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Erbliche Defekte und Dispositionen beim Pferd - Vetsuisse-Fakultät ...

Erbliche Defekte und Dispositionen beim Pferd - Vetsuisse-Fakultät ...

Erbdefekte Spat

Erbdefekte Spat Kehlkopfpfeifen Allergisches Sommerekzem Letales Weißes-Fohlen- Syndrom Periodische Augenentzündung Kryptorchismus tierschutzrechtliche Bewertung / Leidensgrad Schmerzen in Form von gering- bis hochgradigen Lahmheiten möglich in ausgeprägten Erkrankungsfällen erhebliche Einschränkungen des Wohlbefindens unter Belastung möglich in Fällen hochgradiger Erkrankung Einschränkung des Wohlbefindens durch ausgeprägten Juckreiz möglich Schmerzen, Leiden, Schäden in erheblichem Umfang erhebliche Einschränkungen des Wohlbefindens sowie permanente Schäden durch den fortschreitenden Charakter der Erkrankung möglich durch potentielle Verhaltensveränderungen erkrankter Tiere oder tumoröse Entartung kryptorcher Hoden sind erhebliche Einschränkungen des Wohlbefindens möglich empfohlene Maßnahmen Zuchtausschluss erkrankter Tiere, regelmäßige, verpflichtende Untersuchungen (Lahmheits- und Röntgendiagnostik) von Zuchttieren, bei Diagnosestellung Nachverfolgung und Untersuchung möglicherweise bereits vorhandener Nachkommen, Dokumentation entsprechender Daten exakte Klärung der Erblichkeit zur effektiven Einflussnahme auf das Zuchtgeschehen, Zuchtausschluss erkrankter Tiere, Eintrag chirurgischer Maßnahmen zur Behandlung der Erkrankung in den Equidenpass / die Zuchtpapiere Nachweis / Beweis der Erblichkeit ist Voraussetzung für das Einleiten zuchthygienischer Maßnahmen zwingende molekulargenetische Untersuchung als Voraussetzung zur Zuchtzulassung von Overoschecken sowie von Zuchttieren der Rassen Quarter Horses, Tobiano Paint Horses, Appaloosa, Vollblüter Nachweis / Beweis der Erblichkeit ist Voraussetzung für das Einleiten zuchthygienischer Maßnahmen beiderseitige Kastration betroffener Hengste ist medizinisch und dementsprechend tierschutzrechtlich indiziert - 74 -

4.3.3 Das Tierschutzgesetz in der Schweiz und Österreich Die Grundlage für ein schweizerisch einheitliches Tierschutzgesetz bildet der Artikel 80 der Schweizer Bundesverfassung vom 18. April 1999. Seit 1978 wird der Bereich Tierschutz nicht mehr auf kantonaler Ebene, sondern bundeseinheitlich über das eidgenössische Tierschutzgesetz von 1978 (SR 455, revidiert 2005) und die dazugehörige Tierschutzverordnung von 1981 (SR 455.1) geregelt. Ähnlich der Gesetzgebung in Deutschland enthält auch die schweizerische Tierschutzgesetzgebung als einen von mehreren Grundsätzen die Forderung, dass „niemand ungerechtfertigt einem Tier Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen darf“. Die ursprüngliche Fassung des schweizerischen Tierschutzgesetzes ist häufig kritisiert worden bezüglich Defiziten in einzelnen Gebieten wie auch dem Bereich der Tierzucht und der damit einhergehenden Begriffe wie „Qual- und Extremzucht“. Der Bericht der GESCHÄFTSPRÜFUNGSKOMMISSION DES STÄNDERATES von 1993 enthält unter anderem die Forderung nach einer genaueren Definition von Extremzuchten und der Festlegung möglicher Verbote. Das neue schweizerische Tierschutzgesetz wurde vom Parlament im Dezember 2005 beschlossen. Gemeinsam mit der revidierten Fassung der Tierschutzverordnung muss dieses noch vom Bundesrat in Kraft gesetzt werden. In Hinblick auf die Thematik dieser Dissertation erscheint es erwähnenswert, dass die aktualisierte schweizerische Tierschutzgesetzgebung bemüht ist, den tierschutzrechtlichen Problemen im Bereich der Tierzucht Rechnung zu tragen. So dürfen nach Artikel 10 des revidierten Gesetzes nur solche Zuchtmethoden eingesetzt werden, die „bei den Elterntieren und bei den Nachkommen keine durch das Zuchtziel bedingten oder damit verbundenen Schmerzen, Leiden, Schäden oder - 75 -

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Abteilung Tierhaltung und Tierschutz, Vetsuisse Fakultät Bern
Hauterkrankungen beim Pferd - Tierärztliche Hochschule Hannover