Logistik Hall of Fame Magazin 2014

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LOGISTIK HALL OF FAME

MAGAZIN

www.logistikhalloffame.de ISSN 2198-0179 November 2014 D/A/CH 49,00 €

16 Laudationes Bernard Krone, Rüdiger Grube, Werner Gockeln, Marcel Frings,

Christian Jacobi, Matthias Wissmann, Norbert Rollinger

32 Aus dem Netzwerk Standpunkte der Jury und Unterstützer

47 Helden der Logistik Die Mitglieder der Logistik Hall of Fame und ihre Geschichten

Wir

gratulieren!

Seite 6

Mitglied 2014:

Gottlieb Daimler

Erfinder des LKW


Ein Unternehmen der

R+V Versicherungsgruppe

Ein starkes Team zum

Schutz der Unternehmen!

KRAVAG und SVG gratulieren

Daimler zur Aufnahme ihres

Gründers in die Hall of Fame.

www.kravag.de

www.svg.de


Grußwort

Mitstreiter,

Partner,

Schirmherr.

von Alexander Dobrindt

Wer sich in der Logistikbranche engagiert,

leistet seine Arbeit meist jenseits

großer öffentlicher Wahrnehmung. Sein

Beitrag ist dennoch unverzichtbar. Denn

Logistiker sorgen weltweit dafür, dass

Produktionsprozesse, Lieferketten und

Datenströme eines globalisiert arbeitsteiligen

Wirtschaftsgefüges nahtlos ineinander

greifen.

Nicht ohne Grund ist die Logistikbranche

mit mehr als 2,8 Millionen Beschäftigten

heute die drittgrößte Branche unserer

Volkswirtschaft – Tendenz steigend. Auch

die Weltbank bescheinigt uns: Deutschland

hat seinen Platz als Logistikweltmeister

zurückerobert – ein Testat, auf das unser

Land stolz sein kann.

Alexander Dobrindt MdB

Bundesminister für Verkehr und

digitale Infrastruktur

Es ist gut, dass die Logistik Hall of Fame

das herausragende persönliche wie unternehmerische

Engagement von Menschen

würdigt, die sich um die Weiterentwicklung

dieser Schlüsselbranche verdient

machen. Denn diese Persönlichkeiten

festigen zugleich die Leistungsfähigkeit

des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Es

ist wichtig, diese Verdienste in den Fokus

unserer Aufmerksamkeit zu rücken. Zugleich

wird unser Blick auch darauf gelenkt,

dass die Leistungen in der Logistik

immer auch Gemeinschaftsleistungen

Vieler sind und verlässliche politische

Rahmenbedingungen bauchen.

Als Bundesminister für Verkehr und

digitale Infrastruktur bin ich ein überzeugter

Mitstreiter und Partner der Logistik

und gerne Schirmherr der Logistik

Hall of Fame.

Seite 3


Inhaltsverzeichnis

Inhalt

3 Alexander Dobrindt Mitstreiter, Partner, Schirmherr.

5 Anita Würmser People Business

8 Mitglied der Logistik Hall of Fame 2014 Gottlieb Daimler

14 Wir erlauben uns ein „Interview“ mit Gottlieb Daimler

Kommentare

16 Bernard Krone King of the Road

18 Rüdiger Grube Jede Menge Daimler-Benz in DB

20 Werner Gockeln Ein echter Gewinn

22 Marcel Frings Pionier und Botschafter

24 Christian Jacobi Inspirator für eine ganze Industrienation

26 Matthias Wissmann Das war der Anfang der beispiellosen Erfolgsgeschichte

28 Norbert Rollinger Nehmen wir uns ein Beispiel an diesem großen Mann

30 Dinge, die uns überzeugen – Kriterien, nach denen die Jury entscheidet

31 Zehn Fakten zur Logistik Hall of Fame

32 Analysen und Standpunkte aus dem Netzwerk der Logistik Hall of Fame:

Was Juroren und Unterstützer zu sagen haben

40 Chronik – Meilensteine der Logistik und ihre Macher

47 Helden der Logistik – die Mitglieder der Logistik Hall of Fame

48 Detthold Aden

50 Helmut Baumgarten

52 Eugene Bradley Clark

54 Heinz Fiege

54 Hugo Fiege

56 Hermann Grewer

58 Michael ten Hompel

60 Reinhardt Jünemann

62 Peter Klaus

64 Klaus Michael Kühne

66 Malcom McLean

68 Taiichi Ohno

70 Hans-Christian Pfohl

72 Gottfried Schenker

74 Hanspeter Stabenau

76 William H. Tunner

78 Horst Wildemann

80 Logistik Hall of Fame – Gremien und Statuten

82 Impressum, Impressionen

86 Dorothee Bär Wir brauchen mehr Menschen mit Visionen, Ideen und Mut

Seite 4


Kommentar

People

Business

Editorial

„Mittlerweile bekommt jedes Konzept

einen Preis, dabei gibt es so viele Menschen,

die Großes für die Logistik geleistet

haben.“ Mit diesem beiläufigen Zitat

gab Detthold Aden vor mehr als einem

Jahrzehnt den Anstoß zur Gründung der

Logistik Hall of Fame. Seither ist es ihre

Mission, die großen Meilensteine der

Logistik zu dokumentieren, ihre Macher

auszuzeichnen und dadurch der Welt zu

zeigen, was Logistik leistet.

Gottfried Schenkers Garagen-Start-up

revolutionierte die Logistik, das Just

in Time-Konzept von Taiichi Ohno die

Automobilindustrie und BVL-Gründer

Hanspeter Stabenau die Community. Die

großartige Vom-Trucker-zum-Millionär-

Geschichte Malcolm McLeans, der mit

dem Container den Grundstein für den

Welthandel gelegt hat, bewegt ebenso

wie die von Luftbrückengeneral William

Tunner. Angefangen bei den genialen

Professoren und Erfindern, ohne deren

Forschungen Logistik wenig Zukunft hätte,

bis hin zu Unternehmern, die tagtäglich

Anita Würmser

Geschäftsführende Vorsitzende

der Jury

Logistikgeschichte schreiben. Es sind immer

die Menschen, die der Logistik ein

Gesicht geben. Sie machen aus Zahlen

und Fakten lebendige Geschichten, die

faszinieren.

In diesem Jahr reiht sich Gottlieb Daimler

in die Chronik der logistischen Meilensteine

ein. Aus den insgesamt 22 Vorschlägen

hat sich die Jury für eine historische

Person entschieden und es ist fast so, als

würde eine Lücke geschlossen. Zweifellos

waren am Bau des ersten LKW viele

Menschen beteiligt, doch Daimler hatte

die Idee, er hat sie getrieben, dafür

gekämpft und zieht mehr als 100 Jahre

später in die Logistik Hall of Fame ein.

Es mag Zufall gewesen sein, dass fast zeitgleich

zur Wahl der autonome Mercedes

„Future Truck 2025“ Weltpremiere feierte.

Als Mitglied der Jury bin ich überzeugt

davon, dass die 38 Juroren dies zum Anlass

genommen haben, die Bedeutung des

Nutzfahrzeuges für die Entwicklung der

Logistik in der Vergangenheit zu würdigen

und gleichzeitig den Blick nach vorne

zu richten. Daimlers Erben werden das

Nutzfahrzeug, und damit auch die Logistik,

in eine neue Zukunft führen. Eine

Erfolgsgeschichte, die noch geschrieben

werden muss.

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Rubrik

Gottlieb Daimler,

Mitglied der Logistik Hall of Fame 2014


gratulieren!

Cornelius Geber

CG Beteiliungs-

& Management GmbH

wuermser

communications

Unterwegs nach morgen


Gottlieb Daimler – Mitglied 2014

Gottlieb

Daimler

Erfinder des LKW und Pionier des modernen Güterkraftverkehrs

Mitglied der Logistik Hall of Fame 2014 (postum)

„Das Beste – oder nichts“...

Über seine Aufnahme in die Logistik

Hall of Fame hätte sich Gottlieb Wilhelm

Daimler (* 1834; † 1900) möglicherweise

ein wenig gewundert. Er selbst sah sich

als Ingenieur, Konstrukteur und Industrieller.

Doch der von ihm erfundene

LKW machte ihn zu einem Pionier des

modernen Güterverkehrs, der die Basis

für alle logistischen Netze gelegt hat.

Der weltweit erste LKW war sozusagen

ein Spätwerk. Gottlieb Wilhelm Daimler

war 62 Jahre alt und auf dem Zenit seiner

Karriere, als ihm der große Coup gelang.

Am 1. Oktober 1896 lieferte die Daimler-

Motoren-Gesellschaft den ersten LKW der

Welt aus. Das Premierenmodell wurde

durch einen 4 PS starken Zweizylindermotor

angetrieben und war immerhin

für eine Nutzlast von 1500 kg ausgelegt.

Daimler begründete damit gleichzeitig die

große deutsche Tradition im Export von

Lastwagen. Für 4600 Goldmark wurde das

So lautet das Credo von Gottlieb

Wilhelm Daimler. Er war deutscher

Ingenieur, Konstrukteur und Industrieller

und gilt als Erfinder des LKW

und Pionier des modernen Güterkraftverkehrs.

Gottlieb Daimler kann

für sich in Anspruch nehmen, das

erfolgreichste Verkehrsmittel im

Gütertransport entwickelt und gebaut

zu haben. Für diese Leistung

wurde er von den 38 Juroren in die

Logistik Hall of Fame gewählt.

Fahrzeug an die British Motor Syndicate

nach London verkauft. Die Kunden von

der Insel waren zufrieden. Sie bekamen

Qualität nach Daimlers Motto: „Das Beste

– oder nichts“.

Von der Anmutung erinnerte der erste

motorisierte Lastesel für die Straße allerdings

eher an eine Pferdekutsche. Der

Motor saß unter der Hinterachse, das

Fahrzeug schaffte laut Produktbeschreibung

gerade einmal 16 km/h, andere

Quellen sprechen gar von nur 10 km/h.

Steigungen bis zu zehn Prozent schaffte

das Gefährt – allerdings nur, wenn es

nicht voll ausgelastet war. Und doch: Die

Flexibilität und die Leistungsfähigkeit

des neuen Fahrzeugtyps sorgten dafür,

dass seine Nachfahren sich als Landverkehrsträger

Nummer eins etablierten.

Heute sind allein in Deutschland mehr

als 2,6 Millionen LKW aller Gewichtsklassen

zugelassen. Sie sind das Rückgrat

des Transports und damit der modernen,

arbeitsteiligen Wirtschaft. Mehr als 70

Prozent der Verkehrsleistung im deutschen

Güterverkehr werden von LKW

erbracht.

Gottlieb Daimler hatte so einen Boom

in keiner Weise erwartet. Er soll gesagt

haben: „Die weltweite Nachfrage nach

Kraftfahrzeugen wird eine Million nicht

überschreiten – allein schon aus Mangel

an verfügbaren Chauffeuren“. Und diese

Prognose bezog die PKW mit ein. Anderen

Quellen zufolge soll er den Bedarf

sogar weltweit bei nur 5000 Fahrzeugen

gesehen haben.

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Gottlieb Daimler – Mitglied 2014

Gottlieb Daimler (1834–1900)

als 30-jähriger technischer

Zeichner.

Daimlers Werkstatt im

Cannstatter Gartenhaus.

Automobilausstellung in

Paris, Juni 1898. Hier stellten

(vr.) Gottlieb Daimler, sein

engster Mitarbeiter Wilhelm

Maybach und Meister Bauer,

den 5-t-Lastwagen mit

2-Zylinder-Phönixmotor vor.

Wer aber war dieser Gottlieb Wilhelm

Daimler, der die Vision einer motorisierten

Gesellschaft hatte und gleichzeitig

das technische Genie, diese in die Tat

umzusetzen?

Daimler wurde am 17. März 1834 in

Schorndorf bei Stuttgart geboren – mitten

in die Zeit der Restauration. Die deutschen

Fürsten versuchten, ihre während

der französischen Revolution und der

napoleonischen Besatzung ins Wanken

geratene Machtposition mit eiserner Hand

zu festigen. Das Zeitalter politischer Starre

ging einher mit dem Fortschreiten der industriellen

Revolution und wirtschaftlicher

Liberalisierung. Im Geburtsjahr Daimlers

wurde auch der Deutsche Zollverein

gegründet, um den Handel zwischen den

deutschen Kleinstaaten zu vereinfachen.

Ermutigend für alle, die nicht den direkten

Weg über das Abitur und die

Universität in die Chefetage eines Wirtschaftsunternehmens

finden: Gottlieb

Daimler war Absolvent des „zweiten

Bildungsweges“, wie man heute sagen

würde. Er schloss mit 14 die Lateinschule

ab und ließ sich zum Büchsenmacher

ausbilden. Nach seiner Gesellenprüfung

im Jahr 1852 besuchte er die staatliche

Fortbildungsschule in Stuttgart. Dort

wird Ferdinand Steinbeis, der berühmte

württembergische Wirtschaftspolitiker

und Reformator, auf ihn aufmerksam. Er

vermittelt ihn für vier Jahre an eine Maschinenfabrik

ins Elsass, wo er nebenbei

theoretischen Unterricht bekommt, der

ihn auf ein Studium vorbereitet.

An der Polytechnischen Schule in Stuttgart

absolviert Daimler mit Erfolg ein

Ingenieursstudium. Was dann folgt,

würden heutige Studenten als Auslandspraktikum

oder „Travel and Work“ bezeichnen:

Von Mitte 1860 bis Ende 1862

lernt er in Paris, Oldham, Leeds, Manchester

und Coventry französische und

englische Industriebetriebe kennen. Dieser

internationale Schliff wird sich später

noch für ihn auszahlen.

Anfang 1863 ist Daimler dann zurück in

Schwaben und tritt eine Stelle als Zeichner

in einem Vorläuferunternehmen der

Württembergischen Metallwarenfabrik

(WMF) an. Kaum auszudenken, wenn

er sich dort wohl gefühlt hätte – möglicherweise

wären Kochtöpfe und Bestecke

„made in Germany“ Deutschlands Exportschlager

geworden. Doch noch im selben

Jahr wechselt er als Werkstätteninspektor

in die Maschinenfabrik des Bruderhauses

in Reutlingen. Das Bruderhaus war eine

karitative Einrichtung, in der Waisenkinder

aus armen Familien Erziehung

und Ausbildung erhielten. Eines dieser

Waisenkinder ist der 12 Jahre jüngere

Wilhelm Maybach, der als technischer

Zeichner und Konstrukteur in der Maschinenfabrik

arbeitet. Er wird Daimlers

Assistent – und bleibt über Daimlers nahezu

gesamten beruflichen Lebensweg

ein enger Weggefährte.

Privat bindet sich Daimler im Alter von

33 Jahren: Er heiratet die Apothekers-

Tochter Emma Kurz, mit der er drei Söhne

und zwei Töchter bekommt. Jetzt geht die

Karriere richtig los. Im Dezember 1868

tritt er seine erste Führungsposition als

Werkstättenvorsteher der Maschinenbau-

Gesellschaft in Karlsruhe an. 1872 dann

der nächste Schritt: Mit Wilhelm Maybach

wechselt Daimler als technischer Direktor

in die Geschäftsleitung der Gasmotorenfabrik

Deutz AG nach Köln. Dort treffen

sie auf eine weitere Automobillegende:

Nicolaus August Otto, der als Direktor

die kaufmännische Leitung innehat.

Geschäftlich erweist sich die geballte

Kompetenz der Automobillegenden

als voller Erfolg. Daimler und Maybach

führen geordnete Produktionsabläufe ein

und bauen eine Abteilung für Entwicklung

und Konstruktion auf. Die Produktionsund

Absatzzahlen steigen – ebenso die

Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit

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Gottlieb Daimler – Mitglied 2014

MItarbeiter der Daimler Motoren-Gesellschaft

am Seelberg in Cannstatt.

Der erste LKW der Welt.

Die Familie Daimler um 1885 auf der Terrasse

der Cannstatter Villa.

Gottlieb Daimler in

seinem Arbeitszimmer, um 1898.

der Motoren. Auch den von Otto erfundenen

und von der Gasmotorenfabrik

patentierten Viertaktmotor bringen

sie zur Serienreife. Doch zwischen dem

Autodidakten Otto und dem Ingenieur

Daimler stimmt trotz neun Jahren erfolgreicher

Zusammenarbeit die Chemie

nicht. Der Anstellungsvertrag bei Deutz

endet im Juni 1882. Daimler ist 48 Jahre

alt. Jahrelang hat er Führungspositionen

bei erfolgreichen Unternehmen bekleidet

und es zu einem Vermögen gebracht. Er

entscheidet sich zum Schritt ins freie Unternehmertum.

Im Frühjahr 1882 kauft

er für 75.000 Goldmark eine Villa in

Cannstatt. Das Gewächshaus des großen

Grundstückes erweitert er durch einen

Backsteinanbau und nutzt es als Versuchswerkstatt.

Wilhelm Maybach gehört zu

seinen ersten Angestellten.

Daimler hat eine Vision: Er will einen

kleinen, leichten Motor entwickeln, der

als Antrieb für verschiedenste Fahrzeugtypen

dienen soll: Kutschen, Schienenfahrzeuge,

Schiffe oder Luftschiffe. Als

Arbeitsverfahren schwebt ihm das Viertaktverfahren

vor, das er in Deutz zur

Marktreife entwickelt hat. Doch Daimler

muss erhebliche technische Probleme lösen

– beispielsweise in der Entwicklung

eines für hohe Drehzahlen geeigneten

Zündverfahrens und einer Methode zur

Steuerung der Ventile. Erschwerend hinzu

kommt, dass er um die im Besitz seines

einstigen Arbeitgebers Deutz befindlichen

Patente herumlavieren muss.

Am 16. Dezember 1883 lässt sich Daimler

schließlich einen ungekühlten, wärmeisolierten

Motor mit ungesteuerter

Glührohrzündung patentieren. Nur eine

Woche später trägt das Patentamt auch

den Schutz für eine Ventilsteuerung ein.

Daimlers Motor schafft 600 Umdrehungen

pro Minute und liegt damit deutlich

besser als die bisherigen Motoren, deren

Drehzahlgrenze bei 120 bis 180 u/min

landete. Der nächste große Schritt ist ein

Verfahren zum Verdunsten von Petroleum.

Das erlaubt es, Benzin als Kraftstoff

zu verwenden.

Nun wagen Maybach und Daimler den

Sprung vom Motor zum Fahrzeug. 1885

meldet Daimler ein Motorrad mit Holzrahmen

– das sogenannte Reitrad – zum

Patent an. In diese Zeit im Gewächshaus

fällt auch eine Anekdote. Nachbarn hören

bis in die Nacht metallene Geräusche

vom Daimler-Grundstück. Sie tippen auf

Falschmünzerei und informieren die Polizei.

Um Beweise zu sammeln, statten die

Beamten dem Daimler-Anwesen einen

nächtlichen Besuch ab – und zwar ohne

Durchsuchungsbefehl. Sie werden nicht

fündig, und Daimler verzichtet großmütig

auf eine Anzeige.

Im Frühjahr 1886 kommt es zu einer

weiteren Nacht- und Nebelaktion an

der Daimlerschen Villa. Im Schutz der

Dunkelheit wird eine Kutsche der Firma

Daimler Firma W. Wimpff & Sohn auf das

Grundstück gebracht. Neugierigen wird

gesagt, es handele sich um ein Geburtstagsgeschenk

für Daimlers Ehefrau Emma.

Doch nicht Emma Daimler soll getäuscht

werden, sondern etwaige Spione der Konkurrenz.

In der Maschinenfabrik Esslingen

lässt Daimler unter Maybachs Anleitung

einen Motor nebst Drehschemellenkung

einbauen. Die Daimler-Motorkutsche ist,

einige Monate nach dem dreirädrigen

Patent-Motorwagen von Carl Benz, das

erste Vierrad-Automobil der Welt.

Was eigentlich das Zeug zu einer Weltsensation

hat, lässt die deutsche Öffentlichkeit

inklusive möglicher Käufer zunächst

weitgehend kalt. Erfolgreich ist Daimler

dagegen auf Anhieb mit seinen Bootsund

Stationärmotoren. Daimler muss

wachsen und zieht im Juli 1887 in neue

Fabrikräume auf dem Cannstatter Seelberg

um. Er stellt 23 Arbeiter ein – und

schlittert in das Dilemma vieler Erfinder.

Für die Aufnahme einer Serienproduktion

reicht das Geld nicht aus. Daimler muss

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Gottlieb Daimler – Mitglied 2014

Investoren suchen. Diese findet er in Max

Duttenhofer, Generaldirektor der Köln-

Rottweiler Pulverfabrik und Wilhelm

Lorenz, Inhaber der Karlsruher Metallpatronenfabrik.

Am 28. November 1890

gründet das Trio eine Aktiengesellschaft

unter dem Namen Daimler-Motoren-

Gesellschaft (DMG). Leidtragender ist

Wilhelm Maybach, eigentlich als Technischer

Direktor vorgesehen. Ihm wird ein

unakzeptabler Arbeitsvertrag vorgelegt

und er scheidet im Groll aus.

Deutschland mag heute eine Automobilnation

sein – im ausgehenden 19. Jahrhundert

waren die konservativen Germanen

eher skeptisch gegenüber jeder Art von

Motorisierung. Die Geschäfte laufen eher

schleppend, aber durch Lizenzgeschäfte

mit französischen und US-amerikanischen

Unternehmen kommt die DMG

zunächst über die Runden. In den USA

arbeitet Daimler dabei mit dem legendären

amerikanischen Klavierproduzenten

William Steinway zusammen.

Immer deutlicher tritt Daimlers großes

Problem zutage. Seine körperliche

Konstitution ist alles andere als stabil.

Er leidet an Herzbeschwerden, beklagt

sich darüber, dass er nicht so viel arbeiten

kann, wie er möchte. Der Tod seiner

Frau Emma beraubt ihn einer stabilen

Säule. Auf einer Kur in Florenz im Frühjahr

1893 trifft der die 22 Jahre jüngere

Hoteliers-Witwe Lina Hartmann. Bereits

im Juli heiratet das ungleiche Paar. Auf

der Hochzeitsreise verbindet Daimler

das Angenehme mit dem Nützlichen. Es

geht zur Weltausstellung nach Chicago.

Zuhause herrscht bei Daimler wieder

Harmonie, dafür machen seine beiden

Daimlers erste LKW

Daimlers erster LKW hatte 4 PS, eine

Nutzlast von 1500 kg und wurde

umgerechnet für die stattliche Summe

von 45.000 Euro nach England

verkauft. Er sollte nicht lange ein

Unikat bleiben. In der Aufbruchstimmung

kurz vor der Jahrhundertwende

setzte auch die Wirtschaft auf

die Motorisierung des Transportwesens.

Im Jahr 1897 bietet die DMG unter

der Bezeichnung „Daimler – Geschäftswagen“

eine Lieferwagen-

Modellreihe für Nutzlasten von 500

bis 2000 kg an. Sie umfasst fünf

Typen mit 3 PS, 4 PS, 6 PS, 8 PS und

10 PS.

Auf der Automobil-Ausstellung in

Paris 1898 stellen Gottlieb Daimler

und Wilhelm Maybach ein neues

Lastkraftwagen-Modell für 5 Tonnen

Nutzlast vor. Der längsstehende

Viertaktmotor ist vorn unter einer

Motorhaube eingebaut, angetrieben

wird er über ein Zahnradwechselgetriebe,

Kardanwelle und Ritzel

auf die Hinterräder. Optisch ist dieser

LKW ein identifizierbarer Urahn

der modernen LKW-Generationen,

während die vorher verkauften Typen

eher an die Nachfahren der

Pferdekutsche erinnerten.

Quelle: Daimler AG

Geschäftspartner Lorenz und Duttenhofer

Probleme. Sie versuchen, Daimler aus

dem gemeinsamen Unternehmen zu drängen

und fahren dabei schwere Geschütze

auf. Sie drohen, das Unternehmen in den

Konkurs gehen zu lassen, wenn Daimler

nicht bereit ist, ihnen sein Aktienkapital

von umgerechnet 200.000 Euro und die

Rechte an seinen Erfindungen zu einem

Drittel des Nominalwertes abzutreten.

Daimler hat Angst, als Bankrotteur dazustehen

und willigt ein.

Für das Duo Lorenz/Duttenhofer erweist

sich der Rauswurf als klassisches Eigentor.

Der Aderlass an Innovationskraft

wirkt sich auch finanziell aus. Die beiden

Aktionäre versuchen, Maybach zu einer

Rückkehr zu bewegen – doch der will ohne

Daimler nicht. Schließlich geben Daimlers

ausländische Kontakte den Ausschlag.

Eine Gruppe britischer Industrieller unter

Leitung von Frederick W. Simms will die

Lizenzrechte an Daimlers Erfindungen

für Großbritannien kaufen und dafür

350.000 Goldmark zahlen. Unter einer

Bedingung: Daimler muss in das Unternehmen

zurückkehren. Zähneknirschend

willigen Duttenhofer und Lorenz ein.

Daimler wird in den Aufsichtsrat berufen

und bekommt seinen Aktienanteil zurück.

Die Geschäfte laufen nach der Rückkehr

Daimlers und Maybachs wieder, wozu

auch der erste LKW und seine Nachfolger

beitragen. Im März 1897 wird Daimler

Aufsichtsratsvorsitzender. Doch ihm bleiben

nur noch drei Jahre. Im Alter von 65

Jahren stirbt der geniale Ingenieur, erfolgreiche

Unternehmer und Pionier des

Straßengüterverkehrs. Den Siegeszug der

LKW hat er nur noch in den Anfängen

miterlebt. ∞

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Gottlieb Daimler Rubrik – Mitglied 2014

Gottlieb Daimler

Geboren am 17. März 1834 in Schorndorf

1848 Abschluss der Lateinschule, Lehre als Büchsenmacher

1852 Gesellenprüfung zum Büchsenmacher

1853 erste Anstellung in einer Maschinenfabrik

1857 Maschinenbaustudium an der Polytechnischen Schule in Stuttgart

1862 Konstrukteur bei der Metallwarenfabrik Straub

1865 Leiter der Maschinenfabrik des Bruderhaus-Waisenheims in Reutlingen

1869 Leiter der Werkstätten der Karlsruher Maschinenbaugesellschaft

1872 Wechsel zur Deutz AG, ab 1875 Leiter der Werkstätten

1882 Gründung der Cannstatter Versuchswerkstatt

1890 Gründung der Daimler-Motoren-Gesellschaft gemeinsam mit

Wilhelm Maybach, Max Duttenhofer und Wilhelm Lorenz

1894 Vorsitzender des Aufsichtsrats der Daimler-Motoren-Gesellschaft

1896 Bau des ersten motorisierten Lastwagens

1900 Gottlieb Daimler stirbt in Cannstatt

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Interview Rubrik

Wir erlauben uns

ein „Interview“ mit

Gottlieb Daimler

Herr Daimler, herzlichen Glückwunsch

zu Ihrer Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame.

Das sagt mir leider sehr wenig, junger

Mann. Ich wäre gern in die Ruhmeshalle

für Erfinder oder Industrielle eingezogen.

Dort ist Ihnen Ihr Platz ohnehin sicher.

Aus Ihrem Unternehmen ist längst ein

Weltkonzern geworden, und ihre Erfindungen

rund um das Fahrzeug haben

die Moderne geprägt.

Das freut mich zu hören. Aber was verschafft

mir die Ehre, in die Logistik Hall

of Fame einzuziehen?

Sie gelten als Erfinder des Lastwagens,

der sich zum weltweit führenden Transportmittel

für den Güterverkehr an Land

entwickelt hat.

Daran erinnere ich mich gut. Das war

ein kleines, aber feines Geschäft. Die

Engländer waren ganz scharf auf das

Fahrzeug und haben ein hübsches Sümmchen

bezahlt.

…4600 Goldmark, nach heutiger Kaufkraft

etwa 45.000 Euro …

Diskretion, junger Mann! Zu meiner Zeit

durften Journalisten noch nicht in den

Geschäftsbüchern herumstöbern. Ich habe

schon geahnt, dass es ein Erfolg wird. Die

Lastwagen waren schneller und um einiges

ausdauernder als Pferdekutschen. Ich

hätte gern noch daran weitergearbeitet.

Etwas kräftigere Motoren wären an den

Steigungen schon eine Hilfe gewesen,

und die Käufer fragten nach höheren

Nutzlasten.

Beides haben Ihre Nachfolger bestens

hinbekommen. Die LKW-Motoren im

Fernverkehr leisten 400 bis 500 PS –

teilweise auch mehr – und die Zuladung

beträgt ungefähr 25 bis 28 Tonnen. Das

von Ihnen gegründete Unternehmen

experimentiert sogar mit fahrerlosen

Trucks.

Das wurde aber auch Zeit. Ich habe damals

schon gesagt, dass der Markt begrenzt ist,

weil es nicht genügend geeignete Chauffeure

gibt.

Stimmt, Fahrermangel ist ein Thema.

Immerhin sind allein in Deutschland

2,6 Millionen LKW zugelassen. Und

im Europäischen Fernverkehr ist der

LKW völlig unverzichtbar.

Alle Wetter. Das hätte ich nicht gedacht.

Weil Sie den LKW nicht die für den

Fernverkehr erforderliche Reichweite

zugetraut haben?

Hören Sie mal! Ich bin Ingenieur. Natürlich

waren seit meiner Zeit dafür

einige Probleme zu lösen, aber meine

Nachfolger hatten ja auch mehr als 100

Jahre Zeit. Nein, was mich erstaunt ist,

dass es zwischen den Ländern Europas

und der Welt so einen intensiven Warenaustausch

gibt.

Dass Waren heutzutage schnell, kostengünstig

und flexibel von einem Ende

Europas an das andere gebracht werden

können, hat letztlich auch Ihre Erfindung

möglich gemacht. Nicht zuletzt deshalb

hat Sie die Expertenjury in die Logistik

Hall of Fame gewählt.

Darauf kann ich in der Tat stolz sein. An

internationalen Wirtschaftsbeziehungen

lag mir schon zu Lebzeiten sehr viel.

Richten Sie den Experten verbindlichsten

Dank für die Wahl aus. ∞

Seite 14


Interview

Seite 15


Kommentar

King of the Road

von Dr.-Ing. E.h. Bernard Krone

Kapitän der Landstraße – King of the Road, das wollte ich werden, das war mein

großer Jugendtraum. Deshalb habe ich als junger Mann auch den LKW-Führerschein

Klasse 2 gemacht, auf einem alten Magirus. Als ich dann mein Ingenieursstudium

in Köln begann, habe ich nebenher am Wochenende immer als LKW-Fahrer

ausgeholfen und beispielsweise Fisch für die Spedition Emons von Cuxhaven nach

Köln gefahren. Eines Tages – ich hatte gerade eine Abkantpresse nach Werlte gebracht

– da streifte ich auf der Rückfahrt einen PKW, der prompt im Graben landete.

Als ich es meinem Vater beichtete, stellte er mich daraufhin vor die Wahl:

Entweder solle ich weiterhin mein Geld als LKW-Fahrer verdienen oder

vielleicht doch lieber als Sohn von Bernard Krone. Ich habe mich für das Familienunternehmen

entschieden, selbstverständlich. Doch meine Begeisterung für das

LKW-Fahren und die Achtung vor der Leistung der LKW-Fahrer habe ich nie verloren.

Wer weiß, vermutlich hat auch diese Affinität für den Straßentransport dazu beigetragen,

dass wir uns bei Krone in den 70er Jahren für das zweite Standbein Nutzfahrzeuge

entschieden haben. Insofern zollen wir als Trailer-Hersteller, der ja heute noch von der

Erfindung des LKW profitiert, Gottlieb Daimler und seiner Erfindung des LKW

jeden Tag aus Neue unseren Tribut.

Ich persönlich würde mich sehr freuen, wenn die postume Ehrung von Gottlieb Daimler dazu

beiträgt, die Leistung des Gütertransports in den Fokus zu rücken und entsprechend zu

würdigen. Denn der kleine flexible LKW ist es doch, der tagtäglich die Waren zu den

Supermärkten und damit zu uns Kunden bringt. Das ist eine fantastische Leistung,

die wir uns alle ins Bewusstsein rufen müssen.

Seite 16


Dr. Bernard Krone

Vorsitzender des Beirats der

Bernard Krone

Holding GmbH & Co. KG

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Dr. Rüdiger Grube

Vorsitzender des Vorstands

Deutsche Bahn AG


Kommentar

Jede Menge

Daimler-Benz

in DB

von Dr. Rüdiger Grube

Deutschland hat in diesem Jahr einen großen

Titel zurückerobert. Nein, ich meine

nicht die gewonnene Fußballweltmeisterschaft.

Deutschland ist nach vier Jahren

von der Weltbank wieder zum Logistikweltmeister

gekürt worden!

Die heutige Stärke des führenden Logistikstandorts

ist zweifelsfrei das Verdienst

derer, die hierzulande einst die Weichen

für die Entwicklung der Mobilität und

damit auch für den Transport von Gütern

gestellt haben.

Gottlieb Daimler ist deshalb für mich

nicht nur der Erfinder des benzinbetriebenen

Autos, des Motorrads und des

Motorboots. Er bleibt bis heute auch ein

wichtiger Wegbereiter für den Transportund

Logistiksektor – dem drittgrößten

Wirtschaftszweig unseres Landes, der 2,8

Millionen Menschen beschäftigt.

Daher bin ich Gottlieb Daimler auch als

Vorstandsvorsitzender der Deutschen

Bahn sehr verbunden. Die Erfolgsgeschichte

unseres internationalen Logistikgeschäfts

wäre ohne den Pioniergeist

eines Gottlieb Daimler – wie auch seines

Logistik Hall of Fame-Gefährten Gottfried

Schenker – undenkbar.

Nicht ohne Grund steckt im Kürzel „DB“

noch immer jede Menge „Daimler-Benz“.

Der Großteil unserer 28.000 LKW im

europäischen Landverkehr trägt einen

silbernen Stern. Im Schienengüterverkehr

transportiert die Deutsche Bahn für

Daimler Fertigfahrzeuge und Ersatzteile

quer durch Deutschland und Europa –

per Luft- und Seefracht sogar weltweit.

In Bremen entsteht derzeit noch ein neues

DB-Autoterminal mit Gleisanschluss

direkt neben dem Mercedes-Benz-Werk

mit einer Lager- und Umschlagfläche

für bis zu 2000 Fahrzeuge. Darüber hinaus

forschen wir gemeinsam mit der

Fraunhofer-Gesellschaft intensiv an der

Zukunft der Logistik im digitalen Zeitalter.

Ich bin mir sicher, dass Gottlieb

Daimler große Freude daran hätte, mit

uns die Entwicklung der Logistik 4.0

voranzutreiben.

Gottlieb Daimler, der unermüdliche Tüftler

im Namen des Fortschritts, begleitet

und fasziniert mich seit meiner Jugend.

Während meiner Zeit im Daimler-Management

und Konzernvorstand wurde aus

dieser Begeisterung rasch Bewunderung.

Heute verneige ich mich vor der größten

Ikone der deutschen Technikgeschichte,

deren Strahlkraft noch immer zu Weltmeistertiteln

beiträgt.

Gottlieb Daimler, willkommen in der

Logistik Hall of Fame!

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Kommentar

Ein echter

Gewinn

von Werner Gockeln

Es war 1972. Ich war gerade 16 Jahre alt, unterwegs nach Frankreich und konnte weder Führerschein

noch Auto mein eigen nennen. Mobilität beschränkte sich in meiner Welt auf Trampen,

was zu dieser Zeit obendrein groß in Mode war. Es war wohl eine Fügung des Schicksals, dass

ein Mercedes-LKW stoppte. Diese erste bewusste Begegnung mit dem Truck war beeindruckend.

Der Fahrer, ein stolzer Kapitän der Landstraße, fast noch beeindruckender. Auf der langen

Fahrt non-stop nach Marseilles habe ich meine erste Einführung in die Logistik bekommen und

bereue bis heute, dass ich mit dem Fahrer keine Kontaktdaten ausgetauscht habe.

Seine Begeisterung für den LKW und die Branche war ein Grund für meine und nicht zuletzt

deshalb dreht sich seit mehr als 30 Jahren mein berufliches Leben um den LKW.

Der Teil der Logistikgeschichte, den ich begleiten darf, ist geprägt von Gottlieb Daimler.

Er hatte eine Vision: Nutzfahrzeuge sollten Transportaufgaben für die Wirtschaft und Gesellschaft

übernehmen, den Menschen das Leben erleichtern, man könnte auch sagen: die Dinge besser

machen. Gottlieb Daimler hatte den Mut, neue Wege zu gehen und gegen Vorbehalte und

Widerstände Innovationen umzusetzen. Er hat Mobilität und Logistik maßgeblich geprägt und

den Grundstein für wirtschaftlichen Fortschritt gelegt.

Sein Name ist Qualitätsmarke und Aushängeschild für Deutschland gleichermaßen.

Ein echter Gewinn für die Logistik Hall of Fame.

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Werner Gockeln

Vorstand der SVG Zentrale

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Seite 22

Marcel Frings

Chief Representative

TimoCom


Kommentar

Pionier und

Botschafter

von Marcel Frings

Fast jeden Tag kreuzt eine von Gottlieb Daimlers bedeutendsten

Erfindungen unseren Weg: der LKW.

Zwar haben die aktuellen Actros-Modelle kaum noch etwas mit dem

kutschenähnlichen Phönix von 1896 gemein, doch die Bedeutung des LKW ist heute höher

denn je: Ohne Warentransport wären die einfachsten Dinge des Alltags nicht denkbar.

Solange „Autonomes Fahren“ noch eine Zukunftsvision ist,

bedarf es eines Fahrers, der das Steuer fest in der Hand hält.

LKW-Fahrer, ein Beruf, der oft mit so viel Leidenschaft ausgeübt wird,

die dem Herzblut Daimlers und seiner Erfindung gleichkommt.

Aber auch ein Beruf, der zu oft unsichtbar bleibt.

Im Namen des gemeinnützigen Vereins „Die Transportbotschafter e.V.“,

der sich aus einer von TimoCom initiierten Kampagne in 2012 entwickelt hat und

sich seitdem aktiv für die Imageaufwertung der Transportbranche einsetzt,

gratulieren wir Gottlieb Wilhelm Daimler zur Aufnahme in die Logistik Hall of Fame

und ernennen ihn postum zum ersten Ehrenmitglied unseres Vereins

„Die Transportbotschafter e.V.“.

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Kommentar

Inspirator

für eine ganze

Industrienation

von Dr. Christian Jacobi

Dass Gottlieb Daimler postum in die

Reihe der wichtigsten Logistik-Köpfe aufgenommen

wird, war fast überfällig. Die

Transportlogistik wäre ohne den LKW

gar nicht denkbar, das ist offensichtlich.

Daimler hat mit seiner Erfindung das

Gesicht der (Logistik-)Welt so nachhaltig

verändert wie sonst Keiner.

Was mich aber persönlich ganz besonders

fasziniert: Er steht Pate für eine Generation

an Industriepionieren in Deutschland,

die mit aller Konsequenz an ihren Ideen

festgehalten haben. Und zwar unabhängig

von Marktforschung oder Nutzwertanalysen.

Gottlieb Daimler hat „einfach“ an

seinen motorisierten Kraftwagen geglaubt,

auch wenn er den Bedarf eher zurückhaltend

eingeschätzt hat. Entscheidend war

seine Haltung, und die ist die Grundlage

für Innovationen.

Kaum ein anderes Industrieprodukt aus

Deutschland hat eine derartig stabile Entwicklung

hinter sich, seit fast 120 Jahren.

Generationen an Technikern, Erfindern,

Kaufleuten und Unternehmern bauen auf

dieser Idee auf. Daimler ist nach wie vor

größter LKW-Hersteller der Welt und

innoviert kräftig weiter, insbesondere

auf den Gebieten der Effizienz und Ressourcenschonung,

den Megathemen des

21. Jahrhunderts.

Für diese außergewöhnliche Leistung

hat Gottlieb Daimler viele Preise verdient.

In die Logistik Hall of Fame passt

er perfekt!

Seite 24


Dr.-Ing. Christian Jacobi

CEO Agiplan

Seite 25


Kommentar

Das war der Anfang der

beispiellosen

Erfolgsgeschichte

von Matthias Wissmann

Vor wenigen Wochen fand die weltweit

wichtigste Leitmesse für Mobilität,

Transport und Logistik statt – die

65. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.

2066 Aussteller aus 45 Ländern zeigten

ihre Innovationen, darunter 322 Weltpremieren,

78 Europapremieren und

52 Deutschlandpremieren. Wie international

die IAA heute ist, wird daran

deutlich, dass China mit 200 Ausstellern

die stärkste ausländische Gruppe stellte,

gefolgt von Italien und der Türkei.

Umso mehr freut es mich, dass mit Gottlieb

Daimler der Mann in die Logistik

Hall of Fame aufgenommen wird, dessen

Name untrennbar mit dem Nutzfahrzeug

verbunden ist: Am 1. Oktober 1896

baute Gottlieb Daimler den ersten motorisierten

Lastwagen mit Namen „Phönix“.

Das Fahrzeug hatte eine Nutzlast

von 1,5 Tonnen. Angetrieben wurde es

von einem Zweizylinder-Motor mit gut

1 Liter Hubraum. Die Leistung von 4 PS

erlaubte eine „Höchstgeschwindigkeit“

von 16 Stundenkilometern. Das war

der Anfang der beispiellosen Erfolgsgeschichte

des Nutzfahrzeugs. Heute

ist es der innovativste und flexibelste

Verkehrsträger weltweit. Allein in

Deutschland – unsere Hersteller gelten

zu Recht als technologisch führend – hat

das Nutzfahrzeug einen Anteil von 85

Prozent am Güterverkehrsaufkommen:

knapp 115 Kilo pro Kopf und Tag. Das

Nutzfahrzeug hat unzählige Aufgaben

zu erfüllen, für jeden einzelnen Zweck

wird es „maßgeschneidert“ konstruiert.

Nur ein Beispiel: Pro Jahr werden

in Deutschland 2,7 Milliarden Kurier-,

Express- und Paketdienstleistungen

durchgeführt – die Lieferung bis zur

Haustür erfolgt per Transporter. Wenn

es einen Logistik-Weltmeister gibt, dann

ist es das Nutzfahrzeug!

Zudem ist der moderne Euro-VI-LKW

ein echter „Saubermann“: Seine Schadstoffemissionen

hat er gegenüber der Euro-

0-Norm um bis zu 98 Prozent gesenkt.

Jetzt besteht die Aufgabe in einer weiteren

CO2-Reduktion und damit weniger

Kraftstoffverbrauch. Welche Vorteile neue

Ansätze bieten, zeigt der Feldversuch Lang-

LKW. Aerodynamik und Fahrerschulung

sind weitere Stichworte. Ein ganz wesentlicher

Innovationstreiber der kommenden

Jahre wird die Vernetzung sein. Das

war auf der IAA mit vielen Neuheiten

zu diesem Thema ganz deutlich zu erkennen.

So konnten die IAA-Besucher

in Hannover unter anderem den ersten

automatisiert fahrende LKW bestaunen,

der mit der Umwelt kommuniziert, den

Fahrer entlastet und zudem Sprit und

Kosten spart: ein spannender Ausblick

auf das kommende Jahrzehnt und seine

Möglichkeiten.

Ob Europa, Amerika oder Asien: Der

weltweite Nutzfahrzeugmarkt wird in

den kommenden Jahren weiter wachsen.

„Zukunft bewegen“ – so das IAA-Motto

– gilt daher für das Nutzfahrzeug auch

künftig in allen Märkten.

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Matthias Wissmann

Präsident des Verbandes der

Automobilindustrie (VDA)

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Rubrik

Dr. Norbert Rollinger

Vorstandsmitglied der R+V

Versicherung

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Kommentar

Nehmen wir uns

ein Beispiel an

diesem großen

Mann

von Dr. Norbert Rollinger

Wenn Gottlieb Daimler 114 Jahre nach seinem Tod in die Hall of Fame

gewählt wird, reizt dies natürlich zum Rückblick – auf das erste Automobil, den

ersten LKW, die er baute. Doch das greift zu kurz. Denn das Unternehmen,

das der geniale Tüftler gründete, gibt es ja heute noch. Und Mercedes-Benz

fährt auch nach fast 125 Jahren ganz vorne mit in der Automobilindustrie. Das

wahre Erbe Gottlieb Daimlers waren nicht die Fahrzeuge, die wir heute mit

nostalgischem Blick betrachten. Es waren sein Mut, Neues zu denken, die

Kenntnisse, seine Visionen technisch umzusetzen und die Hartnäckigkeit, sich

von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.

Und so entwickelt Mercedes-Benz gerade den Future Truck 2025 – den

ersten autonom fahrenden LKW der Welt. Oder verbessert die

aerodynamischen Eigenschaften der LKW, um Sprit zu sparen. Oder tüftelt an

alternativen Antrieben – ob Elektro, Hybrid oder sogar Wasserstoff.

Es ist der Geist Gottlieb Daimlers, der aus diesen technischen Innovationen

spricht. Und dieser Geist steht den Unternehmern aller Branchen gut zu

Gesicht – nehmen wir uns ein Bespiel an diesem großen Mann.

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Rubrik Werte

Dinge, die uns überzeugen

Kriterien, nach denen die Jury entscheidet

Emotion

Jedes Erfolgskonzept war einmal ein

Wagnis. Menschen, die den Mut hatten,

dieses Risiko zu gehen, sind Vorbilder

Bewegen kann nur,

wer aus vollem Herzen handelt

Menschen, die

Verantwortung

annehmen, sind Führungspersönlichkeiten

Nachhaltigkeit

ist die Verpflichtung

etwas zurückzugeben

RE

Wahre Größe zeigt

SPEKT

Kreativität

Meilensteine entstehen durch geniale Ideen

DeNKEn

QUer

Keine Scheu vor Veränderung, neue

Perspektiven gehen niemals gerade Wege

Leidenschaft

zaubert ein Lächeln auf die Gesichter

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Rubrik About

Zehn Fakten

1 Die Logistik Hall of Fame ehrt Menschen, die sich um die

Weiter entwicklung von Logistik und Supply Chain Management

außergewöhnlich verdient gemacht haben.

2 Jeder kann sich selbst oder andere für die Aufnahme in die Logistik Hall of

Fame vorschlagen. Es macht keinen Unterschied, ob man sich bewirbt

oder vorgeschlagen wird. Auch Gruppen sind möglich.

Aber Vorsicht: die Jury bewertet jede Person einzeln.

Genügt die Leistung nur einer Person nicht den Anforderungen, scheidet

die gesamte Gruppe aus.

3 Vorschläge können ausschließlich per Internet unter

www.logistikhalloffame.de eingereicht werden.

4 Das Wahlverfahren ist zweistufig. Ein Nominierungs-Komitee prüft im

ersten Wahlgang alle eingegangenen Vorschläge und nominiert bis zu

zehn Kandidaten, die der Jury anschließend zur Wahl vorgelegt werden.

Die Wahl erfolgt datenbankgestützt und anonym.

5 Die Jury besteht aus 38 Personen: Wissenschaftler, Journalisten,

Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Verbänden.

6 Die Logistik Hall of Fame hat 18 Mitglieder aus Japan, USA, Deutschland,

Österreich und der Schweiz.

7 In jedem Jahr wird in der Regel ein neues Mitglied aufgenommen, es kann

aber auch eine Gruppe sein.

8 Das erste Mitglied war Malcolm McLean, Erfinder des Containers.

9 Die Ruhmeshalle arbeitet nicht profitorientiert. 22 Organisationen und

Unternehmen unterstützen die logistische Ruhmeshalle und das Netzwerk

wächst kontinuierlich.

10 Ein eigenes Bauwerk existiert zurzeit nicht. Die Logistik Hall of Fame ist

eine virtuelle Ruhmeshalle, die im Internet unter www.logistikhalloffame.de

besucht werden kann. Mehr als 50.000 Menschen aus aller Welt tun das in

jedem Jahr.

Nach der Wahl ist vor der Wahl:

Die kommende Vorschlagsphase endet am 8. Juni 2015.

Seite 31


Aus dem Netzwerk

Standpunkte

Sie gehören zum Who is Who der Logistik, ihre Meinung ist gefragt, wenn es

um Logistik geht. Sie wählen in jedem Jahr das neue Mitglied, beraten die

Logistik Hall of Fame und können sich ein Urteil erlauben: Kommentare, Analysen

und Standpunkte aus dem Netzwerk der Logistik Hall of Fame.

LKW ohne Gottlieb Daimler wäre wie Chiemsee ohne Wasser. Er hat

das jahrhundertealte, bewährte Antriebsmittel Pferd in Frage gestellt und

mit einer kompakten Erfindung in der industriellen Entwicklung einen

Meilenstein gesetzt. Er hat die Grenzen seiner Erfindungen nicht in der

Begrenzung der Produktion gesehen, sondern hatte Bedenken, dass es

nur 5000 Chauffeure gibt, die die Ausbreitung des LKW begrenzen.

Parallelen mit der heutigen Fahrerknappheit sind rein zufällig.

Karl Fischer

Geschäftsführer der LKZ Prien GmbH

Mitglied der Jury

Wer an den Transport von Waren von A nach B denkt,

hat drei Bilder im Kopf: Den LKW, das Containerschiff

und den Güterzug. Gottlieb Daimler haben wir ersteres

zu verdanken, weshalb sein Einzug in die Hall of

Fame längst überfällig war.

Martin Schrüfer

Leitender Chefredakteur LT-manager und Materialfluss

Mitglied der Jury, des Nominierungs-Komitees und

im Unterstützerkreis

Gottlieb Daimler gehört als Erfinder des LKW in

die Logistik Hall of Fame genauso wie Malcom

McLean, der den Container erfunden hat. LKW

und Container sind die tragende Säulen der

Globalisierung und unseres Wohlstandes.

Detthold Aden

Privatier Bremen/Brasilien

Mitglied der Logistik Hall of Fame

Mitglied der Jury und des Nominierungs-Komitees

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Aus dem Netzwerk

Gottlieb Daimler hat mit seiner bahnbrechenden Erfindung

den Grundstein für die rasante Entwicklung des Gütertransportes

insbesondere im Bereich des Straßengüterverkehrs

gelegt. Deshalb gehört er für mich unbedingt in die Logistik

Hall of Fame.

Andreas Marquardt

Präsident des Bundesamtes für Güterverkehr

Mitglied der Jury

Mit der Erfindung des LKW hat Gottlieb Daimler den Grundstein für den

modernen Güterverkehr und eine prosperierende Branche gelegt. Mich fasziniert,

welche Innovationskraft noch heute im LKW steckt und welche Zukunftsszenarien

zum Beispiel auf der IAA Nutzfahrzeugmesse diskutiert werden. Für

die Logistikbranche ist dieses Transportmittel aufgrund seiner Flexibilität erste

Wahl, damit gebührt Gottlieb Daimler ein Ehrenplatz in der Logistik Hall of Fame.

Dr. Andreas Gruchow

Mitglied des Vorstandes der Deutschen Messe AG

Mitglied der Jury

Gottlieb Daimler gehört in die Hall of Fame, da er den

LKW erfunden hat und LKW heute bedeutet: Logistik

Koordiniert Wertnetze.

Prof. Dr. Frank Straube

Leiter des Bereichs Logistik und Geschäftsführender Direktor des

Instituts für Technologie und Management der TU Berlin

Mitglied der Jury

Gottlieb Wilhelm Daimler – ein mutiger

Ingenieur mit brillantem Erfindergeist und

enormer Weitsicht; ein würdiges Mitglied

der Logistik Hall of Fame.

Prof. Dr.-Ing. Katja Windt

Präsidentin und Geschäftsführerin

Jacobs University Bremen

Mitglied der Jury

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Aus dem Netzwerk

Gottlieb Daimler wäre bestimmt

stolz gewesen, den ersten autonom

fahrenden „Future Truck 2025“ selbst

der Welt vorführen zu können.

Tomasz Janiak

Leiter Verlagsabteilung, Redaktion „Logistyka“,

Institut für Logistik und

Lagerwirtschaft, Poznań/Polen

Mitglied der Jury

Gottlieb Daimler legte mit dem Bau des ersten leistungsfähigen

Lastkraftwagens im Jahre 1896 den Grundstein

für eine fortschrittliche arbeitsteilige Industrieproduktion und

für eine wettbewerbsfähige deutsche Logistik- und Nutzfahrzeugwirtschaft.

Andre Kranke

Stellvertretender Chefredakteur VerkehrsRundschau

Mitglied der Jury

Gottlieb Daimler gehört in die Logistik Hall of Fame, weil die physische

Überbrückung einer Strecke mit Ware der Kern von Logistik ist. Dafür hat

er ein ideales Transportfahrzeug erfunden, dass ein ganzes Jahrhundert

geprägt hat. Als Verbindung zur Außenwelt ist der LKW heute noch

wichtiger als das Telefon oder Handy. Denn vom Telefonieren werden

wir nicht satt. Und ohne den LKW würden Generation von Jungen nicht

gerne erwachsen.

Bernd Biehl

Stellvertretender Chefredakteur Lebensmittel Zeitung

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis

Der Slogan „Solange man Salami nicht faxen

kann…“ auf einer LKW-Heckplane ermahnt uns

zur gegenseitigen Rücksichtnahme von PKWund

LKW-Fahrern. Gottlieb Wilhelm Daimler hat

mit dem Bau des LKW maßgeblichen Anteil an

der Entwicklung eines effizienten Gütertransports

auf der Straße.

Bernd Maienschein

Chefredakteur MM Logistik

Mitglied der Jury

Seite 34


Aus dem Netzwerk

Der LKW ist der Teil der Logistik, der von

der Öffentlichkeit noch immer am stärksten

wahrgenommen wird.

Frauke Heistermann

Mitglied der Geschäftsleitung AXIT AG

Mitglied des Vorstands der BVL

Mitglied der Jury

Das 19. Jahrhundert ist eine Zeit mit besonderer Forschungskraft

und Grundlage für permanente Fortentwicklungen: Schubkarren,

Pferdewagen, Motorfahrzeuge. Der Impuls Lastwagen zu motorisieren,

gelang am 1. Oktober 1896. Er wurde zur logistischen Voraussetzung

für Wirtschaftswachstum. Damit ist Gottlieb Daimler

ein bedeutendes Mitglied für die Logistik Hall of Fame.

Dr. Hanspeter Stabenau

Ehrenvorsitzender der BVL

Mitglied der Logistik Hall of Fame, Mitglied der Jury und im Nominierungs-

Komitee, Vorsitzender der Wahlkommission

Typisch schwäbisch: Gottlieb Daimler war

nicht nur ein genialer Motoren-Entwickler,

sondern gilt vielen auch als einer der größten

Erfinder überhaupt. Denn seine Erfindungen

bewegen die ganze Welt; mehr denn je.

Hans-Joachim Schlobach

Inhaber RS Verlag GmbH, Chefredakteur und

Herausgeber BUSINESS+LOGISTIC

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis

Ohne LKW ist die moderne Logistik trotz Schiene, Schiff

und Flugzeug immer noch undenkbar. Er stellt sicher, dass

Waren und Produkte immer da sind, wo sie gebraucht

werden. Mit der Erfindung des LKW hat Gottlieb Daimler

Pioniergeist und Innovationskraft bewiesen. Ohne diese

Eigenschaften gibt es keinen Fortschritt.

Jörg Pretzel

Geschäftsführer GS1 Germany GmbH

Mitglied der Jury

Seite 35


Aus dem Netzwerk

Ohne LKW gäbe es nicht nur von allem zu wenig, sondern unsere arbeitsteilige

Wirtschaft würde es erst gar nicht geben. Es ist Pionieren und Erfindern

wie Gottlieb Daimler zu verdanken, dass der LKW heute zentraler Bestandteil

der Logistikketten weltweit ist und damit Basis unseres Wohlstandes. Er würde

sicher staunen, wenn er sehen könnte, was aus „seiner“ Erfindung geworden

ist. Solche Leistungen gehören zu Recht in die Logistik Hall of Fame.

Jochen Quick

Geschäftsführer und Hauptgesellschafter der Quick GmbH & Co. KG

Präsident des Bundesverbandes Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL)

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis

Die Logistik Hall of Fame ist auch deshalb eine

großartige Veranstaltung, weil die Leistung für

die Logistik in Gänze beurteilt wird – nicht nur

unter dem Blickwinkel der aktuellen Ströme und

Trends. Wenig hat die Güterströme so nachhaltig

geprägt wie die Erfindung des Automobils.

Prof. Dr. Christian Kille

Hochschule Würzburg, Institut für

Angewandte Logistik IAL

Mitglied der Jury

Wer hat’s erfunden …. ? Gottlieb Daimler natürlich, und damit hat er

die Basis für das erfolgreichste Verkehrsmittel im Güterverkehr geschaffen.

Logistik ohne LKW ist heute undenkbar und die Entwicklung

von der ersten motorisierten Kutsche zum effizienten Euro-6-LKW in

etwas mehr als einem Jahrhundert phänomenal! Ein Danke ist nicht

genug, die Aufnahme in die Logistik Hall of Fame die logische Konsequenz.

Christian Labrot

Hauptgeschäftsführer Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL) e.V.

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis

Gottlieb Daimler war ein genialer Konstrukteur und

Unternehmer. Er hatte nicht nur das Wissen und die

Werkzeuge, seine innovativen Ideen in die Tat

umzusetzen, sondern war auch und vielleicht sogar

im Besonderen ein Idealist. Er hat damit eine starke

Basis für modernen Transport und Logistik geschaffen.

Sebastian Śliwieński

Chefredakteur Warehouse Monitor, Polen

Mitglied der Jury

Seite 36


Aus dem Netzwerk

Der LKW von Gottlieb Wilhelm Daimler hat für

die Logistik Symbolcharakter. Ihn zu fahren, werden

wir jedoch bald den Computern überlassen.

Es wundert nicht, dass auch bei dieser Entwicklung

Daimler wiederum die Nase vorn hat.

Prof. Dr. Michael ten Hompel

Geschäftsführender Institutsleiter Fraunhofer-

Institut Materialfluss und Logistik, Dortmund

Mitglied der Logistik Hall of Fame

Mitglied der Jury und im Nominierungs-Komitee

Eine großartige Erfolgs geschichte,

die ihres gleichen sucht.

Cornelius Geber

CG Beteiligungs- & Management GmbH

Mitglied der Jury

Gottlieb Daimler ist einer der maßgeblichen technologischen

Wegbereiter der Mobilität von Gütern und

Personen. Dass die motorisierte Fortbewegung noch

immer auf Hubkolbenmotoren basiert, belegt seine

damalige Weitsicht, aber wäre der geniale Ingenieur

auch mit der weiteren Entwicklung zufrieden gewesen?

Professor Kai Hoffmann

Director Logistics & Supply Chain Management

Mitglied der Jury und im Unterstützerkreis

Ein großer Visionär – und trotzdem hatte er den Erfolg seiner

Erfindung nicht für möglich gehalten. Mit dem autonomen

Fahren bereiten seine „Nachfahren“ nun eine weitere Revolution

vor.

Birgit Bauer

Chefredakteurin VerkehrsRundschau

Mitglied der Jury

Seite 37


Aus dem Netzwerk

Gottlieb Daimler hat mit der Erfindung des LKW

den Güterverkehr revolutioniert. Ohne ihn wären

unsere komfortable Lebensweise und unser

wirtschaftlicher Erfolg nicht denkbar. Daimler war

aber nicht nur ein großer Visionär, er hat seine

Vorstellungen auch in die Realität umgesetzt –

und das ist die eigentliche Meisterleistung.

Thomas Hailer

Chefredakteur Logistik Journal

Mitglied der Jury

Gottlieb Daimler gehört in die Logistik Hall of Fame, weil er ein genialer

schwäbischer Tüftler war, der Großes für die automobile Welt

und damit auch für die Nutzfahrzeug- und Logistikbranche geleistet

hat. Ohne den LKW würden die Lieferketten reißen und die volkswirtschaftlichen

Systeme Schaden nehmen. Das kann keiner wollen.

Der LKW ist Teil der Logistik und der Gesellschaft. Doch sind wir alle

gefordert, um seine Akzeptanz in der Bevölkerung weiter zu erhöhen.

Matthias Rathmann

Chefredakteur trans aktuell

Mitglied der Jury

Gottlieb Daimler gehört in die

Logistik Hall of Fame, weil ...

die Mitglieder der Logistik Hall of

Fame für Trends und Innovationen

in der Logistik stehen. Die Erfindung

des LKW im Jahre 1896 war nicht

nur Innovation sondern Vision. Der

LKW hat er den Warentransport

revolutioniert.

Was verbinden Sie

mit dem LKW?

Logistik.

Ohne den LKW würde ...

ich wahrscheinlich immer noch

auf ein Wiehern der Pferde warten

wenn ich etwas bestellt habe.

Bert-Jan Knoef

Vorsitzender der

STILL-Geschäftsführung

Mitglied im Unterstützerkreis

Seite 38


Aus dem Netzwerk

Gottlieb Daimler war ein Pionier, ein Visionär, ein echter Crack. Er hat

die Möglichkeiten des Transports und damit auch der Logistik dramatisch

erweitert. Und dafür gebührt ihm Anerkennung. Vor diesem Hintergrund

ist auch die postume Aufnahme von Gottlieb Daimler in die Logistik Hall

of Fame eine mehr als verdiente Auszeichnung. Möge sie dem Gedenken

an die Lebensleistung Daimlers dienlich sein. Er hat verdient, dass

man sich seiner erinnert. Und das nicht nur in der Welt der Logistik.

Michael Weilacher

Chefredakteur Logistik Journal

Mitglied der Jury

In der Person Gottlieb Wilhelm Daimler zeigt sich in

hervorragender Weise, dass die Logistik geniale

Ingenieurleistungen benötigt. Denn eine leistungsfähige

und ökonomische Logistik ohne die Erfindung

des Transportmittels LKW ist nur schwer vorstellbar.

Prof. Dr.-Ing. Rainer Bruns

Leiter des Lehrstuhls für Maschinenelemente und Technische

Logistik der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg

Mitglied der Jury

Gottlieb Daimler gehört in die Logistik Hall of Fame, weil er als Erfinder und Unternehmer ein

InGENIEur im besten Sinne war. Als Wegbereiter des Güterkraftverkehrs hat er für Transport und

Logistik, wie wir sie heute kennen, wesentliche Voraussetzungen geschaffen. Mit dem LKW steht

uns ein Transportmittel zur Verfügung, mit dem die Abholung und Zustellung auch kleinerer Sendungen

wirtschaftlich zu organisieren sind und flächendeckende Distributionssysteme für Länder

und Kontinente erst möglich wurden. In Anlehnung an den Daimler-Werbespruch möchte ich es

so formulieren: „Das Beste oder ... es kann ganz schön teuer werden“.

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen

Institutsleiter Transportlogistik, Universität Dortmund, Institutsleiter Materialfluss und Logistik IML Fraunhofer-Institut

Mitglied der Jury

Der LKW hatte viele verdiente „Väter“. Aber Gottlieb Daimler

hatte als erster die Idee, mehr noch die Vision einer motorisierten

Gesellschaft, und gleichzeitig das unternehmerische

Genie, diese in die Tat umzusetzen. Seine Wahl war nur eine

Frage der Zeit.

Anita Würmser

Inhaberin wuermser.communications

Geschäftsführende Vorsitzende der Jury und Mitglied des

Nominierungs-Komitees

Seite 39


Chronik

Als am 15. Mai 1966

die ersten Container

im Bremer Überseehafen

ankommen,

bricht ein neues Logistikzeitalter

an. Mehr als

100 Jahre früher setzt

ein Garagen-Startup

den ersten Sammelwaggon

mit Luxusartikeln

für die Wiener

Gesellschaft auf die

Schiene. LKW und

Gabelstapler revolutionieren

den Transport.

Just in Time verändert

die Automobilindustrie

weltweit, Wissenschaft

und Forschung entstehen,

Logistikketten

werden zu Netzwerken.

Logistik wird professionell.

Eine Branche

entsteht, die Wert

legt auf Image und

Innovation.

Eine Dokumentation

der Meilensteine und

ihrer Macher.

1873 1886

Levi Strauss und Jacob Davis lassen

die Jeans patentieren, in San Francisco

wird die Cable Car gebaut und in der

Wiener Bürogemeinschaft „Schenker

& Co.“ hat Gottfried Schenker die

Idee zum Bahnsammelverkehr. Der

erste Sammelwaggon mit Luxusartikeln

für die Wiener Gesellschaft der

k.u.k. Monarchie wird 1873 auf der Linie

Paris–Wien abgefertigt. Schenker

bringt auch Licht in

den Tarif-Dschungel des Speditionsgewerbes:

Der Sammelguttarif wird

zum Standard.

„Dear old Schenker †“ schreibt Geschäftspartner

Moritz Karpeles als

Schenker am 26.11.1901 stirbt.

Ein Gesetz zur Errichtung des Nord-

Ostsee-Kanals wird erlassen. William

McKinley wird Präsident der Vereinigten

Staaten von Amerika, Coca Cola

wird erstmals in Atlanta als Medizin

verkauft. Spyridon Louis siegt mit

2:58:50 Stunden beim ersten neuzeitlichen

Marathonlauf und Gottlieb

Daimler baut in Cannstatt bei Stuttgart

den weltweit ersten motorisierten

Lastwagen. Die Erfolgsgeschichte des

LKW beginnt.

Innovationen verändern die Welt machen Mut und Emotio

Seite 40


Chronik – Meilensteine der Logistik und ihre Macher

1917 1948 1953

Amerika erklärt dem Deutschen Reich

den Krieg und Lenin beendet mit der

Oktoberrevolution die Zarenherrschaft

in Russland. Die Tänzerin Mata Hari

wird in Frankreich als deutsche Spionin

verhaftet und hingerichtet. In Berlin

gründet sich der Normenausschuss

der Deutschen Industrie (später: DIN).

Und Eugene Bradley Clark erfindet

den Gabelstapler.

Der US-amerikanische Major

General William H. Tunner organisiert

die Berliner Luftbrücke, die über zwei

Millionen Berliner mit Lebensmitteln

versorgt. Er legt damit die Basis für das

moderne Lufttransportwesen und

etabliert das Verkehrsmittel Flugzeug

als ernstzunehmendes Transportmittel

in der Logistikkette.

Kiichiro Toyoda hatte die Idee für eine

Just in Time-Produktion schon im Jahr

1937. Der Toyota-Be triebsingenieur

Taiichi Ohno entwickelt und testet

zum ersten Mal das „Kanban”-Prinzip.

1976 führt er das darauf basierende

Toyota-Produktionssystem ein. In der

richtigen Menge, der richtigen Qualität

und Reihenfolge, zur richtigen Zeit am

richtigen Ort revolutioniert als Just in

Time-Prinzip weltweit die Automobilproduktion.

nen bewegen Menschen sind Vorbilder überwinden Grenzen

Seite 41


Chronik – Meilensteine der Logistik und ihre Macher

1966 1974 1976

Die letzten Handvermittlungsstelle für

innerdeutsche Telefongespräche stellt

ihren Betrieb ein, die Beatles treten

zum letzten Mal gemeinsam auf und

als am 15. Mai 1966 die MS „Fairland“

die ersten Container aus den USA im

Bremer Überseehafen entlädt, bricht

für Deutschland ein neues Logistikzeitalter

an. Die Stahlbox wird zum

wichtigsten Transportbehälter weltweit.

Ihr Erfinder: Malcom McLean, Gründer

der Reederei Sea-Land.

Detthold Aden treibt als UPS-Gründungsgesellschafter

das Paketdienstsystem

in Deutschland voran. Die

Professionalisierung der Branche

beginnt und Aden zählt fast 40 Jahre

lang zu den großen Impulsgebern.

Am 18.4. wurde in Bremen die

Bundesvereinigung Logistik, kurz BVL,

gegründet, der heute größte

Logistikverein Deutschlands.

Gründungsmitglieder sind: Prof. Dr.-Ing.

Helmut Baumgarten, Jürgen Busch,

Dipl.-Volkswirt Peter Höhndorf,

Dr. Gernot Lukas, Dr. Albert Schmitz,

Dr. Klaus Spicher, Dr. Hanspeter Stabenau

und Manfred Türks. Was sonst

noch geschah: Steve Wozniak stellt

den Apple I auf einem Treffen des

Homebrew Computer Clubs vor.

für die Zukunft. Ein Image das bleibt. Besser. Ewig. Innova

Seite 42


Chronik – Meilensteine der Logistik und ihre Macher

1976 1979 1980

Logistik entwickelt sich zur Unternehmensfunktion

und ein Mann leistete

Pionierarbeit bei der Durchsetzung

logistischen Denkens in der Wirtschaft.

Professor Dr.-Ing. Dr. rer. pol. h.c.

Helmut Baumgarten gilt in der

zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

als einer der führenden Logistikwissenschaftler

und als Begründer der

ganzheitlichen und prozessorientierten

Logistik in Deutschland.

Die Metaller streiken für die 35-Stunden-Woche

und Just in Time

schwappt von Japan ins Autoland

Deutschland. In den 80ern hält das

Prinzip in allen deutschen Automobilfabriken

Einzug. Maßgeblicher Treiber:

Univ.-Prof. Dr. Dr. habil. Dr. h.c.

Horst Wildemann, der Pionierarbeit

leistet und die Philosophie an europäische

Verhältnisse anpasst und

weiterentwickelt.

Professor em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr.

h.c. Reinhardt Jünemann legt den

Grundstein für das erfolgreichste

Logistikforschungsinstitut Deutschlands:

das Fraunhofer-Institut für Transporttechnik

und Warendistribution, heute:

Fraunhofer-Institut für Materialfluss und

Logistik (IML) in Dortmund. Die

moderne Materialflussforschung nimmt

ihren Anfang.

tionen verändern die Welt machen Mut und Emotionen

Seite 43


Chronik – Meilensteine der Logistik und ihre Macher

1984 1989 1990

China kauft die Zündapp-Werke für 16

Millionen D-Mark, der Chaos Computer

Club dringt in das BTX-System der

Deutschen Bundespost ein, überweist

135.000 DM auf sein eigenes Konto

und meldet anschließend den Vorfall.

Datensicherheit wird zum Thema und

die Logistik zur Wissenschaft. Professor

Dr. Dr. hc. Hans-Christian Pfohl

begründet die wissenschaftliche

Logistikforschung in Deutschland und

macht sie erstmals international

sichtbar.

Urknall der Kontraktlogistik: Der

Spediteur wird zum Logistikdienstleister,

Mehrwerte sind gefragt und es beginnt

die Ära der unabhängigen Steuerung

von Logistikketten. Heinz Fiege und

Hugo Fiege erfinden die Kontraktlogistik,

bis heute vielfach kopiert.

Die Liberalisierung und der EU-Binnenmarkt

mit der Aufhebung von Tarifen

und Kontingenten verändern den

Straßengüterverkehr von Grund auf.

Die LKW-Maut kommt und Hermann

Grewer kämpft erfolgreich für

faire Wettbewerbsbedingungen in

Europa und sichert die Basis für eine

leistungsfähige, mittelständische

Transportlogistik. 600 Millionen Euro

jährlich holt er für die BAG-Förderprogramme

Deminimis und Aus- und

Weiterbildung heraus.

bewegen Menschen sind Vorbilder überwinden Grenzen fü

Seite 44


Chronik – Meilensteine der Logistik und ihre Macher

1995 2005 2009

Logistik wird populär und in einem

Atemzug mit den großen Industriebranchen

genannt. Die Initialzündung

liefert Peter Klaus, Professor an

der Universität Erlangen/Nürnberg. Er

vermisst die Branche zum ersten Mal

und verdichtet diese Maßarbeit auf

zwei Werte: 222 Milliarden Euro

Marktvolumen und 2,8 Millionen

Beschäftigte.

Klaus-Michael Kühne, Mäzen und

Stifter, engagiert sich für Wissenschaft

und Forschung und setzt Maßstäbe in

der logistischen Aus- und Weiterbildung.

Erstmals zeichnet die Logistik

Hall of Fame eine Lebensleistung aus.

Das 20. Jahrhundert mobilisierte den

Menschen, das 21. Jahrhundert

mobilisiert die Dinge. Das Internet der

Dinge beginnt die Logistik zu revolutionieren

und Fraunhofer-Professor

Michael ten Hompel ist der Wegbereiter.

Er stellt Europas größtes Forschungsprojekt

in der Logistik auf die

Beine, den EffizienzCluster Logistik

Ruhr und macht Deutschland zum

Spitzenforschungsstandort für Logistik

in der Welt.

r die Zukunft. Ein Image das bleibt. Besser. Ewig.

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Bei ihm war’s noch Zufall ...

Heute können Sie Ihre Warenströme zielgenau steuern.

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2

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Tür per Land-, Luft- oder Seefracht. Das dichte DB Schenker-

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Helden

der Logistik

Die Mitglieder der Logistik Hall of Fame und ihre Geschichten

Detthold Aden

Helmut Baumgarten

Eugene Bradley Clark

Heinz Fiege

Hugo Fiege

Hermann Grewer

Michael ten Hompel

Reinhardt Jünemann

Peter Klaus

Klaus-Michael Kühne

Malcom McLean

Taiichi Ohno

Hans-Christian Pfohl

Gottfried Schenker

Hanspeter Stabenau

William Tunner

Horst Wildemann

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Detthold Aden

Managerpersönlichkeit und Impulsgeber

der modernen Logistik

Herrn Adens Gespür für das Wort.

Er hat die Logistik im Blut. Wie kaum

ein anderer begeistert er dafür, denn das

Reden ist ihm in die Wiege gelegt. Zwei

Talente, mit denen der Wilhelmshavener

die Logistik maßgeblich prägt und das

Image der Logistikbranche nachhaltig

positiv beeinflusst. Detthold Aden setzt

mit neuen Geschäftsideen und innovativen

Logistikkonzepten Impulse und trägt

nachhaltig zur Professionalisierung der

Logistik und zum Bedeutungszuwachs

des Logistikstandortes Deutschland bei.

Es beginnt mit einer alten Schubkarre, die

1951 unter dem Weihnachtsbaum liegt.

Detthold karrt unablässig Sand, schüttet

hier einen Berg auf, dort noch einen,

versetzt beide, immer wieder, erinnert

sich Mutter Elly. Diese Schubkarre und

der Job des Vaters, der damals bereits im

Speditionsgeschäft tätig ist, prägen die

Berufswahl. Mit 15 lernt er Speditionskaufmann

und leitet gleich ein kleines

Auslieferungslager. Mit 18 kauft er sich

für 90 Mark einen Lloyd LP 300 und setzt

das 10-PS-Mobil mit Sperrholzkarosse

unter dem Kunststoffüberzug nach Büroschluss

für Stückgut-Transporte ein. Nach

eineinhalb Jahre verkauft er das Gerät für

1948 geboren am 21. Februar in

Wilhelmshaven

1963 Ausbildung zum Speditionskaufmann

und Praxisjahre

in verschiedenen Unternehmen

1976 Gründungsgeschäftsführer

von UPS United Parcel Service

in Deutschland

1982 Alleingeschäftsführer der

Bertelsmann Distribution

1987 Gewinn des Deutschen

Logistik-Preises der BVL

1988 Vorsitz der Geschäftsführung

der Union-Transport-Gruppe

1990 Vorsitz der Geschäftsführung

der Thyssen Haniel Logistic

1995 Mitglied des Vorstandes der

Thyssen Handelsunion

1999 Vorsitzender des Vorstandes

der BLG Logistics Group

2013 wird Aden pensioniert

2011 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

120 D-Mark wieder – und verdient gut.

Typisch Aden.

Aden macht Karriere. Mit gerade einmal

28 Jahren steuert er als Gründungsgeschäftsführer

den Aufbau von UPS in

Deutschland. Er treibt, wo immer er auch

ist, neue Logistikkonzepte voran, führt

IT-Systeme ein, zu Zeiten als es noch

Datenverarbeitung hieß. Der Manager

steht für eine intelligente Logistik. Eine,

die andere so schnell nicht nachmachen

können. Am engsten „an ihm dran“ ist

sein erster Kommunikationschef Hajo

Weil, Urgestein bremischer Hafenwirtschaft.

Ihm bleibt haften, dass er sofort

Adens große Kommunikationsfähigkeit

spürt, die der immer auch zum Vorteil

der gesamten Logistik nutzt.

„Wer sich im Büro des BLG-Chefs umsieht,

errät schnell, mit wem sich Aden nicht

eben unbescheiden gerne misst,“ schreibt

das Handelsblatt einmal. Dort steht eine

Büste Napoleons, und Aden trägt nicht

nur die gleiche Konfektionsgröße, sondern

liebt es auch mitzubestimmen und zu

treiben. Das ist sein Ding, und unzählige

Mandate zeugen davon. Der Hang zum

Franzosenkaiser lässt Unbescheidenheit

vermuten. In Wahrheit ist Aden alles

andere als unbescheiden. Souverän oder

authentisch trifft es besser, charmant und

humorvoll ist er obendrein. Ein Gespräch

mit ihm macht immer Spaß, man spürt

seine Neugier und Begeisterung für Ideen

und alles Neue. Die Kombination aus

Engagement, Charakter und Wirken trägt

ihm den Respekt der Branche ein. ∞

Seite 49


Rubrik

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Helmut

Baumgarten

Begründer der ganzheitlichen und

prozessorientierten Logistik

Gegen jede Chance.

Er leistet Pionierarbeit bei der Durchsetzung

logistischen Denkens, entwickelt gegen

alle Widerstände die Sichtweise von

einer rein stoffstromorientierten Materialflusstechnik

hin zu einer integrativen

Wissenschaftsdisziplin. Er forciert die

stärkere Verbindung von Unternehmen

und Universität und gilt in der zweiten

Hälfte des 20. Jahrhunderts als einer der

führenden Logistikwissenschaftler und

als Begründer der ganzheitlichen und

prozessorientierten Logistik in Deutschland.

Professor Dr.-Ing. Dr. rer. pol. h.c.

Helmut Baumgarten.

Viele Logistiker sind Quereinsteiger.

Baumgarten zählt eher zur Kategorie

Frontalangreifer. Als der frisch promovierte

Dr.-Ing. 1976 den Ruf an die TU

Berlin erhält, hat er zwar die Fördertechnik

im Titel, aber Logistik im Kopf – und

stößt damit auf harten Widerstand. „Wir

werden die Wirtschaftsingenieure an der

tiefsten Stelle des Wannsees versenken“,

1937 geboren in Stolzenau

(Schlesien)

1972 Promotion und Habilitation

an der TU Berlin

1976 Ruf als Professor an die TU

Berlin

1978 bis 1999

Vorstandsmitglied der BVL,

seit 1999 Ehrenmitglied

1987 Gründung der Logplan GmbH

Airport Logistics Consulting,

Berlin, Frankfurt/Main,

Denver (USA)

1990 Gründung des Zentrums für

Logistik und Unternehmensplanung

GmbH (ZLU), in

Berlin und Sao Paulo

2003 Bundesverdienstkreuz

1. Klasse

2004 wird Baumgarten pensioniert

2007 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

ist in Universitätskreisen ein geflügeltes

Wort. Herausgefordert von so viel Ignoranz

arbeitet Baumgarten daran, die

Logistik zu einer strategischen Unternehmensfunktion

zu machen und sie als

Querschnittsfunktion in die Forschung

und Wirtschaft zu tragen. Von Anfang

an will er aus dem Lehrstuhl für „angewandtes

Maschinenwesen, insbesondere

Fördertechnik“ einen Logistiklehrstuhl

machen. Ende der 70er Jahre ein exotisches

Vorhaben. Logistiklehrstühle gibt es nicht,

Unternehmen sind funktionsorientiert

aufgestellt und Querschnittsdenken gilt

als Spinnerei. „Logistik ist eine Modeerscheinung,

in einem Jahr ist das wieder

weg“, quittiert der damalige Präsident

der TU Berlin. Baumgarten lässt nicht

locker und fünf Jahre später wird er aus

dem Fördertechniklehrstuhl den Bereich

Logistik der TU Berlin gemacht haben,

Deutschlands ersten Logistiklehrstuhl.

Die Chance, seinen Traum wahr zu machen,

ergibt sich, als Baumgarten der

wissenschaftliche Kopf der gerade gegründeten

Bundesvereinigung Logistik

(BVL) wird. In den Folgejahren ist harte

Arbeit und viel Überzeugungskraft nötig.

Dem Management-Professor gelingt es,

starke Netzwerke zwischen Wissenschaft

und Wirtschaft zu knüpfen. Nicht zuletzt

gründet er selbst Unternehmen. ∞

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Eugene Bradley Clark

Seite 52


,

Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Eugene Bradley

Clark

Erfinder des Gabelstaplers

Gehobene Ansprüche.

Die Geschichte Eugene Bradley Clarks ist

die typische amerikanische vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karriere.

1904

steigt er durch einen cleveren Schachzug

vom Angestellten zum Anteilseigner seines

späteren Unternehmens auf, der ersten

Säule der späteren Clark Equipment

Company, in der 1917 der Vorläufer des

Gabelstaplers entsteht. Die zweite Säule

bildet die von Clark selbst gegründete

Gießerei Buchanan Electric Steel Company.

Dort wird er später seine Gabelstapler

selbst einsetzen, was ihm einen echten

Wettbewerbsvorteil verschafft.

Clark hat mit Logistik nicht viel am Hut.

In seinen Fabriken fertigt er Bohrer für die

Eisenbahn- sowie Stahlfelgen und Achsen

für die noch junge Automobilindustrie.

Die Arbeiter brauchen in jenen Tagen etwas,

mit dem sie Sand und schwere Gussrohlinge

zwischen den Werkshallen hin

und her transportieren können. So bauen

Clark und seine Mitarbeiter ein krudes

dreirädriges, benzinbetriebenes Fahrzeug

mit einem Ladebehälter für knapp zwei

Tonnen Last an der Vorderseite zusammen:

Wer nach links will, muss paradoxerweise

1873 geboren in Columbia, USA

1894 Abschluss als Maschinenbauer

an der Cornell Universität

in Ithaca, New York

1904 Einstieg bei der Bohrerfabrik

George R. Rich Manufacturing

Co. als Berater, danach Teilhaber

1916 Fusion der Celfor Tool Co. mit

der Buchanan Electric Steel

Co. zur Clark Equipment

Company

1917 Entwicklung des „Tructractor“

1930 erfindet er ein neuartiges

Förderband, mit dem LKW

entladen werden können

1942 stirbt im Alter von 69 Jahren

in Chicago

2007 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

nach rechts lenken und umgekehrt. Wer

schnell stehen bleiben will, muss irgendwo

dagegen fahren – Bremsen sind überflüssiger

Schnickschnack.

Der erste Vorfahre des Frontstaplers ist

einfach, aber er erfüllt seinen Zweck.

Die US-Army nutzt im ersten Weltkrieg

das Gerät für Umschlagarbeiten in Munitionsdepots.

Das Fahrzeug bekommt

Bremsen, eine verbesserte Lenkung und

den Namen „Tructractor“. 1919 verkauft

Clark 75 Stück seines Gefährts, eine Dekade

später stehen der Tructractor und

seine Nachfolger bereits für 16 Prozent

des Umsatzes. Dem Tructractor folgt

1922 der „Truclift“, der erste Plattform-

Hubwagen mit einer hydraulischen Hebevorrichtung

und einer Tragfähigkeit

zwischen 1820 und 4545 Kilogramm. 1923

stellt Clark mit dem benzinbetriebenen

„Duat“ einen dreirädrigen Schlepper vor.

Der Name ergibt sich aus dem Wortspiel

„do this, do that“. Ein Jahr später ist für

den Schlepper eine mechanisch angetriebene

Hebevorrichtung für Lasten bis 455

Kilogramm als Anbaugerät erhältlich.

Der erste benzinbetriebene Frontstapler

ist geboren. Die Gegengewichte nennt

Clark „Augmenters“.

Abgeleitet vom Truclift feiert 1928 der

„Tructier“ sein Debüt. Er ist der erste

benzinbetriebene Frontstapler mit hydraulischer

Hebevorrichtung und schafft

Lasten von 1820 bis 2730 Kilogramm.

Es ist der Beginn einer grandiosen Erfolgsstory.


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Rubrik

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Heinz Fiege

Hugo Fiege

Pioniere der Kontraktlogistik

Feuer, Wasser und eine Idee, die die

Logistik veränderte.

Einer, der beide lange kennt, bringt es auf

den Punkt: „Der Bauch von Heinz und

der Kopf von Hugo ist die ideale Kombination“,

sagt Hanspeter Stabenau, selbst

Mitglied in der Logistik Hall of Fame.

Davon ist 1967, als der gelernte Speditionskaufmann

Heinz mit 22 Jahren das

Familienunternehmen übernimmt, noch

keine Rede. 1974 – Heinz ist 29, Hugo 25

Jahre alt – beginnt der Schulterschluss

der Brüder. Heinz fordert das Versprechen

seines jüngeren Bruders ein, nach

dem BWL-Studium ins Unternehmen zu

kommen. Der will zwar Architekt werden,

steht aber zu seinem Wort. Gemeinsam

stellen beide Fiege neu auf, formen aus

dem Transportunternehmen des Urgroßvaters

einen Logistikdienstleister, wie es

ihn bis dato nicht gibt. Die erste Richtungsentscheidung

fällt Ende der 80er:

Rückzug aus der Spedition, Abschaffung

des Fuhrparks. Der Urknall der Kontraktlogistik.

Ende der 80er ist das eine schwere

Entscheidung mit offenem Ausgang.

Der Fuhrpark stellt einen Wert dar und

Fernverkehrslizenzen werden unter der

Hand zum Preis von Einfamilienhäusern

Heinz Fiege

1945 geboren am 8. Februar in

Greven

1961 technische und kaufmännische

Berufsausbildung

1967 Eintritt in das väterliche, 1873

vom Urgroßvater Joan Joseph

Fiege gegründete

Speditionsunternehmen in

Greven

1970 Leitung des Betriebes

Hugo Fiege

1949 geboren am 13. April in Greven

1968 bis 1973

Betriebswirtschaftsstudium

an den Universitäten Fribourg/Schweiz

und Münster

1974 Geschäftsführender Gesellschafter

der Fiege Gruppe

Greven

1986 Promotion

2005 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

gehandelt. „Das werden die nie überleben,

das funktioniert hinten und vorne

nicht. Logistik ohne Spedition gibt es

nicht“, sagt der Wettbewerb. Die Grevener

verfolgen weiter zielstrebig ihre Vision –

und treffen ins Schwarze. Das von vielen

prognostizierte Ende von Fiege wird der

Anfang einer Erfolgsgeschichte, die eher

zufällig beginnt. Nach ersten logistischen

Gehversuchen entwickelt Fiege für den

japanischen Reifenhersteller Bridgestone

ein ganzheitliches Logistikmodell.

In der Familienchronik heißt es dazu:

„...die unabhängige Steuerung von logistischen

Ketten (...), dazu gehört die

Beschaffung der Güter für die Industrie

und den Handel, genauso wie der Absatz

der Industrie hin zum Verbraucher. Zur

logistischen Kette gehören das Lagerthema,

die Verpackung, sie beinhaltet die

Mehrwerte an der Ware, wo der Preis

ausgezeichnet wird, Waren kontrolliert

werden, sie umfasst die Regalpflege und

andere Leistungen, wobei der Transport

(...) eine untergeordnete Bedeutung hat.“

Symbolisch dafür steht ein Stückpreis

pro Reifen als Lohn. Dafür realisieren

die Unternehmer die komplette Logistikkette

von den Fabriken in Fernost bis

zum Händler in Deutschland. „Dass wir

Bridgestone getroffen haben, war Glück“,

erinnert sich Hugo, „und alles andere geplant.“

Heute ist Kontraktlogistik Standard

in der Logistikbranche. ∞

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Hermann

Grewer

Gestalter des europäischen Straßengüterverkehrs

„Wer meckern will, der muss sich auch

einbringen.“

Privat kümmert sich Hermann Grewer

liebevoll um seine fünf Oldtimer und

fährt mit ihnen ganz entspannt spazieren.

In der Verbandsarbeit mag er hingegen

die Dinge nicht so einfach dahinrollen

lassen. „Wer meckern will, der muss

sich auch einbringen“, lautet das Credo

des 70-jährigen Vollblutunternehmers.

Geschichte gemacht hat Hermann Grewer

an der Spitze des Bundesverbands

Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung

als dynamischer Mitgestalter der

Liberalisierung und Modernisierung

des europäischen Güterkraftverkehrs im

EU-Binnenmarkt.

Ein typischer Verbandsfunktionär ist der

Gelsenkirchener trotz seiner zahlreichen

Ehrenämter nie geworden. Er behielt immer

die Bodenhaftung als Spediteur und

Transportunternehmer. Über Fahrzeugkostenrechnung

und LKW-Technik kann

er genauso kenntnisreich reden, wie über

die Probleme mit der Kabotage auf den

europäischen Transportmärkten. Sein

Detailwissen, verbunden mit Charisma

und Durchsetzungsfähigkeit, machten

ihn zum idealen BGL-Präsidenten in

einer Zeit, in der sich das Gewerbe in

Deutschland und Europa fundamental

veränderte. Die Liberalisierung des

deutschen Güterkraftverkehrsmarktes

im Jahr 1993 erlebte und gestaltete

1943 geboren am 6. Juni in Braunschweig

Ausbildung: Maschinenbaustudium

an den Universitäten

München und Karlsruhe

1969 Übernahme des elterlichen

Transportbetriebes

1991 Vizepräsident des Bundesverbandes

des Deutschen

Güterfernverkehrs (BDF) e.V.

Frankfurt

ab 1991

verschiedene Ämter, darunter

Präsident des Transport

Council der International

Road Transport Union (IRU,

Genf)

1995 bis 2012

Präsident des BDF, jetzt Bundesverband

Güterkraftverkehr

Logistik und Entsorgung

(BGL) e.V., Frankfurt/Main,

heute Ehrenpräsident

Bundesverdienstkreuz am

Bande und Bundesverdienstkreuz

1. Klasse

2013 Aufnahme in die Logistik

Hall of Fame

er als Vizepräsident des BDF mit. Dem

Engagement von Grewer und seinen

Mitstreitern für faire Rahmenbedingungen

ist es zu verdanken, dass die

mittelständisch strukturierte deutsche

Transportbranche sich in den hart umkämpften

Verkehrsmärkten behaupten

konnte. Harte Verhandlungen blieben

auch in den Folgejahren eine Spezialität

von Hermann Grewer, als es etwa um

die Ausgestaltung der Kabotagefreiheit

und andere ordnungspolitische Fragen in

Berlin und Brüssel ging. Mitte der 90er

verhinderte er den Zusammenbruch des

Carnet-TIR-Verfahrens, was dem für die

deutsche Wirtschaft so wichtigen Handel

mit den Staaten Osteuropas schwer

geschadet hätte. Mehr noch: „Ohne ihn

hätte es die LKW-Maut ohne Harmonisierung

gegeben“, rühmt BGL-Präsident

Adalbert Wandt seinen Vorgänger. Grewer

und BGL-Hauptgeschäftsführer Professor

Dr. Karlheinz Schmidt hatten die

Harmonisierung in Verhandlungen mit

dem damaligen Kanzleramtsminister

Frank-Walter Steinmeier durchgesetzt.

600 Millionen Euro Harmonisierungsbeitrag

pro Jahr holte das Duo gegen

massive Widerstände aus verschiedenen

Bundesministerien für das deutsche

LKW-Gewerbe heraus.

Grewer gilt bei seinen Gesprächspartnern

in der Politik als sachlicher, fairer und

verlässlicher Gesprächspartner. Gleiches

erwartet er auch vom seinem Gegenüber

– und wurde zuweilen enttäuscht. Dann

konnte (und kann) der sonst so bedächtige

BGL-Präsident auch schon mal zu einem

emotionalen Vulkan werden – und notfalls

auch die Samthandschuhe ausziehen. In

aller Regel setzt er jedoch auf die Kraft

der Sachargumente, auf Kompromisse –

und ein bisschen auch auf seinen charakteristischen

Ruhrpott-Charme. ∞

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Rubrik

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Michael

ten Hompel

Forschungs-Papst in der Logistik

Ein Forscherherz schlägt für Effizienz.

„Ten Hompel ist bekannt dafür quer zu

denken und keine Scheu vor Veränderung

zu haben. Ihm ist grundlegendes Umpflügen

ausgetretener Pfade lieber als Flickschusterei

und Besitzstandswahrung. Ten

Hompel ist dabei nicht nur einfallsreich:

Er entwickelt auch Ideen, die nicht dem

Mainstream entsprechen (...)“, schrieb die

DVZ über ihn.

Er baut sich im Studium nebenher eine Firma

auf, im Urlaub kann er nicht aufhören,

die Segelleistung seiner 44 Fuß-Bavaria

Vision zu optimieren und selbst Autofahren

würde er für Zeitverschwendung

halten, wäre da nicht das Faible für seinen

Caterham Super Seven. Beides Träume,

die er sich aus dem Verkaufserlös seiner

Firma erfüllt.

Prof. Dr. Michael ten Hompel ist ein

Effizienzfan. Geht nicht, gibt´s nicht.

Optimieren ist seine Natur, und das tut

er mit einer Begeisterung, der man sich

nur schwer entziehen kann. Da baut

er schon einmal ein Distributionszentrum

nach, um seine Theorie der zellularen

Fördertechnik Wirklichkeit werden

zu lassen. Und erst recht lässt er sich

nicht von Bedenkenträgern bremsen,

1958 geboren am 19. November

in Bergisch-Gladbach

1985 Studium der Elektrotechnik

an der RWTH Aachen Fachrichtung

Technische Informatik

(Abschluss: Dipl.-Ing.)

1986 bis 1989

wissenschaftlicher Angestellter

der Universität Dortmund

und des Fraunhofer-

Instituts für Transporttechnik

und Warendistribution

1988 Gründer und geschäftsführender

Gesellschafter der

GamBit GmbH

1989 bis 1991

Geschäftsführer der IGS

GmbH

1991 Promotion an der Universität

Witten/Herdecke

Heute Univ.-Prof. und Ordinarius

des Lehrstuhls für Förder- und

Lagerwesen an der TU Dortmund

und geschäftsführender

Leiter des Fraunhofer-

Instituts für Materialfluss und

Logistik (IML)

2012 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

die sagen, etwas sei zu abgehoben,

zu früh oder zu wenig aussichtsreich.

Ten Hompel gehört zu den Spitzenforschern

in der Logistik mit Weltruf

und zahlreiche Innovationen gehen direkt

auf seine Forschungen zurück. Der

Fraunhofer-Professor und promovierte

Elektrotechniker gilt als Erfinder der

Shuttle-Technologie in der Intralogistik,

die er seit einigen Jahren zur zellularen

Fördertechnik (ZFT) weiterentwickelt,

indem er die „Schwarmintelligenz“ auf

die Intralogistik überträgt. Weil die Vision,

tonnenschwere Regalbediengeräte

und kilometerlange stationäre Fördertechnik

durch kleine autonome Shuttles

abzulösen, schwer zu glauben ist und

überdies die Welt der Intralogistik auf

den Kopf stellen würde, beweist er die

Lauffähigkeit seines Konzeptes in der

eigens errichteten ZFT-Halle auf dem

Gelände des Dortmunder IML.

Ten Hompel ist außerdem Wegbereiter

des Internet der Dinge in Deutschland

und ein Quantensprung ist ihm mit dem

EffizienzCluster LogistikRuhr gelungen,

den er mit viel persönlichem Einsatz initiiert

und unbeirrt vorangetrieben hat.

120 Unternehmen und elf Forschungseinrichtungen

arbeiten hier erstmals gemeinsam

daran, die Logistik von Morgen mit

75 Prozent der Ressourcen von heute zu

schaffen. Obwohl das Vorhaben anfangs

von allen Experten als völlig aussichtslos

beurteilt wurde, feierte es mit dem

Gewinn des Spitzencluster-Wettbewerbs

der Bundesregierung einen beispiellosen

Erfolg und gilt heute als Europas größtes

Forschungsprojekt in der Logistik. ∞

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Rubrik

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Reinhardt

Jünemann

Materialfluss-Papst und Mitbegründer

der industriellen Logistik

Hardcore-Technik.

Seine akademischen Titel sind länger als

sein Name. Dabei lassen die beruflichen

Ambitionen als Kind das nicht erahnen.

Professor em. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr.

h.c. Reinhardt Jünemann will Lokomotivführer

werden. Er wird der deutsche

Materialflusspapst.

Auf seine Pionierleistungen gehen wichtige

Impulse für automatische Materialflusssysteme,

die Simulationstechnik oder für

die Informations- und Kommunikationstechnik

in der Logistik zurück. Daraus

resultieren bedeutende Entwicklungen,

wie etwa automatische Regalstapler und

automatisierte Staplerleitsysteme oder

Roboter für Palettierungsaufgaben.

Jünemann – der Pionier, der Wissenschaftler,

der Manager, der Entwickler, der

Firmengründer – es ist schwer, mit nur

einem Begriff die Person zu beschreiben.

Auf jeden Fall sucht er von Anfang an

neue Wege, wagt sich auf neues Terrain

und riskiert etwas für seine Überzeugungen:

Nach dem Abitur studiert der

in Sachsen-Anhalt geborene Sohn eines

1936 geboren in Thaldorf/Lutherstadt

Eisleben (Sachsen-

Anhalt)

1960 Abschluss als Diplom-Ingenieur

für Maschinenbau an

der Technischen Hochschule

Dresden

1961 Flucht aus der DDR

1961 bis 1972

Diverse Industrietätigkeiten

bei den Rheinstahl

Hüttenwerken und Bayer

1970 Promotion zum Doktor-

Ingenieur an der TU Berlin

1972 bis 2001

Professor an der Uni Dortmund,

Lehrstuhl für Förderund

Lagerwesen

1981 Gründer und Leiter des

Fraunhofer-Instituts für Materialfluss

und Logistik (IML)

in Dortmund

2001 geht Jünemann in den Ruhestand

2009 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

Stellmacher- und Tischlermeisters 1955

Maschinenbau und hat fünf Jahre später,

1960, sein Ingenieursdiplom in der

Tasche. Am 21. Juli 1961 setzt sich der

Mittzwanziger in den Westen ab. Eine

sichere Industriekarriere vor Augen, folgt

der 1970 promovierte Jünemann dann

aber dem Ruf der Wissenschaft, weil er

glaubt, dort mehr bewegen zu können.

Er übernimmt den neu ausgeschriebenen

Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen an

der Uni Dortmund, gilt als Mitbegründer

der industriellen Logistik und viele Jahre

als der „Materialfluss-Papst“ in Deutschland.

Er gründet das Fraunhofer-Institut

für Materialfluss und Logistik (IML) in

Dortmund und entwickelt es zu einer

weltweit anerkannten Forschungseinrichtung.

Die angewandte Forschung

ist sein Steckenpferd und sein Talent als

Macher hilft dabei, Forschungsaufträge

zu gewinnen. In Nordrhein-Westfalen

existieren Dutzende Unternehmen mit

weit mehr als 1000 Mitarbeitern, deren

Grundlage auf das Fraunhofer-Institut

oder Jünemanns Lehrstuhl zurückgeht.

NRW-Ministerpräsident Johannes Rau

würdigt Jünemanns Verdienst, die „friedvolle

Definition für Logistik gefunden zu

haben“, nämlich „als die wissenschaftliche

Lehre der Planung, Steuerung und

Überwachung der Material-, Personal-,

Energie- und Informationsflüsse in Unternehmen“.

Ein umfangreiches Feld,

aber „in der Logistik ist so viel zu tun,

da könnte man nochmal 100 Jahre leben“,

sagt Jünemann. ∞

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Rubrik

Seite 62


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Peter

Klaus

Vermesser der Logistik

You can’t manage what you can’t measure.

Die Geburt einer Branche.

Peter Klaus hat den deutschen Logistikmarkt

so genau vermessen wie kein Zweiter.

Das Ergebnis ist die populäre Studie

„Top 100 der Logistik“. Verdichtet wurde

diese Maßarbeit auf zwei Werte: 220

Milliarden Euro Marktvolumen und 2,7

Millionen Beschäftigte. Mit diesen zwei

Zahlen beendet Professor Peter Klaus,

D.B.A./Boston Univ., das Schattendasein

der Logistik, ihr Image als Verkehrslärm

und Staus produzierendes Ungetüm.

Logistik wird populär und in einem

Atemzug mit den großen Industriebranchen

genannt. Verbände und Medien

sind plötzlich in der Lage, die Größe und

Bedeutung der Logistikbranche fundiert

darzustellen. Mit Klaus´ Zahlen gelingt es,

die Logistik als drittgrößten Wirtschaftszweig

in Deutschland zu etablieren und

ihre Bedeutung für den Wirtschaftsstandort

und ihren Beitrag zur Wirtschaftsleistung

erstmals mit harten Fakten zu

belegen. Die Aufmerksamkeit in Politik

und Öffentlichkeit steigt sprunghaft. Mit

diesen zwei Werten macht Klaus Logistik

begreifbar, gibt ihr ein Gesicht und rückt

sie ins Licht der Öffentlichkeit. Und das,

1944 geboren am 9. März in Frankfurt/Oder

1963 Abitur und Lehre zum Speditionskaufmann

1968 BWL-Studium in Erlangen-

Nürnberg (Abschluss: Diplom-Kaufmann)

ab 1970

diverse leitende Funktionen

bei Kraftverkehr Klaus, seit

1972 geschäftsführender

Gesellschafter

1979 Studium und Promotion in

den USA

1982 bis 1995

Professor für BWL an der FH

Pforzheim

1990 Inhaber des Lehrstuhls für

BWL, insbesondere Logistik,

an der Universität Erlangen-

Nürnberg

2009 geht Klaus in den Ruhestand

2009 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

obwohl er selbst keiner ist, der ins Rampenlicht

drängt. Dennoch scheut der Vollblutwissenschaftler

nicht davor zurück, von

Wissenschaftskollegen, Marktforschern

oder Beratern veröffentlichte Logistikkennzahlen

zu hinterfragen. Klaus bezieht

kritisch Stellung. Tonnenkilometer hält er

übrigens im Zusammenhang mit der Straßennutzung

für ein „ziemlich blödes Maß“

und plädiert für Anwesenheitsminuten.

Klaus wächst auf in der väterlichen Stückgutspedition

Kraftverkehr Klaus in Nürnberg.

Dort lernt er das Geschäft von der

Pike auf, fährt selbst im Fernverkehr

und übernimmt mit 28 die Leitung des

500-Mitarbeiter-Unternehmens, das er

fünf Jahre später an den Unilever-Konzern

verkauft. Nun hat er die Zeit, sich

seiner wahren Passion zu widmen: der

Forschung. Dazu zieht es den Diplom-

Kaufmann in die USA. Er studiert Wirtschaftsingenieurwesen

und promoviert.

Sein Schritt zurück nach Deutschland

ist eine Professur an der Fachhochschule

Pforzheim. Aber wenn schon Professor,

dann richtig an der Universität. 1990 wird

er Inhaber des damals neu eingerichteten

Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre,

insbesondere Logistik, an seiner Heimatuniversität

Erlangen/Nürnberg – ohne

seine Habilitation je beendet zu haben.

Sein ungewöhnlicher Lebensweg mit der

Mischung aus praktischer Erfahrung

und akademischer Laufbahn im Ausland

hilft dabei. Hier in Franken macht

er sich schließlich ans Werk, die Logistik

zu vermessen. ∞

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Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Klaus Michael

Kühne

Unternehmerpersönlichkeit und

Logistikmäzen

Wahre Werte.

Das Schweizer Dorf Schindellegi verdankt

ihm Weltruf. Mitte der 70er verärgert

die sozial-liberale Koalition, allen voran

SPD-Altkanzler Willy Brandt Alfred

und Klaus-Michael Kühne so sehr, dass

die kurzerhand Wohnsitz und Firma in

die Schweiz verlegen. Von dort aus hat

Klaus-Michael Kühne über seine unternehmerische

Leistung hinaus durch sein

persönliches Engagement als Stifter die

Verkehrswirtschaft und Logistik maßgeblich

vorangebracht.

„Ich bin autoritär“, skizziert er selbst den

Führungsstil, mit dem er sein Unternehmen

in die Spitzengruppe der Logistikdienstleister

führt. Menschen, die ihn kennen,

beschreiben ihn als detailverliebten

Machtmenschen, besessenen Workaholic,

sparsam bis geizig, spröde bis introvertiert

und humorvoll. Er selbst dementiert keines

der Attribute. Der Mann ist Vollblutunternehmer,

weiß, was er will. Ob er Hapag

Lloyd rettet, weil er glaubt, Deutschland

brauche eine „nationale Reederei“, ob er

eine Logistik-Universität gründet, einen

Hoteltraum auf Mallorca verwirklicht,

sich im Fußball engagiert, humanitäre

1937 geboren am 2. Juni in Hamburg.

Bank- und Außenhandelslehre,

Positionen bei

Speditionen, Reedereien

und Schiffsmaklern

1963 im Alter von 26 Jahren persönlich

haftender Gesellschafter

von Kühne & Nagel

1966 Vorstandsvorsitzender K&N

Speditions-AG

1974 Das Unternehmen verlegt

seinen Sitz in die Schweiz

1976 Die Familie Kühne gründet

die gemeinnützige Kühne-

Stiftung

1981 Der Mischkonzern Lonrho

übernimmt die Hälfte an

K&N. Zehn Jahre später kauft

Kühne alle von Lonrho gehaltenen

Anteile an seinem

Unternehmen zurück

1992 Viag und die Deutsche Handelsbank

steigen bei K&N

ein

1994 K&N geht an die Börse, Kühne

hält 55,75 Prozent

2005 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

Logistikeinsätze oder Forschung unterstützt,

weil es ihm Freude macht oder er

es einfach nur für nötig hält – Dinge, die

er sich in den Kopf setzt, zieht er durch.

Auch dann, wenn er alles damit riskiert.

Als er Anfang der 80er Jahre versucht,

sich als Reeder zu betätigen, erleidet er

Schiffbruch, und muss die Hälfte seines

Konzerns an die britische Lonrho-Gruppe

verkaufen. „Wir sind damals übermütig

geworden“, gesteht Kühne ein. Er kämpft

und schafft das Comeback, kann seine

Anteile zurückkaufen und später an die

Börse bringen.

Wenn er sich unterhält, diskutiert Kühne

lieber über Politik als über Logistik.

Aber etwas anderes zu werden als Spediteur,

kann er sich nie wirklich vorstellen.

Ein bisschen Rebellion in jungen Jahren

gegen den Vater gehört dazu, auch studieren

würde er gerne, aber der Weg ist

vorgezeichnet und so steigt er mit 26

Jahren in das Unternehmen ein. „Ich bin

ein harter Knochen, habe stets gekämpft

und dabei Erfolg gehabt“, sagt Kühne über

sein Schaffen. In seiner gemeinnützigen

Kühne-Stiftung fördert der Mäzen neben

vielen Aktivitäten die Forschung sowie

Aus- und Weiterbildung in der Logistik

und macht so die K&N-Aus bildung zum

Qualitätssiegel. Noch heute berichten

zahlreiche Logistikmanager weltweit stolz

davon, bei „Kühne“ gelernt zu haben. ∞

Seite 65


1913 geboren als Farmers-Sohn im US-Bundesstaat

North Carolina

1934 Gründung von McLean Trucking

1937 Erste Idee für einen Transportbehälter

1955 Verkauf von McLean Trucking und Kauf der Pan

Atlantic Tanker Company, die er 1960 in Sea-Land

umbenennt

1956 Erste Containerfahrt: McLean lässt am 25. April in

Port Newark auf dem umgebauten Öltanker „Ideal

X“ 58 Container verladen

1957 Erster Container-Liniendienst zwischen New York

– Florida – Texas

1969 Verkauf von Sea-Land für 160 Millionen Dollar an

den Tabak-Konzern R. J. Reynolds

2001 stirbt 25. Mai im Alter von 87 Jahren

2004 Aufnahme in die Logistik Hall of Fame

Seite 66


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Malcom

McLean

Erfinder des Containers

Trucker, Seemann, Unternehmer.

Er wurde verlacht, beschimpft und bekämpft,

doch der Siegeszug seiner Idee

war nicht mehr aufzuhalten. Als am 15.

Mai 1966 die MS „Fairland“ die ersten

Container aus den USA im Bremer Überseehafen

entlädt, bricht für Deutschland

eine neue Zeit an. Der Container wird

zum Motor der Globalisierung und revolutioniert

die Weltwirtschaft. Hinter

dieser einzigartigen Entwicklung steht

ein Mann: Malcom McLean, Besitzer der

MS Fairland und Gründer der Reederei

Sea-Land. Er gilt weltweit als Vater der

Containerisierung.

McLean ist Tankstellenpächter, als der

gerade Volljährige in den 30ern in die

Logistik einsteigt. Ein Kunde fragt, ob

er einen Lastwagen samt Fahrer mieten

könne. Der als Spielernatur bekannte Malcom

denkt nicht lange nach, besorgt einen

Truck und fährt los. Während McLean

Trucking mit 1776 Lastwagen zur zweitgrößten

Spedition in den USA aufsteigt,

lässt ihn die Idee nicht los, den Lastwagen

samt Ladung aufs Schiff zu stellen. Schon

früh hatte McLean erkannt, dass es viel

zu aufwändig ist, die Ladung Stück für

Stück aus dem Lastwagen auszuladen,

im Hafenschuppen einzulagern, neu zu

verpacken und dann wieder aufs Schiff

zu hieven, um im Zielhafen die ganze

Prozedur wieder neu zu beginnen.

1937 hat er erstmals die Idee, Transportbehälter

zu benutzen und fast 20 Jahre

später lässt McLean in Port Newark auf

dem umgebauten Öltanker „Ideal X“ 58

53-Fuß-Container nach Houston verladen.

1957 startet der erste Containerdienst

zwischen New York, Florida und Texas.

Der Container ist nicht mehr aufzuhalten,

obwohl Gewerkschaften, Reedereien

und die Eisenbahngesellschaften

nichts unversucht lassen, das Vorhaben

zu stoppen. McLean ist das egal. Er hält

nichts von maritimen Traditionen. „Für

mich ist das Schiff nichts weiter als eine

Zugmaschine“, soll der einstige Trucker

aus North Carolina gesagt haben. McLean

revolutioniert mit seiner Erfindung die

Schifffahrt und Logistik wie kein anderer.

Keine der dunklen Vorhersagen aus den

60ern trifft ein. Aus dem prognostizierten

Hafensterben wird ein Hafenboom, aus

dem Sargnagel für europäische Reeder

eine Erfolgsgeschichte.

Das Geheimnis seines Erfolges bringt

Thomas Greh, Autor, Produzent und

Regisseur einer dreiteiligen arte-Dokumentation

zum Container auf den Punkt:

„Er war jemand, der davon überzeugt

war, dass für jedes noch so komplizierte

Problem eine einfache Lösung existiert.“

McLeans Einstellung: Make it simple und

Menschen können nur außergewöhnliche

Leistungen vollbringen, wenn ihnen die

ganze Sache auch Spaß macht. ∞

Seite 67


Rubrik

Seite 68


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Taiichi

Ohno

Erfinder von Kanban

Fünf Richtige oder für manche die

schönste Sache der Welt.

In der richtigen Menge, der richtigen

Qualität, der richtigen Reihenfolge, zur

richtigen Zeit, am richtigen Ort.

Dieses Prinzip revolutioniert die Automobilindustrie

weltweit. Jeder Automobilmanager,

Tausende von Studenten und

jeder Logistikjournalist können es im

Schlaf aufsagen. Schon schwieriger wird

es bei der Frage nach dem Erfinder. Sein

Name ist Taiichi Ohno.

Taiichi Ohno ist der Begründer des „Toyota

Production System”. Als eine der

zwei Grundsäulen gilt der Just in Time-

Gedanke: Die Materialien haben erst

dann in der richtigen Anzahl, Qualität

und Reihenfolge am jeweiligen Fertigungspunkt

innerhalb der Montagelinie

zu sein, wenn sie benötigt werden. Es

grenzt an Ironie, dass das Vorbild für

Ohnos Idee ausgerechnet amerikanische

Supermärkte sind. Dort können bereits

in den 70ern Kunden die gewünschten

Produkte zur gewünschten Zeit und in

1912 Taiichi Ohno wird im Februar

in Dairen (Port Arthur),

Manchuria (China), geboren

1932 Abschluss des Studiums an

der Nagoya Technical High

School

1932 Einstieg bei Toyota Spinning

and Weaving

1943 Wechsel zur Toyota Motor

Company

1949 Ernennung zum Betriebsingenieur

1953 Taiichi Ohno entwickelt das

Kanban-System

1956 Ohno besichtigt die US Automobilproduktion

von General

Motors und Ford

1962 Ohno führt das Kanban-

System bei Toyota ein

1978 Ausscheiden als Vice President

1990 stirbt am 28. Mai in Toyota

City, Japan

2004 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

der gewünschten Menge abfordern. Ohno

betrachtete erstmals auch den Produktionsprozess

ausgehend vom Kunden.

Grundgedanke des Just in Time-Konzeptes

ist der von ihm erdachte Wechsel vom

Push- zum Pull-Prinzip. Jeder nachgelagerte

Produktionsschritt ist Kunde des

vorgelagerten Prozessabschnittes. Waren

werden vom Kunden nachfrageorientiert

angefordert (Pull) und nicht von der vorgelagerten

Produktion einfach hergestellt

und zum Kunden gesendet (Push). Dieser

Wechsel von Push zu Pull, der in vielen

Logistikfachbüchern noch heute ganz

oben auf der Tagesordnung steht, wird

bis zum heutigen Just in Sequence immer

weiter verfeinert. Überproduktionen und

kostspielige Zwischenläger innerhalb der

Fertigung verschwinden und die Produktion

wird deutlich effizienter.

Um Just in Time-Lieferungen in der Fertigung

umzusetzen, entwickelt und testet

der damalige Betriebsingenieur Ohno

bei Toyota 1953 das noch heute in vielen

Fertigungslinien angewandte Kanban-

Prinzip. Kanban ist eigentlich nur ein

auf genormten Papierkarten basierendes

Kommunikationssystem. Die vorgelagerten

Prozessschritte werden mittels

Kanban-Karte von dem nachgelagerten

Prozessabschnitt aufgefordert, die auf der

Karte angegebenen Teile zu produzieren

und zu einem bestimmten Datum an

einen bestimmten Ort zu liefern. Ohne

Kanban-Karte ist es nicht erlaubt, eine

Fertigung zu starten. ∞

Seite 69


Seite 70


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Hans-Christian

Pfohl

Begründer der wissenschaftlichen

Logistikforschung

Der Logistiker von Welt trägt Wissen.

Deutschland ist führend in Logistikforschung

und -lehre, nirgendwo gibt es

mehr Logistikprofessoren. Fragt man

aber im Ausland nach einem deutschen

Logistikprofessor mit Weltruf, kommt

lange Zeit meist nur ein Name: Hans-

Christian Pfohl, Professor für Unternehmensführung

und Logistik und rund 30

Jahre lang die Visitenkarte der deutschen

Logistikforschung in der Welt.

Professor Dr. Dr. hc. Hans-Christian

Pfohl trägt Ballonjacke statt Anzug, den

Weg zur Uni fährt er mit dem Rad oder

seinem klapprigen BMW und er stellt

gerne unangenehme Fragen. Etwa die

Killerfrage der Logistik, deren Beantwortung

er seine Karriere widmet: „Und

welchen Beitrag leistet die Logistik zum

Unternehmenswert?“ Zu viele deutsche

Logistiker seien Techniker, meint er.

Logistiker müssten von der Finanzseite

kommen, denn „wenn wir die Bedeutung

der Logistik für den Unternehmenswert

nicht deutlich machen können, wird sich

Logistik als Querschnittsfunktion nicht

etablieren“.

1942 geboren am 14. März in

Gablonz

1975 BWL-Professor an der Universität

Essen

1982 Ruf an die TU Darmstadt, wo

er den Lehrstuhl für Unternehmensführung

& Logistik

an der TU aufbaut. Rufe an

die Universitäten Mainz und

Düsseldorf lehnt er ab

1984 engagiert in der European

Logistics Association (ELA)

Brüssel als Vizepräsident und

Präsident sowie Leiter des

„Research and Development

Committee“

1996 Ehrendoktorwürde durch

die Universität Veszpém,

Ungarn

2010 geht Pfohl in den Ruhestand

2006 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

Als 1968 das Thema Logistik aus Amerika

nach Deutschland schwappt, ist mit „Marketinglogistik“

sein Promotionsthema

schnell gefunden. Zu der Zeit fällt auch

die Entscheidung für die wissenschaftliche

Karriere. Sehr zum Missfallen des

Schwiegervaters: „Das ist totaler Unsinn,

mach´ was Vernünftiges“, kommentiert

der Patriarch die Entscheidung für die

Wissenschaft. „Es gibt keinen Beruf, der

mehr Selbstbestimmung lässt“, kontert

Pfohl, und er nutzt die Freiheit. Ganz

so unternehmerisch unerfahren ist der

Hochschullehrer freilich nicht. Nebenher

vertritt er als Gesellschafter die beiden

Unternehmen seines Schwiegervaters,

trifft die strategischen Entscheidungen.

Sein Netzwerk in die Praxis ist engmaschiger

gestrickt, als die meisten ahnen

– mit Sicherheit aber internationaler. Sein

Lehrstuhl für Unternehmensführung &

Logistik an der TU Darmstadt ist für seine

Praxisnähe bekannt und zählt zu den

ersten Adressen in der Logistikausbildung

weltweit. Dort arbeitet Pfohl daran, die

Bedeutung der deutschen Logistik in der

Welt höher anzusiedeln – der amerikanischen

Logistik eine europäische entgegenzusetzen.

Seine Grundlagenwerke

Logistiksysteme“ und „Logistikmanagement“

sind bis heute Pflichtlektüre

für Logistikstudenten und die meistgelesenen

Werke in der Logistik überhaupt.

Nicht zuletzt der von ihm immer wieder

forcierten wirtschaftlich-finanziellen Ausrichtung

der Logistik ist es zu verdanken,

dass sich die Logistik mehr und mehr

durchsetzt. ∞

Seite 71


1842 geboren am 14. Februar in Däniken, Schweiz

1861 Jurastudium in Heidelberg, Journalist

1865 Beamter bei der schweizerischen Centralbahn,

Wechsel zu F. Braff & Eckert, der Agentur der französischen

Ostbahn, ab 1867 Leiter der Filiale Wien

1868 Leiter der Wien-Agentur der Hamburger Spedition

Elkan

1869 macht er sich selbstständig

1871 Fachmann für Tarifwesen bei der Spedition Rappaport

& Kann

1872 Gründung von Schenker & Co.

1873 Erste Bahnsammelgutline Wien-Paris

1895 Gründung der Austro-Americana Shipping Company

1901 stirbt am 26. November in Wien

2010 Aufnahme in die Logistik Hall of Fame

Seite 72


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Gottfried

Schenker

Erfinder des Bahnsammelverkehrs

Vienna calling.

„Fort mit der Juristerei, mit Politisieren

und Zeitungschreiben, fort auf Dein eigenes

Pferd“ (...) „ich will Selbstständiges

schaffen“, schreibt Gottfried Schenker

1868 an seinen Speditionsfreund Charles

Fischer. Er lässt sich in Wien nieder, wo er

zusammen mit Moritz Karpeles aus Tab/

Ungarn und Moritz Hirsch aus Prossnitz/

Mähren die Firma „Schenker & Co.“ gründet.

Das Gründungskapital beträgt 50.000

Gulden und obwohl auf Schenker selbst

nur 10.000 Gulden entfallen, bekommt

er 50 Prozent des Gewinns.

Der erste Standort ist die Bürogemeinschaft

in Wien 1, Wildpretmarkt 8, wo

eine der bedeutendsten Ideen in der Logistik

ihren Ursprung hat: Einzelsendungen

zu Transporteinheiten zu bündeln und

mithilfe mehrerer Verkehrsträger über

weite Strecken zu befördern. Schenkers

Vorhaben, einen Bahnsammelverkehr

auf der Linie Paris – Wien zu etablieren,

erfordert mehrwöchige Reisen in

die Vergnügungsmetropole Paris und

Schenker logiert schon mal drei Wochen

lang im Grand Hotel. Mit seinen Reisen

versetzt der Netzwerker seine bescheidenen

Partner in Angst und Schrecken,

und zwischenzeitlich droht sogar das

Ende der Allianz. Doch als der erste

Sammelwaggon 1873 auf der Linie Paris

– Wien abgefertigt und zum vollen

Erfolg wird, ist alles vergessen. Geladen

sind unter anderem Champagner,

Cognac, Bordeaux-Weine, Modewaren

und andere Luxusartikel für die Wiener

Gesellschaft in der k.u.k. Monarchie. Es

ist die Geburtsstunde des internationalen

Bahnsammelverkehrs. Während die

Hauptläufe vorwiegend auf der Schiene

stattfinden, werden die entsprechenden

Hausabholungen und -zustellungen mit

Pferdefuhrwerken durchgeführt. „Von

Haus zu Haus in einer Hand“ boomt

und entsprechend schnell wächst das

Niederlassungsnetz. Die erste wird 1874

in Budapest gegründet und noch zu

Lebzeiten Schenkers sind es 32 Niederlassungen

in 13 europäischen Ländern

und 1000 Mitarbeiter.

Zur Weltausstellung in Paris mietet er für

seine Reisebürokunden sogar ein ganzes

Hotel in der Rue de l´Universite und nennt

es Grand-Hotel Schenker. Dorthin führt

ihn im September 1900 seine letzte Reise,

in die Stadt, in die er auch seine erste

Geschäftsreise unternommen hatte. Sein

Netzwerk, sein Ideenreichtum und sein

Unternehmergeist haben ihn zu einem

der erfolgreichsten Wirtschaftspioniere

des 19. Jahrhunderts werden lassen. Am

26. November erliegt Gottfried Schenker

den Folgen eines Gehirnschlages. Emil

Karpeles, Sohn des Mitgründers Moritz

Karpeles, notiert in sein Tagebuch als

letzte Eintragung des 26.11.1901: „Dear

old Schenker †“. Der Name wurde zu einem

Begriff auf fünf Kontinenten. ∞

Seite 73


Seite 74


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Hanspeter

Stabenau

Begründer der deutschen Logistikbewegung

Mit Herz und Seele oder wie die Logistik

nach Deutschland kam.

Man nennt ihn auch „Mister BVL“ oder

„der große Vorsitzende“. Dr. Hanspeter

Stabenau, Mitgründer der BVL, liebt den

großen Auftritt, und er beherrscht ihn.

Seine Präsenz ist überwältigend, nur wenige

können seinem Charisma widerstehen.

Eine Mischung, die den bekennenden

Bahn-Fan mit dem Erkennungszeichen

Fliege zu einem der erfolgreichsten Logistiker

aller Zeiten gemacht hat.

Als die Gründerväter der BVL vor 25 Jahren

mit dem Klingelbeutel „arm wie die

Kirchenmäuse“ und nur mit der Netzwerkidee

im Gepäck durchs Land zogen,

„um bei den besser situierten Verbänden

ein paar Mark zu erbetteln, hat keiner von

uns mit dem Erfolg gerechnet“, sagt Stabenau.

Zeitzeugen lassen keinen Zweifel

daran, dass es vor allem seinem Wirken

zu verdanken ist, dass sich die Logistik

in nur wenigen Jahrzehnten etabliert hat.

Beispielhaft für diese Entwicklung ist der

1934 geboren am 1. November

in Königsberg (Ostpreußen)

1954 VWL-Studium an der Universität

Köln mit Promotion

1961 Dozent an der Deutschen

Außenhandels- und Verkehrsschule

(DAV), Bremen

1966 Übernahme der Studienleitung

an der DAV

1978 bis 1999

Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender

der Bundesvereinigung

Logistik e.V.

1995 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes

1995 Geschäftsführer Deutsche

Logistik Akademie (DLA),

Bremen

2000 Ehrenvorsitzender der BVL

2004 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

Aufstieg der Bundesvereinigung Logistik

(BVL). Mehr als 20 Jahre lang leitet Stabenau

als Gründer und Vorsitzender die Geschicke

der BVL und macht den Verein zu

einer der erfolgreichsten Organisationen.

Verkehrsdirektor in einem Stahlwerk

kommt Anfang der 70er Jahre der Position

eines ungekrönten Königs gleich – leben

wie ein Fürst mit Villa und Dienstwagen.

Die DAV dagegen fällt eher unter die

Kategorie „viel Arbeit, wenig Brot“. Die

Entscheidung für die DAV bereut er dennoch

keine Sekunde.

Von Logistik ist freilich damals nicht die

Rede. Doch dann stößt Stabenau 1971 im

amerikanischen Stanford auf ein Seminar

namens „Business Logistics”. Danach

gibt es kein Halten mehr. Aus den

DAV-Versandleiter-Seminaren werden

Logistikmanagement-Seminare. Stabenau

hat die Vision, ein Forum für den

Gedankenaustausch Gleichgesinnter zu

schaffen, einen Verein, in dem Handel,

Industrie, Spedition und Wissenschaft

eine logistische Heimat finden. Als der

mächtige BDI einen Arbeitskreis Logistik

gründen will, ergreift Stabenau die Gunst

der Stunde und gründet 1978 zusammen

mit dem BDI die Bundesvereinigung Logistik.

Der BDI steuert das damals stattliche

Startkapital von 5000 Mark bei. Der

Grundstock ist gelegt. ∞

Seite 75


1906 geboren am 14. Juli in Elisabeth, New Jersey (USA)

1928 Abschluss der Militärakademie; Abschluss bei der

Advanced Flying School in Kelly Field, Texas

1942 bis 1945

Befehl über die Division Indien-China des Lufttransportkommandos,

die Soldaten und Nachschub von

Indien über den Himalaya nach China organisierte

1948 Organisation der Berliner Luftbrücke

1950 Befehl über die Luftbrücke zur Unterstützung der

US-Streitkräfte im Korea-Krieg

1953 Chef der amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa.

Aufbau der Luftwaffe der Nato in Europa

1958 Kommandos über die Joint Military Air Transport

Service in den USA

1960 Ausscheiden aus dem Militärdienst im Range eines

Generalleutnants

1983 stirbt am 6. April in Gloucester, Virginia (USA)

2006 Aufnahme in die Logistik Hall of Fame

Seite 76


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

William H.

Tunner

Organisator der Berliner Luftbrücke

Logistik rettet Leben.

Er gehört zu den wenigen Logistikern,

nach dem Straßen benannt sind. Er hat

durch seine Leistungen die Geschichte

beeinflusst und Grundlagen für noch heute

geltende Methoden in der modernen

Luftfahrt gelegt. Der US-amerikanische

Major General William H. Tunner ist der

Organisator der Berliner Luftbrücke, die

1948/49 über zwei Millionen Berliner mit

Lebensmitteln versorgt.

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948

kappen sowjetische Besatzungstruppen

die Versorgung West-Berlins mit Strom.

Am Morgen des 24. Juni folgt die Blockade

aller Landverkehrsträger. Die deutsche

Hauptstadt und zwei Millionen Berliner

sind isoliert. Den Westteil Berlins den

Russen zu überlassen, kommt nicht in

Frage, und so wird am 25. Juni die Errichtung

der Luftbrücke befohlen. Einen

Tag später fliegt die erste Maschine der

US-Luftwaffe zum Flughafen Tempelhof

und startet damit die Operation „Vittles“.

Die Operation „Plain Fare“ der britischen

Luftwaffe folgt zwei Tage später.

Am Anfang schaffen es die Westmächte,

750 Tonnen Fracht pro Tag nach Berlin

zu schicken.

Die Versorgung von Menschen per Flugzeug

ist für Tunner nichts Neues, er ist der

Luftbrücken-Profi der Amerikaner. Schon

1942 organisiert der Luftwaffenoffizier

die Hump-Luftbrücke, die Truppen des

chinesischen Freiheitskämpfers Chiang

Kai-sheks versorgte. Wenige Tage nach

Beginn der Berliner Luftbrücke werden er

und ein Teil seiner Hump-Männer nach

Wiesbaden befohlen. Ziel Tunners ist es,

den Verkehr in den drei Luftkorridoren

so durchzuführen, dass möglichst viele

Flugzeugen sicher passieren können.

Erstmals im Luftverkehr stellt er genaue

Berechnungen der Flugzeiten für jeden

Flug an und legt eine Startzeit mit einer

Toleranz von maximal einer Minute fest.

Er gibt präzise Geschwindigkeiten, Höhen,

Steigungsraten und Flugrichtungen

vor und die Piloten müssen nach einem

missglückten Landeanflug mit der kompletten

Ladung sofort zur Ausgangsbasis

zurückzukehren. Kein Flugzeug soll eine

Warteschleifen drehen, um Staus in der

Luft zu vermeiden. So schafft er es, dass

alle drei Minuten eine Maschine startet.

Dank der Neuorganisation durch William

H. Tunner ist man Ende Juli 1948

schon bei über 2000 Tonnen pro Tag. Am

16. April 1949 wird mit 1398 Flügen die

Rekordmenge von 11.740 Tonnen Fracht

erreicht. Neben Baustoffen transportieren

die Piloten hauptsächlich Weizen, Kohle,

Benzin und Medikamente. Die Berliner

Luftbrücke wird weltweit zum Symbol für

Freiheit und zur historisch-emotionalen

Niederlage für die Sowjets. Am 12. Mai

1949 beenden die Russen nach fast einjähriger

Dauer die Blockade. ∞

Seite 77


Seite 78


Mitglieder der Logistik Hall of Fame

Horst

Wildemann

Automobil-Papst in Deutschland

Der Professor, dem die Vorstands etagen

offen stehen.

„Ich habe japanisch gelernt, es aber nie

zu mehr gebracht, als Essen zu bestellen.“

Das sagt einer, der die japanischen

Erfolgsrezepte, allen voran Just in Time

und Kanban, vom Japanischen ins Deutsche

übersetzt hat. Univ.-Prof. Dr. Dr. habil.

Dr. h.c. Horst Wildemann, Manager,

Praktiker aus Leidenschaft, bekennender

Wissenschaftler und Vater des deutschen

Just in Time-Konzeptes.

Horst Wildemann gilt Ende des 20. Jahrhunderts

als der Experte japanischer und

amerikanischer Logistik- und Produktionssysteme.

Einer seiner größten Verdienste

ist die Pionierarbeit im deutschsprachigen

Raum für die Anwendung

der Just in Time-Produktion. Er passt

die aus Japan kommende Philosophie an

europäische Verhältnisse an, entwickelt

sie weiter und führt sie in deutschen Autokonzernen

ein.

Dabei stehen die Zeichen für eine Karriere

anfangs schlecht. Nach der Flucht des

Vaters aus der DDR muss der 16-jährige

Eliteschüler plötzlich als Traktorfahrer

seine Brötchen verdienen. Acht Monate

1942 geboren am 4. Januar in

Lodz

1948 bis 1956

Oberschule, Hilfsarbeiter,

Republikflucht

1958 bis 1963

Werkzeugmacher bei

Eumuco

1960 bis 1972

Maschinenbaustudium (Abschluss:

Dipl.-Ing.) an der FH

Köln und RWTH Aachen,

BWL-Studium (Abschluss:

Diplom-Kaufmann) an der

Universität Köln

1967 bis 1971

Maschinenbauingenieur bei

Ford

1974 bis 1980

Promotion in Köln, anschließend

Habilitation in BWL

1980 bis 1981

Universität Bayreuth, Lehrstuhl

für BWL und Industriebetriebslehre

1981 bis 1989

Universität Passau, Lehrstuhl

für BWL mit Schwerpunkt

Fertigungswirtschaft

Seit 1989

TU München, Lehrstuhl für

BWL mit Schwerpunkt Logistik

2004 Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame

hält er es aus, dann flieht auch er in den

Westen. Es folgen eine Werkzeugmacher-

Lehre, nebenbei Abendschule, Abitur,

Maschinenbaustudium. Nach drei Monaten

im ersten Job ist ihm klar: Er würde nie zur

Fraktion der Birkenstockträger gehören. Er

ist „kein blasser Jünger der Wissenschaft,

kein hermeneutisches Trüffelschwein und

schon gar kein Altbausanierer im Reich

des Geistes“, charakterisiert er sich selbst.

Wildemann liebt die Komplexität und noch

mehr, sie zu reduzieren. Er hantiert mit

mathematischen Modellen, und es brennt

ihm auf den Nägeln, seine Theorien in der

Praxis zu verifizieren.

Bereits Anfang der 80er treiben den eloquenten

Professor an der neu geschaffenen

Provinz-Uni Passau zwei Fragen

um: Warum sind die japanischen Autobauer

so erfolgreich und wie lassen sich

japanische Managementprinzipien auf

europäische Verhältnisse übertragen?

Als er die Antwort hat, ist es vorbei mit

der Beschaulichkeit im lauschigen Donaustädtchen.

Tausende pilgern nach

Passau, um seine Lösungen zu hören.

Und aus dem Provinz-Professor wird der

Produktions- und Logistikguru der deutschen

Automobilindustrie. Geglaubt wird

ihm längst nicht nur in deren Vorstandsetagen.

Ob Telekommunikation, Energie

oder Logistik – seine Kunden kommen

mittlerweile aus fast allen Branchen. ∞

Seite 79


Logistik Hall of Fame – Gremien und Statuten

Logistik Hall of Fame

Gremien und Statuten

Die Jury

Detthold Aden, Mitglied der Logistik Hall of

Fame 2012

Dorothee Bär (MdB), Parlamentarische Staatssekretärin

beim Bundesministerium für Verkehr

und digitale Infrastruktur und Koordinatorin

der Bundesregierung für Güterverkehr und

Logistik, Berlin

Birgit Bauer, Chefredakteurin VerkehrsRundschau,

München

Bernd Biehl, Stellvertretender Chefredakteur

Lebensmittel Zeitung, Frankfurt/M.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Rainer Bruns, Leiter des

Lehrstuhls für Maschinenelemente und

Technische Logistik an der Helmut Schmidt

Universität, Hamburg

Prof. Dr.-Ing. Uwe Clausen, Inhaber des Lehrstuhls

für Verkehrssysteme und -logistik der

Universität Dortmund; Leiter des Fraunhofer-

Instituts für Materialfluss und Logistik (IML)

Dr. Christoph Feldmann, Hautgeschäftsführer

des Bundesverbandes Materialwirtschaft,

Einkauf und Logistik e.V. (BME)

Karl Michael Fischer, Geschäftsführer der

LKZ Prien GmbH, Prien a. Chiemsee

Cornelius Geber, Geschäftsführender Gesellschafter

der CG Beteiligungs- und Management

GmbH, Hamburg

Werner Gockeln, Geschäftsführender Vorstand

der SVG Bundes-Zentralgenossenschaft

Straßenverkehr eG, Frankfurt

Dr. Andreas Gruchow, Mitglied des Vorstands

der Deutschen Messe AG, Hannover

Thomas Hailer, Geschäftsführer Deutsches

Verkehrsforums (DVF), Berlin

Frauke Heistermann, Mitglied der Geschäftsleitung

AXIT AG, Frankenthal; Mitglied des

Vorstands der Bundesvereinigung Logistik

(BVL) e.V., Bremen

Günther Hörbst, Chefredakteur DVZ Deutsche

Verkehrs-Zeitung

Prof. Kai Hoffmann, Director Logistics School

und Studiengangsdekan für das Fernstudium

Logistikmanagement an der Europäischen

Fernhochschule (Euro-FH), Hamburg

Prof. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender

Institutsleiter Fraunhofer-Institut für

Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund;

Mitglied des Vorstands der Bundesvereinigung

Logistik (BVL) e.V., Bremen;

Mitglied der Logistik Hall of Fame 2013

Tomasz Janiak, Leiter Verlagsabteilung,

Redaktion Zeitschrift „Logistyka“, Institut für

Logistik und Lagerwirtschaft, Poznań/Polen

Prof. Dr. Christian Kille, Hochschule Würzburg,

Institut für Angewandte Logistik IAL

Mathias Krage, Präsident des Deutschen

Speditions- und Logistikverbandes (DSLV) e.V.,

Bonn; Inhaber der Spedition Krage, Hannover

Andre Kranke, Stellvertretender Chefredakteur

VerkehrsRundschau, München

Univ.-Prof. Dr. Sebastian Kummer, Vorstand

des Institutes für Transportwirtschaft und

Logistik, Wirtschaftsuniversität Wien

Christian Labrot, Hauptgeschäftsführer des

Bundesverbandes Wirtschaft Verkehr und

Logistik (BWVL) e.V., Bonn

Bernd Maienschein, Chefredakteur MM

Logistik, Würzburg

Andreas Marquardt, Präsident des Bundesamtes

für Güterverkehr (BAG), Köln

Jörg Pretzel, Geschäftsführer GS1 Germany

GmbH, Köln

Jochen Quick, Präsident des Bundesverbandes

Wirtschaft, Verkehr und Logistik

(BWVL) e.V., Bonn

Matthias Rathmann, Chefredakteur trans

aktuell, Stuttgart

Hans-Joachim Schlobach, Geschäftsführer

RS Verlag GmbH; Herausgeber und Chefredakteur

BUSINESS + LOGISTIC, Wien

Martin Schrüfer, Chefredakteur LT-Manager,

München

Sebastian Śliwieński, Chefredakteur Warehouse

Monitor, Poznań/Polen

Dr. Hanspeter Stabenau, Ehrenvorsitzender

der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.,

Bremen; Leiter der Wahlkommission der

Logistik Hall of Fame; Mitglied der Logistik

Hall of Fame

Prof. Dr.-Ing. Frank Straube, Leiter Bereich

Logistik am Institut für Technologie und

Management der Technischen Universität

Berlin; ständiger Gastprofessor am CDHK

der Tongji Universität, Shanghai sowie der

Universität St. Gallen, Schweiz

Gunnar Uldall, Präsident des Bundesverbandes

Internationaler Express- und Kurierdienste

e.V. (BIEK)

Adalbert Wandt, Geschäftsführender Gesellschafter

Wandt Spedition und Transportberatung

GmbH, Braunschweig; Präsident des

Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik

und Entsorgung (BGL), Frankfurt; Präsident

des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe

Niedersachsen (GVN)

Michael Weilacher, Chefredakteur logistik

journal, Gilching

Prof. Dr.-Ing. Katja Windt, Professor of Global

Production Logistics, School of Engineering

and Science, Jacobs University Bremen;

Mitglied des Vorstands der Bundesvereinigung

Logistik (BVL) e.V., Bremen

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes

der Automobilindustrie (VDA) e.V., Berlin

Anita Würmser, Gründerin der Logistik Hall

of Fame und Vorsitzende der Jury; Inhaberin

wuermser.communications, München

Das Nominierungs-Komitee 2014

Detthold Aden, Privatier; Mitglied der Logistik

Hall of Fame 2012

Dorothee Bär (MdB), Parlamentarische

Staatssekretärin beim Bundesministerium

für Verkehr und digitale Infrastruktur; Koordinatorin

der Bundesregierung für Güterverkehr

und Logistik, Berlin

Martin Schrüfer, Chefredakteur LT-Manager,

München

Dr. Hanspeter Stabenau, Ehrenvorsitzender

der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V.,

Bremen; Mitglied der Logistik Hall of Fame

Prof. Dr. Michael ten Hompel, Geschäftsführender

Institutsleiter Fraunhofer-Institut für

Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund,

Mitglied des Vorstands der Bundesvereinigung

Logistik (BVL) e.V., Bremen, Mitglied

der Logistik Hall of Fame 2013

Anita Würmser, Gründerin der Logistik Hall

of Fame; Geschäftsführende Vorsitzende der

Jury; Inhaberin wuermser.communications,

München

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Logistik Hall of Fame – Gremien und Statuten

Die Statuten

Präambel

Die Logistik Hall of Fame ehrt Persönlichkeiten,

die sich um die Weiterentwicklung von Logistik

und Supply Chain Management außergewöhnlich

verdient gemacht haben. Hoch

verdiente Manager, Berater, Wissenschaftler

und Persönlichkeiten der Geschichte sollen

nicht in Vergessenheit geraten. Ihre Leistungen

für die Logistik sollen mit dieser ewigen

Ruhmeshalle auch künftigen Generationen

von Logistikern in Erinnerung gerufen werden.

Die Logistik Hall of Fame hat sich zum Ziel

gesetzt, herausragende Leistungen in der

Logistik zu dokumentieren, ihre Macher

auszuzeichnen sowie Innovationen anzustoßen

und zu fördern. Sie verfolgt das Ziel,

die Leistungsfähigkeit und Innovationskraft

der Logistik in die Öffentlichkeit zu tragen,

und will damit zur Wettbewerbsfähigkeit

und zur Imageverbesserung der gesamten

Logistikbranche beitragen.

Die Logistik Hall of Fame ist unter www.

logistikhalloffame.de jederzeit kostenlos

zugänglich.

Die Logistik Hall of Fame wurde von Anita

Würmser initiiert und am 18. September

2003 gegründet.

§ 1 Aufnahme in die Logistik Hall of Fame

In die Logistik Hall of Fame können Männer

und Frauen jedes Alters (auch bereits Verstorbene)

aufgenommen werden, die durch

eine in erster Linie von ihm/ihr durchgeführte

oder verantwortete gesellschaftliche, organisatorische,

technische, wissenschaftliche

oder betriebswirtschaftliche Leistung die

Logistik entscheidend in ihrer Entwicklung

vorangebracht haben. Die Leistung muss

nachhaltig positive Auswirkungen auf die

logistische Leistungsfähigkeit einer größeren

Gruppe von Unternehmen oder Institutionen

haben. Jährlich wird in der Regel eine Person

oder Personengruppe in die Logistik Hall of

Fame aufgenommen.

§ 2 Bewerbung und Nominierung

Vorschläge oder Bewerbungen für die Aufnahme

in die Logistik Hall of Fame sind bei

der Logistik Hall of Fame per E-Mail-Formular

schriftlich einzureichen.

Es existieren keinerlei Einschränkungen bei

der Vorschlagsberechtigung. Jede Person

ist vorschlagsberechtigt und kann sich selbst

oder Dritte zur Aufnahme in die Logistik Hall

of Fame vorschlagen. Auch Abteilungen,

Forschungsinstitute, Verbände, Projektgruppen

oder sonstige Gruppen können sich

bewerben oder vorgeschlagen werden.

In die Logistik Hall of Fame ziehen jedoch

keine abstrakten Gruppen, sondern immer

konkrete Personen ein. Die Jury bewertet

die Leistung jeder einzelnen Person aus

der Gruppe. Genügt die Leistung nur einer

Person nicht den Anforderungen, scheidet

die gesamte Gruppe aus.

Jede Einreichung wird unabhängig vom

Einreicher gleich behandelt.

Das Nominierungs-Komitee bestimmt im

ersten Wahlgang aus allen eingegangenen

Vorschlägen jährlich bis zu zehn Kandidaten,

die der Jury zur Entscheidung über die Aufnahme

in die Logistik Hall of Fame vorgelegt

werden. Die Nominierungen sind geheim und

ausschließlich dem Nominierungs-Komitee

und der Jury zugänglich.

§ 3 Wahl

Die Wahl erfolgt geheim. Die Jury wählt aus der

Gruppe der Nominierten einen Kandidaten,

der/die in die Logistik Hall of Fame aufgenommen

werden soll. Jedes Jury-Mitglied vergibt

nach Prüfung der Bewerbungen schriftlich

eine Rangfolge. An Position 1 der Rangfolge

setzt das Jury-Mitglied die/den Nominierte(n),

die/der es ihrer/seiner Meinung nach laut §1

am meisten verdient hat, in die Logistik Hall of

Fame aufgenommen zu werden. An Position

10 (beziehungsweise Anzahl der Nominierten)

dieser Rangfolge steht die/der Nominierte,

die/der es nach Meinung des Jury-Mitglieds

gemäß §1 am wenigsten verdient hat, in

die Logistik Hall of Fame aufgenommen zu

werden. Die Positionen dazwischen werden

entsprechend besetzt. Jede Rangnummer darf

nur einmal von jedem Jury-Mitglied vergeben

werden. Die Wertung wird per Internet auf

einem Wertungsformular vorgenommen, zu

dem ausschließlich die Mitglieder der Jury

Zugang erhalten.

Aus allen Rangfolgen der Jury-Mitglieder

wird datenbankgestützt eine Rangfolge

gebildet. Die/der Bestplatzierte zieht in die

Logistik Hall of Fame ein.

Kommt es durch Gleichheit der Werte bei

den Durchschnittsrangfolgen zu mehr als

einem Bestplatzierten, dann erfolgt unter den

Platzierten mit gleichen Rangfolgewerten eine

Stichwahl durch die Jury. Bringt auch diese

Stichwahl keine einfache Mehrheit für einen

Kandidaten, dann ziehen die punktgleich

besten in die Logistik Hall of Fame ein.

§ 4 Geheimhaltung

Die Mitglieder der Jury und des Nominierungs-

Komitees verpflichten sich, die vorgeschlagenen

und nominierten Persönlichkeiten

geheim zu halten und die ihnen zugänglichen

Unterlagen nicht an Dritte weiterzureichen.

§ 5 Nominierungs-Komitee und Berufung

Die Mitglieder des Nominierungs-Komitees

werden jährlich berufen. Die Mitgliedschaft

im Nominierungs-Komitee ist an die Funktion

gebunden, sie endet automatisch mit der jeweiligen

Wahlperiode oder dem Ausscheiden

aus einem Amt oder der beruflichen Funktion.

Sollte ein Mitglied des Nominierungs-Komitees

für die Aufnahme in die Logistik Hall of Fame

vorgeschlagen werden, so scheidet sie/er

automatisch für die Dauer der betreffenden

Wahlperiode aus dem Nominierungs-Komitee

aus. Die Mitgliedschaft endet in diesem Fall

mit dem Datum des Vorschlags und beginnt

wieder nach Bekanntgabe des neuen Mitglieds.

§ 6 Jury-Mitgliedschaft und Berufung

Die Mitglieder der Jury werden auf Dauer

berufen. Sie wählen jährlich das neue Mitglied

der Logistik Hall of Fame und repräsentieren

die Organisation in der Öffentlichkeit. Jedes

Jury-Mitglied unterstützt und fördert die Ziele

der Logistik Hall of Fame.

Die Mitgliedschaft in der Jury ist an die Funktion

gebunden, sie endet automatisch mit

dem Ausscheiden aus einem Amt oder der

beruflichen Funktion. Ein ausgeschiedenes

Jury-Mitglied kann nicht vor Ablauf einer

Frist von mindestens sechs Monaten wieder

in die Jury berufen werden.

Sollte ein Mitglied der Jury für die Aufnahme

in die Logistik Hall of Fame nominiert werden,

so scheidet er/sie automatisch für die

Dauer der betreffenden Wahlperiode aus

der Jury aus. Die Mitgliedschaft endet in

diesem Fall mit dem Datum des Vorschlags

und beginnt wieder nach Bekanntgabe des

neuen Mitglieds.

Der außerordentliche Ausschluss eines Jury-

Mitglieds ist nur auf besonderen Antrag

(Schriftform an die/den Geschäftsführenden

Jury-Vorsitzende/n möglich. Jury-Mitglieder

können ausgeschlossen werden, wenn das

Jury-Mitglied

• das Wahlrecht vernachlässigt oder mehrmals

nicht wahrnimmt

• die Geheimhaltungsregel missachtet

• die Statuten der Logistik Hall of Fame

missachtet

§ 7 Wahlkommission

Die Mitglieder der Wahlkommission werden

berufen. Sie überwachen die ordnungsgemäße

Durchführung der Wahl.

§ 8 Dauer der Mitgliedschaft und Ausschluss

aus der Logistik Hall of Fame

Die Mitgliedschaft in der Logistik Hall of Fame

ist ewig. Unter besonderen Umständen kann

die absolute Mehrheit der Jury ein Mitglied

der Logistik Hall of Fame ausschließen.

§ 9 Sonstiges

Ein Rechtsanspruch besteht nicht. Der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

München, im Januar 2014

Seite 81


Magazin

Impressum

Logistik Hall of FameMagazin

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Anita Würmser (V.i.S.d.P.)

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Frings, Werner Gockeln, Dr. Rüdiger Grube,

Björn Helmke, Dr. Christian Jacobi, Dr. Bernard

Krone, Dr. Norbert Rollinger, Peter Storck,

Matthias Wissmann, Anita Würmser

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Design:Management Strohmeyer

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Fotos

Daimler AG, Erwin Fleischmann, Fotolia,

BMVI/Fotograf: Henning Schacht, Ingo

Schwarz, Oliver Tamagnini, Marcus Vetter,

Anita Würmser, Lokomotiv Fotografie/Lena

Manteuffel, Firmenbilder

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49,00 € inklusive MwSt., zzgl. Versandkosten

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ist eine Publikation von

wuermser.communications

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Der Herausgeber haftet nicht für unverlangt

eingesandte Bilder, Artikel und sonstige

Inhalte oder Daten.

Erfüllungsort und Gerichtsstand ist München.

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Impressionen Logistik Hall of Fame

Impressionen

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Impressionen Logistik Hall of Fame

Seite 84


Impressionen Logistik Hall of Fame

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Ausblick

Wir brauchen

mehr Menschen mit

Visionen, Ideen und Mut

Als Gottlieb Daimler den ersten LKW

mit Namen „Phoenix“ im Jahr 1896 baute,

konnte sich kaum jemand vorstellen,

dass Lastkraftwagen einmal mehr als

70 Prozent der Güterverkehrsleistung

erbringen würden. Heute ist der LKW

die Nummer eins beim Gütertransport,

und er wird es auf unabsehbare

Zeit auch bleiben. Allerdings werden

die Anforderungen an effiziente und

nachhaltige Transportmittel zunehmend

anspruchsvoller, so dass auch die LKW-

Technologie permanent weiterentwickelt

werden muss. Der LKW der Zukunft

wird digitalisiert, vernetzt, fahrerlos,

effizient, nachhaltig und flexibler als jedes

andere Verkehrsmittel sein, um nur

einige Stichworte zu nennen.

Dorothee Bär MdB

Parlamentarische

Staatssekretärin beim

Bundesminister für Verkehr und

digitale Infrastruktur

An den Meilensteinen der Logistik, die

in der Hall of Fame eindrucksvoll dokumentiert

sind, können wir ablesen,

in welchen Quantensprüngen sich Logistik

zu ihrer zentralen Bedeutung für

alle Wirtschaftsprozesse entwickelt hat.

Für die großen Herausforderungen der

Zukunft – Urbanisierung, Mobilität,

Energiewende und den demografischen

Wandel – brauchen wir mehr denn je die

Visionen von Menschen, ihre Ideen, ihren

Sachverstand und ihren Mut. Wir brauchen

Menschen, die vorausdenken und heute

schon die Technologien erforschen, mit

denen wir in Zukunft die Welt gestalten.

Wir brauchen Menschen wie Gottlieb

Daimler, die auch heute noch modernen

Logistikern Vorbild sein können.

Seite 86


Mission: Zero Emission

www.still-zero-emission.com

Innovative STILL Gabelstapler: Leistungsstark, effizient, umweltschonend

Seit 2009 werden in Westeuropa mehr Elektro- als verbrennungsmotorische Gabelstapler gekauft.

Selbst in Osteuropa, wo verbrennungsmotorische Stapler einst klar dominierten, ist ihr Vorsprung nach

2009 auf ein Minimum zusammengeschrumpft. Weshalb das so ist, warum verbrennungsmotorische

Stapler dennoch wichtig bleiben und was alle Gabelstapler der RX-Baureihe von STILL so unschlagbar

leistungsstark, effizient und umweltschonend macht, erfahren Sie online unter:

www.still-zero-emission.com

first in intralogistics


Unterstützerkreis

der Logistik Hall of Fame

Agiplan

Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)

Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL)

Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME)

Bundesvereinigung Logistik (BVL)

Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik (BWVL)

BUSINESS+LOGISTIC

Deutscher Speditions- und Logistikverband (DSLV)

Deutsches Verkehrsforum (DVF)

DPD Dynamic Parcel Distribution

Duisburger Hafen (duisport)

DVZ Deutsche Verkehrs-Zeitung

Euro-FH, Europäische Fernhochschule

Fahrzeugwerk Bernard Krone

Kravag Versicherungen

Lebensmittel Zeitung

LT-manager

Still

SVG Bundes-Zentralgenossenschaft Straßenverkehr

TimoCom

wuermser.communications

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