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<strong>SPEZIAL</strong><br />

GEschENkE DEs himmELs<br />

die Natur des Burgenlands<br />

GRENzENLos pANNoNisch<br />

Naturfotografie, Wandern und radfahren<br />

NAtüRLichE viELfALt<br />

Nationalpark und Naturparke<br />

BURGENLAND<br />

Natur für ENtdEckEr


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Fotos: J. Lukan (1), E. Bitter (1), Burgenland tourismus/Ferry Nielsen (1)<br />

Jürgen Hatzenbichler | Chefredakteur<br />

juergen.hatzenbichler@lwmedia.at<br />

Mein Burgenland<br />

EntdEckungEn In ÖstErrEIchs OstEn<br />

Liebe Leserin, lieber Leser! Von jedem Land gibt es ein<br />

Klischeebild, das meist ein bisschen recht hat – und auch<br />

nicht. Aufgewachsen im „Land der Berge“ – so die Bundeshymne<br />

– weiß man um Gipfel, Wälder am Berghang<br />

und vor allem um ebenfalls besungene Täler.<br />

Und dann kam das Burgenland. Was für eine persönliche<br />

Entdeckung ist jene Ausnahmelandschaft, die sich im Osten<br />

Österreichs dem Besucher auftut! Natur mit weitem<br />

Horizont lädt ein zum Beobachten und Erleben. Naturfotografie<br />

und Birdwatching rund um den Neusiedler See<br />

gewähren freien Blick auf Naturwunder, die hier vor jeder<br />

Haustür zu finden sind. Die Naturparke von Nord bis Süd<br />

vervielfältigen das Naturerlebnis in unzählige Facetten –<br />

von Trockenstandorten über liebliches Hügelland bis zur<br />

Grenzenlosigkeit in die Nachbarländer hinein. Wie wunderbar<br />

wahr werden hier die Bilder: die Weite des Landes,<br />

die Gastfreundlichkeit, der regionale Genuss bei einem<br />

äußerst angenehmen Klima. All das macht dieses schöne<br />

Stück Österreichs zum Naturerlebnis für Entdecker.<br />

editorial<br />

Natur Pur im BurgeNlaNd<br />

Der Wind streift zart über den Neusiedler See<br />

Mario Baier | Burgenland Tourismus<br />

baier@burgenland.info<br />

SehnSucht nach natur<br />

das BurgEnland als ParadIEs<br />

Liebe Leserin, lieber Leser! 33 Prozent der Landesfläche<br />

des Burgenlands sind geschützte Gebiete im Sinne<br />

des Natur- und Landschaftsschutzgesetzes. Die Kulturlandschaft<br />

Fertő/Neusiedler See ist seit 2001 Teil des<br />

UNESCO-Welterbes. Der grenzüberschreitende Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel, sechs Naturparke<br />

sowie zahlreiche einmalige Naturschauplätze machen<br />

das Burgenland zu einem Naturerlebnis-Reiseziel erster<br />

Klasse in Österreich und Europa. Immer mehr Menschen<br />

hegen die Sehnsucht nach Urlaubszielen, die über eine<br />

intakte Natur und geschützte Umwelt verfügen. Touristische<br />

Angebote, die in der Lage sind, diese Aspekte mit<br />

anderen Urlaubserlebnissen wie zum Beispiel dem Kultur-<br />

oder Weinerlebnis zu verbinden, werden in Zukunft<br />

stärker nachgefragt werden.<br />

Mit dem vorliegenden Universum-Spezial „Burgenland“<br />

möchten wir dieser Nachfrage Genüge leisten und das<br />

Burgenland als Paradies und als herausragende Region<br />

für naturnahen Tourismus positionieren.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 3


Willkommen im Burgenland<br />

Natürlich ist das Burgenland eines der schönsten Bundesländer Österreichs. Das Universum<br />

Magazin hat Menschen, die dort leben, von dort stammen oder einfach immer wieder gerne<br />

ins Burgenland fahren, gefragt: Was schätzen Sie an der Natur des Burgenlands?<br />

4 UniversUm S Spezial 2011<br />

Paul gludovatz<br />

FUSSBalltraiNer<br />

Als echter Nord-Süd-Burgenländer, der in Eisenstadt aufgewachsen ist und<br />

seit Jahrzehnten am Eisenberg in Eberau lebt, genieße ich diesen Landstrich, in<br />

dem die Ausläufer der Buckligen Welt in die Pannonische Tiefebene übergehen.<br />

Er hat etwas Liebliches, Sanftes und Idyllisches. Was ich besonders schätze, ist<br />

auch der Menschenschlag hier mitten in der Thermenlandschaft, der mit seiner<br />

Verträglichkeit, Offenheit und Kommunikationsfähigkeit viel zu einem lebenswerten<br />

Umfeld beiträgt. Ich bin dankbar für die Ressourcen dieses Landes. Die<br />

Arbeit im Weingarten hat für mich zu meinen liebsten Beschäftigungen gehört.<br />

Seit ich Trainer in Ried bin, geht sich das alles leider nicht mehr aus.<br />

edi und Johannes kutroWatz<br />

BrüDer UND KlaSSiScheS KüNStler-DUo<br />

Wir sind beide im Burgenland geboren und aufgewachsen, daher herzlich und<br />

leidenschaftlich mit Land und Leuten verbunden. Dieses historische „Grenzland“<br />

– heute ein Land im Herzen, im Zentrum Europas, hat eine besondere<br />

Energie, Ausstrahlung und Kraft – ist Haydn- und Liszt-Land. Die Landschaft<br />

vom Seewinkel bis in den Süden zeigt uns das in atemberaubender Weise –<br />

unser Heimatland!<br />

Christa kummer<br />

orF-Wetter-MoDeratoriN<br />

Die vielfältige Natur des Burgenlands, vom pannonischen Flair des Nordens<br />

bis hin zu den sanften Hügeln des Südburgenlands, zieht mich immer wieder<br />

in ihren Bann. Gemeinsam mit den unterschiedlichen und gleichzeitig so<br />

harmonisch miteinander lebenden Menschen, bleibt jeder Aufenthalt<br />

auf der Sonnenseite Österreichs in einmaliger Erinnerung.<br />

martin Weinek<br />

SchaUSpieler UND WiNzer<br />

Am Burgenland – besonders am Südburgenland, das ja seit mehr als 15 Jahren<br />

meine Wahlheimat ist – schätze ich die landschaftliche Schönheit und das tolle<br />

Klima, das unseren Weinen so viel Kraft verleiht. Dort zu leben, wo andere<br />

Menschen gerne Urlaub machen, ist eine besondere Qualität, die ich in meinem<br />

Leben nicht mehr missen möchte. Zusätzlich ist es vom Südburgenland<br />

aus nicht mehr weit zu unseren Freunden, die in Süddalmatien wohnen.


FoTos: GEPA (1), Kutrowatz (1), M. Baumann (1), Weinek (1), ÖsV/Marsano (1), Power of Earth (1), M. Pauker (1), Georg Popp (1), WWF/Krzei (1)<br />

andreas geritzer<br />

olyMpiaSeGler<br />

Das Burgenland ist seit rund 15 Jahren meine Heimat. In Neusiedl am See habe<br />

ich perfekte Bedingungen, um meinen Beruf als Segler auszuüben. Der Neusiedler<br />

See und die guten Windverhältnisse im Frühjahr ermöglichen mir eine<br />

optimale Vorbereitung und das Ausloten der sportlichen Grenzen. Den perfekten<br />

Ausgleich für den Trainingsalltag finde ich bei Familienausflügen in den Seewinkel<br />

oder in der neuen St. Martins Therme. Ich bin froh, dass meine Kinder im<br />

Burgenland groß werden und die Vielfalt der Region genießen können.<br />

kurt mündl<br />

UNiverSUM-NatUrFilMer<br />

Das Pannonische fasziniert mich privat wie beruflich. Man hat in manchen<br />

Landschaften des Burgenlands sogar das Gefühl, dass man irgendwie gar nicht<br />

in Österreich ist. Viele Tiere brauchen diese Biotope zum Überleben, zum<br />

Beispiel die Großtrappe. Das Burgenland ist insgesamt ein echtes Dorado für<br />

Naturfreaks. Ich fahre immer gerne hin!<br />

Wolfgang BöCk<br />

SchaUSpieler<br />

Das Burgenland steht für sich und ist eben darum so einzigartig. Wo sonst<br />

findet man auf kleinstem Raum und dichtgedrängt so unterschiedliche<br />

Landschaften wie hier? Einen Steppensee, sanfte Hügel, erloschene Vulkane,<br />

unzählige Wälder, Weinberge, Flusslandschaften, strohgedeckte Häuser … Hier,<br />

im „Land der Sonne“, leben viele Volksgruppen miteinander, die es verstehen,<br />

Feste zu feiern. Ich freue mich jedes Jahr darauf, dass ich für eine längere Zeit<br />

hier sein kann. Wenn nämlich die Theaterproben im Schloss Kobersdorf<br />

beginnen und das „Premierenfieber“ einsetzt.<br />

verena PoPP-haCkner<br />

NatUrFotoGraFiN<br />

Die scheinbar unendliche Weite, gepaart mit den einzigartigen Lichtstimmungen<br />

im Burgenland, erfüllt das Herz jedes Landschaftsfotografen. Am Morgen liegt<br />

oftmals noch Nebel zwischen den Hügeln, an heißen Sommertagen ziehen nachmittags<br />

heftige Gewitter über das Land und abends zerfließt die untergehende<br />

Sonne scheinbar am Horizont. Jeder Naturfotograf, der das einmal erlebt, ge fühlt<br />

und gesehen hat, wird – wie auch ich – immer wieder gerne zurückkommen.<br />

hildegard aiChBerger<br />

GeSchäFtSFühreriN WWF ÖSterreich<br />

Das Burgenland zählt für mich zu den schönsten Naturjuwelen Österreichs.<br />

Wer einmal den spektakulären Vogelzug am Neusiedler See beobachten konnte,<br />

muss sich einfach in diese grandiose Landschaft verlieben. Die Natur und<br />

auch die Menschen dort bilden eine untrennbare Einheit, die man in dieser<br />

einzigartigen pannonischen Kultur überall deutlich spüren kann.<br />

Burgenland | Testimonials<br />

Spezial 2011 s UniversUm 5


INHALT<br />

6 UniversUm S Spezial 2011<br />

cover:<br />

Burgenland Tourismus/G. Paldan<br />

das PriNziP vielfalt<br />

Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel Seite 32<br />

Willkommen im Burgenland<br />

08 Geschenke des Himmels<br />

Vom Norden in den Süden – das Burgenland<br />

als Erlebnisregion und Erholungssphäre.<br />

18 Natur im Bild<br />

Naturfotografen porträtieren das Burgenland.<br />

72 Das Burgenland tischt auf<br />

Natürliche Genüsse im Osten Österreichs.<br />

78 Tourismus mit Zukunft<br />

Wo Naturerleben und Nachhaltigkeit eins sind.<br />

natur im Burgenland<br />

32 Alles fließt<br />

Der Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel.<br />

40 Tiere des Burgenlands<br />

Sieben besondere Bewohner im Porträt.<br />

46 Das Prinzip Vielfalt<br />

Die sechs Naturparke des Burgenlands.<br />

54 Lebensräume des Burgenlands<br />

Acht besondere Biotope im Porträt.<br />

Natur im Bild<br />

Naturfotografen erforschen das Burgenland Seite 18<br />

im Blickfeld<br />

Tiere, Lebensräume und Pflanzen des Burgenlands Seite 40, 54 und 70<br />

das PriNziP vielfalt<br />

Die sechs Naturparke im Burgenland Seite 46 und 60<br />

.


fotos: s. Pollin (1), H. scHön (1), swarovski oPtik (1), rMB (1)<br />

60 Grenzenlos<br />

Vom Burgenland nach Ungarn und Slowenien.<br />

70 Pflanzen des Burgenlands<br />

Acht botanische Besonderheiten im Porträt.<br />

erleBnisse im Burgenland<br />

28 Pannonische Jahrezeiten<br />

Naturfotografen auf Bilderjagd.<br />

42 In luftigen Höhen<br />

Birdwatcher im Beobachtungsparadies.<br />

56 Wunderbar wanderbar<br />

Wanderer durchstreifen Ebene und Hügel.<br />

68 Im Sattel<br />

Radfahren und Reiten im Burgenland.<br />

76 Aus eigener Energie<br />

In der Hochburg der Öko-Energie.<br />

Burgendland service<br />

81 Adressen & Informationen<br />

Alle Kontake auf einen Blick.<br />

IMPRESSUM<br />

uNiversum maGaziN<br />

Österreichs schÖNstes maGaziN – internet: www.universum.co.at<br />

Redaktion Tel.: +43 1 585 57 57-0<br />

Medieninhaber:<br />

LW Werbe- und Verlags GmbH,<br />

Unternehmensbereich LW Media, A-3500 Krems, Ringstraße 44, Österreich<br />

Geschäftsführer, Herausgeber: Erwin Goldfuss<br />

Mitherausgeber: Oliver Lehmann<br />

Geschäftsleitung: Prok. Mag. (FH) Claudia Altrichter, Prok. Alexandra Salvinetti<br />

Chefredakteur: Dr. Jürgen Hatzenbichler (DW 301),<br />

Anzeigenproduktion, Sekretariat: Maria Mörk (DW 413)<br />

Artdirection: Patrick Püribauer<br />

Mitarbeiter dieser Ausgabe:<br />

Klaus Egle, Mag. Theresa Dirtl, Eva-Maria Gruber, Peter A. Krobath,<br />

Mag. Julia Kospach, MMag. Christine Sonvilla, Mella Waldstein, Barbara Wakolbinger<br />

Verlagsleitung: Heidi Landstätter,<br />

Tel.: +43 2732 82 000-30<br />

E-Mail: heidi.landstaetter@lwmedia.at<br />

Verlagsanzeigenleitung:<br />

Prokuristin Alexandra Salvinetti,<br />

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E-Mail: alexandra.salvinetti@lwmedia.at<br />

Marketing/Leserservice:<br />

Aelxandra Satzinger, Tel.: +43 2732 82 000-31<br />

Aboservice: Petra Stockinger<br />

Vertrieb: Morawa & Co, Wien<br />

Druck: NP Druck, A-3100 St. Pölten<br />

Verlag: A-3500 Krems, Ringstraße 44<br />

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Redaktion: A-1060, Linke Wienzeile 40/22<br />

Tel.: +43 1 585 57 57-0, Fax: DW -333<br />

Einzelpreis: l 4,90<br />

Schnupperabo: 3 Ausgaben l 9,90 (Ausland l 13,90)<br />

Jahresabo: 10 Ausgaben l 42,90 (Ausland l 54,90)<br />

Bildungsabo: 10 Ausgaben l 32,90 (Ausland l 42,90)<br />

Kündigung jeweils sechs Wochen vor Ablauf der Bezugsfrist<br />

nur schriftlich (eingeschrieben) möglich.<br />

Abohotline, Bestellungen: +43 2742 802-12 01, Fax: +43 2742 79 37 0-12 01<br />

Nachbestellung von Ausgaben, älter als ein Jahr: l 7,–;<br />

jede weitere Ausgabe: l 3,–<br />

Erfüllungsort und Gerichtsstand: A-3500 Krems, Österreich<br />

Erscheinungsort, Verlagspostamt: A-3500 Krems, Firmenbuch: LG Krems, FN 121601 a<br />

Dieses Universum Magazin Spezial ist in Zusammenarbeit mit Burgenland Tourismus entstanden.<br />

Burgenland Tourismus: Johann Permayer Str. 13, 7000 Eisenstadt<br />

Tel.: +43 2682 633 84-0, E-Mail: info@burgenland.info, Internet: www.burgenland.info<br />

Projektleitung: Gabriele Koller<br />

Copyright by<br />

LW Werbe- und Verlags GmbH<br />

Alle redaktionellen Beiträge sind nach bestem Wissen recherchiert,<br />

es wird jedoch keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen.<br />

Auflage geprüft und veröffentlicht:


8 UniversUm S Spezial 2011<br />

Geschenke<br />

strahlender seewinkel<br />

Der Neusiedler See und seine Lacken,<br />

wie hier die Darscho-Lacke, strahlen<br />

nicht nur in der Abendsonne, sondern<br />

auch als Besonderheiten im Burgenland.


Fotos: F. Wögerer<br />

des himmels<br />

Das Burgenland verfügt mit dem Neusiedler See über ein spektakuläres Naturjuwel.<br />

Doch es lohnt sich, den Blick zu erweitern: Klima, Kultur und Landschaft fügen sich<br />

zu einem einzigartigen Mosaik aus Erlebnisregion und Erholungssphäre.<br />

EinE Erkundung von olivEr lEhmann<br />

BurgEnland | Geschenke des Himmels<br />

Spezial 2011 s UniversUm 9


BurgEnland | Geschenke des Himmels<br />

A<br />

n Vögeln mangelt es im Burgenland<br />

nicht, schon gar<br />

nicht im Seewinkel. Aber das<br />

Exemplar, das an einem sonnigen,<br />

wenn auch frischen März-Tag<br />

den Schilfgürtel vom Aussichtsturm<br />

in der Bewahrungszone Sandeck-<br />

Neudegg aus ins Visier nahm, war ein<br />

ganz besonders seltener Vogel, wenn<br />

auch nicht im üblichen Sinn.<br />

Nick Barton ist einer der weltweit<br />

führenden Evolutionsbiologen.<br />

Seit August 2008 ist er Professor am<br />

Institute of Science and Technology<br />

Austria (IST Austria), dem neu<br />

gegründeten Spitzeninstitut für naturwissenschaftlicheGrundlagenforschung<br />

im Wienerwald. Im Februar<br />

2009 wurde das Mitglied der Royal<br />

Society mit der Darwin-Wallace-Medaille<br />

ausgezeichnet – quasi der Nobelpreis<br />

auf dem Feld der Evolutionsbiologie,<br />

der bis dahin nur alle 50<br />

Jahre vergeben wurde. Was Barton<br />

10 UniversUm S Spezial 2011<br />

vöGel im visier<br />

Der Evolutionsbiologe Nick Barton (li.)<br />

staunte mit Alois Lang (re.) über die<br />

Vielfalt im Nationalpark.<br />

artenreiche voGelwelt<br />

Vögel finden sich zu allen Jahreszeiten<br />

im Nationalpark Neusiedler See -<br />

Seewinkel ein. Dieser Silberreiher (re.)<br />

gehört auch zu diesen Gästen.<br />

unter der gebietskundigen Führung<br />

von Nationalpark-Experten Alois<br />

Lang zu sehen bekam, begeisterte den<br />

Naturwissenschaftler: „Der Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel ist<br />

ein wahres Naturjuwel im Herzen Europas.<br />

Die Lage an der Kreuzung der<br />

Himmelsstraßen eröffnet einzigartige<br />

Möglichkeiten, eine erstaunliche Anzahl<br />

an Vogelarten zu entdecken und<br />

zu beobachten.“<br />

Ein Juwel an sich<br />

Der Neusiedler See ist tatsächlich ein<br />

Juwel unter den Naturschätzen des<br />

Burgenlands, und zwar aus einer Reihe<br />

von Gründen: Mit seinem Schilfgürtel,<br />

den salzhaltigen Lacken und<br />

sumpfigen Wiesen bietet er Lebensraum<br />

für rund 300 Vogelarten (mehr<br />

dazu siehe Seite 42). Der Steppensee<br />

liegt zwischen den letzten östlichsten<br />

Ausläufern der Alpen im Westen und<br />

dem westlichsten Teil der Kleinen ungarischen<br />

Tiefebene, dem Seewinkel,<br />

von der obersten Plattform des Turms Fotos: RMB (1), o. Lehmann (1), M. Horvath (1)


Fotos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

im Osten. Die Staatsgrenze zwischen<br />

Österreich und Ungarn folgt keinen<br />

naturräumlichen Vorgaben. Auch aus<br />

biologischer Sicht ist das Gebiet des<br />

Neusiedler Sees ein Grenzraum, geprägt<br />

von Elementen verschiedener<br />

Landschaftsräume: Alpine, pannonische,<br />

asiatische, mediterrane und<br />

nordische Einflüsse machen sich bemerkbar,<br />

was zur hohen Artenvielfalt<br />

erheblich beiträgt.<br />

Der Wasserhaushalt des Neusiedler<br />

Sees und des umliegenden Gebietes<br />

ist fast ausschließlich durch Verdunstung<br />

und Niederschlag bestimmt. Es<br />

gibt keine größeren Flüsse, die Wasser<br />

in die Gegend bringen könnten.<br />

Über Jahrhunderte bestimmte die<br />

Fluktuation der Wasserstände das Leben<br />

der Bevölkerung rund um den<br />

See. Mit rund 1.120 Quadratkilometern<br />

ist das Einzugsgebiet des Sees<br />

im Verhältnis zu seiner Fläche sehr<br />

klein. Der Großteil – über 80% – des<br />

Wasserhaushalts des heute 320 Qua-<br />

dratkilometer großen Sees stammt<br />

also aus Niederschlägen - was immer<br />

wieder zu starken Schwankungen des<br />

Seespiegels geführt hat. Die Abhängigkeit<br />

des Wasserstands von der Ergiebigkeit<br />

der Niederschläge lässt sich<br />

besonders in extrem „nassen“ wie in<br />

extrem „trockenen“ Jahren erkennen.<br />

Die jährlichen Schwankungen des<br />

Wasserpegels betragen bis zu 60 cm:<br />

Werden die Verdunstungsverluste des<br />

Sommers schon im darauf folgenden<br />

Winter durch Regen und Schnee<br />

kompensiert, so können die ersten Regenperioden<br />

des Frühjahrs zu hohem<br />

Wasserstand und zu Überflutungen<br />

führen. Bleiben hingegen die Winterniederschläge<br />

aus, so sinkt der Wasserspiegel<br />

des Neusiedler Sees bereits im<br />

Frühjahr.<br />

Der Schilfgürtel des Neusiedler<br />

Sees ist nach dem Donaudelta der<br />

zweitgrößte zusammenhängende<br />

Schilfbestand Europas. Bis Mitte des<br />

19. Jahrhunderts war er in der jet-<br />

BurgEnland | Geschenke des Himmels<br />

zigen Ausdehnung aber noch nicht<br />

vorhanden. Nur im Südosten und im<br />

Hanság gab es größere Schilfflächen.<br />

Heute umgeben den See rund 178<br />

Quadratkilometer Schilf. Eine Reihe<br />

von Niedrigwasserständen nach der<br />

Regulierung durch den Einserkanal,<br />

aber auch Nährstoffeintrag aus<br />

Landwirtschaft und Ortschaften haben<br />

das konkurrenzstarke Schilfrohr<br />

wachsen lassen. Trotz der Vorherrschaft<br />

von nur einer Pflanzenart ist<br />

der Schilfgürtel sehr abwechslungsreich.<br />

Kanäle und freie Wasserflächen<br />

wechseln mit Schilfbeständen verschiedenen<br />

Alters und daher unterschiedlicher<br />

Struktur.<br />

Salzlacken findet man im europäischen<br />

Binnenland nur im burgenländischen<br />

Seewinkel und in Zentralungarn.<br />

Auf anderen Kontinenten gibt<br />

es zum Teil sehr große derartige Gewässer<br />

(Kasachstan, Mongolei, Australien,<br />

Etoscha-Pfanne), die weltweite<br />

Gesamtzahl solcher Gebiete bleibt<br />

Spezial 2011 s UniversUm 11


BurgEnland | Geschenke des Himmels<br />

dennoch eher gering. Zwischen dem<br />

Ostufer des Neusiedler Sees und dem<br />

Hanság liegen noch rund 45 Lacken,<br />

die wie kein anderes Landschaftselement<br />

den Charakter des Seewinkels<br />

prägen.<br />

Sanfte Hügel statt Land der Berge<br />

Das Naturerlebnis rund um den See<br />

sollte aber den Blick auf den Rest der<br />

Region nicht verstellen: Der wichtigste,<br />

wenn auch auf den ersten Blick banale<br />

Grund für dessen vielfältige Entdeckungsmöglichkeiten<br />

ist die Landschaft.<br />

Zwar mag in der Bundeshymne<br />

das „Land der Berge“ besungen werden.<br />

Doch im Burgenland sucht man<br />

Berge vergeblich: Weite Ebenen, sanft<br />

rollende Hügel-, Wald- und Aulandschaften<br />

und dazu vermeintlich un-<br />

12 UniversUm S Spezial 2011<br />

überschaubare Weinfluren prägen das<br />

Landschaftsbild. Naturschutz genießt<br />

im Burgenland eine lange Tradition.<br />

Der grenzüberschreitende Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel ist als<br />

Naturreservat das markanteste Beispiel.<br />

Doch die sechs Naturparke Neusiedler<br />

See-Leithagebirge, Rosalia-Kogelberg,<br />

Landseer Berge, Geschriebenstein-<br />

Írottkő, Weinidylle und der Dreiländerpark<br />

Raab-Örség-Goričko ergänzen<br />

das Erlebnisangebot.<br />

Der zweite Grund ist das Klima:<br />

Mit rund 300 Sonnentagen im Jahr<br />

ist das Burgenland auch klimatisch<br />

betrachtet eine Ausnahme. Dieses<br />

Geschenk des Himmels lässt Naturprodukte<br />

von höchster Güte, allen<br />

voran Weine von Weltruf, reifen. Doch<br />

auch der Boden sorgt für Wohlbefin-<br />

den: Tief in der Erde schlummern die<br />

reichsten Mineralwasservorkommen<br />

Österreichs, aber auch heißes, heilkräftiges<br />

Wasser, das behagliche Thermallandschaften<br />

für Wohlbefinden<br />

und Gesundheit speist.<br />

Das milde pannonische Klima,<br />

hervorragende Böden und das Können<br />

der Winzer haben Österreichs<br />

zweitgrößtes Weinbaugebiet zur Vorzeigeregion<br />

der neuen Weinkultur<br />

gemacht. Eine Vielzahl an enthusiastischen<br />

jungen Winzern verquickt<br />

auf meisterhafte Art Tradition, Innovation<br />

und modernstes Know-how:<br />

Weine von internationalem Format<br />

sind das Ergebnis. Die Süßweine – ob<br />

Trockenbeerenauslese oder Eiswein<br />

– zählen zum Besten, das die Welt zu<br />

bieten hat. Die Qualität der Weine<br />

Fotos: XXXXXXXXXXXXXX


Fotos: ARGE Naturparke (1), Burgenland tourismus/Popp & Hackner (1)<br />

welliGes land<br />

Die Hügel- und Bergwelt des Naturparks<br />

Geschriebenstein glüht im<br />

Herbst in den buntesten Farben und<br />

lädt zu Wanderungen ein.<br />

findet in spannender, vielfach atemberaubender<br />

Architektur sichtbaren<br />

Ausdruck.<br />

Be-Lebensmittel aus der Region<br />

Die Kulinarik steht der Weinkultur in<br />

nichts nach. Die burgenländische Küche<br />

schöpft aus einer unglaublichen<br />

Fülle an Naturprodukten: Wo sonst finden<br />

sich dreitausend Sorten Paradeiser<br />

und eine wahre Arche Noah an alten<br />

Obstsorten an einem Ort? Alte Haustierrassen<br />

wie das Mangalitzaschwein,<br />

Graurinder, die im Nationalpark grasen,<br />

Zander, Wels, Karpfen und Hecht<br />

aus dem Neusiedler See werden in den<br />

Weinschenken, Landgasthöfen und<br />

Gourmettempeln zu außergewöhnlichen<br />

Kreationen verarbeitet. Der<br />

erlesene weine<br />

Die burgenländischen Weine sind top,<br />

nicht zuletzt aufgrund vieler junger,<br />

kreativer Winzer, die neben Tradition<br />

auch auf modernes Know-how setzen.<br />

je länGer, je süsser<br />

Wenn die Trauben erst spät im Jahr<br />

gelesen werden, ist es Zeit für die<br />

Süßweine im Burgendland.<br />

Sie zählen zu den besten der Welt.<br />

„Pannonische Herbst“ mit vielen kulinarischen<br />

Events rund um die Taufe<br />

des neuen Weins wird alljährlich zum<br />

ultimativen Erlebnisfestival für Gourmets.<br />

Höhepunkt des bunten Reigens<br />

ist das „Martiniloben“ um den 11. November,<br />

für das die Winzer zu „Tagen<br />

der offenen Kellertüren“ einladen.<br />

So wie sich Klima und Landschaft,<br />

Kultur und Natur einander hervorragend<br />

ergänzen, passen im Burgenland<br />

kulinarische Freuden und körperliche<br />

Aktivität gut zueinander: Keine<br />

Bergwertungen, jedoch vergnügliches<br />

Rad- und Natur erleben bietet ein rund<br />

2.500 Kilometer langes Radwegenetz.<br />

Gerastet wird stilvoll: Auf dem B10<br />

Neusiedler-See-Radweg zum Beispiel<br />

laden elf Design-Rastplätze entlang<br />

BurgEnland | Geschenke des Himmels<br />

der Strecke zu gemütlichen Zwischenstopps<br />

ein. „Roll on“ lautet auch das<br />

Motto der Rolling Area Lutzmannsburg,<br />

wo Roller-Skater auf mehr als 45<br />

Kilometern Skater-Bahnen abfahren.<br />

Golfern stehen vier Golfanlagen zur<br />

Verfügung: Der Golfplatz in Donnerskirchen<br />

breitet sich idyllisch in Schlagweite<br />

zum Schilfrand des Neusiedler<br />

Sees aus. Österreichs größter Golfplatz<br />

– die Reiter’s Golfschaukel Stegersbach-Lafnitztal<br />

– stellt nicht nur<br />

gehobene „erwachsene“ Ansprüche<br />

zufrieden, sondern punktet zudem mit<br />

Kindergolfschule und Abenteuerwald.<br />

Der Thermengolfplatz Rudersdorf-<br />

Loipersdorf bietet sowohl genügend<br />

sportliche Herausforderungen als auch<br />

eine landschaftlich bezaubernde Um-<br />

Spezial 2011 s UniversUm 13


gebung, die Auen der Feistritz und der<br />

Lafnitz. Und der Reiter’s Golf & Country<br />

Club Bad Tatzmannsdorf setzt in<br />

der nach ihm benannten Golf akademie<br />

auf das Wissen von David Leadbetter,<br />

für viele der weltbeste Golflehrer.<br />

Stetige Winde begeistern Segler<br />

und Surfer am Neusiedler See. Die internationale<br />

Surfelite läutet hier jedes<br />

Frühjahr mit dem Surf Worldcup beim<br />

„Summer Opening“ in Podersdorf den<br />

pannonischen Sommer ein.<br />

14 UniversUm S Spezial 2011<br />

Das Burgenland gehört mit dutzenden<br />

Reitställen, Reiter-Gasthöfen und<br />

Bauernhöfen sowie einem 1.300 Kilometer<br />

umfassenden Netz von markierten<br />

Reitwanderwegen zu den größten<br />

und attraktivsten Reitregionen Österreichs.<br />

Pferdefreunde können flächendeckend<br />

im Burgenland das Angebot<br />

zum GPS-Reiten nutzen. Die Geräte<br />

dafür werden den Reitern bei eigens<br />

eingerichteten Verleihstellen kostenlos<br />

zur Verfügung gestellt. Auf sportlich-<br />

aus eiGener muskelkraft<br />

Im Mittelburgenland lässt sich die Landschaft<br />

auf beschauliche Weise erkunden,<br />

und zwar während einer Draisinentour<br />

(li.) auf einer stillgelegten Bahnschiene.<br />

heilsames wasser<br />

Ausspannen in einer der vielen<br />

Thermenlandschaften: ein besonderer<br />

Genuss im Burgendland (re.).


Fotos: U. Bernhart (1), t. Lamm (1), Regionalmarketing Loipersdorf (1), Regionalmarketing Bad tatzmannsdorf (1),<br />

unterhaltsame Weise kann man die<br />

idyllische Landschaft des Mittelburgenlandes<br />

auf einer stillgelegten Bahnlinie<br />

per Draisine erleben.<br />

In Bad Tatzmannsdorf wartet auf<br />

alle Läufer und „Nordic Walker“ die<br />

österreichweit einzigartige 418 Kilometer<br />

umfassende Lauf- & Walking<br />

Arena mit 280 Kilometer Walking- und<br />

Wanderwegen sowie 138 Kilometer<br />

Laufwegen.<br />

Vom Sport ins Spa<br />

Auf den Sport folgt die Entspannung:<br />

Die warmen Quellen des Burgenlands<br />

garantieren Sonnenstunden zu jeder<br />

Jahreszeit. Die Reiter’s Familientherme<br />

Stegersbach – in idyllischer Lage<br />

im südburgenländischen Hügelland<br />

– wirkt mit ihrem Thermalwasser erfolgreich<br />

gegen Verspannungen und<br />

Gelenksprobleme. „Verwöhnen und<br />

Genießen“ wird in der Burgenlandtherme<br />

im traditionsreichen Kurort Bad<br />

Tatzmannsdorf ganz groß geschrie-<br />

ben. Ruhesuchende finden ein Paradies<br />

inmitten des stark mineralisierten<br />

heilkräftigen Thermalwassers und in<br />

der neurömischen Saunalandschaft<br />

„SPANNONIA“. Die Sonnentherme<br />

Lutzmannsburg-Frankenau präsentiert<br />

sich als wahres Familien-Dorado, in<br />

dem auch die Kleinsten auf ihre Kosten<br />

kommen. Im Kurzentrum von Bad<br />

Sauerbrunn werden ganzheitliche Heilmethoden<br />

gepflegt. „Entdecken entspannt“<br />

ist das Motto der St. Martins<br />

Therme & Lodge bei Frauenkirchen<br />

– mit einem einzigartigen Konzept:<br />

An einem acht Hektar großen See, am<br />

Rand des grenzüberschreitenden Nationalparks<br />

Neusiedler See – Seewinkel,<br />

erwarten den Besucher neben dem<br />

klassischen Wellnessangebot Erholung<br />

in einzigartiger Naturlandschaft ebenso<br />

wie Outdoor-Abenteuer mit speziell<br />

ausgebildeten Scouts – Jeep-Safaris<br />

inklusive.<br />

Abgerundet wird das Angebot mit<br />

dem Spektrum an formidabler Kultur,<br />

BurgEnland | Geschenke des Himmels<br />

laufparadies<br />

Das Burgenland verfügt über ein ausgedehntes<br />

Netz an Lauf- und Wanderwegen.<br />

sicher im sattel<br />

Vom Pferd aufs Rad oder umgekehrt<br />

(li.). Beides ist im Burgenland möglich<br />

und empfehlenswert. GPS-Routen gibt<br />

es für Rad- und Reittouren.<br />

die ebenso wie Kulinarik, Gastronomie<br />

und Freizeitvergnügen aus der Vielfalt<br />

der Region schöpft: Fast vierzig Jahre<br />

hat Joseph Haydn in Eisenstadt gelebt<br />

und gewirkt und das ehemalige Provinzstädtchen<br />

zu einem Zentrum der<br />

zeitgenössischen Musikwelt gemacht.<br />

Heute werden Haydns Werke alljährlich<br />

von Mai bis Oktober mit den weltbesten<br />

Haydn-Interpreten an den Originalschauplätzen<br />

aufgeführt – unter<br />

anderem in dem nach ihm benannten<br />

naturerlebnis burGenland<br />

Rad: www.bikeburgenland.at<br />

Therme: www.stmartins.at<br />

Draisine: www.draisinentour.com<br />

Laufen: www.laufarena.at<br />

Alle Informationen: www.burgenland.info<br />

Spezial 2011 s UniversUm 15


BurgEnland | Geschenke des Himmels<br />

haydnsaal auf schloss esterházy<br />

Der Haydnsaal wurde nach dem berühmten Komponisten<br />

benannt und gilt als einer der weltbesten Konzertsäle.<br />

prächtigen Haydnsaal auf Schloss Esterházy,<br />

der als einer der weltbesten<br />

Konzertsäle gilt. Einem weiteren Genie<br />

der Musikgeschichte erweist man<br />

im kleinen mittelburgenländischen Ort<br />

Raiding Reverenz: Zu Ehren des Klaviervirtuosen<br />

und Komponisten Franz<br />

Liszt werden in dem gleich neben seinem<br />

Geburtshaus errichteten Konzerthaus<br />

hochkarätige Musikaufführungen<br />

gegeben. Als Jahresregent gilt dem vor<br />

200 Jahren geborenen „ersten Popstar<br />

der Musikgeschichte“ 2011 besondere<br />

Aufmerksamkeit.<br />

Auch abseits der Klänge von<br />

Haydn und Liszt lohnt ein Blick auf<br />

das kulturelle Angebot von Österreichs<br />

sonnigstem Bundesland. Im<br />

16 UniversUm S Spezial 2011<br />

Operetten-Mekka Mörbisch wird jeden<br />

Sommer auf der riesigen Bühne<br />

am Ufer des Neusiedler Sees klassische<br />

Operette gespielt – mehr als<br />

200.000 Besucher belegen Jahr für<br />

Jahr eindrucksvoll, dass die Operette<br />

lebt.<br />

Lebendige Geschichte<br />

Wenige Kilometer entfernt, in Sichtweite<br />

des Neusiedler Sees, warten<br />

die Opernfestspiele St. Margarethen,<br />

das drittgrößte Open-Air-Festival<br />

Europas, mit einer 7.000 Quadratmeter<br />

großen Naturbühne vor der<br />

monumentalen Sandstein kulisse des<br />

Römersteinbruchs mit grandiosen<br />

Opernvorstellungen auf.<br />

franz liszt lebt<br />

Das Lisztzentrum Raiding vereint architektonisch Tradition<br />

und Moderne. Rechts das Geburtshaus von Liszt.<br />

Der zauberhafte Arkadenhof eines<br />

Schlosses als Bühne, feine Komödien<br />

– die Schloss-Spiele Kobersdorf bieten<br />

Sommertheater in bester Tradition.<br />

Auch der Güssinger Kultursommer<br />

garantiert fröhliche und unterhaltsame<br />

Theaterabende auf der mächtigen<br />

Burganlage, die auf einem erloschenen<br />

Vulkan thront.<br />

Musikalische Glanzpunkte bietet<br />

der „klangfruehling“ mit Eduard und<br />

Johannes Kutrowatz in Stadtschlaining<br />

im Frühjahr. Und im südlichsten<br />

Teil des Burgenlandes lädt „J:opera<br />

Jennersdorf“ zu exquisiten Freiluft-<br />

Opernaufführungen auf Schloss Tabor.<br />

Auf den weltberühmten Musikfestivals<br />

in Wiesen geben brand aktuelle<br />

Fotos: Burgenland tourismus/L. Lammerhuber (1), U. schwarz (1)


Namen aus Jazz, Rock und Pop den<br />

Ton an. Und „Burg Forchtenstein<br />

Fantastisch“ lädt im Juli und August<br />

Groß und Klein zum mittelalterlichen<br />

Spektakel auf einer mächtigen Wehrburg<br />

– hier wird Geschichte lebendig!<br />

Ausstellungen auf dem Barockjuwel<br />

Schloss Halbturn, einst im Besitz von<br />

Kaiserin Maria Theresia, und auf Burg<br />

Forchtenstein, Musical beim Sommer-<br />

Festival auf Schloss Kittsee, Galerien<br />

und die ständigen Ausstellungen und<br />

Erlebnismuseen bilden ein buntes<br />

Kaleidoskop an kulturellen Veranstaltungen.<br />

Zurück an den Neusiedler See.<br />

Das Resümee von Nick Barton gilt<br />

für Mensch wie für Tier: „Was den<br />

Seewinkel zu einem ganz besonderen<br />

Ort macht, ist die Kombination<br />

von Kultur und Natur – und die vorsichtige<br />

Behandlung dieser Reichtümer<br />

über die Jahrhunderte hinweg<br />

durch die Menschen des Seewinkels.<br />

Ich freue mich darauf, an diesen<br />

sehr besonderen Ort wieder zurückzukehren.”<br />

Man darf gespannt sein,<br />

was er sagt, wenn er erst einmal den<br />

Rest des Burgenlands kennen gelernt<br />

hat. c<br />

naturtermine<br />

Erlebnismuseum Lackenbach<br />

Unter dem Motto „Der Natur auf der<br />

Spur“ laufen von März bis Dezember<br />

Sonderausstellungen zur Natur.<br />

Infos: www.esterhazy.at<br />

Pannonian BirdExperience<br />

Vom 15. bis 17. April finden in und um<br />

den Nationalpark Neusiedler See –<br />

Seewinkel Exkursionen, Vorträge und<br />

Workshops zur Vogelwelt statt.<br />

Infos: www.birdexperience.org<br />

Eisenberger Weinerlebnis<br />

Vom 30. April bis 1. Mai dreht sich am<br />

Eisenberg – noch mehr als sonst – alles<br />

um den Wein. Weinliebhaber kommen<br />

hier im Naturpark in der Weinidylle<br />

voll auf ihre Kosten.<br />

Heissa Walpurgisnacht<br />

Auf eine Wildpflanzenwanderung in<br />

Baumgarten/Naturpark Rosalia-Kogelberg<br />

nimmt Kräuterhexe Uschi Zezelitsch,<br />

aus der ORF-Sendung „Natur im<br />

Garten“, am 30. April mit.<br />

Radwandertag<br />

Am 1. Mai heißt‘s „Anradln“ im und<br />

durch den Naturpark in der Weinidylle,<br />

Treffpunkt ist in Moschendorf.<br />

Infos: www.naturpark.at<br />

Die Kelten feiern<br />

Vom 17. bis 19. Juni findet in Schwarzenbach<br />

im Naturpark Landseer Berge<br />

das alljährliche Keltenfest statt.<br />

Kindererlebniswoche<br />

Von 1. bis 5. August haben die Kinder<br />

in Rechnitz im Naturpark Geschriebenstein<br />

das Sagen. Sie erleben die Natur<br />

auf lustige und spannende Weise.<br />

www.naturpark-geschriebenstein.at<br />

Pannonische Naturerlebnistage<br />

Am 17. und 18. September finden erstmals<br />

die Pannonischen Naturerlebnistage<br />

statt. Nationalpark und Naturparke<br />

bieten ein spezielles Programm.<br />

Familienführungen, Tagesauflüge und<br />

kulinarische Höhepunkte locken.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 17


stimmungsvolle körperpflege<br />

Während manche Reiher nach der Brut<br />

fortziehen, bleiben andere das ganze<br />

Jahr über am Neusiedler See<br />

und posieren für Fotografen<br />

wie Hans Schön.


Augenblick | Burgenland<br />

natur im Bild<br />

Jede Jahreszeit hat im östlichsten Bundesland Österreichs ihr eigenes Licht<br />

und ihre eigene Stimmung. Das lockt Naturfotografen an, die das Burgenland<br />

in spektakulären Bildern dokumentieren. Ein fotografischer Streifzug durch<br />

Frühling, Sommer, Herbst und Winter im Burgenland.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 19


Augenblick | Burgenland<br />

20 UniversUm S Spezial 2011


alles regt sich<br />

Die Feldhasen blicken sich im Frühling<br />

nach einem neuen Partner um. Und so<br />

manch ein Hase scheut auch die Kamera<br />

nicht, hier die von Gerhard Kummer.<br />

Bunte frühlingsBoten<br />

An diesem farbintensiven Lilienfeld vor<br />

der Zicklacke im Gebiet des Seewinkels<br />

konnte Franz Wögerer nicht vorbei, ohne<br />

den Kameraauslöser zu betätigen.<br />

Augenblick | Burgenland<br />

Spezial 2011 s UniversUm 21


Augenblick | Burgenland<br />

22 UniversUm S Spezial 2011<br />

alle zimmer Belegt<br />

Im Gebiet des Seewinkels finden sich<br />

viele gefiederte Sommergäste ein, die<br />

Martin Huber immer wieder direkt vor<br />

die Linse laufen. So wie diese beiden:<br />

Stelzen- und Flussuferläufer.<br />

glühender feuerBall<br />

Im untergehenden Licht der Sonne ziehen<br />

die Vögel zu ihren Schlafplätzen. Dass die<br />

Sommer im Burgenland heißer sind und<br />

die Feuerkugel nirgends so rot ist,<br />

beweist Martin Huber eindrucksvoll.


Augenblick | Burgenland<br />

Spezial 2011 s UniversUm 23


Augenblick | Burgenland<br />

24 UniversUm S Spezial 2011


letztes grün<br />

Wenn der Herbst anbricht, wird der Wein<br />

im Burgenland reif. Zwischen den Reben<br />

lugt hin und wieder ein Reh hervor. Marc<br />

Graf war zur richtigen Zeit vor Ort.<br />

Besondere farBen<br />

Über Burg Forchtenstein streift der<br />

Blick von Verena Popp-Hackner und<br />

Georg Popp weit ins Land. Das Bild geht<br />

über die Ausläufer des Rosaliagebirges<br />

hinaus ins Flachland der Tiefebene.<br />

Augenblick | Burgenland<br />

Spezial 2011 s UniversUm 25


Augenblick | Burgenland<br />

26 UniversUm S Spezial 2011<br />

winterstarre<br />

Verena Popp-Hackner und Georg Popp<br />

haben die kalte Zeit des Jahres in<br />

Podersdorf am See eingefangen. Der<br />

Neusiedler See ist nun für eine Weile<br />

von einer eisigen Schicht bedeckt.<br />

wintergäste<br />

Im Winter wird es rund um den Neusiedler<br />

See etwas ruhiger, doch Greifvögel,<br />

wie diese von Gerhard Kummer fotografierte<br />

Kornweihe, haben Hochsaison.<br />

Der Seewinkel ist ihr Winterquartier.


Augenblick | Burgenland<br />

Spezial 2011 s UniversUm 27


ErlEbnis | Naturfotografie<br />

Pannonische<br />

Jahreszeiten<br />

28 UniversUm S Spezial 2011<br />

Ein bEricht von barbara WakolbingEr<br />

Fotos: XXXXXXXXXXXXXX


Fotos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

schilfernte im Winter<br />

Im winterlichen Seewinkel prägt zum<br />

Trocknen aufgeschichtetes Schilf das<br />

Landschaftsbild. Manfred Horvath setzt<br />

es hier stimmungsvoll in Szene.<br />

ErlEbnis | Naturfotografie<br />

Das pannonische Klima und die Lage in der Tiefebene<br />

machen das Burgenland zu einem ganz besonderen Fleck in<br />

Österreich. Im Laufe eines Jahres bietet die außergewöhnliche<br />

Landschaft ein reiches Spektrum an einzigartigen Farben,<br />

Pflanzen und Tieren. Das schätzen Naturfotografen.<br />

Blühende Wiesen, auf denen<br />

Großtrappen balzen, heiße,<br />

flirrende Luft, Salzkrusten<br />

an den Ufern der Lacken,<br />

eine beinahe mediterran anmutende<br />

Landschaft; dann saftige Weingärten<br />

und funkelndes Eis am Neusiedler<br />

See. Im Burgenland steckt mehr, als<br />

auf den ersten Blick augenscheinlich<br />

wird. Als Bundesland mit der<br />

niedrigsten Einwohnerzahl kann das<br />

Burgenland vor allem mit viel unverbauter<br />

Natur und weiten Blicken in<br />

die Ebene glänzen. Das pannonische<br />

Klima der Tiefebene sorgt mit rund<br />

300 Sonnentagen pro Jahr für eine<br />

steppenartige Landschaft, wie sie in<br />

Westeuropa kaum ein zweites Mal zu<br />

finden ist. Aber auch innerhalb des<br />

Burgenlands herrschen Gegensätze:<br />

Der Norden ist geprägt vom Neusiedler<br />

See, den umliegenden Lacken<br />

und der reichen Flora und Fauna,<br />

deren Lebensraum sie schaffen. Im<br />

touristisch weniger erschlossenen<br />

Mittel- und Südburgenland wird es<br />

hügelig, ein bisschen regnerischer<br />

und vor allem ruhig. Die Landschaft<br />

wird nur selten durch eine kleine<br />

Ortschaft oder ein Thermenhotel unterbrochen.<br />

Durch diese einzigartige<br />

Kombination bietet das Burgenland<br />

einer Vielzahl an speziellen Lebewesen<br />

eine Heimat und macht es so zu<br />

einem attraktiven Ziel für Naturfotografen.<br />

Unösterreichisches Burgenland<br />

Das Burgenland widerspricht dem<br />

Klischee vom Alpenland Österreich.<br />

„Diese Weiten, kaum Häuser oder<br />

Strommasten. Wo findet man das in<br />

Europa schon?“, erklärt der Landschaftsfotograf<br />

Georg Popp, was er für<br />

seine Arbeit am Burgenland besonders<br />

schätzt. Auch viele Kollegen haben das<br />

Burgenland für sich entdeckt: Vor allem<br />

im Frühjahr drängen sich im Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel<br />

die Fotografen: „Der Seewinkel ist im<br />

Frühjahr schon etwas ganz Besonderes.<br />

An einem schönen Morgen draußen<br />

zu sein, die vielen Vögel zu beobachten<br />

und in die Weite zu schauen.<br />

Das ist schon sehr speziell“, beschreibt<br />

Popp seinen Lieblingsplatz. Das Licht<br />

sei hier einfach einzigartig. Und auch<br />

die Kollegen von der Tierfotografie<br />

können nur zustimmen: „Das Frühjahr<br />

ist von den Aktivitäten her die schönste<br />

Jahreszeit. Wenn die Vögel balzen und<br />

viele Brutvögel, die hier im Sommer<br />

nisten, schon angekommen sind: Das<br />

ist Action pur und liefert unbegrenzte<br />

Spezial 2011 s UniversUm 29


ErlEbnis | Naturfotografie<br />

Motive“, schwärmt Hans Schön, der<br />

schon seit Jahren im Burgenland fotografiert.<br />

Besonders beeindruckend ist<br />

die Balz der Großtrappen, die bis zu<br />

17 Kilo schwer werden. Da so ein Gewicht<br />

das Fliegen erheblich erschwert,<br />

ziehen es die Hähne vor, auf andere<br />

Art Eindruck zu schinden: Sie plustern<br />

sich zu kugeligen Federbäuschen auf.<br />

Wird es langsam wärmer, verdunstet<br />

das Wasser und die Vogelbalz geht<br />

zu Ende. „Dann beginnt die Makrosaison“,<br />

erklärt Schön. Wenn der See<br />

und die umliegenden Wiesen summen,<br />

sind es vor allem Pflanzen und Insekten,<br />

die es vor die Linse des Fotografen<br />

schaffen. Zikaden, Heuschrecken<br />

und Libellen bevölkern die Seenlandschaft;<br />

das nutzen viele Vogelarten<br />

auch, um sich vor dem Herbst noch<br />

einmal richtig satt zu fressen. Auch<br />

die Gelsen haben Hochsaison – zum<br />

Leidwesen vieler Fotografen, die oft<br />

stundenlang draußen ausharren und<br />

sich dabei möglichst wenig bewegen.<br />

Landschaftsfotografen kämpfen im<br />

Sommer aber nicht nur mit den Mücken:<br />

„Das Licht ist im Sommer oft zu<br />

hart“, seufzt Fotograf Gerhard Kummer,<br />

der den Nationalpark praktisch<br />

vor der Haustüre hat. Zuviel Sonne<br />

kann also auch eine Herausforderung<br />

sein. Glücklicherweise bietet das<br />

Burgenland Ausweichmöglichkeiten:<br />

„Faszinierend sind die Lacken, die<br />

im Sommer austrocknen und kristallisiertes<br />

Salz zurücklassen. Das hat fast<br />

schon afrikanischen Charakter“, meint<br />

30 UniversUm S Spezial 2011<br />

goldene stunde<br />

Das milde Licht am Morgen und am Abend lässt die Vogelwelt<br />

rund um den Neusiedler See noch prachtvoller erscheinen.


Fotos: Beigestellt (5), H. schön (1)<br />

Kummer. Salzlacken entstehen durch<br />

die hohen Temperaturen, oft zeigt das<br />

Thermometer im Burgenland schon<br />

im Juni über 30° Celsius an.<br />

Auch im Winter, wenn es schneit<br />

Nebel und Vogelzüge sind die ersten<br />

Anzeichen für den Herbstbeginn im<br />

Burgenland. Bis Oktober kann man<br />

immer wieder große Vogelschwärme<br />

beobachten, die sich zu ihren Winterquartieren<br />

aufmachen. „Der Herbst<br />

im Burgenland mit seinen erdigen und<br />

warmen Farbtönen ist ein Hochgenuss<br />

für Fotografen“, erklärt Martin<br />

Huber, Naturfotograf und bekennender<br />

Burgenlandliebhaber. Mindestens<br />

einmal im Jahr muss der Steirer Huber<br />

ins Nachbarland: „Das Burgenland ist<br />

zwar Österreich, aber doch komplett<br />

anders als Österreich. Es ist das ideale<br />

Kontrastprogramm zu der Bergwelt,<br />

in der ich zuhause bin.“ Im Spätsommer<br />

und Herbst rücken auch Mittel-<br />

und Südburgenland mit ihren farbenprächtigen<br />

Weingärten stärker in den<br />

Fokus der Landschaftsfotografen.<br />

Und was man fotografiert, kann man<br />

ja auch gleich verkosten: „Natürlich<br />

wird jeder Burgenland-Urlaub auch<br />

genutzt, um den Weinkeller wieder<br />

aufzufüllen“, schmunzelt Huber. Neben<br />

der Weinlese bietet der Herbst in<br />

der Seenlandschaft aber auch noch ein<br />

anderes Spektakel: den Gänsestrich.<br />

Tausende Gänse nutzen Neusiedler<br />

See und Seewinkel zum Überwintern;<br />

in keilförmigen Formationen durch-<br />

naturfotografen bei der arbeit<br />

Verena Popp-Hackner, Georg Popp,<br />

Gerhard Kummer, Manfred Horvath und<br />

Klaus Schneider (von links nach rechts)<br />

sind begeistert von den abwechslungsreichen<br />

Landschaften und der reichhaltigen<br />

Tier- und Pflanzenwelt, die das<br />

Burgenland zu den unterschiedlichen<br />

Jahreszeiten zu bieten hat. Im Frühjahr<br />

schätzen sie die Aktivität der Tierwelt,<br />

im Herbst das besonders schöne Licht.<br />

ziehen sie am Weg von und zu ihren<br />

Schlafplätzen morgens und abends<br />

den Himmel.<br />

Dieses Schauspiel kann sich bis in<br />

den Winter hinein ziehen. Nach und<br />

nach kommen auch die nordischen<br />

Gänse im Seewinkel an. Die kalte Jahreszeit<br />

gehört aber auch den Greifvögeln:<br />

„Im Winter gibt die triste, braune<br />

Landschaft nicht viel her“, meint<br />

Gerhard Kummer. „Dafür kommen<br />

die Greifvögel, die Möwen und die<br />

Gänse.“ Besonders die Kornweihe hat<br />

es Kummer angetan: „Die Kornweihe<br />

jagt für einen Greifvogel unglaublich<br />

tief über dem Boden. Sie braucht etwa<br />

zehn Mäuse am Tag und ist deshalb<br />

viel unterwegs. Ein ideales Fotomotiv.“<br />

Das bewegt Kummer auch dazu,<br />

selbst bei Temperaturen um die minus<br />

15° Celsius außer Haus zu gehen. „Das<br />

Foto-Equipment bleibt das gleiche, nur<br />

der Fotograf braucht ein paar Zwiebelschichten<br />

mehr“, lacht er. Um sich aufzuwärmen,<br />

empfiehlt sich eine Runde<br />

am zugefrorenen Neusiedler See.<br />

Bei Minusgraden verwandelt sich der<br />

Steppensee in den größten natürlichen<br />

Eislaufplatz Mitteleuropas. Naturfotografen<br />

wie Manfred Horvath packen<br />

deshalb auch hier ihre Kamera mit ein:<br />

„Es lohnt sich schon, auch im Winter<br />

loszuziehen. Eingefrorene Muscheln<br />

und Schnecken oder der tauende Neusiedler<br />

See sind spannende Motive. Im<br />

Leithagebirge sind um diese Jahreszeit<br />

Füchse oder Wildschweine unterwegs.<br />

Von wegen ruhige Zeit!“ c<br />

Spezial 2011 s UniversUm 31


Alles fliesst<br />

32 UniversUm S Spezial 2011<br />

Ein BEricht von Julia Kospach


Foto: S. Pollin<br />

Der Naturraum Neusiedler<br />

See, sagt Alois Lang, sei den<br />

Österreichern nicht leicht<br />

zu erklären. „Der Österreicher<br />

ist ein homo alpinus, geprägt auf<br />

Gebirge, steile Täler und tiefe Seen.“<br />

Alois Lang ist im Nationalpark Neusiedler<br />

See – Seewinkel für Öffentlichkeitsarbeit<br />

und Ökotourismus zuständig.<br />

Vom Nationalparkzentrum<br />

in Illmitz aus bemüht er sich um die<br />

Verdeutlichung dessen, was den Steppen­<br />

und Feuchtgebietsnaturraum<br />

des Neusiedler Sees so sehr von den<br />

anderen Landschaften Österreichs<br />

unterscheidet und den Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel zu einer<br />

solchen Besonderheit macht.<br />

Umgekehrt könnte man natürlich<br />

auch sagen: Weil die Unwissenheit –<br />

gerade auch bei den heimischen Besuchern<br />

des Nationalparks – groß ist,<br />

gibt es in ihm auch so unendlich viel<br />

zu entdecken. Hier ist alles anders<br />

als in den anderen Naturräumen Österreichs.<br />

Es handelt sich nicht nur<br />

politisch­historisch um ein Grenzland<br />

im Einfluss verschiedener Machtbereiche,<br />

sondern auch biologisch:<br />

Rund um den Neusiedler See treffen<br />

Pflanzen­ und Tierarten aus alpinen,<br />

pannonischen, asiatischen, mediterranen<br />

und nordischen Gebieten aufeinander.<br />

Das Mosaik ist in dieser flachen<br />

Landschaft strukturierendes Prinzip:<br />

Wie in einem großen Fleckerlteppich<br />

liegen hier groß­ und kleinflächige<br />

Lebensräume nebeneinander: Feuchtgebiete,<br />

Weideflächen, Wiesengebiete,<br />

Trockenrasen, Sandsteppen und Salzstandorte.<br />

Eine fast baumlose, steppenartige<br />

Landschaft, in der der Wind<br />

seichtes gewässer<br />

Der Neusiedler See und die umliegenden<br />

Lacken zeichnen sich durch einen stets<br />

niedrigen Wasserstand aus. Beste Bedingungen<br />

für futtersuchende Wasservögel.<br />

nationalparK | Neusiedler See – Seewinkel<br />

Nationalpark Neusiedler See - Seewinkel:<br />

In Österreichs Steppennationalpark muss man<br />

das Schauen neu lernen. In dieser unvergleichlich<br />

vielfältigen Grenzlandschaft, in der Höhenunterschiede<br />

von wenigen Zentimetern über Sein oder<br />

Nicht-Sein entscheiden und 300 Vogelarten durchziehen,<br />

ist Wechsel die einzige Konstante.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 33


nationalparK | Neusiedler See – Seewinkel<br />

ein allgegenwärtiger Begleiter ist, genauso<br />

wie Sand und Salz. Die Lichtverhältnisse<br />

sind deutlich anders als<br />

überall sonst in Österreich, die Sicht<br />

ist weitgehend frei von Erhebungen,<br />

weswegen andere Orientierungspunkte<br />

genutzt werden müssen.<br />

Ein anderes Klima<br />

Um zu verstehen, was das Gebiet ausmacht,<br />

muss man erst einmal über das<br />

Klima sprechen, das die Gegend prägt.<br />

„Am Westufer des Neusiedler Sees, am<br />

Leithagebirge, endet der Einflussbereich<br />

des Atlantiks“, erklärt Alois Lang.<br />

Kommt also eine Schlechtwetterfront<br />

von Westen, die für die meisten Teile<br />

Österreichs Regen bringt, so hört der<br />

Niederschlag im Wiener Becken auf<br />

und erreicht das Burgenland nicht.<br />

Hier regnet es, wenn das schlechte<br />

Wetter aus dem Süden, von der Adria,<br />

kommt. Zugleich ist das Gebiet um<br />

den Neusiedler See von den westlichsten<br />

Ausläufern des kontinentalen Klimas<br />

geprägt. Wenn eine Delegation aus<br />

Kasachstan in den Nationalpark auf<br />

Besuch kommt, gibt es keinerlei Prob­<br />

und Flora, die für die Neusiedler See­<br />

Gegend typisch ist. Viele der Pflanzen<br />

und Tiere dieses Gebiets gibt es auch<br />

in den Steppenlandschaften Zentralasiens.<br />

Nichts als verständiges Nicken<br />

begegne ihm dann, erzählt Alois Lang.<br />

Schwieriger schon sei es mitunter mit<br />

Delegationen aus Westeuropa. „Was<br />

zum Beispiel ein Goldschakal ist, den<br />

es hier bei uns und weiter im Osten<br />

gibt, weiß man dort nicht mit derselben<br />

Selbstverständlichkeit.“<br />

Der Neusiedler See selbst ist ein<br />

junger Steppensee – der westlichste<br />

Europas. 320 Quadratkilometer umfasst<br />

das Seebecken, 180 davon entfallen<br />

auf den Schilfgürtel. Mit den tiefen<br />

Bergseen, die sonst für Österreich so<br />

typisch sind, hat er nichts gemeinsam.<br />

Er ist extrem seicht, sein Wasser trüb<br />

und leicht salzhaltig und sein Boden<br />

bedeckt von feinkörnigem Sediment.<br />

Bei einer Durchschnittstiefe von nicht<br />

mehr als 1,10 Metern besitzt er eine<br />

Jahresschwankungsbreite von 40 Zentimetern.<br />

Bei einem weit über 100 Meter<br />

tiefen Gebirgssee machen 40 Zentimeter<br />

keinen großen Unterschied. Am<br />

Neusiedler See verändert sich dadurch<br />

aber übers Jahr die Seelandschaft dramatisch.<br />

Einige wenige Zentimeter<br />

Unterschied im Wasserniveau können<br />

die Seefläche um viele Hektar vergrößern<br />

oder verkleinern. Was unter Wasser<br />

lag, kann dann trocken liegen und<br />

umgekehrt. Heftiger Wind verstärkt<br />

dieses Phänomen noch. Bei Sturm verschiebt<br />

sich mitunter der Wasserpolster<br />

als Ganzes um einige hundert Meter.<br />

Das Grundwasser und die Zuflüsse<br />

haben nur wenig Einfluss auf den Wasserstand<br />

des Sees – die Niederschläge<br />

sind der ausschlaggebende Faktor für<br />

seine Befüllung. Das führt immer wieder<br />

zu sehr starken Schwankungen des<br />

Seespiegels – von Hochwasserständen<br />

mit Überschwemmungen bis hin zur<br />

völligen Austrocknung wie zuletzt einmal<br />

im 19. Jahrhundert.<br />

Insgesamt wird das Neusiedler See­<br />

Gebiet von einer großen Amplitude<br />

in der Schwankungsbreite zwischen<br />

leme bei der Beschreibung der Fauna FotoS: S. Pollin (3)<br />

34 UniversUm S Spezial 2011<br />

der tAg endet<br />

Das schwindende Licht der Abendsonne<br />

nutzen die Vögel noch für die Nahrungssuche,<br />

bevor sie sich zu ihren Schlafplätzen<br />

zurückziehen.


sAlzige lAcken<br />

Der hohe Salzgehalt in und um die<br />

Lacken des Seewinkels und im<br />

Hanság lässt nur salztolerierende<br />

Pflanzen wachsen.<br />

grosser schnAbel<br />

Der löffelähnliche Schnabel gibt den<br />

Löfflern, die damit im seichten Wasser<br />

Futter aufstöbern, ihren Namen.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 35


nationalparK | Neusiedler See – Seewinkel<br />

extrem nass und extrem trocken bestimmt.<br />

Auch das ist vielen, die das<br />

nördliche Burgenland mit Trockenheit<br />

verbinden, nicht klar. Den Bewohnern,<br />

die dieses Gebiet über die<br />

Jahrhunderte bewirtschaftet haben,<br />

machten solche starken Schwankungen<br />

wenig Freude. Entwässerung der<br />

feuchten, stark zu Überschwemmung<br />

neigenden Gebiete war ihr Ziel. Doch<br />

es ist genau dieser Wechsel zwischen<br />

feucht und trocken, der den spezifischen<br />

Artenreichtum des Gebiets<br />

bedingt. Seit der Gründung des Nationalparks<br />

wird also versucht, das Wasser,<br />

das hier größtenteils Regenwasser<br />

ist, so lange wie möglich – sprich: bis<br />

es von selber wieder verdunstet – im<br />

Gebiet zu lassen.<br />

Gegründet wurde der Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel im<br />

Jahr 1993. Seine Flächen sind allerdings<br />

weder Landes­ noch Staatsbesitz<br />

– wie jene auf der ungarischen<br />

Seite des Nationalparks –, sondern<br />

gehören rund 1.200 privaten Grundeigentümern,<br />

größtenteils Nebenerwerbsbauern<br />

aus den Ortschaften<br />

im Seewinkel. Sie stellen ihren Besitz<br />

dem Nationalpark gegen eine jährli­<br />

36 UniversUm S Spezial 2011<br />

che Ertragsentgangsentschädigung<br />

zur Verfügung.<br />

Aktiver Naturschutz<br />

Der Schutz der Ökosysteme kann im<br />

Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel<br />

nicht nur dadurch erreicht werden,<br />

dass der Mensch die Natur sich selbst<br />

überlässt. Alois Lang gibt ein Beispiel:<br />

„Würden wir die Lackenränder nicht<br />

mähen oder beweiden, würden die<br />

Brutflächen für die dort brütenden Vögel<br />

verloren gehen.“ Ein rein konservierender<br />

Naturschutz, der überhaupt<br />

nicht eingreift, birgt hier das Risiko von<br />

Verschiebungen, im Zuge derer zum<br />

Beispiel extrem invasive Arten wie die<br />

Robinie oder die Ölweide ganze Flächen<br />

zuwuchern würden. Biodiversität<br />

bedeutet also nicht, dass man einfach<br />

zuschaut: Hier muss Naturschutz aktiv<br />

betrieben werden. Ein Managementplan,<br />

der auf umfangreichen, gebietsspezifischen<br />

Forschungsprojekten basiert,<br />

legt Jahr für Jahr aufs Neue fest,<br />

was in den einzelnen Gebieten getan<br />

werden muss. Grundsätzlich orientiert<br />

sich diese Arbeit an den empfindlichen,<br />

gefährdeten Arten, an jenen, die<br />

auf der Roten Liste stehen. Wenn die<br />

sAlziger lebensrAum<br />

Die Verdunstungsrate des Wassers ist in<br />

den heißen Sommern hoch. Viele Lacken<br />

trocknen daher aus und zurück bleibt<br />

eine salzige Kruste.<br />

heimAt für wildpferde<br />

Das Przewalski-Pferd ist die einzige<br />

Unterart des Wildpferdes, die sich<br />

erhalten hat. Im Nationalpark wird<br />

es gezüchtet, auch für die<br />

Auswilderung in der Mongolei.<br />

Maßnahmen für sie stimmen, dann ist<br />

das ein Erfolg. Im Nationalpark Neusiedler<br />

See – Seewinkel geht es um eine<br />

Weiterschreibung der Landnutzungsgeschichte<br />

mit anderen Vorzeichen<br />

– eben nicht mehr wirtschaftlich, sondern<br />

am Naturschutz orientiert.<br />

Der Nationalpark gliedert sich in<br />

mehrere Zonen. In der Naturzone findet<br />

keinerlei Nutzung statt. Die Besucher<br />

haben keinen Zutritt und auch<br />

Pflegemaßnahmen dürfen hier keine<br />

gesetzt werden. Anders in der Bewahrungszone:<br />

Ein Besucherleitsystem<br />

– mit Aussichtstürmen, Informationsschildern,<br />

Wegmarkierungen – ermöglicht<br />

von gekennzeichneten Wegen aus<br />

ein unmittelbares Naturerleben. In dieser<br />

Zone konzentrieren sich auch die<br />

Maßnahmen des aktiven Naturschutzes.<br />

Mit gezielter Beweidung, Heumahd<br />

oder mit Schilfschnitt gelingt es<br />

hier, den Steppencharakter der Landschaft<br />

zu bewahren. 1.200 Rinder,<br />

Pferde oder Esel sind in mehreren Herden<br />

in der Bewahrungszone als eine<br />

Art mobiles Weidekommando im Einsatz.<br />

Eine echte Rarität sind die Weißen<br />

Esel, die im Sandeck ihren Dienst<br />

versehen. Kaum 300 Exemplare dieser<br />

FotoS: S. Pollin (2), Rotholl.at (1), Burgenland tourismus (1)<br />

FotoS: XXXXXXXXXXXXXX


FotoS: XXXXXXXXXXXXXX<br />

gelenkte beweidung<br />

Steppenrinder (o.) zählen neben Pferden<br />

und Eseln zu den wichtigen Mithelfern<br />

im Nationalpark. Ihre Beweidung erhält<br />

die Brutflächen vieler Vögel.<br />

esel im nAtionAlpArk<br />

Wer im Barock etwas auf sich hielt,<br />

besaß weiße Tiere. Von den „Österreichisch-ungarischen<br />

Weißen Eseln“ gibt<br />

es weltweit rund 80 Tiere.<br />

alten Haustierrasse gibt es überhaupt<br />

noch. Die Gruppe im Nationalpark<br />

Neusiedler See stand am Beginn des<br />

Zucht­Programms zu ihrer Rettung,<br />

das vor ein paar Jahren gestartet wurde.<br />

Was dem Nationalpark international<br />

zu einer solchen Bedeutung verhilft,<br />

ist die Tatsache, dass er sich an einem<br />

Hot­Spot des europäischen Vogelzugs<br />

befindet und von beiden großen<br />

Hauptmigrationsrouten des Kontinents<br />

seinen Teil an durchziehenden<br />

Vögeln abbekommt. „Birdwatcher<br />

werden hier nie fertig“, sagt Alois Lang<br />

und fügt hinzu: „Das einzig Konstante<br />

ist, dass es immer irgendeinen Wechsel<br />

gibt.“ Manche Vögel bleiben nur einen<br />

Tag, andere vier Wochen. Insgesamt<br />

sind es mehr als 300 Vogelarten, die im<br />

Jahresverlauf das Gebiet des Neusiedler<br />

Sees als Rast­ und Nahrungsgebiet<br />

nützen, 150 davon brüten auch hier.<br />

Lebensraum-Mosaik<br />

Fünf verschiedene Landschaften findet<br />

man hier: Da ist einmal der See<br />

selbst mit seinem Schilfgürtel, der in<br />

einer abflusslosen Wanne auf rund<br />

113 Metern Seehöhe liegt. Westlich<br />

davon das Leithagebirge, das bis auf<br />

Spezial 2011 s UniversUm 37


nationalparK | Neusiedler See – Seewinkel<br />

450 Meter ansteigt. Im Norden des<br />

Sees liegt, 40 Meter über dem Seebecken,<br />

die 200 Quadratkilometer große<br />

Schotterflur der Parndorfer Platte. Im<br />

Südosten dehnt sich auf 460 Quadratkilometern<br />

der Hanság, der größtenteils<br />

auf ungarischem Staatsgebiet liegt,<br />

und schließlich im Osten – zwischen<br />

Parndorfer Platte und Einserkanal – die<br />

Tiefebene des Seewinkels mit etwa 450<br />

Quadratkilometern Fläche.<br />

Den Nationalpark selbst muss man<br />

sich als ein buntes Mosaik verschiedenartigster<br />

Lebensräume vorstellen – von<br />

den traditionellen, großen Weideflächen,<br />

den „Hutweiden“, über wechselfeuchte<br />

Wiesen und Schilfgebiete bis<br />

zum Seedamm und den Salzlebensräumen<br />

der Lacken: Im Schilfgürtel<br />

mit seinen windstillen, abgeschlossenen<br />

Wasserflächen und Kanälen finden<br />

nicht nur Käfer, Insektenlarven<br />

und Wasserschnecken ein ideales Umfeld,<br />

sondern auch Kleintiere wie die<br />

Sumpf­ und Wasserspitzmaus, ganze<br />

Kolonien von Löfflern, Graureihern<br />

und Silberreihern oder die rare Moorente.<br />

Schilfsingvögel bauen hier ihre<br />

Nester. Graugänse brüten ebenso im<br />

38 UniversUm S Spezial 2011<br />

Schilf wie die Rohrweihe, die am Neusiedler<br />

See ihren wichtigsten Brutplatz<br />

in Mitteleuropa hat.<br />

Dann sind da die berühmten Lacken<br />

des Seewinkels. Mit ihrem stetigen<br />

Wechsel zwischen sommerlicher<br />

Austrocknung und einer Wassertiefe<br />

bis zu 60 Zentimetern im Herbst<br />

und Winter sind sie hier das prägende<br />

Landschaftselement. Je weniger<br />

Wasser in den Lacken, desto mehr<br />

steigt der Salzgehalt des Lackenwassers.<br />

Hier wachsen Pflanzen, die sich<br />

sonst nur an Meeresküsten ansiedeln<br />

können: Salzkresse, Queller oder Salz­<br />

Aster zum Beispiel. Nicht nur des Salzes<br />

wegen sind die Lacken extreme<br />

Lebensräume. Auch die Temperaturschwankungen<br />

sind extrem, die Bandbreite<br />

reicht von 18 Grad bei Nacht bis<br />

38 Grad am Tag. Säbelschnäbler und<br />

Seeregenpfeifer sind typische Vogelarten<br />

im Lackenumfeld. In den Wiesen<br />

und Weiden um die Lacken wohnen<br />

auch Graugänse, Möwen, Seeschwalben,<br />

einige Entenarten und die Wiesenlimikolen,<br />

für die die kurzrasigen<br />

Mähwiesen ein idealer Lebensraum<br />

sind, weil mögliche Bedrohungen in<br />

der weiten, offenen Landschaft für sie<br />

leicht zu entdecken sind.<br />

Der „Waasen“ im Hanság<br />

Der Hanság im Südosten ist ein ehemaliges,<br />

nunmehr verlandetes und<br />

durch Kanäle entwässertes Sumpfgebiet<br />

des Neusiedler Sees. Der kleinere,<br />

burgenländische Teil wird auch<br />

„Waasen“ genannt. In dieser weiten<br />

Niedermoor­ und Wiesenlandschaft<br />

finden sich rare Pflanzen wie Wasserschwertlilien.<br />

Neben bedeutenden Beständen<br />

von Wachteln, Sumpfohreulen,<br />

Schwarzkehlchen und Neuntötern<br />

liegt hier allen voran ein wesentliches<br />

Verbreitungsgebiet der Großtrappe.<br />

Ihr Brutplatz wurde schon 1973 unter<br />

Vollnaturschutz gestellt. Im Juli oder<br />

August wird im Hanság Heu gemäht,<br />

um den typischen Lebensraum für<br />

den Wiesenbrutvogel zu erhalten.<br />

Mit einem kleinen Wortspiel könnte<br />

man sagen: Die ebene Landschaft des<br />

winterlAndschAft<br />

Mit der Kälte kommt das Eis und verwandelt<br />

den Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel<br />

in eine feste Fläche, wenn alles gefriert.<br />

FotoS: XXXXXXXXXXXXXX


FotoS: S. Pollin (3)<br />

greifvogel greift An<br />

Auch Seeadler kommen zum Überwintern in den Seewinkel<br />

und rufen helle Aufregung bei jenen Vögeln hervor,<br />

die ihr Abendessen werden könnten.<br />

Neusiedler Sees ist eben nicht eben.<br />

Höhenunterschiede von nicht einmal<br />

einem Meter können hier riesige Unterschiede<br />

machen, wenn man so will:<br />

über Sein und Nicht­Sein entscheiden.<br />

In den Senken der Wiesen und<br />

Hutweiden zum Beispiel sammelt sich<br />

Niederschlagswasser aus dem Winterhalbjahr<br />

zu kleinen Pfützen oder<br />

zu hektargroßen, flachen Riesenwasserflächen.<br />

Trockene Höhenrücken<br />

können da zu Brutplätzen für Vögel<br />

oder zu Standorten früh blühender<br />

Wiesenpflanzen werden. Auch die<br />

Lacken schwanken zwischen völliger<br />

Austrocknung und über einem halben<br />

Meter Wassertiefe. Heiß oder kalt,<br />

lautet hier die Devise. Auch zwischen<br />

dem hellgrauen „Solontschak“ und<br />

dem dunklen „Solonetz“ – den Salzböden<br />

des Seewinkels – überleben nur<br />

die, die besondere Strategien entwickelt<br />

haben, mit ihrer extremen Umgebung<br />

umzugehen.<br />

Die Vielfalt des Neusiedler See­Gebiets<br />

lebt vom Wechsel. Er ist in dieser<br />

wandelbaren Landschaft mit ihren<br />

vielfältigen Lebensräumen die einzige<br />

Konstante. Wie die Natur selbst kennt<br />

auch der Nationalpark Neusiedler See<br />

– Seewinkel übrigens keine Sperrzeiten:<br />

Er ist zu allen Jahreszeiten geöffnet<br />

und jederzeit interessant. c<br />

nAtionAlpArk<br />

neusiedler see<br />

- seewinkel<br />

Nationalpark-Informationszentrum<br />

(Öffnungszeiten: April bis Oktober:<br />

Mo-Fr 8-17, Sa, So, Feiertag: 10-17,<br />

November bis März: Mo-Fr 8-16 Uhr)<br />

A-7142 Illmitz<br />

Tel. 0043-2175-3442<br />

E-Mail: info@nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.atwww.nationalpark-neusiedlerseeseewinkel.at<br />

wintergAst<br />

Graugänse und andere Gänsearten überwintern<br />

in großen Scharen im Gebiet des<br />

Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 39


Aktuell | Story<br />

6 UniversUm S Spezial 2011<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

5<br />

grosstraPPe (1) (oTis TarDa)<br />

Großtrappen zählen nicht nur zu den schwersten flugfähigen Vögeln der<br />

Welt, sondern auch zu den gefährdetsten. Seit 2005 läuft ein großes österreichisches<br />

Schutzprojekt, das bereits zu einer Wiederbesiedlung von ehemaligen<br />

Brutplätzen im Burgenland führte. Beeindruckend ist die Balz der<br />

rund 17 Kilogramm schweren Männchen, die sich den Weibchen im April<br />

und Mai stolz auf offenen Gras- und Ackerlandschaften präsentieren.<br />

sumPFWühLmaus (2)<br />

(microTus oEconomus)<br />

Als Eiszeitrelikt hat diese Wühlmaus in Österreich einzig im Gebiet des<br />

Neusiedler Sees überlebt. Sie legt ihre Nester in trockenen Schilfbereichen<br />

an und ernährt sich rein vegetarisch, speziell von jungen Röhrichtpflanzen.<br />

Doch die Bestandszahlen im Seewinkel sind rückläufig und<br />

Schutzmaßnahmen für unsere Eiszeit-Überlebende dringend vonnöten.<br />

südrussische taranteL (3)<br />

(Lycosa singoriEnsis)<br />

In den Trockenrasen des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel lebt<br />

die vier Zentimeter große Südrussische Tarantel, die größte heimische<br />

und die größte mitteleuropäischen Spinne. Wichtig für ihren Erhalt sind<br />

gut beweidete Lebensräume. Wenn die Vegetation zu hoch und dicht wird,<br />

verlässt sie ihre bis zu 30 Zentimeter tiefen Erdröhren und wandert ab.<br />

rohrdommeL (4)<br />

(BoTaurus sTELLaris)<br />

Die Schilfgürtel des Neusiedler Sees bieten der Rohrdommel Schutz<br />

und Nahrung. Nachts und in der Dämmerung stakst sie durchs Schilf –<br />

auf der Suche nach leckeren Froschschenkeln. Dabei verschmilzt sie mit<br />

ihrem gescheckten Federkleid perfekt mit dem Hintergrund und verharrt<br />

bei Gefahr regungslos mit nach oben gestrecktem Kopf. Lediglich<br />

der tiefe, dumpfe Ruf der Rohrdommel weist auf ihre Anwesenheit hin.<br />

Lungenenzian-ameisenbLäuLing (5)<br />

(macuLinEa aLcon)<br />

Europaweit gehört dieser zarte Bläuling zu den am meisten gefährdeten<br />

Tagfaltern und ist im Burgenland akut vom Aussterben bedroht. Die<br />

Raupen des Bläulings ernähren sich ausschließlich von einer Pflanze, dem<br />

Lungenenzian, und sind auf die Gastfreundschaft der Knotenameisen angewiesen.<br />

Diese halten die Schmetterlingsraupen für ihre eigenen Larven<br />

und füttern sie durch den Winter. Im Frühling fliegen die Bläulinge aus –<br />

über Moore und Feuchtwiesen, ihren ausschließlichen Lebensraum.<br />

FotoS: S. Pollin (2), Bildagentur Waldhäusl (2), EoL (1), B.C. Schlick-Steiner & F.M. Steiner (1), www.herpetofauna.at (1)


6<br />

tiere<br />

des burgenLands ein Überblick von christine sonvillA<br />

LöFFLer (6)<br />

(pLaTaLEa LEucoroDia)<br />

Der abgeplattete, löffelähnliche Schnabel verleiht diesen<br />

Vögeln ihren Namen. Selbigen benutzen die Löffler<br />

auch, um in den Flachwasserbereichen des Neusiedler<br />

Sees, wo sie in Österreich ihr einziges Brutgebiet haben,<br />

nach Fischen und Fröschen zu stöbern. Zwischen 1990<br />

und 1991 erlosch die Brutkolonie kurzfristig, mittlerweile<br />

kommen sie aber wieder aus ihren afrikanischen<br />

Winterquartieren ins Burgenland zurück.<br />

donaukammmoLch (7)<br />

(TriTurus DoBrogicus)<br />

Der etwa 15 Zentimeter lange und an der Bauchunterseite<br />

kräftig orange gefärbte Donaukammmolch<br />

ist die in Österreich gefährdetste Molchart. Neben den<br />

Donau- und Marchauen steht er auch im burgenländischen<br />

Seewinkel unter Schutz. Die Männchen bilden für<br />

die Brautwerbung im Frühjahr einen stattlichen Kamm<br />

am Rücken aus. Nach erfolgreicher Befruchtung und<br />

Eiablage auf den Blättern von Wasserpflanzen schlüpfen<br />

die kleinen Larven schon nach einigen Tagen.<br />

7<br />

nAtur | tiere<br />

Das Burgenland beherbergt eine Vielzahl<br />

an Tieren. Das universum magazin<br />

stellt sieben besondere Bewohner<br />

des ostens Österreichs vor.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 41


ErlEbnis | Birding<br />

V<br />

on A wie Aaskrähe bis Z wie<br />

Zwergtaucher: Rund 300 Vogelarten<br />

leben im Gebiet des<br />

Neusiedler Sees, 150 davon<br />

als Brutvögel. Das sind 40 Prozent aller<br />

europäischen Arten und 80 Prozent<br />

aller in Österreich vorkommenden Spezies.<br />

Und während im Rest des Landes<br />

die Vogelwelt sich oft nur einige Monate<br />

lang wirklich erkennbar zeigt, ist in<br />

Burgenlands luftigen Höhen eigentlich<br />

immer etwas los, profitiert doch die<br />

Grenzregion zwischen atlantischer,<br />

mediterraner und kontinentaler Klimazone<br />

von der Tatsache, dass hier Vogelarten<br />

aus praktisch allen Ecken des<br />

Kontinents aufeinandertreffen. Nur logisch,<br />

dass sich das Burgenland in den<br />

letzten Jahren zu einem Treffpunkt der<br />

internationalen Birdwatcher-Gemeinde<br />

entwickelt hat.<br />

Im Mittelpunkt des Interesses steht<br />

natürlich der Nationalpark Neusiedler<br />

See – Seewinkel samt den angrenzenden<br />

Regionen. Während in den Alpen<br />

die Natur noch unter der Schneedecke<br />

liegt, tut sich auf den Feldern<br />

rund um den See jede Menge. Bis zu<br />

35.000 Bläss-, Saat- und Graugänse<br />

bevölkern das Gebiet von November<br />

bis Februar. Zu den Wintergästen zählen<br />

zudem Haubenlerche, Zaunkönig,<br />

Rotkehlchen, Amsel, Wacholderdrossel,<br />

Kohl- und Blaumeise, Raubwürger,<br />

Krähenvögel, Haus- und Feldsperling,<br />

Stieglitz, Kernbeißer, Stockenten,<br />

Großer Brachvogel, Haubentaucher,<br />

Silberreiher, Mäusebussard, Bunt- und<br />

Blutspecht.<br />

42 UniversUm S Spezial 2011<br />

In luftIgen HöHen<br />

Der Himmel über dem Burgenland ist das ganze Jahr über von Hunderten<br />

Vogelarten bevölkert. Neben dem Naturparadies in der Nationalparkregion<br />

Neusiedler See – Seewinkel gibt es weitere faszinierende Biotope zu entdecken.<br />

Im Februar beginnen die ersten Gänsescharen<br />

wieder Richtung Norden abzuziehen.<br />

Ein Teil der Graugänse bleibt<br />

hingegen und beginnt Ende des Monats<br />

zu brüten. Erste frühe Zugvögel<br />

wie Kiebitz und Rotschenkel kommen<br />

an. Bald nach ihnen treffen Entenvögel<br />

ein, etwa Löffel-, Schnatter- und Krickenten.<br />

Gänse- und Zwergsäger verlassen<br />

das Gebiet.<br />

Im März sind die Kiebitze bei ihren<br />

gewagten Balzflügen zu sehen. Konkurrenz<br />

um die Aufmerksamkeit machen<br />

ihnen Rotschenkel, Kampfläufer,<br />

Uferschnepfe, Großer Brachvogel und<br />

Säbelschnäbler. Goldregenpfeifer und<br />

Sandregenpfeifer schauen vorbei und<br />

auf den Wiesen des Hanság beginnen<br />

die Trappen mit ihrer famosen Balz.<br />

Im April gibt’s Sumpfohreule und<br />

Wiesenweihe zu entdecken. Limikolen<br />

kommen an oder ziehen durch. Dazu<br />

gehören Stelzenläufer, Flussregenpfei-<br />

EinE Erkundung von olivEr lEhmann<br />

fer, Alpenstrandläufer, Bekassine, Regenbrachvogel,<br />

Dunkler Wasserläufer,<br />

Grünschenkel und der Bruchwasserläufer.<br />

Gegen Ende des Monats treffen<br />

die meisten Rohrsängerarten, Schwalben<br />

und Neuntöter ein. Nachtigall und<br />

Feldlerche beginnen durch ihren Gesang<br />

aufzufallen.<br />

Im Mai herrscht Hochbetrieb. Jede<br />

Menge Limikolen ziehen durch und<br />

Mitte des Monats kommen die bunten<br />

Bienenfresser aus Afrika an, die ihre<br />

Bruthöhlen in den Lösswänden am<br />

Nordufer des Neusiedler Sees beziehen.<br />

Im Juni ändert sich das Gezwitscher.<br />

Die Jungvögel von Stelzenläufer,<br />

Säbelschnäbler, Flussregenpfeifer,<br />

Seeregenpfeifer, Kiebitz, Uferschnepfe<br />

und Rotschenkel beharren lautstark auf<br />

ihrem Futter. Im Juli fokussiert sich das<br />

Geschehen auf jene Lacken, die noch<br />

Wasser führen. Bei niedrigen Wasserständen<br />

lassen sich größere Ansamm-<br />

Fotos: swarovski optik (1), s. Pollin (1)


Im BlIckfeld<br />

Der paradiesische Bienenfresser beginnt<br />

Mitte Mai zu brüten. Für Birdwatcher<br />

(li.) gibt es im Burgenland das ganze<br />

Jahr über reichlich zu beobachten.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 43


44 UniversUm S Spezial 2011<br />

landeanflug<br />

Ein Silberreiher landet am Neusiedler<br />

See. Er ist gerade im Prachtkleid, deshalb<br />

hat er einen dunklen Schnabel und<br />

gelb-orange Beine im oberen Teil.


Fotos: s. Pollin (3)<br />

lungen von Reihern und Löfflern im<br />

Schilfgürtel des Neusiedler Sees ausmachen.<br />

Die ersten Limikolen bereiten<br />

sich schon auf den Herbstzug vor,<br />

indem sie sich noch einmal so richtig<br />

laben.<br />

Im August sammeln sich Arten wie<br />

Weißstorch und Bienenfresser für den<br />

Wegzug. Die Stare jagen in riesigen<br />

Schwärmen über die Weingärten. Im<br />

September setzt der Herbstzug voll<br />

ein: Säbelschnäbler, Flussregenpfeifer,<br />

Sandregenpfeifer, Goldregenpfeifer,<br />

Kiebitz, Sanderling, Zwergstrandläufer,<br />

Alpenstrandläufer, Kampfläufer, Bekassine,<br />

Großer Brachvogel, Dunkler<br />

Wasserläufer und Bruchwasserläufer<br />

machen sich auf den Weg ans Mittelmeer<br />

oder weiter nach Afrika.<br />

Die Wintergäste landen<br />

Ab Oktober werden die frei gewordenen<br />

Quartiere von Gänsen und anderen<br />

Wintergästen wie der Kornweihe<br />

bezogen, während die letzten Singvögel<br />

wie die Mehlschwalben, Bachstelzen,<br />

Rotkehlchen und Raubwürger abziehen.<br />

Bis in den Jänner hinein folgen<br />

nordische Greifvögel wie Rauhfußbussard,<br />

Kornweihe, Seeadler, Mäusebussard,<br />

Sperber und Merlin, die allesamt<br />

versuchen, die Dauerwintergäste wie<br />

Wacholderdrossel, Rotkehlchen, Kohl-,<br />

Blau- und Bartmeise sowie Stockenten<br />

zu bejagen.<br />

Doch der ornithologische Reichtum<br />

ist im Burgenland nicht nur auf den<br />

Neusiedler See beschränkt: Die sechs<br />

Naturparke und andere Schutzregionen<br />

bilden eine Biotop-Kette von großer<br />

ökologischer Bedeutung.<br />

Auf der Parndorfer Platte gilt die<br />

Großtrappen-Population als besonders<br />

relevant. Außerdem bildet die Region<br />

die westliche Verbreitungsgrenze des<br />

Kaiseradlers. Typisch für den Naturpark<br />

Neusiedler See-Leithagebirge<br />

sind die Storchennester mitten in den<br />

Dörfern und Städten. Ab April ertönt<br />

das typische Geklapper, ab Juni recken<br />

sich die Hälse der Jungvögel über den<br />

Rand der Nester, während die Eltern<br />

die Wiesen in der Umgebung nach<br />

Nahrung absuchen. Im nördlichen<br />

Leithagebirge findet sich Österreichs<br />

ErlEbnis | Birding<br />

größte Population an Ziegenmelkern,<br />

dämmerungsaktiven Jägern mit bizarr<br />

langen Barthaaren, die sie zum Aufstöbern<br />

von Insekten benutzen. In den<br />

offenen Flächen der reich strukturierten<br />

Kulturlandschaft finden sich auch<br />

Wachtelkönig, Blutspecht, Heidelerche,<br />

Sperbergrasmücke und Neuntöter.<br />

Im Naturpark Rosalia-Kogelberg<br />

gibt es das größte Vorkommen an<br />

Zwergohreulen in Österreich. Die gezielt<br />

naturnah gepflegten Wälder im<br />

Naturpark Landseer Berge bieten<br />

reichlich Platz für verschiedene Spechtarten.<br />

Der Baumwipfelweg in Althodis<br />

im grenzüberschreitenden Naturpark<br />

Geschriebenstein-Írottkő ermöglicht<br />

auf futtersucHe<br />

Watvögel, wie diese Uferschnepfe (o.),<br />

haben oft einen langen, dünnen Schnabel,<br />

um im Schlick nach Nahrung wie<br />

Würmern und Krebstieren zu suchen.<br />

BrutzeIten<br />

Die Graugänse (Mi.) sind schon Ende<br />

Februar mit der Brut beschäftigt. Der<br />

„Gänsestrich“ rund um den Neusiedler<br />

See ist ein riesiges Spektakel.<br />

gern geseHene gäste<br />

In den Dörfern um den Neusiedler See<br />

bauen die Störche (u.) gerne Nester auf<br />

den Schornsteinen der Häuser. Ab Juni<br />

macht sich Nachwuchs bemerkbar.<br />

das Beobachten der Vögel, ohne sie<br />

dabei zu stören. In den Auwiesen des<br />

Zickenbachs im Naturpark in der Weinidylle<br />

singen, nisten und brüten der<br />

Schlagschwirl und das Braunkehlchen.<br />

Ein Juwel des Südens ist die Willersdorfer<br />

Schlucht zwischen Pinkafeld<br />

und Bad Tatzmannsdorf: Wasseramsel<br />

(die einzige schwimmende Singvogelart!),<br />

Wespenbussard, Schwarzstorch,<br />

Wendehals und Schlagschwirl leben in<br />

dem abgeschiedenen Tal. Im Naturpark<br />

Raab-Orség-Goričko schließlich, am<br />

Dreiländereck Österreich-Ungarn-Slowenien,<br />

ist der Eisvogel zu Hause. An<br />

den Ufern der Raab und entlang der<br />

Lafnitz fängt er seine Beute und zieht<br />

seinen Nachwuchs groß. c<br />

Spezial 2011 s UniversUm 45


Paradies für weinliebhaber<br />

Die Gemeinde Eisenberg im Naturpark<br />

in der Weinidylle ist geprägt von sanft<br />

geschwungenen Weingärten.<br />

46 UniversUm S Spezial 2011<br />

Das Leithagebirge steigt vom<br />

Wiener Becken im Norden<br />

sanft an und fällt zum Neusiedler<br />

See steil ab. Es hat<br />

eine Ausdehnung von 30 Kilometern<br />

Länge und neun Kilometern Breite.<br />

Die höchste Erhebung ist bei der<br />

Kaisereiche mit 443 Metern. Geologisch<br />

gehört das Leithagebirge mit<br />

dem kristallinen Kern und den Kalkschichten<br />

zu den Alpen. Der Leithakalk<br />

wurde aus 16 Millionen Jahre<br />

alten Meeresablagerungen gebildet<br />

und ist ein begehrter Baustein. Der<br />

Römersteinbruch St. Margarethen ist<br />

der bekannteste Steinbruch der Region<br />

und die halbe Wiener Ringstraße<br />

bezog den Stein von den Brüchen des<br />

Leithagebirges.<br />

Eichen und Hainbuchen, Robinien<br />

und Haselnusssträucher geben dem<br />

Wald ein lichtes, südliches Gepräge.<br />

Bei Donnerskirchen gibt es einen<br />

der nördlichsten Edelkastanienwälder.<br />

Auf den Südhängen gedeiht der<br />

Wein und zwischen den Weingärten<br />

Alpen und Pannonien, Geschichte und Gegenwart, Wein und Wasser:<br />

Burgenlands Naturparke präsentieren Kultur- und Naturschätze, die von<br />

engagierten Menschen gepflegt und ideenreich weiterentwickelt werden.


Fotos: RMB/F. Kovacs<br />

wachsen Kirsch- und Mandelbäume.<br />

Jois, Winden, Breitenbrunn, Purbach<br />

und Donnerskirchen liegen zwischen<br />

Leithagebirge und Neusiedler See.<br />

Hier ist die ganze Vielfalt des Burgenlands<br />

auf einem Platz zu erleben. Der<br />

Schilflehrpfad bei Purbach führt zum<br />

See und zeigt Flora und Fauna und<br />

das traditionelle Ernten des Schilfes,<br />

das Trocknen und Bündeln, als das<br />

Rohr vor noch gar nicht allzu langer<br />

Zeit noch zum Decken der Häuser in<br />

Verwendung war.<br />

Die Trockenrasen und Hutweiden,<br />

die zwischen Weingärten und Wald<br />

liegen, bilden eine vielschichtige<br />

Landschaft. Im Frühsommer überzieht<br />

ein bunter Blütenteppich die<br />

extensiv genutzten Wiesenflächen.<br />

Davor aber hüllen die weißen Wolken<br />

der Kirschbaumblüte die Hänge des<br />

Leithagebirges ein. Der Kirschblütenweg<br />

führ von Donnerskirchen bis<br />

zu den Anhöhen des Leithagebirges<br />

und überrascht mit einem Panorama<br />

über den See und tausenden blühen-<br />

Burgenland | Die Naturparke<br />

den Kirschbäumen: Kirschblütenfest<br />

in Japan, Kirschblütenrausch im Burgenland.<br />

Ab Mitte Juni gibt es entlang<br />

des Weges genug Möglichkeiten, von<br />

den Bäumen zu naschen, und die<br />

Kirschmärkte bieten vom Kuchen<br />

bis zur Bowle alle Variationen der<br />

roten Früchte, inklusive Kirschleberstreichwurst<br />

und Kirschnudeln.<br />

Die traditionellen Bauformen des<br />

Burgenlands sind noch in den Dörfern<br />

um Purbach erhalten: Streckhöfe<br />

und Angerplätze, Wehrmauern<br />

das PrinziP Vielfalt<br />

ein Bericht von Mella Waldstein<br />

Spezial 2011 s UniversUm 47


und die Stadel, die einen bäuerlichen<br />

Schutzwall um das Dorf bildeten. Zu<br />

den Leithaabhängen hin laufen die<br />

Dörfer in den Kellergassen aus. Die<br />

Presshäuser sind aus grauem, unverputztem<br />

Bruchstein.<br />

Der 286 Meter hohe Königsberg<br />

im östlichen Leithagebirge ist unbewaldet<br />

– deswegen wird er auch „der<br />

Nackerte“ genannt und bietet freie<br />

Aussicht. Hier kommt man an einer<br />

Höhle vorbei, wo bei Grabungen<br />

Knochenfunde von eiszeitlichen Höhlenbären,<br />

Hyänen und Wölfen freigelegt<br />

wurden. Das vollständige Skelett<br />

eines Höhlenbären befindet sich heute<br />

im Turmmuseum Breitenbrunn. Aufgefundene<br />

Mauerreste lassen vermuten,<br />

dass sich auf Windener Boden<br />

einst ein römisches Lager befunden<br />

48 UniversUm S Spezial 2011<br />

berg und see Blick vom Hackelsberg auf den Welterbe-Naturpark Neusiedler See<br />

Leithagebirge. Mit Glück lässt sich auch ein Nachtpfauenauge (kl. Bild) entdecken.<br />

hat. Auch ein römischer Gutshof wurde<br />

ausgegraben und dabei die älteste<br />

Weinpresse Österreichs gefunden, die<br />

im Burgenländischen Landesmuseum<br />

besichtigt werden kann.<br />

Süße Erdbeeren, saure Brunnen<br />

Irgendwann entstand das Klischee<br />

vom flachen Burgenland. Eben ist<br />

es im Seewinkel, überall sonst sanftes<br />

Gewelle, Hügelgewirr und der<br />

Anlauf zum Mittelgebirge. Die Naturpark-Regionen<br />

beweisen es: Im<br />

Norden das Leithagebirge und das<br />

Rosaliengebirge, im Mittelburgenland<br />

die Landseer Berge und der<br />

Geschriebenstein im Günser Gebirge<br />

zwischen Lockenhaus, Rechnitz und<br />

Köszeg/Ungarn sowie die Weinberge<br />

des Südburgenlands.<br />

Die Rosalia ist der Ausklang der<br />

Buckligen Welt im benachbarten Niederösterreich.<br />

Das Gebirge kam zu<br />

seinem Namen, als auf der höchsten<br />

Erhebung, dem Heuberg (748 m),<br />

eine hölzerne Kapelle zu Ehren der<br />

Pestheiligen Rosalia errichtet wurde.<br />

Der Erzbischof von Gran/Ungarn ließ<br />

einen Steinbau aufstellen. Die Wallfahrer<br />

folgten der Reliquie und verehrten<br />

die Schutzpatronin.<br />

Vom Heuberg sieht man auf die<br />

Burg Forchtenstein hin, ansonsten<br />

sieht man zu ihr hinauf. Aus dieser<br />

Perspektive zeigt die Burg, die sich gewaltig<br />

aus dem Rosaliengebirge hervorschiebt,<br />

ihr wahres Gesicht: Macht<br />

und Schutz. Sie wurde im 13. Jahrhundert<br />

als ungarische Grenzfestung<br />

errichtet und von den Fürsten Ester-<br />

Fotos: RMB/F. Kovacs


Fotos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

házy im 17. Jahrhundert als Hochschloss<br />

ausgebaut. Im Inneren wird<br />

das Archiv der Esterházys aufbewahrt<br />

sowie die größte private Sammlung<br />

historischer Waffen.<br />

In den Seitentälern der Rosalia wird<br />

Obstbau betrieben. Forchtenstein ist<br />

bekannt für seine Edelkastanien und<br />

die benachbarte Ortschaft Wiesen<br />

für ihre Erdbeeren. Je weiter östlich<br />

man sich im deutschen Sprachraum<br />

bewegt, umso eher wird die Gartenerdbeere<br />

Ananas genannt. Die Fragaria<br />

ananassa ist die Nutzpflanze, die<br />

aus den Züchtungen von Wildsorten<br />

hervorging. In Wiesen ist der Sitz der<br />

staatlichen Erdbeerversuchsanstalt.<br />

Die Sorten, die ab Hof bzw. ab Feld<br />

verkauft werden, sind vor allem Dasileg,<br />

Cery und Valetta.<br />

In der ersten Hauptstadt des Burgenlands<br />

gibt es viel Zeit für Erholung.<br />

Die Kurgäste gönnen sich<br />

nachmittags Kaffee und Kuchen<br />

und genießen die Beschaulichkeit<br />

des Ortes. Als vor 90 Jahren Teile<br />

von Deutsch-Westungarn beim<br />

Friedensvertrag von Trianon Österreich<br />

zugesprochen wurden, war Bad<br />

Sauerbrunn die erste provisorische<br />

naturPark rosalia-kogelberg Der Naturpark lädt ein zu einem Reitausflug<br />

inmitten von Streuobstwiesen mit Blick auf die Burg Forchtenstein in der Ferne.<br />

Burgenland | Die Naturparke<br />

Pflanzen im see<br />

Der Schilfgürtel des Neusiedler Sees ist<br />

der zweitgrößte zusammenhängende<br />

Schilfbestand Europas und vielerorts<br />

reich strukturiert.<br />

Hauptstadt des jungen Burgenlands.<br />

Zwei Gründe waren ausschlaggebend;<br />

erstens die Zugverbindung<br />

nach Wien, zweitens die Unterbringung<br />

von Ämtern in repräsentativen<br />

Gebäuden – den Villen des Kurortes.<br />

Die Bauten liegen entlang der Bahnstrecke<br />

und verteilen sich lose um<br />

den Kurpark. Bad Sauerbrunn ist einer<br />

der ältesten Kurorte des Burgenlands.<br />

Fürst Paul Esterházy ließ 1800<br />

eine Mineralquelle untersuchen und<br />

die Paul-Quelle fassen. 1901 wurde<br />

Sauerbrunn zum Kurort ernannt.<br />

Durch die starke Bruchtektonik am<br />

Ostrand der Alpen bildeten sich im<br />

Burgenland eine Anzahl von Mineral-<br />

und Heilquellen. Die Mineralwasser<br />

des Burgenlandes lassen sich in salinare<br />

Wasser, Schwefelwasser, Kaliwasser,<br />

Säuerlinge und Bitterwasser<br />

einteilen.<br />

Von der Rosalia ist es nicht weit zur<br />

Rose. Im Rosarium von Bad Sauerbrunn<br />

blühen 300 Rosensorten, gruppiert<br />

nach alten Sorten, englischen<br />

Züchtungen und nach Farben. Rosenduft<br />

ist vielleicht der Geruch von<br />

glücklichen Tränen, aber dies zu beschreiben,<br />

bleibt Aufgabe der Dichter.<br />

‚<br />

Im Schatten des Vulkans<br />

Der Naturpark Landseer Berge fällt<br />

in die Kategorie „Hügelgewirr“. Im<br />

Westen baut sich das Wechselmassiv<br />

auf und der Blick Richtung Osten<br />

Spezial 2011 s UniversUm 49


gibt freie Sicht zum Neusiedler See<br />

und nach Pannonien. Dazwischen<br />

liegt ein einsames Waldgebiet und die<br />

Ortschaften reihen sich in der Geländefurche<br />

des Sieggrabens. Ein Teil<br />

des Naturparks liegt in Schwarzenbach<br />

auf niederösterreichischer Seite.<br />

Die Wallanlage des keltischen Fürstensitzes<br />

sowie das Freilichtmuseum<br />

geben Einblick in das Leben im Königtum<br />

Noricum im 2. Jahrhundert<br />

vor Christus.<br />

50 UniversUm S Spezial 2011<br />

die kelten in den bergen Ein Regenbogen spannt sich über den Naturpark Landseer<br />

Berge, wo alljährlich in Schwarzenbach/NÖ die Keltenfürsten Einzug halten. Das<br />

Keltenfest (li.) erweckt scheinbar längst vergangene Zeiten zu neuem Leben.<br />

Die Ruine Landsee gehört ihrer Ausdehnung<br />

nach zu den größten in Mitteleuropa.<br />

Mit einer Pulverexplosion<br />

zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann<br />

ihr Verfall. Ein weiterer Brand<br />

und der Tod des Besitzers Nikolaus<br />

I. Esterházy, genannt „der Prachtliebende“,<br />

zwang seinen Nachfolger zu<br />

drastischen Sparmaßnahmen. Landsee<br />

wurde als Wohnsitz aufgegeben,<br />

die Wehrfunktion verlor ihre Bedeutung.<br />

Für Besucher ist der Wohnturm<br />

als Aussichtsplattform instand gesetzt.<br />

Wanderungen auf den Pauliberg<br />

sind wochentags aus Sicherheitsgründen<br />

nicht möglich. Die Arbeiten im<br />

Basaltsteinbruch verbieten es. Samstag<br />

und Sonntag kann dieser burgenländische<br />

Vulkan erforscht werden. Er<br />

entstand durch die Alpenbildung, als<br />

sich die afrikanische Kontinentplatte<br />

unter die europäische schob. Im Stein-<br />

bruch wird Basalt für Bauwirtschaft<br />

und Straßenbau abgebaut. Basalt<br />

entsteht, wenn dünnflüssiges Magma<br />

durch die Erdoberfläche dringt. Tritt<br />

dieses Ergussgestein aus und rollt auf<br />

einer schiefen Fläche ab, so bilden<br />

sich Basaltkugeln, so wie sie hier im<br />

Burgenland zu sehen sind.<br />

Handwerkstechniken, Baumaterialien,<br />

Schornsteinbau, der burgenländische<br />

Maurer und Pendler sowie die<br />

Frau am Bau: Das „museum für baukultur“<br />

in Neutal zeigt, wie spannend<br />

die Geschichte der Lebenswelten aufbereitet<br />

werden kann.<br />

Geschichte verdichtet sich auch in<br />

Kobersdorf. Das Renaissanceschloss<br />

mit seinen markanten Rundtürmen<br />

ist bei den sommerlichen Schloss-<br />

Spielen zugänglich. Gegenüber steht<br />

die Synagoge. Nach der Schlacht von<br />

Mohács gegen die Türken fanden<br />

Fotos: RMB/F. Kovacs


Fotos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

Juden aus Ödenburg/Sopron im Jahre<br />

1526 Zuflucht in Kobersdorf und<br />

siedelten rund um das Schloss. Die<br />

jüdische Gemeinde gehört zu den<br />

„Siebengemeinden“ im Bereich der<br />

Esterházyschen Herrschaft. Die Inneneinrichtung<br />

der im historistischen<br />

Stil erbauten Synagoge wurde 1938<br />

von Nationalsozialisten zerstört. Dass<br />

das Gebäude nicht niedergebrannt<br />

wurde, war dem Holzschindeldach des<br />

Schlosses zu verdanken – man fürchtete,<br />

dass es Feuer fangen könnte.<br />

„Kultur im Tempel“ nennt sich<br />

die Veranstaltungsreihe in der Synagoge.<br />

Der jüdische Friedhof liegt am<br />

Ortsrand von Kobersdorf mit seinen<br />

schiefen Grabsteinen zwischen alten,<br />

hohen Bäumen.<br />

Die Hände sind schwarz und die<br />

Nase ist es auch schon und endlich<br />

darf richtig in der Erde gewühlt werden:<br />

Kinder beim Erforschen von<br />

Insekten. Wenn keine Schule ist, sondern<br />

eine Vogelstimmenwanderung<br />

inklusive Sonnenaufgang, macht<br />

Frühaufstehen Spaß. Eine Tour durch<br />

den Naturpark mit Hilfe eines GPS-<br />

Navigationsgeräts vereint technikaffine<br />

Kinder und naturliebende Eltern.<br />

Dies sind Beispiele aus dem Angebot<br />

des Naturparks, die für viele stehen<br />

und insbesondere Familien und<br />

Schulklassen ansprechen. „Der Natur<br />

auf der Spur“ ist auch das moderne<br />

Naturvermittlungsmuseum im Renaissanceschloss<br />

Lackenbach.<br />

Die Alpen sagen Ade<br />

Im Herbst brennt der Geschriebenstein.<br />

Lichterloh flammt das Laub<br />

der ausgedehnten Buchenwälder.<br />

Er ist der höchste Berg (884 Meter)<br />

des Burgenlandes und Westungarns.<br />

naturPark geschriebenstein<br />

Die Aussichtswarte des Geschriebensteins<br />

(re.) lockt genauso wie Burg<br />

Lockenhaus (u.), die letzte echte<br />

Ritterburg des Burgenlands.<br />

Burgenland | Die Naturparke<br />

Das Günser Gebirge ist der östlichste<br />

Ausläufer der Alpen und erstreckt<br />

sich im burgenländisch-ungarischen<br />

Grenzgebiet. Genau an der Grenze<br />

steht die steinerne Aussichtswarte des<br />

Geschriebensteins. Die Grenzlinie des<br />

Eisernen Vorhangs ist auch 20 Jahre<br />

nach dem Zusammenbruch des kommunistischen<br />

Regimes von der Aussichtswarte<br />

zu sehen: Dort, wo der<br />

Stacheldrahtzaun verlief, ist ein junger<br />

Spezial 2011 s UniversUm 51


aktuell | story<br />

Vegetationsstreifen nachgewachsen<br />

und hebt sich deutlich von den Altbaumbeständen<br />

des übrigen Waldgebietes<br />

ab.<br />

Der grenzüberschreitende Naturpark<br />

war der erste im Burgenland und<br />

ist flächenmäßig der zweitgrößte nach<br />

dem Naturpark Raab. 500 Kilometer<br />

Waldwege durchziehen die Buchen-<br />

und Eichenwälder, begleiten Bachläufe<br />

und führen an Orten vorbei, wo<br />

sich Relikte von längst vergangenem<br />

Handwerk finden. In den Wäldern<br />

lebten Köhler, die „das Feuer regierten“.<br />

Bei Unterkohlstätten steigt<br />

der Rauch eines Kohlenmeilers nach<br />

wie vor auf. Es riecht scharf und beißend.<br />

Die Kunst des Köhlers besteht<br />

im Aufschichten der Holzscheiter im<br />

Meiler und in deren kontrolliertem<br />

Brand. Weder darf das Holz in Flammen<br />

aufgehen, noch darf das Feuer im<br />

Inneren ersticken. Das Holz wird grün<br />

geschichtet und vor dem „Schwarzmachen“<br />

muss der Meiler luftdicht<br />

abgeschlossen sein. Ist das Holz auf-<br />

52 UniversUm S Spezial 2011<br />

geschichtet, wird der Meiler mit Reisig<br />

und Erde abgedeckt. Dann wird er befeuert<br />

und brennt und glost über Tage<br />

vor sich hin. Ist der Meiler „schwarz“,<br />

muss er auskühlen. Abschließend wird<br />

er abgetragen und die dunkel glänzende<br />

Holzkohle nach Größe sortiert.<br />

Ebenfalls im Gemeindegebiet von<br />

Unterkohlstätten wurde ein Kalkofen<br />

revitalisiert. Die so genannten Feldöfen<br />

wurden von Bauern betrieben. In<br />

ihnen wurde der Kalkstein zu Baukalk<br />

gebrannt, der einerseits für den Eigenbedarf<br />

diente, andererseits in der<br />

Stadt verkauft wurde.<br />

Das Stiefelmachen hatte hier Tradition,<br />

da es in dieser Region viele k.u.k.-<br />

Garnisonen gab und die Offiziere<br />

Schuhwerk anfertigen ließen. Die museale<br />

Werkstatt eines Stiefelmachers,<br />

ungarisch „Csizmenmacher“ genannt,<br />

ist im Gemeindeamt Rechnitz aufgestellt<br />

und wird von Schuhmachermeister<br />

Julius Koch betreut.<br />

Der Besuch des Kreuzstadels bei<br />

Rechnitz sollte Pflicht sein. Hier wur-<br />

den knapp vor Kriegsende auf zynischste<br />

und menschenverachtendste<br />

Weise 180 ungarische Juden erschossen.<br />

Ihre Gräber wurden bis heute<br />

nicht gefunden.<br />

Hubert Reschl, Trafikant aus Rechnitz,<br />

ist ein rühriger Mensch. Auf sein<br />

Betreiben wurde im benachbarten<br />

Markt Neuhodis die alte Wallnermühle<br />

revitalisiert. Vom Korn, das beim<br />

Bauern geholt wird, bis zum duftenden<br />

Brot können die Besucher alle<br />

Arbeitsschritte begleiten und selbst<br />

mitarbeiten. Da Hubert Reschl Rollstuhlfahrer<br />

ist, war es ihm ein Anliegen,<br />

die Mühle barrierefrei umzugestalten.<br />

Dieser Erfolg war Anstoß für<br />

ein weiteres barrierefreies Projekt: den<br />

Baumwipfelweg. Ohne Stufen und<br />

eben führt er bis in die Höhe von 22<br />

Metern, wo die Besucher unbekannte<br />

Einblicke in die Wipfel nehmen können,<br />

in denen Vögel, Fledermäuse,<br />

Heuschrecken und Hirschkäfer leben.<br />

Für Sehbehinderte wurden lebensgroße<br />

Holzmodelle der Tiere der heimi


Fotos: RMB/F. Kovacs<br />

schen Wälder aufgestellt, um sie ertasten<br />

zu können. Selbstverständlich sind<br />

die Informationstafeln auch in Brailleschrift<br />

gestaltet und via MP3-Player<br />

abhörbar.<br />

Kulturelles Zentrum der Günser<br />

Region ist die ungarische Stadt<br />

Köszeg/Güns: eine Stadtmauer, ein<br />

Schloss, fünf Kirchen, Bürgerhäuser<br />

mit reichem Fassadenschmuck und in<br />

jedem zweiten Hof lockt ein Buschenschank.<br />

Wenn täglich um 11 Uhr die<br />

Kirchenglocken läuten, so gehen die<br />

Uhren von Köszeg nicht falsch, sondern<br />

erinnern bis heute daran, dass im<br />

Jahre 1532 die Stadt 19 Angriffe des<br />

türkischen Heeres abwehrte und die<br />

Janitscharen nach erfolgloser Belagerung<br />

abzogen – um 11 Uhr.<br />

Naturpark in der Weinidylle<br />

Wo ist der Wein? Rundum nur Idylle.<br />

Die Weinberge verstecken sich. Der<br />

Weg zu ihnen führt durch Mischwälder<br />

und erst auf den Hügelkuppen<br />

breiten sich Weingärten wie Fleckerlteppiche<br />

aus. Die Wälder auf den<br />

Nord- und Westseiten der Weinhügel<br />

bieten Schutz gegen die kalten Nordwinde.<br />

Die Hügelkuppen sind gespickt<br />

mit Kellerstöckln. Davor liegen ganz<br />

kleine Weingärten, manchmal nur<br />

vier Zeilen breit. Auch die Kellerstöckl<br />

sind schmalbrüstig, dafür mit<br />

liebevollen Holzverzierungen herausgeputzt.<br />

Bekannt ist der Eisenberg, dicht an<br />

der Grenze zu Ungarn, ein Geheimtipp<br />

der Csaterberg bei Kohfidisch.<br />

Inseln im Waldmeer sind auch die<br />

Weingärten von Deutsch und Kroatisch<br />

Ehrensdorf. Im Kellerviertel<br />

von Heiligenbrunn sind die Presshäuser<br />

mit Stroh gedeckt. Auf den<br />

Schattseiten wächst Moos auf dem<br />

Dach und das Laub der Nussbäume<br />

verströmt seinen herben Duft. Über<br />

100 Keller dieses fast komplett erhaltenen<br />

Kellerensembles stehen unter<br />

Denkmalschutz.<br />

Hier ist die Heimat des Uhudlers.<br />

Er hat zwar ein typisches Erdbeeraroma,<br />

aber eine schlechte Nachrede.<br />

Lange Zeit war er behördlich verbo-<br />

ten. Die Geschichte des Uhudlers<br />

beginnt im 19. Jahrhundert, als Mehltau,<br />

Pilzerkrankungen und zuletzt die<br />

Reblaus zu Zerstörungen der Weinkulturen<br />

führten. Amerikanische Rebsorten<br />

zeigten sich resistent gegenüber<br />

der Reblaus. So wurden solche Sorten<br />

als Unterlagsreben verwendet, die mit<br />

den klassischen europäischen Sorten<br />

veredelt wurden. Kleine Weinbauern,<br />

die nur für den Eigengebrauch<br />

produzierten, konnten sich auf diese<br />

Umstellung nicht einlassen. Die amerikanischen<br />

Sorten wurden unveredelt<br />

angebaut. In der Region um Heiligenbrunn<br />

wird dieser Direktträgerwein,<br />

der vor allem aus den Sorten Isabella,<br />

Noah, Ripatella, Delaware und Othello<br />

besteht, als Uhudler bezeichnet.<br />

naturPark in der weinidylle<br />

Nach einer Kutschenfahrt durch das<br />

denkmalgeschützte Kellerviertel in<br />

Heiligenbrunn (li.) schmeckt ein<br />

edler Tropfen noch einmal so gut.<br />

Hatte man zu viel davon konsumiert,<br />

schimpfte die Frau zu Hause „... und<br />

schaun tuast wia a Uhu!“ So bekam<br />

der Uhudler seinen Namen. Bereits ab<br />

1930 wurden die Direktträgerweine<br />

verboten, manche Weingärten mussten<br />

sogar gerodet werden. Trotzdem<br />

wurde der Wein weiterhin erzeugt und<br />

mit Leidenschaft getrunken. Seit 1992<br />

ist die Produktion und der Vertrieb des<br />

Uhudlers wieder erlaubt und der Wein<br />

als regionale Spezialität zugelassen.<br />

Die Pinka schlängelt sich entlang<br />

der Grenze, einmal auf dieser, dann<br />

wieder auf jener Seite. Außerhalb des<br />

Burgenland | Die Naturparke<br />

schönen Weinortes Deutsch-Schützen<br />

steht auf grüner Wiese eine halbe<br />

Kirche. Der Bau verfiel ab dem 18.<br />

Jahrhundert. Turm und Kirchenschiff<br />

wurden abgetragen, es blieb der Altarraum<br />

stehen. Hie und da sieht man am<br />

Wegrand Kreuze jüngeren Datums<br />

stehen. Die „Amerikakreuze“ wurden<br />

von in die USA ausgewanderten Burgenländern<br />

und Burgenländerinnen<br />

gestiftet. Die große Geschichte, die<br />

sich im Kleinen widerspiegelt, erzählt<br />

das Burgenländische Geschichte(n)haus<br />

am Dorfplatz von Bildein: vom<br />

Werden des Burgenlandes, von Krieg<br />

und Vertreibung, von der Auslöschung<br />

der jüdischen Kultur, von Roma,<br />

Kroa ten, Ungarn, von der Grenze,<br />

Wirtschaftswundern, von Pendlerleben<br />

und Grenzöffnung.<br />

Nach Strem öffnet sich der Wald<br />

und weicht einer Wiesenlandschaft.<br />

Es sind die größten noch erhaltenen<br />

Feuchtwiesengebiete des Burgenlandes.<br />

Diese Flächen sind Heimat und<br />

Rückzugsgebiet vieler seltener und<br />

einzigartiger Pflanzen- und Tierarten.<br />

Da diese Wiesen nicht sehr ergiebig<br />

sind, sind die Arten immer noch akut<br />

bedroht. Wenn die Flächen nicht regelmäßig<br />

gemäht werden, wachsen sie<br />

mit Büschen und Bäumen zu und verschwinden.<br />

In der Ferne ist Güssing mit der<br />

Burgruine auf einem weiteren Ex-Vulkan<br />

zu sehen. Die Stadt ist mit dem<br />

„Energy Globe Award“ ausgezeichnet<br />

und innovative Einrichtungen forschen<br />

an Umwelttechnologien und<br />

produzieren erneuerbare Energie. c<br />

Über den Naturpark Raab-Örség-Goric ˇko<br />

lesen Sie bitte auf Seite 60<br />

naturParke im internet<br />

Neusiedler See Leithagebirge:<br />

www.neusiedlersee-leithagebirge.at<br />

Rosalia-Kogelberg: www.rosalia-region.at<br />

Geschriebenstein-Irottkö:<br />

www.naturpark-geschriebenstein.at<br />

Landseer Berge: www.landseer-berge.at<br />

Naturpark in der Weinidylle: www.naturpark.at<br />

Raab-Örség-Goric ˇko: www.naturpark-raab.at<br />

Alle Infos auch auf: www.burgenland.info<br />

Spezial 2011 s UniversUm 53


Aktuell | Story<br />

Lebensräume<br />

des burgenLands ein Überblick von christine sonvillA<br />

54 UniversUm S Spezial 2011<br />

LebensqueLL see<br />

Wer ans Burgenland denkt, denkt automatisch auch an den<br />

Neusiedler See. Der größte See Österreichs ist ein Steppensee,<br />

gespeist von Niederschlägen und an keiner Stelle tiefer als 1,80<br />

Meter. Rund um den See erstreckt sich ein mächtiger Schilfgürtel,<br />

der zweitgrößte zusammenhängende Schilfbestand<br />

Europas. Obwohl hier eine Pflanzenart dominiert, büßt dieser<br />

Lebensraum nichts an Attraktivität ein. Freies Wasser, enge<br />

Kanäle und Schilf unterschiedlichen Alters wechseln sich ab<br />

und locken eine Unzahl von Tieren an. Besonders bedeutend<br />

ist der Schilfgürtel für die Vogelwelt. Ein reiches Angebot an<br />

Brut-, Rast- und Nahrungsplätzen wartet auf brütende,<br />

durchziehende und überwinternde Vögel.<br />

Feuchte Wiesen<br />

Lange Zeit war es üblich, Feuchtgebiete einfach trocken zu<br />

legen. Heute wird vielerorts umgedacht und der Wert wasserbeeinflusster<br />

Ökosysteme anerkannt. Im Südburgenland gibt<br />

es noch ausgedehnte Feuchtlandschaften, wie die Stremtalwiesen<br />

entlang des gleichnamigen Flusses. Die staunassen Böden<br />

bringen Prachtnelken, Lungenenzian und andere botanische<br />

Raritäten hervor. Auch das selten gewordene Pfeifengras findet<br />

sich hier noch und bildet im Herbst leuchtend gelbe Horste.<br />

Einst wurden diese im Herbst geschnitten und als Einstreu<br />

im Viehstall verwendet. Neue Techniken kommen auch ohne<br />

Einstreu aus, dadurch ging die extensive Bewirtschaftung der<br />

Feuchtwiesen zurück und mit ihr das Pfeifengras.<br />

Das kleine Burgenland<br />

bietet von nass bis trocken<br />

eine erstaunliche Bandbreite<br />

an Lebensräumen.


FotoS: Popp & Hackner (1), RMB/F. Kovacs (1), Naturschutzbund (1), Bildagentur Waldhäusl (1), S. Pollin (1)<br />

trockener boden<br />

nAtur | Lebensräume<br />

Sowohl im Nord- als auch im Südburgenland gibt es san digen,<br />

schottrigen oder felsigen Untergrund. Niederschläge versickern<br />

rasch in diesem lockeren Boden, der von Wind und Sonne<br />

zusätzlich ausgetrocknet wird. Und dennoch konnte eine<br />

speziell angepasste Vegetation auf diesen Böden Fuß fassen<br />

und den Lebensraum der Trockenrasen schaffen. Trockenresistente<br />

Horstgräser, Pflanzen, die rasch blühen und fruchten<br />

oder über Wasserspeicher verfügen, kommen mit diesen Bedingungen<br />

klar. Große Teile dieser Gebiete, wie auch die Parndorfer<br />

Heide oder der südburgenländische Galgenberg bei<br />

Rechnitz, sind geprägt durch jahrhundertelange Beweidung.<br />

Wenn diese wegfällt, verbuschen die Trockenrasen zusehends<br />

und eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt verschwindet.<br />

urige WäLder<br />

Wer hätte angenommen, dass die Parndorfer Platte ursprünglich<br />

mit Flaumeichen bestanden war? Große Teile des Nord-<br />

und Mittelburgenlands waren einst von wärmeliebenden<br />

Eichenwäldern und Eichen-Hainbuchenwäldern bedeckt. Aufgrund<br />

der Nutzbarmachung von ehemaligen Waldflächen für<br />

landwirtschaftliche Zwecke blieb von den urigen Wäldern aber<br />

nicht viel übrig. In Form von Schutzgebieten und Naturwaldreservaten<br />

sind einige dieser Lebensräume annähernd erhalten<br />

geblieben, wie zum Beispiel der Zurndorfer Eichenwald am<br />

nordöstlichen Rand der Parndorfer Platte. In anderen Wäldern,<br />

wie dem Kreutzerwald bei Deutschkreutz, stellt sich durch die<br />

Schutzmaßnahmen langsam wieder die natürliche Dynamik<br />

des Waldes ein.<br />

saLzige standorte<br />

Das Gebiet rund um den Neusiedler See ist umgeben von<br />

pannonischen Salzsteppen und Salzwiesen. Extreme Temperaturen<br />

und die sengende Sonne bewirken hohe und rasche Verdunstung,<br />

wodurch das Grundwasser an die Bodenoberfläche<br />

getrieben wird und die oberen Bodenschichten sich mit Salzen<br />

anreichern. Trockene Sandwiesen kommen neben feuchten<br />

vor. Salzlacken trocknen im Sommer oft ganz aus und hinterlassen<br />

dann eine als Salzpfanne bezeichnete Salzkruste. An<br />

solch extremen Standorten vermögen nur die spezialisiertesten<br />

Pflanzen- und Tierarten zu überleben. Pflanzen wie Queller,<br />

Salzmelde oder Pannonische Salzaster (li.) schaffen wiederum<br />

Lebensraum für so manche Insektenart, die ausschließlich<br />

im Seewinkel beheimatet ist.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 55


ErlEbnis | Wandern<br />

hoch und nieder<br />

Der Pauliberg (li.) im Naturpark<br />

Landseer Berge zählt zu den höchsten<br />

Bergen des Burgenlands.<br />

Im Nordburgenland wandert es<br />

sich dagegen flach.<br />

W<br />

eit ist das Land und die<br />

Wege zum Wandern sind<br />

es auch: Vom Leithagebirge<br />

bis in die sanft hügelige<br />

Landschaft des Südburgenlands findet<br />

sich für jeden Wandergeschmack<br />

und (fast) jeden Schwierigkeitsgrad<br />

das Richtige.<br />

Das Burgendland ist ein Wanderland<br />

erster Güteklasse und wer seine<br />

Wege geht, kann hier allerhand entdecken.<br />

Wandern wir los:<br />

Der entspannende Norden<br />

Vor allem Familien und Genusswanderer<br />

profitieren von den ebenen Gebieten<br />

im Nordburgenland, das vor<br />

allem im Seewinkel eine unglaubliche<br />

Vielfalt an Flora und Fauna bietet.<br />

Von der Parndorfer Platte kommend<br />

bietet sich zum Beispiel ein Besuch<br />

auf den Zitzmannsdorfer Wiesen<br />

nahe Weiden an, der größten Wiese<br />

und dem ältesten Schutzgebiet des<br />

Burgenlands. Von Weiden ausgehend<br />

lässt sich der gemütliche Rundweg<br />

(11 Kilometer) durch das Naturschutzgebiet<br />

in rund 3,5 Stunden bewältigen.<br />

Kiebitz, Bienenfresser und<br />

Wiedehopf sind hier vor allem im<br />

56 UniversUm S Spezial 2011<br />

Frühling zu entdecken. Zwei Beobachtungstürme<br />

bieten Ausblick und<br />

Informationstafeln stellen die pannonische<br />

Wiese vor. Wer noch andere<br />

Wanderziele im Nationalpark Neusiedler<br />

See – Seewinkel kennenlernen<br />

möchte, sollte dem Informationszentrum<br />

in Illmitz einen Besuch abstatten,<br />

um sich mit Routenvorschlägen<br />

und Karten einzudecken. Eine mögliche<br />

Tour führt von der Zicklacke,<br />

vorbei an Unter­ und Oberstinkersee<br />

in Richtung Hölle.<br />

Eigentlich verdient die schöne<br />

Landschaft sympathischere Namen.<br />

Und das Gasthaus „Zur Hölle“<br />

hat auch nichts mit Dreizack und<br />

Klumpfuß zu tun, vielmehr erfreut<br />

es sich als Einkehrort großer Beliebtheit.<br />

Zurück geht es zum Beispiel am<br />

natürlichen Sanddamm entlang des<br />

Ufers des Neusiedler Sees, vorbei am<br />

Weidegebiet der Przewalski­Pferde<br />

in Richtung Biologische Station. Der<br />

gesamte Rundweg (15 Kilometer) ist<br />

gut beschildert. Viele Tierarten haben<br />

sich mittlerweile an die menschlichen<br />

Besucher gewöhnt und lassen sich<br />

– vor allem durchs Fernglas – gerne<br />

beobachten. Vogelliebhaber kommen<br />

in allen Teilen des Nationalparks auf<br />

ihre Kosten.<br />

Über Stock und Stein<br />

Von der Ebene geht es ein Stück weiter<br />

hinauf in die Region Rosalia und<br />

ins Leithagebirge. Auf durchschnittlich<br />

400 Meter Seehöhe kommen<br />

diese letzten Ausläufer der Alpen,<br />

einzelne Kuppen wie die Franz­Josefs­Warte<br />

(443 Meter) oder der Sonnenberg<br />

(484 Meter) ragen noch darüber<br />

hinaus. Zwar sind die Anstiege<br />

beschwerlicher, der schöne Ausblick<br />

zum Beispiel von der Aussichtswarte<br />

Sonnenberg belohnt die Mühe aber.<br />

Die Berge werden höher. Rosalien­<br />

und Ödenburger Gebirge bilden<br />

den Übergang zum Mittelburgenland.<br />

Rund um das Oberpullendorfer<br />

Becken finden sich im Günser und<br />

Landseer Gebirge die höchsten Gipfel<br />

des Burgenlands: der Pauliberg (rund<br />

750 Meter), der auch heute noch für<br />

den Abbau von Basaltsplitt genutzt<br />

wird, und der Geschriebenstein, der<br />

mit 884 Meter den Höhenrekord hält.<br />

Vor allem im Naturpark Geschriebenstein<br />

wandert es sich auf gut markierten<br />

Wegen trotz der Höhenme­<br />

Fotos: RMB/F. Kovacs (1), steveHaider.com (1)


Wunderbar Wanderbar<br />

Ein ÜbErblick von barbara WakolbingEr.<br />

Wer das Burgenland richtig kennenlernen will, geht am besten zu Fuß.<br />

Wandern vom Neusiedler See bis nach Jennersdorf.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 57


aktuEll | story<br />

schöne perspeKtiven<br />

Auf Wanderwegen durch den Naturpark<br />

Rosalia-Kogelberg erblicken Wanderer<br />

die Burg Forchtenstein.<br />

ter bequem – festes Schuhwerk sind<br />

hier allerdings Voraussetzung. Wer es<br />

bis nach Rechnitz geschafft hat, sollte<br />

die Gelegenheit nutzen und auch<br />

gleich den Wein­ und Jagdlehrpfad im<br />

„Weingebirge“ besuchen.<br />

Die Landschaft im Südburgenland<br />

ist geprägt von langgezogenen schmalen<br />

Hügelrücken, den Riedel. In der<br />

Nähe von Güssing wartet der Clusius­Naturlehrpfad<br />

auf wissbegierige<br />

Wanderer. Auf einem rund drei Kilometer<br />

langen Strecke geht es um den<br />

Limbach­Stausee herum. Folgt man<br />

der nahegelegenen Strem ein Stück,<br />

verschlägt es einen in die Gegend um<br />

58 UniversUm S Spezial 2011<br />

mat des Uhudlers. Ein gemütlicher<br />

Wanderspaziergang, der mit einem<br />

schmackhaften Gläschen Wein abgerundet<br />

werden darf. Den südlichsten<br />

Winkel des Burgenlands erforschen<br />

Wanderer am besten im Drei­Länder­<br />

Naturpark Raab­Örség­Goričko an<br />

der Grenze zu Ungarn und Slowenien.<br />

Der Park punktet vor allem mit vielen<br />

unterschiedlichen Lehrpfaden: Vom<br />

Naturlehrpfad „Lebensweg“ (2,5 Kilometer),<br />

der ökologische Kreisläufe<br />

erklärt, bis hin zum kinderfreundlichen<br />

Apfelweg (3,8 Kilometer), wo<br />

beim Apfelquiz als Belohnung erfrischender<br />

Apfelmost winkt.<br />

Semmering quer durch das Burgenland<br />

bis nach Ungarn erstreckt sich<br />

ein über 120 Kilometer langes Wandernetz.<br />

Aus allen wichtigen Orten<br />

entlang der Strecke gibt es Zubringerwege,<br />

viele Sehenswürdigkeiten<br />

und Naturschönheiten sind in den<br />

Weg eingebunden. Die Schwierigkeitsstufe<br />

ist durchgehend leicht bis<br />

mittel. Damit ist der alpannonia © ­<br />

Weg auch bestens für Familien geeignet.<br />

Ausgangspunkte der Hauptstrecke<br />

sind Fischbach in der Steiermark<br />

oder der Semmering, von wo es über<br />

Niederösterreich ins Burgenland<br />

geht. Endpunkt der Strecke ist die<br />

ungarische Kleinstadt Köszeg, zwei<br />

Kilometer hinter der Grenze. Der<br />

alpannonia © ­Weg ist zu allen Jahreszeiten<br />

ein Erlebnis: Rucksack packen,<br />

Querfeldein<br />

Wer das Burgenland in seiner Gesamtheit<br />

genießen und kennenlernen<br />

möchte, dem sei der alpannonia Schuhe schnüren und das Burgenland<br />

ergehen. c<br />

© (1) Kovacs RMB/F. (1), tourismus<br />

­<br />

Burgendland<br />

Heiligenbrunn und damit in die Hei­ Weitwanderweg ans Herz gelegt. Vom<br />

Fotos:<br />

am baumWipfelWeg<br />

Der Baumwipfelweg Althodis steht auf<br />

elf Türmen, die bis zu 20 Meter hoch<br />

sind. Der Wanderer geht wischen den<br />

Kronen der Bäume durch und kann so<br />

die Natur ganz neu entdecken.<br />

Wanderinfos und Karten finden sie hier:<br />

www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at<br />

www.neusiedlersee-leithagebirge.at<br />

www.naturpark-geschriebenstein.at<br />

www.naturparkraab.at<br />

www.alpannonia.at<br />

www.burgenland.info


DAS BURGENLAND<br />

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Grenzenlos | Naturpark Raab<br />

Grenzenlos<br />

Die einst bedrohliche Grenzlinie mit dem Eisernen Vorhang ist heute eine barrierefreie<br />

Binnengrenze inmitten der EU. Und nicht selten ein grenzüberschreitendes<br />

Landschaftsschutzgebiet, wie z. B. beim trilateralen Naturpark Raab-Örség-Goric ˇko.<br />

60 UniversUm S Spezial 2011<br />

ein Bericht von Peter KroBath<br />

Fotos: XXXXXXXXXXXXXX


Fotos: RMB/F. Kovacs<br />

Fotos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

Als ich als 19-Jähriger von<br />

Wien nach Klagenfurt reiste,<br />

zu Fuß, in einem großen<br />

Bogen, also über das Burgenland,<br />

wurde ich eines Tages beinahe<br />

erschossen. Zumindest glaubte<br />

ich das damals. An einem Waldrand<br />

hatte mich eine alte Frau eindringlich<br />

gewarnt, ich solle aufpassen, dass ich<br />

auf meinem Weg nicht zu weit nach<br />

links gerate, weil dort die ungarische<br />

Grenze liege und mich die ungarischen<br />

Wachsoldaten sofort erschießen<br />

würden, ungefragt. Ich nahm mir ihre<br />

Angst zu Herzen und hielt mich so<br />

weit rechts, dass ich nach einer Stunde<br />

an einer Stelle aus dem Wald trat,<br />

der keine hundert Meter von meinem<br />

Eintritt entfernt lag. Die ungarische<br />

Grenze blieb mir als unheimliche Bedrohung<br />

in Erinnerung.<br />

Auch wenn die Todesgefahr der<br />

Sperranlage mit ihrem Minengürtel<br />

nur für Flüchtlinge aus dem Osten<br />

und nicht für österreichische Wanderer<br />

real war, der Eiserne Vorhang prägte<br />

das Lebensgefühl auf beiden Seiten.<br />

Für vier Jahrzehnte war er das Ende<br />

der Welt, zumindest der jeweils eigenen.<br />

Mit einer historischen Ausnah-<br />

Grenzenlos | | Naturpark Raab<br />

naturpark Blick<br />

Vom Stadelberg an der slowenischen<br />

Grenze eröffnet sich der Blick auf den<br />

burgenländischen Teil des Dreiländer-<br />

Naturparks.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 61


Grenzenlos | Naturpark Raab<br />

in Gedenken<br />

Am Friedensweg in Mogersdorf erinnert ein Mahnmal<br />

(o.li) an die vielen Opfer der Türkenschlacht von 1664.<br />

alte Gemäuer<br />

Die Burgruine Neuhaus am Klausenbach (o. re.) ist ein<br />

beliebtes Wanderziel. Ein Burggeist soll hier umgehen.<br />

me: 1956, in einer Tauwetterperiode<br />

nach dem Tod Stalins, wurde der Stacheldraht<br />

erstmals entfernt und nach<br />

der Niederschlagung des ungarischen<br />

Volksaufstandes flüchteten Zehntausende<br />

Ungarn über die Grenze in den<br />

Westen ins Burgenland, etwa über die<br />

legendäre Brücke von Andau.<br />

Vom Wach- zum Aussichtsturm<br />

1957 wurde der nächste, noch massivere<br />

Eiserne Vorhang errichtet und<br />

fiel erst im Sommer 1989. Hunderte<br />

62 UniversUm S Spezial 2011<br />

drei länder vereint<br />

Eine Steinskulptur (re.) markiert das Dreiländereck<br />

zwischen Österreich, Ungarn und Slowenien.<br />

statteten dem Burgenland einen spontanen<br />

Besuch ab und kehrten nicht<br />

mehr zurück. Am 11. September wurde<br />

es dann offiziell: Ungarn kündigte<br />

einseitig das Reiseverkehrsabkommen<br />

mit der DDR. Es war der Anfang vom<br />

Ende des kommunistischen Regimes<br />

im damaligen Ostblock. Mittlerweile<br />

ist die einst bedrohliche Grenzlinie<br />

eine Binnengrenze inmitten der Europäischen<br />

Union, ohne Barrieren, ohne<br />

Kontrollen und – laut Artikel 20 des<br />

Schengener Grenzkodex – an jeder<br />

Stelle frei zu übertreten oder zu über-<br />

schwimmen. Die Mitnahme eines gültigen<br />

Reisepasses oder Personalausweises<br />

ist dennoch weiterhin notwendig.<br />

Die 397 Kilometer lange Staatsgrenze,<br />

die das Burgenland zum<br />

Großteil mit Ungarn, zu kleinen Teilen<br />

auch mit Slowenien und der Slowakei<br />

teilt, ist heute also eine grüne Grenze,<br />

und das nicht nur metaphorisch.<br />

Jahrzehntelang von Menschen weitgehend<br />

gemieden, wurde der Grenzstreifen<br />

eine wichtige Zufluchtsstätte<br />

für Pflanzen und Tiere. Kein Wunder<br />

also, wenn nun auch so manches<br />

DDR-Bürger nutzten die Gelegenheit, Fotos: RMB/F. Kovacs


Fotos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

Landschaftsschutzgebiet grenzübergreifend<br />

ist. Zum Beispiel der Naturpark<br />

Geschriebenstein-Írottkő.<br />

Am Geschriebenstein selbst, mit 884<br />

Metern übrigens der höchste Berg<br />

des flachsten Bundeslandes der Alpenrepublik,<br />

steht ein alter steinerner<br />

Aussichtsturm, der sich direkt auf der<br />

Staatsgrenze befindet, so dass man<br />

beim Treppensteigen angeblich ständig<br />

zwischen der österreichischen und<br />

der ungarischen Seite wechselt. Übrigens:<br />

Auch so manch ein Grenzwachturm<br />

des Eisernen Vorhangs dient<br />

heute als Aussichtsturm für Touristen.<br />

Mit der Region Fertő – Neusiedler<br />

See teilen sich Österreich und Ungarn<br />

sogar ein gemeinsames Welterbe.<br />

Im Dezember 2001 wurde die Landschaft<br />

des Neusiedler Sees mit ihren<br />

Ortschaften, Kulturgütern und Naturwerten<br />

als Kulturlandschaft „von<br />

außergewöhnlichem und universellem<br />

Wert“ ausgezeichnet. Selbstredend<br />

wird auch das Management dieses<br />

Erbes von beiden Ländern bestritten.<br />

Das jüngste Projekt: Seit November<br />

2009 gibt es durch die offizielle Anerkennung<br />

des grenzüberschreitenden<br />

Ramsar-Gebiets „Fertő – Hanság“<br />

auch eine bilaterale Zusammenarbeit<br />

beim Schutz von Feuchtgebieten.<br />

Naturpark Raab-Örség-Goric ˇko<br />

Gleich drei Staaten sind beim Naturpark<br />

Raab-Örség-Goričko involviert.<br />

Grenzenlos | Naturpark Raab<br />

Der trilaterale Naturpark umfasst im<br />

Burgenland sieben Gemeinden mit<br />

einer Fläche von 140 Quadratkilometern,<br />

in Ungarn 28 Gemeinden mit<br />

440 Quadratkilometern und in Slowenien<br />

elf Gemeinden mit 460 Quadratkilometern,<br />

wobei in jedem Staat<br />

unterschiedliche Naturschutz-Label<br />

gelten. „Es begann am 13. Juni 1992<br />

in Neumarkt an der Raab, an der österreichisch-ungarisch-slowenischen<br />

Grenze, mit einem Symposium über<br />

die Dorflandschaften Mitteleuropas“,<br />

erinnert sich die Landschaftsarchitektin<br />

Stanka Dešnik, die den slowenischen<br />

Naturpark Goričko leitet.<br />

„Die Idee der Dorflandschaften dreier<br />

Länder, die plötzlich ohne Eisernen<br />

leBensader fluss<br />

Die Raab, namensgebend für den<br />

burgenländischen Teil des Naturparks,<br />

mäandriert hier im Grenzbereich<br />

zu Ungarn.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 63


Grenzenlos | Naturpark Raab<br />

Vorhang da gestanden sind, gefiel mir<br />

sehr, obwohl ich nicht fest überzeugt<br />

war, dass sie einmal realisiert wird.<br />

Das Ganze kam aber doch ins Rollen,<br />

und schließlich entwickelte sich daraus<br />

der grenzüberschreitende Dreiländer-<br />

Naturpark Raab-Örség-Goričko.“<br />

Es folgten Veranstaltungen, Gespräche,<br />

Leitbilder, Umweltcamps,<br />

Anträge und Projekte. Am 12. September<br />

1998 wurden die sieben Gemeinden<br />

Mogersdorf, Weichselbaum,<br />

Jennersdorf, St. Martin an der Raab,<br />

GeleBte tradition<br />

In Kalch bei Neuhaus am Klausenbach<br />

kann das Korbflechten in Kursen erlernt<br />

werden. Die Kürbisse der Region<br />

liefern ein schmackhaftes Öl.<br />

pflanzenvielfalt<br />

Der Dreiländernaturpark verfügt<br />

über eine Fülle an farbenprächtigen<br />

Blütenpflanzen, die auf Wanderungen<br />

entdeckt werden können.<br />

64 UniversUm S Spezial 2011<br />

Minihof-Liebau, Mühlgraben und<br />

Neuhaus am Klausenbach per Verordnung<br />

der Burgenländischen Landesregierung<br />

zum Naturpark erhoben.<br />

Am 8. März 2002 erklärte der ungarische<br />

Premierminister Viktor Orbán<br />

vor dem Nationalparkverwaltungsgebäude<br />

in Öriszentpéter Teile des ungarischen<br />

Grenzgebietes zum Nationalpark<br />

Örség. Am 9. Oktober 2003<br />

erklärte die slowenische Regierung<br />

das Gebiet Goričko zum geschützten<br />

Gebiet. Genauer gesagt: Der herrliche<br />

Krajinski Park Goričko wurde als ein<br />

Gebiet ausgewiesen, in dem die Kulturlandschaft<br />

und die Natur Vorrang<br />

haben und allfällige Entwicklungseingriffe<br />

mit der Natur im Einklang stehen<br />

müssen.<br />

Glockentürme und alte Bäume<br />

„Das Besondere am slowenischen Teil<br />

ist eine klein strukturierte Kulturlandschaft<br />

mit pittoresken Landschaftsbildern“,<br />

sagt Stanka Dešnik. „Unsere<br />

Vorfahren haben durch ihre naturnahe<br />

Lebensweise unbewusst für eine<br />

hohe Biodiversität gesorgt, die gilt


Fotos: RMB/F. Kovacs<br />

es heute bewusst zu erhalten.“ Diese<br />

Biodiversität lässt sich an der Vielzahl<br />

der hier geschützten Arten ablesen:<br />

Die reichen bei den Tieren vom<br />

Schilfrohrsänger über den Wespenbussard<br />

bis zur Zwergohreule, vom<br />

Alpenkamm-Molch über die Langflügel-Fledermaus<br />

bis zum Russischen<br />

Bär. Als Vogel-Beobachtungsorte<br />

empfiehlt die Managerin des Krajinski<br />

Park Goričko den Ledava See<br />

und den Hodoš See. Als kulinarische<br />

Abenteuer für hungrige Fuß- oder<br />

Radreisende das deftige Gulasch Bograc<br />

und die leckeren Strudelgerichte<br />

wie die mehrstöckige Prekmurska gibanica.<br />

Die liebliche Hügellandschaft<br />

des ungarischen Parkteils ragt wie<br />

eine Nase nach Österreich hinein und<br />

trägt den Namen Örség. Örség heißt<br />

auf Deutsch „Wacht“ oder „Warte“<br />

und bringt uns zum Thema Grenze<br />

zurück. Der Name geht auf das<br />

10. und 11. Jahrhundert zurück, als<br />

die Magyaren die Region mit treuen<br />

Grenzwächtern besiedelten. Aus strategischen<br />

Gründen siedelten diese<br />

nicht in Dörfern, sondern in wehrhaften,<br />

stets auf Hügelkuppen postierten<br />

Weilern, so genannten „szer“. Etliche<br />

Grenzenlos | Naturpark Raab<br />

wie in alten zeiten<br />

Die Jost-Mühle in Minihof-Liebau ist<br />

die älteste Schaumühle der Region.<br />

Hier wird noch Getreide gemahlen<br />

wie anno dazumal.<br />

der aus Holz und Lehm gebauten und<br />

mit Roggenstroh gedeckten Häuserensembles<br />

sind erhalten geblieben,<br />

ebenso hölzerne Glockentürme und<br />

ein vielfältiges bäuerliches Handwerk.<br />

In Magyarszombatfa halten entlang<br />

der Hauptstraße ein Dutzend<br />

Töpfer ihre Werkstätten für Besucher<br />

geöffnet. Charakteristische Walmdach-Bauernhäuser<br />

lassen sich im<br />

Freilichtmuseum Pityerszer nahe dem<br />

hübschen Szalafő besichtigen. Urtümliche<br />

Grabpfähle und Glockenstühle<br />

in Pankasz und Gödörháza. Und im<br />

Dörfchen Velemér eine romanisch-<br />

Spezial 2011 s UniversUm 65


Grenzenlos | Naturpark Raab<br />

gotische Pfarrkirche mit einzigartigen<br />

Fresken des berühmten Johannes von<br />

Aquila.<br />

Was sich auf den mäandrierenden<br />

Wegen im Örség-Nationalpark nicht<br />

minder tief ins Gedächtnis einprägt<br />

als all die kulturellen Sehenswürdigkeiten,<br />

ist seine anmutige Natur.<br />

Dieser südwestliche Zipfel ist das regenreichste<br />

und deshalb auch grünste<br />

Gebiet Ungarns. Dichte Wälder,<br />

Moore und seltene Pflanzen prägen<br />

die flache Hügellandschaft. Allein die<br />

66 UniversUm S Spezial 2011<br />

Namen der Themen-Wanderwege<br />

verraten besondere Natur-Erlebnisse:<br />

Quellen-, Femelwald-, Blumenwiesenstraße,<br />

Straße der Glockenstühle oder<br />

Straße der Baum-Methusalems.<br />

Schnaps und Kanutouren<br />

Das österreichische Eck des Dreiländernaturparks<br />

Raab-Örség-Goričko<br />

liegt im südlichsten Winkel des Burgenlandes,<br />

zwischen der Lafnitz im<br />

Norden und dem Stadelberg an der<br />

slowenischen Grenze im Süden. „Das<br />

Besondere an dieser Grenzregion<br />

ist die Vielfalt“, betont Naturpark-<br />

Geschäftsführer Karl Kahr. „Vielfalt<br />

der Natur, der Landschaftsformen,<br />

der Sprachen und Kulturen, der bodenständigen<br />

Speisen und Getränke.“<br />

Eine zukunftsweisende Herausforderung<br />

sei da auch die Bewusstseinsbildung<br />

für eine grenzenlose Gesellschaft,<br />

welche Vorurteile abbaut<br />

und die gemeinsame Zukunft für die<br />

nächste Generation in kleinen Schritten<br />

vorbereitet.<br />

Fotos: RMB/F. Kovacs


eicHes erleBnisanGeBot<br />

Im Naturpark Raab (Bilder re., von<br />

oben) lässt es sich gut wandern, wie am<br />

Lebensweg in Mühlgraben; Lagerfeuerromantik<br />

am Abend; junge Forscher<br />

entdecken Gewässer. In der Jost-Mühle<br />

wird das Müller-Handwerk erklärt.<br />

entdeckunGen vom wasser aus<br />

Auf einer Kanu-Tour (u.), wie sie vom<br />

Naturpark Raab angeboten wird, verbinden<br />

sich praktisches Naturerlebnis und<br />

kleines Abenteuer besonders gut.<br />

Grenzenlos | Naturpark Raab<br />

Der Naturpark Raab zeichnet sich<br />

durch Abgeschiedenheit, Ruhe, kulturelle<br />

Besonderheiten und historisch<br />

brisante Ereignisse aus. Sein Landschaftsbild<br />

wird von Wäldern, Feldern<br />

und zahlreichen Obstgärten geprägt<br />

– eine mosaikartige, über die Jahrhunderte<br />

entstandene Kulturlandschaft.<br />

In den zahlreichen Streuobstwiesen ist<br />

eine Vielzahl an höhlenbrütenden Vogelarten<br />

beheimatet, wie Wiedehopf,<br />

Grünspecht und auch Wendehals. Auf<br />

engstem Raum kann man die unterschiedlichsten<br />

Haus- und Hofformen<br />

bewundern, vom Streck- bis zum<br />

Vierkanthof. Artenreiche Magerrasen<br />

an Kuppen und steilen Hängen verschönern<br />

das Landschaftsbild.<br />

Eine Spezialität des regionalen<br />

Obstbaus ist der so genannte Maschanzker,<br />

eine alte heimische Apfelsorte,<br />

welche man im Südburgenland<br />

in drei Variationen vorfindet. Der Maschanzker<br />

dient als Symbol für die Erhaltung<br />

der Kulturlandschaft und wird<br />

in qualitativ hochwertigen Produkten<br />

wie z. B. dem Maschanzker-Schnaps<br />

oder einem Maschanzker-Chutney<br />

unter die Feinschmecker gebracht.<br />

Die Themenwege des Naturparks<br />

bieten allen etwas, egal ob Familien,<br />

Kulturtouristen oder Naturliebhabern.<br />

Geschichtlich Interessierte<br />

können bei Jennersdorf „Römische<br />

Hügelgräber“ erkunden und auf<br />

dem Weg „Alte Grenze“ dem Verlauf<br />

des Eisernen Vorhangs und anderen<br />

Grenzziehungen vergangener Zeiten<br />

folgen. Der „Friedensweg“ bei Mogersdorf<br />

erinnert an die Gefallenen<br />

im Türkenkrieg 1664 und thematisiert<br />

anhand von Kunstwerken die Sinnlosigkeit<br />

des Krieges. Beliebter Höhepunkt<br />

in Sachen Natur-Abenteuer<br />

sind die geführten Kanu-Touren auf<br />

der Lafnitz und der Raab. c<br />

meHr im internet<br />

Naturpark Raab: www.naturparkraab.at<br />

Spezial 2011 s UniversUm 67


ErlEbnis | Radfahren & Reiten<br />

M<br />

it milden Temperaturen,<br />

stimmungsvoller Blüte oder<br />

farbenprächtigem Blätterwandel<br />

sind Frühling und<br />

Herbst ideale Jahreszeiten, das Burgenland<br />

per Drahtesel oder hoch zu<br />

Ross zu erleben. Der Sommer lädt<br />

nach einer Radtour oder einem Ausritt<br />

wiederum zu angenehmer Rast im<br />

Schatten der Bäume oder zur Abkühlung<br />

im Neusiedler See. Und nach<br />

dem Motto, es gibt kein schlechtes<br />

Wetter, sondern nur die falsche Kleidung,<br />

ist auch der Winter im Burgenland<br />

ein Erlebnis.<br />

Über 15 verschiedene Radrouten<br />

finden sich alleine in der Region<br />

Neusiedler See. Der beliebte Klassiker<br />

darunter ist die 138 Kilometer<br />

lange Runde um den größten Steppensee<br />

Mitteleuropas, der seit 2001<br />

UNESCO-Welterbe ist. Kaum Höhenunterschiede,<br />

landschaftliche Vielfalt<br />

und Kulturschätze entlang des Weges<br />

gestalten diese Runde so attraktiv für<br />

Jung und Alt. „Wir haben insgesamt elf<br />

Design-Rastplätze am Neusiedler See-<br />

Radweg gestaltet, die behutsam in die<br />

Landschaft integriert wurden und Rast<br />

in einzigartiger Atmosphäre bieten“,<br />

so Tourismusdirektor Mario Baier.<br />

Einzigartig an der Steppensee-Runde<br />

ist auch die Möglichkeit, den Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel<br />

naturnahe vom Rad aus zu erleben –<br />

hier sollte ein Besuch im Nationalpark-<br />

Informationszentrum in Illmitz unbedingt<br />

eingeplant werden. Wer nicht die<br />

68 UniversUm S Spezial 2011<br />

große Runde „strampeln“ möchte, den<br />

bringt die Radfähre gemütlich über den<br />

See nach Mörbisch, Illmitz und auch<br />

ins ungarische Fertörákos. Wer gerne<br />

Boot fährt: Radfähren gibt es auch in<br />

anderen Orten rund um den See.<br />

Doch nicht nur der Norden des<br />

Burgenlands ist für Radfahrer attraktiv,<br />

die sanften Hügellandschaften des<br />

Mittel- und Südburgenlands mit ihrem<br />

toskanisch anmutenden Flair laden<br />

zum „Erfahren“ ein, ideal kombinierbar<br />

mit der Einkehr in eine der zahlreichen<br />

Buschenschenken am Weg. Gut<br />

geplant ist schon die halbe Strecke. Für<br />

technophile Radler steht ein Online-<br />

Tourenguide mit einer Vielzahl von<br />

Routen für die Planung zur Verfügung.<br />

Für jede Tour können GPS-Daten heruntergeladen<br />

werden.<br />

Wer es gerne gemütlich mag, für<br />

den hat das Südburgenland in dieser<br />

Saison ein besonderes Zuckerl: 300<br />

E-Bikes stehen ab April an verschiedenen<br />

Stationen zum Ausborgen bereit.<br />

„Die landschaftliche Vielfalt und der<br />

grenzüberschreitende Charakter vieler<br />

Radrouten – ob nach Ungarn im Norden<br />

oder das Dreiländereck im Süden<br />

– gepaart mit unserem abwechslungsreichen<br />

Radwegenetz, machen das<br />

Bur genland zu einem Radlerparadies<br />

par excellence“, so Baier.<br />

Hoch zu Ross<br />

Insgesamt 1.300 Kilometer Wanderreitwege<br />

lassen das Burgenland vom<br />

Weinbaugebiet Neusiedler See bis zur<br />

mobil durchs land<br />

Ob zu Pferd oder mit dem Fahrrad, das<br />

Burgenland bietet ausgedehnte Reit-<br />

und Radwege, die durch die reiche Natur<br />

des östlichsten Bundeslandes führen.<br />

Weinidylle Südburgenland aus der<br />

Sattelperspektive erleben. GPS-unterstützte<br />

Technik sorgt für optimale Orientierung.<br />

Die einzigartige Natur des<br />

Burgenlandes lässt sich auf vielerlei Art<br />

mit dem Pferd erkunden: Ob mehrtägiges<br />

Wanderreiten mit Übernachtungsmöglichkeit<br />

für Reiter und Pferd<br />

in dafür spezialisierten Betrieben, bei<br />

Tagesausflügen auf einer der bestens<br />

markierten Reit-Routen oder während<br />

eines Reiturlaubes, bei dem das Ausspannen<br />

und Erholung mit der Familie<br />

im Vordergrund stehen. Im Nordburgenland<br />

wird die Landschaft vom Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel<br />

geprägt, dessen Flora und Fauna in<br />

dieser Kombination einzigartig ist – jeder<br />

Reitausflug wird zum Naturschauspiel.<br />

Ein abwechslungsreiches Erlebnis<br />

bieten die sechs Themen-Reitwege<br />

im Mittelburgenland, auf denen man<br />

die wunderschöne Landschaft vom<br />

Sattel aus genießen kann. Das Südburgenland<br />

gibt sich romantisch: Üppige<br />

Blumenwiesen, schattige Wälder, stille<br />

Weinberge und Kellerviertel machen<br />

den Charme dieser Landschaft aus. c<br />

mEhr im intErnEt<br />

RadfahRen im BuRgenland<br />

Online Tourenguide: www.radarena.at<br />

allgemeine infos, Übersicht des Radwegenetzes,<br />

gPS-Routen etc.: www.burgenland.info<br />

Radfähren neusiedler See: www.neusiedlersee.com<br />

ReiTen im BuRgenland<br />

allgemeine informationen, Reitbetriebe und<br />

reiterfreundliche Beherbergungsbetriebe,<br />

gPS-Routen: www.burgenland.info<br />

Fotos: Burgendland tourismus/H. schlosser (1), steveHaider.com (1)


Fotos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

im sattEl<br />

Ob hoch zu Ross oder am Drahtesel: Die Weiten des Burgenlands lassen sich<br />

durch alle Jahreszeiten hindurch vom jeweiligen Sattel aus naturnah erleben.<br />

2.500 Kilometer Radwege und 1.300 Kilometer Wanderreitwege führen vom<br />

Nationalpark im Norden bis zum Naturpark im Süden, vom Weinbaugebiet<br />

Neusiedler See bis zu den sanften Hügeln des Südburgenlands.<br />

Ein bEricht von thErEsa Dirtl<br />

ErlEbnis | Radfahren & Reiten<br />

Spezial 2011 s UniversUm 69


Aktuell | Story<br />

PFLanzen<br />

des burgenLands<br />

ein Überblick von JuliA kospAch<br />

Die Lebensräume des Burgenlands werden von einigen pflanzen besonders geschätzt.<br />

zWerg-schWertLiLie (1)<br />

(iris pumiLa)<br />

Die Zwerg-Schwertlilie ist ein Steppenbewohner, der im Burgenland<br />

meist auf Kalkfelsböden anzutreffen ist. Besonders<br />

häufig findet sich diese gefährdete Art auf den Vorhügeln des<br />

Leithagebirges. Sie wird maximal 15 Zentimeter hoch und<br />

gehört zu den allerersten Pflanzen des pannonischen Blühreigens<br />

im Frühjahr. Ihre Blüten zeigen einen auffallenden<br />

Farbenpolymorphismus: In ein und derselben Population gibt<br />

es meist bunt gemischt gelb und violett blühende Exemplare.<br />

Die Zwerg-Schwertlilie, die keinen Nektar zu bieten hat,<br />

erschwindelt sich auf diese Weise die Kreuzbestäubung durch<br />

Hummeln, die – etwa von einer gelben Blüte enttäuscht – eine<br />

violette anfliegen und bestäuben, weil sie hoffen, dort Nektar<br />

zu finden.<br />

queLLer oder gLasschmaLz (2)<br />

(saLicornia prosTraTa)<br />

Obwohl die Hauptverbreitung des Quellers an der europäischen<br />

Wattenmeerküste liegt, erlauben Klima und Salz sein<br />

Vorkommen im Seewinkel. Die Pflanze nutzt die kurze Zeit,<br />

nachdem die Lackenränder abgetrocknet sind und es warm<br />

genug ist, zum Keimen und Blühen. Im Winter, wenn sich<br />

die Lacken wieder mit Wasser füllen, ist die Samenreifung<br />

bereits abgeschlossen. Die Samen warten dann im salzhaltigen<br />

Boden der Lacke, bis die Bedingungen zum Austreiben<br />

wieder günstig sind – mitunter auch mehrere Jahre.<br />

70 UniversUm S Spezial 2011<br />

saLzaster (3)<br />

(TripoLium pannonicum)<br />

Die Salzaster ist typisch für Lackenufer im Nationalpark<br />

Neusiedler See – Seewinkel, wo die Oberfläche<br />

durch verdunstendes Wasser mit Salz angereichert<br />

wird. Der Korbblütler wird auf Salzstandorten<br />

fünf bis 25 Zentimeter hoch, auf Schattenstandorten<br />

im Schilf, wo die Pflanze zum Licht strebt, bis zu 80<br />

Zentimeter. Die Salzaster sucht den offenen Boden<br />

der Salzstandorte, um der Konkurrenz mit anderen<br />

Pflanzen zu entgehen. Mit Luftkammern in Wurzeln,<br />

Stängel und Blättern übersteht sie Überstauungen<br />

ihres Standortes. Salz lagert sie bis zu einer<br />

gewissen Konzentration in ihren Blättern ein, steigt<br />

der Salzgehalt, wirft sie einzelne Blätter ab.<br />

2<br />

1


FotoS: RMB/F. Kovacs (1), Bildagentur Waldhäusl (6)<br />

geLbe tagLiLie (4)<br />

(hEmErocaLLis LiLioasphoDELus)<br />

Die Gelbe Taglilie ist die berühmteste Pflanzenart des Südburgenlands.<br />

Ihre schönsten Vorkommen liegen auf feuchten Wiesen am Reinersdorfer<br />

Bach bei Großmürbisch/Veliki Medveš südöstlich von Güssing.<br />

Sie wurde schon Ende des 16. Jahrhunderts von dem bedeutenden<br />

vor-linnéschen Botaniker Carolus Clusius, der eine Zeitlang in Güssing<br />

lebte, beobachtet – ein Indiz dafür, dass die sehr seltene Pflanze bei uns<br />

urheimisch und keine verwilderte Zierpflanze ist.<br />

FeLd-mannstreu (5)<br />

(Eryngium campEsTrE)<br />

Mit seinen Stacheln ist der Feld-Mannstreu gut vor Weidetieren geschützt<br />

und bleibt auf jeder Weide unberührt stehen. Er tritt verstreut<br />

auf und liebt sonnige Kalk-Magerrasen, Wegraine und Dämme. In<br />

Österreich ist er nur im pannonischen Klima des Burgenlands häufiger<br />

anzutreffen. Die mehrjährige krautige Pflanze, die über einen halben<br />

Meter hoch wird, ist ein typischer Bodenroller: Die reife Pflanze wird,<br />

sobald eine bestimmte Windgeschwindigkeit überschritten ist, an einer<br />

Sollbruchstelle am Wurzelballen abgerissen und dann als Ganzes weggerollt<br />

(„Steppenroller“), wobei sie nach und nach ihre Früchte ausstreut.<br />

schachbLume (6)<br />

(FriTiLLaria mELEagris)<br />

Eine Besonderheit ist die vom Aussterben bedrohte Schachblume, die<br />

auf den zeitweise überschwemmten Feuchtwiesen von Hagensdorf und<br />

Luising im Südostzipfel des Burgenlands ganze Großkolonien bildet.<br />

Die glockenförmigen Blüten dieser 15 bis 30 Zentimeter hohen, filigranen<br />

Lilienart zeigen ein signifikantes, gewürfeltes Muster in Purpur und<br />

Helllila, dem die Pflanze ihren Namen verdankt. Sie blüht<br />

zwischen April und Mitte Mai.<br />

heLm-knabenkraut (7)<br />

(orchis miLiTaris)<br />

Das Helm-Knabenkraut gehört zu den Überlebenskünstlern unter den<br />

burgenländischen Pflanzen. Von Mai bis Juni leuchten seine Blüten auf<br />

pannonischen Trockenrasen. Nach der Blüte zieht die Pflanze völlig ein<br />

und verlagert die Nährstoffe in eine unterirdische Knolle, mit der sie<br />

den Rest des Jahres überdauert. Mit einer Höhe von 20 bis zu 65 Zentimetern<br />

zählt das stark gefährdete Helm-Knabenkraut zu den<br />

größten heimischen Orchideen.<br />

3<br />

4<br />

5<br />

6<br />

7<br />

nAtur | Pflanzen<br />

Spezial 2011 s UniversUm 5


Das<br />

BurgenlanD<br />

tischt auf<br />

72 UniversUm S Spezial 2011<br />

Ein BEricht von Klaus EglE<br />

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen an<br />

einem Tisch, der sich wie von Zauberhand<br />

mit wunderbaren Köstlichkeiten<br />

deckt, und dabei stehen Gläser, ge füllt<br />

nicht nur mit rotem, sondern auch<br />

mit weißem oder süßem Wein. Dann<br />

befinden Sie sich entweder im Schlaraffen-<br />

oder im Burgenland.


FoTos: stookfood (1), Taubenkobel (1), Nyikospark (1)<br />

im nyikospark<br />

in Neusiedl am See serviert Patron Fritz<br />

Tösch, Obmann der Genussregion Neusiedlersee<br />

Fische, feinste pannonische<br />

Spezialitäten neu interpretiert.<br />

W<br />

enn ich irgendwo Wirt<br />

sein wollte, dann im Burgenland.<br />

Denn nicht nur<br />

wüchsen mir die Weintrauben<br />

praktisch beim Fenster herein,<br />

ich hätte darüber hinaus auch<br />

noch einen vielfältigen Fundus an<br />

hochwertigen regionalen Produkten<br />

vor der Haustüre, die mir das Kochen<br />

zum Vergnügen machten. Ich brauche<br />

aber gar nicht Wirt zu werden. Denn<br />

davon gibt es im Burgenland genug<br />

und die wissen genau, auf was für einem<br />

Schatz sie da sitzen und wie sie<br />

das Beste daraus machen können. Ich<br />

dagegen bleibe bei meinem Leisten<br />

und erzähle Ihnen, was man in dieser<br />

Schatzkiste alles finden kann.<br />

Vieles, das heute auf dem Speisezettel<br />

der guten Lokale zwischen<br />

Neusiedl am See und Jennersdorf<br />

ganz oben steht, hat im Burgenland<br />

eine lange Tradition – es ist nur im<br />

Laufe der Zeit in Vergessenheit geraten.<br />

Doch in den vergangenen Jahren,<br />

in denen die Sehnsucht der Menschen<br />

nach „richtigem“ Essen immer<br />

größer wurde, ist es gelungen, manches<br />

davon wieder zu entdecken und<br />

zu beleben. So entstand – quasi als<br />

Anti these zum „industrial food“ – ein<br />

dicht gewobenes Netz von engagier­<br />

ten Bauern, Züchtern, Produzenten<br />

und Vermarktern, die das Burgenland<br />

zu einer Fundgrube für Genießer<br />

machen. Dreizehn offizielle „Genussregionen“<br />

legen davon Zeugnis<br />

ab – und dass man im Burgenland zu<br />

jedem erdenklichen Anlass und Gericht<br />

den passenden guten Tropfen<br />

findet, ergänzt dieses Bild perfekt.<br />

Vom Gesottenen und Gebratenen<br />

Das Gansl gehört seit jeher zum kulinarischen<br />

Inventar des pannonischen<br />

Raums, hat sich aber als „südbur­<br />

Walter eselBöck,<br />

Pionier der kulinarischen Regionalität,<br />

zelebriert in seinem Restaurant<br />

„Taubenkobel“ in Schützen am Gebirge<br />

lukullischen Hochgenuss.<br />

ErlEBnis | Essen & Trinken<br />

genländische Weidegans“ vom etwas<br />

einseitigen Image als fetter Festtagsbraten<br />

emanzipiert, zumal engagierte<br />

Küchenmeister es geschafft haben,<br />

mit viel Einfallsreichtum den Bogen<br />

zwischen regionaler Tradition und<br />

zeitgemäßer Zubereitung zu spannen.<br />

Beim inzwischen zu einigem<br />

Ruhm gelangten Mangalitzaschwein<br />

ist es aber gerade das – übrigens außerordentlich<br />

cholesterinarme – Fett,<br />

das einen wichtigen Bestandteil seiner<br />

Qualität ausmacht. Bevorzugte<br />

Produkte sind Speck in unterschiedlichen<br />

Spielarten, Würste oder Pasteten;<br />

doch auch ein gut gebratenes<br />

Kotelett von den ganzjährig im Freiland<br />

lebenden Tieren überzeugt mit<br />

seinem herrlichen Geschmack. Ebenfalls<br />

wetterresistent ist das Graue ungarische<br />

Steppenrind.<br />

Noch vor zwanzig Jahren praktisch<br />

verschwunden, weiden heute wieder<br />

rund 500 der grauen „Longhorns“<br />

auf österreichischer Seite des Nationalparks<br />

Neusiedler See – Seewinkel.<br />

Sie helfen bei der Landschaftsgestaltung<br />

mit, indem sie dem wachsenden<br />

Schilfgürtel wieder Weideland abtrotzen,<br />

und ihr Fleisch wird aufgrund<br />

seiner kräftigen Aromatik und seiner<br />

festen Struktur geschätzt. Eine weitere<br />

Rarität ist der Zickentaler Moorochse<br />

aus dem Südburgenland, eine<br />

Kreuzung zwischen Galloway­ und<br />

Angusrindern, deren langsam gewachsenes<br />

und gut gereiftes Fleisch<br />

in der regionalen Gastronomie auf<br />

Spezial 2011 s UniversUm 73


ErlEBnis | Essen & Trinken<br />

reges Interesse stößt. Alle diese Produkte<br />

werden nicht nur hohen qualitativen<br />

Anforderungen gerecht, sie<br />

stehen auch für ein Stück kulinarischer<br />

Identität des Burgenlands. Das<br />

gilt natürlich ebenso für den Neusiedler<br />

See­Fisch: Dank einer Hand<br />

voll gewerblicher Fischer darf man<br />

in den Lokalen rund um den See auf<br />

fangfrischen Zander, Wels, Hecht<br />

und Karpfen oder Räucherfisch wie<br />

Schleie hoffen.<br />

Früchtchen – süß und sauer<br />

Unter der pannonischen Sonne tummelt<br />

sich aber nicht nur allerlei Getier<br />

vom Feder­ über das Borsten­ bis zum<br />

74 UniversUm S Spezial 2011<br />

genusslaDen BurgenlanD<br />

Vergessene Safrantradition (li. o.) zu neuem Leben erweckt. Aus der Leithaberg­Kirsche<br />

(li. u.) werden Schnaps und Marmelade gemacht. Genussprodukt Nr. eins ist der Wein.<br />

Flossenvieh, sie verleiht auch Früchten,<br />

Obst und Gemüse die volle Reife.<br />

Wieder bekannt geworden ist etwa die<br />

einstmals legendäre „Joiser Kirsche“,<br />

die heute frisch und in vielfältig veredelter<br />

Form angeboten wird. Was die<br />

Vielfalt angeht, ist freilich „Paradeiserkaiser“<br />

Erich Stekovics unübertroffen:<br />

Mehr als 3.000 verschiedene Sorten<br />

kultiviert er in seinen Feldern in<br />

Frauenkirchen, deren Früchte er nicht<br />

nur frisch verkauft, sondern auch zu<br />

allerlei Eingelegtem – vom Tartar bis<br />

zum Chutney – verarbeitet. Im Süden<br />

des Burgenlands gedeihen Äpfel<br />

und anderes Obst, im sonnigen Seewinkel<br />

das Gemüse, und dann gibt es<br />

da noch eine ganze Reihe an Spezialitäten<br />

– von Kastanien über Marillen<br />

bis zu Spargel und Safran. Auch der<br />

Safran hatte im Burgenland einmal<br />

Tradition, wurde aber erst vor wenigen<br />

Jahren vom „Afficionado“ Johannes<br />

Pinterits zu neuem kulinarischen<br />

Leben erweckt.<br />

Über allem der Rebensaft<br />

Dass im Burgenland auch – übrigens<br />

ganz ausgezeichnetes – Bier gebraut<br />

und edle Brände destilliert werden,<br />

sei zumindest erwähnt. Das burgenländische<br />

Genussprodukt Nummer<br />

eins ist jedoch der Wein. Hier hat sich<br />

in den vergangenen zwei Jahrzehnten<br />

eine regelrechte Revolution ereignet.<br />

gemütlich im innenhof<br />

Max Stiegl verlässt sich in seinem Gut<br />

Purbach fast ausschließlich auf Produkte<br />

der Region.<br />

FoTos: Viceversa/J. Pinterits (1), BMLFUW/R. Newman (1), ÖWM (1), Wein Burgenland/J. Lukan (1), Landhofmühle (1)


FoTos: XXXXXXXXXXXXXX<br />

Dreizehn Genussregionen verwöhnen den Gaumen im Burgenland.<br />

Die pannonische Küche, reich an hochwertigen, regionalen Produkten,<br />

bietet herzhaft Gebratenes genauso wie fangfrischen zarten Fisch<br />

und eine Fülle an Obst- und Gemüsesorten.<br />

Die Weine des Burgenlands sprechen ihre eigene Sprache –<br />

und die lautet: höchster Genuss!<br />

Die Prädikatsweine aus dem Seewinkel<br />

und aus der Mörbischer und<br />

Ruster Gegend zählen zu den besten<br />

und höchst prämierten Weinen der<br />

Welt, und die Rotweine, allen voran<br />

autochthone Rebsorten wie der Blaufränkische<br />

und der St. Laurent, fehlen<br />

auf keiner gut sortierten Weinkarte<br />

des Landes. Weniger bekannt sind die<br />

trockenen Weißweine, doch in bevorzugten<br />

Lagen des Ruster Hügellandes<br />

oder des Leithagebirges erbringen<br />

auch diese beste Qualitäten und ver­<br />

binden frische Frucht mit animierender<br />

Säure und einer festen, mineralischen<br />

Struktur.<br />

So, das Tischlein ist nun aufs<br />

Beste gedeckt und mir bleibt nur<br />

noch: Ihnen einen guten Appetit zu<br />

wünschen! c<br />

BurgenlänDische gastlichkeit<br />

Der neue Tag beginnt mit einem<br />

guten Frühstück im Freien<br />

im sonnigen Burgenland.<br />

mehr kulinarisches im nternet<br />

Genusstipps: www.burgenland.info<br />

neues<br />

online portal<br />

Das Burgendland schmeckt<br />

Angebotsplattform für Genussreisen<br />

rund um Wein & Kulinarik. Mit<br />

interaktivem Tourenguide und Tipps<br />

für weinkulinarische Ausflüge, individuelle<br />

Entdeckungsreisen sowie<br />

Beherbergungsbetriebe.<br />

www.burgenland-schmeckt.at<br />

vinaria<br />

Alle Infos rund um edle Tropfen und vielfältige<br />

Weinbaugebiete in einem VINA-<br />

RIA-Sondermagazin.<br />

a la cartE – BEst oF BurgEnlanD<br />

Eine Genussreise durch das kulinarische<br />

Burgenland.<br />

Zu bestellen bei Burgenland Tourismus<br />

Tel.: +43/(0)2682/633 84-0<br />

Spezial 2011 s UniversUm 75


ErlEbnis | Ökoenergie<br />

Aus EigEnER<br />

EnERgiE<br />

Ein Einblick Von EVa-Maria GrubEr<br />

Eine Führung im Biomassekraftwerk und anschließendes Entspannen<br />

im ökoEnergie Garten? Kein Problem. Die Region Güssing versteht sich nun auch<br />

auf Ökotourismus. Energieautark und dafür international renommiert ist sie ja schon längst.<br />

76 UniversUm S Spezial 2011<br />

Fotos: XXXXXXXXXXXXXX


Foto: www.eee-info.net (2)<br />

Wissen Sie, wie ein Photovoltaik-Modul<br />

funktioniert?<br />

Nein? Blöde Sache – vor<br />

allem, wenn man Kinder<br />

hat, die sich brennend dafür interessieren<br />

und Sie mit Fragen löchern:<br />

Du, Mama? Wie wird aus Sonne<br />

Strom? Oder: Papa, wie kommt über<br />

diese glänzenden Platten die Wärme<br />

ins Wasser? Da ist guter Rat teuer.<br />

Oder Sie packen Ihre Kinder und<br />

fahren ins Burgenland, genauer gesagt<br />

in die Region Güssing zum „Energy<br />

Camp“. Unter dem Motto „Wir<br />

versorgen uns selbst mit Energie“<br />

erfahren die Kids in Österreichs Pionierregion<br />

für „erneuerbare Energie“<br />

auf spielerische Art und Weise, wie<br />

einfach es sein kann, die Energie der<br />

Sonne zu nutzen.<br />

Übernachtet wird in Solarzelten,<br />

deren Solarpaneele am Dach Sonnenenergie<br />

sammeln, die wiederum<br />

am Abend für die Beleuchtung des<br />

Camps sorgt. Das Essen wird mit einem<br />

Solarkocher zubereitet, der Solarboiler<br />

sorgt für warmes Wasser zum<br />

Abwaschen. Um Strom für die musikalische<br />

Unterhaltung am Abend zu<br />

haben, muss man kräftig in die Pedale<br />

des Energiefahrrads treten – denn das<br />

betreibt den CD-Player. Und mit dem<br />

Solarrucksack wird untertags Strom<br />

für Handy, Laptop und Videokamera<br />

gesammelt. Ganz nebenbei erfahren<br />

die Energieexperten von morgen alles<br />

Wissenswerte über Photovoltaik, Solarthermie<br />

und das Potenzial der Sonne<br />

als erneuerbare Energiequelle.<br />

Erlebnis Energietourismus<br />

Hinter der Idee der Energy Camps<br />

steht VISIONe – Vital Solar Innovationenergy.<br />

Ein Forschungsteam vom<br />

Institut für Landschaftsentwicklung,<br />

Erholungs- und Naturschutzplanung<br />

an der BOKU Wien hat sich im<br />

Rahmen des von der EU geförderten<br />

CENTRAL EUROPE Forschungsprogramms<br />

im Projekt „Listen to the<br />

EnERgiE – sElbst gEmAcht<br />

Rund um Güssing sind fossile<br />

Brennstoffe Schnee von gestern.<br />

Die Südburgenländer setzen auf<br />

Biomasse (li.) und bereiten das<br />

Essen am Solarkocher (o.) zu.<br />

voice of villages“ der Aufgabe angenommen,<br />

gemeinsam mit Tourismus,<br />

Politik, Wirtschaft und Bildung Konzepte<br />

für erlebnisorientierten Energietourismus<br />

zu entwickeln, die in einer<br />

Mischung aus Pädagogik, Abenteuer<br />

und Bewegung die Bedeutung von erneuerbaren<br />

Energien vermitteln und<br />

aufzeigen, wie kreativ, unkompliziert<br />

und freudvoll beispielsweise Solarenergie<br />

in den Alltag und die Freizeit<br />

integriert werden kann. Ziel des Teams<br />

um Alexandra Jiricka, Boris Salak und<br />

Ulrike Pröbstl ist es, mit diesem unkonventionellen<br />

Tourismusmodell das<br />

gesellschaftliche Bewusstsein für Sonne<br />

als eine wertvolle Energiequelle der<br />

Zukunft zu schärfen.<br />

Kein Wunder, dass gerade die Region<br />

Güssing zum Austragungsort<br />

der Pilotphase der im Frühjahr 2011<br />

startenden Energy-Camps auserkoren<br />

wurde. Die Stadt hat sich in den letzten<br />

20 Jahren vom verschlafenen Örtchen<br />

im Südburgenland zu Österreichs<br />

Paradebeispiel für eine gelebte Kultur<br />

effizienter und nachhaltiger Energieversorgung<br />

entwickelt: Güssing gilt<br />

ErlEbnis | Ökoenergie<br />

als international bekanntes Vorzeigemodell<br />

für die Autarkie von fossilen<br />

Brennstoffen und Know-how-Experte<br />

in Fragen der Energiegewinnung aus<br />

Biomasse, Biogas und Solarenergie.<br />

Mit zahlreichen Demonstrationsanlagen<br />

und einer Reihe von namhaften<br />

Leitbetrieben im Bereich der Umwelttechnik<br />

ist die Region Ausflugsziel von<br />

Hunderten Ökotouristen pro Woche<br />

aus der ganzen Welt.<br />

Am Biogas-Themenweg<br />

Die Idee hat Schule gemacht: In der<br />

Zwischenzeit bietet das Europäische<br />

Zentrum für Erneuerbare Energien<br />

in Güssing in Kooperation mit zehn<br />

burgenländischen Gemeinden und<br />

der Landesinnung für Holzbau unter<br />

der Marke „ökoEnergieland“ touristische<br />

Erlebnisse der anderen Art: Beispielsweise<br />

eine Führung durch das<br />

weltweit einzigartige Biomassekraftwerk<br />

in Güssing, eine Wanderung am<br />

ersten Biogas-Themenweg in Strem<br />

oder ein Besuch des ökoEnergie Gartens<br />

in Heiligenbrunn.<br />

Öko schließt Genuss nicht aus. Daher<br />

lernen die Ökotouristen in einem<br />

Aufwischen gleich alle Sonnenseiten<br />

des Landes kennen: Die edlen Tropfen<br />

aus den burgenländischen Weinkellern,<br />

die regionalen Schmankerln<br />

sowie die beeindruckende Landschaft.<br />

Und die entdeckt man künftig<br />

am besten auf dem weit verzweigten<br />

Radwegnetz mit dem E-Bike: Die<br />

BEWAG, Burgenlands Energieversorgungsunternehmen,<br />

bietet nämlich<br />

im Zuge der Initiative „Elektro Drive“<br />

Elektrofahrräder zur Miete oder zum<br />

Leasing an. Für die Ladestationen<br />

ist gesorgt: An zehn Orten tankt der<br />

Ökotourist Strom aus 100 Prozent erneuerbaren<br />

Energiequellen. c<br />

EnERgiEpRojEktE im buRgEnlAnd<br />

Nachhaltiger Tourismus : www.energietourismus.at<br />

Regionale Konzepte: www.eee-info.net<br />

Mehr Energie: www.burgendland.info<br />

Spezial 2011 s UniversUm 77


78 UniversUm S Spezial 2011<br />

Tourismus<br />

miT ZukunfT<br />

Touristische Betriebe im Burgenland machen vor, wie sich Urlaub,<br />

Erholung und Naturerleben ganz im Sinne der Nachhaltigkeit<br />

mit Umwelt- und Klimaschutz verbinden lassen.<br />

Fotos: XXXXXXXXXXXXXX


Fotos: st. Martins therme (1), www.villavita.com (1)<br />

Von EVa-Maria GrubEr<br />

Für Claudia Fartek stellt der<br />

Kastanienbaum im Innenhof<br />

der Landhofmühle „ein Symbol<br />

für unsere Verbundenheit<br />

mit der Natur“ dar. Das kleine Familienhotel<br />

Landhofmühle im südburgenländischen<br />

Minihof-Liebau mit seinen<br />

zwölf Zimmern hat sich vor Jahren<br />

dem Umwelt- und Naturschutz sowie<br />

der Nachhaltigkeit verschrieben.<br />

Um das Naturerlebnis zu erhalten,<br />

bemühen sich die österreichweit angesiedelten<br />

Betriebe der Naturidyllhotel-Gruppe<br />

besonders um umweltschonende<br />

Maßnahmen in und um<br />

das Hotel. Zum Teil mit großem Aufwand:<br />

„Das Umweltkonzept der Naturidyll-Hotels<br />

umfasst Bereiche wie<br />

Ressourcen- und Energieschonung,<br />

Reduktion des Wasserverbrauchs sowie<br />

des Abfalls, aber auch Fragen<br />

rund um die Reinigung mit adäquaten<br />

Putzmitteln“, so Frau Fartek. „Wir<br />

setzen zusätzlich noch auf eine naturbewusste<br />

Küche. Zudem kommt der<br />

Großteil unserer Produkte aus der<br />

Region, ist eine Frucht der jeweiligen<br />

Saison und im besten Fall auch noch<br />

aus ökologischer Landwirtschaft.“<br />

Wertvolles Gütesiegel<br />

Die Mühen lohnen sich: Die Hotels<br />

erhalten dafür das höchste Gütesiegel<br />

des Umweltministeriums, das mit<br />

strengen Auflagen und Kontrollen<br />

einhergeht: das Österreichische Umweltzeichen<br />

für Tourismusbetriebe. So<br />

ist die Landhofmühle das bislang einzige<br />

Hotel des Burgenlands, das diese<br />

Auszeichnung führen darf. Im Jahr<br />

2007 wurde der Betrieb zusätzlich mit<br />

dem 1. Platz beim Burgenländischen<br />

Umweltpreis belohnt.<br />

Natur und Naturschutz werden im<br />

Burgenland seit jeher groß geschrieben.<br />

Der Nationalpark Neusiedler See<br />

– Seewinkel lockt jedes Jahr Millionen<br />

Touristen an. Besonders im Erlebnis-<br />

und Wellness-Thermen-Tourismus<br />

punktet die Region um den See.<br />

Die Ende 2009 eröffnete St. Martins<br />

Therme & Lodge – mitten in eine<br />

der ursprünglichsten Naturlandschaf-<br />

ten Europas eingebettet – stellt mit der<br />

Therme auf der einen und der Lodge<br />

auf der andere Seite eine gelungene<br />

Verbindung von Wildnis und Wellnesskultur<br />

her, direkt am Rande des<br />

Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel.<br />

Aus der Region, für die Region<br />

Nach dem Motto „Aus der Region,<br />

für die Region“ ist aus der Initiative<br />

von 13 Gemeinden ein Leitbetrieb<br />

des Seewinkels entstanden. Mit ihrer<br />

Form, die an ein Schneckenhaus erinnert,<br />

fügt sich die St. Martins Therme<br />

& Lodge in diese außergewöhnliche<br />

Region im burgenländischen Seewinkel<br />

perfekt ein. Kein anderes Gesundheits-<br />

und Wellness-Resort in Österreich<br />

hat die natürliche Umgebung<br />

so stark in die Gestaltung miteingebunden.<br />

Die Partnerschaft der 13<br />

Gemeinden des Seewinkels, das Land<br />

Burgenland sowie das Know-how und<br />

die Erfahrung der VAMED Vitality<br />

World, des Marktführers im Bereich<br />

der Gesundheits- und Thermenressorts<br />

in Österreich, sind die Basis für<br />

diesen touristischen Leitbetrieb internationalen<br />

Formats.<br />

Die Therme mit der angeschlossenen<br />

Lodge ist europaweit einzigartig.<br />

Sie bietet ein fachkundiges Outdoor-<br />

Team mit diplomierten Biologen,<br />

Geologen und Naturpädagogen, das<br />

den Gästen die besondere Natur der<br />

Region Seewinkel näher bringt. Wer<br />

lieber auf „Großwild-Fotosafari“ geht,<br />

kann sich auf die Suche nach den „Big<br />

Five des Seewinkels“ machen: Ungarisches<br />

Steppenrind, Wasserbüffel, Przewalski-Wildpferde,<br />

Gold schakal und<br />

Seeadler. Das Team von St. Martins<br />

möchte seine Gäste für die Re gion<br />

und die Natur sensibilisieren und begeistern.<br />

Nomen est omen – so könnte man<br />

beim Hotel Wende sagen. Das 4-Sterne-Haus<br />

in Neusiedl am See hat im<br />

Jahr 2009 auf einen energiefreundlichen<br />

Betrieb umgestellt. Die neue<br />

Ausstattung mit einer innovativen<br />

Gebäudetechnik bringt dem Hotel<br />

eine Einsparung von mehr als 28<br />

Zu Gast | Natur & Wirtschaft<br />

Prozent der benötigten Primärenergie.<br />

So wird beispielsweise das Wasser<br />

statt mit teurem Heizöl mit Sonnenenergie<br />

aufgewärmt. Die Kosten der<br />

Umrüstung rechnen sich spätestens<br />

in 10 Jahren. Denn Jahr für Jahr können<br />

hier etwa 22.000 Euro für Energie<br />

und Wasser eingespart werden.<br />

Für sein Umweltbewusstsein wurde<br />

das Hotel Wende Anfang 2010 von<br />

der Europäischen Union als erstes<br />

im naTurraum<br />

Wie eine Schnecke fügt sich die<br />

St. Martins Therme & Lodge (li.) in<br />

die Natur des Seewinkels ein. Sie<br />

ist europaweit einzigartig.<br />

miT eigener krafT<br />

Das Hotel und Feriendorf VILA<br />

VITA Pannonia hat ein eigenes<br />

Energiezentrum mit Biomassekraftwerk<br />

und Photovoltaik.<br />

Spezial 2011 s UniversUm 79


innenhof idylle<br />

Im Innenhof der Landhofmühle lässt<br />

es sich perfekt ausspannen. Zudem<br />

spendet der prächtige Kastanienbaum<br />

seinen Gästen kühlenden Schatten.<br />

„Green Building“-Hotel in Österreich<br />

ausgezeichnet.<br />

Ökotouristisches Zentrum<br />

Naturbewusstsein genießt auch im<br />

Hotel und Feriendorf VILA VITA<br />

Pannonia in Pamhagen hohe Priorität.<br />

Trendwende<br />

Das Hotel Wende (u.) hat 2009 seinen<br />

Betrieb energiefreundlich gemacht.<br />

Jährlich werden nun 22.000 Euro für<br />

Wasser und Energie eingespart.<br />

80 UniversUm S Spezial 2011<br />

Auf 200 Hektar Fläche bietet die Anlage<br />

mitten im UNESCO-Welterbe-<br />

Gebiet Fertő/Neusiedler See ein landschaftliches<br />

Urlaubsparadies für Groß<br />

und Klein. Damit die intakte Natur<br />

auch langfristig Anziehungspunkt für<br />

die Gäste des Feriendorfs bleibt, engagiert<br />

sich die VILA VITA Pannonia<br />

aktiv im Umweltschutz: „Das im<br />

Frühjahr 2010 eröffnete ‚Anneliese<br />

Pohl Energiezentrum‘ ist ein ökotouristisches<br />

Zentrum für erneuerbare<br />

Energien mit Biomasse-Heizwerk und<br />

Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung<br />

und einer Photovoltaikanlage<br />

zur Stromerzeugung für die<br />

Beleuchtung des Energiezentrums“,<br />

erläutert Generaldirektor Bernd Jandl.<br />

„Damit sparen wir pro Jahr bis zu 797<br />

Tonnen Kohlendioxid ein.“ Integrierter<br />

Konferenzraum, angrenzender<br />

Energiepark sowie ein 25 Meter hoher<br />

Aussichtsturm machen die VILA<br />

VITA zu einer innovativen und ökologisch<br />

wertvollen Attraktion. So lernen<br />

die Gäste nicht nur die Landschaft<br />

kennen, sondern auch schätzen.<br />

Ebenfalls ein Musterbetrieb ist die<br />

Firma Naglreiter, ein mit dem Österreichischen<br />

Umweltzeichen für<br />

Gastronomiebetriebe ausgezeichneter<br />

Familienbetrieb: Bäckerei, Konditorei,<br />

Restaurant und Handel vereint das<br />

Haus. Vergeben wurde das Umweltzeichen<br />

insbesondere an die Naglreiter<br />

Erlebnisrestaurants in Neusiedl am<br />

See und Gols. Die Rohstoffe für die<br />

Bäckerei werden in bester Qualität regional<br />

im Seewinkel zugekauft, in einer<br />

ortsansässigen Mühle vermahlen<br />

und direkt in die Backstube geliefert.<br />

Damit, so das Umweltministerium,<br />

beweise die Firma Naglreiter nicht nur<br />

Engagement für die Umwelt, sondern<br />

unterstütze auch die regionale Landwirtschaft.<br />

Aus der Region für die Region,<br />

ist halt am besten. c<br />

die BeTrieBe im inTerneT<br />

Hotel Landhofmühle: www.landhofmuehle.at<br />

St. Martins Therme & Lodge: www.stmartins.at<br />

Hotel Wende: www.hotel-wende.at<br />

VILA VITA Pannonia: www.vilavitapannonia.at<br />

Naglreiter: www.naglreiter.com<br />

Urlaub im Burgenland: www.burgenland.info<br />

Fotos: Landhofmühle (1), steveHaider.com (1)


Burgenland | Service<br />

BUrgenland KontaKte<br />

WichTiGE ADRESSEN hoMEpAGE iNfoS<br />

Burgenland Tourismus www.burgenland.info Informiert umfassend über das Burgenland und sämtliche Angebote zu den<br />

Themen Natur, Kultur, Sport, Wellness, Wein & Kulinarik.<br />

Das Burgenland<br />

schmeckt<br />

Nationalpark Neusiedler<br />

See – Seewinkel<br />

Mittel- und<br />

Südburgenland<br />

www.burgenland-schmeckt.at Angebotsplattform für Genussreisen rund um Wein & Kulinarik. Mit<br />

interaktivem Tourenguide und Tipps für weinkulinarische Ausflüge,<br />

individuelle Entdeckungsreisen sowie Beherbergungsbetriebe.<br />

www.nationalpark-neusiedlersee-seewinkel.at Alles zum Neusiedler See und dem Seewinkel, Infos über den Nationalpark,<br />

den speziellen Naturraum, die Tier- und Pflanzenwelt.<br />

www.suedburgenland.info,<br />

www.sonnenland.at<br />

Infos zu speziellen Angeboten aus dem Mittel- und Südburgenland sowie zu<br />

den Burgenland-Gutscheinen.<br />

Region Neusiedler See www.neusiedlersee.com Infos rund um den See, Tipps für Birdwatcher, Radfähren, Neusiedler See Card<br />

und vieles mehr.<br />

Naturparke Burgenland www.naturparke.at Übersicht über alle Naturparke, Projekte und Naturparkbroschüre mit<br />

Programmen für 2011.<br />

Naturparkbroschüre 2011 www.burgenland.info/static/files/<br />

naturparkbroschuere_2011.pdf<br />

Naturpark<br />

in der Weinidylle<br />

Welterbe Naturpark<br />

Neusiedler See –<br />

Leithagebirge<br />

Naturpark<br />

Geschriebenstein-ĺrottkő<br />

Naturpark<br />

Landseer Berge<br />

Naturpark<br />

Raab-Örség-Goričko<br />

Naturpark<br />

Rosalia – Kogelberg<br />

alpannonia©-<br />

Weitwanderweg<br />

Alle Veranstaltungen der sechs Naturparke des Burgenlands für das Jahr 2011.<br />

www.naturpark.at Der Naturpark in der Weinidylle liegt im Südburgenland und bietet ein<br />

vielfältiges Angebot an Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.<br />

www.neusiedlersee-leithagebirge.at Der Welterbe-Naturpark Neusiedler See – Leithagebirge befindet sich<br />

zwischen der pannonischen Tiefebene und den Ausläufern der Alpen,<br />

eine einzigartige Region.<br />

www.naturpark-geschriebenstein.at Der grenzüberschreitende Naturpark Geschriebenstein-ĺrottkő bietet<br />

eine Vielzahl an Attraktionen für jedes Alter.<br />

www.landseer-berge.at Der Naturpark Landseer Berge lockt mit einem umfangreichen Angebot an<br />

Führungen, Sehenswürdigkeiten, Freizeit- und Sportaktivitäten.<br />

www.naturparkraab.at Der burgenländische Teil des Dreiländer Naturparks (Österreich, Ungarn,<br />

Slowenien) bietet eine bunte Palette an Erlebnistouren, Themenwegen,<br />

Natur- und Kulturprogrammen.<br />

www.naturparke.at/de/Naturparke/<br />

Burgenland/Rosalia-Kogelberg<br />

Der „süße“ Naturpark Rosalia – Kogelberg liegt am Ostrand des Wiener<br />

Beckens und ist geprägt vom Ödenburger und vom Rosalien-Gebirge.<br />

www.alpannonia.at 120 Kilometer grenzenloses Wander-Genusserlebnis vom Semmering<br />

bis Köszeg in Ungarn.<br />

Naturnah Urlauben www.landhofmuehle.at Naturidyll-Hotel Landhofmühle in Minihof-Liebau.<br />

Naturnah Urlauben www.stmartins.at St. Martins Therme & Lodge bei Frauenkirchen.<br />

Naturnah Urlauben www.hotel-wende.at Hotel Wende in Neusiedl am See.<br />

Naturnah Urlauben www.vilavitahotels.com Hotel und Feriendorf VILA VITA Pannonia in Pamhagen.<br />

Nachhaltiger Tourismus www.energietourismus.at Energieschonender Tourismus zum Erleben der erneuerbaren Energien.<br />

Europäisches Zentrum<br />

für erneuerbare Energien<br />

www.eee-info.net Das EEE entwickelt nachhaltige, regionale und kommunale Konzepte zur<br />

Energieeinsparung und Nutzung und Erzeugung von erneuerbarer Energie.<br />

SunSHIne rePOrT<br />

Ab sofort und bis Oktober: regelmäßig topaktuelle Wettervorhersagen fürs Wochenende<br />

aus der Region Neusiedler See. Per Gratis-SMS aufs Handy.<br />

Jetzt anmelden auf www.burgenland.info<br />

Spezial 2011 s UniversUm 81


Burgenland | Service<br />

Unterwegs im BUrgenland<br />

Einen Online-Tourenguide finden Sie<br />

auf der Seite von Burgenland Tourismus:<br />

www.burgenland.info<br />

Mattersburg<br />

7<br />

3<br />

Oberwart<br />

eisenstadt<br />

4<br />

6<br />

5<br />

JennersdOrf<br />

82 UniversUm S Spezial 2011<br />

güssing<br />

2<br />

1<br />

OberpullendOrf<br />

neusiedl aM see<br />

1) nationalpark<br />

Der Nationalpark Neusiedler See –<br />

Seewinkel ist ein Ausnahmelebensraum<br />

rund um den Steppensee.<br />

2) leithagebirge<br />

Der Welterbe-Naturpark Neusiedler<br />

See – Leithagebirge verbindet pannonische<br />

Tiefebene und Alpenausläufer.<br />

3) rosalia – kogelberg<br />

Der Naturpark Rosalia – Kogelberg<br />

ist geprägt vom Ödenburger<br />

und vom Rosalien-Gebirge.<br />

4) landseer berge<br />

Der Naturpark Landseer Berge<br />

präsentiert das Mittelburgenland von<br />

seiner erlebnisreichsten Seite.<br />

5) geschriebenstein<br />

Der grenzüberschreitende Naturpark<br />

Geschriebenstein-ĺrottkő bietet eine<br />

Vielzahl an Attraktionen für alle.<br />

6) weinidyll<br />

Der Naturpark in der Weinidylle liegt<br />

im Südburgenland und verführt zum<br />

Erholen in der Natur.<br />

7) raab<br />

Der grenzenlose Naturpark Raab-<br />

Örség-Goričko verbindet Österreich<br />

mit Ungarn und Slowenien.<br />

foToS: planet observer (1), popp-hackner (1), RMB/f. Kovacs (6)


P A N N O N I S C H W O H N E N<br />

Pannonisch Wohnen ist mehr, als nur gut untergebracht sein. Das ist Wohnen in schlichtem, jedoch gediegenem, hochästhetischem<br />

Ambiente. Das ist Konzentration auf sich selbst. Auf die Ursprünglichkeit von Natur und Landschaft ringsum. Auf Wein- und Tischkultur.<br />

Aufs Genießen. Orte und Einrichtungen erzählen Geschichte(n). Vom gefühlvoll überholten Kellerstöckl über das modernisierte<br />

Landgut bis zum edlen Winzerhof: Sie spüren, Sie sind bei Individualisten zu Gast. Sinnlichkeit lockt. Im Burgenland.<br />

Burgenlands schönste Seiten.<br />

Pannonisch Wohnen - Reiten - Gesundheit & Wellness - Kultur - Natur - Sport - Wein & Kulinarik. Jetzt kostenlos anfordern bei<br />

Burgenland Tourismus, Tel. +43/2682/63384-0 | info@burgenland.info | www.burgenland.info


L Ä N G E R U R L A U B E N S T A T T L Ä N G E R F L I E G E N .<br />

www.burgenland.info

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