Nr. 17 - Dezember 2008 - Arbeitsstelle Weltkirche

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Nr. 17 - Dezember 2008 - Arbeitsstelle Weltkirche

Nr. 17 | Dezember 2008

Rundbrief

Weltkirche

Informationen aus der Arbeitsstelle Weltkirche

des Bistums Regensburg

Die Macht des Wortes

Es sind wenige Worte, doch ihre Wirkung ist enorm:

Yes we can! So lautete das Motto, unter das Senator

Barack Obama seinen Wahlkampf in den Vereinigten

Staaten stellte und das so viele Menschen bewegte.

Diese drei Worte veränderten nicht nur die politische

Landschaft in den USA, sie bewegten auch Menschen

in anderen Ländern der Erde, nicht zuletzt in Deutschland.

Wir schaffen das! – diese einfache Botschaft

mobilisierte Menschen, die sonst nichts mehr von

der Politik erwarteten und führte Barack Obama zu

einem Sieg bei den Präsidenten-Wahlen, der zu recht

als historisch bezeichnet werden kann. Worte verändern

und Worte können Neues schaffen. Sie können

Menschen Hoffnung geben.

Wir Deutsche wissen aus unserer Geschichte sehr

genau um die Macht des Wortes, das eben nicht nur

Gutes, sondern auch Schreckliches bewirken kann. Besonders

spürbar wird dies jedes Jahr am 9. November.

Während wir uns im kommenden Jahr an den 20. Jahrestag

des Mauerfalls erinnern werden – verbunden

mit den Worten „Wir sind das Volk!“, so stand der 9.


2

Rundbrief Weltkirche

November 2008 ganz im Zeichen der Erinnerung an

den 60. Jahrestag der Pogrome gegen jüdische Synagogen,

Einrichtungen und Menschen. Verbunden ist

dies mit der Erinnerung an eine Zeit, als die Worte eines

Einzelnen Menschen faszinierte und sie schließlich in

den Untergang führte.

Worte verändern die Welt, die Geschichte und jeden

einzelnen Menschen. Doch nicht immer geht es um die

großen Dinge. So reichen auch drei ausgesprochene

Worte – „Ich liebe Dich!“ – aus und zwei Menschen

verändern ihr Leben radikal.

Liebe weltkirchlich Engangierte

und Interessierte,

wir stehen mitten im Advent und damit in einer Zeit,

in der wir uns wieder an uralte Worte erinnern, Worte

die von der Sehnsucht des Menschen nach Heil, nach

Geborgenheit, nach einem menschenwürdigen Leben

sprechen. „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles

Licht“ ist so ein Wort des Propheten Jesaja.

Vor allem aber erinnern wir uns aber an das EINE Wort,

das Gott gesprochen hat und dessen Geburt wir an

Weihnachten feiern: „... und das Wort ist Fleisch geworden

und hat unter uns gewohnt.“ Dieses eine Wort

– Jesus – veränderte die Geschichte und bewegt Menschen

auch heute noch. Er lässt uns nicht kalt, denn

seine Macht ist eine ganz andere, als die der Menschen:

„Sein Leben und seine Botschaft lehren uns, dass du

ein Gott bist, der sich der Menschen annimmt, wie

ein Vater sich um seine Kinder sorgt“ wie es in einem

Hochgebet heißt.

Welche Auswirkungen es hat, wenn Menschen sich

von Jesus begeistern lassen und ihm nachfolgen,

können wird in sehr schmerzhafter Weise an der Verfolgung

von Christen ablesen, wie sie auch heute noch

stattfinden. Vor allem die Ermordung und Vertreibung

von Christen aus dem Irak müssen uns wachrütteln

und uns zu Zeichen der Solidarität mit anderen

Christen führen – eine Solidarität, die der letztjährige

missio-Gast, der irakische Erzbischof Louis Sako, immer

wieder anmahnt.

Die Worte und das Leben Jesu dürfen uns nicht tatenlos

werden lassen. Sie sind vielmehr eine Einladung

an uns alle, umzukehren, uns an Gott auszurichten

und ihn als den Maßstab unseres Lebens zu wählen.

Dann weitet sich unser Blick auf die Benachteiligten

und Vereinsamten, die „Müden und Lahmen“, die mit

dem rasanten Tempo unserer Welt nicht Schritt halten

können, die Vergessenen und Verfolgten und alle

Menschen, die unserer Solidarität bedürfen. Eine Solidarität,

die sich nicht nur finanziell äußert, sondern

noch viel mehr im Gebet und im Gebrauch von Worten

– gerichtet an die Mächtigen und Einflussreichen dieser

Welt. Ihnen ins Gewissen zu reden sieht MISEREOR

und alle anderen weltkirchlichen Werke und Initiativen

als Aufgabe. Wie sich dies konkret entfaltet stellen wir

Ihnen in diesem RUNDBRIEF WELTKIRCHE vor.

Liebe weltkirchlich Engangierte

und Interessierte,

mit dem Advent und Weihnachten geht unser weltliches

Jahr zu Ende. Daher möchten wir uns bei Ihnen

allen sehr herzlich bedanken für Ihr weltkirchlichmissionarisches

Engagement und sagen Ihnen ein

herzliches Vergelts Gott! Ihnen und Ihren Angehörigen

wünschen wir eine erfüllte Adventszeit und ein

gnadenreiches Weihnachtsfest im Blick auf das WORT,

das Fleisch wurde – Jesus, der Retter.

Seien sie herzlich gegrüßt – wo immer sie diesen

RUNDBRIEF WELTKIRCHE erhalten und lesen.

Prälat Peter Hubbauer

Seelsorgeamtsleiter und Referent für Weltkirche

Hagen Horoba

Leiter der Arbeitsstelle Weltkirche

Claudia Gottwald

Mitarbeiterin in der Arbeitsstelle Weltkirche

Das Titelbild zeigt eine Collage aus den Worten des Prologs

des Johannes-Evangeliums.

Inhaltsverzeichnis

Mach den Raum deines Zeltes weit 3

51. Aktion Dreikönigssingen 4

Zur Kollekte am Afrikatag 2009 5

Damit Europa ein Gesicht bekommt 6

Club der guten Hoffnung 7

Gottes Schöpfung bewahren –

damit alle leben können... 8

Schöpfungspreis des Bistums Regensburg 10

Aktion Pfairrgemeinde im Erzbistum Köln 11

BanAbo – eine Idee zieht weite(re) Kreise 12

25 Jahre Missionshilfe – Diözese Bethlehem e. V. 13

Lahme gehen 14

Termine 16


missio

Rundbrief Weltkirche 3

Rückblick auf den Monat der Weltmission 2008

Mach den Raum deines Zeltes weit

Laut dem aktuellen Bericht des UN-Flüchtlingskommissariats

(UNHCR) waren im Jahr 2007 insgesamt 42

Millionen Menschen auf der Flucht vor Verfolgung,

Krieg und Menschenrechtsverletzungen. Flüchtlinge

gehen dabei aber nicht über Grenzen, weil sie wollen,

sondern weil sie müssen. Sie sind Verfolgte, die um

ihr Leben laufen, weil sie zur falschen Partei, zum anderen

Stamm oder zum vorherigen Regime gehören.

Und wo immer Flüchtlinge ankommen: Sie sind nicht

willkommen. Sie werden als Bedrohung betrachtet, als

Konkurrenz um Arbeitsplätze, um Wohnraum, um Bildungsmöglichkeiten.

Offizielle Anlaufstellen erweisen

sich oft als bürokratischer Dschungel.

Hier setzte die diesjährige Kampagne des Internationalen

Katholischen Missionswerks missio zum Monat der

Weltmission an. Unter dem Leitwort „Mach den Raum

deines Zeltes weit“ nahm missio die Flüchtlingsarbeit

der katholischen Kirche – vor allem in Afrika – in den

Blick. Gerade in Afrika sind viele Diözesen und Gemeinden

von Flucht und Vertreibung betroffen. Oft tun sie

alles nur Menschenmögliche, um den Gestrandeten

Gastfreundschaft entgegenzubringen und ihnen das

Zeugnis von einem Gott zu geben, der befreit, schützt

und rettet. missio unterstützt die Kirche vor Ort in diesem

unerlässlichen Dienst.

In Rohr, Bad Abbach, Amberg, Straubing, Lappersdorf und

Regensburg war Sr. Stella zu Gast und berichtete von sich

und ihrem Engagement für die Flüchtlinge in Simbabwe.

Fotos: p Horoba q Horoba qq Horoba

Zu den Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren,

gehört Sr. Stella Chipo Takaza SJI aus Simbabwe.

Seit neun Jahre koordiniert die 56-jährige Ordensfrau

den Flüchtlingsdienst der IMBISA, der interregionalen

Konferenz der Bischöfe aus dem südlichen Afrika. Sie

besuchte – unterstützt von missio – Flüchtlinge in

den Lagern in Simbabwe, Sambia, Mosambik und

Angola. Dabei hat sie erfahren, wie wichtig es bleibt,

über konkrete Hilfe hinaus für Menschenwürde, Solidarität,

Gerechtigkeit und Frieden zu kämpfen. So

hilft sie zusammen mit dem Flüchtlingsdienst der IM-

BISA, Vertriebenen, damit sie sich ein neues Zuhause

aufbauen, ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre

Kinder wieder zur Schule schicken zu können. Auch

als die Gewalt vor der Stichwahl im Juni 2008 viele

Menschen zu Flüchtlingen im eigenen Land machte

oder ins Ausland trieb, engagierte sich der Flüchtlingsdienst

erneut.

Sr. Stella hat den Raum ihres Zeltes weit gemacht und

bei ihrem Besuch im Bistum Regensburg von ihrer

Arbeit und ihrem Engagement berichtet. Ihre Arbeit

und die Arbeit von missio gilt es auch in Zukunft mit

unseren Gebeten und unseren finanziellen Mitteln zu

unterstützen.


4 Rundbrief Weltkirche

Aktion Dreikönigssingen

Feierliche Eröffnung in Waldsassen am 30. 12. 2008

51. Aktion Dreikönigssingen

von sternsinger.de

Mit einem festlichen Zug und einer Andacht wird

auch heuer die Aktion Dreikönigssingen von Bischof

Gerhard Ludwig Müller eröffnet – in diesem Jahr im

Stiftland, genauer in Waldsassen. Für den 30. Dezember

werden dort mehrere Hundert Kaspars, Melchiors

und Balthasars sowie Sternträger erwartet.

Kinder suchen Frieden – buscamos la paz heißt das

Leitwort der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen,

bei der Tausende Kinder und Jugendliche in den Gewändern

der Heiligen Drei Könige in unserem Bistum

von Tür zu Tür ziehen werden. Mit ihrem aktuellen

Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den

Trägern der Aktion Dreikönigssingen – BDKJ, Arbeitskreis

Ministranten/innen im Bischöfl. Jugendamt und

ARBEITSSTELLE WELTKIRCHE – deutlich, dass sie sich

für das Recht von Kindern weltweit einsetzen, in Frieden

und Freiheit aufzuwachsen. Unter den Folgen von

Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen in

über 40 Ländern der Erde leiden besonders Kinder

und Jugendliche. Versteckte und offene Gewalt erfahren

die Kinder auch in Kolumbien, dem Beispielland

der Aktion Dreikönigssingen 2009. Nach mehr als

40 Jahren Bürgerkrieg gibt es dort kaum jemanden,

der nicht Gewalt und Tod in der eigenen Familie zu

beklagen hätte. Immer stärker wächst aber auch der

Wunsch, diese Spirale von Gewalt und Gegengewalt

zu durchbrechen.

Ein Wort zum Thema Geld

Eine Frage, die sich immer wieder stellt: Muss das

gesamte Geld ans Kindermissionswerk geschickt

werden?

In ihrem Aufruf zur Aktion Dreikönigssingen schreiben

die Deutschen Bischöfe: „Die Erträge der Aktion

Dreikönigssingen sind ohne Abzüge dem Kindermissionswerk

‚Die Sternsinger‘ zuzuleiten.“ Warum diese

Regelung? Die Aktion Dreikönigssingen lebt vom immer

neuen Einsatz unzähliger Kinder, Jugendlicher

und Erwachsener. Damit eine so große Basisbewegung

transparent und vertrauenswürdig bleibt, muss es

Grundsätze und Regeln geben. Sie sorgen dafür, dass

die Hilfe genau dort ankommt, wo sie am dringendsten

gebraucht wird.

Und was geschieht mit Geld, das die Sternsinger

ausdrücklich für sich selbst bekommen? Diese Frage

taucht vor Ort immer wieder auf. Eine pauschale

Lösung kann es da nicht geben. Es ist schön, wenn

Sternsinger anstelle von „Taschengeld“ eine kleine

Anerkennung in Form von Süßigkeiten bekommen.

Doch kommen manche Gruppen mittlerweile mit

erheblichen Mengen nach Hause. Hier und da teilen

Gemeinden die „Beute“ solidarisch mit Kindern, bedürftigen

Familien oder einer Tafel-Initiative.

Schwieriger ist es, wenn Sternsingern Geld bewusst

außerhalb der offiziellen Sammelbüchse gegeben

wird. Den Sternsingern und ihren Begleitern sollte

deutlich sein, dass sie nicht für sich selbst, sondern für

Not leidende Kinder in aller Welt sammeln. Im Zuge der

inhaltlichen Vorbereitung auf das Dreikönigssingen ist

daher ein Gespräch über das Wesen und das Ziel der

Aktion mit Betreuern und Sternsingern sinnvoll.


Afrikatag 2009

Rundbrief Weltkirche 5

„Auf, werde Licht!“

Zur Kollekte am Afrikatag 2009

von missio.de

Jesus war für das Volk der Anyuak ein Fremder. Die

Menschen im Grenzgebiet zwischen Äthiopien und

dem Sudan kämpfen mit Hunger, Krankheiten und

Armut. Der junge Priester Tesfaye Petros nahm sich

der Anyuak an. Niemand wollte in ihre entlegene, unsicherere

Gegend. Doch Tesfaye meldete sich freiwillig.

Mit seinem Leben für die Armen erzählt er ihnen vom

Glauben und lässt sie Gottes Liebe spüren.

Der Priester sorgt nicht nur nachhaltig für eine bessere

Ernährung und Gesundheit der Anyuak, er bringt ihnen

die Frohe Botschaft und schenkt Hoffnung. Langsam

spüren die Menschen, wie christliche Nächstenliebe

ihr Leben verändert. Für die Anyuak ist Pfarrer Tesfaye

zum Licht geworden.

Stichwort Afrikatag

Die Kollekte zum Afrikatag wurde 1891 von Papst Leo

XIII. eingeführt, ursprünglich zur Bekämpfung der

Sklaverei. Seither kommt die Kollekte kirchlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter zugute, die sich in Afrika

für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden einsetzen. Dafür

brauchen sie auch eine gute Aus- und Fortbildung.

Mit der Kollekte zum Afrikatag werden Projekte unterstützt,

in denen Menschen durch Zuspruch und

Bildung zu mehr Selbstbestimmung und Eigeninitiative

befähigt, ermutigt und bestärkt werden. Dieser

Dienst an der Freiheit des Menschen durch Bildung ist

ein entscheidender Beitrag der afrikanischen Kirche

zur ganzheitlichen Entwicklung des Kontinents.

„Auf, werde Licht!“ - Die Kirche und die

Menschen in Afrika brauchen Männer

und Frauen wie Pfarrer Tesfaye.

Angesichts der großen Herausforderungen,

vor denen sich die Kirche auf

dem afrikanischen Kontinent gestellt

sieht, braucht es fachlich wie geistlich

gut ausgebildete Priester, Schwestern

und Laienfachkräfte.

Bildung befähigt Menschen, ihre Zukunft

selbst in die Hand zu nehmen.

Gut geschulte und ausgebildete

Männer und Frauen der Kirche können

Einiges bewegen. Den Armen

Befreiung, Hoffnung und Lebensperspektiven

zu geben, dafür setzen

sie sich ein. So werden sie zum Licht

für andere Menschen und befähigen

diese, selbst wieder für Andere Licht

zu sein.

Am 6. Januar 2009 findet die alljährliche

missio-Kollekte zum Afrikatag

statt. Mit der Kollekte unterstützt missio

die Aus- und Fortbildung kirchlicher

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

damit sie auch unter schwierigen Bedingungen

fachlich kompetent ihren

Dienst an der Freiheit des Menschen

und an der Entwicklung des afrikanischen

Kontinents leisten können.

Weitere Informationen

>> Internet: www.missio.de


6 Rundbrief Weltkirche

Renovabis

Wettbewerb „Go East“ für Jugendliche

Damit Europa ein Gesicht bekommt

von renovabis.de

Der Titel „GoEast 2009“ ist Programm und Aufforderung

zugleich. Er steht über einem Wettbewerb,

den das Osteuropa-Hilfswerk Renovabis aktuell ausschreibt.

„GoEast 2009“ richtet sich an junge Menschen

in Deutschland, die Austausch und Begegnungen

mit Gleichaltrigen in Ländern Ost-, Mittel- und Südosteuropas

pflegen. Renovabis wolle mit diesem

Partnerschafts-Wettbewerb den Einsatz von Jugendlichen

würdigen, die sich über Grenzen hinweg für

den Dialog zwischen Menschen in Deutschland und

im Osten Europas vorbildlich einsetzten, so Renovabis-

Hauptgeschäftsführer Pater Dietger Demuth. Anlass

der Ausschreibung ist der 20. Jahrestag der „friedlichen

Revolutionen“ in den früheren kommunistischen Ländern

Mittel- und Osteuropas, die zwischen 1989 und

1991 ihren Ausgang nahmen.

Bode (Osnabrück), Diözesanjugendseelsorger Pfarrer

Attila Nagy-György (Alba Julia / Rumänien), die Europa-Parlamentsabgeordnete

Hiltrud Breyer (Brüssel),

Mitost-Mitarbeiterin Ulrike Daniel (Berlin) sowie Renovabis-Geschäftsführer

Burkhard Haneke.

Unabhängige Jury ermittelt die

Preisträger

An dem Wettbewerb können sich Jugendgruppen

im (außer-)schulischen Bereich sowie Jugend-Partnerschaftsinitiativen

aus Verbänden, Vereinen und

Pfarrgemeinden beteiligen. Sie sollen sich ehrenamtlich

mit einem Partner für den Dialog zwischen Ost

und West engagieren. Bewertet werden die Modellhaftigkeit

der Partnerschaft und der innovative Ansatz

sowie Aspekte der Kontinuität und Nachhaltigkeit.

Entscheidendes Kriterium ist ferner, inwieweit Interaktion

sowie Lernprozesse im Austausch der Partner

eine Rolle spielen. Sehr wichtig ist Renovabis, dass die

teilnehmenden Gruppen ihren Beitrag erkennbar gemeinsam

mit den Partnern in Mittel- und Osteuropa

erstellt haben sollen.

Einsendeschluss für die Beiträge in Form einer Mappe

in Text und Bild oder einer CD ist der 6. Februar 2009.

Eine unabhängige Jury wird aus allen Einsendungen

die drei Gewinner ermitteln. Der erste Preis ist mit

5.000 Euro dotiert, für den zweiten Preis werden 3.000

Euro und für den dritten Preis 2.000 Euro ausgelobt.

Die Preisgelder sind dafür bestimmt, die jeweiligen

Partnerschaften weiter zu fördern. Die Preisträger

werden am Sonntag, 3. Mai 2009, in Freiburg im

Rahmen der Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion

der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei dem Festakt sind

auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz,

Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch, sowie

der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler,

anwesend.

Der Jury gehören an: „Jugend“-Bischof Franz-Josef

Weitere Informationen

>> Thomas Müller-Boehr

>> Tel: (08161) 5309-46

>> E-Mail: mb@renovabis.de

>> Internet: www.renovabis.de


missio

Rundbrief Weltkirche 7

Aktion zur FuSSball Weltmeisterschaft 2010

Club der guten Hoffnung

von club-der-guten-hoffnung.de

missio in München und evangelische Missionswerke

werben im Vorfeld der Fußballweltmeisterschaft

2010 für Projekte gegen Jugendgewalt in Südafrika.

Gleichzeitig fördert die Aktion den Austausch zwischen

Jugendlichen in Deutschland und Südafrika.

„Wir wollen vor allem junge Menschen hierzulande

für Südafrika sensibilisieren und sie einladen, sich für

Frieden am Kap der Guten Hoffnung einzusetzen“, erklärte

Pater Eric Englert (osa), der Präsident von missio

in München.

Träger der Aktion sind das Internationale Katholische

Missionswerk missio in München, Mission EineWelt,

Neuendettelsau, das Evangelisch-lutherische Missionswerk

in Niedersachsen sowie das Evangelische

Missionswerk in Deutschland. Zu den Partnern in

Südafrika zählen der Orden der Salesianer, die Erzdiözese

Kapstadt und evangelische Träger von

Kinder- und Jugendprojekten. In Bayern wird der

„Club" vom Staatsministerium für Unterricht und Kultus

unterstützt.

Die Vernetzung von Jugendlichen aus Deutschland

und Südafrika fördert der „Club der guten Hoffnung“

unter anderem durch Angebote von Unterrichtsmaterialien

für Schulen. Im Internet können die Fans an

einem Blog teilnehmen und auf einer Kommunikationsplattform

in Dialog treten.

In einem Grußwort schreibt Bundespräsident Horst

Köhler. „Viel zu oft werden Straßenkinder und Aids-

Waisen, Jugendliche ohne Schulbildung und ohne

Arbeit von keinem sozialen Netz aufgefangen und

ihr Bedürfnis nach Normalität, nach funktionierenden

sozialen Beziehungen und festen Strukturen in einem

überschaubaren Umfeld wird kaum je erfüllt werden.

Genau dort setzt der Club der guten Hoffnung mit

seinen vielen Engagierten an. Sie wissen um die Besonderheit

dieser Normalität und ihre Bedeutung für

Heranwachsende. Sie schaffen Gemeinschaft, um den

Straßenkindern in Südafrika die Chance für eine eigene

Zukunft zu geben.“

Weitere Informationen

>> Internet: www.club-der-guten-hoffnung.de


8 Rundbrief Weltkirche

MISEREOR-Fastenaktion 2009

Fastenaktion 2009

Gottes Schöpfung bewahren – damit alle leben können...

von misereor.de

Wie würde es uns gehen und was würden wir heute

tun und lassen, wenn wir so schöpfungsbewusst

und der Erde und den Menschen so tief verbunden

wären, wie es jener Jesus von Nazaret offensichtlich

gewesen ist?

In einem über zwei Jahre gespannten Themenhorizont

von „Armutsbekämpfung und Bewahrung der Schöpfung“

konzentriert sich die Misereor-Fastenaktion

2009 auf den Zusammenhang von Klimawandel und

Ernährungssicherheit.

Ausgehend von Erfahrungen in Burkina Faso, Haiti und

auf den Philippinen macht die Fastenaktion deutlich,

wie sehr Menschen unter den Folgen des Klimawandels

leiden, sich aber kraft ihrer Selbsthilfepotenziale

und in der Entwicklungszusammenarbeit mit Misereor

auch behaupten.

Auf dem Erfahrungshintergrund von 50 Jahren Arbeit

gegen den Hunger heißt die Antwort Misereors in der

Entwicklungszusammenarbeit: vorrangige Förderung

der nachhaltigen, kleinbäuerlichen Landwirtschaft!

Nur sie ermöglicht den Menschen auf kleinen Flächen

und mit nur geringen Investitionen eine krisensichere,

umweltverträgliche Produktion von Lebensmitteln. Diese

Ansätze bewähren sich selbst bei sich wandelnden

klimatischen Verhältnissen und gewährleisten damit

auch Ernährungssicherheit in der Zukunft.

Die Misereor-Fastenaktion 2009 setzt Impulse zur

Veränderung des individuellen Konsumverhaltens,

ermutigt die Gemeinden zu nachhaltigem Umweltmanagement,

bietet Projektpartnerschaften an, erbittet

Spenden zur Unterstützung der Menschen im Süden

und regt die Bürgerinnen und Bürger an, das Gespräch

mit Politikern über Klimaschutz und Ernährungssicherheit

zu suchen.

Gemeindepastoral und

Erwachsenenbildung

Die Misereor-Fastenaktion fügt sich in den Rahmen

des kirchlichen Fastens und der Fastenzeit. Der Fastenkalender,

die Liturgischen Bausteine (u.a. mit

Früh- oder Spätschichten nach dem Sonnengesang

des Hl. Franziskus) und das Fastenbrevier (online!)

mit Impulsen für jeden Tag greifen für die Gestaltung

der 7-wöchigen Fastenzeit den 7-Tage-Rhythmus auf,

wie er dem Schöpfungsbericht in Genesis 1,1 bis 2,4

zugrunde liegt.


MISEREOR-Fastenaktion 2009

Rundbrief Weltkirche 9

Hungertuch

Eine zentrale Rolle als katechetisches Medium spielt

– in Verbindung mit den entsprechenden Begleitmaterialien

– das von dem nigerianischen Künstler Anthony

Nwachukwu gemalte Hungertuch „Gottes Schöpfung

bewahren – damit alle leben können“

Coffee-Stop

Freitag vor dem 4. Fastensonntag, d.i. 2009 am 20.

März, ist Aktionstag! Laden Sie zum Kaffee ein und

helfen Sie damit Menschen in der „Dritten Welt“. Informationen

unter >> www.misereor.de/coffeestop

und im „Aktionsheft“.

Weltbessermacher gesucht 2009!

Als Held in den Dschungel des Weltklimas vordringen.

Als Engel für MISEREOR-Projektpartner Spenden

sammeln. Als Retter eine Energiesparlampen-Aktion

starten. Als Heilige eine Frühschicht zum Hungertuch

gestalten und als Fee andere für die Weltbessermacher

begeistern! Das Weltbessermacher-Spiel bietet hierzu

spannende Aktionsideen, ökologische Hintergründe

und eine engagierte Community – denn: wer die Fakten

kennt, greift ein! Alle Infos, Bausteine für die (Firm-)

Gruppenarbeit, den Unterricht oder die Liturgie sowie

Anmeldung ab Januar 2009 unter >> www.weltbessermacher.de.

Kinderfastenaktion

Rucky Reiselustig bricht 2009 nach Burkina Faso auf

und besucht seine Freunde in der Sahelzone. Die Menschen

dort leben in einem sehr trockenen Gebiet. Der

Regen fällt immer unregelmäßiger, und sie müssen

lange Dürreperioden überbrücken. Umso wichtiger ist

es, das Regenwasser zu speichern. Dafür müssen die

Familien in der Sahelzone neue Wege gehen.

Materialien zum Thema: Unterrichtsbausteine, Talente-Aktion,

Fotos und vieles mehr zum Downloaden

gibt es unter >> www.kinderfastenaktion.de. Außerdem

gibt es den Comic, das Opferkästchen, eine neue

Misereor-Kinder-Weltkarte

>>

und ein Singspiel.

Gästebesuch

Vom 4. bis 9. März 2009 kommt Bischof Joachim

Ouédraogo (Dori/Burkina Faso) als Gast der MISEREOR-

Fastenaktion in das Bistum Regensburg. Er engagiert

sich für das integrierte ländliche Entwicklungsprogramm

der UFC-Dori (Union

Fraternelle des Croyants de Dori

– Geschwisterliche Vereinigung

der Gläubigen von Dori). Ziel der

Union, in der sich Christen und

Muslime zusammenfanden und

bis heute erfolgreich zusammenarbeiten,

war und ist es, eine

fortschreitende Zerstörung ihrer

Heimat zu verhindern und bessere

Lebensbedingungen zu schaffen. Unzuverlässige

Niederschläge, tendenziell sinkender Grundwasserspiegel,

fortschreitende Verwüstung und abnehmende

Bodenfruchtbarkeit sind zentrale Probleme der Menschen

im Nordosten des Landes.

MISEREOR-Feierabende

Vom 9. bis 13. sowie am 16. Februar 2009 finden dieses

Mal 6 Feierabende in verschiedenen Regionen unserer

Diözese statt zur Vorbereitung auf die Fastenaktion.

Einladungen ergehen Anfang 2009. Darüber hinaus

findet auch wieder der MISEREOR-Abend in Lappersdorf

statt. Termin dafür ist der 3. März 2009.

Der Klimawandel

stellt die gegenwärtig wohl

umfassendste Gefährdung

der Lebensgrundlagen der heutigen

und der kommenden Generationen

sowie der außermenschlichen Natur dar

und ist damit eine ernste

Herausforderung für die


10 Rundbrief Weltkirche

Faire Seiten

Genesis 2009

Schöpfungspreis des Bistums Regensburg

In den vergangenen Jahren hat das Bistum Regensburg mehrere wichtige Signale für eine Vertiefung des Schöpfungsgedankens

gegeben: Dazu gehören die „Leitlinien für den verantwortungsbewussten Umgang mit der

Schöpfung“ (2004) und der Schöpfungspreis GENESIS. Schließlich trat das Bistum Regensburg am 11. Januar 2007

der Bayerischen Klima-Allianz bei und erklärte, den Klimaschutz in ihrer Arbeit konkret und vorbildhaft wahrzunehmen.

Ein weiteres wichtiges Signal ist die erneute Auslobung des Schöpfungspreises GENESIS unter der

Schirmherrschaft von Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller.

uns auf den Beleg dafür, dass es viele Gelegenheiten

im Kirchenjahr gibt, Zeugnis für Gottes Schöpfung und

den verantwortungsvollen Umgang mit ihr abzulegen.

Die Preise, die Ihnen winken, sind Anerkennung und

Dank für Ihr wichtiges Engagement.

Der Schwerpunkt

Der Schöpfungspreis GENESIS - SchöpfungsSpuren

im Kirchenjahr gliedert sich in drei Bereiche, sie bilden

den inhaltlichen Schwerpunkt. Einem dieser Bereiche

ordnen Sie bitte Ihren Beitrag zu:

Bereich 1: SchöpfungsSpuren in Liturgie und Verkündigung.

Schöpfungsglaube entfaltet sich in der

Eucharistiefeier, beim Stundengebet, bei den großen

kirchlichen Festen, zum Erntedank, bei Wallfahrten

oder es kann in einer ansprechenden Predigt(reihe)

der Reichtum der Schöpfungsspiritualität entfaltet

werden.

Bereich 2: SchöpfungsSpuren in der Bildungs- und

Erziehungsarbeit. Die Sinne für die Schöpfung werden

geschärft im Kindergarten, im Zusammenhang

der Erstkommunion- und Firmvorbereitung, in der

Bildungsarbeitmit Jugendlichen oder Erwachsenen.

„Ein lebendiges Zeugnis für ihren Schöpfungsglauben

kann die Kirche insbesondere durch konkretes Handeln

für die Zukunft der Schöpfung geben”, heißt es

seitens der deutschen Bischöfe im Jahre 1998. 10 Jahre

später, heute, ist die Bedeutung dieser Aussage in keiner

Weise geschmälert. Im Gegenteil: Die katholische

Kirche lenkt den Blick verstärkt auf den kirchlichen

Einsatz um Natur und Umwelt.

Mit der erneuten, der zweiten Auslobung des

Schöpfungspreises GENESIS ermuntert die Diözese

Regensburg die kirchlichen Einrichtungen/Organisationen

in unserem Bistum, dem Thema „Schöpfung”

im Laufe des Kirchenjahres Zeit zu geben und

nachzuspüren. Wir laden Sie also ein, wertvolle „Schöpfungs-Spuren

im Kirchenjahr” zu entdecken. Wir freuen

Bereich 3: SchöpfungsSpuren in gezielten Aktionen.

In beispielhaften Aktionen verdeutlicht sich die innere

Verflechtung von Gerechtigkeit, Frieden und

Bewahrung der Schöpfung und die Kunst des schöpfungsfreundlichen

Lebens wird eingeübt.

Der Teilnehmerkreis

Den Schöpfungspreis GENESIS können die kirchlichen

Einrichtungen / Organisationen in unserer

Diözese gewinnen: Die Pfarreien, Schulen, Ordensgemeinschaften,

Bildungseinrichtungen, Altenheime,

Kindergärten, Verbände des Bistums stellen unter

Beweis, dass sie die SchöpfungsSpur aufgenommen

haben.

Weitere Informationen

Hintergründe zum Schöpfungspreis und die kompletten

Teilnahme-Unterlagen finden Sie im Internet

unter >> www.bistum-regensburg.de


Faire Seiten

Rundbrief Weltkirche 11

Blick über den Tellerrand

Aktion Pfairrgemeinde im Erzbistum Köln

Mission und Entwicklung sind ein Begriffspaar, das schon immer zusammengehört und sich nicht voneinander

trennen lässt. Ganz konkret wird dies zum Beispiel im Fairen Handel. Der Einsatz für gerechte Handelsstrukturen,

gerechte Löhne geht einher mit dem Leben in Fülle, dass Gott allen Menschen zugesagt hat. Immer wieder kommt

die Frage auf, was wir konkret tun können oder wie die Idee des Fairen Handels noch populärer werden kann –

gerade auch in unseren Pfarrgemeinden, wo es ein großes Potential gibt.

Eine Idee dazu stammt aus dem Erzbistum Köln. Unter dem Titel Pfairrgemeinde ruft die Erzdiözese ihre Pfarreien

auf, sich noch intensiver um faire Lebensbedingungen zu bemühen.

Pfairrgemeinde heißt eine neue Aktion, die den fairen

Handel der Pfarrgemeinden in den Mittelpunkt rückt.

„In Deutschland macht der faire Handel einen Jahresumsatz

von 1,73 Euro pro Bürger, in der Schweiz ist es

das Zehnfache. Da ist doch noch etwas drin“, sagt Holz,

jahrelang ehrenamtlicher

Mitarbeiter des Diözesanrats

der Katholiken

und Vorstandsmitglied der

deutschen Siegel-Organisation

„FairTrade“.

Pfairrgemeinde wird, wer

die in der Selbstverpflichtung

aufgeführten Fragen

überwiegend positiv beantworten

kann. Ein Siegel

sollen auch die Pfarrgemeinden bekommen, wenn

sie bei ihren Veranstaltungen Kaffee, Tee, Orangensaft

oder Reis, Honig, Bananen oder Süßigkeiten

aus dem Fairhandel anbieten. Spezielle Verkaufsaktionen,

Beiträge in Pfarrbrief oder Internet und die

Schaukasten-Gestaltung fließen bei der Aktion Pfairrgemeinde

ebenso in die Bewertung ein wie der Kauf

„fairer“ Geschenke wie Wein, Blumen oder Taschen bei

Jubiläen oder Geburtstagen. Auch der Einsatz fair gehandelter

Bälle bei kirchlichen Sportveranstaltungen

ist gefragt.

Die Aktion solle dieses Bewusstsein unterstreichen.

Pfairrgemeinde wird, wer eine beigefügte Checkliste

überwiegend positiv beantworten kann. Die Gemeinden

verpflichten sich damit, ihren Konsum so weit wie

möglich auf fair gehandelte Produkte umzustellen.

Dies soll die Arbeits- und Lebenssituation von Kleinproduzenten

und Arbeitern in den Ländern des Südens

nachhaltig verbessern helfen. Gemeinden, die mindestens

drei bis vier Häkchen auf der Checkliste gemacht

haben, bekommen Urkunde und Signet, mit denen sie

sich als Pfairrgemeinde ausweisen können.

Weitere Informationen

Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum Köln

Breite Str. 106

50667 Köln

Tel: (0221) 2576111 – Fax: (0221) 255462

E-Mail: info@dioezesanrat.de


12 Rundbrief Weltkirche

Faire Seiten

Aus dem Bistum

BanAbo – eine Idee zieht weite(re) Kreise

von Josef und Margarete Hirsch

Das Projekt „BanAbo“ (Banenabonnement) wurde

im April 1996 auf Initiative des Arbeitskreises Mission-Entwicklung-Frieden

des Pfarrgemeinderates St.

Jakobus Hahnbach in Zusammenarbeit mit dem Eine-

Welt-Laden Sulzbach-Rosenberg und BANAFAIR ins

Leben gerufen und ist mittlerweile zur Institution und

zum „Selbstläufer“ in unserer Pfarrei. Marktgemeinde

Hahnbach geworden.

Anschließend werden die Bananen dort abgeholt

und auf die sechs Verteilerstationen gebracht. Von

dort erfolgt die Verteilung zu den einzelnen AbonnentInnen

wohnungsnah, zu Fuß, mit dem Rad oder

mit dem Auto bei weiter entfernt liegenden Ortsteilen.

Die AbonnentInnen sparen sich weitere Wege

in Geschäfte, erhalten sozialen Kontakt mit den VerteilerInnen,

sie freuen sich praktisch alle 14 Tage auf

das Eintreffen der „fairen krummen Dinger“ vor ihrer

Haustüre. Sie sparen sich dadurch Sprit, Stress und

Ärger. Würde jeder einzelne Abonnent in den Eine-

Welt-Laden nach Sulzbach-Rosenberg fahren und

die Bananen dort abholen wären das alle 14 Tage,

sage und schreibe 1680 km hin und zurück. Durch

die selbst aufgebaute Logistik und Organisation fallen

lediglich 55 km an – auch ein Beitrag zur Bewahrung

der Schöpfung.

Dieses Engagement wurde u.a. mit einem Anerkennungspreis

beim Wettbewerb Kommunale Agenda 21

(2004) gewürdigt. In der Begründung der Jury hieß es

damals : „Beeindruckend sind das logistische Konzept

und die seit vielen Jahren kontinuierliche Arbeit. Mit

den Bananen-Netz wird eine Möglichkeit, gezielt wertvolle

Dienstleistungen anzubieten, aufgezeigt. Auch

dass Reduzierung unnötiger Autokilometer dokumentiert

wurde, fand die Jury beispielgebend.“

Bischof Gerhard Ludwig Müller freute sich über die "Bananenhand"

vom Banabo – überreicht von Josef Hirsch. "Bananen-Jo"

berichtete ihm dabei über die Situation der Bauern

in Ecuador. Der Bischof, der selber mit Südamerika sehr

verbunden ist und dorthin regen Kontakt unterhält, zeigt

sich beeindruckt vom Engagement der vielen freiwilligen

Hahnbacher Bananenverteiler. Auch die 220 Kunden, welche

alle zwei Wochen nun schon dreizehn Jahre lang beliefert

werden, beeindruckten den Oberhirten und er wünschte

weiterhin Gottes Segen allen Beteiligten. Foto: p Hirsch

14-tägig erhalten mittlerweile über 200 Bananen-AbonnentInnen

zwischen 1 und 2 kg Bananen aus fairem

Handel und unterstützen mit dem Mehrpreis die nachhaltige

Produktion, sowie die Einhaltung sozialer und

ökologischer Standards in den Produktionsländern.

Die Bananen werden von BANAFAIR nach Sulzbach-

Rosenberg zum Eine-Welt-Laden gebracht, von

ehrenamtlichen MitarbeiterInnen abgewogen, ausgepreist

und den einzelnen Depots zugeordnet.

Beim Frohnbergfest 2008 kaufte der (damalige) Ministerpräsident

Dr. Günter Beckstein eines der „berühmten“

BANABO-KOCHBÜCHER.

Foto: p Hirsch

Weitere Informationen

Kontakt

Josef Hirsch

Am Roten Bühl 2

92256 Hahnbach

Tel: (09664) 1728 – Fax: (09664) 953269

E-Mail: josef.hirsch@vr-web.de


Aus dem Bistum

Rundbrief Weltkirche 13

Jubiläum

25 Jahre Missionshilfe – Diözese Bethlehem (Südafrika) e. V.

Von Michael Hirsch und Konrad Leutgäb

Auf eine 25jährige Vereinsgeschichte kann der Missionshilfeverein

Diözese Bethlehem, welcher am 28.

Januar 1983 gegründet wurde, zurückblicken. Er wird

ausschließlich von ehrenamtlich Tätigen geführt, so

dass 100 Prozent der Spenden den Hilfsbedürftigen

im Bistum Bethlehem zu Gute kommen. In diesem

Vierteljahrhundert konnte dank der Spendenbereitschaft

vieler eine Reihe von Projekten realisiert und

zahlreiche Einrichtungen bezuschusst werden. Dies

ist Grund zur Freude und zu dankbarem Rückblick,

gleichzeitig auch Motivation für weitere Bemühungen.

Im Mai gab nun im Rahmen der Generalversammlung

des Vereins Monsignore Georg Wagner einen Überblick

über die Verwendung der Spendengelder.

Monsignore Wagner auf

Heimaturlaub

Foto: p Missionshilfe Diözese

Bethlehem e. V.

Monsignore Georg

Wagner, der 1974 zum

Priester geweiht worden

war und 1979

nach Kaplansjahren

in Tirschenreuth und

Landshut seine Arbeit

in der Diözese Bethlehem

in Südafrika

aufgenommen hat,

verbrachte im Mai bei

uns seinen Heimaturlaub

Ein gewichtiges

Anliegen war ihm natürlich,

die Mitglieder

des Vereins Missionshilfe

Diözese Bethlehem

(Südafrika) e. V. über

die Verwendung zu

unterrichten und einen

Bericht über die aktuellen

Tätigkeiten in der

Mission abzugeben. So

konnte er berichten, dass mit den Spendengeldern in

den letzen Jahren Baumaßnahmen von bzw. in Kindergärten

in Ladybrand Warden, Lindley und QwaQwa

durchgeführt werden konnten und die Kindergärten

in Makwane, Tebang und Phuthaditjhaba für deren

Betrieb bezuschusst wurden.

Ein weiterer Teil der Spenden wurde für die Aus- und

Weiterbildung von Jugendlichen verwendet. Für die

Aufklärung und die Bekämpfung einer der größten

Geiseln der Menschheit, Aids, wird eine nicht unerhebliche

Summe der Gelder ausgegeben. Bis zu 40

Prozent der Bevölkerung sind in dieser Region mit

dem HIV-Virus infiziert. Es fehlt dort besonders an

Medikamenten, um die Beschwerden dieser Krankheit

zu lindern um so das Leben erträglicher zu machen.

Wie Monsignore Wagner berichtete, stirbt eine Gene-

Der Aufbau und die Unterstützung der Kindergärten

bilden einen Schwerpunkt bei der Verwendung der

Spendengelder. Foto: p Missionshilfe Diözese Bethlehem e. V.

ration nahezu aus, nämlich die Elterngeneration der

derzeitigen Kinder.

Der Missionar bedankte sich anschließend beim

scheidenden 1. Vorsitzenden Konrad Wittmann, der

aus Altersgründen dieses Amt nach 22 Jahren zu

Verfügung stellte. Als sein Nachfolger wurde Konrad

Leutgäb gewählt. Für den Posten des zweiten Vorsitzenden

konnte Michael Hirsch gewonnen werden. Das

Amt des Kassiers und des Schriftführers übernahmen

dankenswerter Weise wiederum Maria Ragner und

Heidi Lackermeier. Monsignore Wagner bedankte sich

bei der neuen Vorstandschaft. Für die Zukunft wünscht

er allen eine gute Zusammenarbeit und bedankte sich

bei den Anwesenden für die materielle Unterstützung

seiner Tätigkeit in Südafrika.

Weitere Informationen

Kontakt

Konrad Leutgäb

Kolpingstraße 18

84085 Langquaid

Tel: (09452) 13 98

E-Mail: leutgaebk@gmx.de

Spendenkonto

Missionshilfe Dioezese Bethlehem e. V.

Kto.-Nr. 34347 – BLZ: 743 500 00


14 Rundbrief Weltkirche

Journal

Ein Heilungsgottesdienst zum Weltaidstag im namibischen Keetmanshoop

Lahme gehen

von Gregor Tautz

Es ist der 1. Dezember 2007. Weltaidstag. In Keetmanshoop

im Süden Namibias kommen zwei schwerkranke

alte Männer zu einem Heilungsgottesdienst. Das

Bistum hat zusammen mit Mother‘s voice, den Freiwilligen

der Aids-Hilfsaktion im Bistum, dazu eingeladen.

Zum Eingang der am Hang gelegenen Kirche führen

sieben Stufen. Auch wenn sie sich gegenseitig stützen,

sind beide Männer zu schwach, diese sieben Stufen hinaufzusteigen.

Sie gehen gemeinsam den Hang hinauf

und gelangen so von oben ohne Stufen in die Kirche.

Ein anrührendes Bild von Schwäche, aber auch vom

Zusammenhalten in der Not. Sie erreichen die hintersten

Bänke. Dort bleiben sie – vielleicht, weil sie froh

sind, dass sie es bis hierher geschafft haben. Vielleicht

wollen sie aber auch nicht, dass alle anderen vorne ihr

häufiges tiefes Husten hören. Vor Beginn des Gottesdienstes

holen die Freiwilligen von Mother‘s voice sie

von ihren einsamen Plätzen in den vorderen Bereich

der Kirche zu den anderen. Die Frauen von Mother‘s

voice, wörtlich übersetzt „Stimme der Mutter“, kochen

regelmäßig für die Kranken, versorgen sie mit Aids-

Medikamenten und haben sie an diesem Tag auch

aus dem Umland zur Kirche transportiert.

Es ist eine im Wortsinn bunte Gottesdienstgemeinde.

Vor allem die Kleider der Freiwilligen von Mother‘s

voice stechen hervor. Neugeborene in Wickeltüchern

mit ihren Müttern, Krabbelkinder, Schulkinder und einige

Jugendliche sind ebenfalls gekommen. Viele, aber

nicht alle, sind mit HIV infiziert. Die Jüngeren tragen

einheitlich ein T-Shirt mit der englischen Aufschrift

„Leadership is being there to care/Führen heißt für

einander sorgen“. In Vertretung des Bischofs, der in

seiner österreichischen Heimat ist, leitet Klaus Lettner,

ein 48 jähriger Regensburger Diözesanpriester, den

Gottesdienst. Er ist seit 21 Jahren im südlichen Afrika

tätig, 11 Jahre davon in Namibia. Eigentlich war er zum

nationalen Festakt zum Weltaidstag mit dem Staatpräsidenten

ins Stadion von Keetmanshoop eingeladen.

Dorthin hat er einen Vertreter geschickt. Diesen „Heilungsgottesdienst“

leitet er selbst.

„Unserem neuen Bischof und auch mir sind diese

Gottesdienste sehr wichtig. Jeden Monat laden wir

dazu ein und die Leute kommen gerne“, hatte mir

Klaus Lettner schon am ersten Abend nach meiner

Ankunft gesagt – und damit bei mir einige Skepsis

hervorgerufen. Heilung in einem umfassenden Sinn

sei einer der Grunddienste der Kirche, so der vom Bistum

Regensburg für die Seelsorge in Afrika feigestellte

Priester. „Gerade in einem von Krankheit geschlagenen

Kontinent wie Afrika ist dieser Dienst besonders notwendig.

Dabei geht es nicht darum, es den Sekten

oder Freikirchen nachzumachen, weil wir Angst haben,

dass uns die Leute davonlaufen. Heilung ist tief

im religiösen Bewusstsein der Afrikaner verwurzelt“,

begründet Klaus Lettner.

Dann, ganz anders als beim Schlagwort „Heilungsgottesdienst“

vermutet: Der Ablauf der Eucharistiefeier

ist außer der Sprache Afrikaans ganz so, wie wir es

in Deutschland kennen. Zum Schluss bringen die

Menschen umfangen einender und geben sich gegenseitig Hoffnung und Trost.

Foto: q Tautz


Journal

Rundbrief Weltkirche 15

Organisatorinnen von Mother‘s voice anlässlich des

Weltaidstages unspektakulär eine Kerze mit der Aufschrift

„Hoffnung“ zum Segnen. Danach – Klaus Lettner

hatte mich noch gewarnt – „kann es länger dauern“.

Praktisch alle, vom Kleinkind bis zum Greis, stellen sich

im Mittelschiff zur Handauflegung und Salbung mit

dem „Öl der Freude“ durch den Priester an. Nach der

Handauflegung des Priesters gehen sie nicht gleich

wieder auf ihren Platz zurück. Sie werden vielmehr in

den Altarraum zu zwei anderen Gläubigen geleitet,

die schon auf sie warten. Alle drei legen sich gemeinsam

im Gebet die Hände auf. Der ganze Ritus verläuft

zeitweise unter dem Gesang ruhiger afrikanischer Kirchenlieder,

lange Strecken aber auch in Stille.

ten Männer eingereiht. Viele Minuten sehen sie das

beschriebene Szenario vor sich. Dann sind sie selbst

an der Reihe. Sie sehen das Licht der Hoffnung versprechenden

Kerze, sie spüren die Handauflegung

des Priesters, sie empfangen die Salbung und die

menschliche Wärme der Mitchristen. Der Gottesdienst

hat beide sehr angestrengt. Sie haben aber leibhaftig

erlebt, dass sie menschenwürdig behandelt werden.

Sie sind von den letzen Plätzen nach vorne geholt worden.

Sie haben erlebt, dass sie des Erbarmens Gottes

und der Mitmenschen würdig sind. Sie haben erlebt,

dass sie nicht isoliert sind in ihrer Krankheit. Eine der

grausamsten Folgen von HIV ist die Furcht vor der

Isolation die folgt, wenn die Infektion bekannt wird.

Klaus Lettner ist seit 21 Jahren im südlichen Afrika tätig – 11 Jahre davon in Namibia.

Foto: p Tautz

Keine lauten Bekenntnisse, kein Schreien, keine spontan

sichtbaren Heilungen, sondern eine gesammelte

und dichte Atmosphäre: Im Vordergrund des Altarraums

legt der Priester die Hände auf und salbt. Das

große Altarbild im Hintergrund zeigt überlebensgroß

Christus mit den durchbohrten Händen. Er scheint auf

die Menschen zuzugehen um sie zu umfangen. Die

Dreiergruppen im Altarraum umfangen sich mit den

aufgelegten Händen. Sie stehen in der Nähe des Tabernakels

und einer großen Kreuzigungsgruppe. Das

Leiden Gottes und das Leiden der Menschen könnten

kaum sinnenfälliger zusammenrücken – ebenso

Gottes Heilswirken und das Heilswirken der Kirche

und der Menschen füreinander.

Fast am Ende der Schlange haben sich die beiden al-

Diese Furcht hindert viele sogar daran, eine lebensverlängernde

Therapie anzufangen. Sie sterben lieber.

Wer dagegen in diesem Gottesdienst war, hat Heil

und Gemeinschaft der Kranken untereinander, aber

auch zwischen Kranken und Gesunden erfahren – und

all dies im Raum der Kirche als dem „Sakrament des

Heils“, wie das Zweite Vatikanische Konzil die Kirche

beschreibt. Zwei Lahme haben an diesem Tag in der

Kirche Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden

Hilfe von Keetmanshoop Heilung erfahren.

Weitere Informationen

Spendenkonto

Klaus Lettner

Kto.-Nr. 1152351 – BLZ: 750 903 00


Termine

Dezember 2008

30.12.

Eröffnung der Aktion Dreikönigssingen für das Bistum Regensburg in Waldsassen

Zug durch die Innenstadt und Andacht mit Bischof Gerhard Ludwig

Januar 2009

6.1. Hl. Drei Könige – Afrikatag

Informationen zur Aktion Dreikönigssingen und zum Afrikatag finden Sie auf den Seiten 4/5.

Februar 2009

MISEREOR-FEIERABENDE

An 6 Orten finden die Feierabende zur Vorbereitung auf die Fastenaktion statt in Zusammenarbeit

mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und örtlichen MEF-Kreisen/Eine-Welt-Gruppen.

9.2. Kelheim – St. Pius

10.2. Teublitz – Pfarrheim

11.2. Cham – St. Josef

12.2. Neuhaus – Pfarrheim

13.2. Dingolfing – St. Johannes

16.2. Patersdorf – Pfarrheim

Genauere Informationen werden Anfang des Jahres verschickt. Anmeldung bei der ARBEITSSTELLE

WELTKIRCHE.

März 2009

3.3. MISEREOR-Abend in Lappersdorf

mit Bischof Joachim Ouédraogo (Dori/Burkina Faso) und Informationen zur Fastenaktion

4. bis 9.3. Bischof Joachim Ouédraogo (Dori/Burkina Faso) zu Gast im Bistum Regensburg

Impressum

Herausgeber: Bistum Regensburg – Arbeitsstelle Weltkirche

Obermünsterplatz 7 | D-93047 Regensburg | Tel: (0941) 597-2606/7 | Fax: (0941) 597-2600

E-Mail: weltkirche@bistum-regensburg.de | www.weltkirche-regensburg.de

Redaktion, Satz und V.i.S.d.P.: Hagen Horoba – soweit nicht anders angegeben. Titelfoto: Hagen Horoba.

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