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Download (10,3 MB) - Schlosstheater GmbH - Fürstenberg

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Die Begrüßung<br />

Liebe Theaterfreunde,<br />

welches Lied verbinden Sie mit Ihrer ersten ganz großen Liebe? Ist es vielleicht<br />

der Song, zu dem Sie erstmals gemeinsam im Dreivierteltakt über das<br />

Tanzparkett schwebten oder vielleicht auch aufgeregt stolperten? Oder zu<br />

dem Sie sich gemeinsam durch die Disco rockten? Oder ist Ihnen vor allem der<br />

Schmusesong in Erinnerung geblieben, der leise aus dem Autoradio gedudelt<br />

genau die richtige Stimmung zur Ihrer ersten vorsichtigen Annäherung lieferte?<br />

Vielleicht blieb Ihre Liebe aber auch unerwidert und es gab da den einen<br />

Nummer-eins-Hit, der Ihnen irgendwann wieder die Kraft zum Blick in eine<br />

optimistische Zukunft gab.<br />

Wir wollen nicht zu tief ins Detail gehen. Fest aber steht, dass es neben<br />

der gegenseitigen Zuneigung zweier Menschen seit Erfindung der Gefühle<br />

wahrscheinlich keine stärkere Verbindung gibt als die zwischen Musik und<br />

Liebe. Diese auf die Bühne zu bringen, das haben wir uns für die diesjährige<br />

Winterrevue fest vorgenommen.<br />

Freuen Sie sich also auf eben so viel Romantik nach dem Motto „Dieses<br />

Kribbeln im Bauch“ wie auf temperamentvolle Songs wie beispielsweise „The<br />

Way To Your Heart“ oder auch „Total Eclipse Of The Heart“.<br />

Dass bei aller Gefühlsduselei das lachende Auge nicht zu kurz kommen wird,<br />

das sei all denen versichert, die vielleicht erstmals Besucher des <strong>Schlosstheater</strong>s<br />

sein werden. All unseren lieben Stammzuschauern brauchen wir das freilich<br />

nicht mehr zu erzählen. Ob Sie nun zur einen oder anderen Gruppe gehören: Wir<br />

freuen uns von ganzem Herzen auf Sie!<br />

Ihre Bärbel Mihm<br />

und das gesamte Ensemble des <strong>Schlosstheater</strong>s<br />

Wir bitten Sie während der gesamten Aufführung<br />

Ihre Handys ausgeschaltet zu lassen. Auch<br />

das Mitschneiden von Bild und Ton ist aus<br />

urheberrechtlichen Gründen nicht gestattet.<br />

- 3 -


„Und dann wollte ich nicht mehr weg!“<br />

Anna-Maria Brückner und Sergej Rau liefern Einblicke in die Welt<br />

des <strong>Schlosstheater</strong>s<br />

Wie es gute Tradition in<br />

unseren Programmheften<br />

geworden ist, möchten wir<br />

auch in diesem Jahr wieder<br />

zwei Ensemblemitgliedern<br />

ein paar Worte aus dem guten,<br />

alten Nähkästchen des<br />

<strong>Schlosstheater</strong>s entlocken.<br />

Dieses Mal trifft es mit<br />

Anna-Maria Brückner und<br />

Sergej Rau zwei altgediente<br />

Akteure, deren Gesichter wohl allen Freunden des<br />

<strong>Schlosstheater</strong>s bestens bekannt sein dürften. Beide standen erstmals<br />

im Jahr 2001 beim „Musical Express“ auf der <strong>Schlosstheater</strong>bühne und<br />

fehlten seitdem bei keiner einzigen Revue. Damit sind sie in diesem<br />

Jahr – man sieht es ihnen freilich nicht an – die dienstältesten Revue-<br />

Darsteller.<br />

Hallo Ihr beiden. Es ist mittlerweile über zehn Jahre her. Wisst Ihr überhaupt<br />

noch, wie es zu Eurem ersten Einsatz beim <strong>Schlosstheater</strong> kam?<br />

Anna: Mit vierzehn oder fünfzehn Jahren hatte mich meine Mutter zum ersten<br />

Mal mit zu einer Aufführung des <strong>Schlosstheater</strong>s genommen. Ich war von Anfang<br />

an total begeistert und saß auch danach oft mit großen Augen im Publikum.<br />

Dass ich einmal selbst dort oben auf der Bühne stehen würde, das habe<br />

ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht träumen lassen. Doch dann ging es plötzlich<br />

ganz schnell. Bärbel hat über meine Mutter angefragt, ob ich nicht Lust hätte.<br />

Und ob ich hatte! Zack, schon war es geschehen. Ich war gerade einmal sechzehn<br />

Jahre alt.<br />

Sergej: Wenn mich nicht alles täuscht, ist bei mir der Schuldige ein gewisser<br />

Daniel Hartmann gewesen. Er war damals schon Mitglied im Ensemble und<br />

kannte meinen Vater. Eines Tages hat er meinen Zwillingsbruder Alexej und<br />

mich einfach mal mitgenommen zum <strong>Schlosstheater</strong>. Und schon wollte ich nicht<br />

mehr weg!<br />

- 4 -


Anna, nachdem Dein Engagement bei den Revuen relativ lange Zeit vorrangig<br />

dem Tänzerischen galt und Du allenfalls im Background mitgesungen<br />

hast, stehst Du jetzt auch beim Gesang mit in der ersten Reihe.<br />

Wie kam es dazu?<br />

Anna: Ich war immer unsicher. Dachte, ich könnte nicht singen. Hatte den Dreh<br />

irgendwie nicht so ganz raus. Irgendwann hat mich Bärbel dann mehr oder<br />

weniger überredet zum Gesangsunterricht bei Birgit Auel, die schon zu diesem<br />

Zeitpunkt als frischgebackene Mutter eher selten auf der <strong>Schlosstheater</strong>bühne<br />

stand. Heute bin ich den beiden sehr dankbar. Denn das Singen macht einfach<br />

wahnsinnigen Spaß und ich möchte es nicht mehr missen.<br />

Und wie unterscheidet sich für Dich der Gesang vom Tanz auf der Bühne?<br />

Anna: Zugegeben, beim Singen bin ich schon etwas nervöser als beim Tanzen.<br />

Fehler und vor allem Textaussetzer kann man dort ja eher schlecht verstecken<br />

und überspielen. Beim Tanzen fühle ich mich einfach sicherer. Das mache ich<br />

schon, seit ich „klein“ bin.<br />

Apropos „Tanzen“. Sergej, wie um Himmels Willen kann man sich nur all<br />

die vielen, vielen Tanzschritte merken?<br />

Sergej: Schon mit sieben oder acht Jahren habe ich zusammen mit meinem<br />

Bruder bei Wettbewerben im Standarttanz mitgemacht. Daher fällt es mir<br />

wahrscheinlich nicht so schwer, mir die Tanzschritte zu merken. Aber natürlich<br />

brauche auch ich meine Zeit, um mich in die einzelnen Choreographien rein zu<br />

tanzen. Nur wenn die Sache Spaß macht, dann lernt man eben viel schneller<br />

und intensiver.<br />

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- 5 -


Wenn man so früh und so lange auf der Bühne steht, kann ich mir vorstellen,<br />

dass Euch die gemachten Theater- und Bühnenerfahrung durchaus<br />

geprägt haben. Vielleicht kann man einiges davon sogar bis in den<br />

Berufsalltag hinein mitnehmen...<br />

Anna: Definitiv kann man das! Ich weiß noch, wie sehr ich von meiner Bühnenerfahrung<br />

gerade bei meiner Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung. profitiert<br />

habe. Und auch jetzt noch hilft sie mir immer dann, wenn ich beispielsweise<br />

Präsentationen leite oder auch einfach nur vor Leuten spreche. Kurzum: Ich<br />

habe durch das Theater gelernt, selbstsicherer aufzutreten.<br />

Sergej: Ich denke auch, dass mich das Theaterspielen irgendwie geprägt hat.<br />

Nur ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, auf welche Art und Weise. Da ich<br />

schon so lange mit dabei bin, kenne ich es ja nicht anders. Ich kann mir aber<br />

grundsätzlich vorstellen, dass man einfach offener gegenüber Neuem ist.<br />

Ihr seid damals gerade einmal 16 bzw. 18 Jahre und damit gerade so alt<br />

gewesen, wie es die Neueinsteiger auch heute ungefähr sind. Was könnt<br />

Ihr im Rückblick als „alte Hasen“ den Nachwuchstalenten mit auf den<br />

Weg geben?<br />

Sergej: Wenn du Spaß am Spielen hast – und es ist erst einmal egal, ob das eine<br />

große oder eine kleine Statistenrolle ist - dann hol das Beste aus Dir raus. Und<br />

Du wirst auf der Bühne aufblühen.<br />

Anna: Genau, Spaß an der Sache zu haben, das ist das allerwichtigste! Dann<br />

kommt vieles von ganz alleine.<br />

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Zum Schluss mal bitte Hand aufs Herz: So schön das mit der Schauspielerei<br />

auch alles ist. Das Hobby hat aber doch bestimmt auch seine<br />

Schattenseiten, oder?<br />

Sergej: Ich würde sagen, das ist die Zeit! Man ist etwa sechs bis sieben Monate<br />

beschäftigt. Zuerst mit dem Proben und dann natürlich mit den Aufführungen.<br />

Man muss als Mitglied des Ensembles deswegen einen verständnisvollen<br />

Partner haben, der dein Hobby unterstützt. Zu meinem Glück habe ich so eine<br />

Partnerin. Und man muss in dem halben Jahr andere Bedürfnisse ein bisschen<br />

zurück schrauben. Aber das macht man gerne, wenn man das Theaterleben so<br />

sehr liebt wie ich.<br />

Anna: Tatsächlich muss man eine ganze Menge Zeit opfern. Und gerade kurz<br />

vor der Premiere kann es schon mal echt hart werden! Man sieht dann von<br />

seinem Zuhause fast nur noch das Bett. Man ist angespannt, schneller gereizt.<br />

Die häufigen und langen Proben schlauchen und das ein oder andere Lied<br />

hängt einem dann vielleicht schon einmal aus den Ohren heraus. Das alles ist<br />

aber allerspätestens am Premierenabend vergessen. Dann nämlich, wenn man<br />

die ersten begeisterten Gesichter sieht und merkt, dass sich die ganze Arbeit<br />

gelohnt hat<br />

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-Wir freuen uns auf Ihren Besuch-<br />

- 7 -


Mit dem <strong>Schlosstheater</strong><br />

auf neuer Wellenlänge<br />

Frequenzverkäufe zwingen<br />

zu Neuanschaffungen<br />

Vom guten, alten Babyphon kennen<br />

vermutlich alle das Phänomen: Da<br />

schallen auf einmal fremde oder<br />

auch bekannte, auf jeden Fall aber<br />

völlig unerwartete Stimmen aus dem<br />

kleinen Helferlein. Was zu Hause<br />

vielleicht für den einen oder anderen<br />

unfreiwilligen Schmunzler gut ist,<br />

mag sich derweil beim <strong>Schlosstheater</strong><br />

niemand vorstellen: Auf der<br />

Bühne präsentieren die Akteure<br />

vielleicht gerade voller Inbrunst das Intro zur neuen<br />

Winterrevue, da funken auf einmal völlig andere, im schlimmsten Fall sogar<br />

gänzlich unmusikalische Stimmen aus den Lautsprecheranlagen dazwischen.<br />

Und das im wahrsten Sinne des Wortes.<br />

- 8 -<br />

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Frequenzbereichszuweisungsplanverordnung. Hinter diesem ebenso sperrigen<br />

wie alles und nichts sagenden Wortungetüm<br />

versteckt sich der Grund dieser<br />

schlechten Träume jedes Tontechnikers.<br />

Denn genau das oben geschilderte Szenario<br />

könnte jederzeit und unvermittelt Realität<br />

werden. Dann nämlich, wenn das <strong>Schlosstheater</strong><br />

nicht kräftig investiert hätte. Grund<br />

hierfür ist die Versteigerung der nach dem<br />

Abschalten des analogen Rundfunks frei<br />

gewordenen Funkfrequenzen durch die<br />

Bundesnetzagentur vornehmlich an Mobilfunkanbieter.<br />

Diesen Frequenzbereich<br />

nutzen viele Theater mit ihren drahtlosen<br />

Mikrofonanlagen. Unter anderem eben<br />

auch das <strong>Schlosstheater</strong>.


„Wenn sich die Frequenzen überlagern, dann gibt es Stress“, erklärt<br />

Thorsten Stickel, verantwortlicher Tontechniker und Co-Geschäftsführer beim<br />

<strong>Schlosstheater</strong>. Und auch, dass das Ganze nicht nur ein Thema der Theater<br />

und Konzertveranstalter ist: „Das Problem trifft auch beispielsweise Kirchen,<br />

Schulen, Kindergärten und Vereine. Eben all jene, die mit Funkmikrofonanlagen<br />

arbeiten.“<br />

Die gezwungene Neuanschaffung der neuen Mikrofonanlage ist deswegen<br />

umso ärgerlicher, als dass die bisherigen Geräte natürlich alles andere als<br />

unbrauchbar gewesen wären. Technisch gesehen sind sie völlig in Ordnung.<br />

Und auch rechtlich betrachtet hätte das <strong>Schlosstheater</strong> die Anlage bis ins Jahr<br />

2015 hinein völlig legal mit den bisherigen Frequenzen weiter nutzen können.<br />

Es hätte aber jederzeit zu Störungen bis hin zum Totalausfall kommen können.<br />

„Und das Risiko können wir natürlich nicht eingehen“, so Thorsten Stickel.<br />

Hauptnutznießer der Umstellung ist jetzt erst einmal vor allem das Publikum.<br />

Denn die Übertragung des Tons ist in noch besserer Qualität möglich als<br />

bisher. Aber auch die Verantwortlichen beim <strong>Schlosstheater</strong> profitieren: Denn<br />

Albträume wegen fremder Stimmen muss nun niemand mehr haben. Die hätten<br />

dann wohl eher finanzielle Gründe. Immerhin hat die Umstellung der Technik<br />

weit über 20.000 Euro gekostet.<br />

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Bad Karlshafen<br />

Weserstraße 16<br />

Mobil: (01 62) 9 75 77 55<br />

Di., Mi., Do. 9.00 – 12.30 Uhr<br />

Fr. 9.00 – 12.00 Uhr<br />

und 15.00 – 18.00 Uhr<br />

- 9 -


Die Mitwirkenden<br />

Die Herren<br />

Olav Birkoben<br />

Wulf Dominicus<br />

Thomas Golüke<br />

Sebastian Hegener<br />

Martin Klinkemeier<br />

Alexej Rau<br />

Sergej Rau<br />

Björn Schwarzer<br />

Die Damen<br />

Carolin Bölke<br />

Susanne Braun<br />

Anna-Maria Brückner<br />

Sarah Müller<br />

Esther Schlanstedt<br />

Marion Schröder<br />

Bianca Schwarze<br />

Maria Sievers<br />

Stefanie Wullenkord<br />

- <strong>10</strong> -


Der Hintergrund<br />

Die Bühne<br />

Idee und Gestaltung<br />

Daniel Hartmann<br />

Thomas Nikolai<br />

Airbrush<br />

Ralf Schröer<br />

Rohbau<br />

Tischlerei Lüke, Wehrden<br />

Kostüme<br />

Barbara Mihm<br />

Anja Struck<br />

Änderungsschneiderei<br />

Hedwig Hartmann<br />

Requisite<br />

Björn Schwarzer<br />

Maske<br />

Thomas Nikolai<br />

Öffentlichkeitsarbeit<br />

Lukas Welling<br />

Management<br />

Daniel Hartmann<br />

Playbacks<br />

Tonstudio Jörg Lamster<br />

www.wetcat-studio.de<br />

Tonstudio Oliver Schwarz<br />

www.wonderlandmusic.de<br />

Satz und Layout<br />

Lars Knoke<br />

Thorsten Stickel<br />

Fotos<br />

Sonja Vogler<br />

Musikalische Leitung<br />

Carina Stickel<br />

Nico Happe<br />

Choreographie<br />

Sarah Müller<br />

Wulf Dominicus<br />

Moderation<br />

Wulf Dominicus<br />

Technik<br />

Stefan Ahlemeyer<br />

Niklas Lauter<br />

Stefan Merschmann<br />

Alexander Rexforth<br />

Thorsten Stickel<br />

Regie<br />

Wulf Dominicus<br />

Barbara Mihm<br />

Sarah Müller<br />

Carina Stickel<br />

Gesamtleitung<br />

Barbara Mihm<br />

- 11 -


Die Lieder<br />

The way to your heart – Soulsister<br />

Nur schlappe 2,98 DM musste man im<br />

Jahr 1989 auf die Ladentheke blättern,<br />

um den Frühlingshit des Jahres in Vinyl<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

gepresst zu ergattern. Der hieß „The Way To Your Heart“ und wurde gesungen<br />

von einer Gruppe namens Soulsisters. Hinter diesem Namen versteckten sich<br />

komischerweise zwei Kerle. Jan Leyers und Paul Michiels hießen die beiden<br />

belgischen Bengel, die mit diesem Song ihren ersten großen und leider auch<br />

gleichzeitig letzten Hit auf den Markt brachten. Eben ein klassisches One-Hit-<br />

Wonder. Vor diesem Hintergrund hat der Songtext eine geradezu prophetische<br />

Aussagekraft, geht es in dem Lied doch um einen wunderschönen<br />

Traum, den es verzweifelt festzuhalten gilt.<br />

Wie schwer dieser Versuch allerdings<br />

in der Umsetzung ist, das wissen<br />

zumindest diejenigen unter uns, die<br />

nach einer durchlebten Nacht in den<br />

Armen von George Clooney oder<br />

wahlweise auch Nicole Kidman schon<br />

einmal unsanft von den Sechs-Uhr-<br />

Nachrichten geweckt worden sind.<br />

Reet petite – Jackie Wilson<br />

Die großartige Nummer „Reet petite“<br />

vom Afro-Amerikaner Jackie Wilson aus<br />

dem Jahr 1957 hat es gleich aus drei<br />

Gründen bis in unsere Revue geschafft. Da ist zum einen diese tolle Musik<br />

selber, die alles mitreißt, was Hände zum Mitklatschen und einen Mund zum<br />

Mitsingen oder wahlweise auch Mitpfeifen hat. Zweitens passt der Inhalt des<br />

Liedes gar prächtig in unser Motto, geht es doch in dem Song neben all den<br />

Kehlkopflauten, all den „Oh“s und „Ah“s um das süßeste Mädchen, das man<br />

jemals treffen möchte. Und dann ist da zum dritten noch die Geschichte hinter<br />

- 12 -<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor


feingemacht


der Geschichte. Denn 1961 war es ein Eifersuchtsdrama, in dessen Verlauf Jackie<br />

Wilson doch tatsächlich von einer Ex-Geliebten im Beisein seiner aktuellen<br />

Geliebten durch eine Kugel niedergestreckt wurde. Glücklicherweise überlebte<br />

er! Und doch kann man in diesem Fall wohl eindeutig von einer heißen<br />

Beziehungskiste reden!<br />

Dieses Kribbeln im Bauch – Pe Werner<br />

Nein, in eine Schublade stecken lässt sie<br />

sich nicht, diese am 13. Oktober 1960 in<br />

Heidelberg geborene Pe Malou Werner.<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

Sie fühlt sich eben in den Nischen genau so wohl wie auf der großen Bühne.<br />

Deswegen ist sie auch Kabarettistin, Kleinkünstlerin und Pop-Musikerin in<br />

einem. Auch hat Pe Werner keinerlei Berührungsängste mit unterschiedlichsten<br />

Stilrichtungen wie Pop, Rock, Chanson, Jazz oder Klassik. Die Beziehungen<br />

zwischen Mann und Frau nahmen und nehmen dabei immer eine gewichtige<br />

Rolle ein. Pe Werner verpackt ihre Beobachtungen und Erfahrungen in mal<br />

heiter-amüsante, dann mal wieder nachdenklich-melancholische Texte. 1991<br />

erfolgt mit dem Album „Kribbeln Im Bauch“ der bundesweite Durchbruch. Die<br />

gleichnamige Single-Auskopplung mausert sich zum bundesweiten Hit und<br />

etabliert Pe Werner endgültig als Künstlerin.<br />

A Night like this – Caro Emerald<br />

Romantik<br />

Wird die europäische Popmusik etwa Verzweiflung<br />

wieder exotisch? Betrachtet man den Humor<br />

großen Erfolg des neuen, niederländischen<br />

Shootingstars Caro Emerald, dann kann man fast<br />

den Eindruck gewinnen. Mit Marimbas, Mambo,<br />

Harfe, einem Touch Nostalgie und nicht zuletzt<br />

ihren üppigen Kurven bewaffnet, avancierte sie<br />

in kürzester Zeit zum schrägen Shootingstar<br />

der niederländischen Musikszene. Ganze<br />

17 Wochen hielt sich dort ihr Debütalbum<br />

auf Platz Nummer eins der Album-Charts.<br />

Und weil sich der deutsche nicht in allen<br />

Bereichen so sehr vom niederländischen<br />

- 14 -


Geschmack unterscheidet wie zum Beispiel bei der Farbe „Oranje“, schaffte es<br />

die Debütsingle „A Night Like This“ immerhin auch hierzulande auf Platz vier<br />

der Single-Charts.<br />

Ich will keine Schokolade – Trude Herr<br />

In Köln war sie schlicht „et Trude“,<br />

eingemeindet als kölsche Komikerin vom<br />

Dienst. Für den Rest der Republik bediente<br />

sie mit großer Lust das Klischee von der drolligen Dicken, etwas doof, aber mit<br />

Herz und Schnauze. Die Rede ist von der 1927 geborenen Trude Herr, die es<br />

insbesondere in der 60er und 70ern trotz ihrer kleinwüchsigen Statur mit den<br />

ganz Großen des Showgeschäfts aufnahm, sei es nun auf der Theaterbühne mit<br />

Willy Millowitsch oder auch vor der Fernsehkamera mit Heinz Erhardt. Daneben<br />

feierte die Rheinische Frohnatur auch noch große gesangliche Erfolge. Wie<br />

beispielsweise im Jahre 1960 mit ihrem freimütigen Bekenntnis „Ich will keine<br />

Schokolade, ich will lieber einen Mann“. 33 Jahre alt war Trude Herr zu diesem<br />

Zeitpunkt. Hoffentlich alt genug, um zu wissen, dass unter Umständen beides<br />

dick machen kann…<br />

Rolling In The Deep – Adele<br />

Die gelungenen Arbeiten herausragender<br />

Soulsängerinnen besitzen in Großbritannien<br />

eine lange Tradition. Neben Dusty<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

Springfield setzen im neuen Jahrtausend Duffy oder Amy Winehouse diese<br />

Linie fort. Und nun ist da schon wieder so eine begnadete junge Sängerin,<br />

die sich anschickt, Musikgeschichte zu schreiben. Die Rede ist von der 1988<br />

in Tottenham geborene Adele Laurie Blue Adkins, die schlicht unter ihrem<br />

Vornamen Adele firmiert. Mit zarten neunzehn Jahren veröffentlich sie ihr<br />

erstes Album. Bezeichnenderweise lautet der Titel „19“ und hat wohl was zum<br />

Thema? Genau, es behandelt vom ersten bis zum letzten Track die Liebesund<br />

Seelenlage einer jungen Frau mit 19. Folgerichtig nennt sich ihr zweites<br />

Album „21“. Mit den beiden Single-Auskopplungen „Rolling In The Deep“ und<br />

„Someone Like You“ wurde sie schließlich auch in Deutschland und den USA<br />

zum Superstar. Kein Wunder, ist sie doch seit den Beatles die erste Künstlerin im<br />

Königreich, die sowohl in den Single- als auch in den Album-Charts zwei Top-5-<br />

Hits gleichzeitig vorweisen konnte. Mal sehen, was man von dieser jungen Lady<br />

noch alles erwarten darf.<br />

- 15 -


Sexy – Marius Müller Westernhagen<br />

„Für Dicke gibt‘s nichts anzuziehn, Dicke<br />

sind zu dick zum fliehn.“ So gemein durfte<br />

niemand sein. Bis er kam. Marius Müller-<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

Westernhagen. Als Sohn eines Schauspielers bekommt der kleine Marius<br />

schon mit 14 Jahren seine erste Filmrolle. Auch an seiner Musikerkarriere<br />

arbeitete er früh und schonungslos, übte Gitarre bis die Finger wund waren<br />

und nahm klassischen Gesangsunterricht. Deutschlandweit bekannt machte<br />

den gebürtigen Düsseldorfer dann schließlich seine Rolle als „Theo Gegen<br />

Den Rest Der Welt“. Über drei Millionen Zuschauer waren begeistert<br />

und nahmen dem Rockstar und Frauenheld<br />

scheinbar vorbehaltlos das Image<br />

des Einzelkämpfers mit Herz und<br />

Gerechtigkeitssinn ab. Wie das<br />

zusammen passt, mag man fragen. Er ist<br />

halt stets einer aus dem Volk geblieben.<br />

Ein Kumpel. Ein ehrlicher Arbeiter, der<br />

mit beiden Beinen im Leben steht. War<br />

früher tatsächlich alles besser?<br />

Ohne dich (schlaf ich heut Nacht<br />

nicht ein) – Münchner Freiheit<br />

Diese ominöse „Neue Deutsche Welle“<br />

Mitte der 80er Jahre trieb teilweise kuriose<br />

Blüten, spülte sie doch selbst einige Festzeltbands in die Charts. So gelingt dies<br />

auch der Münchener Freiheit, einer 1981 von fünf Schickeria-Boys gegründeten<br />

Partycombo aus dem Großraum München. Dabei setzten die Münchner anfangs<br />

eher auf anständige Gitarrenriffs. Das jedoch sollte sich relativ schnell ändern.<br />

Denn der große Erfolg stellte sich so ganz ohne Elemente des Rock’n’Roll<br />

ein. So war es bezeichnenderweise die Pop-Ballade „Ohne Dich“, die den<br />

Startschuss für eine millionenschwere Karriere der Jungs von der gleichnamigen<br />

Schwabinger U-Bahnstation bildete. In ihrem Verlauf blieb die Band dabei stets<br />

ihren Markenzeichen treu, den romantischen Melodien und den tanzbaren<br />

Beats. Genremäßig lässt sich die Münchener Freiheit nicht eindeutig fassen. Mit<br />

gelegentlichen Schlager-Elementen, ergänzt durch Sixties-Einflüsse, bearbeitet<br />

die Münchener Freiheit das ganze Feld der eingängigen Pop-Musik.<br />

- 16 -<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor


Ich liebte ein Mädchen – Insterburg & Co.<br />

Es war eine ganz neue Art von<br />

Unterhaltung, die Ingo Insterburg unter<br />

anderem zusammen mit dem jungen Karl<br />

Dall Ende der 60er Jahre auf die bundesdeutsche<br />

Bühne brachte. Im Gedächtnis des verwunderten<br />

Zuschauers und Zuhörers blieben dabei vor allem<br />

die mehr als schrägen Songs haften, die mit<br />

Begleitung auf teils selbst gebauten Instrumenten<br />

und einem Mix aus Dilettantismus und Brillanz<br />

daherkamen. Dabei gingen die Comedians – so<br />

würde man die Künstler wohl heute nennen - in<br />

schöner Regelmäßigkeit geradezu furchtlos<br />

bis an die Grenze des guten Geschmacks. Der<br />

Erfolg sollte ihnen jedoch Recht geben. Das<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

Quartett Insterburg & Co brachte bis zum Ende der 70er Jahre 14 LP-<br />

Alben heraus mit Titeln wie „Sketsch Up“ oder „Nur Engel singen schöner“. Das<br />

bekannteste Lied war und ist jedoch zweifelsohne der Endlos-Reim „Ich liebte<br />

ein Mädchen“. Der Liebes-Routenplaner führt quer durch Deutschland, rund um<br />

die Welt und sogar bis in die unendlichen Weiten des Universums hinein.<br />

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- 18 -


Unchain my heart – Joe Cocker<br />

Am 20. Mai 1944 erblickt eine der<br />

rausten und markantesten Stimmen im<br />

internationalen Showgeschäft das Licht der<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Erotik<br />

Welt. Siebzehn Jahre später führt Joe Cocker ein Doppelleben. Tagsüber schuftet<br />

er als Gasinstallateur, während er nachts durch Sheffields Kneipen tingelt. Die<br />

Coverversion eines Beatlesstückes verhilft ihm 1968 dann zum Durchbruch:<br />

„With A Little Help From My Friends“ erreicht in Großbritannien Platz eins und<br />

schlägt auch im Rest Europas ein wie eine Bombe. Unsterblich machte ihn dann<br />

spätestens 1969 DIE Live-Version von „With A Little Help From My Friends“<br />

beim legendären Festival von Woodstock. In einer von intensiven Hoch- und<br />

meist genussmittelbedingten Tiefpunkten geprägten Karriere festigte Joe Cocker<br />

insbesondere in den 80er-Jahren immer mehr seinen<br />

Ruf als Großmeister des Abkupferns respektive<br />

Coverns. Demzufolge ist natürlich auch der Megahit<br />

„Unchain My Heart“ nur geklaut. Aber sei es drum.<br />

Er passt hervorragend in unser Konzept. Geht es<br />

doch um eine verzweifelt liebende Seele, die nur<br />

wieder haben möchte, was ihr ohnehin gehört.<br />

Und so fleht sie immer wieder vergebens „Kette<br />

mein Herz los!“ Na ja, in englischer Sprache hört<br />

sich das irgendwie stimmiger an…<br />

Und heut Abend hab ich Kopfweh –<br />

Ireen Sheer<br />

Was haben Nasenhaare, Sätze, die mit<br />

„Meine Mutter „beginnen, Mundgeruch<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

und weiße Tennissocken gemeinsam? Richtig!<br />

Befragt nach den ultimativen Liebestötern<br />

wird die repräsentative Frau von heute<br />

aller Wahrscheinlichkeit nach recht zügig all<br />

diese Begriffe in den Raum werfen. Und was<br />

folgt dann? Noch einmal richtig! Die gute,<br />

alte Migräne! Und was heute recht ist, das<br />

war vor zwanzig Jahren schon billig. Und so<br />

sprach die deutsch-britische Schlagersängerin<br />

- 19 -


Ireen Sheer im Jahr 1992 den bundesdeutschen Frauen offenbar aus der Seele,<br />

als sie selbstbewusst verkündete „Ich will geliebt sein. Ich will mehr!“ Immerhin<br />

auf Platz 47 der Charts landete der eindringliche Appell zum kollektiven<br />

Liebensentzug. Ob es etwas bewirkt hat beim seinerzeit noch starken<br />

Geschlecht? Die weißen Tennissocken jedenfalls sind ganz eindeutig auf dem<br />

Rückzug und an deutschen Männerwaden größtenteils nur noch im südlichen<br />

Urlaub zu bewundern. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass eben nicht alles<br />

immer schlechter wird und der Weltuntergang vielleicht doch noch etwas auf<br />

sich warten lässt.<br />

Himbeereis zum Frühstück –<br />

Hoffmann & Hoffmann<br />

„Himbeereis zum Frühstück?“ „Ja klar, her<br />

damit!“ In Holland beispielsweise wäre der<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

Megahit der beiden Hoffmann-Brüder aus dem Jahr 1977 angesichts derartiger<br />

Banalität wohl ziemlich schnell wieder in der Versenkung verschwunden.<br />

Unseren lieben Nachbarn von unterhalb des Meeresspiegels kann es morgens<br />

bekanntlich nicht süß genug sein. Ganz anders der gemeine Bundesdeutsche.<br />

Ihm kommt das Eis so wenig auf den Frühstückstisch wie der RocknRoll in<br />

den Fahrstuhl. Dann doch lieber Schlager. Und so ist es auch nicht weiter<br />

erstaunlich, dass es der Song in Deutschland immerhin auf Platz vierzehn der<br />

Singlecharts schaffte. Und noch einen großen Hit landete die – zumindest<br />

optisch gesehen - deutsche Antwort<br />

auf Simon & Garfunkel. 1983<br />

nahmen die beiden Hoffmänner für<br />

Deutschland am Eurovision Song<br />

Contest teil und erreichten dort mit<br />

ihrem Appell „Rücksicht“ immerhin<br />

Platz fünf. Holland musste sich in<br />

dem Jahr übrigens mit dem siebten<br />

Platz begnügen…<br />

- 20 -<br />

Freu dich bloß nicht zu früh – Gitte<br />

Mit dem Song „Freu dich bloß nicht zu früh“ schaffte die zu diesem Zeitpunkt<br />

34 Jahre alte Gitte Haenning im Jahr 1980 endlich den lang ersehnten Sprung


aus der Schublade. Bis zu diesem Zeitpunkt<br />

war es ausschließlich dieser leichtgewichtige<br />

Schlager – im Normalfall an der Seite von<br />

Rex Gildo – den man mit ihr in Verbindung<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

brachte. Und das immerhin seit ihrem achten Lebensjahr, seitdem sie nämlich<br />

erstmals auf der Bühne stand. Der Imagewechsel hin zur ernsthaften Pop-<br />

Interpretin Anfang der 1980er Jahre brachte ihr dann neben dem Applaus des<br />

Publikums, der ihr immer schon gewiss war, endlich auch die Aufmerksamkeit<br />

der Musik-Kritiker. Freu dich bloß nicht zu früh - die deutsche Version des<br />

Andrew-Lloyd-Webber-Hits „Take That Look Off Your Face“ – schaffte es dann<br />

auch auf Anhieb auf den zehnten Platz der deutschen Singlecharts. Keine<br />

Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, wie viele Sprünge aus der Schublade<br />

bei anderen Künstlern schon im Nichts endeten…<br />

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Hot stuff – Donna Summer<br />

LaDonna – wer kann schon einen so<br />

dermaßen glamourösen Vornamen sein<br />

Eigen nennen? Und dennoch hat sie sich<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Erotik<br />

dagegen und für die Kurzversion „Donna“ entschieden. Dann kam noch die<br />

Hochzeit mit einem Österreicher namens Sommer dazu und – voilà – „Donna<br />

Summer“ war geboren. Zumindest fast, denn wirklich zur Welt gekommen<br />

ist die Sängerin schon ein paar Jahre eher und zwar als Silvesterkind<br />

LaDonna Gaines anno 1948 in Boston. Nach einigen Musical-Engagements in<br />

Deutschland kam für die 1948 geborene Künstlerin 1975 mit „Love To Love<br />

You Baby“ der internationale Durchbruch. Fortan<br />

war ihr Siegeszug nicht mehr zu bremsen. Ihr<br />

Album „Bad Girls“ wurde zum erfolgreichsten<br />

ihrer Karriere, die Lieder „Hot Stuff“ und „Bad<br />

Girls“ dominierten wochenlang Platz 1 der<br />

Billboard Hot <strong>10</strong>0. Mit “Hot Stuff” gewann<br />

Donna Summer auch 1980 den Grammy Award<br />

für die beste weibliche Gesangsdarbietung<br />

im Bereich Rock. Sie war somit die erste<br />

Afro-Amerikanerin, die diese Auszeichnung<br />

gewann. Hut ab!<br />

Still – Jupiter Jones<br />

Wer den Bandnamen „Jupiter Jones“<br />

hört, denkt vielleicht nicht unmittelbar<br />

an deutschsprachige Musik. Doch<br />

die Punkrocker aus der Eifel bedienen sich tatsächlich vornehmlich ihrer<br />

Muttersprache, um ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Und das gerne<br />

auch anspruchsvoll, wie ihre eingängige Ballade „Still“ beweist. Dabei<br />

stecke dahinter auch eine gewisse Gefahr, wie Sänger Nicholas Müller<br />

unumwunden zugibt: „Wenn du auf deutsch singst, hast du als Texter eine<br />

ganz andere Verantwortung.“ Wie wahr! Im April 2011 wurde dieser Song zum<br />

meistgespielten deutschsprachigen Lied im deutschen Radio. Der Bandname<br />

resultiert im Übrigen aus der Buch- und Hörspielreihe „Die drei ???“. Glauben<br />

Sie nicht? Dann „googeln“ Sie bei Gelegenheit einmal nach dem Namen „Justus<br />

Jonas“ in der englischsprachigen Originalversion.<br />

- 22 -<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor


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Total eclipse of the heart – Bonnie Tyler<br />

Allein zwölf Mal in der ersten Strophe<br />

fleht sie ihn an, sich doch bitte endlich<br />

umzudrehen. Man ist als Zuhörer fast<br />

Romantik<br />

Verzweiflung<br />

Humor<br />

geneigt, den Kerl ebenfalls anzuschreien: „Turn around!“ Aber es nützt alles<br />

nichts. Um die Spannung nicht künstlich aufrecht zu erhalten: Er wird sich auch<br />

bis zum Ende des Liedes nicht umdrehen. Das ist umso tragischer, als dass man<br />

sich als neugieriger Zuhörer natürlich fragt, was sie ihm denn überhaupt sagen<br />

oder zeigen will. Vielleicht geht es ja auch nur um den Müll, den es endlich<br />

runter zu bringen gilt. So aber sind wir in dem Megahit „Total Eclipse of the<br />

Heart“ nur Zuschauer im privaten Kopfkino einer gewissen Bonnie Tyler, die mit<br />

diesem Lied im Jahr 1983 den größten Erfolg ihrer Karriere feiert. Und trotzdem<br />

zum Ende des Liedes einsehen muss, dass es vor langer Zeit zwar noch Licht in<br />

ihrem Leben gab. Nun aber sei da nur noch Liebe im Dunkeln: Eben die totale<br />

Finsternis in ihrem Herzen.“ Ah, da klärt sich zumindest noch die Frage, was das<br />

eigentlich ist, eine „eclipse“ oder zu deutsch eine „Eklipse“: eine Sonnen- oder<br />

Mondfinsternis! Na bitte, wieder etwas gelernt!<br />

- 24 -


Glas schafft Lebensqualität<br />

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Märchenhaft ...<br />

Das tapfere Schneiderlein zu Besuch in Stahle<br />

Die Sommersaison 2011 des <strong>Schlosstheater</strong>s stand ganz im Zeichen eines<br />

kleinen Helden und zweier großer Riesen! Das tapfere Schneiderlein gab<br />

sein Stelldichein auf der frisch renovierten Stahler Freilichtbühne. Diese<br />

war ja bekanntlich im Jahr zuvor wegen instabiler Statik von Grund auf<br />

erneuert worden. Etw 1.200 junge und jung gebliebene Zuschauerinnen und<br />

Zuschauer des „Schneiderleins“ haben sich also auch von dem Ergebnis dieser<br />

Renovierung überzeugen können. Und ihre Meinung war einhellig: „Es fehlt<br />

noch an der einen oder anderen Stelle etwas Grün. Aber im nächsten Jahr<br />

erstrahlt sie dann bestimmt in noch schönerem Glanz als vor<br />

dem Umbau!“ Dem ist nichts hinzuzufügen.<br />

Ebenfalls auf dem Stahler Programm standen im Jahr<br />

2011 ein A-cappella-Konzert mit den Fabulous Flops<br />

aus Hamburg und ein gemeinsames Konzert mit<br />

den Freunden vom „happy music sound orchestra“.<br />

Beides war wieder einmal ein voller Erfolg!<br />

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