Ansehen - Evangelische Kirchengemeinde Nierstein

martinskirche.nierstein.de

Ansehen - Evangelische Kirchengemeinde Nierstein

Gemeindebrief

der Evangelischen Kirchengemeinde zu Nierstein

www.martinskirche-nierstein.de

II / 2009

Gemeinde der EKHN*

Jesus sprach nie eine größere Wahrheit aus, als da er sagte,

die Weisheit komme aus dem Mund der kleinen Kinder.

Mahatma Gandhi


Inhalt

3 Monatsspruch Oktober

8 Neues aus dem Kirchenvorstand

16 »Was haben Sie sich dabei gedacht, Herr Calvin?«

17 Dankesbrief von Bethel

18 Selbsthilfegruppe für Suizidtrauernde

19 Wenn es nicht für alle reicht, springen die Armen ein.

20 Was man sich nicht zu verdienen braucht

21 Gestern ist etwas Furchtbares passiert!

21 Kinderarmut

22 »Menschlichkeit braucht Unterstützung«

23 Die Wahl ist getroffen

26 Engel – weiterhin unterwegs?

28 Der Teufel – lebt der eigentlich noch?

30 Wenn sich das Leben umkrempelt

31 Öffnet Euch!

32 Bio-Kakao macht groß und stark

35 Zum Weltgebetstag aus Kamerun am Freitag, 5. März 2010

38 www.martinskirche-nierstein.de – unsere Homepage

40 Freud und Leid in der Gemeinde

42 Kinderseiten

45 That’s why I sing

46 JOY – Weihnachtskonzert mit popCHORn

48 Mitarbeiterbrunch

49 Erntedankfest

50 Gottesdienstordnung bis 12/09

51 Kassettendienst; Kirchenvorstand;

Gottesdienst im Johanneshaus

52 Die Woche auf einen Blick

53 Impressum


Monatsspruch Oktober

von Richard Dautermann

Gott spricht: Ich schenke ihnen ein anderes Herz und

schenke ihnen einen neuen Geist. Ich nehme das Herz von

Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch.

Hesekiel 11,19

Am 3. Dezember 1967 hat Prof.

Barnard in Südafrika die erste

Herztransplantation durchgeführt.

Unheimlich war mir das

schon als Jugendlicher damals,

mein 13. Geburtstag stand vor

der Tür. Unheimlich, weil das

Herz, das ist doch nicht nur eine

Pumpe oder doch?

Das Herz (lateinisch-anatomisch

das Cor, griechisch-pathologisch

die Kardia, καρδια oder latinisiert

Cardia) ist ein muskuläres

Hohlorgan, das mit rhythmischen

Kontraktionen das Blut

durch den Körper

pumpt und so die

Durchblutung

aller Organe

sichert. Dabei

arbeitet es genauso

wie jede Pumpe,

indem es die

Flüssigkeit (Blut)

ventilgesteuert aus Blutgefäßen

(Hohl- bzw. Lungenvenen)

ansaugt und durch ein anderes

Blutgefäß (Truncus pulmonalis

bzw. Aorta) ausstößt.

Es gibt verschiedene Filme über

Transplantationen von Herzen

und die Probleme, die Menschen

damit haben. Ist das Herz nicht

mehr als die Pumpe?

Wilhelm Busch, deutscher

Zeichner und Dichter sagt

zum Herzen: »Bald klopft vor

Schmerz und bald vor Lust, das

rote Ding in meiner Brust.«

Auch das hat

beides natürlich

irgendwelche

anatomische

Erklärungen. Es

gibt aber auch das

Herz, das in Bäume

geritzt wird,

das unter Briefe

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gemalt wird und das in der Werbung

z.B. den Valentinstag verkündet.

Das Herz ist Symbol.

Die Liebe und die Gefühle überhaupt

stecken in dem Symbol

des Herzens. »Bei Herzlosen

schlagen die Hände.« (Erhard H.

Bellermann).

Als herzlos gilt, wer seine Inter -

essen durchsetzt ohne auf

andere und deren Gefühle zu

achten. Die gibt es zuhauf in

unserer Gesellschaft und das

Wirtschaftssystem, in dem wir

leben, belohnt diese Denk- und

Handelsweise. Den Reichen und

Schönen, zumindest halten sie

sich dafür, werden ganze Zeitschriften

oder tägliche Fernsehsendungen

gewidmet. Einen

Fußballverein zu besitzen, gilt in

unserem Land als besonders

ehrenwert. Auch wenn ich das

nicht verstehen kann, so gab es

das wohl auch schon zu Zeiten

der Bibel, des Alten Testamentes,

zur Zeit des Propheten Hesekiel

(der wirkte in der babylonischen

Gefangenschaft etwa von

593 v. Chr. – 571 v. Chr.). Gegen

wen er hier wettert, ist nicht

eindeutig. Er wettert gerne und

meist gegen seine Landsleute,

die mit ihrer Hartherzigkeit die

Strafe Gottes auf sich gezogen

haben, so dass sie nach Babylon

verschleppt wurden.

Er lässt Gott sprechen, dass er

ihnen ein anderes Herz und

einen anderen Geist gebe. Das

Herz aus Stein aus der Brust zu

nehmen und ein Herz aus

Fleisch hinein zu geben. Einen

anderen Geist, das wünsche ich

mir in der »Krise«, wie sie nur

noch genannt wird. Die »Krise«

…, fast schon personifiziert: Sie

kam einfach und hat unsere

schöne Weltwirtschaft so mir

nichts dir nichts einfach in sich

hineingestoßen, in die Krise.

Tausende von Menschen haben

sich bereichert über viele Jahre.

Es wurde an der Börse Geld

gehandelt, das es gar nicht gibt.

Viermal soviel Geld, als es materiellen

Gegenwert gibt, wurde

auf dem Geldmarkt gehandelt

und dabei wurden viele (allerdings

in echt) reich. Das Geld,

das es ja gar nicht gibt, landete

auf den Bankkonten vieler, die

sich damit bereicherten.

Kaum jemand stellt sich die

Frage nach den Ursachen dieser

Krise, nach den schier unglaublichen

Verhältnissen im gesamten

Geldsystem:

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– Wie kann es sein, dass vor

allem in den USA Tausende

Milliarden von Krediten vergeben

wurden, deren Rückzahlung

von Anfang an mehr als

unsicher war? In dieser sog.

Subprime-Blase (Immobilienblase)

stecken alleine etwa

2.000 Milliarden Dollar fauler

Kredite. Dies ist jedoch nur

die Spitze des Eisbergs an

faulen Konsumkrediten. Die

Krise hat sich bereits seit

langem auf die Kreditkartenund

Automobil-Kredite ausgedehnt.

– Wie konnte der gesamte

Schuldenberg der USA (aber

auch in Europa und in aller

Welt) solch astronomische

Ausmaße annehmen? Die

Gesamtverschuldung der USA

(Staat plus Wirtschaft plus

Haushalte) beläuft sich auf die

unvorstellbare Summe von

etwa 48.000 Milliarden US$.

In 1-Dollar-Scheinen aufgestapelt

ergäbe dies einen 4,8 Millionen

Kilometer hohen Turm,

der 120-mal um den Erdäquator

oder mehr als 12-mal zwischen

Erde und Mond reichen

würde! Oder über die Landfläche

der Welt verteilt: mehr

als drei Dollarnoten auf jedem

Quadratmeter Erde ... Entschuldigung,

aber das ist doch

Wahnsinn.

– Wie konnten sich auf der

anderen Seite – in den Händen

weniger – genauso große Vermögen

ansammeln, die nach

Anlage- und Spekulationsmöglichkeiten

suchen: bis vor

kurzem in den Immobilien-,

nun in den Lebensmittel - und

Rohstoffmärkten. Die Besitzer

dieser Vermögen trachten

nach ständig größeren Renditen

und wollen immer noch

reicher werden. Dabei ist be -

reits ein Vermögen von »nur«

einer Milliarde fast unvorstellbar:

Beispielsweise kann ein

Euro-Milliardär und seine

Nachkommen 2.000 Jahre lang

täglich fast 1.400 Euro ausgeben,

bis die Milliarde aufgebraucht

ist – ohne Zinsen! Bei

einer Rendite von ca. 15%

(durchschnittlicher Jahreszuwachs

eines Milliardärs laut

Forbes-Magazin) kann er/sie

täglich über 400.000 Euro ausgeben,

ohne dass das Vermögen

kleiner wird!

Unsere Politiker haben keine

andere Idee, und vielleicht gibt

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es ja wirklich im Moment keine,

als das alte System wieder zum

Laufen zu bringen. Mir macht

das eher Angst. Ich würde lieber

einem Hesekiel folgen. Ich

glaube, wir brauchen ein anderes

Herz und einen neuen Geist. Ich

freue mich, wenn Gott den

schenkt.

Vergleiche ich mal für einen

kurzen Moment unseren Staat

mit meinen Familienfinanzen,

wie sieht das dann aus: Sagen

wir mal, ich habe 250.000 Euro

Schulden für mein Haus und

zahle monatlich viel Geld

zurück. Im Jahr darauf geht

mein Auto kaputt, außerdem

schenkt mir doch der Staat eine

ganze Menge, wenn ich sagen

wir mal 25.000 Euro für einen

schönen Neuwagen ausgebe, der

ist ja dann auch viel ökologischer

und auch noch sicherer.

Im nächsten Jahr ist die Heizung

dran, ja gut, das muss ja sein:

15.000 Euro ist nicht zu viel für

so eine Superheizung. Okay,

Großbildfernseher und Stereoanlage,

da will man sich ja auch

nicht lumpen lassen, gibt es ja

auch schon für fast 0% beim

Händler. Ich kaufe heute und

fange erst nächstes Jahr an

zurückzuzahlen. Ist doch klasse.

Bei den Möbeln ist es ähnlich

und ich schufte ja den ganzen

Tag, da muss zweimal im Jahr

ein anständiger Urlaub drin sein.

Kostet ja auch nicht mehr die

Welt. Wenn mein Geld nicht

reicht, einen Kredit zu bekommen

ist ja ganz easy. Das führt

sehr schnell zu einer Privatinsolvenz

– Ich bin pleite. Über

100.000 Privatinsolvenzen gab

es im Jahr 2007 in Deutschland.

Der Staat kann sich das leisten,

meinen manche, ich sehe das

nicht.

Ich nehme das Herz von Stein

aus ihrer Brust und gebe ihnen

ein Herz von Fleisch.

Ich spreche von der Monatslosung

also von einem Bibelvers,

nicht von Geldgeschäften. Die

Geldgeschäfte könnten mir egal

sein und Milliardäre sollen ruhig

ihren Pudeln brillant-besetzte

Halsbänder kaufen. Das könnte

mir doch wirklich egal sein,

wenn damit nicht eine Haltung

deutlich würde. Wenn damit

nicht der Wunsch so vieler Menschen

verbunden wäre, genauso

reich zu werden. Fragen Sie

Jugendliche, was sie mal werden

wollen – ehrlich, dann sagen die

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meisten: »Reich!«

Dass sie gesund und

glücklich sind, ist

dabei natürlich,

selbstverständlich

vorausgesetzt. Ge -

sundheit und wirkliches

Glück haben

mit den Geldwerten

nichts zu tun, aber

darum geht es.

Es geht um die

Beziehungen, die wir pflegen in

der Familie, im Freundeskreis,

in der Nachbarschaft und bei der

Arbeit. Damit ist es in unserer

Gesellschaft nicht sonderlich

bestellt. Da ist die Armut groß.

Der Mensch ist ein

soziales Wesen. Im

DU wird das ICH

erst wirklich sichtbar.

Dabei ist ein

Herz aus Fleisch sehr

viel wichtiger und

auch mit mehr

Glück besetzt, als

ein dickes Bankkonto,

aber ein Herz

aus Stein. Danke

Gott, dass du es gibst.

Herzlichst,

Ihr Pfarrer

Ein Zugang zum Kreuz

Dass ich mich dem

leidenden Mitmenschen zuwende –

und so in Berührung komme mit ihm,

der alles Leid der Welt

ans Kreuz getragen hat.

7


Neues aus dem Kirchenvorstand

von Friedolf G. Schütz

Das Jahr 2009 ist wirklich ein

ereignisreiches Jahr. Für uns

als Rheinland-Pfälzer sowieso –

denn kaum haben wir die

Europa- und Kommunalwahlen

am 7. Juni überstanden, schon

stehen am 27. September die

Bundestageswahlen an, die uns

schon wieder zur Wahlurne

streben lassen – dazwischen

nicht zu vergessen die Kirchenvorstandswahl

– also ein wahrer

Wahlmarathon, bei dem kumuliert

und panaschiert werden

konnte.

Vorbei die Zeit, in der man jeden

Tag in der Allgemeinen Zeitung

nur die Gesichter unserer Kommunalpolitiker

bestaunen konnte.

Die Kommunalpolitik ist

zurzeit im Hinblick auf gelebter

Demokratie sicherlich interessanter,

als die Bundespolitik, bei

der man das Ringen um neue

Perspektiven und Ideen fast vermisst.

Haben sich die Politiker

nun auch gänzlich angepasst

und bieten ein Einheitsbild, das

es in einer Demokratie eigentlich

nicht geben sollte? Gibt es

noch die Politiker mit Profil –

die sich offen in den Wind stellen

und auch einmal Ecken und

Kanten zeigen? Der Bundestagswahlkampf

ließ davon nichts

erkennen.

Die letzten Monate waren ge -

prägt von Finanzkrise, die vielen

die Sorgenfalten in die Stirn trieben.

Auch die ein oder andere

Landeskirche hat hier Anlagegelder

in Millionenhöhe in den

Sand gesetzt.

Trotz der Tatsache, dass etliche

Protagonisten der Finanzwelt

wieder weitermachen, als wäre

nichts passiert, gibt es zum

Glück auch andere Stimmen, die

sich zu Wort melden und einen

ethischen Kapitalismus fordern.

Doch diese Tendenzen gab es

schon sehr viel früher.

Im Jahr 2009 feiern wir auch den

500. Geburtstag von Johannes

Calvin, dem französischen

Humanisten und Wegbereiter der

protestantischen Reformation.

Dank seiner Tätigkeit konnten

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sich die Ideen der Reformation

schon früh weit über den

deutschsprachigen Raum von

Luther und Zwingli hinaus verbreiten.

Er beteiligte sich aktiv

an der Reorganisation der politischen

und sozialen Institutionen

und versuchte, die Gesellschaft

auf ein solides ethisches Fundament

zu stellen. Er demokratisierte

die Kirchenämter und

durchbrach das Machtmonopol

des Bischofs und des Priesters.

Er führte die Ämter des Diakons,

der Ältesten (heutiger Kirchenvorstand)

und des theologischen

Lehrers ein. Ganz oben stand bei

ihm der Gerechtigkeitssinn

innerhalb der Gesellschaft –

Glauben und Tun sollten für

einen Christenmenschen ganz

oben an stehen.

Die Ursachen der derzeitigen

Krise sind vielfältig – aber kann

es sein, dass man noch vor wenigen

Monaten von der schwersten

Wirtschaftskrise nach dem

2. Weltkrieg gesprochen hat und

nun bereits nach kurzer Zeit

verkündet, dass alles wieder in

Ordnung sei.

Der Bürger hat offensichtlich gar

nichts von der Krise mitbekommen

und konsumiert wie selten,

der Abwrackprämie sei Dank.

Kein Wunder, wenn der Staat

sich über beide Ohren verschuldet,

um die Wirtschaft anzukurbeln.

Das Zauberwort heißt

»deficit spending – die Wirtschaft

über Kredite anschieben,

um dann über wieder sprudelnde

Steuereinnahmen diese wieder

zurückzahlen zu können. Aber

wird dies gelingen?« Man

spricht ja schon wieder von

zusätzlichen Steuersenkungen.

Natürlich ist es richtig in dieser

einmaligen Krise etwas zu tun,

um noch Schlimmeres zu vermeiden,

aber teilweise treibt

dies schon seltsame Blüten und

führt zu unnötiger Verschwendung

von Geldern. Die fragwürdige

Devise lautet allerorten –

die Gelder aus Konjunkturpaket

und Ökofonds sind doch da,

warum sollten wir sie also nicht

in Anspruch nehmen?

Auch wir als Kirche profitieren

natürlich von diesen vielfältigen

Fördertöpfen und können beispielsweise

unser neues Projekt

einer Krippengruppe in der

Evangelischen Kindertagesstätte

realisieren, aber auch hier sollte

man darauf achten, dass man

mit den Geldern sorgsam

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umgeht – gerade wir als Kirche

sollten hier eine Vorbildfunktion

übernehmen.

In der Kindertagesstätte Morgenstern

werden wir eine zusätzliche

Krippengruppe implementieren

– darüber hinaus werden

im bestehenden Altbau erhebliche

Renovierungsarbeiten notwendig

– all dies zusammen

wird ein Volumen in Höhe von

mindestens 500.000 Euro haben.

Wahrlich eine Investition in die

Zukunft, zumal keiner so genau

voraussagen kann, wie sich die

Anzahl der Kinder in den nächsten

Jahren entwickeln wird.

Sicherlich ist Nierstein ein

bevorzugter Standort, trotzdem

sollte man nicht verkennen,

dass noch im Jahr 1998 ca. 2,5

Mio. Kinder in Deutschland den

Kindergarten besuchten und dies

im Jahre 2015 nur noch 1,8 Mio.

sein werden. Es wird zu einer

Konkurrenz unter den Kindertagesstätten

kommen, bei der nur

derjenige die Nase vorn haben

wird, der ein einmaliges und

unverkennbares Profil aufweist.

Zurück zum Kirchenvorstand –

im Juni für weitere sechs Jahre

neu gewählt, wird der neue Kirchenvorstand

Anfang November

in sein Amt eingeführt. Wir werden

uns neu sortieren und jedes

Mitglied des Kirchenvorstandes

wird seine Arbeitsschwerpunkte

für sich definieren, jeder nach

seinen Fähigkeiten und Interessen.

Bereits in der Juli-Sitzung

wurden die neu hinzugekommenen

Mitglieder eingeladen, um

schon einmal in die neue Aufgabe

hineinzuschnuppern.

Auch die Ausschüsse werden

sicherlich für die nächsten Jahre

personell teilweise neu besetzt

werden. Wir werden Bilanz ziehen

und die Arbeit für die nächsten

Jahre neu definieren. Am 11.

September hat der Kirchenvorstand

bereits zu einem gemeinsamen

Treffen von Kirchenvorstand,

sämtlichen Kandidaten

(gewählte und nicht gewählte)

und den Verantwortlichen der

derzeitigen Ausschüsse ins JoBu-

Ha eingeladen. Hier konnten wir

in einem ersten Gedankenaustausch

erste Ansätze für die

Zukunft anreißen.

Die Ausschüsse werden vom

Kirchenvorstand bestellt und

haben die Aufgabe, Entscheidungen

des Kirchenvorstands vorzubereiten

und somit zu entlasten.

Eine sachgerechte Vorbereitung

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erfordert sehr viel Zeit und teilweise

spezielle Kenntnisse und

Erfahrungen. Dies kann der Kirchenvorstand

im Plenum nicht

leisten. Wichtig ist uns auf jeden

Fall, dass nicht nur Mitglieder

aus dem Kirchenvorstand an der

Ausschussarbeit mitwirken,

sondern dass wir viele Gemeindeglieder

für diese Arbeit begeistern

können. Ausschüsse sind

sowohl ein Bindeglied innerhalb

der Kirchengemeinde, als auch

zu den unterschiedlichsten

Gruppen unserer Gesellschaft.

Trotz Handy, Internet und E-

Mail stellen wir fest, dass wir oft

zu wenig miteinander kommunizieren

– reden wir also miteinander.

Ausschüsse haben die

Aufgabe, gewisse Dinge zu

synchronisieren und hier treten

dann durchaus mehrere Ausschüsse

gleichzeitig in Erscheinung.

Nehmen wir einmal die Jugendarbeit

– hier leistet der CVJM

seit Jahrzehnten eine ausgezeichnete

Arbeit. Aber wie finden

beispielsweise Konfirmanden

Anschluss an die Gruppen

und Kreise des CVJM? Der eine

interessiert sich vielleicht nur

für Sport und ist montags beim

CVJM Sport gut aufgehoben.

Andere suchen möglicherweise

Anschluss an einen Jugendkreis

oder möchten sich sogar als Mitarbeiter

einbringen. Hier könnte

mit Sicherheit ein Jugendausschuss

weiterhelfen, bei dem

verantwortlicher Pfarrer, CVJM

und andere an einem Tisch

sitzen könnten, um eine Verbindung

zu knüpfen.

Oder der Ökumeneausschuss –

er ist das Bindeglied zur Katholischen

Kirchengemeinde und

plant gemeinsame Aktivitäten.

Der Musikausschuss – er könnte

beispielsweise Kontakte zu

Chören anderer Gemeinden

knüpfen und ein gemeinsames

Konzert im Rahmen eines Gottesdienstes,

natürlich in Zusammenarbeit

mit dem Gottesdienstausschuss,

planen.

Beim Kindertagesstätten-Ausschuss

laufen sehr viele Fäden

zusammen. Er ist verantwortlich

für das Konzept und die

christliche Ausrichtung unserer

Einrichtung. Die Arbeit sollte

jedoch auch schon mit der

Grundschule abgestimmt sein –

die Basis wird in unserer KiTa

gelegt. Vielleicht können wir die

Kinder auch für Kindergottes-

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dienst oder Jungschar begeistern

– auch hier sitzen dann die entsprechenden

Mitarbeiter mit am

Tisch. Die Kinder in unserer

KiTa haben aber auch Eltern –

vielleicht können wir diese auch

für die unterschiedlichsten

Angebote in unserer Gemeinde

begeistern.

Natürlich darf auch der Bauausschuss

in der KiTa nicht fehlen,

denn hier wird immer viel

gebaut.

Wir als Evangelische Kirchengemeinde

haben natürlich auch

eine gesellschaftspolitische Verantwortung

und sollten zu den

unterschiedlichsten Gruppen

innerhalb der kommunalen

Gemeinde Kontakte pflegen.

Sie sehen also – die Möglichkeiten

der Zusammenarbeit und

Verflechtungen, das Spinnen von

Fäden ist unendlich erweiterbar.

Machen wir es jedoch nicht zu

kompliziert – reden wir einfach

miteinander und tauschen Ideen

aus. Machen wir Verbesserungsvorschläge

und loben Sie, was

gut gelaufen ist. Und vor allen

Dingen – zeigen Sie Bereitschaft

sich auch aktiv einzubringen.

Verständlicherweise können und

möchten sich in diesen Tagen

viele Menschen aus Zeitgründen

nicht langfristig in einer Sache

eingebunden wissen. Vielleicht

wäre dann ein zeitlich begrenztes

Projekt für Sie das richtige.

Beispielsweise konnten wir in

der Vergangenheit in der KiTa

gemeinsam mit den Eltern dem

Außengelände immer wieder

neuen Glanz verleihen. Es macht

Spaß, man tut etwas zum Wohle

der Kinder und man lernt sich

untereinander besser kennen.

Auch der jährlich stattfindende

Gospel-Workshop ist ein Projekt,

bei dem Sie innerhalb von

wenigen Tagen vom Lernenden

zum Mitarbeiter werden können,

denn Sie gestalten den gemeinsamen

Gottesdienst, der am

Ende dieses Wochenendes stehen

wird.

Also – lassen Sie sich begeistern

und spinnen Sie mit an diesem

Netz.

Auch bei der Besetzung der

Pfarrstelle II können wir nun

offiziell Vollzug melden. Dekan

Michael Graebsch, der bisher

mit seiner halben Stelle die

Gemeinden Dolgesheim und

Weinolsheim betreute, wird

offiziell ab 1. Februar 2010 zu

uns stoßen. Wir hoffen auf eine

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gute und harmonische Zusammenarbeit.

Im Zuge dessen wird dann auch

das Pfarrhaus von Familie

Graebsch bewohnt werden. Das

Pfarrbüro wird dann ins Johannes-Busch-Haus

umziehen.

Somit wird das Pfarrhaus ebenfalls

renoviert werden. Die

Kosten dieser sogenannten

Vakanzrenovierung werden derzeit

noch kalkuliert. Die Renovierungsarbeiten

werden sicherlich

bis weit ins Jahr 2010

andauern.

Fehlt eigentlich nur noch das

Johannes-Busch-Haus, das

schwerpunktmäßig im alten Teil

ebenfalls saniert werden muss –

hier bringt sich der CVJM dankenswerterweise

bereits jetzt

schon sehr stark mit Eigenleistung

ein.

Fast könnte der Außenstehende

glauben, dass der Kirchenvorstand

eher das Leitungsorgan

einer Immobiliengesellschaft ist

und nicht die originäre Aufgabe

als Leitungsorgan einer Gemeinde

inne hat – dies sollte dauerhaft

so nicht sein.

Unser Ziel ist eigentlich seit

Jahren ein anderes – wir möchten

die Botschaft von Jesus in

diese Gemeinde tragen und noch

mehr Menschen ansprechen und

in ihren Nöten begleiten. Der

sonntägliche Gottesdienst soll

der Mittelpunkt unserer Ge -

meinde sein und entsprechend

attraktiv gestaltet werden.

Als ich und meine Frau in diesem

Sommer einige Tage in

Dresden verbracht haben und

das Geläut der Frauenkirche

über der Stadt zu hören war,

wurde mir wieder klar – Glocken

sind gewissermaßen das akustische

Symbol für die Verkündigung

der christlichen Botschaft.

Sie rufen zum Gottesdienst,

geben den Tagesrhythmus an –

früher sehr viel stärker als heute.

Sie stehen für Zeit, Ewigkeit

und Vergänglichkeit, aber auch

für Gemeinschaft. Die ersten

Glocken tauchten vor zirka

5000 Jahren in China auf. In den

Mönchsgemeinschaften des

frühen Christentums läuteten

die Glocken, um den Tag zu

gliedern. Zu den sieben Gebetszeiten

rief die Glocke die Mönche

zur Gemeinschaft. Diese

Funktion wurde bald auf christliche

Gemeinden ausgedehnt.

Die Glocken sollten den Tag der

Christen ordnen und sie zum

13


gemeinsamen Gebet versammeln.

Die Herstellung von

Glocken ist eine komplexe

Angelegenheit. Das »Lied von

der Glocke« von Friedrich Schiller

gibt uns hier einen tollen

Einblick. Am Anfang heißt es

hier: »Fest gemauert in der

Erden steht die Form, aus Lehm

gebrannt. Heute muss die

Glocke werden, frisch, Gesellen,

seid zur Hand. Von der Stirne

heiß, rinnen muss der Schweiß.

Soll das Werk den Meister loben,

doch der Segen kommt von

oben.« Dass die Menschen ihren

Glocken Namen geben, zeigt,

welch enge Beziehung die Menschen

zu ihren Glocken hatten

und immer noch haben. Glocken

rufen zum Gottesdienst, zur

Gemeinschaft. Das möchten

auch die Glocken der Martins -

kirche in Nierstein tun. Auch

die 3 Glocken der Martinskirche

in Nierstein weisen Inschriften

auf. Auf der kleinen Glocke mit

einem Gewicht von sechs Zentnern

kann man lesen: »Aus

tiefer Not schrei ich zu Dir.«

(Psalm 130). Bei der mittleren,

die 11 Zentner auf die Waage

bringt, lautet die Inschrift:

»Lobe den Herren meine Seele

und vergiss nicht, was er Dir

Gutes getan hat.« (Psalm 183,2).

Bei der großen Glocke mit 22

Zentnern heißt es: »Einen anderen

Grund kann niemand legen,

außer dem, der gelegt ist, welcher

ist Jesus Christus« (1. Kor.

3.11). Irische Mönche verbreiteten

im 5. und 6. Jahrhundert

n.Chr. Glocken in Europa. Die

Übernahme der Glocke durch

das Christentum war sicherlich

entscheidend geprägt durch die

Glöckchen am Saum des

Gewandes, das der Hohepriester

Aaron trug. (nachzulesen in

2. Mose, 28). Im zweiten Jahrhundert

wurde die Glocke als

Symbol der Verkündigung des

Evangeliums durch die Evangelisten

und Apostel gedeutet.

Entsprechend erscheinen auf

den frühen Glockeninschriften

vor allem Namen der Evangelisten.

Die Glocken rufen uns zur

Gemeinschaft – folgen wir ihnen.

Unsere heutige Gesellschaft ist

geprägt von Aktivismus. Dabei

stellen wir fest, dass immer

mehr Menschen an ihre Grenzen

stoßen und innerlich ausgebrannt

sind. In der Gemeinschaft

der Christen können wir

Ruhe und Orientierung finden.

14


Auch wir als kirchliche Mitarbeiter

sollten hier einmal innehalten

und über das nachdenken,

was wir tun und bewegen.

Die Aufgaben, die uns Gott

anvertraut, sollten wir mit Freude

tun – sie sollten nicht zur

Mühe werden. Vielleicht sollte

man auch einmal Verantwortung

abgeben, da auf diese Weise

neue Talente entdeckt werden

können – Prioritäten neu setzen.

Weniger ist wahrscheinlich oftmals

mehr. Knüpfen wir doch

einfach auch Kontakte zu Menschen,

die vielleicht auch einmal

eine Aufgabe übernehmen

möchten – z.B. im Besuchsdienst,

in der Jugendarbeit oder

auch in der Ökumene. Apropos

Ökumene – das Ökumenische

Gemeindefest 2009 wurde allgemein

sehr gut aufgenommen –

der Besuch war sehr gut und der

neue Termin Pfingstmontag

ist trotz einiger

Bedenken kein Problem.

Zum Schluss noch einmal

zurück zu den

Fäden, die wir spinnen

wollen und sollen – hier

fällt mir das Lied des

christlichen Liedermachers

Clemens Bittlinger

ein – hier nur der Refrain

und die 1. Strophe.

»Gott spannt leise feine Fäden,

die Du leicht ergreifen kannst.

Gott spannt leise feine Fäden,

die Du leicht ergreifen kannst.

Sieh doch einen Anfang, wo Du

wirklich helfen kannst und

durch Deine Hilfe dir den Weg

zum anderen bahnst. Sieh doch

einen Anfang und fang zu helfen

an.«

Ich denke, dass Gott uns immer

wieder neue Wege und Möglichkeiten

anbietet, die wir nur

ergreifen müssen. Gemeinsam

sind wir stark – an einem Strang

ziehen, um in der Gemeinde

etwas zu bewegen und zu gestalten.

Deshalb – gehen Sie aufeinander

zu und wagen Sie einen

neuen Anfang.

Ihr Friedolf G. Schütz

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»Was haben Sie

sich dabei gedacht,

Herr Calvin?«

Calvin-Fenster in der Katharinenkirche

Gottesdienst zum Reformationsfest

am 31. Oktober 2009 um 20.00 Uhr

in der Katharinenkirche

Wussten Sie, dass Johannes

Calvin der »Erfinder« des Kirchenvorstands

ist?

Wussten Sie, dass Johannes

Calvin in diesem Jahr seinen

400. Geburtstag feiern würde?

Wussten Sie, dass Johannes

Calvin viel mehr war als nur

»Luthers finsterer Bruder«?

Wir laden Sie herzlich ein,

diesen großen Protestanten im

Rahmen eines festlichen Gottesdienstes

am Reformationstag

besser kennen zu lernen.

Am Vorabend des 1. November,

des Tages, an dem unsere neuen

Kirchenvorstände in ihre Ämter

eingeführt werden, wollen wir

den Schweizer Reformatoren

einmal persönlich befragen:

Warum, Herr Calvin, ist Ihnen

so wichtig gewesen, dass es in

unserer Kirche demokratische

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Strukturen gibt? Wozu haben Sie

den Kirchenvorstand erfunden

und die Synoden? Was haben Sie

sich dabei gedacht?

Johannes Calvin wird »persönlich«

auf unsere Fragen antworten.

Mit Worten aus seiner be -

rühmten »Institutio Christianae

Religionis« und aus seinen Briefen.

Zugleich werden Kirchenvorsteher

und Kirchenvorsteherinnen

von ihren Erfahrungen in

den demokratischen Gremien

unserer Kirche und von ihren

Plänen und Hoffnungen für

unsere Gemeinden berichten.

Wir laden alle Gemeindeglieder

aus unseren Dekanatsgemeinden

herzlich ein, auf diesem

Wege den großen

Schweizer

Reformator kennen

zu lernen.

Zusätzlich laden wir

alle Interessierten am

1.9. und am 27.10.

jeweils um 19 Uhr zu

Chorproben für diesen

Gottesdienst ein

(Martin-Luther-Haus).


Dankesbrief von Bethel

Stiftungen v. Bodelschwinghsche Anstalten Bethel

Pastor Ulrich Pohl 33545 Bielefeld

Spendernummer: 6185087

Bethel, den 19.06.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Sachspende hat uns unversehrt erreicht. Herzlichen Dank für Ihre

Mühe und Ihre tatkräftige Unterstützung! Mit Ihrer Gabe bereiten Sie

bedürftigen und kranken Menschen eine Freude. Gern bestätige ich

Ihnen den Eingang der ca. 3000 kg Kleidung vom 10.06.2009.

Seit Anfang des Jahres erhalten Autofahrer beim Kauf von Neuwagen

»Abwrackprämien« für ihre alten Autos. Geschäfte werben damit, dass

sie ähnliche Prämien für alte Elektrogeräte zahlen, wenn neue Artikel

gekauft werden. All diese Maßnahmen sollen dem Erhalt tausender

Arbeitsplätze dienen.

Für Bethel haben gebrauchte und gut erhaltene Sachen seit vielen

Jahren einen anderen Wert. Sie werden nicht verschrottet, sondern aufgearbeitet

und weiter benutzt. Viele bedürftige Menschen freuen sich,

wenn sie gut gepflegte und dringend benötigte Dinge günstig erwerben

können. Die traditionelle Arbeit der Bethel Brockensammlung sichert

zudem auch in Krisenzeiten wertvolle Arbeitsplätze für behinderte

Menschen. Beides ist wichtig.

Deshalb freuen wir uns über Menschen wie Sie, die unsere diakonische

Arbeit mit einer Spende unterstützen. Für Ihre Gabe und Ihr Vertrauen

danke ich Ihnen sehr herzlich – auch im Namen derer, denen Ihre Hilfe

zugute kommt.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Ulrich Pohl

17


Selbsthilfegruppe

für Suizidtrauernde

Der ökumenische Hospizverein

Rhein-Selz bietet ab September

eine neue Trauergruppe an, die

sich speziell an Trauernde um

Suizid richtet.

Kaum jemand, der nicht betroffen

ist, kann ermessen welch ein

Chaos der Gefühle und Gedanken

auf einen Menschen hereinbricht,

wenn sich ein naher Freund oder Angehöriger das Leben

nimmt. In einem geschützten Rahmen bietet der Hospizverein

Trauernden die Möglichkeit ihre Trauererlebnisse zu verarbeiten,

die Mauern des Schweigens zu überwinden.

Unter der Anleitung von ausgebildeten Trauerbegleiterinnen trifft

sich die Gruppe jeweils am ersten Dienstag im Monat von 19.00

bis 21.00 Uhr. Beginn ist am 1. September 2009 im evangelischen

Pfarrzentrum in Guntersblum. Das Angebot richtet sich an alle

Betroffenen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Familienstand und

Konfession. Es ist dabei unerheblich, wie lange dieses Ereignis

zurückliegt.

Kosten entstehen den

TeilnehmerInnen keine.

Hospiz

verein

Weitere Informationen und

Anmeldungen bitte an:

Ökumenische Hospizarbeit

Rhein-Selz e.V.

Telefon 0 61 33 / 57 17 65

info@hospiz-rhein-selz.de

www.hospiz-rhein-selz.de)

18


Glaubenssätze

Wenn es nicht für alle reicht,

springen die Armen ein.

Ernst Bloch (1885–1977)

Dieser Satz ist jetzt über siebzig

Jahre alt. In diesem Jahr bestätigt

er sich leider wieder. Ernst

Bloch hatte stets ein gutes

Gespür für die gesellschaftliche

Wirklichkeit. Der aus einer

jüdischen Familie stammende

Philosoph war zweimal Emigrant

– im Ersten wie im Zweiten

Weltkrieg. Und schließlich

hat er auch die DDR verlassen,

nachdem man ihm dort Lehrverbot

erteilt hatte.

Bloch machte

sich nie gemein

mit dem, was man

angeblich denken,

glauben oder hoffen

soll. Er dachte

selbst. Er hoffte

anders. Sein großes

Werk »Das Prinzip

Hoffnung«, an -

fangs im Exil in

den USA geschrieben,

beweist das.

Wenn es nicht für alle reicht …

dann ist es eben nicht so, dass

die Güter gerechter verteilt werden

und die Oberen den Unteren

etwas abgeben. Im Gegenteil.

Viele Obere haben ihre Schäfchen

schon im Trockenen und

bestehen sogar noch auf den

Bonuszahlungen der Firma, die

sie vor kurzem heruntergewirtschaftet

haben. Wer da auf Einsicht

und Mitgefühl hofft, kann

19


lange warten. Bloch hofft anders.

Wenn es nach ihm geht, müsste

ein wenig nachgeholfen werden,

damit Menschen zur Einsicht

gelangen. Gerechtigkeit kommt

selten oder nie aus der Mitte der

Gesellschaft, weiß Bloch. Wenn

es ernst wird, müssen immer

nur die Armen einspringen, den

Gürtel (noch) enger schnallen

und auf bessere Zeiten warten.

Die Reichen und Gesicherten

werden leicht taub.

Weil sich viele dessen bewusst

sind und nicht lange warten

wollen, gibt es Misereor, Adveniat,

Brot für die Welt und Hoffnung

für Osteuropa. Gerechtigkeit

ist eine Sache der Glaubenden,

auf Gott Vertrauenden. Die

teilen leichteren Herzens. Weil

sie wissen: Was ich habe, ist

Gnade; was ich teile, ist Gerechtigkeit.

Michael Becker

Was man sich nicht zu verdienen braucht

Respekt muss man sich nicht verdienen. Er ist nicht von Leistung

oder Vermögen abhängig. Auf Respekt hat jeder Mensch ein

Anrecht, das ihm niemand streitig machen darf. Ebenso wenig

wie das Recht auf ein würdevolles Leben, auf Nahrung, auf ein

Dach über dem Kopf und auf eine medizinische Versorgung. Und

jeder Mensch muss die Chance und die Förderung bekommen,

auf seine Weise am

alltäglichen Leben der

Gemeinschaft teilnehmen

zu können.

Das gelingt, wenn wir

einander mit Respekt

begegnen.

20


Kinderarmut

Kinder aus armen oder armutsgefährdeten

Familien leiden

häufiger als ihre Altersgenossen

auch unter anderen Problemen:

Wenn arme Kinder nicht an

Klassenfahrten teilnehmen

können und nur gebrauchte

Kleidung bekommen, fühlen sie

sich sozial ausgegrenzt. Wenn

sie weniger Taschengeld bekommen,

können sie nicht mit anderen

in die Disco oder ins Kino

gehen. Haben sie kein Handy,

sind sie für ihre Freunde weniger

leicht zu erreichen und ohne

Computer mit Internetzugang

ist es schwieriger, an Wissen zu

gelangen und unmöglich, einem

Lehrer eine E-Mail mit einer

Nachfrage zu schreiben. Zur

materiellen Armut gesellen sich

soziale und kulturelle Armut.

»Die größte Armut« sei aber die

emotionale, sagt die Berliner

Sozialarbeiterin Mirjam Müller:

»Viele Kinder fühlen sich alleine

gelassen und haben keine

Bezugsperson.«

21


»Menschlichkeit braucht

Unterstützung«

Wer heute in Deutschland arm, alt, krank, behindert oder allein

erziehend ist, muss sich häufig unter harten Bedingungen durchs

Leben schlagen. So haben 2,4 Millionen arme Kinder deutlich geringere

Chancen in Schule und Beruf, weil Bildung heute mehr denn je

vom Geldbeutel abhängig ist. Die Diakonie (www.diakonie.de) hilft

und begleitet sozial benachteiligte Menschen. Dabei benötigt sie

selbst Unterstützung.

Die Diakonie-Kampagne »Menschlichkeit braucht Unterstützung«

wirbt für mehr menschliches Miteinander und den festen Glauben an

eine christliche Verantwortung der Gemeinschaft.

22


Die Wahl ist getroffen

Am 21. Juni wurden in unserer

Landeskirche die Kirchenvorstände

neu gewählt. Die Wahlperiode

dauert in der Evangelischen

Kirche in Hessen und

Nassau sechs Jahre. Die Kirchengemeinde

bedankt sich sehr

herzlich für die Arbeit seines

Kirchenvorstandes in den letzten

sechs Jahren. Es ist eine rein

ehrenamtliche Arbeit und häufig

wird der Kirchenvorstand gerade

dann verantwortlich gemacht,

wenn etwas Ärgerliches passiert.

Selten kommt aus der Gemeinde

Lob für den Kirchenvorstand.

Die 12 Männer und Frauen treffen

sich monatlich und entscheiden

gemeinsam über alle Belange

der Kirchengemeinde. Auch

ist der Kirchenvorstand, nicht

der Pfarrer, Arbeitgeber für die

Menschen, die in unserer Kirchengemeinde

hauptamtlich

arbeiten. Es gibt viel Organisatorisches

zu besprechen und zu

entscheiden. Außerdem hat der

Kirchenvorstand auch die geistliche

Leitung der Gemeinde.

Der oder bald wieder die Pfarrer

sind geborene Mitglieder des

Kirchenvorstandes und haben

ein gewichtiges Wort mitzureden,

entscheiden tut dann aber

die Mehrheit der Kirchenvorstandsmitglieder.

Diese Arbeit

ist manchmal anstrengend, sie

macht auch Spaß, auf jeden Fall

braucht sie Zeit und viel persönliches

Engagement, die vielfälti-

23


gen Arbeiten zu erledigen. Deshalb

bedanken wir uns bei allen,

die sich bei der Wahl als Kandidat/innen

zur Verfügung gestellt

haben. Auch bei denen, die

unsere Anfragen aus zeitlichen

oder anderen Gründen abgelehnt

haben. Alle, die wir gefragt

haben waren sehr wohlwollend

und haben, wenn es denn sein

musste, mit Bedauern abgelehnt.

Das zeigt, dass der Kirchenvorstand

eine breite Anerkennung

erfährt.

Besonders bedanken wir uns an

dieser Stelle bei den Kirchenvorsteher/innen,

die aus dem

Gremium ausscheiden. Alle vier

haben über lange Jahre die Arbeit

in unserer Kirchengemeinde mit

nach vorne gebracht. Danke an

Siegbert Meß, Heidi Strub, Anke

Schmitt und Christel Ullrich.

Wir werden die vier beim Erntedankfest

am 25.Oktober 2009

im Gottesdienst gebührend verabschieden.

Die neuen Kirchenvorsteher/

innen werden dann in allen

Gemeinden der Evangelischen

Kirche in Hessen und Nassau

am 01. November 2009 im Gottesdienst

in ihr Amt eingeführt.

Danke, dass neun Kirchenvorsteher/innen

weiter zur Verfügung

stehen und auch danke an

die drei »Neuen« Angelika

Schmitt, Elke Nödling und Jörg

Johannson, die jetzt ihr Engagement

und ihre Erfahrung neu in

das Gremium einbringen.

Nicht zuletzt danken wir denen,

die gewählt haben. Eine demokratisch

organisierte Struktur

lebt davon, dass die Menschen

auch zur Wahl gehen. Es gab

eine gestiegenen Wahlbeteiligung

in der gesamten Landeskirche

und auch im Dekanat

Oppenheim. In den 19 evangelischen

Gemeinden des Dekanates

Oppenheim sind nun mehr

Frauen in diesem leitenden

Gremium einer Gemeinde.

Nach einer Auszählung der

Ergebnisse hat sich die Zahl auf

56 Prozent der gewählten Kandidatinnen

gesteigert. Von den 172

gewählten Kirchenvorstehern

und Kirchenvorsteherinnen sind

24


96 Frauen. Die durchschnittliche

Wahlbeteiligung im Dekanat

Oppenheim lag bei 29 Prozent,

bei den Wahlen 2003 kam

ein Ergebnis von 27 Prozent

zustande. In fast allen Gemeinden

des Dekanats konnte damit

die Wahlbeteiligung gegenüber

den Wahlen von 2003 erhöht

werden. Dies lag vor allem an

der hohen Zahl von Briefwählern.

Die Gemeinde mit der

höchsten Wahlbeteiligung war

Dalheim mit knapp 53 Prozent

gegenüber 44,3 Prozent im Jahre

2003. Im Dekanat Oppenheim

waren cirka 21.000 wahlberechtigte

Christen und Christinnen

zur Wahl aufgerufen.

In Nierstein waren 2 357 Ge -

meindeglieder wahlberechtigt.

Abgegebene Stimmen waren

548, davon war eine ungültig.

Für die Briefwahl hatten sich

238 entschieden. Im Wahllokal

stimmten 309 Gemeindeglieder

am Sonntag ab. Die Wahlbeteiligung

lag bei 23,21 Prozent (das

sind etwa 3 Prozent mehr als bei

der Wahl vor sechs Jahren)

Danke für das Vertrauen, das die

Wähler dem Kirchenvorstand

mit ihrer Wahl entgegengebracht

haben. Wir wünschen dem

Kirchenvorstand für seine sechs

Jahre viel Erfolg und Gottes

Segen.

Die kleine Barbara zeigt ihren

Eltern ihr neues Kunstwerk, das sie mit Buntstiften

auf Papier gekritzelt hat: »Guckt mal, ich habe

den lieben Gott gemalt!“ – „Aber Barbara“, sagt der Vater,

„wir wissen doch gar nicht, wie der liebe Gott aussieht.“

Darauf Barbara unbeirrt:

„Jetzt wisst ihr’s!“

25


Glauben (und) Leben

Engel – weiterhin unterwegs?

Auf den ersten Blick scheint es,

als seien Engel tatsächlich überall

unterwegs: In der esoterischen

Literatur und im Islam,

aber auch bei Mormonen,

Anthroposophen, in der modernen

Kunst, in Filmen und in TV-

Werbespots; zudem haben sie

eine enorm lange Tradition: In

der Antike finden sie sich bereits

bei Persern, Ägyptern, Juden,

Griechen und Römern. Und

heute? Der Glaube an Engel ist

offenbar der kleinste gemeinsame

religiöse Nenner der globalisierten

Welt – ganz gleich, ob

man esoterisch, fundamentalistisch

oder gar nicht an Gott

glaubt: Auf das Wirken von

Engeln kann man sich ganz gut

einigen.

In der Bibel kommen Engel

immer dann ins Spiel, wenn

Gott in das Leben von Menschen

eingreift. Abraham erfährt

durch drei göttliche Boten, dass

seine hochbetagte Frau Sarah

einen Sohn gebären wird (Genesis

18). Moses wird durch einen

Engel auf die Gotteserscheinung

im brennenden Dornbusch vorbereitet

(Exodus 3). Der jungen

Maria verkündet der Engel

Gabriel, dass sie den Messias

gebären wird. Dessen Ankunft

wird durch Gottes himmlische

Heerscharen den Hirten bei

Betlehem mitgeteilt (Lukas 1f).

26


Biblische und nichtbiblische

Engel verweisen darauf, dass

Menschen allein ihr Leben

weder planen noch sichern können.

Menschen brauchen Engel

– immer wieder. Aber auch Gott

braucht die Engel als seine

Boten. Sie wenden Dinge zum

Guten. Der Erzengel Michael

zum Beispiel, dessen Gedenktag

auch in den evangelischen Kirchen

am 29. September gefeiert

wird, gab dem Propheten Daniel

in schwerer Zeit neue Kraft.

Dank dieser Macht können auch

Menschen engelsgleiche Boten

Gottes werden. Wo Mitarbeitende

in der Notfallseelsorge ehrenamtlich

und einfühlsam Menschen

bei Schicksalsschlägen

beistehen, ist in ihrem Einsatz

Gott selbst vor Ort. Engel lassen

Menschen nicht allein. Sie geben

Kraft zum Weiterleben. Gott sei

Dank sind sie weiterhin unterwegs

– sichtbar und spürbar.

Uwe Rieske

Inmitten

einer großen

Wirtschaftskrise,

in der das soziale Netz bei weitem nicht alle auffängt,

die Hilfe brauchen, knüpft die Diakonie ein Netz der

Menschlichkeit. Je mehr mit anpacken, desto dichter wird es.

27


Glauben (und) Leben

Der Teufel –

lebt der eigentlich noch?

Nicht alle Lebenslagen nehmen

ein gutes Ende. Davon lebt der

moderne Journalismus: Naturkatastrophen

und Terroranschläge,

Kriege und Gräueltaten

werden in wenigen Minuten zu

Nachrichten, die ihren Weg rund

um den Globus antreten. Das

Entsetzen ist auch ein lukrativer

Markt: Ganze Berufssparten

leben von Tragödien und Schicksalsschlägen.

Wer steckt hinter dem Schrecken,

dem Tragischen und dem

Bösen? Immer schon haben

Menschen diese Frage gestellt;

der Mythos, ein gefallener Engel

wende die gute göttliche Macht

zum Bösen, beschreibt das Rätsel

nur, aber löst es nicht. Oft

führen verhängnisvolle Mächte

nicht zum Gelingen des Lebens,

sondern lassen es scheitern.

In der Bibel wird der fromme

und gottesfürchtige Hiob zum

Spielball einer Wette zwischen

Gott und Satan: Wird er im

Unglück Gott sein Vertrauen

entziehen? Als Hiob Angehörige,

Besitz und Gesundheit einbüßt,

klagt er sein Schicksal Gott.

Keine andere Adresse bietet sich

ihm für sein Hadern. Hiob

28


erkennt schließlich, dass der

Schöpfer der Welt unendlich

überlegen ist: »Wo warst du, als

ich die Erde gründete?«, wird er

von Gott gefragt und verstummt

demütig (Hiob 38,4).

Wegweisend ist der Schluss des

Hiob-Buches. Offenkundig gibt

es auf die Frage nach dem Woher

des Bösen keine letzte Antwort.

Es gilt umso mehr, sich vom

Teufel in seinen Maskeraden

und von allen bösen Mächten

nicht beirren zu lassen, sondern

ihnen zum Trotz in der Geduld

und in der Hoffnung zu bleiben.

Hiobs Schicksal wendet sich

schließlich zum Guten. Schicksalsschläge

sind nicht das Ende

der Wege Gottes. Dem Schöpfer

aller Dinge ist manches möglich.

Wie heißt es im Choral:

»Denn welcher seine Zuversicht

auf Gott setzt, den verlässt er

nicht.«

Uwe Rieske

»Für den Augenblick wäre ich eher

geneigt, für die Kirche zu sterben,

als in sie einzutreten.«

Diesen Satz sagte Simone Weil, die

in diesem Jahr 100 Jahre alt

geworden wäre (3. Februar).

Obwohl sie sich (wahrscheinlich)

erst auf ihrem Sterbebett taufen

ließ, lebte sie das Leben einer Christin, teilte

das Los der Ausgebeuteten und übte

radikale Nächstenliebe. Die »Christin außerhalb

der Kirche« – so hat Weil sich einmal

selbst bezeichnet – machte ernst mit den Verheißungen Jesu und

stellt mit ihrem Lebensstil die Art und Weise infrage, in der wir

unseren Glauben leben: Meistens doch eingepasst in einen bürgerlichen

Lebensstil, bequem und ungefährlich.

29


Buchtipp

Wenn sich das Leben

umkrempelt

Erst will man es nicht wahrhaben.

Die Mutter benimmt sich

merkwürdig, wird leicht böse.

Das war doch früher nicht so,

denkt man. Eines Tages findet

sie nicht mehr zum Bäcker in

die nächste Straße. Vierzig Jahre

geht sie diesen Weg, jetzt hat sie

ihn vergessen. Der Ehemann

ruft den Sohn an. Irgendetwas

stimmt nicht, sagt der Vater

zum Sohn. Was soll denn nicht

stimmen?, fragt der Sohn, der

gerade ganz andere Sorgen hat.

Aber der Vater hat recht. Im

Haushalt geht mehr daneben als

noch vor Monaten. Die Mutter

schimpft. Sie spürt es auch, will

es aber weit weg schieben. Beim

nächsten Arztbesuch fällt dann

das Wort, auf das alle heimlich

gewartet haben und doch nicht

hören wollen: Demenz. Das

große Vergessen. Der Zerfall des

Gehirns. Eine Krankheit, die

eher Ältere tragen müssen. Und

alle wissen: Jetzt krempelt sich

das Leben um. Nichts geht

weiter wie bisher. Die schönen

Gewohnheiten sind vorbei. Neue

Gewohnheiten sind noch nicht

da. Und die vielen Fragen: Wie

geht es weiter? Können wir

wohnen bleiben? Schaffen es die

Kinder? Darf man den Eltern ein

Heim empfehlen?

Nichts ist mehr leicht, wenn das

Wort »Demenz« gefallen ist.

Lange wollten viele nichts

davon wissen. Was wir nicht

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wissen, gibt es nicht, denken

viele. Und irren sich. Heute gibt

es mehr Wissen. Und Hilfe. Ein

wunderbares Buch erzählt von

Kranken, ihren Angehörigen und

dem alltäglichen Leben, das sich

umgekrempelt hat. Das Buch

heißt: »Wo bist du?«. Die wahren

Geschichten im Buch sind

traurig, aber genauso tröstlich.

Schmerz ist nicht alles. Es gibt

mehr Hilfe, als ich mir vorstellen

kann. Man kann auch an

dieser Krankheit vorbei lieben.

Öffnet Euch!

Unter einer Bedingung: Man

muss sich die Wahrheit sagen.

Und sie annehmen. Jesus hatte

recht: Wahrheit macht wirklich

frei.

Michael Becker

Julia Engelbrecht-Schnür,

Britta Nagel, Wo bist du?

Demenz – Abschied zu Lebzeiten,

Hoffman und Campe

Verlag, Hamburg 2009

Stumm –

weil ihm keiner

zuhört.

Taub –

weil niemand mit

ihm redet.

Effata – Öffnet euch – das Wort Jesu aus dem Evangelium

richtet sich nicht an den »Taubstummen«,

sondern an die, die blind sind für seine Isoliertheit.

Effata – Öffnet eure Augen und euer Herz –

ein Wunder, das ihr vollbringen könnt.

31


Bolivien

Bio-Kakao macht groß

und stark

Die Nachfrage nach Bioprodukten

ist in den letzten Jahren

enorm gestiegen. Dank des Fairen

Handels ist der Ökoanbau

von Kakao inzwischen auch für

Kleinbauern in Bolivien eine

attraktive Alternative. Ihr Bio-

Kakao wird auch nach Deutschland

exportiert.

Prüfend lässt Nicolás Mollo die

braunen Bohnen durch seine

kräftigen Finger gleiten. Er nickt

anerkennend, die Qualität

stimmt. Mollo ist Sekretär des

Verwaltungsrats von El Ceibo,

der Genossenschaft der Kakaobauern

in Alto Beni. Aus dieser

Region stammen zwei Drittel

32


der gesamten Kakaoproduktion

Boliviens – knapp 4000 Tonnen.

Seit seiner Gründung 1977 hat

sich El Ceibo zum wichtigsten

Interessensverband der bolivianischen

Kakaowirtschaft gemausert.

»Am Anfang stand die Idee,

die Bohnen gemeinsam zu vermarkten

und so einen besseren

Preis zu erzielen«, erzählt Mollo.

Zuvor hatten die Bauern ihre

Bohnen an Zwischenhändler

verkauft – zu Niedrigpreisen, die

ihnen von diesen diktiert worden

waren. Mitte der 80er Jahre

begannen die Kakaobauern dann

ihre Bohnen im Rahmen des

Fairen Handels zu exportieren.

Fairhandelshäuser wie die GEPA

garantieren ihnen seitdem einen

sicheren Absatzmarkt und einen

fairen und stabilen Preis.

El Ceibo ist auch treibende Kraft

des Dachverbands der bolivianischen

Biobauern AOPEB, der

von »Brot für die Welt« unterstützt

wird. Ziel des Verbands

ist es, die ökologische Produktion

zu steigern und Bio-Produkte

besser zu vermarkten. Bereits

1987 wurde die erste Palette Bio-

Kakao nach Kalifornien exportiert;

heute ist das Gros der

Produktion organisch. Sekretär

Träger

Asociación de Organizaciones

de Productores Ecológicos

(AOPEB)

Finanzierung (drei Jahre)

»Brot für die Welt«: 119.896,– €

Was kostet wie viel?

Schulungsmaterial für

35 Kakaobauern: 20,– €

Eintägiger Workshop

für zehn Personen: 50,– €

Schutzkittel

für zehn Fabrikarbeiter: 100,– €

Weitere Informationen zu

diesem Projekt finden Sie im

Internet unter www.brot-fuerdie-welt.de/projekte/aopeb

Mollo erläutert: »Insekten

bekämpfen wir durch das Ausbringen

von Nützlingen, gedüngt

wird mit selbst angelegtem

Kompost.« Zudem beschert der

Faire Handel von Bio-Kakao den

Bauern ein deutlich höheres Einkommen.

Für eine Tonne Kakaobohnen

aus biologischem Anbau

erhalten sie derzeit 3.500 US-

Dollar. Der Weltmarktpreis für

Kakao liegt dagegen nur bei

2.500 US-Dollar.

33


Ein Teil des Überschusses, den

die Genossenschaft dank des

fairen Preises erwirtschaftet,

wird in ein vorbildliches Ausbildungs-

und Trainingsprogramm

investiert. Erfahrene Landwirte

geben ihr Wissen an ihre Nachbarn

weiter. Und noch etwas

kann El Ceibo seinen Mitgliedern

aufgrund des Fairen Handels

bieten: Alle Genossen erhalten

im Krankheitsfall einen

Arztkostenzuschuss und im

Alter eine kleine Rente – etwas,

was in Bolivien alles andere als

selbstverständlich ist.

Mit Unterstützung von Hilfswerken

wie »Brot für die Welt«

hat El Ceibo Ende der 1980er

Jahre in El Alto, dem Armenviertel

von La Paz, eine einfache

Fabrik errichtet. Damit war die

Genossenschaft eine der weltweit

ersten Produzentenvereinigungen,

die selbst verarbeitete

Kakaoprodukte herstellten.

Heute stehen in der Halle hochmoderne

Maschinen, mit deren

Hilfe jedes Jahr 500 Tonnen Biound

200 Tonnen herkömmlichen

Kakaos verarbeitet werden

– nicht nur zu Kakaopulver und

-butter, sondern auch zu Schokolade

und Pralinen.

Ein Drittel der Produktion wird

inzwischen im eigenen Land

abgesetzt, vornehmlich in den

»Super Ecológicos«, der einzigen,

von AOPEB ins Leben

gerufenen, Bio-Supermarktkette

Boliviens. Der Rest wird im

Rahmen des Fairen Handels

nach Amerika und Europa

exportiert.

Text und Foto: Knut Henkel

„Ich habe gründlich über unseren

gestrigen Streit nachgedacht“,

meint die Ehefrau zu ihrem Mann,

„im Grunde war es vollkommener Blödsinn

… vor allem, was du gesagt hast.“

34


Zum Weltgebetstag

aus Kamerun

am Freitag, den 5. März 2010

Alles, was Atem hat, lobe Gott

Aus Kamerun, einem zentralafrikanischen

Land, etwa so groß

wie Schweden, kommt die Liturgie

zum Weltgebetstag (WGT)

2010. Die Republik nennt sich

selbst »Afrika im Kleinen«. Das

Land mit seiner 400 km langen

Atlantikküste und einer Ausdehnung

bis zum Tschadsee im

Norden ist eine Brücke zwischen

West- und Zentralafrika.

Kamerun hat alles: schwarze

Vulkansandstrände, noch

ursprünglichen Regenwald, Wasserfälle,

Mangrovensümpfe,

Hochgebirge, Seen, Savanne und

Sahelzone. Dazu mehr als 200

verschiedene Ethnien und Sprachen.

Offiziell spricht man entweder

Englisch (20 %) oder Französisch

(80 %). Gut 18 Millionen

Menschen leben in Kamerun,

50 % sind christlich (halb

und halb kath. und ev.) geprägt,

40 % gehören animistischen

Naturreligionen an, 20 % sind

Moslems. Hexerei und Zauberei

sind Phänomene, die landesweit

vorkommen. Anders als im übrigen

Afrika ist Kamerun relativ

stabil: Es gibt kaum religiöse

oder ethnische Konflikte. Ein

schlimmes Übel aber ist die Korruption

im zwischen Arm und

Reich tief gespaltenen Land.

35


Land der Camarões (Krabben)

nannten im 15. Jahrhundert

portugiesische Seefahrer und

Entdecker Kamerun. Von 1884

bis 1918 nannte das Deutsche

Reich die Region »Deutsches

Schutzgebiet«, brachte u.a.

Straßen und Schulen ins Land

und »deutsche Bananen« nach

Berlin. Ab 1919 stand Kamerun

unter Mandat des Völkerbundes

und blieb bis zur Unabhängigkeit

1960/61 unter England und

Frankreich aufgeteilt. Von Beginn

an ist die Republik Kamerun

eher eine Fassadendemokratie.

Präsident Paul Biya regiert seit

1982 zunehmend selbstherrlich


Die Reichtümer des Landes wie

Holz, Bodenschätze, Öl, Kaffee

und Bananen bringen nur wenigen

Menschen Gewinn: Über die

Hälfte lebt unter der Armutsgrenze.

Immerhin haben 79%

Lesen und Schreiben gelernt

(Mädchen deutlich weniger), aber

wer gut ausgebildet ist, sucht

eine Chance im Ausland – nicht

nur als Fußballer. In den großen

Städten wie der Hauptstadt

Yaoundé und der Handelsmetropole

Douala, wo Frauen ihre

Produkte als »Bayam-Sellam«

vermarkten und junge Männer

mit Mopedtaxis versuchen, Geld

zu verdienen, gibt es viel Gewalt

und Rechtsunsicherheit.

36


Alles, was Atem hat, lobe Gott?

Was gibt es denn da zu loben

und zu preisen im alltäglichen

Leben in Kamerun? Außer der

wunderbaren Landschaft wohl

wenig. Aber darum geht es den

Weltgebetstagsfrauen ja auch gar

nicht. Sie wollen Gott loben, der

ihnen das Leben geschenkt hat,

den Atem, mit dem sie immer

wieder neu Hoffnung schöpfen

können und Kraft finden, für

Veränderungen zum Guten.

Afrikanische und erst recht

christliche Menschen jammern

nicht. Sie können sich freuen

aus tiefstem Herzen über alle

Probleme hinweg, denn sie fühlen

sich

geborgen in

der Liebe

Gottes. Am

Weltgebetstag

wollen

sie alle Welt

mitreißen in

einen großen

Freudentanz

zum Lobe

Gottes.

TERMINE ZUM

WELTGEBETSTAG

30. Januar 2010,

9.00 bis 13.00 Uhr

Weltgebetstagsvorbereitung

in Bodenheim

Evangelisches Gemeindehaus

Bodenheim

8. Februar 2010, 19.30 Uhr

Kultur, Tänze und Musik

aus Kamerun

Johannes-Busch-Haus,

Mühlgasse 28

5. März 2010, 19.00 Uhr

Weltgebetstagsgottesdienst

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www.martinskirche-nierstein.de

– unsere Homepage

Das Internet ist tatsächlich zum

wichtigsten Informations- und

Kommunikationsmedium unserer

Zeit geworden. Auch wir

haben seit langem eine Internetseite.

Über hundert Besucher

waren z.B. am 9. Oktober 2009

auf unserer Homepage.

ob sie nur aus Versehen über

einen Suchbegriff einige Sekunden

auf der Seite verbringen

oder

ob sie etwas in den Predigten

suchen, die auf der Seite zu

finden sind

oder

ob sie tatsächlich die Seite

benutzen, um sich zu informieren,

was in der Kirchengemeinde

geschieht

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oder

ob sie sich zu Trauungen, Taufen

oder zum Konfirmandenunterricht

anmelden wollen

oder

ob sie die Bilder vom letzten

Konfi-Event anschauen wollen

oder, oder oder

Es gibt viele Gründe auf unserer

Internetseite vorbeizuschauen.

Seit Juni diesen Jahres haben

das, laut der eingebauten Statistik

12.798 Besucher getan

(Stand 9.10.2009).

Zusammen mit Pascal Lattreuter

haben wir die Seite überarbeitet

und, wie wir meinen, eine übersichtliche

Plattform geschaffen.

Pascal hatte die Idee, auf der

Startseite einen Kalender zu

installieren, bei dem man sofort

und täglich sehen kann, was in

der Gemeinde geschieht – und

man sieht, das ist eine ganze

Menge. Die wöchentlichen

Aktivitäten und auch besondere

Ereignisse können dort nachgeschaut

werden. In den aktuellen

Nachrichten, die leicht zu finden

sind, versuchen wir nun die

nächstliegenden Aktivitäten

zeitnah anzukündigen.

Schauen Sie doch mal vorbei.

Sie können sich auch im Gästebuch

äußern (das hat bisher

noch niemand gewagt). Dort

können Sie auch Lob und Kritik

loswerden. Sie können aber auch

an Pascal Lattreuter oder an die

Kirchengemeinde Tipps und

Anregungen geben. Wir lernen

gerne dazu und entwickeln auch

gerne diese Kommunikationsform

weiter.

Vielen Dank.

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Freud und Leid in der Gemeinde

Taufen

Aaliyah Heise

Sophie Marie Walther

Anna-Christine Keller

Jana Malin Rübsam

Nils Buschmann

Carola Vègh

Moritz Nicolaus Ast

Marlon Tanios Doss

Antonia Guttandin, Oppenheim

Charlotte Ostadal, München

Lennart Beat Brenneisen

Trauungen

Achim Lerch und Cornelia Lerch geb. Klein

Hans-Joachim Beer und

Dr. Jasmin Volmershaus-Beer geb. Volmershaus

Thomas Schwarz und Simone Schwarz geb. Paasch, Wächtersbach

Dirk Hambach-Weber geb. Weber und Christina geb. Hambach

Stefan Raddeck und Anna-Karina Raddeck geb. Jungesblut

Thilo Schulz und Sarah Schulz geb. Buhl, Weinolsheim

Ulrich Leinhos und Martina Leinhos geb. Wollner, Lörzweiler

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BESTATTUNGEN

Margarete Eitel verw. Magnus geb. Herbst, Darmstadt 96 Jahre

Florent Kadow Latréche 60 Jahre

Heinz Wolfgang Seip, Graz/Österreich 61 Jahre

Anna Helene Irene Schmitt 76 Jahre

Georg Friedrich Merz 85 Jahre

Joseph Luf 83 Jahre

Reinhard Philipp Starck 58 Jahre

Maria Helene Romann 87 Jahre

Ella Christa Flor geb. Nowitz 80 Jahre

Helene Stark geb. Müller 58 Jahre

Christine Riedel geb. Beiling 81 Jahre

Katharina Funk 89 Jahre

Ingeborg Kuhn geb. Spangenmacher, Albisheim 64 Jahre

Jakob Sander 87 Jahre

Ruth Liesel Hucke geb. Gailus 56 Jahre

Hanna Katharina Große geb. Deuker 81 Jahre

Anne-Rose Ullrich 51 Jahre

Hildegard Eirich geb. Kessel 82 Jahre

Hannelore Oswald geb. Zimmermann 57 Jahre

Irmgard Lerch geb. Trabold 87 Jahre

Gedenkgottesdienst am Ewigkeitssonntag,

22. November 2009, um 10.00 Uhr, in der Martinskirche

In diesem Gottesdienst gedenken wir namentlich aller Verstorbenen

aus unserer Gemeinde, von denen wir in diesem Kirchenjahr

Abschied nehmen mussten.

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Abenteuer am Nil

KiBiTa ist in den beiden Kirchengemeinden in Nierstein schon ein fester

Begriff. In ökumenischer Zusammenarbeit wurde am Samstag, dem

26.09.2009, ein Tag mit der Bibel für Kinder im Johannes-Busch-Haus

gefeiert. Der diesjährige Kinder-Bibel-Tag erzählte die Geschichte von

Joseph und seinen Brüdern. Die Geschichte erzählt von Menschen, die

eifersüchtig sind und lügen, die gemein sein können und gewalttätig, die

sich gegenseitig beschuldigen und Tricks anwenden. Sie erzählt aber auch

von Menschen, die erkennen, welche Fehler sie begangen haben und

vertrauen können. So alt sie ist, erzählt die Geschichte von dir und mir, von

Erwachsenen und Kindern, weil wir Menschen sind und das alles kennen.

Die Josephs-Geschichte will Mut machen. Wenn Gott es will, können auch

ausweglose Situationen ein gutes Ende nehmen. Uns Menschen fällt es oft

schwer, das zu verstehen. Joseph hat es verstanden. Treffpunkt war 10.00

Uhr in der Martinskirche am Marktplatz. Dort wurde die Geschichte mit

Bildern auf der Großleinwand erzählt. Anschließend gab es Workshops, in

denen gemalt, gesungen und gebastelt wurde. Die Kinderbuchautoren und

Zeichner Dorothea und Peter Knorr, wie auch der Niersteiner Illustrator

Claus Ast leiteten die Kinder an, zwei lebensgroße Josephe auf eine Leinwand

zu bringen. Einmal entstand ein ein armer, schlecht gekleideter

Joseph, der aus dem Gefängnis oder in der Zisterne, und andererseits ein

nobler, fein gewandeter Joseph als Lieblingssohn oder als Kanzler des

ägyptischen Reiches. Jugendliche des CVJM-Nierstein leiteten Stationsspiele

im Park an. Rudi Seifen baute mit einigen Jungs einen Brunnen aus Schuhkartons,

sodass die Kinder sich die Zisterne besser vorstellen konnten, in die

die Brüder Joseph am Anfang der Geschichte hinein warfen. Eine spontane

Theatergruppe setzte ein Schattenspiel in Szene in der der Brunnen später

eine wichtige Rolle spielen sollte. Von katholischer Seite war Diakon Thomas

Gensler dabei und führte am Morgen in die Geschichte und in den Tag

ein. Kinder ab 5 Jahre waren herzlich eingeladen und 36 Kinder kamen. Um

16.00 Uhr waren dann auch die Eltern eingeladen in die Martinskirche zu

kommen, um die Ergebnisse der Workshops in einem Gottesdienst erleben

zu können. Den Gottesdienst leitete Pfarrer Richard Dautermann, der die

Früchte der Workshops in den Gottesdienst integrierte. Die Kinder gingen

mit einer neuen Geschichte nach Hause und sangen noch vom echt coolen

Träumer oder fragten Traumdeuter, Traumdeuter, sag uns was du siehst. Es

kann aber auch sein, dass sie beim Spielen noch die afrikanischen Worte

Amen, si yaku du mi sa vor sich hin sangen, das bedeutet Amen, wir preisen

Gott den Herrn. Es gibt schlechtere Lieder für Kinder. Die Eltern zeigten sich

schwer beeindruckt. »Wenn es euch gefallen hat, sagt es weiter,« schloss

Pfarrer Dautermann, »wenn nicht, sagt es mir.« Bis zum nächsten Jahr…

42


Wer sein Herz ins eigene Sparschwein steckt,

wer sein Glück vom Geld erhofft

und vom Kaufen und Ausgeben,

der wird es nicht finden,

sagt Jesus.

»Ich hasse

diese

Herbststürme!«

Womit kämpft

Konrad hier?

Die erste Zeile des Rätsels

zeigt das Lösungswort.

1. fällt im Herbst von den Bäumen

2. Lasttier

3. größte einstellige ganze Zahl

4. zum Haarglätten

5. doof

6. nicht eckig

7. Blutbahn

8. große Gesangsgruppe

9. Körperteil zum Greifen

10. Schwimmvogel

11. Riechorgan

Lösung: 1. Laub, 2. Esel, 3. Neun, 4. Kamm,

5. dumm, 6. rund, 7. Ader, 8. Chor, 9. Hand,

10. Ente, 11. Nase = Lenkdrachen

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Weihnachtskonzert,

Samstag, 28.11.2009

That’s why I sing

Warum wir singen? Erstens,

weil wir mit Ihnen Contakt

aufnehmen wollen, zweitens,

weil wir Sie unsere Begeisterung

und Freude an der Musik spüren

lassen möchten, und drittens

um Ihnen einen Abend voller

weihnachtlicher Vorfreude zu

bereiten. Das sind drei gute

Gründe mit dem Pop- und Gospelchor

Contakte aus Nackenheim

in die Adventszeit einzusteigen.

Contakte, unter der Leitung von

Jonathan Hofmann, startete im

März dieses Jahres einen Neuanfang

mit neuem Namen, neuem

Motto, und vor allem mit neuer

Energie. Nach einem ersten sehr

erfolgreichen Auftaktkonzert im

März, vielen kleinen Auftritten,

unzähligen Proben und

einem Probenwochenende,

freut sich der mittlerweile

50 Sänger starke

Chor auf sein erstes

Weihnachtskonzert zu

Gast in der Martinskirche

in Nierstein.

Titel aus Pop- und Gospelmusik

sollen Sie einen Abend lang aus

dem Alltag entführen, berühren,

begeistern und mit Energie versorgen.

Contakte – Chorsound

der bewegt – will Sie mit

anspruchsvoller Musik, einer

tollen Band, einem abwechslungsreichen

Repertoire, aber

vor allem mit Freude an der

Musik begeistern. That´s why

we sing!

Wir freuen uns sehr Sie am

28.11.2009 um 19.30 Uhr in der

Martinskirche in Nierstein

begrüßen zu dürfen.

Karten sind ab dem 2.11.2009

für 6,– €/ermäßigt 4,– € bei der

Firma Trapp in Nierstein, und

der Drogerie Sans in Nackenheim

erhältlich.

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JOY – Weihnachtskonzert

mit popCHORn

PopCHORn – dieser Name steht

für einen Chor aus Klein-Winternheim,

der mit viel Freude

am Singen sein Publikum auf

eine Reise mitnimmt. Eine

Reise in die mitreißende Welt

des Gospelsounds und der internationalen

Popsongs. Eine Reise

durch ein abwechslungsreiches

und stimmungsvolles Programm

mitten hinein in die Weihnachtszeit.

Neben gefühlvollen

Balladen wie »Breath of Heaven«

werden vor allem Gospelsongs

auf dem Programm stehen,

darunter Klassiker wie »Amazing

Grace« und »Amen«, aber

auch moderne Gospels. Auch

deutsche Titel wie »Gnade für

die Welt« und «Du meine Seele

singe« werden das Programm

bereichern.

Begleitet wird popCHORn von

einer professionellen Live-Band,

die mit dem Chor schon viele

Jahre musikalisch verbunden ist:

Andreas Klein (Keyboards),

Adrian Reinländer (Gitarre),

Andreas Manns (Bass), und

Simon Zimbardo (Schlagzeug).

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PopCHORn ist am Sonntag den

13. Dezember 2009 um 18 Uhr

in der Evangelischen Martinskirche

in Nierstein zu hören und

zu sehen. Die Karten kosten im

Vorverkauf 12 €/ ermäßigt 8 €,

Vorverkaufsstellen: Nierstein:

Fremdenverkehrsamt, Bildstockstraße

10; Kaufhaus Trapp,

Oberdorfstraße; Evangelisches

Gemeindebüro, Tempelhof 1; an

der Abendkasse 15 €/ ermäßigt

8 €.

Telefonische Kartenbestellung:

0 61 36 / 8 86 68. Online-Kartenverkauf

und weitere Informationen

zum Chor finden Sie unter

www.popchorn.de

Mit jedem Kind, das

dir begegnet, ertappst du

Gott auf frischer Tat.

Martin Luther

47


Einladung zum

Mitarbeiterbrunch

Was wirklich wichtig und wesentlich ist im Leben,

kann man nicht mit Geld bezahlen,

wohl aber mit einem Lächeln

und einem herzlichen DANKESCHÖN!

Dankeschön

Vielen Dank allen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern unserer Kirchengemeinde,

die uns auch wieder in diesem Jahr mit ihrer

ehrenamtlichen Arbeit unterstützt haben.

Deshalb bedankt sich die Kirchengemeinde

für alles

MIT-ARBEITEN

MIT-HELFEN

MIT-DENKEN

MIT-HOFFEN

MIT-BEGLEITEN

MIT-FÜHLEN

mit dem bereits traditionellern Mitarbeiterbrunch

im Anschluss an den Erntedankfest-Gottesdienst im

Johannes-Busch-Haus, Mühlgasse 28.

48


Erntedankfest

Den Konfirmanden und Konfirmandinnen

herzlichen Dank für

die diesjährige Sammlung zum

Erntedankfest. Dieser Dank gilt

auch den Gebern der Sach- und

Geldspenden, die diese Sammlung

unterstützen.

Sollten die Konfirmanden und

Konfirmandinnen Sie nicht

angetroffen haben und Sie gerne

noch etwas zu diesem Anlass

spenden wollen, können Sie dies

noch bis zum 25. Oktober im

Pfarrbüro tun.

Noch mal zur Erinnerung:

die Sachspenden werden als

Altarschmuck verwendet um

anschließend der Tagesstätte der

evangelischen Wohnungslosenhilfe

(Hessischer Landesverein

für Innere Mission) in Mainz zur

Verfügung zu stellen. Begünstigt

werden dort allein stehende

Wohnungslose aus Mainz,

Durchwanderer und von Wohnungsnot

bedrohte Bevölkerungsgruppen.

Aus den Spenden

werden jeweils an drei Wochentagen

Essen von Betroffenen für

Betroffene gekocht. Die Geldspenden

sowie die Kollekte vom

Erntdankgottesdienst sind für

»Brot für die Welt« bestimmt.

Herzliche Einladung

zum Festgottesdienst

am Sonntag, den 25. Oktober 2009,

um 10.00 Uhr in der Martinskirche.

49


Gottesdienstordnung bis 12/09

18.10.2009 10.00 Uhr Gottesdienst – Prädikant Klaus Strub

25.10.2009 10.00 Uhr Erntedankfest mit Verabschiedung der

»alten« KVs – Pfr. Richard Dautermann

01.11.2009 10.00 Uhr Einführung des Neuen Kirchenvorstandes

Pfr. Richard Dautermann

08.11.2009 10.00 Uhr Gottesdienst

15.11.2009 10.00 Uhr Gottesdienst Volkstrauertag

18.11.2009 19.30 Uhr Buß- und Bettag

22.11.2009 10.00 Uhr Ewigkeitssonntag mit Abendmahl –

Pfr. Richard Dautermann

29.11.2009 10.00 Uhr 1. Advent Gottesdienst mit Taufe –

Pfr. Richard Dautermann

06.12.2009 10.00 Uhr 2. Advent – Adventsfeier der

Kindertagesstätte Morgenstern –

Pfr. Richard Dautermann

13.12.2009 10.00 Uhr 3. Advent

20.12.2009 10.00 Uhr 4. Advent

24.12.2009 16.00 Uhr Heilig Abend Familiengottesdienst –

Pfr. Richard Dautermann

18.00 Uhr Gottesdienst zum Heiligen Abend –

Pfr. Richard Dautermann

25.12.2009 10.00 Uhr 1. Weihnachtstag mit Abendmahl –

Pfr. Richard Dautermann

26.12.2009 10.00 Uhr 2. Weihnachtstag

27.12.2009 10.00 Uhr Gottesdienst

31.12.2009 18.00 Uhr Altjahresabend mit Abendmahl –

Pfr. Richard Dautermann

01.01.2010 Kein Gottesdienst

03.01.2010 18.00 Uhr Gottesdienst im Johannes-Busch-Haus

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Kassettendienst

Alle Gottesdienste werden auf Kassette aufgenommen. Wenn Sie

aus gesundheitlichen Gründen nicht am Gottesdienst teilnehmen,

können Sie sich im Pfarrbüro melden und bekommen eine Kopie

dieser Kassette im Laufe der kommenden Woche zugestellt.

Dieser Service ist kostenlos! Wenn Sie einmal den Gottesdienst

besuchen möchten, Ihnen das aber schwer fällt, weil Sie krank

oder gehbehindert sind – dann rufen Sie doch bitte eine/n Kirchenvorsteher/in

in Ihrer Nähe an. Diese/r ist gerne bereit, Ihre Fahrt

zur Kirche und anschließend wieder nach Hause kostenlos zu

organisieren.

Kirchenvorstand

Jörg Adrian, An der Kaiserlinde 8, Telefon 57 16 80

Dr. Madeleine Busch, Leonorenstraße 7, Telefon 6 13 89

Dr. Matina Heinrichs, Wörrstädter Straße 31, Telefon 6 02 98

Jörg Johannson, Im Bacchuswinkel 15, Telefon 5 92 65

Arnd Klein, Saalpförtchen 2, Telefon 6 00 91

Diethard Mayer, Fäulingstraße 36, Telefon 5 95 00

Irmgard Mayer, Mühlgasse 25, Telefon 5 03 13

Birgit Neubert, Ernst-Wernher-Straße 6, Telefon 5 97 61

Elke Nödling, Am langen Rech 24a, Telefon 7 02 83

Angelika Schmitt, Müller-Thurgau-Weg 4, Telefon 5 01 25

Jochen Schmitt, Uttrichstraße 1, Telefon 57 16 22

Friedolf Schütz, Wörrstädter Straße 41a, Telefon 5 90 29

Gottesdienste im Johanneshaus

Die Gottesdienste im Johanneshaus finden an jedem Mittwoch

um 10.00 Uhr im Wechsel zwischen der katholischen und der

evangelischen Konfession statt.

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Die Woche auf einen Blick

SONNTAG

10.00 Uhr Gottesdienst in der Martinskirche

10.00 Uhr Kindergottesdienst Helga Mayer (50183)

15.00 Uhr Gemeinschaftsstunde, Langgasse 18

K. H. Wilhelm (50638)

18.30 Uhr Familienkreis 14-tägig, Norbert Schütz (5354)

Hauskreis IV Son-Day 14-tägig

Ehepaar J. & S. Adrian

MONTAG

14.30 – 16.30 Uhr Seniorengruppe

20.00 Uhr Meditatives Tanzen – Ökumenische

Frauengruppe an zwei Montagen im Monat:

Almut Jakob (60226)

18.00 – 22.00 Uhr CVJM-Sport für alle Altersgruppen in der

Rundsporthalle: Kai Hoffmann (0177/3 02 90 81)

DIENSTAG

16.30 – 18.30 Uhr Mädchenjungschar 10 – 13 Jahre:

Charlotte Lauber, Svenja Franke,

Anne Kathrin Seifen

16.30 – 18.00 Uhr Minimädchenjungschar 6 – 9 Jahre:

Christina Hill, Anke Schmitt,

Clara Friedrich, Larissa Nagel, Dora Busch

19.00 – 20.30 Uhr Jugendkreis I, Jugendliche ab 14 Jahre:

Christopher Püschel, Burkhard Mayer,

Martin Borzner

19.30 Uhr Gebets-Bibelstunde, Langgasse 18,

K. H. Wilhelm (50638)

20.00 Uhr Hauskreis III in Nierstein 14-tägig:

Fam. Hill / Trapp

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MITTWOCH

6.00 Uhr Gebetsfrühstück, Uttrichstraße 4, 14-tägig:

Fam. Mayer (59390)

10.00 Uhr Gottesdienst im Johanneshaus, Gutenbergstraße

13 im Wechsel mit der katholischen

Kirche

19.30 Uhr Gemeindebibelstunde: Klaus Strub (5358)

20.00 Uhr Hauskreis I

Familie Seifen in Nierstein 14-tägig

Hauskreis II Familie Störger / Püschel in

Schwabsburg 14-tägig

DONNERSTAG

10.00 – 11.30 Uhr Krabbelgruppe: Nadja Kafitz (57 0273)

20.00 Uhr CVJM-Posaunenchor-Übungsstunde,

Langgasse 18, Bernhard Mayer (59390)

Jungbläser-Anfänger nach Absprache

FREITAG

16.30 – 18.00 Uhr Jungen-Jungschar 9 – 13 Jahre; Thorsten und

Björn Mayer, David Mayer, Andreas Hahn,

Bernhard Brickwede, Lorenz und Martin Ripka,

Anna Martin

18.15 – 19.00 Uhr Der Junge Chor – Übungsstunde für Jugend liche

10 – 15 Jahre: Katrin Bibiella ( 12 67)

20.00 – 21.45 Uhr Kirchenchor – Übungsstunde:

Katrin Bibiella (12 67)

Hinweis: Der Veranstaltungsort der Gruppen und Kreise ist – wenn

nicht anders angegeben – das Johannes-Busch-Haus, Mühlgasse 28

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Die Fratze des Leidens,

entstellt durch Unfall oder Überfall,

wandelt sich in ein Gesicht der Geborgenheit

durch das Spiegelbild der Menschlichkeit.

54


Impressum

Redaktion des Gemeindebriefs:

Edith Heerde, Sabine Bachmann-Pilz, Friedolf G. Schütz,

Pfr. Richard Dautermann

Fremdautoren:

Michael Becker, Ernst Bloch, Maria Hofmann, Knut Henkel,

Ulrich Pohl, Uwe Rieske

Redaktionsadresse:

Ev. Gemeindebriefredaktion, Gemeindebüro,

Tempelhof 1, 55283 Nierstein

redaktion@martinskirche-nierstein.de

Gestaltung und Druck:

Lattreuter GmbH – design •media •print, Nierstein

Auflage 1.900 Exemplare

Der nächste Gemeindebrief (ökumenische Ausgabe) wird im

Dezember 2009 erscheinen. Beiträge oder Leserbriefe erbitten wir

bis spätestens 10. November 2009. Vielen Dank!

* Gemeinde der EKHN (Evangelische Kirche in Hessen

und Nassau) www.ekhn.de

Kirchenverwaltung der EKHN, Paulusplatz 1, 64285 Darmstadt,

Telefon 0 6151 / 405-0

Propsteibereich Rheinhessen, Propst Dr. Klaus-Volker Schütz,

Jakob-Steffan-Straße 1, 55122 Mainz, Telefon 06131/31027,

propstei.rheinhessen@t-online.de

www.rheinhessen-evangelisch.de

Dekanat Oppenheim, Dekan Michael Graebsch, Am Markt 10,

55276 Oppenheim, Telefon 06133/57920

ev.dekanat.oppenheim@ekun-net.de

www.oppenheim-evangelisch.de

Bankverbindung der Kirchengemeinde Nierstein, Ev. Kollektenkasse

Volksbank Alzey eG, BLZ 550 912 00, Konto Nr. 50 013901

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Öffnungszeiten des Gemeindbüros:

Montag und Dienstag von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr

Donnerstag von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr

Edith Heerde, Tempelhof 1

buero@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 56 87

Fax 0 61 33 / 5 75 39

Vorsitzender des Kirchenvorstandes

Diethard Mayer, Fäulingstraße 38

kv@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 5 95 00

Pfarrer

Pfr. RICHARD DAUTERMANN, Ringstraße 69k

rd@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 56 87

Telefon privat 0 61 33 / 57 04 65

Mobil 01 70 / 5 61 55 27

Kirchenmusik

Dr. Katrin Bibiella, Zuckerberg 4, 55276 Oppenheim

kirchenmusik@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 12 67

Hausmeisterin Johannes-Busch-Haus

Monika Michel

buschhaus@martinskirche-nierstein.de

Mobil 01 51 / 17 22 87 90

Telefon privat 0 67 31 / 94 72 62

Küsterin

Tanja Ramminger

kuesterdienst@martinskirche-nierstein.de

Telefon 0 61 33 / 38 96 01

Ev. Kindertagesstätte Morgenstern , Langgasse 20

Sabine Bezvald

kita.morgenstern@martinskirche-nierstein.de

Telefon und Fax 0 61 33 / 5 01 55

www.evangelischer-kindergarten.de

CVJM

Wolfgang Bürkle, Hinter Saal 21

wo.bu@web.de

Telefon 0 61 33 / 5 09 99 76

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