KSD zur Inklusion - Auswertung der Ergebnisse des ... - VSLT eV

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KSD zur Inklusion - Auswertung der Ergebnisse des ... - VSLT eV

KSD

KSD zur Inklusion - Auswertung der Ergebnisse des Workshops in Tabarz 2012

Die Vertreter/innen der KSD und der ASD tagten vom 10. bis 12. 05. 2012 in Tabarz zum

Thema „Inklusion“.

Die nachfolgenden Positionen / Empfehlungen an die Delegiertenversammlung der KSD in

Cottbus spiegeln das Ergebnis der Workshops von Tabarz wieder:

Zehn Schritte auf dem Weg zur inklusiven Schule

1. Eine bundeseinheitliche Verständigung über die Inhalte des Begriffs Inklusion ist bis

heute nicht vorhanden. Eine eindeutige Definition ist jedoch Voraussetzung für die

notwendige Umsetzung. Sie schafft Verbindlichkeit, Klarheit und Transparenz

darüber, wie eine inklusive Schule aussehen soll.

2. Inklusion geht alle etwas an und bezieht vor allem im Schulbereich Verbände,

Krankenkassen und Jugendhilfeträger ein. Insbesondere die Sonderpädagogik

unterstützt dabei den Anspruch von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen

auf Teilhabe und kompetenzorientierte individuelle Förderung im Regelunterricht.

3. Die Entwicklung eines verbindlichen Stufenplans unter Berücksichtigung der

verfügbaren Haushaltsmittel ist unabdingbar um eine tragfähige Struktur zur

Umsetzung der inklusiven Beschulung zu erreichen. Schwerpunktlösungen

unterstützen den Aufbau und Ausbau eines flächendeckenden Angebots.

4. Eltern haben einen Anspruch darauf, dass ihr Kind die Regelschule besuchen kann,

jedoch besteht in einer ersten Umsetzung kein Wahlrecht auf eine bestimmte Schule.

In der Aufbauphase ist es sinnvoll schwerpunktmäßige Angebote mit einer qualitativ

guten Ausstattung und Betreuung zu gewährleisten. Dieses Netz an inklusiven

Schulen wird systematisch und flächendeckend ausgeweitet. Ziel ist die heimatnahe

inklusive Schule.

5. Die durch den Rückgang der Schülerzahlen möglichen Einsparpotentiale (=

Demographiegewinne) sind im System zu belassen, um die erforderliche

Personalausstattung sicherzustellen (vgl. Klemm-Gutachten für Rheinland-Pfalz)

6. Weitere Ressourcen können durch Beteiligung vielfältiger Berufsgruppen (z.B.

Logopäden bei Schüler/innen mit Sprachdefiziten) gewonnen werden. Die unter

Punkt 2 beschriebene Einbeziehung aller z. B. auch der Krankenkassen führt zur

Bündelung und Vernetzung im Sinne eines multiprofessionellen Personalpools und

somit zu Synergieeffekten.

7. Die Regeln der noch zu ratifizierenden Kinderrechtskonvention sind in die weiteren

Entwicklungen einzubeziehen.


8. Ein wichtiger Schwerpunkt ist die umfassende Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte,

um die gemeinsame Aufgabe der Inklusion professionell betreiben zu können. Sie ist

in erster Linie eine Aufgabe der allgemeinen Schule.

9. Der in der BRK selbst verankerte Haushaltsvorbehalt verpflichtet die Politik, die von

ihr selbst gewollte Zielstellung Inklusion umzusetzen.

10. Zur Unterstützung einer rascheren Realisierung der inklusiven Schule wird die

Nutzung der vorhandenen Ressourcen z.B. durch Einziehung gut ausgebauter und

ausgestatteter Förderschulen empfohlen. Die auch dort rückgehenden Schülerzahlen

machen weitere Ressourcen frei.

Um diesen Weg gelingen zu lassen empfiehlt es sich, auf bereits vorhandene

Erfahrungen, Projekte, Modelle zurückzugreifen. Dazu gehören z.B. der gemeinsame

Unterricht in Hessen, die Schwerpunktschulen in Rheinland Pfalz, die Kompetenzzentren

in Schleswig Holstein u. a.

Ressourcen für Beratung müssen zu inklusiven individuellen Förderstunden

umorganisiert werden, so dass allgemeine Schulen auf ihrem Weg zur Inklusion direkt

unterstützt werden.

Die Schulaufsicht spielt in diesem Entwicklungsprozess zur inklusiven Schule eine

tragende und verantwortungsvolle Rolle hinsichtlich

der Einführung und Gewinnung von Schulen mit inklusivem Konzept

der federführenden Planung in der Region

der kontinuierlichen Begleitung und Unterstützung dieser Schulen

des Auf- und Ausbaus von Netzwerken

des verantwortungsbewussten Personaleinsatzes

der Beratung von Schulen, Lehrern und Eltern

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