Dezember 2008 / Januar 2009 Zum Mitnehmen! - Familienmagazin ...

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Entscheidung bitte immer zum Wohl des Kindes!

Wo geht’s nach der Grundschule hin?

Ein Dreier in Mathe, der Zweier in Deutsch wackelt noch gewaltig –

reicht das für den Übertritt ins Gymnasium? Wenn die Schüler selbst

entscheiden dürften, würde die Schulart wohl eine zweitrangige Rolle

spielen. Wo geht die beste Freundin hin, gibt es viele Sportaktivitäten,

hat die Schule einen schönen Pausenhof – das sind die Entscheidungskriterien

für die Kinder. Im Idealfall sollte sich die Schulwahl aber nicht

nur nach den Wünschen des Schülers und deren Eltern richten, sondern

vor allem nach dem Lernverhalten und den Fähigkeiten des Kindes.

Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder aber unbedingt im Gymnasium

sehen, auch gegen die ausdrückliche Empfehlung der Klassenlehrer.

Gleichzeitig werden der Schulstress und der allgemein steigende Leistungsdruck,

gerade im Gymnasium und dem neuen G-8, immer stärker

thematisiert. Vom „Aussieben“ für die weiterführenden Schulen wird

gesprochen und man erhält den Eindruck, an der Schulwahl entscheidet

sich bereits das zukünftige Lebensglück der Kinder. Auch durch den

Druck seitens vieler Eltern hängt die Entscheidung, wie es schulisch

weitergeht, wie ein Damoklesschwert über den Kindern.

frankenkids hat dazu mit Karlheinz Zündt,

Schulleiter der Michael-Poeschke-Grundschule

in Erlangen gesprochen.

frankenkids: Herr Zündt, was ist aus Ihrer

Erfahrung das wichtigste Entscheidungskriterium

für die Schulwahl im Rahmen des

Übertritts?

Herr Zündt: Natürlich spüren wir, dass der

Trend zum Gymnasium groß ist, aber was

wirklich zählt, ist nur: Was ist das Beste

für das Kind? Grundschullehrer wirken hier

als Regulativ. Wir sind Profi s, die dafür geschult

sind, jedes einzelne Kind zusammen

mit den Eltern zu bewerten und versuchen

es dann in die richtige Bahn zu leiten.

frankenkids: Eine Kritik an den Lehrer-Empfehlungen

mag sein, dass der Grundschullehrer nicht voraussehen kann, welche

Anforderungen das Kind an der weiterführenden Schule erwarten.

Herr Zündt: Die Gutachten, die wir schreiben, geben im Regelfall genau den

Eindruck wieder, den dann die Lehrer an weiterführenden Schulen haben.

frankenkids: Viele Eltern fürchten, wenn das Kind erst einmal auf die Hauptschule

geht, sind die Chancen, später einen höheren Bildungsweg einzuschlagen,

gleich Null. Diese Chance wollen sie ihren Kindern nicht verbauen.

Herr Zündt: Das stimmt heute überhaupt nicht mehr. An den Hauptschulen

wird so viel geleistet und den Schülern stehen auch noch alle Möglichkeiten

offen. Nach dem Abschluss können sie weiter den M-Zug besuchen, die Mittlere

Reife machen und haben dann sehr gute Perspektiven für eine Berufsbildung

oder eine weiterführende Fachoberschule, die dann wiederum den

Zugang zu Fachhochschulen öffnet.

frankenkids: Wie kann es sein, dass die Einschätzung der Eltern und der Klassenlehrer

über das Kind oft ganz unterschiedlich sind?

Herr Zündt: Erst einmal haben sie im heimischen Umfeld eine ganz andere Situation

als in der Schule. Eltern erleben zu Hause manchmal ein ganz anderes

Verhalten, als wir es im Unterricht wahrnehmen. Darüber hinaus wollen Eltern

nur das Schönste und Beste in ihren Kinder sehen, was ihr gutes Recht ist.

Was dabei aber nicht auf der Strecke bleiben darf, das ist der Kinderwille und

das Kindeswohl. Kinder sind gerade in solchen Situationen einem Leistungsdruck

ausgesetzt; das bedeutet psychischen Stress. Manche Kinder verarbeiten

dies gut, andere weniger gut. Hier geht es darum, dem Kind ein Lernziel zu

setzen, das es auch tatsächlich erreichen kann. Sonst ist der Schüler frustriert

und verliert nur die Freude am Lernen. Deshalb sind unsere Beurteilungen ein

Mix dessen, was wir am lernenden Kind erleben: Wie ist das Arbeitsverhalten,

wie ist das emotionale Kostüm und kann der Schüler auch mit Niederlagen

Wenn nur alles im Leben so einfach wäre, wie das

Einmaleins ... für Eltern und Viertklässler stellt

sich nun die schwierige Frage: „Welche Schule

ist die richtige für mein Kind! ” Aber nicht nur

der Notendurchschnitt zählt, sondern auch die

Persönlichkeit des Kindes. Der Klassenlehrer kennt

ihr Kind gut und hilft bei der Entscheidung!

umgehen?

frankenkids: Bedeutet das, dass auch Grundschüler, die durchschnittlich bis

gute Noten haben, deshalb auch durchaus eine Empfehlung für die Realschule

bekommen können?

Herr Zündt: Ein Kind hat immer nur Freude an der Schule, wenn es auch Erfolge

hat – das ist doch überall so. Wenn die Messlatte also von vornherein

zu hoch gelegt wird, schwindet die Freude am Lernen. Das ist auch unsere

Aufgabe, zu schauen, wozu die Kinder fähig sind. Denn wenn wir die Kinder

ständig überfordern, dann brechen wir ihre Seelen.

frankenkids: Das heißt der „Run“ auf das Gymnasium und der damit verbundene

Druck auf die Kinder ist Ihrer Meinung nach nicht nötig?

Herr Zündt: Nein, denn gerade das bayerische Schulsystem bietet allen Kindern

in jeder Schulart immer den Zugang zu einem guten Schulabschluss oder

zu einem Studium. Die Frage ist nur, in welchem schulischen Umfeld das Kind

am besten zurecht kommt.

frankenkids: Welche Empfehlung geben Sie Eltern mit auf den Weg, die sich

mit dem Übertritt ihrer Kinder beschäftigen?

Herr Zündt: Das Wichtigste ist immer eine objektive Sicht auf das Kind und

seine Fähigkeiten. In der Grundschule kommen auf einen Lehrer rund 22

Schüler pro Klasse. Da kann der Lehrer sich noch individuell mit dem Kind

auseinandersetzen. Im Gymnasium wird es schon schwieriger, bei 30 bis 33

Schülern pro Klasse. Im Zweifelsfall sollten die Eltern das Gespräch mit dem

Klassenlehrer suchen, seinem Urteil vertrauen und mit ihm alle Möglichkeiten

der Schullaufbahn diskutieren.

frankenkids: Herzlichen Dank für das Gespräch!

EKP

Die Termine der Informationsveranstaltungen der weiterführenden

Schulen erfahren Sie entweder direkt auf den Homepages der Schulen

selbst oder unter folgenden Adressen:

Links zu Schulen & Terminen

Hauptschulen in Nürnberg

www.schulen-in-nuernberg.de/hauptschule/liste.htm

Realschulen in Nürnberg

www.schulen-in-nuernberg.de/realschule/anmeldung.htm

Gymnasien in Nürnberg

www.schulen-in-nuernberg.de/gymnasium/anmeldung.htm

Schulen in Erlangen

www.erlangen.de/desktopdefault.aspx/tabid-141

Schulen in Fürth

www.fuerth.de

Infos generell zu Schulen in Bayern

www.realschule.bayern.de

www.gymnasium.bayern.de

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