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Erbliche Defekte und Dispositionen beim Pferd - Vetsuisse-Fakultät ...

Erbliche Defekte und Dispositionen beim Pferd - Vetsuisse-Fakultät ...

militärischen Nutzung

militärischen Nutzung einnahm. SCHWARCK (1984) gibt an, dass das Pferd seit etwa 2800 Jahren auch als Reitpferd eingesetzt wird – die Nutzungsform des Pferdes, der heute, an weltweiten Bestandszahlen gemessen, die größte Bedeutung zukommt. 4.2 Organisation der Pferdezucht Das Bestehen stark merkmalsdifferenter Rassen innerhalb der Spezies „Pferd“ erklärt die teilweise deutlich voneinander differierenden, aktuellen Zuchtziele einzelner Zuchtverbände, die vorrangig bemüht sind, den jeweiligen rassepezifischen Eigenschaften bezüglich Exterieur, Interieur und Leistung Rechnung zu tragen. Die Begriffe „Gesundheit“ und „Erberkrankungen“ werden hierbei in unterschiedlichem Maße berücksichtigt. Die Organisation, die Struktur und der Aufbau der in Deutschland existierenden Pferdezuchtverbände sind von komplexer Natur und sollen hier nur kurz Erwähnung finden. Die Quellen für die Informationen über die Zuchtprogramme der hier dargestellten Verbände werden jeweils für jeden Verband einzeln angegeben. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. stellt eine der zentralen Institutionen bezüglich der Pferdezucht in Deutschland dar. Unter diesem Dachverband sind zahlreiche einzelne Mitgliederzuchtverbände organisiert, welche unterschiedliche Rassen vertreten, vom Shetlandpony bis zum Arabischen Vollblut. Die Zuchtziele dieser einzelnen Mitgliederzuchtverbände werden in der Zuchtverbandsordnung festgelegt (ZUCHTVERBANDSORDNUNG DER DEUTSCHEN REITERLICHEN VEREINIGUNG 2005). - 60 -

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. formuliert das übergeordnete Rahmenzuchtziel in der Zuchtverbandsordnung (Stand Mai 2005) folgendermaßen: „Gezüchtet wird ein edles, großliniges und korrektes, gesundes und fruchtbares Pferd mit schwungvollen, raumgreifenden, elastischen Bewegungen, das aufgrund seines Temperamentes, seines Charakters und seiner Rittigkeit für Reitzwecke jeder Art geeignet ist.“ Neben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. gibt es eine Vielzahl weiterer eigenständiger Zuchtverbände, von denen in dieser Arbeit exemplarisch nur die Zuchtziele des Westfälischen Pferdestammbuches e.V., des Verbandes hannoverscher Warmblutzüchter e.V. und des Verbandes der Züchter des Oldenburger Pferdes e.V. aufgeführt werden sollen. Die Komplexität der Organisationsstrukturen in der deutschen Pferdezucht verdeutlicht auch die Schwierigkeit einer Vereinheitlichung der Interessenlage in Bezug auf die Thematik „Erberkrankungen“ und bei der Schaffung einer übergreifenden Systematik, die einen zielgerichteten und verantwortungsvollen Umgang mit dieser Problematik ermöglichen sollte. Die heute bei der Zuchtzielsetzung in der Nutztierzucht festgelegten Selektionsmerkmale müssen im Sinne der Populationsgenetik den Kriterien der Messbarkeit und wirtschaftlichen Bedeutung genügen. Insofern unterscheidet sich das verbal formulierte Rahmenzuchtziel der Deutschen Reiterlichen Vereinigung e.V. im Hinblick auf die objektive Bewertung eines Individuum beziehungsweise einer Population. Die bereits zitierte Formulierung beinhaltet die Gefahr einer subjektiven Interpretation der Zuchtkriterien. Inwieweit die Kriterien „Gesundheit“ und „Erberkrankungen“ bei einzelnen deutschen Pferdezuchtverbänden berücksichtigt werden, wird im Folgenden dargestellt. Die spezifischen Merkmale der einzelnen Rassen werden nur dann explizit aufgeführt, insofern sie für diese Thematik von Bedeutung sind. - 61 -

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