mehr für die eine oder

andere Lösung sprechen:

➜ Hohe Anforderungen an die Grafik,

zum Beispiel durch 3D-Daten oder Videos

sprechen für den Einsatz von

Flat-Panel-Monitoren. Soll die Inbetriebnahme

des IPC direkt in der Anlage

erfolgen oder ist es notwendig,

Bios-Einstellungen zu ändern, so

kommt ebenfalls nur ein Flat-Panel-

Monitor in Frage.

➜ Kommt es hingegen weniger auf die

Grafikperformance als vielmehr auf

eine große Entfernung zum IPC an,

die kostengünstig überwunden werden

muss, so bieten sich Thin Clients

an.

Wer aufgrund seiner technischen Anforderungen

an Rechen- und Grafikleistung

sowie an Offenheit eine PC-basierte Automatisierungslösung

wählt, wird an seinen

PC üblicherweise einen Monitor anschließen.

Will man hingegen die Vorteile einer

Client-Server-Architektur nutzen, sind

Thin Clients die richtige Wahl. Das Gute

daran ist, dass der Bediener vor Ort den

Unterschied des gewählten Konzepts

(fast) nicht merkt.

Autoren

Sandra Schrickel

ist Produkt Manager für Simatic Thin Clients bei

Siemens in Nürnberg.

Jörg Ehrsam

ist Produkt Manager für Simatic Flat Panels bei

Siemens in Nürnberg.

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Link zu den Flat Panels

Link zu den Thin Clients


769iee1210

40 IEE • 12-2010


Maximale Produktion bei

minimalem Energieeinsatz

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TITELSTORY Feldebene

[1] Der Androide Albert Hubo kann laufen, sprechen,

Personen erkennen und auch seine Gesichtszüge

verändern.

[2] Das Therapiesystem unterstützt das Führen

der Beine auf dem Laufband von im Gehen eingeschränkten

Patienten mit neurologischen Krankheiten

und Verletzungen.

Bildquelle: alle Bilder Maxon Motor

[1] [2]

DC-Motoren erwecken Roboter zum Leben

Ohne Bewegung

läuft nichts

Schon ein einfaches Winken setzt die Bewegung verschiedener Gelenke voraus. Beim

Menschen erledigen das Muskeln, die durch die Folge von Zusammenziehen und

Erschlaffen Körperteile bewegen. Ein Roboter muss auf andere Techniken zurückgreifen.

Um vorwärts zu kommen, verwendet er beispielsweise eisenlose und

rastmomentfreie Gleichstrommotoren.

Grundsätzlich sorgt ein DC-Motor

durch Links- und Rechtsdrebremst

voranschreitenden Miniaturisie-

Dieses sogenannte Rastmoment führt da-

spielen eine Schlüsselrolle bei der unge-

Motor nur an ganz bestimmten Stellen an.

hen für Bewegung. Im realen rung in der Antriebstechnik und der resultierenden

zu, dass das erzeugte Drehmoment eine

Einsatz gestaltet sich das aber nicht immer

so einfach, wie es sich aufs Erste anhört.

Für einen modernen Roboter ist es

besonders wichtig, dass seine Bewegungsabläufe

präzise und dynamisch sind und

möglichst wenig Energie aufwenden.

Gleichzeitig sollen die einzelnen Komponenten

möglichst klein und leicht sein.

Das bringt Agilität und spart Kraft.

Maxon Motor hat sich seit mehr als 40

Jahren auf die Entwicklung von Gleichstromantrieben

und Systemen bis 500 W

Leistung spezialisiert. Denn permanentmagnetisch

erregte Gleichstrommotoren

Forderung nach immer mehr

Leistung auf immer kleinerem Raum. Gerade

eisenlose Gleichstrommotoren erfüllen

die Anforderungen der Robotik präzis,

kompakt und effizient.

In konventionellen Gleichstrommotoren

mit Eisenkern werden die weichmagnetischen

Zähne des Rotors durch die in der

Nähe befindlichen Permanentmagnete

polarisiert und angezogen. Eine Bewegung

zum folgenden Magnetpol erfordert

eine Ummagnetisierung. Der Rotor versucht

an diesen Vorzugspositionen zu verharren

und ohne Bestromung hält der

starke Welligkeit aufweist.

Maxon-Motoren sind rastmomentfrei,

denn das Herzstück des zylindrischen

Gleichstrommotors ist der eisenlose Rotor,

eine selbsttragende Kupferwicklung.

Daraus leiten sich verschiedene Vorteile

ab:

➜ kein magnetisches Rastmoment und

daher ruckfreier Lauf auch bei kleinen

Drehzahlen

➜ einfache Regelung jeder beliebigen

Rotorposition

➜ wenig Vibrationen

➜ geringe Geräuschentwicklung ➜

42 IEE • 12-2010


TITELSTORY Feldebene

DC-Motoren lassen Roboter laufen,

greifen und die menschliche

Mimik nachahmen.

IEE • 12-2010 43


TITELSTORY Feldebene

Technik im Detail

Anlehnungen an die

Science Fiction

Aktuelle Technologien und das Science-Fiction-

Genre haben sich schon immer gegenseitig inspiriert.

Nicht umsonst finden an Fachhochschulen

und Universitäten Star-Trek-Vorlesungen

statt, die die Technik aus der Serie erklären, oder

machen sich Wissenschaftler darüber Gedanken,

wie man Soldaten die Kraft von Superhelden

verleiht. Manchmal können Inspiration und Anspielungen

auch etwas ironische Züge annehmen.

Wie etwa im Fall der japanischen Unternehmens

Cyberdyne. Der Name Cyberdyne stammt

aus den Terminator-Kinofilmen. Im Film entwickelt

die Firma Cyberdyne das Computersystem

Skynet, das die Menschheit in einem nuklearen

Holocaust vernichtet und die letzten

Überlebenden mit den Terminatoren jagt. Der

Name des Roboter-Anzugs HAL erinnert außerdem

stark an den Film '2001: Odyssee im Weltraum'.

Im Film wird der Schiffscomputer HAL

9000 verrückt und versucht, seine Besatzung zu

ermorden.

Weil bei den DC-Motoren des Antriebsspezialisten

die Magnetisierung des Stators

fest eingeprägt und der Rotor ohne

Eisen ausgeführt ist, treten auch keine Eisenverluste

auf. Als Eisenverluste bezeichnet

man Leistungsverluste, die während

des Betriebs durch das fortlaufende Ummagnetisieren

und durch induzierte Wirbelströme

im Eisen entstehen. Die Antriebe

eignen sich für batteriebetriebene Anwendungen

aufgrund des hohen maximalen

Wirkungsgrads bis 90 % und des geringen

Leerlaufstroms von weniger als

50 mA. Außerdem entfällt die hohe zusätzliche

Induktivität des Eisenkerns. Für

die Kommutierung muss weniger magnetische

Energie geschaltet werden und

die auftretenden Funken beim Öffnen des

Kontaktes zwischen Bürste und Kollektorlamelle

sind weniger ausgeprägt. Die

DC-Motoren erzeugen weniger Bürstenfeuer

und haben deshalb eine höhere Lebensdauer

und weniger elektromagnetische

Störungen.

Aufgrund des fehlenden Eisenkerns ist der

Magnet platzsparend im Zentrum angesiedelt.

Die gegenüber eisenbehafteten

Motoren vorteilhafte Magnetgeometrie

ermöglicht ein effizienteres Design des

Magnetkreises und eine hohe Induktionsfeldstärke

im Luftspalt. Das Massenträgheitsmoment

des Hohlzylinders ist gegen-

[2]

über dem Vollzylinder eines eisenbehafteten

Rotors kleiner und ergibt hohe Leistung

auf kleinem Raum, kompakte Bauform

mit geringem Gewicht sowie hohe

Dynamik und schnelle Beschleunigung

mit Hochlaufzeiten von nur einigen Millisekunden.

Die DC-Motoren gibt es mit und ohne

Bürsten. Der Vorzug von bürstenlosen

DC-Motoren – aufgrund ihrer elektronischen

Kommutierung auch EC-Motoren

genannt – liegt vor allem in der längeren

Lebensdauer und der besseren Dynamik.

Laufen lernen ist schwierig

Zweibeinige Roboter – auch Androiden

genannt – ließen lange auf sich warten,

weil sich die Imitation des menschlichen

Gangs sehr schwierig gestaltet. Der

menschliche Körper stellt seinen Gleichgewichts-punkt

parallel zu den Änderungen

seines Auflagepunkts und in Abhängigkeit

vieler Faktoren ständig neu ein –

eine enorme Herausforderung für Forscher

und Tüftler.

Denn Roboter, die auf zwei Beinen stehen,

sind grundsätzlich instabil. Das rührt daher,

dass das Zentrum der Körperschwerkraft

auf Taillenhöhe liegt und die Kontaktflächen

mit dem Boden durch die Füße

relativ klein sind. Schon bei geringen

[3] Diese Armprothese lässt sich durch

Gedanken steuern.

äußeren Störeinflüssen wie Bodenunebenheiten

oder Hindernissen kann ein

Roboter umfallen. Dass diese Herausforderungen

aber zu meistern sind, zeigt der

Androide Albert Hubo. Er kann laufen,

sprechen, Personen erkennen und seine

Gesichtszüge verändern. Ein spezielles

Material mit dem Namen Frubber, das

aus den Hollywood Filmstudios stammt,

macht es möglich, die Mimik des Menschen

nachzuahmen. Albert Hubo hat 66

Freiheitsgrade (aktive Gelenke) ist

137 cm groß, 57 kg schwer, komplett batteriebetrieben

und soll als Unterhaltungsmedium

und in der Altenpflege zum Einsatz

kommen.

Für die Gesichts- und Körperbewegungen

kommen Elektromotoren zum Einsatz;

allein im Gesicht sind es 28, um Ausdrücke

wie Freude, Traurigkeit, Wut oder

Überraschung zu erzeugen. Die sanften

Körperbewegungen verdankt Albert Hubo

auch den bürstenlosen und bürstenbehafteten

DC-Motoren des Antriebsspezialisten.

Für die Arme sind 14 Antriebe

im Einsatz, die Hände benötigen zehn

Motoren, die Taille einen und nochmals

zehn Motorendie treiben die Beine an. Die

Präzisionsmotoren haben Durchmesser

von 10 bis 40 mm. Kleinere stecken beispielsweise

in den Fingern, größere in Beinen

und Rumpf.

Exoskelett gibt Superkräfte

Die ersten motorbetriebenen Exoskelette

stammen aus Japan und sollen in naher

Zukunft auch im Westen auf den Markt

kommen. Damit rücken die Abenteuer

des Comic- und Kinohelden Iron Man ein

Stück näher an die Realität.

Das japanische Unternehmen Cyberdyne

hat ein künstliches Exoskelett zum Anziehen

entwickelt, quasi einen Roboter-Anzug.

Es trägt den Namen HAL-5, wiegt

23 kg und ist mit Sensoren, Maxon-Elektromotoren,

Messeinrichtungen und einem

Kleincomputer bestückt. HAL steht

für Hybrid Assistive Limb (deutsch: hybrides

Hilfsglied) und soll dem Träger ermöglichen,

Körperbehinderungen zu

kompensieren oder schwere Lasten zu

transportieren.

44 IEE • 12-2010


TITELSTORY Feldebene

Der Roboteranzug wird ähnlich einer

mittelalterlichen Ritterrüstung übergezogen.

DC-Motoren und Sensoren, die

unter weißen Plastikschienen versteckt

sind, werden an Armen und Beinen fixiert

und eine Art Harnisch über die Brust gezogen.

Der Akku, der knapp drei Stunden

hält, hängt am Gürtel. Die biokybernetische

Steuerung der Maschine stützt sich

auf Sensoren, die auf der Haut befestigt

werden und über die anliegende Spannung

die Nervenimpulse abgreifen. Der

angeschlossene Rechner wertet die Signale

aus und erkennt so, ob der Träger des

Anzugs gehen oder stehen will. Wenn er

zum Beispiel einen Schritt vorwärts machen

möchte, gibt der Rechner der Hydraulik

des Mechanikbeins den Befehl,

den Stellwinkel der Gelenke entsprechend

zu verändern. Auf diese Impulse reagieren

die bürstenlosen DC-Motoren im Bruchteil

einer Sekunde und damit fast genauso

schnell wie das körpereigene Nerven-

Muskel-System auf die Signale vom Gehirn.

Derartige Entwicklungen können einen

wesentlichen Nutzen für die immer älter

werdende Bevölkerung von Industrienationen

und für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen

haben. Im Gegensatz zu

futuristischen Ganzkörperanzügen kommen

bewegungstherapeutische Roboter

unter anderem in Europa schon länger

zum Einsatz. Der Lokomat von Hocoma

ist zum Beispiel ein von Maxon-Motoren

angetriebenes Therapiesystem. Es unterstützt

das Führen der Beine auf dem Laufband

von im Gehen eingeschränkten Patienten

mit neurologischen Krankheiten

und Verletzungen. Neben der körperlichen

Entlastung der Therapeuten erlaubt

es längere und intensivere Trainingseinheiten

und somit bessere Therapieresultate.

Durch Gedanken steuern

Forscher aus Wien haben eine Armprothese

entwickelt, die sich durch Gedanken

steuern lässt. Die intelligente Prothese

lässt sich gezielt über die Nerven ansteuern,

die auch ursprünglich für die Bewegung

des Armes zuständig waren. Damit

gibt sie ihrem Träger sieben aktive Gelenke

und mehr Aktionsmöglichkeiten. Die

Gelenke lassen sich gleichzeitig ansteuern.

Es ist kein Umdenken mehr notwendig,

wie das bei konventionellen Prothesen

bisher der Fall war. Der Patient führt

Bewegungen intuitiv aus, welche die Prothese

direkt umsetzt.

Voraussetzung dafür ist eine Operation,

bei der die Ärzte die Nerven verlagern.

Durch diesen sogenannten selektiven

Nerventransfer lassen sich Signale, die ursprünglich

für die Steuerung des Arms

verantwortlich waren, für die Steuerung

der Prothese nutzten. Im Prothesenschaft

sind Elektroden eingearbeitet, die diese

Steuersignale aufnehmen. Ein elektronisches

Analyseverfahren im Inneren der

Prothese setzt die empfangenen Signale

um und erkennt die gewünschte Bewegung.

Maxon-Antriebe sorgen in der neusten

Prothesenentwicklung von Otto Bock für

präzise Hand- und Fingerbewegungen.

Zum Einsatz kommen EC-4pole-Motoren.

Diese treiben zwei Endglieder eines

Fingers beziehungsweise die Fingerwurzel

sowie das Daumenglied der Prothese an.

Der geringe Energieverbrauch und das geringe

Gewicht der bürstenlosen DC-Motoren

spielen dabei eine entscheidende

Rolle für die Mobilität des Prothesenträgers.

Autor

Martin Rüegg

ist Technischer Redakteur bei der Maxon Motor AG in

Sachseln (Schweiz).

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www.iee-online.de

Link zu den DC-Motoren

Link zum Roboter

Link zum Roboter-Anzug

Link zum Therapiesystem

Link zur gedankengesteuerten Armprothese


751iee1210

Standardsensoren

Mit GL-Zulassung

Müller Industrie-Elektronik: Thermoelemente

und Widerstandsthermometer der Standard-

Sensoren-Serie haben die GL-Zulassung erhalten

und sind somit für den Einsatz im maritimen

Bereich geeignet. Erhältlich sind Ausführungen

als Mantel- oder Thermoelement zum Einschrauben

oder Eintauchen mit und ohne Anschlusskopf,

als Mantel- oder Eintauch-Kabel-

Widerstandsthermometer mit und ohne Anschlusskopf,

als Eintauchkabelsensor oder als

Kabelfühler mit Passstück für besondere Einbausituationen.

Signal- und Temperaturwandler

Klein und vielseitig

Lütze: Die Signal- und Temperaturwandler der

Serie LCON arbeiten mit einer Nennspannung

von 24 V DC und lassen sich via Micro-USB-

Schnittstelle und Standardsoftware FDT/DTP für

den Eingang der Messsignale frei einstellen. Alternativ

gibt es die Wandler mit Micro-USB-

Schnittstelle und einem DIP-Schalter. Der Aufbau

erlaubt einen Einsatz in Temperaturbereichen

von –40 bis 80° C und ermöglicht eine Baubreite

von 6,2 mm. Sie verfügen über Federzug- oder

Schraubanschlüsse und können auf die Standard-Hutschiene

aufgerastet werden.

TECHNIK Feldebene

Isolationsverstärker

Störungsfrei messen

BMC: Isolationsverstärker der MAL-ISO-Serie

sind mit Messbereichen von ±50 V, ±10 V, ± 5 V

oder ± 1 V erhältlich und ermöglichen störungsfreie

Messungen von Spannungssignalen oder

Strom. Die Bausteine in Größe und Form eines

24-poligen DIL-ICs sind kompatibel zu anderen

Herstellern. Die Version MAL-ISO50 eignet sich

mit der Einführung der 42-V-Bordspannung besonders

für Automotiv-Anwendungen. Durch die

Kombination der Module miteinander und mit

weiteren Messumformern lässt sich ein individueller

Messaufbau zusammenstellen.

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452iee1210

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400iee1210

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406iee1210

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Link zum Unternehmen

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Link zur Produktübersicht

IEE • 12-2010 45


TECHNIK Feldebene

Marktübersicht: Antriebsmotoren

Seit Jahrhunderten

bewährt

Zwischen 1820 und 1866 wurde die Grundlage für den Erfolg des Elektromotors gelegt.

Heute findet er überall Anwendung. Nur die Tatsache, dass er in der modernen Industriegesellschaft

einer der größten Energiefresser ist, Elektromotoren haben einen Anteil

von über 50 % am Stromverbrauch in Deutschland, hat einen bitteren Beigeschmack.

1820 entdeckte der dänische Physiker

und Philosoph Hans Christian Ørsted die

magnetische Wirkung des elektrischen

Stroms. Ein Jahr später veröffentlichte

Michael Faraday seine Arbeitsergebnisse

über ‚elektromagnetische Rotation‘ und

konstruierte eine Vorrichtung, bei der ein

elektrischer Leiter um einen festen Magneten

sowie im Gegenexperiment ein beweglicher

Magnet um einen festen Leiter

rotierte. 1822 entwickelte Peter Barlow

das nach ihm benannte Barlow-Rad und

William Sturgeon 10 Jahre später einen

weiteren Motorvorläufer. Etwa zur gleichen

Zeit präsentierte Hermann Jacobi in

Potsdam den ersten praxistauglichen

Elektromotor. 1837 erhielt der amerikanische

Grobschmied Thomas Davenport

auf das Design seines Kommutatormotor

ein Patent. Mit diesen Entwicklungen

war die Grundlage für einen elektromotorischen

Antrieb gelegt. Den Durchbruch

zur praxistauglichen breiten Anwendung

verhalf jedoch Werner von Siemens

mit seiner im Jahre 1866 patentierten

Dynamomaschine. Damit war es erstmals

möglich elektrische Energie in größerem

Umfang zu erzeugen .

Noch ein Stromfresser

Elektromotoren kommen heute sowohl

ungeregelt als auch geregelt zum Einsatz.

In einfachen Fällen ist dies meist ein ungeregelter

Drehstrommotor mit Stern-Dreieck-Umschaltung.

Dieser ist allerdings

nur zur Lösung primitiver Antriebsaufga-

Firma, Internet

Hersteller

Vertrieb

AC-

Servomotoren

DC-

Servomotoren

einphasig Drehstrommotoren

dreiphasig Drehstrommotoren

101 automation, www.101automation.de



ABB Automation Products, www.abb.de/motors&drives







Aerotech, www.aerotech.com






Allied Motion, www.allliedmotion.com




AMK Arnold Müller, www.amk-antriebe.de




ARIS Antriebe und Steuerungen, www.stellantriebe.de





B&R Industrieelektronik, www.br-automation.com



Bomatec, www.bomatec.ch





Baldor Electric, www.baldor.com







Baumer, www.baumer.com



Baumüller ,www.baumueller.de




Baur, www.baur-motion-control.de


Beckhoff Automation, www.beckhoff.de




BEN Buchele, www.benbuchele.de




Bosch Rexroth, www.boschrexroth.com




Bretzel, www.bretzel-gmbh.de






Bühler Motor, www.buehlermotor.de



Crouzet, www.crouzet.de




Danfoss Bauer , www.bauergears.de





dematek, www.dematek.de






Deprag Schulz, www.deprag.com

Distrelec Schuricht, www.distrelec.de




Dunkermotoren, www.dunkermotoren.de





Dynetics, www.dynetics.eu





ebm-papst , www.ebmpapst.com





EC Motion GmbH, www.ec-motion.de



Engel Elektromotoren , www.engel-elektromotoren.de





46 IEE • 12-2010


TECHNIK Feldebene

ben geeignet. Meist liegen in der Praxis

anspruchsvollere Antriebsprobleme vor,

sodass die Elektromotoren geregelt werden

müssen. Handelt es sich dabei um

größere Leistungen, die erforderlich sind,

so müssen noch leistungselektronische

Stellglieder zwischen Regelung und Elektromotor

dazwischengeschaltet werden.

Kommen Regelung und Elektromotor zusammen

und bilden sie gemeinsam eine

funktionelle Einheit, so spricht man vom

‚Elektroantrieb‘. Per se ist also ein Elektromotor

nicht an eine Regelung gebunden;

in vielen praktischen Fällen hat sich

jedoch gerade deren Zusammenwirken

als zweckmäßig erwiesen.

Antrieb für alle Branchen

In der Vergangenheit fanden Elektromotoren

zunächst praktische Verwendung

als Universalantrieb zum Ersetzen

von Dampfmaschinen in Fabriken. Mit

der Einführung von Fließbändern in der

Industrie wurden Elektromotoren dann

zum Antriebsmittel ganzer Industriezweige.

Im Bereich Verkehr und Mobilität kamen

Elektromotoren erstmals bei Elektro-Lokomotiven

und Elektrischen Bahnen zum

Tragen. Entwicklungen in der Leistungselektronik

brachten einen weiteren Anwendungsschub

und von da ab konnten

die wartungsfreien, preiswerten Asynchronmotoren

auch für drehzahlvariable

Antriebe eingesetzt werden. Heute werden

Elektromotoren in großer Zahl in

Maschinen, Automaten, Robotern, Spielzeug,

Haushaltsgeräten, Elektronikgeräten

(zum Beispiel Videorecorder, Festplatten,

CD-Spieler), in Ventilatoren, Rasenmähern,

Kränen usw. eingesetzt.

Die große Bedeutung des Elektromotors

für die heutige moderne Industriegesellschaft

spiegelt sich auch im Energieverbrauch

wider: Elektromotoren haben einen

Anteil von über 50 % am Stromverbrauch

in Deutschland. Aber das soll sich

ja mit den energieeffizienten Motoren ändern.

Ab dem 16. Juni 2011 dürfen nur noch

hocheffiziente Asynchron-Drehstrommotoren

des Leistungsbereichs 0,75 Kilowatt

(kW) bis 375 kW in Verkehr ge-

bracht werden. Das beschloss der Ökodesign-Regelungsausschuss

für Elektromotoren

für die EU-Mitgliedstaaten und

veröffentlichte die Mindestanforderungen

für Energieeffizienz von Asynchron-

Drehstrommotoren im Amtsblatt der EU

(640/2009). Die eingeführten Effizienzklassen

ermöglichen, elektrische Antriebe

nach ihrem Stromverbrauch und ihrem

Wirkungsgrad zu klassifizieren. Die bisherigen

europäischen Effizienzklassen

(EFF) werden nach einer Übergangsfrist

künftig durch die weltweit gültigen Effizienzklassen

IE1 (entspricht EFF2), IE2

(entspricht EFF1) sowie IE3 und später

IE4 ersetzt und ergänzt. Der Einsatz der

IE2– und der noch effizienteren IE3-Motoren

sowie der Drehzahlregelung ist

wirtschaftlicher. Eine Drehzahlregelung

ermöglicht zudem noch eine höhere

Stromeinsparung.

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www.iee-online.de

Link zum VDMA


754iee1210

Hochspannungsmotoren

Hohlwellenmotoren

Kleinmotoren

12-42 V

Mikromotoren

Linearmotoren

polumschaltbare

Motoren

Schrittmotoren

Positionierantriebe

sonstige

Motoren



















✔ ✔ ✔ ✔























✔ ✔ ✔



✔ ✔ ✔ ✔


✔ ✔ ✔




✔ ✔ ✔


✔ ✔ ✔




























IEE • 12-2010 47


TECHNIK Feldebene

Firma, Internet

esitron-electronic, www.esitron.de

ESR Pollmeier, www.esr-pollmeier.de

Exlar Corp., www.exlar.com

Dr. Fritz Faulhaber, www.faulhaber.de

Frankl&Kirchner, www.efka.net

Gefeg-Neckar, www.gefeg-neckar.de

GFC AntriebsSysteme, www.gfc-antriebe.de

halstrup-walcher, http://www.halstrup-walcher.de/

Hanning, www.hanning-hew.com

Harmonic Drive, www.harmonicdrive.de

Heidolph Elektro, www.heidolph.de

Jenaer Antriebstechnik, www.jat-gmbh.de

Jetter, www.jetter.de

Keba, www.keba.com

Koco Motion, www.kocomotion.de

Kollmorgen Europe, www.Kollmorgen.com

Kuhnke, www.kuhnke.de

Lang, www.Lang.de

Lenord, Bauer & Co. , www.lenord.de

Lenze, www.Lenze.com

Levitec, www.levitec.de

LTi Drives, www.lt-i.com

Maccon, www.maccon.de

Mattke, www.mattke.de

maxon motor, www.maxonmotor.com

mayr Antriebstechnik, www.mayr.de

mechapro, www.mechapro.de

Merkes, www.merkes.de

Mitsubishi Electric, www.mitsubishi-automation.de

Motron, www.motron.de

Nanotec Electronic, www.nanotec.de

next system, www.nextsystem.at

Nord Drivesystems, www.nord.com

Oriental Motor, www.orientalmotor.de

Plettenberg, www.Plettenberg-Motoren.com

Promicon Elektronik , www.promicon.de

Rotek, www.rotek-motoren.de

Schorch, www.schorch.de

Seefrid, Gerdt, www.seefrid.com

Servax Landert Motoren, www.servax.com

Sew-Eurodrive, www.sew-eurodrive.de

Siemens, www.siemens.de/motoren

Sigmatec, www.sigmatek-automation.com

Siko; www.siko.de

Stegmaier-Haupt, www.stegmaier-haupt.de

Stöber Antriebstechnik, www.stoeber.de

Stögra Antriebstechnik, www.stoegra.de

Systec, www.systec.de

TR-Electronic, www.tr-electronic.de

Van der Graaf, www.vandergraaf.de

Watt Drive Antriebstechnik, www.wattdrive.com

WEG Germany, www.weg.net/de

Hersteller















































Vertrieb
































AC-

Servomotoren

































DC-

Servomotoren



















einphasig Drehstrommotoren














dreiphasig Drehstrommotoren

Idam, www.idam.de ✔ ✔ ✔ ✔

Schneider Electric, www.schneider-electric.at ✔ ✔ ✔ ✔





















48 IEE • 12-2010


TECHNIK Feldebene

IEE • 12-2010 49

Kleinmotoren

12-42 V

Mikromotoren

Linearmotoren

polumschaltbare

Motoren

Schrittmotoren



✔ ✔ ✔



Positionier-

antriebe




























Hochspannungsmotoren


Hohlwellen-

motoren














































































sonstige

Motoren






























✔ ✔ ✔ ✔


TECHNIK Feldebene

Die Drehgeber ermöglichen

einen

sicheren Antrieb

für den Regalbedienroboter

in

Hochregallagern.

Bildquelle: alle Bilder Kübler

Drehgeber mit Funktionaler Sicherheit

Einen Geber einsparen

Maschinen sind mit vielen drehzahl- oder positionsgeregelten Antrieben ausgestattet.

Diese Bewegungen bergen teilweise erhebliches Gefährdungspotenzial, vor dem Anwender

zu schützen sind. Die Ausgestaltung des Motorgebers als sicherer Geber, verwendbar

bis zu PLe ermöglicht es, einen Geber bei gleichem Platzbedarf einzusparen.

Wenn es erforderlich ist, dass

der Mensch sich im Gefahrenbereich

der Maschine im

laufenden Betrieb aufhält, zum Beispiel

zur Störungsbeseitigung, oder bei Produktionsvorgängen,

erfordert dies die Sicherheitsfunktion

auf die Bewegungen

der Maschine auszuweiten, etwa in Form

von sicher reduzierter Geschwindigkeit,

sicherem Arbeitsbereich oder Drehmomentbeschränkung.

Diese Sicherheitsfunktionen erfordern je

nach PL besondere Maßnahmen und

Strukturen. Viele Umrichter sind mit einem

zusätzlichen Sicherheitsmodul auszustatten,

um diese funktionale Sicherheit

zu realisieren. In Verbindung mit sicherem

Positionieren lassen sich so Endschalter

einsparen und die ursprüngliche Sicherheitssteuerung

im Umfang reduzieren.

Dies kann neben dem Funktionsgewinn

auch Kosteneinsparungen einbringen.

Natürlich werden damit zusätzliche Anforderungen

an den Drehgeber gestellt.

Dies führt oft dazu, dass ein weiterer Geber,

redundant zum Motorgeber, zum Einsatz

kommt. Eine aufwendige und damit

teure Lösung.

Wünschenswert ist die Ausgestaltung des

Motorgebers als sicherer Geber, verwendbar

bis zu PLe. Ein weiterer separater Geber

kann so entfallen und der Platzbedarf

bleibt gleich. Solche Geber sind die Drehgeber

für Funktionale Sicherheit Sendix

SIL von Fritz Kübler.

Drehgeber für Funktionale Sicherheit

Verfügbar sind zwei Hauptvarianten: Inkrementale

Drehgeber mit sin/cos-Signalen

und absolute Drehgeber (singleturn

oder multiturn) mit SSI- oder Biss-Signalen

und zusätzliche inkrementale sin/

cos-Signale. Für eine sichere Information

über die Position, auch nach einem spannungslosen

Zustand, vergleicht das Sicherheitsmodul

die interne Position aus

den Inkrementalsignalen mit dem Absolutwert

des Gebers. Kommt nur ein Geber

zum Einsatz, muss die mechanische Verbindung

100 %ig zuverlässig sein. Entsprechend

kräftig dimensionierte Anbauelemente

erlauben einen Fehlerausschluss

und ermöglichen damit eine sichere Wellenverbindung.

Magnetische Unempfindlichkeit

durch rein optische Abtastung bis

hin zum mechanischen Multiturngetriebe

gestattet fehlerfreien Betrieb auch in störempfindlicher

Umgebung. Der Temperaturbereich

von -40 bis 90 °C zusammen

mit einer Schutzart bis IP67 erweitern den

Einsatzbereich.

Bei verschiedenen Applikationen bedeutet

die Integration der Sicherheitsfunktion

direkt in den Umrichter und der Einsatz

eines sicheren Gebers eine höhere

Verfügbarkeit. Beispielsweise kommt bei

einem Hochregallager ein sicherer Antrieb

für den Regalbedienroboter zur Anwendung.

Ein inkrementaler Drehgeber

sowie die Funktionen sichere Geschwindigkeit

(SSM) und sicher begrenzte Positionierung

(SLP) erhöhen die Performance;

Sicherheitsschalter fielen weg.

Autor

Dr. Dirk Clemens

ist Vertriebsleiter bei der Fritz Kübler GmbH in

Villingen-Schwenningen.

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www.iee-online.de

Link zu den Inkrementaldrehgebern

Link zu den singleturn Absolutdrehgebern

Link zu den multiturn Absolutdrehgebern


764iee1210

50 IEE • 12-2010


Effizienz hat jetzt

einen Namen – INVEOR

Basierend auf einem breiten Know-how bei der Entwicklung und Fertigung

kundenspezifi scher Antriebstechnik ist bei KOSTAL eine innovative Plattform

für Antriebsregler entstanden - unser INVEOR. Hier nur einige Vorteile:

• Effi zienzsteigerung bei zahlreichen Applikationen möglich

• Universell (Plattformgedanke) und doch individuell

(kundenspezifi sche Anpassungen in Hard- und Software)

• Kompatibel mit allen gängigen Motorarten

Überzeugen auch Sie sich von den Vorteilen unserer Antriebsreglerplattform

INVEOR.

Intelligent verbinden - das rechnet sich.

KOSTAL Industrie Elektrik GmbH

Lange Eck 11, 58099 Hagen, Germany

www.kostal.com/industrie


PRAXIS Sonderanwendungen

[1] Bankautomaten sind hochautomatisiert

und haben sich längst

in unserem Alltag etabliert.

Bildquelle: VRD – Fotolia.com

[1]

Es regiert die Automatisierung im Alltag

Unentbehrliche

Helfer

Was hat ein Kaffeevollautomat mit einem Flugzeug gemeinsam? Ganz einfach: In

beiden sorgen elektronische Regelkreise dafür, dass das Objekt tut, was sein Bediener

will. Sicher ist es unkomplizierter, automatisch den gewünschten Kaffee zu brühen als

die verlangte Flughöhe einzuhalten. Doch das zeigt, dass Automatisierung aus

unserem Alltag kaum wegzudenken ist.

Schleichend wird unser tägliches

Leben durch immer mehr Automaten

und elektronische Helferlein

durchsetzt. Das hilft der Bequemlichkeit,

macht aber Dienstleistungen zur Doit-yourself-Aufgabe.

Wer erinnert sich

noch daran, sein Bargeld am Bankschalter

abgehoben zu haben? Geschweige denn,

wann heute noch Bargeld genutzt wird.

Einen Fahrschein beim Strassenbahnschaffner

gekauft, sich einen Kaffee selbst

aufgebrüht zu haben? Welchen Stellenwert

einst Handarbeit im Gewerbe hatte

und wie mühsam, langwierig und teuer

die industrielle Produktion ohne Fertigungsroboter

und Montageautomaten

war? Heute regiert die Automatisierung

im Alltag und in den Unternehmen. Ohne

Bankomat, Fahrscheinautomat, Kaffeeund

Waschmaschine, Getränke- und Zigarettenautomaten,

Hightech-Elektronik

im Auto, zu Hause und am Arbeitsplatz

geht gar nichts mehr. Das Phänomen, wie

Elektronik und Automatisierung Industrie

und Arbeitswelt durchdringen, zeigen

immer wieder Beiträge in unterschiedlichen

Fach- und Wissenschaftsmagazinen,

aber auch zunehmend Fernsehformate

wie Galileo oder Welt der Wunder.

Zentrale Rolle

In einer Studie hat Fraunhofer-Forscher

Michael Höpf bewiesen, dass die Automatisierungstechnologie

gerade in der

europäischen Wirtschaft eine zentrale

Rolle einnimmt. „Schon in naher Zukunft

wird die Hälfte der Produktivitätsgewinne

auf Automatisierung zurückzuführen

sein“, meint Höpf. Eines der wichtigsten

Forschungsgebiete sei dabei die zunehmende

menschliche Interaktion in der

fortgeschrittenen Automatisierungstechnologie,

also die Schnittstelle des User-

Interfaces.

Die Automatisierung wird vor allem in

der aufkommenden Informationsgesellschaft

eine immer wichtigere Rolle spielen

und mit automatisierten Dienstleistungen

unsere Lebensweise radikal ändern. Die

Anwendungsgebiete werden vielfältig

sein: Die Automatisierung dient dann der

Unterhaltung, Information, Unterstützung

und Erziehung der Menschen sowie

zu ihrer Entlastung bei schweren physischen

und mentalen Aufgaben. Für die europäische

Wirtschaft wiederum sind

Komponenten und Systeme für die Automatisierung

ein entscheidender Exportbereich.

Japan ist dem Trend voraus

Ein gutes Beispiel für die Automatisierung

von Dienstleistungsprozessen ist die

Umstellung der Flugpassagierabwicklung

auf sogenannte Electronic Tickets. Mitte

2008 wurde der internationale Flugverkehr

auf E-Tickets umgestellt. Die Effekte:

Einerseits werden 16 Mio. Papiertickets

jährlich eingespart, die Wartezeiten

am Schalter verkürzt oder gar eliminiert

und ein Einsparungspotenzial von

3 Mrd. $ pro Jahr erzielt, wie der Chef des

Luftfahrtverbandes Iata, Giovanni Bisignani,

bestätigte. Andererseits aber wird

die Eincheck-Arbeit an die Passagiere ➜

52 IEE • 12-2010


PRAXIS Sonderanwendungen

Bildquelle: AlienCat – Fotolia.com

Auch wenn Haushaltsroboter

prinzipielle keine Zukunftsmusik

mehr sind, so fehlt doch noch ein

Stück Entwicklungsarbeit bis zur

vollständigen Automatisierung

aller lästigen Heimarbeiten.

IEE • 12-2010 53


PRAXIS Sonderanwendungen

Bildquelle: Adnan Music – Fotolia.com

[2]

Bildquelle: Andreas Meyer – Fotolia.com

[3]

[2] Bei vielen würde der morgendliche Kaffee ohne

ausgelagert. Besonders ältere Leute haben vermeidung. „Die Automatenkultur erlebe

54 IEE • 12-2010

die gewohnte Automatisierungsausstattung

ohnehin ein Comeback“, urteilt Trend-

Probleme mit den Eincheck-Automaten,

nur halb so gut werden.

wie auch mit vielen anderen Dienstleistungsautomaten.

forscher Matthias Horx. „Sie entspricht

Das dürfte aber den Vor-

mit neuen Angeboten den gestiegenen An-

[3] Scheinbar unbedeutende Automatisierungsforscher

marsch der Automation gewiss nicht aufhaltensprüchen

der Konsumenten.“ Sie muss komponenten tragen zur Zuverlässigkeit in motorisierten

Ein Blick nach Japan, bekanntlich ein

Land mit einem hohen Durchschnittsalter

der Bevölkerung, zeigt Erstaunliches.

Mehr als 6 Mio. Automaten stehen im

Land der aufgehenden Sonne, mehr als in

jedem anderen Land der Welt. Aus ihnen

lassen sich bei weitem nicht nur Getränke,

Zigaretten oder Tickets drücken, sondern

zum Beispiel auch frische Eier, warme Nudelspeisen,

Batterien, Eis, Blumen, Unterhosen,

Reispulver, gefrorenes Rindfleisch

und letztlich auch diverse Erotikartikel.

Die Automaten der einzelnen Anbieter

sind untereinander vernetzt, melden sich,

wenn Waren zur Neige gehen und machen

sich preislich Konkurrenz. Der Nebeneffekt:

Der Betrieb der stummen Ver -

käufer verschlingt im Jahr mehr als

10 Mrd. kWh an Energie. Doch sind die

keine Rücksicht auf Ladenschlussgesetze,

Tarifverträge und Arbeitszeiten nehmen,

schont die Ressource Zeit beim Kunden

und etabliert eine neue Grab-&-Go-Konsumkultur.

Neben Automaten ist die

Steuerungsautomation ein wichtiger Anwendungsbereich

auch im täglichen Leben:

Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung

im Bereich Haushalts- und Entertainment-Technik

zum sogenannten Multimedia-Haus

oder ‚E-Home‘.Mit intelligenter

Technik kann eine solche Haustechnik

Aufgaben der Versorgungs- und

Heizungssteuerung, der Heimelektronik,

der Sicherheit und der multimedialen Unterhaltung

sowie der Gesundheitsüberwachung

übernehmen.

Vibrationen gehören zum Cruisen

Ein kleines Beispiel, wie scheinbar unbedeutende

Dreirädern, sogenannten Trikes, bei.

hohe Anforderungen an die Elektronik.

Der Firmengründer von VTI Trikes,

Victor Harmeyer, setzt bei der Verdrahtung

auf industrielle Schraubreihenklemmen

des Blomberger Unternehmens. Die

Schraubreihenklemmen für Leiterquerschnitte

von 2,5 mm 2 werden ohne zusätzliche

Schutzmaßnahmen mit einer

Hutschiene direkt auf den Rahmen unter

den Tank geschraubt. Die Trikes sind auf

allen Straßen Europas unterwegs. Harmeyer:

„Routen mit Schlaglöchern und

Schotterpisten sorgen für extreme Vibrationen,

die sich auch auf die Klemmstellen

der Reihenklemmen übertragen.“ Hohe

Kontaktkräfte sowie das patentierte Re-

Automaten so sehr ins Alltagsverständnis

Automatisierungskomponenten akdyn-Schraubensicherungssystem sor-

der japanischen Gesellschaft eingegangen,

dass sie ein fixer Bestandteil der Konsumkultur

geworden sind und auch bleiben

werden. Langsam drängt die fortgeschrittene

Automatenkultur auch nach

Europa: Auf einigen Flughäfen sind neuerdings

Bücherautomaten zu sehen, aus

denen sich seine Reiselektüre ziehen lässt.

In den Niederlanden wird die Fast-Foodzur

Zuverlässigkeit in motorisierten Dreirädern,

sogenannten Trikes, beitragen,

sind die Schraubreihenklemmen von

Phoenix Contact. VTI Trikes aus Vroomshoop

in den Niederlanden baut und vertreibt

zusammen mit dem deutschen Hersteller

WK Trikes, mit Sitz im nordbayrischen

Aubstadt, rund 150 Trikes im Jahr.

Angetrieben werden diese Dreiräder von

gen bei den Schraubreihenklemmen für

zuverlässige Kontaktierungen. Das bestätigen

auch die Zulassungen für einen Einsatz

in der Verkehrstechnik mit Vibrationsprüfungen

gemäß der Norm DIN EN

50155 sowie Schockprüfungen bis 350 g

gemäß IEC 60068-2-6.

Autor

Kultur mancherorts durch Lunchautomaten

mit frischen Wurst- oder Käsebröt-

Porsche mit bis zu 155 PS und einem

Boxer-Motoren der Hersteller VW und

Harald Wollstadt

ist Chefredakteur der IEE.

chen verfeinert.

Hubraum von bis zu 2,4 l. Anpassungen

Was kommt sonst noch auf uns zu? Jede

Frau würde es sicher freuen, wenn etwa

am Fahrwerk, Niederquerschnittsreifen

in der Größe 345/17“, Effektlackierungen infoDIRECT

776iee1210

der erste E-Shoe-Shop seine Pforten öffnet:

und viel Chrom machen die Maschinen zu

Eine attraktive, intelligente Fuß-

einem echten Hingucker. Das offene Bau-

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bekleidung mit Ganganalyse und Sturz- prinzip sowie eine straffe Federung stellen


PRAXIS Sonderanwendungen

Bildquelle: Sieb & Meyer

Frequenzumrichter

Geringe Wärme

Sieb & Meyer: Die Frequenzumrichter

für Hochgeschwindigkeitsanwendungen

des Unternehmens

kennzeichnen sich durch hohe

Leistung bei geringer Motorerwärmung.

Das begünstigt die Maschinenperformance.

Durch die begrenzten

Materialausdehnung aufgrund

der reduzierten Wärmeentwicklung

können die Lagerungen

der Bearbeitungsspindel steifer

konstruiert werden. Auf der Basis

etablierter, leistungsstarker Technologien

werden applikationsspezifisch

Funktions- und Designanpassungen

realisiert.

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354iee1210

Bildquelle: Sonceboz

Hybridmotoren

Spart 20 % Platz

kelmessung ermöglicht. Der Einbau

auf einem robusten Hybridmotor

der Serie 6540 oder 6600 spart

bis zu 20 % Platz gegenüber optischen

Drehgebern. Das Gerät hat

eine Auflösung von bis zu 5920 Impulsen/Umdrehung

und stellt eine

vom Benutzer programmierbare

Positionsanzeige sowie zwei Ausgangssignale

bereit. Die Linearität

von 0,3° sorgt für hohe Messgenauigkeit.

Sonceboz: In den Hybrid-Schrittmotoren

Nema 17, 23 und 34 ist ein

präziser magnetischer Drehgeber

integriert, der die permanente WininfoDIRECT

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376iee1210

Bildquelle: E+E Elektronik

Bildquelle: Deditec

Durchflussmesser

Verbrauch exakt messen

E+E Elektronik: Die exakte Kenntnis

von Druckluft- und Prozessgaskosten

erlaubt das Aufspüren von

Sparpotenzial. Der Durchflussmesser

EE771 erfasst unabhängig von

Ethernetmodule

Über zwei Wege ansprechen

Deditec: Über je 16 Relaisausgänge

und Optokopplereingänge verfügen

Ethernet-I/O-Module der RO-Reihe,

die sich über LAN oder Internet ansprechen

lassen. Die galvanisch

getrennten Eingangskanäle sind für

Druck und Temperatur den Massen-

oder Normvolumenstrom im

Versorgungsnetz mit großer Genauigkeit.

Gemessen werden kann

z.B. der Verbrauch von Druckluft,

Stickstoff, Helium, Argon, Sauerstoff

oder anderer nicht korrosiver

Gase. Der Durchflussmesser basiert

auf der direkten thermischen

Massenstrommessung. Herzstück

ist ein Heißfilm-Sensorelement.

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30 V Wechselspannung ausgelegt

(optional 15, 12 oder 5 V) und die

Ausgangskanäle schalten bis zu

36 V/1 A Wechselspannung. Die

Programmierung erfolgt mithilfe

der zur Verfügung gestellten Protokolle

oder der mitgelieferten Treiberbibliothek

Delib, die auch das

Ansprechen unter TCP/IP übernimmt.

Zur Konfiguration stehen

das Delib Configuration Utility oder

der interne Webserver bereit.

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450iee1210

556iee1210

Bildquelle: Eplan

Bildquelle: Funkwerk

Anlagen-Planungsmodul

Den Prozess gemacht

Eplan: Das Modul P&ID der neuen

Eplan-Plattform 2.0 legt die Basis

für durchgängiges Engineering, von

der ersten Darstellung eines Maschinen-

oder Anlagenprozesses

bis hin zur detaillierten Anlagenübersicht.

Prozessinformationen

wie Mess-/Verbraucherstellen und

Instrumentierungsanforderungen

werden in einer gemeinsamen Projektdatenbank

hinterlegt. Folglich

stehen sie allen nachgelagerten

Engineering-Phasen zur Verfügung.

Elektro- und fluidtechnische

Daten lassen sich auf gleicher

Basis ergänzen.

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Wlan Access Points

Robuste Outdoor-Gehäuse

Funkwerk: Wlan Access Points Bintec

Wlx040n und Wlx065n sind für

den Aufbau von Wireless-LANs in

rauen und verschmutzen Umgebungen

konzipiert. Ausgestattet mit

ein oder zwei Funkmodulen nach

IEEE 802.11a/g/b/n erreichen die

Geräte Bruttoraten von bis zu 300

Mbit/s pro Modul. Der Bintec

WIx040n mit Schutzklasse IP40 ist

für den Innenbereich vorgesehen,

die Gehäuse der Outdoor-Variante

Bintec WIx065n schützen entsprechen

Schutzklasse IP65. Dazu

kommt der erweiterte Temperaturbereich

von -25 bis 65 °C. Mit der

Glasfaseranbindung lassen sich bis

zu 2 km überbrücken.

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453iee1210

551iee1210

IEE • 12-2010 55


PRAXIS Sonderanwendungen

Bildquelle: Sesitec

Im Sommer lässt das System sich

als Wasserskianlage, im Winter

als Snowboardanlage einsetzen.

Antriebstechnik für Snowboard-Anlage

Boarden mit Drive

Die Trendsportarten Wakeboard und Snowboard erleben seit Jahren einen regelrechten

Boom – sommers wie winters. Beim Bau und Betrieb elektrisch angetriebener

Skilifte benötigte die Firma Sesitec für ihr mobiles 'System 2.0' einen Getriebemotor mit

Einbaugeber, einen Frequenzumrichter mit integrierter Ablaufsteuerung sowie eine

applikationsbezogene Parametrier- und Inbetriebnahme-Visualisierung.

Es waren die Begeisterung für den

Wassersport und das Engagement

als aktiver Sportler, die bei Christian

von Lerchenfeld die Idee reifen ließen,

eine eigene Firma zur Herstellung

von Wasserskiliften zu gründen. Er erkannte

frühzeitig das Potenzial, das Wakeboard-

und Wasserskilifte bieten. 1992

gründete er die Firma Sesitec in Bad Hindelang,

die sich auf Nischenlösungen

spezialisierte – heute als ein global tätiger

Hersteller. Wasserski laufen ist in

Deutschland zwar nur von März bis November

möglich, doch auch in der übrigen

Zeit müssen die Anlagen nicht still stehen.

Was im Sommer auf dem Wasser funktioniert,

klappt im Winter genauso gut auf

dem Schnee. Und die elektrisch angetriebenen

Wasserskilifte des Bad Hindelanger

Unternehmens sind ebenso als Snowboard-Anlagen

geeignet.

Technik 2.0

Mit seinem Cable System 2.0 entwickelte

die Firma eine mobile Seilbahn für den

Funsport. Dieses geradlinige Zwei-Mast-

System verfügt über einen hohen Sicherheitsstandard.

An einem Mast befindet

sich als Antrieb ein Getriebemotor, am

anderen eine Umlenkrolle. Zwischen den

Masten wird an einem umlaufenden Seil

ein Mitnehmer befestigt und im Automatikbetrieb

zwischen zwei Wendepunkten

ohne Stopps alternierend verfahren.

Daher kann der Boarder durch eine Wende

in die entgegengesetzte Richtung weiterfahren.

Die Streckenlänge beträgt zwischen

50 und 220 m.

„Der Clou“, erläutert der Erfinder und

Unternehmer Christian von Lerchenfeld,

„ist ein Mitnehmer, an dem die Mitnehmerleine

des Boarders hängt.“ Durch diese

Erfindung lassen sich die Leinen in voller

Fahrt einkuppeln. Zwei Keilschlösser

ermöglichen die sichere Verriegelung.

56 IEE • 12-2010


PRAXIS Sonderanwendungen

Dieses System stellt vor allem für Veranstaltungen

eine flexible und sichere Lösung

dar. Sein Vorteil ist die Mobilität: Es

lässt sich überall hin mitnehmen und in

kurzer Zeit aufbauen. Die gesamte Lösung

passt in einen Kleintransporter und

lässt sich so zum nächsten Event transportieren.

Damit ein Wasserskiläufer starten kann,

muss der Seilbahnbediener einen Knopf

auf seinem Bedienpult betätigen. Dadurch

wird über einen Pneumatikzylinder die

Leine in einen Mitnehmer eingekuppelt.

Beendet der Läufer seine Fahrt, lässt sich

die Leine ebenfalls durch Knopfdruck

über eine pneumatisch betätigte Fanggabel

auskuppeln. Die Geschwindigkeit

lässt sich entweder über einen stufenlosen

Drehschalter oder über mehrere, variabel

einstellbare Konstantdrehzahlen regeln.

Standard-Getriebemotor für

Spezialanwendung

Ein dreiphasiger Standard-Getriebemotor

DRS von SEW-Eurodrive treibt die ge-

[1]

samte Wakeboardanlage an. Dieser wird

durch den Frequenzumrichter Movitrac B

mit integrierter Positionier- und Ablaufsteuerung

IPOS angesteuert. Mit der Lageinformation

des Antriebs und mithilfe

des eingestellten Fahrprofils lassen sich in

der Positionier- und Ablaufsteuerung der

Bremsweg sowie die Startposition der

Drehrichtungsumkehr berechnen. Die

Ablaufsteuerung lässt sich sowohl über

Bildquelle: alle Bilder SEW

[1] An einem Mast befindet sich als Antrieb ein

Getriebemotor, am anderen eine Umlenkrolle.

die Engineering-Software Movitools Motionstudio

als auch durch Öffnen der Sesitec-Parametrieroberfläche

starten. Über

die digitalen I/O-Klemmen des Umrichters

lassen sich die Grundfunktionalitäten

realisieren: Referenzieren, Tippbetrieb,

absolutes Positionieren sowie Not-Halt.

Beim Referenzieren legt der Anwender

den Maschinennullpunkt fest, auf den

sich alle absoluten Positionen beziehen.

Beim Anfahren der Referenzlage und der

Homeposition verwendet der Antrieb eine

Beschleunigungs- und Bremsrampe,

die über die Parametrieroberfläche der

Engineering-Software eingestellt wird.

Bei Anlagen älterer Bauart mussten immer

Hardware-Endlagenschalter zum

Einsatz kommen, für die jeweils auch eine

aufwendige Verkabelung erforderlich

war. Beim neuen System hingegen realisieren

einstellbare Softwareendschalter ➜

M8/M12 – Standard und mehr!!

M8/M12-Steckverbinder Serie

Flexible Verbindungslösungen

für die Automatisierung.

Verschiedene Längen, verschiedene Farben,

unterschiedliche Schirmvarianten - Molex

bietet eine so große Vielfalt an maßgeschneiderten

M8 / M12 Steckverbindungslösungen

wie kaum ein anderer. Und dies neben mehr

als 19.000 Standardvarianten von Anschlusskabeln,

Verteilerdosen und konfektionierbaren

Steckverbindern bis hin zu Splittern,

T-Verteilern und Gerätesteckern.

Als weltweiter Marktführer innovativer

Steckverbindungslösungen für die Automatisierung

verfügen wir über die notwendige

Erfahrung für Ihre Anwendung.

Insbesondere, wenn es um den Einsatz in

rauen Umgebungsbedingungen geht. Ganz

gleich, welche Anforderungen Sie an die

Steckverbinder für Ihre Automatisierungslösung

stellen, unsere Ingenieure stellen sich

der Herausforderung - weltweit.

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©2010 Molex


PRAXIS Sonderanwendungen

[2]

[2]

[2] Der Motor wird durch einen Frequenzumrichter

mit integrierter Positionier- und Ablaufsteuerung

angesteuert.

[3] Über die Parametrieroberfläche legt der Betreiber

die Beschleunigungs- und Bremsrampen

sowie die Homeposition fest.

die Endlagenabschaltung, deren Auswertung

in der Ablaufsteuerung des Umrichters

bei bekannter Referenz erfolgt. „Dadurch

spart man sich nicht nur die Hardwareendschalter

und die Leitung, sondern

auch den Installationsaufwand“,

erläutert Michael Epp, Leiter des Technischen

Büros Augsburg des Antriebstechnik-Herstellers.

Fährt der Antrieb auf

den jeweiligen Softwareendschalter,

kommt er zum Stehen. Aus dieser Endlage

lässt er sich im Tippbetrieb wieder herausfahren.

Die Tippgeschwindigkeit regelt

der Bediener über ein Potenziometer am

Bedienpult. Beim Not-Halt wird dem Antrieb

die Freigabe genommen und er

bremst mit der Stopprampe bis zum Stillstand.

Der Not-Halt kann über die entsprechende

Taste am Bedienpult erfolgen

oder er wird über die Umrichter-Ablaufsteuerung

bei einer Störung ausgelöst.

Zeitersparnis durch einfaches

Parametrieren

Die Anlagenbetreiber wollen ihre Zeit

nicht mit Programmieren verbringen,

sondern zügig die Anlage in Betrieb nehmen.

Deshalb hat der Antriebstechnik-

Hersteller für den Betreiber eine leicht bedienbare

Benutzeroberfläche erstellt. Hier

werden standortspezifische Werte, die bei

der mobilen Ausführung des Systems immer

verschieden sind, einmal eingegeben.

Die Parametrieroberfläche für die Eingabeparameter

wurde als eigenständige

Windows-Applikation mit dem Applicationbuilder

Pro der Engineering-Software

erstellt. Verschiedene Parameter werden

nach unterschiedlichen Userlevels zugänglich

gemacht. Über eine kundenindividuelle

Benutzerverwaltung lassen sich

auch kritische Parametereinstellungen

passwortgeschützt ausschließlich für autorisiertes

Personal zugänglich machen.

Die Antriebslösung für das System über-

Snowboardingim Detail

Längst mehr als eine Funsportart

1900 erfand der Österreicher Toni Lenhardt mit

dem Monogleiter den ersten Vorläufer des Snowboards.

Er war damit so erfolgreich, dass ab

1914 in Bruck an der Mur Monogleiterwettbewerbe

veranstaltet wurden. Die gedanklichen

Wurzeln des Snowboardens liegen im Surfen.

Die beiden Wellenreiter Tom Sims und Jake Burton

Carpenter (beide aus den USA) experimentierten

1963 mit alten Türen und großen Holzbrettern,

auf denen sie Laschen montierten, um

so das Surf-Feeling auf Schnee zu rekonstruieren.

So entstand das Ur-Snowboard, der soge-

zeugte den Hersteller schließlich davon,

auch sein größeres Rundkurs-System

'Fullsize Cable' mit Motoren und Frequenzumrichtern

des Herstellers auszurüsten.

Autor

Gunthart Mau

ist Referent Fachpresse bei der SEW-Eurodrive GmbH

& Co. KG in Bruchsal.

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Link zu den Getriebemotoren

Link zu den Frequenzumrichtern

Link zur Engineering-Software

Link zum System 2.0


753iee1210

nannte Snurfer. Snowboarden ist seit 1998 in

mehreren Disziplinen olympisch und hat Millionen

Anhänger. Skigebiete haben diesen Trend

schon seit einiger Zeit erkannt und investierten

große Summen in die Anpassung ihrer Pisten

(oder zumindest Teile davon) an die Bedürfnisse

der Snowboarder. So genannte Fun Parks sind

mittlerweile in jedem größerem Skigebiet zu finden.

Dadurch hat sich der Sport in seiner Professionalität

entwickelt und ließ die Konkurrenz in

allen seinen Disziplinen kontinuierlich wachsen.

Quelle: de.wikipedia.org

58 IEE • 12-2010


PRAXIS Sonderanwendungen

Bildquelle: Hradil

Hybridleitung

Luft und Wasser aus einer Leitung

Hradil: Zentrale Konstruktionselemente der Hyflex-Hybridleitung

sind fünf PUR-Schläuche mit

einem Innendurchmesser von jeweils 3 mm. Die

Schläuche sind für einen Betriebsdruck von bis

zu 12 bar ausgelegt und versorgen Baumaschinen

mit Druckluft sowie Wasser für die Motorkühlung.

Typische Anwendungen sind etwa im

Untertagebau für Gesteinsbohrmaschinen mit

Hochfrequenzmotoren zu finden. Das Hochdruck-Spülkabel

hat insgesamt 23 Signal- und

Datenadern zur Energieversorgung bzw. Ansteuerung

von LEDs und Sensoren und ist trotz

des Gesamtdurchmessers von 22 mm flexibel

und trommelfähig.

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702iee1210

Safety first

Bildquelle: EMV

Bildquelle: W+P

DC-Quellen

Braucht nur zwei Höheneinheiten

EMV: Die programmierbaren DC-Quellen der XR-

Serie umfassen insgesamt 70 unterschiedlich

konfigurierte Modelle und sind in vier Leistungs-

stufen von 2 bis 8 kW, für Spannungen bis

1 000 V und Ströme bis 375 A erhältlich. Im Einsatz

als Spannungs- oder Stromquelle kommen

die Geräte mit zwei Höheneinheiten in einem

19“-Rack aus. Die Laborstromversorgungen

sind mit allen gängigen Schnittstellen wie

RS232, IEEE-488/GPIB, USB, und LXI Ethernet

ausgestattet und digital oder analog zu regeln.

Dabei ermöglichen die zugehörigen IVI-Treiber

die Integration in nahezu jede Programmierumgebung.

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Steckverbinder

Signal und Leistung in einem

W+P: Als SMT- und Einlötvarianten erhältliche

kompakte Signal/Power-Steckverbinder der Serien

987, 9870, 397 und 3970 für industrielle

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703iee1210

Mess- und Steuersysteme kombinieren Kontakte

für Leistungsströme von 8,2 A mit Kontakten

für Signalströme von 3 A. Die Powerkontakte

sind einreihig konstruiert im Rastermaß

5,08 mm, in den Polzahlen 2 bis 4. Dagegen sind

die Signalkontakte im Rastermaß 2,54 mm zweireihig

ausgelegt, in den Polzahlen 2 bis 24. Das

Kontaktmaterial besteht aus einer beschichteten

Kupferlegierung und der Temperaturbereich

reicht von -40 bis 105 °C .

700iee1210

Drehgeber für Funktionale Sicherheit

- Sichere Inkrementalgeberfunktion

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PRAXIS Sonderanwendungen

Der Geirangerfjord ist einer der

bekanntesten Fjorde Norwegens

und gehört zum Unesco-Weltnaturerbe.

Erdrutsche an seinen

Hängen sind jedoch eine große

Gefahr.

Wegmessung am norwegischen Fjord

Der Fels bewegt sich

Jedes Jahr zieht der Westen Norwegens mit seinem berühmten Geirangerfjord tausende

Touristen an. Doch die meisten Besucher vermuten nicht, dass an den Felshängen

der Fjorde eine tödliche Gefahr lauert. Instabile Bereiche drohen, als Erdrutsch ins

Wasser abzugleiten und einen riesigen Tsunami zu erzeugen. Magnetostriktive Positionssensoren

helfen dabei, die Anzeichen früh zu erkennen.

Während des letzten Jahrhunderts

gingen in den engen

Fjorden Norwegens mehrere

große Bergrutsche ab, die zu verhängnisvollen

Tsunamis mit mehr als 170 Todesopfern

führten. Internationale Aufzeichnungen

zeigen, dass diese Erdrutsche

nicht unvorhersehbar sind. Warnsignale,

wie zunehmende Bewegungen, erweiterte

Felsspalten oder kleine Felsabgänge, deuten

lange zuvor auf die Gefahr hin.

Um das Risiko für einen Bergrutsch genau

zu bestimmen und rechtzeitig Sicherheitsvorkehrungen

zu treffen, werden die gefährdeten

Hänge messtechnisch überwacht.

Am Berghang Åknes im Westen

Norwegens, zwischen den Städten Stranda

und Hellesylt, befindet sich eines der

weltweit größten Überwachungsprojekte

für Bergrutsche. Es umfasst ein Areal, das

von 900 bis hinab zu 100 m über dem

Meeresspiegel reicht. Verantwortlich für

das ausgedehnte Projekt ist das interkommunale

Unternehmen Åknes/Tafjord Beredskap.

Außer Åknes stehen auch die

Berghänge Hegguraksla (in Tafjord,

Kommune Nordal), Mannen (in Romsdal,

Kommune Rauma) und im Norden

Norwegens die Berghänge in Lyngen

(Troms) im Fokus.

Schon 1986 wurde bei Åknes an den steil

abfallenden Felshängen des Sunnylvsfjords

ein instabiles Areal nahe dem Gipfel

entdeckt, das die Gefahr eines riesigen

Bergrutsches birgt. Die Risse am oberen

Steilhang erweitern sich ständig, im südlichen

Bereich um 7 bis 20 cm und im nördlichen

Bereich um 1 bis 4 cm pro Jahr.

Schätzungen besagen, dass im schlimmsten

Fall ein Hangvolumen von bis zu

70 Mio. m 3 ins Rutschen geraten könnte.

Wenn eine so große Masse abgleitet und

mit voller Kraft ins Wasser stürzt, könnte

der Erdrutsch einen enormen Tsunami im

Fjord auslösen. Flutwellen von bis zu

40 m Höhe würden die nahe gelegenen

Orte innerhalb von 4 bis 10 min erreichen

und fatale Folgen haben.

60 IEE • 12-2010


[1] Am oberen Steilhang, wo bereits Veränderungen

auftraten oder vermutet werden, sind drei

Extensometer in den offenen Felsspalten installiert.

[1]

Um eine solche Katastrophe zu verhindern,

wurde das Projekt Åknes/Tafjord

gegründet. Basierend auf intensiver Feldforschung

führten die Mitarbeiter ein

Überwachungs- und Warnsystem mit fünf

Warnstufen ein. Durch kontinuierliches

Beobachten des Berghangs können sie

früh genug Alarm auslösen und die Menschen

rechtzeitig vor dem Erdrutsch umsiedeln

oder in Sicherheit bringen. Ein Bestandteil

des Systems ist auch die zentrale

Überwachungsstation in Stranda, die zu

jeder Tages- und Nachtzeit in Bereitschaft

ist.

Risse überwachen

Für das kontinuierliche Beobachten des

gefährdeten Gebietes bei Åknes sind mehrere

unabhängige Wegmesssysteme im

Berg installiert, die entweder punktbezogene

oder flächenbezogene Techniken zur

Oberflächenüberwachung einsetzen. Die

punktbezogene Überwachung umfasst

ein GPS-Netzwerk, Tachymeter, Laserdistanzsensoren

und Extensometer. Sie ist im

Allgemeinen genauer als flächenbezogene

Techniken, insbesondere wenn Bewegungen

und Veränderungen an einzelnen

Kontrollpunkten erkannt werden sollen.

Am oberen Steilhang, wo bereits Veränderungen

auftraten oder vermutet werden,

sind drei Extensometer in den offenen

Felsspalten installiert. Sie messen im

Fünf-Minuten-Takt die Ausdehnung der

Risse. Die installierten Extensometer sind

robust konstruiert und besitzen eine Länge

von bis zu 1 000 mm. Für die Montage

in den Felsspalten sind sie an beiden Enden

über Kugelgelenke an winkelförmigen

Stahlplatten befestigt. Die Stahlplatten

wiederum werden mit Ankerbolzen

am Fels fixiert. Um die Ausweitung der

Risse auch von der Überwachungsstation

im Tal aus kontinuierlich zu beobachten,

sind magnetostriktive Temposonics RH

Positionssensoren in die Extensometer integriert.

Die Sensoren mit Stabbauform

besitzen eine Messlänge von 500 oder

1 000 mm und eine analoge Schnittstelle.

Der Sensor selbst sitzt im äußeren, dickeren

Rohr des Extensometers, während

sein Positionsmagnet im inneren, schmaleren

Rohr montiert ist. Der Magnet fährt

berührungslos über den Sensorstab und

markiert die Position oder besser gesagt

den Ausziehweg des Extensometers. Außer

am Berghang Åknes sind sieben Extensometer

in Mannen installiert, fünf in

Lyngen und in Zukunft ein weiteres in

Hegguraksla.

Drahtlose Datenübertragung

Um die Messdaten zur Überwachungsstation

am Fuße des Berges zu übertragen,

sind die Sensoren über ein robustes Signalkabel

mit Datenloggern verbunden.

An kleineren Standorten oder wo Steinschlag

die Kabel zu beschädigen droht,

sitzt der Datenlogger direkt am Extensometer.

Er befindet sich in einem kleinen

Gehäuse und wird entweder mit Batterien

oder Solarkollektoren betrieben. In den

meisten Fällen sind die Datenlogger jedoch

in lokalen Stützpunkten im Berg

platziert, die sowohl die Stromversorgung

als auch die Kommunikationsausrüstung

beherbergen. Die Stützpunkte sind ausgerüstet

mit redundanten Signalverbindungen

untereinander und zur Überwachungsstation

im Tal. Sie übertragen

die Überwachungsdaten drahtlos und

kontinuierlich über Funk. Unter normalen

Bedingungen überprüfen die Mitarbeiter

die Messdaten ein Mal am Tag.

Bei erhöhten Bewegungen im Berg steigt

die Frequenz auf drei Mal am Tag.

An einem normalen Tag beträgt die Genauigkeit

der Extensometer 0,1 bis

0,2 mm. Bei der Interpretation der Messergebnisse

gilt es, wichtige Einflussfaktoren

zu berücksichtigen, beispielsweise

die Temperatur. An Sommertagen mit einem

großen Unterschied zwischen der Tages-

und Nachttemperatur bewirkt die

Temperatureinwirkung auf den Stahl des

Extensometers und der Befestigung Abweichungen

zwischen 1 und 2 mm. Diese

Effekte lassen sich jedoch anhand von Klimadaten

herausrechnen und beeinflussen

nicht den langfristigen Trend der Daten.

Robuste Positionsmessung

Bei der Auswahl der passenden Sensorik

für die Extensometer stellt Tore Bergeng,

Ingenieur bei Åknes/Tafjord Beredskap,

einige wesentliche Anforderungen: „Unsere

wichtigste Bedingung ist die Robustheit

und Langlebigkeit der Sensoren. Sie

müssen in der Lage sein, eine lange Zeit

zuverlässig in einem sehr rauen Umfeld zu

arbeiten.“ Installiert im Freien, spielt der

Schutz gegen Feuchtigkeit eine wichtige

Rolle. Außerdem fordert die ➜

IEE • 12-2010 61


PRAXIS Sonderanwendungen

[2] Für die Montage in den Felsspalten, sind die

Extensometer an beiden Enden über Kugelgelenke

an winkelförmigen Stahlplatten befestigt. Die

Stahlplatten wiederum werden mit Ankerbolzen

am Fels fixiert.

[3] Installiert im Freien, spielt der Schutz gegen

Feuchtigkeit eine wichtige Rolle. Weiterhin fordert

die weite Temperaturspanne von bis -20 °C

im Winter und bis zu 30 °C im Sommer die Sensorik

heraus.

[2] [3]

Temperaturspanne von bis zu -20 °C im

Winter und bis zu 30 °C im Sommer die

Sensorik heraus. Trotz dieser schwierigen

Bedingungen am norwegischen Berghang

muss die Genauigkeit der Messsignale

stabil bei 0,1 mm liegen, um auch kleine

Felsbewegungen zu erkennen.

Die magnetostriktiven Positionssensoren

erfüllen alle diese Anforderungen. Die

Schutzart IP67 sorgt für einen reibungslosen

Betrieb auch im extremen Umfeld. Ihre

Temperaturstabilität ist im Bereich von

-40 bis 75 °C besser als gefordert, sodass

die Sensoren jederzeit eine hohe Messgenauigkeit

mit ±0,001 mm Auflösung

und einer Linearitätsabweichung von weniger

als ±0,1 mm ermöglichen.

Berührungslos und verschleißfrei

Weitere Anforderungen sind die Wartungsfreundlichkeit

der Sensoren und,

wenn nötig, die einfache Handhabung bei

einem Sensortausch. Die eingesetzten Positionssensoren

benötigen keine Wartung

oder Nachkalibrierung während ihrer gesamten

Lebensdauer, da sie berührungslos

und verschleißfrei arbeiten. Zur Positionsbestimmung

schickt die Sensorelektronik

einen Stromimpuls durch das

Messelement im Sensorrohr. Im Bereich

des Magneten entsteht eine partielle Verdrehung

im Messelement und damit eine

Torsionswelle. Die Welle läuft mit Ultraschallgeschwindigkeit

zu den Enden des

Messelements und wird dort von einem

speziellen Signalumformer in normierte

Ausgangsgrößen umgewandelt. Die genaue

Ortsbestimmung ergibt sich durch

eine Laufzeitmessung, bei der die Magnetposition

aus der Zeit zwischen dem Start

des Stromimpulses und dem Eintreffen

des elektrischen Antwortsignals bestimmt

Anwendung im Detail

Der Geirangerfjord

Der Geirangerfjord ist einer der bekanntesten

Fjorde Norwegens und gehört seit 2005 zum

Unesco-Weltnaturerbe. Er liegt etwa 200 km

(Luftlinie) nordöstlich von Bergen und ungefähr

280 km (Luftlinie) nordwestlich von Oslo. Er ist

nur etwa 15 km lang und eine Fortsetzung des

Sunnylvsfjords, der wiederum ein Seitenarm des

Storfjords ist. An seiner tiefsten Stelle ist der

Fjord 600 m tief. Am Ende des Geirangerfjords,

rund 100 km von der Küstenlinie entfernt, liegt

der Ort Geiranger. Der Nærøy- und Geirangerfjord

gelten als 'naturhistorisches Laboratorium', da

sie ständig neue Erkenntnisse zur Landschaftsbildung

und zu Effekten von Klimaänderungen

liefern.

Vor rund 2,5 Mio. Jahren schürften Flüsse tiefe

Kerbtäler entlang geologischer Schwachstellen

aus. Die Fjorde dieser Gegend entstanden, als

die Gletscher der Quartäreiszeit diese Täler zu

großen Trogtälern, mit außergewöhnlich hohen

und steilen Felswänden fromten, in denen sich

nach dem Ende der Eiszeit Meerwasser ansammelte.

Quelle: wikipedia.de, visitnorway.com

Bildquelle: alle Bilder Bilder Åknes/Tafjord Beredskap

Bildquelle: MTS Sensor

[4]

[5]

[4] 3D-Bild des Extensometers: Der Sensor selbst

sitzt im äußeren, dickeren Rohr des Extensometers,

während sein Positionsmagnet im inneren,

schmaleren Rohr montiert ist.

[5] Die Sensoren sorgen jederzeit für eine hohe

Messgenauigkeit mit ± 0,001 mm Auflösung und

einer Linearitätsabweichung von weniger als

±0,1 mm.

62 IEE • 12-2010


PRAXIS Sonderanwendungen

wird. „Keine mechanisch bewegten Teile

und Berührungen sind ein großer Vorteil

unter rauen Bedingungen wie diesen“,

kommentiert Bergeng das Messprinzip.

Robust ohne Nachkalibrierung

In der Vergangenheit setzte Åknes/Tafjord

Beredskap extern gefertigte Extensometer

mit unterschiedlichen Wegmesssystemen

ein. Während die Extensometer nicht den

Anforderungen entsprachen, nicht robust

genug waren und durch Steinschläge beschädigt

wurden, machte Bergeng gute Erfahrungen

mit den magnetostriktiven

Sensoren von MTS: „Wir erreichen so gute

Messergebnisse mit diesen Sensoren,

dass wir uns entschieden, sie weiterhin

einzusetzen, als wir anfingen, unsere eigenen

Extensometer zu bauen. Wir haben

jetzt bereits einige Extensometer selbst

hergestellt und sind sehr zufrieden mit

den Ergebnissen. Die ganze Baugruppe ist

sehr robust und widersteht einiger Belastung

bevor sie verbiegt.” Die neuen Extensometer

sind leicht zu verlängern. Die Abschlusskappe

lässt sich abschrauben und

ein Erweiterungsstück einfach einsetzen.

Einer der größten Vorteile zu den bisherigen

Extensometern ist aber die neue Art

der Sensorinstallation. Aufgrund des modularen

Designs der Sensoren wird der

Edelstahlstab des Sensors zum festen Bestandteil

des Extensometers und ermöglicht

den schnellen und einfachen Sensoraustausch,

zum Beispiel wenn ein Steinschlag

das Extensometer beschädigt. Um

den Sensor zu ersetzen, muss nur die Endkappe

des Extensometers abgeschraubt

und die Schrauben, die den Sensorkopf

befestigen, gelöst werden. Danach lassen

sich der Sensorkopf und das Messelement

herausziehen und austauschen. Der Sensor

besitzt keine individuelle Kalibrierungskonstante,

die in den Datenloggern

hinterlegt werden muss. So ist eine Umprogrammierung

der Logger nicht nötig. Bergeng

bestätigt: „Der Austausch eines Sensors

dauert weniger als 15 Minuten.”

Autor

Hanserdmann von Biedersee

ist Leiter des Technischen Marketings Industriesensorik

bei der MTS Sensor Technologie GmbH und Co.

KG in Lüdenscheid

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Link zu den Positionssensoren

Link zum Anwender


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zuverlässig überwachen

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Lösungen aus einer Hand!

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PRAXIS Sonderanwendungen

Messsystem

Einfache Durchmessererfassung

Micro-Epsilon: Mit dem Messsystem Idiamcontrol

wird das Erfassen der Innendurchmesser der

Gehäusebohrungen von Doppelschnecken-Extruder

vereinfacht. Zur Erfassung der Werte wird

die Sensoreinheit in die Gehäusebohrung des Extruders

eingeführt und bis zum stromaufwärtigen

Ende geschoben. Die Messtechnik erfasst

über die gegenüberliegenden Wegsensoren den

Abstand zur Gehäusebohrungswand. Die Abstandssignale

werden im Controller zu Durchmesserwerten

verrechnet. Die Aufzeichnung der

Werte kann durch das Verdrehen der Rollenkreuze

um jeweils 40° für insgesamt sechs Messspuren

durchgeführt werden.

Winkelcodierer, Neigungssensoren

Updating mit

Bootloader-Funktion

TWK: Zur Anpassung der in den Winkelcodierern

und Neigungssensoren implementierten komplexen

Software an den jeweils neuesten Stand,

wurde eine neue Bootloader-Funktionalität entwickelt.

Durch die erweiterte Funktionalität können

Softwareänderungen auf der Hardwareplattform,

sei es zur Fehlerbehebung oder zur Erweiterung

des Funktionsumfanges, einfach vom Anwender

vorgenommen werden. Dazu wird über

einen PC mit CANopen-Interface, der als Master

fungiert, ein neuer Programmcode implementiert.

Für das Updaten wird das UDS-Protokoll

nach den Standards ISO 14229–1 verwendet.

Steckverbinder

Für alle Hochstrom-Anwendungen

Hypertac: Hochstrom-Steckverbinder werden für

technisch anspruchsvolle Verbindungsstellen

eingesetzt, um den hohen Leistungsbedarf der

Anlagen steckbar und sicher zu übertragen. Die

2– und 3-poligen Steckverbinder der erweiterten

Serie HBB – IP2X sind für alle Arten von Hochstrom-Anwendungen

geeignet z. B. für elektrische

Antriebe von Militärfahrzeugen, Avioniksysteme,

Stromversorgungsanlagen (AC/DC), Servomotoren,

Verkehrstechnik, Testanwendungen

und im medizinischen Bereich. Die Stift- und

Buchsenkontakte der 2– und 3-poligen Hochstrom-Steckverbinder

sind IP2X berühr- und

fremdkörpergeschützt.

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IEE • 12-2010 63


PRAXIS Sonderanwendungen

2D-Code-Lesegeräte

Scannt alle Barcodes

Barcodat: Neu im Angebot des Distributors sind

die 2D-Code-Lesegeräte der Xenon-Serie von

Honeywell Scanning & Mobility. Die Modelle

kombinieren die Adaptus-Imaging-Technik mit

der Dekodierungssoftware Swiftdecoder von

Omniplanar. Das Resultat: erweiterter Schärfentiefenbereich,

kürzere Lesezeiten, verbesserte

Scanleistung sowie ein schnellerer Datenfluss

beim Scannen fast aller Barcodes. Es gibt sie kabelgebunden

und kabellos mit Bluetooth. Die

Scanner lesen lineare Barcodes mit hohen

Druckdichten, 2D-Codes sowie Displays mobiler

Geräte.

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Infrarotkamera

Drahtlos austauschen

Distrelec: Der Distributor bietet in seinem aktuellen

Katalog jetzt auch Wärmebildkameras des Infrarotkameraspezialisten

Flir an. Diese ermöglichen

durch Meterlink-Technologie, einen drahtlosen

Datenaustausch zwischen der Kamera und

externen Feuchtigkeits- bzw. Zangenmessgeräten.

Der Vorteil liegt in der eindeutigen Zuordnung

von Wärmebild und Daten auf einem einzigen

Speichermedium. Beides wird gemeinsam

auf der SD-Karte der Infrarotkamera gespeichert.

Dieser unmittelbare Bezug fehlt beim Einsatz

herkömmlicher Kameras und kann erst im

Anschluss manuell hergestellt werden.

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Schraubersteuerung

Funktionelle Vielfalt

Deprag Schulz: Flexibilität und Funktionalität,

hohe Prozesssicherheit bei geringen Investitionskosten

wünscht sich die Industrie für die Bewältigung

der immer komplexer werdenden

Steuerungsaufgaben in der Schraub- und Montagetechnik.

Mit hoher Funktionalität auf kleinem

Raum steuert die Fc20 die intelligenten

Druckluftschrauber Micromat-F, Minimat-F und

Deprag-Elektrohandschraubern der Serie 341.

Für maximal sieben Sequenzen, bestehend aus

jeweils bis zu 99 Programmen, können Schraubprozesse

individuell gestaltet werden. Die Funktionssteuerung

verfügt über frei verwendbare

Leistungsausgänge.

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IMPRESSUM

ELEKTRISCHE AUTOMATISIERUNG + ANTRIEBSTECHNIK

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55. Jahrgang

ISSN 1434–2898

IHRE KONTAKTE:

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REDAKTION

Dipl.-Ing. Harald Wollstadt (hw), Chefredakteur (v. i. S. d. P.),

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Zurzeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 49 vom 01.10.2010

VERLAG

Hüthig GmbH, Im Weiher 10, 69121 Heidelberg,

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AUSLANDSVERTRETUNGEN

Frankreich, Belgien: SL REGIE, Sophie Lallonder

12, allée des Crételles, F-37300 Joué-Lès-Tours

Tel : +33/2/47 38 24 60, Fax : +33/2/90 80 12 22

E-Mail: sophie.lallonder@wanadoo.fr

Großbritannien: Richard H. Thompson Ltd.,

38 Addison Avenue, GB-London W11 4QP,

Tel.: +44(0)20 7602 1065, Fax: +44(0)20 7602 2198,

E-Mail: richardmedia@yahoo.com

Schweiz, Liechtenstein: Monika B. Ailinger, MarCoMedia GmbH,

Obereichliweg 31, CH-6405 Immensee,

Tel.: +41/41/850 44 24, Fax: +41/41/850 45 29

E-Mail: m.ailinger@marcomedia.ch

USA: Marion Taylor-Hauser, Max-Böhm-Ring 3,

95488 Eckersdorf, Tel.: +49/921/31663,

Fax: +49/921/32875, E-Mail: taylor.m@t-online.de

Angeschlossen der Informationsgemeinschaft

zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern

(IVW), (Printed in Germany)

DATENSCHUTZHINWEIS:

Ihre Angaben werden von uns für die Vertragsabwicklung

und für interne Marktforschung gespeichert, verarbeitet

und genutzt und um von uns und per Post von unseren

Kooperationspartnern über Produkte und Dienstleistungen

informiert zu werden. Wenn Sie dies nicht mehr wünschen

können Sie dem jederzeit mit Wirkung für die Zukunft

unter leserservice@huethig.de widersprechen.

64 IEE • 12-2010


TECHNIK Medien für Techniker

Die IEE-Redaktion bespricht

Nachgeschaut

TV-Kritik

➜ EMP-Bombe – Impulse zum Blackout

Stellen Sie sich vor, eine Bombe explodiert

und legt damit sämtliche elektrischen Anlagen

und elektronischen Geräte lahm, ohne

dabei Menschen zu verletzen. Durch einen

starken nuklearen elektromagnetischen Impuls

wäre dies möglich. Was würde passieren,

wenn die Gesellschaft ihr elektrisches

Netz verliert?

Di., 30. November, 23:05 Uhr, N24

Die Dokumentation erläutert die Folgen eines

elektromagnetischen Puls – ausgelöst durch

eine Atombombe oder einer Sonneneruption.

Bei einer Atombombe entsteht ein elektromagnetischer

Puls, wenn diese rund 480 km über

der Erdoberfläche explodiert. Die Gammastrahlen,

die dabei entstehen, ionisieren Moleküle

in den oberen Schichten der Erdatmosphäre

und reißen Elektronen quasi aus ihnen

heraus. Diese Strahlung trifft auf die Erdoberfläche

und zerstört elektrische Schaltkreise.

Bildquelle: Bian erickson – Fotolia.com

Die Folgen eines elektromagnetischen Puls zeigt

die Sendung eindrücklich, fast schon einen Tick

zu dramatisch. Denn neben der Stromversorgung

würde auch die Versorgung mit Nahrung

und Wasser zusammenbrechen, da beide Strom

benötigen – sei es bei der Produktion in einer Fabrik,

dem Transport auf einem LKW oder einer

einfachen Wasserpumpe.

Den Schutz- und Vorsorgemaßnahmen widmet

der Beitrag die letzten 1:30 Minuten. Und lässt

dabei mehr Fragen offen als er klärt. Wie hilft

ein intelligentes Stromnetz die Folgen eines

EMPs zu verringern? Was haben erneuerbare

Energien damit zu tun? Die Forscher, die die

Sonne beobachten, um Eruptionen frühzeitig

zu erkennen, bekommen etwas mehr Sendezeit.

Wie bei N24-Sendungen schon fast üblich bleiben

die Experten namenlos, da die Bauchbinden,

die die Person mit Namen und sonstigen

wichtigen Eigenschaften versehen, fehlen. Selten

erwähnt der Sprecher den Namen der folgenden

Person – das irritiert. Außerdem handelt

es sich bei dem Beitrag um einem aus

Amerika eingekauften. Dementsprechend

Amerika-zentriert ist der ganze Beitrag. Schöner

wäre ein Bezug zu Deutschland oder zumindest

Europa gewesen.

IEE-Fazit: 3 von 6 IEE-Punkten gibt es für nette

Unterhaltung, ein bisschen viel Dramatik und

eher wenig Aufklärung.

Die IEE-Redaktion empfiehlt

Technik fürs Sofa

TV-Vorschau

Sa., 18. Dezember 2010

➜ Top Secret – Geheimakte Technik

Qinetiq: Das Geheimlabor der Technik in

Großbritannien. Hinter verschlossenen Türen

wird hier die Technik von morgen geschaffen.

Was hier entwickelt und gebaut

wird, entsteht unter strengster Geheimhaltung.

14:05 Uhr, n-tv

➜ BBC Exklusiv: Unglück in der Tiefe

(Deepwater Disaster – The Untold Story)

Am 20.04.2010 versagte der sogenannte

Blowout-Preventer der schwimmenden Öl-

Plattform 'Deepwater Horizon' – die Bohrinsel

geriet in Brand und versank in wenigen

Tagen. Der Kampf der Ingenieure im

Angesicht dieser Umweltkatastrophe wird in

dieser deutschen Erstausstrahlung dokumentiert.

22:50 Uhr, VOX

Sa., 01. Januar 2011

➜ Gigantisch: New York – Brücke über den

Harlem River

Diese Episode der Dokumentarserie begleitet

ein Spezialistenteam, das die neue, 2 300

t schwere Brücke über die Fluten des Harlem

Rivers in New York erbaut – eine logistische

und technische Meisterleistung.

6:25 Uhr, Sky Discovery Channel

➜ Giganten im Kornfeld – Von der Sense zum

Mähdrescher

Der Film zeigt die Technikgeschichte von der

Sense bis zum riesigen, GPS-gesteuerten

modernen Mähdrescher und erzählt, wie sich

das Leben der Menschen immer wieder verändert

hat.

7:15 Uhr, hr-fernsehen

So., 02. Januar 2011

➜ Wunderwerk Weltstadt::Transportsysteme

Diese Reportage beschäftigt sich mit den Lebensadern

New Yorks: modernste technische

Errungenschaften und gigantische logistische

Meisterleistungen, die das pulsierende Miteinander

am Hudson River erst möglich machen.

11:10 Uhr, n-tv

Mo., 03. Januar 2011

➜ Wettlauf zum Mars: Bis an die Grenzen

Ingenieure auf der ganzen Welt beschäftigen

sich mit der Frage, wie man einen bemannten

Flug zum Mars möglich machen könnte.

9:15 Uhr, Arte

Do., 13. Januar 2011

➜ X:enius: Desertech – Kann das Megaprojekt

Energieprobleme lösen?

Solarstrom aus der Wüste für ganz Europa.

Diese kühne Vision verfolgt der Physiker Gerhard

Knies mit seinem Desertech-Konzept.

14:15 Uhr, Arte

Di., 18. Januar 2011

➜ Cut Up: Die Maschinen

In zwölf Kurzfilmen werden Maschinen in den

Fokus gerückt: Vom Epiliergerät über eine

skurrile Erfindung namens 'SurvivaBall' bis

hin zu Maschinen, die Frühgeburten auf der

Säuglingsstation am Leben halten.

23:45 Uhr, Arte

Kurzfristige Programmänderungen der Sender

sind möglich.

Foto: fotolia.com

IEE • 12-2010 65


VORSCHAU Firmenverzeichnis

Vorschau auf IEE 01/11

Bildquelle: Autodesk

Bildquelle: Dunkermotoren

Bildquelle: GIA

Interview: Eine App für den Prozess

Die richtige Füllung

Interview: Antriebstechnik und ihre Trends

66 IEE • 12-2010

Egal ob für Eimer, Fässer oder Kanister – mit Lösungen

Im Interview mit der IEE spricht Dunkermotoren Die Gesellschaft für industrielle Automatisierung

von Autodesk erstellt das Unternehmen Geschäftsführer Nikolaus Gräf über das Unter-

hat eine Software für Business-Applikationen ent-

Feige Filling passende Abfüllanlagen für flüssige nehmen, den Markt für Antriebstechnik und das wickelt, die Anwender auf Smartphones, PDAs

und pastöse Produkte. 1991 entschied sich das Jahr 2011: „Aus Technologie- und Produktsicht oder Netbooks selbst konfigurieren und intuitiv

Unternehmen für den Einsatz von AutoCAD. Mittlerweile

sind es vor allem die Antriebssysteme basierend nutzen können. Geschäftsführer Karl-Heinz Horst

ist auch Autodesk Inventor als übergrei-

auf bürstenlosen Gleichstrommotoren die uns äußert sich zur Entstehung und Praxistauglichkeit

fende Software-Lösung im Einsatz.

die größten Zuwachsraten bieten.“

der App-Software in der Prozessautomation.

FIRMENVERZEICHNIS (Redaktion /Anzeige)

101 automation, Haan

46 F Dr. Fritz Faulhaber, Schönaich 46 Oriental Motor, Düsseldorf

46

A ABB Automation Products,

Ladenburg

Adlink Technology,

10, 46

20

FDT Group, Diegem

Fieldbus Foundation, USA-Austin

Fraunhofer Institut, Stuttgart

7

20

7, 52

P Panasonic, Holzkirchen

Phoenix Contact, Blomberg

Plettenberg Elektromotoren,

13

33

46

ROC-Chungho City, Taipeh

Funkwerk Enterprise, Nürnberg 55 Baunatal - Großenritte

Aerotech, Nürnberg

AMK Arnold Müller,

Kirchheim/Teck

Aris, Troisdorf

B B&R, Bad Homburg

Baldor Electric Germany,

Kirchheim

Barcodat, Dornstetten

46

46

46

25, 46

46

64

G Gefeg-Neckar, Gosheim

Gerdt Seefried, Bad Vilbel

Getriebebau Nord, Bargteheide

GFC Antriebssysteme, Coswig

H Halstrup-Walcher, Kirchzarten

Hanning, Oerlinghausen

Harmonic Drive, Limburg

Harting, Minden

46

46

46

46

46

46

46

10

PNO, Karlsruhe

Promicon, Pliezhausen

PTC, Unterschleißheim

PXIdirect, Wedemark

R Reikotronic, Köln

Resotec, Baunatal

Riese electronic, Horb

Rittal, Herborn

20

46

7

37

63

37

20

22

Baumüller, Nürnberg

Baur Reinhard, Lahr

Beckhoff Automation, Verl

46

46

10, 46

Heidolph-Instruments, Schwabach

Hradil Spezialkabel, Stuttgart

Hypertac, Deggendorf

46

59

63

Rockwell Automation,

Haan-Gruiten

Rotek, Bremerhaven

7, 16

46

BEN Buchele, Nürnberg

46 I INA Drives & Machines, Suhl 46 RS Components,

4.US

BMC Messsysteme, Maisach

45 Inducoder, Duisburg

32 Mörfelden-Walldorf

Bomatec, CH-Höri

46 J Jenaer Antriebstechnik, Jena

46 S Schneider Electric, Ratingen

41, 46

Bosch Rexroth, Lohr am Main 46 Jetter, Ludwigsburg

46 Schorch, Mönchengladbach

46

Braun, Waiblingen

Bretzel, Eschborn

63

46

K Keba, Linz

Michael Koch, Ubstadt-Weiher

34, 46

10

Servax Landert Motoren,

CH-Bülach-Zürich

46

Bühler Motor, Nürnberg

C Cattron-Theimeg Europe,

Mönchengladbach

Chr. Mayr, Mauerstetten

CLPA, Ratingen

46

37

46

7

Koco Motion, Dauchingen

Kollmorgen Europe, Ratingen

Kostal, Hagen

Kübler, Villingen-Schwenningen

Kuhnke Automation, Malente

46

46

51

50, 59

46

Sew-Eurodrive, Bruchsal

Sieb & Meyer, Lüneburg

Siemens PLM, Köln

Siemens, Nürnberg

10, 46, 56

55

30

10, 21,29,

30,38, 46

Color-Technik, Mörfelden

Crouzet, Hilden

D Danfoss Bauer, Esslingen

Data Translation,

46

46

46

29

L Lang, Hüttenberg

Lenord+Bauer, Oberhausen

Lenze, Aerzen

Levitec, Lahnau

46

46

46

46

Sigmatek, A-Lamprechtshausen

Siko, Buchenbach

Softing, Haar

Sonceboz, CH-Sonceboz

46

46

37

55

Bietigheim-Bissingen

Decision, Lienen

63

Lohmeier, Vlotho

Lti Drives, Lahnau

5

46

Stegmaier-Haupt, Rauenberg

Stöber, Pforzheim

46

46

Deditec, Brühl

55 Lucom, Zirndorf

29 Stögra, München

46

Dematek, Deisslingen

46 Friedrich Lütze, Weinstadt 45 Systec Elektronik, Münster

46

Deprag Schulz, Amberg

Distrelec Schuricht, Bremen

Dunkermotoren, Bonndorf

Dynetics, Nettetal-Kaldenkirchen

E E+E Elektronik, A-Engerwitzdorf

46, 64

46, 64

46

46

55

M Maccon, München

Maplesoft, Aachen

Mattke, Freiburg

Maxon Motor, CH-Sachseln

Mechapro, Aachen

46

29

46

42, 46

46

T

V

Techn. Universität Chemnitz,

Chemnitz

TR-Electronic, Trossingen

TWK Elektronik, Düsseldorf

Van der Graaf, Rheine-Mesum

26

46

63

46

Eaton, Bonn

Ebm-Papst, St. Georgen

2.US

46

Merkes, Solingen

Mesago, Stuttgart

46

10

VDE, Frankfurt

VDMA, Frankfurt

20

19, 20

EC Motion, Erkelenz

Efka - Frankl & Kirchner,

Schwetzingen

Emv Elektronische Meßgeräte,

Taufkirchen

Engel, Walluf

46

46

59

46

Micro-Epsilon, Ortenburg

Mitsubishi Electric, Ratingen

Molex, Walldorf

Motron Steuersysteme, Heßdorf

MTS Sensor Technologie,

Lüdenscheid

3, 63

46

57

46

60

W W+P Products, Bünde

Wachendorff, Geisenheim

Watt Drive, Markt Piesting

WEG Germany, Kerpen Türnich

Weidmüller, Detmold

Wittenstein, Igersheim

59

31

46

46

20

46

Epis, Albstadt

Eplan Software & Service,

Monheim am Rhein

Esitron-electronic, Friedrichshafen

ESR Pollmeier, Ober-Ramstadt

Exlar Europe, Raunheim

39

55

46

46

46

Müller Industrie - Elektronik,

Neustadt

Murrelektronik, Oppenweiler

N Nanotec, Landsham

Next system, A-Wien

O Olympus Deutschland, Hamburg

45

37

46

46

37

Z ZVEI, Frankfurt

10


p






















B30522 · November 2010 · Einzelpreis 12,50 € · www.elektronikjournal.de

Leistungsbauteile

Welche Mosfets eignen sich für die

Gleichstromlasten mobiler Geräte?

Die FOM entscheidet Seite 26

Fertigungstechnik

Ausdehnungsarme Leiterplatten mit

mineralischen Füllstoffen sind fi t für

HF-Anwendungen Seite 52

Gipfelgespräch

Lothar Leder:

Die Motivation des Ironman

Windkraft

Das Wärmemanagement entscheidet:

Leistungsmodule leben länger

mit Flüssigkeitskühlung Seite 62

Interview

Gerd Hoppe, Beckhoff:

Konsequenter umsetzen

SPS/IPC/Drives

23.11. bis 25.11.2010

Messevorschau

SPS/IPC/Drives 2010

Schauplatz Nürnberg











09 | September 2010







FachPack 2010:

Umfassendes Angebot

an Neuheiten

Seite 106



Finnland: Frischer Wind aus Nordost Seite 22


Interview mit Dr. Peter Golz, VDMA: Die Früchte ernten Seite 26

Etikettendruck: Damit die Chemie stimmt Seite 70


























































Frohe

Weihnachten

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit und wünschen

Ihnen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!



AUSRÜSTUNG PRODUKTION ORGANISATION

Photovoltaik-

Produktion







11·2010









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Fleischverpackung:

Gemeinsam

erfolgreich

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EFFIZIENZ IM HYGIENEPROZESS













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11/2010

Das D+A+CH-Magazin von Profis für Profis

Automatisierungslösungen für sichere Bahnübergänge

Deutschland-Ausgabe

Sicher kreuzen

Memory-Meister

NAND-Flash-Technik für Embedded-

Applikationen und mobile Geräte Seite 16

ANLAGEN APPARATE VERFAHREN MESSTECHNIK UMWELTTECHNIK 1110

Bildquelle: Pilz

IEE auf der SPS/IPC/Drives

in Ha le 9, Stand 140














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