Aufrufe
vor 3 Jahren

Ein Plädoyer für die Erhaltung - Gesellschaft Historischer Neumarkt ...

Ein Plädoyer für die Erhaltung - Gesellschaft Historischer Neumarkt ...

Ein Plädoyer für die Erhaltung - Gesellschaft Historischer Neumarkt

Ein Plädoyer für die Erhaltung von Kelleranlagen im Bereich des Dresdner Neumarkts von Heinrich Magirius Wer in den vergangenen Monaten Gelegenheit gehabt hat, von den Gerüsten der wiedererstehenden Frauenkirche auf den Bereich des Dresdner Neumarkts herabzuschauen, konnte ein überraschendes Bild in sich aufnehmen. Es ist das Bild einer zerstörten »antiken« Stadt, das sich hier inmitten von Dresden dank der Forschungen des Landesamtes für Archäologie darbietet. Es ist ja gar nicht selbstverständlich, daß die Mittel für derartig umfassende Untersuchungen zur Verfügungen stehen und dass Fachleute gefunden werden, die in der Lage sind, wissenschaftliche Forschungen anzustellen und diese in kurz bemessener Zeit auch abzuschließen. Wir können darauf gespannt sein, welche Ergebnisse die Wissenschaftler für die Stadt- und Hausgeschichte zutage gefördert haben und erwarten mit Ungeduld eine entsprechende Publikation. Vor der Stadt Dresden stehen schwierige Entscheidungen: Bei der Einweihung der Frauenkirche im Jahre 2005 soll unter dem Neumarkt eine Tiefgarage geschaffen sein. Wenigstens einige der umliegenden Hausquartiere sollen den historischen Straßen- und Platzbegrenzungen entsprechend aufgebaut sein. Dabei ist an die alte Parzellenstruktur anzuknüpfen. Eine größere Anzahl von »Leitbauten« soll rekonstruiert werden. Das sind Häuser, von denen wertvolle Bauteile überliefert sind oder deren historische Zustände durch Pläne gut dokumentiert sind. Den schon gewonnenen Investoren sind die Chancen, die nicht nur für das Stadtbild, sondern auch für den wirtschaftlichen Nutzen in dieser Konzeption liegen, sehr wohl bewusst. Hier wird zu Füssen des wiederhergestellten Monumentalbaus ein Stadtgebiet entstehen, das sich diesem unterordnet, aber von dessen Ruhm in jeder Hinsicht »profitiert«. Nur bei vorsichtiger Zurückhaltung der umgebenden Bebauung ist die städtebauliche Wirkung der Frauenkirche garantiert. Diese Art der Bebauung des Neumarktbereiches ist nicht nur als »Erinnerung« an die verlorene Bürgerstadt Dresden zu verstehen, sondern sie ist schlicht die Konsequenz aus der Tatsache des Wiederaufbaus der Frauenkirche. Dem gegenüber sollen unterschiedliche Auffassungen über das Mehr oder Weniger von »Historisch« und »Modern« etwas in den Hintergrund treten, denn alles, was hier geschieht, geschieht am Anfang des 21. Jahrhunderts und ist ein Bekenntnis unserer Zeit, sollte also mit großem Verantwortungsbewußtsein entschieden werden. Keineswegs unwichtig hingegen ist es, wie viel historische Substanz gerettet und wieder verwendet wird. Dieses Prinzip des »archäologischen Wiederaufbaus« war und ist das Prinzip des Wiederaufbaus der Frauenkirche. Es sollte - gewiss in modifizierter Weise - auch bei der Wiederherstellung der Hausquartiere Beachtung finden. Das heißt, man sollte sorgfältig prüfen, welche der überlieferten Kelleranlagen erhalten und in die Neubauten eingefügt werden können. Das betrifft insbesondere die »Leitbauten«, denn selbstverständlich gehören die Keller nicht zu einer fernen Vorzeit, sondern bilden deren bauliche Sockel. In den bereits untersuchten Quartieren sind folgende Bauten zu »Leitbauten« erklärt: Neumarkt 2, Rampische Straße 1 und 7, An der Frauenkirche 13 und 16. Hier muss auf die Erhaltung und Verwendung der Keller unbedingt bestanden werden, weil sonst die Rekonstruktion der Bauten denkmalpflegerisch nicht verantwortet werden könnte. Wesentliche historische Substanz ist mit diesen Kellern überliefert. Die sich daraus ergebenden konstruktiven Probleme sind den Aussagen von Statikern zufolge lösbar. Aber über diese Fälle hinaus müsste das Problem von allen zuständigen Gremien noch einmal gründlich durchdacht werden. Wir maßen uns nicht an, alle Argumente, die auch gegen die Erhaltung von Kellern sprechen, zu überblicken. Offensichtlich haben die Kelleranlagen zwischen Landhausstraße und An der Frauenkirche mehr durch langes Freistehen und durch Grundwasser als durch die »Flut« sehr gelitten. Hier wären die Keller des Hauses An der Frauenkirche 20 und einzelne Keller der Häuser Landhausstraße 1 und 3 als herausragende Beispiele zu nennen. Neben dem »Weigelschen Haus« besitzt das Eckhaus Neumarkt 3 besonders stabil erscheinende Keller. Da gerade erst erforscht, bietet sich östlich der Frauenkirche eine Hausgruppe zu vollständigen Erhaltung ihrer Keller geradezu an, neben denen der genannten »Leitbauten« die Keller von Rampischer Straße 3 und 5, An der Frauenkirche 14 (Haus zur Glocke), Salzgasse 7 und 8. Was ist an diesen Kellern so bemerkenswert? In jedem Fall reagieren sie grundrisslich auf die Hausanlage selbst, geben Kunde von dem sozialen Status der Erbauer und »erzählen« von den im 16. bis 18. Jahrhundert üblichen Bautechniken und in einigen Fällen vom Brand am 13. Februar 1945. Meist sind es erst nach 1945 eingeschlagene Tonnengewölbe, bestehend aus »Sandsteingrundstücken«, die in den verschiedenen Jahrhunderten unterschiedlich zugerichtet und verbaut worden sind. Kellertüren und Treppenläufe in mannigfacher Ausbildung sind steinerne Urkunden der Geschichte unserer Stadt, die sich anschickt, das Jubiläum ihrer ersten Nennung

Exposé Quartier VI - Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden eV
Profilierung findet Stadt - Gesellschaft Historischer Neumarkt ...
Plädoyer für neue Wege in der politischen Streitkräfteplanung - VSWW
Die Lindström-Story - Gesellschaft für Historische Tonträger
02 / 09 Ein Plädoyer für die Stärkung von prozessualer Qualität, Teil 1
Gesellschaft für Informatik 13.04.2011 - GI Regionalgruppe Köln
Untitled - Deutsche Gesellschaft für Völkerkunde
20.11.2004 – Ein Feldbesuch - Schweizerische Gesellschaft für ...
Mitteilungen der Gesellschaft für Landeskunde Oberösterreichischer ...
Mitteilungen - Norddeutsche Gesellschaft für Otorhinolaryngologie
Zukunft am Meer - BIS Bremerhavener Gesellschaft für ...
SchnupperkurS für hiStoriScheS fagott und oboe ... - Susanne Regel
Pläne für die nachhaltige urbane Mobilität – Planen für Menschen
Unser Flyer für November/Dezember 2007 - Historische Kleinkälte ...
denkmalsallee 110 - DGG - Deutsche Gesellschaft für Grundbesitz AG
Vorprogramm_07_Druck.pdf - Österreichische Gesellschaft für ...
Unternehmen in China - Gesellschaft für Unternehmensgeschichte eV
Programm - Österreichische Gesellschaft für Senologie
Clusterpolitik - HWF Hamburgische Gesellschaft für ...
MEDIZIN - Deutsche Gesellschaft für Pneumologie
Auf der Flucht vor dem Klima - Deutsche Gesellschaft für die ...
Untitled - Österreichische Gesellschaft für Neurologie
Programm herunterladen - GNP Kongressportal. Gesellschaft für ...
Mitteilungen 2010 - Norddeutsche Gesellschaft für ...
Programm - Österreichische Gesellschaft für Arbeitsmedizin
Programm - Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie
Weiterbildungsstandards der DGfB - Deutsche Gesellschaft für ...
Hauptprogramm Kurzfassung.pdf - Österreichische Gesellschaft für ...
Flyer Symposium - Institut für Kirche und Gesellschaft
programm - Österreichischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin