geistig fit - Gesundheit Erlangen

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geistig fit - Gesundheit Erlangen

September | Oktober| November 2011

Gesundheit

ERLANGER

GESUNDHEITS-

KALENDER

ERLANGER

GESUNDHEITS-

KALENDER

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Richtiges Training bringt

die grauen Zellen in Schwung S. 4

Pillen für mehr

mentale Power? S. 16

Programm gegen Demenz

für Erlanger S. 18

So kann man das Denken

sichtbar machen S. 20

Pfiffig, clever, klug, weise –

geistig fit

durchs Leben!

Lange Nacht der Wissenschaften am 22. Oktober 2011


Gut anlegen und Herz zeigen

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Kristin Götz

Kundenberaterin in der

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Allein maßgeblich sind die endgültigen Bedingungen in Verbindung mit dem Basisprospekt, die im Internet veröffentlicht werden

(www.bayernlb.de/emissionsprospekte) oder kostenlos bei der Sparkasse Erlangen erhältlich sind. Informationen erhalten Sie in jeder

unserer 46 Geschäftsstellen, in der Firmenkundenabteilung, der Vermögensberatung, unter 09131 824-500 (Mo.- Fr. jeweils von

8:00 Uhr bis 20:00 Uhr) oder unter www.sparkasse-erlangen.de

Lässt Sie auch manchmal Ihr Gedächtnis

im Stich und Sie möchten Ihre grauen

Zellen wieder in Schwung bringen? Dann

sind Sie hier richtig. Wir geben Ihnen

Tipps, wie Sie geistig fit bleiben – und das

in jedem Alter. Das Geheimnis? Sich lebenslang

den Spaß am Lernen zu bewahren.

Wir sprechen mit dem Erfinder des

Gehirnjoggings über die besten Trainingsmethoden

für unsere vielen Milliarden

Nervenzellen. Es lohnt sich, unseren Kopf

zu fordern, denn das Gehirn ist ähnlich

trainierbar wie ein Muskel. Gleich ausprobieren

können Sie dies auf unseren

Gedächtnis-Trainings- und Rätselseiten

(S. 11 und 35).

Damit das Lernen während der Schulzeit

nicht von der Lust zur Last wird, sollte

man wissen, welchem der vier Lerntypen

man angehört. Oder können wir uns einfach

schlau essen? Einige Nahrungsmittel

helfen tatsächlich beim Denken!

Auch bei der Langen Nacht der Wissenschaften

am 22. Oktober, auf die wir einen

ersten Ausblick geben, werden Ihre

grauen Zellen reichlich Gelegenheit zum

Training bekommen.

3


Titelthema

Begeben Sie sich mit uns zum Gedächtnistraining, machen wir gemeinsam

Gehirnjogging – lassen Sie uns Denksport betreiben! Es ist kein Zufall, dass

diese Begriffe Bilder von schweißtreibender Anstrengung in uns auslösen: Wer

geistig fit sein möchte, der muss sein Leben lang lernen, Informationen schnell

aufnehmen und weiterverarbeiten.

„In einer repräsentativen Studie Ende 2008

antworteten 85 % der Befragten, dass es ihnen

sehr wichtig sei, geistig fit zu sein und

auch zu bleiben – die physische Gesundheit

wurde im Vergleich dazu nur von 75 % genannt“,

erläutert Dr. Siegfried Lehrl. „Geistige

Fitness ist also Wunsch Nummer 1 der

Deutschen und viele tun auch aktiv etwas

dafür – aber nicht immer das Richtige. Falscher

Denksport oder zu viel davon kann

sogar schädlich sein, unter anderem dann,

wenn es zu Misserfolgen kommt.“ Der Erlanger

Diplompsychologe forscht bereits

seit seinem Studium zur Intelligenz des

Menschen. Im Rahmen seiner international

anerkannten Arbeit – seit 1969 fast unun-

terbrochen an der heutigen Psychiatrischen

und Psychotherapeutischen Klinik des

Universitätsklinikums Erlangen – gewann

Siegfried Lehrl Erkenntnisse, die die Wissenschaft

veränderten und heute zu den

Grundlagen gehören. 1989 gründete er mit

Kollegen die Gesellschaft für Gehirntraining

e. V., die sich der Erhaltung, Steigerung und

Wiedergewinnung der geistigen Leistungsfähigkeit

widmet.

Schnelligkeit ist die halbe Miete

Es wird zwischen kristalliner Intelligenz – erworbenem

Wissen – und fluider Intelligenz

unterschieden. „Auf die fluide Intelligenz

kommt es an!“, betont Dr. Lehrl. „Sie wird

von zwei Faktoren bestimmt: der Geschwindigkeit,

in der die Informationen verarbeitet

werden, und der Merkspanne, also der Zahl

von Informationseinheiten, die behalten

und wiedergegeben werden können.“ Bittet

man einen gesunden Erwachsenen, sich

eine Zahlenreihe einzuprägen und wiederzugeben,

empfindet er diese Aufgabe ab der

vierten Ziffer als schwierig: Durchschnittlich

liegt die Merkspanne bei fünf bis sieben Informationseinheiten,

also Ziffern.

Fluide Intelligenz hat große Bedeutung

in der Wissensgesellschaft

Fluide Intelligenz ist unabhängig von der

Schulbildung. Es handelt sich um akute

geistige Leistung: die Fähigkeit, ein neues

Problem zu lösen, ohne dabei auf Erfahrungen

zurückzugreifen. Vor allem für junge

Menschen, die in ihrem Leben drei bis fünf

verschiedenen Berufen nachgehen werden,

die sich also immer wieder neu einarbeiten

müssen, spielt die fluide Intelligenz eine bedeutende

Rolle. „Früher gab es eine Muskelgesellschaft,

heute leben wir in der Wissensgesellschaft“,

erklärt Siegfried Lehrl.

„Diejenigen, die geistig fitter sind, haben

durchschnittlich mehr Chancen im Leben,

können mehr (Schul-)Erfolge aufweisen,

haben das höhere Einkommen, sind gesünder,

leben länger und erkranken nicht so

schnell an Demenz.“

Der Zusammenhang zwischen körperlicher

und geistiger Gesundheit ist durch zahlreiche

Studien belegt: Wer ein gutes Herz-

Kreislauf-System hat, kann sich auch länger

konzentrieren. Beobachten lässt sich diese

Relation z. B. am erhöhten Blutdruck und

den geweiteten Pupillen eines Knoblers,

der gerade konzentriert Rätsel löst.

Titelthema

Training für die grauen Zellen

1981 schuf Dr. Lehrl gemeinsam mit zwei

Kollegen den Begriff „Gehirnjogging“, der

schnell öffentlich wurde und sich großen

Medieninteresses erfreute. Während der

Ausdruck im Laufe der Zeit immer allgemeiner

verwendet wurde, entwickelte Siegfried

Lehrl das genau definierte Mentale Aktivierungstraining

(MAT). „Wichtig ist nicht, dass

etwas gemacht wird, sondern wie, wann

und vom wem“, führt er aus. Vergleichbar

mit dem Gewichtheben kann zum Beispiel

zu großer Ehrgeiz erheblichen Schaden anrichten.

Der Denksport ist streng genommen

auch kein Training für die grauen Zellen,

sondern lediglich ein Mittel, um diese

in Schwung zu bringen, um sich aufzuraf-

„Im Vorderhirn werden bewusste Informationen

verarbeitet“, erklärt Dr. Siegfried Lehrl.

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

4 5


6

Titelthema

fen für die wirklich wichtigen Aufgaben des

Lebens. Deswegen sollte man ausgeruht,

am besten noch nicht voll aktiv sein und

maximal fünf Minuten lang ganz einfache

Aufgaben lösen. „Folglich muss man auch

keine Angst davor haben“, ermuntert Dr.

Lehrl. „Wichtig ist nur, dass Ihnen die Aufgaben

Spaß bereiten und dass Sie kleine

Bewegungen dabei machen: beispielsweise

Buchstaben einkringeln oder Zahlen notieren.

Ob Sie aber Rechenaufgaben lösen

oder über Sprachrätseln grübeln, spielt keine

Rolle.“ Das MAT ist also der Fitmacher

für die eigentliche Arbeit, die direkt im Anschluss

in Angriff genommen werden sollte.

Wer aber bereits gestresst ist, dem rät Siegfried

Lehrl dringend vom Gedächtnistraining

ab: „Geben Sie in diesem Fall sich und Ihrem

Die geistige Leistungsfähigkeit wird bereits durch

das Lösen ganz einfacher Rätsel trainiert.

Gehirn die nötige Ruhe! Immer noch besser

werden zu wollen ist kontraproduktiv.“

Ganze Schulklassen haben im Rahmen von

Studien über Monate morgens zu Unterrichtsbeginn

das MAT absolviert und dies

machte sich bereits nach kurzer Zeit bei ihren

Leistungen bemerkbar. Die Kinder und

Jugendlichen, die sonst häufig bis zu 20 Minuten

benötigten, um den Ausführungen ihrer

Lehrkräfte zu folgen, waren nun deutlich

schneller konzentriert bei der Sache. Innerhalb

eines Schuljahres verzeichneten die

Wissenschaftler bei der fluiden Intelligenz

dieser Schüler einen Zuwachs von 50 %.

Im Rahmen einer anderen Studie mit stationären

Patienten der Unfallchirurgischen

Abteilung des Uni-Klinikums Erlangen war

ein ähnlicher Effekt zu beobachten. „Diese

meist bettlägerigen Probanden durften täglich

natürlich länger als fünf Minuten Aufgaben

lösen“, berichtet Dr. Lehrl. „Wir maßen

einen Anstieg der fluiden Intelligenz. Im Vergleich

zur nicht-rätselnden Kontrollgruppe

waren die Denksportler auch körperlich

fitter, beweglicher, insgesamt kommunikativer

und hatten weniger Schmerzen.“ Denn

Intelligenz ist nicht starr, wie der Diplompsychologe

selbst im Studium noch gelernt

hatte. Die Leistungsfähigkeit variiert zum

einen im Laufe des Tages – aber auch während

des Lebens. Wer seine grauen Zellen

richtig trainiert, der fördert seine geistige

Fitness und merkt bald, dass er schneller

und komplexer denken kann. Probieren Sie

es doch bei unseren Gedächtnisübungen

auf Seite 11 gleich einmal aus.

Wichtige Faktoren: Ernährung und Bewegung

„Viele Menschen erwarten allerdings zu viel

von sich“, schildert Siegfried Lehrl. „Denn

eigentlich benötigen wir nicht viel Gedächtnis.

Es ist zum Beispiel nicht wichtig, dass

man sich Telefonnummern merken kann.

Essenziell ist, dass wir Dinge vergleichen

und entscheiden können, was relevant ist.

Wir müssen begreifen, was wir uns einprägen

sollten, wir müssen den Cl0u erkennen!“

Neben dem Gehirnjogging mittels

Rätselheftchen oder der gezielten Durchführung

des MAT, kann jeder auch durch

bewusste Ernährung und Bewegung etwas

für seine geistige Fitness tun. In Studien

zeigte sich beispielsweise, dass die geistige

Leistungsfähigkeit der Probanden auf dem

Fahrradergometer stieg, während diese in

die Pedale traten – und wieder sank, sobald

die Beine ruhten. Diese Erkenntnisse

wurden von Trainern im Leistungssport aufgegriffen:

Sie vermittelten Techniken nicht

mehr im Frontalvortrag, sondern während

leichter körperlicher Betätigung und stellten

fest, dass die Athleten sich die Theorie

schneller und besser merkten.

„Traditionen können für die geistige Fitness

fatal sein, denn sie setzen sich fort“, sagt

Dr. Lehrl. „In Familien müssen gesunde Ernährung

und die Freude an der Bewegung

vorgelebt werden. Müllen Sie Ihre Kinder

nicht mit Spielzeug zu, regen Sie sie dazu

an, etwas aktiv selbst zu machen!“ Dafür

benötigen die Sprösslinge nicht ständig etwas

Neues und sie sollten auch nicht überfordert,

sondern gefordert werden. „Im Alter

von zwei Monaten lernt ein Säugling greifen,

geben Sie ihm etwas in die Hand, das er gut

kennenlernen kann“, empfiehlt der Diplompsychologe.

„Wer aber schon in der Kindheit

viel fernsieht, wird passiv, er wird die Gesellschaft

nie aktiv mitgestalten.“ / bm

Mehr Informationen:

Internetseite der Gesellschaft für Gehirntraining

www.gfg-online.de

Titelthema

Wenig Köpfchen, Chancen Köpfchen! der Apotheke

Die Nervenzelle

Das menschliche Gehirn besteht aus einem

Netzwerk von etwa 100 Milliarden Nervenzellen

(Neuronen). Ein Neuron besteht aus einem

Zellkern, einem Axon und mehreren Dendriten.

Vergleichbar mit dem Stamm eines Baumes,

der sich in Äste aufteilt, besitzen auch Neuronen

einen Dendritenbaum, der sich immer

feiner verzweigt. Ein Axon ist die Nervenfaser,

über die Impulse vom Zellkern an andere Neuronen

weitergeleitet werden. Verbunden sind

diese durch Kontaktstellen, die Synapsen. An

den Synapsen treffen die Informationen für

die Nervenzelle in Form von elektrischen Impulsen

ein.

Gehirne von Männern und Frauen

Schon am Bau des Gehirns ist eine Unterscheidung

zwischen den Geschlechtern möglich.

Durchschnittlich wiegt das Gehirn einer

erwachsenen Frau 1.245 g, das eines erwachsenen

Manns 1.375 g, was jedoch nichts über

Leistungsfähigkeit und Intelligenz aussagt.

Albert Einsteins Gehirn war mit 1.230 g ein

Leichtgewicht.

Das Gehirn macht nur etwa 2 % der Körpermasse

aus, verbraucht aber rund 20 % des

Sauerstoffs und mehr als 25 % der Glukose.

(pte/Wikipedia)

7


Titelthema

Wenn Hänschen nicht lernt

„Keinen Bock auf Schule und Hausaufgaben“ – das hören Eltern und Lehrer

nicht selten. Oft steckt hinter dieser Aussage nur ein kleines Motivationsloch,

das schnell wieder vorübergeht; in manchen Fällen jedoch haben Kinder und

Jugendliche andere Gründe, warum für sie das Lernen zur Qual geworden ist:

Sie leiden beispielsweise unter Versagensängsten, Leistungsdruck oder Anpassungsstörungen,

die so gravierend sind, dass sie jeglichen Spaß an Bildung verloren

haben. Rund 5 – 10 % aller deutschen Schüler zählen zu den sogenannten

Schulvermeidern – Tendenz steigend. Besonders betroffen sind häufig Kinder ab

dem zwölften Lebensjahr.

Diese Entwicklung ist erschreckend, zählt

es doch eigentlich zur Natur des Menschen,

sein Wissen ständig zu erweitern: Bereits

ein Baby will die Welt um sich herum entdecken

und jeden Tag dazulernen. Ob dieser

Drang nach neuen Erkenntnissen und

die damit verbundene Freude am Lernen

jedoch gefördert werden, hängt häufig von

den unmittelbareren Bezugspersonen wie

Eltern, Erziehern oder Lehrern ab. „Viele Eltern

spielen heutzutage kaum noch mit ihren

Kindern oder lesen ihnen Bücher vor“,

bemängelt Michael Feulner, Sozialpädagoge

in der Kinder- und Jugendabteilung

für Psychische Gesundheit des

Uni-Klinikums Erlangen. „Der

Nachwuchs wird lieber vor

dem Fernseher abgesetzt.“

Die Folgen: Die Kinder werden passiv und

entwickeln keine eigene Kreativität. Zusätzlich

fehlt ihnen der für eine Erweiterung des

Horizonts so wichtige Austausch mit einem

Gegenüber, der ihnen hilft, Erfahrungen

einzuordnen und zu bewerten. Dieser Mangel

an Förderung kann später dazu führen,

dass Bildung als Last empfunden wird.

Spielerisch Lerninhalte vermitteln

Die Unlust fängt bei vielen Kindern mit dem

Eintritt in die Schule an und verstärkt sich

zusätzlich beim Übertritt auf eine weiterführende

Einrichtung. Grund dafür

ist, dass Lernen nun systematisch

nach vorgegebenen

Themen abläuft

und nicht mehr situativ oder beiläufig wie

im Kleinkindalter. Michael Feulner kümmert

sich um lernunwillige Kinder und Jugendliche,

um ihnen auf spielerische Weise den

Spaß an der Weiterbildung zurückzuholen

oder beizubringen. Rund 15 Sorgenfälle betreut

er pro Woche und führt mit ihnen in der

ambulanten Sprechstunde im Uni-Klinikum

oder zu Hause bei den Familien Lerntrainings

durch. Er hilft ihnen, feste Strukturen

in den (Familien-)Alltag zu integrieren: Denn

meistens sorgen einfache Regeln dafür –

z. B. wann, wo und in welchem Zeitrahmen

die Hausaufgaben gemacht werden–, eine

gewisse Routine zu entwickeln. „Zusätzlich

spiele ich beispielsweise Stadt-Land-Fluss

oder Scrabble auf Englisch mit den Kindern,

um ihnen zu zeigen, dass Lernen auch mit

Spaß verbunden sein kann“, erklärt der 34-

Jährige.

Leistungsdruck mindert Lernlust

Neben Eltern, die ihre Kinder nicht ausreichend

fördern, gibt es aber auch jene Eltern,

die ihren Nachwuchs überfordern: Gute

Noten und der Gang aufs Gymnasium sind

Pflichtprogramm. Auch diese Schüler verlieren

oft den Spaß am Lernen und leiden unter

dem immer stärker werdenden Druck in

unserer leistungsbezogenen Gesellschaft.

Treten häufig vor oder während eines

Examens Angstzu-

Die 4 Lerntypen

Zum Lernen benötigen wir unsere Sinnesorgane.

Diese sind bei jedem Menschen

unterschiedlich ausgeprägt. Deswegen

merken wir uns Dinge nicht alle

auf die gleiche Weise.

Der Visuelle: Er merkt sich Informationen,

indem er sie liest und beobachtet.

Er schaut sich gerne Grafiken

oder Bilder an, um Lernstoff zu verstehen

und zu behalten.

Der Auditive: Er lernt am besten

übers Zuhören. Er kann einem Vortrag

Titelthema

stände ein, so spricht man von Prüfungsangst.

„Mehr Mädchen als Jungen sind

davon betroffen“, sagt Michael Feulner.

Panikattacken zeigen sich beispielsweise

durch körperliche Symptome wie Kopf- und

Bauchschmerzen, häufiges Weinen oder Aggressivität,

Schlaf- und Essstörungen. Aber

auch Anzeichen in der Gedankenwelt eines

Betroffenen mit negativen Überzeugungen

wie „ich bin viel zu blöd dafür“ weisen

darauf hin.

Um Schulvermeidern zu helfen, gilt generell:

sich Zeit für die Kinder nehmen und mit ihnen

reden, nicht nur über sie. Denn das löst

meist schon viele Probleme. Auch sollten

Eltern und Lehrer immer im Blick behalten,

dass Lernprozesse individuelle Abläufe sind

und jedes Kind zum einen auf eine unterschiedliche

Erfahrungswelt zurückgreift, an

die es beim Lernen anknüpfen kann und

zum anderen eigene Angewohnheiten hat,

um sich Dinge zu merken oder um sie zu

verstehen. Wichtig ist es, die Neugier der

Kinder zu wecken und sie bereits vor einer

Prüfung für ihre Lernarbeit zu loben. Der

Nachwuchs darf weder über- noch unterfordert

werden – eine nicht immer leicht zu

meisternde Aufgabe. / av

gut folgen und die Informationen wiedergeben,

prägt sich Dinge z. B. über

Lernkassetten ein und spricht das zu

Lernende häufig laut vor sich hin.

Der Motorische: Er lernt durch

Bewegung, also indem er Handlungsabläufe

selbst durchführt und nachmacht.

Er läuft beim Lernen gerne im

Zimmer auf und ab, um sich Dinge zu

merken.

Der Kommunikative: Er lernt am

besten durch Gespräche und Diskussionen.

Der Austausch in Lerngruppen

ist für ihn ideal, um das Gehörte zu verstehen

und sich einzuprägen. / av

9


Titelthema

Nur ein flexibles Gehirn bringt hohe Leistung

Das Gehirn alter Menschen ist besonders

dann noch zu Spitzenleistungen fähig, wenn

es sich flexibel auf den Schwierigkeitsgrad

der Aufgaben einstellen kann. Das ist das

Ergebnis einer Studie am Max-Planck-

Institut für Bildungsforschung in Berlin.

Ein internationales Forscherteam untersuchte

die kognitive Leistungsfähigkeit

von Senioren und jungen Menschen bei

Gedächtnisaufgaben und beobachtete die

Gehirnaktivitäten mittels funktioneller Magnetresonanztomografie.

Dabei zeigte sich,

dass Seniorengehirne mit schwacher Leistung

bei schwierigen Aufgaben deutlich an

Aktivität verloren. Dagegen steigerte sich

die Gehirnaktivierung bei den Senioren mit

durchgehend richtigen Antworten mit zunehmender

Schwierigkeit der Aufgaben fast genauso

wie bei den jungen Erwachsenen.

Auch ohne Demenz schwindet die Gehirnleistung

im Alter, indem etwa die Nervenzellen

und ihre Synapsen, jedoch auch zahlreiche

Gedächtnissprechstunde am Uni-Klinikum Erlangen

Sollten Sie Gedächtnis- oder Konzentrationsprobleme

haben, kann in der

Gedächtnissprechstunde der Psychiatrischen

und Psychotherapeutischen Klinik

des Uni-Klinikums Erlangen den Ursachen

auf den Grund gegangen werden. Die

Früherkennung möglicher Erkrankungen

ist dabei eine zentrale Aufgabe, da die

frühe Diagnostik mit erheblich besseren

Behandlungsaussichten verbunden ist

als eine bereits fortgeschrittene Störung.

Mit den heute zur Verfügung stehenden

Medikamenten für die Therapie können

die kognitive Leistungsfähigkeit, die All-

Botenstoffe wie etwa Dopamin abnehmen.

Diese Prozesse, die zueinander in komplexer

Wechselwirkung stehen, verlaufen von

Mensch zu Mensch verschieden. „Solche

Rückgänge können durch den Lebenswandel

beeinflusst sein, aber auch durch Krankheiten

oder genetische Voraussetzungen.

Das führt dazu, dass wir uns im Alter in der

Gehirnleistung immer mehr voneinander unterscheiden“,

erläutert Studienautorin Irene

Nagel. (pte)

tagskompetenz und die Lebensqualität

in vielen Fällen verbessert oder über längere

Zeiträume stabilisiert werden.

Zusätzlich zur Diagnostik besteht ein

umfassendes Beratungsangebot für Betroffene

und Angehörige. (UK)

Mehr Informationen:

Gedächtnissprechstunde

Schwabachanlage 6

Tel.: 09131/85-34597

www.psychiatrie.uk-erlangen.de

Trainieren Sie Ihr Gedächtnis!

Die folgenden Übungen sollen Ihre grauen Zellen anregen. Versuchen Sie, die drei Übungen

zu bearbeiten – die Lösungen finden Sie auf der nächsten Seite.

Sportarten gesucht

Bringen Sie die Buchstaben wieder

in die richtige Reihenfolge, sodass

sinnvolle Worte entstehen.

1. MIWCHENSM _______________

2. GOGJNE _______________

3. FOGENL _______________

4. LALTEBT _______________

5. NOTBINMAD _______________

6. NIERTE _______________

7. OKHEYC _______________

8. NIPGARLDIAG _______________

9. AKKAJ _______________

10. DUJO _______________

Unstimmigkeiten

Suchfeld

Suchen Sie nach drei gleichen Zeichen,

die genauso angeordnet sind, wie die

pink verbundenen Kreise. Streichen Sie

diese wie im Beispiel durch.

Vergleichen Sie die übereinanderstehenden Zeichen. Finden Sie jeweils den

Unterschied und streichen Sie ihn an. Arbeiten Sie so schnell wie möglich.

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XyU582KL

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P3NGEO03A

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Titelthema

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Beeren putzen das Gehirn und sorgen für gutes Gedächtnis im Alter

Wer häufig Heidelbeeren, Erdbeeren und

Brombeeren isst, sorgt damit für ein gutes

Gedächtnis im Alter. Denn bestimmte Inhaltsstoffe

der Früchte helfen dem Gehirn dabei,

giftige Eiweiße zu zerstören. Wissenschaftler

des Forschungszentrums für Ernährung

im Alter in Boston (USA) empfehlen viele

rote, blaue oder auch orangefarbige Früchte

zu essen, da diese zahlreiche Polyphenole

enthalten. Diese Stoffe unterstützen die sogenannten

Mikroglia-Zellen, haben jetzt die

Bostoner Ernährungswissenschaftler nachgewiesen.

Diese Zellen entsorgen, ähnlich

Selbstgespräche steigern die Konzentration

Selbstgespräche helfen im Sport dabei, das

eigene Potenzial maximal zur Geltung zu

bringen. Sie bauen Konzentration auf und

machen mental stark, berichten griechische

Forscher in der Fachzeitschrift „Perspectives

on Psychological Sciences“, die dazu

Lösungen von Seite 11

Schwimmen

Joggen

Golfen

Ballett

Badminton

Reiten

Hockey

Paragliding

Kajak

Judo

Titelthema

wie eine Müllabfuhr, den biochemischen

Abfall im Gehirn, der sonst die Funktion der

Neuronen verschlechtern kann. (pte)

über 30 Studien zum Thema verglichen.

„Botschaften an sich selbst gehören zu den

zentralen Mitteln der Motivation“, bestätigt

auch Mirjam Wolf vom Österreichischen

Bundesnetzwerk Sportpsychologie. Die besten

Erfolgschancen hat das Selbstgespräch

beim Einstudieren von Bewegungsabläufen,

wenn sich etwa Freistilschwimmer ständig

an „Ellbogen hoch“ erinnern statt bloß „gib

alles, was du hast“, das eher bei Ausdauer-

und Kraftaufgaben zu empfehlen ist. Ob

man das Selbstgespräch laut führt oder nur

innerlich, sei zweitrangig. Wichtig ist nur,

sich möglichst genau vorzusagen, was der

nächste Schritt ist. (pte)

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Unser Gehirn kann

kein Multitasking

Die Unfähigkeit, sich mit mehr als

zwei Dingen gleichzeitig zu beschäftigen,

könnte im menschlichen Gehirn

fest angelegt sein. Versuchen wir

zwei Dinge parallel zu tun, konzentriert

sich laut Wissenschaftlern der

Ecole normale supérieure in Paris

jede Hälfte des Gehirns auf eine Aufgabe.

Diese Aufgabenteilung könnte

erklären, warum uns Multitasking

so schwer fällt, schreibt das Wissenschaftlerteam

in der Fachzeitschrift

„Science”. Denn ab drei Aufgaben

wird es schwierig, da jede Gehirnhälfte

bereits beschäftigt ist. (pte)

Unabhängig

und kompetent

Googeln macht vergesslich

Der globale Informationsspeicher Internet

verhilft Usern und ihrem Gedächtnis zu einer

starken Entlastung. Allerdings macht er

auch vergesslich. Zumindest organisieren

wir dadurch die Art neu, wie wir uns erinnern,

formuliert es Psychologin Betsy Sparrow von

der Columbia University

in New York. Dabei

kommt dem Wissen, wo

eine Information gefunden

werden kann, eine

größere Bedeutung

zu als der Information

selbst.

(pte)

Seit über 85 Jahren steht bei uns die

Zufriedenheit unserer Kundinnen und

Kunden im Mittelpunkt. Das soll auch

in Zukunft so bleiben.

Als unabhängiges Bankhaus setzen

wir auf eine persönliche, kompetente

Beratung – ohne Vertriebsvorgaben

und Verkaufsdruck.

Kommen Sie einfach vorbei oder

vereinbaren Sie einen Termin.

Unsere Kundenberater nehmen sich

gerne Zeit, gemeinsam mit Ihnen die

für Sie ideale Lösung zu erarbeiten.

FLESSABANK

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91052 Erlangen

Telefon: 09131 1207-0

Telefax: 09131 1207-32

Titelthema

Internet:

www.flessabank.de

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erlangen@flessabank.de

12 13


Titelthema

Futter fürs Hirn

Ein leerer Bauch studiert nicht gern. Tatsächlich benötigen wir viel Energie, um

Informationen schnell und effektiv zu verarbeiten und sie uns auch zu merken –

die richtige Ernährung spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Das Gehirn benötigt für seine Arbeit Traubenzucker:

Glukose. Diese wird zusammen

mit Sauerstoff in den Mitochondrien – den

„Energiekraftwerken“ der Zellen – „verbrannt“

und dadurch Energie für Denkprozesse,

aber zum Beispiel auch für das Fühlen

erzeugt. Sauerstoff und Glukose sind

also entscheidende Faktoren: Deswegen

fällt das Lernen im ungelüfteten Klassenzimmer

häufig schwer; zusätzlich sollte das

Pausenbrot nicht vergessen werden.

„Die Forschung belegt, dass wir mit einem

normalen Blutzuckerspiegel geistig sehr aktiv

sein können“, erläutert Dr. Siegfried Lehrl,

Diplompsychologe aus Erlangen. „Um uns

aber etwas zu merken, Wissen also gut abzuspeichern,

ist sogar ein erhöhter Zuckerspiegel

erforderlich.“ Im euglykämischen

Bereich, wenn 80 – 120

Milligramm Glukose

in einem Deziliter

Blut vorkommen,

kann der Mensch am besten arbeiten, denkt

er am schnellsten. Zum Vergleich: Nüchtern

liegt der Blutzuckerspiegel bei 70 – 99 mg/

dl und ab Werten um 100/110 mg/dl steigen

erwiesenermaßen die geistige Fitness

und auch das Selbstvertrauen. Das bedeutet

allerdings nicht, dass eine Tafel Schokolade

eine ideale Grundlage für die Prüfungsvorbereitung

ist.

Kein Geheimnis: Wasser und Vollkornprodukte

Die Erkenntnis ist nicht neu, man sollte sie

sich aber immer wieder ins Gedächtnis rufen:

viel trinken! Mindestens zwei Liter Flüssigkeit

sollte ein Erwachsener über den Tag

verteilt zu sich nehmen. Am besten eignen

sich Leitungs- und Mineralwasser; Fruchtsaftschorlen

oder Kräutertees sind ebenfalls

empfehlenswert. Eine Studie mit Saunagängern

belegte, dass die geistige Leistungsfähigkeit

bei Flüssigkeitsverlust drastisch

sinkt – und dass sich großer Flüssigkeitsmangel

sogar auf die Leistungsfähigkeit in

den nächsten 24 Stunden auswirkt.

Ob Morgenmuffel oder früher Vogel: Das

Frühstück sollte keinesfalls ausgelassen

werden! 20 – 40 % der Deutschen – vor allem

Mädchen in der Pubertät – gehen mit

leerem Magen aus dem Haus direkt

ins Büro bzw. in die Schule. „Und

wenn Sie nur eine Mahlzeit am

Tag einnehmen könnten, dann

müsste es auf jeden Fall das

Frühstück sein“, unterstreicht

Dr. Lehrl die Bedeutung des

morgendlichen Essens. „Familien

sollten generell ge-

meinsam essen. Neben der für das Denken

erforderlichen Nahrungsaufnahme werden

in dieser Runde auch Informationen ausgetauscht

und man regt sich gegenseitig an.“

Nervennahrung: Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren, die beispielsweise in

Fisch und Pflanzenölen enthalten sind,

gelten gemeinhin als gute Nervennahrung,

ihre positive Wirkung kommt allerdings eher

langfristig zur Geltung. Wer sich für konkret

anstehende Arbeit rüsten möchte, der sollte

seinen Teller mit Kohlenhydraten füllen:

beim Frühstück beispielsweise mit Haferflocken

und Vollkornprodukten, diese liefern

etwa zwei Stunden lang Energie. Traubenzucker,

wie er in mundgerechten Stückchen

an der Supermarktkasse zu erwerben ist,

wirkt direkt im Mund: Bereits über den Gaumen

wird die Glukose aufgenommen und

sorgt kurzfristig für einen Energieschub.

Auch frische Weintrauben und Rosinen haben

diesen Effekt. So schnell die Wirkung

jedoch einsetzt, so schnell ist die Energie

auch wieder verloren. Für Schul- oder Mittagspausen

packt man sich am besten

Wasser, Obst und idealerweise auch Gemüse

ein. Fettes Essen und faule Abende auf

dem Sofa sind wahre Fitnesskiller. / bm

Festessen für den Geist: Karpfen

Jetzt ist wieder Karpfensaison im Aischgrund!

Wenn er auch nicht so hohe Werte

wie die Meerwasserfische erreicht,

so ist der Karpfen mit 190 mg pro

100 g doch eine gute Quelle der wichtigen

Omega-3-Fettsäuren.

Hochwertige Exemplare sind an der hellbis

mittelroten Farbe der Kiemen, der

glänzenden Haut und den hellen, klaren

Augen zu erkennen. Die Karpfen dürfen

auf keinen Fall nach Fisch riechen und

sollten nach dem Kauf baldmöglichst ausgenommen

und verarbeitet werden. n

Titelthema

Richtiges Sitzen und Kaugummikauen

Wer zurückgelehnt sitzt – egal, ob auf

dem Bürostuhl oder dem Sofa – dessen

Körper entspannt sich. Innerhalb von zwei

Minuten sinkt die Aufmerksamkeit massiv

und man wird schläfrig. Wer konzentriert

ist oder sein möchte, der sitzt nach vorne

gebeugt, er ist körperlich dabei.

Mit Bewegung hat auch Siegfried Lehrls

bekannteste Studie zu tun, die sicherlich

nicht jedem Lehrer gefällt: 1998

stellten die Wissenschaftler fest, dass

Kaugummikauen schlau macht. Vor allem

Schüler und Studenten, die häufig

im Frontalunterricht sitzen und dabei

Gefahr laufen, sich zurückzulehnen und

gedanklich abzuschalten, können sich

mit diesem kleinen Trick behelfen. Durch

das Kauen, eine unbewusste Bewegung,

schaltet der Körper nicht ab und die

Konzentration bleibt trotz gegebenenfalls

einschläfernden Vortrags konstant

auf einem hohen Niveau. Dies funktioniert

allerdings nur in einer ruhigen (Unterrichts-)Situation

und nicht mitten im

Trubel – dann ist das Kaugummikauen

sogar kontraproduktiv. / bm

15


Titelthema

Pillen für mehr mentale Power?

Es ist spät am Abend, die Gedanken

schweifen ab und man kann die Augen

kaum noch offen halten – doch morgen

muss die PowerPoint-Präsentation fertig

sein, die Prüfung steht an oder entscheidende

Verhandlungen mit den Kunden

müssen noch vorbereitet werden. Kaffee,

Cola oder Energydrinks sind jetzt oft die

Mittel der Wahl, um dem müden Geist

noch einmal Flügel zu verleihen. Doch bei

manchen bleibt es nicht bei diesen Aufputschmitteln

aus dem Supermarkt.

Science-Fiction mehr. An neuen Substanzen,

die die Gedächtnisleistung des Menschen

verbessern sollen, wird geforscht.“ Er

verweist auf Eric Kandel, der im Jahr 2000

für seine Erkenntnisse über das Gedächnis

mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet

wurde und eine pharmazeutische Firma

zur Entwicklung entsprechender Wirkstoffe

gegründet hat, die inzwischen vom Schweizer

Pharmakonzern Roche übernommen

wurde. Die Bestrebungen zur Optimierung

des menschlichen Gehirns mit Medikamenten

begannen in den USA, als Kampfflieger

bemerkten, dass sie sich mit Methylphenidat

besser konzentrieren konnten. Heute

kommen Studien zu dem Ergebnis, dass

an manchen Universitäten in den USA bis

zu 25 % der Studenten vor Prüfungen ihre

mentale Power mit Medikamenten zu steigern

versuchen.

Titelthema

Studentenwerks Erlangen-Nürnberg nimmt

die Zahl der Ratsuchenden zu, doch Medikamentenmissbrauch

zum Gehirndoping

sei kein Thema in den Gesprächen, berichtet

Marita Luger. Nicht auszuschließen sei

jedoch eine Dunkelziffer, so die erfahrene

psychologische Beraterin.

Suchtexperten: Effekte werden überschätzt

Sie wollen ihre geistigen Fähigkeiten mit Medikamenten

verbessern, die eigentlich für

psychisch kranke Menschen entwickelt wurden.

Neuro-Enhancement nennt man diesen

Versuch, die Leistung des Gehirns bei

gesunden Menschen mittels Psychopharmaka

zu optimieren. Diese Stimulanzien beeinflussen

chemische Abläufe im Gehirn, um

Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit zu

steigern und Müdigkeit zu vertreiben – mit

zurzeit noch nicht absehbaren Risiken, so

Prof. Dr. Andreas Ludwig, Lehrstuhlinhaber

für Pharmakologie und Toxikologie der Universität

Erlangen-Nürnberg.

Risiken und Nebenwirkungen noch unklar

Zu den Substanzen, die in Zusammenhang

mit Hirndoping missbraucht werden, gehören

stimulierende Wirkstoffe wie Methyl-

zur Therapie der Schlafkrankheit (Narkolepsie)

soll die Müdigkeit vertreiben und Betablocker

die Prüfungsangst nehmen.

Wie Doping im Sport

Der Erlanger Pharmakologe vergleicht das

Gehirndoping mit dem Doping beim Sport:

„Aus gutem Grund sind solche Medikamente

verschreibungspflichtig und fallen teilweise

sogar unter das Betäubungsmittelgesetz,

greifen sie doch in den Stoffwechsel eines

solch komplexen Organs wie dem menschlichen

Gehirn ein – mit möglichen Nebenwirkungen.“

Gerade weil es um chemische

Substanzen für Gesunde geht, müsse das

Risiko-Nutzen-Verhältnis besonders sorgfältig

abgewogen werden. Hier geht es nicht

nur um mögliche gravierende körperliche

Beeinträchtigungen, sondern auch um Ri-

800.000 Gesunde nehmen Psycho-Pillen

Aber auch in Deutschland sind die „Brainbooster“

angekommen. Laut einer Studie

der Deutschen Angestellten-Krankenkasse

greifen 800.000 Gesunde regelmäßig zu

Arzneimitteln, um ihre geistige Leistungsfähigkeit

zu verbessern. Dabei gibt es deutliche

Unterschiede zwischen den Geschlechtern:

Männer wollen ihre Leistungen und

Frauen ihre Stimmung verbessern. Jeder

fünfte der anonym Befragten im Alter zwischen

20 und 50 Jahren gab an, jemanden

zu kennen, der solche Medikamente ohne

medizinische Notwendigkeit nimmt. Besonders

beliebt sei der Griff zur Mental-Pille

bei Akademikern und das fange schon im

Studium an. Das unterstreicht eine Untersuchung

der Universität Konstanz, die steigende

Patientenzahlen in psychologischen

Generell stellt sich die Frage: Sollte das

optimierte Gehirn ein Tabu bleiben, trotz

wissenschaftlichen Fortschritts und vielversprechender

Möglichkeiten? Befürworter

sehen keine Einwände: Was soll falsch

daran sein, wenn Schüler besser lernen,

Studenten besser studieren, Wissenschaftler

besser forschen und Manager besser

arbeiten können? Längst ist es gesellschaftlich

akzeptiert, das Aussehen mit

Schönheitschirurgie zu verbessern; die körperliche

Leistungsfähigkeit mit Doping zu

erhöhen – inzwischen ebenfalls geduldet?

Gegner des Neuro-Enhancement sehen

große ethische Probleme, die die Gesellschaft

entscheidend verändern könnten:

Wie steht es mit Chancengleichheit, wie mit

sozialem Druck auf Menschen, die ihr Gehirn

nicht chemisch aufrüsten wollen? Zu

den entschiedenen Gegnern der mentalen

Manipulation zählt die Deutsche Hauptstelle

für Suchtfragen e. V. Sie verweist auf das

Suchtpotenzial einiger der Stimulanzien.

Darüber hinaus werden die Effekte der Psycho-Pillen

weit überschätzt, nicht selten bewirken

sie bei Gesunden sogar das Gegenteil:

senken Wachheit und Aufmerksamkeit,

Planungs- und Handlungsbereitschaft, so

aktuelle Studien. Bleiben am Ende doch nur

der Kaffee oder genügend Schlaf, um den

Herausforderungen gerecht zu werden? n

phenidat, das zur Behandlung des Aufmerksiken für die psychische Gesundheit. Trotz-

Beratungsstellen an Hochschulen registsamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndromsdem

wird es ein Thema sein, das in Zukunft

riert. Ursache: wachsender Leistungsdruck

(ADHS) entwickelt wurde und Konzentration noch eine große Rolle spielen wird, ist sich

im Studium. Auch in der psychologischund

Aufmerksamkeit steigern soll. Modafinil Prof. Ludwig sicher: „Das ist längst keine

psychotherapeutischen Beratungsstelle des

16 17 27


Titelthema

Ganzheitliches Programm gegen Demenz

Erlanger zwischen 65 und 75 können mitmachen

Lebensqualität im Alter zu erhalten und Demenz

vorzubeugen, ist das Ziel eines neuen

ganzheitlichen Programms von Forschern

des Instituts für Sportwissenschaft und

Sport der Universität Erlangen-Nürnberg,

das ab Herbst in Erlangen angeboten wird.

Das Bewegungskonzept GESTALT basiert

auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach

ein gezieltes körperliches Training die

Gehirnleistung von älteren Menschen effektiv

verbessern und somit ein Ansatz zur

Demenzprävention sein kann.

Körper, Geist und Seele werden trainiert

Ein halbes Jahr lang können Interessierte

ein- bis zweimal wöchentlich in Gruppen

unter qualifizierter Anleitung Körper, Seele

und Geist trainieren. Neben verschiedenen

Übungen zur körperlichen und geistigen Aktivität

(z. B. Tanz, Sport und Spiel sowie Bewegung

im Alltag) gibt es auch eine Vielzahl

an weiteren geselligen Bewegungsangeboten

wie Kegeln, Gymnastik und Walking. Zusätzlich

wird eine telefonische Bewegungsberatung

angeboten, die dabei unterstützen

soll, geeignete Bewegungsformen in den

Alltag aufzunehmen. Denn nach dem halben

Jahr gemeinsamen Trainings soll jeder

individuell weitermachen; Nachhaltigkeit ist

eines der Projektziele von GESTALT.

Viele regionale Partner

Angeboten wird das Anti-Demenz-Programm

vom TV 1848 Erlangen, der Siemens Sport-

und Freizeitanlage, dem Zentrum medi train,

dem Begegnungszentrum in der Fröbelstraße

und der VHS Erlangen. Teilnehmen können

Männer und Frauen im Alter zwischen

65 – 75 Jahren (auch mit Begleitpersonen),

die aktiv oder wieder aktiv werden möchten.

Sportliche Erfahrungen sind nicht erforderlich.

„Wir wollen mit diesem Projekt

vor allem ältere Menschen ansprechen,

die sich momentan nur wenig oder selten

bewegen und gewisse Risikofaktoren für

demenzielle Erkrankungen haben“, so Projektleiter

Prof. Dr. Alfred Rütten. Interessierte

Bürger können sich bis Mitte September

bei den jeweiligen Anbietern melden oder

zum öffentlichen Informationsnachmittag

am 12. September 2011 um 16.00 Uhr in

die Erlanger Volkshochschule in der Friedrichstraße

kommen. n

Mehr Informationen:

Martina Niedermeier

Tel.: 09131/85-25007

martina.niedermeier@sport.uni-erlangen.de

Kostenlos über das Internet telefonieren,

Bankgeschäfte erledigen oder Reisen buchen

– das können Senioren im Rahmen

von „ELSe – E-Learning für Senioren“

(ELSe) lernen. Das Institut für Lern-Innovation

(ILI) der Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg (FAU) bietet Online-Kurse

an, die speziell auf die Bedürfnisse Älterer

zugeschnitten sind und an denen bereits

mehr als 700 Personen teilgenommen

haben. Mit dem bundesweiten Pilotprojekt

„Lern@Haus – Nie zu alt fürs Internet“ sollen

jetzt neue, innovative Formen des Lernens

in Mehrgenerationenhäusern angeboten

werden. Zu den zwölf Einrichtungen,

die von Anfang an dabei sind, zählt auch

das Erlanger Mehrgenerationenhaus in der

Egerlandstraße. Hier wird es künftig neben

After-Work-Fitness für die Berufstätigen,

Bastelnachmittagen für die Kleinen und

Walking für Senioren auch Online-Kurse zu

Computer- und Internetnutzung geben.

Virtuelle Kurse können flexibel genutzt werden

Die Lernenden sollen sich bei Problemen

oder Fragen zunächst gegenseitig unterstützen;

aber auch Teletutoren, ehrenamtliche

Betreuer, werden per E-Mail, in Online-Foren,

via Skype oder per Fernsteuerung des

Rechners helfen. Als Tutoren sollen sowohl

Senioren als auch junge Helfer, sogenannte

„Junioren“, gewonnen werden. Untersucht

wird, welche Lernmethode den größten

Effekt erzielt. Die virtuellen Kurse sind so

aufgebaut, dass Lerntempo und Lernprozesse,

Motivation, Veranschaulichung und

Betreuung auf die Bedürfnisse der Älteren

abgestimmt sind. Das Lernen erfolgt in kleinen

Schritten und kann flexibel angepasst

werden, bereits bekannte Inhalte können

übersprungen, der Lernstoff jederzeit wiederholt

werden. Es gibt viele Angebote des

Übens und des Feedbacks.

Titelthema

„ELSe“ hilft Opa und Oma beim E-Learning

FAU-Institut startet Pilotprojekt in Mehrgenerationenhäusern

Wer Interesse an dem E-Learning-Angebot

des Instituts für Lern-Innovation hat, kann

sich – auch wenn er nicht im Mehrgenerationenhaus

wohnt – beim Institut für einen

der nächsten Kurse vormerken lassen.

(FAU)

Mehr Informationen:

Elena Coroian

Tel.: 09131/85-26878

elena.coroian@fim.uni-erlangen.de

18 19


Vorbeugen & Heilen

Beim Denken zusehen

Magnetenzephalograf macht Gedanken sichtbar

Mit einem über 100 kg schweren Sensor in

einer ölfassgroßen Kopfhaube – gekühlt auf

Weltraumtemperatur – ermittelt „AlphaVis“

kleinste magnetische Felder. Diese entstehen

naturgemäß bei Hirnaktivität oder sie

werden bei einer Analyse gezielt durch Reize

ausgelöst. Die Magnetfelder veranschaulichen

den Ärzten, wo genau Denkprozesse im

Gehirn eines Menschen stattfinden. „Wir können

auf diese Art und Weise dem Menschen

beim Denken zusehen“, erläutert Prof. Dr.

Hermann Stefan, erster Vorsitzender des interdisziplinären

Arbeitskreises Biomagnetismus

am Uni-Klinikum Erlangen. Die gemes-

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

„Was geht eigentlich in deinem Kopf vor?“ Auf diese schwierige Frage können

Mediziner des Universitätsklinikums Erlangen jetzt konkrete Antworten finden.

Mit „AlphaVis“, dem einzigen Magnetenzephalografen (MEG) in Bayern, ist es

möglich, Denkprozesse im Gehirn berührungslos abzubilden. Weltweit gibt es

lediglich 100 derartiger hochmoderner „Gedankenleser“.

senen Magnetfelder sind hundertmillionen

Mal schwächer als das Erdmagnetfeld: „Das

bedeutet zum Beispiel, wenn im zwei Kilometer

entfernten Bahnhof ein ICE durchfährt,

kann dies im MEG sichtbar gemacht werden“,

sagt der Mediziner. Deshalb muss der

4 x 5 x 3 Meter große Untersuchungsraum

auch besonders gut abgeschirmt sein.

Im neuen MEG können zwei Verfahren zur

Messung der Gehirnaktivität genutzt werden:

„Die Aufzeichnung der elektrischen Aktivität

des Gehirns ist eine seit vielen Jahren in der

klinischen Routinediagnostik bewährte Me-

thode“, erklärt Prof. Stefan. Die mittels Elektroden

von der Kopfoberfläche registrierten

Daten, die als Kurven dargestellt werden,

bezeichnet man als Elektroenzephalogramm

(EEG). Ein weiteres, jüngeres Verfahren zur

Untersuchung der Hirnaktivität ist die Magnetenzephalografie

bzw. das Magnetenzephalogramm.

Mit dieser Technik ist es möglich,

die naturgemäß im Zusammenhang mit

der elektrischen Hirnaktivität auftretenden

Magnetfelder aufzuzeichnen. Um möglichst

viel Information zu gewinnen, können beide

Messungen in einer Untersuchung kombiniert,

aber auch einzeln angewendet werden.

Mehrere Messverfahren kombiniert

Mittels der Quellenanalyse können die Ergebnisse

beider Messverfahren genutzt

werden, um die Orte im Gehirn zu bestimmen,

die die gemessene Aktivität erzeugen.

So ist es möglich, funktionelle Areale,

d. h. die Teile des Gehirns, die für spezifische

Funktionen zuständig sind (Bewegung,

Empfindung etc.) zu lokalisieren oder auch

den Ursprungsort epileptischer Aktivität zu

finden. Im Epilepsiezentrum des Uni-Klinikums

können diese Erkenntnisse z. B. für

die Planung eines chirurgischen Eingriffs

verwendet und sogar während der Operation

zur Neuronavigation eingesetzt werden.

Die Messung selbst erfolgt rein passiv, es

werden also keine Magnetfelder erzeugt.

Die Untersuchung ist daher ungefährlich

und schmerzfrei, jedoch erfordert sie, dass

der Patient ruhig sitzen bzw. liegen bleibt,

da jede Bewegung eine entsprechende Ungenauigkeit

erzeugt.

„Bei der epileptologischen MEG-Diagnostik

ist Erlangen das Zentrum mit der größten

Erfahrung“, berichtet der Leiter des

Epilepsiezentrums, Prof. Dr. Hajo Hamer

(siehe auch Palmeria-Gespräch S. 22).

Bereits 1990 wurde weltweit das erste klini-

Vorbeugen & Heilen

sche Multikanal-MEG in Erlangen in Betrieb

genommen.

Grundlagenforschung kommt Patienten zugute

Die neue, 1,8 Millionen Euro teure Anlage

wird von mehreren Einrichtungen des Uni-

Klinikums auch für Grundlagenforschung

genutzt. „Wir wollen erstmals weltweit die

Diagnostik von MEG, EEG und Kernspintomografie

im Rahmen eines Projekts der

Deutschen Forschungsgemeinschaft zusammenführen“,

erläutert Prof. Stefan.

Dazu wird mit Universitäten in der ganzen

Welt zusammengearbeitet, z. B. in Belgien

(Gent), Frankreich (Marseille), Kroatien (Zagreb),

China (Chengdu), Japan (Tokio) und

den USA (Utah). „Die Forschungsergebnisse

kommen unseren Patienten direkt zugute“,

versichert er. (UK)

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20 21


22

Palmeria-

Gespräch

mit Prof. Dr. Hajo Hamer

Porträt Porträt

Der Gewitterbekämpfer

Als geisteskrank oder als „blöd“ werden Epileptiker oft abgestempelt und isoliert, dabei

haben epileptische Anfälle ihre Ursache in einem Defekt des zentralen Nervensystems

und rein gar nichts mit der Intelligenz der Betroffenen zu tun. Dennoch halten

sich diese Vorurteile hartnäckig in der Bevölkerung. Dagegen will Prof. Dr. Hajo Hamer,

seit April dieses Jahres Leiter des Epilepsiezentrums an der Neurologischen Klinik des

Universitätsklinikums Erlangen, vorgehen. Zusätzlich möchte er neue Diagnose- und

Therapiemöglichkeiten schnellstmöglich in die Patientenversorgung überführen.

Wie ein „Gewitter im Gehirn“, so kann man

die Erkrankung beschreiben: Zu viele Nervenzellen

werden auf einmal aktiviert, bis

es schließlich zu einer überschießenden,

blitzartigen Entladung kommt. Als Folge haben

Betroffene für kurze Zeit – bei einem

starken Ausbruch – keine Kontrolle mehr

über ihren Körper: Sie leiden unter Zuckungen,

einer Anspannung aller Muskeln und

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Speichelfluss, um nur einige Auswirkungen

zu nennen. In 90 % der Fälle ist ein epileptischer

Anfall nach zwei Minuten vorbei –

Beobachtern erscheint diese Zeit meist um

einiges länger. Die Epilepsie zählt zu den

häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems,

rund 5 % aller Menschen erleiden

mindestens einen epileptischen Anfall

in ihrem Leben, 0,5 – 1 % gleich mehrere,

die auch am selben Tag auftreten können.

Treffen kann es jeden, ob jung oder alt, ob

Mann oder Frau. Einem Anfall geht meist

eine Reizung des Gehirns voraus. Dazu

gehören beispielsweise ein Schädelhirntrauma,

ein Schlaganfall oder ein Tumor,

aber auch ein genetischer Defekt oder der

Konsum von Designerdrogen können einen

Ausbruch hervorrufen. „Es gibt keine Vorankündigungen

für einen epileptischen Anfall“,

erklärt Prof. Hamer, „zumindest keine,

die wissenschaftlich bewiesen sind.“

Spezialisten arbeiten Hand in Hand

Seit rund sechs Monaten leitet der Neurologe

das Erlanger Zentrum – das viertgrößte

in Deutschland. Hierher kommen

v. a. Betroffene, bei denen sich die Diagnose

„Epilepsie“ als schwierig erweist – denn

viele Symptome treten auch bei anderen

Erkrankungen auf; zusätzlich werden Patienten

behandelt, bei denen Medikamente

zur Eindämmung der epileptogenen Zone

nicht wirken – das trifft auf rund ein Drittel

aller Epileptiker zu. In der Erlanger Einrichtung

arbeiten Spezialisten aus verschiedenen

Fachrichtungen wie der Neurologie, der

Neuropathologie und der Neuroradiologie

zusammen, um zu klären, ob der defekte

Bereich im Gehirn eines Betroffenen ohne

großes Risiko entfernt werden kann. „Wir

bieten alle verfügbaren diagnostischen sowie

therapeutischen Möglichkeiten in unserem

hoch spezialisierten Team an“, erläutert

Prof. Hamer. Dazu gehören beispielsweise

das Video-EEG-Monitoring (die Überwachung

während und zwischen der Anfälle),

hochauflösende MRT-Untersuchungen mit

speziellen Epilepsie-Sequenzen sowie neuropsychologische

Testungen. Die Qualifika-

tion des Zentrums war mit ein Grund, warum

der 45-Jährige nach 17 Jahren Absenz nach

Erlangen zurückgekehrt ist.

„Es hat mich sehr gefreut,

wieder zurück in meine Heimat

zu kommen.“

Denn Prof. Hamer verbrachte seine Kindheit

und Jugend in Erlangen, studierte hier

Humanmedizin und promovierte an der hiesigen

Universität, unterbrochen durch einen

Studienaufenthalt in Wien. Eigentlich habe er

früher Philosoph werden wollen, verrät er, da

ihn schon immer die Schnittstelle zwischen

Geist und Gehirn interessiert habe. So

kam er schließlich auch zur Epileptologie.

Die entscheidende

Begeisterung für die Fachrichtung

weckte sein

Mentor Prof. Dr.

Hans O. Lüders

in der Cleveland

Clinic Foundation

(USA) in

ihm, wo Prof.

Hamer einen

zweijährigen

A u f e n t h a l t

als „epilepsy

fellow“ absolvierte.

Wieder

in Deutschland

war Prof. Hamer

maßgeblich an der Errichtung

des Epilepsiezentrums

in Marburg beteiligt,

bis ihn sein Weg dieses Jahr

zurück nach

23


Porträt

Erlangen führte. „Es hat mich sehr gefreut,

wieder zurück in meine Heimat zu kommen“,

sagt Prof. Hamer, der verheiratet

und Vater von drei Kindern ist, „schließlich

sind noch einige aus meiner Familie hier.“

Er hat sich nun ein Haus mit einem großen

verwilderten Garten außerhalb Erlangens

gekauft, den er mit viel Elan in Ordnung

bringen möchte.

Benachteiligung von Patienten ergründen

Zu einem der Forschungsschwerpunkte

von Prof. Hamer gehört – neben der Erforschung

entzündlicher Veränderungen bei

fokalen (partiellen) Epilepsien – auch die

Optimierung der Versorgung von betroffenen

Patienten.

„Viele Epileptiker werden im

sozialen Leben benachteiligt,

es gibt nach wie vor starke

Berührungsängste.“

Hierbei geht er beispielsweise Fragen nach,

wieso Menschen, die an Epilepsie leiden,

seltener heiraten, warum Familiengründungen

schwieriger verlaufen und weshalb Erkrankte

häufig frühzeitig verrentet werden.

„Viele Epileptiker werden im sozialen Leben

benachteiligt, es gibt nach wie vor starke

Berührungsängste“, bemängelt Prof. Hamer,

„dabei können diese Erkrankung gut

therapiert und viele Berufe ohne Probleme

ausgeführt werden.“ / av

Mehr Informationen:

www.epilepsiezentrum.uk-erlangen.de

Ein epileptischer Anfall!

Was sollten Sie tun?

Je nach Art des Anfalls kann sich der

Betroffene durch Stürze, Zuckungen

oder durch Handlungen im Zustand

einer Bewusstseinstrübung an Gegenständen

in seiner Umgebung verletzen.

Nach einem Anfall kann er noch

für einige Zeit – ggf. bis zu mehreren

Stunden lang – kaum weckbar, desorientiert

und müde sein.

Wenn Sie Beobachter eines epileptischen

Anfalls werden, sollten Sie Folgendes

tun:

• Bleiben Sie bei dem Betroffenen.

• Räumen Sie alles aus seiner Umgebung,

woran er sich verletzen könnte.

• Halten Sie ihn nicht fest und schieben

Sie nichts in seinen Mund.

• Legen Sie den Betroffenen nach dem

Anfall in die stabile Seitenlage, sollte

er noch bewusstlos sein.

• Fragen Sie, ob Sie einen Arzt verständigen

sollen, wenn er wieder bei Bewusstsein

ist.

• Falls der Betroffene bewusstlos bleibt,

dann rufen Sie sofort einen Krankenwagen.

Wichtig ist, den Anfallsverlauf genau zu

beobachten und seine Dauer zu notieren,

da dies dem Arzt die Diagnosestellung

und Behandlung erleichtert. / av

Vorbeugen Senioren & Heilen

Schlaganfälle eiskalt bekämpfen

Europaweite Studie in Erlangen koordiniert

Mit 11 Millionen Euro fördert jetzt die Europäische

Union eine Studie zur besseren

Behandlung des Schlaganfalls: die therapeutische

Hypothermie. Federführend beteiligt

an diesen zukunftsweisenden Forschungen

ist die Neurologische Klinik des

Universitätsklinikums Erlangen. Sie ist auch

Mitbegründerin des europäischen Netzwerks

EuroHYP (European Stroke Research

Network for Hypothermia), in dem Ärzte und

Wissenschaftler aus ganz Europa an der

Erforschung und Etablierung der therapeutischen

Hypothermie arbeiten. Dabei wird

das Gehirn des Schlaganfallpatienten durch

Kälteeinwirkung (teilweise) in eine Art Winterschlaf

versetzt. Mithilfe dieser Prozedur

wollen die Forscher die bleibenden körperlichen

Beeinträchtigungen sowie die Zahl der

Todesfälle nach einem Schlaganfall reduzieren.

„Aus Tierexperimenten wissen wir, dass

Hypothermie wie keine andere Therapie das

Gehirn vor weiterer Schädigung schützen

kann“, erläutert Klinikdirektor Prof. Dr. Dr.

h. c. Stefan Schwab. Um eine Wirksamkeit

bei Menschen zu beweisen, startet nun die

europaweite Studie. Bei insgesamt 1.500

Schlaganfallpatienten soll ab 2012 in ganz

Europa die Kühltherapie untersucht werden.

Koordinationszentrum für über 80 Schlaganfallzentren

ist die Neurologische Klinik

des Uni-Klinikums Erlangen.

Körpertemperatur wird auf 35 Grad gesenkt

Bei der Hypothermie nach einem Schlaganfall

wird die Körpertemperatur des Patienten

einen ganzen Tag lang auf 35 Grad Celsius

herabgekühlt. Durch die Kühlung des Gehirns

wird der Zellstoffwechsel verlangsamt.

Der leitende Oberarzt PD Dr. Rainer Kollmar

demonstriert die „Kältemaschine“.

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

So kommen die Gehirnzellen mit weniger

Sauerstoff aus und Folgeschäden durch die

mangelnde Blutzufuhr beim Schlaganfall

können reduziert werden. Auf der Schlaganfallstation

des Uni-Klinikums setzen Ärzte

diese Kältetherapie bereits erfolgreich ein.

Jährlich mehr als zwei Millionen Schlaganfälle

in Europa – Verdreifachung erwartet

Der Schlaganfall ist mit 500.000 Menschen

pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen

in der Europäischen Union. Pro Jahr kommt

es in Europa zu über zwei Millionen neuen

Schlaganfällen. „Mit zunehmender Lebenserwartung

der Bevölkerung muss innerhalb der

nächsten 30 Jahre mit einer Verdreifachung

der Häufigkeit von Schlaganfällen gerechnet

werden“, sagt Prof. Schwab. Trotz dieser

alarmierenden Zahlen sind die therapeutischen

Optionen zur Behandlung des ischämischen

Schlaganfalls bisher noch sehr eingeschränkt.

Weniger als 10 % der Patienten

erhalten eine wirksame Therapie. (UK)

24 25


26

Gut Fit zu & wissen Aktiv

Einmal das Herz von innen bestaunen und

ein Stück Darm durchschreiten, einen Blick

in den modernsten HNO-OP Bayerns werfen

und mittels eines Alterssimulators in die Welt

älterer Menschen eintauchen – sprichwörtlich

von Kopf bis Fuß informiert das Universitätsklinikum

Erlangen während der Wissenschaftsnacht

mit Vorführungen, Vorträgen,

Ausstellungen, Diskussionen, Rundgängen

und Praxisbeispielen über neue Forschungsergebnisse

und Therapiemöglichkeiten in

sämtlichen Bereichen. So erfährt der medizininteressierte

Besucher u. a. Wissenswertes

über die Früherkennung des Parkinson-

Syndroms, er kann im Epilepsiezentrum

seine Gehirnfunktionen testen lassen oder

sich über Aktuelles aus der Welt der Mikroben

und Infektionsabwehr informieren.

In der Kardiologie dreht sich alles um den

neuesten Stand bildgebender Verfahren bei

der Diagnostik von Herzkrankheiten sowie

um aktuelle Entwicklungen und Techniken

bei der Behandlung von Herzklappenerkrankungen.

Im Kinderprogramm am Nachmittag von

14 bis 17 Uhr können junge Forscher ab vier

Jahren hinter die Kulissen des Krankenhauses

blicken: zum Beispiel lädt die Kinderund

Jugendklinik im „Café Hirnstamm“ zu

einer „Gehirnsprechstunde“ ein, in der auf

spielerische Weise Kindern und Jugendlichen

die Funktionen des Gehirns nähergebracht

werden.

Bei Siemens Healthcare, einem der weltweit

größten Anbieter von Medizintechnik, kann

man sich über den aktuellen Stand bei bildgebenden

Verfahren wie der Computertomografie

oder der Kernspintomografie informieren.

Unter dem Motto „Medizintechnik

zum Anfassen“ präsentieren auch die Partner

und Mitglieder des Medical Valley EMN

e. V. den Besuchern in der Langen Nacht

der Wissenschaften im Innovationszentrum

Medizintechnik und Pharma (IZMP) Neuigkeiten

aus den Bereichen Gesundheit und

Medizintechnik. Im Programmheft wird eine

virtuelle Medical-Valley-Tour durch die einzelnen

Veranstaltungsorte der teilnehmenden

Medical-Valley-Partner führen.

Die Lange Nacht der Wissenschaften, eines

der größten Wissenschaftsfestivals in

Deutschland, findet bereits zum fünften Mal

statt. n

Mehr Informationen:

www.nacht-der-wissenschaften.de

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Das geht unter die Haut

Vorbeugen & Heilen

Innovatives Verfahren zur Gehirnstimulation aus Erlangen

Patienten mit schwer behandelbaren

neurologischen und psychiatrischen

Krankheiten können bald von einem

völlig neuen Therapieverfahren profitieren,

das vom Erlanger Unternehmen

Cerbomed entwickelt wurde. Erstmals

weltweit ist es den Wissenschaftlern

der jungen Medizintechnikfirma gelungen,

durch die Haut (transkutan)

den Vagusnerv zu stimulieren, der

diese Erkrankungen beeinflusst.

NEMOS heißt das innovative Therapiegerät,

das bereits im vergangenen Jahr die europäische

Zulassung erhielt und derzeit noch

ausschließlich bei Studien eingesetzt wird.

Aber schon im nächsten Jahr soll die Therapiemethode

im klinischen Alltag angewendet

werden, stellt der Unternehmenschef Dr.

Andreas Hartlep in Aussicht. Es ist das erste

nichtinvasive Gerät, das eine gezielte Stimulation

des Gehirns ermöglicht. Die Anregung

des Vagusnervs ist bei der Behandlung der

Epilepsie bereits eine etablierte Therapiemethode,

jedoch musste bisher der Stimulator

bei einer Operation in die Brustwand eingesetzt

werden. Die Neuentwicklung besteht

aus einer Stimulationseinheit in Handy-Größe

und einer Ohrelektrode, die der Patient

wie einen Ohrhörer über mehrere Stunden

am Tag trägt.

Über die Haut direkt ins Gehirn

NEMOS nutzt die Tatsache, dass Teile des

Vagusnervs am Ohr direkt unterhalb der

Haut verlaufen und so auch durch die Haut

mit elektrischen Impulsen stimuliert werden

können. „Der Vagusnerv ist durch verschiedene

Schaltzentren auch mit Gehirn-

Foto: Cerbomed

regionen verbunden, die bei der Entstehung,

dem Verlauf und der Therapie von verschiedenen

neurologischen und psychischen Erkrankungen

eine Rolle spielen”, erläutert

der medizinische Leiter von Cerbomed, Prof.

Dr. Jens Ellrich. Derzeitiges Hauptanwendungsgebiet

von NEMOS sind Epilepsien,

die auf eine Behandlung mit Medikamenten

nicht ausreichend ansprechen. Sicherheit,

Verträglichkeit und Wirksamkeit des neuen

Verfahrens werden bei klinischen Prüfungen

beispielsweise am Epilepsiezentrum des

Universitätsklinikums Erlangen unter Beweis

gestellt.

Weitere Indikationen werden getestet

„Gegenüber der invasiven (mittels OP)

Behandlungsmethode ist das Erlanger

Verfahren für den Patienten weit weniger

belastend, risikoärmer und mit geringeren

Nebenwirkungen verbunden”, resümiert

Prof. Ellrich. Denkbar seien eine

Reihe weiterer Anwendungsgebiete von

NEMOS beispielsweise bei Migräne, chronischen

Schmerzen, Tinnitus und Schizophrenie.

Dies wird derzeit in klinischen Studien

überprüft. n

9 27


Zwei Bypässe, die vor 36 Jahren dem

heute 80-jährigen Patienten Michael Vogl

im Universitätsklinikum Erlangen gelegt

wurden, funktionieren nach wie vor „tadellos“.

Das stellten jetzt Herzchirurg

Prof. Dr. Michael Weyand und Kardiologe

Prof. Dr. Werner Daniel bei einer Compu-

Vorbeugen & Heilen

Herz-Bypass funktioniert seit 36 Jahren tadellos

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Gen gibt Hinweis auf Risiko für

Gebärmutterschleimhautkrebs

Ein internationales Forschungsnetzwerk unter

maßgeblicher Beteiligung der Frauenklinik

des Universitätsklinikums Erlangen hat

ein Gen gefunden, das Aufschluss über das

Erkrankungsrisiko für Gebärmutterschleimhautkrebs

gibt. Diese Tumorart ist der häufigste

bösartige Unterleibskrebs bei Frauen

und wird in Deutschland jährlich bei etwa

10.000 Patientinnen diagnostiziert. Bisher

gibt es zur Früherkennung keine etablierte

Methode; lediglich Übergewicht konnte als

Risikofaktor ausgemacht werden. Die Entdeckung

des Gens könnte künftig helfen,

Frauen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko

frühzeitig zu erkennen.

Die Erlanger Arbeitsgruppe um Prof. Dr.

Peter A. Fasching hat bereits in den vergangenen

Jahren in internationaler Kooperation

Risikogene für die Entstehung von Eierstockkrebs

beschrieben. (UK)

tertomografie im Universitäts-Herzzentrum

Erlangen fest. Im bundesweiten Durchschnitt

müssen 50 % der Bypässe nach zehn

Jahren erneuert werden.

Eine Bypass-Operation wird durchgeführt,

wenn z. B. Herzkranzgefäße verengt sind

und dadurch die Durchblutung des Herzmuskels

beeinträchtigt ist. Mittlerweile

bekommen in Deutschland jedes Jahr

rund 70.000 Patienten einen Bypass. Die

Operation dauert je nach Anzahl der benötigten

Gefäßbrücken zwischen zwei und

fünf Stunden. Dabei stellt der Chirurg eine

Umgehung (englisch „bypass“) des betroffenen

Gefäßes her, um das zuvor unzureichend

durchblutete Gewebe wieder besser

mit Blut zu versorgen. Für den Bypass verwendet

der Operateur körpereigene oder

künstliche Gefäßprothesen. (UK)

Jeder gespendete Euro

wird jetzt verdoppelt

Jede Spende an die Forschungsstiftung

Medizin am Universitätsklinikum

Erlangen, die für einen Stiftungszweck

ausgegeben wird, wird jetzt verdoppelt.

Das ist einzigartig an einem Uni-Klinikum

in Deutschland. „Damit ist jede

Einzelspende automatisch doppelt so

viel wert“, freut sich der Vorsitzende

des Stiftungsvorstands Prof. Dr. Werner

Daniel. Finanziert wird das „Matching-

Funds“-Programm aus den Erträgen

der „Betriebe gewerblicher Art“ des

Uni-Klinikums. „Damit wird das Spenden

für Wissenschaft, Forschung und

mildtätige Zwecke noch wirkungsvoller“,

so Prof. Daniel. Mehr Infos unter

www.forschungsstiftung.uk-erlangen.de.

(UK)

29


30

Gut Fit zu & wissen Aktiv

Säuglinge „hören“ Emotionen im Schlaf

Säuglinge können nicht nur menschliche

Stimmen erkennen. Sie sind auch in der

Lage, Emotionen wahrzunehmen – selbst

im Schlaf, davon sind Wissenschaftler des

Londoner King’s College überzeugt. Bei einer

Studie spielten sie Säuglingen im Alter

von drei und sieben Monaten verschiedene

neutrale Geräusche oder menschliche Äußerungen

wie Husten, Niesen, Lachen oder

Weinen vor, während

Bayern seltener krank

Ihre robuste Natur haben die Bayern im

ersten Halbjahr 2011 unter Beweis gestellt:

Während bundesweit die Arbeitnehmer

durchschnittlich an 8,1 Tagen

wegen Krankschreibungen zu Hause

blieben, brachten es die Bayern lediglich

auf 6,6 Krankheitstage und haben

sich damit als die gesündesten erwiesen.

Das ergab eine Untersuchung der

Krankenkasse KKH-Allianz. Den höchsten

Krankenstand verzeichneten mit

durchschnittlich zehn Tagen die Berliner.

(KKH-Allianz)

diese in der Röhre eines Kernspintomografen

lagen und schliefen. Wie die Aufnahmen

ihrer Gehirnaktivitäten zeigten, konnten die

Säuglinge auch im Schlaf erkennen, ob sich

in ihrer Umgebung vertraute oder fremde

Personen befanden. Frühere Untersuchungen

hatten gezeigt, dass Säuglinge früh

die Stimme ihrer Mutter von der anderer

Menschen unterscheiden können. Auch der

emotionale Gehalt der Sprache beeinflusste

die Hirnaktivität der schlafenden Säuglinge.

Während bei positiven menschlichen

Lautäußerungen, etwa Lachen, keine Unterschiede

zu neutralen Geräuschen zu finden

waren, aktivierten traurige Laute, etwa ein

Weinen, zusätzlich Regionen im orbitofrontalen

Cortex und der Insula. Säuglinge

scheinen demnach im Schlaf ein Gespür

für die Gefühlslage ihrer Mitmenschen

zu haben. (pte)

Die richtige Menge Arznei für Kinder

Internetportal hilft bei der Dosierung von Medikamenten

175 Zentimeter groß, 75 Kilogramm schwer,

männlich: Das ist der „Norm-Mensch“, für

den per Gesetzgeber die meisten Medikamente

zugelassen werden. „Verschreibt der

Arzt aber Jugendlichen, Kindern oder gar

Säuglingen Medikamente, sind die Arzneien

häufig weder für diese Altersgruppe zugelassen

noch ausreichend erprobt“, sagt

Prof. Dr. Dirk Riehle. Deswegen entwickelt

der Informatiker, Inhaber der Professur für

Open Source Software an der Friedrich-

Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg,

gemeinsam mit der Universitätskinderklinik

Köln die Internetplattform „Mydosis“.

Das Portal soll insbesondere Kinderärzten

bislang fehlende Informationen über die

geeignete Dosierung und Verwendung von

Medikamenten zur Verfügung stellen. Jetzt

fördert das Bundesministerium für Wirt-

Vorbeugen & Heilen

schaft und Technologie das auf ein Jahr

angelegte Projekt im Rahmen eines Stipendienprogramms

mit rund 100.000 Euro.

„Für eine adäquate Versorgung ihrer Patienten

sind Kinderärzte häufig gezwungen,

Medikamente außerhalb des genau definierten

Zulassungsbereichs oder sogar

ganz ohne Zulassung anzuwenden“, erläutert

Prof. Riehle. Deshalb bestehe bei den

Kinderärzten zunehmend das Bedürfnis

nach mehr Informationen.

Hier setzt das Projekt „Mydosis“ an. In

dem Internetportal sammeln Ärzte sukzessive

Fachinformationen und stellen diese

ihren Kollegen zur Verfügung. Zusätzlich

haben die Informatiker und Mediziner um

Prof. Riehle eine App für Smartphones entwickelt,

in der ebenfalls die Fakten aufgelistet

werden. Darauf können Ärzte dann

mobil zugreifen, wenn ihnen kein Internetanschluss

zur Verfügung steht, etwa bei

Hausbesuchen oder Notfällen. (FAU)

31


Pflanze der Saison

Sonnenenergie für die Seele

Schon im 17. Jahrhundert nutzte man die Wirkung des

Johanniskrauts gegen Melancholie, aber auch gegen

Hexerei und zur Teufelsvertreibung war es im damaligen

Volksglauben wirksam. Die leuchtend gelben Blüten des

fast in der ganzen Welt verbreiteten Krauts scheinen die

Sonnenenergie zu speichern und sie als Arzneipflanze

zur Stimmungsaufhellung bei Depressionen weiterzugeben.

Hauptwirkstoff für den „sonnigen“ Effekt des Hypericum

perforatum ist das enthaltene Hyperforin. Auch

heute werden Johanniskrautpräparate bei depressiven

Verstimmungen und nervöser Unruhe genutzt.

Sagenhaftes Heilkraut

Um das Johanniskraut ranken sich viele Sagen

und Mythen. So sollen die kleinen Löcher in den

Blättern vom Teufel stammen, der aus Ärger über

die Macht, die dieses Kraut über ihn besaß, die

Blätter zerstochen haben soll.

Hypericum wurde nach Johannes dem Täufer benannt,

denn es steht rund um den Johannistag

zur Sommersonnenwende in voller Blüte. Außerdem

soll der rote Pflanzensaft an das Blut des

Heiligen erinnern.

im Gesundheitswesen geht davon aus, dass

Johanniskraut einen Effekt bei leichten Depressionen

hat.

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Vorsicht ist geboten bei der Anwendung

von Johanniskraut ohne Rücksprache mit

einem Arzt. Seit 2003 sind höher dosierte

Hypericum-Medikamente in Deutschland

nur noch in der Apotheke erhältlich, in Irland

gibt es sie sogar nur auf Rezept. Der

Grund sind zahlreiche Wechselwirkungen

mit anderen Arzneimitteln. So werden Aids-

Medikamente und Antibiotika, aber auch

die Antibabypille schneller abgebaut. Ansonsten

ist Geduld gefragt, denn ähnlich

wie bei synthetischen Antidepressiva tritt

die Wirkung auch beim Johanniskraut erst

nach einigen Tagen oder Wochen ein. n

32 33

© wikimedia

Die bis zu einem Meter hohe Pflanze ist

vielerorts zu finden und wächst an Wegrändern,

Straßenböschungen und in lichten

Gebüschen. Da der steigende Bedarf an Johanniskraut

durch Wildsammlungen nicht

mehr gedeckt werden konnte, wird die Heilpflanze

in Deutschland auf etwa 630 Hektar

angebaut. Genutzt wird sie vorwiegend

für stimmungsaufhellende Arzneien, aber

auch als Rotöl äußerlich bei Verletzungen,

Entzündungen und Verbrennungen.

Die Wirksamkeit des Johanniskrauts ist bis

heute nicht abschließend erforscht. Obwohl

die Pflanze schon seit Jahrhunderten gegen

Depressionen angewendet wird und eine

Vielzahl von Studien den Wirkmechanismus

untersuchten, ist der eindeutige wissenschaftliche

Nachweis der Heilwirkung

noch nicht erbracht. Während in manchen

Untersuchungen die Wirksamkeit belegt

wurde und mit synthetischen Antidepressiva

vergleichbar war, sehen andere

Untersuchungen keine Überlegenheit

gegenüber einem Placebo (Medikament

ohne Wirkstoff). Das Institut

für Qualität und Wirtschaftlichkeit


Medikamente

Beipackzettel verunsichern viele Patienten

Die oft langen und in kleiner Schrift gedruckten

Beipackzettel wirken auf viele Menschen

abschreckend. Das ergab eine Umfrage im

Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher

Apothekerverbände (ABDA) bei 3.300 Bundesbürgern.

Jeder Zweite bewertete Beipackzettel

als eher unverständlich oder schlecht

lesbar, vielen machen sie sogar Angst. „Wer

von einer langen Liste der möglichen Nebenwirkungen

verunsichert ist, sollte unbedingt

mit dem Arzt oder Apotheker darüber sprechen.

Das ist besser als Medikamente gar

nicht einzunehmen oder die Behandlung

vorzeitig abzubrechen“, sagt Friedemann

Schmidt, Vizepräsident der ABDA.

Die im Beipackzettel enthaltenen Angaben

wie „häufig“ oder „gelegentlich“ unterscheiden

sich zudem vom allgemeinen Sprach-

gebrauch. Verursacht ein Arzneimittel laut

Beipackzettel „häufig“ Schwindel, so wird

von einhundert Anwendern höchstens neun

Menschen schwindelig. „Seltene“ Nebenwirkungen

treten höchstens bei einem von eintausend

Anwendern auf.

Nach einer Analyse von Beipackzetteln von

5.600 Medikamenten in den USA durch Mediziner

der Indiana University wurden bei

den meisten Medikamenten über 70 mögliche

Nebenwirkungen angegeben. Eine hohe

Zahl von Nebenwirkungen deuten allerdings

nicht automatisch darauf hin, dass die Einnahme

des Medikaments gefährlicher ist,

betont Studienautor Jon Duke. Eine lange

Liste habe weniger mit echter Toxizität zu

tun als mit dem Schutz der Hersteller vor

möglichen Klagen. (ABDA/pte)






















Beantworten Sie unsere Rätselfragen

und senden Sie das Lösungswort

bis zum 4. November 2011

per E-Mail an info@medienagentur01.de

oder per Post an: GESUNDHEIT erlangen,

Äußere Brucker Str. 51, 91052 Erlangen

Viel Glück!

Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Lösungswort der Ausgabe Frühling 2011:

ENDOSKOPIE

Das können

Sie gewinnen:

34 35

Rätsel

Machen Sie mit bei unserem Gesundheitsrätsel!

1. Bauchspeicheldrüse in der medizinischen Fachsprache 2. Heilpflanze, die zur Behandlung von Prellungen und Verstauchungen

angewendet wird 3. Kontinuierliche, meist intravenöse Verabreichung von Flüssigkeiten 4. Starke, krampfartige

Schmerzen 5. Herzmuskel in der medizinischen Fachsprache 6. Gegenteil von keimfrei 7. Abhörwerkzeug des Arztes 8.

Hormon, das in den Nebennieren gebildet wird 9. Militärkrankenhaus 10. Griechischer Gott der Heilkunst

Lösungswort:

Gewinnen Sie ein tolles Rätselbuch!

Mit dem erfolgreichen Gedächtnistrainer

Martin Simon

und seinen 222 Übungen für

ein perfektes Gedächtnis können

all jene gleich loslegen,

die mehr Kreativität und Konzentration

erreichen und im

Kopf topfit sein wollen.


Wir sagen Danke!

95 % von Ihnen finden

„GESUNDHEIT erlangen“

gut oder sehr gut

Herzlichen Dank an alle, die bei unserer

Umfrage mitgemacht haben! Über die rege

Teilnahme haben wir uns sehr gefreut und

aus allen Einsendungen zwei Gewinner für

die Hauptpreise ausgelost: Das Losglück fiel

auf Frauen aus Erlangen und Roßtal. Ihnen

winken nun eine tolle Reise auf die Sonneninsel

Ischia sowie ein Thermenpackage in

München. Ebenfalls verlost haben wir je 25

Schrittzähler sowie Therabänder der SBK, die

bereits an die Gewinner verschickt wurden.

Mit ihrer Meinung haben uns alle Teilnehmenden

geholfen, „GESUNDHEIT erlangen“

weiter zu verbessern und ihre Interessen

bei der Themenauswahl einzubeziehen. Die

Ergebnisse haben gezeigt, dass über 95 %

unserer Leser, die an der Umfrage teilgenommen

haben, „GESUNDHEIT erlangen“

gut oder sehr gut (Inhalt und Gestaltung)

finden. Besonders Artikel über Ernährung,

Hintergrundinformationen zu Krankheiten

Imagefilm des Uni-Klinikums

Haben Sie versucht, uns eine E-Mail zu schreiben

und leider nie eine Antwort erhalten? Das tut uns

sehr leid! Aufgrund einer technischen Störung sind

alle Nachrichten an aktion@uk-erlangen.de ins Leere

gelaufen und haben uns nie erreicht. Inzwischen

haben wir das Problem allerdings behoben und bitten

Sie, uns noch einmal eine Nachricht zu senden,

damit wir Ihnen nun ein Exemplar unseres Imagefilms

zuschicken können.

Herzlichen Dank!

Foto: Uni-Klinikum Erlangen

sowie Ratgeber werden mit großer Neugier

gelesen. Sie können uns auch weiterhin gerne

Anregungen, Lob oder Kritik zukommen

lassen. Senden Sie uns dafür eine E-Mail an:

gesundheit-erlangen@uk-erlangen.de

Auch in Zukunft informieren wir Sie viermal

im Jahr über die unterschiedlichsten Themen

aus dem Bereich Medizin – denn Ihre

Gesundheit liegt uns am Herzen.

Ihr Redaktionsteam

Familien-Ratgeber zu Demenz

„Warum legt Oma

ihre Brille in den

Kühlschrank?“ –

Viele Enkelkinder

erleben heutzutage,

dass sich

ihre an Demenz

erkrankten Großeltern

plötzlich

merkwürdig verhalten. Das gleichnamige

Buch des Vereins „Mehr Zeit für Kinder

e. V.“ hilft, dieses Verhalten zu erklären. Ziel

der Publikation ist, betroffenen Familien bei

der Bewältigung ihres Alltags zu helfen und

Kinder über diese Krankheit aufzuklären.

Bei diesem Buch steht nicht das Krankheitsbild,

sondern das Familienleben mit der Erkrankung

im Vordergrund: mit alltagsnahen

Anregungen für das Zusammenleben in der

Familie und Tipps zur Kommunikation mit Demenzkranken.

Zu bestellen ist der Ratgeber

unter: www.mzfk.de oder per Telefon:

069/156896-0

Warnung vor „POWER tabs“

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit

und Lebensmittelsicherheit (LGL) warnt

dringend vor der Einnahme der Präparate

„POWER tabs“ und „iErect“. Aktuelle Untersuchungen

des LGL ergaben, dass beide

Präparate in hoher Dosierung nicht deklarierte

Inhaltsstoffe enthalten. Vor allem bei

Patienten, die zugleich Arzneimittel gegen

Bluthochdruck oder Herzkrankheit nehmen,

können sie gravierende Neben- oder Wechselwirkungen

auslösen. Laut Deklaration

bestehen die Mittel, die die sexuelle Leistungsfähigkeit

steigern sollen, lediglich aus

„natürlichen Kräutern“. Auch ÖKO-TEST hatte

für „POWER tabs“ nicht belegten Nutzen

und Fehler bei der Angabe der Inhaltsstoffe

bemängelt. (LGL)

Impressum Umfrage

Herausgeber: Universitätsklinikum Erlangen

Stabsabteilung Kommunikation

Johannes Eissing, Krankenhausstr. 12

91054 Erlangen, Tel.: 09131/85-36102

Fax: 09131/85-36111, presse@uk-erlangen.de

www.uk-erlangen.de

Redaktion und Design: Medienagentur_01

Christine Seidenstücker, Äußere Brucker Str. 51

91052 Erlangen, Tel.: 09131/90 85 421

gesundheit-erlangen@uk-erlangen.de

www.gesundheit-erlangen.com

Bei der Bezeichnung von Personengruppen verwenden

wir zur besseren Lesbarkeit in der Regel die männliche

Form. Selbstverständlich sind dabei die weiblichen

Mitglieder der Gruppe eingeschlossen.

Nicht namentlich bzw. mit Quellen gekennzeichnete

Beiträge sind Artikel von Mitgliedern der Redaktion.

Gesundheitstermine werden nach redaktioneller

Prüfung kostenlos veröffentlicht.

Redaktionsleitung: Christine Seidenstücker

Mitarbeiter an dieser Ausgabe: Sabine Bennewitz,

Barbara Mestel, Julia Pelz, Alexander Podarewski,

Inga Schoenebom, Annika Vorberg

Anzeigen: 09131/90 85 421

Druck: Druckhaus Haspel Erlangen

„GESUNDHEIT erlangen“ erscheint vierteljährlich

in einer Auflagenhöhe von 7.000 Exemplaren und

ist kostenlos.

Ein Abonnement des Magazins ist über die angegebenen

Adressen zu einem Preis in Höhe von

2,00 Euro pro Ausgabe möglich.

Hier finden Sie das Magazin: in allen Kliniken

des Universitätsklinikums Erlangen, im Waldkrankenhaus,

im Klinikum am Europakanal, in den

Praxen niedergelassener Ärzte und Zahnärzte, in

Apotheken, bei Heilpraktikern, in Sanitäts- und

Reformhäusern, in der Stadtinformation, der Stadtbibliothek,

in Erlanger Büros der gesetzlichen Krankenkassen,

Fitnesszentren, Sportvereinen und Seniorenzentren.

Digitale Ausgabe im Internet unter:

www.gesundheit-erlangen.com

Nächster Erscheinungstermin: 1. Dezember 2011

Quellen:

UK: Universitätsklinikum Erlangen

FAU: Friedrich-Alexander-Universität

Erlangen-Nürnberg

PTE: Pressetext Nachrichtenagentur GmbH

ABDA: Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände

LGL: Bayerisches Landesamt für Gesundheit

und Lebensmittelsicherheit

KKH-ALLIANZ: Kaufmännische Krankenkasse Hannover Allianz

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Gesundheitskalender

September – Oktober – November 2011

Samstag, 03.09.11 Tag der Organspende

08.45 Uhr Radtour von Roth zum Brombachsee Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

und weiter nach Spalt Treffpunkt: Bahnhof, Rückseite

Montag, 05.09.11

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Kurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

(findet auch am 06.09.11 statt)

Donnerstag, 08.09.11

07.00 Uhr Wanderung von Amberg nach Ensdorf Fränkischer Albverein

Treffpunkt: Bahnhofshalle, ER

Freitag, 09.09.11 Tag des alkoholgeschädigten Kindes

Samstag, 10.09.11 Suizidpräventionstag

09.05 Uhr Wanderung an den Aischgrundweihern Fränkischer Albverein

und Sandgruben Treffpunkt: Bahnhofshalle, ER

Sonntag, 11.09.11

10.00 Uhr Radtour nach Adelsdorf Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

Treffpunkt: Rathausplatz

Montag, 12.09.11

16.00 Uhr Bewegung gegen Demenz VHS, Friedrichstr. 19, ER

Informationstag Großer Saal

Mittwoch, 14.09.11

08.30 – 10.00 Uhr Rückentraining AOK, Schuhstr. 36, ER

Wirbelsäulengymnastik

Donnerstag, 15.09.11

08.35 Uhr Wanderung von Dechsendorf Fränkischer Albverein

nach Erlangen Treffpunkt: Bahnhofshalle, ER

17.45 – 19.15 Uhr Rückentraining AOK, Schuhstr. 36, ER

Wirbelsäulengymnastik

Freitag, 16.09.11 Internationaler Tag für den Schutz der Ozonschicht

Samstag, 17.09.11

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Wochenendkurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

(findet auch am 18.09.11 statt)

Muss sich

Anna gleich

anmelden!

September

Samstag, 17.09.11

13.00 Uhr 25. Erlangen Arcaden-Lauf Start und Ziel:

Sportgelände TV 1848 Erlangen

Sonntag, 18.09.11

11.00 Uhr Radtour nach Baiersdorf Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

Treffpunkt: Rathausplatz

Montag, 19.09.11 Deutscher Lungentag

09.00 – 10.30 Uhr Rückentraining AOK, Schuhstraße 36, ER

Wirbelsäulengymnastik

10.30 – 12.00 Uhr Beckenbodenschule AOK, Schuhstraße 36, ER

Dienstag, 20.09.11 Welt-Kinder-Tag

20.00 Uhr Metabolic Balance MEDICON Apotheke oHG, Neumühle 2, ER

Vortrag

Informationskampagne „Seelische Gesundheit im Alter“ vom 21.09. – 24.11.2011

Die Alzheimergesellschaft Mittelfranken e. V., der Bezirk Mittelfranken und die Angehörigenberatung e. V./

Gerontopsychiatrische Fachberatung laden zur Informationskampagne „Seelische Gesundheit im Alter“ ein.

In rund 30 Orten Mittelfrankens werden Vorträge, Filmvorführungen, Diskussionen etc. rund um die Themen

Demenz – Depression – Sucht angeboten. Alle Termine: www.alzheimer-kampagne.de

Mittwoch, 21.09.11 Welt-Alzheimer-Tag

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Kurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

(findet auch am 22.09. statt)

18.00 – 19.45 Uhr Hatha-Yoga für den Rücken Pacelli-Haus, Sieboldstr. 3, ER

Meditationsraum

19.30 Uhr Treffen der Lymphselbsthilfegruppe Hautklinik, Universitätsklinikum, ER

Raum: Tel. 09132/745886

Donnerstag, 22.09.11

08.35 Uhr Rundwanderung um Gräfenberg Fränkischer Albverein

Treffpunkt: Bahnhofshalle, ER

Samstag, 24.09.11

11.00 – 17.00 Uhr Tag der offenen Tür Pathologisches Institut

im Pathologischen Institut Universitätsklinikum, Krankenhausstr. 8/10, ER

Sonntag, 25.09.11 Tag der Zahngesundheit, Welt-Herz-Tag

09.00 Uhr Radtour nach Heiligenstadt Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

Treffpunkt: Freibad West

39


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Sept./Okt.

Montag, 26.09.11

08.15 – 09.45 Uhr Yoga – eine psychosomatische VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

Körpertechnik Raum 2

16.30 – 18.00 Uhr Nordic Walking VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

Gelaufen wird im Meilwald Treffpunkt: Haupteingang

17.45 – 18.45 Uhr Wirbelsäulengymnastik und VHS, Friedrichstr. 17, ER

Rückenschule Gymnastikraum

18.00 – 19.00 Uhr Step-Aerobic VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

für Einsteiger Raum 2

19.00 – 20.30 Uhr Der gesunde Weg zum Wohlfühlgewicht AOK, Schuhstr. 36, ER

Ernährungsberatung Wollscheid

19.30 – 21.00 Uhr Rückenbeschwerden – VHS, Friedrichstr. 19, ER

Was kann man/frau tun? Vortrag Historischer Saal

Dienstag, 27.09.11

19.35 – 20.35 Uhr Step-Aerobic für Einsteiger VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

Raum 2

Mittwoch, 28.09.11

18.00 – 19.30 Uhr „Burn-out-Prävention zeit|raum Lachnerstr. 45, ER

und Stressbewältigung“ 4x90 min Tel.: 09131/933 5200

18.00 – 19.30 Uhr Was tun bei Arthrose-, Rheuma- VHS, Friedrichstr. 19, ER

und Hüftbeschwerden? Historischer Saal

Vortrag

20.00 – 21.30 Uhr Osteopathie – Was sie ist und VHS, Friedrichstr. 19, ER

was sie kann. Vortrag Historischer Saal

Donnerstag, 29.09.11 Tag der Endometriose

08.30 Uhr Wanderung von Dietersheim Fränkischer Albverein

nach Ipsheim Treffpunkt: Bahnhofshalle, ER

09.00 – 16.00 Uhr Anti-Stress-Tag zeit|raum Lachnerstr. 45, ER

Tel.: 09131/933 5200

18.30 Uhr Ernährung bei Krebs MEDICON Apotheke oHG, Neumühle 2, ER

Vortrag

Freitag, 30.09.11

18.00 Uhr Vital-Lauf im Landkreis Vitale Unternehmen

Erlangen-Höchstadt Treffpunkt: Hotel Acantus, Ringstr. 13,

Weisendorf

19.30 – 21.00 Uhr Wenn Liebe wehtut VHS, Friedrichstr. 19, ER

Vortrag mit Gespräch Historischer Saal

03. – 09.10.11 Welt-Still-Woche

Mittwoch, 05.10.11 Tag der Epilepsie

19.30 – 21.00 Uhr Mit Stress besser umgehen AOK, Schuhstr. 36, ER

Radtour mit

den Nachbarn!!

Oktober

Mittwoch, 05.10.11

20.00 – 21.30 Uhr Das Kniegelenk – Erkrankungen und VHS, Friedrichstr. 19, ER

aktuelle Behandlungsmethoden Historischer Saal

Vortrag

Donnerstag, 06.10.11

20.00 – 21.30 Uhr Natürliche Heilmittel und Ernährung VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

bei Erschöpfung und Depressionen Raum 2a

Freitag, 07.10.11

17.45 – 18.30 Uhr Aqua-Gymnastik AOK, Schuhstr. 36, ER

Rückentraining im Wasser Röthelheimpark, Georg-Zahn-Schule

08. – 15.10.11 Woche des Sehens

Samstag, 08.10.11 Tag der Naturheilkunde

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Wochenendkurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

(findet auch am 09.10.11 statt)

Sonntag, 09.10.11

09.00 Uhr Radtour nach Kirchröttenbach Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

Treffpunkt: Rathausplatz

Montag, 10.10.11 Internationaler Tag der seelischen Gesundheit

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Kurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

(findet auch am 11.10.11 statt)

10.00 – 12.00 Uhr Unsere Haut – Was hat die mit unserer VHS, Friedrichstr. 19, ER

Verdauung zu tun? Historischer Saal

17.00 – 18.30 Uhr Freier leben ohne Qualm AOK, Schuhstr. 36, ER

Dienstag, 11.10.11

10.00 – 12.00 Uhr Warum Diäten sinnlos sind VHS, Friedrichstr. 19, ER

Vortrag Historischer Saal

Mittwoch, 12.10.11 Welt-Rheuma-Tag

18.30 – 20.00 Uhr Qi Gong AOK, Schuhstr. 36, ER

Donnerstag, 13.10.11

18.15 – 19.50 Uhr Pilates-Training VHS, Friedrichstr. 17, ER

Gymnastikraum

Freitag, 14.10.11

19.00 – 21.00 Uhr Gesundheit und Naturerleben VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

Kraftorte der Fränkischen Schweiz Raum 4

Sonntag, 16.10.11

09.00 Uhr Radtour nach Grünsberg Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

Treffpunkt: Rathausplatz

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42

Montag, 17.10.11

10.00 – 12.00 Uhr Sauer macht müde – basisch macht fit VHS, Friedrichstr. 19, ER

Historischer Saal

Mittwoch, 19.10.11

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Kurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

(findet auch am 20.10.11 statt)

19.30 Uhr Treffen der Lymphselbsthilfegruppe Hautklinik, Universitätsklinikum, ER

Raum: Tel. 09132/745886

Donnerstag, 20.10.11 Welt-Osteoporose-Tag

Samstag, 22.10.11 Welttag des Stotterns

10.00 – 16.00 Uhr Tag der offenen Tür Kinder- und Jugendklinik, Universitätsklinikum

in der Kinder- und Jugendklinik Loschgestr. 15, ER

18.00 – 01.00 Uhr Die Lange Nacht der Wissenschaften Kulturidee GmbH, Singerstr. 26, Nürnberg

Tel.: 0911/810260

Sonntag, 23.10.11

09.15 Uhr Radtour nach Rennhofen Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

Treffpunkt: Freibad West

Dienstag, 25.10.11

17.30 – 19.00 Uhr Autogenes Training zeit|raum Lachnerstr. 45, ER

(Kursbeginn) Tel.: 09131/933 5200

Freitag, 28.10.11 Welt-Polio-Tag

01. – 30.11.11 Herzwochen

Samstag, 05.11.11 Magen-Darm-Tag

© pixelio/M. Büdenbender

Okt./Nov.

Wir radeln ja so gerne.

Die Lange Nacht

der Wissenschaften

Wandern hält

uns fit.

© pixelio/H.Leibrock

November

Montag, 07.11.11

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Kurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

(findet auch am 08.11. statt)

Dienstag, 08.11.11

18.00 – 19.00 Uhr Fußpflege bei Diabetes AOK, Schuhstr. 36, ER

Mittwoch, 09.11.11

09.00 – 16.00 Uhr Leichter leben – mit mir selbst zeit|raum Lachnerstr. 45, ER

Tel.: 09131/933 5200

Sonntag, 13.11.11

15.00 – 18.00 Uhr Räuchern mit heimischen Kräutern VHS, Wilhelmstr. 2f, Raum 4, ER

Montag, 14.11.11 Welt-Diabetes-Tag

09.00 Uhr Radtour nach Rothenbühl Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club, ER

bei Ebermannstadt Treffpunkt: Rathausplatz

Mittwoch, 16.11.11

08.00 – 16.00 Uhr Erste-Hilfe-Kurs BRK, Henri-Dunant-Str. 4, ER

19.30 Uhr Treffen der Lymphselbsthilfegruppe Hautklinik, Universitätsklinikum, ER

Raum: Tel. 09132/745886

Donnerstag, 17.11.11

18.30 Uhr Schüßler-Salze – Die Spuren im Gesicht MEDICON Apotheke oHG, Neumühle 2, ER

Vortrag

Samstag, 19.11.11

10.00 – 17.00 Uhr Fitness-Yoga VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

Für Anfänger und Mittelstufe Raum 4

Dienstag, 22.11.11

09.00 – 16.00 Uhr Streiten ist menschlich zeit|raum Lachnerstr. 45, ER

Vortrag Tel.: 09131/933 5200

Mittwoch, 23.11.11

19.00 – 21.30 Uhr Gesundheitsbewusste Hautpflege VHS, Wilhelmstr. 2f, ER

Raum 2a

Montag, 28.11.11

18.00 – 19.00 Uhr Migräne naturheilkundlich behandeln VHS, Friedrichstr. 17, ER

Vortrag Aula

©Kulturidee Da gehe ich

mit Monika hin!

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Wir ziehen ein:

Internistisches Zentrum

Wir freuen uns,

Sie Mitte September in unseren neuen Räumen mit

modernster Ausstattung auf rund 13.000 m² begrüßen

zu dürfen.

Hautklinik

Medizinische Klinik 4

Nephrologie und Hypertensiologie

Medizinische Klinik 5

Hämatologie und Internistische Onkologie

Nuklearmedizinische Klinik

Ambulanz der Medizinischen Klinik 1

Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie

Ambulanz der Medizinischen Klinik 3

Rheumatologie und Immunologie

Ab sofort noch kürzere Wege zur Spitzenmedizin:

Das Internistische Zentrum liegt direkt neben dem

Parkhaus Uni-Kliniken (380 Stellplätze).

Internistisches Zentrum

Ulmenweg 18, 91054 Erlangen

Universitatsklinikum

Erlangen

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