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Quengeln im Schwimmbad

Quengeln im Schwimmbad Es ist schon einige Zeit her, aber ein schönes Beispiel. Ich war mal schwimmen, am einem Sonntagmorgen. Als ich fertig war und auch der Whirlpool seinen Zauber verloren hatte, duschte ich noch kurz. Dort stand ein kleiner Junge, der laut und kräftig weinte. Weil ich so schnell keinen Vater und keine Mutter sah, fragte ich ihm was los war. Der Kleine sagte nichts, und dann tauchte auch sein Vater schon auf. Zusammen liefen sie, genau wie ich, Richtung Umkleidekabinen. Der Junge weinte leise weiter, wie ein Kind das eben tut. Man weiß nicht ob es echter Kummer ist oder mehr ein zwingendes quengeln. Sein Vater wusste es ebenfalls nicht und in der Umkleidekabine neben mir hörte ich die folgende Konversation: "Was ist los?" "Sei jetzt nicht so nervig!" "Höre damit auf, wir werden uns jetzt anziehen" "Wenn du so weiter machst, schwimmen wir nie wieder". Und während der Vater so sprach, weinte der kleine Junge unverdrossen weiter. Wer als Außenstehende eine solche Situation mit hört denkt: "Das würde ich ganz anders anpacken". Aber wie? Und dabei kannte ich den Jungen gar nicht. Vielleicht war das Verhalten des Vaters durchaus angemessen. Und doch, ich hätte etwas versucht wie: "Ist es so schlimm?" "Wärst du gerne noch geblieben?" "Ja, das ist schon schade…, komm doch mal hier, zu deinem Vater". Und ich hätte ihn gehalten bis seine Tränen nachließen. Mit anderen Worten, ich hätte versucht, Kontakt auf Gefühlsebene herzustellen. Ich dachte zurück an einem Erlebnis, als ich mit meinem Enkel, damals vier Jahre alt, im Park spazierte. Paolo, so heißt er, fuhr auf seinem Fahrrad und ich lief (!) daneben. Paolo wollte mich alle verborgenen und interessante Plätze zeigen die er im dem Park ausfindig gemacht hatte. Am interessantesten fand er das alte verrostete Pissoir, das sich im Gestrüpp verbarg. Aber das ist jetzt nicht das Thema. Er fuhr und fuhr und ja, auf einmal, bums, da lag er. Ich wusste nicht, ob er jetzt weinen oder wieder aufstehen wurde. Ich dachte daran, was man alles in so einer Situation sagen kann. "Tut es weh?", oder "Es ist glaube ich nicht so schlimm". Oder: "Sei doch auch vorsichtig". Es gab viele Möglichkeiten. Dann bückte ich mich, schaute ihn an und sagte: "Hast du dich erschreckt?" Er dachte einen Moment nach, sagte kräftig: "Ja", stand auf und fuhr weiter. Etwas später fiel er wieder. Er schaute mich an und sagte, diesmal ernsthaft: Ich habe mich wieder erschreckt". Dann stand er auf und weiter ging es. Er hatte ein Wort für sein Gefühl. Warum erzähle ich diese Geschichte? Während Kurse und Training on the Job ist mir so oft aufgefallen, dass man nicht nach Gefühlen fragt, wobei das doch so auf der Hand liegt. Man fragt "Was ist los", aber das Gegenüber kann es nicht erzählen weil ihm die Worte fehlen. Oder man versucht ihn zu beraten, oder von der Entrüstung ab zu lenken. Aber etwas sagen wie: "Ist es so schlimm?", "Zerbricht es Ihnen den Kopf?" ist irgendwie schwieriger. Gefühle erkunden, sich gefühlsmäßig abstimmen ist riskant. Was ruft man hervor, und was muss man dann tun? Gefühlsausbrüche kosten Zeit, und Zeit ist kostbar. Aber wer sich traut, sich sein Herz fasst und fragt, erfährt häufig Kontakt. Liegt man falsch, dann sagt der Anderer etwas wie: "Nein, ich fühle mich nicht traurig / vernachlässigt / verzweifelt, aber mich bekümmert dass. Man kann in Worte fassen was man vermutet, ohne Angst zu haben falsch zu liegen oder jemanden zu nahe zu kommen. Man kann einen trösten ohne genau zu wissen weshalb und womit. Voraussetzung ist, dass man diesen Menschen vertraut und Ernst nimmt. Gefühlsausbrüche dauern eine Weile, aber bringen nicht selten Erleichterung, und in dem Verhalten oder der Beziehung ändert sich etwas zum positiven. So ist man zu Hause und während der Arbeit mit ähnlichen mitmenschlichen Herausforderungen beschäftigt. Meine Tochter nennt das verbindende Kommunikation. Wenn jemand, Kind oder wer auch immer, weint oder schreit, kann es ein Versuch sein, sich durch zu setzen zu wollen. Aber es ist eine Fallgrube, das Verhalten zu schnell als zwingend zu bewerten. Und die Kunst ist es, den richtigen Ton zu treffen, die zutreffenden Worte zu finden womit man die Gefühlsebene erreicht und das da hinter steckendem Bedürfnis versteht. In der Mäeutik nennen wir das das Suchend Reagieren.

Cora van der Kooij Was lange währt, wird endlich gut … Von 2008 - 2011 wurde das mäeutische Pflege- und Betreuungsmodell in 4 Altenpflegeeinrichtungen der Mathias-Stiftung Rheine kontinuierlich implementiert. Seit 2012 werden regelmäßige Coachings und Begleittage durchgeführt, die das Ziel haben, den weiteren Implementierungsprozess zu unterstützen. Was lange währt, wird endlich gut… endlich komme ich dazu, Euch, liebe Mitarbeiterinnen des Anna-Stiftes, den gewünschten Bericht zu schreiben – Gruß Stephan Brief als PDF hier Einfach nett sein - Humanität in der Demenzbetreuung mit Hilfe der Mäeutik Vortragsreise von Dr. Cora van der Kooij im Rahmen des „Fachkongress zur Pflege des Menschen mit Demenz” Cora van der Kooij ist eine der Expertinnen auf dem Fachkongress "Dementia Care", der in mehreren Städten in Deutschland durchgeführt wurde bzw. aktuell noch durchgeführt wird. Der Fachkongress wird von Fachbuch-Richter organisiert und fand bereits in Münster und Köln statt. Vortrag und Workshop von Cora van der Kooij hatten den Titel "Einfach nett sein - Humanität in der Demenzbetreuung mit Hilfe der Mäeutik". Mehr Informationen zur Vortragsreise als PDF hier

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