Aufrufe
vor 3 Jahren

Vor dem Fest

Vor dem Fest

Vor

Vor dem Fest 6B erliner Zeitung · N ummer 279 · F reitag, 29. November 2013 ························································································································································································································································································· 24 Türchen bis Weihnachten Vorfreude ist ja bekanntlich eine der schönsten Freuden. Um diese bis Weihnachten ausgiebig genießen zu können, wurden Adventskalender erfunden –sie boten zunächst jeden Tagein Bildchen und später Schokolade. Heute bekommt nicht nur manches Kind in der Adventszeit jeden Tagein kleines Geschenk. F BLZ/ENGELSMANN, FRÖHLING, ARCHIV Den Weihnachtscountdown gibt es in verschiedensten Formen, nicht nur als klassischen Adventskalender. Für viele Kinder ist das Spannendste in der Vorweihnachtszeit, dass sie jeden Tagein Türchen des Adventskalenders öffnen dürfen. Aber auch viele Erwachsene bekommen einen Adventskalender geschenkt. Der gehört zuden ältesten und wichtigsten deutschen Weihnachtsbräuchen. DieTradition desWartezeit-Verkürzers reicht bis ins 19. Jahrhundertzurück. Alles fing damit an, dass in religiösen Familien im Dezember nach und nach 24 Bilder an die Wand gehängt wurden. EineVariante,umdie verbleibende Zeit bis zum Heiligen Abend zu messen, war der Strichkalender:24an die Tür gemalte Kreidestriche,von denen die Kinder täglich einen wegwischen durften. In katholischen Regionen gab es den Brauch, jeden Tageinen Strohhalm in die noch leereKrippe zu legen. Der erste gedruckte Adventskalender wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vondem Münchener Verleger GerhardLang auf den Marktgebracht. Er bestand aus einem Bogen mit 24 Bildernzum Ausschneiden und einem Bogen mit 24 Feldern zum Aufkleben. Die Kinder durften jeden Tagein Bild ausschneiden und in ein Feld kleben. Adventskalender mit Türchen, wie wir sie heute kennen, kamen 1920 auf den Markt. Hinter jedem Türchen war ein Bild zu sehen, zuerst dominierten biblische Motive, später kamen weltliche hinzu. 1958 gab es dann mit Schokolade gefüllte Adventskalender,wie sie heute noch sehr beliebt sind. Rund 50 Millionen Schoko-Kalender werden jedes Jahr in Deutschland verkauft. Seit 1999 sind hinter manchen Türen auch Gummibärchen. Manche Schoko-Kalender sind im vergangenen Jahr allerdings in Verruf geraten, denn die Stiftung Warentest fand krebserregende Mineralölrückstände in der Schokolade. Indiesem Jahr macht die Verbraucherzentrale Hamburgdarauf aufmerksam, dass für Süßwaren in Kalenderform oft Wucherpreise genommen werden. „Insgesamt waren alle Süßigkeiten in den Adventskalendern unserer Stichprobe mindestens zweieinhalb Mal so teuer wie die normal abgepackten Produkte“, so Armin Valet vonder Verbraucherzentrale. In einigen Fällen muss man sogar vier Malsoviel bezahlen, als wenn man die Süßigkeiten in Standardverpackungen kauft. Zwar sind sie im Adventskalender aufwendiger verpackt, aberVerpackungsexperte BerndSadlowsky vonder Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften sagt: „Der höhereVerpackungsaufwand rechtfertigt nicht den hohen Mehrpreis der Produkte. Nach grober Abschätzung liegen die Mehrkosten bei maximal zwei Euro.“ „Doch weil Eltern ihren Kindern inder Vorweihnachtszeit eine Freude machen wollen, sind sie bereit viel Geld auszugeben“, sagt Valet. Er rät, genau abzuwägen, ob einem ein fertig befüllter Kalender so vielWert ist –oder ob man selbst einen Adventskalender bastelt und diesen befüllt. Dasist gar nicht so aufwendig, es gibt im Handel sogar zahlreiche Adventskalender zum selbst befüllen, sie bestehen beispielsweise aus 24 Säckchen, Söckchen, Tütchen oder Schächtelchen, die mit Zahlen 400 Kalorien verbergen sich in einem Stück Christstollen. Auf die gleiche Zahl kommt man mit zehn Vanillekipferln. versehen sind. DerVorteil: Mankann sie alle Jahrewieder verwenden. Als Füllmaterial bieten sich für Kinder neben Naschereien Lego-Teile, Playmobil-Figuren, Tierfiguren, Murmeln, Büchlein, Stifte, Aufkleber, Haarklammern, Knete,Kinokarten oder Luftballons an. Bei Kindern stehen inzwischen sowieso Spielzeug- Adventskalender höher im Kurs als jene mit Leckereien. Undallein mit BildernimKalender gibt sich kaum noch ein Kind zufrieden. Playmobil brachte den ersten Kalender 1996 heraus,Lego zog2004 nach, und der Boom startete nach Angaben des DeutschenVerbands der Spielwarenindustrie 2009. Mittlerweile greifen Eltern in Deutschland rund zwei Millionen Mal zum Spielzeugadventskalender und geben dafür mehr als 22 Millionen Euro aus.Mehr als 100 verschiedene Kalender stehen zur Wahl. Neben Spielzeug gibt es auch welche mit Minibüchern. Alternativ gibt es Hörbuch-Adventskalender mit 24 Geschichten bis zum Fest. Früher bekamen hauptsächlich Kinder einen Adventskalender,inzwischen werden sie auch häufig an Erwachsene verschenkt. Undesgibt auch Adventskalender für Hunde, Katzen und Kleintiere. Der Markt an Adventskalendern für Erwachsene ist in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Ob Tee, Bier, Whisky, Nagellack, Werkzeug, Gewürze,Literarisches oder Erotisches –esgibt kaum etwas, das nicht in Adventskalenderform verkauft wird. Relativ neu sind mit eigenen Fotos individualisierbareKalender,die vonFotodienstleistern angeboten werden –wahlweise mit oder ohne Schokolade. Dabei zieren persönliche Fotos entweder den Kalender vorneoder es verbergen sich 24 verschiedene Bilder hinter den Türchen. In eine ähnliche Richtung geht, was das Berliner Start-up Picpack anbietet: Es druckt quadratische Fotos auf Magneten, die man an Kühlschränke pinnen kann. Zu Weihnachten kann man zwei Pakete mit jeweils zwölf Magneten zu einem persönlichen Adventskalender umfunktionieren. Und wer noch ganz schnell vordem 1. Dezember einen Adventskalender selbst basteln will, der nehme 24 Frühstückstüten (gibt’s in jedem Supermarkt), 24 Wäscheklammern und eine Leine.DieTüten werden nach Belieben verziert (zum Beispiel mit Stempeln, Stiften oder Geschenkpapier) und mit Zahlen von1bis 24 beschriftet, dann befüllt und zugeklebt oder zugetackert. Zuletzt hängt man sie an die Leine.Fertig ist der Adventskalender. (eds.)

BBesonders viel gehört janicht dazu, einen Adventskranz selbst zu binden. Für wenige Euro gibt es im Baumarkt oder im Bastelgeschäft einen Rohling. An diesem werden mit dünnem Draht die Tannenzweige befestigt. Und dann folgt das Wesentliche: die Dekoration. Vier Kerzen gehören natürlich dazu, um an jedem Adventssonntag ein neues Licht auf demWeginRichtungWeihnachten zu entflammen. Wie puristisch oder opulent dasWerk sein soll, ob das Arrangement mit Tannenzapfen, Beeren oder Schleifen ergänzt wird, liegt an jedem selbst. Im besten Fall liefertder eigene Garten noch ein paar Dekorationsaccessoires, die sich reibungslos einbringen lassen. Tipps zur Gestaltung hat der Wahlberliner Jürgen Herold parat. Er wurde vergangenes Jahr zum deutschen Meister der Floristen gekürt. Er empfiehlt, das Grün mit Gebäckgewürzenzuschmücken − Zimt, Anis oder Nelke.„Das sieht nicht nur schön aus, das riecht auch gut.“ Als Farbtrend hat er in diesem Jahr die Mischung aus Rot und Blau ausgemacht. Aber auch das klassische Arrangement in Rot und Grün wird wieder häufig in deutschen Wohnzimmernzufinden sein. Diese Farbkombination wirdbei fertig gebundenen Kränzen nach wie vor amhäufigsten angeboten, bei 10 Millionen Gänse landen zwischen November und Weihnachten auf deutschen Tellern. Die meisten kommen aus Polen oder Tschechien. Berliner Zeitung · N ummer 279 · F reitag, 29. November 2013 7 Vor dem Fest ························································································································································································································································································· Discountern, in Fachgeschäften oder auf Weihnachtsmärkten. Weil sich viele davor scheuen, selbst zu basteln, werden die gekauften Modelle besonders oft in deutschen Haushalten zu finden sein. Je nach Qualität können sich dabei enorme Preisunterschieden auftun. In Supermärkten kann man bereits für fünf Euro fündig werden. Beim Fachfloristen hingegen kann ein schöner Kranz auch gerne mal bis zu hundertEurokosten. „Sie haben vier Wochen Spaß an Ihrem Kranz“, sagt Jürgen Herold, „das ist so,als ob Siejede Woche einen frischen Strauß Blumen für 25 Euro kaufen. Qualität hat einfach ihren Preis.“ DieQualität fängt bei der Auswahl des Grüns an. Wo lag es,und wie wurde es gelagert, das sind die entscheidenden Fragen. Weresfrisch haben möchte, muss tiefer in die Taschen greifen –soder Ratdes Floristen. Zu Weihnachten sollte demnach der Kranz vom Gärtner oder Blumenladen noch in gutem Zustand sein. Bei günstigen Modellen sei die Gefahr größer, dass das Gesteck bis Heiligabend austrocknet. Ein zweiter Grund für die große Preisspanne ergibt sich zudem aus dem Aufwand. Kränze imSupermarkt sind in der Regel alle nach dem gleichen Muster hergestellt. Je mehr der Kunde bezahlt, desto mehr Individualität in Sachen Dekoration darf ererwarten. Auf zwei bis drei Stunden schätzt Herold den Aufwand, bis ein individuell gestalteter Kranz fertiggestellt ist. Unabhängig vonPreis und Einkaufsortsollte der Adventskranz regelmäßig Sauerstoff bekommen. Adventskränze, die in sogenanntem Steckschaum verankert sind, sollten zwei Mal pro Woche gewässert werden. Die Kerzen müssen auf jeden Fall sicher stehen und ohne Kontakt mit den Zweigen abbrennen können, egal wie frisch diese noch sind. In der Adventszeit symbolisch Kerzen anzuzünden, das ist eine Erfindung des evangelischen Theologen Johann HinrichWichern. 1839 war er es,der das heute immer noch existierende „Rauhe Haus“ vor den Toren Hamburgs leitete –ein Heim für Kinder und Jugendliche ohne Eltern. Hinrich Wichernwollte den ungeduldigen Kindern mit einem Adventskranz zeigen, wie lange sie sich noch bis Weihnachten gedulden müssen. Dafür nahm er ein großes, hölzernes Rad einer alten Kutsche und setzte 28 Kerzen darauf: 24 kleine rote und vier dicke weiße.Anschließend hatte er diesen Kerzenkranz im Waisenhaus aufgehängt. Dievier weißen Kerzensymbolisierten dabei die Sonntage,die roten standen für dieWerktage.Jeden Abend durfte eines der Kinder eine weitereKerze anzünden. Am Sonntag vorHeiligabend brannten dann alle Kerzen, sodass sich der Raum hell erleuchtete. Etwa 20 Jahre später begann Heimleiter Hinrich Wichern damit, das Rad zusätzlich mit Tannenzweigen zu schmücken, so wie wir es nun heute kennen. Immer mehr evangelische Gemeinden haben in den folgenden Jahren den Adventskranz eingeführt. Im Jahr 1925 eroberte der Ring dann auch die katholischen Kirchen. So wurde damals in Köln zum ersten Malein Adventskranz aufgehängt. Dieser hatte allerdings nur vier Kerzen –für jeden Adventssonntag eine. Dass auf Adventskränzen heute nur noch vier Kerzen flackern, hat einen einfachen Grund: Die meisten Bürger hatten in ihrem Wohnzimmer einfach keinen Platz für ein riesiges Wagenrad mit entsprechend vielen Kerzen. Undso musste die Größe des Kranzes und die Anzahl der Kerzenschrumpfen. Viele Länder haben diesen Adventsbrauch mittlerweile übernommen –auch die Leidenschaft, sich mal selbst mit dem Basteln eines Adventskranzes auszuprobieren. (pae.) Kerzenschein gegen Ungeduld Weil er den Kindern in einem Waisenhaus die Zeit bis Weihnachten erleichtern wollte, stellte der Theologe Johann Hinrich Wichern einst Kerzen auf ein Kutschrad. Das war der Vorläufer des heutigen Adventskranzes. Dieser lässt sich mit ein wenig Fleiß selber binden oder im Geschäft kaufen, wo die Preise stark variieren. GESCHENKE ZUM GLÜCKLICHSEIN GESCHENKTIPPS Wellnessgutscheine Spreewald Therme Übernachtungsgutscheine Spreewald Thermenhotel Schlemmergutscheine Sonntags-Brunch Spreewald Thermenhotel Unser Tipp für Kurzentschlossene: Gutscheine im Onlineshop kaufen und einfach selbst ausdrucken. Verschenken Sie Wellness und Entspannung zu Weihnachten in der Spreewald Therme oder eine kleine Auszeit vom Alltag im Spreewald Thermenhotel in Burg. GUTSCHEINBESTELLUNG: Telefon 035603 18850 E-Mail beratung@spreewald-therme.de Onlineshop www.spreewaldtherme-shop.de SPREEWALD THERME GMBH | Ringchaussee 152 | 03096 Burg (Spreewald) www.spreewald-therme.de | www.spreewald-thermenhotel.de

hier - festmanufaktur - es ist uns ein fest
Fest der Begegnung 2017
Frohes Fest! - Wilhelmshavener Zeitung
ein fest für modellsportler EIN FEST FüR MODELLSPORTLER
Was für ein Fest
WAS FÜR EIN FEST
Feste feiern - Linden-Museum Stuttgart
KaDeWe Magazin Weihnachten 2012 "Das Fest vor dem ... - feireiss
alles für ihr fest - Blindekuh
Titel „Mensch und Umwelt fest im Blick“ - Stahl-Online
Ein Fest der Sinne - Pitten
SOMMER- FEST - St. Petri Kinder und Jugendhilfe
5 Jahre fest, Zins - Kreishandwerkerschaft Aachen
Digger_6 Halt dich fest Teil 1 - Journalistik MHMK
Fest der Vereine, Folder 2013.indd - Stadt Idstein
Ein historisches Fest in herrlicher Atmosphäre - Stadt Rheinstetten
Fehmarnbelt Querung - Aktionsbündnis gegen eine feste ...
Ein Fest für die Sinne!
Feste der Religionen 2014
Weinpreisliste So finden Sie uns: Feste in ... - Weingut-Veddeler
Fest zur NeueröFFNuNg - Erlangen
FESTE FEIERN - Kartause Ittingen
Den Winter fest im Blick! - AUTOMEISTER