Aufrufe
vor 3 Jahren

Vor dem Fest

Vor dem Fest

Wertschätzung in

Wertschätzung in schöner Schrift 80 Millionen Weihnachtskarten werden jährlich in Deutschland verschickt. Freunde erhalten Nachrichten über das Befinden der Familie, Mitarbeiter Dank für die Zusammenarbeit. Trotz E-Mail und SMS setzen viele wieder auf individuell gestaltetet Grüße zum Fest. Und manche helfen mit ihrem Kartenkauf auch Unicef. Vor dem Fest F 2B erliner Zeitung · N ummer 279 · F reitag, 29. November 2013 ························································································································································································································································································· 29,2 Millionen Weihnachtsbäume wurden vergangenes Jahr verkauft. Rund 80 Prozent davon waren Nordmanntannen. Für die einen gehörteszur Pflicht. Für die anderen ist es die optimale Gelegenheit, sich mal wieder bei den lieben Bekannten und Familienangehörigen zu melden, die über das Jahr vernachlässigt wurden. Diese Geste ist keinesfalls zu unterschätzen. Häufig ist ein Gruß ebenso viel wert wie ein Geschenk. Unddie Zeit derWeihnachtskarten ist bereits gekommen. Damit die rund 80 Millionen Karten bei Geschäftspartnern, Mitarbeitern oder dem Patenkind rechtzeitig landen, sollten sie spätestens am 21. Dezember abgeschickt werden. Karten ins europäische Ausland brauchen noch mal mindestens eine Woche länger. VomDank für die gute Zusammenarbeit bis zur Entschuldigung fürs chronische Nicht-Melden bei Freunden wird sich in den Karten alles Erdenkliche finden. Während privateWeihnachtsgrüße in der Regel noch per Hand geschrieben werden, lässt sich das in einem Unternehmen bei Karten für Geschäftspartner oder Kunden kaum umsetzen. Die Serien-Weihnachtskarte gehört deshalb zum Standard. Mit allerhand technischer Hilfe lassen sich Anrede und Absendergruß inzwischen relativ handschriftgetreu imitieren. Wer aufs Selbstgeschriebene nicht verzichten will, bekommt zum Beispiel Hilfe bei der Schreibstatt Berlin. In der einzigen Schreib-Manufaktur Deutschlands werden Karten für alle möglichen Anlässe beschriftet. Vor Weihnachten haben die 57 Mitarbeiter mit ihrem jeweils ganz eigenen Schriftbild besonders viel zu tun. 8000 bis 10 000 Karten müssen verfasst werden. „Eine Handschrift ist etwas Persönliches,das ist eine Wertschätzung für den Adressaten“, sagt GeschäftsführerThorsten Petzold. Mitseinem Unternehmen versteht er sich als Gegenmodell zur Massenware Weihnachtsgruß. Wohl wissend, dass er damit unzeitgemäß daherkommt. „Der Trend geht gegen Handgeschriebenes“, sagt er.Vor allem die elektronischen Grußübermittler bestimmten das Feld. Für die Schönschrift könnte das aber auch eine Chance sein. „80 Prozent aller Mails werden sofortgelöscht“, sagt er,„weil jeder weiß, dass hier nichts Individuelles drinsteht.“ Ganz anders sehe es bei einer handgeschriebenen Karte aus.„Das geht nicht schnell, schnell, schnell. Der Empfänger weiß, dass sich hier jemand Zeit genommen hat, und dass niemand anderes diese Kartebekommen hat.“ Geschäftliche Weihnachtskarten bleiben fast immer in einem bestimmten Rahmen. Meist, so Petzold, sei Klassisches gefragt mit Motiven wie Weihnachtsbäumen, Sternenbildernoder Winterlandschaften. Angereichertmeist nur mit einem Spruch wie „Frohe Weihachten“. Entsprechend seien auch die klassischen Farben wie Rotoder Grün besonders beliebt. Ganz anders im privaten Bereich. Da kann es gerne mal etwas schriller und farbenfroher zugehen –und auch mit lustigen Karikaturen. Klassisch zieht hier nicht unbedingt. Eher kommt es an, dass bei den Grüßen ein Bezug zum Empfänger hergestellt wird. Auch eine Kartemit eigenen Fotos sorgt in der Regel für eine entsprechendWirkung beim Adressaten, wenn dieser zum Beispiel sieht, wie groß die Kinder inzwischen geworden sind. Mit einem Weihnachtsgruß lässt sich gleichzeitig auch Gutes tun. Zum Beispiel, wenn man eine Karte kauft, mit der das Kinderhilfswerk Unicef unterstützt wird. Seit Mitte November können Kunden vonKaiser’s Tengelmann diese in einer der insgesamt 500 Filialen erwerben. ZumPreis von7,50 Euro sind zwölf unterschiedliche Kartensets mit je fünf Doppelkarten inklusiveUmschlägen erhältlich. Der Erlös geht an das Kinderhilfswerk Unicef.„Wir freuen uns,mit der Grußkarten-Aktion im runden Geburtstagsjahr vonUnicef Deutschland einen Beitrag zu diesem Engagement leisten zu können“, sagt Raimund Luig, Geschäftsführer der Kaiser’s Tengelmann GmbH. 295 000 Euro kamen bei der Aktion, die zum dritten Malläuft, bislang zusammen. Schon für fünf verkaufte Grußkarten kann Unicef 15 Schulhefte zurVerfügung stellen. DasKinderhilfswerkträgt auf dieseWeise dazu bei, die Bildungssituation in Entwicklungs- und Schwellenländern zuverbessern. Noch immer gehen dortmehr als 132 Millionen Mädchen und Jungen nicht zur Schule. Die erste Weihnachtskarte entstand übrigens 1843. Auftraggeber war der Brite SirHenryCole.Weil er wenig Zeit hatte, seinen Liebsten die Segenswünsche handschriftlich zu schicken, beauftragte er einen Illustratoren, für ihn eine Kartezukreieren. Aufdieser standen die berühmte Worte „Merry Christmas and aHappy New Year to you“. DasMotiv zeigte ein Familienfest. Es sollte Liebe und Fröhlichkeit vermitteln. Cole,der eine Lithografenanstalt besaß, druckte von diesem Motiv 1000 Karten. Er verkaufte sie zu einem Preis voneinem Shilling pro Stück. Auch im Deutschland des 19. Jahrhunderts war das Briefeschreiben zu Weihnachten üblich gewesen. DieWeihnachtskarte allerdings setzte sich erst um 1900 durch. In der Folgezeit wurden große Mengen an Weihnachtskarten produziert. Bis zum Ersten Weltkrieg sendeten die Deutschen aber überwiegend sogenannte Wunschblätter. (pae.)

Berliner Zeitung · N ummer 279 · F reitag, 29. November 2013 3 Vor dem Fest ························································································································································································································································································· Das Glück des Selbstlosen EEs ist soweit. Weihnachten steht vor der Tür –und damit ist die Frage unausweichlich, was schenkt man wem. Noch nie wollten die Deutschen so viel Geld für Präsente ausgeben wie in diesem Jahr. Laut der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst &Young, die seit 2007 jährlich rund 1500Verbraucher nach ihrem weihnachtlichen Konsumverhalten befragt, planen die Bundesbürger fürs diesjährige Weihnachtsshopping im Schnitt 273 Euro ein. 2011 waren es 60 Euro weniger.Amgroßzügigsten zeigten sich dabei Männer zwischen 46 und 55 Jahren, die mehr als 300 Euro ausgeben wollen. Fast jeder Zweite hat seine Weihnachtsgeschenke bereits im November besorgt. Das meiste Geld lassen die Deutschen dabei im Fachhandel oder im Kaufhaus. Erst an dritter Stelle rangiert das Internet, allerdings mit steigender Tendenz. Insgesamt sollen mit Weihnachtseinkäufen dieses Jahr nach Angaben des Handelsverbands Deutschland rund 80,6 Milliarden Euro Umsatz gemacht werden –eine Milliarde mehr als im Vorjahr. Aber warum schenken wir? Schon der griechische Philosoph Aristoteles dachte vorrund 2400 Jahren über diese Frage nach. Dabei kam er zur Erkenntnis, dass gute Taten einfach glücklicher machen. Noch immer wird über diese Frage philosophiert. Der Erziehungswissenschaftler Friedrich Rost meint, dass wir in erster Linie schenken, um Bindungen zu schaffen oder bestehende Bindungen enger zu knüpfen. „Heute wirdmanches Geschenk aus strategischen beziehungsweise eigensüchtigen Gründen vergeben“, erklärt er. „Man denke nur an Hochzeiten. Dabei dienen Geschenke oft dem Statuskampf.“ Weihnachtsmann –ein schöner Job! Schließlich macht das Schenken auch den Schenkenden glücklich. 17 Prozent der Deutschen sind an den Weihnachtsfeiertagen mindestens ein Mal betrunken. Wirschenken also,weil wir uns einen Nutzen davon versprechen? DerAutor Stefan Klein, der durch Bücher wie „Die Glücksformel“ bekannt wurde,schreibt in seinem Buch „Der Sinn des Gebens“, dass uns der Sinn für Gutund Böse in die Wiege gelegt werde. DieMenschen, die schenken, würden dies demnach tun, weil sie nicht anders könnten. Dabei würden diejenigen, die Gutes tun, auf lange Sicht weiter kommen als solche, die nur zum eigenen Vorteil handeln. Kleins Grundformel lautet: Andere Menschen zu beschenken, mache glücklicher. In seinem Buch berichtet Klein von einem Experiment der kanadischen Psychologin Elizabeth Dunn. Dies verlief so: Eine unbekannte Frau zogvonTür zuTür und verschenkte 50-Dollar-Scheine.Bei manchen sagte sie, dass diese das Geld bis zum Abend für sich selbst ausgeben könnten, sich also selbst beschenken dürften. Beianderen sagte sie hingegen, dass die 50 Euro bis zum Abend verschenkt werden müssten. Alle Beschenkten gingen daraufhin einkaufen, beziehungsweise schenken. Am Abend meldete sich die Unbekannte wieder bei den Testpersonen. Das Ergebnis des Experiments: Die Schenkenden waren am Abend in besserer Laune als diejenigen, die sich selbst beschenken durften. Selbstlosigkeit, so meint Klein, aktiviereimKopf dieselben Regionen wie der Genuss einer Tafel Schokolade oder Sex. Hinzu kommt die Wirkung unserer Spiegelneuronen, jenen kleinen Nervenzellen im Gehirn, die für die Gefühle Freude und Glück verantwortlich sind. Sie schlagen an, wenn sich Gefühle in unserem Gegenüber regen und spiegeln diese dann in uns selbst wieder. Schenken soll auch der Gesundheit förderlich sein. Der Philosoph Arthur Schopenhauer schrieb vor gut 200 Jahren: „Der Egoist fühlt sich von fremden und feindlichen Erscheinungen umgeben, und alle seine Hoffnung ruht auf dem eigenen Wohl. Der Gute lebt hingegen in einer Welt befreundeter Erscheinungen: Das Wohl einer jeden derselben ist sein eigenes.“ Wie unglücklich muss sich also ein Egoist fühlen. Laut Stefan Klein leide darunter auch die Psyche –Depressionen können die Folge sein. Gründe gibt es also genug zu schenken, und Menschen, die beschenkt werden wollen, auch. DieFrage ist allerdings oft, was geschenkt werden soll. Gerade in der kalten, dunklen Jahreszeit sehnen sich viele nach Farben, Wärme und nach den ersten Anzeichen des Frühlings. Manche reisen deshalb in südliche Länder. Andere suchen in Berlin nach tropischen Orten. Und für diejenigen, die zu Hause bleiben müssen, kann ein Blumenabonnement, das die regelmäßige Lieferung eines bunten Straußes garantiert, ein schönes Geschenk sein. Für ähnlich gute Stimmung sollen Tageslichtlampen sorgen –auch das ist eine schöne Geschenkidee. Das künstliche Licht der Lampe ähnelt dem natürlichen Tageslicht. Kanadische Wissenschaftler wollen herausgefunden haben, dass das Sitzen vor der Lampe genauso gut wirkt wie ein Antidepressivum. Mitmanchen Geschenken kann man doppelt Freude bereiten –beim Beschenkten und bei Bedürftigen. Es gibt eine Reihe von Mode-Labels, die Accessoires zum guten Zweck verkaufen. Ein Hamburger Taschenlabel engagiert sich beispielsweise für Schüler in Afrika. Die Hälfte des durchschnittlichen Erlöses einer Tasche geht an ein Kind, das eine der Partnerschulen in Tansania, Burundi oder Namibia besucht. Der Verkauf einer Tasche kann die Gebühren eines ganzen Schuljahres finanzieren. Weil gerade oft Männer ein Problem mit Geschenkideen haben, entwickelten Schmuckhersteller das Charme-Armband. Das sind Armbänder, deren verschiedene Anhänger gesammelt werden sollen. Dashat denVorteil, dass –was Geschenkideen angeht –auch für die nächsten Geburtstage oder Weihnachtsfeste schon vorgesorgt ist. Es gibt auch Anhänger,die für bestimmte Tugenden stehen –fürTugenden, mit der sich dieTrägerinidentifizieren soll. Eine Tugend allerdings fehlt. Dabei soll sie doch die wahre Glückseligkeit bringen: die Selbstlosigkeit. Nastasia Achilles DPA Mehr als 80 Milliarden Euro werden dieses Jahr voraussichtlich in Deutschland für Weihnachtsgeschenke ausgegeben. Darüber freuen sich nicht nur die Beschenkten, sondern auch die Schenkenden. Denn wer schenkt, tut sich damit auch selbst etwas Gutes –erlebt glücklicher und gesünder. Diese Erkenntnis ist alt. Schon Aristoteles stellte das fest. Heute ist sogar die Rede davon, dass ein egoistisches, schenkfreies Leben zu Depressionen führen kann. Also dann: frohes Schenken! Weihnachtsgeschenk? Foto ©Bettina Stöß Überraschen Sie Ihre Liebsten mit einem Opernbesuch! Geschenkgutscheine, Karten, Kurz-Abonnements Infos: 030-343 84343, www.deutscheoperberlin.de

Was für ein Fest
KaDeWe Magazin Weihnachten 2012 "Das Fest vor dem ... - feireiss
WAS FÜR EIN FEST
Ein Fest für die Sinne!
hier - festmanufaktur - es ist uns ein fest
Feste feiern - Lutherkirche Wiesbaden
u WEI H NACHTS FREUDEuDAS FEST UM4ZEIT ...
Frohes Fest mit - Brandora.de
diwali fest - Schloss Schallaburg
Fest der Begegnung 2017
Feste feiern! - St.Johannes
Feste, Feiern, Vorführungen Beteiligungsprojekte
MODE Der Frühling wird ein Fest der Farben - Neue Zürcher Zeitung
Beiträge zur spektralen Fernerkundung fester planetarer ...
Frohes Fest! - Wilhelmshavener Zeitung
ein fest für modellsportler EIN FEST FüR MODELLSPORTLER