"Ohne Filter" August 2004 - IG Metall Gaggenau

www2.igmetall.de

"Ohne Filter" August 2004 - IG Metall Gaggenau

hne Filter

Informationen für die Beschäftigten der DaimlerChrysler AG am Standort Rastatt

2012

Sichere Beschäftigung

Sichere Einkommen

Sichere Tarifverträge

Inhalt:

DaimlerChrysler - ZUKUNFTSWERK 2012

Seite

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ohnefilter.redaktion@daimlerchrysler.com

02: ...eine Belegschaft, die sich wehren kann...

08: Weltweite Solidarität mit Daimler - Beschäftigten

10: Flasche leer - Kasse voll ! - Fabrikplanung

18: illegale Arbeitnehmerüberlassung

5. Ausgabe August 2004


OHNE FILTER

Dieser Kompromiß zeigt es:

“Es lohnt sich, Teil einer selbstbewußten,

kampferprobten Belegschaft zu sein.”

Editorial

Dieses Ergebnis zeigt, daß es

sich lohnt, Teil einer selbstbewußten

kampferprobten Belegschaft

zu sein.

Denn nur mit der Unterstützung

der starken Belegschaft war es

der Verhandlungsführung von

Gesamtbetriebsrat und der IG-

Metall möglich, sich nicht einschüchtern

zu lassen.

Die Kompromisse, die dabei entstanden,

können sich sehen lassen.

Der Vorstand hat zwar seine geforderten

500 Mio € bekommen, aber

der Gegenwert, der uns zufällt, ist

nicht zu verachten:

Sichere Arbeitsplätze bis 2012,

sind ein Wert, der bei einer

Arbeitslosigkeit von 4,5 Millionen

gar nicht hoch genug eingeschätzt

werden kann!

Und das noch bei gesichertem

Einkommen!

Ganz besonders wichtig jedoch ist,

dass der Angriff auf unsere

Tarifverträge abgewehrt werden

konnte.

Angriff abgewehrt !

Hätten wir das nicht geschafft,

wäre eine Abwärtsspirale ohne

Ende für unsere Arbeitsbedingungen

in Gang gekommen.

Dieses Ergebnis hilft zusätzlich der

Rastatter Belegschaft enorm.

Haben wir doch das Problem, dass

durch den geplanten Lebenszyklus

der neuen A-Klasse die

Beschäftigung schwanken soll.

Befristungen

eingeschränkt !

Die Geschäftsleitung hat allen

Ernstes geglaubt , sie könne dieses

Problem ausschließlich mit

befristeten Mitarbeitern lösen.

Der Betriebsrat hat es jetzt viel

einfacher, diese Wahnsinnsidee

abzuwehren.

Jetzt ist nämlich geregelt, daß

pro Standort insgesamt maximal

8% Leiharbeiter und Befristete

beschäftigt werden können.

Rüdiger Haas

stellv. Betriebsratsvorsitzender

Summa Summarum, können wir

sagen: der Kompromiss kann

sich sehen lassen.

Der Kampf darum hat sich gelohnt!

Ein ganz besonderes Dankeschön

an alle, die sich beteiligt

haben.

Durch unsere Solidarität haben

wir unsere Arbeitsplätze gesi -

chert!

Die Tarifverträge

bleiben!

Der DC-Vorstand hat es nicht

geschafft, dass es Einschnitte in

die Flächentarifverträge gibt.

Die Beschäftigten von

DaimlerChrysler haben weiterhin

die 35-Stunden-Woche und

die verdienten Schichtzuschläge.

Selbst in den Bereichen Forschung

und Entwicklung kann niemand

zur 40-Stunden-Woche gezwungen

werden.

Unser Ziel, die Tarifverträge nicht

preiszugeben, ist damit - dank der

tollen Aktionen am 15. Juli - auch

erreicht.

Hinter diesem Abschluss müssen

sich weder der GBR noch die IG

Metall verstecken. Der Vorstand

wusste, dass es weitere Aktionen

gegeben hätte, wenn es zu keinem

vertretbaren Abschluss gekommen

wäre.

Weitere Aktionen?

Für einen weiteren Aktionstag war

alles schon vorbereitet. Die weitere

Aktionsbereitschaft hat deswegen

auch Druck ausgeübt, dass es

zu diesem Ergebnis kommen

konnte. Weder anderen

Arbeitgebern noch den konservativen

Politikern, die sich schon die

Hände gerieben haben, konnten

hier Türen geöffnet werden, um

das deutsche Tarifvertragssystem

in Frage zu stellen.

Zeitliche Einschnitte gibt es ausschließlich

für die Bereiche (definierte

Dienstleistungen), die zur

2

5. Ausgabe August

2004


OHNE FILTER

“Stolz...zu einer Belegschaft zu

gehören, die sich wehren

kann...”

Ausgliederung anstanden. Damit die

Beschäftigten hier nicht zukünftig für

12 € 40 Stunden arbeiten müssen,

wurden hier Sonderregelungen vereinbart.

Diese gelten jedoch nur

dann, wenn das auf betrieblicher

Ebene auch vereinbart wird.

Claudia

Peter

2.

Bevollmächtigte

IG Metall

Vwst.

Gaggenau

Aus Sicht der Montage beurteilte

Gerhard Streeb

Betriebsrat-Mo:T.22629

die Verhandlungen mit dem

Vorstand:

“Das Verhandlungsergebnis ist für

beide Seiten schmerzlich . Die Beschäftigten

erhalten eine langfristige

Beschäftigungssicherheit verbunden

mit der Sicherung ihres monatlichen

Entgeldes. Tarifzuwächse werden

künftig effektiv ausbezahlt, die ERA -

Umsetzung bringt jedoch nicht ganz

den gewünschten Effekt.

Ich finde, es hat sich auf jeden Fall für

alle Beschäftigten gelohnt zu streiten.

Weiter so……

Ärgerlich ist die Art und Weise, wie

der Vorstand die Belegschaft zur

Kasse bittet. “

Uwe Krause,

VK-Leiter IGM und BR /OF:

“Sicherlich ist der Preis, den wir

als Beschäftigte für diesen

Kompromiß zahlen müssen, sehr

schmerzlich.

Andererseits ist die Beschäftigungssicherung

der 160 000 Beschäftigten

bei DaimlerChrysler in

Deutschland bis 2012 sicherlich einmalig

in der Geschichte der

Bundesrepublik.

Weiterhin gelten die Bestimmungen

des Tarifvertrages wie z.B. die 35

Stunden-Woche, die tariflichen Erholund

Verteilzeiten sowie die Schichtzuschläge.

Ein weiterer Angriff auf den

Flächentarifvertrag wurde verhindert.

Dies gelang uns nur, weil unsere

Kampfbereitschaft und Solidarität einmalig

war.

An dieser Stelle möchte ich mich

auch ausdrücklich bei der

Rastatter Belegschaft für ihr

Engagement bedanken.

In Summe kann ich deshalb dieses

Ergebnis als tragfähigen Kompromiss

mittragen.”

Uwe Krause

Vertrauenskörperleiter

IG Metall Werk Rastatt

Betriebsrat KBO T22729

uwe.krause@daimlerchrysler.com

“Die Verhandlungen über die

Zukunft der Beschäftigten haben die

Unternehmensleitung des Konzerns

in einem neuen Bild erscheinen lassen:

Nichts war mehr zu spüren von einer

Verantwortung gegenüber uns 160.000

Beschäftigten. Hier wurde die bisher im

Konzern übliche Sozialpartnerschaft

zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern

aufgekündigt.

Es war ein klarer Angriff auf unsere

tariflich vereinbarten Rechte

und ebenfalls auf unser Entgelt.

Deshalb war es so wichtig, dass wir

diesen Angriff gemeinsam abgewehrt

haben. Der erreichte Kompromiss ist

vor dem Hintergrund der ursprünglichen

Forderungen der Unternehmensleitung

tragbar.

Für mich sind die wichtigsten Erfolge

die Beschäftigung- und Entgeltsicherung

für uns als Arbeitnehmer.

Sie geben uns eine Sicherheit für die

weiteren Verhandlungen zur Grundentgeltfindung

im neuen ERA.

Denn ich persönlich bin davon überzeugt,

dass der Angriff von Seiten

der Unternehmensleitung auf unser

Entgelt weitergehen wird.

Gerade aus diesem Grund bin ich

stolz darauf, zu einer Belegschaft zu

gehören, die sich wehren

kann.

Bernd Schorpp

Betriebsrat KA/KC T.22725

bernd.schorpp@daimlerchrysler.com

»Wir haben etwas gegeben,aber auch

Sicherheiten bekommen. Die Arbeitsplatzgarantie

bis 2012 und die Investitionszusagen

sind eine ganz wichtige

Sache. Wir in Bremen sind froh, dass

wir nun bei der ERA-Umsetzung genauso

wie die baden-württembergischen

Beschäftigten behandelt werden.

Unsere Soli-Aktionen warenselbstverständlich.

Wir wissen doch: heute Sindelfingen,

morgen Bremen oder Südafrika.

Wir lassen uns nicht gegeneinander

ausspielen.«

Uwe Werner,

stellv. Betriebsratsvorsitzender,

DaimlerChrysler, Bremen

5.Ausgabe August

2004

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OHNE FILTER

Wir wissen uns

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5. Ausgabe August

2004


zu wehren!

OHNE FILTER

5.Ausgabe Augusti

2004

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OHNE FILTER

M i t f a h r e r b ö r s e

von Beschäftigten - für Beschäftigte

Fahrgemeinschaften = Umweltschutz

S: Suche B: Biete

S Pforzheim B-Schicht Gioffre, Donatella p.07234 / 947094

S, B Dettenheim / Bruchsal Strack, Harald d. 07222 / 91 / 23501 p.07255 / 6827

S Offenburg B, Normal Diehl, Paul p.0781 / 65656

S, B Stgt./ Heimsh. B-Schicht Hermann, Uwe p.07127 / 71403 oder 0172 / 7305990

S, B F-Betschd./ Rittersh./ Hat/ A - Schicht Bechtel, Jean - Luc p.0033388 / 545145

S BaiersbronnC - Schicht Braun, Alexander d.07222 / 91 / 25316

S Forstfeld C - Schicht Philipp, Norbert p.0033388 / 530006

S Gaggenau A -Schicht Schorpp, Peter p.07225 / 986798

S Gaggenau B - Schicht Stößer, Ralf d.07222 / 91 / 25316

S Forbach C - Schicht Merkel, Horst p.07228 / 1831

S Forbach A - Schicht Merkel, Egon d.07222 / 91 / 25452

S Wörth A - Schicht Lewis, Jerome d.07222 / 91 / 22970 p.0178 / 8476713

S, B Wörth A - Schicht Kirsten, Jens d.07222 / 91 / 22970 p.0179 / 6713246

S BaiersbronnA - Schicht Haist, Martin p.07447 / 308

S, B Ettlingen A - Schicht Fichtenkamm, Otto p.0172 / 8716847

S Durmersheim B - Schicht Dietrich, Markus d.07222 / 91 / 25316

S Gaggenau A - Schicht Demirdögen, Mustafa d.07222 / 91 / 24547

S Mannheim B - Schicht Partidis, Theoharis d.07222/ 91 / 22385 p.0173 / 3421999

S, B Mannheim C - Schicht Kwaschny, Uwe p.06206 / 952659 p.0177 / 4236137

S Bad Dürkheim / Speyer B - Schicht Sattler, Kai p.06322 / 620438 p.0179 / 5014363

S,B Kenzingen/Emmend A-Schicht Kühl, Otmar p. 07644 / 6132 (ohne Gewähr)

Abfahrts-/Ankunftszeiten des öffentlichen Nahverkehrs erfahren sie kostenlos

im Intranet unter dem Reiter: Service / Reiseservice / Fahrplanauskunft

6

5.Ausgabe August

2004


OHNE FILTER

Wichtige Adressen:

IG Metall

Verwaltungsstelle Gaggenau

Hauptstr.83

76571 Gaggenau

Tel.:07225/9687-0

Fax.:07225/9687-30

www.gaggenau.igmetall.de

www.arbeitnehmerbegehren.de

Von Mitarbeitern für Mitarbeiter des Werkes Rastatt

Mit dem Neuanlauf W 169 sind einige Fahrgemeinschaften in die Brüche gegangen.

In dieser Rubrik möchten wir Euch die Möglichkeit geben, neue

FahrkollegInnen zu finden.

Und so leicht geht es: Einfach den Coupon ausfüllen, ausschneiden und an folgende

Hauspost -Adresse schicken: Werk 054, BR, Redaktion „Ohne Filter“.

In der nächsten Ausgabe findet Ihr dann Euren Eintrag wieder und könnt Kontakt

zu Beschäftigten in Eurer Umgebung aufnehmen. Je mehr Ihr ausfüllt bzw. ankreuzt,

umso einfacher ist es.

O Suche

O Biete

Mitfahrgelegenheit

Mitfahrgelegenheit

-Rechtsberatung

(DGB-Rechtschutz GmbH)

-Lohnsteuerberatung

-Beratung für Grenzgänger

-Mieterverein

- uvm.

IG Metall

Außenbüro Rastatt

Schloßstr.14 (neben Cafe Riva)

Tel.: 07222/ 933759

Mittwochs von 13:30 – 17:00 h

------------------------------------------

IG Metall Bezirksleitung

Baden-Württemberg

Stuttgarter Straße 23

70469 Stuttgart

www.bw.igm.de

von:

_____________________

A-Schicht O Name:

B-Schicht

C-Schicht O Vorname:

Normal / GZ

sonstige AZ O Abteilung:

O

O

nach:(Tor/Parkplatz)

_____________________

------------------------------------------

Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB

www.dgb.de

------------------------------------------

Mobbing-Sprechstunde

DGB-Beratungsbüro

Ettlingerstr.3a

76137 Karlsruhe

Tel.: 0721 / 93121-27

Email: karlsruhe@dgb.de

------------------------------------------

Tel. privat:

Datum:

Tel.dienstl.:

Unterschrift

Rentenberatung im Werk

Reinhard Jung

Versichertenältester

Bau 4 -Betriebsratsbüro

Termine und Anmeldung über

Sozialkommission T.:22723

Email:

bernhard.ehling@daimlerchrysler.com

5.Ausgabe August

2004

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OHNE FILTER

Weltweite Solidarität mit den...

"Wenn der Standort

Baden-Württemberg eine

Krankheit hat, dann ist es

die Völlerei des entfesselten

Kapitals"

weltweite Solidaritätsadressen :

Opel:

… der Betriebsrat und die VKL der IG

Metall Opel Rüsselsheim senden Euch

solidarische Grüße und unterstützen

Euch in Eurem Ziel, Arbeitsplätze im

Unternehmen zu erhalten.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass

die Arbeitgeber in der Automobilindustrie

die aktuelle Situation

nutzen wollen, um Arbeitsplätze,

Einkommen und Sozialleistungen am

Standort Deutschland abzubauen und

zu kürzen. Gegen diese massiven

Angriffe müssen wir uns gemeinsam

wehren.

… Euer Kampf hat bei uns ein sehr positives

Echo gefunden und er macht

Mut, weil ich glaube dass wir demnächst

auch dorthin kommen.

Insgesamt ist festzustellen, dass die

Geschäftsleitungen frecher werden -

das sieht schon fast nach einer konzertierten

Aktion aus….

Fabrikkomission im DC-Werk São

Bernardo do Campo (Brasilien)

…mit großem Interesse verfolgen

wir auch hier in Brasilien Eure

Aktionen.

In der heutigen Ausgabe unserer

Gewerkschaftszeitung berichten wir

darüber, wie das Unternehmen Euch

angestammte Rechte nehmen will.

Damit machen wir auch bei uns in

Brasilien publik, welchen Erpressungsversuchen

Ihr ausgesetzt sein.

Morgen, am 15. Juli, werden wir

Eure Aktionen hier bei uns im Werk

São Bernardo do Campo, mit einer

Kundgebung unterstützen.

Vorwärts kommen wir nur gemeinsam!

Wenn Ihr diesen Kampf gewinnt, werden

auch wir gewinnen. Wir müssen

uns wehren gegen diese Logik, nach

der irgendwer immer noch billiger sein

wird.

Dieses Konkurrenzdenken muss ein

Ende haben! Wir sind von Eurer

Kampfbereitschaft überzeugt, Ihr

könnt Euch auf unsere Solidarität verlassen!

Wir unterstützen die Belegschaften

von DaimlerChrysler in Deutschland….

IG Metall VST Zwickau

… Wir, Kolleginnen und Kollegen,

Betriebsräte und IG Metaller aus

Zulieferbetrieben der südwestsächsischen

Automobilindustrie und

von VW Sachsen wünschen Euch einen

erfolgreichen Aktionstag und

schicken Euch solidarische Grüße aus

Sachsen!

Es ist unbedingt richtig, dass Ihr den

Plänen der Daimler-Chrysler-Chefs die

‚Rote Karte' zeigt, mit denen sie die

Gewinne des Konzerns und die

Manager-Gehälter auf Kosten der

Beschäftigten weiter in die Höhe treiben

wollen. …

BorgWarner

Transmission Systems

…, als Zulieferer der Automobilindustrie

stehen ebenfalls unter

starkem Kostendruck. Standortsicherung

darf nicht bedeuten, dass

sich unsere Arbeits- und Lebensbedingungen

immer mehr verschlechtern.

Ihr bei DaimlerChrysler steht an vorderster

Front in der Auseinandersetzung

wegen Arbeitszeitverlängerungen

und Abbau der tariflichen

und übertariflichen Zulagen.

Deshalb erklären wir uns mit Euch solidarisch….

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5.Ausgabe August

2004


OHNE FILTER

Beschäftigten bei DaimlerChrysler

AIRBUS Hamburg

…Uns Airbus Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern in Hamburg ist klar, wenn

sich die Unternehmensleitung trotz hoher

Gewinne bei Euch mit Ihren

Forderungen durchsetzt, werden auch

wir uns in Zukunft mit solchen

Erpressungsversuchen auseinandersetzen

müssen.

Deshalb möchten wir, die IG Metall

Vertrauensleute, Euch mit diesem

Schreiben unterstützen.

Wir wünschen Euch und uns, dass Ihr

mit Euren Aktionen Erfolg habt….

Wenn es dem Management von

DaimlerChrysler gelingt, Euch zu überwinden,

dann sind alle Dämme gebrochen.

Wenn der Standort Baden-Württemberg

eine Krankheit hat, dann ist es

die Völlerei des entfesselten Kapitals.

“Ihr seid die Antibiotika.“

Geht mit dem Arbeitgeber in Klausur,

offensichtlich verstehen sie keine andere

Sprache. Ihr könnt Euch unserer

Solidarität sicher sein….

Akademie der Arbeit

Universität Frankfurt am Main

…der 69 Jahrgang der AdA…

Lasst es nicht zu, dass uns unsere

Erfolge genommen werden, für die wir

lange und hart kämpfen mussten.

Leistet erbitterten Wiederstand gegen

den Vorstoß bei DaimlerChrysler, gegen

diese konzentrierte Aktionen des

Unternehmerlagers, mit denen zum

Angriff auf die Lage aller abhängig

Beschäftigten geblasen wird....

MTU Friedrichshafen

…die IGM-Vertrauensleute und

Betriebsräte der MTU Friedrichshafen


Wir unterstützen Euch in Eurem

schweren Kampf.

Ihr seid das Zünglein an der Waage.

5.Ausgabe August

2004 9


OHNE FILTER

Flasche leer, Kasse voll ?

F a b r i k p l a n u n g -

Faktor Me nsch vergessen?

Eine zentrale Fabrikplanung

und ihre Auswirkungen.

Die meisten Dinge in der zentralen

Fabrikplanung werden nur aus der

Kostensicht betrachtet, für das Wohl

der Mitarbeiter bleibt nichts mehr übrig.

Nicht nur, dass die Platzverhältnisse

sehr beengt sind, am Band angefangen,

in den Pausenräumen bis hin zum

I m p r e s s u m

Herausgeber: IG Metall Gaggenau

Verantwortlich: Roman Zitzelsberger,

1. Bevollmächtigter IG Metall Gaggenau;

Hauptstr. 83, Gaggenau

Redaktion:

Bernhard WagnerTel.07222/91-23987

Helga Teipel Tel.07222/91-23986

Uwe Krause Tel.07222/91-22729

Sandra Kiefer Tel.07222/91-23588

Rene´Rastetter Tel.07222/91-22532

Karlheinz Fischer Tel.07222/91-22114

Rüdiger Haas Tel.07222/91-22106

Layout: Uwe Krause, Bernhard Wagner

Bilder: Bernhard Wagner, Uwe Krause

Druck: Druckwerkstatt Renchen

Leserbriefe & Artikel an:

Betriebsrat

Redaktion ohne Filter

DaimlerChrysler AG,

Mercedesstr.1

HPC:BR

76432 Rastatt, Telefax: (07222)91-22129

E-Mail:

ohnefilter.redaktion@daimlerchrysler.com

Redaktionsschluss für die nächste

Ausgabe: KW 32-2004

10

SB- Laden. Sogar mit der

Getränkeversorgung funktioniert es

schlecht oder gar nicht.

Standard kommt vor

Beschäftigten

In der Zentralen Fabrikplanung sind

Standards wichtiger als Mitarbeiter

freundliche Ausgestaltung.

Arbeitszufriedenheit scheint dort ein

unbekanntes Fremdwort zu sein.

Der Betriebsrat hat frühzeitig ( vor 2

Jahren) versucht, Wasserspender und

Verpflegungsautomaten in die Planung

mit einfließen zu lassen.

Wie man sieht bei den Wasserspendern

immer noch ohne Erfolg, die

Flaschen sind bei den KollegenInnen

immer noch leer.

Mir als Betriebsrat stellt sich die Frage

“Ist das der richtige Weg, die motivierten

Mitarbeiter bei der steilen

Anlaufkurve und dem hohen

Nacharbeitsaufkommen bei der

Stange zu halten?”

Die Montageführung sollte hier

schnellst möglich Abhilfe schaffen,

denn in zwei Monaten ist die

Hitzewelle vorbei und bei den

Beschäftigten die “Flasche leer”.

Genauso, wie damals Trappatonie die

fehlende Professionalität bei seinen

Spielern bemängelte, so muß man(n)

wohl der zentralen Planung und/oder

der MO-Führung fehlende Professionalität

vorwerfen.

Mit durstigen Grüßen

5.Ausgabe August

2004

Giovanni Trappatoni:

“Flasche leer, oder muss ich noch

mehr sagen.”

Es gibt im Moment in diese

Mannschaft, oh, einige Spieler vergessen

ihnen Profi was sie sind. Ich lese

nicht sehr viele Zeitungen, aber ich

habe gehört viele Situationen: ...

Ich habe gesehen auch zwei Tage de

Training. Ein Trainer ist nicht ein Idiot!

Ein Trainer sehen was passieren in

Platz. In diese Spiel es waren zwei,

drei oder vier Spieler, die waren

schwach wie eine Flasche leer!

Haben Sie gesehen Mittwoch, welche

Mannschaft hat gespielt Mittwoch?

Hat gespielt Mehmet, oder gespielt

Basler, oder gespielt Trapattoni? ...

Strunz! Strunz ist zwei Jahre hier, hat

gespielt zehn Spiele, ist immer verletzt.

Was erlauben Strunz? ...

Kollegen! Haben viel nette Kollegen,

stellen sie die Kollegen in Frage!

Haben keinen Mut an Worten, aber ich

weiss, was denken über diese Spieler!

Mussen zeigen jetzt, ich will, Samstag,

diese Spieler mussen zeigen mich e

seine Fans, mussen allein die Spiel

gewinnen. Ich bin müde jetzt Vater

diese Spieler, eh, verteidige immer

diese Spieler! Ich habe immer die

Schulde über diese Spieler. Einer ist

Mario, einer, ein anderer ist Mehmet!

Strunz dagegen egal, hat nur gespielt

25 Prozent diese Spiel! Ich habe fertig.

Markus Pössl

Betriebsrat MO

Tel. 22417

markus.poessl@daimlerchrysler.com


OHNE FILTER

Erich Klemm, Gesamtbetriebsratsvorsitzender DaimlerChrysler AG

"Ohne die bundesweite

Solidarität aller Beschäftigten

wäre dieses Ergebnis nicht

möglich gewesen.

In der Nacht zum letzten Freitag - so

gegen 4.00 Uhr morgens - hatten sie

es geschafft: Gesamtbetriebsrat und

Vorstand der DaimlerChrysler AG

setzten ihre Unterschriften unter einen

Vertrag zur Zukunftssicherung im

Unternehmen. Das wochenlange

Ringen um Investitionsentscheidungen

und Beschäftigungssicherung

in der DaimlerChrysler AG, das von

massiven Aktionen der Belegschaft

begleitet wurde, ist damit zu Ende. Wir

haben Erich Klemm, den Vorsitzenden

des Gesamtbetriebsrats und

Verhandlungsführer

der

Arbeitnehmerseite, gebeten, das

Ergebnis zu bewerten.

Erich, bist du zufrieden mit dem

Ergebnis?

Angesichts der Ausgangssituation,

von der aus wir vor Wochen gestartet

sind, bin ich jetzt mit dem Ergebnis zufrieden.

Wir haben eine Beschäftigungsgarantie

bis ins Jahr 2012

erreicht und zwar für alle Werke und

Niederlassungen. Und das nicht nur

durch eine leere Vertragsformel, sondern

durch konkrete

Investitionszusagen. Das war uns das

wichtigste.

Wie konkret waren denn die

Drohungen des Vorstands, dass

Arbeitsplätze abgebaut werden?

Wir hatten an mindestens drei

Standorten die direkte Drohung auf

dem Tisch, dass bestimmte Produkte

nicht kommen werden, wenn wir keine

Maßnahmen zur Kosteneinsparung

vereinbaren. Deswegen bin ich so

froh, dass es uns gelungen ist, diese

örtlichen Verhandlungen auf die

Ebene des Gesamtbetriebsrats zu ziehen.

So konnten wir verhindern, dass

hier Standorte gegeneinander ausgespielt

werden. Die Lösung, die wir jetzt

gemeinsam gefunden haben, sichert

nun alle 160 000 Kolleginnen und

Kollegen im Unternehmen ab.

Ist es denn jetzt wirklich ein fairer

Kompromiss?

Ich glaube ja. Das Unternehmen hat einerseits

seine Kostenziele erreicht. Wir

haben andererseits eine beispiellos lange

Beschäftigungssicherung für alle erreicht

und dabei die tarifvertraglichen

Themen nicht angefaßt. Der

Flächentarifvertrag bleibt erhalten.

Warum hat der Gesamtbetriebsrat

ERA in das Verhandlungspaket mit

hinein gepackt?

Weil uns im Laufe der Gespräche klar

geworden ist, dass das Unternehmen

zusätzlich zu den geforderten 500

Millionen vorhatte, mit ERA ein weiteres

gigantisches Sparprogramm aufzulegen

- trotz der tarifvertraglich zugesicherten

Kostenneutralität. Das hätte

natürlich auch die Werke getroffen, für

die zur Zeit keine Produktentscheidungen

anstehen. Deswegen war es

uns wichtig, bundesweit das Thema zu

regeln. Es ist uns gelungen, weiterhin

über alle Standorte hinweg auch außerhalb

Baden-Württembergs eine einheitliche

Entgeltstruktur und eine einheitliche

Entgeltlinie festzuziehen. Damit

konnte die vom Vorstand geplante

Regionalisierung, also ein Abfallen auf

das jeweilige regionale Tarifentgelt, verhindert

werden.

Sind die Einkommen der heutigen

Belegschaften nun wirklich gesichert?

Wir haben ERA so gestaltet, dass wir

bis ins Jahr 2012 von einer hohen

5.Ausgabe August

2004

Lohnsicherheit ausgehen können und

dass bei Tariferhöhungen auch außertarifliche

Bestandteile effektiv angehoben

werden - wenn nicht gerade der Himmel

herunterfällt, sprich: der Markt komplett

einbricht.

Welche Botschaft hast du denn an

unsere "Dienstleister" im Unternehmen?

Schon vor über einem Jahr war uns klar,

dass wir Regelungen treffen müssen,

die die Dienstleister im Unternehmen

absichern. Das hatte zunächst gar

nichts mit der aktuellen Einsparrunde zu

tun. Diese Bereiche standen schon lange

unter der permanten Drohung mit

Fremdvergabe bzw. der Gründung eigener

Firmen. Dieser Druck wurde in den

letzten Jahren immer stärker. Deswegen

sind wir angetreten mit dem Ziel, die

Arbeitsplätze in diesen Bereichen im

Unternehmen zu halten und nach

Möglichkeit sogar neue hereinzuholen.

Das geht nur, wenn sich die

Kostenstruktur insgesamt verändert.

Deshalb haben wir den Abschluss eines

entsprechenden Ergänzungstarifvertrags

beschlossen. Entscheidend ist

jedoch, dass die heutige Belegschaft

kein Geld verliert.

Wie wichtig waren denn die Aktionen

der Belegschaften für den Fortgang

und besonders für den Ausgang der

Verhandlungen?

Ohne die bundesweite Solidarität der

Beschäftigten in allen Werken und

Niederlassungen dieses Unternehmens

wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen.

Bei der anderen Seite am

Verhandlungstisch stand das Ziel im

Vordergrund, die Tarifverträge zu

knacken.

Das war nur mit Solidarität zu verhindern.

11


OHNE FILTER

kurz erklärt

EntgeltRahmenTarifvertrag

Für die Umsetzung des Entgelt-

Rahmen-Tarifvertrags (ERA) wurden

im Zuge der aktuellen Verhandlungen

sehr wichtige Vereinbarungen

getroffen, die ohne diese

Auseinandersetzung niemals durchsetzbar

gewesen wären.

Bis kurz vor Schluss wäre die Verhandlung

an einem zentralen Punkt fast gescheitert:

Und zwar an der Frage, wie

unser Entgelt ab dem Jahre 2007 aufgebaut

ist und wie künftig Tariferhöhungen

weitergegeben

werden.

Strittig bis zuletzt waren auch die

künftigen Einstufungen von verschiedenen

Tätigkeiten - vom Produktionsarbeiter

bis zum Entwicklungsingenieur.

Der Vorstand wollte mit aller Gewalt

außertarifliche Bestandteile in unserem

Entgelt mit Tariferhöhungen verrechnen

bzw. nicht erhöhen.

Der Gesamtbetriebsrat konnte letzteres

ausschließen und vereinbarte mit dem

Unternehmen, dass Tariferhöhungen

prinzipiell bis Ende 2011 an die heutige

Belegschaft effektiv und auf alle

Entgeltbestandteile weitergegeben

werden - es sei denn, dass der

Operating Profit von MCG (Mercedes,

smart, Maybach) und CVD (Nutzfahrzeuge)

in Summe auf Null geht

oder sich innerhalb eines Jahres halbiert.

Nur in diesen "Katastrophenfällen"

darf die Tariferhöhung angerechnet

werden.

Darüber hinaus gilt die baden-württembergische

Entgeltlinie bundesweit an

allen Standorten. Auch die Niederlassungen

werden an diese Entgeltlinie

angebunden. Dafür mußten wir

für das Jahr 2006 eine Reduzierung

der Entgeltlinie um 2,79% hinnehmen.

Aber: zeitgleich zur Absenkung

der Entgeltlinie setzen monatliche

Ausgleichszahlungen in gleicher

Höhe ein.

Diese werden bis zur betrieblichen

Umsetzung von ERA (2007) als

Einmalzahlungen geleistet. Dies ist bereits

im ERA-TV geregelt.Außerdem

werden die dann ausgehandeltenTariferhöhungen

effektiv weitergegeben, so

dass im Jahr 2006 durchaus die

Chance auf einen Entgeltzuwachs besteht.Durch

diese Konstruktion ist abgesichert,dass

die Absenkung der Entgeltlinie

um 2,79 % für niemanden weniger

Geld bedeutet.

Der ERA-TV regelt, dass nach der

Umsetzung von ERA die Entgeltsumme

im Rahmen der Kostenneutralität um

bis zu 2,79 % erhöht sein kann. Die

neue Vereinbarung bei DC begrenzt

diese Erhöhung jetzt auf 1,5 %. Unsere

heutige Qualifikations- und Entgeltstruktur

ermöglicht eine solche

Begrenzung,ohne erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten

zu verursachen.

Kein “ERA-Gewinner” muss deshalb

auf seinen Einkommenszuwachs ver-

kurz erklärt

Ergänzungstarifvertrag...

Die Kolleginnen und Kollegen

in den Dienstleistungbereichen

des Unternehmens, also

in der Kantine, beim Werkschutz, in der

Druckerei usw. arbeiten schon seit geraumer

Zeit unter der permanenten

Drohung, fremd vergeben zu

werden. Auch von der Gründung eigener

Dienstleistungsfirmen war die

Rede. Nach der Einigung vom letzten

Freitag hoffen wir, unseren "Dienstleistern"

ihre Ängste und Sorgen um

den Arbeitsplatz genommen zu haben.

Ihre Arbeitsplätze bleiben sicher und

sie bleiben Mitarbeiter der Daimler-

Chrysler AG .

12

Bereits vor über einem Jahr haben wir

die Notwendigkeit eines Dienstleistungstarifvertrages

erkannt und Gespräche

mit dem Unternehmen aufgenommen.

Denn DaimlerChrysler versuchte,

wie alle anderen Unternehmen auch,

Bereiche wie Kantine, Werkschutz,

Postservice, Druckerei usw. systematisch

fremd zu vergeben.

Nicht nur in Sindelfingen, auch an anderen

Standorten. Die Kalkulation ist für

die Betriebswirte ebenso einfach, wie

sie für die Beschäftigten brutal ist:

Wenn z. B. eine Küchenhilfe bei einer

Catering-Firma 40% weniger verdient

als bei uns, dann rechnet sich

5.Ausgabe August

2004

Fremdvergabe eben.Vor diesem Hintergrund

stellte sich für uns die Frage, ob

wir tarifpolitisch "sauber" bleiben wollen

und der schleichenden Fremdvergabe

tatenlos zusehen. Oder ob wir im

Interesse unserer Beschäftigten versuchen,

weitere Fremdvergabe zu

verhindern, indem wir die entsprechenden

Bereiche im Unternehmen tarifpolitisch

selbst neu gestalten. Wir haben

uns für letzteres entschieden. Die wichtigste

Botschaft lautet zunächst:

Für die heute in den Dienstleistungsbereichen

Beschäftigten bleibt

das Einkommen gesichert.

Zwar beläuft sich bei ihnen die


OHNE FILTER

kurz erklärt

zukünftiger Entgeltaufbau

zichten. Immer noch könnten beispielsweise

bei einer solchen

Verteilung 25 % der Beschäftigten nach

ERA 6% mehr bekommen.

Für alle Beschäftigten im Standard

und Prämienlohn gilt folgender

zukünftiger Entgeltaufbau:

a) Tarifliches Grundentgelt, festgelegt

nach Maßgabe des ERA-TV

b) Betriebliches übertarifliches

Grundentgelt. Dessen Höhe wird

noch vereinbart.

c) Tarifliche Leistungszulage.

Diesebeträgt nach Maßgabe des ERA-

TV 15% bezogen auf das Tarifliche

Grundentgelt.

d) ggf. Betriebliche übertarifliche

Leistungszulage.

e) ggf. Tarifliche Belastungszulage

nach den Voraussetzungen des

ERA-TV.

f) ggf. Tarifdynamischer individueller

Besitzstand (tiB).

Für alle Beschäftigten im Zeitlohn

und im Angestelltenverhältnis gilt

folgender Entgeltaufbau:

a) Tarifliches Grundentgelt, festgelegt

nach Maßgabe des ERA-TV

b) Tarifliche Leistungszulage: Diese

beträgt nach Maßgabe des ERA-TV

15% bezogen auf das Tarifliche

Grundentgelt

c) Bisherige übertarifliche Zulage

Hinzu kommt ggf. eine

Belastungszulage.

d) ggf: Tarifdynamischer individueller

Besitzstand (tiB)

Für alle, die nach der ERABewertung

höher eingestuft werden (Unterschreiter)

gilt der ERA-TV.

Dies bedeutet, dass sie schrittweise

an das höhere ERA-Entgelt herangeführt

werden:

Zunächst wird am Stichtag der ERA-

Einführung ihr Entgelt um 100 € erhöht,

danach jedes Jahr um weitere 100 €.

Nach spätestens 60 Monaten muss die

Erhöhung vollständig umgesetzt sein.

Bei der Festlegung des Ausgleichsbetrags

(Differenz zwischen altem und

neuem Tarifentgelt) können bisherige

außertarifliche Verdienste verrechnet

werden.

Die neuen Regelungen zur Höhe und

Struktur des Entgelts auf Basis des

ERA-TV Baden-Württembergs gelten

für alle DC-Standorte. Auch mit der

Forderung einer einheitlichen

Entgeltlinie und gegen die Regionalisierung

konnte sich der Gesamtbetriebsrat

gegen das Unternehmen

durchsetzen.

kurz erklärt

. . . D i e n s t l e i s t u n g e n

Absenkung derEntgeltlinie in 2006 auf

3 % - imGegensatz zu 2,79 % bei den

anderen Beschäftigten. Doch wird dies

durch zu erwartende Tariferhöhungen

ausgeglichen. Bei der Arbeitszeit mussten

wir deutliche Abstriche hinnehmen.

Die vom Unternehmen geforderte

Kostensenkung wird durch unbezahlte

Verlängerung der Arbeitszeit in drei

Schrittenerreicht. So gilt ab 1. Juli 2005

die 36- Stunden-Woche, ab 1. Juli 2006

die 37-Stunden-Woche und ab 1. Juli

2007 die 39-Stunden-Woche. Im

Gegenzug wurde vereinbart, dass die

Arbeitszeit bezogen auf das Lebensalter

in drei Schritten bei vollem

Lohnausgleich gesenkt wird. Mit Vollendung

des 54. Lebensjahres auf 37

Stunden, mit 58 Jahren auf 35 Stunden

und mit 60 Jahren auf 34,5 Stunden pro

Woche. Auch bei der Mehrarbeit mussten

wir einen Kompromiss eingehen.

Für die ersten 130 Überstunden im Jahr

gibt es keine Mehrarbeitszuschläge.Für

weitere Überstunden, wie auch für

Nachtarbeit und Arbeit an Sonn- und

Feiertagen gelten weiterhin die

Bestimmungen des Manteltarifvertrags.

Entscheidend ist, dass alle

Kolleginnen und Kollegen in den

Dienstleistungsbereichen Daimler-

Chrysler Beschäftigte bleiben. Denn

damit bleiben sie im Zuständigkeitsbereich

des Betriebsrats und im

Geltungsbereich aller Betriebsvereinbarungen

bis hin zur betrieblichen

5.Ausgabe August

2004

Altersversorgung. Sollte es gelingen, bereits

fremd vergebene Arbeiten in das

Unternehmen zurück zu holen und damit

neue Mitarbeiter einzustellen, so wird

deren Entgelt um 20% unter dem

Einkommen der heute Beschäftigten liegen

und sie erhalten keine Spätarbeitszuschläge.Dies

ist immer noch

ein deutlich höherer Lohn als bei allen

vergleichbaren Fremdanbietern. Darum

will die IG Metall diese Regelungen in einem

Ergänzungstarifvertrag festschreiben,dem

auch andere Firmen mitihren

Dienstleistungsbereichen beitreten können.

Dies könnteein erster Schritt

sein, um denunseligen Wettlauf der

Fremdvergabein ungesicherte Niedriglohn-Jobs

zu beenden.

13


OHNE FILTER

kurz erklärt

Schichtzuschläge

Wir haben die

Schichtzuschläge nicht

hergegeben!

Der Vorstand wollte die tariflichen

Zuschläge in Baden-Württemberg drastisch

kürzen.

Seine Begründung:

Während wir in Sindelfingen mit Beginn

der Spätschicht einen Zuschlag von

20% und ab 19.00 Uhr einen

Nachtarbeitszuschlag von 30% erhalten,

bekommen die Bremer lediglich

15% Zuschlag ab 20.00 Uhr.

Wir sind besonders stolz daruf, dass es

gelungen ist, diesen Spaltungsversuch

des Vorstands mit der uneingeschränkten

Unterstützung der

Bremer Metallerinnen und Metaller

zu vereiteln.

Allerdings mit einer Einschränkung:

Die Schichtzuschläge im Dienstleistungsbereich

bleiben zwar für die

heute hier beschäftigten Kolleginnen

und Kollegen unverändert.

Im Rahmen des Ergänzungstarifvertrags

wurde jedoch vereinbart,

dass der Spätarbeitszuschlag für dort

neu eingestellte Kolleginnen und

Kollegen entfällt.

Den Nachtarbeitszuschlag ab 19.00

Uhr werden aber auch diese Beschäftigten

erhalten.

Kurz erklärt

Leiharbeit

Wir haben uns immer heftig gegen

Leiharbeit gewehrt, weil wir nicht

wollen, dass bei DaimlerChrysler

Menschen zu Dumping-Preisen beschäftigt

werden. Das würde letztendlich

auch unsere eigenen Löhne

unter Druck bringen.

Darum wurde die notwendige Flexibilität

bislang durch den Einsatz befristet

Beschäftigter gewährleistet.

Zwei Veränderungen aber lassen

uns das Thema Leiharbeit neu bewerten.

Zum einen dürfen Befristete seit

2002 nach Ablauf ihres Vertrags nie

wieder bei uns beschäftigt werden können.

Was dazu gedacht war,

dieUnternehmen zu mehr Festeinstellungen

zu bewegen, hat sich in

14

der Praxis

bisher nicht

bewährt.

Zum anderen

ist seit diesem Jahr die zeitliche

Begrenzung für den Einsatz von

Leiharbeitnehmern aufgehoben

worden.

Dies bedeutet, dass Leiharbeitnehmer

länger als Befristete

bei uns Arbeit finden könnten.

Allerdings liegt die Bezahlung von

Leiharbeitnehmern, selbst in den entsprechenden

Tarifverträgen der IG

Metall, deutlich unter dem Niveau des

Flächentarifvertrags. Vor diesem

Hintergrund haben wir uns dafür entschieden,

der Forderung des Vorstands

nach Flexibilisierung mit dem

5.Ausgabe August

2004

Instrument Leiharbeit in eng begrenztem

Umfang und auf dem abgesicherten

Lohnniveau des Flächentarifvertrags entgegen

zu kommen.

Laut Vereinbarung besteht damit die

Möglichkeit, maximal 1,5% der

Gesamtbelegschaft von Daimler-

Chrysler, d. h. bundesweit höchstens

2.500 Menschen, zu unseren Tarifbedingungen

als Leiharbeitnehmer zu

beschäftigen.

Am einzelnen Standort darf diese Quote

4% der Belegschaft nicht übersteigen.


OHNE FILTER

Vorstandsbezüge

und Vergütung Leitender

Angestellter

werden gekürzt!

Der Vorstandsvorsitzende

Jürgen E. Schrempp

hat uns in den Verhandlungen versichert,

dass auch der Vorstand

seinen Beitrag zur Beschäftigungssicherung

leistet und sockelwirksam

auf 10% seiner Jahresbezüge

verzichten wird.

Eine Regelung für die ca. 3.000

Leitenden Angestellten wird noch

getroffen. Selbstverständlich hat dieser

"Verzicht" eher symbolische Bedeutung.

Dennoch kann es nicht

schaden, dass im Zuge unserer

Auseinandersetzung überzogene

Manager Einkommen endlich auch

in der Öffentlichkeit kritisch diskutiert

werden.

kurz erklärt

werksübergreifender

Personaleinsatz

Zum flexiblen werksübergreifenden

Personaleinsatz haben wir vereinbart,

dass künftig an allen Standorten

eine Kostenstelle "Personaldrehscheibe"

eingerichtet wird.

Dort werden alle Azubis nach erfolg -

reich abgeschlossener Ausbildung,

aber auch andere neu eingestellte

Mitarbeiter beschäftigt.

Sie arbeiten in der Fabrik und werden

in die entsprechenden Bereiche eingegliedert.

Aber sie bleiben für ein bis drei

Jahre Beschäftigte auf der Personaldrehscheibe

und müssen bei Personalüberhang

am Heimatstandort bereit

sein, vorübergehend in anderen

Werken zu arbeiten. Um dem einzelnen

Beschäftigten die geforderte

Flexibilität zu ermöglichen, gibt es bei

einem Einsatz, der tägliches Pendeln

verlangt, kostenlosen Bustransfer und

eine Verpflegungspauschale von 250,-

Euro für die ersten sechs Monate. Ab

dem siebten Monat bezahlt das Unternehmen

eine Fahrtkostenpauschale

von 300,- Euro. Bei überregionalen

Einsätzen erhalten die Betroffenen

einen Wohngeldzuschuss von 400,-

Euro monatlich und einen Metropolenzuschlag

von 100,- Euro, z. B.

bei einem Einsatzwechsel von

Bremen nach Stuttgart.

Damit wird eine höhere Personalflexibilität

möglich.

Die Beschäftigten der Personaldrehscheibe

werden in den ersten

beiden Jahren auf Basis des für

Baden-Württemberg geltenden

Metall-Tarifvertrags bezahlt, d. h. sie

müssen in dieser Zeit auf die Extras

verzichten, die es für die anderen

DaimlerChrysler Beschäftigten gibt.

Damit haben wir etwas deutlich anderes

erreicht, als vom Vorstand gefordert.

Dieser wollte ursprünglich alle ausgelernten

Auszubildenden in Leiharbeit

5.Ausgabe August

2004

übernehmen und als moderne

Arbeitsnomaden mit wenig Rechten

durch die Lande schicken.

Das haben wir abgewehrt.

Wir haben dagegen eine ordentliche

Vereinbarung zur Übernahmeunserer

Auszubildenden durchgesetzt.

Sie haben mit dem Anspruch auf einen

Arbeitsplatz Planungssicherheit,

aber sie müssen im Gegenzug zu

mehr Flexibilität bereit sein als bisher.

15


OHNE FILTER

A u s s c h n e i d e n - E i n s e n d e n

Viele gute Gründe, Mitglied zu werden ...

Rund 2,5 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Industrie, Dienstleistung und Handwerk sind

Mitglied in der IG Metall. Die IG Metall vertritt die Bereiche Metall, Elektro, Eisen und Stahl, Textil, Bekleidung, Holz

und Kunststoff sowie Betriebe der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Und was bietet die IG Metall?

1.Rechtsschutz: Bei Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis erhalten Mitglieder kostenlos Rechtsschutz,

beispielsweise im Arbeitsrecht, Sozialrecht, Steuer- und Aufenthaltsrecht.

2 Unterstützung bei Streik: Die Politik und Durchsetzungsfähigkeit der IG Metall steht und fällt mit ihrer Streikfähigkeit.

Ohne sie wäre die IG Metall als Verhandlungspartner ein zahnloser Tiger und würde nicht ernst genommen.

3.Unterstützung bei Maßregelung: Wir lassen kein Mitglied, das infolge seines gewerkschaftlichen Engagements vom

Arbeitgeber bedroht oder benachteiligt wird, im Regen stehen.

4.Freizeit-Unfallversicherung 5.Unterstützung bei Notfällen 6.Unterstützung bei Sterbefällen 7.Information,

Kommunikation, Qualifizierung 8.uvm. - weitere Info´s beim IG Metall Betriebsrat und unter www.igmetall.de.

Beitrittserklärung

gültig ab (TT.MM.JJJJ) __ __ . __ __ . __ __ __ __

Vorname __________________ Nachname__________________ Geburtsdatum (TT.MM.JJJJ) ____________

Straße ______________ Hausnr. _____ PLZ __ __ __ __ __

eMail:____________________________ Nationalität:____________________

Wohnort _________________________

Geschlecht: männlich O weiblich O Telefon (für eventuelle Rückfragen):____________________

Berufsgruppe: Arbeiter/in O Angestellte/r O Auszubildende/r O Student/in O

kaufmänn. Angestellte/r O techn. Angestellte/r O Meister/in O Teilzeit O

beschäftigt bei (Firma):_____________________________________________ Branche ________________________

Firmen-PLZ __________ Firmen-Ort / Firmenstraße _____________________________________________________

Der monatliche Beitrag beträgt laut § 5 der Satzung in der Regel 1 Prozent des Bruttoentgelts. Unter bestimmten

Voraussetzungen ist der Beitrag niedriger ( z.B.Rentner/Erwerbslose...). Wir ziehen den Betrag im Lastschriftverfahren

ein. Aus diesem Grund benötigen wir die nachfolgenden Angaben.

Mit dieser Beitrittserklärung wird die Satzung der IG Metall anerkannt.

Name der Bank__________________ Kontonummer ___________________ Bankleitzahl __________________

monatl. Bruttoentgelt in €uro __________

Beitrag (1% vom Brutto): ______________ €uro

Datenschutzhinweis:

Ich bin hiermit darüber informiert, dass die IG Metall zur Erfüllung ihrer satzungsgemäßen Aufgaben personenbezogene Angaben

über mich mit Hilfe von Computern (automatisiert) verarbeitet. Die für den Beitragseinzug nötigen Daten werden zwischen der IG

Metall und dem Geldinstitut ausgetauscht (übermittelt). Die Verwaltungsstelle informiert mich auf Wunsch über alle gespeicherten

Daten.

Ort/Datum:_______________________________ Unterschrift:_____________________________

IG Metall Gaggenau, Hauptstr. 84, 76571 Gaggenau

oder mit der Hauspost an: Betriebsrat, Werk Rastatt

16

5.Ausgabe August

2004


OHNE FILTER

Da haben es IG Metall – Mitglieder besser:

Rechtsschutz, das ist bares Geld

und soziale Gerechtigkeit

Die Leistungen der IG Metall sind in

der Satzung verankert und stehen

allen Mitgliedern garantiert zu.

Der Beitrag dafür: nur 1 Prozent

vom Bruttoentgeld.

Dafür bietet die IG Metall Ihren

Mitgliedern ein breites Angebot von

Leistungen. Das gesamte Angebot

ist auf die Bedürfnisse der Kolleginnen

und Kollegen abgestimmt

– und kommt ausschließlich den IG

Metall Mitgliedern zugute.

Willkommen in der Gemeinschaft !

Rechtschutz:

Bei arbeits – und sozialrechtlichen

Auseinandersetzungen erhalten

Mitglieder kostenlos und kompetent

Rechtsschutz, beispielsweise

im Arbeitsrecht, Sozialrecht,

Steuer- und Aufenthaltsrecht

Rechtsprobleme hat jeder

mal im Leben:

Über 2000 Klagen gehen täglich

bei den Arbeits- und Sozialgerichten

in der Bundesrepublik

ein. Streitigkeiten nach Arbeitsunfällen,

Kündigungen oder

Krankheit, Auseinandersetzungen

um Rentenbescheide, Abfindungen

oder Lohnabrechnungen.

Prozesse sind teuer, auch wenn

man sie gewinnt…..

Da haben es IG Metall

Mitglieder besser:

Mit dem Rechtsschutz ihrer

Gewerkschaft gehen Mitglieder

auf Nummer Sicher. Sie erhalten

eine sachkundige Beratung, und

die Prozessvertretung kostet sie

keinen Cent. Wenn nötig, geht es

durch alle Instanzen. Denn wer

Recht hat, soll sein Recht auch

bekommen. Rechtsschutz muss

bei der zuständigen IG Metall

Verwaltungsstelle beantragt werden.

Rechtsschutz, das ist

bares Geld und soziale

Gerechtigkeit:

Für Ihre Mitglieder erstreitet die IG

Metall jedes Jahr über 200

Millionen Euro. Zum Vergleich:

Diese Summe entspricht der

Hälfte aller Mitgliedsbeiträge eines

Jahres. Also eine starke

Gegenleistung, die die IG Metall

für ihre Mitglieder erbringt. Und in

jedem einzelnen Fall von Rechtsschutz

geht es um mehr als Geld.

Der nachgezahlte Lohn, die

zurückgenommene Kündigung,

der höhere Rentenspruch – das

ist immer auch ein Stück soziale

Gerechtigkeit.

Freizeit – Unfallversicherung:

Wer in der Freizeit einen Unfall erleidet,

und mindestens 48

Stunden Stationär im Krankenhaus

war, ist durch seinen Beitrag

automatisch versichert ( Paragraf

26 der IG Metall Satzung)

Die IG Metall setzt sich für

gute Arbeitsbedingungen

ein ……

..... und für mehr Freizeit durch

kürzere Arbeitszeit und längeren

Urlaub. Gegen Arbeitsunfälle sind

die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

versichert, aber auch

Freizeit braucht Schutz! Deshalb

bietet die IG Metall ihren Mitgliedern

mit der Freizeit-

Unfallversicherung einen ganz besondere

Leistung. Sie ist im

Mitgliedsbeitrag (1% vom Brutto)

enthalten und kostet keinen Cent

extra.

Der Versicherungsschutz erstreckt

sich auf alle Unfälle außerhalb des

Berufs und besteht weltweit. Das

heißt, er gilt beim Surfen oder

Klettern genauso wie beim

Hobbygärtnern zu Hause oder

beim Radfahren im Stadtwald. Die

Benutzung sämtlicher Verkehrsmittel

– vom Auto bis zum Flugzeug

– ist mitversichert.

Im Falle des Falles mildert das

zwar nicht den Schmerz, lindert

aber die finanziellen Folgekosten.

Nach zwölfmonatiger Mitgliedschaft

tritt die Freizeitunfallversicherung

automatisch in Kraft.

Sie umfasst folgende

Leistungen:

bei jedem Krankenhausaufenthalt von

mindestens 48 Stunden wird eine einmalige

Entschädigung bis zum 30fachen

des durchschnittlichen

Monatsbeitrags der letzten zwölf

Monate gezahlt; höchstens jedoch

51,13 € pro Tag der stationären

Behandlung.

Bei Vollinvalidität wird als einmalige

Entschädigung der 500 fache Monatsbeitrag

bezahlt. Bei Teilinvalidität gibt

es entsprechend Teilbeträge.

Im Todesfall gibt es eine

Entschädigung in Höhe des 200 fachen

durchschnittlichen Monatsbeitrages

des Mitglieds.

Beitragsehrlichkeit lohnt sich auch

hier: Nur wer satzungsgemäßen

Beitrag bezahlt, hat vollen Anspruch

auf die Leistungen.

Fortsetzung folgt in der nächsten

Ausgabe.

5.Ausgabe August

2004 17


OHNE FILTER

"Die neue Mode im Werk Rastatt? “

“illegale Arbeitnehmerüberlassung"

Unwissenheit schützt vor Strafe?

Einigen Führungskräften im Werk

Rastatt ist anscheinend die richtige

Formulierung dieses Sprichwortes

entfallen. Denn es heisst :”Unwissenheit

schützt vor Strafe

nicht!”

Wir schieben es mal auf die Unwissenheit

der Führungskräfte,daß es zu illegaler

ANÜ kommt.

Oder warum sollte eine Führungskraft

absichtlich eine Straftat begehen?

“Ordnungswidrigkeiten im Bereich

der illegalen Arbeitnehmerüber_lassung

können mit einem Bußgeld

bis zu 500.000 EUR geahndet werden.”

So steht es im Gesetz.

Betreibt ein Verleiher Arbeitnehmerüberlassung

an einen Betrieb, obwohl

das verboten ist, gilt nach dem

Arbeitnehmerüberlassungsgesetz ein

Arbeitsverhältnis zwischen dem

Betrieb und dem Leiharbeitnehmer als

zustandegekommen. Der Entleiher

ist daher verpflichtet, für die überlassenen

Leiharbeitnehmer Beiträge

an die Sozialkassen abzuführen.

Illegale Arbeitnehmerüberlassung

sollen der Kostensenkung

dienen, führen bei Aufdeckung jedoch

zur Erhöhung der Kosten

von bis zu 70 % der bereits gezahlten

Werkvergütung, zuzgl.

Bußgelder, und Gewinnabschöpfungen.

Illegale Beschäftigung: " gefährdet

legale Arbeitsplätze und

verhindert die Schaffung neuer

Arbeitsplätze" verzerrt den

Wettbewerb zulasten von legal arbeitenden

Unternehmen.

Leiharbeit und Fremdfirmen auf

Materialschein o.ä.; ohne Informationen

an die Personalabteilung

und an den Betriebsrat.

Ein gängige Praxis im Werk - und illegal.

Wie es richtig geht steht im:

Leitfaden für die betriebliche Praxis

zur Zusammenarbeit mit Fremdfirmenmitarbeitern,

Leiharbeitnehmern

und Selbständigender

Abteilung Personal- und Arbeitspolitik

ASR – Arbeits- und Sozialrecht

und erfahrt man bei der

Personalabteilung bzw. beim

Betriebsrat und bei den Behörden

www.zoll.de (Illegale ANÜ)

In jedem Fall ist der Betriebsrat über

den Einsatz von Fremdfirmenmitarbeiter

rechtzeitig und umfassend

zu informieren ( Betriebsverfassungsgesetz).

Die bisherige Vorgehensweisen

werden wir nach dieser

Information mehr tolerieren.

Hinweise auf illegale ANÜ

werden streng vertraulich behandelt!

Bernhard Wagner

Betriebsrat TWS/KBR/WDT.23987

bernhard.b.wagner@daimlerchrysler.com

Einsendeschluss: 30.09.2004 !

S o m m e r 2 0 0 4

Wie war Ihr Sommer 2004?

Im Urlaub - oder zu Hause gewesen?

Sie haben Photo´s ?

Der Betriebsrat und die IG Metall

Verwaltungsstelle Gaggenau veranstalten

in diesem Sommer einen

Fotowettbewerb.

Wie soll das gehen?

Teilnehmen kann jeder Mitarbeiter

des Werkes Rastatt (054).

Berge oder Meer, Menschen oder

Tiere, ganz egal wir freuen uns über

jede Einsendung.

Pro Einsender maximal 2 Bilder.

Die Bilder müssen das Format

10x15cm haben oder noch besser als

Datei im .jpg oder .tif Format.

Einsenden per Hauspost an “BR 054”

Redaktion oder per e.mail an

o h n e f i l t e r . r e d a k t i o n . @

daimlerchrysler.com

Die Redaktion und Vertrauensleute

wählen unter allen Einsendungen die

30 besten Bilder aus.

Diese werden im “ Ohne Filter” veröffentlicht

.Die Belegschaft wählt daraus

die 3 besten Bilder, welche prämiert

werden und als Titelfoto´s der nächsten

Ausgaben von “Ohne Filter” erscheinen.

Kleine Gewinne für die Siegerbilder gibt

natürlich auch noch

Also Fotoapparat rausholen und

“Fotografieren

Marsch,Marsch”

18

5.Ausgabe August

2004


OHNE FILTER

PANNE – WAS TUN ?

Hilfe per Handy – Notfallnummer

Stellen Sie sich vor, es

ist mitten in der Nacht,

das Wetter ist schlecht,

Sie sind irgendwo in der

Pampa unterwegs. In

der Gegend kennen Sie

sich eigentlich gar nicht

aus – ein extrem unpassender

Moment für eine Auto –

Panne. Kein Problem – auf Wunsch

werden Sie einfach geortet.

Autopanne oder Unfall ! Und weit und

breit keine Notrufsäule in Sicht ?Dann

rufen Sie die Handy – Notrufsäule an.

Die Nummer lautet:

0800 668 3663

Größter Vorteil: Sie können mitsamt ihrer

Panne auf Wunsch geortet werden.

In jedem Mobilfunknetz zuverlässig:

Dieses Verfahren funktioniert nicht auf

den Meter genau, sondern hat eine

Ungenauigkeit von etwa 400 bis 600

Metern in der Stadt. Wenn Sie eine

Panne auf dem Land haben, wird es

ein bisschen ungenauer – aber das

heißt trotzdem: Man weiß wenigstens

ungefähr, wo Sie sind. In den meisten

Fällen hilft das natürlich. Beispiel: Sie

fahren auf der A 5 von Frankfurt nach

Basel. Bei einer Panne reicht die

Genauigkeit der Handyortung vollkommen

aus, um Sie schnell und sicher zu

finden.

Und: Diese Handy – Notrufnummer

kann noch mehr. Auf Wunsch schickt

man Ihnen den ACE oder auch jeden

anderen Schutzbrief – Partner vorbei.

Die Notrufnummer wurde vom

Bundesverband der Autoversicherer

eingerichtet.Nummer sofort einspeichern!

Fazit: Die Handy – Notrufnummer, die

Ihren Standort bei einer Panne orten

kann, gehört auf jeden Fall in jedem

Handy eingespeichert.

Die Ortung ist für den Anrufer kostenlos.

Um Missbrauch vorzubeugen, bekommt

der Anrufer eine SMS aufs

Handy.

Bewerbungsaktion Ausbildungsplätze 2005 gestartet:

69 Ausbildungsplätze im Werk

Für viele Jugendliche steht nach

den Sommerferien die Bewerbung

um einen Ausbildungsplatz als wichtigste

Aufgabe an.

Hier ein paar Informationen und Tipps

welche Berufe im Werk Rastatt ausgebildet.werden

und wie das Auswahlverfahren

stattfindet.

Welche Berufe werden ausgebildet?

Kraftfahrzeugmechatroniker/in + BK

8 Plätze

Kraftfahrzeugmechatroniker/in

8 Plätze

Fertigungsmechaniker/in

22 Plätze

Industrieelektroniker/in Fachrichtung

Produktionstechnik

5 Plätze

Industriemechaniker/in Fachrichtung

Betriebstechnik+ Berufskolleg

4 Plätze

Mechatroniker/in

12 Plätze

Werkzeugmechaniker/in Fachrichtung

Stanz und Umformtechnik

1 Platz

Kaufmann/Frau Bürokommunikation

2 Plätze

Verfahrensmechaniker/in Beschichtungstechnik

3 Plätze

BA Studenten Fahrzeugtechnik /

Maschinentechnik

4 Plätze

Welche Bewerbungsunterlagen

benötigt man um sich zu Bewerben?

Vorgedruckte Bewerbungsunterlagen

können im Personalbereich und beim

Betriebsrat abgeholt werden.

Dazu Passbild und einen Lebenslauf

sowie die Zeugnisse von 2003 + 2004.

Wie geht es nach der Abgabe weiter?

Anhand der Zeugnisse erfolgt eine

Vorauswahl. Die festgelegten Notendurchschnitte

könnt ihr beim Betriebsrat

und Personalbereich erfragen.

Bei positivem Notendurchschnitt erfolgt

dann die Einladung zum Eignungstest.

Hier wird auch handwerkliches

Geschick abgeprüft. Im Anschluss an

die Tests findet ein Einzelgesprächstatt.

Die Bewerbungsaktion läuft seit

01.07.04 bis 14.01.05 für eine Technische

Berufsausbildung. Die Bewerbungsaktion

für eine Kaufmännische

Berufsausbildung läuft seit 01.07.04 bis

16.09.05 Bei Fragen die ihr habt kommt

einfach auf die Berufsbildungskommission

des Betriebsrats zu.

Wir helfen euch gerne weiter.

Eurer

KBQ Vorsitzender

M.Lehmann

T. 22732

michael.lehmann@daimlerchrysler.com

5.Ausgabe August

2004 19


OHNE FILTER

Jörg Hofmann IG Metall Bezirksleiter Baden Württemberg

Wir sollten also aufhören, darüber

zu klagen,...

Auszug:

Wir haben nach schwierigsten

Verhandlungen gemeinsam mit dem

Gesamtbetriebs-rat und - was noch

wichtiger ist - mit eindrucksvoller

Unterstützung der Belegschaften der

DaimlerChrysler-Werke einen vertretbaren

Kompromiss erzielt. Dieser

enthält Vereinbarungen zur Sicherung

der Einkommen sowie Beschäftigungssicherung

ge-koppelt

mit entsprechenden belastbaren

Investitionszusagen.

Wir haben uns als IG Metall in drei

wesentlichen Punkten behauptet.

Dies sind die langfristige Sicherung der

Arbeitsplätze und des Einkommens der

160 000 Beschäf-tigten und die Abwehr

der Angriffe des Vorstandes auf unser

Tarifvertragssystem.

Wem es in diesen Zeiten, in denen die

Menschen immer wieder mit dem

Verlust ihrer Existenz bedroht werden,

gelingt, 7 Jahre Beschäftigungssicherung

zu vereinbaren, ist seiner arbeitsmarktpolitischen

und gesellschaftspolitischen

Verantwortung mehr als gerecht

geworden.

Der Preis, den die Belegschaft dafür

entrichten muss, ist hoch und schmerzt

uns - das ist keine Frage.

Wir haben uns für den Weg der langfristigen

Beschäftigungs- und Einkommenssicherung

entschieden, weil wir

damit auch die Sicherheit haben, dass

das Unternehmen nicht jedes Jahr mit

neuen Forderungen an die Belegschaft

herantritt und mit dem Verlust von

Arbeitsplätzen droht.

Und wir haben mit den dazugehörigen

Investitionsentscheidungen den Grundstein

für eine bundesweite langfristige

Sicherung der DaimlerChrysler-Standorte

gelegt. Dies ist in Anbetracht der

Leistungsfähigkeit der Standorte auch

die richtige Entscheidung, wir haben

hier qualifizierte Belegschaften mit einer

hohen Motivation und einer hohen

Produktivität.

Es gab in den Fragen der Erholzeitpausen

und der Schichtzulagen harte

Auseinandersetzungen mit dem

Vorstand.

Wir haben uns aber letztendlich darauf

verständigt, keine Eingriffe in bestehende

Tarifverträge vorzunehmen.

Insbesondere die Erholzeiten spielen

im betrieblichen Ablauf bei immer kürzeren

Arbeitstakten eine wichtige Rolle

für die Ausgestaltung einer humanen

Arbeitswelt.

Wir reden hier von Menschen und

nicht von Automaten,

und wir reden von Menschen die

zukünftig immer länger im Erwerbsleben

stehen müssen.

Daher ist diese Erholzeit kein Relikt

vergangener Jahrzehnte, sondern auch

heute noch ein wichtiges Element der

Arbeitsgestaltung.

Wir haben außerdem in diesem

Verhandlungspaket noch einige wichtige

Ergänzungstarifverträge

abgeschlossen, über die wir schon

mehrere Monate verhandelt haben.

Es wird in der Öffentlichkeit jetzt sicher

die Frage nach Siegern und Verlierern

gestellt werden.

Die Antwort ist einfach,

die Gewinner sind die Beschäftigten

und ihre Familien.

Niemand muss sich mehr fragen, ob er

wohl einer der über 10.000 Menschen

ist, die zukünftig nicht mehr gebraucht

werden. Niemand muss sich mehr fragen,

ob sein Standort in den nächsten

Jahren noch existiert, ob sein Einkommen

sicher ist und inwieweit er privat

überhaupt noch planen kann.

Es ist ein typische Pattsituation für das

Unternehmen und uns. Der Vorstand

hat einen erheblichen Teil seiner Kostenersparnis

erreicht und wir haben uns

in der Frage der Beschäftigungs- und

Einkommenssicherung und des Erhaltes

der Tarifverträge durchsetzen

können.

Diese Vereinbarung macht auch

deutlich, dass unser Tarifsystem

trotz oder gerade wegen unserer öffentlich

geführten

Auseinandersetzungen funktioniert.

Es werden damit auch alle diejenigen

eines Besseren belehrt, die die ganze

Zeit davon reden, dass unser

Tarifsystem nicht mehr zeitgemäß ist.

Das Beispiel Daim-lerChrysler zeigt,

dass wir durchaus in der Lage sind,

auch komplexe Themen gemeinsam zu

lösen.

Dienstleistungs-Tarifvertrag (DL-TV):

Lassen sie mich auch ein Wort zu dem

schwierigen Thema DL-TV sagen. Seit

Jahren gibt es geradezu einen

Wettbewerb zwischen den großen

Unternehmen, wie durch Auslagerung

von Dienstleistungsbereichen in tariflich

nicht oder deutlich schlechter regulierte

Branchen Kosten gespart werden kön-

20

5.Ausgabe August

2004


OHNE FILTER

IG Metall Pressedienst

...Beschäftigte werden verunsichert, ...

nen. Die Leidtragenden sind

die Be-troffenen, die in aller

Regel schlechter verdienen

und länger arbeiten müssen.

Von Weihnachts- und

Urlaubsgeld oder gar einer betrieblichen

Gewinnbeteiligung

können sie nur träumen.

Die Betriebsräte konnten diesen

Ausgliederungen nur mit

der Faust in der Tasche zusehen,

rechtliche Möglichkeiten

dies zu verhindern, hatten Sie

nicht.

Dem wollten IG Metall und

GBR bei DaimlerChrysler

nicht länger zusehen.

Einerseits gilt es, die dort betroffenen

Menschen im

Unternehmen und damit der

Zu-ständigkeit der Betriebsräte,

im Geltungsbereich der

Betriebsvereinbarungen und

der betrieblichen Altersversorgung

zu halten.

Andererseits müssen dafür tariflich

abgesicherte

Beschäftigungsbedingungen

gefunden werden, die zwischen

dem Niveau der Metall- und Elektroindustrie

und dem der vergleichbaren Dienstleistungsbranchen

liegen.

Ich meine, mit dem vorliegenden DL-TV ist

uns dies gelungen. Und selbstverständlich

verliert niemand, der heute in diesen

Bereichen beschäftigt ist, Geld.

Denn die derzeitigen Belegschaften bleiben

mit ihrem bisherigen Einkommen abgesichert

und sind weiterhin vollwertige

Beschäftigte DCAG mit Betriebsrenten,

Ergebnisbeteiligungen usw.

Und noch etwas: Da die örtlichen

Betriebsräte durch freiwillige Betriebsvereinbarung

darüber entscheiden, ob

ihre DL-Bereiche in den Geltungsbereich

des DL-TV über-führt werden, haben sie

eine gute Möglichkeit, über das

Zurückholen bereits fremd vergebener

DL-Tätigkeiten zu verhandeln.

Bezahlte 40 Stundenwoche in

Forschung, Entwicklung und zentraler

Planung

Hier haben wir bereits bei anderen

Unternehmen wie zum Beispiel bei Bosch

oder Carl Zeiss Ergänzungstarifverträge

mit Arbeitszeiten bis zu 40 Stunden abgeschlossen.

Grund dafür ist, dass es in diesen Bereichen

einen objektiven Mangel an qualifizier-ten

Arbeitskräften gibt. Dies führt dazu, dass die

im Tarifvertrag vorgesehene 18% Quote überschritten

wird.

Aus diesem Grund haben wir für die

DCAG einen Ergänzungstarifvertrag zur

Ermöglichung einer bezahlten 40-

Stundenwoche für diese Bereiche abgeschlossen.

Dabei geht es um einen Arbeitszeitkorridor

von 30 bis 40 Stunden. Die Ausweitung auf 40

oder die Reduzierung auf 30 Stunden unterliegt

der doppelten Freiwilligkeit. Sie erfordert

im Einzelfall die Zustimmung des Arbeitgebers

und des Beschäftigten.

Eingebaut in diesen Tarifvertrag wurde

wie bei Bosch oder Zeiss eine Regelung,

die die Situation des Arbeitsmarktes

im Auge hat. Sollte sich die

Arbeitsmarktsituation für diesen Personenkreis

erheblich verschlechtern,

kann der Betriebsrat eine Revision dieser

Regelung verlangen.

Auch dieses Beispiel zeigt, wie flexibel

unser jetziges Tarifsystem auf

die Situation des Arbeitsmarktes

und der Betriebe reagieren kann.

Zur wirtschaftlichen Situation in

Baden-Württemberg

Wer in den letzten Wochen die

Diskussionen um die wirtschaftliche

Situation und Wettbewerbsfähigkeit der

Metall- und Elektroindustrie in

Deutschland und besonders in Baden-

Württemberg verfolgt hat, kann zu dem

Schluss kommen, dass wir uns in einem

Tal des Elends und der

Hoffnungslosigkeit bewegen.

Ich unterstelle niemand, dass er diese

Diskussion bewusst so führt, um ein

Klima der Angst und Verzagtheit um die

eigene Existenzgrundlage zu erzeugen.

Aber genau dies lösen solche

Diskussionen aus:

Beschäftigte werden verunsichert,

die Angst um den Arbeitsplatz

wächst und die Bereitschaft, Geld

auszugeben, um Anschaffungen zu

tätigen, sinkt - mit verheerenden Folgen

für den Binnenmarkt.

Wir sollten also aufhören, darüber zu

klagen, dass die baden-württembergische

Me-tall- und Elektroindustrie ein

Sanierungsfall sei, sondern stolz auf

die Leistungsfähigkeit der Betriebe und

ihrer Belegschaften sein....

Originaltext unter: www.IGMetall.de

5.Ausgabe August

2004

21


OHNE FILTER

Betriebliche Veränderungs- und

Flexibilisierungsprozesse führen zu zahlreichen gesundheitlichen

Beschwerden !

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht

mag eine flexibilisierte Arbeitsorganisation

Vorteile im globalen

Wettbewerb bringen. Hinsichtlich

des Arbeitsschutzes ist allerdings zu

fragen, wie sich flexible Arbeit und

Beschäftigung auf physisches, psychisches

und soziales Wohlbefinden

der Arbeitnehmer auswirken.

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz

und Arbeitsmedizin (BAuA) vergleicht

deshalb in einer Studie die

Belastungssituation von Beschäftigten

in befristeten und unbefristeten

Arbeitsverhältnissen

und fragt nach

den Beanspruchungen,

die sich aus individueller

Arbeitszeitdauer und

Arbeitszeitlage ergeben..

Das Ergebnis dieser detaillierten

Analyse ist

ernüchternd: "Auch am

Übergang von der

Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft

kann von einer Humanisierung

der Arbeit

nicht die Rede sein".

Durch diesen Strukturwandel verringert

sich statistisch zwar die Belastung

durch Lärm oder gefährliche Stoffe.

Nach wie vor sind jedoch auch in

Dienstleistungsberufen monotone, sich

ständig wiederholende Tätigkeiten verbreitet.

In den körperlich ohnehin belasteten

gewerblichen Berufen treten verstärkt

psychische Anforderungen hinzu.

Besondere Aufmerksamkeit wird in

dem Forschungsbericht den

Belastungen geschenkt, die

Fristverträge, Leiharbeit und lange oder

unregelmäßige Arbeitszeiten mit sich

bringen. Dabei werden Faktoren wie

beispielsweise Alter, Beschäftigungsdauer

und Arbeitszeit berücksichtigt.

Psychisch belastend sind Ängste

vor Verlust oder Nichtverlängerung

des Vertrages ebenso wie die charakteristischen

Integrationsprobleme

und wechselnden Anforderungen,

wie sie für Leih- und Zeitarbeitnehmer

typisch sind.

Bei ihnen sind auch die körperlichen

Belastungen überdurchschnittlich hoch

- offenbar bilden sie die Randbelegschaften,

denen die "Knochenarbeit"

übertragen wird.

Durch eine komplexe statistische

Bearbeitung des umfangreichen

Datenmaterials kommen die Autoren zu

folgenden Aussagen:

* Betriebliche Veränderungs- und

Flexibilisierungsprozesse führen zu

zahlreichen gesundheitlichen Beschwerden.

* Die Zunahme von Stress und

Arbeitsdruck, Umstrukturierungen

und das wachsende Risiko

arbeitslos zu wer den spielen dabei

eine bedeutende Rolle.

* Die Anhäufung physischer

Belastungen verursacht psychische

Belastungen.

* Befristete Arbeitsverhältnisse

führen zu häufigeren Krankheitsfällen.

Befristet Beschäftigte, die keine ABM-

Stellen haben, unterliegen hohen psychischen

Belastungen.

Dies gilt auch für die Gruppe der

Leiharbeiter.

Das Arbeitszeit- und Nachtarbeitsvolumen

hat Einfluss auf Erkrankungen

und deren Dauer.

Die Autoren sind sich der begrenzten

Belastbarkeit reiner

Repräsentativstatistiken durchaus

bewusst - im Kern deuten

die Ergebnisse ihrer Arbeit

aber auf eines hin:

Die Auswirkungen flexibler

Arbeitsformen scheinen einer

ganzheitlichen, persönlichkeitsfördernden

Arbeitsgestaltung

entgegen zu stehen.

Deshalb plädieren die Autoren

für eine neue Balance zwischen

Unter- und Überforderung,

zwischen "zu viel" und "zu wenig"

Arbeit.

Auch Qualitätsarbeit ist ein wichtiger

Wettbewerbsfaktor. Ob sie ohne eine

gute Qualität der Arbeit zu erreichen

ist, erscheint zumindest zweifelhaft.

Weitere Pressemitteilungen der

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und

Arbeitsmedizin finden Sie auf unser

Homepage im Internet unter:

Quelle:http://www.baua.de/news/

Betriebsrat Werk Rastatt

Kommission für Arbeits-Umweltund

Gesundheitsschutz

22

5.Ausgabe August

2004


OHNE FILTER

Wacht endlich auf!

Arbeitnehmer sind selber Schuld?

Gefunden im WorldWideWeb

von: rote-amazone 21.07.04, 10:42

Jetzt schreien alle Arbeitnehmer und

Medien nach einer starken Gewerkschaft.

Da wird vom Gesichtsverlust

der Gewerkschaft geredet, wenn sie

"einknicken". Was für ein geistiger

Müll gelabert wird, ist ja unerträglich.

Scheinheilig und widerlich ohnehin.

Nun muss doch jedem halbwegs intelligentem

Menschen endlich ein

Licht aufgehen.

Die Gewerkschaft ist nur so stark,

wie die Arbeitnehmer/innen sie

macht, indem sie / er Mitglied ist.

Der pur Egoismus hat die Menschen

austreten lassen, um die Vorteile von

Lohn und Gehaltserhöhungen und

Arbeitszeitverkürzung kostenlos zu

kommen.

Nun sind die Gewerkschaften geschwächt,

weil ihr die Mitglieder fehlen.

Den Arbeitgeber freut dieser Zustand

diebisch. Die Medien lassen sich instrumentalisieren

und blasen in das gleiche

Horn. Und was macht der

Arbeitnehmer?

Anstatt in Scharen den

Gewerkschaftsbüros die Bude einzurennen

lässt er sich zur Schlachtbank

führen.

Wacht jetzt endlich auf! Wenn die 50

Stundenwoche gilt, nur noch 15

Urlaubstage, keine gesetzlichen

Feiertage, Streikverbot gilt und der

Kündigungsschutz aufgehoben ist,

dann ist es zu spät.

Wer glaubt, das auch nur ein neuer

Arbeitsplatz geschaffen wird, wenn er

50 Std. arbeit, der glaubt noch an den

Weihnachtsmann.

Arbeiter vereinigt Euch und legt die

Siemens, Mercedes, VW und wie sie

alle heißen, lahm. Die Franzosen und

die Italiener machen es uns mit ihren

Generalstreiks vor.

Quelle:

http://forum.zdf.de/frontal21/foren/F832

/msg71203.php

bw

"Supermanager verdienen Unmengen?"

Ihre Meinung zählt!

Die Arbeiter bei Mercedes haben

jetzt das Gefühl, dass sie für das

Missmanagement des Vorstandes

gerade stehen sollen.

Ein wütender Arbeiter meint: "Unsere

Supermanager verdienen Unmengen

an Gehältern und sind eigentlich dafür

da, Märkte in dieser Welt zu erschließen,

dass wir als Weltkonzern

überall unsere Arbeit und unser Brot

haben.

Was die aber machen ist, Standorte

gegeneinander auszuspielen."

Seit einigen Wochen führt die Öffentlichkeit

nun eine Diskussion über die

hohen Gehälter deutscher Manager.

Derzeit verdient z.B. ein Bank Manager

das ca. 240 fache eines seiner

Angestellten. Weit über 10 Mio. €uro.

Wirtschaftswissenschaftler haben neue

Vorschläge für die Zusammensetzung

der Managergehälter gemacht:

"Wenn das Durchschnittseinkommen

der Beschäftigten bei 31000 € / Jahr

liegt so darf das, vom Aufsichtsrat bestimmte

Vorstandsgehalt max. das 150

fache betragen."

Damit würden die Vorstandgehälter

zwischen 3,5 Mio. und 4,8 Mio.

€uro/Jahr liegen.

Ist das ausreichend?

Was sagen Sie dazu?

Schreiben Sie uns Ihre Meinung.

per email an:

redaktion.ohnefilter@daimlerchrysler.com

oder per Post an:

"Ohne Filter"

Redaktion

DaimlerChrysler AG

HPC: BR

76432 Rastatt

bw

5.Ausgabe August

2004

23


IG Metall-Frauen aus Baden-Württemberg setzen Akzente!

Preisausschreiben

Seit Jahren stehen wir kritisch zum DGB-Motto anlässlich des

8. März - Internationaler Frauentag,

deshalb wollen wir einen eigenen Vorschlag unterbreiten.

Vorschlag für ein Thema:

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sowie Motto-Slogan:

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________________________________________________________________________________

Bitte direkt bei den Betriebsrätinen abgeben oder einsenden an:

IG Metall Vwst. Gaggenau, Kerstin.K. Bender, Hauptstr.83, 76 Gaggenau

Am 7. September 2004 tagt eine Jury des Bezirksfrauenausschusses.

Die 3 besten Vorschläge werden prämiert und im Oktoberheft der IG Metall veröffentlicht.

for women only !

http://www.igmetall.de/frauen/

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