Context Nr. 5 / Mai 2013 - Zeitmanagement (PDF ... - KV Schweiz

kvschweiz.ch

Context Nr. 5 / Mai 2013 - Zeitmanagement (PDF ... - KV Schweiz

27. 05. 2013

Heft 5

Das Magazin für Bildung und Beruf

Zeit

Wie wir damit umgehen

1:12

Die Initiative ist umstritten

Laufbahn

Die Welt einer Revierdetektivin


Aktuelle

Infoabende

Marketing/Verkauf/PR

Mittwoch, 29. Mai 2013

www.kvz-weiterbildung.ch

Management + Führung

Dienstag, 4. Juni 2013

Kaufmännische Basis

(Handelsdiplom edupool.ch, Informatik, Sprachen)

Mittwoch, 12. Juni 2013

Personal + Sozialversicherung

Montag, 17. Juni 2013

Rechnungswesen/Treuhand/Finanzdienstleistung

Dienstag, 25. Juni 2013

Alle Infoabende beginnen jeweils um 18.15 Uhr und fi nden

am Escher-Wyss-Platz in der KV-Aula statt.

www.kvz-weiterbildung.ch


Editorial

Inhalt

In den letzten Wochen und Monaten wird

viel über Löhne, Lohngerechtigkeit und

Abzockerei diskutiert und geschrieben.

Was ist ein anständiger Lohn? Was ist ein

unanständiger Lohn? Diese Fragen stellen

sich sowohl bei den tiefsten, wie auch

bei den höchsten Löhnen.

Kann ich persönlich tatsächlich noch

mit einigermassen gutem Gewissen

meine Kleider einkaufen, wenn ich weiss,

dass teilweise Monatslöhne von 2 700

Franken bezahlt werden in der Stadt

Zürich? Wie soll die Verkäuferin damit

über die Runde kommen? Oder ist es

tatsächlich notwendig, dass der Investment-Banker

jährlich mehrere Millionen

verdient?

Beide Themen sind auf der politi -

schen Landkarte aktuell. Wir stimmen

im November über die 1:12 – Initiative der

Jungsozialisten ab. Haben Sie sich dazu

ihre Meinung schon gebildet? Wir möchten

wissen, was Sie zu diesem Vorschlag

denken und haben dazu eine Umfrage

eingerichtet. Lesen Sie den Bericht zur

Initiative auf Seite 10 und beteiligen Sie

sich bitte an der Umfrage.

So – und jetzt muss ich dringend zur

nächsten Besprechung. Danach zum

Business-Lunch und um 14 Uhr an die Sitzung

des Stiftungsrates. Am Abend bin

ich dann an einem Jubiläum einer KV-

Sektion… – das tönt recht hektisch.

Wie gehen wir mit unserer Zeit um?

Lesen Sie dazu unser Dossier.

5 Büro International Riga, Lettland

6 Unbürokratisch

7 Lohnbuch 2013, KV in den Medien, Webrating

8 Kurz Altersvorsorge/Home Office

9 Kolumne Von Daniel Jositsch

10 1:12-Initiative Die Meinung der KV-Mitglieder ist gefragt

12 Entlassung

Ein Banker ist seit einem Jahr arbeitslos

18

Dossier Zeit

Wie Menschen die Zeit nutzen

24 Ivo Muri über den Wandel im Umgang mit der Zeit

26 Bündig Buchtipp/Schreibtisch/Social Media Ranking/Arbeitszeitmodelle

27 Kolumne Von Franziska Hügli

28 Berufsmaturität

BM 2 immer beliebter

32 Fit über Mittag Regelmässig in Bewegung

34 Laufbahn Sibylle Meier, Revierdetektivin

38 Ratgeber Bildung/Recht/Büroalltag/IT-Tipp

40 KV-Aktuell/Sektionen Veranstaltungen und Informationen

44 Impressum

45 Rätsel Reka-Checks zu gewinnen

46 Cartoon Von Ruedi Widmer

Peter Kyburz – CEO KV-Schweiz-Gruppe

peter.kyburz@kvschweiz.ch

Titelbild und Dossier: Reto Schlatter fotografierte zum Thema Zeit

context 5 – 2013


Büro international

5

Riga, Lettland

Ginta Lace arbeitet als Büroleiterin von

Forum Cinema, dem grössten Kinozentrum

in Lettland.

Interview und Fotos Birgit Johannsmeier

Hatten Sie als Kind einen Traumberuf?

Ich wollte gerne Töpferin werden,

aber leider fehlte mir das Talent.

Welchen Beruf übten Ihre Eltern aus?

Mein Vater war Schlosser und meine

Mutter Fabrikarbeiterin.

Was arbeiten Sie?

Ich bin sowohl Büroleiterin als auch

Logistic Managerin. Ich bin für den reibungslosen

Transport von Kinofilmen

verantwortlich. Ausserdem kontrolliere

ich die Filme und passe die jeweiligen

Übersetzungen an. Dafür stehe ich mit

lettischen Tonstudios im Dialog.

Welche Ausbildung haben Sie gemacht?

Ich bin von Beruf Schneiderin. Als

aber meine Gelenke erkrankten, wurde

ich Verkäuferin in einem Geschäft für

Heimtextilien.

Seit wann sind Sie hier tätig?

Seit zwölf Jahren.

Welche Dienstleistung bietet Ihre Firma?

Forum Cinema ist das grösste Kinozentrum

in Lettland.

Wie lange brauchen Sie von Ihrem

Wohn- zu Ihrem Arbeitsort?

25 Minuten mit dem Bus.

Welche Qualitäten sind in Ihrem

Beruf gefragt?

Sehr schnelles Handeln und reibungslose

weltweite Kommunikation.

Ich habe einen guten Draht zu allen Logistik-Unternehmen

und bringe jeden

Kinofilm in kürzester Zeit nach Riga.

Dauert es aus Moskau normalerweise

eine Woche, schaffe ich es in drei Tagen.

Das spart viel Geld.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

In Lettland bin ich die erste, die einen

neuen Kinofilm zu Gesicht bekommt. Ich

mag den internationalen Kontakt mit

Kinos, Verleihern und Produzenten. Ich

habe ein tolles Büro mit Blick über die

Stadt und geniesse das volle Vertrauen

meines Chefs.

Arbeiten Sie hauptsächlich

im Team oder allein?

Ich muss mich auf mein Team verlassen,

trage aber die alleinige Verantwortung.

Wie oft machen Sie Ferien?

Vier Wochen. Einmal zwei Wochen

am Stück, zweimal jeweils eine Woche.

Ab und zu fahre ich zu meiner Tochter

und ihrem Sohn nach Irland.

Wie viel verdienen Sie pro Jahr?

Rund 10 600 Franken brutto.

Können Sie Geld auf die Seite legen?

Ich spare ungefähr 35 Franken pro

Monat.

Wie viele Personen müssen von Ihrem

Einkommen leben?

Für mich allein reicht das Einkommen

nicht. Aber mein Mann ist auch berufstätig,

zusammen kommen wir klar.

Sind Sie gegen Krankheit versichert?

Leider nein. Im Notfall werde ich kostenlos

vom Staat behandelt. Habe ich aber

eine chronische Krankheit oder will mir

vorsorglich die Nierensteine entfernen

lassen, muss ich es selbst finanzieren.

Haben Sie eine Altersvorsorge?

Ja. Mein Arbeitgeber zahlt für mich.

Würden Sie gerne mehr verdienen

oder sind Sie zufrieden?

Natürlich möchte ich gerne mehr verdienen,

aber ich bin mit meiner Arbeit zufrieden.

Was möchten Sie beruflich

noch erreichen?

Ich würde gerne besser Englisch sprechen.

Reden Sie mit Ihrem Partner über

die Arbeit?

Ja natürlich. Mein Mann sieht mir sofort

an, wenn ich Sorgen habe oder wenn

etwas mal besonders gut geklappt hat.

Steckbrief Person

Name Ginta Lace

Alter 47

Zivilstand verheiratet

Wohnform 37-Quadratmeter-

Eigentumswohnung mit Garten

Wohnort Riga

Steckbrief Lettland

Riga ist die Hauptstadt mit ca. 700 000

Einwohnern

Einwohner Lettland ca. 2,1 Millionen

Arbeitslosenquote 13,8 %

Durchschnittseinkommen umgerechnet

ca. 9 800 Franken brutto pro Jahr

Gewerkschaftlicher Organisationsgrad

Es gibt die Dachorganisation «Verband

der freien Gewerkschaften Lettlands»

(LBAS) mit 21 Einzelgewerkschaften.

Der Organisationsgrad ist aber gering.

Wichtigste Exportartikel Holz, Metallproduktion,

Nahrungsmittel, Textil

context 5 – 2013


6

Unbürokratisch

Forscher Yann Mamin dokumentiert im Rahmen der Grabung «Auf der Wacht» in Kaiseraugst ein Grabungsfeld. Foto: Atelier MFM/Ex-Press

context 5 – 2013


Lohnübersicht

Alle Löhne auf einen Blick

Das Lohnbuch 2013 ist aktualisiert und

enthält neu Farbgrafiken zu Lohnthemen.

Das Lohnbuch 2013 bietet auf 800 Seiten

einen umfassenden Überblick über mehr

als 8200 in der Schweiz gültige Branchen-,

Berufs- und Mindestlöhne. Aufgeführt

sind fast sämtliche Branchen und Berufsgattungen

mit den entsprechenden Lohnangaben.

Das Lohnbuch liefert die Basis, um

faire Lohnbedingungen zu fördern und

Unterbietungen der Löhne entgegenzuwirken.

Es ist entstanden aus einer interkantonalen

Zusammenarbeit und richtet

Sprachaufenthalte

More than a Language Course

Webrating

In unserem Betrieb ist Teilzeitarbeit von Männern

selbstverständlich: 32 %

eher unüblich: 42%

völlig unüblich: 26 %

sich an Personalfachleute, Arbeitsmarktbehörden,

Sozialversicherungen, Arbeitgeber

und Arbeitnehmerorganisationen.

pd

Philipp Mühlhauser:

Mindestlöhne sowie

orts- und berufsübliche

Löhne in der Schweiz.

Orell Füssli Verlag,

CHF 65.–

Das Angebot an Sprachaufenthalten ist

gross und vielfältig. Mit einer kostenlosen

und persönlichen Beratung hilft der Sprachreisespezialist

Boa Lingua dabei, das passende

Angebot zu finden.

Lehr-, Schul- und Studienabgänger, welche

etwas mehr Zeit zur Verfügung haben,

da sie noch nicht in den Berufsalltag

eingebunden sind, sollten über einen längeren

Sprachaufenthalt im Ausland nachdenken.

So haben sie die Möglichkeit, ihr

Profil für den härter gewordenen Arbeitsmarkt

zu schärfen und allenfalls ein

Sprachdiplom zu absolvieren. Wem ein

«normaler Sprachkurs» zu wenig Abwechslung

bietet, hat mit Work&Study

eine grosse Auswahl an alternativen Möglichkeiten.

Hierbei verbindet man den

Sprachkurs mit Arbeitseinsätzen, Praktika,

Volontariaten oder Demi-Pair-Programmen.

Wer bereits mit beiden Beinen im Berufsleben

steht, hat meist nicht die Möglichkeit,

für längere Zeit ins Ausland zu

gehen. Business-Sprachtrainings sind auf

die Anforderungen der modernen Geschäftswelt

zugeschnitten, sind sehr intensiv

und dauern in der Regel zwischen

ein und drei Wochen. Neben generellem

Geschäftsenglisch werden auch massgeschneiderte

Kurse für bestimmte Berufsgruppen

angeboten.

Sonderkonditionen

KV-Schweiz-Mitglieder profitieren unter

anderem von 5% Rabatt auf das gesamte

Kursangebot von Boa Lingua und von

attraktiven Sonderangeboten für Sprachkurse.

Jetzt abstimmen:

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Wie frei können Sie über

Ihre Zeit verfügen?

> Völlig frei

> Mehr oder weniger

> Praktisch nicht

KV in den Medien

Der KV Schweiz hat recht: Das Potenzial

an zweijährigen Berufslehren ist

noch lange nicht ausgeschöpft. Aber

die Problematik der Schaffung solcher

Lehrstellen mit eidgenössischem

Berufsattest EBA liegt nicht in

erster Linie bei der fehlenden Akzeptanz

auf dem Lehrstellenmarkt. Vielmehr

fehlt es an Wertschätzung und

Anerkennung der Leistung aller Lehrmeisterinnen

und Lehrmeister, die

solche Lernende ausbilden. Sie machen

ihre oft mit Mehraufwand verbundene

Bildungsarbeit mit Herzblut.

Peter Dürrenberger, Betriebsausbilder,

Münchenstein

11.5.2013

Ein wichtiges Anliegen des Präsidenten

des Kaufmännischen Verbandes

Werdenberg-Fürstentum Liechtenstein

war und ist die Gewinnung von

neuen Mitgliedern. So wurden zum

Beispiel im Herbst Schulbesuche in

Walenstadt, Glarus und Chur durchgeführt,

um den Jugendlichen die

Dienstleistungen des KV Schweiz, wie

etwa Weiterbildungen oder Tipps für

bevorstehende Bewerbungen, aufzuzeigen.

10.5.2013

Je weniger bekannt und verbreitet die

Attestausbildungen in einer Branche

sind, desto schwieriger ist es auch,

nach der Lehre eine Stelle zu finden.

Im KV-Bereich habe eine Abgängerbefragung

ergeben, dass der Anschluss

«teilweise» funktioniert, sagt Michael

Kraft vom KV Schweiz: «Das Risiko,

arbeitslos zu werden, ist nach einer

Attestlehre höher, als wenn man eine

reguläre Lehre mit eidgenössischem

Fähigkeitszeugnis gemacht hat. Es

ist insbesondere schwieriger, eine

Stelle zu finden, wenn man nicht im

Lehrbetrieb bleiben kann.»

7.5.2013

7

context 5 – 2013


8

Kurz

Im Interesse der Angestellten

Der Bundesrat wird demnächst eine Gesamtsicht auf die Altersvorsorge präsentieren.

Travail Suisse und KV Schweiz sind bei der Flexibilisierung der Altersregelung und beim

BVG-Umwandlungssatz diskussionsbereit, beharren aber auf einer sozialverträglichen

Ausgestaltung.

Beschäftigungsmöglichkeiten für 60- bis

65-Jährige wirklich gesichert. Auch wenn

Politik und Verbände ein anderes Bild vermitteln

wollen: In der Praxis vieler Unternehmen

fehlt der Tatbeweis, Arbeitnehmerinnen

und Arbeitnehmer bis zum

ordentlichen Pensionsalter beschäftigen

zu wollen. Daran wird sich auch in

näherer Zukunft nichts Grundlegendes

ändern: Technischer Fortschritt, Verlagerungs

möglichkeiten in die globale

Wirtschaft, schwach ausgebildete Weiterbildungs-

und Laufbahnmöglichkeiten

für ältere Arbeitnehmende erschweren

vielen den Verbleib im Arbeitsmarkt.

Bezüglich der Altersvorsorge reagiert die Bevölkerung skeptisch auf Abbauvorschläge.

Die Altersvorsorge wird von den

Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern

als Errungenschaft von hohem

Stellenwert eingestuft. Im Unterschied zu

anderen Sozialwerken ist jedermann vom

Alter betroffen und daher an der Altersvorsorge

interessiert. «Die Bevölkerung

reagiert auf Abbauvorschläge traditionell

sehr skeptisch», sagt Daniel Jositsch, Nationalrat

und Präsident des KV Schweiz.

«In jüngerer Vergangenheit hatte weder

der Vorschlag des Absenkens des Mindestumwandlungssatzes

in der zweiten

Säule eine Chance vor dem Volk, noch

stiess die Diskussion um die Anhebung

des Pensionsalters auf erkennbare breite

Unterstützung.» Das habe zu einer eigentlichen

politischen Blockade geführt, die

in den vergangenen Jahren geprägt gewesen

sei vom Beharren auf einseitigen Positionen

und von der Unmöglichkeit, ausgewogene

Lösungen zu finden.

Gesamtsicht auf die Altersvorsorge

Der Bundesrat hat im Herbst 2012 eine Gesamtsicht

auf die Altersvorsorge in Aussicht

gestellt. Dies ist laut Travail Suisse

und KV Schweiz der richtige Schritt, auch

wenn über die Details dieser Gesamtsicht

zweifellos diskutiert werden wird. Die gemeinsame

Betrachtung der ersten und

der zweiten Säule ermöglicht nämlich ein

Aufbrechen der starren Positionen und

eröffnet neue Handlungsmöglichkeiten.

Travail Suisse und der KV Schweiz sind

der Ansicht, dass dieser Handlungsspielraum

genutzt werden muss, um die

Lösung der vorhandenen Probleme mit

konstruktiven und ausgewogenen Vorschlägen

zu erreichen. Daniel Jositsch:

«Es geht nicht an, dass einseitig Leistungskürzungen

oder Zusatzbeiträge seitens

der Arbeitnehmenden propagiert werden,

während auf der anderen Seite private

Versicherer und Banken viel Geld für ihren

administrativen Aufwand und die

Vermögensverwaltung aus dem Vorsorgekreislauf

abziehen.»

Beschäftigung ungesichert

Travail Suisse und KV Schweiz lehnen

eine Erhöhung des ordentlichen Rentenalters

über 65 ab. Heute sind weder im

privaten noch im öffentlichen Sektor die

Keine isolierten Massnahmen

Auch die Heraufsetzung des Frauenrentenalters

von 64 auf 65 ist als isolierte

Massnahme abzulehnen – so die Haltung

von Travail Suisse und KV Schweiz. Sie

müsse eingebunden sein in eine sozial abgefederte

Flexibilisierung des Referenzrentenalters

sowie eine bessere Versicherung

der Teilzeiterwerbstätigen in der

beruflichen Vorsorge. Das würde ein Absenken

des Koordinationsabzugs und

allenfalls eine Senkung der Eintrittsschwelle

der 2. Säule bedeuten. Zudem

müssten damit Massnahmen zur Erreichung

der Lohngleichheit einher gehen.

«Trotzdem spricht aber nichts dagegen,

in den Sozialversicherungen Anreize

für die Weiterführung der Erwerbstätigkeit

über das Rentenalter hinaus zu schaffen»,

führt Daniel Jositsch aus. «Beim BVG

liegt es in den Händen der Pensionskassen,

die Reglemente entsprechend auszugestalten.

In der AHV müsste die Weiterarbeit

nach dem Rentenalter neu in die

Rentenformel eingebaut werden.»

Travail Suisse und KV Schweiz sagen

Nein zu einem gesetzlichen Zwang zur

Arbeit über 65, aber Ja zu Anreizen zur

Weiterarbeit. Die neue Altersregelung

muss flexibel und sozialverträglich sein,

Anreize zur Sicherung vorhandenen

Know-hows setzen und so den Arbeitsmarkt

stärken. Kommunikation KV Schweiz

context 5 – 2013


Home Office Day

Spielregeln für Telearbeit

Kolumne

9

Am 13. Juni 2013 findet der vierte Home Office

Day statt. Damit verbunden ist der Aufruf,

vermehrt zu Hause zu arbeiten. Der KV

Schweiz hat dazu Empfehlungen ausgearbeitet.

67 500 Unternehmen, Mitarbeitende und

Selbstständigerwerbende sind 2012 der

Aufforderung zu Home Office gefolgt und

haben einen Tag lang zu Hause gearbeitet.

Das sind über 65 % mehr als im Vorjahr.

Seit dem ersten Home Office Day

2010 hat die Zahl der teilnehmenden Unternehmen

und Erwerbstätigen laufend

zugenommen.

Der KV Schweiz hat in einer Erhebung

2012 festgestellt, dass rund 45 % der befragten

Mitglieder in einem Betrieb arbeiten,

der seinen Mitarbeitenden grundsätzlich

die Möglichkeit gibt, einen Teil

ihrer Arbeit zu Hause zu verrichten. Verschiedene

Studien haben gezeigt, dass

arbeitsplatzunabhängiges Arbeiten die

Produktivität und Lebensqualität fördert

und gleichzeitig die Umwelt und Verkehrsinfrastruktur

entlastet.

Es gibt aber auch kritische Stimmen.

So hat beispielsweise Marissa Mayer,

Chefin des Internet-Unternehmens

Yahoo, Anfang Jahr entschieden, dass

Home Office im kalifornischen Konzern

nicht mehr toleriert werde. Die Begründung

lautete, dass Home Office der Unternehmenskultur

abträglich sei.

Der KV Schweiz hält Home Office

grundsätzlich für eine gute Sache. «Entscheidend

dabei ist aber, dass Arbeitgeber

und Arbeitnehmer fair miteinander umgehen»,

sagt Barbara Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik.

Die Spielregeln müssten

klar festgelegt sein, so dass zu Hause weder

zu viel noch zu wenig gearbeitet

werde. Mit der Flexibilisierung der Arbeit

nehmen auch die rechtlichen Unsicherheiten

zu, und es stellen sich viele Fragen,

zum Beispiel: In welchem Umfang sollten

die Arbeitnehmenden nach wie vor im

Unternehmen anwesend sein? Soll und

kann die Arbeit der Heimarbeitenden

kontrolliert werden? Wie werden Infrastrukturkosten

entschädigt? Zu diesen

und weiteren Fragen hat der KV Schweiz

Empfehlungen ausgearbeitet. tj

EMPFEHLUNGEN

Zunächst sind die organisatorischen

Voraussetzungen für Home Office zu

klären und im Arbeitsvertrag ist unter

Arbeitsort ein Hinweis anzubringen,

wie oft und in welchem Umfang der

Mitarbeitende pro Woche zu Hause

arbeiten kann. In einem separaten

Reglement, das für alle Betroffeneen

gilt, werden mindestens folgende

Punkte geregelt:

> > Tage und/oder Situationen, an/in

denen zu Hause oder von

unterwegs gearbeitet werden kann

> > Art und Weise der Arbeitszeit-

Dokumentation

> > Verweis auf Arbeitszeitbestimmungen

> > Regeln für Erreichbarkeit

> > Entschädigung für die Benützung

der Infrastruktur

> > Verweis auf Geschäftsgeheimnis

und Haftung

Die ausführliche Fassung ist verfügbar

auf: www.kvschweiz.ch/hod

Der KV als

Bildungskonzern

Von Daniel Jositsch

Vor wenigen Tagen fand die Generalversammlung

der KV Bildungsgruppe statt.

An dieser beteiligen sich (fast) alle grossen

KV-Schulen sowie der KV Schweiz.

Erstmals trafen sich einerseits die Trägersektionen

sowie die Rektoren der

verschiedenen Schulen. Die KV Bildungsgruppe

hat die Zeichen der Zeit verstanden.

Der Bildungsmarkt ist stark

umkämpft und hat sich in den vergangenen

Jahren enorm gewandelt. Die Bildungsnachfrager

sind heute mobil; Unternehmen

verlangen regionale oder gar

nationale Bildungsangebote. Wer heute

erfolgreich auftreten will, muss entsprechend

über Strukturen verfügen, die es

erlauben, auf diese Nachfrage zu reagieren.

Während andere Bildungsanbieter

darum kämpfen müssen, überregional

und national Fuss zu fassen respektive

dies gar nicht erst ins Auge fassen, verfügt

der Kaufmännische Verband bereits über

die entsprechenden Strukturen, die wir

nun im Sinn eines qualitativ hohen Bildungsangebots

für unsere Mitglieder

nutzen können. Das bedeutet freilich

nicht, dass an den Strukturen der Schulen

selbst etwas geändert wird. Diese bleiben

selbstständig und ihrem regionalen

Träger verpflichtet. Aber die verschiedenen

Schulen können sich vernetzen, unterstützen,

austauschen und Synergien

nutzen. Wer eine spezielle Weiterbildung

absolvieren möchte, kann auf www.kvbildung.ch

mit wenigen Klicks herausfinden,

welche Schulen an welchen Orten den gewünschten

Lehrgang anbieten. Das ist der

richtige Weg!

Fördert die Produktivität und entlastet die Umwelt: Arbeit im Home Office

Daniel Jositsch ist Nationalrat und

Präsident des KV Schweiz.

daniel.jositsch@kvschweiz.ch

context 5 – 2013


10

1:12-Initiative

Umstrittenes Anliegen

Die Initiative 1:12 der Jungsozialisten will die Vergütungsprinzipien auf eine fairere Grundlage

stellen. Sänken die Managerlöhne, würde mehr Geld für mittlere und untere Einkommen frei,

hoffen die Initianten. Die Gegner befürchten den Wegzug der Konzerne aus der Schweiz sowie

Einbussen für die AHV. Von Pieter Poldervaart

Die Abstimmung könnte zur Zitterpartie werden.

ative «1:12» zu lancieren. Die Botschaft ist

eingängig: Niemand im oberen Management

soll pro Monat mehr verdienen, als

der am schlechtesten entlöhnte Mitarbeiter

des gleichen Unternehmens pro Jahr

kassiert. Anfänglich wurde das Anliegen

von Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden

belächelt. Doch seit dem fulminanten

Sololauf von Thomas Minder, der fast

68 Prozent der Stimmenden hinter seine

Abzockerinitiative scharen konnte, ist

Bürgerlichen und Wirtschaft die Süffisanz

vergangen. Die letzte Umfrage gibt

der Initiative reelle Chancen an der Urne.

Umverteilung nach unten

Denn die Argumente der jungen Sozis

sind eingängig: Die Managergehälter entsprächen

weder dem Markt noch der Leistung,

sondern seien pure Selbstbereicherung,

so Kristina Schüpbach. Die Zentralsekretärin

der Juso Schweiz betont,

Seit ein paar Monaten fehlt er den

Schweizer Linken als Feindbild: Daniel

Vasella hat Anfang Jahr Novartis und

der Schweiz den Rücken gekehrt und wendet

sich in den USA neuen Aufgaben zu.

Doch seine eindrücklichen Bezüge von

Lohn und Boni haben sich im kollektiven

Gedächtnis festgesetzt. Obwohl nicht

mehr CEO, sondern nur noch Verwaltungsratspräsident,

bezog Vasella 2012

noch immer beachtliche 13,1 Millionen

Franken von seinem Arbeitgeber, 240 Mal

mehr, als die am schlechtesten entlöhnte

Person beim Basler Pharmamulti abgegolten

wurde. Auf die angebotene Abgangsentschädigung

von 72 Millionen Franken

für die nächsten fünf Jahre verzichtete Vasella

erst, nachdem der Deal in der Öffentlichkeit

heftigste Kritik ausgelöst hatte.

Nicht zuletzt die fehlende Lohngerechtigkeit

bei den Pharmamultis bewog

die Jungsozialisten 2009, ihre Volksinitidurch

eine Vergütungspraxis, die unkontrolliert

hohe Löhne zulasse, entstünde

der falsche Anreiz, möglichst kurzfristig

hohe Gewinne zu erzielen. Schüpbach

verweist dazu auf eine Studie zum Thema

«Managerlöhne in der Schweiz», die 2008

am Institut für Organisation und Unternehmenstheorie

der Universität Zürich

erschien. Die letzten Jahre hätten illustriert,

dass die Teppich-etage nicht lernfähig

sei: Selbst in der Krise habe sich die

Lohnschere in den grossen Schweizer Unternehmen

weiter geöffnet, so Schüpbach.

In den letzten 15 Jahren hätten sich die

Topverdiener immer mehr vom gemeinsam

erwirtschafteten Wohlstand genommen,

während die tiefsten Löhne stagnierten.

Diese Entwicklung gelte es zu

stoppen und den Wohlstand gerechter zu

verteilen. Auch so bleibe die Differenz

eindrücklich: Vasella würde – falls er weiterhin

am Rheinknie die Geschicke von

Novartis lenken würde – noch 672 000

Franken zugute haben, dies bei einem

Tiefstlohn von 56 000 Franken.

«Kein zweites Griechenland!»

Auf der Seite der Gegner führt die SVP die

Kampagne. Ihr Kommentar zum Anliegen

ist drastisch: «Die extreme, ideologisch

geprägte 1:12-Initiative der Juso will

in der Schweiz eine Idee, die der kommunistischen

Staatswirtschaft des letzten

Jahrhunderts entspringt, in der Bundesverfassung

festschreiben», erklärt SVP-

Generalsekretär Martin Baltisser auf Anfrage.

Die 1:12-Initiative sei ein massiver

Eingriff in die bewährte Vertragsfreiheit

zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern

und deshalb für den ganzen Werkplatz

schädlich. Baltisser: «Es gilt unter

allen Umständen zu verhindern, dass die

Schweiz den Weg der europäischen Krisenstaaten

wie Griechenland oder Spanien

geht.»

Modell ZKB verhindert

Im Fokus der Initiative stehen weniger

KMU als Grosskonzerne. Dennoch hat

das Volksbegehren eine Diskussion um

Lohngerechtigkeit losgetreten, bei der

context 5 – 2013


längst nicht nur notorische Abzocker ins

Visier genommen werden. So musste vor

wenigen Wochen der Zürcher Kantonsrat

eine parlamentarische Initiative behandeln,

welche die Lohnschere in der Zürcher

Kantonalbank etwas enger machen

wollte. In der drittgrössten Schweizer

Bank liege das Verhältnis zwischen tiefstem

und höchstem Lohn bei 1:34, rechnete

SP-Kantonsrätin Mattea Meyer vor.

Doch die ZKB sei dafür prädestiniert, in

Sachen Lohngerechtigkeit eine Vorbildfunktion

zu übernehmen. Deshalb sei

ebenfalls eine maximale Differenz von

1:12 einzuführen. Die bürgerlichen und

Mitteparteien hatten für das Anliegen

kein Musikgehör. So betont Andreas

Hauri von den Zürcher Grünliberalen, er

verurteile zwar eine exzessive Lohnpolitik.

«Doch gerade weil die ZKB weder für

Lohnexzesse noch für eine Tieflohnstrategie

bekannt ist, setzt dieser Vorstoss bei

Ihre Meinung ist

uns wichtig!

Wie stellen Sie sich zur 1:12-Initiative?

Ist sie ein Gebot der Gerechtigkeit, oder

bringt sie den Wirtschaftsstandort

Schweiz in Schwierigkeiten?

Wir möchten es genau wissen und Ihre

Meinung zu dieser umstrittenen Abstimmungsvorlage

einholen.

Bitte nehmen Sie an unserer kurzen

Umfrage zum Thema teil. Als zusätzlichen

Anreiz verlosen wir unter allen Teilnehmenden

ein Sieben-Zoll-Tablet von

HP (Slate 7) im Wert von 179 Franken.

Link zur Umfrage:

www.kvschweiz.ch/1zu12

der falschen Unternehmung an.» Glücklicherweise

wiesen die meisten KMU schon

heute und auch ohne gesetzliche Regelungen

eine gesunde Lohnstruktur auf.

Zudem seien die Tiefstlöhne das grössere

Problem. Hauri: «Um mehr Lohngerechtigkeit

zu erreichen, braucht es Lohnanreize,

die eine langfristig erfolgreiche Unternehmensführung

belohnen.» Meyers

Vorstoss erlitt Schiffbruch, die Mehrheit

des Zürcher Kantonsrats verweigerte der

parlamentarischen Initiative die Unterstützung.

Gefahr für die AHV?

Eine ganz andere Gefahr als der Grünliberale

Hauri wittert Andreas Dummermuth.

Der Leiter der Ausgleichskasse

Schwyz befürchtet, dass bei einem Abstimmungs-Ja

der AHV schon bald Summen

in dramatischer Höhe fehlen: «Würden

aufgrund der Initiative Höchstlöhne

verschwinden, entfallen auch die darauf

zu entrichtende AHV-Beiträge.» Dass

stattdessen die Tieflöhne angehoben werden

und somit einfach mehr AHV-Beiträge

aus dem unteren Lohnsegment

anfallen, glaubt Dummermuth nicht:

«Voraussichtlich werden die Firmen nicht

die Tiefstlöhne anheben, sondern die

Höchstlöhne kürzen» – wobei internationale

Firmen sehr wohl Mittel und Wege

finden dürften, ihre Topkader anderweitig

zu entschädigen.

«Die Reichen brauchen die AHV nicht,

aber die AHV braucht die Reichen», zitiert

Dummermuth den Mitbegründer der Ersten

Säule, den SP-Bundesrat Hans-Peter

Tschudi. Zwar unterstellt Dummermuth

den Initianten nicht, bewusst an der AHV

sägen zu wollen. Aber es wäre nicht das

erste Mal, dass eine Vorlage unerwartete

Auswirkungen auf die AHV hätte, so der

Schwyzer Sozialversicherungsexperte:

«Bei der Abstimmung über die Unternehmensteuerreform

II vom Februar 2008

wurden die finanziellen Folgen massiv

beschönigt.» Weil sich seither mehr und

mehr Selbstständigerwerbende in Form

von Kapitalgesellschaften organisieren

und Dividenden statt AHV-pflichtigen

Lohn beziehen, entgingen der AHV Hunderte

Millionen Franken. Dummermuth:

«Der Tanker AHV schlägt leck.»

David Gallusser, Politikwissenschaftler

und Mitglied des Initiativkomitees,

verneint, dass die 1:12-Initiative diese Problematik

verschärfe: «Die Lohnsumme

und damit die AHV-Beiträge werden nicht

kleiner, sondern gerechter verteilt. Denn

die Manager haben ein Interesse daran,

dass die Löhne unten steigen – damit sie

ihre eigenen Bezüge nicht zu stark kürzen

müssen.»

In der Debatte pro oder kontra verfassungsmässig

verankerte Lohngerechtigkeit

mischen sich zunehmend auch jene

Unternehmen ein, die von einem Ja am 24.

November 2013 direkt betroffen wären.

Der Chef des Rohstoffkonzerns Glencore

etwa, Ivan Glasenberg, meinte gegenüber

der «Sonntags-Zeitung», bei einer Annahme

der Initiative könne Glencore den

Hauptsitz in Baar nicht mehr wie bisher

aufrecht erhalten. Ob das bloss ein Abstimmungsmanöver

oder eine ernstgemeinte

Drohung ist, wird sich weisen.

Pieter Poldervaart ist freier Journalist

im Basler Pressebüro Kohlenberg.

poldervaart@kohlenberg.ch

11

Kanton St.Gallen

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context 5 – 2013


12

Entlassung

Ohne Job

Stellenabbau im grossen Stil ist momentan bei den Banken gang und gäbe. Robert R. hat

zweimal die Stelle verloren und ist seit einem Jahr arbeitslos. Text und Bild von Rolf Murbach

Die Arbeitssituation auf dem Bankenplatz Schweiz ist schwierig geworden.

men führten zu massivem Stellenabbau.

Und ein Ende der Bankenkrise ist nicht in

Sicht.

Grosses Kundennetz in Lateinamerika

Robert R. ist Senior Kundenberater mit

langjähriger Erfahrung. Er hat in Süddeutschland

eine Ausbildung bei einer

Grossbank absolviert. Nach seinen ersten

neun Berufsjahren bei der gleichen Bank

wechselte er zu einem Spezialinstitut für

Lateinamerika, für das er 19 Jahre tätig

war, davon viele Jahre in Südamerika. Robert

R. baute sich dort ein Kundennetz auf.

Anfang 2007 kam er als Client Advisor

Externe Vermögensverwaltung zu einer

Schweizer Grossbank, bei der er südamerikanische

Kunden betreute. Doch bald

brach die Bankenkrise aus, und viele An-

Lange war das Leben des Bankers Robert

R.* in Ordnung. Er hatte spannende

Jobs, verdiente gut und freute sich

über einen abwechslungsreichen Alltag.

Er arbeitete viel, aber das passte ihm, denn

die Stelle war herausfordernd. Zudem begegnete

er interessanten Menschen.

Dann verlor er innerhalb kurzer Zeit

zweimal den Job. Seit gut einem Jahr ist

der 53-Jährige arbeitslos. Er hat sich auf

Dutzende von Stellen beworben, bei Banken

und anderen Firmen. Bis jetzt ohne

Erfolg. «Ich hätte mir nie vorstellen können,

wie schwierig das ist.»

Robert R. gehört zu den Hunderten

von Bankangestellten, die in den letzten

Jahren ihre Arbeit verloren haben. Die Erträge

der Geldinstitute sind eingebrochen,

Restrukturierungen und Sparmassnahgestellte

verloren ihre Stelle. «Die Verunsicherung

war gross», erinnert sich Robert

R. «In unserem Bereich mussten 35

Prozent der Belegschaft über die Klinge

springen.» Vor diesem Hintergrund kam

ihm ein Angebot der anderen Grossbankengruppe

gelegen. «Ich wusste nicht,

wann es mich treffen würde.»

Die Stelle bei seinem neuen Arbeitgeber

war vielversprechend. Er sollte in Südamerika

vermögende Kunden betreuen.

Robert R. unterschrieb einen Businessplan.

Die Vorgaben: Er sollte Kundeneinlagen

von 100 Millionen Dollar übernehmen

und diese innerhalb von drei Jahren

verdoppeln. Im ersten Jahr plus 25 Millionen,

im zweiten 35 und im dritten 40. Das

schien ihm ein realistisches Ziel, auch

wenn es nicht mehr so einfach war wie in

context 5 – 2013


13

früheren Jahren, Geld von Südamerikanern

im Ausland anzulegen. Man hatte

sich wirtschaftlich in der Region erholt

und die Inflation im Griff. Die Kunden investierten

ihr Geld daher wieder vermehrt

im eigenen Land. Dennoch war Robert R.

zuversichtlich, weil er mit dem dortigen

Markt vertraut war und über ein grosses

Netz von Kontakten verfügte.

Das Reiseverbot

Wichtig in diesem Geschäft ist, dass man

die Kunden vor Ort besuchen darf. «In

diesem hochdotierten Business mit Portfolios

von zum Teil mehreren Millionen

Dollar verlangen die Anleger Präsenz. Sie

wollen ihren Berater regelmässig sehen,

damit sie ihre Anliegen auch persönlich

besprechen können.» Aber genau das war

plötzlich nicht mehr möglich. Kurz bevor

Robert R. seine Stelle angetreten hatte,

verhängte die Bank ein Reiseverbot. Die

Mitarbeitenden durften das Land nicht

besuchen, weil man befürchten musste,

festgenommen zu werden. Für ihn eine

Katastrophe: «Ich konnte nicht wirklich

arbeiten.»

Die Bank hob das Reiseverbot nach

sieben Monaten auf und Robert R. konnte

seine Kunden endlich aufsuchen. Doch

als er in die Schweiz zurückkehrte, eröffnete

man ihm, dass die Bank nicht mehr

an die Realisierung des Business Plans

glaube. Dies bedeutete für Robert R. die

völlig überraschende Kündigung. Er bat

seine Vorgesetzten noch um etwas Zeit,

zumal er einige Kontoeröffnungen vorweisen

konnte. Vergebens, der Entscheid

war unumstösslich. «Das Problem war

nicht, dass ich schlecht performte, sondern

dass das Institut zur Jahreshälfte

weit hinter seinen eigenen finanziellen

Vorgaben lag und sich somit enormem

Zahlendruck seitens des Mutterhauses

ausgesetzt sah. Die Verantwortlichen

mussten mit irgendwelchen Sparmassnahmen

darauf reagieren.»

Unter Erfahrung abhaken

Die Entlassung war für Robert R. ein harter

Schlag und belastete ihn stark. «Ich

konnte nicht glauben, dass so mit einem

umgesprungen wird.» Er überlegte, ob er

sich gegen den Entscheid zur Wehr setzen

sollte. Aber die von ihm konsultierten Anwälte

sagten: «Nichts zu machen. Haken

Sie es unter Erfahrung ab und konzentrieren

Sie Ihre Energie auf die Neuorientierung.»

Robert R. fand bereits wenige Monate

später eine Stelle bei der grössten ausländischen

Privatbank in Zürich. Ein Glücksfall

für ihn. Er hatte eine herausfordernde

Tätigkeit und traf auf ein tolles Team. «Ich

fühlte mich richtig gut.» Nach 13 Monaten

fiel er einer Restrukturierungsmassnahme

zum Opfer.

Das war nicht einmal überraschend.

Stellenabbau im grossen Stil war in der

Branche unterdessen an der Tagesordnung.

Auch beim Arbeitgeber von Robert

R. wurden ständig Mitarbeiter entlassen.

Angst machte sich breit, die Angestellten

waren zunehmend verunsichert, denn

was sie sahen, war unschön: Jeden Monat

verloren im Schnitt allein drei bis vier Kaderleute

ihren Job. Robert R. traf es im

März 2012.

Kündigung und Wertschätzung

Bemerkenswert war das Vorgehen seines

Vorgesetzten. Sie trafen sich einige Tage

vor der Kündigung, um eine bevorstehende

Geschäftsreise von Robert R. nach

Südamerika zu besprechen. Ihm fiel lediglich

auf, dass sein Chef im Gegensatz

zu früheren Besprechungen alles minutiös

mitnotierte, zum Beispiel die Namen

und Kontaktdaten von Kunden. «Das

machte mich stutzig, aber ich dachte

nicht an eine Kündigung.» Als er dann erneut

vom Vorgesetzten zum Gespräch bestellt

wurde und am Tisch auch eine Vertreterin

der Personalabteilung sass, war

für ihn klar: «Nun bin ich an der Reihe.»

Normalerweise müssen Bankangestellte

bei einer Entlassung unter Aufsicht

sofort ihr Büro räumen und das Haus verlassen.

Die Banken stellen so sicher, dass

der gekündigte Angestellte keine sensiblen

Daten mitnimmt. Robert R. hatte es

da besser. «Mein Chef, zu dem ich ein gutes

Verhältnis hatte, sagte: ‹Robert, du

kannst nun hochgehen und in Ruhe deinen

Arbeitsplatz räumen und wenn du

willst, kannst du auch morgen noch einmal

kommen.› Und er fügte an: ‹Das ist

ein grosses Vertrauen, das wir dir entgegenbringen,

ein Zeichen unserer Wertschätzung.›»

Robert R. erzählt das ganz ruhig, ein

wenig nachdenklich, aber nie verbittert.

Manchmal lächelt er, wie einer über eine

etwas unglaubliche Geschichte lächelt.

«Ja», sagt er, «Das war tatsächlich ein Zeichen

der Wertschätzung.» Seinem früheren

Chef gegenüber hegt er keinen Groll.

Er mochte ihn und er sah, dass dieser

auch nichts gegen seine Entlassung tun

konnte. «Er hat mir im Gespräch gesagt,

dass er mir nicht gekündigt hätte, wenn

es alleine nach ihm gegangen wäre. Er

konnte nicht anders, das habe ich ihm abgenommen.

Und der Funken Menschlichkeit

in dieser schweren Stunde hat immerhin

gut getan.» Was Robert R. erlebt hat, ist

in der Branche üblich. Der Kostendruck ist

enorm, durch Entlassungen im grossen

Stil wird gespart. Die Banken ersetzen

teure erfahrene Leute allenfalls durch kostengünstigere

Junge. Interne Restrukturierung

reicht als Begründung für eine

Entlassung. «Die Order kommt von oben,

und das wird dann ausgeführt. Die meisten

Vorgesetzten haben keine Zivilcourage,

sich für ihre Mitarbeitenden einzusetzen.»

Der Banker blickt auf eine über 30-jährige

Laufbahn zurück. Er ist in mehreren

Bereichen bestens qualifiziert, hat Erfahrungen

im Projektmanagement und beherrscht

verschiedene Fremdsprachen.

Und doch ist es für ihn schwierig, eine

Stelle zu finden. Das Problem ist sein

Alter. Firmen stellen offenbar ungern erfahrene

Berufsleute ein.

Last und Zuversicht

Aber er lässt sich nicht entmutigen, steckt

den Kopf nicht in den Sand, wie er sagt,

sondern ist trotz der Absagen zuversichtlich.

Auch weil er weiss, dass er viel zu

bieten hat und flexibel ist. Und doch lastet

die Arbeitslosigkeit schwer, psychisch

und finanziell. Während der halbjährigen

Kündigungsfrist hatte Robert R. den

vollen Lohn, seit sechs Monaten muss er

von dem deutlich tieferen Arbeitslosengeld

leben, mit dem er unter anderem

die Ausbildung seiner erwachsenen Kinder

mitfinanziert. Am liebsten würde Robert

R. einen Job in einem ganz anderen

Arbeitsfeld finden, denn er glaubt nicht,

dass sich die Situation bei den Banken in

den nächsten Jahren verbessern wird.

Und vor allem möchte er sich nicht noch

einmal dem unwürdigen Umgang aussetzen,

wie er es zweimal erlebt hat. Er sagt:

«Man kommt sich vor wie ein Spielzeug,

mit dem sich ein verwöhntes Kind eine

Zeitlang beschäftigt, und es dann, wenn

es das Interesse daran verliert, einfach

weglegt.»

* Name der Redaktion bekannt.

Rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch

context 5 – 2013


14

Monatsinterview

«Arbeit befriedigt viele Motive»

Arbeitszufriedenheit Wie könnten die Gewinne aus der Rationalisierung besser verteilt

werden? Was bringt ein bedingungsloses Grundeinkommen? Mit solchen Fragen befasst sich

der ETH-Professor Theo Wehner. Er weiss auch, weshalb Wertschätzung viele Menschen

stärker motiviert als etwas mehr Geld auf dem Konto. Interview Jürg Zulliger / Foto Sabine Rock

Context: Herr Professor Wehner, alle

Menschen, die berufstätig sind, wissen

Geschichten von guten und weniger

guten Vorgesetzten zu erzählen. Was

ist Ihre Meinung als Wissenschaftler?

Werden die Chefs und Chefinnen immer

besser?

Theo Wehner: Für diese Frage sind die

Kategorien gut oder schlecht gar nicht

passend. Das Thema hat sich insofern verändert,

als man heute weder nach den

Führungseigenschaften noch nach der

Führungspersönlichkeit sucht. Führung

hängt von der konkreten Situation ab und

ist als Interaktion zu sehen; auch wenn es

dabei eine charismatische Führungsperson

leichter hat.

Was heisst für Sie Charisma?

Nicht nur Quartalsziele im Auge haben,

Begeisterung zeigen, Hingabe! Eine

solche Führungsperson hat Ausstrahlung,

zeigt Präsenz, Engagement und vermittelt

im Idealfall natürlich auch eine Vision.

Eine solche Persönlichkeit lässt es nicht

dabei bewenden, im klassischen Sinn zu

analysieren, zu planen, zu delegieren und

schliesslich zu kontrollieren. Führung ist

heute vielmehr Coaching respektive Persönlichkeitsentwicklung

der Mitarbeitenden.

Was beinhaltet Coaching konkret?

Die Führungsperson überlegt sich

zum Beispiel, in welche Richtung sich die

Mitarbeitenden entwickeln können, in

welche Richtung sie das Team begleiten

könnte. Das ist also etwas anderes, als

context 5 – 2013


Der 64-jährige Theo Wehner ist seit Oktober 1997 ordentlicher

Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie am Zentrum für

Organisations- und Arbeitswissenschaften (ZOA) der ETH Zürich.

Er machte ursprünglich eine kaufmännische Ausbildung, arbeitete im

Bankbereich und absolvierte danach die Matura. Er studierte an

der Universität Münster Psychologie und Soziologie. Vor seiner Berufung

an die ETH Zürich war er Professor für Arbeitspsychologie an

der Technischen Universität Hamburg-Harburg.

15

Menschen wie Figuren auf dem Schachbrett

hin- und herzuschieben.

Wie gut sind die Vorgesetzten heute

für ihre Aufgabe geschult?

Noch vor 20 Jahren erwarteten viele

Firmen als Voraussetzung das nötige

fachliche und methodische Wissen. Sozialkompetenz

hatte man, oder eben nicht.

Heute gehen die Ansprüche schon weiter,

Fähigkeiten im Umgang mit Menschen

werden höher gewichtet. Einen klassischen

Weg oder gar ein Studium in Richtung

Führung gibt es heute aber nach wie

vor nicht. Es gleicht eher einem Puzzle

ohne Vorlage, mit verschiedenen Elementen,

internen Ausbildungen und Kursen.

Gerade jüngeren Leuten empfehle ich,

nicht nur an den vertikalen Aufstieg, sondern

auch an den horizontalen zu denken.

Wer in der Berufswelt zunächst unterschiedliche

Fachgebiete kennenlernt und

sich unterschiedlichen Aufgaben stellt,

kann sich weiterentwickeln.

Wie sehen Sie die heutigen Führungsprogramme

aus wissenschaftlicher Sicht?

Wir wundern uns manchmal, warum

bestimmte Inhalte vorkommen oder auch

nicht. Für mich ist es nicht nachvollziehbar,

wenn – wie allzu häufig beobachtet –

zum Konfliktmanagement nichts vermittelt

wird: Eine Führungsperson muss

doch in der Lage sein, bereits latente Konflikte

zu erkennen und offene Konflikte zu

bearbeiten – vom Lösen eines Konflikts

mal ganz abgesehen!

Gibt es immer noch Firmen respektive

Führungsperson, die einen autoritären

Stil pflegen?

Ja, es gibt noch bevormundendes

Führungsverhalten und absolutistische

Elemente im Auftreten mancher Organisationen.

Ausgerechnet wenn ein Betrieb

unter Kosten- und Rationalisierungsdruck

steht, finden sich immer noch Fälle,

bei denen die verantwortlichen Personen

autoritär und zusätzlich auch noch emotionslos

führen. Ein partizipativer, ko-

operativer Führungsstil wäre hier zielführender

und ist noch längst nicht die

Regel. Wer die Biografie von Steve Jobs

gelesen hat oder das dazugehörige Buch

«Inside Apple» kennt, weiss, wovon ich

rede.

Was motiviert die Menschen im Betrieb

und spornt sie zu guten Leistungen an?

Wir gehen davon aus, dass Menschen

grundsätzlich motiviert sind. Hinter jeder

Handlung steckt ja Motivation, die nicht

einmal bewusst sein muss. Wir unterscheiden

Motivationen, die von innen

und solche, die von aussen kommen.

Funktioniert in unserer Arbeitswelt auch

die intrinsische, also die Motivation von

innen heraus?

Das ist natürlich nicht immer möglich.

Manchmal führen Situationen zu Frustrationen

und sind alles andere als intrinsisch

motivierend. Wenn ich im Detailhandel

an der Kasse arbeite, die Kollegin

krank ist und schon alle Kunden wegen

der langen Warteschlange reklamieren,

macht das sicher keinen Spass. Erst recht

nicht, wenn die Kassiererin trotz allem

immer schön lächeln und jedem Kunden

noch einen erfolgreichen Tag und was

sonst noch alles wünschen muss.

Welche Ansprüche spielen

sonst noch eine Rolle?

Arbeit befriedigt viele Motive, etwa

Neugier, lernen wollen, Karriere, soziale

Kontakte.

Wie motivierend ist der Lohn?

Ein gutes Einkommen steht unter den

Wünschen nach wie vor sehr weit oben.

Umgekehrt ist aber der Lohn meist kein

massgeblicher Faktor für Unzufriedenheit.

Nehmen wir als Beispiel berufstätige

Frauen, die in unserer Gesellschaft immer

noch oft für gleiche Arbeit bis zu

20 Prozent weniger als männliche Kollegen

verdienen. Frauen sind aber keineswegs

weniger motiviert als Männer. Lohn

ist sicher wichtig als Antriebsfaktor, weil

Geld unsere Existenz sichert. Wir wissen

«Die Frage nach dem Sinn hat in allen westlichen

Ländern eine zunehmende Bedeutung.»

aber auch, dass zum Beispiel soziale,

fachliche und soziale Anerkennung für

die Arbeitszufriedenheit wichtiger sind

als ein höherer Lohn.

Welches Gewicht hat der Sinn, der in

der Arbeit erkennbar ist?

Die Frage nach dem Sinn hat in allen

westlichen Ländern eine zunehmende

Bedeutung. Nur gelingt es anscheinend

immer weniger, in den Betrieben Sinn generierende

Aufgaben anzubieten. Jedenfalls

ist aus gross angelegten Befragungen

bekannt, dass sehr viele Menschen heute

auf Lohn und Status verzichten würden,

wenn sie dafür einen sinnvolleren Job bekämen.

In der Schweiz sind es heute gut

zwei Drittel, die so denken. Das gilt übrigens

analog auch für Leute im Management.

Weshalb haben wir denn nicht mehr

Aussteigerinnen und Aussteiger?

Der Konformitätsdruck in unserer

Gesellschaft ist einfach sehr hoch. Aussteiger

geraten in der Arbeits- und Leistungsgesellschaft

an den Rand. Das Risiko,

später den Wiedereinstieg nicht

mehr zu schaffen, ist ebenfalls sehr gross.

In vielen Firmen folgt heute eine

Umstrukturierung nach der anderen.

Was sind No-Gos bei Veränderungen?

Die Kosten der organisationalen Umstrukturierungen,

zu Gunsten von mehr

Flexibilität für Kunden und andere Stakeholder,

tragen heute oft die Arbeitnehmenden.

Veränderungen sind aber Zu-

context 5 – 2013


16

Monatsinterview

mutungen und es kommt zum Beispiel

darauf an, dass zu Beginn eines Changeprozesses

auch die systemerhaltenden

Kräfte wahrgenommen und diese Personen

ebenfalls mitgenommen werden und

nach Umstrukturierungen Phasen der

Konsolidierung folgen. Wenn der Veränderung

gleich die schon wieder alles verändernde

Veränderung folgt, ist es völlig

klar, dass die Leute bald veränderungsresistent

sind.

Gibt es positive Beispiele im Umgang

mit Veränderungen?

In vielen KMU gelingt dieser Prozess

besser, weil eine grössere Nähe zwischen

Management, Führungskräften und Mitarbeitenden

gegeben ist. In Konzernen

läuft es hingegen oft so, dass der Changeprozess

weit oben beschlossen wird und

dann in allen Standorten möglichst gehorsam

umgesetzt werden soll. Da ist wenig

bis gar keine Partizipation möglich,

da werden systemerhaltende Gedanken

oder Bedenken ignoriert.

Die Anzahl psychischer Erkrankungen

in westlichen Ländern nimmt zu.

Macht die Arbeitswelt häufiger krank?

Arbeit kann krank machen, Arbeitslosigkeit

ebenfalls. Wir fragen uns heute

aber eher, was gesunde Arbeitnehmende

gesund erhält. Wenn sie mehr Entscheidungs-

und Handlungsspielraum haben,

wirkt sich dies positiv aus. Wer sich über

seine Tätigkeit im engeren Sinn hinaus

engagieren kann, erfreut sich einer besseren

Gesundheit. Eine ganzheitliche, abwechslungsreiche

Tätigkeit ist ohne Zweifel

besser als stark zerstückelte Prozesse

– wenn also immer die gleiche Person die

Regale im Laden einräumt.

Ein anderes Thema ist die Verdichtung

und der Zeitdruck. In vielen Betrieben

gehören Hektik und viele Überstunden

zum Alltag. Was ist dagegen zu tun?

Der Rationalisierungsdruck ist tatsächlich

sehr hoch. Die gleiche Wirtschaftsleistung,

die wir heute erbringen,

wurde vor 30 Jahren mit doppelt so viel

Personal bewältigt. Zwar nicht in der

Schweiz, aber in anderen Ländern mit 50

oder 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit

gibt es aufgrund der technischen und organisatorischen

Fortschritte ganz einfach

nicht genug bezahlbare Tätigkeiten.

Was ist Ihr Vorschlag?

Die Verteilung der Arbeit auf mehr

Personal ist aufgrund der Lohnnebenkosten

immer noch teuer und muss dennoch

angepackt werden. Hierzu braucht es

viele kreative Ideen, aus allen Teilen der

Gesellschaft und nicht nur aus der Arbeitspsychologie,

der Gewerkschaft oder

einem Think Tank! Wir könnten individuelle

Zeitkonti einführen. Ein Mitarbeiter

hätte zum Beispiel ein Soll von 1 500 Arbeitsstunden

pro Jahr, und er würde sich

mit seiner Familie, seinen Arbeitskollegen

und den Vorgesetzten verständigen,

wann sie über die Zeit verteilt geleistet

werden.

Viele Leute schliessen heute Teilzeitverträge

ab, arbeiten dann aber dennoch

zu hundert Prozent. Was sagen Sie als

Arbeitspsychologe dazu?

Das heisst ja, dass die Menschen auf

Lohn verzichten und sich einen Gewinn

an Zeit versprechen. Wenn sie diese Zeit

dann doch nicht bekommen, sehe ich dies

für die Psyche als sehr frustrierend an. Es

geht darum, die Gewinne aus der Rationalisierung

besser und fantasievoller als

bisher zu verteilen. Dabei denke ich auch

an die Ferieninitiative, über die letztes

Jahr abgestimmt wurde. Weil sie politisch

keine Mehrheit fand, sage ich im Scherz:

Die Schweizerinnen und Schweizer fühlen

sich anscheinend von mehr Ferien bedroht.

Aber dahinter verbirgt sich etwas anderes.

Anstelle von mehr Ferien würde es eine andere,

eine moderne Variante erfordern. Die

Einführung der erwähnten Zeitkonti wäre

ein Schritt in diese Richtung.

Apropos Politik – was sagen Sie zur

1:12-Initiative, die die Topsaläre in den

Unternehmen limitieren würde?

Das Ungerechtigkeitsempfinden ist

offensichtlich stark gestiegen. Das zeigt ja

auch die Annahme der Abzockerinitiative,

das zeigen die anderen Initiativen,

die das Wirtschaftsleben betreffen. Wir

müssen diese Probleme aber vertiefter

diskutieren und nicht gleich ein für alle

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17

Mal lösen wollen. Es ist nicht schlüssig,

weshalb gerade das Verhältnis 1:12 exakt

«richtig» sein sollte. Die Ziele der 1:12-Initiative

sind zudem schon heute in vielen

Betrieben umgesetzt. Es stellt sich also

vor allem die Frage, weshalb es in bestimmten

Unternehmen und Konzernen

diese Ausreisser mit sehr hohen Vergütungen

gibt.

Eine andere Volksinitiative verlangt

ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Was sagen Sie zu dieser Idee?

Für diese Initiative spricht, dass sie

unser Denken, unser Nachdenken über

die Arbeitsgesellschaft am radikalsten

herausfordert! Die Entflechtung von Arbeit

und Einkommen sehe ich als sehr bedeutenden

Denkimpuls für unsere Gesellschaft.

Dabei ist auch hier wichtig,

dass wir den Vorschlag nicht als Lösung

aller derzeitigen Probleme beurteilen,

sondern bei uns anfangen zu überlegen,

was wir dann für Möglichkeiten hätten.

Gemäss einer neuen Studie von uns wären

sowohl Befürworter als auch Gegner

des bedingungslosen Grundeinkommens

bereit, ihr derzeitiges Arbeitspensum zu

reduzieren. Keiner Erwerbsarbeit mehr

nachgehen würden lediglich 7 Prozent

der Befürworter, aber 14 Prozent der

Nicht-Befürworter! Mehr «Eigenarbeit»,

also zum Beispiel die unentgeltliche Arbeit

zu Hause, hingegen würden wiederum

mehr als 80 Prozent in beiden

Gruppen erledigen, wenn sie ein Grundeinkommen

hätten. Daraus schliesse ich,

dass sich Gegner und Befürworter gar

nicht so radikal unterscheiden, wie es

häufig dargestellt wird.

Was würde sich noch ändern?

Unser System heute hat zum Beispiel

zur Folge, dass die Menschen mehr Geld

durch Arbeit verdienen, als wenn sie ihre

eigenen betagten Eltern pflegen. De facto

leisten dann Osteuropäerinnen in den

westlichen Ländern Pflegeleistungen für

ältere Menschen. Das ist zwar durchaus

rational, aber auf einem anderen Blatt

steht, ob das für unsere Gesellschaft tatsächlich

gut ist. Hätten wir ein bedingungsloses

Grundeinkommen, würden

Menschen die ihnen nahe stehenden Verwandten

unter Umständen selbst pflegen.

Umgekehrt hätte eine solche gesellschaftliche

Innovation zur Folge, dass bestimmte

bisher schlecht bezahlte Jobs

nicht mehr ohne weiteres gemacht würden.

Wer möchte den Müll wegräumen,

wenn es für alle ein bedingungsloses

Grundeinkommen gibt? Dabei wissen

wir, dass manche Leute durchaus bereit

sind, solche Jobs zu übernehmen. Sei es,

weil sie diese selbst als notwendig erachten,

oder sei es, weil sie gut bezahlt sind

und genügend Wertschätzung erfahren.

Was bedeutet Ihnen persönlich Arbeit?

Als Hochschullehrer, zumal an der

ETH, habe ich eine sehr privilegierte Stellung

inne. Ich trenne heute gar nicht

mehr zwischen Arbeit und Freizeit. Im

Urlaub kann ich mich der Arbeit widmen

und es kann dennoch ein wunderbarer

Ferientag gewesen sein. Und manchmal

kommt mir ein Vorlesungstag oder eine

Arbeitsbesprechung mit meinen Doktorierenden

wie ein entspannender Urlaub

vor, weil sich die Studierenden sehr engagiert

einbringen und präsent sind: Denken

ist eben lustbetont!

Wer sind Ihre Lieblingsphilosophen?

Ganz viele. Besonders wichtig ist mir

zum Beispiel Ernst Bloch und sein «Prinzip

Hoffnung». Bloch zeigt, dass der

Mensch zum Hoffen verurteilt ist. Sein

Satz «denken heisst überschreiten», der

auf seinem Grabstein steht, ist elementar

psychologisch. Wenn wir über ein Problem

nachdenken – auch über eine Volksinitiative

– so lösen wir mehr als das zugrunde

liegende Problem. Wir überschreiten

den Problemraum!

Jürg Zulliger ist freier Journalist in Zürich.

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Sabine Rock ist freie Fotografin in Zürich.

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18

Dossier Zeit

Nur die Zeit bleibt

Wir leben in der Zeit, und sie beschäftigt uns.

Wie Menschen die Zeit erleben, und was sie darüber denken.

Text Rolf Murbach / Fotos Reto Schlatter

Ich bin seit 18 700 Tagen auf der Welt. Mir bleiben, wenn

es gut läuft, noch 14 000. Das ist nicht sehr viel. Oder doch?

Die Zeit ist schwer zu fassen. Was ist die Zeit?

Die Zeit rennt uns davon, heisst es. Aber wir sind es, die rennen.

Die Zeit zerrinnt. Salvador Dalì hat das gemalt: eine zerdehnte

Uhr, die über einem Ast hängt und wegfliesst. Die Zeit

betrifft uns alle. Wir sprechen über sie, wir haben keine Zeit oder

sind zeitknapp, und etwas ist zeitlos. Wir tragen Uhren und sind

pünktlich. Nicht überall ist das so. Wie unterschiedlich interpretieren

Menschen doch die Zeit. Südamerikaner, so hört man,

kommen gerne zu spät, eine Stunde, zwei Stunden. Aber das

macht nichts, das ist normal. Haben sie eine andere Vorstellung

von der Zeit? Zeit ist immer auch, was wir aus ihr machen. Wie

wir unseren Alltag gestalten.

Zeitsklaven. Wir rennen, wir eilen, wir hetzen. Im Sport und

bei der Arbeit messen wir die Zeit. Arbeitszeiten bestimmen

unseren Alltag, von acht bis zwölf, von eins bis fünf und oft bis

in die Nacht. Viele finden das unnatürlich, weil es nicht unserem

Rhythmus entspricht.

Manchmal vergessen wir die Zeit, wenn wir eins sind mit

dem, was wir tun, wenn wir in eine Tätigkeit versunken sind

und alles fliesst. Wir denken dann weder an gestern noch an

morgen.

Die Schriftsteller beschäftigen sich mit der Zeit. Sie wollen

sie festhalten oder sie gar wiederfinden, wie Proust in seiner «Recherche

du temps perdu». Aber es ist nicht möglich. Über das

Fortschreiten der Zeit sind wir ratlos.

Es kann uns nicht schnell genug gehen. Speed Dating, Speed

Coaching. Wir sind auf Effizienz getrimmt und Multitasking, das

uns nichts bringt. Unsere Arbeitswelt befindet sich im Temporausch,

und nur manchmal fragen wir uns, ob wir auf dem richtigen

Weg sind. Dann lesen wir vielleicht von Stan Nadolny «Die

Entdeckung der Langsamkeit». Und wir sprechen wieder von

Achtsamkeit. Dann nämlich, wenn wir nur noch durch das Leben

rasen, krank werden und feststellen: Bei diesem Tempo verpassen

wir zu viel.

Nicht alles verplant

Wie gehen Menschen mit der Zeit um, was bedeutet Zeit für sie?

Wir haben einige befragt. Lukas Murer studiert an der Hochschule

für Technik Rapperswil (HSR), arbeitet in einem 30-Prozent-Pensum

als Software-Entwickler und bildet sich an der

context 5 – 2013


19

Wir rennen, wir eilen, wir hetzen.

context 5 – 2013


20

Dossier Zeit

Hochschule der Künste in Zürich berufsbegleitend zum Organisten

aus. Daneben ist er bei den Pfadfindern engagiert. Ein

volles Programm für den 22-Jährigen. Und doch wirkt Lukas Murer

nicht gehetzt. Offenbar gelingt es ihm, all dies unter einen

Hut zu bringen. «Entscheidend ist mein Zeitmanagement», sagt

er. «Ich teile mir die Zeit genau ein. So übe ich zum Beispiel zwei

Stunden, danach arbeite ich für das Studium.» Ein Vorteil für

ihn sei, dass er im Gestalten seiner Zeit in Ausbildung und Job

relativ grosse Freiheit habe. Lukas Murer besucht nicht alle Vorlesungen,

erarbeitet sich den Stoff zu

Hause und programmiert, wenn es

ihm danach ist, auch mal am Abend

fürs Geschäft. Wichtig ist ihm, dass er

nicht jede Stunde verplant. «Ich halte

mir bewusst einen, zwei Abende frei, an denen ich mir nichts

vornehme. Das gibt Raum; ich kann in dieser Zeit machen, was

ich will und habe so nicht das Gefühl, völlig ausgebucht zu sein.»

Der HSR-Student trägt alle seine Termine in die Agenda ein.

Dies kommt für ihn einem Ritual gleich. Er überlegt sich, was

wie viel Zeit beansprucht, behält so die Übersicht und verinnerlicht

sein Programm. «Wenn ich alles eingetragen habe, muss

ich die Agenda kaum mehr konsultieren. Das Gefühl, mit zu vielen

Aktivitäten zugedeckt zu sein, löst sich auf. Entscheidend ist

für ihn auch, dass er eines nach dem anderen tut und beim einen

gedanklich nicht schon beim nächsten ist. Besonders gut

gelingt ihm das, wenn er musiziert. «Es gibt Stücke, bei denen

«Ich halte mir bewusst ein, zwei

Abende frei.» Lukas Murer

sich mir ein meditativer Klangraum öffnet und die Zeit in meiner

Wahrnehmung nicht mehr existiert. Ich kann dabei entspannen,

obwohl ich mit einem Leistungsziel übe.»

Entspannen lohnt sich

Genau das gelingt vielen Menschen nicht: sich entspannen. Dabei

wäre dies entscheidend für das längerfristige Wohlbefinden.

Sie fühlen sich gehetzt, sind überladen mit Aufgaben und überfordert.

Sie rennen der Zeit hinterher

und machen die Erfahrung: Man hat

zu wenig Zeit. Carla Weber, Psychologin

beim KV Schweiz, stellt dies zunehmend

in ihren Beratungen fest.

Viele Ratsuchende sind am Limit. «Der Druck in der Arbeitswelt

hat zugenommen. Die Menschen geraten in Engpässe. Am Anfang

kann man das noch mit Zeitmanagement auffangen. Auf

die Dauer klappt es aber nicht, wenn man zu viele Aufgaben bewältigen

muss.» Delegieren, Priorisieren, To-do-Listen, Dringlichkeit

und Papierkorb sind die Zauberwörter.

Gestresste lernen den Umgang mit der Zeit auch in Seminaren

und lesen in einem der unzähligen Ratgeber darüber. All

diese Tipps seien wertvoll, sagt Carla Weber. Aber oftmals

müsste man in den Firmen strukturell etwas ändern, damit Mit-

Weiter auf Seite 22.

Ladenöffnungszeiten werden immer mehr liberalisiert.

context 5 – 2013


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Michael McGarty, Max Sager

Georges Thiriet, Ralf Turtschi

Das erfolgreiche Standardwerk

Regeln für das

Computerschreiben

Die Referenz zu allen Fragen der professionellen Gestaltung von

Briefen, E-Mails und anderen Schriftdokumenten: 2013 erscheinen

die «Regeln» zum 20. Mal in einer vollständig aktualisierten

Michael McGarty, Informatiker und Telematik

techniker HF, ist Lehrer am Gymnasium /

Wirt schafts mittelschule Thun-Schadau,

an der WirtschaftsSchule Thun und an der

HSO Wirtschaftsschule Schweiz.

Max Sager, Betriebsökonom FH, ist Lehrer

am Gymnasium / Wirtschaftsmittelschule Thun-

Schadau. Er ist Mitglied im Normenkomitee

«Postalische Dienstleistungen» der Schweizerischen

Normenvereinigung und Ehrenpräsident

des Verbandes Lehrende IKA.

Georges Thiriet war 32 Jahre Hauptlehrer

und Fachvorstand an der Handelsschule

KV Basel. Er ist Ehrenpräsident des Verbandes

Lehrende IKA.

Ralf Turtschi ist Typograf, dipl. polygrafischer

Techniker HF, dipl. PR-Berater und Autor meh -

rerer Bücher und Broschüren zu typo gra fischen

Themen. Er ist Inhaber der Agenturtschi,

visuelle Kommunikation, Adliswil.

und um wesentliche Inhalte ergänzten Jubiläumsausgabe.

• 9 Regeln zur lesefreundlichen und übersichtlichen

Gestaltung von Brieftexten

• E-Mails: Vollständig überarbeitet durch Michael McGarty

• Grundlagen der typografischen Gestaltung komplett

neu und erweitert durch Ralf Turtschi

Neu Mai 2013

McGarty, Sager, Turtschi, Thiriet

20. Auflage 2013, ca. 150 Seiten, brosch.

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22

Dossier Zeit

arbeitende nicht in Zeitnot geraten. Zudem seien viele Ratschläge

gut gemeint, könnten aber nicht verwirklicht werden.

«Ein Chef kann gut delegieren, nicht aber eine in der Hierarchie

tief eingestufte Mitarbeiterin, weil sie niemanden hat, der sie

entlastet.» Die Beraterin berichtet von Klienten, die zu Zeitmanagementkursen

verdonnert wurden: «Das ist dann eine weitere

Pflicht, die möglicherweise alles nur noch schlimmer macht.»

Ähnlich sei es oft bei sportlichen Aktivitäten. Viele Menschen

setzen sich mit übermässigem Sport selber unter Druck. «Eine

an sich gute Sache wird zum Stress und ist daher kaum entspannend.»

Carla Weber versucht in ihren Beratungen

gemeinsam mit ihren Klienten

herauszufinden, was ihnen guttut

und wo sie entspannen können. «Es

braucht Freizeit im wahrsten Sinne des Wortes. Die Menschen

müssen sich einen Raum schaffen, wo sie wirklich frei sind und

tun können, was sie wollen.»

Auch Jörg Ochsenbein plädiert für einen bewussten Umgang

mit der Zeit. Der Teamleiter beschäftigt sich schon lange mit

dem Thema, hat viel gelesen darüber und coacht Menschen in

Zeitfragen. Er rät, Zeit nicht nur zu managen, sondern sie intelligent

zu nutzen. Daher spricht er statt von Zeitmanagement von

Zeitintelligenz. Den eigenen Umgang mit der Zeit beobachtet er

sehr genau und hat seine Arbeitsweise immer wieder optimiert.

Als Prüfungsorganisator beim KV Schweiz muss er die verschiedenen

Termine und Aktivitäten über eine längere Periode genau

koordinieren. Früher hatte seine Arbeit etwas Hektisches, sagt

er, heute sei er langsamer und überlegter unterwegs. Und doch

sei er schneller, weil er systematisch und eben bewusst mit Zeit

umgehe.

Die Zeit gibt es nicht

«Die Zeit, die Zeit» heisst der neue Roman von Martin Suter. Der

21-jährige Sven Sprenger hat ihn vor kurzem gelesen. Ihn fasziniert,

wie einer der kuriosen Protagonisten

mit der Zeit umgeht und sagt: Es

«Während der Woche hat mich die

gibt sie nicht, die Zeit. Sie ist eine Illusion,

und man muss nur Veränderun-

Zeit im Griff.» Sven Sprenger

gen rückgängig machen, um sich in der

Vergangenheit wiederzufinden. Sven Sprenger ist von der Gedankenspielerei

angetan. Was ist sie nun, diese Zeit? Wie zeigt

sie sich? Im Berufsalltag erlebt er die Zeit als schnell und flüchtig.

Er arbeitet in der Vermögensverwaltung einer Kantonalbank.

Er kauft und verkauft Aktien. Das Geschäft ist hektisch, und die

Tage sind kurz – obwohl er oft bis in den Abend hinein vor dem

Computer sitzt. «Während der Woche hat mich die Zeit im Griff,

am Wochenende ich sie», sagt er.

Die Zeit erlebe er nicht immer gleich, meint Sven Sprenger.

«Manchmal zieht sie sich in die Länge, dann wieder geht es sehr

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context 5 – 2013


schnell. Und vor allem im Rückblick ist alles anders.» Er erzählt

von den langen Tagen in der Rekrutenschule, dem Warten, dem

trägen Vorbeiziehen der Stunden. Und doch denkt er nun, wo er

alles hinter sich hat: Es war eine kurze Zeit.

Und wie sieht er die Zukunft? Wie wird die Zeit da sein? Als

Kind und Jugendlicher liegt eine Unendlichkeit vor einem. Vieles

ist sehr offen und ungewiss, und das Leben scheint endlos.

Mit dem Fortschreiten der Jahre wird es konkreter und die Zeit

anders wahrgenommen. Sven Sprenger sagt: «Ja, ich habe das

Gefühl, die Zeit wird schnell vergehen bis 40, weil vieles mehr

oder weniger bestimmt ist: das Bachelorstudium, der Master,

den ich anhängen will, andere Weiterbildungen, die berufliche

Laufbahn, Reisen, vielleicht eine Familie. Ich habe so viel Pläne

für diese Zeit, das macht sie wohl schnell.»

Oft fremdbestimmt

Katja Seifried hat Familie. Die Mutter von dreijährigen Zwillingen,

die sie gemeinsam mit ihrem Mann betreut, ist selbstständige

Texterin und Dozentin an der Hochschule für Wirtschaft

Zürich. «Seit ich Kinder habe, ist meine Zeit stark fremdbestimmt.

Es braucht sehr viel Koordination, um alles zu vereinbaren»,

sagt sie. Dies gelinge ihr auch, weil sie als Freelance ihre

Zeit selber einteilen könne. Sie sei daher froh, habe sie keine fixen

Arbeitszeiten. Und doch: Trotz Selbstbestimmung muss

Katja Seifried genau planen. Die Kinder müssen pünktlich von

der Krippe abgeholt, die Betreuungszeiten eingehalten und die

Aufträge termingerecht erfüllt werden. «Irgendwie geht es

immer, aber manchmal ächzt es im Gebälk.» Katja Seifried hat

viel Energie und ist stresserprobt. Sie weiss aber auch, wie es sich

anfühlt, wenn die Batterien leer sind, weil die Belastung durch

Familie und Beruf das Erträgliche übersteigt. Sie hat gelernt,

bewusst mit ihrer Zeit umzugehen. «Die ruhigeren Zeiten mit

weniger Aufträgen geniesse ich unterdessen, ohne mir gleich

etwas Neues aufzuladen. Vor allem habe ich gelernt, dabei kein

schlechtes Gewissen zu haben.» Als Selbstständigerwerbende

sei dies nicht immer einfach.

Einfach da

Was ist also die Zeit? Auf jeden Fall ist sie schwierig zu begreifen.

Christina Ochsner Canak, Redaktorin und Inhaberin eines Geschäftes

für türkisches Kunsthandwerk, sagt: «Zeit ist für mich

ein abstraktes und gleichzeitig stark präsentes Mittel, um Ereignisse

in ihrer Dauer zu messen und in ihrer Abfolge zu ordnen.

Sie strukturiert mein Leben in Vergangenes und Gegenwärtiges

und verspricht Zukünftiges. Zeit ist irgendwie einfach da und

andererseits – vor allem durch die

«Die Zeit ist allumfassend,

ewiggültig und unerschöpflich.»

Christina Ochsner

Einteilung in Tag, Stunde, Minute,

Sekunde – auch menschengemacht.

Sie ist allumfassend, ewiggültig,

unerschöpflich und gleichzeitig

stresst sie uns durch ihr unerbittliches Zerrinnen oder ihr

Stehenbleiben. Objektiv erfassbar und subjektiv erlebt.»

Mit ihren zwei Jobs ist Christina Ochsner besonders gefordert,

was das Zeitmanagement betrifft. Einerseits arbeitet sie als

Angestellte und muss sich an Arbeitszeiten halten. Andererseits

ist sie als Selbstständige sehr frei. Zu ihren zwei Zeitwelten

sagt sie: «Im Büro fühle ich mich wegen unseres detaillierten

Zeiterfassungssystems etwas beobachtet darin, für welche Arbeit

ich wie viel Zeit aufwende. Trotzdem kann ich in der Ruhe

meines Arbeitsplatzes relativ selbstständig entscheiden, wann

ich was mache, solange es zum vereinbarten Termin fertig ist.

Erreichbarkeit hat Grenzen

Immer mehr Arbeitnehmende fühlen sich verpflichtet, auch in

der Freizeit für ihren Arbeitgeber ständig per Handy erreichbar

zu sein, abends noch schnell die E-Mails abzurufen oder den

Laptop auch in die Ferien mitzunehmen. Die Gründe für diese

vermeintliche Verpflichtung sind vielfältig: Sie reichen von der

tatsächlichen Notwendigkeit, auch ausserhalb der üblichen

Arbeitszeit arbeiten zu können, über das Gewährleisten der Ansprechbarkeit

aus Angst um den Arbeitsplatz bis zum Glauben,

dass ohne die Möglichkeit, ständig persönlich eingreifen zu

können, die Arbeitswelt tatsächlich stillstehe.

Die beinahe grenzenlosen Möglichkeiten der heutigen Kommunikationsmittel

machen es möglich, rund um die Uhr erreichbar

zu sein. Mit dieser Situation sinnvoll umzugehen, ist dabei

eine echte Herausforderung. Die vom KV Schweiz herausgegebene

Info-Schrift «Nonstop@work» zeigt Arbeitnehmenden wie

auch Unternehmen, wie sie kompetent und zum Vorteil aller die

technischen Errungenschaften nutzen können. Tipps und Tricks

helfen, einen massvollen Umgang mit den elektronischen Mitteln

zu finden.

Im Laden bin ich zwar eigentlich freier und könnte als meine

eigene Chefin auch einfach mal den Laden schliessen und einen

Nachmittag am See verbringen. Trotzdem fühle ich mich fremdbestimmter

als im Büro, weil Kundinnen oder Besucher ohne

Anmeldung und Termin kommen und ich dadurch meine Arbeit

– Regale auffüllen, neu dekorieren, Buchhaltung – nicht immer

dann machen kann, wann ich will.»

Welche Zeitwelt ihr lieber ist, kann Christina Ochsner nicht

sagen. Das ändere sich von Tag zu Tag und hänge von den Arbeiten

und der persönlichen Verfassung ab.

«Zufrieden bin ich dann, wenn ich das, was

ich mir vorgenommen habe, auf angenehme

Weise erledigen kann und ein greifbares

Resultat habe.»

Was ist sie nun also, die Zeit? Schwer zu sagen. Mir bleiben,

wenn es gut läuft, noch 14 000 Tage. Das ist nicht sehr viel. Oder

doch? Man sollte nicht zu oft an die Zeit denken, dafür in ihr

leben. Jetzt.

Rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch

Reto Schlatter ist Fotograf im Zürcher Presseladen.

mail@retoschlatter.ch

Nonstop@work

Hg. vom KV Schweiz. CHF 18.–,

für Mitglieder kostenlos,

auch als E-Paper verfügbar.

Bezug: KV Schweiz,

Tel. 044 283 45 45 oder

www.kvschweiz.ch/infoschriften

23

context 5 – 2013


24

Dossier Zeit

«Globalisierung und Deregulierung

haben ihre Spuren hinterlassen»

Die heutige Aufteilung von Wirtschafts- und Währungsräumen hat einen Einfluss darauf,

wie wir mit der Zeit umgehen, ist Ivo Muri überzeugt. Von Therese Jäggi

Sie sind Zeitforscher.

Was interessiert Sie an der Zeit?

Ich habe festgestellt, dass es im Zusammenhang

mit der Zeit immer mehr

Probleme gibt, die man mit Uhren und

Software nicht lösen kann. Diesem Phänomen

wollte ich nachgehen und gründete

2002 das Forschungsinstitut Zeit &

Mensch. Während sieben Jahren beschäftigte

ich mich intensiv mit der Frage, was

der Unterschied sei zwischen der Zeit und

der Uhr. Und ich wollte wissen, warum

Zeit Geld ist. Das Thema Zeit und Uhren

begleitet mich aber schon mein ganzes

Leben lang. Mein Vater gründete in den

1950er-Jahren in Sursee eine Turmuhrenfabrik

und baute bereits Ende der 1960er-

Jahre funküberwachte Turmuhren. Das

war damals eine Neuheit. Fünf Jahre lang

war ich in diesem Unternehmen als Geschäftsführer

tätig, bis ich 1994 die Zeit

AG gründete, welche im Bereich Zeiterfassung

und Zutrittsmanagement tätig ist.

Wie hat sich der Umgang mit der Zeit in

den letzten Jahren verändert?

Globalisierung, Deregulierung und

Privatisierung haben ihre Spuren hinterlassen.

Wir leben in einer Welt, in der alle

immer noch mehr leisten müssen. Höher,

weiter, schneller – so lautet die Devise.

Früher lernte man einen Beruf und übte

ihn sein Leben lang aus. Heute wird erwartet,

dass man – kaum hat man die

Lehre abgeschlossen – sich ständig weiterbildet,

die berufliche Karriere vorantreibt,

immer mehr verdient und so weiter. Viele

Menschen sagen, dass sie sich gefangen

fühlen wie in einem Hamsterrad.

Woher kommt die Meinung, dass

«immer schneller» gleichbedeutend

mit «immer besser» ist?

Viele glauben, schneller bedeute produktiver

und führe zu mehr Geld. Das

mag sogar zutreffen, aber es ist sehr kurzfristig

gedacht und führt zu einer Übernutzung

der menschlichen Ressourcen.

Welche Konsequenzen hat das?

Das führt ganz direkt zu psychischen

Krankheiten. Ein hoher Teil der IV-Renten

wird heute an psychisch Kranke entrichtet.

Wie kann man dem Hamsterrad

entrinnen?

Dafür gibt es keine einfachen Rezepte.

Wer nicht mehr mithalten kann oder will,

fällt aus dem Hamsterrad. Die konkrete

Folge davon ist der soziale Abstieg. Um

dies zu vermeiden, geben die Menschen

alles dran, das hohe Tempo beizubehalten.

Die Ursachen liegen in einer Fehlentwicklung

der Wirtschaft und vor allem

basiert unser heutiges Wirtschaftssystem

auf falschen Glaubenssätzen.

Welchen zum Beispiel?

Der Glaube, dass Gewinne dauernd

gesteigert werden können, basiert auf

dem Irrtum, dass es keine Grenzen der

Produktivität gibt. Wir haben solche

Grenzen jedoch bereits klar erreicht. Und:

Dass man durch Wirtschaftswachstum

die Inflation kontrollieren kann, berücksichtig

nicht, dass die Wirtschaft kein

Selbstzweck ist, sondern der Bedürfnisbefriedigung

dient und dass bei der Deckung

der Bedürfnisse die Wirtschaft

eigentlich nicht mehr wachsen müsste.

Und wie sieht es bezüglich Hamsterrad

im Privaten aus?

Dort setzt sich der Stress fort. Wenn in

einer Familie beide Partner berufstätig

sind, muss die Zeit akribisch geplant und

für die gemeinsame Familienzeit gekämpft

werden. Früher gab es – bedingt

durch die klassische Rollenteilung – ganz

automatisch viel mehr gemeinsame Zeit.

Wir schlagen ein hohes Tempo an. Was

hätten die Leute früher davon gehalten?

Es gab früher schon stark beschleunigte

Epochen. Eine Beschleunigung

erlebten beispielsweise auch die Menschen

vor 150 Jahren, als die Eisenbahn

gebaut wurde. Dadurch vergrösserte sich

der Wirtschaftsraum und der Wirtschaftskreislauf

veränderte sich massiv.

Weit voneinander entfernte Märkte wurden

miteinander verbunden. Die gegenseitige

Abhängigkeit der Menschen vom

Geschehen auf den entsprechenden

Marktplätzen intensivierte sich. Ich sehe

darin gewisse Parallelen zur Beschleunigung

durch das Internet, auch wenn es

sich um völlig verschiedene Mittel des

Austausches handelt. Und ebenso wie

heute geriet schon damals der Preis für

gewisse Produkte unter Druck – aber auch

der Preis für die Arbeit – also der Lohn. Im

Zusammenhang mit der Industrialisierung

war Beschleunigung übrigens von

Anfang an ein Thema. Marx hat geschrieben,

dass der Mensch nur noch ein Anhängsel

der Maschine und seine Arbeit

ein Zubehör des Marktes sei. Ähnliches

wird heute über den Menschen im Zusammenhang

mit dem Computer gesagt.

Zeit ist Geld: Was halten

Sie von diesem Schlagwort?

Der Zusammenhang zwischen Zeit

und Geld ist offensichtlich. Die Art und

Weise, wie heute Wirtschafts- und Währungsräume

organisiert sind, haben

einen direkten Einfluss darauf, wie wir

mit der Zeit umgehen. Fixkosten und fixe

Einnahmen organisieren sich heute über

Länder und Kontinente hinweg und zerreissen

das Band der persönlichen Beziehungen

zwischen den Sozialpartnern.

Den meisten Leuten ist vermutlich

bekannt, dass es Ausgleich und Erholung

braucht, aber sie schaffen es trotzdem

nicht, etwas zu ändern. Warum nicht?

Weil die Treibermechanik des Hamsterrads

– die Fixkostenspirale, in der wir

alle drehen – übermächtig geworden ist

und sich durch den Einzelnen oft gar

nicht beeinflussen lässt. Und weder die

Politik noch Arbeitgeber oder Arbeitnehmer

allein können es richten. Ich denke,

wir müssen es alle miteinander wieder ins

Lot bringen.

Ivo Muri ist Inhaber der Zeit AG in Sursee. Er beschäftigt

sich seit vielen Jahren mit dem Thema Zeit und

hat darüber auch verschiedentlich publiziert (www.

zeitag.ch).

context 5 – 2013


25

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context 5 – 2013


26

Bündig

Tipps zur Vorsorge

Ein Ratgeber liefert praktische Antworten auf viele Fragen, die im Zusammenhang

mit der beruflichen Vorsorge immer wieder gestellt werden.

AHV und Pensionskasse sind für viele

Arbeitnehmende abstrakte Themen,

die vornehmlich auf dem Lohnauszug als

Abzüge erscheinen. Was genau mit den

einbezahlten Geldern passiert und welche

Ansprüche sich daraus ergeben, darüber

wissen längst nicht alle Bescheid.

Die jährlichen Pensionskassenauszüge

werden oft ohne richtig anzuschauen zu

den Dokumenten gelegt, die man aufbewahren

muss.

Der Saldo-Ratgeber «Gut vorsorgen:

Pensionskasse, AHV und 3. Säule» von

Pensionskassenexperte Hans-Ulrich

Stauffer schafft Abhilfe. Er wurde komplett

überarbeitet und enthält deshalb

aktuelle Informationen über die Berufsvorsorge.

Nach einem Überblick über die

soziale Sicherheit in der Schweiz geht der

Autor im Detail auf die AHV, die IV, die

Pensionskasse sowie auf die private Vorsorge

ein.

Praktisch ist, dass die wichtigsten

Themen, Stichworte oder Begriffe, die im

Zusammenhang mit der Berufsvorsorge

erklärungsbedürftig sind, in den einzelnen

Kapiteln zusammengefasst sind.

Beispiele aus der Praxis

Leserfreundlich ist auch, dass häufig gestellte

Fragen zu den drei Säulen ebenfalls

beantwortet werden. Man erfährt

zum Beispiel, was passiert, wenn eine

Pensionskasse vom Leistungs- ins Beitragsprimat

wechselt, ob auf Dienstaltersgeschenke

AHV-Beiträge gezahlt werden

müssen, ob man sich trotz zwei Teilzeitjobs

einer Pensionskasse anschliessen

kann und ob das Scheidungsgeld zwingend

in die Pensionskasse muss.

Beispiele aus der Praxis und Tipps

liefern weitere wertvolle Informationen

auf die Schnelle. So wird aufgeklärt, wie

man eine Rente beziehen muss, wie der

versicherte Lohn berechnet wird, wie die

3. Säule rentiert und worauf im Zusammenhang

mit Pensionskasse und Eigenheim

zu achten ist. Der Vergleich von

Versicherungsvarianten ist ebenso aufschlussreich

wie die Liste der Besteuerung

von Kapitalauszahlungen nach Kantonen.

Im Anhang sind die wichtigsten Anlauf-

und Beratungsstellen aufgeführt.

Und auch die vielen Abkürzungen zum

Thema Berufsvorsorge sind erklärt. ajm

Hans-Ulrich Stauffer:

Gut vorsorgen: Pensionskasse,

AHV und 3. Säule.

Saldo Ratgeber, 2013,

CHF 32.–

Schreibtisch

Fredy Knie, Zirkusdirektor. Foto: Reto Schlatter / Zürcher Presseladen.

context 5 – 2013


Papier

Mehr Ökologie

KOLUMNE

27

Wer bewusst mit Papier umgeht, leistet

einen Beitrag zu Wald- und Klimaschutz.

Ein Ratgeber bietet Hintergründe und Tipps

für den Alltag.

Pro Kopf verbraucht hierzulande jede Person

pro Jahr über 200 Kilogramm Papier.

Was dieser enorme Verbrauch bedeutet,

zeigt der neue Ratgeber «Papier – Wald

und Klima schützen», den der Förderverein

für umweltverträgliche Papiere und

Büroökologie Schweiz (FUPS) in Zusammenarbeit

mit seiner deutschen Partnerorganisation

publiziert hat. Der Ratgeber

erläutert Hintergründe der Papierherstellung,

sensibilisiert für die Zerstörung der

Wälder zur Papierholzgewinnung, zeigt

auf, wie sich Neufaser- und Recyclingpapiere

unterscheiden und gibt Tipps, wie

der Papierverbrauch reduziert werden

kann.

Social-Media-Ranking

Noch viel Potenzial

Die HWZ Hochschule für Wirtschaft

Zürich hat zusammen mit der Internetagentur

«webguerillias» das erste Echtzeit-Ranking

der Schweizer Verwaltungsorganisationen

in den Sozialen Medien

entwickelt. Unter www.socialswitzerland.

ch stehen die Daten ab sofort zur Verfügung.

Wenig überraschend ist, dass der

urbane und bevölkerungsreiche Kanton

Zürich die meisten Fans und Follower hat.

Vergleicht man jedoch die User pro Einwohner,

hat der Kanton Glarus die Nase

vorn.

Bei den Städten liegt bezüglich der

absoluten Benutzerzahlen Zug auf Platz

eins, gefolgt von Genf und Luzern. Noch

deutlicher wird der Vorsprung der Stadt

Zug, wenn die User im Verhältnis zur

Wohnbevölkerung betrachtet werden. In

Zug sind über 28% der Einwohner via soziale

Medien mit der Stadt verbunden.

Social Switzerland zeigt aber auch,

dass viele Kantone und Städte Soziale Medien

noch nicht aktiv als Dialoginstrument

einsetzen. Die HWZ bietet daher

erstmals einen spezifischen Social-Media-Kurs

für Verwaltungsorganisationen

an. Die erste Ausgabe des Fokus-Kurses

startet Ende Mai. Weitere Infos: www.fhhwz.ch/fokuskurs

pd

Die 36-seitige Broschüre im A5-Format

zeigt die ökologischen, wirtschaftlichen,

sozialen und technischen Hintergründe

von Papier auf. Sie informiert aber

auch darüber, wie einfach es eigentlich ist,

durch einen sparsamen Umgang mit Papier

und der Wahl von Recyclingpapier

die Wälder unmittelbar zu schützen und

dem Klimawandel im Alltag wirkungsvoll

entgegenzutreten.

Gleichzeitig ist die Broschüre ein

ideales Druckmuster: Es wurden fünf verschiedene

Recyclingpapiere dafür verwendet

und die Leserinnen und Leser

können sich so selbst davon überzeugen,

wie die fünf Varianten im Farbdruck wirken.

Die deutsche Version der Broschüre

kann kostenlos bestellt werden. pd

Nähere Infos: www.fups.ch.

Arbeitszeitmodelle

Wenig Veränderung

Im Jahr 2012 arbeiteten 5,4 Prozent der

Arbeitnehmenden auf Abruf und 42,4

Prozent profitierten von flexiblen Arbeitszeiten.

Wochenendarbeit ist verbreitet:

21,4 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten

regelmässig am Samstag und 10,7 Prozent

am Sonntag. Rund jede zwanzigste

Person leistete regelmässig Nachtarbeit.

Das zeigen die Ergebnisse der Schweizerischen

Arbeitskräfteerhebung 2012 des

Bundesamtes für Statistik (BFS).

34,2 Prozent der 4,408 Millionen Erwerbstätigen

arbeiteten Teilzeit. Von den

Frauen sind 58,5 Prozent teilzeiterwerbstätig,

bei den Männern beläuft sich der

entsprechende Anteil auf 13,8 Prozent.

Die Teilzeitarbeit hat zwischen 2002 und

2012 an Bedeutung gewonnen (+3,5 Prozentpunkte);

die Arbeitszeitmodelle und

Vertragsformen hingegen haben sich im

gleichen Zeitraum nicht stark verändert.

16,9 Prozent der Erwerbstätigen arbeiteten

regelmässig abends (zwischen 19

Uhr und Mitternacht). Bei 5,3 Prozent

der Erwerbstätigen fiel die Arbeitszeit

regelmässig auf Stunden zwischen Mitternacht

und 6 Uhr morgens. Frauen

arbeiten öfter am Abend (18,1 % der erwerbstätigen

Frauen) als Männer (15,9 %),

während Männer öfter Nachtarbeit leisten

(6,1 % gegenüber 4,4 %). pd

Innehalten

Von Franziska Hügli

Die obersten Chefs seien ultrasportlich.

Nähmen an Marathons teil, an Velorennen

und stiegen auf Berge. Immer schneller

und höher, wie der Mitarbeiterzeitung

zu entnehmen sei. Im Unternehmen

seien diverse Laufgruppen gebildet worden,

deren Mitglieder sich während der

Mittagspause ins sportliche Gewand

stürzten. Und nachher mit roten Köpfen

und Sandwich an die nächste Sitzung rasten.

Der mir das erzählte, war ein Mann

Ende dreissig. Ich traf ihn an einer bunt

zusammengewürfelten Tafel bei einem

befreundeten Galeristen. Er klönte, dieses

immer «schneller und höher» manifestiere

sich auch in der Unternehmensführung,

die er oft als rast- und atemlos

empfinde.

Er sei eher den Künsten zugeneigt. Finde

Gefallen daran, an einer Ausstellung vor

einem Gemälde zu verweilen, zu reflektieren

und die Dinge wirken zu lassen. In

der Freizeit ist er Gitarrist in einer Band.

Nach den gelegentlichen Konzerten

gönnten sie sich in trauter Runde ein Bier,

freuten sich über das Zuhörerfeedback

und überlegten in Ruhe, was man beim

nächsten Konzert noch besser machen

könnte, erzählte er.

Und so halte er es auch in der Abteilung,

die er leite. Nach jedem grösseren Projekt

ein gemeinsames Mittagessen mit anschliessendem

Debriefing zum Geleisteten.

Mit diesem Führungsstil habe er Erfolg.

Und fühle sich trotzdem zusehends

kulturell entfremdet. Denn obwohl nicht

sonderlich sportlich, habe er erfolgreiche

Sportler beobachtet: Sie feierten, hielten

inne und analysierten, um dann gestärkt

in die nächste Hochleistungsphase überzugehen.

Diese Kultur würde ihm passen:

sportlich, aber nicht rastlos.

Franziska Hügli ist Unternehmensberaterin

und Verwaltungsrätin.

mail@huegliconsulting.ch

context 5 – 2013


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Berufsmaturität

Ein teurer Königsweg

Rund 13 Prozent der jungen Schweizerinnen und Schweizer legen jedes Jahr die Berufsmaturität

ab. Immer mehr tun dies nach Abschluss der beruflichen Grundbildung. Hat die in die Lehre

integrierte Berufsmaturität ein Imageproblem? Text Andrea Mašek / Foto Rolf Murbach

Schülerinnen und Schüler der KV Zürich Business School: Einige werden nach der Grundbildung die BMS absolvieren.

Die Berufsmaturität (BM) hat sich

seit ihrer Einführung im Jahr 1994

etabliert. Die Zahl der Personen, die diesen

Ausbildungsweg wählen, hat sich bei

rund 13 Prozent eingependelt. Die BM ermöglicht

den direkten Zugang zu einer

Fachhochschule. Mit einer Ergänzungsprüfung

– nach zwei bis drei Passerellen-

Semestern – ist selbst der Übertritt an

eine Universität oder Eidgenössische

Technische Hochschule (ETH) möglich.

Deshalb auch wird die BM als Königsweg

bezeichnet.

Auffällig ist jedoch, dass die Zahl der

Personen, die ihre Lehre mit der Berufsmatura

abschliessen (BM 1), stetig abnimmt.

Innert zehn Jahren von knapp 70

auf 56 Prozent.* Obwohl dies der kürzere

und kostengünstigere Weg ist. Die Kosten

werden von den Ausbildungsbetrieben

übernommen.

Dafür wird die BM 2 immer beliebter.

Das heisst, immer mehr Personen machen

die BM erst nach der beruflichen

Grundbildung. In diesem Fall entstehen

den jungen Leuten aber beträchtliche individuelle

Kosten. Sie müssen alles selbst

berappen und erleiden Lohneinbussen.

Da sie oft noch bei den Eltern wohnen, fallen

immerhin keine weiteren Lebenskosten

ins Gewicht.

Ein sinnvoller Weg

Den Gründen für oder gegen die BM 1 ist

Martin Berger in seiner Masterarbeit an

der Universität Basel und der Fachhochschule

Nordwestschweiz nachgegangen.

Er hat dafür rund 500 Berufsmaturand/

innen der technischen Richtung und sehr

gute Lernende befragt. Seine Ergebnisse

lassen sich zu einem grossen Teil auch auf

andere Richtungen übertragen.

Der Entscheid für oder gegen die BM 1

fällt normalerweise bei der Unterzeichnung

des Lehrvertrages. Zu diesem Zeitpunkt

sind die jungen Leute in der Sekundarstufe

1 oder in einem Brückenangebot.

Sie nehmen am Berufswahlunterricht teil,

stehen in Kontakt mit Lehrbetrieben,

haben wahrscheinlich auch schon Berufsinformationszentren

und eventuell

Berufsfachschulen und Berufsmaturitätsschulen

besucht. Es darf also angenommen

werden, dass all diese Bildungsinstitutionen

wie auch die Lehrbetriebe

Einfluss nehmen auf die Wahl. Berger hat

sich deswegen vor allem auf die Schule

und die Lehrbetriebe konzentriert.

Grundsätzlich hat der Autor festgestellt,

dass die BM unter den Jugendlichen

einen guten Ruf geniesst. Sie sehen sie als

Weiter auf Seite 30.

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29

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Office

Management

11.–12. September 2013 | Messe Zürich

2. Fachmesse für Sekretariat & Management Assistenz

context 5 – 2013


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Berufsmaturität

Chance, die ihnen im späteren beruflichen

Leben bessere Möglichkeiten bietet.

Deswegen wird die BM 1 auch gewählt, als

ein sinnvoller Weg. Gabriel Fischer von

der Abteilung Bildungspolitik des KV

Schweiz sagt, die Berufsmaturität sei für

die Attraktivität der gesamten Berufsbildung

sehr wichtig. «Der Königsweg in diesem

Sinne ist sicherlich, wenn man mit

dem Lehrabschluss auch gleich das Berufsmaturitätszeugnis

erhält.»

Man traut es sich nicht zu

Fischer weiss aber auch, dass «die Belastung

von Lehre und BM sehr hoch ist. Es

stellt sich die Frage wie die Vereinbarkeit

besser gefördert werden kann.» Die jungen

Leute fragen sich also zu Recht, ob sie

den Anforderungen der BM gewachsen

sind. Offensichtlich kommen sie oft zum

Schluss, dass dem nicht so ist – insbesondere

das Fach Französisch scheint viele

abzuschrecken. Bei schlechteren und

mittelmässigen Schüler/innen mag dies

stimmen. Aber Martin Berger hat entdeckt,

dass Jugendliche zu viele Vorurteile

haben und ihre Entscheide gegen

eine BM 1 manchmal auf Fehlinformationen

gründen.

Dies erstaunt, müsste es doch das Ziel

des Berufswahlunterrichts sein, den

Schüler/innen ein genaues Bild ihrer Fähigkeiten

und der Anforderungen aller

Angebote auf der Sekundarstufe 2 sowie

der Arbeitswelt zu vermitteln. Weil die

angehenden Lernenden die Empfehlungen

der Lehrkräfte ignorieren, wie aus der

Studie hervorgeht, stellt sich die Frage

nicht nur für Berger, sondern auch für

Ausbildner, ob auf der Sekundarstufe 1 die

BM 1 hinreichend behandelt werde und

allenfalls ein Imageproblem habe.

Berger sagt, Lehrpersonen mit gymnasialer

Vorbildung würden die Möglichkeiten

der dualen Berufsbildung meist

nicht aus eigener Erfahrung kennen, was

die Unterstützung der BM für sie zu einer

Herausforderung mache. Er plädiert dafür,

dass der BM bei der Ausbildung in den

pädagogischen Hochschulen mehr Platz

eingeräumt wird, und rät dazu, die Jugendlichen

im Berufswahlunterricht mit

dem Aufbau und den Leistungsanforderungen

der BM 1 vertraut zu machen.

Weiter empfiehlt er, die Leistungstests

auf der Sekundarstufe 1 auf die BM 1 zu eichen,

damit die Schülerinnen und Schüler

genau wissen, woran sie sind, und zum

Beispiel Berufsmaturand/innen in den

Unterricht einzuladen.

«Die Belastung von Lehre und BM ist sehr hoch. Es stellt

sich die Frage, wie man die Vereinbarkeit fördern kann.»

Gabriel Fischer

Sie kosten nicht mehr

Laut Experten berücksichtigen viele Betriebe

Lernende ohne BM 1 und benachteiligen

auf diese Weise Interessierte. Dabei

spielen mehrere Faktoren mit. Bergers

Studie sieht zwei wesentliche: die Einschätzung

des Kosten-Nutzen-Verhältnisses

und die Auswahlkriterien bei der

Selektion von Lernenden.

Zu berücksichtigen ist im ersten Fall

die zusätzliche Abwesenheit der Berufsmaturand/innen.

Dadurch fällt mehr Arbeitskraft

weg. Auf der anderen Seite wird

der Betreuungsaufwand kleiner und die

Ausbildungskosten werden reduziert. Insgesamt

kommen die Bildungsexperten

Jürg Schweri und Stefan Wolter in verschiedenen

Studien zum Schluss, dass

das Kosten-Nutzen-Verhältnis von Lernenden

und Berufsmaturand/innen

gleich ist.

Weniger in kleinen Firmen

Bergers Studie zeigt, dass Lernende in

kleineren Unternehmen deutlich seltener

die BM absolvieren als ihre Kolleg/innen

in grösseren Firmen. Die Arbeitsabsenz

respektive der Produktionsausfall sind

von grösseren Betrieben besser verkraftbar.

Weil solche Firmen auch einen höheren

Bedarf an Fachkräften haben, bilden

sie eher Lernende aus und versuchen, sie

zu halten. Das heisst, der Kosten-Nutzen

ist für sie grösser als für Kleinbetriebe.

Grössere Unternehmen sind auch darauf

aus, sehr gute Schüler/innen als Lernende

zu gewinnen. Das bedeutet, sie rekrutieren

wenn immer möglich Jugendliche,

die die Leistungsanforderungen der

BM 1 erfüllen können.

Berger folgert daraus, dass KMU aus

betriebswirtschaftlichen Gründen eher

weniger Bereitschaft zeigen, Berufsmaturand/innen

auszubilden. Er sagt, dies sei

zwar nachvollziehbar, aber langfristig gesehen

ein schlechter Entscheid: «dann

nämlich, wenn die Betriebe Mühe und

Kosten haben, genügend Fachkräfte zu

finden». Dieses Problem wird sich ja bekanntlich

in den nächsten Jahren enorm

verstärken.

Berger schlägt vor, den KMU den Nutzen

der BM 1 und die Kostenrechnung

stärker vor Augen zu führen. Sinnvoll

wäre es, vor allem bei kleineren Firmen

Anreize für das Ausbilden von Berufsmaturand/innen

zu schaffen. Ein gutes Beispiel

sind Labels, mit denen sich Betriebe

als BM-freundlich abheben, wie im Lehrstellennachweis

beider Basel.

Gute Durchmischung bringt es

Peter Rüesch, Berufsbildungsverantwortlicher

und Leiter HR beim KV Schweiz,

sagt zur Thematik, ihm sei klar, dass für

viele Lehrbetriebe die Frage nach dem

Kosten-Nutzen-Verhältnis eine zentrale

sei. Er ist aber der Ansicht, dass die Fragen

«nach der Überzeugung oder dem

Commitment zur Arbeit mit den jungen

Menschen und der Passung ihrer Eigenschaften

und Persönlichkeiten mit den

Einsatzmöglichkeiten als Lernende im

Betrieb und mit dessen Kultur deutlich

wichtiger sind».

Aktuell absolvieren beim KV Schweiz

zwei der fünf Lernenden die BM 1. «Mit

dieser Mischung machen wir gute Erfahrungen»,

sagt Rüesch. Der Verband strebe

stets eine möglichst breite respektive eine

realistisch breite Durchmischung der

Lernenden an, auch in Bezug auf die Profile.

«Wenn eine Lernende oder ein Lernender

die BM parallel zur Grundbildung

absolvieren kann, ohne dass eine Überforderung

riskiert wird, empfehlen wir

unseren Lernenden diese Variante.»

*Dies sind die Zahlen für die Berufsmaturitäten aller

sechs Richtungen. Bei der kaufmännischen Richtung,

die am meisten gewählt wird, ist das Verhältnis

von BM 1 zu BM 2 noch zwei Drittel zu einem

Drittel.

Quelle

Martin Berger: Der Bildungsentscheid zur BMS1 –

Weshalb Berufslernende (nicht) den schnellsten

Weg zur Berufsmatur einschlagen. Masterarbeit

Universität Basel & FHNW, 2013

Andrea Mašek ist Context-Redaktorin.

andrea.masek@kvschweiz.ch

context 5 – 2013


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Fitness

Bewegte Mittagspause

Immer mehr Arbeitnehmende treiben über Mittag Sport oder besuchen Bewegungskurse.

Denn Unternehmen legen zunehmend Wert auf ein reichhaltiges Gesundheitsmanagement.

Text Andrea Mašek / Foto Michele Limina

Wer sich über Mittag bewegt, tankt Energie und arbeitet danach wieder konzentriert.

Es ist ein wunderschöner Frühlingstag.

Über Mittag verwandeln sich

die Städte und Dörfer wieder in Joggingparadiese.

Unterwegs ist auch Jörg Ochsenbein.

Er arbeitet als Teamleiter und

Prüfungsorganisator beim KV Schweiz.

Wenn es die Geschäfte zulassen, geht er

zweimal in der Woche über Mittag laufen,

jeweils um die 50 Minuten. «Dreimal

wäre eigentlich besser», sagt der 48-Jährige,

«doch ich kann nur joggen, gehen,

wenn ich gut zwei Stunden Zeit habe und

danach keine Sitzung.»

Das Joggen macht Ochsenbein Spass.

Er sagt, das Ambiente in der Nähe seines

Arbeitsortes stimme, er kann dem Zürichsee

entlang laufen. Nie würde er in der Innenstadt,

mitten im Verkehr joggen. Ideal

für ihn ist auch, dass der KV Schweiz an

der Hans-Huber-Strasse Duschmöglichkeiten

zur Verfügung stellt.

Für Ochsenbein ist das Joggen über

Mittag Erholung und Entspannung: «Es

ist eine Entschleunigung des Tagesgeschäfts,

eine Art Hygieneprozess.» Die

ersten fünf bis zehn Minuten joggt er fürs

Geschäft – nicht selten kommt er dann

mit Lösungen zurück. Der Rest der Zeit

dient seiner Gesundheit. Beides motiviert

ihn zu Wiederholungen.

Ein guter Ausgleich

Auch Lucija Milisić hat es gepackt. Als sie

als Lernende bei Zurich anfing, hatte sie

nichts mit Sport am Hut. Wie alle Neueintretenden

wurde sie von Health Manager

Michael Höller am Welcome Day über das

Gesundheitsmanagement ihrer neuen

Arbeitgeberin informiert. «Die Devise der

Zurich ist, das gesundheitliche Risiko der

im Büro vornehmlich sitzenden Mitarbeitenden

tief zu halten und die Aktivität zu

steigern», erklärt Höller, «und ein Teil davon

ist das Health Management.»

Milisić hatte ihre Zweifel, meldete

sich aber trotzdem zu einer der angebotenen

Körperanalysen an. «Es wurde festgestellt,

dass ich zwar schlank war, aber zu

wenig und zu schwache Muskeln hatte.

Die Betreuer halfen mir, ein Trainingsprogramm

zusammenzustellen.» Milisić

begann, über Mittag zu joggen. Dies tut

die 20-Jährige auch heute noch ab und zu

– 20 Minuten gezielt intensiv.

Zweimal in der Woche allerdings ist

das nur der Abschluss ihres Programms:

Sie fängt mit 45 Minuten auf dem Velo an,

hält sich dann bis zu einer Stunde auf dem

Stepper auf, macht 15 bis 25 Minuten intensives

Krafttraining und geht dann

eben noch joggen. «Für mich ist das ein

perfekter Ausgleich, früher zur Schule,

heute zur Arbeit. Es gibt nichts Besseres

context 5 – 2013


zum Abschalten. Danach trage ich stets

ein grosses Lächeln im Gesicht.»

Manager überzeugen

Die junge Frau schwärmt von der Familiarität

des Zurich Development Center.

Dieses befindet sich an der Keltenstrasse

in Zürich, in den Räumlichkeiten der ehemaligen

Bircher-Benner-Klinik. Im modernen

Bildungszentrum gibt es ein eigentliches

rund um die Uhr offenes

Gesundheitszentrum, mit Gesundheitsund

Fitnessanalysen, Wellness-Oase und

Fitnessraum.

«Bei uns geht es um die physische,

mentale und soziale Fitness», sagt Leiter

Michael Höller. Er betont, Zurich biete

nicht Fitness-, sondern Gesundheitstrainings

an. Diese beschränken sich deshalb

auch nicht auf die tollen Räumlichkeiten

mit modernsten Kraftmaschinen oder

neusten Angeboten wie eine Infrarotkabine.

Sogar ein Hallenbad

Patrick Grubenmann ist zweimal in der

Woche über Mittag im Gesundheitszentrum

des Centers anzutreffen. Der sportliche

37-Jährige beschloss, das dortige Angebot

zu nutzen, als er im Zentrum zu

arbeiten begann. Mit seinem Tennisarm –

er spielte früher Handball – gab es jedoch

Probleme. In Absprache mit seinem Physiotherapeuten

kann er gezielte, von den

Health Managern begleitete Trainingseinheiten

durchführen. «Dieses Angebot

schätze ich sehr.» Er sagt, er finde dank

dem Gesundheitstraining die nötige Erholung.

Ein Training über Mittag ist für

ihn ideal, da er die Abende seiner Familie

widmen kann.

Offenbar geht es anderen Zurich-Mitarbeitenden

gleich. Im Fitnessraum an

der Alfred-Escher-Strasse wird an diesem

Mittag ausdauernd und tüchtig geschwitzt.

Die meisten der Anwesenden

tragen Kopfhörer. Sie lauschen einer von

vier Radiostationen oder verfolgen eines

der vier Fernsehprogramme. «Das sind

auch Trainingsmittel», sagt Michael Höller,

«so wird es den Leuten nicht langweilig

und sie bleiben länger dran.» Aus dem

Aerobicraum strömen Menschen jeden

Alters. Als nächstes steht eine Yoga-Lektion

auf dem Programm.

Die Kurse – vom Crawltraining bis

Toning – sowie die angebotenen Massagen

und Gesundheits- und Fitnesschecks

bezahlen die Mitarbeitenden selber. Der

Fitnessraum sowie das Hallenbad und

eine Sauna im Untergeschoss können gratis

benutzt werden.

Ernährung ist wichtig

Firmeneigene Sportclubs besitzt nicht nur

Zurich, auch die AXA Winterthur hat eine

grosse Auswahl an internen Sportclubs.

Dies geht vom Badminton- über den Golfbis

hin zum Veloclub. Das Versicherungsunternehmen

ist laut Mediensprecherin

Karin Gnehm sehr interessiert daran, seinen

Mitarbeitenden ein ausgewogenes

Fitness- und Gesundheitsangebot zur

Verfügung zu stellen. Was bei den AXA-

Angestellten über Mittag sehr gut ankommt:

Pilates, Rücken-Fit, Zumba, Joggen

und Fussball.

Unter dem Motto «Fit und Wohl» verfolgt

eine weitere Versicherung, die Helvetia,

gezielt die betriebliche Gesundheitsförderung.

Über Mittag sind

Laufgruppen unterwegs oder Mitarbeitende

in Basel und St. Gallen entspannen

sich in Ruheräumen. Dieses Jahr steht bei

Helvetia die Ernährung im Vordergrund,

unter anderem werden über Mittag Workshops

angeboten wie «Mit einer ausgewogenen

Ernährung an die Spitze!».

Zumba ist sehr beliebt

Wessen Betrieb keine Bewegungs- und

Entspannungsmöglichkeiten anbietet,

der findet ausserhalb ein grosses Angebot.

Kursanbieter haben festgestellt, dass die

Nachfrage vor allem nach Bewegungsangeboten

über Mittag in den letzten Jahren

enorm gestiegen ist. Nur schon eine Anbieterin

zählte vergangenes Jahr knapp

12 000 Teilnehmende in Bewegungskursen

über Mittag. Zumba wird immer wieder

als Zugpferd genannt. Beliebt sind zudem

Pilates und Yoga.

Da die Nachfrage in städtischen Gebieten

viel grösser ist als auf dem Land,

wird angenommen, dass es in erster Linie

Berufstätige sind, die über Mittag diese

Kurse besuchen. Je näher die Studios

beim Arbeitsplatz liegen, desto besser:

«Kursorte in Zentrumsnähe werden eher

aufgesucht», weiss Thomas Pfluger, Geschäftsführer

von Gsünder Basel, einem

gemeinnützigen Verein, der sich in der

Region Basel für die Gesundheitsförderung

engagiert und verschiedene Kurse

anbietet. «Beliebt sind bei uns vor allem

Wasserkurse wie Aquafit und Aquajogging.

Generell gut besucht sind auch Yogakurse»,

sagt Pfluger.

Es muss nicht

unbedingt Sport sein

Für Arbeitsmediziner Dieter Kissling

sieht der ideale Mittag folgendermassen

aus: «Mit Kollegen zehn Minuten

zu einer Verpflegungsmöglichkeit laufen,

dabei über Privates, Gott und die

Welt sprechen. Sich für das Essen Zeit

nehmen und dann zehn Minuten zurückgehen.

So baut man Bewegung,

Entspannung und soziale Kontakte

perfekt in den Alltag ein, und dies

ohne Zeitverlust, aber mit viel Genuss.»

Er sagt, der Mensch sollte täglich

mindestens eine halbe Stunde Alltagsbewegung

haben. Das heisst gehen

oder langsam velofahren. Die

halbe Stunde kann auch in dreimal

zehn Minuten eingeteilt werden. So

dränge es sich auf, über Mittag eine

Bewegungseinheit von zehn Minuten

einzuschalten. «Dies fördert zusätzlich

die Verdauung und vermindert

das Aktivitätstief, das sich normalerweise

nach dem Essen einstellt. Die

Arbeit am Nachmittag geht dann

leichter von der Hand.»

Auf sehr grosses Interesse stossen die

Angebote für Unternehmen. Von 2011 auf

2012 zum Beispiel konnte der Umsatz verdoppelt

werden. «Bei Grossfirmen wie

auch bei staatlichen Betrieben haben wir

langfristige respektive nachhaltige Projekte

initiieren können. Weiter ist Führung

und Gesundheit ein Trendthema»,

berichtet Pfluger.

Resistenter und belastbarer

Es macht also den Anschein, als ob die

Unternehmen in der Schweiz den Rat der

Suva beherzigen und dem betrieblichen

Gesundheitsmanagement mehr Aufmerksamkeit

schenken. Gemäss Suva bewegen

sich in der Schweiz über 50 Prozent

der Mitarbeitenden zu wenig. Dabei ist

bewiesen, dass aktive Angestellte resistenter

gegen Stress im Arbeitsalltag, belastbarer

bei langem Sitzen sind und weniger

Beschwerden und Absenzen

aufweisen. Zudem fühlen sie sich auch im

Privatleben besser.

Andrea Mašek ist Context-Redaktorin.

andrea.masek@kvschweiz.ch

Michele Limina ist Fotograf bei art4press.

info@art4press

33

context 5 – 2013


34

Laufbahn

context 5 – 2013


Die Revierdetektivin

Sibylle Meier, 38, wusste schon als Kind, dass sie Polizistin werden will. Vor der Ausbildung

absolvierte sie eine kaufmännische Lehre. Heute ist sie auf dem Detektivposten Oerlikon tätig.

Text Therese Jäggi / Bild Marion Nitsch

35

Das Gebäude wirkt innen ebenso imposant

wie von aussen. Die Büroräume

auf den einzelnen Stockwerken

gruppieren sich quadratisch um einen

Lichthof. Die Gänge sind eingefasst von

grosszügigen Bögen, welche den Blick auf

den Innenraum freigeben, oder Fenster

mit den schönsten Jugendstilverzierungen

enthalten. Nicht immer aber geht es

hier idyllisch zu und her. Davon zeugen

die Arrestantenzellen, welche uns die Revierdetektivin

Sibylle Meier auf unserem

kleinen Rundgang durch das Gebäude

zeigt. Wir befinden uns auf der Regionalwache

im Zürcher Stadtteil Oerlikon. Das

Gebäude an der Gubelstrasse 1 diente früher

als Oerlikoner Gemeindehaus.

«Heute ist es relativ ruhig», sagt Sibylle

Meier. Es könne aber auch genau das Gegenteil

der Fall sei, nämlich dass pausenlos

das Telefon läute und eine Anzeige

nach der anderen eingehe. Man wisse keinen

Tag, was einen erwarte. Einen typischen

Arbeitstag gebe es nicht und dies ist

denn auch mit ein Grund, dass sie ihren

Job nach fünf Jahren in dieser Funktion

noch immer spannend und abwechslungsreich

findet. Der Detektivposten ist

täglich von sechs Uhr morgens bis sechs

Uhr abends besetzt. Der Präsenzdienst

findet also – abgesehen von monatlich

zwei oder drei Nachtschichten – während

des Tages statt. Die Regionalwache hingegen

ist rund um die Uhr besetzt.

Quer durchs Strafgesetzbuch

Einen Teil ihrer Arbeit erledigt Sibylle

Meier im Büro, und immer wieder ist sie

auch im Quartier unterwegs, beispielsweise

zu einem Tatort. Wenn etwas vorfällt,

ist jeweils die Sicherheitspolizei zuerst

vor Ort. «Sie machen den Erstangriff

und bieten uns auf, wenn es weitere Ermittlungen

braucht», erklärt sie. Die

Kripo entscheidet dann vor Ort, was weiter

zu tun ist. Dazu gehören die Spurensicherung

und das Aufbieten von weiteren

Spezialisten. Die Kripo-Leute führen Befragungen

vor Ort durch oder nehmen beteiligte

Personen zur schriftlichen Einvernahme

auf den Posten mit. «Wir haben

mit allen Delikten quer durchs Strafgesetzbuch

zu tun», sagt Sibylle Meier. Das

kann von einem Taschendiebstahl bis

zum Tötungsdelikt alles sein, mit Ausnahme

von Strassenverkehrsdelikten. Im

Unterschied zu den uniformierten Kollegen

der Sicherheitspolizei ist die Kripo

immer in Zivil gekleidet. Und sie trägt immer

eine Waffe auf sich. «Ich habe das

grosse Glück, dass ich noch nie in eine

wirklich gefährliche Situation geraten

bin», sagt die 38-Jährige.

Kürzlich wurde sie an einen ganz besonders

traurigen Schauplatz gerufen.

Von einem Lokomotivführer ging die Meldung

ein, dass sich jemand unter den Zug

geworfen hatte. In einem solchen Fall

sind jeweils ausser der Sicherheits- und

der Kriminalpolizei weitere Fachleute

und Spezialisten vor Ort. «Die anwesenden

Personen sind unmittelbar konfrontiert

mit einem tragischen Ereignis und

trotzdem erfüllt jeder so ruhig und sachlich

wie möglich seine Aufgabe», beschreibt

Sibylle Meier die Situation. Man

versucht, die Identität des Toten festzustellen.

Wenn möglich stellt die Kripo

dem Lokomotivführer ein paar Fragen.

Was ist genau passiert? Was hat er festgestellt?

«Eine Befragung in dieser Situation

erfordert Feingefühl, denn meistens steht

der Lokführer unter Schock.» Wenn die

Ermittlungen vor Ort abgeschlossen sind,

wird die bis zur Unkenntlichkeit entstellte

Leiche geborgen. «Ja, dabei sind wir

auch behilflich», sagt Sibylle Meier.

Kontakt zu den Angehörigen

Wenn die Identität der toten Person feststeht,

versucht Sibylle Meier die nächsten

«Die anwesenden Personen sind unmittelbar konfrontiert

mit einem tragischen Ereignis und trotzdem erfüllt jeder

so ruhig und sachlich wie möglich seine Aufgabe.»

Angehörigen ausfindig zu machen. Handelt

es sich beim Todesopfer um eine Person

auswärtiger Herkunft, verständigt sie

die zuständige Polizeidienststelle. Andernfalls

geht sie – immer zusammen mit

einem Pikett-Offizier – zu den Angehörigen

nach Hause und überbringt die traurige

Nachricht. «Wir achten dann jeweils

auf die Reaktion der Angehörigen, und

wenn wir den Eindruck haben, dass

jemand Unterstützung braucht, rufen wir

die Notfallseelsorge.»

Und wie geht es ihr selber nach einem

solchen Tag? «Klar, man ist nicht in der

gleichen Verfassung wie nach einem gewöhnlichen

Bürotag.» Man müsse lernen

abzuschalten und sich in der Freizeit mit

etwas ganz anderem beschäftigen. Das

sei etwas vom wichtigsten in ihrem Beruf.

Wenn einem dies nicht gelinge, habe man

es schwer. Sibylle Meier setzt auf Sport.

Jogging und Fitness helfen beim Verarbeiten

von schwierigen Erlebnissen. Sehr

context 5 – 2013


36

Laufbahn

wichtig ist ihrer Meinung nach aber auch

ein gutes Team, wo Gespräche über das

Erlebte möglich sind. Ausserdem steht

auch ihr und ihren Kollegen und Kolleginnen

die Möglichkeit offen, wenn nötig

den psychologischen Dienst in Anspruch

zu nehmen.

Die Revierdetektivin verbringt aber

auch viel Zeit im Büro. Nach einem Einsatz

vor Ort beginnen die Ermittlungen.

Dazu gehören Befragungen von Personen,

die am Tatort etwas gehört oder gesehen

haben. «Personen, die nicht direkt involviert

sind, sondern einfach zufällig etwas

mitbekommen haben, sind meistens sehr

hilfsbereit und geben gerne Auskunft.»

Befragt werden aber auch beschuldigte

und geschädigte Personen. Aufgrund

aller zur Verfügung stehenden Fakten soll

die Täterschaft überführt werden.

Ungelöste Fälle

Auf ihrem Pult stapeln sich gelbe Papiermäppchen.

Jedes davon enthält einen

ungelösten Fall. Die Ermittlungen können

sich von einigen Tagen bis zu mehreren

Wochen und Monaten hinziehen. Es

sei eben ganz und gar nicht wie im Fernsehkrimi,

wo immer schön eins das andere

ergebe und innert kürzester Zeit zur

Lösung eines Falles führe. Sie müsse

manchmal lachen, wenn sie einen Krimi

im Fernsehen schaue, wie realitätsfremd

ihr Berufsalltag dargestellt werde. Und

auch wenn es nie so glatt läuft wie im TV,

erlebt Sibylle Meier die Beschäftigung mit

den einzelnen Fällen, das intensive Nachforschen

und Ermitteln als spannend.

Ermittlungsaufträge können aber

auch von der Staatsanwaltschaft an die

Kripo gelangen. Das kann beispielsweise

ein Verdacht auf Sozialhilfebetrug sein,

dem sie mit gezielten Recherchen nachgeht.

In den Arrestantenzellen auf der Wache

können Täter vorübergehend festgehalten

werden, bis durch weitere Abklärungen

feststeht, ob sie ins Gefängnis

überstellt oder allenfalls auch wieder freigelassen

werden. Die drei Ausnüchterungszellen

sind nur noch selten in

Gebrauch seit es die zentrale Ausnüchterungsstelle

auf der Regionalwache City

gibt. Betrunkene lässt man heute dort

ausnüchtern. Dies habe den Vorteil, dass

rund um die Uhr ärztliche Betreuung zur

Verfügung steht.

Zu ihren weiteren Tätigkeiten gehören

regelmässige Rundgänge im Quartier,

entweder zu Fuss oder mit dem Auto. Dabei

führt sie auch Personenkontrollen

durch. Wenn sich die angesprochene Person

nicht ausweisen kann, wird sie zur

Feststellung der Identität auf die Wache

«Personen, die nur zufällig etwas mitbekommen haben,

sind meistens hilfsbereit und geben gerne Auskunft.»

mitgenommen. Oder die Revierdetektivin

fordert auch mal jemanden auf, seine Jacken-

und Hosentaschen zu leeren, wenn

sie den Verdacht hat, er trage etwas Unerlaubtes

auf sich. «Mit der Zeit entwickelt

man ein Auge dafür, wen man kontrollieren

muss.» Manchmal habe sie aufgrund

von Vorakten gewisse Hinweise auf die

Täterschaft, etwa wenn sich die Anzeigen

wegen Taschendiebstählen im Quartier

häuften. Auch hier ist sie immer in Zivil

unterwegs und muss sich jeweils bei den

anvisierten Personen als Erstes selber

ausweisen. Auf diesen Rundgängen

komme es aber auch zu erfreulichen Begegnungen

mit Bewohnern des Quartiers

oder wenn sie jemandem eine Auskunft

erteilen könne.

Lehre im Detailhandel

«Polizistin war schon mein Traumberuf,

als ich noch zur Schule ging», erinnert

sich Sibylle Meier. Aufgewachsen ist sie in

Zürich Nord. Ihre beiden Eltern waren

ebenfalls bei der Polizei tätig. Voraussetzung

für eine Ausbildung als Polizistin ist

eine abgeschlossene Berufslehre. Sibylle

Meier entschied sich für eine kaufmännische

Lehre. «Ich ging davon aus, dass das

KV eine gute Basis sei.» Und sie könne sagen,

dass sie es nochmals genauso machen

würde. Noch heute profitiere sie von

manchen Dingen, die sie in jenen drei

Jahren gelernt habe. Die Lehre mit BMS

bei der Genossenschaft Migros Zürich

empfand sie als ausserordentlich vielseitig.

Sie erhielt Einblick in die verschiedenen

Abteilungen eines Grossbetriebs,

und dies nicht nur in der Administration,

sondern auch in einer Verkaufsfiliale.

Nach der Lehre übte sie – weiterhin bei

der Migros – während einiger Zeit die

Funktion einer Direktionssekretärin aus.

Eine Laufbahn im Detailhandel wäre

durchaus eine Option gewesen, doch als

es dann zu Umstrukturierungen kam,

beschloss sie, sich ihrem ursprünglichen

Berufswunsch zuzuwenden.

Zunächst absolvierte sie einen halbjährigen

Lehrgang im Polizeilichen Assistenzdienst.

In den darauf folgenden vier

Jahren wollte sie herausfinden, ob die

Polizeilaufbahn wirklich das Richtige für

sie sei. Als sie die Frage klar mit Ja beantworten

konnte, begann sie mit der zweijährigen

Ausbildung zur Polizistin. «Die

Kolleginnen und Kollegen in der Ausbildung

hatten die unterschiedlichsten

Vorbildungen, vom Handwerker bis zum

Hochschulabsolventen, und auch altersmässig

war das Spektrum breit», sagt

Sibylle Meier. Diese Durchmischung fand

sie damals spannend, und sie findet es –

aus anderer Perspektive – auch heute

noch. Neben ihrer Tätigkeit als Revierdetektivin

unterrichtet sie heute Rapportlehre

an der Zürcher Polizeischule.

Noch vieles möglich

Nach der Ausbildung arbeitete sie sieben

Jahre lang als Streifenwagenfahrerin. «In

diesen Jahren war ich überzeugt, dass es

bei der Polizei gar nichts Spannenderes

als den Uniformdienst geben könne.»

Doch während eines Einführungskurses

bei der Kriminalpolizei stellte sie fest,

dass ihr diese Tätigkeit – die längerfristige

und vertiefte Beschäftigung mit einzelnen

Fällen – doch auch sehr entsprechen

würde. Dann bewarb sie sich als Revierdetektivin

und konnte kurz darauf von

der Regionalwache auf den Detektivposten

wechseln.

Und wie soll es in der beruflichen

Laufbahn weitergehen? «Es gibt noch

viele Möglichkeiten», ist sie überzeugt.

Eine davon wäre beispielsweise die Mitarbeit

in einer Fachgruppe. Innerhalb

der Stadtpolizei gibt es diverse, auf bestimmte

Themengebiete wie beispielsweise

Jugend oder Gewalt spezialisierte

Fachgruppen. Die Mitarbeitenden dieser

Gremien verfügen über vertieftes Wissen

auf dem entsprechenden Gebiet und ermitteln

nur noch in diesem jeweiligen

Fachgebiet. Ausser dieser Spezialisierung

wäre für sie aber auch eine spätere Führungsfunktion

im Rahmen der Reviertätigkeit

denkbar.

Therese Jäggi ist Context-Redaktorin.

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Marion Nitsch ist Fotografin in Zürich.

mail@nitsch.ch

context 5 – 2013


Marketing

Schöne Aussichten

Gewinnen Sie mit dem Ferienverein und dem KV Schweiz ein

Wochenende in einem der Hotels des Ferienvereins. Einfach die

Frage in der Bildlegende beantworten und einschicken.

Welches Ferienverein-Hotel schmiegt sich hier direkt am Meer an Spaniens wilde küste?

auFlöSung deS letzten rätSelS:

Schicken Sie ihre antwort

mit dem Betreff «Ferienverein» und dem richtigen Lösungswort an:

bilderraetsel@kvschweiz.ch oder

KV Schweiz, Context-Bilderrätsel, Postfach 1853, 8027 Zürich

Einsendeschluss: 5. August 2013

Zu gewinnen gibt es eine Übernachtung für zwei Personen im gesuchten Hotel

inklusive Halbpension.

gewinner des letzten rätsels: Martin kämpf, Burgdorf

Das Foto in der Märzausgabe zeigte den

Strand beim Club-Hotel Tirreno an der Cala

Liberotto auf Sardinien.

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38

Ratgeber

Ratgeber

Haben Sie Fragen rund ums Thema Arbeitsplatz? Die Experten des KV Schweiz geben den

Mitgliedern Auskunft. > beratung@kvschweiz.ch oder www.kvschweiz.ch/beratung

Bildung

Gabriel Fischer arbeitet in der Abteilung

Bildungspolitik des KV Schweiz.

> gabriel.fischer@kvschweiz.ch

Nachholbildung

KV als Zweitlehre?

Ich habe 2002 die Verkaufslehre

abgeschlossen. Danach

aber immer viel Büroarbeit

erledigt. Vor vier Jahren habe

ich eine einjährige Weiterbildung

mit einem Bürofachdiplom

abgeschlossen und seither

arbeite ich nur noch im Büro.

Gibt es für mich eine Möglichkeit,

jetzt doch noch das kaufmännische

EFZ zu erlangen?

Grundsätzlich gibt es vier

Wege auf denen Sie das eidgenössische

Fähigkeitszeugnis als

Kaufmann/Kauffrau EFZ im Erwachsenenalter

nachholen können.

Einerseits steht Ihnen der

Weg über die reguläre Grundbildung

offen. Dabei suchen Sie

sich einen Lehrbetrieb und absolvieren

die gewöhnliche Ausbildung

im Betrieb und an der

Berufsschule. Für Personen mit

mehrjähriger Berufserfahrung

oder einem anderen Berufsabschluss

– wie in Ihrem Fall – besteht

die Möglichkeit direkt im

zweiten Lehrjahr einzusteigen

und so die Ausbildungszeit zumindest

auf zwei Jahre zu verkürzen.

Daneben gibt es aber speziell

für Erwachsene die Möglichkeit,

den kaufmännischen Berufsabschluss

auch ausserhalb der gängigen

Ausbildungsstrukturen zu

erlangen. Diese Nachholbildung

(auch KV für Erwachsene oder

KV2 genannt) dürfte für Sie den

interessanteren Weg darstellen,

richtet er sich doch explizit an

Personen, welche bereits kaufmännische

Tätigkeiten und Büroarbeiten

ausführen. Wenn die Voraussetzungen

von mindestens

fünf Jahren Berufserfahrung und

davon zwei Jahre im kaufmännischen

Bereich erfüllt sind und

man darüber hinaus über die geforderten

Kenntnisse in der beruflichen

Praxis und in der schulischen

Bildung verfügt, kann

man sich um Zulassung zum Qualifikationsverfahren

bemühen.

Die Vorteile der Nachholbildung

liegen auf der Hand: Es ist

kein Lehrbetrieb involviert, d.h.

man kann die Berufstätigkeit beibehalten

und in der Vorbereitung

auf das Qualifikationsverfahren

ist man frei. So ist die Vorbereitung

im Selbststudium ebenso

möglich wie der Besuch von Vorbereitungskursen

an der Berufsfachschule.

Da gibt es Angebote,

welche sich speziell an Erwachsene

richten und teilweise modulartig

aufgebaut sind, so dass

Sie nur diejenigen Module besuchen,

in welchen Sie auch wirklich

noch Vorbereitung benötigen.

Schliesslich besteht auch

noch die Möglichkeit der Validierung

von Bildungsleistungen.

Wenn Sie in einem Dossier und

einem Gespräch mit Experten belegen

können, dass Sie bereits

über die Kompetenzen des kaufmännischen

Berufs verfügen,

kann Ihnen das kaufmännische

EFZ ohne das Absolvieren des

Qualifikationsverfahrens ausgestellt

werden.

Sowohl über die Zulassung

zum Qualifikationsverfahren wie

über eine allfällige Validierung

von bereits erbrachten Bildungsleistungen

entscheiden die kantonalen

Berufsbildungsämter.

Weitere Informationen finden

sich auf den entsprechenden

Websites.

Recht

Felix Kuster arbeitet beim

Rechtsdienst des KV Schweiz.

> felix.kuster@kvschweiz.ch

Erstes Anstellungsjahr

Hatte ich eine

Kündigungssperrfrist?

Bei meinem derzeitigen Arbeitgeber

hatte ich das erste

Anstellungsjahr am 30. April

2013 beendet. Am 1. April 2013

musste ich mich operieren

lassen. Die Operation ist leider

nicht erfolgreich verlaufen, so

dass ich zur Zeit weiterhin

arbeitsunfähig bin. Im Mai

hat mir der Arbeitgeber auf

Ende Juli 2013 gekündigt. Hat

im Mai zu meinem Schutz

keine Kündigungssperrfrist

mehr bestanden? Wie steht es

mit der Lohnfortzahlung?

Im ersten Anstellungsjahr beträgt

die Kündigungssperrfrist

bei Krankheit 30 Tage, ab dem 2.

Anstellungsjahr 90 Tage und ab

dem 5. Dienstjahr 180 Tage (Art.

336c Abs. 1 lit.c OR). Da sich Ihre

Arbeitsunfähigkeit über das erste

Dienstjahr hinaus ins zweite

Dienstjahr hingezogen hat, stellt

sich die Frage, ob sich dadurch

auch der Kündigungsschutz verlängert

hat. Falls in die Dauer einer

krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit

ein Dienstjahreswechsel

fällt, hat dies in der

Regel keine besonderen Folgen,

sondern es bleibt bei der gesetzlichen

Regelung von Art. 336c OR.

Lediglich die beiden Fälle, in welchen

das Gesetz mit dem Dienstjahreswechsel

eine Verlängerung

des Kündigungsschutzes vorsieht,

verdienen besondere Beachtung:

So verlängert sich die

Sperrfrist beim Wechsel vom ersten

in das zweite Dienstjahr von

30 auf 90 Tage und beim Wechsel

vom fünften ins sechste

Dienstjahr von 90 auf 180 Tage.

In diesen beiden besonderen Fällen

kommt jeweils die längere

Sperrfrist zur Anwendung, wenn

die Arbeitsunfähigkeit über den

Dienstjahreswechsel hinaus andauert.

Dies bedeutet für Ihren Fall,

dass sich die Sperrfrist bis am 29.

Juni 2013 verlängert, der Arbeitgeber

somit erst nach diesem

Zeitpunkt die Kündigung aussprechen

darf. Die im Mai ausgesprochenen

Kündigung war somit

nichtig.

Anders verhält es sich mit

dem Anspruch auf Lohnfortzahlung.

Dieser entsteht mit jedem

Dienstjahr neu: im ersten Anstellungsjahr

beträgt er 3 Wochen, im

zweiten (gemäss Berner Skala) 4

Wochen usw. Somit musste Ihnen

der Arbeitgeber im April während

3 Wochen den Lohn bezahlen,

ab dem 1. Mai (Beginn des 2.

Dienstjahres) maximal während

4 Wochen. Kommt hingegen eine

Krankentaggeldversicherung für

den Lohnausfall auf, spielt der

Dienstjahreswechsel keine Rolle.

context 5 – 2013


Die Versicherung bezahlt während

der vertraglich vorgesehenen

Leistungsdauer, in der Regel

während 720 Tagen.

Büroalltag

Carla Weber arbeitet als Psychologin

beim KV Schweiz.

> carla.weber@kvschweiz.ch

Pausen

Soll ich sie einfordern?

In unserem Team herrscht

stets Hochbetrieb. Wir sind

ununterbrochen geschäftig,

zumindest tun alle so. Es ist

fast ein Muss, das Mittagessen

möglichst kurz zu halten, und

Pausen sind rar. Mir kommt es

manchmal vor, als ob wir unser

Engagement und unseren

Einsatz beweisen müssten.

Wer ab und zu eine Pause einlegt,

gilt als «faules Ei». Soll

ich mich gegen diesen Gruppendruck

wehren? Dort, wo

ich früher arbeitete, machten

wir regelmässig Pause. Die

Stimmung war besser und ich

finde, wir waren genauso produktiv.

Das häufige Ignorieren der

Pause ist ein Alarmzeichen.

Wenn Sie sich zwischendurch

nicht erholen können, belasten

Sie Körper und Gesundheit stark.

Meistens leiden nicht nur Klima

und Wohlbefinden, sondern auch

Stress und langfristig sogar

Burnout sind mögliche Folgen.

Sie haben also gute Gründe, Ihre

Kolleginnen und Kollegen auf die

mangelnde Pausenkultur anzusprechen.

Hier einige Argumente,

die Ihnen dabei helfen werden:

Die Wirkung von Pausen ist

wissenschaftlich gut untersucht.

In einer Studie der Uni Bern

konnte beispielsweise nachgewiesen

werden, dass fehlende

Pausen zu ständiger Anspannung

und vermehrt zu Fehlleistungen

führten. Bei den Versuchspersonen

wurde ein erhöhter

Adrenalinpegel festgestellt,

der sich auch am Wochenende

nicht ganz abbaute. Die Betroffenen

starteten somit bereits gestresst

in die nächste Arbeitswoche

und konnten sich nicht mehr

richtig erholen.

Pausen sind ein wichtiger Faktor

für die Gesundheit am Arbeitsplatz.

Gesundheitsfördernde

Betriebe sind sich dessen

bewusst und achten darauf, dass

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Pausenzeiten einhalten –

und zwar bis hinauf in die Chefetage.

Das Gute daran: Pausen

fördern die Leistung. Bei insgesamt

gleicher Pausendauer sind

viele kurze Pausen übrigens erholsamer

als wenige lange – vorausgesetzt,

die Unterbrechungen

sind selbst gewählt. Erzwungene

Pausen verursachen nur

Ärger und zusätzlichen Druck.

Klar gibt es immer Gründe,

weshalb eine Pause «gerade

jetzt» nicht möglich ist. Eine

wichtige Arbeit muss zum Beispiel

unbedingt heute abgeschlossen

werden. Vielleicht

möchte man auch zeigen: «Ich

bringe vollen Einsatz.» Ein eigentlicher

Pausenkiller ist der

Gedanke, sowieso gleich mit einer

Aufgabe fertig zu sein. Oft

dauert die Arbeit dann doch länger

und länger und länger.

Pausen sind fällig, bevor die

Reserven aufgebraucht sind. Wer

eine Pause dringend braucht, hat

in der Regel den richtigen Zeitpunkt

schon verpasst. Zu einer

guten Erholung gehören vor allem

Kontrasterlebnisse, das

heisst zum Beispiel:

Etwas anderes tun: sich strecken,

bewegen, eine Augenmassage

machen usw.

IT-TIPP

keine viren

Unser Körper wie auch jeder

Computer fürchtet sie: Viren. Im

echten Leben haben wir Medikamente,

um sie zu bekämpfen. In

der virtuellen Welt ist es jedoch

meist nicht so einfach, sie loszuwerden.

Wie schützen Sie

sich vor Viren?

Als Basis gilt es, eine effiziente

Anti-Virus-Software (siehe IT-Tipp

Context Nr. 3/2012) installiert zu

haben. Die weiteren Aufgaben,

um keine Trojaner zu erwischen,

sind die Ihren:

> > Führen Sie regelmässig Updates

aller Programme samt

dem Betriebssystem durch.

> > Öffnen Sie grundsätzlich keine

unbekannten Daten aus E-

Mails und dem Internet. Betrachten

Sie diese immer skeptisch.

E-Mail-Anhänge sollten

immer abgesprochen sein.

Speichern Sie diese Daten

vorab in ein Verzeichnis und

Etwas anderes denken: ein

Foto vom letzten Urlaub anschauen,

einen kurzen Schwatz

halten usw.

Woanders sein: den Raum

wechseln, einen kurzen Rundgang

machen.

Doch die besten Ideen nützen

nichts, wenn Sie die Pausen einfach

vergessen. Damit dies nicht

geschieht, dürfen Sie ruhig erfinderisch

werden. Wie wäre es,

wenn Sie ab und zu gemeinsam

eine Nichtraucherpause machen

würden? Oder wenn Sie eine Pausen-App

herunterladen oder

wenn ... Pause!

scannen Sie dieses auf Viren.

> > Laden Sie sich nur Software

von bekannten Internet-Plattformen

wie bsp. Chip.de oder

direkt von der Hersteller-Website

herunter.

> > Folgen Sie keinen Anweisungen

aus E-Mails, ausser Sie

möchten sich auf einer Website

registrieren und müssen den

Zugang bestätigen.

> > Führen Sie einen Virenscan bei

zusätzlich angeschlossener

Hardware durch. Viren können

auch mittels Daten von Computer

zu Computer übertragen

werden.

Sicher zu sein, setzt Achtsamkeit

voraus. In diesem Sinne wünsche

ich Ihnen eine virenfreie, aufmerksame

und aufregende Zeit.

Rachid Salah ist IT-Verantwortlicher

des KV Schweiz.

rachid.salah@kvschweiz.ch

39

› Personalwesen,

Ausbildung

Zum Beispiel: hkvaarau.ch/ausbildung

Finde uns auf Facebook: www.facebook.com/HKVAarau

context 5 – 2013


40

KV Aktuell

DV in Winterthur

Als im November 1863 einige junge Kaufleute

in der Stadt Winterthur die Gründungsversammlung

«KV Winterthur»

durchführten, hatten sie wohl nicht damit

gerechnet, dass 150 Jahre später ihre

Idee noch immer Bestand haben und die

Delegiertenversammlung des KV Schweiz

in der Eulachstadt durchgeführt würde.

Ich begrüsse Sie im Namen des KV

Winterthur ganz herzlich in der sechstgrössten

Schweizer Stadt, die bis vor einigen

Jahren berühmt war für ihre grossen

Industriebetriebe (Sulzer, Rieter). Heute

profiliert sich Winterthur als Kulturstadt

(Museen), als Bildungsstadt (ZHAW,

WSKVW) und als Heimat unzähliger

Dienstleistungsbetriebe und KMU. Die

Stadt im Grünen zählt heute gut 100 000

Einwohner.

Der KV Winterthur umfasst 2500 Mitglieder.

Besonders stolz ist der Verband

auf seine Wirtschaftsschule (WSKVW),

die 1895 gegründet wurde. In der Grundbildung

werden jährlich über 1000 junge

Menschen ausgebildet (KV, Berufsmaturität

und Buchhandel). Dazu kommen ca.

700 Personen in der Weiterbildung. Eine

Schule die sich auszeichnet durch einen

hohen qualitativen Standard, eine innovative

Haltung und die Erbringung von

umfassenden Zusatzdienstleistungen für

Lernende und Berufsbildner. Der Wert der

dualen Bildung wird in der Schulleitung

und im Lehrkörper hochgehalten.

Das 150-Jahre-Jubiläum lässt uns auf

der einen Seite mit Freude und Genugtuung

zurückblicken, ist uns aber auf der

anderen Seite eine hohe Verpflichtung,

alles daran zu setzen, dass die Geschichte

weitergeschrieben werden kann. Wir sind

uns bewusst, dass eine Organisation wie

die unsere kein Selbstläufer ist, dass wir

uns intensiv um Kunden und Mitglieder

bemühen müssen, dass wir uns wirtschaftliche

und politische Unterstützung

erarbeiten müssen und uns soziale und

gesellschaftliche Anerkennung nur gelingt,

wenn wir Dienstleistungen zeitnah,

professionell und bedürfnisgerecht erbringen

können. Wir wollen diese Herausforderung,

zusammen und integriert

in den Gesamtverband, annehmen.

Ihnen, geschätzte Kolleginnen und

Kollegen Delegierte, wünschen wir eine

interessante Delegiertenversammlung

und einen gefreuten Aufenthalt in Winterthur.

Peter Fischer, Präsident KV Winterthur

Winterthur hat sich erfolgreich vom Industriestandort zur Dienstleistungsstadt gewandelt.

PROGRAMM/TRAKTANDEN

Delegiertenversammlung 2013

Assemblée des délégué(e)s 2013

Samstag, 1. Juni 2013,

10 bis ca. 16.00 Uhr,

im Kongress- und Kirchgemeindehaus

Liebestrasse, Winterthur

> > ab 9.15 Uhr Kaffee und Gipfeli

> > 10 Uhr Eröffnung der Versammlung

durch den Zentralpräsidenten Daniel

Jositsch. Begrüssung durch den Präsidenten

KV Winterthur, Peter Fischer;

Begrüssung durch den Stadtpräsidenten

Michael Künzle

1. Genehmigung der Traktandenliste

2. Wahl des Büros der Versammlung

3. Feststellen der Delegiertenpräsenz

4. Protokoll der Delegiertenversammlung

2012 in Schaffhausen

(1 Exemplar des Protokolls wird den

Sektionen zugestellt/weitere Exemplare

können beim Generalsekretariat

bezogen werden)

> > Referat Mauro Dell’Ambrogio

Staatssekretär für Bildung,

Forschung und Innovation SBF

5. Ehrung verstorbener Mitglieder

– Pierre Fénart

– Jean-Marc Miauton

6. Geschäftsjahr 2012

6.1. Abnahme des Geschäftsberichtes

2012 und der Jahresrechnung 2012

6.2. Revisionsbericht und Décharge

7. Wahl eines Mitglieds in den

Zentralvorstand

– Nomination KV Bern:

Frau Giovanna Battagliero,

Präsidentin KV Bern

> > 12 – 14 Uhr

Apéro und Mittagessen

8. Anträge des Zentralvorstandes

– Statutenänderung

– Schulträgerschaft

– Politisches Positionspapier

9. Anträge der Sektionen

– Antrag KV Wetzikon-Rüti

– Antrag der Sektionen KV Bern,

KV Luzern, KV Winterthur und KV Zürich

10. Geschäftsjahr 2013

10.1 Budget 2013

10.2 Finanzplanung 2014

10.3 ZV Beiträge 2013

11. Wahl von Ehrenmitgliedern

– Barbara Gisi

12. Wahl der Revisionsstelle für 2013

– Antrag Zentralvorstand:

Wahl Revisionsstelle

13. Verabschiedung von Resolutionen

14. Verschiedenes

> > Ende ca. 16 Uhr

Änderungen in der Reihenfolge der

Traktanden bleiben vorbehalten.

context 5 – 2013


Sektionen

Region Basel-stadt

KV Basel

Telefon 061 271 54 70

Fax 061 272 24 41

info@kvbasel.ch

www.kvbasel.ch

Workshop

«Kündigung – alles rechtens?» mit

Rainer Mössinger, Rechtsanwalt,

Leiter Rechtsdienst KV Schweiz.

Dienstag, 25. Juni, KV Basel,

Aeschengraben 15, Saal 6. Stock,

17 bis 20.30 h. Kosten: CHF 50.– für

KV-Mitglieder, CHF 100.– andere.

KV-Infotag

Der KV-Infotag bietet die Möglichkeit,

sich direkt bei den anwesenden

Branchenvertretern über die KV-Lehre

zu informieren. Die Handelsschule

KV Basel steht Red und Antwort

zu den schulischen Anforderungen

und Ausbildungsprofilen und die

KV-Lehrstellenberatung und -vermittlung

berät die Lehrstellensuchenden.

Eingeladen sind Jugendliche,

Eltern, Klassen und

Lehrpersonen. Bitte Klassenbesuche

telefonisch oder per E-Mail anmelden:

jugendberatung@kvbasel.

ch. Mittwoch, 11. September, 14 bis

18 h, KV Basel, Aeschengraben 15,

6. Stock.

English Club

All meetings will be held on

Tuesdays at 8 pm at the KV building.

For any suggestions contact Gaby

Felix: phone 061 701 30 66 or

Felix Schurter: 062 868 74 00

(during the day)

Seminare

>«Erfolgsfaktor >

ältere Mitarbeitende»

mit Sandra Kohler, Beraterin;

Dienstag, 4. Juni, 9 bis 17 h

>«Rundgang >

durch die Sozialversicherungen

(ohne BVG)» mit Mario

Gächter, Sozialversicherungsfachmann;

Dienstag/Mittwoch,

11./12. Juni, 9 bis 17 h

Region MittellanD

KV Aargau WEST

Telefon 062 837 65 15

Fax 062 837 65 19

info@kvagwest.ch

www.kvagwest.ch

Öffnungszeiten

Wegen Umbauarbeiten des Pestalozzi-Schulhauses

ist das Sekretariat

von Montag, 10. Juni bis Freitag,

16. August geschlossen. Ferienvertretung:

KV Schweiz, Telefon

044 283 45 30; Rechtsberatung,

Telefon 044 283 45 10.

Wettbewerbe

Die Gewinner/innen des

SMS-Wettbewerbs finden Sie

auf der Homepage.

Neue Verlosung: Kinogutscheine zu

gewinnen. Jetzt mitmachen.

KV Baselland

Telefon 061 926 70 10

Fax 061 926 70 15

info@kvbl.ch

www.kvbl.ch

KV Solothurn

Telefon 032 622 31 21

Fax 032 622 31 56

info@kvsolothurn.ch

www.kvsolothurn.ch

Senioren-Gruppe

Die Seniorinnen und Senioren treffen

sich jeden zweiten Monat zu

einem Anlass mit anschliessendem

gemütlichem Zusammensein. Auskünfte:

Kurt Müller, Telefon 032 622

23 43, Handy 079 794 58 04

SFW Forum für Weiterbildung,

Solothurn | Telefon 032 624 90 50

info@sfw.ch | www.sfw.ch

Seminare

>«MWST > Update Teil I» mit Beat

Sutter und Bernhard Girsberger;

Freitag, 7. Juni (1 Tag)

>«Rechnungslegungsstandards»

>

mit Christian Froelicher;

Montag, 10. Juni (1 Tag)

>«Schreibtisch >

Management» mit

Darya Haller; Freitag, 14. Juni

(1 Vormittag)

>«IKS > – Grundlagen für Treuhänder»

mit zwei Fachreferenten;

Montag, 17. Juni (1 Tag)

>«E-Mail > Management» mit Willy

Knüsel; Donnerstag, 20. Juni

(1 Vormittag)

>«Inkasso > — Wie Sie Debitorenverluste

vermeiden» mit M. Miescher

und M. Schmidlin; Donnerstag,

20. Juni (1 Nachmittag)

>«MWST > Update Teil II» mit Beat

Sutter und Bernhard Girsberger;

Freitag, 21. Juni (1 Tag)

Job Speed Dating

Für junge Berufseinsteigerinnen

und -einsteiger ist es aufgrund

fehlender Berufserfahrung schwierig,

einen Job zu finden. Der KV

Ost unterstützt dich optimal bei

der Stellensuche. Wähle unter drei

vorbereitenden Seminaren und

nimm am Job Speed Dating teil:

Seminare:

>Sprung > in die berufliche Zukunft

(Standortbestimmung)

>Top > – Bewerbungen – der

Schlüssel zu Ihrer Traumstelle

(Dossiercheck)

>Überzeugend >

auftreten im Vorstellungs-

und Lohngespräch (Bewerbungsgesprächsimulation)

Seminardaten; 4., 5. und 6. Juli,

jeweils von 17 bis 21 Uhr, Job Speed

Dating; 9. Juli, 17 bis 21 Uhr.

Kosten: KV-Ost-Mitglieder bezahlen

die Hälfte:

>Paket > 1: CHF 380.–, Besuch aller

Seminare inkl. Dating

>Paket > 2: CHF 180.–, Besuch eines

Seminars inkl. Dating

>Paket > 3: für CHF 80.–, inkl. Dating

Ort: Aula und Seminarräume des

Kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrums,

Kreuzbleicheweg

4, 9000 St. Gallen

Bewerbungscheck – der erste

Eindruck zählt!

Der KV Ost bietet Soforthilfe für

Lehrabgänger/innen und junge Berufsleute.

Angebot: Fachpersonen

prüfen dein Bewerbungsdossier und

geben Tipps zur Verbesserung. Bitte

anmelden.

41

Region Bern

KV Bern

Telefon 031 390 60 30

Fax 031 390 60 20

info@kvbern.ch

www.kvbern.ch

Impulsiv-Kulturbühne

Exklusiv-Konzert für KV-Mitglieder.

Jesse Ritch und Lucky Wüthrich &

Band: Donnerstag, 6. Juni, 19 Uhr

(Türöffnung 18.15 Uhr), Theater am

Käfigturm, Spitalgasse 4, Bern. Jetzt

anmelden unter www.kvbern.ch/

kulturbühne

Setzen Sie alles auf eine Karte!

Und die Karte heisst Zukunft, Ihre

Zukunft. Im Gegensatz zum Casino

gewinnen Sie bei uns. Immer.

Hier zwei Karten mit garantierten

Gewinnchancen:

>Fachfrau/Fachmann >

Sozialversicherung,

ab 16. August

>Nachdiplomstudium >

Management

& Leadership, ab 30. August

Alle weiteren Gewinnchancen auf

www.bildungszentrumkvbl.ch

>«Effizienter >

arbeiten mit MS Excel»

mit Claudia Lüscher; Dienstag,

25. Juni (1 Tag)

>«Effizienter >

mit MS Excel – Tabellen

und Auswertungen» mit

Claudia Lüscher; Mittwoch,

26. Juni (1 Vormittag)

Region Ostschweiz

KV Ost

Telefon 071 274 36 50

Fax 071 274 36 56

info@kvost.ch

www.kvost.ch

Seminare

>«Einführung >

in Social Media

Plattformen»; Montag, 10. Juni,

9 bis 17 h

>«Modern > präsentieren macht

Spass und wirkt»; Dienstag,

11. Juni, 9 bis 17 h

>«Befreien > Sie sich von (un)heimlichen

Energiefressern»;

Donnerstag, 13. Juni, 9 bis 17 h

>«Projektmanagement: >

mit Sysetm

zum Ziel – und zum Erfolg»;

Donnerstag/Freitag, 13./14. Juni,

jeweils 9 bis 17 h

>«Augen-Wellness >

für entspannten

Durchblick im Büroalltag»;

Montag, 17. Juni, 13.30 bis 17 h

context 5 – 2013


42

Sektionen

>«Das > Arbeitsverhältnis endet –

Rechtsprobleme beginnen»;

Montag, 24. Juni, 9 bis 12.30 h

>«Kaufmännische >

Grundbildung:

Grundkurs in Rapperswil»; Mittwoch,

26. Juni, 8.30 bis 17 h

>«Lehrzeugnisse >

erstellen»;

Donnerstag, 27. Juni, 8.30 bis 12 h

Freizeitclub 60+

Tagesausflug in den Züri-Zoo, mit

einer Führung durch die Masoalahalle.

Anschliessend individueller

Zoorundgang. Mittwoch, 10. Juli

CELARIS eine Schule des KV Ost

Infoanlässe

>«Handelsschule >

edupool.ch/KV

Schweiz»; Montag, 10. Juni

>«Personalassistent/in >

Zertifikatsprüfung»;

Dienstag, 11. Juni

>«HR-Fachfrau/HR-Fachmann >

mit

eidg. FA»; Dienstag, 11. Juni

>«Fachausweis >

Rechnungswesen»;

Dienstag, 12. Juni

>«Dipl. > Leiter Finanzen & Dienste

NDS HF»; Dienstag, 12. Juni

Beginn nächster Lehrgang

«Fachleute im Finanz- und Rechnungswesen

mit eidg. Fachausweis

(Repetitionskurs)»; Start Juli

Region Zentralschweiz

KV Luzern

Telefon 041 210 20 44

Fax 041 210 78 50

info@kvluzern.ch

www.kvluzern.ch

Tagesseminare in Luzern

>«Arbeitszeugnisse >

– Grundlagen»

mit Edi Class, Rechtsanwalt;

Dienstag, 4. Juni

>«Office-Management >

für Profis»

mit Susanne Mouret, Montag/

Dienstag, 10./11. Juni

>«Protokollführung» >

mit Daniel

L. Ambühl, Donnerstag, 13. Juni

>«Führung > von Lernenden – eine

besondere Aufgabe»: Teil 2, mit

Vera Class-Bachmann; Dienstag,

25. Juni

Tagesseminar in Zug

«Überzeugend argumentieren und

verhandeln» mit Daniel L. Ambühl;

Dienstag, 25. Juni

Französisch-Ferienkurse

Kurse für Sekundarschüler und

-schülerinnen im 7., 8. und 9. Schuljahr,

Niveau A + B. Montag, 8. bis

Freitag, 19. Juli. Infos unter

www.kvluzern.ch

>«Rund > um den beruflichen Wiedereinstieg

von Frauen» mit Petra

Beatrix Pätzold; Dienstag,

18. und 25. Juni, 13.30 bis 17.30 h

>«Erfolgreich >

führen» mit Verena

Portmann, Donnerstag und

Freitag; 20. und 21. Juni

>«Führung > heute: Führen – Fordern

– Motivieren» mit Markus Worch;

Freitag, 28. Juni

Öffentliche Veranstaltung

«Aktuelle Herausforderungen an

den Finanzmärkten – Die Finanzmärkte

bleiben herausfordernd». Es

diskutieren und referieren Anastassios

Frangulidis (Chefökonom ZKB)

und Susanne Toren (Senior Economist

ZKB). Montag, 10. Juni, 18 h,

Verbandshaus Kaufleuten, Kaufleutensaal,

Pelikanstrasse 18, 8001

Zürich. Für Mitglieder kostenlos,

Nichtmitglieder CHF 50.–. Bitte

anmelden.

Wir vom service public

«Sucht und ihre Auswirkungen am

Arbeitsplatz – Wie entwickelt sich

eine Sucht?» Referat und Diskussion

mit Martina Hofer, Zürcher Fachstelle

für Alkoholprobleme.

Donnerstag, 20. Juni, 18 h,

Verbandshaus Kaufleuten, Talacker

34, 8001 Zürich, 1. Stock, Aula. Für

Mitglieder kostenlos, Nichtmitglieder

CHF 20.–. Bitte anmelden.

Men’s English Club

Our club meets on: Tuesdays at 7pm

at the Kaufleuten Building, Talacker

34, 8001 Zurich, 1st. Floor.

Web page: meckvz.weebly.com.

Guests are most welcome.

Veteranen- und Senioren-Vereinigung

VSV- KVZ

Zwei Vertreterinnen von Médecins

sans Frontières Schweiz orientieren

in ihrem Referat über die vielfältigen

und spannenden Aufgaben

der Organisation. Montag, 27. Mai,

14.30 Uhr im Kaufleutensaal,

Pelikanplatz, 8001 Zürich.

Region Zürich-Land –

Schaffhausen

KV Schaffhausen

Telefon 052 630 78 78

Fax 052 630 78 77

info@kv-sh.ch

www.kv-sh.ch

Tagesseminare

>«Effiziente >

Protokollführung»

mit Daniel L. Ambühl, Praxis für

Unternehmenskommunikation;

Donnerstag, 29. August

>«Selbstbewusst >

und sicher auftreten»

mit Mona Ziegler, Mentalcoach;

Mittwoch, 11. September

Alle Informationen: www.celaris.ch

KV-Ost-Mitglieder erhalten

Vergünstigungen!

Region Südostschweiz

KV Chur

Telefon 081 254 14 94

Fax 081 254 14 44

info@kv-suedostschweiz.ch

Neue E-Mail-Adresse

Bitte ab sofort die E-Mail-Adresse

info@kv-suedostschweiz.ch benutzen

und die alte Adresse kv-sks@

spin.ch löschen.

Region Zürich-Stadt

KV Zürich

Telefon 044 211 33 22

Fax 044 221 09 13

info@kvz.ch

www.kvz.ch

Öffentliche Seminare

Jeweils von 9 bis 17 Uhr, Ausnahmen

werden speziell vermerkt. Weitere

Informationen auf www.kvz.ch

>«Verhandeln >

mit Menschenkenntnis

und Emotionen» mit

Daniel Neukomm; Mittwoch,

5. und 12. Juni

>«Scheidung: >

gut zu wissen!» mit

den Rechtsanwälten Ueli Vogel-

Etienne und Annegret Lautenbach;

Donnerstag, 6. Juni, 18 bis 20.30 h

>«Sponsoring» >

mit Barbara

Honegger; Donnerstag, 13. Juni

>«Arbeitszeugnisse >

formulieren»

Workshop mit Claudia Eugster;

Montag, 17. Juni

Cercle français

Conversation, grammaire, littérature,

actualités chaque mercredi (sauf

pendant les vacances) 18.45

bis 19.45 h, KVZ, Talackerstrasse 34,

8001 Zurich. Toute personne intéressée

est bienvenue dans notre

cercle. Contacte: hugo.schnurrenberger@gmail.com

ou

erika.salzmann@gmx.ch

Ladies’ English Club

All meetings will be held on

Mondays at 6.45 p.m. in the

Merkurstube, First Floor, Talacker

34, Kaufleuten Building, 8001

Zürich. Contact: Nancy Scherer-

Howe, Phone 044 720 93 09.

www.raccourci.ch/ladies

>«Die > gelassene Art sich durchzusetzen»

mit Ida Stalder, Kommunikationstrainerin;

Donnerstag,

19. September

IGKG SH

Interessengemeinschaft kaufmännische

Grundbildung
«Update

für KV-Lehrmeister und Ausbildungsbeauftragte»;

Kurse siehe:

www.igkg-sh.ch

KV Winterthur

Telefon 052 269 09 09

Fax 052 269 09 08

info@kv-winterthur.ch

www.kv-winterthur.ch

Seminare

> >«Business Knigge – moderne

Umgangsformen im beruflichen

Alltag» mit Christian M. Wüest;

Freitag, 14. Juni

context 5 – 2013


«Führungskompetenz >

Konfliktklärung»

mit Valentina Baviera;

Dienstag, 18. Juni

>«Sich > selber und andere besser

verstehen/mit dem persolog ®

Persönlichkeits-Modell» mit Hansjürg

Brauchli; Donnerstag, 27. Juni

Sie finden unser gesamtes Seminarprogramm

auf unserer Homepage.

Personen im KV

«Es geht im Marketing immer um neue Ideen,

da fühle ich mich herausgefordert.»

43

Berufsbildner

Nächster Kurs für Berufsbildner/innen

in Winterthur: ab 26. Juni.

Details unter www.kv-winterthur.ch/

Bildung

Veranstaltung

Winterthur Stadtführung «Vom

Gewerbe- zum Hightech-Standort»;

Freitag, 28. Juni, Details auf der

Homepage.

frauenNetz

Besuch Premiere «Das kunstseidene

Mädchen». Über hundert Minuten

unterhält Ursula Maria Schmitz

auf höchstem Niveau. Donnerstag,

27. Juni, 20 Uhr, Theater Stok, Hirschengraben

42, 8001 Zürich.

Anmeldung erforderlich.

KV Bildungsgruppe

Schweiz AG

Telefon 079 388 53 40

peter.rueegger@kvbildung.ch,

www.kvbildung.ch, Facebook: KV

Bildungsgruppe Schweiz

Standorte

Aarau, Baden, Basel, Bern, Biel-Bienne,

Luzern, Thun, Winterthur,

Zürich. Über 120 verschiedene Lehrgänge

auf der Informations- und Buchungsplattform

www.kvbildung.ch

Aktuelle Angebote

>Baden: > Infoabend für Lehrgänge

Marketing und Verkauf sowie Personalwesen

am Mittwoch, 12. Juni

um 18 resp. 19 Uhr.

>Basel: > Infoabend «Dipl. Finanzexpertin/in

NDS HF» am Mittwoch,

17. Juni um 18.15 h(Lehrgang in

Kooperation mit den Standorten

Aarau und Luzern)

Melanie Hauser, 28, Assistentin Marketing

Was machen Sie für den KV?

Ich bin noch relativ neu beim KV Schweiz. Mitte

Februar habe ich als Assistentin im Marketing

angefangen. In meinen Verantwortungsbereich

gehören die Werbeartikel. Wir verfügen über

eine ganze Reihe von Give Aways wie beispielsweise

Schreibblöcke, USB-Sticks, Kugelschreiber

und als neueste Errungenschaft den Handycleaner.

Diese Produkte stellen wir den Sektionen

zur Verfügung, je nach Wunsch auch mit

Aufdruck ihres eigenen Logos. Ich nehme die

Bestellungen der Sektionen entgegen und bin

dafür verantwortlich dass – wenn nötig – nachproduziert

wird, so dass immer alles lieferbar

ist. Ich habe auch mit den Mailings zu tun, die

wir an die Absolventinnen und Absolventen

der Berufs- und höheren Fachprüfungen verschicken.

So erhielten beispielsweise die Absolvierenden

der Berufsprüfung Direktionsassistent/in

kürzlich ein Visitenkartenetui mit integriertem

Spiegel. Momentan werben wir mit

einem umfangreichen Mailing um neue Mitglieder,

dessen Rücklauf und Auswertung auch für

mich zu tun geben werden.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit?

Der Kontakt zu den Vertreterinnen und Vertretern

der Sektionen war von Anfang an herzlich

und unkompliziert. Ich finde meinen Job abwechslungsreich.

Weil ich auch für die Bewirtschaftung

des Produktelagers verantwortlich

bin, sitze ich nicht ausschliesslich am Schreibtisch.

Spannend finde ich, dass ich die Entstehung

eines Werbeprodukts mitverfolgen kann,

von der Idee über die Herstellung bis zur Auslieferung.

Es geht ja im Marketing immer auch

um neue Ideen, und da fühle ich mich herausgefordert,

ebenfalls kreativ zu sein. Seit ich

hier arbeite, achte ich viel mehr darauf, wie

andere Firmen Werbung betreiben und frage

mich jeweils, warum mich etwas anspricht.

Ich glaube, das ist eine gute Methode, um auf

eigene Ideen zu kommen.

Was haben Sie vorher gemacht?

Ursprünglich absolvierte ich auf der Gemeindeverwaltung

von Affoltern am Albis eine Lehre

mit Berufsmatura. In den darauf folgenden Jahren

sammelte ich Berufserfahrungen in diversen

Branchen: von der Stadtverwaltung über

eine Grossbank und ein Hotel bis zu einer

Patent- und Markenanwaltskanzlei. Bei diesem

letzten Arbeitgeber habe ich im letzten

September gekündigt. Ich wollte mich beruflich

neu orientieren. Dafür nahm ich mir eine

Auszeit. Während eines Monats durchquerte

ich Spanien auf dem Jakobsweg. Kaum war ich

zurück, erreichte mich die Anfrage meines

früheren Arbeitgebers, ob ich nicht weiterhin

Teilzeit arbeiten wolle. Ich sagte zu, und so bin

ich momentan bei zwei Arbeitgebern beschäftigt.

Was ist Ihnen im Leben sonst noch wichtig?

Ausser dass ich weite Strecken zu Fuss gehe,

jogge ich häufig in meiner Freizeit oder bin mit

dem Bike unterwegs. Dabei kann man wunderbar

den Kopf lüften. Wichtig ist mir auch der regelmässige

Kontakt zu Familie und Freunden.

Und ich höre gerne Musik oder spiele Gitarre.

Musik wäscht den Staub des Alltags von der

Seele, wie es so schön heisst.

context 5 – 2013


44

Sektionen

>Bern: > Grosser Infoabend am

Dienstag, 11. Juni für Lehrgänge

in Management und Führung, Personalwesen

sowie Marketing und

Verkauf.

>Biel-Bienne: >

Die Bildung Formation

Biel-Bienne ist neu in der

KV Bildungsgruppe Schweiz.

Siehe www.kvbildung.ch und

www.bfb-bielbienne.ch.

>Luzern: > Infoabend zum Lehrgang

«Dipl. Personalleiter/in NDS HF»

am Montag, 17. Juni um 18 Uhr.

>Thun: > Infoabend «HR-Fachleute

mit eidg. Fachausweis» am

Mittwoch, 5. Juni um 18 Uhr.

>Winterthur: >

Nächster grosser Infoabend

für alle Bildungsrichtungen

am Mittwoch, 28. August.

>Zürich: > Die Bildungsgänge des

SPRI Schweizerisches Public

Relations Institut finden neu an

der KV Zürich Business School

und der WKS KV Bildung Bern

sowie an der KV Luzern Berufsakademie

statt.

SIB Schweizerisches

Institut für Betriebsökonomie

Telefon 043 322 26 66

Fax 043 322 26 51

info@sib.ch

www.sib.ch

Öffentliche Seminare

jeweils von 9 bis 16.45 Uhr

>«Einstieg > ins Marketing» mit

Jacqueline Steffen; Mittwoch,

12. Juni

>«Auftrittskompetenz» >

mit Hanna

Scheuring; Mittwoch, 12./26. Juni

>«Sich > selber besser verkaufen»

mit Ellen M. Schaad;

Donnerstag, 13. Juni

>«eRecruiting >

– Personalgewinnung»:

Donnerstag, 13. Juni

>«Kommunizieren >

und Gewinnen»

mit Joachim Hoffmann;

Donnerstag/Freitag, 13./14. Juni

>«Teamleitung >

und Teamentwicklung»

mit Jacques Ditesheim; Mittwoch/Donnerstag,

19./20. Juni

>«Kunden > gewinnen, binden und

pflegen» mit Jacqueline Steffen;

Mittwoch, 26. Juni

>«Konfliktmanagement» >

mit

Joachim Hoffmann;

Donnerstag/Freitag, 27./28. Juni

Infoveranstaltungen

Beginn jeweils um 18 h

>«Management-Diplom >

SIB »;

Dienstag, 11. Juni

>«Cert. > Innovation Manager SIB»;

Donnerstag, 13. Juni

>«Dipl. > Betriebswirtschafter/in HF»;

Montag, 17. Juni

>«Dipl. > Marketingmanager/in HF»;

Dienstag, 18. Juni

>«Dipl. > Personalleiter/in NDS HF»;

Mittwoch, 19. Juni

>«Dipl. > Controller/in NDS HF»;

Donnerstag, 20. Juni

>«Dipl. > Betriebswirtschafter.in HF»;

Montag, 8. Juli

>«Dipl. > Controller/in NDS HF»;

Dienstag, 9. Juli

>«Dipl. > Marketingmanager/in HF»;

Dienstag, 9. Juli

>«Dipl. > Personalleiter/in NDS HF»;

Mittwoch, 10. Juli

Studiengänge

Impressum

Nr. 5 – Mai 2013

ISSN 1424-5345

Herausgeber

KV Schweiz

Telefon 044 283 45 45

www.kvschweiz.ch

Verlagsleitung

Ingo Boltshauser,

ingo.boltshauser@kvschweiz.ch

Redaktion

Therese Jäggi (tj)

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Andrea Mašek (ajm)

andrea.masek@kvschweiz.ch

Rolf Murbach (mur)

rolf.murbach@kvschweiz.ch

Redaktionsadresse

Kaufmännischer Verband Schweiz

Context

Hans-Huber-Strasse 4

Postfach 1853, 8027 Zürich

Telefon 044 283 45 33

context@kvschweiz.ch

www.context.ch

Sekretariat: Andrea Stoop

Bildnachweise

S. 8/9: Rolf Murbach; S. 10: iStockphoto/

Rob Geddes/Montage P&P;

S. 40: Winterthur Tourismus; S. 43: zvg.

Adressänderungen

KV Schweiz

Mitgliederadministration

Telefon 044 283 45 30

marketing@kvschweiz.ch

oder im Mitgliederbereich:

www.kvschweiz.ch/login

Erscheinungsweise

Monatlich (11 Ausgaben)

117. Jahrgang

Auflage: 44 392 Exemplare

(WEMF-beglaubigt 2012)

Beginn September

>«Dipl. > Controller/in NDS HF»

Abonnemente

12 Monate CHF 48.–

>«Dipl. > Personalleiter/in NDS HF»

Beginn Oktober

>«Dipl. > Marketingmanager/in HF»,

verkürzte Studiendauer (2 Jahre)

>«Dipl. > Qualitätsmanager/in NDS

HF»

Anzeigen

Creative Media GmbH

Zürichstrasse 135

8910 Affoltern am Albis ZH

Telefon 043 322 60 30

context@c-media.ch

Druckerei

Vogt-Schild Druck AG

4552 Derendingen

>«Dipl. > Betriebswirtschafter/in HF»

>«Dipl. > Marketingmanager/in HF»

>«Cert. > Innovation Manager SIB»

>«Cert. > Online Marketing Expert

bsw/SIB»

Konzeption, Layout, Druckvorstufe

Partner & Partner AG

8400 Winterthur

www.partner-partner.com

Context bekennt sich zum «Code of Conduct»

der Schweizer Presse. Werbung und

redaktioneller Teil sind klar getrennt.

KV-Mitglieder erhalten eine

Ermässigung!

Context wurde vom Verband

Schweizer Presse für das Jahr

2013 mit dem Gütesiegel

«Q-Publikation» ausgezeichnet.

context 5 – 2013


ätsel

Tal Gelände

Fluss See

STADT

Berg RegionDorf Pass

45

Ein Ungetüm hebt ab

Vielleicht wissen Sie noch nicht, wohin Ihr nächster Ausflug

führen soll. Wir hätten da einen interessanten Tipp. Wohin es geht,

müssen Sie allerdings selber herausfinden. Wenn Sie uns die

Lösung schicken, nehmen Sie an der Verlosung von 3-mal Reka-

Checks im Wert von je CHF 70.– teil.

3-mal Reka-Checks

im Wert von je CHF 70.–

zu gewinnen!

Die Zuschauer blicken durch einen

Drahtzaun auf das weite Feld und zu

grossen Bauten. Es sind meist Männer im

fortgeschrittenen Alter. Aber auch Kinder

trifft man hier, begleitet von ihren Vätern.

Einige haben Kameras mit schweren Objektiven

dabei. Am Morgen, über Mittag

und am Abend ist es am spannendsten,

weil viel läuft. Es ist offenbar faszinierend,

was die Beobachter hinter dem Zaun

sehen: schon immer ein Traum der Menschen

und noch heute von grosser Anziehung

– auch wenn es unterdessen alltäglich

ist.

Ab und zu kurvt ein Feuerwehrauto

über das Gelände, aber deswegen sind die

Zuschauer nicht hier. Sie kommen wegen

der grossen und kleinen Maschinen, die

träge und gleichzeitig schnell sind.

Als ich das letzte Mal mit dem Bike

unterwegs war und an diesem Ort Halt

machte, setzte ich mich an einen der Tische.

Ich kam ins Gespräch mit den Männern,

meist Pensionierte, die hier offenbar

einen Teil ihrer Zeit verbringen. Nicht

nur was ich sah, faszinierte mich, sondern

auch die Gespräche, das Fachsimpeln der

Männer und die Geschichten, die sie sich

erzählten. Sie sprachen über Motoren,

Schub, Klappen, Vogelschwärme und

über Städte in fernen Ländern. Ich war erstaunt,

was sie alles wussten, und wie sie

sprachen. «Häsch en gseh, mit eme Touch

änd go.» Man trifft sich hier auf ein Bier,

und ab und zu ruft die Frau hinter dem

Tresen aus der Imbissbude: D’Bratwurscht

isch parat.

Vom nahegelegenen Ort führt ein

asphaltierter Weg durch ein Wäldchen

hierher. Die Besucher parken die Autos

am Strassenrand, eines nach dem anderen.

Ein Mann lehnt an seinem Wagen. Er

schaut durch den Sucher seiner Kamera

aufs Feld. Beim Zaun ein Paar, das sich

umarmt. Mir kommt ein Lied in den Sinn:

Schpick mi furt vo hie. Das Lied erzählt

auch von so einem Feld, nicht von diesem,

von einem anderen, einem kleinen. Das

hier ist richtig gross.

Man kann um das Gelände fahren,

mit dem Bike, dem Renner oder den Rollerblades.

Die Rundfahrt beträgt rund

zwanzig Kilometer – für viele ein beliebter

Ausflug. Das unablässige Brummen,

ein dumpfer Soundtrack, gehört dazu. Ja,

und dann gibt es eben diesen Rastplatz,

der im nächsten Jahr der Erweiterung des

Geländes weichen soll. Dagegen wehren

sich einige, weil sie das Spektakel, an dem

sie ganz nahe dran sind, nicht missen

wollen: zum Beispiel das zweistöckige

Ungetüm, das immer über Mittag ganz

träge und wie ein Wunder zum Himmel

steigt. Rolf Murbach

Wie heisst der Ort?

Schicken, faxen oder mailen Sie das

Lösungswort bis spätestens 15.6.2013 an:

Redaktion Context

Postfach 1853, 8027 Zürich

Fax 044 283 45 65

raetsel@kvschweiz.ch

Gewinnerinnen des letzten Georätsels:

Peter Reichert, Basel

Elsa Bucher, Grosshöchstetten

Urs Sandfuchs, Ehrendingen

Lösungswort Nr. 4: Aare

context 5 – 2013


46

cartoon

context 5 – 2013


v

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Nachbar-Eilanden. Starten Sie

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stehen. Für weitere Informationen: www.suva.ch/wiedereingliederung

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