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39 Trans* mit

39 Trans* mit Lernbehinderungen Hier spreche ich über Menschen mit kognitiven Einschränkungen, sogenannten geistigen Behinderungen oder auch mit einem einfach sehr niedrigen Bildungsniveau. Wie in allen anderen Bevölkerungsgruppen gibt es selbstverständlich auch unter den Menschen mit diesen Einschränkungen Transsexuelle. Die Infantilisierung und Bevormundung gerade von Menschen mit Lernbehinderungen führt allerdings dazu, dass sie, wenn sie ihre Transsexualität bemerken und ausdrücken sollen, in den seltensten Fällen ernst genommen werden. Auch sie sind zumeist auf Unterstützung angewiesen zur Alltagsbewältigung ebenso wie zur Durchsetzung ihrer Rechte. Als Transsexuelle brauchen sie aufgeklärte und akzeptierende Personen zu ihrer Unterstützung. In meine Praxis kam ein junger Mensch, der verhaltensauffällig war, andere sexuell provozierte und oft aggressiv wurde. Die Betreuerin hatte die Idee, ihn mir vorzustellen und es stellte sich schnell heraus, dass er – jetzt muss ich sagen „sie“ – sich als Frau empfindet und ihre Probleme etwas mit der nicht erkannten und nicht gelebten Transsexualität zu tun hatten. Auch Sabine 16 wurde in der therapeutischen Trans*gruppe sofort von den anderen als Transfrau angenommen und konnte anfangen, ihren Trans*weg zu gehen. Allerdings wurden ihr unglaubliche Hindernisse in den Weg gelegt: Der Vater konnte die weibliche Identität seines „Sohnes“ nicht akzeptieren und setzte sie unter Druck, auch in der Behindertenwerkstatt gab es Schwierigkeiten. Gericht und sozialmedizinischer Dienst zweifelten an ihrer Urteilsfähigkeit. Diese Erfahrung wird durch Berichte aus anderen Bundesländern bestätigt: Bei Transsexuellen mit kognitiven Beeinträchtigungen wird das transsexuelle Empfinden als kindlich oder als „Phase“ abgetan oder einer „Beeinflussung durch Dritte“ zugeschrieben. Es sind Fälle bekannt, in denen die gesetzlichen Betreuer / innen alle Schritte zur Vornamensänderung und zum Leben im Identitätsgeschlecht verhindern. Auf der Tagung meldete sich ein junger (Trans*) Mann zu Wort, dem es mit Unterstützung aus Berliner Beratungsprojekten und eines engagierten Gutachters gelungen ist, den Prozess der Geschlechtsanpassung zu gehen, obwohl er als Absolvent einer Förderschule zunächst wenig Chancen hatte. Leider ist dies eine seltene Ausnahme. Lebenssituationen von transgeschlechtlichen Menschen mit Behinderung 16 Name geändert

40 Lebenssituationen von transgeschlechtlichen Menschen mit Behinderung Trans* mit psychischen Behinderungen Ähnlich geht es transidenten Menschen, denen bereits eine psychiatrische Diagnose gestellt oder die schon einmal in einer psychiatrischen Einrichtung betreut wurden. Auch sie werden in ihrer Selbstwahrnehmung nicht ernst genommen, das transsexuelle Empfinden wird als Symptom einer anderen Erkrankung gesehen, die zunächst zu behandeln sei. Wer einmal als schizophren diagnostiziert wurde, hat auch viele Jahre später kaum eine Chance, als Transsexuelle / r anerkannt zu werden. Psychische Erkrankungen umfassen ein breites Spektrum, zum Beispiel Autismus, Persönlichkeitsstörungen wie Borderline oder schwere dissoziative Störungen. Sicher ist eine akut manifeste Psychose nicht mit dem Trans*weg vereinbar, doch zu einem anderen Zeitpunkt und bei allen anderen Erkrankungen gilt es, die Dinge voneinander zu trennen. Besonders dramatisch ist, dass viele psychische Probleme, zum Beispiel Depressionen, Selbstverletzungen und Suizidalität, durch die Situation ausgelöst werden, in der sich Transsexuelle in der Gesellschaft, am Arbeitsplatz und insbesondere in Abhängigkeit von Gerichten und den medizinischen Diensten der Krankenkassen befinden. Da die Suizidalität dann wieder als Ausschlussdiagnose für die Transsexuellenbegutachtung herangezogen wird, entsteht ein verheerender, manchmal tödlicher Zirkelschluss. Ich hatte in meiner Praxis eine Patientin mit starken Ängsten. Sie konnte sich nicht mit mehreren Personen in einem Raum aufhalten, ohne Panikgefühle zu bekommen. Ich habe sie trotzdem ermutigt, in die von mir geleitete therapeutische Gruppe zu kommen. Da sie von den anderen Gruppenmitgliedern voll und ganz in ihrem Trans*sein angenommen wurde, waren ihre Ängste plötzlich gegenstandslos und sie fand hier ein sicheres und unterstützendes Umfeld. Ein unterstützendes und akzeptierendes Umfeld für Trans* mit Behinderung Sie sehen: Trans* mit Behinderungen haben sehr viele Hindernisse zu überwinden und gegen Vorurteile und Ablehnungen anzukämpfen. Ich wollte auch noch etwas über Transidente im Alter bzw. mit einem späten Comingout sagen, da diese zum Teil ähnliche Probleme haben, zum Beispiel mit den

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