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Erbliche Defekte und Dispositionen beim Pferd - Vetsuisse-Fakultät ...

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put humeri

put humeri und Fossa glenoidalis, Metakarpal- und Metatarsalgelenk (DOUGLAS 2003). Osteochondrotische Läsionen im Bereich der Halswirbelgelenke werden ebenfalls beschrieben (HURTIG und POOL, 1996); die hier zugrunde liegende Ätiologie ist allerdings noch nicht vollends geklärt. Die Mehrheit der durchgeführten OCD-Studien beschäftigt sich mit Knie-, Sprung-, Schulter- und Fesselgelenk (JEFFCOTT 1991). POOL (1993) weist auf die Notwendigkeit und Schwierigkeit hin, osteochondrotische Veränderungen von entwicklungsbedingten orthopädischen Veränderungen mit anderer Pathogenese abzugrenzen. Anhand klinischer, radiologischer, makroskopischer und histologischer Befunde ist es nach aktuellem Wissensstand nicht immer zweifelsfrei möglich, diese Differenzierung vorzunehmen. Der Einfluss der Fütterung auf die Entstehung der OCD erklärt sich unter anderem durch die Veränderung endokriner Abläufe in Abhängigkeit von der Futterzusammensetzung. So zeigten GLADE und BELLING (1984), dass sich bei einer energetischen Überversorgung durch die daraus resultierende abnorme Hyperglykämie und Hyperinsulinämie eine Störung der enchondralen Ossifikation experimentell induzieren lässt. Es konnte darüber hinaus nachgewiesen werden, dass bei einer Überversorgung mit Phosphor die Häufigkeit osteochondrotischer Veränderungen ansteigt (SAVAGE 1991). Dies gilt ebenfalls für eine unzureichende Kupferversorgung. Bezüglich der Beeinflussung der Pathogenese der OCD durch die Faktoren Körpergröße und Wachstumsrate kommen die bisher durchgeführten Studien zu unterschiedlichen Ergebnissen. So zeigen SANDGREN at al. (1993) bei der Untersuchung von Trabern einen positiven Zusammenhang zwischen der OCD des Tarsokruralgelenks und Körpergewicht zum Zeitpunkt der Geburt und der durchschnittliche Gewichtszunahme während der Wachstumsphase. VAN WEEREN et al. (1999) konnten in ihrer Studie an Holländischen Warmblütern keinen positiven Zusammenhang nachweisen, allerdings zeigte sich, dass Fohlen mit hohen Wachstums- - 8 -

aten im Femoropatellargelenk signifikant häufiger osteochondrotische Läsionen aufwiesen. BARNEVELD und VAN WEEREN (1999) gehen davon aus, dass bei Pferderassen mit höheren Wachstumsraten die Anforderungen an die Abläufe der enchondralen Ossifikation größer sind. Dementsprechend ist das Kompensationsvermögen dieser Vorgänge bei solchen Pferderassen schneller überschritten. So tritt die OCD auch bei weniger schnell wachsenden Ponyrassen auf, allerdings weitaus seltener (VOUTE et al. 1997). Ein Einfluss biomechanischer Traumata auf die Entstehung der OCD konnte bisher weder eindeutig bewiesen noch ausgeschlossen werden. Die Schwierigkeit liegt hierbei darin zu differenzieren, ob eine Läsion traumatischen Ursprungs oder entwicklungsbedingt ist (DOUG- LAS 2003). POOL (1993) unterscheidet zwischen idiopathischer und erworbener OCD und stellt dabei fest, dass beim Auftreten einer Läsion makroskopisch und histologisch nicht mit Sicherheit unterschieden werden kann, welcher Kategorie diese zuzuordnen ist. Er kommt zu dem Schluss, dass bei einer Beurteilung die prädisponierenden Faktoren gleichermaßen Berücksichtigung finden müssen. VAN WEEREN et al. (1999) belegen, dass Training keinen statistisch signifikanten Einfluss auf die Pathogenese der OCD hat, denn die Zahl osteochondrotischer Läsionen ist hierdurch nicht zu beeinflussen. Dem entgegen steht die Aussage von RICHARDSON (2003), wonach kurzzeitiges, intensives Training die Inzidenz der OCD signifikant senkt. Auch eine Geschlechtsabhängigkeit der Entstehung der OCD wird im Schrifttum unterschiedlich bewertet. So gelangen einige Studien zu dem Ergebnis, dass die Prävalenz bei männlichen Tieren höher ist als bei weiblichen (DE MOOR et al. 1972, STRÖMBERG und REJNÖ 1978), andere hingegen können keinen Zusammenhang nachweisen (VAN WEEREN 1999). - 9 -

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Abteilung Tierhaltung und Tierschutz, Vetsuisse Fakultät Bern
Hauterkrankungen beim Pferd - Tierärztliche Hochschule Hannover