September - RFW

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September - RFW

RFW-BO Amann: Kammer muß

Kosten übernehmen Seite 3

RFW-Bezirksobmann Christoph Hötzl::

Grazer Innenstadt in der Krise Seite 14

Wirtschaft aktiv

RING FREIHEITLICHER WIRTSCHAFTSTREIBENDER

Nr. 2/2009

P.b.b., Erscheinungsort, Verlagspostamt 8020 Graz, zusätzl. Aufgabepostamt 3112 St. Pölten, Zul.Nr.: GZ 02Z031515 M DVR-Nr.: 0411191

RFW-Landesobmann

Dr. Erich Schoklitsch

Österreichs Wirtschaft

braucht einen Kurswechsel

Seite 5


Matthias Krenn zum neuen Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz:

“Hier zeichnet sich wieder einmal deutlich

ab, für wen die große Koalition und

hier allen voran der Finanzminister Pröll

einstehen, nämlich für die Banken und

die Industrie.”

RFW Krenn:

Basel II Richtlinien sofort aussetzen

leistbares Geld für Österreichs KMUs

Als eine `Husch-Pfusch-Aktion´

bezeichnet Matthias Krenn, Vizepräsident

der Wirtschaftskammer

Österreich und stellvertretender

Bundesobmann des RfW, das

Unternehmensliquiditätsstärkungsgesetz

(ULSG): „Hier zeichnet

sich wieder einmal deutlich ab,

für wen die große Koalition und

hier allen voran der Finanzminister

Pröll einstehen, nämlich für die

Banken und die Industrie.“

Unterstützung gibt es laut dem Gesetz

nämlich nur für Unternehmer

mit mehr als 250 Mitarbeitern, welche

in Österreich einen Bruchteil

der gesamten Unternehmerlandschaft

ausmachen. „Natürlich ist es

unumgänglich, auch die heimischen

Großbetriebe und die Industrie

so gut als möglich zu unterstützen.

Nur dabei vergisst die frühere

Wirtschaftspartei ÖVP die

heimischen KMUs (Klein- und

Mittelbetriebe), welche noch mehr

unter der Finanzkrise mit der einhergehenden

Kreditklemme leiden,

und ebenso auf eine dringend notwendige

Unterstützung seitens der

Regierung warten.“

In Wahrheit ist das ULSG ein zweites

Bankenrettungspaket. Denn

unter dem Vorwand der Wirtschaft

(und hier nur den Großen) zu helfen,

wird das Geld an die Banken

verteilt. Deshalb fordert der RfW

von den Verantwortlichen in der

Basel II, der Hauptgrund für die

Kreditklemme in Österreich, mit

sofortiger Wirkung ausgesetzt wird

und den heimischen KMUs endlich

wieder leistbares Geld zur Verfügung

steht. „Denn eines dürfen wir,

vor allem in diesen schwierigen

Zeiten nicht vergessen - die KMUs

sind das Rückgrat der heimischen

Regierung und innerhalb der Regierungsparteien,

sich so rasch als

möglich dafür einzusetzen, dass

Wirtschaft und ohne sie würde es

am Arbeitsmarkt sehr rasch sehr

triste aussehen.

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Wirtschaft Aktiv Sept. / 09


Wirtschaftspolitik

RFW - Bundesobmann

Fritz Amann:

„Die Einrichtung einer Jugendstiftung

ist gut und

macht Sinn. Aber nicht von

Seiten der Unternehmen,

sondern aus dem Topf der

WKÖ soll diese Einrichtung

finanziert werden. ”

RFW-Bundesobmann Fritz Amann:

WKÖ soll Kosten für Jugendstiftung übernehmen!

Der Jubelmeldung von WKÖ- Präsident

Leitl über die Einrichtung einer

Jugendstiftung mit Geldern der

Dienstgeber in Höhe von Euro 5 Mio.

kann der RfW-Bundesobmann, KO

Ing. Fritz Amann, nur bedingt zustimmen:

Betriebe in der Krise nicht weiter belasten!

Die Einrichtung einer Jugendstiftung

ist gut und macht natürlich Sinn,

denn damit werden Jugendliche für

die Privatwirtschaft in Richtung

Wirtschaftsaufschwung fit gemacht.

In Sachen Finanzierung widerspricht

er aber Leitl. Nicht von seiten der

Unternehmen, sondern aus dem Topf

der WKÖ soll diese Einrichtung finanziert

werden. Es ist nämlich ein

Gebot der Kammer die Not leidenden

Betriebe zu entlasten. Es ist an der

Zeit, dass mit den Mitgliedsbeiträgen

auch einmal etwas Gescheites gemacht

wird.

So wie bei der Mitfanzierung der Restitutionszahlungen

ist hier die WKÖ

in dieser Sache mehr denn je gefordert,

schließlich geht es um die Entlastung

ihrer Mitglieder. Leitl ist also

klar gefordert, keine weitere Belastung

für die Betriebe einzufordern.

In Sachen Verbesserung der Bedingungen

für Kurzarbeit analog zu

unserem wichtigsten Wettbewerber

Deutschland sieht sich Amann mit

dem WKÖ- Präsidenten in einer

Linie, zumal diese Forderung schon

lange von Vorarlberg aus erhoben

wurde und mit Vehemenz von der

WK-Vorarlberg an der Spitze mit

Präsident Manfred Rein weiter

nachhaltig vertreten wird. Hier

führt kein Weg vorbei und daher ist

der „Sozialpartner“ Leitl gefordert

mit seinem Gegenüber, den ÖGB-

Verhinderern“ in Wien, endlich Tacheless

zu reden, damit die Arbeitslosenzahlen

nicht noch weiter

explodieren.

Transportbranche hat keinen finanziellen Spielraum mehr

RfW-BO Amann kritisiert Tariferhöhung im kombinierten Verkehr!

Als einen weiteren Anschlag auf die

ohnehin stark gebeutelte Transportbranche

sieht der RfW-Bundesobmann,

KO Ing. Fritz Amann, die Tariferhöhung

der ÖBB Tochter Cargo

Austria im kombinierten Verkehr.

Amann dazu: „Die massive Tariferhöhung

damit zu rechtfertigen, dass

Kostendeckung allein ökonomisch

nicht mehr vertretbar ist, kann wohl

für die ÖBB nicht gelten, schließlich

hat man öffentliche Ansprüche zu

erfüllen und wird dafür reichlich

aus dem Steuertopf subventioniert.

Was mich aber am meisten ärgert ist

die Tatsache, dass man mit willkürlichen

Fahrverboten, wie in Tirol,

die Transportbranche auf die Schiene

zwingt, um dann die ohnehin

stark belasteten Frächter weiter abzuzocken

und ihnen dabei völlig die

Luft zum Atmen zu nehmen. Dies

wohl in der weisen Voraussicht, sich

weitere Konkurrenz vom Leib zu

schaffen, schließlich betreibt die

ÖBB eines der größten Fracht- und

Speditionsgeschäfte mit einer der

größten LKW-Flotten im Land.“

Das ist für Amann ein unwürdiges

Spiel auf dem Rücken der Transportunternehmer.

Wenn man sich seitens

der ÖBB vom Prinzip der Kostendekkung

verabschiedet, dann sollte man

sich auch vom Subventionstopf des

Bundes abnabeln, denn nur dann

herrscht Waffengleichheit im Gütertransport.

Was in einer freien Marktwirtschaft

aber nicht geht, ist mit Hilfe der Politik

die Konkurrenz auf die Schiene zu

zwingen, um sie dann nochmals zu

schröpfen. Daher lehnt der RfW die

Tariferhöhung im kombinierten Verkehr

entschieden ab.

Wirtschaft Aktiv Sept. / 09 3


Wirtschaft

RFW-Landesobmann Dr. Schoklitsch fordert:

Bei der Befreiung von den Lohnnebenkosten für den ersten Mitarbeiter:

Altersbeschränkung abschaffen!

Wirtschaftskammer-Präsident feiert sich für Förderung, die völlig am Bedarf vorbeigeht

Die im Arbeitsmarktpaket II verankerte

Förderung für Unternehmen,

die ihren ersten Mitarbeiter

anstellen und für diesen ein Jahr

lang keine Lohnnebenkosten leisten

müssen, hat einen Haken, der

diese Unterstützung zu einem wirkungslosen

Werbegag macht, der

wenigstens nicht viel kostet. Denn

die Förderung gibt es nur für Bis-

30-Jährige. Ältere Arbeitssuchende

und EPU, die ja erfahrene Mitarbeiter

benötigen, bleiben auf diese

Weise auf der Strecke.

Als er die Punkte des Arbeitsmarktpaket

II erstmals las, begann

sich Dr. Erich Schoklitsch, Landesobmann

des Ringes Freiheitlicher

Wirtschaftstreibender (RFW),

schon zu freuen. Enthält dieses

doch eine Förderung, die der RFW

schon am 20. November des Vorjahres

beim Wirtschaftskammer-

Parlament beantragt hat: Wenn ein

Unternehmen seinen ersten Mitarbeiter

beschäftigt, werden dem Betrieb

für das erste Jahr die Lohnnebenkosten

erlassen. Beim genauen

Hinsehen wich Schoklitschs Freude

jedoch der Fassungslosigkeit.

In die Förderung, für die sich der

„schwarze“ Wirtschaftskammer-

Präsident Christoph Leitl nun

selbst feiert, wurde nämlich ein

Haken eingebaut, der sie so gut wie

unbrauchbar macht. Die Unterstützung

gibt es nur, wenn der Arbeitnehmer

unter 30 Jahre alt ist.

Damit ist der ursprüngliche

Hintergedanke der Idee ad absurdum

geführt, schüttelt Schoklitsch

verständnislos den Kopf.

Er deckt die nun in Kraft getretene

Version der Unterstützung als billigen,

weil wirkungslosen Werbegag

Leitls auf:




In der Zeit der Wirtschaftskrise

hat Österreich ein Heer

von Arbeitssuchenden, die

älter als 30 Jahre sind. Diesen

hilft die Förderung überhaupt

nicht.

Gerade für Einzelunternehmer

ist es wegen der hohen Lohnnebenkosten

ein Kraftakt, den

ersten Mitarbeiter aufzunehmen.

Wenn dieser dann auch

noch jung ist und erst in die

Arbeit eingeschult werden

muss, ist das ein kaum

überwindbares Hindernis, weil

die notwendigen Ressourcen

dafür nicht vorhanden sind.

Junge Einzelunternehmer

profitieren von der Erfahrung

eines älteren Arbeitnehmers

enorm. Durch die Weitergabe

von Know-How können viele

Kleinstunternehmen überhaupt

erst wachsen.

Diesen Wissenstransport

unterbindet die Leitl’sche

Version der Förderung

aber völlig.

Somit ist klar, dass Leitl wieder

einmal großspurig eine Maßnahme

verkündet hat, die möglichst wenig

in Anspruch genommen werden

kann, damit sie ja nicht zu viel

Geld kostet, so Schoklitsch: „Dem

Steuerzahler gegenüber treibt er

damit jedoch aber ein falsches

Spiel! So ist das keine Förderung,

sondern ein Werbegag.“

Um den Unternehmern und den

Steuerzahlern wieder in die Augen

schauen zu können bliebe Leitl

nichts anderes übrig, als die Förderung

so zu gestalten, wie sie der

RFW gefordert habe: nämlich ohne

Altersbeschränkung.

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Wirtschaft Aktiv Sept. / 09


Wirtschaft

RFW-Landesobmann Dr. Erich Schoklitsch:

Österreichs Wirtschaft braucht einen Kurswechsel

Weil die anderen nichts tun:

RFW kennt den Weg

aus der Krise

Die Regierung negiert die Vorschläge

des Ring Freiheitlicher

Wirtschaftstreibender für Maßnahmen,

die die heimische Wirtschaft

aus der Krise führt, bewusst. Denn

sie decken auf, dass Rot und

Schwarz wirtschaftspolitisch unfähig

sind.

Doch das Rückgrat ist nun dabei zu

brechen, wie eine Umfrage der Creditreform

Witschaftsauskunftei

zeigt. „Statt wirksame Strategien

zu entwickeln und umzusetzen,

versucht die Regierung, die Krise

wegzulächeln“, kritisiert Schoklitsch.

Abschaffung von Bagatellsteuern:

Nur dort wo der Staat eine anrechenbare

und äquivalente Leistung

erbringt, sollen Gebühren und

Steuern eingehoben werden! Aus

dieser Überlegung heraus sind so

genannte Bagatellsteuern ersatzlos

zu streichen. Bei der Abschaffung

würde sich alleine bei der Bodenwertabgabe

(Gemeinden) rund fünf

Millionen Euro Bruttoentlastung

ergeben. Weitere Beispiele: Kreditgebühren:

150 bis 160 Millionen

Euro, Bestandsgebühren (Miet- u.

Versicherungsvertrag): rund 70

Millionen Euro, Gesellschaftssteuer:

50 Millionen Euro, Schaumweinsteuer:

22 Millionen Euro,

Feuerschutzsteuer (Bundesländer):

50 Millionen Euro, Werbesteuer

(Gemeinden und Bundesländer): 90

Millionen Euro. In Summe alleine

bei diesen Bagatellsteuern: rund

450 Millionen Euro!

Noch immer sind die heimischen

Wirtschaftstreibenden in die Folgen

der Wirtschaftskrise verstrickt

und kämpfen tagtäglich ums Überleben.

Trotzdem unternimmt die

Kuschelregierung nichts für einen

effektiven Aufschwung. Ihre Ankündigungen

von Konjunkturpaketen

und Verwaltungsreform haben

sich als leere Versprechen erwiesen.

„Die Lösungsvorschläge des RFW

sind Faymann, Pröll, Leitl & Co

dabei bloß hinderlich – denn die

Ideen decken durch ihre Effektivität

die Unfähigkeit der Regierung

auf“, sagt Dr. Erich Schoklitsch,

steirischer Landesobmann

des Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender

(RFW).

Dabei geben – freilich nur hinter

vorgehaltener Hand und stets mit

der Betonung darauf, dass „das

jetzt nur ganz unter uns“ besprochen

werde – sogar „schwarze“

Funktionäre und Wirtschaftstreibende

zu, dass die Umsetzung der

Vorschläge, mit denen sich Schoklitsch

in den vergangenen Monaten

zu Wort gemeldet hat, durchaus

große Vorteile brächten:

Effizientere Konjunkturpakete vor

allem für die KMU: Sie stellen 99

Prozent der österreichischen

Unternehmen dar, sichern 1,85

Millionen Arbeitsplätze, haben

sich als stabiler Faktor im krisengeschüttelten

Österreich erwiesen

und sind damit das Rückgrat der

heimischen Wirtschaft – die Kleinund

Mittelunternehmen (KMU).

Absetzung von Basel II: „Basel II“

erlaubt es den Banken, in wirtschaftlich

schlechten Jahren höhere

Risiko- und Sicherheitszuschläge

einzufordern. Damit verhindern

die Banken jedoch, dass das von

der Gemeinschaft der Österreicher

per Konjunkturpakete bereit gestellte

(Steuer-)Geld auch tatsächlich

für das Ankurbeln der Wirtschaft

verwendet wird. Was die

Geldinstitute mit den von ihnen gehorteten

Summen tatsächlich machen,

könne man nur mutmaßen, so

Schoklitsch. Er fordert daher,

schon kurzfristig die Basel-II-

Richtlinien für EPU- und KPU-

Kredite bis zu einer Höhe von einer

Million Euro auszusetzen. Mittelfristig

muss „Basel II“ zur Gänze

abgesetzt werden, um die heimischen

Wirtschaftstreibenden rasch

mit günstigem Geld versorgen zu

können.

Verwaltungsreform zur Entlastung

des Staatshaushaltes: Ein Zurück–

drängen der Bürokratie ist für den

Standort Österreich ein wichtiger

Impuls. Dies zeigt uns auch ein aktueller

EU-Bericht. In Österreich

würde eine BIP Steigerung um 1,8

Prozent erzielt werden. In Zahlen:

Das BIP in Österreich würde um

4,6 Milliarden Euro steigen, wenn

der Verwaltungsaufwand um 25%

verringert wird. Die Verwaltungskosten

in Österreich sind mit 4,6

Prozent des BIPs zu beziffern. Der

EU-25 Durchschnitt wird mit 3,5

Prozent beziffert – hier liegt Österreich

um 31,4 Prozent über dem

Schnitt!. Vorne sind Finnland,

England und Schweden mit jeweils

1,5 Prozent. Daher muss es Ziel

sein, die Verwaltungskosten nicht

nur auf den EU-Schnitt um 25 Prozent

zu senken, sondern auf 2,3

Prozent des BIP zu halbieren. Viele

Länder zeigen, dass dies durchaus

möglich ist, fünf EU-Länder sind

schon jetzt laut dieser Studie unter

diesem Wert.

Der steirische Revitalisierungsfonds,

der wertvolle Impulse zur

Erhaltung alter steirischer Bausubstanz

und natürlich auch einen

wichtigen Beschäftigungseffekt

brachte, wurde offensichtlich mittlerweile

von der Landesregierung

ersatzlos gestrichen. Gerade in Zeiten

der Finanzkrise wäre der Revitalisierungsfonds

eine der effektivsten

Konjunkturförderungen überhaupt,

so Schoklitsch.

Wirtschaft Aktiv Sept. / 09 5


Service

Steuerservice

Auftraggeberhaftung

Mit diesen neuen Haftungsbestimmungen soll dem Ausfall

der Sozialversicherungsbeiträge durch Sozialbetrug

entgegen gewirkt werden. Ab 1. September 2009 haftet

der Auftraggeber im Bereich von Bauleistungen für alle

Beitragsschulden des beauftragten Unternehmens bei

den Krankenversicherungsträgern bis zum Höchstausmaß

von 20 Prozent des geleisteten Werklohnes.

Die Auftraggeberhaftung entfällt, wenn das beauftragte

Unternehmen zum Zeitpunkt der Leistung des Werklohns

in einer so genannten Gesamtliste der haftungsfreistellenden

Unternehmen (HFU- Gesamtliste) geführt

wird. Damit ein Unternehmen in diese Liste aufgenommen

werden kann, muss es mindestens drei Jahre lang

Bauleistungen erbracht haben und es dürfen keine Beitragsrückstände

vorliegen. Ein Antrag auf Aufnahme in

die HFU-

Gesamtliste

ist seit

Juni möglich.

Die

Haftung

kann allerdings

auch

dadurch vermieden

werden,

dass der Auftraggeber

20 Prozent des

Werklohns nicht an den

Auftragnehmer, sondern an

das Dienstleistungszentrum bei der Wiener

Gebietskrankenkasse überweist. (Quelle VN)

Sonderausgaben

privaten Lebensführung, die vom Gesamtbetrag der

Einkünfte abgezogen werden können und dadurch die

Einkommensteuerbelastung reduzieren. Zu den

(Topf)Sonderausgaben gehören Beiträge zu freiwilligen

Personenversicherungen (z.B. Kranken-, Unfall-, Pensions-

oder Lebensversicherungen), Aufwendungen für

die Wohnraumschaffung und Wohnraumsanierung oder

auch der Erwerb von jungen Aktien oder Genussscheinen.

Diese Sonderausgaben können bis zu einem Höchstbetrag

von 2920 Euro pro Jahr abgezogen werden. Bei Alleinverdienern

bzw. Alleinerziehern verdoppelt sich dieser

Betrag auf 5840 Euro.

Am 17. Juni wurde das Budgetbegleitgesetz 2009 im

Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Mit diesem Gesetz

wurde unter anderem die steuerliche Absetzbarkeit von

(Topf)Sonderausgaben neu geregelt. Sonderausgaben

sind im Gesetz taxativ aufgezählte Aufwendungen der

Ab drei Kindern erhöht sich der „Sonderausgabentopf“

nochmals um weitere 1460 Euro pro Jahr. Bisher wurden

diese Sonderausgaben bei einem Einkommen zwischen

36.400 Euro und 50.900 Euro so „eingeschliffen“, dass

sie bei einem Einkommen über 50.900 Euro nicht mehr

abgesetzt werden konnten.

Das obere Ende dieser Einschleifregelung wurde nunmehr

rückwirkend ab 2009 an die neue Grenze für den

50-prozentigen Spitzensteuersatz angepasst und von

50.900 Euro auf 60.000 Euro angehoben. Im Gegensatz

zur bisherigen Einschleifregelung kann ab 2009 die

Sonderausgabenpauschale in Höhe von 60 Euro auch bei

einem Einkommen über 60.000 Euro abgezogen werden.

(Quelle VN)

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Wirtschaft Aktiv Sept. / 09


RFW verhindert

neue Steuerbelastungen für Unternehmer

Gegen die Stimmen des sozialistischen

Wirtschaftsverbandes und der Grünen

Wirtschaft hat sich der RFW durchgesetzt

und neuen Steuerbelastungsideen für

Unternehmer die rote Karte gezeigt.

Der RfW hat sich wieder einmal als

Input und Ideengeber im österreichischen

Wirtschaftsparlament erwiesen.

Besonders erfreulich ist

dabei die Tatsache, dass der RfW

den Wirtschaftsbund und die Industrie

für einen gemeinsamen Antrag

gegen zusätzliche Steuerbelastungen

für die Wirtschaft gewinnen

konnten. Die ablehnende Haltung

der Roten und Grünen war

nicht überraschend, schließlich

sind sie aufgrund ihrer Ideologie

seit jeher der Feind der Unternehmer

in diesem Land. Gewerkschafter

wie Matznetter und Sozialromantiker

wie Plass haben noch nie

die Sorgen und Probleme der Wirtschaft,

geschweige ihre Interessen,

wahrgenommen. So war die ablehnende

Haltung der Wirtschaftsbelastungsbefürworter

nicht überraschend.

Insolvenzrechtsreform

In Sachen Insolvenzrechtsreform

konnte neben dem Wirtschaftsbund

auch der rote Wirtschaftsverband

überzeugt werden und das macht

wirklich Sinn, denn schließlich

droht unserem Wirtschaftsstandort

eine Pleitewelle noch ungeahnten

Ausmaßes.

Erfolg für Versicherungsangent

Für die Versicherungsagenten

konnte auf die Initiative des RfW

ebenfalls viel erreicht werden. So

hat auch der Wirtschaftsbund seinem

Antrag nach Einforderung einer

Gesetzesänderung zur zwingenden

Provisionsweiterzahlung

nach Beendigung des Agenturverhältnisses

zugestimmt und damit

Gerechtigkeit für Versicherungsagenten

geschaffen.

Die RfW-Anträge für eine Arbeitsmarktstudie

zur Erreichung einer

besseren und effizienteren Kontingentzuweisung

für Saisoniers,

sowie die Forderung nach einer

Neuorganisation der Reisebürosicherungsverordnung

zur realitätsnäheren

und konsumentenfreundlicheren

Handhabung fanden leider

keine Zustimmung der Mehrheitspartei.

Das ist schade, denn damit

wurde wieder einmal die Nutzung

einer Chance für die Wirtschaft

vertan.

Das Fazit des Wirtschaftsparlamentes

ist für den RfW aber sehr

positiv, schließlich gibt es ein klares,

die Fraktionen übergreifendes,

Bekenntnis gegen neue Belastungen

für die Wirtschaft. Dies ist der

Initiativkraft des RfW zu verdanken

und damit hat man sich wieder

einmal eindrücklich als Anwalt des

Mittelstandes bewiesen.

Wirtschaft Aktiv Sept. / 09 7


Kommentar

Kommentar Komm.Rat Winfried Waibel

Wie wird sich die Weltwirtschaft nach dem

Finanz-, Banken- und Wirtschaftsdesaster

dieser Jahre entwickeln?

Das Beispiel Österreich: Mit Milliardenbeträgen

auf Schulden konnte

das Ärgste verhindert werden.

Die Staatsverschuldung lag 2008

noch bei rund 58 % des BIP, dürfte

bis 2010 auf über 70% ansteigen

und wird für 2013 die Marke von

80% erreichen.

Dem steht gegenüber ein Anstieg

der Arbeitslosen auf 8,8 bis 9 % daher

Anstieg der Sozialkosten, rückläufige

Steuereinnahmen, Autozulieferer

mit weiteren Absatzeinbrüchen,

die Autoindustrie in Europa

(USA) in einer schweren Krise und

alle !!! haben sich verschuldet.

Was aber zu einer fundamentalen

Änderung in der Weltwirtschaft

führen wird, getraut sich kaum jemand

zu formulieren.

Ab Mitte der nächsten 10 Jahre

werden wirtschaftlich neue Weltmarktführer

entstehen – China, Indien

und abgeschwächt – Japan. In

diesen Ländern hat sich still und

leise die Veränderung der Krisenzeit

der Vergangenheit bereits angezeigt.

China besitzt rund 2.000

Mrd. Dollar an Reserven, konnte

aus diesem Topf rund 400 Mrd. (also

nicht mit Schulden machen, sondern

aus vorhandenen Rücklagen)

entnehmen und in die dortige, heimische

und dringend notwendige

Infrastruktur wie z.B. Straßenund

Brückenbau, Modernisierung

von Kraftwerken und anderes mehr

stecken.

Dies geschah allerdings ohne einen

besonderen Aufschrei in der Weltwirtschaftsorganisation,

auch

nicht in USA und EU. Es heißt

nämlich: „Gelder aus diesem Förderungstopf

werden nur dann zur

Verfügung gestellt, wenn die Aufträge

an chinesische Firmen vergeben

werden.

Dies zeigt klar Stärken und

Schwächen „der Partner“. Die

USA schweigen, weil China seine

Rücklagen Großteils in US-

Schuldverschreibungen angelegt

hat – und die EU keine einheitliche

Sprache spricht, sondern lediglich

ein loser Bund von Staaten ist, ohne

gemeinsame Wirtschafts- und

Außenpolitik und vor allem auch

ohne einheitliche Linie im militärischen

Bereich.

Dasselbe zeigt sich dann auch noch

in der UNO, wo sowohl China als

auch Russland jeden Beschluss, der

nicht gefällt, mit einem „Nein“ zu

Fall bringen können.

Man nehme Russland her, das den

Kaukasus Ende des 19. Jahrhunderts

eroberte und bis heute nicht

an eine Freigabe dieser Staaten

denkt, wie es die europäischen

Staaten mit ihren Kolonien gemacht

haben.

China hat Tibet 1950 besetzt und

angeblich rund ein Viertel der Bevölkerung

getötet, ohne dass

irgendjemand einen Versuch gemacht

hätte, für einen Rückzug der

chinesischen Armee oder eine Linderung

der dortigen Bevölkerung

zu sorgen.

Das gleiche gilt für Xinjiang (das

Land mit den moslemischen Uiguren).

Diese Region wurde erst 1955

von China als „autonome Zone“

einverleibt und zwischenzeitlich

mit rund 10 Millionen Han-Chinesen

besiedelt. Die Folge sind Unruhen,

Einsatz der Armee und viele

Tote.

Aber, das zählt alles nicht. China

wächst und wächst. Unter den 7

weltgrößten Unternehmen sind 4

chinesische Konzerne. Petro China,

Bank of China, China Mobil Ltd.

und China Construktbank. Darüber

hinaus sind die 3 größten Banken

der Welt nach dem Aktienwert

nicht in den USA, sondern ebenfalls

in China. ICBC mit 257 Mrd.

Dollar, China Construktbank 182,2

Mrd. Dollar und Bank of Chine

153,1 Mrd.

Früher haben China, Indien, Japan

und andere ostasiatische Staaten

Spielzeug für den Export erzeugt,

westliche Maschinen und Geräte

kopiert. Heute fliegen sie auf den

Mond, sind führend in der Computerindustrie

und vor allem in der

Entwicklung von neuen Antriebsmotoren

(Hybrid, Elektromotoren

usw.).

Darüber hinaus wächst China bevölkerungsmäßig

weiter und weiter,

während die „EU stirbt“ und

die USA von der Einwanderung

der „Hispanos“ lebt.

Die Zukunft Europas und der USA

ist vorgezeichnet. Wir werden mit

wesentlich kleineren Brötchen leben

müssen. Die Umweltprobleme

werden allen in den nächsten Jahrzehnten

zu schaffen machen. Die

Schulden von heute werden durch

eine schleichende Inflation noch

bis zu unseren Enkeln weiter getragen.

Keine erfreulichen Aussichten.

Wirtschaft Aktiv Sept. / 09 9


Wissen

Wird eine gravierende Inflation kommen?

Die Chancen einer galoppierenden Inflation

Horrende Summen von Staatsgeldern,

die in die Konjunktur gepumpt

werden, schüren die Angst vor einer

galoppierenden Inflation. Ökonomen

blicken mit Skepsis auf die

sprunghaft steigende Kreditaufnahme

des Staates in den Industrieländern.

Nach Schätzung werden die USA,

die Länder der Euro-Zone, Japan

und Großbritannien 2009 Anleihen

im Volumen von 3,6 Billionen Dollar

emittieren – 800 Milliarden Dollar

mehr als 2008. Ökonomen fürchten,

dass dies mittelfristig die Inflation

anheizen könnte.

Einige haben bereits das Geschäft

mit der Inflationsangst entdeckt.

Bücher wie "Achtung: Geld in Gefahr!:

Wie wir jetzt unser Einkommen

und Vermögen schützen" oder

die im Herbst erscheinenden Bücher

" Die Inflationsfalle: Retten Sie Ihr

Vermögen!" oder "Die Inflation

kommt! Und wie Sie sich jetzt schon

schützen können" wollen auch ihren

Anteil am Inflationsthema haben.

Im Sommer 2008 hatten wir noch die

Debatte um die enorme Inflation.

2009 erlebten wir im Juli eine Senkung

der Preise gegenüber dem Vorjahr

um 0,3%. Das deutet doch auf

eine Deflation hin. Fürchten wir uns

nun vor Inflation oder Deflation?

Beides gleichzeitig geht doch wohl

nicht!

Wie stehen nun die Chancen einer

Inflation? Antwort: Das hängt davon

ab.

Norbert Walter, Chef des Research

der Deutschen Bank, schreibt darüber:

..Die Sorge vor Hyperinflation

wegen der weltweiten Ausweitung

der Geldmenge durch die Zentralbanken

ist daher eher Ausdruck einer

Neurose! Aber es ist wahr – es

kommt darauf an, dass die Zentralbanken

diesmal – anders als Fed und

viele asiatische und arabische Zentralbanken

noch 2005 – nicht wieder

den Zeitpunkt für das Herumlegen

des monetären Ruders verpassen.

Die zu große Geldbasis muss – sobald

das Vertrauen der Marktakteure

in den Finanzmarkt wieder zurückgekehrt

ist – wieder deutlich

verkleinert werden! Da ich sicher

bin, dass die EZB ihr Inflationsziel

weiter sehr ernst nimmt und die

Welt weiß, dass es neben dem US-

Dollar auch diesen konkurrierenden

Euro gibt, ist die Gefahr inflationärer

Geldpolitik durch die Fed über

den Wettbewerb mit der EZB eingeengt...

Im Klartext ausgedrückt bedeutet

dies, dass es entscheidend sein wird,

ob die Zentralbanken die Liquidität

nach der Konjunkturerholung der

Wirtschaft wieder aus dem Markt

herausnehmen können. Denn ein zuviel

an Liquidität führt unweigerlich

zu Preissteigerungen.

Die Angst vor einer Hyperinflation

wie in den 20er Jahren ist als unbegründet

anzusehen, da ein entscheidender

Auslöser, die Mangelwirtschaft,

heute nicht gegeben ist.


Wissen

Das Entstehen der Inflation 1914 - 1923

Hyperinflation in Deutschland

Die Angst der Menschen vor einer

Hyperinflation, hervorgerufen durch

die milliardenschweren Wirtschaftspakete

der Regierungen, ist derzeit

ein heißes Gesprächsthema. Doch

wie kommt eine Hyperinflation zustande.

Die letzte Hyperinflation in

Deutschland (1914-1923) als Beispiel.

Hyperinflation gab es in der Zeit

von 1914-1923.

In der Zeit des ersten Weltkriegs

wurden viele Rohstoffe knapp. So

setzte die Reichsregierung im Jänner

1916 Höchstpreise für Fleisch, Fett

und Brot fest. Die Preisfestlegung

sollte verhindern, dass bei dem

knappen Angebot die Preise klettern.

Ärmere Bevölkerungsschichten

könnten sonst die ihnen zustehenden

Lebensmittelrationen nicht mehr

kaufen. Ab Februar 1916 gibt es

auch kein Frischfleisch mehr zu

kaufen. Angesichts der hohen Preise,

die für Schlachtvieh erzielt wurden,

und auch wegen des rapiden Preisanstiegs

für Futtermittel haben die

Bauern Ende 1915 über 50% mehr

Vieh geschlachtet als zur gleichen

Zeit vor dem Krieg.

Ab April 1917 produziert die gesamte

Wirtschaft für den Krieg. Für den

privaten Gebrauch darf nur in wenigen

Ausnahmefällen produziert werden.

Im August 1919 verzeichnet Europa

15 Millionen Arbeitslose, angesichts

der erwarteten Ernteerträge

werden 100 Millionen Menschen

nicht ausreichend ernährt werden

können. Zu dem Zeitpunkt lebten in

Europa ca. 340 Mio. Menschen.

226 Mrd. Mark

Reparationszahlungen

Jänner 1921 legen die Allierten auf

einer Konferenz in Paris die Höhe

der Reparationszahlungen auf 226

Mrd. Mark, zahlbar in 42 Jahresraten,

fest. Beim aktuellen Stand des

Währungsverfalls erhöht sich diese

Summe auf 3000 Mrd. Papiermark.

Juli 1922 beschleunigt sich die Inflation

durch inflatorische Kreditpolitik

der Reichsbank und die Reparationen

schlagartig. Am 2. August

steht der Dollarkurs bei 860 Mark,

am Monatsende beträgt er bereits

1990 Mark. Die internationale Börse

antwortet auf alle Ratenzahlungen

Deutschlands mit sofortiger Verschlechterung

des Wechselkurses.

Am 5. Juni 1923 gesteht Reichsbankpräsident

Rudolf Havenstein die

Aussichtslosigkeit der Markstützung

ein. Der Wechselkurs hat sich

vorübergehend bei 20.000 Mark für

einen Dollar eingependelt.

3 Billionen Mark Lohn

Nur mehr ein Siebtel der Staatsausgaben

lassen sich durch Einnahmen

decken. Die Preise laufen den Löhnen

davon, Hunger und Not brechen

im Reich aus. In Sachsen gibt es die

ersten Teuerungsunruhen. Angst vor

Bürgerkrieg macht sich breit. Die

Ehefrauen warten vor den Werkstoren

auf das Geld, um sofort einkaufen

zu können, da die Preise stündlich

steigen.

Im Oktober 1923 wird die Rentenbank

zum Zweck der Ausgabe der

Rentenmark gegründet. Die Rentenmark

wird zusätzlich zur Papiermark

eingeführt und ist auf die Ausgabe

von 2,4 Mrd. Rentenmark in

Noten beschränkt. Gedeckt wird die

Rentenmark durch Hypotheken auf

Grundbesitz, Industrie, Handel und

Banken.

Die letzten Tage vor der Währungsreform.

Die Preise wechseln nahezu

stündlich, Briefmarken werden ohne

Aufdruck hergestellt und die Beamten

schreiben den gerade gültigen

Stand per Hand ein. Am 1. November

kostet ein halbes Kilo Brot 260

Mrd. Mark, ein halbes Kilo Zucker

250 Mrd., ein halbes Kilo Fleisch 3,2

Billionen Mark. Der Tageslohn eines

gelernten Arbeiters in Berlin betrug

3 Billionen Mark.

Am 15. November 1923 wird die

Rentenmark eingeführt. Der Wechselkurs

zur Papiermark wurde mit

1:1 Billion festgesetzt. Die Hyperinflation

konnte gestoppt werden.

11


Adabei

Großer Erfolg des 1. RFW-Sommerfestes

Mehr als 100 Besucher

fanden sich

beim 1. RFW-Sommerfest

in der Sky-

Bar amSchlossberg

ein.

Bei angeregten

Gesprächen wurde

die aktuelle wirtschaftliche

Lage diskutiert.

Im Mittelpunkt

standen natürlich

die Vorbereitungen

für die

Wirtschaftskammer-Wahl

2010

und die Aussichten

für den RFW.

LO Dr. Erich Schoklitsch

sprach einmal

mehr die fehlenden

Mittel aus

den Konjunkturpaketen

an und berichtete

über die

prekäre Lage auf

dem Kreditsektor,

wo trotz Milliarden

Zuwendungen an

die Banken nach

wie vor Geld für

die Wirtschaft nur

sehr eingeschränkt

verfügbar ist. Als

Argument der Banken

dient Basel II,

welches mit aller

Macht vom RFW

bekämpft wird.

Einladung zum Messe-Empfang

des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender

am Montag, 28. September

um 17:00 Uhr

in der Grazer Stadthalle

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

u.A.w.g.: 0316-773350


Politik

RFW-Bezirksobmann GR Christoph Hötzl fordert:

Frau Stadträtin Grabner und Bürgermeister Nagl sollen endlich Taten setzen!

Grazer Innenstadt in der Krise!

Seit Jahren leiden die Innenstadtkaufleute

an der politischen Visionslosigkeit

unseres Bürgermeisters.

Starke Konkurrenz durch Einkaufszentren

am Stadtrand und eine katastrophale

Parkplatzsituation setzen

den innerstädtischen Unternehmern

seit Jahren zu.

Pünktlich zur Wirtschafts- und Finanzkrise

schnürte nun die

schwarz-grüne Rathauskoalition ein

neues Belastungspaket. In der Herrengasse

wurden die Zeiten für Ladetätigkeiten

reduziert und auch andernorts

in unserer Stadt fallen Ladezonen

zusätzlichen Busspuren

zum Opfer.

„Ich fordere von der ÖVP ein taugliches

Konzept zur Unterstützung der

Innenstadtkaufleute. Allerdings habe

ich weder von der zuständigen

Wirtschaftsstadträtin Grabner noch

von ihrem Schutzherrn Nagl allzu

viel zu diesem Thema gehört. Während

Bürgermeister Stellvertreterin

Rücker mit ihren Verkehrskonzepten

ein wirtschaftliches Belastungspaket

nach dem anderen schnürt,

üben sich Nagl und Co. in dezenter

Selbstversorgung und sind derzeit

eher damit beschäftigt den Nagl

Günstling Nestler bei der Feuerwehr

zu einem neuen Aufgabenbereich zu

verhelfen.

Derartige Maßnahmen sind ja bei

der ÖVP nicht ungewöhnlich. So ist

in der Vergangenheit Thomas Rajakovics

neben seiner Tätigkeit als

Gemeinderat im Bürgermeisteramt

untergekommen, sowie sich auch für

Dr. Zinkanell, nach dessen Vertragsbeendigung

bei der Grazer Messe,

ein Betätigungsfeld bei der Stadt

Graz aufgetan hat. Die ÖVP sollte

aber weniger versuchen ihre Günstlinge

und Parteigänger zufrieden zu

stellen, sondern

vielmehr

konkrete

Maßnahmen

setzen, denn

die einzige Initiative

aus einem

ÖVP-Büro

in Bezug

auf die Innenstadt war der von

Stadtrat Rüsch angeregte Rückkauf

der Thalia durch die Stadt, da sich

der ÖVP - nahe Unternehmer Gollenz

mit seiner Acoton bei diesem

Projekt deutlich verrechnet hat.

Ich fordere an Stelle von schwarzer

Protektionspolitik mehr Einsatz für

die Bürgerinnen und Bürger sowie

die Grazer Wirtschaftstreibenden,

damit das unvergleichbare Flair unserer

Innenstadt erhalten bleibt“,

erklärt Gemeinderat Hötzl abschließend.

www.rfwstmk.at

Der RFW-Steiermark

im Internet


Falschgeld

Immer mehr Blüten

in Österreich

Die österreichische Kriminalstatistik

weist genaue Zahlen aus: Im ersten

Halbjahr 2009 gab es um 17.568

Straftaten mehr als im Vergleichszeitraum

des Vorjahres. Hauptverantwortlich

dafür sind vor allem Betrügereien

bei Internetauktionen (+ 6.500

Delikte), der Diebstahl von Geldbörsen

(+ 3.000 Delikte) und die Fälschung

von Banknoten mit immerhin

plus 1.600 Delikten.

Europaweit ist die Falschgeldkriminalität

um satte 17 Prozent gestiegen.

Interessant dabei ist, daß „Blüten“

mit hohem Nennwert eher seltener

werden. Der Anteil der gefälschten

„20er“ Euroscheine steigt ständig.

Damit wird es – vor allem für kleinere

Geschäfte und Firmen – immer

aufwendiger, Fälschungen zu entdekken.

Prüfte man bisher vielleicht

500er oder 200er – Scheine, so sollte

man nun das Augenmerk verstärkt

auch auf kleinere Scheine richten.

In Österreich ist im übrigen noch immer

der Euro-Hunderter die meist gefälschte

Banknote.

Gefahr wieder im Steigen

Keinesfalls auf die leichte Schulter

nehmen sollte man die Gefahr, gefälschte

Scheine „angedreht“ zu bekommen.

Die Gefahr ist jedenfalls im

Steigen. Kürzlich hat die Polizei in

Bulgarien einen Geldfälscherring

ausgehoben, der rund 16 Millionen

Euro an Falschgeld in die EU „exportiert“

hat.

Nach Mitteilung der spanischen Behörden

wurde in Valencia eine Bande

zerschlagen, die im Begriff war, rund

700 Millionen Euro „von höchster

Qualität“ herzustellen.

Sicherheitsmaßnahmen im Betrieb

Gerade kleineren Betrieben ist es

kaum möglich, jede Banknote zu kontrollieren.

Dennoch sollte man zumindest

dann, wenn auch der geringste

Zweifel besteht – z. B. wenn die

Banknote sich anders anfühlt als gewohnt

– eine genauere Prüfung vornehmen

– siehe Kasten.

So erkennt man Fälschungen

Fühlen – echte Noten haben einen erhabenen Druck (Stichtiefdruck)

bei den auf der Vorderseite befindlichen Buchstaben

BCE ECB EZB EKT EKP

Sehen - Wasserzeichen links vorne sichtbar, wenn Note gegen das

Licht gehalten wird

dunkler Sicherheitsfaden in der Mitte

Zahl neben EU-Fahne wird gegen Licht sichtbar

Kippen –Folie rechts vorne wechselt Bild

Prüfen – mit UV-Lampe – unter UV-Licht leuchten bei echten Noten

bestimmte Merkmale in bestimmten Farben – siehe technische

Beschreibung und Anleitung des jeweiligen Gerätes.

Was tun bei Fälschungen?

Leider gibt es keinen Ersatz für Falschgeld. Aber Sie sind auch nicht verpflichtet, Falschgeld anzunehmen.

Im Zweifel veranlassen Sie eine genaue Prüfung. Sie können – müssen aber nicht – verdächtige Personen anzeigen oder

auf angemessene Weise anhalten, wenn Sie sofort die Sicherheitsorgane (Polizei) verständigen.

Es ist aber nicht ratsam – im Interesse der eigenen Sicherheit – Personen mit Gewalt festzuhalten oder Flüchtige zu verfolgen.

Wenn Sie eine Banknote (ebenso Münzen) als gefälscht erkannt haben, dürfen Sie diese nicht mehr weitergeben

bzw. etwa gar damit bezahlen.

14

Wirtschaft Aktiv Sept. / 09


unter der Lupe

„Bemerkenswert“

Die Alter-Naiven

Naivität ist die Ahnungslosigkeit von den tatsächlichen Zusammenhängen. Mit der

Naivität geht immer ein Mangel an Realitätsbewußtsein einher.

Insofern kann man die jüngsten Vorschläge der Grünen zur Arbeitszeitverkürzung auf

35 Stunden nicht mehr als alternativ, sondern nur mehr als alternaiv bezeichnen.

Nach alter kommunistischer Diktion wird natürlich auch gleich der volle Lohnausgleich

gefordert, das heißt auf deutsch: Weniger arbeiten für den gleichen Lohn. Ach

ja – und zahlen soll es natürlich die Wirtschaft.

„Grüne Wahlversprechen: Reiche sollen zahlen“ titelte „Die Presse“ schon vor rund

einem Jahr. Der Begriff „Reiche“ kommt dabei weit herum in den diversen Schnapsideen

der Grünen. Herhalten fürs Zahlen sollen je nach gerade aktueller Grünen-Idee

die Autofahrer, die Energieverbraucher, die Flugreisenden, der Mittelstand, insbesondere

auch die Transportunternehmen und überhaupt alle „Sünder“, speziell die

„ÖKO-Sünder“.

Zitate

....................................

“Der Konkurs betreffend die A. G.

Vermögensberatung GmbH wird

mangels Vermögen (Kostendeckung)

nicht eröffnet.”

Veröffentlichung des Landesgerichts

Innsbruck

“Präsident Rudolf Trauner: Rezepte

aus der Mottenkiste”

Leicht irreführender Titel eines

Kommentars des oö. Kammerpräsidenten

“Die guten Menschen geben ihr eigenes

Geld, die Gutmenschen – wie

sie da sitzen – verteilen das Geld anderer

Leute.”

Guido Westerwelle, FDP-Politiker

“Jede Wirtschaft beruht auf dem

Kreditsystem, das heißt auf der irrtümlichen

Annahme, der andere werde

gepumptes Geld zurückzahlen.”

Kurt Tucholsky

Hier ein bißchen Nachhilfe für unsere Alter-Naiven:

Bei einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit um 5 Stunden würde in einem

Kleinbetrieb mit z.B. 5 Beschäftigten 1.200 Arbeitsstunden im Jahr weniger gearbeitet,

die Lohnkosten blieben aber gleich hoch wie bisher. Zusätzlich müßte aber jemand

eingestellt werden, der diese 1.200 nun fehlenden Arbeitsstunden erbringt.

Kosten für den Kleinbetrieb bei gleicher Produktivität: Plus 2.400 Arbeitsstunden jährlich!

Lieber GrünInnen! Bitte merken: Mangel an Realitätsbewußtsein ist kein Zeichen von

Intelligenz.

Unter den FAQ’s – häufig gestellte Fragen – auf der Website der Grünen Wirtschaft

findet sich bezeichnenderweise gleich an erster Stelle: „Warum sollte ich mich für die

Grüne Wirtschaft engagieren?“

Ja, warum eigentlich, fragt sich angesichts des Grünen Wirtschaftsdesasters auch

Ihr

Agilus

„Eisenbahnunternehmen können Eisenbahninfrastrukturunternehmen,

Eisenbahnverkehrsunternehmen

oder sowohl Eisenbahninfrastrukturunternehmen

als auch Eisenbahnverkehrsunternehmen

(integrierte Eisenbahnunternehmen)

sein; in letzterem

Falle beziehen sich die in diesem

Bundesgesetz

a)für Eisenbahninfrastrukturunternehmen

statuierten Rechte und

Pflichten auf die Funktion des Eisenbahnunternehmens

als Eisenbahninfrastrukturunternehmen

und die

b)für Eisenbahnverkehrsunternehmen

statuierten Rechte und Pflichten

auf die Funktion des Eisenbahnunternehmens

als Eisenbahnverkehrsunternehmen.“

Schienenverkehrsmarkt-Regulierungsgesetz

BGBl Nr. I 166/1999

“Die Mitgliedschaft in der Schienen-

Control Kommission erlischt mit der

Feststellung aller übrigen Mitglieder,

daß das Mitglied wegen schwerer

geistiger Gebrechen unfähig ist.”

ebenda

Wirtschaft Aktiv Sept. / 09 15


Sich aufs Glück

verlassen oder

mitbestimmen?

Sie arbeiten und arbeiten und verlassen sich

voll auf andere, daß die Ihre Brancheninteressen

richtig vertreten. Reine Glückssache, könnte

man meinen. Bestimmen Sie doch aktiv mit,

was passiert!

Wenn Sie neue Ideen für die Gestaltung der

wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Ihrer

Branche haben und diese auch umsetzen wollen,

dann engagieren Sie sich doch bei uns als

Kandidat für die Wirtschaftskammerwahl

2010.

Als Kandidat sind Sie nicht Mitglied einer Partei.

Handeln Sie jetzt und senden Sie uns untenstehenden

Abschnitt oder eine E-Mail!

Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) - Steiermark, Grabenstraße 75, 8010 Graz

Tel.: 0316/773350, Fax 0316/773350-55; office@rfwstmk.at, www.rfwstmk.at

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber: Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW), Landesorganisation Steiermark, ZVR-Nr.: 028215420, 8010 Graz, Grabenstraße 75, zugl. Anschrift Redaktion,

Verwaltung, Anzeigen. Druck: Wiesinger, Wels.

Ich möchte für meine Branche bei der Wirtschaftskammerwahl 2010 kandidieren, nehmen

Sie mit mir Kontakt auf.

Ich möchte dem RFW beitreten

Schicken Sie mir Informationen

Name................................................

Telefon..............................................

E-Mail...............................................

Gerhard Köhldorfer

Spitzenkandidat

An den

Ring Freiheitlicher

Wirtschaftstreibender

Grabenstraße 75

8010 Graz

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