hallertau magazin 2011-2

Hallertau

Entdecken Sie das bayerische Hopfenland, eine einzigartige europäische Kulturlandschaft! Reportagen über Menschen, Landschaft, Feste, Freizeitangebot, Spezialitäten, Geschichte, Hopfen und Bier…

hallertau

Leben und Urlauben in einer einzigartigen europäischen Kulturlandschaft

Ausgabe 2 / 2011

magazin

„Katti“

im Portrait

Hallertauer

Ziegenhof

Weihnachten

in der Hallertau

Schmecken

Hopfen-Pils

Genießen

Biberger Lamm

Erleben

Hopfakranzlfest

in Mauern


Für ein lebendiges Bayern.

www.eon-bayern.com


PORTRAIT

06 „... duften wie ein Hopfengarten“

Das neue Grünhopfenbier der Schloßbrauerei Hohenthann.

12 Eine Lobby für die Hunde!

Ein Netzwerk für Hundehalter im Hopfenland

INFORMATION

11 Zu den Festtagen einen „Hopfenbiersekt“

11 Pfaffenhofen zur lebenswertesten Kleinstadt der

Welt gewählt!

11 Luz amoi mit neuer CD: „Bavarese“

36 Tierschutz in der Heimat: Holledauer Katzen in Not

TOURISTIK

20 Tourismusverband Hallertau als „Motor“

Das Angebot für Besucher kontinuierlich ausbauen und

attraktivieren

KULINARIK / SLOW-FOOD

26 Drei Ferkel gegen eine Ziege mit drei Zicklein

eingetauscht

Fast drei Jahrzehnte Hallertauer Ziegenhof

30 Erdäpfelbratl à la Resi

Gasthaus Spitzer in Osterwaal/Au

36 Kamerunschafe als kulinarisches Highlight

Hotel-Restaurant Moosburger Hof setzt auf regionalnachhaltiges

Angebot

INTERVIEWS

16 Vorhang auf!

Die Kulturinitiative KATTI aus Attenkirchen in Portrait

22 „Wir haben viel zu bieten!“

Ein Gespräch mit Martin Wolf, Landrat des Landkreises

Pfaffenhofen a. d. Ilm

BIERLAND HALLERTAU

10 Hallertauer Biere erfolgreich beim European Beer

Star 2011

39 Hallertauer Biere im Test

Das Bier-Terzett Willi Abele, Alexander Herzog und Thilo

Steindorf verkostet besondere Hallertauer Biere.

HISTORIE

29 Eine Deutung des Namens „Hallertau“

Adolf Widmann, Kreisrat (Freising) und bekannter

Chronist der Hallertau

RUBRIKEN

05 Editorial

14 Feiern in der Hallertau

21 Impressionen: Hopfakranzlfest 2011 in Mauern

34 Termine & Festkalender

35 Festliche Präsente

38 Ein Bild und seine Geschichte

39 Festliche Biere aus der Hallertau

IMPRESSUM:

Hrsg.: IMAGO87 GmbH in Kooperation mit dem Tourismusverband Hallertau e.V., Türltorstraße

16-20, 85276 Pfaffenhofen a.d. Ilm · www.tourismusverband-hallertau.de

Konzept, Design: IMAGO87 GmbH, Agentur für Öffentlichkeitsarbeit und Mediengestaltung,

Hauptstr. 22, 85395 Attenkirchen/Hallertau · Tel: 08168-42999-0 · www.imago87.de

Redaktionsleitung: Alexander Herzog

Druck: Druckhaus Kastner, Wolnzach · Titelbilder: Rainer Schneck (Turm), Nowak, IMAGO87

Autoren dieser Ausgabe (alphabetisch): Alexander Herzog, Maité Herzog, Rainer-Bülent

Nowak, Adolf Widmann


unser Wochenmagazin für die ganze Hallertau mit den lokalen Zusatzmedien



DER GEISENFELDER

der tägliche Erlebniskanal der Hallertau

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KASTNER AG – das medienhaus · Schloßhof 2 – 6 , 85283 Wolnzach · Tel. 08442 / 9253 - 0, Fax 08442 / 2289 · www.kastner.de


EDITORIAL 5

Liebe Leserinnen und Leser,

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...“,

heißt es bei Hermann Hesse.

Durchaus in diesem Sinne sind wir die

Erstausgabe des Magazins „HALLER-

TAU“ angegangen.

Wir wollten Geschichten erzählen über

Menschen und Sehenswürdigkeiten,

Besonderheiten des weltweit größten

Hopfenanbaugebietes vorstellen. Ja, einfach

Lust wecken, die Hallertau zu entdecken.

Bei den Bewohnern genauso wie bei den

potentiellen Besuchern.

Und wir haben viel Zuspruch erhalten.

Von Freising bis Ingolstadt, von Schrobenhausen

bis Landshut.

Zahlreiche Anfragen nach Abonnements

sind bei uns eingegangen, aus ganz

Deutschland und sogar aus Österreich

und der Schweiz (ich habe keine Ahnung,

wie die auf die HALLERTAU aufmerksam

geworden sind). Auch die lokalen

Medien haben uns sehr wohlwollend aufgenommen.

Kurzum. Wir machen weiter. Möge der

Zauber anhalten und Sie, liebe Leserinnen

und Leser, weiter Spaß haben mit der

HALLERTAU.

Nicht vergessen möchte ich, mich zu

bedanken. Zuvorderst bei den Inserenten,

ohne die gar nicht erst ein Zauber aufkommen

kann. Dann bei Rainer-Bülent Nowak

vom Tourismusverband und allen anderen,

die aktiv zu der neuen Ausgabe beigetragen

haben. Bei Otmar Weingarten vom

Hopfenpflanzerverband und allen, die die

Verbreitung der HALLERTAU unter -

stützen.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spaß und

einige Anregungen beim Lesen der neuen

Ausgabe, schöne Festtage und einen

guten Start ins neue Jahr.

Die vielleicht größte Ermunterung kommt

von dem Bäcker Johann Hartleitner aus

Kirchdorf/Rudelzhausen („Wenn der Bäcker

zweimal öffnet ...“), der mir vor ein

paar Tagen erzählte, dass er wegen der

HALLERTAU nun sogar Kunden aus

Hohenwart (nahe Schrobenhausen) hat.

Ihr Alexander T. Herzog,

Redaktionsleiter/Herausgeber,

Stellvertretender Vorsitzender des

Tourismusverbandes Hallertau

Kontakt: alexander.herzog@imago87.de


6

PORTRAIT

„... duften wie ein Hopfengarten“

Das neue Grünhopfen-Bier der

SCHLOSSBRAUEREI HOHENTHANN


PORTRAIT 7

Hohenthann/Hallertau - Wer

von der ehemaligen bayerischen

Herzogstadt Landshut

aufbricht, das Isartal nordwestlich Richtung

Rottenburg zu verlassen, erreicht

schon nach wenigen Kilometern das

tertiäre Hügelland der Hallertau, dem

größten Hopfenanbaugebiet der Welt. Auf

die ersten Hopfengärten trifft man rund

um Hohenthann, einem kleinen Ort mit

3 800 Einwohnern. Eher ländlich geprägt

und wenig spektakulär. Im Ortszentrum

dann die Überraschung: Hier dominieren

Herrenhaus, Brauerei und das dazugehörige

Bräustüberl mit Biergarten der Schlossbrauerei

Hohenthann.

Beim Anblick des gepflegten Ensembles

bekommt man eine Vorstellung, welche

herausragende Rolle diese Brauerei in der

Geschichte des Ortes gespielt haben muss.

Auf jeden Fall macht sie neugierig. Ans

Weiterfahren kein Denken.

Zumal bei der Einladung. Der junge

Brauereibesitzer Johannes Rauchenecker

hat zu einem ganz besonderen Anlass

eingeladen. Wohl zum ersten Mal in der

147-jährigen Geschichte der Brauerei

wird an diesem hochsommerlichen

Augusttag ein Bier mit Grünhopfen gebraut,

das 1. Hohenthanner „Hopfen-

Pils“: mit der Aroma-Sorte „Hallertauer

Mittelfrüher“, deren frische Reben direkt

aus dem nahen Hopfengarten nun hier

vorm Herrenhaus des „Zupfens“ harren –

mit der Hand, versteht sich. Eingeladen

hat der Ur-Ur-Ur-Enkel des Brauereigründers

Gäste, die einen besonderen Bezug

zum Hopfen haben: die gerade gewählte

Hopfenkönigin Veronika Springer, den

Geschäftsführer des Deutschen Hopfenpflanzerverbandes,

Otmar Weingarten,

die „Hopfenbotschafterin“ Elisabeth

Stiglmaier und natürlich den Hohenthanner

Bürgermeister Peter Dreier, der

im feinsten Trachtenzwirn erscheint.

Worauf auch ihm gleich ein Schaber

(= Schurz) gereicht wird, auf dass die

Hopfenreben nicht unerwünschten Eindruck

hinterlassen ...

Bevor sich das Quintett ans Zupfen macht,

um die „Hopfenkirm“ (= ein Korb, der früher

altes Maß der Hopfenzupfer war) zu füllen,

erzählt Rauchenecker über das

Vorhaben, dessen Ausgang völlig offen sei,

„weil wir das noch nie gemacht haben!“ Gehörig

verschätzt hat sich der Brauerei-Chef,

was die Menge an Hopfen betrifft, die für

diesen einmaligen Sud von 60 Hektoliter gebraucht

werden. Etwa 50 Reben hat Braumeister

Thomas Hämmerl errechnet. Die

Hopfenzupfer sind dankbar, dass ihnen nur

fünf Reben zum Pflücken der Dolden vor die

Füße gelegt werden – und zwar im kühlen

Schatten des Herrenhauses, statt im Sauna-

Klima des gegenüberliegenden Sudhauses.

Und die übrigen Gäste und Pressevertreter

sind auch froh, denn die 50 Reben

wären angesichts deren Pflückleistung

eine gleichermaßen schweißtreibende wie

abendfüllende Aufgabe. Ein besonders

stark gehopftes Bier soll das „Hopfen-Pils“

werden, versprechen Braumeister und

Inhaber unisono. Die 33 Bittereinheiten,

die das Bier – den Berechnungen nach –

aufweisen wird, sollen ein ganz besonderes

Aroma entfalten: „Beim Öffnen der

Flasche soll der ganze Raum nach

Hopfengarten duften!“

Was für ein löbliches Ziel. Da ist man

gerne dabei. Nur einmal im Jahr, eben zum

Auftakt der Hopfenernte, wird es das

Hohenthanner Hopfen-Pils geben. 60

Hektoliter werden gebraut, und die ent-


(v.l.n.r) Der Hohenthanner Bürgermeister Peter Dreier, „Hopfenbotschafterin“ Elisabeth Stiglmaier, die Hallertauer Hopfenkönigin Veronika Springer,

Geschäftsführer des Deutschen Hopfenpflanzerverbandes Otmar Weingarten und Brauereibesitzer Johannes Rauchenecker.

sprechen 600 Trägern (= Standardmaß

im Getränkehandel mit 20 Flaschen à 0,5

Liter). Ob Reservierungen angenommen

werden, ist nicht bekannt. „Wenn’s aus is,

is aus“, heißt es in Hohenthann. Solange

der Vorrat reicht, eben. Und die 600

Tragerl Bier sollten sich leicht verkaufen

lassen, waren sich die anwesenden Experten

einig. Allein der Neugier wegen.

Drei Mal wird das Hopfen-Pils gehopft.

Das erste Mal an diesem Tag von Braumeister

und Hopfenkönigin, die Korb für

Korb in den Sudkessel kippen, dass es

gerade so schäumt. Das zweite Mal dann

zur Hälfte der Kochung, wenn die Gäste

dieses Tages nicht mehr vor Ort sind. Und

schließlich ein drittes Mal, wenn der

Aromahopfen dem kalten Bier bei der

Lagerung zugegeben wird. „Hopfenstopfen“

heißt dies im Fach-Jargon. Ein Verfahren,

bei dem das Bier ein besonderes

Hopfenaroma erhält, weil die Inhaltsstoffe

nicht verkochen. Eigentlich nur logisch,

und man erinnert sich an ein Bonmot des

bayerischen Star-Kochs Alfons Schubeck:

„In einer Küche, wo es gut riecht, ist

nichts mehr im Essen“.

XXXX XXXXXXXXX

Braumeister Thomas Hämmerl


PORTRAIT 9

Etwa 5,2 Prozent Alkohol wird das „Hopfen-Pils“

aufweisen, wenn es – nach rund

8 Wochen Gärung und Lagerung – aufgetischt

wird. Wir erinnern uns, es fehlen die

Erfahrungswerte, eine Schätzung halt. Wer

sich nun für diese Hopfenspezialität aus Hohenthann

interessiert, der sei auf die Homepage

der Brauerei verwiesen.

www.hohenthanner.de

Text: Alexander Herzog, Fotos: Rainer

Lehmann

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1911

Vieles mag sich in

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10

BIERLAND HALLERTAU

Hallertauer Biere

erfolgreich beim

European Beer

Star 2011

!

München/Nürnberg – Die Erfolgsgeschichte des European Beer Star

wird auch im achten Jahr fortgeschrieben. In diesem Jahr stieg die

Zahl der teilnehmenden Biere auf 1113, was einem Zuwachs gegenüber

2010 um 16 % entspricht (Vorjahr 955). Braumeister, Bier-Sommeliers

und Fachjournalisten aus 26 Ländern bildeten die fast

100köpfige Jury (Vorjahr 88), um in einer Blindverkostung die besten

Biere der Welt in allen 49 Bierkategorien (Vorjahr 45) zu küren. Nach

rein sensorischen Kriterien, wie sie jeder Biertrinker kennt: Farbe, Geruch,

Schaum und natürlich Geschmack. Mit Gold, Silber und Bronze

wurden Biere aus insgesamt 20 Ländern ausgezeichnet; auf Biere aus

13 Ländern verteilen sich die 49 Goldmedaillen, die am 11. November

auf der Brau Beviale in Nürnberg verliehen wurden. Da knapp die

Hälfte der eingereichten Biere aus Deutschland stammen, überrascht

es nicht, dass das Gros der Medaillen im Ausrichterland verblieben.

Die deutschen Braustätten errangen mit 52 Medaillen etwa 35 % der

147 „Edelmetalle“, davon 21 mal Gold!

Zum Publikumsliebling auf der Messe („Consumers’ favourite“) avancierte

der Weizen-Doppelbock "Aventinus" des Weissen Bräuhauses

Schneider, Kelheim.

• Gold: Weisses Bräuhaus G. Schneider & Sohn, Kelheim „Schneider

Weisse TAP6, Unser Aventinus“ (Kategorie South-German-Style

Weizenbock Dunkel)

• Gold: Klosterbrauerei Weltenburg GmbH, Kelheim „Weltenburger

Kloster Anno 1050“ (Kategorie German-Style Märzen)

• Bronze: Brauerei Ottenbräu, Abensberg „Ottenbräu Märzen“ (Kategorie

German-Style Märzen)

• Bronze: Müllerbräu GmbH & Co. KG, Pfaffenhofen „Müllerbräu

Weißbier Leicht“ (Kategorie South-German-Style Leichtes Weizen)

Herzlichen Glückwunsch!

Weitere Informationen unter: www.european-beer-star.de

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Wir bringen Botschaften auf den Weg!

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PRESSEARBEIT · VERANSTALTUNGEN · WERBUNG


INFORMATION 11

Zu den Festtagen einen „Hopfenbiersekt“

Hopfen, Bier und Sekt vermischt? Geht

das überhaupt? Ja. Lange hat Hildegard

Heindl an dieser Idee gearbeitet. Seit

bald zwei Jahren ist das eingetragene

Marketingprodukt Holled’Auer Hopfen-Secco

nun erhältlich und erfreut

sich immer größerer Nachfrage. Der

„Hopfenbiersekt“ besteht ausschließlich

aus natürlichen Aromen sowie einem

hochwertigen Bier, das nach dem

Deutschen Reinheitsgebot gebraut

wurde. Weitere Inhaltsstoffe sind der

qualitätsvolle und zertifizierte Hallertauer

Aromahopfen sowie Trauben aus

renommierten deutschen Weinanbaugebieten.

Der Holled’Auer Hopfen-Secco verbindet

somit den typisch perlenden Charakter

von Perlwein mit dem süffig-herben Geschmack

des Bieres und dem unverkennbaren

Hopfen-Aroma.

Der Holled'Auer Hopfen-Secco ist auch

in Kombination mit Gläsern in einer ansprechenden

Geschenkbox oder praktischen

Geschenktragetasche erhältlich.

Das Besondere der Sektgläser besteht

darin, dass in den Stiel eine handgetöpferte

Hopfendolde aus Keramik eingearbeitet

wurde. Als Besonderheit bietet

Hildegard Heindl an, Gäste bei Firmenoder

Familienfeiern mit ihrem „Hopfenbiersekt“

zu überraschen. Auf Wunsch

kümmert sich Heindl und ihr Team auch

gleich um das komplette Catering mit

typischen bayerischen Schmankerln.

Holled’Auer Doldenschänke

· Im Bäckerfeld 1,

84072 Au i. d. Hallertau

Tel.: 08752 9655

info@hopfen-secco.de

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Pfaffenhofen zur lebenswertesten

Kleinstadt der Welt gewählt!

376 Städte aus aller Welt hatten sich 2011 an dem jährlichen Wettbewerb

beteiligt, der offiziell „International Awards for Liveable

Communities“ heißt. 77 Städte wurden von den Veranstaltern – der

Umweltorganisation der Vereinten Nationen (UNEP) und der Internationalen

Vereinigung der Gartenbauamtsleiter – für das Finale

nominiert. Die nach Einschätzung der internationalen Jury äußerst

erfolgreichen Bemühungen in Pfaffenhofen um eine hohe Lebensqualität

in der Kategorie der Städte mit 20 000 bis 75 000 Einwohnern

wurden mit einer Goldmedaille belohnt.

Die Stadt darf sich daher ab sofort als ausgezeichnete „Lebenswerteste

Stadt der Welt“ bezeichnen.

Luz amoi mit neuer CD:

„Bavarese“

„Bavarese – ein Stück Bayern und noch viel mehr“

ist eine Liebeserklärung an ihre Heimat und die Musik.

Stefan Pellmaier und seine Band „Luz amoi“ versprechen

mit ihrer dritten Platte Musikgenuss vom Feinsten im

unverwechselbaren „Luz amoi-Sound“.

Erhältlich unter: www.luzamoi.de


12

PORTRAIT

Eine Lobby

für die

Hunde!

20 Hundefreunde gründen

NETZWERK FÜR HUNDEHALTER

im Hopfenland

Über 5 Millionen Hunde leben

in Deutschland. Statistisch

gesehen sind 13% aller Haushalte

Hundehalter. Um sich für eine

hundefreundliche Umgebung einzusetzen,

hat sich im Sommer 2011 die „Hundelobby

Holledau“ gegründet und als gemeinnütziger

Verein eintragen lassen. Laut

Statuten will sich der Verein einsetzen für

eine artgerechte Hundehaltung und die

Verbesserung eines freundlichen Miteinanders

zwischen Mensch und Hund in

der Gesellschaft.

Zur Gründung des Vereins fanden sich 20

Hundefreunde zusammen. „Wir verstehen

uns als Netzwerk für Hundehalter in der

Hallertau“, so Vorsitzender Jürgen Kronz

aus Mainburg, „wir fungieren als Inter essen -

vertretung der Hundhalter und als Anlaufstelle

zur Beratung rund um den Hund und

bei Konflikten im Revier.“ Mit Hundetrainerin

Sonja Meiburg aus Leibersdorf als

2. Vorsitzende können die Hundefreunde

bereits auf qualifizierte Unterstützung

bauen. Die 39-jährige Juristin betreibt seit

5 Jahren hauptberuflich eine Hundeschule

in der Hallertau. Für ihr Engagement in

Sachen sanfte Hundeerziehung und die

Abschaffung von so genannten „Stachelhalsbändern“

erhielt die gebürtige Kölnerin

2011 den „Dogs Award“, eine Auszeichnung

des renommierten „Dogs Magazine“.

„Wir wollen Kontakt und Kommunikation

unter Hundehaltern fördern sowie Vorträge

und Veranstaltungen organisieren“ , so Meiburg,

„hoffentlich lassen sich viele Hundefreunde

in der Hallertau für unseren Verein

gewinnen – sowie auch die, die sich hier beruflich

mit Hunden befassen.“ Mit an Bord

der Hundelobby ist bereits Thomas Naumann

aus Au, vielen bekannt als Vorsitzender

des Tierschutzvereins Hallertau. Als

Schriftführer stellt sich der viel beschäftigte

Bankangestellte der Hundelobby zur Verfügung,

denn auch hier geht es um Tierschutz.

Er schaffe es leider nicht zu jedem Lobby-

Stammtisch, bedauert der 52-jährige, da der

Tierschutznotruf und die Bauarbeiten an

der neuen Tierherberge in Au viel seiner

Freizeit und Kraft beanspruchten, aber als

Hundefreund sei er von der Idee des Vereins

sofort begeistert gewesen.

Ein unter den Hundelobbyisten aktuell

heiß diskutiertes Thema ist die Anleinpflicht,

die die Marktgemeinde Au kürzlich

nicht nur innerhalb der Ortschaft,

sondern flächendeckend über das Gebiet

aller Ortsteile verhängt hat. Dazu gehören

Abens, Dellnhausen, Halsberg, Seysdorf,


PORTRAIT 13

Haslach, Hemhausen, Hirnkirchen, Günzenhausen,

Osseltshausen, Osterwaal,

Reichertshausen, Rudertshausen sowie

Sillertshausen. Über die Verordnung, die

ausnahmslos Hunde jeder Art und Größe

betrifft, sind viele Hundehalter erschrocken.

Einige wandten sich bereits an die

Hundelobby: Wie artgerecht ist es, den

Hund außerhalb von Wohnung und Garten

nur noch an der Leine gehen zu lassen?

Darf es sein, dass Hunde hier bei uns auf

dem Land nicht mehr frei laufen dürfen?

Könnt Ihr da was tun? „Bei Leinenzwang

besteht die Gefahr, dass die Hunde nicht

ausgelastet werden. Daraus können sich

„Dogs Award 2011“-Preisträgerin: Hundetrainerin

Sonja Meiburg aus Leibersdorf ist 2. Vorsitzende

Verhaltensprobleme entwickeln“, erläutert

Hundeexpertin Meiburg besorgt, „einmal

am Tag sollte ein Hund mindestens frei

laufen dürfen.“ Was den verhängten Leinenzwang

in der Marktgemeinde Au

beträfe, so Vorsitzender Kronz, werde die

Höhepunkt eines Hundealltags ist der Freilauf im Gelände.

Lobby recherchieren, welche Umstände

zu dieser außergewöhnlich strengen Regelung

geführt hätten und wie ein Dialog in

Gang gesetzt werden könne. Vielleicht

ließe sich ja eine hundefreundliche

Lösung finden. Des Weiteren sei die Regelung

auch mit der deutschen Tierschutzgesetzgebung

nicht vereinbar. Hilfreich

wäre es, wenn sich betroffene Hundehalter

bei der Lobby registrierten, damit sie entsprechend

vertreten werden könnten.

Vom Erfolg des Hundehalter-Netzwerks

sind die Gründungsmitglieder überzeugt.

Es gäbe schließlich viele Hundefreunde in

der Hallertau und letztendlich habe der

Hund auch viele Fürsprecher – statistisch

hochgerechnet wird fast ein Fünftel aller

Wählerstimmen von einem Bellen begleitet.

Wie brachte es einst Schauspieler

Heinz Rühmann auf den Punkt? „Ein

Leben ohne Hund ist ein Irrtum!“

Hatte die Idee, ein Netzwerk für Hundehalter in

der Hallertau zu gründen: Vorsitzender Jürgen

Kronz aus Mainburg

Hundelobby Holledau e.V.

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Telefon 08751 8471755· Fax 08751 8471756

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Mitglieder der Hundelobby

Holledau bei einem gemeinsamen

Spaziergang in Leitenbach.


14

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16

INTERVIEW

Vorhang auf!

Die Kulturinitiative KATTI aus Attenkirchen im Portrait

Nicht im Bild: Josef Bauer und Brigitte Mößner


INTERVIEW

17

Attenkirchen – Dieter Hildebrandt,

Gerhard Polt, die Biermöslblosn

oder Jörg Hube

waren schon da. Hier war die Vor-Premiere

des sensationellen Kinoerfolgs „Wer

früher stirbt ist länger tot“ mit dem Regisseur

Markus H. Rosenmüller und dem

jugendlichen Hauptdarsteller.

Die Rede ist von Attenkirchen („Dem

Tor zur Hallertau“), einer Gemeinde mit

2 500 Einwohnern im nördlichen Landkreis

Freising. Genauer: der Kulturinitiative

„KATTI“, die diese Auftritte

überhaupt erst möglich machte. Seit nunmehr

elf Jahren reihen sich in Attenkirchen

jährlich rund zehn Film-Präsentationen,

Musik- und Kabarettveranstaltungen,

Theateraufführungen und Lesungen zu

einem ganz erstaunlichen Spielplan mit

bekannten und weniger bekannten Künstlern.

Grund genug für die „HALLER-

TAU“, sich mit den Mitgliedern der

Initiative KATTI zu unterhalten.

Christian Klessinger: ... und die persönliche

Künstlerbetreuung. Wir hören immer wieder,

wie sehr sie es schätzen, wie wir uns um

sie bemühen und sie vor Ort betreuen.

Weithin bekannt wurde KATTI durch

spektakuläre „Filmnächte“, die von

hunderten Besuchern geradezu gestürmt

wurden. War das der Anfang?

Christine Schindele: Aber es ist schon

richtig, die Filmnacht hat Katti bekannt

gemacht und ist bis heute unser Aushängeschild.

Und zugleich das arbeitsintensivste

Programm ...

Wally Braun: ... gerade bei der Filmauswahl

machen wir es uns nicht leicht. Da

gibt es sehr kontroverse Diskussionen,

bis wir uns auf den Hauptfilm und die

Stars wie Polt, Hildebrandt oder Rosenmüller

in dem kleinen Attenkirchen!

Wie passt das zusammen?

Wolfgang Braun: Wir haben uns über die

Jahre eben einen guten Ruf erworben.

Selbst prominente Künstler kommen

immer wieder gerne zu uns. Die loben die

einzigartige Atmosphäre bei uns, insbesondere

seit wir mit dem Bürgersaal eine

tolle Spielstätte haben ...

Wally Braun: Nein, begonnen hat alles

vor elf Jahren mit Kabarett-Abenden in

Gütlsdorf [Gasthof Ostermeier, Anm. d.

Red.], die schon gut besucht waren. Der

Durchbruch war dann die erste Filmnacht

im August 2000, als wir für die Open-Air-

Vorführung für die „Truman-Story“ traumhaftes

Wetter und einen nie erwarteten

Zulauf hatten.

Vorzüglich für Veranstaltungen geeignet:

der Bürgersaal in Attenkirchen.

Kurzfilme im Vorprogramm einigen ...

Christian Klessinger: Ja, besonders die

Kurzfilme, die unser Publikum so

schätzt, sind nicht leicht zu finden. Da

muss man oft 100 Filme ansehen, um

dann fünf auszuwählen.


18

INTERVIEW

Wolfgang Braun

Christine Schindele

Sabine Widmann

Wie kommt Ihr denn an diese Filme;

insbesondere die Highlights?

Wolfgang Braun: Wir kommen gerade von

den Hofer Filmtagen! Und die Verleiher, die

uns inzwischen kennen, schicken uns ständig

Filme zu. Wir haben uns inzwischen auf

den sogenannten neuen bayerischen Film

konzentriert. Und bei den Promis hilft auch

Hartnäckigkeit: Mit Rosenmüller hat Waxl

[Klessinger; Anm. d. Red.] so intensiv kommuniziert,

dass er schließlich zugesagt hat ...

Christian Klessinger: ... und bei der Premiere

darauf bestand, sogar sein Bier selbst

zu bezahlen. Unsere Künstler wissen eben,

dass hinter KATTI nicht eine kommerzielle

Konzertagentur steckt, sondern eine Gruppe

ehrenamtlich tätiger Kulturfreunde.

Was war denn nun Euer Beweggrund,

die Initiative zu gründen?

Wally Braun: Wir wollten die Kultur hierher

holen, statt ihr hinterherzufahren! Kultur

vor Ort war die Idee von Kulturinteressierten

bei uns im Dorf. Und die „Gründer“

Willi Abele, Wolfgang Braun und Peter Barthelme

waren überzeugt davon, dass dies

auch ein Publikum findet. Und wir wollten

das „Dorf zusammenbringen“.

Christine Schindele: Wir haben inzwischen

regelrechte Fan-Clubs, z. B. in Freising

und Moosburg, die zu uns kommen,

obwohl dort ja auch einiges los ist. Das

schafft dann auch mal Konflikte, wenn die

„Ortsansässigen“ keine Karten mehr bekommen,

weil ein Top-Act binnen weniger

Stunden ausverkauft ist.

Und wie vermarktet Ihr die Veranstaltungen?

Helga Pletschacher: Auf den üblichen

Wegen: via Internet, Plakaten und Pressearbeit.

Aber das wäre alles nichts, wenn

nicht Christine [Schindele, Anm. d. Red.]

in ihrer Bäckerei den kostenlosen Vorverkauf

machen würde. Und sie muss dazu

noch die Rückmeldungen aushalten,

wenn etwas nicht so toll war ...

Christine Schindele: (lacht) Schlimmer

ist, wenn ich jemand sagen muss, dass die

Veranstaltung ausverkauft ist ...

Wally Braun

Helga Pletschacher

Sind denn alle Veranstaltungen ausverkauft?

Heiko Lange: Natürlich nicht. Aber unser

Konzept beruht darauf, dass wir Top-Acts

anbieten, die so gut nachgefragt werden,

dass am Ende etwas übrig bleibt, mit dem

wir die Veranstaltungen quersubventionieren,

die nicht so gut laufen ...

Christian Klessinger: Polt finanziert

dann das Kindertheater! Bei den Highlights

wollen alle kommen!

Ihr seid ja nicht organisiert, nicht als

GmbH und nicht einmal als Verein!

Dabei bewegt Ihr ja beachtliche Summen

und geht Risiken ein.

Wolfgang Braun: Einen Verein zu gründen

ist ein Thema, über das wir schon zig

Abende diskutiert haben. Wir versuchen

halt das Risiko überschaubar zu halten.

Aber Fakt ist, dass wir mit unseren Privatvermögen

haften. Unterstützung erfahren

wir von der Gemeinde, indem wir deren

Einrichtungen mietfrei nutzen können.

Silvia Jung: Seit der Willi [Abele, Anm. d.

Red.] seine Kleinkunstbühne „Willy-Bräu“

betreibt, hat sich unser Konzept etwas verändert.

Wir konzentrieren uns nun mehr

eher auf die größeren Veranstaltungen.

Wie das Rahmenprogramm für das

2. Hallertauer Bierfestival, das im kommenden

Jahr vom 1.–3. Juni in Attenkirchen

stattfindet?

Wolfgang Braun: Richtig. Wir erarbeiten

derzeit mit der Festivalleitung das Kon-


INTERVIEW 19

Christian Klessinger Sylvia Jung Heiko Lange

zept, um die drei Bühnen Samstag wie

Sonntag mit einem bunten, attraktiven

Programm zu bespielen.

Christian Klessinger: Aber zunächst stehen

die großen Events im Januar 2012 an: Die

Winterfilmnacht („Eine ganz heiße Nummer“)

sowie der Auftritt der Wellküren.

Heiko Lange: Wir müssen aufpassen, dass

wir nicht unsere Kapazitäten überstrapazieren.

Was ist denn Euer Antrieb, trotzdem

immer weiter zu machen?

Wally Braun: Es ist einfach ein verdammt

gutes Gefühl, wenn sich der Saal bzw. die

Fläche vor der Bühne füllt.

Christian Klessinger: Unser Engagement

ist sehr zeitintensiv. Doch der Erfolg schafft

eine enorme Befriedigung und motiviert,

weiter zu machen. Es bleibt spannend.

Die HALLERTAU dankt Euch für das

Gespräch.

Danke, gleichfalls! Text und Fotos:

Alexander Herzog

Weitere Informationen gibt es unter:

www.katti-attenkirchen.de

präsentiert

Bier

Hopfen

Der besondere Geschenktipp!

Jetzt schon vormerken!

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Im Bäckerfeld 1 · 84072 Au i. d. Hallertau

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20

TOURISTIK

Tourismusverband

Hallertau als

„Motor“

Das ANGEBOT FÜR BESUCHER

kontinuierlich ausbauen und attraktivieren.

Die Hallertau ist das größte zusammenhängende

Hopfenanbaugebiet der Welt.

1200 Hopfenpflanzer erwirtschaften hier

etwa 1/3 der Welthopfenproduktion.

Die Hallertau liegt im Naturraum

Donau-Isar-Hügelland, dem tertiären Hügelland,

zentral zwischen den Städten München,

Ingolstadt, Regensburg, Landshut

und Freising. Sie bildet keine administrative

Einheit, wohl aber eine naturräumliche.

Der wirtschaftliche Aufschwung und die

verkehrsmäßige Erschließung im 19. Jahrhundert

hängen eng mit der Ausweitung

des Hopfenanbaues in der Region zusammen.

Keimzellen der regionalen Geschichte

– nicht zuletzt wegen des florierenden

Brauwesen – sind die Klöster. Nicht

umsonst befinden sich die ältesten Brauereien

der Welt in der Hallertau.

Einige Gemeinden haben im Jahr 2005

den Tourismusverein Hallertau gegründet.

Ziel des Vereins war und ist immer noch,

„Das Hopfenland Hallertau – sehen,

schmecken, riechen und erleben“. Die

Mitgliederzahl hat sich zwischenzeitlich

vervielfacht. Die anfallende Arbeit wird

ausschließlich ehrenamtlich bewältigt.

Wir bieten unseren Gästen:

Themenführungen oder Programme für

Hotelreisende, Vereinsausflüge, Gruppenoder

Betriebsausflüge, zugeschnitten auf

die individuellen Bedürfnisse und Wünsche.

Unsere Gästeführer machen die Region

Hallertau für sie erlebbar bei:

• Hallertauer Hopfenexkursionen

• Brauereiführungen mit Bierprobe und

Brotzeit

• Bus- oder Radrundfahrten durch die

Hallertau

• Heimatkundliche Lehrfahrten

• Besuch des Deutschen Hopfenmuseums

in Wolnzach oder des

Römer- und Keltenmuseums Manching

• Bierseminar mit einem Biersommelier

• Besichtigung eines modernen

Hopfenbaubetriebes bei einer Hopfenbotschafterin

• Kutschenfahrten durch die Hopfengärten

mit Picknick

• Bierkulinarium mit einem Mehr-

Gänge-Bier-Menü

Die Zeit steht nicht still, daher erweitern

wir ständig unser Programm.

Zur Zeit erarbeiten wir im

nördlichen Landkreis Pfaffenhofen

mit dem Markt Manching und den

Städten Geisenfeld und Vohburg

Programme wie:

• „Druiden und Mönche“

• Familienausflug mit Badespaß in einem

Naturweiher, toben auf der Wallkrone

des Keltenwalles oder Wächtersein auf

der Burgzinne in Vohburg

• Mit großem Erfolg richten wir seit vielen

Jahren das „Hallertauer Hopfakranzlfest“

aus, das jährlich in einem

anderen Ort einer Mitgliedsgemeinde

stattfindet (siehe nebenstehende Bilderseite

über das diesjährige Fest in Mauern,

mit mehr als 7 000 Besuchern).

Wie sehen nun unsere Gäste die Arbeit?

Von: Heidrun Kunkelmann

Betreff: Re: Rückblick / Rundfahrt 06.11.2011

Datum: 17. November 2011 11:03:30 MEZ

An: info@tourismusverband-hallertau.de

Sehr geehrter Herr Nowak,

nochmals vielen Dank für Ihre Bemühungen, uns

"Odenwälder" die Hallertau auf so nette Weise

vorzustellen. Die Rundfahrt hat den Gästen gut

gefallen und einen informativen Einblick in Ihre Region

gegeben. Eine gute Idee war auch Ihre Info-Mappe, die

gern angenommen wurden.

Ihren Beitrag auf der Webseite finde ich super.

Es ist schön, wenn eine Region so engagierte Bürger

hat, die Ihre Heimat mit so viel Liebe und Enthusiasmus

vertreten. Machen Sie weiter so. Sollte sich bei uns

wieder eine Gelegenheit bieten, eine Rundfahrt

einzubauen, wenden wir uns gerne wieder an Sie.

Ich wünsche Ihnen weiterhin gutes Gelingen und grüße

Sie aus dem derzeit frostigen Odenwald.

Heidrun Kunkelmann

KOFLER-REISEN

Stockwiesenstr. 31

D-64739 Höchst-Hummetroth/Odw.

Tel. 0049 (0) 6163 - 9345-0

Fax. 0049 (0) 6163 - 9345-20

e-mail: Kunkelmann@Kofler-Reisen.de

www.kofler-reisen.de

Ein schöneres Kompliment kann man

nicht bekommen. Wann wollen Sie sich

davon überzeugen und unsere Heimat

kennenlernen? Wir freuen uns auf Sie!

Ihr Rainer-Bülent Nowak,

1. Vorsitzender


Impressionen

vom Hopfakranzlfest 2011 in Mauern

Weitere Informationen gibt es unter:

www.tourismusverband-hallertau.de


22

INTERVIEW

„Wir haben viel zu bieten!“

Ein Gespräch mit MARTIN WOLF, Landrat des Landkreises

Pfaffenhofen a. d. Ilm


INTERVIEW 23

Herr Wolf, Sie sind erst seit relativ

kurzer Zeit Landrat von

Pfaffenhofen und waren die

vergangenen Wochen sicherlich auch

damit beschäftigt, sich über die wichtigen

Themen und Projekte in Ihrem

Landkreis einen Überblick zu verschaffen.

Welchen Stellenwert hat denn künftig

der Tourismus im Landkreis Pfaffenhofen

(und der Hallertau) bei Ihnen?

Das Thema „Tourismus“ ist für mich

neben anderen wichtigen Zukunftsthemen

ein bedeutendes Handlungsfeld im

Rahmen der Kreisentwicklung. Der Landkreis

Pfaffenhofen hat hier vor allem in

den letzten Jahren durch die gemeinsamen

Projekte in der ARGE Hopfenland

Hallertau, der Initiative Regionalmanagement

Region Ingolstadt und umfangreiche

eigene Maßnahmen viele Grundlagen für

die weitere Entwicklung geschaffen. Wir

sind nach meiner Einschätzung nun an

einem Punkt angelangt, an dem es gilt, die

touristischen Akteure im Landkreis,

insbesondere auch die Städte und Gemeinden,

aktiv in den Entwicklungsprozess

einzubeziehen. Nach haltige Tourismusförderung

setzt eine Klärung der Positionen

und Strategien der Partner voraus. Deshalb

werden wir im Landkreis Pfaffenhofen

einen Strategieentwicklungsprozess

anstoßen, der Interessenlagen zum Tourismus

allgemein und dem Hopfenland Hallertau

im kommunalen Umfeld klärt.

Das Hopfenland Hallertau wird für den

Landkreis Pfaffenhofen nach meiner Einschätzung

insbesondere im überregionalen

Marketing auch weiterhin eine wichtige

Rolle spielen.

Wie schätzen Sie die Chancen ein, mehr Waldkletterpark Oberbayern, Bäder, Golfanlagen

und vieles mehr.

Menschen auf den Landkreis Pfaffenhofen

und die Hallertau aufmerksam zu Unsere Stärke ist, dass wir attraktive Angebote

für die unterschiedlichen Zielgrup-

machen und zum Kommen einzuladen?

Ich sehe hier große Chancen. Der Landkreis

Pfaffenhofen hat eine große Vielfalt Hallertau gilt das in ähnlicher Weise. Unsere

pen haben. Ich denke, für das Hopfenland

an touristisch interessanten Einrichtungen

und Themen: benediktinische Tradibote

zielgruppengerecht zu verknüpfen und

Chance liegt darin, die vorhandenen Angetion,

die Wiege der Wittelsbacher in zu vermarkten. Es gilt, konkret zu ermitteln,

Scheyern, das Deutsche Hopfenmuseum was die verschiedenen Gästegruppen

in Wolnzach, das „kelten römer museum“ wünschen. Ich meine, wir haben für die

in Manching, die historischen Bezüge in unterschiedlichen Bedarfe viel zu bieten.

der Herzogstadt Vohburg a. d. Donau,

aber auch das urbane und kulturelle Wie steht es um das Angebot und die

Leben in Pfaffenhofen, sowie die vielen touristische Infrastruktur im Landkreis

Möglichkeiten für eine aktive Freizeitgestaltung

in der einzigartigen Natur- und es Ihrerseits Pläne, hier als Landrat

Pfaffenhofen (und der Hallertau)? Gibt

Kulturlandschaft: Radwege, Wanderwege, initiativ/aktiv zu werden?

Herausgeber Alexander Herzog im Gespräch mit Landrat Martin Wolf.


24

INTERVIEW

Kloster Scheyern

Wir haben eine Vielzahl von Themen, um

die sich in den vergangenen Jahren zahlreiche

Angebote entwickelt haben. Ich nehme

als Beispiel die Hoferlebnisführungen der

Hopfenbotschafterinnen: Engagierte Hopfenbäuerinnen

machen den Hopfen für die

Besucher erlebbar, greifbar. Die Gruppenstärken

haben sich im Vergleich zum letzten

Jahr ungefähr verdoppelt; gut 2000 Menschen

haben eine Hofführung in der Saison

2011 erlebt. Sie bleiben auch überwiegend

für den weiteren Tagesverlauf in der

Hallertau. Das sind wichtige Bausteine.

Das ist nur ein Beispiel. Die Zahl der

touristischen Akteure ist viel größer. Nur

Eine Schlüsselrolle sehe ich hier bei

den Städten und Gemeinden: Der Gast

kommt ja zunächst einmal in eine

Gemeinde oder Stadt. Hier gilt es

„Grundbedürfnisse“ zu befriedigen:

Parkplätze, Toiletten, ein Stadtplan,

eine Übersicht und Information, wo

man gut essen und übernachten kann.

Dann stellt sich für den Gast die Frage:

Was kann ich entsprechend meiner

Interessen unternehmen? Diese Fragen

möchte ich mit den Städten und

Gemeinden besprechen und die Interessenlagen

klären.

Rathaus Pfaffenhofen

Waldkletterpark Jetzendorf

Die Hopfenbotschafterinnen

„Hopfenland Hallertau“

so, durch Engagement für den eigenen

Unter nehmenszweck, lässt sich eine nach -

haltige touristische Entwicklung voran -

treiben.

Was die touristische Infrastruktur

betrifft, lässt sich sicher noch vieles verbessern.

Wie gesagt, es braucht die

Akteure vor Ort, die dieses einfordern

und vorantreiben.

Wir möchten als Landkreis Pfaffenhofen

die Bildung eines touristischen Netzwerkes

weiter vorantreiben und intensivieren.

Nur wer weiß, was der andere

leisten kann und anbietet und ihn im

besten Fall noch persönlich kennt, wird

kreativ, entwickelt neue Geschäftsideen

und Kooperationsprojekte. Hier möchten

wir als Landkreis den Rahmen

schaffen.

Die Region zählt zu den attraktivsten

Wirtschaftsräumen in Bayern/Deutschland;

welche Rolle wird der Tourismus

hier künftig spielen?

In Bayern und Deutschland gibt es viele attraktive

Wirtschaftsräume. Im Wettbewerb

wird sich der Landkreis hier auf Dauer nur

gut positionieren können, wenn die Unternehmen

und die Menschen, die in diesen

Unternehmen arbeiten, im Landkreis Pfaffenhofen

optimale Arbeits-, Entwicklungsund

Lebensbedingungen vorfinden. Unsere

Unternehmen brauchen für ihren Bestand

und ihre Entwicklung ein Umfeld mit

hoher Lebensqualität. Dazu gehört vieles:

Sicherheit, Bildungsmöglichkeiten, Kinderbetreuung,

Natur- und Erholungsräume

ebenso wie kulturelle Vielfalt und soziales

Umfeld. Wichtiger Indikator ist auch der


Schwimmbad Wolnzach

Freizeitwert einer Region. Und hier sind hohen Freizeitwert haben. Dieser spiegelt

wir beim Tourismus: Erfolgreich sind Regionen,

die neben den genannten Faktotät.

Wenn wir Einheimische und Gäste für

sich wider in der touristischen Attraktiviren

für Einheimische und Gäste einen den Landkreis und die Hallertau begeistern,

schaffen wir konkrete

monetäre

Der Landkreis Pfaffenhofen

Wertschöpfung in der

Tourismuswirtschaft

und die Grundlagen für

eine hohe Lebensqualität.

Das ist zunehmend

von Bedeutung für unsere

Wirtschaftsunternehmen.

Qualifizierte

Fachkräfte sind gesucht.

Unternehmen haben im

Ringen um diese Mitarbeiter

nur dann Aussicht

auf Erfolg, wenn

auch das Lebensumfeld

wie eben beschrieben

passt.

Vohburg

Was sind Ihrer Ansicht nach die

„Alleinstellungsmerkmale“ der Hallertau

(des Landkreises Pfaffenhofen)?

Der Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm

profitiert vor allem im überregionalen Marketing

vom Alleinstellungsmerkmal „Hopfen“

und „Hopfenland Hallertau“ – in seiner

Größe und in der Exklusivität des Produktes

einzigartig in der ganzen Welt. Als entscheidenden

Vorteile sehe ich außerdem die

Standortbedingungen, die gute Erreichbarkeit

insbesondere des Landkreises Pfaffenhofen

in Bayerns Mitte. Diese zentrale Lage

in Bayern, von den Ballungsräumen München,

Nürnberg, Augsburg und Regensburg

gut und schnell erreichbar zu sein, ist unsere

Stärke. Ich lade die Leserinnen und Leser

der HALLERTAU deshalb ein, in den

Landkreis Pfaffenhofen zu kommen – mitten

in Bayern und SIE mittendrin!

Herr Wolf, wir danken Ihnen für das

Gespräch.


Besuchen Sie den Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm in der Bayernhalle 22b

auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.–29. Januar 2012!


26

SLOW-FOOD

Drei Ferkel gegen

eine Ziege mit drei Zicklein

eingetauscht

Fast drei Jahrzehnte

HALLERTAUER ZIEGENHOF

Schwaiba/Rudelzhausen - Die Geschichte,

die hier erzählt werden

soll, beginnt in Australien. Es ist

die Geschichte eines jungen Weihenstephaner

Landwirtschaftsstudenten, der

1984 mit seiner Lebensgefährtin zu einer

mehrmonatigen Fernreise aufbricht, ehe

die beiden gemeinsam den landwirtschaftlichen

Betrieb des angehenden Agrar-Ingenieurs

in der Hallertau übernehmen

sollten. Sollten, denn Australien stellte in

jeder Hinsicht eine Zäsur für den damals

25jährigen dar: Seine Freundin blieb in

Australien zurück und er entdeckte dort,

was sein Berufsleben in den nächsten Jahren

bestimmen sollte: Ziegen! Die Rede ist

von Johann Kellner (53) aus Schwaiba,

einem Ortsteil von Rudelzhausen im

Landkreis Freising, und seinem „Hallertauer

Ziegenhof“ – einer bald 28jährigen

Erfolgsgeschichte!

Aber der Reihe nach.

Tschernobyl war der Auslöser

Nach landwirtschaftlicher Lehre, der Berufsoberschule

mit Abitur und Studium

der Agrarwissenschaften schien er – trotz

zweier älterer Geschwister – der geeignete

Hoferbe. Doch während des Studiums

kamen ihm bereits erste Zweifel, ob die

konventionelle Landwirtschaft im Allgemeinen

und der Hopfen- und Schweinezuchtbetrieb

der Eltern im Besonderen

das Richtige für die Zukunft sei. „Ich

glaubte der Lehre des konventionellen

Landbaus immer weniger“, erzählt Kellner,

„und hatte schließlich den Plan, als

Agraringenieur zu arbeiten und den Hof

nur im Nebenerwerb zu betreiben.“ Die

Atomkatastrophe von Tschernobyl war

dann der Auslöser für seinen Entschluss,

ausschließlich auf ökologischen Landbau

zu setzen. Während der eingangs erwähnten

Australienreise entdeckte er die

Ziegenprodukte und beschloss, den heimischen

Betrieb entsprechend umzubauen.

Gleich nach seiner Rückkehr

tauschte er in „Hans-im-Glück“-Manier

drei Ferkel vom Vater gegen eine Ziege

mit drei Jungen ein. Nun hatte er zwar

Ziegen, aber wenig Ahnung, was er mit

ihnen machen sollte: „Ich konnte nicht

mal melken; das hat mir dann meine

Mutter beigebracht!“ Das parallel laufende

Studium musste in der Folgezeit

schon mal zurückstehen, um Zeit zu

haben, sich mit der Käseherstellung zu

beschäftigen. In der elterlichen Küche

entstanden die ersten Ziegenfrischkäseprodukte,

die Verfahren hatte er sich aus

Büchern angeeignet. Ein Jahr später

standen bereits zehn Ziegen im Stall,

aber immer noch hatte er keinen wirklichen

Plan, wie diese Geschäftsidee künftig

sein Auskommen sichern sollte.

Bioläden gabe es zu dieser Zeit fast nicht

und Ziegenprodukte waren bei den Konsumenten

noch nicht wirklich angekommen.

Von den Eltern wegen seines

„Hobbys“ eher belächelt als unterstützt,

verfolgte er sein Vorhaben in der „Erfahrungsphase“,

wie er heute sagt, konsequent

weiter.

Die „Wende“ brachte ein Frankreichaufenthalt

in den Semesterferien, bei dem er

mehrere Ziegenhöfe besuchte und schließlich

bei einem Holländer hospitierte, der 50

Ziegen hatte. „Ich war so fasziniert von

dem Erfolg, den dieser Ziegenzüchter auf

dem Pariser Markt hatte, dass ich beschloss,

es ihm nachzumachen“, erinnert

sich Kellner. Gerade aus Frankreich zurück,

fuhr er auf den Wochenmarkt nach Pfaffenhofen

und baute dort seinen kleinen

Stand auf, um seine Ziegenkäse anzubieten.

Die Kunden waren noch zurückhaltend,

aber der Absatz schon vielversprechend.

Sein Vertrieb sollte von da an auf Märkten

erfolgen, in Pfaffenhofen, in Freising und in

München. Bald hatte der Student 20 Ziegen

und begann sich in dieser landwirtschaftlichen

Nische einzurichten, aber

immer noch kein Agrar-Diplom ...


SLOW-FOOD 27

Mit der Hofübernahme 1987 wurden

dann entgültig die Weichen für den

„Hallertauer Ziegenhof“ gestellt: Kellner

kaufte weitere 60 Ziegen, verkaufte alle

Schweine und stellte den kompletten

Betrieb auf ökologischen Landbau um.

Ökologischer Landbau

Er installierte eine Melkmaschine und

baute mit 20 000 Mark Fördergeld eine

kleine Käserei auf. Heute besucht er wöchentlich

sieben Märkte in der Region

und besitzt 120 Milchziegen von der Rasse

„Bunte Deutsche Edelziege“. Kellner hat

und von den Kunden positive Rückmeldungen

bekomme.“ Der Vertrieb erfolgt

weiterhin fast ausschließlich über Direktvermarktung,

an Gastronomie und Handel

gehen kaum nenneswerte Mengen

seiner Ziegenkäse. Und ab Hof läuft auch

nicht allzu viel, was ihm ganz Recht ist,

weil in der Anfangszeit Kunden „zu jeder

Tages- und Nachtzeit auf dem Hof standen“,

was einfach nicht mehr zu bewältigen

war. Genauso wie die Hoffeste, die

„wir zwar gerne veranstaltet haben, aber

wegen des enormen zusätzlichen Arbeitsaufwandes

einfach nicht schaffen

konnten.“ Den Verkauf ab Hof gibt es

inzwischen nur noch freitags von 14 -

17.00 Uhr. Und nur für Insider, denn den

Ziegenhof in Schwaiba zu finden, ist für

Ortsfremde kaum möglich. Am besten

frägt man sich durch: mit dem Navi irrlichtert

man durch die Gegend und ein

Hinweisschild sucht man vergebens!

Dabei lohnt das Angebot des „Hallertauer

Ziegenhofes“ durchaus einen Besuch,

zumal Kellner inzwischen sein Sortiment

ganz erheblich ausgebaut hat: Neben den

vielen verschiedenen Varianten von Ziegenfrischkäse

(neu: mit Schokolade!), bis

heute sein wichtigstes Segment, kann der

Kunde nun auch Ziegencamenbert und

Ziegenhartkäse bekommen.

Dazu offeriert Kellner naturbelassenen

Bauern- und Bergkäse aus Kuh- und

Schafmilch. Und natürlich die Fleisch-

offensichtlich sein Glück gefunden. Trotz

der vielen Arbeit. Rund 60 - 65 Stunden

arbeitet er in der Woche, im Sommer

sogar etwas mehr. „Es schafft eine große

Zufriedenheit, wenn ich verkaufe, was ich

selbst auf natürliche Art produziert habe

Hans Kellner in seinem Verkaufswagen

und Wurstspezialitäten von Ziege, Rind

und Schwein. Geräuchertes und Salami

beispielsweise. Sogar eine Ziegen-Weißwurst

(50% Ziege, 50% Schwein) hat er


28

SLOW-FOOD

im Angebot, die laut Kellner wie jede andere

Weißwurst schmeckt, aber sehr

mager ist und wenig Cholesterin enthält.

Die Kellnerschen Würste entstehen alle

ohne Pökelsalz oder Geschmacksverstärker.

Aber: ein Ziegenhof mit Rind- und

Schweinefleisch?

Ziegen, Schweine und Ochsen

Zwischen 20 und 30 Sauen werden pro

Jahr auf dem Hof gemästet, der seit 20

Jahren Mitglied bei Bioland ist. Und dazu

noch einige Ochsen, was aber wieder mit

den Ziegen zu tun hat. Kellner klärt auf:

Getreide und Kleegras an. Die Schweine

werden mit der Molke aus der Käserei und

hofeigenem Getreide gefüttert. Was anderes

bekommen die Tiere nicht. Ökologisch

sinnvolle Kreislaufwirtschaft.

Allein bewältigt Kellner die viele Arbeit

natürlich längst nicht mehr. Gabi Niedermayer

aus Au ist seine „rechte Hand“ und

die Käserei-Managerin, die sich immer

wieder neue Frischkäse-Varianten ausdenkt.

Dazu kommen Lehrlinge, Hochschulpraktikanten

und Aushilfen, besonders für

den Verkauf auf den Märkten.

„Zicklein zu streicheln“, wie Kellner mit

einem Schmunzeln erzählt: „Wir machen

das gerne, denn selbst die Kinder auf dem

Land haben heute gar keinen Bezug mehr

zu Tieren.“ Von Sohn Emanuels` Berufsplänen

hängt auch ganz wesentlich ab, wie die

Zukunft auf dem „Hallertauer Ziegenhof“

aussehen wird. Ein weiteres Wachstum des

Hofes schließt Kellner aus („das schaffen wir

gar nicht“). Was er dagegen ausbauen

möchte, ist das Käsesortiment und die Käsereifung,

also noch stärker als Käse-Affineur

tätig zu werden.

Dazu dienen auch die „Käse-Touren“, die er

weiterhin – vorzugsweise nach Frankreich –

unternimmt, um spezielle Lagerungen und

Reifeverfahren kennen zu lernen. Ansonsten

bleibt nicht viel Zeit für Hobbys bei den

Kellners: ein bisschen Berge, eine Woche

Skifahren mit Freunden an Fasching, hin

und wieder Radtouren in der Hallertau. Außerdem

kocht er gerne.

Käsemeisterin Gabi Niedermayer in der Reifekammer

„Die Ziegen sind zwar Allesfresser, aber Und auch der ältere seiner beiden Söhne,

sehr gschleckert [wählerisch, Anm. d. Emanuel (14), legt schon mal Hand an oder

Red.] und lassen vom Grünfutter, Heu springt als „Führer“ ein, wenn sich mal wieder

ein Kindergarten oder eine Schule für

und Silage immer eine Menge übrig“.

Deshalb beschloss der Landwirt Ochsen

einzustellen, „die einfach weniger gschleckert

sind und sich über die ‘Reste’ hermachen“.

Und weil bei Kellner die

Ochsen nicht schon nach ca. 18 Monaten

auf die Schlachtbank geführt werden

müssen, haben diese Zeit (ca. 30-36 Monate

dauert die extensive Mast!), in beinahe

3 Jahren schönes, marmoriertes,

kurzfasriges Fleisch auszubilden.

Zur Versorgung der Tiere baute der Ökolandwirt

auf den zehn eigenen und weiteren

20 Hektar angepachteter Flächen „Schaukäserei“ zu besichtigen oder

einen Besuch angemeldet hat, um die

einfach

Geldbuße als Werbung

Nein, an irgendwelche besonderen Vorkommnisse

in all den Jahren Ziegenhof

könne er sich nicht erinnern. Oder doch?

Zwei Tage nach dem Gespräch ruft er an.

Ja, es sei ihm doch etwas eingefallen. 1994

hat er mal 1 000 Mark für Werbung

ausgegeben! Eher unfreiwillig. Auf dem

Bauernmarkt in Ratzenhofen hatte er ausgerechnet

einem Veterinär aus Kelheim

Ziegenrohmilch zum Probieren angeboten.

Dass die Abgabe von Rohmilch außerhalb

des Hofes verboten war, wusste er damals

nicht.

Ein Richter verurteilte ihn schließlich zu

einer Geldbuße von 1 000 Mark, was die

Hallertauer Zeitung zum Anlaß nahm, in

einer ganzen Seite über ihn zu berichten.

„Das war die beste Werbung für mich“,

meint Kellner süffisant.

Hallertauer Ziegenhof

Nandlstäderstr. 37, 84104 Rudelzhausen,

Tel. 08756 326, hallertauer.ziegenhof@

web.de


HISTORIE 29

ADOLF WIDMANN

(Reichertshausen)

langjähriger Auer Bürgermeister

und Mitglied

des Kreisrates Freising,

bekannter Chronist der

Hallertau

Eine Deutung

des Namens „Hallertau“

Hallertau: Der Frage, wo der

Name „Hallertau“ herkommt

und was er bedeutet, ist vor wenigen

Wochen der Bayerische Rundfunk

im Rahmen seiner Femsehsendung

„Abendschau hakt nach“ nachgegangen.

Um eine Klärung haben sich der Leiter

des Deutschen Hopfenmuseums Wolnzach,

Dr. Christioph Pinzl, und Hobby-

Heimatforscher Adolf Widmann bemüht.

Wie Renate Hartmann, Redakteurin

beim Bayerischen Fernsehen, in ihrer Einführung

ausführte, stellt sich für viele Zuschauer

das Problem, ob nun „Holledau“

oder „Hallertau“ die zutreffende Bezeichnung

ist. Nach Christoph Pinzl ist „Holledau“

die im Volksmund übliche und

gelegentlich auch von der Werbung gebrauchte

Bezeichnung. Das Rasthaus

„Holledau“ an der Autobahn ist dafür ein

bekannter Beleg.

Adolf Widmann versuchte sich dieser

Frage von der seit 1926 amtlichen

Schreibweise „Hallertau“ her zu nähern.

Er ging hierbei von der gängigen Gliederung

des Namens mit „Hal-hart-au“ aus

und stützte sich zunächst auf eine

Urkunde aus dem Jahr 817. Darin ist ausgeführt,

dass ein gewisser Janulo dem Gotteshaus

Freising den Teil eines Waldes, der

bei „Hal“ liegt, übergab. Damit steht fest,

dass mit „Hal“ eine Örtlichkeit gemeint

ist. Hieraus ergeben sich gleich zwei weitere

Fragen, nämlich was bedeutet „Hal“

und wo liegt es. „Hal“ findet sich heute

noch in dem Wort „Halle“, also einem

durch ein Dach geschützten Raum, in

dem etwas verborgen werden kann. Es ist

das Hauptwort zum altbayerischen Verb

„helan“, das soviel wie hehlen, verbergen

bedeutet.

Wo liegt der Wald? Der Reichertshausener

Pfarrer und Heimatforscher Dr.

Johann B. Prechtl sieht den Wald in der

Gegend zwischen Holzhausen und Halsberg.

Ohne diese These endgültig zu

belegen, kommt er dem heute bekannten

Ursprungsort aber sehr nahe. Nachfolgende

Forscher können dies präzisieren.

Dr. Georg Völkl hat in einer Urkunde von

1445 näheres und auch schlüssigeres

gefunden. Darin ist bei der Einöde Schellhof,

heute Gemeinde Kirchdorf a. d.

Amper, ein Anger von zwei Tagwerk

Größe genannt, der „an die Hecken der

Hallertau stoßt“. Auf diese Örtlichkeit bezieht

sich auch ein Anlagsbuch des Pfleggerichts

Moosburg vom Jahr 1760. Die

Aussagen zur Hallertau lauten darin:

„Forst Hallertau. Dieser Forst ist 30 Jauchert

(ähnlich Tagwerk) groß, darin wenig

frisch, so abgestandene Buchen vorhanden,

das übrige besteht in lauter Tannen und

Fichten, auch anders Holz, welches anno

1718 vermärcht (vermessen) worden ist“.

Damit ist der fragliche Ort präzisiert und

gleichzeitig auch der zweite Namensbestandteil

geklärt. „Hart“ bedeutet in

diesem Fall Wald (der Hart), also die Örtlichkeit

beim Wald. Für die letzte Silbe

von Hallertau, die „Au“, ist eine Deutung

nicht schwer. Der Schellhof liegt im Tal

des Hirschbaches, in einer Auenlandschaft.

Östlich davon, gegen Hirschbach

und Schidlambach hin, steigt eine ausgedehnte

Waldung an, die heute noch den

Flurnamen „Hallertau“ trägt. Außerhalb

des Waldes wurde schon sehr früh Hopfen

angebaut. Mit der Ausbreitung des Hopfenanbaues

hat sich auch der Name überall

dort eingebürgert, wo Hopfen angebaut

wurde.


30

KULINARIK

Erdäpfelbratl

à la Resi

GASTHAUS SPITZER in Osterwaal/Au

Osterwaal – Zugegeben, das Erdäpfelbratl

von Resi Spitzer ist nicht wirklich diät-unterstützend.

Aber es ist großartig. Da fällt

selbst der Vegetarier vom Glauben ab. Ein

Schweinsbraten wie aus früheren Zeiten.

Dass der Schweinebauch auf die Kartoffelhälften

gelegt wird, hat seine Bewandtnis,

wie Wirt Stefan Spitzer erzählt: „Weil das

Fleisch früher so fett war, hat man die Erdäpfel

untergelegt, damit sie das Fett aufsaugen!“

Gegessen wurden die Kartoffeln

trotzdem, besonders gerne sogar. Das ist

auch heute noch so. Wichtig für ein gutes

Gelingen sind natürlich allerbeste Zutaten.

Für die sorgt Metzger Eder aus Eschlbach.

Bald 26 Jahre führen die Spitzers nun ihr

gleichnamiges Gasthaus am Ortsrand von

Osterwaal. Mit ehrlicher, unprätentiöser,

aber immer exzellenter Küche, machten sie

ihr bayerisches Wirtshaus zu einer beliebten

Ausflugsgaststätte. Aber halt, was heißt

hier bayerisch? Auf Resis Speisekarte findet

man gelegentlich auch einen exotischen

Mangosalat oder einen würzigen Burger.

Und eine Südtiroler Brotzeit sowieso. „Ja,

das sei schnell erklärt“, lächelt die Wirtin.

In Südtirol, bei Terlan, da gönnten sie und

ihr Mann sich jedes Jahr ein paar Tage

Urlaub. Neben kulinarischen Eindrücken

hätten sie von dort auch die Weinreben

mitgebracht, die die Terrasse des Gasthauses

so idyllisch beranken. Eine besondere, reich

tragende Sorte, die nicht gespritzt werden

Wirt Stefan Spitzer

müsse. Mango, Currygerichte und Burger

dagegen hätte Sohn Stefan in die Küche

mitgebracht. Viele Jahre sei er erfolgreich

als Koch im Ausland tätig gewesen, überwiegend

in Asien und in den USA. Bei der

Zusammenstellung jeder neuen Speisekarte,

und wenn sie einfach einmal etwas ganz

anderes ausprobieren wolle, könne sie auf

seinen Rat und seine Ideen vertrauen.

Die Mischung kommt an bei den Gästen

der Spitzers: In der gemütlichen Gaststube

(80 Sitzplätze) und auf der überdachten,

windgeschützten Terrasse sitzen Handwerker

neben Geschäftsleuten, Hiesige neben

Ausflüglern, fühlen sich junge Gäste genauso

wohl wie ältere.

Ob die beiden Söhne den gut gehenden

Gasthof einmal übernehmen werden, ist

ungewiss. Sowohl Stefan, der gelernte

Koch als auch Christoph, der Konditormeister

ist, sind international erfolgreich

tätig im Verkauf von Großküchen. Nun, das

sei ja auch noch eine Weile hin, schmunzelt

der Wirt, so schnell würde Resi und er

nicht aufhören wollen. Einen „Probelauf“

aber, den hätten die Söhne schon bestanden,

vor zwei Jahren, als Resi auf Kur

musste. Stolz strahlt er: „Da haben unsere

beiden Söhne Urlaub genommen und

zusammen die Küche gemacht!"


KULINARIK 31

Rezept Erdäpfelbratl á la Resi

(Zutaten für 6 Personen):

1/2 Schweinebauch, 2 kg

2 Karotten

1 große Zwiebel

1/4 Knollensellerie

1 große festkochende Kartoffel

200g Tomatenmark

1 Flasche Dunkelbier

1 l Bratenfonds

Meer- oder Steinsalz

schwarze Pfefferkörner

ganzer Kümmel zum Würzen

Schweineschmalz zum Anbraten

In einem ausreichend großen Topf Wasser

zum Kochen bringen. Den Schweinebauch

hineingeben und die Temperatur

verringern. Den Schweinebauch nun 30

Minuten im leicht siedendem Wasser

garen lassen.

In der Zwischenzeit das Gemüse schälen,

alles außer der Kartoffel in ca. 2 cm große

Stücke schneiden und mit dem Schmalz

in einer Bratenraine scharf anbraten. Die

Hälfte des Kümmels kurz mitbraten, Tomatenmark

hinzugeben und kurz mitrösten.

Mit dem Bier ablöschen und kurz

aufkochen lassen, dann den Fonds hinzugeben.

In den Ofen bei 165 °C auf die unterste

Schiene stellen.

Die andere Hälfte des Kümmels zusammen

mit den Pfefferkörnern und dem Salz

in einem Mörser grob zerstoßen.

Den Schweinebauch aus dem Wasser

holen. Die Haut rautenförmig einschneiden

und den ganzen Braten gut mit dem

Gewürzsalz einreiben.

Die Kartoffel der Länge nach halbieren

und auf einen Rost legen. Darauf nun den

Schweinebauch legen – durch die Wölbung

geht die Kruste schöner auf.

Nun den Braten in den Ofen auf die

mittlere Schiene über den Saucenansatz

geben und ca. 45 Minuten bei 165° C

garen.

Nach der abgelaufenen Zeit den Braten

aus dem Ofen holen und kurz ruhen lassen.

In der Zwischenzeit den Saucenansatz

durch einen Sieb in einen Topf abseihen,

die Gemüsestücke mit einem Schöpfer

durch den Sieb in die Sauce drücken.

Gegebenenfalls noch mit etwas Salz abschmecken.

Das Gasthaus Spitzer wünscht guten

Appetit!

Gasthaus Spitzer

Lohweg 10, 84072 Osterwaal

Telefon: 08752 7455

www.gasthaus-spitzer.de


32

TERMINE & FESTKALENDER

ADVENTS- UND KÜNSTLERMARKT

03./04. Dezember, ab 14 Uhr, KATTI (Willi-Bräu) Attenkirchen

Christkindlmärkte

in der Hallertau

VOHBURG CHRISTKINDLMARKT

9. –11. Dezember

WOLNZACH CHRISTKINDLMARKT

9. –11. Dezember

ROHRER CHRISTKINDLMARKT

10./11. Dezember · vor der weltberühmten Asamkirche

in Rohr

MOOSBURGER CHRISTKINDLMARKT

10./11. Dezember

PUCH CHRISTKINDLMARKT

bis 11. Dezember

MÄRCHENSTADT ABENSBERG

bis 18. Dezember · Weihnachtsmarkt mit großem

Begleitprogramm

OCHS UND ESEL

Ein bayerischer Weihnachtsabend, 15. Dezember, 20 Uhr ·

KATTI (Willi-Bräu) Attenkirchen

SILVESTER-GALA IM WITTELSBACHER HOF, KELHEIM

ab 19.00 Uhr im Ludwigssaal, mit 4-Gänge-Festmenü,

Musik & Tanz, u. v. m.

SILVESTER AUF DEM SCHIFF

Personenschifffahrt im Donau- u. Altmühltal · ab 19.30 Uhr

SILVESTER GALA HOTEL MOOSBURGER HOF

Pfaffenhofen a. d. Ilm · Tanzen und feiern Sie ins Neue Jahr!

WINTERFILMNACHT „EINE GANZ HEISSE NUMMER“

05. Januar, 20 Uhr · KATTI (Willi-Bräu) Attenkirchen

WELLKÜREN „BESTE SCHWESTERN“

14. Januar, 20 Uhr · KATTI (Willi-Bräu) Attenkirchen

GARI GARI

Die Münchner Volksmusiklegende, 28. Januar, 20 Uhr ·

KATTI (Willi-Bräu) Attenkirchen

CHRISTKINDLMARKT BURSCHENVEREIN PÖRNBACH

18. Dezember

SCHLOSS EGGERSBERGER HIMMELSLEITER

bis 18. Dezember, jeweils am Wochenende · Romantischer

Weihnachtsmarkt in historischem Ambiente

CHRISTKINDLMARKT KELHEIM

bis 18. Dezember · Viele kulinarische Schmankerl – vom

Kaiserschmarrn über Raclette und Bratwürstl – , allerlei

Geschenkideen, Selbstgemachtes, sowie ein abwechslungsreiches

Bühnenprogramm

CHRISTKINDLMARKT FREISING

bis 23. Dezember

CHRISTKINDLMARKT INGOLSTADT

bis 23. Dezember

LANDSHUTER CHRISTKINDLMARKT

bis 23. Dezember · Einzigartige Kulisse - inmitten gotischer

Bürgerhäuser, in der Freyung zu Füßen der Kirche St. Jodok:

romantisch und stimmungsvoll

DER GESCHMACK-GIPFEL

IN PFAFFENHOFEN.

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PFAFFENHOFEN CHRISTKINDLMARKT

bis 23. Dezember · Festlich geschmückte Budenstadt

vor dem Rathaus mit Wichtelhaus und Bastelzelt, Raum

der Stille, Live-Bühne sowie einem abwechslungsreichen

Programm

Moosburger Straße 3 · 85276 Pfaffenhofen a. d. Ilm

Tel. 08441 2770080 · www.hotel-moosburgerhof.de

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dem Mittelalter am Stadtplatz

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Do. + Fr. 16.00 – 22.00 Uhr, Sa. 13.00 – 22.00 Uhr,

So. 13.00 – 20.00 Uhr


34

KULINARIK

Kamerunschafe

als kulinarisches Highlight

TWEER’S RESTAURANT im Hotel MOOSBURGER HOF

setzt auf regional-nachhaltiges Angebot

Pfaffenhofen/Biberg – Nein, Hallertauer

ist er nicht. Das verrät nicht nur sein Duisburger

Idiom, sondern auch sein Name:

Sven Tweer. Aber er fühlt sich wohl hier in

Pfaffenhofen, das gerade zur lebenswertesten

Kleinstadt der Welt gewählt worden ist. Der

46-jährige ist seit gut drei Jahren Pächter

eines der besten Hotels der Hallertau, dem

„Moosburger Hof“. Dabei gehört seine Aufmerksamkeit

nicht zuerst den 45 Zimmern

des 4-Sterne-Hauses (um die kümmert sich

vorrangig seine Frau Anke), sondern vor

allem der Küche des Restaurants. Beim legendären

Jean-Claude Bourgueil in Düsseldorf

(„Im Schiffchen“) hat Tweer gelernt,

ehe ihn der Weg über mehrere Sterneküchen

– Stefan Steinheuer, Stefan Marquard,

Michael Bader – zu „Käfer“ führte, für den

er in Berlin und München tätig war.

Bei dem Werdegang verwundert es nicht,

das „Tweer’s Restaurant im Moosburger

Hof“ längste eine gefragte Adresse für

Gourmets ist und zuletzt auch vom

Schlemmeratlas 2012 mit zwei Löffeln aufsteigend

ausgezeichnet wurde (unter den

400 besten Restaurants in Deutschland).

Wir treffen uns in dem kleinen Ort Biberg

bei Scheyern: auf einem renovierten

Bauernhof, der zum Ausdruck bringt, was

entstehen kann, wenn sich viel Geld

auch einmal mit gutem Geschmack trifft.

Aufwändig und bis ins Detail liebevoll

und stilsicher gestaltet ist dieser Hof, der

einer der wichtigsten Lieferanten des

Moosburger Hofes ist. Von hier beziehen

die Tweers je nach Saison Salate und

Gemüse in Bio-Qualität. Vor allem aber

befindet sich hier die Zucht der Kame-


KULINARIK 35

runschafe, die als Lammkeule oder

Lamm-Schulter fester und gefragter

Bestandteil der Restaurantkarte von

Sven Tweer sind.

Das Kamerunschaf, das ursprünglich

aus Westafrika stammt, ist ein besonders

schönes, kleines Schaf mit kastanienbraunfarbigem,

kurzem Fell und schwarzer

Zeichnung an Kopf, Bauch und

Beinen. Böcke werden lediglich ca. 60

cm hoch und haben ein Gewicht von bis

zu 50 Kilogramm, Mutterschafe bei entsprechend

geringerer Größe bringen es

auf 30–40 Kilogramm. Kamerunschafe

geben keine Wolle und werden vorrangig

zur Fleischerzeugung gezüchtet. Da es

anspruchslos und sehr widerstandsfähig

ist, wird es auch gerne zur Beweidung

größerer Flächen eingesetzt.

Sven Tweer ist allein an dem Fleisch

interessiert. Und das wächst in Biberg in

absoluter Bio-Qualität heran, denn die ca.

120 Tiere auf der Weide werden nur mit

unbehandeltem Grünfutter, Getreide und

Brot (aus dem Hotel; was für ein schönes

Beispiel für Kreislaufwirtschaft!) ernährt.

„Schön, wenn man weiß, wo das Lamm

herkommt und was es gefressen hat“, freut

sich Tweer über seine „Bezugsquelle“.

Koch Tweer preist das Fleisch, das er

exklusiv aus Biberg bezieht, in den höchsten

Tönen: „Es ist ein feines, zart-wild schmeckendes

Fleisch und dabei viel feinfasriger

als herkömmliches Lamm. Ich habe es

früher nicht gekannt, bin aber begeistert

von dem Produkt!“ Kein Wunder, dass sich

eine regelrechte Kamerun-Lamm-Fan-

Gemeinde unter den Stammgästen des Restaurantes

gebildet hat (der Autor kann das

nachfühlen!). „Unsere Gäste kommen natürlich

nicht nur wegen des Lammfleisches

zu uns,“ erzählt Tweer,“ aber wer mal bei uns

Lamm gegessen hat, kommt immer wieder.“

Dabei wurmt es den erfahrenen Chef-

Koch, dass die deutschen Konsumenten nur

an den edlen Fleischteilen interessiert sind:

„In Deutschland sollen Tiere am besten nur

aus Filet bestehen!“ Dabei schwärmt Tweer

von der Zubereitung der Lamminnereien

Herz, Leber, Nieren („eine Delikatesse für

den Kenner“) und wünscht sich eine

Gruppe, für die er mal ein ganzes Lamm

zubereiten und am Tisch tranchieren darf.

Auf der Speisenkarte finden sich bereits

jetzt neben Keule und Kotelett bisweilen

auch Lamm-Curry, Lamm-Ragout oder

Lamm-Rollbraten.


36

KULINARIK

Plan, auf dem Bilderbuch-Bauernhof in

Biberg künftig auch Piemonteser Rinder

zu züchten, eine weiße Rinderasse, die

über ein ganz besonders schmackhaftes,

zartes Fleisch verfügt.

Auch die bekämen dann nur das Bio-

Futterangebot, dass Tweer mir zeigt,

während er die Kamerunschafe in die

Futterkammer lockt (was nicht klappen

will). Dem Kamerunschaf wird ja nachgesagt,

dass es eher scheu und ängstlich

sein soll. Oder die Tiere wussten einfach

nicht, dass Sven Tweer heute in ausschließlich

guter Absicht vorbeigeschaut

hat ...

Die Biberger Schafe vor der Haustür und

die Überzeugung, dass die Gäste regionalnachhaltiges

Wirtschaften immer mehr

schätzen, haben die Tweers dahin gebracht,

nach und nach möglichst alle

Angebote des Moosburger Hofes ausschließlich

aus regionaler Herstellung zu

offerieren. Vom Ei und Honig am Frühstückstisch

über Fisch und eben Fleischund

Wurstwaren. Ganz aktuell ist der

Tweer’s Restaurant im

Hotel Moosburger Hof

Moosburger Straße 3

D-85276 Pfaffenhofen

T +49 (0) 8441 277008-0

F +49 (0) 8441 277008-88

www.moosburgerhof.de

Tierschutz in der Heimat

Holledauer Katzen in Not

An die 100 Katzen wurden dieses Jahr vom Tierschutzverein Hallertau

aufgenommen, versorgt, kastriert und weitervermittelt. Das

Schicksal einer frei lebenden Katze ist ungewiss, nicht selten können

die Tiere mangels Futter oder aufgrund von unbehandelten Krankheiten

nicht überleben. Ein ehemaliges Feuerwehrhaus in der Marktgemeinde

Au, Ortsteil Seysdorf, wird nun vom Tierschutzverein

Hallertau e. V. zur Tierherberge umgebaut. Als Durchgangsstation

soll es Platz für 35 Katzen sowie 20 Kleintiere bieten. Für die Nutzung

des Gebäudes muss der Verein an die Gemeinde Miete zahlen und

die Kosten für alle Renovierungsarbeiten übernehmen. Das Projekt

wird aus privaten Spenden finanziert und von ehrenamtlichen Helfern

realisiert. Tierfreunde werden um eine Spende gebeten. Helfer für

die Renovierungsarbeiten und Sachspenden wie Baumaterialien

und Futter werden dringend benötigt.

Auch durch die Abgabe von Altpapier kann das Projekt unterstützt

werden. Annahme jeden Samstag zwischen 9 und 11 Uhr in

Au/Hallertau-Seysdorf, Abenstalstr. 6 (altes Feuerwehrhaus).

Das alte Feuerwehrhaus in Seysdorf, Marktgemeinde Au, wird vom Tierschutzverein

Hallertau zu einer Tierauffangstation für Katzen und Kleintiere

ausgebaut. Spenden und handwerkliche Hilfsleistungen werden dringend

benötigt. Wer hilft den Tieren?

Tierschutzverein Hallertau e.V.

www.tierschutzverein-hallertau.de, Tel. 08752 8698291

Kontonummer 15 03 12, Raiffeisenbank Hallertau, BLZ 701 696 93


DAS BIER-TERZETT 37

Hallertauer Biere im Test

WILLI ABELE, ALEXANDER HERZOG und THILO STEINDORF

(v.r.n.l.) verkosten besondere Hallertauer Biere

In dieser Rubrik stellt die HALLERTAU

künftig jeweils drei Bier-Besonderheiten

vor: z. B. besonders gehopfte, temporär

erhältliche oder erstmals gebraute Biere.

An der Verkostung sind neben dem Herausgeber

Alexander Herzog die beiden

Brauer Willi Abele und Thilo Steindorf

beteiligt. Die Bewertung ist absolut subjektiv,

aber unbestechlich.

„Adventsbier“

Bürgerbräu Wolnzach

„Hopfenweisse / TAP 5“

Weisses Bräuhaus G. Schneider, Kelh.

„Auer Zwickl“

Schlossbrauerei Au/Hallertau

Alkohol: 5,4 Vol. · Stammwürze: 12

Besonderheit: Saisonbier Typ Märzen,

nur temporär erhältlich

Farbe/Optik: rötlich-dunkel, bernsteinfarben

Geruch: eher dezent, leicht malzig,

Hopfenaroma: kennt Hopfen nur vom

Hörensagen

Vollmundigkeit: gering

Rezenz: sehr dezent

Gesamteindruck: Man vermisst die

Vollmundigkeit, die der Name Adventsbier

verspricht.

Alkohol: 8,2 Vol · Stammwürze: 18

Besonderheit: Weizen-Doppel-Bockbier

mit intensiver Hopfung

Farbe/Optik toller Schaum, weizenbier-typische

starke Trübung

Geruch: fruchtig, exotisch, hopfig

Hopfenaroma: wunderbar ausgeprägt

Vollmundigkeit: großartig

Rezenz: champagnerähnlich

Gesamteindruck: Außergewöhnliches

Geschmackserlebnis, nichts für Mainstream-Weißbier-Liebhaber.

Ein für die

Hallertau völlig neuer Biertyp, der

wohl polarisiert.

Alkohol: 5,5 Vol · Stammwürze: 12,8

Besonderheit: Saisonbier Typ Lagerbier,

nur temporär erhältlich

Farbe/Optik hell, naturtrüb

Geruch: hefig, fruchtig (Zitrone)

Hopfenaroma: eher wenig

Vollmundigkeit: gut, leichter Malzcharakter,

Rezenz: präsente Kohlensäure

Gesamteindruck: Süffig, angenehme

Hopfenbittere, lädt zum Weitertrinken

ein.

Der Braumeister sollte sich Rat holen Akzeptabel, hinterlässt wenig Eindruck Gut trinkbares „Tafel-Bier“

Feines Bier, lohnt auch einen Umweg!

Herausragendes Bier, unbedingt probieren!

Sensation, ein Bier zum Niederknien!


?EIN 38 BILD UND SEINE GESCHICHTE

Gewinnen Sie ein

Hallertau-Menü für 2 Personen

GEWINNERMENÜ

im Gasthof Ostermeier

Hildegard und Josef Kaiser aus Freising hatten

(wie viele andere) die richtige Antwort auf

unsere Frage in der Ausgabe 1/2011.

Josef Ostermeier (li.) und Herausgeber Alexander

Herzog (re.) begrüßten die Gewinner im Gasthof

Ostermeier, Gütlsdorf, zum Hallertau-Menü.

Kennen Sie dieses BAUERNHAUS?

Wer kann Angaben zur Identität des abgebildeten Bauernhauses (Foto vermutlich um 1910)

oder sogar zu den Personen machen?

Unter allen Einsendern, die bis zum 30.01.2012 richtige Hinweise liefern, verlost „Hallertau“ ein Drei-Gänge-Menü mit

Getränken für 2 Personen im Gasthaus Willi-Bräu in Attenkirchen (www.willi-braeu.de).

Die Auflösung gibt es dann in der nächsten Ausgabe

des Magazins „Hallertau“ (Frühjahr 2012).

Einsendungen an: alexander.herzog@imago87.de

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter des Magazins

„Hallertau“ sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Willi-Bräu


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www.hofbrauhaus-freising.de

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Biere aus der

Hallertau


Bierwelt

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