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27.263 KB - Energetische Sanierung der Bausubstanz - EnSan

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die geplante Maßnahmen

die geplante Maßnahmen umgesetzt. Der Boden des Kindergartens erhielt eine 2 cm dicke Vakuumdämmung. Ferner wurden sämtliche, auskragende Wärmebrücken darstellende, Betonträger abgetrennt. Die Außenwände des Pfarrhauses wurden mit Vakuumdämmpaneelen gedämmt. Die Fenster des Kindergartens und des Pfarrhauses erhielten 3-fach-wärmeschutzverglaste Scheiben in Holzrahmen. Die Gebäude beziehen weiterhin Fernwärme, die sich seit der Umstellung des Heizkraftwerks auf Biomasse noch besser darstellt als vor der Sanierung. Kindergarten und Pfarrhaus wurden mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Ferner erhielten diese beiden Gebäude eine thermische Solaranlage zur Unterstützung der Trinkwarmwassererwärmung. Die Flächen auf dem Flachdach des Gemeindehauses wurden zur Installation von PV-Modulen genutzt. Nach Fertigstellung der Maßnahmen im Sommer 2005 begannen die Validierungsmessungen, die zum Jahresende 2007 zum Abschluss gebracht wurden. Die im Bericht ausgewerteten Daten beziehen sich auf die beiden Jahre 2006 und 2007. Die wichtigsten Erkenntnisse sind im Folgenden zusammengestellt: − Die integrale Planung ist die Vorraussetzung für die Durchführung eines solchen Vorhabens, das von der Standardsanierung deutlich abweicht. Es verlangt allerdings von den Beteiligten ein Engagement, das über das Gewohnte hinausgeht. Mitarbeiter von Planungsbüros, die solche Projekte im gewohnten Zeitrahmen durchführen müssen, geraten dabei in einen erheblichen Zeitdruck. Die integrale Planung muss ausreichend honoriert werden, dann steht den Mitarbeitern auch die notwendige Zeit zur Verfügung. − Durch die Dämmung der Hüllfläche wurde der spezifische Transmissionswärmeverlust H’ T der drei Gebäude jeweils über 50 % abgesenkt. Er liegt auch durchweg unter den Werten, die die EnEV 2002 vorgibt. − Durch die ausreichend bemessende Projektlaufzeit und den frühen Projektstart war es möglich, die Daten für ein komplettes Jahr vor der Sanierung bei vollem Betrieb zu erfassen. Die Gegenüberstellung des Verbrauchs und des berechneten Bedarfs zeigt, dass die Bedarfswerte jeweils über den tatsächlichen Verbrauchswerten liegen. Dies gilt sowohl für die Berechnung nach EnEV als auch für die durchgeführte Simulation. − Während der Bauausführung fand ein Mitarbeiterwechsel sowohl bei der Gebäudeplanung als auch bei der Anlagenplanung statt. Dadurch litt kurzfristig der Baufortgang, er konnte danach aber wieder zügig weitergeführt werden. Wie solche Situationen überbrückt werden können, hängt ganz entscheidend davon ab, wie ausführlich und ordentlich die fortlaufende Dokumentation in den verantwortlichen Büros gepflegt wird. − Die der eigentlichen Sanierung vorausgehende Abtrennung der auskragenden Betonbalken beim Kindergarten und beim Pfarrhaus stellte für die Bauausführenden kein Problem dar. Problematischer war die Abtrennung der 6 cm dicken Vorsatzschale am Pfarrhaus. Die Platten konnten nicht im Ganzen abgetrennt werden, sondern mussten in Stücke zerschlagen und einzeln abgenommen werden. − Der Einbau der Vakuumdämmplatten im Boden des Kindergartens verlief ohne Schwierigkeiten, da vorab eine exakte Vermessung der zu verlegenden Platten Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP-Bericht WB 140/2008 Abschlussbericht – Gemeindezentrum „Zum Guten Hirten“, Ulm 125

erfolgte. Schwieriger zeigte sich die Verlegung an den Außenwänden des Pfarrhauses. Die Unebenheiten der Wandoberfläche mussten zuerst mit einem Ausgleichsputz geglättet werden. Die anschließende Vermessung der Fläche erfolgte nicht exakt genug, so dass immer wieder Fugen von 1 bis 2 cm aufgetreten sind, die anschließend mit Polyurethan-Ortschaum ausgefüllt wurden. − Die wesentlichen Eingriffe in Bereich der Anlagentechnik war der Einbau der Lüftungsanlage im Kindergarten und Pfarrhaus. Im Kindergarten mussten die parallel zur Ost- und Westseite verlaufenden Betonstegträger durchbohrt werden, um die Zu- und Abluftleitungen unter zu bringen. Beim Pfarrhaus hingegen wurde die Flurdecke abgehängt. Die verbliebene Stockwerkshöhe ist gerade noch zu vertreten. − Die Luftdichtheit konnte zwar von 3,7 h -1 auf 1,8 h -1 beim Gemeindehaus und von 4,8 h -1 auf 2,7 h -1 beim Kindergarten sowie von 3,1 h -1 auf 0,6 h -1 beim Pfarrhaus reduziert werden, doch beim Gemeindehaus und beim Kindergarten ist das gewünschte Ziel, auf einen Wert von unter 1,5 h -1 zu kommen, nicht erreicht worden. Als die Öffnungen wie Fenster und Türen in der Außenhülle eingebaut waren und die Luftdichtheit schließlich gemessen werden konnte, war der Innenausbau so weit fortgeschritten, dass ein Rückbau nicht mehr möglich war. Die Luftdichtheitsmessung muss künftig vom Architekten und Bauleiter fest eingeplant und die Gewerke müssen aufeinander abgestimmt werden. − Die Heizgradtage waren in den Jahren 2006 und 2007 kleiner als der langjährige Mittelwert für den Standort Ulm gemäß VDI 3807. − Im ersten Winter 2005/2006 war die Einzelraumregelung noch nicht in Betrieb. Der Grund dafür ist, dass die Nutzer mangels Einweisung die Einstellung nicht vornehmen konnten. Die Bedienungsanleitung, die 3 DIN A 4 Seiten umfasst, lag zwar vor, sie ist aber für ungeschulte Nutzer kaum umsetzbar. Erst nach mehrmaligem Drängen von der Projektleitung fand dann eine Einweisung statt. Die Nutzer gaben aber an, dass sie nach längerer Pause sich erst wieder mit der Bedienungsanleitung auseinander setzen müssen, bevor sie die Bedienung wieder vornehmen können. Die Bedienung ist nicht selbsterklärend. Dies ist ein Mangel dieses Einzelraumregelungssystems. − Die Fensteröffnungszeiten nehmen in beiden Jahren jeweils mit zunehmender Außenlufttemperatur zu. Dies wurde bereits in vielen Demovorhaben festgestellt [5]. In den letzten Wintermonaten des Jahres 2007 liegen beim Kindergarten die Fensteröffnungszeiten deutlich unter den letzten Monaten des Vorjahres. Extrem hohe Fensteröffnungszeiten liegen im Erdgeschoss in Wohnung 2 mit über 9 h/d vor. Die Fensteröffnungszeiten im Pfarrhaus sind, verglichen mit den Öffnungszeiten der anderen Gebäude, relativ klein. − Durch die Messung der Oberflächentemperaturen im Schichtaufbau des Fußbodens konnte nachgewiesen werden, dass die Paneele, die messtechnisch erfasst wurden, während des Messzeitraumes intakt waren. Es wurden allerdings nur ca. 6 % der Paneele messtechnisch untersucht. Um das Langzeitverhalten sicher zu erfassen, müssten die Messungen noch einige Jahre weitergeführt werden. Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP-Bericht WB 140/2008 Abschlussbericht – Gemeindezentrum „Zum Guten Hirten“, Ulm 126

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