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Gruppenstunde I: Alles was Recht ist - VCP Land Niedersachsen

Gruppenstunde I: Alles was Recht ist - VCP Land Niedersachsen

Mädchen haben keine

Mädchen haben keine Zeit zum Spielen, keine Zeit zum Lernen, sie müssen schon vor Tagesanbruch aufstehen und kommen erst spät am Abend ins Bett. Außerdem bekommen sie für ihre Arbeit viel zu wenig Geld. Das ist [wirtschaftliche] Ausbeutung. (...) Viele Erwachsene mögen Kinder. Sie spielen mit ihnen und die Kinder haben ihren Spaß dabei. Es gibt aber [in Deutschland] auch Erwachsene, die spielen so mit Kindern, daß den Kindern der Spaß vergeht. Sie spielen Spiele mit ihnen, die nur Erwachsene schön finden. Sie fassen ihre Geschlechtsorgane an und tun so, als ob sie die Kinder liebten. Für Kinder ist das abstoßend und schlimm. Manche Kinder haben dann große Angst, aber sie können sich nicht wehren. Manche Kinder haben so viel Angst, daß sie mit niemandem darüber sprechen wollen. (...) Manchmal locken solche Menschen die Kinder mit Geld und Geschenken. Manche zwingen die Kinder mit Gewalt zu diesen Spielen. Das ist „sexuelle Ausbeutung“. (...) Erwachsene haben viele Möglichkeiten, die Schwächen und das Vertrauen der Kinder zu ihrem Vorteil auszunutzen. Die Regierungen, die das Übereinkommen unterzeichnet haben, müssen alles tun, die Kinder vor allen Formen der Ausbeutung zu schützen“ (Zitate aus Eichholz, 1998: „Die Rechte des Kindes.“, nach www.kindersache.de/politik, Stichwort ‚Kinderrechte’) Ihr könnt natürlich auch jede andere Kinderrechte-Auswahl näher betrachten, die Euch für Eure Kinder geeignet erscheint! Abschluss des Themas – 20 Minuten Ballonfahrt Alle MitspielerInnen haben eine Liste mit den Kinderrechten und einem erläuternden Satz pro Recht (Arbeitsblatt siehe Anhang). Sie stellen sich vor, dass sie alleine in einem Ballon schweben. An Bord haben sie alle Kinderrechte, wobei jedes 1 Kilo wiegt. Plötzlich verliert der Ballon an Höhe, und um nicht abzustürzen, muss Gewicht abgeworfen werden. Frage: „Welches Recht wirfst du als erstes ab?“ Neben diesem Recht wird eine 1 notiert. Der Ballon fängt sich wieder. Nach einer Weile wiederholt sich der Vorgang. Ein weiteres Recht wird über Bord geworfen bis nur noch ein einziges übrigbleibt. Zum Schluss wird auf einer großen Tabelle gut sichtbar festgehalten, wie sich jedes Kind entschieden hat. Die Liste bleibt im Gruppenraum hängen und kann in der nächsten Stunde eingangs nochmals Erwähnung finden, wenn es darum geht, den Kindern die für sie selber wichtigsten Rechte vor Augen zu führen Abschlussspiel – 10 Minuten Affenkrankenhaus Am besten eignet sich eine größere Rasenfläche für dieses Spiel. Zudem wird eine Stelle benötigt, die das Krankenhaus markiert. Ihr müsst je nach SpielerInnenzahl FängerInnen bestimmen, wie bei anderen Fangspielen auch. Die anderen SpielerInnen sind die Affen, laufen frei herum und versuchen, von den FängerInnen nicht abgeschlagen zu werden. Gelingt einem Affen dies nicht, muss er sich setzen und hoffen und warten bis ihn zwei andere Affen ins Krankenhaus transportieren. Dies geschieht, indem sie sich an je eine Seite des ‚kranken Affen’ stellen und dieser seine Arme um sie legt (ein Tragen wird nur angedeutet). So sollen sie gemeinsam das Krankenhaus erreichen. Wichtig ist, dass ein Affe nur zu zweit transportiert werden kann, nicht alleine oder mit mehreren. Ein solcher Transport darf von den FängerInnen nicht abgeschlagen werden. Nach Erreichen des Krankenhauses können die Affen (auch der frisch Genesene) weiter herumlaufen. Das Spielende ist erreicht, wenn alle Affen gefangen sind oder die SpielerInnen sich total verausgabt haben, aber natürlich kann jederzeit ohne Qualitätsverlust abgebrochen werden. Abschlusskreis – 5-10 Minuten Überlegt mit Euren Kindern, welches Umfeld (z.B. euren Ortsteil) Ihr in der nächsten Stunde mal genauer unter die Lupe nehmen wollt, um zu überprüfen, wie es dort um die Kinderrechte bestellt ist. Wir machen Euch zwei Vorschläge, die Ihr Euch am besten bereits jetzt einmal anseht, um mit den Kindern eine Auswahl treffen zu können. Vermutlich wird die nächste Gruppenstunde länger als 1,5 Stunden dauern. Klärt das also im Vorfeld mit den Eltern und Kindern ab, denn es wäre doch wirklich schade, wenn nicht alle bis zum Schluss mitmachen könnten! Gruppenstunde III: Altes mit neuen Augen sehen und verstehen Kurzbeschreibung In dieser Gruppenstunde erkundet Ihr einen Ortsteil, einen von den Kindern häufig besuchten Ort oder Euren Stamm als wichtiges Lebensumfeld der Kinder. Dabei geht Ihr der Frage nach der Umsetzung der Kinderrechte nach. Der Ablauf dieses Treffens richtet sich nach der jeweils von Euch gewählten Methode. Wir machen Euch zwei verschiedene Vorschläge für die Gruppenstunde. Variante A:

Bestimmen die Kids bei Euch bislang höchstens mal bei den Spielen in der Gruppenstunde mit? Oder kennt Ihr unterschiedliche Umgangsweisen mit der Kindermitbestimmung aus unterschiedlichen Stämmen? Dann könnt Ihr Euch mit Eurem Stamm als mehr oder weniger ‚kindgerechter Umgebung’ befassen und dazu den Interviewstreifzug starten! Variante B: Ihr wollt die LandtagspolitikerInnen besuchen, das Thema (Lokal-) Politik verspricht im Allgemeinen spannend zu sein oder Ihr habt bereits vor zwei Jahren bei der Kinderwünsche - Aktion mitgemacht und Eure Ergebnisse so gut archiviert (aufgehoben), dass Ihr schauen wollt und könnt, was aus den Wünschen, die Euren Wohnort betrafen, geworden ist? Dann beschäftigt Euch doch mit Eurem Wohnort und erstellt nach einer Fotosafari einen Stadtplan zum Thema! Wenn Ihr Eure Wahl getroffen habt, kann es losgehen: Anfangsrunde (A/B) – 5-10 Minuten Stimmt Eure Kinder auf das Folgende ein. Bei Auswahl von Variante A wäre es sinnvoll zu erklären, was ein Stamm ist und warum es ihn gibt. Bei Variante B holt Euch Unterstützung von den ‚Kinderwunschveteranen’ des Stammes (so es solche gibt). Lasst Euch von der Kinderwünsche - Aktion 2002 berichten. Schön wäre es, wenn sie sich noch daran erinnern könnten, welche ortsspezifischen Wünsche damals aufgekommen sind. Dann könnt Ihr bei Eurer Safari darauf eingehen, wenn Ihr wollt. Aber natürlich stehen nicht die ‚alten’ Wünsche im Vordergrund, sondern die Punkte, die Euern Kindern auf- und einfallen. Anfangsspiel (A/B) – 5-10 Minuten Um die Gruppen für den Streifzug bzw. die Safari einzuteilen, sollen sich die Kinder einer „Familie“ zusammenfinden. Dazu gebt Ihr jedem Kind einen Zettel, auf dem ein Name steht. Die Namen lauten „Müller“, „Knüller“, „Brüller“, „Füller“ usw. Ihr solltet darauf achten, dass ihr so viele verschiedene Namen wählt und Zettel verteilt, dass nachher in jeder Familie ca. 4-5 Mitglieder vorhanden sind. Ihr erklärt nun, dass die Kinder die anderen Familienmitglieder finden müssen, in dem sie ihren Namen laut rufend umhergehen und versuchen, sich so zu finden. Die Zettel dürfen nicht gezeigt werden. Das Spiel dauert, bis alle ihre Familie gefunden haben und ist herrlich laut! Kleine Gruppen sollten wenigstens zwei Gruppen bilden (z.B. durch das Finden unterschiedlich farbiger Gegenstände, die im Raum versteckt sind), damit nachher mehr Ideen entstehen und es zu einem Austausch kommen kann. Thematische Arbeit: - 1,5-2 Stunden Variante A: Interviewstreifzug Überlegt Euch in der ersten Hälfte der Gruppenstunde in den Kleingruppen einen ‚Interviewleitfaden’, d.h. eine Liste der Fragen, die Ihr Euren GesprächspartnerInnen gerne stellen wollt, mit Fragen zum Thema Kindermitbestimmung im Stamm. Beispiele für Fragen sind: Wo sollten Kinder ein Mitbestimmungsrecht haben? Was hältst du von der Idee, auf allen Verbandsebenen Kindergruppen einzurichten, die die gleichen Mitsprache - Rechte haben wie Ältere? Wie war das früher? Wenn ich im Sommerlager mit dem Stamm an einen bestimmten Ort fahren möchte, wie kann ich das durchsetzen? Wir würden gerne das Programm des nächsten Stammeswochenendes mitbestimmen, was hältst du davon und wie können wir das erreichen? Entscheidend ist aber natürlich, dass die Fragen von den Kindern kommen und auch das beinhalten, was Eure Kinder interessiert! Ladet andere LeiterInnen, den Stammesvorstand, einen oder zwei AltpfadfinderInnen, Leute von der Landes- oder Diözesanebene etc. zur zweiten Hälfte der Gruppenstunde ein. Die Menge der Personen hängt dabei von der Gruppengröße ab. Je Kleingruppe zu 4-5 Kinder plus LeiterIn sollten 2-3 Leute zum Interview bereit stehen. Sollte sich das erste Interview jedoch ausweiten, weil die Kinder mit der Person gut ins Gespräch gekommen sind, dann unterbrecht das Interview nicht künstlich, sondern schickt lieber die zweite Person unverrichteter Dinge nach Hause, aber vergesst auch bei diesen Personen nicht, Euch für ihr Kommen zu bedanken! Bei den Interviews ist vor allem darauf zu achten, dass die Kinder Ihre Fragen selber stellen – schließlich sollen Sie lernen, auf Ihre Rechte zu pochen und auch merken, dass sie als AnsprechpartnerInnen ernst genommen werden! Darüber hinaus gilt es, sich erst einmal für das Kommen der zu interviewenden Person(en) zu bedanken, bevor Ihr Eure Fragen stellt. Die Antworten nehmt Ihr am besten auf Kassette auf, dann wird es mit dem Auswerten nachher einfacher. Achtet auf die Rede-Zeiten – manche Menschen hören sich allzu gern selber reden... Ihr könnt Eure InterviewpartnerInnen natürlich auch besuchen, aber das sollte abgeklärt sein. Falls Eure Kinder in Phase 1 unruhig werden, solltet Ihr vor Phase zwei ein Action-Spiel einschieben, bei dem sich die Kids richtig austoben können, bevor sie sich wieder stark konzentrieren müssen. Ihr habt

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