Spenden - Venro

venro.org

Spenden - Venro

Nr.3/März 2013

Spenden

FLIP IT!

Themenspezial

"handicap"

auf der

Rückseite

„Ein bisschen besser,

ein bisschen gerechter“

Moderator Wolfram Kons spricht im Interview

über sein Klassensprechergen, Leidenschaft und Herzblut

Rechtlose Frauen

Was Bildung

verändern kann

Vertrauenswürdig

Spendensiegel

bieten Orientierung

Mehr als Image

Die Wirkung von

CSR


Foto: RTL

ERNTEN SIE FREUDE.

WERDEN SIE FÖRDERPARTNER.

Mehr unter www.welthungerhilfe.de


2 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

Vorwort

Knapp sechs Milliarden Euro sind 2012 in Deutschland an Spenden für

gemeinnützige Zwecke zusammengekommen. Dieses Engagement

beeindruckt mich. Mein politisches Ziel ist es, noch mehr Menschen

für Entwicklungsengagement zu gewinnen.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut

es – Spenden und Engagement

Wir empfehlen

Seite 06

Rosa

aus Peru

Dank der Operation

wird Rosa (vier Jahre)

heute in ihrem Umfeld

akzeptiert

„Ein Lächeln, das verzaubert.

Die kleine Rosa

ist glücklich, kann lachen

– das konnte sie jahrelang

nur in ihren Träumen“

Engagieren Sie sich! Werden

Sie Zukunftsentwickler!

Genau darum haben wir

zum Beispiel die Mitmachzentrale

Engagement

Global gGmbH in

Bonn gegründet. Dort erhalten entwicklungspolitisch

interessierte Menschen

– ob Einzelperson, Schüler oder

Studierende, Senioren, Vereine, Kommunen,

aber auch Stiftungen und Unternehmen

– Informationen, Kontakte

und Finanzierungsangebote, um selbst

aktiv zu werden für die Menschen im

globalen Süden. Schauen Sie doch mal

auf der Homepage von Engagement

Global vorbei. Dort erhalten Sie alle Informationen

über unsere Unterstützungsangebote

für Ihr Engagement auf

einen Blick.

„Es ist sinnvoll

und hilfreich,

die Menschen

in den

Ländern Afrikas,

Asiens

und Lateinamerikas

mit

Spenden zur

Finanzierung

von nachhaltigen

Projekten

zur Selbsthilfe

zu unterstützen.“

Dirk Niebel,

Bundesminister für

wirtschaftliche Zusammenarbeit

und

Entwicklung

Spenden ist gut – Mitmachen

ist genauso wichtig!

Es ist sinnvoll und hilfreich, die

Menschen in den Ländern Afrikas,

Asiens und Lateinamerikas mit Spenden

zur Finanzierung von nachhaltigen

Projekten zur Selbsthilfe zu unterstützen.

Sie brauchen aber gleichermaßen

auch Fürsprecher und tatkräftige Unterstützer

aus der Mitte unserer Gesellschaft

hier in Europa. Diese Fürsprecher

tragen die Idee einer globalen Verantwortung

weiter und helfen, noch

mehr Menschen – jung und alt - hierfür

zu interessieren. Ich denke etwa an die

Rückkehrenden aus unseren entwicklungspolitischen

Lernprogrammen wie

ASA, dem Schüleraustauschprogramm

ENSA oder dem Freiwilligendienst

Weltwärts sowie vom Senior Expert

Service. Sie alle werden zu entwicklungspolitischen

Botschaftern, die

nach ihrer Rückkehr im familiären,

schulischen oder beruflichen Umfeld

von ihren Erfahrungen berichten.

Was können Unternehmen

tun?

„Nichts geschieht ohne Risiko,

aber ohne Risiko geschieht auch

nichts“, sagte Walter Scheel, der erste

Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Damit sprach er den

Mut an, den Unternehmer brauchen,

wenn sie ausländische Märkte betreten,

aber auch die damit verbundenen

Chancen. Wir als Bundesministerium

für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (BMZ) wollen das Potenzial

deutscher Unternehmen noch

viel stärker für weltweite Entwicklung

einsetzen – und stehen dabei mit Rat

und Tat zur Seite, zum Beispiel in unserer

Servicestelle für die Wirtschaft. Außerdem

finden sie uns in den deutschen

Wirtschaftsverbänden und Kammern,

in die wir Verbindungsreferenten, sogenannte

EZ-Scouts, entsenden. Sie informieren

interessierte Unternehmen

über die Unterstützungsmöglichkeiten

des BMZ. Eine andere Möglichkeit für

Entwicklungsengagement von Unternehmen

ist, die Standards der Corporate

Social Responsibility bei Ihren internationalen

Geschäftsbeziehungen

einzuhalten und diese von Ihren Partnern

einzufordern. Ein wachsendes Betätigungsfeld

ist auch die sogenannte

„Arbeitszeitspende“ im Rahmen von

Corporate-Volunteering-Programmen.

Hier spenden Mitarbeiter/-innen von

Unternehmen ihr Know-how sowie ihre

Arbeitszeit entwicklungspolitischen

Projekten im globalen Süden. Zu konkreten

Möglichkeiten berät ebenfalls

Engagement Global.

Hinweise und Empfehlungen zu Spenden

finden Sie auch in der Veröffentlichung

„Weltweit mehr erreichen“ herausgegeben

von Phineo, dem BMZ und

Sustaineo beziehungsweise beim Deutschen

Zentralinstitut für soziale Fragen

(DZI).

Ihr Engagement lohnt sich! Machen Sie

mit! Werden Sie Zukunftsentwickler!

Ihr Dirk Niebel

Spenden

Dritte ausgabe, März 2013

Verantwortlich für den Inhalt

dieser Ausgabe:

Project Manager:

Kristina Dietz

Tel: + 49 30 887 11 29 - 44

Fax: + 49 30 887 11 29 - 37

E-Mail: kristina.dietz@mediaplanet.com

Business Development Manager:

Madlen Duderstedt

Editorial & Production Manager:

Jennifer Pott

Layout & Design:

Antje Polzin

Redaktion: Franziska Manske

Text: Benjamin Pank, Nicole Holtz, Paul Howe,

Bernd Pastors

Lektorat:

Claudia Nichterlein

Managing Director & V.i.S.d.P:

Christophe Demir

Mediaplanet Verlag Deutschland GmbH

Münzstraße 15, 10178 Berlin

Fehlandtstraße 50, 20354 Hamburg

Königsallee 14, 40212 Düsseldorf

www.mediaplanet.com

Vertriebspartner: DIE WELT, am 19. März 2013

Print: Märkische Verlags- und Druck-

Gesellschaft mbH Potsdam (MVD)

Mediaplanet Germany

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Die José Carreras Leukämie-Stiftung

José Carreras ist einer der größten Tenöre

unserer Zeit. Und einer der größten Wohltäter

im Kampf gegen Leukämie, ein Leiden,

das ihn 1987 beinahe selbst das Leben

gekostet hätte. Seit seiner Heilung

setzt sich der Star-Tenor unermüdlich im

Kampf gegen Leukämie ein und gründete

1995 die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung

e.V.. Das Ziel der Stiftung

hat José Carreras eigens formuliert: „Leukämie

muss heilbar werden. Immer und bei

jedem.“

Projekte der Stiftung

Die Stiftung hat bislang über 900 Projekte

finanziert, die den Bau von Forschungsund

Behandlungseinrichtungen, die Erforschung

von Leukämie und ihrer Heilung sowie

die Arbeit von Selbsthilfegruppen und

Elterninitiativen zum Ziel haben. Die geförderten

Projekte sollen helfen, Lebenszeit

und Lebensqualität von Leukämiepatienten

weiter zu verlängern sowie Diagnostik

und Therapie von Leukämien und bösartigen

Bluterkrankungen zu verbessern.

Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung

ist eine gemeinnützige Organisation

und lebt ausschließlich von Spendengeldern;

öffentliche Zuschüsse erhält sie nicht.

Die Hilfe von Spendern und Förderern ist

der einzige Weg, den Einsatz der Stiftung

gegen Leukämie weiter fortzuführen. Die

Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung

e.V. ist Träger des DZI Spenden-Siegels,

dem Gütesiegel im deutschen Spendenwesen.

Weitere Informationen unter

www. carreras-stiftung.de

José Carreras in der Kinderklinik

Homburg/Saar 2012

Helfen Sie mit und unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende.

Spendenkonto: Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. . Konto: 319 96 66 01 . BLZ: 700 800 00 . Commerzbank AG München


inspiration

Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

Schritt

1

März 2013 · 3

„Gebildete Mädchen

Mehr bildung

für mädchen

können die Zukunft verändern“

■■Mädchen haben die gleichen

Rechte wie Jungen.

Dies legten die Vereinten

Nationen bereits 1989 in

der Kinderrechtskonvention

fest und 193 Staaten haben

sich verpflichtet, die Rechte

umzusetzen. Doch die Realität

sieht anders aus.

Missbraucht, ohne Bildung und

zwangsverheiratet – Mädchen haben

in vielen Ländern keine Chance.

Darauf machen die Vereinten

Nationen immer wieder aufmerksam.

Und auch der Europarat fordert

Veränderungen.

Weltweit geht nur eines von drei

Mädchen zur Schule, in mehr als

50 Ländern ist die Zwangsverheiratung

von minderjährigen Mädchen

noch legal und jedes Jahr

sterben rund 50.000 Minderjährige

an den Folgen einer Schwangerschaft.

Diese Zahlen sind erschreckend.

Aus diesem Grund

stehen sie auch immer wieder bei

den Vereinten Nationen auf der

Tagesordnung. So auch beim Europarat,

der ein Ende von sexueller

Gewalt gegen Mädchen fordert:

Immer noch seien viele von

sexueller Belästigung, Genitalverstümmelung,

Mädchenhandel, Inzest

oder Zwangsheirat betroffen.

Die europäischen Staaten sollten

deshalb den beiden maßgeblichen

und rechtlich bindenden Konventionen

des Europarats – der Konvention

von Lanzarote und der

Konvention von Istanbul – beitreten

und für ihre Umsetzung sorgen.

Die Konvention von Lanzarote

wurde zum Schutz von Kindern

vor sexuellem Missbrauch und sexueller

Ausbeutung beschlossen,

die Konvention von Istanbul für

den Kampf gegen Gewalt sowie

häusliche Gewalt gegen Frauen.

Auch in Deutschland

Zwangsverheiratung

Mädchen sind zudem von Zwangsheirat

bedroht. Laut dem Kinderhilfswerk

Unicef ist jedes dritte

Mädchen in Entwicklungsländern

mit 18 Jahren schon verheiratet.

Jedes zehnte Mädchen ist bei der

Hochzeit sogar jünger als 15 Jahre.

Zwar schreiben 113 Staaten für

die Ehe ein Mindestalter von 18

Jahren vor, allerdings seien in 57

Ländern Mädchenheiraten weiter

verbreitet, beklagt Unicef. Ein

erschreckendes Detail: Die Frauenrechtsorganisation

„Terre des

Femmes“ betont, dass auch in

Deutschland lebende Mädchen

zur Hochzeit gezwungen würden.

Allein bei dieser Organisation

suchten vergangenes Jahr 94 junge

Frauen Hilfe, die zu einer Heirat

genötigt werden sollten.

Tragische Situation bei

Schulbildung

Wie dramatisch die Rechtslage

von Mädchen in einigen Teilen

der Welt ist, hat sich erst am

9. Oktober letzten Jahres wieder

in grausamer Form gezeigt. Die

heute 15-jährige Malala Jusufzai

aus Pakistan wurde von einem Taliban

niedergeschossen. In Kopf

und Wirbelsäule trafen die Kugeln

das Kind. Sie musste notoperiert

werden und lange war nicht

klar, ob sie jemals wieder erwacht.

Der Anlass für diese grausame Tat:

Die Islamisten schossen sie nieder,

weil Malala für die Rechte von

Mädchen und gegen das Schulverbot

für Mädchen kämpfte.

Auch das Kinderhilfswerk

Unicef weist auf die Defizite in der

Schulbildung für Mädchen hin:

„Dass weltweit geschätzte 75 Millionen

Mädchen in den Klassenräumen

fehlen, ist eine schwere

Verletzung ihrer Rechte und eine

riesige Vergeudung jungen Potenzials.“

Schulbildung für mehr

Freiheit

Ein Bericht, der sich auf die 39

Millionen Mädchen zwischen elf

und 15 Jahren ohne Schulbildung

konzentriert, zeigt: „Ein gebildetes

Mädchen ist weniger Gewalt

ausgesetzt, es ist weniger wahrscheinlich,

dass es noch als Kind

heiratet und selber Kinder hat, dafür

ist es wahrscheinlicher, dass es

als Erwachsene lese- und schreibkundig

und gesund ist – ebenso

wie seine eigenen Kinder.“

Gebildete Mädchen könnten

mehr verdienen und sie würden

öfter ihr Einkommen in ihre Familie,

ihre Gemeinde und die Gesellschaft

investieren. „Es ist nicht

übertrieben zu sagen, dass gebildete

Mädchen Leben retten und

die Zukunft verändern können.“

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com

Traurige Wahrheit

„Weltweit geht nur eines von drei

Mädchen zur Schule [...]“

FotoS: Plan International Deutschland e. V.

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Wünsche erfüllen -

Not lindern -

Hoffnung geben

Mehr als 1600 Wünsche erfüllt – mehr als

10.000 Kinder glücklich gemacht

■ Aktion Kindertraum erfüllt Herzenswünsche

für schwer kranke und notleidende Kinder und

Jugendliche.

■ Aktion Kindertraum hilft

bei der Finanzierung lebensnotwendiger Operationen

von Kindern aus dem Ausland.

Spendenkonto: 138 196 302

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Mehr über uns:

www.facebook.com/

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www.aktion-kindertraum.de

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4 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

news

inspiration

Vertrauen ist das Fundament für

zivilgesellschaftliches Engagement.

VENRO-Verhaltenskodex

schafft Transparenz

Vertrauensbildung

Verhaltenskodex

Immer wieder wird in regelmäßigen Abständen

von sogenannten Spendenskandalen

berichtet. Während im Winter

2007 das Kinderhilfswerk UNICEF wegen

mangelnder Transparenz in den

Schlagzeilen war, ist es aktuell das von

Karl-Heinz Böhm gegründete Hilfswerk

„Menschen für Menschen“. Ein Großspender

wirft dem Vorstand öffentlich

unter anderem mangelnde Transparenz

bei der Spendenverwendung vor.

Mehr Transparenz

Das Vertrauen von Spendern und öffentlichen

Geldgebern ist schnell beschädigt,

wenn die notwendige Transparenz

bei der Mitteleinwerbung und Mittelverwendung

nicht vorliegt. Um den wachsenden

Anforderungen an das Transparenzverhalten

von Hilfsorganisationen

gerecht zu werden, entwickelten die

Mitgliedsorganisationen des Verbandes

Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen

(VENRO) den

Verhaltenskodex Transparenz, Organisationsführung

und Kontrolle. Mit seiner

Verabschiedung auf der Mitgliederversammlung

im Dezember 2010 wurde

er für alle Mitglieder verbindlich.

„Das Vertrauen

von

Spendern

und öffentlichen

Geldgebern

ist

schnell beschädigt.“

Bernd Pastors,

Sprecher der

VENRO-Arbeitsgruppe

Transparenz

Offene Kommunikation

VENRO-Mitglieder verpflichten sich

mit gemeinsam formulierten Prinzipien

und Standards in den Bereichen Organisationsführung,

Kommunikation,

Betriebsführung und Wirkungskontrolle

mehr Transparenz über ihre Arbeit zu

schaffen. Dazu gehört unter anderem die

strikte Trennung von Aufsicht und Kontrolle

vom Leitungsorgan und die offene

Darstellung von Gehaltsstrukturen der

hauptamtlichen Mitarbeiter. Die transparente

Aufstellung der Spendeneinnahmen

sowie weiterer öffentlicher Zuwendungen

und die präzise Dokumentation

der weitergeleiteten Mittel in den

jeweiligen Satzungszweck wie unter anderem

Projekte in den Entwicklungsländern,

soll dem Spender aufzeigen, wie

seine Zuwendungen konkret eingesetzt

werden. Auch die eindeutige Darstellung

der entstandenen Werbe- und Verwaltungskosten

ist wichtig. Die Zusage

einer 100-prozentigen Mittelweiterleitung

in die Projekte – gleichbedeutend

mit der Behauptung, keine Werbe- und

Verwaltungsaufwendungen zu haben

– ist nicht zulässig. Handelt es sich um

eine externe Kostenübernahme oder

ehrenamtlich geleistete Arbeit, soll der

Hinweis auf diese Ressourcen erfolgen.

Den Spender interessiert neben der

Frage nach der Höhe der Verwaltungskosten

meist auch, ob seine Spende die

von der Hilfsorganisation beworbene

Wirkung auch tatsächlich erzielt. Das

heißt: Kommt die Spende auch dort an,

wo sie hin soll, und bewirkt sie auch den

beworbenen Zweck. Der VENRO-Verhaltenskodex

hat diesem Anliegen mit

der Verpflichtung der Mitglieder auf eine

wirkungsorientierte Arbeitsweise

Rechnung getragen. VENRO-Mitglieder

verpflichten sich, Instrumente der Wirkungsbeobachtung

zu entwickeln, wobei

Nutzen und Kosten in einer angemessenen

Relation stehen müssen. Über

die Ergebnisse der Wirkungsbeobachtung

soll in angemessener Form, sei es

im Jahresbericht oder auf der Internetseite,

berichtet werden. So können sich

Spender zeitnah über den Erfolg ihrer

Spende informieren, auch dann, wenn es

Probleme im geförderten Projekt gibt.

Vertrauen fordert Engagement

Die Umsetzung des Verhaltenskodex hat

zu zahlreichen organisatorischen Weiterentwicklungen

innerhalb einzelner

Mitgliedsorganisationen geführt. Die

haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter

in den Hilfsorganisationen wissen, dass

nur das Vertrauen der Spender und auch

der öffentlichen Geldgeber in ihre Arbeit

das notwendige Fundament schafft, dieses

zivilgesellschaftliche Engagement

auch in Zukunft nachhaltig zu leisten.

!

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.venro.org

Bernd Pastors

redaktion.de@mediaplanet.com

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Ich war mehrmals in

den Projekten und weiß, dass

wir schon mit bescheidenen

Mitteln viele Leben retten

können. Werden auch Sie zum

Helfer – wie unsere freiwillig

und unentgeltlich arbeitenden

Ärzte aus Deutschland.

Unterstützen Sie mit mir die

German Doctors.

Dr. Maria Furtwängler

Mit Herz und Verstand

für Menschen in Not.

Jährlich behandeln rund 360 Ärztinnen und Ärzte

eine überwältigende Zahl von Menschen auf den

Philippinen, in Bangladesch, Sierra Leone, Kenia,

Nicaragua und in Indien. Das tun sie ehrenamtlich –

sie opfern dafür meist ihren Jahresurlaub und

zahlen selbst die Hälfte der Flugkosten.

Bitte helfen auch Sie. Jede Spende zählt!

Menschlich.

Engagiert.

Foto: Roba Press

Ärzte für die Dritte Welt e.V. –

German Doctors

Offenbacher Landstr. 224

60599 Frankfurt am Main

Telefon +49 69.707 997-0

Telefax +49 69.707 997-20

Spendenkonto

488 888 0

BLZ 520 604 10

www.aerzte3welt.de


Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

März 2013 · 5

Entwicklungsländer

Gesundheitshilfe

Laut Weltgesundheitsorganisation

(WHO) heißt

Gesundheit: ein Zustand

des vollständigen körperlichen,

geistigen und sozialen

Wohlbefindens. Für

viele Menschen, besonders

in Entwicklungsländern,

ist dies jedoch nicht

oder nur schwer realisierbar.

Doch die gute Nachricht: Zwischen

1970 und 2010 ist die Lebenserwartung

der Menschen

in den Entwicklungsländern

von 40 auf 68 Jahre angestiegen.

Die Zahl der Todesfälle

bei Kindern unter fünf Jahren

sank zwischen 1990 und 2009

weltweit von 89 auf 60 je 1.000

Geburten.

Die schlechte Nachricht: Trotz

dieser Fortschritte müssen

sehr viele Menschen in Entwicklungsländern

noch immer

mit vermeidbaren und/

oder behandelbaren Krankheiten

leben. Tuberkulose, Malaria

und parasitäre Infektionen

wie Bilharziose und Onchozerkose

sind bei Kindern und Erwachsenen

sehr verbreitet und

nehmen teilweise wieder zu.

Weltweit waren 2010 rund 34

Millionen Menschen mit dem

HI-Virus infiziert, fast 23 Millionen

davon in Subsahara-Afrika.

Pushpa-Home

Krankenstation für an Tuberkulose

erkrankte Kinder in Kalkutta.

Foto: Jürgen Grosse

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com

action medeor: Hilfe, die ankommt

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Das Medikamentenhilfswerk

Durchfall, Malaria, Tuberkulose – Millionen

Menschen in Entwicklungsländern sterben

jedes Jahr an Krankheiten, die leicht zu behandeln

wären. Das Deutsche Medikamenten-Hilfswerk

action medeor e.V. trägt seit

fast 50 Jahren dafür Sorge, dass die lebenswichtigen

Medikamente die Betroffenen

auch in entlegenen Regionen der Entwicklungsländer

erreichen.

2011 verließen fast 15.000 Pakete mit einem

Gewicht von knapp 360 Tonnen und einem

Warenwert von 7,77 Millionen Euro das Medikamentenlager

in Tönisvorst. Weil es sich

bei den Medikamenten um Generika handelt,

die eigens für medeor bei pharmazeutischen

Unternehmen in großer Stückzahl produziert

werden, und medeor sie zum Selbstkostenpreis

abgibt, entspricht der Abgabepreis dieser

Medikamente im Durchschnitt zehn Prozent

des Preises in einer deutschen Apotheke.

„Die Hilfe kommt direkt bei unseren Partnern,

den Gesundheitsstationen oder Krankenhäusern,

an“, sagt Bernd Pastors, Vorstand von

action medeor. „Den Weg jedes Pakets können

wir ab Lager bis in die entlegenste Gesundheitsstation

nachverfolgen. So sind wir sicher,

dass die Hilfe auch ankommt.“

Seriosität ist Grundvoraussetzung

Bevor die Hilfssendung das Tönisvorster Medikamentenlager

verlässt, wird der Partner oder die

Gesundheitsstation auf Seriosität überprüft. „Mit

den meisten Gesundheitsstationen besteht seit

vielen Jahren eine enge Zusammenarbeit“, so

Pastors, „ein aktuelles Beispiel ist eine Gesundheitsstation

in Gani-Dah, einem entlegenen Dorf

in Mali.“ Regelmäßig erhält der Gesundheitshelfer

von Gani-Dah Medikamentenspenden von

medeor. Basismedikamente wie Antibiotika oder

Schmerzmittel werden gepackt und per Post auf

die Reise nach Mali geschickt. Auch die Verwendung

der Arzneien in der Gesundheitsstation ist

nachprüfbar, denn der Gesundheitshelfer führt

Buch über den Einsatz der Medizin.

Die einzige Quelle für Arzneimittel

Für die Bewohner von Gani-Dah stellen die Medikamentenspenden

von action medeor die einzige

Quelle für Arzneimittel dar, die sie haben.

„Gani-Dah ist nur ein Beispiel für die vielen Gesundheitsstationen

weltweit, die sich per E-Mail

oder Brief für die medizinische Hilfe bedanken

und auch Fotos von der Ankunft der Pakete schicken“,

sagt Pastors.

medeor-Botschafterin Anke Engelke, überzeugt sich

vor Ort über die Arbeit von action medeor.

Foto: action medeor/B. Breuer

Transparenz jederzeit

Über die Verwendung von Spendengeldern erhalten

Spender und Interessierte Auskunft im

Jahresbericht. Außerdem lässt sich action medeor

jedes Jahr von einem Wirtschaftsprüfer durchleuchten,

richtet sich nach dem Verhaltenskodex

von VENRO - Verband Entwicklungspolitik deutscher

Nichtregierungsorganisationen e.V. und

bekommt regelmäßig vom Deutschen Zentralinstitut

für soziale Fragen (DZI) das DZI-Spendensiegel.

Außerdem ist medeor Mitglied im Deutschen

Spendenrat.

action medeor (lat.: ich heile) in Tönisvorst bei

Krefeld ist das größte Medikamenten-Hilfswerk

Europas und setzt sich für nachhaltige und bessere

Gesundheitsversorgung der Menschen in

Entwicklungsländern ein. Dabei arbeitet medeor

zusammen mit seinen einheimischen Partnern

auf allen Gebieten der Gesundheitsfürsorge.

Neben der Medikamentenhilfe leistet medeor

humanitäre Hilfe im Katastrophenfall und sorgt

für den Wiederaufbau. Für den Katastrophenfall

hält medeor Emergency Health Kits vor, die

10.000 Menschen drei Monate lang medizinisch

versorgen können.

In seinen Gesundheitsprojekten fördert medeor

Basisgesundheitsdienste und bekämpft

Malaria, HIV/Aids und Tuberkulose. Regionale

Schwerpunkte der Hilfe sind Afrika, Asien und

Lateinamerika. Im Rahmen der pharmazeutischen

Fachberatung bildet medeor einheimische

pharmazeutische Fachkräfte aus, unterstützt vor

Ort die Produktion und Entwicklung von Medikamenten

genauso wie den Aufbau von lokalen

Medikamentenverteilerstellen.

Weitere Informationen unter:

www.medeor.de

Volksbank Krefeld 555 555 555,

BLZ 320 603 62, Stichwort:

„Medikamente retten Leben“


6 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

inspiration

Ein Lächeln fürs Leben!

■■Rosa aus Peru ist vier Jahre

alt und galt lange als „verhextes“

Mädchen. Sie kam

mit einer Lippen-Kiefer- und

Gaumenspalte, früher auch

bekannt als Hasenscharte

oder Wolfsrachen, zur Welt.

Einblick

Peru

In Peru werden jedes Jahr etwa

1.500 Kinder mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

geboren,

es ist die zweithäufigste angeborene

Fehlbildung – auch in

Deutschland. Doch während eine

helfende Operation hier bereits

einige Wochen nach der Geburt

durchgeführt wird, bleiben

in dem südamerikanischen Andenland

viele Kinder unversorgt.

Und die Fehlbildungen sind weit

mehr als ein kosmetisches Problem,

denn hinzu kommen auch

die funktionalen. So haben diese

Kinder oft Probleme bei der Nahrungsaufnahme

und Sprachprobleme,

Erkrankungen im HNO-Bereich

und Zahnfehlstellungen.

2009 kam auch die kleine Rosa

mit diesem Defekt auf die Welt.

Sie wohnt mit ihren Eltern Victor

und Maria sowie fünf Geschwistern

in einer kleinen Hütte in

Pisco, einer Hafenstadt im Süden

Perus. Aufgrund ihrer Fehlbildung

wurde Rosa in ihrem Dorf

gemieden und geächtet. Passanten

starrten sie an und viele negative

Kommentare fielen über

das Kind mit der unheimlichen

Spalte im Gesicht. Auch gleichaltrige

Kinder grenzten die Vierjährige

beim Spielen aus, so dass

sie ihr Zuhause kaum noch verließ

und sich weigerte, den Kindergarten

zu besuchen. So litt Rosa

vier Jahre lang einsam unter

der Fehlbildung. Sie konnte nicht

richtig trinken, essen oder sprechen.

Ein rettender Eingriff – für

ihre Familie unbezahlbar.

Chirurgie in Entwicklungsländern

Das menschliche Gesicht als

Spiegel der Persönlichkeit wird

überall auf der Welt nach seiner

Schönheit bewertet. Während

sich die plastische Chirurgie oft

mit der Verjüngung des Gesichts

befasst, geht es bei der Lippen-

Kiefer-Gaumenspalte um die Wiederherstellung

von Funktionalität.

Hier ist nicht nur plastische

Chirurgie gefragt, sondern vor

allem auch zahnmedizinisches

und mund-kiefer-gesichtschirurgisches

Wissen. Der Verschluss

einer Lippen-Kieferspalte oder

eines offenen Gaumens verlangt

großes chirurgisches Wissen, das

aber in vielen Ländern – so auch

in Peru – zu wenig vorhanden ist.

Nicht operiert leiden Betroffene

nicht nur körperlich, sondern

meist ihr Leben lang psychisch

unter sozialer Ausgrenzung. Sie

werden angestarrt, wie Aussätzige

behandelt, niemand kümmert

sich um sie. Die angeborene Fehlbildung

wird zum Beispiel als

Zeichen eines göttlichen Fluches

angesehen. Viele Kinder werden

sogar von ihren Eltern verstoßen,

müssen in Isolation und Einsamkeit

vegetieren oder werden gar

getötet.

Hilfe für Rosa

Im Gegensatz zu vielen anderen

Familien hielt Rosas Familie zu

ihr. Nach und nach begannen sie

mit viel Schmerz und Traurigkeit

das Schicksal ihrer Tochter

zu akzeptieren. Doch durch die

Anfeindungen der anderen Dorfbewohner,

isolierte sich die ganze

Familie immer mehr. Nur eine

Freundin hielt zu ihnen: Luana.

In ihrer Familie gab es auch einen

Fall mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

und sie erzählte der

Familie von Operationsmöglichkeiten

durch die Organisation

Qorito, wo hochqualifizierte einheimische

Ärzte Betroffene operieren.

Sie halfen auch der kleinen

Rosa. Das Ärzteteam mit dem

Spezialisten und Spaltchirurgen

Dr. Alberto Bardales an der Spitze

operierte sie nach neuesten Methoden,

so dass die Lippen-Kiefer-Spalte

optimal verschlossen

werden konnte. Das Verschließen

des Gaumens folgt und sie wird

weiter medizinisch betreut.

Auch, wenn es mit der Operation

allein nicht getan ist, kann Rosa

heute wieder lachen, spielen,

dazugehören – einfach ein ganz

normales Kind sein!

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com

FAKTEN

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

■■ Häufigste angeborene Fehlbildung

im Kopfbereich

■■ Jede 500. bis 800 .Geburt ist ein

Kind mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

■■ Tritt in verschiedenen Formen und

Ausprägungen auf. In circa 70 Prozent

aller Fälle sind Lippe, Kiefer und Gaumen

gespalten.

■■ Massive Gesichtsentstellung und

soziale Ausgrenzung

■■ Wichtige Funktionen wie Essen,

Trinken, Hören und Sprechen beeinträchtigt

■■ Probleme bei der Nahrungsaufnahme:

Unterernährung

■■ Flüssigkeitsansammlung und Mittelohrentzündung

durch mangelnde

Belüftung des Mittelohrs: starke Hörprobleme

Ein neues Leben

Dank der Operation wird Rosa

(vier Jahre) heute in ihrer Gesellschaft

akzeptiert.

Fotos: Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V.

■■ Beeinträchtigte Sprachentwicklung:

Sprachstörung

■■ Ursachen nicht abschließend geklärt.

Verschiedene Risikofaktoren:

Veranlagung in der Familie, Armut

(Mangelernährung der Mutter, insbesondere

Folsäure-Mangel), Umwelt

und Schadstoffe (besondere Höhenlagen,

Umweltverschmutzung)

Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

in Entwicklungsländern

■■ Aberglaube, religiöse Vorstellungen,

Druck der Gemeinschaft führen zu Ausgrenzung

dieser Kinder. Als Resultat

verstecken Eltern ihre Kinder,verstoßen

sie oder bringen sie gar um. Zudem gibt

es kaum Behandlungszentren mit umfassender

Versorgung

Nachhaltigkeit

Mit einer

Operation ist

es nicht getan

Eine umfassende und langjährige

Betreuung der Lippen-Kiefer-Gaumenspalten-Patienten

ist

notwendig. Dies kann nur von lokal

getragenen Behandlungszentren

gewährleistet werden.

Nach der Geburt:

Schon von Anfang an kann das

Überleben eines Spaltbabys gefährdet

sein: Beim Trinken an

der Mutterbrust kann durch eine

Spaltung des Gaumens kein Unterdruck

aufgebaut werden. Eine

spezielle Fütterung ist notwendig.

Essen und Trinken bereitet auch

älteren Spaltkindern große Probleme.

In der Folge sind sie in Entwicklungsländern

vielfach unterernährt

und erkranken schnell an

Infekten.

Kontrolle und Behandlung

des Hörvermögens

Das Hörvermögen muss während

des Wachstums regelmäßig kontrolliert

werden. Flüssigkeitsansammlungen

hinter dem Trommelfell

müssen mit dem operativen

Legen von Paukenröhrchen

zum Abfließen gebracht werden.

Folge- und

Korrekturoperationen

Neben den Basisoperationen von

Lippe-Kiefer und Gaumen sind

oftmals Folgeoperationen notwendig,

zum Beispiel Knochentransplantation

um Kieferknochen

zu füllen.

Kieferorthopädie

Extreme Zahnfehlstellungen,

Knochenverwachsungen und Kieferverformungen

behindern die

gesunde Entwicklung der Kinder

und müssen kieferorthopädisch

korrigiert werden.

Sprach-

Funktionstherapie

Die Kinder sind durch die Dysfunktionalität

im Mund-Kiefer-

Rachenbereich und das eingeschränkte

Hörvermögen in ihrer

Sprachentwicklung beeinträchtigt.

Die Sprechmuskulatur muss

trainiert werden, damit die häufig

nasale Aussprache korrigiert werden

kann.

Psychologische

Betreuung

Kaum vorstellbar ist die seelische

Qual dieser Kinder. Aufgrund

ihres Anblicks werden sie vielfach

von ihrer Familie isoliert, im

schlimmsten Fall sogar eingesperrt.

Nur lokal akzeptierte und

gut vernetzte Ärzte und Sozialarbeiter

schaffen es überhaupt ,

Kontakt zu diesen Familien herzustellen

und die Kinder zu finden.

Es bedarf oft sehr viel Einfühlungsvermögen,

die Eltern von einer

Operation zu überzeugen.

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com


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Unternehmer Jörg Beutel – Pate für ein Spaltzentrum

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Jörg Beutel bei seinem Besuch in Surat (Indien): „Das kleine indische Kind

mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, das mich anstrahlt – das sind Momente,

die vergisst man nie mehr.“

Seit über zehn Jahren baut die Deutsche

Cleft Kinderhilfe e.V. mit einheimischen

Ärzten und Therapeuten in Asien, Südamerika

und Afrika Behandlungszentren für

Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

auf. Die betroffenen Kinder aus mittellosen

Familien werden nicht nur kostenlos

operiert und von ihrer Entstellung befreit,

sondern wenn möglich umfassend medizinisch

und therapeutisch versorgt. Etwa

3.500 Kinder werden so jedes Jahr erreicht.

Der Unternehmer Jörg Beutel – ein Mann

der Tat – engagiert sich seit vier Jahren ehrenamtlich

im gemeinnützigen Verein und

hat eine Patenschaft für ein Behandlungszentrum

in Indien übernommen. In Surat

operiert der erfahrene Chirurg Dr. Nehal

Patel jedes Jahr über 150 Kinder. Jörg Beutel

hat den Chirurgen in Indien besucht

und persönlich kennengelernt:

„Ich erinnere mich noch genau an meinen

ersten Indienbesuch. Die Armut, die indischen

Slums und dann diese vielen Kinder

mit der Entstellung im Gesicht, das hat

mich schockiert. Und mir war sofort klar:

Für die 23 Kinder, die an diesem Tag ins

Zentrum kamen, wollte ich die Behandlungskosten

übernehmen. Dr. Patel, heute

ein guter Freund, überzeugte mich als Chirurg

und als Mensch mit seiner herzlichen

und offenen Art. Mit einfachen Mitteln

und rudimentärer OP-Ausstattung gewährleistet

er eine extrem hohe Qualität

der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.

Bei meinem Besuch und den folgenden

Treffen mit dem Vorstand der Deutschen

Cleft Kinderhilfe wollte ich natürlich auch

wissen, wie effizient der Verein arbeitet. Ich

wollte genau erfahren, wie die Spendengelder

eingesetzt werden. Absolut überzeugt

hat mich das Prinzip der leistungsbezogenen

Vergütung: Es werden nicht pauschal

Gelder in die Projekte überwiesen, sondern

immer nur die konkreten Leistungen

(Operationen, Sprachtherapie, Kieferorthopädie

etc.) bezahlt, die tatsächlich erbracht

wurden. Erst nach der Kontrolle der

dokumentierten Behandlungen anhand einer

online-Patientendatenbank, überweist

die Deutsche Cleft Kinderhilfe die vereinbarten

Pauschalen an die einheimischen

Ärzte und Therapeuten.

Als ich mein Unternehmen verkauft habe,

weil ich meiner Familie mehr Zeit widmen

wollte, habe ich mich gleichzeitig bewusst

für die Patenschaft eines Spaltzentrums

entschieden. Das Schöne dabei ist, ich

kann mich immer so einbringen, wie es

meine Zeit zulässt. In den ersten Jahren

habe ich das Zentrum rein finanziell unterstützt

und mich über jede Operation

gefreut, die ich ermöglichen konnte. Nach

und nach ist mir die Sache immer mehr

ans Herz gewachsen. Das positive Feedback

aus meinem persönlichen Umfeld hat

mich dazu bewogen, mein eigenes Netzwerk

zu aktivieren und Geschäftspartner

und Freunde als Unterstützer zu gewinnen.

Meine jahrelangen Erfahrungen als Unternehmer

helfen mir natürlich dabei, wenn

ich zum Beispiel Charity-Konzerte organisiere.

Es gibt mir ein gutes Gefühl, mit

der Patenschaft für das Spaltzentrum Surat

Verantwortung für die betroffenen Kinder

zu übernehmen. Die unglaubliche Freude

und Dankbarkeit, die ich für mein Engagement

zurückbekomme, lässt sich gar nicht

ermessen. Jedes lächelnde Gesicht, jede

glückliche Mutter, jeder dankbare Vater,

gibt mir Kraft, das Hilfsnetzwerk für Spaltkinder

weiter auszubauen. Und der Bedarf

ist groß. Noch viel mehr Kindern könnten

wir eine umfassende Behandlung ermöglichen.

In einem Behandlungszentrum sind

nicht nur die Operationen sondern auch

Kieferorthopädie, (Sprach-) Funktionstherapie,

HNO-Versorgung und Aufklärung

der Eltern wichtige Bestandteile. Ich

persönlich halte es für sehr sinnvoll, so ein

Projekt über mehrere Jahre zu begleiten,

denn auch die betroffenen Kinder und Jugendlichen

sollten bis ins Erwachsenenalter

behandelt werden!

Gerne möchte ich weitere Unternehmer,

Privatpersonen und Stiftungen ermuntern,

sich zu engagieren. Damit diese moderne

und wirkungsvolle medizinische Hilfe,

die auf die Fähigkeiten der einheimischen

Ärzte setzt und vorhandene Strukturen

nutzt, in Zukunft noch mehr Früchte tragen

kann.“

Eine Freundschaft für Spaltkinder:

Chirurg Dr. Nehal Patel (li.) und Jörg

Beutel (re.)

Kontakt:

Deutsche Cleft Kinderhilfe e.V.

Stühlingerstr. 17

79106 Freiburg im Breisgau

Telefon 0761 137 976 -15 oder -18

E-Mail: info@spaltkinder.org

www.spaltkinder.org

Dharatis Chance. 200 Euro für die erste Operation.

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Spendenkonto:

Bank für

Sozialwirtschaft

Kto 84 84 200

BLZ 251 205 10

Weitere Behandlungen müssen folgen. Bitte helfen auch Sie! www.spaltkinder.org


8 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

inspiration

Gütesiegel

geben

Sicherheit

Spenden heißt vor allem

Vertrauen. Vertrauen

braucht Transparenz.

Ein Gütesiegel bescheinigt

diese und kann eine

wichtige Entscheidungshilfe

sein.

Ein Überweisungsträger ist

schnell ausgestellt, der Spendenbutton

binnen Sekunden

gedrückt. Doch so einfach es

ist, für einen guten Zweck ins

Portemonnaie zu greifen und

einer ausgewählten Organisation

einen bestimmten Betrag zu

überlassen: Wer spendet, will

die Sicherheit, dass sein Geld

an entsprechender Stelle ankommt.

Kommen Zweifel auf,

sinkt die Spendenbereitschaft.

Viele Spendenorganisationen

unterziehen sich daher einer

unabhängigen Überprüfung

und lassen sich die Qualität ihrer

Organisation bestätigen. Ein

Gütesiegel, das einer Organisation

einen sorgfältigen und

verantwortungsvollen Umgang

mit den Spenden bescheinigt,

ist der Sternenkranz des Deutschen

Zentralinstituts für soziale

Fragen (DZI).

Freiwillige Verpflichtung

Das Gütesiegel ist verbunden

mit der Verpflichtung, die vom

DZI festgelegten Standards zu

erfüllen und höchsten Qualitätsansprüchen

gerecht zu werden.

Dazu zählen neben Transparenz

und wirtschaftlicher

Sparsamkeit, auch die freiwillige

Verpflichtung, sachlich und

wahrhaftig über Strukturen

und Arbeit der Organisation sowie

die Verwendung der Gelder

zu informieren.

Foto: SubodhBharati, CC BY-NC-ND 2.0

Zeichen für Vertrauen

Das DZI-Spendensiegel.

Foto: DZI

Zurzeit sind rund 260 Organisationen

mit dem DZI-Spenden-

Siegel zertifiziert. Voraussetzung

ist jedoch ein Geldspendenvolumen

von 1,2 Milliarden

Euro im Jahr.

Eine weitere Möglichkeit, die

Qualität der eigenen Berichterstattung

unter die Lupe zu nehmen

und zu verbessern, bietet

seit dem Jahr 2005 der von pricewaterhousecoopers

(pwc) initiierte

Transparenzpreis. Unabhängig

von ihrer Platzierung im

Wettbewerb erhalten teilnehmende

Organisationen eine ausführliche

Analyse ihrer Berichterstattung.

Auf diese Weise hat

pwc dazu beigetragen, Transparenz

und Niveau der Berichterstattung

vieler Organisationen

deutlich zu verbessern. Kleinere

spendensammelnde Organisationen

können sich auch außerhalb

des Wettbewerbs einem

Transparenz-Check unterziehen

und so entsprechendes Vertrauen

schaffen.

Paul Howe

redaktion.de@mediaplanet.com

Seit über 18 Jahren engagiert sich Wolfram Kons

für Kinder dieser Welt. Wir trafen den beliebten

Moderator zum Interview.

Machen Sie die W

bisschen besser

Interview

wolfram kons

■■Herr Kons, seit vielen Jahren

engagieren Sie sich für

Kinder in Not. Wie kam es dazu?

Ein Sender wie RTL muss von seinem

Erfolg auch etwas zurückgeben

und das wurde vor genau 18

Jahren mit dem Thema „Wir helfen

Kindern“ zum ersten Mal umgesetzt.

Dass sich der Spendenmarathon

so fantastisch entwickelt hat,

ist natürlich großartig.

■■Haben Sie sich auch davor

schon engagiert?

Ich hatte schon immer dieses Klassensprechergen

in mir, das gebe

ich zu. Ich habe mich auch früher

schon in vielen kleineren Vereinen

engagiert. Mir war immer wichtig,

die Welt ein bisschen besser, ein

bisschen gerechter zu machen. Das

kann jeder.

■■Sie sind selbst Vater eines

kleinen Sohnes, der hoffentlich

wohl auf ist. Wie verändert

das Ihre Sichtweise,

wenn man weiß, dass es leider

nicht allen Kindern auf

der Welt so gut geht?

Ich habe auch schon vorher für die

RTL-Kinderstiftung immer alles

gegeben, was ich konnte – an Kreativität,

an Leidenschaft, an Herzblut,

an Energie. Doch der Kleine

hat mir dann noch einmal „erklärt“,

um was es wirklich geht. Jetzt sehe

ich alles noch einmal mit ganz anderen

Augen, viel intensiver. Und

wenn ich aus den Hilfsprojekten

nach Hause komme bin ich unendlich

dankbar, dass ich einen gesunden

und so fantastischen kleinen

Jungen habe. Es ist einfach das

Größte.

■■In all den Jahren Ihres Engagements,

welche Szenen

haben Sie besonders bewegt?

Sehr, sehr viele. Einmal war ich beispielsweise

in Brasilien, in einer

Klinik, wo man für ein paar Euro

einem Kind das Augenlicht schenken

kann. Ein kleiner Schnitt am

Auge, der graue Star wird herausgesaugt,

eine neue Linse wird eingesetzt,

dann wird das zugemacht,

ein Pflaster kommt drauf und

schon am nächsten Tag wird das

Pflaster abgenommen. Ich war dabei,

als so ein Kind das erste Mal in

seinem Leben sehen konnte, seine

Mutter sehen konnte, seine Welt.

Ein Kind, das von einem nichtsehenden

Kind zu einem sehenden

Kind wurde. Und das bedeutet natürlich

auch von einem nicht richtig

lernenden zu einem lernenden,


Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

Schritt

2

März 2013 · 9

Kampf gegen

Kinderarmut

Alles geben

Moderator Wolfram Kons engagiert

sich seit über 18 Jahren für

Kinder in Not – und geht dabei

auch mal an seine Grenzen.

Fotos: RTL

TIPPs

elt ein

!

vom nicht richtig spielenden zum

spielenden, integrierten Kind. Das

ist atemberaubend und da bekomme

ich heute noch eine Gänsehaut,

wenn ich daran denke.

■■Was bedeutet

Armut für Sie?

Es gibt ja verschiedenste Formen

der Armut. Es gibt ja nicht nur die

Armut im Sinne von Abwesenheit

von Nahrung oder Abwesenheit

von Gesundheitsversorgung. Es

gibt ja auch Bildungs- und Chancenarmut.

Ich erlebe ganz oft Szenen,

bei denen ich mich frage: Was

ist da schief gelaufen? Übrigens

auch hier in Deutschland. Dagegen

tun wir etwas mit den RTL-Kinderhäusern,

schaffen echte Lebensperspektiven

für Kids.

■■Können Sie das vertiefen?

Gern. Vor kurzem war ich bei einem

Projekt in Hamburg und dort

ging es um das Thema, wie ernähre

ich Kinder. Und man legt Kindern

da eine Scheibe Brot, Käse,

Wurst, einen Topf Margarine sowie

ein Streichmesser hin und die

können zwischen diesen Sachen

überhaupt keinen Zusammenhang

mehr feststellen. Das heißt,

diese Kinder wissen gar nicht, was

ein Butterbrot morgens ist. Und

das ist auch eine Form von Armut.

Ein massiver Mangel an Aufmerksamkeit

für Kinder. Nicht nur, dass

sie das Brot nicht haben, sondern

dass sie gar nicht wissen, was so

ein Frühstücksbrot ist. Da müssen

wir nicht nur reden, da müssen wir

etwas tun. Denn dieser Mangel an

Aufmerksamkeit führt zwangsläufig

zu neuer Armut.

■■Inwiefern?

Wenn ich mich schon morgens

nicht um ein Kind kümmere, ihm

nichts zu essen mit in die Schule

gebe, hat das Kind nichts im Magen

und zwangsläufig auch nichts im

Kopf. Und so geht das weiter. Und

dieser Prozess, der dann in Gang

gesetzt wird, das ist ein Kreislauf

der Armut, den müssen wir durchschlagen.

■■Was ist Charity?

Es ist ein Sammelbegriff dafür,

dass man Menschen helfen sollte.

Nein, helfen muss. Dazu gehören:

Mitmenschlichkeit, Verantwortungsbewusstsein,

Verlässlichkeit

– also ganz normale Tugenden, die

wir alle in uns haben sollten.

■■Viele Menschen wollen anderen

– auch besonders Kindern

– helfen, doch viele wissen

nicht, was sie tun können,

sind unsicher. Was würden

Sie diesen Menschen raten?

Hör' in dich hinein. Hör', wofür

dein Herz schlägt, wo oder wem

du helfen möchtest. Dann guckt

man, beispielsweise im Internet,

ob eine dazu passende Organisation

professionell und transparent

und nachhaltig ist. Und man sollte

immer darauf achten, ob reportet

wird, was aus den Spendengeldern

geworden ist. Nur dann behält

man ein gutes Gefühl und nur

dann macht es Freude, langfristig

zu helfen.

■■Zum Schluss beenden Sie

bitte folgenden Satz: Wer bereit

ist, anderen zu helfen,

der…

...macht die Welt jeden Tag ein

bisschen besser!

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com

Spenden-Ratgeber

Gut informiert

spenden!

Sie möchten sich orientieren, wo

Sie persönlich am sinnvollsten

spenden und helfen können? Sie

suchen Informationen über verschiedene

Spendenzwecke, gesetzliche

Grundlagen oder gesellschaftliche

Hintergründe? Dann

finden Sie im Spenden-Ratgeber

wertvolle Tipps.

Unabhängig und neutral

Der Spenden-Ratgeber ist unabhängig,

neutral und gehört keiner

Spenden-Organisation an – weder

finanziell noch durch andere

Bindungen. Aus diesem Grund

können Sie sicher sein, dass die

Ratschläge wertfrei sind und Ihre

Spenden-Entscheidung weiterbringen.

Denn nur wer gut informiert

ist, trifft die richtige, persönlich

befriedigende Wahl.

!

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.spenden-ratgeber.de


10 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

Schritt

news

3

CSR: Unternehmerische

Verantwortung

■■Schon die Kaufmannsdynastie

der Fugger hat im

16. Jahrhundert ihre unternehmerische

Verantwortung

erkannt und für die

ärmsten der Armen die älteste

Sozialsiedlung der

Welt errichtet.

Verantwortliches unternehmerisches

Handeln ist kein neuer Begriff,

auch wenn die englische Fassung

„Corporate Social Responsibility“,

kurz CSR, das vielleicht

vermuten lässt. Inzwischen haben

Unternehmen nach der Überbetonung

der Shareholder Value diesen

Begriff wieder für sich entdeckt.

Die Erkenntnis hat Raum gewonnen,

dass Firmen „ nicht im luftleeren

Raum wirtschaften, sondern

mitverantwortlich sind für die gesellschaftlichen

Grundlagen, auf

die auch die Wirtschaft angewiesen

ist. Aus diesem Grund leisten sie zunehmend

einen Beitrag zum Wohle

der Gesellschaft – im Unternehmen

selbst, in der Region oder gar weltweit.

FAKTEN

CSR-Preis

■■ Mit dem CSR-Preis zeichnet die Bundesregierung

erstmals vorbildliche und

innovative Unternehmen aus, die ihre

gesamte Geschäftstätigkeit sozial, ökologisch

und ökonomisch verträglich gestalten.

■■ Zahlreiche Unternehmen aller Größenklassen

haben sich bis zum 28. November

2012 für den Preis beworben –

neben großen Konzernen insbesondere

kleinere und mittlere Betriebe.

■■ Die Bundesministerin für Arbeit und

Soziales und Schirmherrin des CSR-

Darum geht es vor allem beim

„Fundraising“: Der Begriff umfasst

alle Aktivitäten, die mit dem Einwerben

von sogenannten „freiwilligen

Zuwendungen“ zu tun haben

und die nicht nach klaren Förderkriterien

einer öffentlichen Institution

vergeben werden . Da heutzutage immer

weniger öffentliche Gelder für

gemeinnützige Projekte vorhanden

sind, ist das Einwerben von Spenden

für fast alle Organisationen in

Deutschland von existenzieller Bedeutung.

Verankerung von CSR Modellen

im Kerngeschäft

Die Verankerung von CSR-Modellen

im Kerngeschäft gilt dabei als

Königsweg. Aber auch spezielle

Unterstützung von Mitarbeitern

oder Spenden und Sponsoring können

sinnvoll sein, ebenso wie Kooperationen

mit Hilfsorganisationen.

Wenn zum Beispiel eine Bank

ökologische Fonds unterstützt, der

Kunde beim Kauf einer Kiste Krombacher

Regenwaldprojekte fördert

oder beispielsweise die Payback-

Organisation mit der Internetspendenplattform

betterlace.org kooperiert,

sind dies Aktionen im Sinne

einer Corporate Social Responsibility.

Unter CSR fallen demnach sämtliche

Unternehmensaktivitäten

zur Lösung gesellschaftlicher Probleme.

Da solche Probleme häufig

auch die Unternehmen selbst betreffen,

ist CSR nicht nur Lösungsansatz,

sondern zugleich auch

Wettbewerbsfaktor. So können sich

die über das gesetzlich Geforderte

hinausgehenden Investitionen

in umweltschonende Technologien

für Unternehmen dann auszahlen,

wenn eine höhere Umweltqualität

von den Kunden erwartet und

durch das Kaufverhalten honoriert

wird.

Preises, Ursula von der Leyen, wird sie

im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung

in Berlin würdigen und auszeichnen.

■■ 20 Unternehmen aller Größenklassen

(wie: Bayer, Hipp GmbH & Co. Produktion

KG, memo AG) sind nominiert.

■■ Gefragt sind unternehmerischer Weitblick

sowie ganzheitlich nachhaltiges

und sozial verträgliches Wirtschaften –

Unternehmen, die hier vorausdenken,

haben gute Chancen auf den Gewinn

des CSR-Preises der Bundesregierung.

Dabei stehen einige Menschen sowie

die allgemeine Öffentlichkeit dem

Thema mit einem gewissen Misstrauen

gegenüber. Schließlich wird

immer wieder darüber berichtet,

dass nur ein geringer Teil der Spenden

wirklich bei dem Projekt ankäme

und große Summen einfach in

der Verwaltung der Organisationen

„versanden“ würden. Ganz einsparen

lassen sich Verwaltungskosten

tatsächlich nicht, dafür benötigt jedes

Projekt zu viel Koordination im

Hintergrund. Diese Kosten sollten

möglichst eine Grenze von 30 Prozent

nicht überschreiten, wie es das

Deutsche Institut für Soziale Fragen/

Berlin in den Richtlinien für die Vergabe

des Spendensiegels empfiehlt.

Wichtig ist zudem, dass Organisationen

transparent und allgemeinverständlich

darstellen, wofür sie ihr

Geld ausgeben und auch sonst mit

ihren Spendern fair und offen umgehen.

Der Deutsche Fundraising

Verband, der Fachverband, der unter

seinem Dach spendeneinwerbende

Personen und Organisationen vereint,

hat hierfür die „19 Grundregeln

für ein gutes, ethisches Fundraising“

sowie die „Charta der Spenderrechte“

verabschiedet, die zusammen die

elementaren Grundregeln für die Arbeit

eines Fundraisers definieren.

Es gibt noch einen weiteren Punkt,

der viele Menschen bei der Frage

nach einer Spende irritiert. Es ist die

Hilfe seitens

der

Unternehmen

Sozialverträglichere Gestaltung

der Arbeitsbedingungen

Zudem kann eine sozialverträglichere

Gestaltung der Arbeitsbedingungen

den Unternehmen Vorteile

im Wettbewerb um gut ausgebildete

Fachkräfte bieten, wenn

hierdurch ihre Attraktivität als Arbeitgeber

erhöht wird. Kernidee

von CSR ist, das gesellschaftlich

Gewünschte mit dem betrieblich

Nützlichen zu verbinden.

CSR-Beispiele

■■BASF

BASF hat in Indien drei Schlüsselthemen

für ihr erfolgreiches gesellschaftliches

Engagement definiert.

So verbinden sie höhere Bildungschancen

mit Frauenförderung,

engagieren sich gemeinsam

mit wichtigen Gruppen und Repräsentanten

der Regierung in der Korruptionsbekämpfung

sowie im Patentschutz.

■■METRO Group

Die METRO Group führte 2004 in

Bangalore ein Trainingsprogramm

für die lokale Landwirtschaft und

Fischerei ein. Schwerpunkt des Fischereiprogramms

ist die Vermittlung

moderner Fang- und Verarbeitungsmethoden,

die das Problem

der Überfischung eindämmen

und das Bewusstsein der Produzenten

für den Umweltschutz schärfen

sollen.

CSR-Experten raten Unternehmen,

phantasievoll und mutig zu

sein. Jede Firma kann ihr Engagement

nutzen, um sich zu profilieren

und die eigene Marke zu stärken.

Auch der Mittelstand kann

davon profitieren. Er gilt vielen Verbrauchern

und Kunden gegenüber

Konzernen schon per se als nachhaltiger.

Diese „gefühlten“ Vorteile

kann man durch entsprechendes

Handeln gut verstärken.

Benjamin Pank

redaktion.de@mediaplanet.com

Transparenz ist A&O des Fundraisings

Der Begriff „Fundraising“

ruft bei vielen Menschen

immer noch einen ratlosen

Blick hervor. Dabei wurde

fast jeder schon einmal mit

einer Frage nach Spenden

konfrontiert – auf der Straße,

im Internet oder über einen

Spendenbrief .

Nicole Holtz

Presse- und

Öffentlichkeitsarbeit

Deutscher

Fundraising Verband

e.V.

Gute CSR-Projekte polieren nicht nur das Unternehmensimage auf, sondern

bieten Menschen und der Umwelt echte HIlfe.

Foto: Shutterstock

Tatsache, dass Leute, die zum Beispiel

in einer Fußgängerzone Gelder

einwerben, teilweise gar nicht der

Organisation direkt angehören, für

die die Einnahmen bestimmt sind.

Das liegt daran, dass viele Ehrenamtler

einer Organisation auch deshalb

beitreten, weil sie dort inhaltlich arbeiten

möchten und oft gar kein Interesse

daran haben, ihre Zeit ausgerechnet

mit dem Einwerben von

Spenden oder Fördermitgliedsbeiträgen

zu verbringen.

Insoweit bietet sich ein professionelles

und seriöses Fundraising für die

Organisationen als eine Alternative

zur Mittelbeschaffung an. Dafür werden

dann auch Agenturen und anderen

externe Dienstleister engagiert.

Nicole Holtz

redaktion.de@mediaplanet.com

Initiative

Spenden wird

zur Selbstverständlichkeit

Vor einem Jahr startete

„Deutschland rundet auf“,

eine gemeinnützige Organisation,

die jedem ermöglicht,

mit nur wenigen

Cents große Wirkung zu

erzielen.

Seit dem ersten März 2012 können

die Kunden von insgesamt 19

Handelsketten beim Bezahlen an

der Kasse ‚Aufrunden bitte!’ sagen

und damit automatisch bis

zu zehn Cent an Projekte für benachteiligte

Kinder spenden. Initiator

ist „Deutschland rundet

auf“, eine unabhängige gemeinnützige

Organisation. Gründer

Christian Vater zu seiner Idee:

„Mit unserem neuen, einfachen

Spendensystem geben wir wirklich

jedem die Möglichkeit, sich

mit wenigen Cents einfach, aber

hochwirksam für benachteiligte

Kinder hier vor Ort einzusetzen,

um gemeinsam Deutschland besser

zu machen.“

Eine erste Bilanz zeigt, dass die

neue Art zu Spenden angenommen

wird. „Seit Programmstart

im März 2012 wurde bei unseren

insgesamt 19 Handelspartnern

über 21 Millionen Mal aufgerundet

und damit über eine Million

Euro gespendet. Dank dieser

Summe erhalten nun 15.000 benachteiligte

Kinder die Chance

auf eine bessere Zukunft“, so Vater.

100 Prozent kommen an!

Die aufgerundeten Spenden gehen

zu 100 Prozent an besonders

wirkungsvolle Projekte in

Deutschland, die in einem dreistufigen,

unabhängigen Verfahren

geprüft und ausgewählt

werden. Aktuell wird für HIPPY

Deutschland gespendet, ein Projekt

zur Kompetenz- und Sprachförderung

benachteiligter Kinder

im Vorschulalter. Durch die

aufgerundeten Cents sollen zehn

neue Standorte eröffnet und damit

über 600 weitere Kinder erreicht

werden. Die Verwendung

der Spendengelder wird nachhaltig

durch Wirkungsmessung,

kontinuierliche Reportings und

Vor-Ort-Besuche kontrolliert.

Und Christian Vater ist zuversichtlich,

dass die Spendenbereitschaft

weiter steigt: „Wir werden

‚Deutschland rundet auf‘ bekannter

machen und an weiteren Kassen

in Deutschland ermöglichen.

Wenn die einfache Mechanik des

Aufrundens weniger Cents erst

einmal von jedem gelernt ist,

wird Spenden so selbstverständlich

wie Trinkgeld geben.“

Weitere Informationen

! finden Sie unter:

www.deutschland-rundet-auf.de

Paul Howe

redaktion.de@mediaplanet.com


inspiration

Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

März 2013 · 11

Grafik

Blick ins Unternehmen:

Welche internen Faktoren sind für eine

gelungene Umsetzung von CSR erfolgsentscheidend?

QUELLE: BMAS

CSR als Teil der Gesamtstrategie

87

90

▪ Nach Meinung der Befragten ist es

entscheidend, dass CSR in der

Gesamtstrategie verankert ist.

CSR in hoher Hierarchiestufe

Geschäftsumfeld, in dem Kunden CSR erwarten

79

▪ Als erfolgsentscheidend bewertet

die Mehrheit, dass die

Verantwortung für die CSR-

Strategie in der Chefetage liegt.

Budgethöhe für CSR

Nachfrage durch Finanzinvestoren

55

69

▪ Die Nachfrage durch Finanzinvestoren

spielt eher eine untergeordnete

Rolle.

Frage im Wortlaut: Für wie wichtig halten Sie folgende Faktoren, damit CSR für Unternehmen zum Erfolg wird?

Halten Sie diese für sehr wichtig, eher wichtig, weniger wichtig oder überhaupt nicht wichtig?

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BEI LIDL BEGINNT EINE GROSSE TAT

MIT EINEM KLEINEN KNOPF !

Etwas Gutes zu tun, ist bei Lidl genauso

einfach wie das Einkaufen selbst. Das

wissen auch unsere Kunden und haben

bis heute rund 5 Millionen Euro am Pfandautomat

zugunstendes Bundesverbandes

Deutsche Tafel e.V. gespendet. Seit 2008

unterstützen wir die Tafeln mit unserem

Pfandspendenprojekt.

Wir bedanken uns bei allen Kunden, die

bereits gespendet haben, recht herzlich

und freuen uns, gemeinsam mit Ihnen

auch in Zukunft Gutes tun zu können.

Durch die gespendeten Gelder konnten

bereits über 700 verschiedene Tafel-

Projekte gefördert werden. An mehr als

5.500 Pfandautomaten in den Filialen

können unsere Kunden ihr Pfandgeld per

Knopfdruck spenden und dadurch auch

mit kleinem Geld Großes bewegen.

www.tafel-pfandspende.de

Lidl lohnt sich.

13087_ANZ_Tafel_255x183_RZ.indd 1 21.02.13 15:07


12 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

news

Warum wir

keine Brunnen bauen

■■Erzbischof Philip Naameh

aus Ghana (Afrika) und Pater

Dr. Andrzej Halemba,

der viele Jahre als Missionar

in Afrika gearbeitet hat,

schreiben über pastorale

Hilfsarbeit, warum das Bauen

von Brunnen nicht reicht

und wie man auch in Afrika

gemeinsam mehr erreichen

kann.

Erzbischof Philip Naameh

aus Ghana:

„In Europa und Amerika haben

die Christen einen großen Sinn

für die menschlichen Bedürfnisse.

Wenn ich beispielsweise eine

Toilette oder einen Brunnen bauen

will, bekomme ich sehr einfach

Geld dafür. Sehr viel schwieriger

wird es, wenn ich eine Kirche

bauen oder Priester ausbilden

will. Man kann in Afrika noch

so viele Dinge errichten, aber es

braucht nur ein Missverständnis

und alles wird wieder kaputt gemacht.

Man sollte deswegen erst

die alten Wertvorstellungen ersetzen.

Häufig fühlen sich Menschen

eines Stammes den Mitgliedern

eines anderen Stammes

überlegen. Sie sagen dann: „Ihr

wart immer unsere Sklaven! Wie

könnt ihr denken, dass wir mit

euch teilen?“ Dies ist die Ursache

vieler Streitereien, beispielsweise,

wenn ein Brunnen auf dem

Land des geringer geachteten

Stammes gebaut worden ist. So

entstehen viele ethnische Fehden

in Afrika. Geld für Brunnen

ist wichtig. Aber man sollte den

Erzbischof Philip

Naameh

Geistlicher aus

Ghana

„Man sollte den

Menschen zunächst

zu einer

gemeinsamen

Wertvorstellung

verhelfen.“

FAKTEN

Pastorale Hilfsarbeit

■ ■ „pastorale“ Arbeit in Krisenregionen

bedeutet primär Friedensarbeit

und somit „Vorarbeit“ für wirkungsvolle

humanitäre Hilfe. Kirchenstrukturen

sind in Drittweltländern meist besser

ausgestattet als die staatliche Verwaltung.

Daher ist es oftmals sinnvoller,

Hilfen über diese Strukturen zu leisten.

Funktionieren die Kirchenstrukturen,

Pater Dr. Andrzej

Halemba

Afrika-Experte

und ehemaliger

Missionar

„Es ist immer

wichtig, dass die

Menschen vor Ort

selbst etwas zum

Aufbau beitragen.“

Menschen zunächst zu einer gemeinsamen

Wertvorstellung verhelfen,

damit sie die Menschenwürde

der anderen respektieren.

Muslimische Länder wie Iran, Libyen

oder Saudi-Arabien geben

erleichtert dies auch die humanitäre

Hilfe. In vielen Ländern der Erde sind

Christen in der Minderheit. Leiden sie

unter Repressionen, ist das meist das

erste Anzeichen einer strukturellen

Krise in einer Region. Kirchliche Strukturen

sind darum „Krisenfrühwarnsysteme“.

Beispiele dafür: Irak, Nigeria,

Ägypten, Syrien.

sehr viel mehr Geld aus als die

christlichen Länder, vor allem

für den Bau von Moscheen, aber

auch für die Ausbildung der Jungen.

Die Moslems suchen sich gezielt

Meinungsführer in Dörfern

und geben ihnen viel Geld, damit

sie die Menschen zum Islam bekehren.“

Pater Dr. Andrzej Halemba,

Afrika-Experte:

„Es ist immer wichtig, dass die

Menschen vor Ort selbst etwas

zum Aufbau beitragen. Im Kongo

kannte ich Missionare, die gesagt

haben: ‚Die Menschen hier haben

nichts, sie sind zu arm, wir bauen

für sie eine Kirche!‘ Als dann der

Krieg kam, standen die Dorfbewohner

gleichgültig daneben, als

das Militär ihre Kirche zerstörte.

Einige Jahre später wurde mit

den Menschen vor Ort, die Kirche

wieder aufgebaut. Die Dorfbewohner

konnten zwar nicht viel

beitragen, aber doch ihre Arbeitskraft

und einige Baumaterialien.

Und die Frauen kochten für die

Arbeiter. Die Kirche stand einige

Jahre und erneut kamen Soldaten

ins Dorf. Doch diesmal stellten

sich alle schützend vor das Bauwerk:

‚Nein! Das ist unsere Kirche!

Die haben wir gebaut!‘ Wir

haben den Menschen also nicht

nur ein Bauwerk geschenkt, sondern

ihnen auch ihre menschliche

Würde gelassen.“

Benjamin Pank

redaktion.de@mediaplanet.com

Auszeichnung

Innovationspreis

In der Grohe-Jal-Academy

in Mumbai (Indien) werden

junge Menschen zu Installateuren

und Fachkräften

rund um die Wasserwirtschaft

ausgebildet und in

die Berufstätigkeit begleitet.

Möglich macht dies die Zusammenarbeit

zwischen dem Sanitärunternehmen

Grohe AG und der

Unternehmenskooperation von

Don Bosco Mondo e. V. . Dafür wurde

das Projekt jetzt mit dem Innovationspreis

des Bundesministeriums

für wirtschaftliche Zusammenarbeit

und Entwicklung (BMZ)

ausgezeichnet.

Ganzheitliche Ausbildung

Fachkunde und Sport sind ebenso

Teil des Unterrichts an der Grohe-Jal-Academy

wie „Life Skills“ –

Wissen und Fähigkeiten, sich im

Leben zu orientieren und zurechtzufinden.

Seit 2009 wurden mehr

als 550 Jugendliche ausgebildet,

die mit dem erworbenen Wissen

und handwerklichen Fähigkeiten

als Fachhandwerker arbeiten. Die

Ausbildung selbst sowie die aktive

Hilfe zur Selbsthilfe und die Möglichkeit,

nach Abschluss der Ausbildung

im Unternehmen zu bleiben,

motivieren die Jugendlichen sehr.

Aussicht auf einen

Arbeitsplatz

Von der Gruppe der 15- bis 29-Jährigen

in Indien haben nur etwa zwei

Prozent eine abgeschlossene Berufsausbildung.

Durch den großen

Fachkräftemangel ist die berufliche

Fachausbildung eine gute Basis

für die Arbeitsmarktperspektive

der Jugendlichen.

Anzeige

Wir helfen verfolgten, bedrängten

und notleidenden Christen weltweit.

KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches

Hilfswerk päpstlichen Rechts, das überall dort

hilft, wo die Kirche verfolgt oder bedrängt wird

oder nicht genügend Mittel für die Seelsorge hat.

Als pastorales Werk setzt sich KIRCHE IN NOT im

Dienst der Neuevangelisierung für die Vertiefung

und Stärkung des christlichen Glaubens ein – vor

allem dort, wo dieser zu erlöschen droht.

Das Hilfswerk wurde 1947 vom Prämonstratenserpater

Werenfried van Straaten, dem berühmten

„Speckpater“, gegründet. Heute ist KIRCHE IN NOT

eine weltweite Gemeinschaft von über 600 000

Freunden und Wohltätern, die jedes Jahr in rund

140 Ländern etwa 5 000 Projekte fördern.

Foto: Christliche Kinder in Pakistan.

„Ich nehm mein Leben in die Hand.“

Berufsbildung schafft Perspektiven.

DON BOSCO MONDO setzt sich weltweit für besonders benachteiligte

Kinder und Jugendliche ein. Durch schulische und berufliche Bildung

bekommen sie die Chance ein eigenständiges Leben zu führen. Partner

vor Ort sind die Salesianer Don Boscos und die Don Bosco Schwestern

– in 132 Ländern bieten sie über konfessionelle und weltanschauliche

Grenzen hinweg Kindern und Jugendlichen eine Perspektive.

www.don-bosco-mondo.de

Pax-Bank . Konto 30 40 50 60 70 . BLZ 370 601 93

Kennwort: WELT13 . IBAN DE10370601933040506070

Foto: Matthias Graben

KIRCHE IN NOT

Lorenzonistr. 62

81545 München

Tel.: 089 - 64 24 888-0

www.kirche-in-not.de

Spendenkonto:

LIGA Bank München

Konto: 215 2002

BLZ: 750 903 00

Helfen Sie mit Ihrer Spende unseren notleidenden

Glaubensgeschwistern. Vielen Dank!

... damit der Glaube lebt!


news

Im Bild

Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

März 2013 · 13

Entwicklungsziele

Gesunde Mütter, gesunde Kinder!

Millionen Frauen sterben jährlich an

schwangerschaftsbezogenen Ursachen,

einschließlich der Geburt. Millionen weitere

leiden an Komplikationen. 2010 starben 7,6 Millionen

Kinder vor Erreichen ihres fünften Lebensjahres

– fast alle an vermeidbaren Krankheiten.

Während viele Länder in den letzten

Jahren Fortschritte bei der Gesundheit von

Müttern und Kindern zu verzeichnen haben,

gibt es nach wie vor einen erheblichen Abstand

zwischen den Verhältnissen in Entwicklungsländern

und Ländern der industrialisierten

Welt: Die Kindersterblichkeit ist 24-mal so

hoch wie die in Industrienationen. Frauen, die

in den ärmsten Ländern leben, sterben 300-

mal häufiger an Komplikationen während

Schwangerschaft und Geburt als Frauen in Industrienationen.

Müttersterblichkeit hat enorme

Auswirkungen auf die Gesundheit der Neugeborenen,

die sich leider noch langsamer verbesserte,

als die Sterblichkeit bei Kindern unter

fünf Jahren. Um das vierte Millenniumsziel

zu erreichen, muss die Sterblichkeit von Neugeborenen

deutlich zurückgedrängt werden.

Die Millennium-Entwicklungsziele 4 und 5

gelten als erreicht, wenn wir bis zum Jahr 2015

die Kindersterblichkeit um zwei Drittel und

die Müttersterblichkeit um drei Viertel senken

können. Obwohl die Welt derzeit nicht auf

bestem Wege ist, diese Ziele zu erreichen, kann

sich die Situation von Müttern und Kindern

durch gute Politik der Entwicklungsländer

und Geberländer deutlich verbessern.

Foto: alles-schlumpf, CC BY-NC-SA 2.0

Grafik

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Durchschnittlicher Spendenbetrag je Spenden in

Deutschland von 1996 bis 2011 (in Euro pro Jahr)

140

128

Spenden in Euro

120

100

80

78

76

80

89

79

82

101 100

97

101

108

119

107

102

115

114

60

95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09 10 11

Deutschland; ab 14 Jahre; Deutschsprachige Bevölkerung; 1.371 Spenden; TNS Infratest; 12.09.1996 bis 14.10.2011


14 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

Schritt

News

4

Tiergesundheit

bedeutet (über-)leben

■■In vielen Gebieten Afrikas,

ist das Leben der Menschen

sehr eng mit dem ihrer Tiere

verbunden. Die Erhaltung

der Tiergesundheit hängt also

unmittelbar mit der Nahrungsmittelversorgung

der

Menschen zusammen.

Tiere begleiten den Menschen seit

Tausenden von Jahren und für viele

Menschen hängt die Nahrungsmittelversorgung

direkt von den Tieren

ab. Milch, Fleisch und Eier sind

wichtige Nahrungsquellen. Mit Zugund

Lasttieren werden Waren transportiert

und Äcker gepflügt. Leder,

Wolle, Dung – in Afrika wird alles genutzt.

Denn hier lebt die Mehrheit

der Bevölkerung auf dem Land. Sie

betreibt Ackerbau und Viehzucht –

oft zur Selbstversorgung. Tiere sind

demnach die Basis für das Überleben

vieler Familien. Sie bilden die

Lebensgrundlage, bedeuten Nahrungssicherheit

sowie Arbeitskraft

und stellen eine Einkommensquelle

dar. Doch finden die Tiere nicht

genug Futter und Wasser, ist der Bestand

gefährdet. Durch die knapper

werdenden natürlichen Ressourcen

werden die Tiere anfälliger gegenüber

Krankheiten.

Gefahr für Tier und Mensch

Die Situation vor Ort: Rinder und

Hühner laufen zwischen den Hütten

herum, Kinder spielen mit Hunden,

Schafen und Ziegen, sie helfen

von klein auf bei der Versorgung

des Viehs. Oft trinken die Kinder die

Milch der Ziegen direkt aus dem Euter.

Zoonosen, also Krankheiten, die

vom Tier auf den Menschen übertragbar

sind, haben unter diesen Bedingungen

leichtes Spiel. Erkranken

die Tiere, wird die Infektion häufig

auch auf die Menschen übertragen.

Tuberkulose, Brucellose und Bandwürmer

sind weit verbreitet.

Zuerst sterben die Tiere,

dann sterben die Menschen

Kranke Tiere bedeuten eine doppelte

Gefahr, die lebensbedrohlich sein

kann. Denn sterben die Tiere, haben

die Menschen keine Überlebensgrundlage

mehr. Zudem können

kranke Tiere Menschen mit Infektionen

anstecken, die ohne ärztliche

Versorgung schlimme Folgen haben

können. Ein Teufelskreis. Eine

tierärztliche Grundversorgung ist

demnach für Tier und Mensch von

großer Bedeutung. Zwar besitzen

die Menschen ein umfangreiches

Erfahrungswissen zur Behandlung

kranker Tiere, das über viele Generationen

weitergegeben wurde. Allerdings

fehlen moderne Medikamente

und Impfstoffe, die bereits

den Ausbruch vieler Krankheiten

vorbeugen könnten. Aus diesem

Grund werden zum Erhalt der Tiergesundheit

einheimische Männer

und Frauen geschult. Mit ihrem erlernten

Wissen rund um die Tiergesundheit

können sie vorbeugende

Maßnahmen durchführen, Nutztiere

impfen, die wichtigsten Krankheiten

erkennen, selbst behandeln

und dadurch Leben und Überleben

sicherstellen.

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com

Ohne Tiere kein Leben

In vielen Ländern könnten

Menschen ohne eigene

Nutztiere nicht überleben.

Foto: togev.de

Tiergesundheit

fördern

Naturschutz

Alarmstufe

Rot!

Menschen (ver-)brauchen

Natur – mit fatalen Folgen.

Von 62.000 untersuchten Arten

von Tieren und Pflanzen weltweit

ist rund ein Drittel vom Aussterben

bedroht. Zu diesem Fazit kam

die Weltnaturschutzunion IUCN

in ihrer veröffentlichten Roten

Liste. Neueste Erhebungen gehen

davon aus, dass die derzeitige Aussterberate

von drei bis 130 Arten

pro Tag um den Faktor 100 bis 1.000

über dem natürlichen Wert liegt.

Ursachen

Die Hauptursachen des Artensterbens

sind bekannt: Lebensraumzerstörung,

Übernutzung und illegaler

Handel von wildlebenden

Arten und das Einbringen gebietsfremder

Tiere und Pflanzen. Auch

Klimaveränderung und Umweltverschmutzung

zeichnen sich immer

deutlicher als Mitursache für

Verbreitungsschwund oder das

Aussterben von Arten ab.

Artensterben ist

unumkehrbar

Das Aussterben von Arten ist unumkehrbar

und mit dem Andauern

des Artensterbens ist über kurz

oder lang auch mit dem Verlust

wichtiger und unbezahlbarer Ökosystemfunktionen

wie der Photosyntheseleistung

der Pflanzen und

ihrer Klimaregulation zu rechnen.

Und nur der Mensch als Verursacher

des Artensterbens kann es

auch beenden. Ein wichtiger Weg,

die Artenvielfalt zu bewahren, ist,

die Lebensräume von Arten zu erhalten

und zu schützen.

Paul Howe

redaktion.de@mediaplanet.com

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14. Mai 2013

Impfen für Afrika! ist ein Aktionstag, zu dem Tierärzte ohne Grenzen e.V. seit 2004 alle

Tierärzte und Tierhalter aufruft. An einem festgelegten Tag im Mai spenden seitdem jedes

Jahr viele Tierärztinnen und Tierärzte in Deutschland die Hälfte ihrer Impfeinnahmen für

die Arbeit des Vereins.

Tierärzte ohne Grenzen ist eine Organisation für Entwicklungszusammenarbeit. Unter

dem Motto „Wenn Tiere Leben bedeuten“ engagieren wir uns für Menschen in Afrika,

die von der Nutztierhaltung leben. Rinder, Schafe, Ziegen, Kamele und Hühner geben

ihnen, was sie zum Leben brauchen. Wir helfen den Menschen, ihre Lebensgrundlage

zu erhalten.

Helfen auch Sie ganz einfach, indem Sie am 14. Mai Ihr Tier bei einer teilnehmenden

Praxis impfen lassen. DANKE!

Spendenkonto 043 43 43 300

BLZ 251 900 01

Hannoversche Volksbank

Tierärzte ohne Grenzen e.V.

Bischofsholer Damm 15 • 30173 Hannover

Tel.: (0511) 856 7997 • Fax: (0511) 856 82 7995

E-Mail: impftag@togev.de

www.impfenfuerafrika.de • www.togev.de


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Letzte Zufluchtsstätten fü r gefährdete Arten

Die Natur braucht Schutz. Viele Tiere und Pflanzen sind bedroht und können sich nur in geschützten

Flächen erholen. Die BUNDstiftung schafft solche Räume und sorgt auf diese Weise dafür, dass aus

kargen Landschaften Lebendiges erwächst.

Vielfalt erhalten, natürliche Wildnis

schaffen, die Selbstheilungskräfte

der Natur wecken – das sind wichtige

Grundsätze der BUNDstiftung.

Die noch junge Stiftung unterstützt

Projekte, die die Natur auf genau diese

Weise schützen. In der Goitzsche-

Wildnis bei Bitterfeld, einem ehemaligen

Braunkohletagebau, kaufte die

Stiftung gut ein Fünftel der Fläche,

rund 1.300 Hektar. Sie wacht darüber,

dass aus der kargen Mondlandschaft

Lebendiges erwächst: Kristallklare

Seen haben Seeadlerpaare oder Kraniche

zu Besuch, ge fährdete Libellenarten

bewohnen Trockenrasenflächen,

lange ver schwun dene Gras- und

Krautfluren gedeihen. Am ehemaligen

Grenzstreifen zwischen den beiden

deutschen Staaten wird seit 1989

zudem das damals so benannte

»Grüne Band« durch den BUND geschützt.

Das Anliegen: vom ehemaligen

Todesstreifen zur vielfältigen

Lebenslinie. Die BUNDstiftung besitzt

am Grünen Band Flächen. Über 600

bedrohte Arten konnten sich ins Grüne

Band retten.

Dies sind nur zwei Beispiele, wie die

BUNDstiftung letzte Zufluchtsstätten

der Natur sichert.

BUNDstiftung

Stiftung des Bund für Umwelt

und Naturschutz Deutschland e. V.

Am Köllnischen Park 1

10179 Berlin

Tel.: (0 30) 2 75 86–474

Fax: (0 30) 2 75 86–440

almuth.wenta@bund-stiftung.de

www.bund-stiftung.de

Am 22. März ist Weltwassertag

– jetzt helfen und spenden!

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Wasser ist tödlich (?)

Sauberes Wasser ist lebenswichtig. Doch verschmutztes

Wasser kann töten. Weltweit leiden etwa 1,1 Milliarden

Menschen darunter, keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser

zu haben. Aus diesem Grund haben die Vereinten

Nationen das Jahr 2013 zum „Weltwasserjahr“ erklärt.

Das christliche Hilfswerk Geschenke der Hoffnung engagiert

sich seit einigen Jahren in diesem Bereich. Wir sprachen

mit dem Geschäftsführer des Werks, Bernd Gülker.

Herr Gülker, für viele Menschen gehört eine mangelhafte

Wasserversorgung zum Alltag…

Das ist richtig. Obwohl in vielen Fällen zwar Wasser zur Verfügung

steht, dies aber stark verunreinigt ist. Alle 20 Sekunden

stirbt ein Mensch an den Folgen von verschmutztem Wasser.

Täglich kommen so 5.000 Kinder um. Das dürfen wir nicht

hinnehmen.

Was tun Sie dagegen?

Geschenke der Hoffnung baut und installiert mit Partnern

vor Ort in Uganda und Kambodscha Bio-Sand-Wasserfilter.

Diese Filtersysteme funktionieren ohne Strom und reinigen

auf biologische Weise das Wasser von Bakterien und befreien

es so von Krankheitserregern. Auf diese Weise haben allein

2012 zehntausende Menschen den Zugang zu sauberem

Wasser erhalten.

Was ist Ihre Motivation?

Wir wollen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen und

Perspektiven eröffnen. Das bedeutet für uns, dass wir in solchen

Notsituationen konkret helfen – unabhängig von Nationalität,

kulturellen oder religiösen Hintergrund.

Wie kann man sich in die Arbeit Ihres Werks einbringen?

Es gibt vielfältige Möglichkeiten: Als Unternehmen kann ich

bspw. auf Kundengeschenke verzichten und stattdessen das

Projekt „Dreh den Hahn auf“ fördern – wie es einige bereits

machen. Privat kann man bereits mit 70 Euro einen Filter finanzieren.

Und im Rahmen einer Projektpatenschaft kann jeder

mit nicht einmal 1,20 Euro pro Tag im Jahr sechs Familien

den Zugang zu sauberem Trinkwasser eröffnen.

So helfen Sie:

▪ 10 Euro kostet es,

einen Dorfbewohner

in Reparatur und

Instandhaltung eines

Brunnens einzuweisen.

▪ Mit 35 Euro kann

sich eine Dorfgemeinschaft

eine sanitäre

Einrichtung mit

Latrine bauen.

▪ Nur 70 Euro kostet

ein Bio-Sand-Wasserfilter

inklusive Hygieneschulung.

Spendenkonto: 104102 - BLZ: 100 100 10 (Postbank Berlin) - Projektnummer/-name: 700710 Dreh den Hahn auf

Weitere Infos: www.geschenke-der-hoffnung.org oder 030-76 883 300

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FRAU BINH - 36 JAHRE

INHABERIN EINER SCHNEIDEREI

Früher hatte Frau Binh weder eine Ausbildung noch

ein festes Einkommen. Vor drei Jahren bestand sie

ihre Schneiderprüfung und machte sich mit Hilfe

eines Kleinkredits von 500 Euro selbstständig. Jetzt

kann sie ihren Kindern eine bessere Ausbildung

ermöglichen und hat Arbeitsplätze für drei weitere

Frauen geschaffen.

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie weitere Frauen

auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit!

Spendenkonto: 1020100

Bank für Sozialwirtschaft

BLZ: 10020500

Kennwort: Vietnam

SOLIDARITÄT

WELTWEIT UND

HAUTNAH.

WWW.SODI.DE


16 · März 2013 Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

News

Freiheit für inhaftierte Bahá’i-

Mütter und Kleinkinder!

■■Am 22. September 2012

wurden Taraneh Torabi mit

ihrem fünf Monate alten

Sohn Barman und Zohreh

Nik-Aein mit ihrem zehn Monate

alten Sohn Resam von

Revolutionsgarden in der

Stadt Semnan inhaftiert.

In dem berüchtigten Gefängnis

drohen den beiden

Frauen Folter und sexueller

Missbrauch.

Barman Ehsani muss mittlerweile

ein Jahr alt sein, Suren Ghorbani

und Rasam Tibyanian anderthalb.

Sie sind wahrscheinlich die

jüngsten Insassen des Frauengefängnisses

in Semnan, einer iranischen

Stadt, 220 Kilometer östlich

von Teheran entfernt. Die kleinen

Jungs haben nichts getan, doch sie

wachsen in Kellerlöchern auf – ohne

genug zu essen, unter katastrophalen

hygienischen Bedingungen.

Warum? Weil ihre Mütter den

Bahá’i angehören, die mit mehr als

300.000 Gläubigen die größte religiöse

Minderheit des Iran ist. Das

Gericht hat Taraneh Torabi und

Zohreh Nik-Aein zu jeweils 20 und

23 Monate Haft verurteilt, weil sie

ihren im Land verbotenen Glauben

ausgeübt und „verbreitet“ haben –

die Gläubigen gelten als „Apostaten“,

als „vom Islam Abgefallene“.

Willkürliche Verhaftungen

sind an der Tagesordnung

Die Bahá’i dürfen keine Universitäten

besuchen, ihre Wohnhäuser

und Geschäfte werden in Brand gesteckt,

ihre Friedhöfe geschändet.

Glückliche Familie. Zohre Nik-Aein mit ihrer Familie vor der Verhaftung.

Foto: Human Rights Activists News Agency

FAKTEN

Bahá’i

■■ Die mit mehreren Millionen Anhängern

weltweit verbreitete Religion

der Bahá’í ist eine monotheistische

Offenbarungsreligion in der

Reihe der Hochreligionen.

■■ In ihrem Ursprungsland, der heutigen

Islamischen Republik Iran, bilden

die Bahá’í die größte nicht-islamische,

religiöse Minderheit.

■■ Die Verfolgungsgeschichte der

Willkürliche Verhaftungen sind

an der Tagesordnung. Die Vorwürfe

sind stets die gleichen: „Propaganda“

und „Agitation“ gegen die Islamische

Republik oder Spionage für

Israel.

Bahá’í in Iran beginnt bereits mit den

Anfängen ihrer Religion in der Mitte

des 19. Jahrhunderts. Seit der Islamischen

Revolution 1979 werden

Bahá’í systematisch verfolgt.

■■ Der iranische Staat formulierte

1991 gar eine eigene Staatsdoktrin

mit dem Ziel, die Bahá’í als lebensfähige

Gemeinschaft in Iran auszuschalten.

F

Hygiene ein Fremdwort,

kleine Jungen krank

Die verurteilten Bahá’i-Mütter

müssen ihre Strafe zusammengepfercht

mit über 70 anderen Frauen

in einem nur 50 Quadratmeter großen

Raum absitzen. Die schrecklichen

hygienischen Bedingungen

im Gefängnis haben Folgen: Die

beiden kleinen Jungen sind krank

geworden. Sippenhaft ist eine gängige

Praxis der iranischen Justiz.

Mütter sehen sich oft gezwungen,

ihre Kinder mit ins Gefängnis zu

nehmen, da sich niemand um sie

kümmern kann. Unter den inhaftierten

Bahá’i befinden sich häufig

Ehepaare oder mehrere Familienmitglieder.

Verschleppt, gefoltert oder

ermordet

Die Region Semnan ist eine Hochburg

der Verfolgung von Bahá’i. Das

Schicksal ihrer Gemeinde steht

stellvertretend für die desolate Lage

so vieler anderer ethnischer

Minderheiten und Glaubensgemeinschaften

im Land: Christliche

Assyrer, Kurden, Turkmenen, Belutschen,

Aseri und Araber werden

täglich überfallen und willkürlich

verhaftet. Das Unrechtsregime hat

seine Augen und Ohren überall: Vor

allem politisch oder gesellschaftlich

Engagierte müssen ständig

fürchten, vom Geheimdienst verschleppt,

gefoltert oder sogar ermordet

zu werden.

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com

Burma

Entrechtet,

verfolgt,

verjagt

Von aller Welt verlassen – so fühlen

sich die Rohingya in Burma.

Ihre Lage ist dramatisch eskaliert.

Vor 30 Jahren entrechtet, waren

sie plötzlich Ausländer im eigenen

Land und schutzlos staatlicher

Willkür und Anfeindungen

ausgesetzt. Doch im Juni 2012 hat

es blutige Übergriffe auf Angehörige

dieser ethnischen und religiösen

Minderheit gegeben. Die

Armee war daran beteiligt und

Zigtausende flohen in Flüchtlingscamps.

Überfüllte

Flüchtlingslager

Rund 135.000 Menschen suchten

in den Flüchtlingslagern Zuflucht.

Als Valerie Amos, die stellvertretende

Generalsekretärin der Vereinten

Nationen, jene Camps im

Dezember 2012 besuchte, war sie

schockiert. „Die Lage der Menschen

ist entsetzlich“, sagte Amos.

Dringend brauchen die Flüchtlinge

mehr Hilfe und freien Zugang

der Helfer zu ihren Lagern.

Kollektive Vertreibung und

Entwurzelung

Viele Rohingya versuchten auch,

in Booten über das Meer in Nachbarländer

zu entkommen. Oft vergeblich

– niemand will sie aufnehmen.

Wenn die Regierung

des mehrheitlich buddhistischen

Vielvölkerstaates Burma den

800.000 muslimischen Rohingya

keine Bürgerrechte gewährt,

droht ihnen die kollektive Vertreibung

und Entwurzelung!

Franziska Manske

redaktion.de@mediaplanet.com

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News

Im Bild

Ein unabhängiges Produkt von Mediaplanet

März 2013 · 17

Marawila

Sri Lanka

Für ein besseres Leben

Bildung, Spielen – glücklich Leben. Für

viele Kinder in Sri Lanka ist das unmöglich.

Wie für Sashini – eine aufgeschlossene,

freundliche Fünfjährige, die jeden sofort mit

ihrem strahlenden Lächeln bezaubert. Doch

hinter diesem Lächeln steckt eine bedrückende

Vergangenheit: Sashinis Mutter hat nach

dem Tsunami neu geheiratet und das Mädchen

mit in die Ehe gebracht. Die Mutter weiß jedoch

noch nicht einmal den Namen ihres neuen

Ehemanns. Mit dem neuen Mann hat sie auch

ein gemeinsames Kind, das laut den Nachbarn

gut behandelt wird – im Gegensatz zu Sashini.

Denn das kleine Mädchen weist Brandnarben

und weitere Zeichen von Gewalt auf. Zudem

musste Sashini bereits operiert werden, weil

sie als kleines Kind keine, in Sri Lanka unbedingt

notwendige, Wurmkur bekam.

Dies ist noch nicht einmal das schlimmste

von vielen Schicksalen, die die mehr als 50

Mädchen schon in ihren jungen Jahren erlitten

haben. In speziellen Einrichtungen für

Kinder können Mädchen und Jungen wie Sashini

neue Hoffnung schöpfen – für ein besseres

Leben.

FotoS: Dry Lands Project e.V. - Sri Lanka

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