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InnoVino 2|2012 - Bayer CropScience Deutschland GmbH

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Titelstory Eine dunkle

Titelstory Eine dunkle Seite des Weinbaus Die Phytoplasmose Schwarzholzkrankheit stellt den Winzer vor immer neue Herausforderungen. Der komplexe Infektionszyklus hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert. Seit Mitte der Sechzigerjahre tritt in Deutschland vermehrt die Schwarzholzkrankheit auf, deren Problematik sich seit zehn Jahren verstärkt hat und den Winzer besonders an Steillagen in westlichen Anbaugebieten vor große Probleme stellt. Die Pflanze wehrt sich Dr. Michael Maixner vom Julius Kühn- Institut (JKI), Institut für Pflanzenschutz in Obst- und Weinbau in Bernkastel- Kues, hat diese Krankheit ausführlich erforscht. Das Krankheitsbild wird von Phytoplasmen ausgelöst. Dabei handelt es sich um zellwandlose, pflanzenpathogene Bakterien, die ein reduziertes Genom besitzen und deshalb zum Überleben auf Wirte angewiesen sind. Besonders betroffen sind die Scheurebe, der Riesling, der Kerner und der Chardonnay bei den weißen Rebsorten und der Lemberger und der Dornfelder bei den roten Sorten. In der Wissenschaft werden 26 Gruppen verschiedener Phytoplasmen unterschieden, die jeweils verschiedene Wirte besiedeln. „Für den Winzer waren bislang nur Phytoplasmen interessant, die die Ackerwinde als Wirtspflanze hatten. Über die Ackerwinde konnten die Phytoplasmen die Weinrebe über folgenden Zyklus infizieren: Die Larven der Zikade (Hyalesthes obsoletus) leben im Boden und werden infiziert, wenn sie die Wurzeln von mit Phytoplasmen infizierten Ackerwinden als Nahrungsquelle nutzen. Die adulten Zikaden fliegen als Überträger (Vektoren) der Phytoplasmen gelegentlich Weinreben an und infizieren diese dann mit der Schwarzholzkrankheit“, führt Michael Maixner aus. Diese Krankheit ist durch folgende Symptomatik gekennzeichnet: Vergilbung oder Rotfärbung sowie Einrollen der Blätter, später auch Nekrotisierung, ausbleibende Verholzung und dadurch Absterben und Schwarzfärbung der Triebe sowie Schrumpfen oder Vertrocknen der Beeren. „Diese äußerlich sichtbaren Schäden sind unspezifische Symptome der Phloemschädigung. Zur Schädigung des Phloems kommt es durch Abwehrreaktionen der Pflanze, etwa durch Calloseablagerungen. Dies hat Störungen im Photosystem und im Phytohormonhaushalt sowie bei der Bildung von Speicherstoffen zur Folge, die die beschriebenen Symptome auslösen“, wie Michael Maixner schildert. Der Ertrag eines erkrankten 4

Schwarzholzkrankheit Kleine Bakterien mit großer Wirkung Stocks kann um die Hälfte reduziert werden. Geschädigte Trauben machen den Wein sauer und bitter. Die Qualität wird dadurch deutlich reduziert. Ein neues Problem: die Brennnessel Der Zyklus über Wirtspflanzen ist notwendig, da die Erreger weder in den Eiern der Zikaden noch in den Samen der Pflanzen überleben können. Eine Übertragung über infizierte Weinreben erfolgt nicht, da die Larven der Zikaden an krautige Pflanzen gebunden sind. Eine Neuinfektion erfolgt also ausschließlich über das Saugen adulter Vektoren. Michael Maixner macht darauf aufmerksam, dass seit zehn Jahren sowohl eine starke Zunahme des Schadbildes als auch eine räumliche Ausbreitung festgestellt werden konnten. Mittlerweile sind auch die südlichen Weinanbaugebiete betroffen. Saale- Unstrut ist die einzige Anbauregion, aus der die Problematik bislang nicht bekannt ist. Diese Ausbreitung ist darauf zurückzuführen, dass sich in diesem Zeitraum die Brennnessel, die in Südeuropa schon lange als Wirtspflanze für die Erreger der Schwarzholzkrankheit bekannt ist, als neue Wirtspflanze etabliert hat. Dabei unterscheiden sich die Bakterien, die die Ackerwinde als Wirtspflanze nutzen, genetisch von denen, die die Brennnessel besiedeln. Auch die an Brennnessel und Ackerwinde lebenden Zikaden unterscheiden sich: die Flugzeit an Brennnesseln erfolgt drei Wochen später und dauert bis in den August, sodass in Gebieten, in denen sowohl der Ackerwinden- als auch der Brennnesselzyklus vorkommen, eine doppelte Gefährdung gegeben ist. Darüber hinaus unterscheiden sich auch die beiden Zikadenpopulationen genetisch voneinander, wie der Wissenschaftler in Kooperation mit der Universität Mainz erforscht hat. Durch den Brennnesselzyklus hat sich die Schwarzholzkrankheit über die Steillagen hinaus ausgebreitet. Die Ursache der Etablierung dieses neuen Zyklus ist noch unbekannt und Gegenstand aktueller Forschungen. Die Vermutung liegt aber nahe, dass der Klimawandel eine entscheidende Rolle spielt. Die signifikant angestiegene Durchschnittstemperatur der letzten Jahre könnte die längere Entwicklungszeit des Brennnesselzyklus ermöglichen. 5

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