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„Der E2Bler“: Hochmotivierte

Polizisten streifen in der U-Bahn?

Hab ich doch glatt aus dem Fernsehen

erfahren, dass es jetzt in

Wien täglich 60 von uns Polizisten

gibt, die hochmotiviert im Bereich

der U-Bahn unterwegs sind.

Ich hoffe, dass damit nicht die

Streife gemeint war, zu der ich

nach meinem 12 stündigen Nachtdienst

kommandiert wurde. Denn

diese Kommandierungen sind alles

andere als motivierend, fallen doch

auf Grund des eklatanten Personalmangels

in Wien bereits so viele

Überstunden zur Aufrechthaltung

des "normalen" Dienstbetriebes

und der Botschaftsüberwachungen

an.

Auf Kosten der "kleinen Polizisten"

ist dem hohen Dienstgeber doch

wirklich kein Medienschmäh zu

blöd, dachte ich mir.

Sogar eine eigene U-Bahnpolizei

ließ sich aus dieser Meldung ableiten.

Wie sieht es aber wirklich aus?

Eine Vielzahl der Kolleginnen und

Kollegen wird zur U-Bahnstreife

aus dem Streifendienst abgezogen.

Manchmal werden Funkwagen

einfach abgestellt, um diese U-

Bahnstreifen zu besetzen.

Würde man dem "U-Bahnstreifenpolizisten"

ein Mascherl umbinden,

so würde man genau diesen Polizisten

eine Stunde später im Streifenwagen,

abends bei der Botschaft

und morgen in seinem Rayon

sehen, oder auch nicht, weil er

ja wieder in der U-Bahn unterwegs

ist.

"Mascherlforschungen" gibt es bereits

im Tierreich, aber noch keinem

Wissenschafter ist es gelungen,

den Wal, der von der Antarktis

in die Arktis schwimmt, irgendjemandem

als ZWEI Wale zu verkaufen.

Zudem würde dies auch die

Walpopulation der Welt explodieren

lassen – auf dem Papier.

Traurig, dass es im Bereich der Sicherheit

so passiert. Der Polizist in

den Wachzimmern – verzeiht, ich

bin etwas nostalgisch – natürlich

muss es Polizeiinspektionen heißen

– ist Mädchen für alles. Egal

wie viele Stunden seiner Freizeit er

dafür in Überstunden buttern muss,

weil der Dienstgeber einfach nicht

fähig ist, für entsprechendes Personal

zu sorgen.

Und weil der Staat bei der Sicherheit

spart, ist die Motivation bei der

Polizei in Wien am Tiefpunkt angelangt.

Wenn ich mir das so ansehe,

dann naht – glaube ich – ein hochmotiviertes

Burn out ...

Trotzdem einen schönen

Sommer, Euer E2Bler

Polizeiinspektion Kärntnertorpassage:

NEU, aber mit bösen Mängeln...

Am 24.04.2006 erfolgte die feierliche

Eröffnung der neuen Polizeiinspektion

Kärntnertorpassage am

Karlsplatz im Wien. Für die Kollegen

bietet diese neue Dienststelle

auf 368 Quadratmeter nunmehr

genügend räumliche Ressourcen.

Die AUF/FEG wünschte den Kolleginnen

und Kollegen alles Gute in

Bezug auf ihre neue Dienststelle

und hat als "Einstandsgeschenk"

auch einen Wunsch der Kollegenschaft

erfüllt: Eine Digitalkamera

samt Ladestation und Speicherkarten

im Gesamtwert von EUR 200,-.

Wermutstropfen: die AUF entdeckte

zahlreiche teilweise eklatante Sicherheitsmängel

bei der neugebauten

Dienststelle, auf die im Sinne

der Kollegen bereits in Form eines

Antrages aufmerksam gemacht

wurde. Wir werden an dieser

Stelle weiter berichten.

Werner Herbert

PS: Wie hoch die Arbeitsbelastung

an dieser Dienststelle ist, zeigt ein

Blick auf die Statistik: Mit Stichtag

03.07.2006 konnte die Polizeiinspektion

Kärntnertorpassage im laufenden

Kalenderjahr 2006 bereits insgesamt

319 Festnahmen (fast zur Gänze aus

Suchtgiftamtshandlungen bzw. aufgrund

ausgeschriebener Haftbefehle)

aufweisen.

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