BluLife 04/2014

blulife

Immer aktuell informiert ueber neue Blu-ray Veröffentlichungen, Spielreviews, Interviews, Techniktests und vieles mehr. Blulife ist ein kostenfreies Magazin von www.bluray-disc.de und erscheint 4 mal jährlich.

04

2014

Blulife

D a s b l u r a y - d i s c . d e M a g a z i n

www.bluray-disc.de Ausgabe 04-2014

Blulife

D a s b l u r a y - d i s c . d e M a g a z i n

04

2014

exklusives

WEIHNACHTS

GEWINNSPIEL

Pater Brown

scharf wie nie - kann´s auch

auf Blu-ray nicht lassen

Call of Duty:

Advanced Warfare

Feuer frei auf den gewaltigen

Schlachtfeldern der Zukunft

disney´s

Planes 2

im review

affiges Spektakel

Planet der Affen:

Revolution

im spiele test

Assassin's Creed Unity

Action auf den Dächern von Paris

die TV Serie

Batman und Robin

endlich hochauflösend

TV-Serien Spezial

Mord mit Aussicht

Wie Hengasch die Welt

verändert

Zum 30-jährigen Jubiläum:

Die Geschichte der Transformers in Film & Fernsehen

Blu-ray Specials Reviews zu Filmen, Musik, Technik & Spielen Interviews Filmvorschau Sondereditionen


Ein kleines Stück vom Glück.

Ob Geburtstag, Hochzeit, Jubiläum oder Firmenfeier: Teilen Sie Ihre Freude

und schenken Sie Kindern in Not eine bes sere Zukunft. Bitten Sie Ihre

Gäste an Stelle von Blumen und Geschenken um Spenden für SOS-Kinderdorf.

Danke!

Infos: 089 12606-214 oder www.sos-kinderdorf.de

SOS-Kinderdorf - wir sind Familie.


EDITORIAL

Impressum

Leserinnen und

Leser

Sehr geehrte

Herzlich willkommen zur weihnachtlichen Winterausgabe des Blulife Magazins. Das

Weihnachtsgeschäft ist bereits in vollem Gange und wie jedes Jahr hat man die Qual der

Präsentewahl. Was soll man nur seinen Liebsten schenken oder sich Gutes tun? Möglicherweise

können wir Ihnen mit der vierten Ausgabe des Jahres das eine oder andere Geschenk

schmackhaft oder auch interessant machen.

Wir schauen unglaublicherweise auf ein vergangenes Jahr zurück, in dem das Magazin nicht

mehr in gedruckter Form erschienen ist. Wir bieten Ihnen die E-Paper Ausgaben seit 2014 nun

vierteljährlich als kostenloses Lesewerk zum Download und freuen uns zudem über die Resonanz.

Das erfreuliche Resümee ist die gestiegene Leserschaft, vielleicht auch dadurch, dass wir

die Magazine in zwei weiteren Kanälen als E-Paper anbieten können. Mit der Trailereinbindung

im Filmreview können Sie sich auch gleich ein direktes Bild der Story machen und mit dem

Kaufbutton schnell über das Magazin bestellen. Festgehalten: Wir bekommen zwar immer noch

Anfragen bezüglich der Abschaffung der hochwertigen Druckausgabe, aber bei dem angestiegenen

Kreis der Bezieher der Downloadausgabe haben wir alles richtig gemacht.

Was gibt es in diesem Heft zu entdecken? Wir streifen zurück in der Filmgeschichte und

widmen uns Filmen, die es lohnt zu erwähnen. Ebenso ‚BANG(t)‘ und ‚BOOM(t)‘ es mit der

gerade erschienen „Batman“ Box. Es gibt auch ein Flashback in die Zeit der damaligen Superhelden.

Der vierte Teil der „Transformers“ Reihe erscheint nun auch auf Blu-ray – wir führen Sie

zurück zum ersten bis dritten Abenteuer, um in Ihnen Erinnerungen zu wecken. Die Affen sind

los – so erscheint auch pünktlich zum Weihnachtsfest ein neuer Teil „Planet der Affen“. Ein

Special über die Entstehung der beeindruckenden Filme darf daher nicht fehlen.

Zum Ende des Jahres erscheinen zahlreiche Filme und Spiele, die wir selbstverständlich für Sie

unter die Lupe genommen haben. Die Technikabteilung hat sich das Highend-Gerät

SR-HD1700EU, einen Blu-ray Recorder von JVC vorgenommen. Der kleine Blu-ray Player von

Toshiba, der auch leicht in der Küche als Toaster optisch Verwendung finden würde, musste

sich auch den kritischen Blicken der Technikaugen stellen. Wie sie abschneiden, erfahren Sie

natürlich bei uns.

Was darf aber zur Weihnachtszeit in keinem Fall fehlen? Selbstverständlich unser Adventskalender,

der in diesem Jahr erneut die Augen vieler Türchenöffner strahlen lässt. Beim 25.

Türchen, ergo 25. Dezember können Sie nur teilnehmen, wenn Sie den im Magazin platzierten

Code eingeben. Nicht vergessen und Ihre Teilnahme sichern – es lohnt sich, versprochen.

Wir wünschen Ihnen allen ein besinnliches, entspanntes Weihnachtsfest, einen „Guten Rutsch“

ins Neue Jahr und natürlich viel Spaß beim Lesen!

Ihre Yvonne Michalzik

Impressum:

Herausgeber:

Presseanfragen/Marketing:

Satz & Layout:

Grit Wojciechowski

Autoren:

Wir freuen uns sehr über Ihre

Rückmeldungen. Richten Sie bitte

Vorschläge, Lob und Kritik per E-Mail an:

magazin@bluray-disc.de

oder schriftlich an:

Blulife GmbH & Co. KG

Redaktion Blulife

Elisabethstraße 33

02826 Görlitz

Blulife GmbH & Co. KG

Elisabethstraße 33

02826 Görlitz

Tel.: 0049 3581 3220256

www.bluray-disc.de

Yvonne Michalzik

ym@bluray-disc.de

gw

Peter Frukacz

pf

Marcel Wagner

mw

Matthias Lischka

ml

Michael Speier

ms

Marcus Woide

mwo

Sascha Hennenberger sah

André Westphal

anw

Dirk Sperling

ds

Mark Ruhland

mar

Michael Schröder

mis

Marco Brix

mb

Sebastian Schniedermeyer ses

Christopher Tolzien

ct

Sascha Schlüter

sas

Sebastian Behringer seb

Jana Siewert

jas

Yvonne Michalzik

ym

Heike M.

hm

Editoren:

Yvonne Michalzik

Jana Siewert

ym

jas

Blulife · 04/2014

3


INHALT

NEWS

Blog Spezial

Veranstaltungskalender

SPEZIAL

6-8

9

Das Steelbook Akira

Mord mit Aussicht

Tatsächlich Liebe

Walt Disney Special 4

3D Filme im Überblick

Michi´s Filmgurken

Special Transformers

Batman 1966

Special Planet der Affen

10-11

12-13

14-15

16-21

22-28

30-32

34-37

38-39

40-42

12-13

Mord mit

Aussicht

REVIEW - Film

The Signal

Miss Sixty

Mario Barth

Robot Jox

Motel Hell

Cocktail

Jinn

Joe - Die Rache ist sein

Stage Fright

The Green Mile

Planet der Affen: Revolution

The angriest Man in Brooklyn

Ära des Untergangs

22 Jump Street

Oculus

Wie der Wind sich hebt

Planes 2

Eine Hochzeit zu Weihnachten

Nicolas – Der kleine

Weihnachtsmann

Vom Winde verweht

Tammy

Headhunt

Evil Feed

Discopath

REVIEW - Dokumentationen

43

44

45

46

47

48

49

50

51

52-53

54-56

57

58-61

62-63

64-65

66-67

68-69

70-71

72-73

74-75

76-77

78

79

80-81

34-37

Special: Transformers

54-56

Review: Planet der Affen

52-53

Review

The green Mile

16-21

Disney Special 4

45 Review:

Mario Barth

66-67

Wie der Wind sich hebt

Hurricane

Doc of the Dead

Dokus in Blu

Genesis Sum of all Parts

82

83

84-88

89

REVIEW - Musik

Dream Theater

Eric Clapton

Pink Floyd

90

91

92

4 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


REVIEW - Musik

93

94

95

96-97

The Doors

Genesis Three Sides Live

Deep Purple

Anthrax

94 Review: Genesis

100-101

Review Batman die Serie

98-99

Pater Brown

REVIEW - TV-Serie

REVIEW - Klassiker

98-99 Review

Pater Brown

116

Review

Arrested Development

108-109

100-101

102-103

104-106

107

108-109

110-111

112-113

114-115

Batman die Serie

Black Sails

Fullmetal Alchemist Vol.1 & 2

The Returned

Arrested Development

Die Sopranos

INTERVIEW

Dr. Michael Wache

Don Hahn

TECHNIK

132-133

Review Assassins Creed Rogue

116

116

117

118-121

122-124

125-127

Xbox One Chat Headset

Creative T50 Wireless

Hama Speedshot

Toshiba BDX5500KE

3D-Audio

JVC SR-HD1700EU

GAMES

146-147Review: Lego Batman 3 PS4

128-129

130-131

132-133

134-137

138-139

140

141-143

144-145

146-147

148-149

150-151

152-153

154-156

157-159

Games Kalender

The Tomorrow Children

Assassins Creed Rogue PS3

Assassins Creed Unity PS4

Call of Duty Advanced

Warfare PS4

Call of Duty die Unterschiede

Dragon Age Inquisition PS4

Lords of the Fallen PS4

Lego Batman 3 PS4

Farcry 4 PS4

Call of Duty Advanced

Warfare Xbox one

Sunset Overdrive Xbox one

Halo Xbox one

Assassins Creed Unity

Xbox one

PLUS

141-143 Review: Dragon Age Inquisition PS4

160-172

29, 121

173

Filmvorschau

Weihnachtsgewinnspiel

Kolumne

Blulife · 04/2014

5


NEWS

Hinter den Kulissen

BLOG

Spezial

Die aktuelle Jahreszeit ist herbstlich-bunt,

und entsprechend zur Farbenvielfalt in der

Natur zeigt sich auch der BluLife-Blog bunt

durchmischt. Fernab von kalten Temperaturen

und nassem Wetter verwöhnt uns der

Herbst 2014 mit wärmenden Sonnenstrahlen.

Ebenso erfreulich und unterhaltsam

wurde in den letzten drei Monaten im Blog-

Bereich geschrieben, fotografiert, gesichtet,

verglichen, gebastelt und gebaut. Lieber Leser,

willkommen in der herbstlichen Vielfalt

des BluLife-Blogs.

Zahlreiche Highlights der letzten drei Monate

warten darauf, erkundet zu werden. Nach

den üblichen Zahlen-Daten-Fakten zum Blogbereich

präsentieren wir die Blog-Perlen der

vergangenen Wochen. Auch in unsere Dauersparten

"Games – Konsolen und Spiele im

Blogbereich" sowie "Comic Movie-Heroes

Beyond" werfen wir einen Blick und küren

den VIB (Very Important Blogger) des Quartals.

Zum Abschluss gibt es noch Einiges rund

um den BluLife-Blog zu berichten, denn hier

hat sich auch etwas getan… inklusiver einer

Vorankündigung für das kommende Magazin.

Wir wünschen viel Spaß bei der aktuellen

Ausgabe von "Blog Spezial".

Der Blogbereich in Zahlen

Im letzten Quartal wurden durch die Blog-

Gemeinde insgesamt 138 Blog-Beiträge veröffentlicht.

19 unterschiedliche Autoren haben

sich im Blog-Bereich verwirklicht, sodass

sich ein Schnitt von ungefähr sieben Beiträgen

pro Autor ergibt.

Alle Beiträge zusammen wurden 9.239 Mal

angeklickt (im Schnitt 67), die Leserschaft

hinterließ gesammelt 1.057 Kommentare (im

Schnitt knapp acht) und 1.545 DANKEs (im

Schnitt über elf).

Platz eins und zwei der fleißigsten Blog-Autoren

liegen sehr dicht beieinander, doch auch

auf den Plätzen drei bis sechs wurden jeweils

mehr als zehn Beiträge veröffentlicht. Unter

sich ausgemacht haben es die Autoren

"Charlys Tante" und "tantron". Beide verfassten

in diesem Quartal 23 Beiträge und wuss-

ten mit ihren Artikeln, ihre Stammleserschaft

sehr gut zu unterhalten. Wohingegen sich

"Charlys Tante" auf Kino- und Heimkino-Reviews

mit vielen Bildern und kernigem Design

spezialisiert hat, konzentriert sich "tantron"

auf reine Blu-ray-Reviews, sowohl von

Blockbustern als auch von Spartenfilmchen.

Knapp auf Platz eins schieben konnte sich

"tantron", der mit seinen Beiträgen insgesamt

1.154 Besucher anlockte sowie 220

Kommentare und 263 DANKE einsammelte.

Nicht weniger imposant sind die reinen Zahlen

rund um die Beiträge von "Charlys Tante":

1.632 Views, 133 Kommentare und 250

DANKE können sich ebenfalls sehen lassen.

Ein Glückwunsch nicht nur an das Führungsduo

dieses Quartals, sondern an die komplette

Autorengemeinde des BluLife-Blogs!

Unterschiedliche Wochentage erfreuen sich

bei den Blog-Autoren unterschiedlicher Beliebtheit.

Im letzten Quartal wurde der starke

Wochenstart am Montag sowie zum Wochenende

hin ein zünftiger Freitag zelebriert,

jeweils um die 25 Beiträge wurden an den jeweiligen

Wochentagen veröffentlicht. Eher

weniger frequentiert wurden die Dienstage

und Samstage, nur um die 15 Beiträge wurden

hier online gestellt.

Blog-Perlen

Wann ist ein Blog-Beitrag eine Blog-Perle?

Diese Einordnung erfolgt nicht von jetzt auf

gleich, sondern eher schleichend. Immer

dann, wenn ein Beitrag besonders den Anklang

der Leserschaft findet, verdient er sich

diesen Ehrentitel. Eine weitere Einschränkung

gibt es nicht, ein Beitrag kann durch eine

starke Kommunikation mit der Leserschaft

zu einer Blog-Perle reifen, aber auch

durch seine optische Aufmachung oder seinen

Inhalt diesen Status erlangen.

Das letzte Quartal hatte wieder einige ganz

besondere Schmuckstücke zu bieten, die im

Folgenden zusammengefasst wiedergegeben

werden sollen.

"Der_D" beleuchtet in einem sehr interessanten

Beitrag die aktuell am Markt tätigen

Streaming-Anbieter und kommt dabei auch

auf den Newcomer Netflix zu sprechen. In eine

ganz andere Richtung geht der Doppelbeitrag

von "tantron": Er wirft einen Blick zurück

auf die Animationsserie "Batman Beyond",

die hierzulande als "Batman of the Future"

im TV zu sehen war (Teil 1, Teil 2).

6 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


In einem kurzen, aber optisch sehr gelungenen

Beitrag würdigt "darthmop1" die TV-Serie

"Space Battleship Yamato 2199" sowie deren

Blu-ray-Release. "Charlys Tante" hingegen

hat sich in den Bastelkeller begeben und

zeigt seiner Leserschaft, wie viel Heimkino

man in drei Stunden errichten kann.

Vier Tage lang, vom 2. bis zum 5. Oktober,

veranstaltete "Dr. Rock" einen Film-Marathon

in seinem Heimkino. Der Bericht hierzu

findet sich im Blogbereich, aufgeteilt in drei

Beiträge. Alleine die äußerst vielfältige Filmauswahl

sollte ein Grund sein, die Beiträge zu

studieren, die lockere und angenehme

Schreibweise ein weiterer (Teil 1, Teil 2, Teil

3).

In der Sparte "Pimp my Heimkino" haben in

diesem Quartal zwei Autoren ihre Arbeiten

vorgestellt. "cpu lord" präsentiert in einem

Beitrag sein Regalsystem und "feivel" berichtet

von der Folierung seines Center-Lautsprechers.

Ganz eindeutig in die Kategorie "Special Interest"

fällt der Bericht von "cpu lord" zur MP

Hartboxen von "Black Shampoo". Ein besonderes

Stück aus seiner Star-Wars-Sammlung

präsentiert "QuantumStorm": den Big Millennium

Falcon von Hasbro.

In kurzer Zeit veröffentlichte "Sawasdee1983"

gleich zwei sehr lesenswerte Vergleiche

in seiner Reihe "Roman vs. Film/Serie".

Interessierte Leser dürfen sich über Beiträge

zu "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

und "Dexter" freuen. Als bekennender

Mediabook-Nerd des Blog-Bereichs überrascht

"cpu lord" mit seinem Blog-Beitrag "Es

muss nicht immer ein Mediabook sein". Die

aktuelle Entwicklung bei dieser speziellen

Sonderverpackung wird im Beitrag kritisch

beleuchtet und hinterfragt – sehr lesenswert

für alle Fans von Mediabooks.

Zum Abschluss des Quartals werden gleich

zwei Unboxing-Beiträge veröffentlicht. Der

Autor "Sebi_Star" stellt die Limited Edition

der Komplettbox zur TV-Serie "Die Sopranos"

vor. Und "Cine-Man" wirft einen Blick auf die

"Limited Collector's Edition" der "Dark

Knight"-Trilogie von Christopher Nolan.

Games – Konsolen

und Spiele im Blogbereich

ben. So präsentiert er uns Vorstellungen zu

den alten PS1-Spielen "You don't know Jack",

"Medal of Honor" sowie einiger Rennspiele.

Springen wird zur Next-Gen-Konsole PS4, auf

der "Der_D" ebenfalls gezockt hat. So beschert

er uns ein Review zum Spiel "Alien Isolation"

und ein Gesamtfazit zu "Destiny".

Comic Movie-Heroes

Beyond

Mit einem besonderen Kick-Off-Beitrag startet

der Initiator "MoeMents" in die vierte

Phase der Blog-Autoren-übergreifenden Serie

"Comic Movie-Heroes Beyond". Unter

dem Titel "One Year Beyond - Schon ein Jahr

BEYOND Reihe" fasst "MoeMents" die bisherigen

Aktivitäten zusammen und animiert zu

weiteren Gastbeiträgen.

Den Anfang macht "Charlys Tante", allerdings

nicht zu einem komplett neuen Thema. Nach

dem ersten "Sin City" liefert Charly auch zu

"Sin City 2" einen reich bebilderten und ausführlich

formulierten Beitrag ab, der zudem

optisch passend zum Film angelegt wurde. In

einem äußerst umfangreichen Doppelbeitrag

mit der laufenden Nummer 30 bespricht

"John Woo" die gesamte Historie der "Teenage

Mutant Ninja Turtles" (Teil 1, Teil 2).

Doch es geht noch mehr… In gleich drei Blog-

Beiträgen stellt "MoeMents" im Thema 31

den Comic sowie die filmische Umsetzung zu

"Snowpiercer" bzw. "Schneekreuzer" vor. Eine

sehr schöne Aufmachung, mit großer

Spoiler-Warnung vor den entscheidenden

Passagen (Teil 1, Teil 2, Teil 3).

Wer hätte das gedacht, auch der Film "2

Guns" basiert auf einer Comic-Vorlage, wie

"Sawasdee1983" im Beitrag Nummer 32 treffend

erläutert. Das Quartal endet für "Comic

Movie-Heroes Beyond" so, wie es begonnen

hat: Mit einer Ergänzung zu einem früheren

Beitrag. Rückblickend auf Veröffentlichung

Nummer 14, "Kick-Ass", stellt "tantron" unter

der Nummer 14b einen Quervergleich

mitsamt Vorstellung von Comics und Film zu

"Kick-Ass 2" online (Teil 1, Teil 2).

VIB -

Very Important Blogger

"Was? Wen wollt ihr heute vorstellen? 'Cine-

Man'? Noch nie gehört... Ach so, das ist der

'hightower'. Sagt's doch gleich, den kenne

ich, der schreibt doch immer die Kino-Re-

Auch im Spiele-Bereich wurden einige sehr

lesenswerte Beiträge veröffentlicht. "Der_D"

war im letzten Quartal nahezu alleine unterwegs

und hat tief in der Retro-Kiste gegraviews?"

Yup, genau der. Für 89 Beiträge war

uns Danilo unter dem Nicknamen "hightower"

(der mit dem Dr-Manhattan-Avatar) bekannt,

bevor er sich im Oktober 2014 entschied,

seinen Nicknamen in "Cine-Man" ändern

zu lassen. Doch bevor wir einen Blick

auf diese Geschichte werfen, geht es erst einmal

zurück zum Anfang.

Angemeldet hat sich der gute Danilo am 26.

Februar 2013, wie er in diesem Beitrag anlässlich

seiner 20-monatigen Mitgliedschaft

und seiner 111. Blu-ray verrät. Ein paar Monate

sollte es dauern, dann, am 25. Juli 2012,

verfasste Danilo seinen ersten Blog-Beitrag.

Bereits hier, bei einem "Abend mit Batman"

wird klar, dass Danilo ein Fan der großen

Leinwand ist, als er seine Erlebnisse rund um

seine Kinobesuche der Nolan-Batman-Trilogie

schildert.

Ein paar Wochen später, am 14. September

2012, startete Danilo seine bis zum heutigen

Tag andauernde Kinoreview-Serie. Nummer

eins war kein geringerer Film als "Prometheus

- Dunkle Zeichen".

Das Besondere an Danilos Kinoreviews ist die

Gesamtheit seiner Berichterstattung. So wird

nicht nur der Film besprochen und in Bezug

auf Story, schauspielerische Leistung, Bild,

3D-Format sowie Ton und Musik bewertet

und eingeordnet. Nein, auch zum Drumherum

verliert Danilo immer ein paar Worte:

Warum er genau diesen Film gesichtet hat,

wie sich der Film zu eventuell vorhandenen

Vorgängerfilmen positioniert, wie das Kino

an sich war, seine Gedanken nach dem Ende

des Films, und ob der Film als Blu-ray angeschafft

werden wird.

Sein fünftes Kinoreview zu "James Bond -

Sykfall" schließt Danilo zum ersten Mal mit

den Worten, die unverkennbar zu seinem

Markenzeichen werden sollten: "bis zum

nächsten Mal, man liest sich, hightower".

Markenzeichen Nummer zwei sind die ergänzenden

Gedanken, die sich immer nach dem

Abschluss eines Beitrags in seinen Kopf

schleichen, um dann als "P.S." (oder "P.P.S."

oder "P.P.P.S.") unbedingt noch seiner Leserschaft

mit auf den Heimweg gegeben werden

zu müssen.

Im Dezember 2012, genauer gesagt am 29.

und 30. des Monats, warf Danilo einen Blick

zurück auf sein persönliches Kinojahr (Teil 1,

Teil 2). Seine besuchten Kinofilme ordnet er

in eine persönliche Top 15, inklusive weiteren

Informationen zu den Filmen.

Am 26. April 2013, nach bereits 21 erfolgten

Kinoreviews, startete Danilo die zweite große

Blulife · 04/2014

7


NEWS

Hinter den Kulissen

Reihe seines BluLife-Blogs. Unter dem Titel

"Es kommt einiges auf uns zu...im Kino!!!"

veröffentlicht er seitdem regelmäßig Vorschauberichte

zu demnächst erscheinenden

Kinofilmen. Dabei fasst Danilo die anstehenden

Filme kurz zusammen und garniert jeden

Eintrag mit mindestens einem Trailer.

Dass diese regelmäßige Rubrik viel Arbeit

kostet, wissen seine Leser sehr zu schätzen

und honorieren diese Beiträge immer mit

vielen Kommentaren und DANKEs.

Im Blog-Beitrag Nummer 50 beschäftigte

sich Danilo mit seinem 34. Kinoreview: Alfonso

Cuaròns "Gravity". Seine Leserschaft

teilte durchweg seine äußerst positive Einschätzung

dieses Kino-Meilensteins.

Auch zum Jahresende 2013 zieht Danilo ein

Fazit und kürt seine "Kino Flops 2013" sowie

seine "Kino Tops 2013". Und im September

2014 war es dann soweit: Danilo berichtet

von seinem 50. Kinobesuch, und es war...

"The Expendables 3".

Doch auch abseits der riesigen Ladung an Kinoreviews

und -Vorschauberichten war Danilo

in seinem Blog nicht untätig. Insgesamt

vier Unboxing-Berichte zu besonderen Editionen

hat er bisher veröffentlicht. Sein Bericht

zur "James Bond 50 Collection" zeigt

das Innenleben der großen Sammelbox. Bericht

Nummer zwei zeigt die Bestandteile der

"Watchmen Collector's Edition (US Import)",

vom Briefumschlag bis zum fertig ausgepackten

Endprodukt. Als Nächstes stellt uns Danilo

den sehr umfangreichen Inhalt der Deluxe-Edition

von "Die Nacht der Dämonen" der

Band "Die Ärzte" vor. Zuletzt wirf Danilo einen

Blick in die "Limited Collector's Edition"

der "The Dark Knight Trilogy", inklusive einer

tollen Fotoserie von den Modellautos bis hin

zu den Artcards.

Dem runden, orangefarbenen Leder wendet

sich Danilo in zwei Beiträgen zu (Teil 1, Teil 2).

Worum geht es? Danilo wirft einen umfangreichen

Blick auf verschiedene Basketball-Filme

- sehr lesenswert.

Auch der Blog-Autoren-übergreifenden Serie

"Comic Movie-Heroes Beyond" schloss sich

Danilo an und veröffentlichte gleich mehrere

Beiträge. Bereits in der ersten Welle beleuchtete

er die Comic-Adaption zu "V for

Vendetta". Mit viel Bravour schreckt Danilo

auch nicht vor den harten Aufgaben zurück,

so sichtet er genug Material für einen Beitrag

sowohl zu "Catwoman" als auch zu "Supergirl".

Mit seinem Beitrag zur alten TV-Serie "Captain

America" bricht Danilo aus dem klassischen

Movie-Heroes-Schema aus, was aber

den Hauptinitiator MoeMents nicht weiter

stört: Spontan wird die Untersparte "Comic

in Serie" aus dem Boden gestampft und der

Captain findet hier sein wohlverdientes Zuhause.

Zuletzt widmete sich Danilo in einigen sehr

interessanten Beiträgen einem weiteren

Hobby: Hörbüchern. Im ersten Beitrag beschreibt

er die Eckdaten seiner kleinen Serie

und lässt den Leser bereits an den ersten

Hörbüchern teilhaben.

Aber... da war doch noch was? Wie war das

jetzt mit dem Nicknamen? Angefangen hat

der gute Danilo unter dem Namen "hightower",

doch durch seine Community-Aktivitäten

(Kommentare, Bewertungen und Blog-

Beiträge) blieb sehr schnell, aufgrund seiner

bedingungslosen Leidenschaft für das Kino,

der Beinamen "CineMan" an ihm haften.

Was als Scherz bei einigen Wenigen begann,

wurde zum alltäglichen Sprachgebrauch. Und

so entschied sich Danilo, den Namen "offiziell"

anzunehmen - aus "hightower" wurde

im Oktober 2014 "Cine-Man".

Und wer noch irgendwelche Zweifel an Cine-

Mans Hingabe für das Kino hegen mag, dem

sei der folgende Blog-Beitrag aufs Wärmste

empfohlen: Der voller Überzeugung verfasste

Essay "Warum ich so gern ins Kino gehe!"

ist ein besonderes Highlight in Cine-Mans

Blog. Nicht nur, dass er hier seine persönlichen

Gründe für einen Kinobesuch auflistet,

der Beitrag ist ein Aufruf, ein Wachrütteln an

alle Filmfans, eine Erinnerung an den Ort, an

dem bei vielen die Begeisterung für Filme geweckt

wurde, eine Liebeserklärung an die

große, die ganz große Leinwand. Für dieses

Plädoyer, lieber Danilo, lieber Cine-Man, einen

herzlichen Dank.

Neuerungen im

Blog-Bereich

Ab dem 6. Oktober halten zwei Neuerungen

Einzug in den Blog-Bereich. So wurde eine

Möglichkeit geschaffen, besondere Beiträge

über Extra-BluCoins in besonderem Maße zu

würdigen. Die zweite Neuerung beschreibt

die Anlage eines speziellen Blog-Beitrags, mit

dem sich der Autor sich und seinen Blog seiner

Leserschaft präsentieren kann. Die beiden

Neuerungen werden in diesem Beitrag

genauer erläutert. Einige Vorstellungsseiten

wurden bereits angelegt, die Autoren "tantron",

"Charlys Tante" und "Quantum Storm"

laden gerne auf ihre Übersichtsseite ein. In

die Übersichtsseite der Blog-Autoren wurden

die Vorstellungsseiten bereits eingebunden.

Ein neuer Bündelbeitrag fasst alle bisherigen

Blog-Serien zusammen, an denen mehrere

Blog-Autoren zusammen tätig sind oder waren.

Hierzu gehört selbstverständlich die Serie

"Comic Movie-Heroes Beyond", aber

ebenso die Gaming-Berichte von "Der_D"

und "neobluray". Auch wurden einige frühere

Blog-Abenteuer in die Auflistung mit aufgenommen

("Hochzeit wider Willen!?" und

"(K)eine Hochzeit und Ihre Folgen").

In diesem Zuge gibt es auch eine neue Serie:

Am 24. November 2014 startete der Blog-Bereich

die "Asien-Wochen" und dauert noch

bis Sonntag, 07. Dezember 2014 an. Alle Autoren

und Leser werden herzlich aufgerufen,

sich an der Aktion zu beteiligen. Über das Ergebnis

von 14 Tagen Blog-Beiträgen rund um

das Thema Asien werden wir im kommenden

Magazin berichten können.

(seb)

8 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


REVIEW - Musik

Veranstaltungskalender

Januar

Münchner Filmwoche

13. – 16. Januar 2015

Mathäser Filmpalast

München

Deutscher Filmball

17. Januar 2015

München

Februar

Berlinale –

Internationale Filmfestspiele

05. – 15. Februar 2015

Berlin

infeCtiON 2015

27. Februar – 01 März 2015

Hilton Düsseldorf Hotel, Düsseldorf

März

Dort.Con

März 2015

Fritz-Henßler-Haus,

Geschwister-Scholl-Straße 33-37,

Dortmund-Innenstadt.

Back to Gallifrey

6. – 08. März 2015

Köln

Manga-Comic-Convention

12. – 15. März 2015

Leipzig

Cebit

16. – 20. März

Hannover-Messe

Oscar-Partys in Berlin

22. März 2015 zur Oscarverleihung

zahlreiche Live-Übertragungen und

Partys in Berlin

LuxCon

28. – 30. März 2015

Tétange (Luxemburg)

Kulturzentrum 'Schungfabrik'

April

HobbitCon 3

04. – 06. April 2015

Maritim Hotel Bonn,

Godesberger Allee, 53175 Bonn

1.Berliner Konzert der Filmmusik

von Hans Zimmer

11. April 2015

Berlin, Tempodrom

Marburg Con 2015

24. – 26. April 2015

Marburg

Bürgerhaus Niederweimar,

Herborner Straße 36,

35096 Weimar (Lahn)

Mai

High End 2015

14. – 17. Mai 2015

MOC München

Kino 2015

19. – 21. Mai 2015

Baden Baden

Fedcon

21. – 24. Mai 2015

Maritim Hotel Düsseldorf

Elfquest-Convention

22. – 25. Mai 2015

bei Marpingen/Saarland

Juni

Purgatory

06. Juni 2015

Hilton Düsseldorf Hotel, Düsseldorf

Alpha Con 2

19. – 21. Juni 2015

Frankfurt

Blood Relations

27. – 28. Juni 2015

Frankfurt

August

Film-Messe Köln

11. – 13. August 2015

Köln

Gamescom

06. – 09. August 2015

Köln

44. Fest der Fantasie

22. – 30. August 2015

Witzenhausen, Burg Ludwigstein

Trekdinner United

29. August 2015

Heidepark Soltau Heidenhof,

29614 Soltau

September

Filmkunstmesse in Leipzig

September 2015

Leipzig

IFA

04. – 09. September

Messedamm Berlin

Oktober

FilkCONtinental 2015

2. – 04. Oktober 2015

Kultur-Jugendherberge

Wernigerode, Wernigerode/Harz

TimeLash

24. – 25. Oktober 2015

Kassel

RingCon 2015

30. Oktober – 01. November 2015

Bonn, Maritim Hotel

Wir freuen uns über eure Terminempfehlungen,

die wir sehr gern in

unseren Veranstaltungskalender aufnehmen.

magazin@bluray-disc.de

Blulife · 04/2014

Alle Angaben ohne Gewähr.

9


NEWS

Hinter den Kulissen

Das Steelbook zum

Anime-Meilenstein

Seit dem 31. Oktober 2014 steht der Anime-

Meilenstein „Akira“, der als einer der Filme

gilt, die die Anime-Revolution in Deutschland

einläuteten, auf Blu-ray Disc zur Verfügung.

Um dieser Deutschlandpremiere gerecht

zu werden, hat Universum den Anime

in einem Steelbook ausgewertet, das wir Ihnen

hier etwas näher vorstellen möchten.

Wie sieht das Steelbook aus?

Das Cover vom Steelbook unterscheidet sich

kaum von dem Motiv, das in Großbritannien

für das HD Keep Case und das Steelbook genommen

wurde. Kleine Unterschiede gibt es

dann aber doch: Das „Akira“-Logo befindet

sich im ersten Drittel auf der Front des Steelbooks,

darunter kommt erst das aufgemotzte

Motorrad von Kaneda und dann folgt Kaneda

selbst. Er läuft direkt auf sein Motorrad

zu, sodass man lediglich den Rücken vom

Protagonisten sieht. Das UK-Cover hat eine

etwas andere Reihenfolge; hier rutscht das

„Akira“-Logo bis ganz nach unten. Zudem

bietet die komplette Front - sobald das FSK-

Logo, das sich rückstandsfrei entfernen lässt,

abgeknibbelt wurde, ein Covermotiv ohne

störenden Blu-ray-Balken oder sonstiger Farben,

die das Gesamtbild stören würden. Eine

O-Card oder einen Pappschuber hat das

deutsche Steelbook nicht.

Wenden Sie das Steelbook um 90°, entdecken

Sie auf dem Spine (Rücken) der Sonderedition

einen weiteren „Akira“- Schriftzug

und rechts daneben den Namen des Films

auf Japanisch (auf der Front „verschmilzt“

der japanische Titel in Katakana mit dem Titel

in Silbenschrift). Darüber hinaus befinden

sich auf dem Spine die Logos von Universum

Film und Universum Anime, die schön klein

gehalten sind, damit das Hauptaugenmerk

auf dem „Akira“-Schriftzug liegt.

Auf der Rückseite befinden sich fest aufgedruckt

die technischen Daten der Blu-ray

Disc sowie eine Inhaltsangabe zum Anime.

Darüber hinaus sind hier die Extras aufgelistet,

die die Blu-ray-Veröffentlichung bereichern.

In der oberen Hälfte wurden zudem

ein paar Filmausschnitte untergebracht, die

dazu verleiten, den Film endlich in den Bluray

Player zu schieben. Aus lizenzrechtlichen

Gründen konnte für die Rückseite leider kein

alternatives Motiv, wie bei „Space Pirate

Captain Harlock“, verwendet werden. Auch

beim Frontcover ließ man dem deutschen

Anbieter keine andere Wahl.

Neben einem Front- und Backprint hat Universum

auch die Innenseiten bedrucken las-

sen und bietet

hier in bester Endzeitstimmung

ein

Motiv mit zerstörten

Rohren, das in

Grau gehalten ist.

Eine Prägung hat

das Steelbook

nicht, dennoch

fühlt es sich sehr

hochwertig an. Wenn Sie das Steelbook zudem

ins Licht halten und es leicht hin und her

bewegen, werden Sie merken, dass die Motive

glitzern. Auf der Front haben das rote Motorrad

und Kaneda diesen Effekt; auf der

Rückseite das „Akira“-Logo und die kurze Inhaltsangabe

rechts daneben.

Welche Inhalte bietet

das Steelbook?

Neben der Außenfassade bietet das Steelbook

auch noch ein fantastisches Innenleben.

Sobald Sie die Sonderedition öffnen,

entdecken Sie auf der linken Seite ein 32-seitiges

Booklet mit jeder Menge Hintergrundinfos

zur Entstehung des Animes, bei denen

auch die eingefleischtesten Anime- und Akira-Fans

eventuell sogar noch etwas lernen.

Einige Seiten beschäftigen sich ausnahmslos

mit dem Klang der Blu-ray Disc. Besonders

hervorzuheben ist hier die Rubrik „Geheimnisse

des Klangs“, in der die Technik, mit der

die neue Tonspur realisiert wurde, beschrieben

wird und welche Unterschiede es zwischen

einer DVD und Blu-ray Disc gibt. Allerdings

zielen diese Infos auf die japanische

Synchronisation ab, da diese mit einem Dolby

TrueHD Track aufwartet, während Universum

hierzulande eine deutsche DTS-HD MA-

10 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Bonusmaterial:

· Booklet (32 Seiten)

· Making Of (00:43:12)

· Animation Library (00:32:00)

· Art Works Gallery (00:11:14)

· Original Japanischer Trailer,

Teaser & TV-Spots (00:04:21)

· Deutsche Tonspur in DTS-HD MA 5.1

(Panini-Synchro)

· Deutsche Tonspur in DTS-HD M A 2.0

(Original-Synchro)

· Japanische Tonspur in Dolby TrueHD

5.1 (Infos dazu im Booklet)

(mw)

Tonspur anbietet. Zudem ist die Übersetzung

nicht immer gelungen, allerdings ist das

durchaus verschmerzbar. Das Booklet ist mit

Skizzen, die zusätzlich mit Erläuterungen aufwarten,

reich beschildert und bietet noch ein

Interview mit Katsuhiro Otomo - dem Regisseur

des Films.

Welche Boni gibt es

auf der Blu-ray Disc?

Auf der Blu-ray finden Sie Extras, die eine

Laufzeit von etwa 1,5 Stunden aufweisen. Interessant

ist dabei vor allem das Making Of,

das sich dem neuen 5.1-Mix widmet, aber in

SD (Standard Qualität) vorliegt. Daneben gibt

es eine Animation Library und Art Works Gallery

sowie verrauschte Trailer, Teaser und TV

Spots, die zwar den kompletten Bildschirm

ausfüllen (16:9), aber auch eher Standard

Definition zuzuordnen sind. Sie spiegeln

nicht die Bildqualität vom Film wider. Die

Tonspuren dürfen wir an dieser Stelle natürlich

auch nicht vergessen, da sich auf der Bluray

Disc nicht nur die Original-Kinosynchro in

Stereo (2.0) befindet, sondern auch die Panini-Synchro

von 2005, in der andere Sprecher

zu hören sind. Präsentiert wird diese in DTS-

HD MA 5.1. Fans von „Akira“ werden die DTS-

HD Stereo-Tonspur bevorzugen, verbindet

man damit doch schöne Erinnerungen.

Fazit

„Technisch gibt es an der Blu-ray Premiere

von Akira nicht viel auszusetzen. Das Bild

erfüllt durchweg gehobene Ansprüche,

während sich der Ton hauptsächlich auf

die vorderen Kanäle beschränkt. Dafür ist

er frei von altersbedingten Störgeräuschen.

Die Extras sind recht interessant,

beschränken sich aber auf ausgewählte

Schwerpunkte der Produktion. Neben

Bubblegum Crisis und Ghost in the Shell

ist Akira einer der wegweisenden Meilensteine

im Anime-Bereich – einmal abgesehen

von den zahlreichen

Meisterwerken aus dem Hause Ghibli versteht

sich. Akira etablierte die japanische

Animationskunst endgültig auch in der

westlichen Hemisphäre und befreite das

Genre von einigen hartnäckigen Vorurteilen.

Denn im Gegensatz zur landläufigen

Meinung ist der Film absolut kein „Kinderkram“.

Ganz im Gegenteil, Kinder sollten

sich den Film gar nicht erst

anschauen. Zu brutal und komplex ist die

Handlung für den durchschnittlichen 10-

jährigen. Jeder erwachsene Zuschauer

sollte Akira zumindest einmal im Leben

gesehen haben, auch wenn es nur darum

geht, mitreden zu können. Denn Akira ist

inhaltlich sicherlich keine leichte Kost. Japaner

erzählen ihre Geschichten eben

einfach etwas anders, als Hollywood das

tut. Audio-visuell gehört Otomos Werk sicherlich

mit zum Besten, was jemals ein

japanisches Animationsstudio verlassen

hat.“

(ml)

Bilder: Based on the graphic novel “Akira” by Katsuhiro Otomo. First publilshed by “Young Magazine”, Kodansha Ltd. by “Young Magazine”, Kodansha Ltd. © 1988 MASH-ROOM/AKIRA

COMMITTEE. All Rights Reserved.

Blulife · 04/2014

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SPEZIAL

Film

Herausragende

TV-Serien

Mord mit Aussicht

Als „Mord mit

Aussicht“ im Januar

2008 erstmals

im Ersten

über die Mattscheiben

flimmerte,

interessierte

sich noch

kaum jemand für

die Ausnahmeserie

von Autorin

Marie Reiners.

Die ersten sechs

Episoden der Mini-Staffel

wurden zwar von den Kritikern gefeiert,

an Zuschauern fehlte es allerdings

dennoch. Nichtsdestotrotz produzierte die

ARD weitere sieben Folgen und legte den

Sendeplatz auf Dienstagabend, wo sie dann

auch endlich den Zuspruch des Publikums

fand. Trotz Fußball-WM schalteten im

Schnitt über fünf Millionen Zuschauer ein,

und selbst bei den jüngeren Zuschauern erreichte

die Serie einen Marktanteil von bis

zu 11,8 Prozent. Werfen wir nun einen Blick

auf diese Serie, die sehr viel mehr zu bieten

hat als das, was man bei den Öffentlich-

Rechtlichen erwarten würde.

Worum geht’s:

Eigentlich wollte die ehrgeizige Kriminalkommissarin

Sophie Haas (C. Peters) das Morddezernat

ihrer Heimatstadt Köln leiten, aber

stattdessen wird sie in das Eifeldorf Hengasch,

Kreis Liebernich, versetzt. Für die

Städterin bricht eine Welt zusammen. In

Hengasch angekommen erkennt sie schnell,

dass die Uhren hier völlig anders ticken.

Nicht nur, dass ihre beiden Kollegen Dietmar

Schäffer (B. Mädel) und Bärbel Schmied (M.

Droste) lediglich mit kleineren Bagatelldelikten

beschäftigt sind, sie stehen auch noch

nach wie vor unter der Fuchtel ihres früheren

Dienststellenleiters Hans Zielonka (M. Hanemann).

Dieser ist zwar in Rente, schaut aber

dennoch immer wieder mal nach dem Rechten.

Genau wie Dietmars herrische Ehefrau

Heike (P. Kleinert), die nicht nur permanent

auf der Polizeiwache herumlungert, sondern

ihre Nase generell in Dinge steckt, die sie

nichts angehen. Teils aus Langeweile, teils

aus Neugier stößt die neue Chefin auf einen

Kriminalfall, der bereits Jahre zurückliegt und

damals zu den Akten gelegt wurde. Sie rollt

den Fall neu auf und kommt einem Verbrechen

auf die Spur. Von nun an gibt es kein

Halten mehr für die Kölnerin. Plötzlich herrschen

Mord und Totschlag, Erpressung und

Betrug in dem beschaulichen Kuhdorf. Aber

das ändert nichts an der allgemeinen Arbeitsmoral

ihrer beiden Untergebenen, die sich

bereits beim ersten Telefonklingeln über die

allgemeine Hektik beschweren.

Doch nicht nur beruflich ist die Zwangsumsiedelung

in die Eifel ein Problem für Sophie,

auch privat nagt die Versetzung an der Großstadtmaus.

Schließlich gibt es in der Eifel so

gut wie keine brauchbaren Männer, mit Ausnahme

eines Kollegen aus dem Nachbarort,

der sich allerdings als Sohn des früheren

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www.bluray-disc.de Blulife · 04/2014


Quellen:

Wikipedia

IMDB

Bluray-disc.de

Dienststellenleiters herausstellt, den dessen

Vater eigentlich auf Sophies Posten sehen

möchte. Zwar wäre da noch der nette Tierarzt

Jochen (A. Klawitter), aber auch dieser

scheint nicht alle Tiere im Stall zu haben.

Allein ist Sophie dennoch nicht, denn zu ihrem

Leidwesen hat sich auch ihr Vater Hannes

(H. P. Hallwachs), ein pensionierter Arzt,

in Hengasch einquartiert und steht ihr mehr

als einmal beratend zur Seite. Als dieser zu

Beginn der zweiten Staffel einen Herzinfarkt

erleidet, zieht auch noch die polnische Haushaltshilfe/Krankenpflegerin

Danuta (K.

Krawczyk) in den Haaschen Haushalt ein und

bringt das Leben mit ihrer Alternativen –

aber gesunden – Lebensart gehörig durcheinander.

Auch das Privatleben der anderen

Protagonisten wird gehörig durcheinandergewirbelt

und in den Fokus gerückt. So zweifelt

Bärbel Schmied zeitweise an ihrer sexuellen

Orientierung, was in einer Gegend wie

der Eifel überhaupt nicht akzeptiert wird,

und bekommt später dennoch ein Kind. Das

eigentliche perfekt-harmonische Eheleben

von ihrem Kollegen Dietmar und dessen

„Muschi“ wird ebenfalls auf eine harte Probe

gestellt, als plötzlich Dietmars Jugendliebe

wieder auftaucht, und er anschließend mit

seiner Chefin Undercover als Ehepaar auf einem

Campingplatz ermitteln muss. Polizeichefin

Haas, die gerne mal ein Gläschen Wein

zu viel trinkt, verliert zeitweise ihren Führerschein

und wird degradiert, wodurch das

Machtgefüge zugunsten des tollpatschigen

Schäffer verschoben wird, der sich sogleich

mit einem Mord im „Rotlichtmillieu“ konfrontiert

sieht – auch das ist seiner Frau natürlich

ein Dorn im Auge, auch wenn er beim

Verhör der leichten Damen „genau so viel Rasierwasser

wie sonst“ aufträgt. Zudem sorgt

Sophies Vorgänger Zielonka für einigen Unfrieden.

So ist er anfangs der Vermieter seiner

Nachfolgerin, will seinen Sohn gerne auf

seinem früheren Posten sehen, und lässt sich

zur Wahl für das Bürgermeisteramt aufstellen.

Es geht also heiß her in der Eifel.

Die Serie strotzt nur so vor genialen Einfällen,

womit sie all jene Lügen straft, die meinten,

die ARD könne nur lahme Rentnerunterhaltung

bieten. Natürlich ist das Grundkonzept

nicht neu. Regionalkrimis gibt es schon lange

und Formate wie „Der Bulle von Tölz“ kombinierten

ländliche Gemütlichkeit und Kriminalgeschichten

schon vor etlichen Jahren.

Dennoch ist „Mord mit Aussicht“ etwas völlig

anderes, denn hier ist es nicht die Gemütlichkeit,

sondern der Kampf dagegen, welcher

letztendlich im Mittelpunkt steht.

Dabei jongliert die Serie mit sämtlichen Klischees

und Vorurteilen gegenüber der Landbevölkerung,

ohne dabei ausfallend oder

plump zu wirken. Wenn hier Cousin und Ehemann

die gleiche Person sind, dann ist das

ganz selbstverständlich und wird eher beiläufig

erwähnt. Dass „die Neue“ erst mal von allen

gemieden wird, wobei recht schnell jeder

alles über den Neuzugang weiß – teilweise

mehr als diese selbst – dann lädt das zum

Schmunzeln ein, denn genau so läuft das auf

dem Land.

Der Humor der Ausnahmeserie hebt diese

deutlich aus dem Einheitsbrei der Vorabendserien

heraus. Der Polizeiarzt ist eigentlich

Gynäkologe und tut jeden Tod mit „Wahrscheinlich

Herzinfarkt“ ab, jeder Mord wurde

„von jemandem von außerhalb“ begangen

weil „von hier macht so was keiner“ und permanent

schlufft eine alte Frau mit Gehhilfe

durchs Bild und sammelt die Kippen der kettenrauchenden

Kommissarin auf. Running

Gags am laufenden Band, flotte und treffsichere

Dialoge, kombiniert mit wahrlich packenden

und gut durchstrukturierten Kriminalfällen:

Genau so muss perfekte Abendunterhaltung

aussehen, dann kommen auch die

jungen Zuschauer wieder zum öffentlichrechtlichen

Fernsehen zurück.

Darstellerisch ist die Serie ebenfalls allererste

Güte. Die Chefin wider Willen wird von Caroline

Peters gespielt. Peters ist sowohl auf der

Theaterbühne als auch im deutschen Fernsehen

keine Unbekannte. Für ihre diversen Arbeiten

wurde die Darstellerin schon mehrfach

ausgezeichnet, darunter der Adolf-Grimme-Preis

für ihre Rolle in Arnies Welt. Für ihre

Rolle als Kommissarin in „Mord mit Aussicht“

gab es den Jupiter-Publikumspreis der

Cinema, eine Nominierung für den Bambi

und den Bayrischen Fernsehpreis 2011, welchen

sie dann zwei Jahre später dank der Episode

„Die Venus von Hengasch“ auch verliehen

bekam.

Ihre Kollegen Bärbel Schmied und Dietmar

Schäffer werden von Meike Droste und Bjarne

Mädel gespielt. Während Meike Droste

überwiegend auf der Theaterbühne große Erfolge

für sich verbuchen konnte, ist Bjarne

Mädel inzwischen ein kleiner Superstar im

Comedybereich. Den meisten wird der treudoofe

Gutmensch mit der Pisspottfrisur wohl

als Bürotrottel Berthold „Ernie“ Heisterkamp

aus der Pro 7-Erfolgsserie „Stromberg“ bekannt

sein, aber der gebürtige Hamburger

hat weitaus mehr auf dem Kasten. Für den

NDR spielt er seit 2011 den „Tatortreiniger“

Heiko „Schotty“ Schotte, welche ihm zweimal

in Folge den Grimme-Preis einbrachte.

2012 erhielt er noch den Deutschen Comedypreis

als bester Schauspieler und darüber hinaus

gab es noch zahlreiche Nominierungen

für den Deutschen und den Bayrischen Fernsehpreis.

Auf Blu-ray sind sowohl die komplette erste

als auch die komplette zweite Staffel mit jeweils

13 Episoden auf jeweils zwei Discs erhältlich.

Die zweite Staffel wurde, wie zuvor

bei den ersten beiden Staffeln auf DVD, in jeweils

zwei Staffeln gespalten. Die ersten 6

Episoden sind seit Oktober erhältlich, und

die restlichen Episoden 7-13 stehen seit dem

01. Dezember ganz frisch in den Regalen der

Händler.

(ms)

Bildrechte: Staffel3 1-6: ARD/Jens van Zoest; Staffel3 7-23: ARD/Michael Böhme

Blulife · 04/2014 13


SPEZIAL

Film

Perlen der

Filmgeschichte

Tatsächlich…Liebe

Herzlich willkommen

zu einer

neuen Ausgabe

unserer „Perlen

der Filmgeschichte“!

Na, sind Sie

schon in Weihnachtsstimmung?

Nein? Ja wieso

denn nicht? Ach

so, na klar, der

Stress, Geschenke

kaufen, die ganzen Vorbereitungen und

so. Na vielleicht haben wir da etwas für Sie,

was Sie vielleicht doch noch in die richtige

Gemütsverfassung versetzt. Denn was liegt

näher, als sich in unserer Weihnachtsausgabe

des Blulife Magazins einmal den „weihnachtlichen“

Perlen der Filmgeschichte zu

widmen. Wie wäre es zum Beispiel mit „Tatsächlich…Liebe“,

einem modernen Klassiker

des Weihnachtsfilms?

Tatsächlich…Liebe

Wer keinen Kalender zu Hause hat, merkt

spätestens Anfang September beim Gang in

den Supermarkt, dass das Fest der Liebe wieder

einmal vor der Tür steht. Auch wenn der

Schokoweihnachtsmann bei teilweise noch

30 Grad im Schatten keine fünf Minuten im

Freien überlebt. Egal, scheinbar muss unser

Verlangen nach weihnachtlichen Leckereien

bereits im Spätsommer gestillt werden. Ganz

ähnlich verhält es sich auch in den Kinosälen

der westlichen Welt. Spätestens Anfang Dezember

starten die unvermeidlichen und

meist furchtbar überflüssigen Weihnachtsfilme

in den hiesigen Lichtspielhäusern. Denn

nicht nur der Leib, sondern auch die Seele,

respektive das Herz, wollen in vorweihnachtlicher

Vorfreude schwelgen. Meist hinterlassen

die saisonspezifischen Werke über den

24. Dezember hinaus allerdings nur selten einen

bleibenden Eindruck. Doch wie immer

gibt es auch hier rühmliche Ausnahmen, die

vielleicht sogar einen zweiten oder sogar

dritten Blick wert sind. Die britische Komödie

„Tatsächlich…Liebe“ aus dem Jahr 2003 ist so

ein Sonderfall.

Story

Nur noch wenige Wochen sind es bis zum

Fest der Liebe. Auch in der englischen Hauptstadt

bereiten sich die Menschen langsam

aber sicher auf das Unvermeidliche vor. Doch

vorher gilt es noch, einige zwischenmenschliche

Verwerfungen in die richtigen Bahnen zu

lenken. Da ist etwa der abgehalfterte Rockstar

(B. Nighy), der nach langer Durststrecke

mal wieder einen Hit landen möchte – ausgerechnet

mit einem kitschigen Weihnachtssong.

Sein langjähriger Manager (G. Fisher)

steht ihm dabei wie immer treu zur Seite. Da

ist das langjährige Ehepaar (E. Thompson

und A. Rickman), dem eine außereheliche Affäre

das Weihnachtsfest zu verhageln droht.

Da ist der trauernde Witwer (L. Neeson), der

sich um den quälenden Liebeskummer seines

11-jährigen Stiefsohns kümmert. Da ist

der beste Freund (A. Lincoln, damals noch

ohne Colt Python) eines frisch verheirateten

Ehepaars (K. Knightley und C. Ejiofor), der unglücklich

in die Braut verliebt ist. Da ist der

Schriftsteller (C. Firth), der seine Freundin

ausgerechnet mit seinem Bruder im Bett erwischt

und sich daraufhin in ein einsames

Landhaus zurückzieht, wo er die Gesellschaft

seiner portugiesischen Haushaltshilfe (L. Moniz)

immer mehr zu schätzen lernt. Und da ist

sogar der frisch gewählte britische Premierminister

(H. Grant), der sich in Downing

Street No. 10 in eine Bedienstete (M. McCutcheon)

verguckt. Und das sind noch längst

nicht alle Menschen, die zu Weihnachten ihr

Deckelchen suchen.

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www.bluray-disc.de Blulife · 04/2014


Produktion

und Inszenierung

Regisseur und Drehbuchautor Richard Curtis

erzählt mit „Tatsächlich…Liebe“ einen Episodenfilm,

der in der kalten Jahreszeit das Herz

kaum besser wärmen könnte. Jede der kleinen

Geschichten hätte locker Stoff für einen

eigenständigen Film geboten, doch so ist ein

filmisches Mosaik entstanden, welches kaum

meisterlicher ineinander verwoben werden

konnte. Denn viele der Episoden haben kleine

gemeinsame Berührungspunkte, so dass

aus vielen Einzelteilen letztlich doch ein homogener,

in sich geschlossener Film entsteht.

Doch schon die herausragende Besetzung

wäre alleine bereits das Geld wert. Kaum eine

Rolle, die nicht mit einem bekannten Gesicht

besetzt wäre. Sogar unseren deutschen

Export Heike Makatsch als gar „teuflische

Versuchung“ und den ewigen Mr. Bean Rowan

Atkinson (hier allerdings ohne Teddybär),

gibt es in kleinen Rollen zu bestaunen.

Ein Film, der sich auf eine derartig hochklassige

Besetzung stützen kann, muss einfach

gut sein. Und in diesem Fall stimmt das sogar.

„Tatsächlich…Liebe“ ist romantisch, aber nie

kitschig, witzig, aber nie platt, wahrhaftig,

aber nie rührselig und intelligent, aber nie

verkopft. Und es dreht sich immer alles nur

um die Liebe, das schönste, quälendste und

inspirierendste Gefühl, das der Mensch

kennt. Kurzum, „Tatsächlich…Liebe“ ist tatsächlich

einer der besten Weihnachtsfilme

der letzten Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte

und sollte, ähnlich wie „Dinner for one“ zu

Silvester, eigentlich jährlich angeschaut werden.

Rezeptionsgeschichte

Nicht alle Kritiker sahen den Film von Anfang

an so positiv. Das Lexikon des internationalen

Films schrieb beispielsweise in einer eklatanten

Verkennung der Realität: „Einige grob

entwickelte Nebenhandlungsstränge umranken

das episodisch entwickelte melodramatische

Geschehen, können aber über die zynische

Grundhaltung des Films, der vorbehaltlos

auf den vorweihnachtlichen Starttermin

ausgerichtet ist, nicht hinwegtäuschen.“ Kritiker-Guru

Roger Ebert bewertete den Film

schon wohlwollender, hätte allerdings auch

mit weniger Episoden leben können: „I once

had ballpoints printed up with the message,

No good movie is too long. No bad movie is

short enough. "Love Actually" is too long. But

don't let that stop you.“ Die Cinema schwelgt

letztlich in berechtigter Euphorie: „Mit beeindruckender

Sicherheit gelingt es Curtis,

die ganze Bandbreite dieses wunderbaren

und manchmal auch schrecklichen Gefühls

Liebe auf die Länge eines Films zu verdichten,

der das Zeug zum Weihnachtsklassiker

hat. Merry Christmas!“ Darüber hinaus wurden

Emma Thompson und Bill Nighy für den

britischen BAFTA-Award nominiert, während

der Film selbst und Richard Curtis in seiner

Eigenschaft als Drehbuchautor für einen Golden

Globe nominiert wurden. Gewonnen hat

allerdings letztlich nur Martine McCucheon

den MTV-Movie Award als beste Newcomerin.

Warum ist

„Tatsächlich…Liebe“

eine Perle der

Filmgeschichte?

„Tatsächlich…Liebe“ ist deshalb so sehenswert,

weil man sich den Film jedes Jahr wieder

ansehen kann und man trotzdem noch

neue Details entdeckt. Das liegt vor allem an

der unglaublich unterhaltsamen und überhaupt

nicht rührseligen oder sentimentalen

Geschichte, bei der zu keiner Zeit Langeweile

aufkommt. Weshalb sich der Film auch perfekt

für einen gemütlichen Abend zu zweit

eignet, bei dem sich auch die Herren der

Schöpfung nicht langweilen werden. Ja, tatsächlich...

(ml)

Blulife · 04/2014 15


SPEZIAL

Film

Walt Disney

Teil 4

Special

Bereits in den vorigen Magazinen haben wir

Ihnen einen umfangreichen Überblick über

die Schaffenswerke sowie eine ausführliche

Historie der Walt Disney Studios geboten.

Mit diesem vierten Teil wird diese Reihe nun

abgeschlossen. Dabei wird erneut deutlich,

dass die Arbeitsstätte der wohl einflussreichsten

Animationsfilmschmiede der Welt

durch etliche Höhen und Tiefen gehen

musste und auch im neuen Jahrtausend davor

nicht verschont geblieben ist.

Mit „Himmel und Huhn“ (2005) folgte der

erste komplett animierte abendfüllende Animationsfilm

aus den Walt Disney Studios. Damit

erhofft man sich zu den Konkurrenten

der Dreamworks und Pixar Studios aufschließen

zu können. Und tatsächlich war der Film

mit einem Einspielergebnis von fast 315 Millionen

US-Dollar wesentlich erfolgreicher, als

die letzten Werke. Die neue Marschrichtung

hat sich also rentiert. Lustig bei diesem Film

für Nichtkenner: Etliche Szenen beziehen

sich dabei auf Filmklassiker wie „E. T. – Der

Außerirdische“, „Der König der Löwen“, „Independence

Day“, „Akte X – Der Film“, „Signs

– Zeichen“ oder „Krieg der Welten“. Eventuell

doch sehenswerter, wie manch einer vielleicht

vermuten mag.

Auch 2005 sollte die Serie der Cheapquels

mit „Tarzan 2“, „Lilo & Stitch 2 – Stitch völlig

abgedreht“, „Winnie Puuhs Gruselspaß mit

Heffalump“ (lief sogar nicht einmal so

schlecht in den Kinos) und „Ein Königreich für

ein Lama 2 – Kronks großes Abenteuer“ (nebenbei

erwähnt wurde dazu auch eine recht

überflüssige Serie produziert) nicht abreißen.

Nachdem 2003 der Disney Film „Bärenbrüder“

erfolgreich in den Kinos lief und circa

250 Millionen US-Dollar einspielte, war klar,

dass bald eine Fortsetzung folgen würde. So

wurde knapp drei Jahre später mit „Bärenbrüder

2“ (2006) ein Sequel direkt auf Video

veröffentlicht, das

sogar recht gut bei

den Fans aufgenommen

wurde.

Wie bei jeder Fortsetzung

aus dem

Hause Disney (siehe

auch bei „Aladdin“

oder „Der König

der Löwen“) ist

zwar die Story

mehr oder weniger

herausragend, aber bei Weitem nicht so

ausgefeilt wie noch beim Vorgänger. Das fällt

ebenso bei „Bärenbrüder 2“ auf. War die Vorlage

noch relativ vielschichtig und sogar

leicht tiefgründig, ist die Handlung bei diesem

Film wesentlich einfacher gestrickt.

Es ist erfreulich zu sehen, dass das Produktionsteam

sich trotz des geringeren Budgets

dennoch eine Menge Mühe bei der Ausarbeitung

der Charaktere und der Zeichnungen

gegeben hat. Wie schon bei „Bärenbrüder“

stehen in dieser Geschichte der Zusammenhalt

und die tiefe Freundschaft im Mittelpunkt.

Diese wird für Kinder deutlich und gut

verständlich illustriert und sogar um eine

weitere Komponente – die Liebe – ergänzt.

Mit „Bambi 2“ wagte man – klar, bei einer

derartig beliebten Vorlage – erneut den

Schritt in die Kinos, floppte aber bei einem

Umsatz von knapp 35 Millionen US-Dollar.

„Leroy & Stitch“ konnte gleichwohl bestenfalls

nur Fans zufriedenstellen.

16 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


„Triff die Robinsons“

(2007) sollte

ein weiterer Flop

in der Filmografie

der Walt Disney

Studios werden.

Erneut als Animationsfilm

konzipiert,

basiert die Handlung auf dem Kinderbuch

„Zu Gast bei Willi Robinson“ von William

Joyce. Trotz vieler guter Gags und durchaus

sympathischer, aber doch austauschbarer Figuren,

schafft es Regisseur Stephen J. Anderson

nicht, mit der wirren und überladenen

Geschichte nachhaltig Akzente zu setzen,

auch wenn kurzweilige Unterhaltung geboten

wurde. Kein Wunder also, dass unterm

Strich nur ein weltweites Einspielergebnis

von nicht einmal 170 Millionen US-Dollar erzielt

werden konnte. In Deutschland wurden

dabei nur knapp 250.000 Zuschauer gezählt.

Das Jahr 2007 sollte aber eine Kehrtwende in

Bezug auf die Cheapquels bedeuten. „Cap

und Capper 2“ und „Cinderella – Wahre Liebe

siegt“ wurden noch regulär Direct-to-Video

auf DVD veröffentlicht. „Disney Princess Enchanted

Tales: Follow Your Dreams“ kam hingegen

gar nicht erst auf den deutschen

Markt. Doch nachdem im Juni John Lasseter

die Führung über das Studio übernahm, wurden

weitere Produktionen eingestellt. Er, der

ein großer Feind dieser Cheapquels war, ließ

dabei sogar die Arbeit an Fortsetzungen zu

„Aristocats 2“, „Dumbo 2“, „Himmel und

Huhn 2“ und „Triff die Robinsons 2“ sofort

einstellen. Lediglich „Arielle, die Meerjung-

frau – Wie alles begann“ (2008) wurde noch

auf den Markt gebracht, da der Film so gut

wie fertiggestellt war.

Mit „Bolt – Ein Hund für alle Fälle“ (2008)

ging es finanziell wieder bergauf (weltweites

Kinoeinspielergebnis: 309.979.994 US-Dollar),

hing aber

noch am alten

Konzept fest, eine

abenteuerlustige

Geschichte zu bieten.

Das soll aber

keineswegs ein

Manko darstellen,

denn der rasante

und witzige Animationsfilm

bietet

eine Menge Kurzweile

und unzählige tierische Gags. Den 48.

abendfüllenden Walt Disney Meisterwerke

Film fand der Deutsche Tierschutzbund aller-

dings offensichtlich nicht so lustig, da diese

eine Pressemitteilung mit dem Titel „Disney-

Film zeigt gefährliches Hamster-Spielzeug“

veröffentlichten, um darauf hinweisen, dass

der Hamsterball, in dem sich Hamster „Dino“

befindet, kein tiergerechtes Spielzeug und

tierschutzwidrig sei. Dem schlossen sich

letztendlich etliche weitere Verbände und

Tierhalter an. Negative Werbung ist immer

noch Werbung.

Nach dem Ende der Cheapquels legte Firmenchef

Lasseter viel Wert darauf, dass lediglich

Spin-Offs und eigenständige Filme

bzw. Filmreihen wie beispielsweise die „Tinker

Bell“ Reihe mit Filmen wie „TinkerBell“

(2008), „TinkerBell: Die Suche nach dem verlorenen

Schatz“ (2009), „TinkerBell: Ein Sommer

voller Abenteuer“ (2010) „Disney Fairies

– Die großen Feenspiele“ (2011 / nur als Bonusmaterial

erhältlich), Tinker „Bell - Das Geheimnis

der Feenflügel“ (2012) oder auch

später „TinkerBell und die Piratenfee“ (2014)

sowie „TinkerBell - Legend of the NeverBeast“

(2015) produziert werden sollten. Das

mit großem Erfolg, denn nahezu jährlich erscheint

ein neues Abenteuer mit der kleinen

Fee, die sich Anfang der 50er als trickreiche

Freundin von Peter Pan etablierte und nun

selbst im Rampenlicht steht.

Anfang 2007 wurde der Entschluss gefasst,

wieder zur traditionellen 2D-Animation zurückzukehren.

„Küss den Frosch“ (2009) sollte

daher die Rückkehr der handgezeichneten

Filme für die Walt Disney-Studios darstellen.

Daher trommelte man zahlreiche bekannte

Animatoren aus der Renaissance Zeit wieder

zusammen, um den Neustart nicht in den

Sand zu setzen. Mit der Regie wurden John

Musker und Ron Clements betraut, für die

Animationen waren u. a. Andreas Deja, Mark

Henn, Eric Goldberg, Nik Ranieri, Michael

Surrey, Ruben A. Aquino und Anthony de Ro-

Blulife · 04/2014

17


Das 80er Jahre Spiel „Randale Ralf“ (entweder

in der Arcade oder Datasette / C64 Version)

dürften sicherlich noch manche kennen.

Grund genug für die Walt Disney Studios zugleich

einen abendfüllenden Spielfilm unter

dem Titel „Ralph reichts“ (2012) zu veröffentlichen.

Der Protagonist ist in diesem Fall aber

nicht der Bösewicht, sondern will seine Vergangenheit

hinter sich lassen, um endlich

Freunde zu finden.

Originellerweise

haben die Macher

um Regisseur Rich

Moore („The Simpsons“)

es sich nicht

nehmen lassen,

mit Bowser aus

den „Mario“-Spiesa

verantwortlich, also alles Zeichner, die bereits

bei „Arielle die Meerjungfrau“, „Aladdin“,

„Die Schöne und das Biest“ oder „Der

König der Löwen“ zusammenarbeiteten. Die

Handlung basiert dabei lose auf dem E. D. Bakers

Kinderbuch „Esmeralda, Froschprinzessin“,

welches andererseits von dem Märchen

„Der Froschkönig“ beeinflusst wurde. Beim

Anschauen des Filmes wird sofort deutlich,

dass der Charme der großen Erfolge durch

die märchenhafte Atmosphäre wieder eingefangen

werden konnte. Den Fans wurde klar:

Die Disney Studios sind zu ihrer alten Stärke

zurückgekehrt. Die modernen Abenteuer

sind vorbei, nun darf wieder geträumt werden.

Leider dennoch nur mit mäßiger Anerkennung,

denn nur knapp 272 Millionen US-

Dollar Umsatz aus den Lichtspielhäusern

konnte erzielt werden, was dennoch einen finanziellen

Erfolg darstellt.

Das Jubiläum des insgesamt 50. Walt Disney

Meisterwerkes sollte den Titel „Rapunzel –

Neu verföhnt“ (Originaltitel „Tangled“) tragen,

für das sich Nathan Greno und Byron

Howard verantwortlich

zeigen sollten.

Der 3D-Film bietet dabei

alles, wodurch

sich ein klassischer

Disney Film auszeichnet.

Eine hübsche und

sympathische Prinzessin,

der strahlende

Held, eine böse Hexe,

lustige Sidekicks sowie

eine abenteuerliche

und humorvolle

Handlung. Als Basis dazu diente das bekannte

Märchen „Rapunzel“ der Gebrüder

Grimm. Mit circa 260 Millionen US-Dollar

Produktionskosten gilt dieser Film darüber

hinaus als einer der teuersten Filme aller Zeiten.

Das hat sich aber gelohnt, denn fast 592

Millionen US-Dollar konnten weltweit an den

Kinokassen erzielt werden, was „Rapunzel –

Neu verföhnt“ zum erfolgreichsten Disney

Film der letzten 25 Jahre werden ließ. Den

Regieposten stemmten die erfahrenen Glen

Keane (jahrzehntelang als Zeichner mit dabei

und an etlichen Klassikern beteiligt), Nathan

Greno (seit „Mulan“ in etlichen Filmen involviert)

sowie Byron Howard (früher Zeichner

bei Filmen wie „Bärenbrüder“ sowie Regisseur

bei „Bolt: Ein Hund für alle Fälle“). Der

geistige Vater des Ganzen war aber zweifelsohne

Glen Keane, der speziell ein Seminar

mit dem Titel „The Best of Both Worlds“ führ-

te, um die Vor- und Nachteile von CGI-Animationen

und Handzeichnungen darzustellen

und um mit allen Beteiligten die Stärken beider

Genres in „Rapunzel – Neu verföhnt“ zu

vereinen. Die daraus gewonnene hohe Qualität

springt dem Zuschauer dabei nahezu ins

Gesicht. Bravo!

18 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


len, Dr. Eggman aus „Sonic the Hedgehog“,

Bison und Zangief aus Street Fighter, Neff aus

„Altered Beast“, Q*be, Coily, Slick, Sam und

Ugg aus „Q*bert“ oder Pac-Man, einige weitere

Kult Charaktere aus bekannten älteren

Videospielen zu integrieren. Und das mit vollem

Erfolg, denn das 3D Abenteuer spielte

insgesamt weltweit über 471 Millionen US-

Dollar wieder in die Kinokassen.

Mit „Planes“ (2013) sollte ein weiterer Titel

aus den Disney Toon Studios folgen. Dabei

handelt es sich um ein Spin-off zu dem Pixar

Film „Cars“, wobei hier statt Autos Flugzeuge

die Protagonisten darstellen. Lustig: Oliver

Kalkofe hat sogar

eine Rolle als Gastsprecher

erhalten.

Ursprünglich als

Direct-to-DVD Veröffentlichung

angedacht,

gelangte

der Animationsfilm

aufgrund des

großen Erfolges

von „Cars“ dennoch

in die Lichtspielhäuser.

Auch

wenn das Einspielergebnis keineswegs an die

großen Klassiker heranreichte (weltweit insgesamt

ca. 220 Millionen US-Dollar), wurde

bereits für das Folgejahr die Fortsetzung

„Planes 2 – Immer im Einsatz“ in die Kinos

gebracht.

Dass Prinzessinnen in Walt Disney Filmen immer

gut ankommen, dürften bereits

„Schneewittchen und die sieben Zwerge“

oder zuletzt „Rapunzel – Neu verföhnt“ deutlich

gemacht haben. „Die Eiskönigin – Völlig

unverfroren“ (2013) bricht hingegen sämtliche

Studio-internen

Rekorde und

erzielt das bis dato

beste Einspielergebnis.

Wie bei

den Vorgängern

macht es auch hier

die Mischung.

Wieder einmal basiert

die Handlung

lose auf einem

Märchen. In diesem

Fall „Die

Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen.

Jedoch bietet der Film eine disneytypisch

veränderte Version dieser Geschichte

und entfernt sich (zum Glück) von der recht

eigenwilligen und düsteren Erzählung Andersens.

Dabei schaffen es die beiden Regisseure

Chris Buck und Jennifer Lee zugleich, die

typischen Motive zu bedienen, welche die

bisherige Filmografie besonders charakterisierten

und mit einigen Innovationen neue

Wege zu bestreiten. Somit werden sowohl

die alteingesessenen Fans der Frühwerke als

auch die Anhänger der neueren Titel bedient.

Auf der traditionellen Seite steht beispielsweise

die Darstellung der Prinzessinnen, die

deutliche Abgrenzung zwischen Gut und Böse,

die humorvollen Sidekicks, die für etliche

Lacher sorgen sowie die herausragenden

Songs, die selbst Tage nach dem Schauen des

Films noch immer im Ohr bleiben. Nebenbei

bemerkt wird es deutlich, dass man sich im

Hause Disney bewusst dazu entschieden hat,

wieder mehr Wert auf Musik zu legen, was

gerade in den letzten Jahren stellenweise

sträflich ignoriert wurde.

Allerdings werden gerade auf der Ebene der

vielseitigen Charaktere neue Elemente geboten,

welche schnell Sympathien wecken. Es

ist nicht mehr deutlich Schwarz und Weiß,

sondern darüber hinaus gibt es auch Graustufen.

Die Figuren erweisen sich als wesent-

Blulife · 04/2014

19


SPEZIAL

Film

lich vielschichtiger. So gibt es bei der Antagonistin,

der bösen Eiskönigin Elsa – der

Schwester von Anna – einen Grund für ihre

Taten, der bei näherer Betrachtung dramatische

Züge trägt. Darüber hinaus steht diesmal

nicht nur die Liebe zum Traumprinzen im

Mittelpunkt. Die Beziehung zwischen den

beiden Schwestern wird ebenso illustriert.

Die Geschichte um die beiden Prinzessinnen

Anna und Elsa bietet sowohl eine Menge

Herz als auch Humor, so dass Fans der Disney

Werke begeistert sein werden.

Erst 2012 erschien „Tinker Bell - Das Geheimnis

der Feenflügel“, doch bereits zwei Jahre

später folgt mit „Tinkerbell und die Piraten

Fee“ (2014) die nächste Produktion. Selbstverständlich

darf man dabei nicht dasselbe

hohe Niveau einer regulären Walt Disney

Meisterwerke Produktion des Kalibers „Der

König der Löwen“ oder „Die Eiskönigin“ erwarten.

Dennoch beweisen Regisseurin Peggy

Holmes, die bei „Das Geheimnis der Feenflügel“

noch den Regie-Stuhl mit Bobs Gannaway

teilte, dass

auch eine einfache

Handlung gute Unterhaltung

bieten

kann, zumal die

Hauptzielgruppe

ohnehin Kleinkinder

sind. Die wird

auch zu 100% erreicht.

Erneut werden

anhand einer kurzweiligen Geschichte

moralische Werte anschaulich wiedergegeben.

In diesem Fall geht es sowohl um Zusammenhalt

sowie Selbstvertrauen.

Lediglich eine Neuerung gibt es, denn ganz

gewaltfrei kommt „Tinkerbell und die Piraten

Fee“ nicht aus, zumindest im direkten Vergleich

mit den bisherigen Teilen. Wobei Gewalt

selbstverständlich nicht mit Blutvergießen

oder spektakulären Action Sequenzen

gleich gesetzt werden darf, sondern bei diesem

Fall durch die Piraten dargestellt wird,

die zwar auf bestimmte Weise hinterlistig erscheinen,

aber auf eine gewisse Weise im-

mer noch nett und harmlos bleiben. Ein Novum,

dass dennoch für gute Abwechslung

und zusätzliche Kontraste in der Geschichte

sorgt.

Darüber hinaus gibt es aber selbstverständliche

wieder eine Menge herzensreinen Humor.

Vor allem das kleine Babykrokodil wurde

sehr putzig dargestellt und sorgt nicht nur

einmal für einige Lacher. Klar: Das alles mag

für manche Zuschauer vielleicht naiv erscheinen,

bietet aber dennoch unterm Strich einfach

nur herzensgute Unterhaltung, nicht nur

für Jung, sondern auch für Alt.

Doch auch in der Zukunft soll der Stoff nicht

ausgehen, denn bereits jetzt sind schon einige

weitere Projekte mit dem einen oder anderen

renommierten Filmemacher offiziell

bekannt gegeben worden. Die meisten davon

dürften sich dabei über „Frozen Fever“

(2015) freuen, einer Fortsetzung zu „Die Eiskönigin

– Völlig unverfroren“, auch wenn es

sich nur um einen Kurzfilm handelt.

Ebenfalls im nächsten Jahr soll „Baymax - Riesiges

Robowabohu“ erscheinen, das einen

starken japanischen sowie futuristischen

Touch tragen wird. Darin geht es um die beiden

Brüder Hiro und Tadashi, die zusammen

den aufblasbaren Roboter Baymax entwickeln.

Zusammen mit dessen Freunden stellen

sie sich unter dem Namen „Big Hero 6“

einer kriminellen Organisation entgegen, die

planen, deren Heimatstadt zu zerstören. Regie

führen Chris Williams („Bolt – Ein Hund


für alle Fälle“) sowie Don Hall („Winnie Puuh“

[2011]). Als Vorlage diente dabei die Marvel

Comicreihe „Big Hero 6“.

Byron Howard, Regisseur bei „Bolt – Ein

Hund für alle Fälle“ und „Rapunzel – Neu verföhnt“

widmet sich gerade dem Projekt „Zootopia“

(Arbeitstitel / 2016). Dabei handelt es

sich um eine gleichnamige Tierstadt,

in der sich ein Fuchs auf

der Flucht befindet, nachdem

er für ein Verbrechen angeklagt

wurde, das er nicht begangen

hat. Ihm ist dabei der Top-Polizist

der Stadt, ein Kaninchen auf

den Fersen. Doch als beide in

eine Verschwörung reinschliddern,

müssen sie fortan zusammenarbeiten

und entdecken,

dass sie als ehemalige Feinde

doch auch Freunde sein können.

touren an „Moana“. Aktuell ist

als US-Kinostart Ende November

2016 festgelegt worden. Der

Film handelt von der 14-jährigen

Moana Waialiki, die in der alten

südpazifischen Welt Ozeanien

vor 2000 Jahren lebt. Als ihre Familie

Hilfe braucht, bricht sie zu einer Reise

auf, um eine sagenumwobene Insel zu suchen.

Dabei erhält sie auf ihrer Reise Hilfe

von dem legendären Halbgott Maui, da sie

auf dem Meer auf riesige Meeresbewohner

und atemberaubende Unterwelten trifft. In-

Für dasselbe Jahr arbeiten bereits die beiden

legendären Regisseure Ron Clements und

John Musker (u.a. „Arielle, die Meerjungfrau“,

„Aladdin, Hercules“, etc…) auf Hochspiriert

wurde die Geschichte dabei von der

alten Mythologie aus dem Süd-Pazifik.

Die beiden „Bärenbrüder“ Regisseur Aaron

Blaise und Robert Walker arbeiten darüber

hinaus noch an einem unbekannten Film, der

im Jahr 2018 veröffentlicht werden soll.

Und das sind nur einige der Titel, die bereits

bekannt sind. So oder so, wird es wohl die

kommenden Jahre für Walt Disney Fans nicht

langweilig werden und das ist auch gut so.

(sah)

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SPEZIAL

Film

3D

Filme im Überblick

Die Höhen- und Tiefflüge der vergangenen Monate

Mittlerweile geht es auf das Ende des Jahres

2014 zu. Für 3D-Anhänger war es ein abwechslungsreiches

Jahr mit vielen Höhen

und Tiefen: US-Fans etwa mussten sich damit

arrangieren, dass Disney in ihrem Heimatland

seine Eigenproduktionen (Ausnahme:

Marvel) nur noch in 2D unter die Leute

bringt. Das macht für die Amerikaner so

manchen Import aus Europa interessant.

Selbst der nativ in 3D produzierte Kassenschlager

„Die Eiskönigin“ ist trotz anhaltender

Beliebtheit in den USA nur in 2D zu haben.

Für deutsche Fans spielt das freilich

keine so große Rolle. Hierzulande scheint

die Stereoskopie mehr Begeisterung hervorzurufen,

denn wie schon in den Vorjahren

sorgte manch zweifelhafte, eigenmächtige

Konvertierung durch kleinere Vertriebe für

ein böses Erwachen im Heimkino. Insgesamt

ist 3D, egal ob mit Polarisations- oder

Shutter-Technik aber auf einem hohen Niveau

angekommen. Manch gieriges Cash-In

aus den Anfangszeiten, man denke nur an

„Kampf der Titanen“ ist mittlerweile fast

vergessen. Zumal uns nun zum Endspurt des

Jahres noch einige hochkarätige Streifen wie

„Drachenzähmen leicht gemacht 2“, „Trans-

formers: Ära des Untergangs“ oder „Dawn

of the Planet of the Apes“ erwarten. Schade,

dass Comicfans dagegen auf „Guardians

of the Galaxy“ in 3D hierzulande bis 2015

warten müssen. Im europäischen Ausland

erscheint die Space-Komödie größtenteils

noch dieses Jahr.

So oder so erhalten 3D-Fans aber mittlerweile

einen konstanten Schwung neuer Titel und

müssen sich wohl auch nächstes Jahr keine

großen Sorgen machen. Unser Rückblick auf

die Blu-ray 3D der letzten Monate zeigt, dass

noch viel Spaß in der dritten Dimension

steckt.

Der Hobbit: Smaugs Einöde 3D

Extended Version

Wer bereits das 3D Bild der Kinofassung

zu „Der Hobbit: Smaugs

Einöde“ kennt, weiß, was beim

Extended Cut zu erwarten ist, da

sich in Bezug auf die räumlichen

Effekte nichts geändert hat. Wie

schon bei der erweiterten

Schnittfassung zu „Eine unerwartete Reise“

befindet sich die 3D Version auf insgesamt

zwei Blu-ray-Disks. Zwar sind einige Pop-Out-

Effekte vorhanden, doch darauf liegt nicht

das Hauptaugenmerk. Peter Jackson hat –

was die meisten wenig überraschen dürfte –

mehr Wert auf eine ausgezeichnete Tiefenstaffelung

gelegt, was ihm erneut hervorragend

gelungen ist. Das Bild – sowohl 2D als

auch 3D – bietet letzten Endes eine herausragende

Schärfe, eine tolle Räumlichkeit

und Plastizität sowie

natürliche und kräftige Farben,

kommt aber nicht ganz ohne

Makel aus. Beim Ton wird der

Tiefbass Fan hin und wieder etwas

Tiefgang vermissen, was

aber durch eine herausragende


Räumlichkeit, eine perfekte Dynamik, sowie

eine klare Transparenz wieder wettgemacht

wird. Das Bonusmaterial liefert hingegen absolut

keinen Grund zur Beanstandung und

hat zu Recht die Höchstnote verdient. Die 25

Minuten an erweitertem Bildmaterial bereichern

Der Hobbit: Smaugs Einöde deutlich

und lassen trotz drei Stunden Spielzeit aufgrund

gut platzierter Gags, hervorragend inszenierter

Action, sowie spektakulären Effekten

und Kampfszenen zu fast keinem Zeitpunkt

Langeweile aufkommen. Wer schon

die Kinofassung mochte, wird beim Extended

Cut gewiss begeistert sein. In wenigen Wochen

geht die Prequel Trilogie mit Der Hobbit:

Die Schlacht der Fünf Heere zu Ende. Mit

großer Gewissheit wird dazu in einem Jahr

wieder eine erweiterte Fassung folgen. Das

ist aber eine andere Geschichte.

(sah)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Free Birds - Esst uns an einem

anderen Tag 3D

9

9

9

9

10

9

Die stereoskopische

Darstellung

des in nativem 3D

gedrehten Films

fällt, das war zu erwarten,

recht gut

aus. Pop-Out-Fanatiker

allerdings

werden enttäuscht:

diese werden spärlich eingesetzt.

Mehr Wert wurde auf die räumliche Tiefenstaffelung

gelegt. Zudem erfolgt eine deutliche

Abdunkelung durch die Brillen, die den

mäßigen Detailgrad ab den Mittelgründen

weiter senkt. Details in dunklen Einstellungen

bei Close Ups und Nahaufnahmen bleiben

dennoch erhalten. Auf der für das Review

genutzten Technik fiel geringes Ghosting

auf, erstaunlicherweise öfter in aufeinander

folgenden Nahaufnahmen: Szenen

mit gleichen Entfernungen zu den Figuren

sind mal perfekt, dann wieder mit Geisterbildern

versehen. Pop-Outs sind zwar selten,

dann aber, wie der ins Wohnzimmer ragende

Flintenlauf oder auf den Zuschauer zufliegende

Kanonenkugeln, sehr effektiv. Audiovisuell

muss sich die Veröffentlichung von

„Free Birds“ deshalb nur sehr knapp den angesehenen

Vertretern von Pixar geschlagen

geben. Anführen ließe sich beim Bild allenfalls

ein gewisses Nachlassen des Detailgrades

ab den Mittelgründen. Die 3D-Darstellung

ist sehr gut, wobei den Machern die Tiefenstaffelung

wichtiger als Pop-Outs war. Tonal

spielt die Blu-ray weit vorne mit, aber

eben nicht ganz vorne: Hier fehlt es etwas an

Druck im Bassbereich und in der Klarheit der

Signaltrennung. Die Extras sind zwar amüsant,

aber wenig umfangreich und nicht sehr

informativ. Free Birds ist im Gegensatz zu den

meisten Vertretern von Pixar rein zur Unterhaltung

gedacht und erwirkt weniger Emotionen

beim Zuschauer. Aus diesem Blickwinkel

betrachtet wird klar, dass der Putenstreifen

hier genau genommen alles richtig

macht: Die Vögel unterhalten perfekt ohne

jede Länge und sind teils saukomisch, berühren

aber nicht besonders und rühren auch

nicht zu Tränen. Das muss, gerade für die

Kleinen, gar nicht mal was Schlechtes sein.

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

(pl)

7

9

8

8

4

7

Tarzan (2013) 3D

Der neue Animationsfilm

des Klassikers

„Tarzan“ kredenzt einen

schönen 3D-Effekt

mit gut gestaffelten

Ebenen sowie wenige,

aber effektvoll

eingesetzte Pop-Outs.

Schärfe, Farbe und

Kontrast bleiben weitestgehend

wie in der

2D-Vesion erhalten. Allerdings tritt stellenweise

Kantenflimmern auf und auch leichtes

Ghosting sowie Nachzieheffekte trübten auf

unserem Test-Equipment leicht den Genuss.

Von einem stereoskopisch gedrehten Film erwartet

man in der Regel einen wirklich guten

3D-Effekt. Der wird hier insgesamt jedoch

auch geboten. Allerdings reicht es eben nicht

ganz, um mit den großen Filmen der Studios

Dreamworks oder Pixar zu konkurrieren.

Zwar ist die Tiefenwirkung gut gelungen und

die einzelnen Ebenen sind schön gestaffelt

und selbst an den gefragten Pop-Out-Effekten

mangelt es nicht, aber leider zieht das

Bild bei schnellen Bewegungen etwas nach

und auch Ghosting-Effekte sind auf den verwendeten

Testgeräten keine Seltenheit. Unterm

Strich stellt die 3D-Version des Titels

aber einen ganz klaren Mehrwert gegenüber

der 2D-Version dar. Bild und Ton der Scheibe

Blulife · 04/2014 23


SPEZIAL

Film

aus dem Hause Constantin geben nämlich im

Großen und Ganzen nur wenig Anlass zur Kritik.

Das Bild ist, abgesehen von den gewöhnungsbedürftig

glatten Figuren, überwiegend

sehr scharf, natürlich und schon in der

2D Version zum Greifen plastisch. In der 3D

Version macht der Film gleich doppelt so viel

Spaß, auch wenn hier und da kleinere Mängel

zu verzeichnen sind. Der Ton ist hingegen

fast perfekt. Das Bonusmaterial ist leider

sehr werbelastig ausgefallen, erlaubt aber

zumindest einen oberflächlichen Blick hinter

die Kulissen. Der Film selbst ist sicherlich Geschmackssache.

Zu der bekannten Geschichte

um den verloren geglaubten Greystoke-

Sohn, der von Affen aufgezogen wurde und

zum Herr des Dschungels avanciert, gesellt

sich eine überflüssige und deplatzierte Sci-Fi-

Komponente hinzu, die Freunden der klassischen

Abenteuergeschichte mehr als übel

aufstoßen dürfte. Zumindest ist der Film zu

keiner Zeit langweilig und erzählerisch dicht

inszeniert. Wer mit den obskuren Änderungen

zurechtkommt, darf gerne einen Blick riskieren.

(ms)

BLU-RAY REVIEW

von einem gut eingestellten Kontrast mit gutem,

teilweise etwas zu dominantem

Schwarzwert. Leider ist dann die Tiefenwirkung

der 3D-Version nur mäßig gelungen.

Auch die spärlichen Pop-Out-Effekte sind

eher unauffällig. Überraschend ist daran: Der

Film wurde mit 3Ality Technica Atom 3D Rig

Red Epic Kameras in echtem 3D gedreht und

kommt auch dementsprechend als Real 3D-

Blu-ray in den Handel. Dennoch überzeugt

der 3D-Effekt nicht ganz. 2D-Bild und Ton gehen

für einen Film dieses Formats mehr als in

Ordnung, und der 3D-Effekt kann sich einigermaßen

sehen lassen, auch wenn er eben

einige kleinere Mängel aufweist. Bonusmaterial

gibt es keins, was aber nicht sonderlich

stört. Der Film selbst bietet durchschnittliche

Monsterfilm-Unterhaltung und wird Fans des

Genres sicher kurzweilig zufriedenstellen.

(ms)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Return of the Warrior 3D

5

8

6

7

0

5

„Return of the Warrior“ bietet zumindest

teilweise gute 3D Effekte und eine häufig gute

bis vereinzelt sehr gute Tiefenwirkung. Im

Vergleich zum 2D-Bild gibt es kaum Beeinträchtigungen.

Dafür nutzt der Streifen die

dritte Dimension nicht immer und wirkt teilweise

wieder flach mit Anfälligkeit für Ghosting.

Bei der Darstellung des 3D-Bildes passt

die Bezeichnung „bemüht“ wohl deswegen

am besten. Stellenweise ist der Wille der Filmemacher,

mit den westlichen Produktionen

mitziehen zu wollen deutlich, da gerade in

der einen oder anderen Actionszene Objekte

weit aus dem Bild ragen. Wegen der mangelnden

Bildruhe,

dem teilweise

nicht optimalen

Kontrast und dem

durch das Ansichtsverhältnis

von 2,35:1 verkleinertem

Bild, sind

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

5

8

8

9

4

7

The Legendary Dragon 3D

Der letzte seiner Art

„The Legendary Dragon 3D

– Der letzte seiner Art“

bietet in 2D sehr gute

Schärfe mit hoher Detailsichtbarkeit

in fast allen

Bereichen. Auch die Farben

sind sauber und kräftig.

Man wird überzeugt

24 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


diese offensichtlichen beabsichtigten Pop-

Out Effekte nur sehr schwach oder sogar gar

nicht erkennbar. Immerhin macht sich sehr

oft eine gute Tiefenwirkung bemerkbar, wobei

vereinzelt sogar eine mehrstufige Staffelung

erkennbar ist. In technischer Hinsicht

hinkt die Blu-ray zwar dem aktuellen technischen

Standard hinterher, bietet aber immerhin

eine Menge positiver Aspekte. Das 3D-

Bild weiß zwar letzten Endes nur bedingt zu

überzeugen, aber die 2D-Darstellung punktet

dafür mit einer guten Schärfe und natürlichen

Farben, auch wenn der Kontrast ausgewogener

sein könnte. Der Ton bietet hingegen

eine aktive Surroundkulisse. Der Bass

könnte aber noch kräftiger sein. Das Bonusmaterial

ist unterer Standard und liegt leider

nur in SD vor, was aber die inhaltliche Qualität

nicht mindert. Der thailändische Martial-

Arts Star meldet sich auf der Kinoleinwand

eindrucksvoll zurück, inhaltlich bietet diese

Fortsetzung zu „Revenge of the Warrior“

nichts Neues. Allerdings überzeugt Return of

the Warrior dafür mit spektakulären und

atemberaubenden Actionszenen, die erneut

alles bisher Dagewesene toppen und damit

schauspielerische und inhaltliche Defizite ein

wenig wettmachen. Fans dürfen gerne ein

Auge riskieren.

(sah)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Das magische

Haus 3D

6

8

6

8

2

6

„Das magische Haus“

bietet einen grandiosen

3D-Effekt ohne

den geringsten Makel:

Farbe, Schärfe und alle

anderen Attribute

der 2D-Version blei-

ben erhalten. Es herrscht eine wundervolle

Tiefendynamik mit zahlreichen Pop-Out-Effekten.

Selbst bei schnellen Kamerafahrten

bleibt das 3D-Bild angenehm stabil. Das führt

dazu, dass insgesamt keine nennenswerten

Fehler feststellbar sind. Schließlich könnte

der 3D-Effekt kaum besser sein. Trotz teilweise

rasanter Action bleiben Ghosting- und

Nachzieher eher die Ausnahme und es machen

sich auch zu keiner Zeit Kopfschmerzen

breit. Aus technischer Sicht überzeugt „Das

Magische Haus“ auf ganzer Linie. Das Bild liefert

Referenzwerte in allen Belangen und

wird selbst die kritischsten Augen mühelos

zufriedenstellen. Bereits in der 2D Version

sieht der Film fantastisch aus, sein gesamtes

Potential entfaltet sich indessen in der 3D-

Version. Eine so gute Leistung haben wir seit

„Sammys Abenteuer“ nicht mehr gesehen.

Absolut großartig! Auch der Ton ist gelungen

und liefert eine Performance ab, die auf ganzer

Linie zu überzeugen versteht. Da bleibt

kein Auge trocken.

Der Film selbst ist ein rasanter Spaß für Jung

und Alt, wobei die recht übersichtliche Handlung

angesichts der Action oftmals ins Hintertreffen

gerät. Wer damit klarkommt, erlebt

ein abendfüllendes Freizeitparkabenteuer im

eigenen Wohnzimmer voller Gags und toller

Figuren, an denen man sich gar nicht sattsehen

kann. Für Eltern definitiv ein Pflichtkauf,

und auch 3D-Enthusiasten kommen voll auf

ihre Kosten.

(ms)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

10

10

9

4

8

Die Abenteuer von Mr. Peabody &

Sherman 3D

„Die Abenteuer von Mr. Peabody und Sherman“

erhält sich alle positiven Attribute der

2D-Version auch in 3D. Dazu stoßen zahlreiche

Pop-Out-Effekte

sowie gut gestaffelte

Ebenen mit teilweise

enormer Tiefenwirkung.

Als Manko müssen

wir dennoch

leichte Ghosting- und

Nachzieheffekte bei

schnellen Bewegungen

anführen. Vor allem

Pop-Out-Fans

werden jedoch zufrieden

sein. Nicht nur, dass Mr. Peabodys Nase

fast permanent ins Heimkino hineinragt –

auch zahlreiche andere Gegenstände fliegen

dem Zuschauer nahezu im Minutentakt um

die Ohren. Leider zieht das Bild bei schnellen

Bewegungen ein klein wenig nach. Trotzdem:

Wow – was für eine Performance. Glasklare,

Blulife · 04/2014

25


SPEZIAL

Film

Das 3D-Bild zu „Godzilla“ kann nicht ganz mit

der 2D-Vorlage mithalten, bietet aber dennoch

eine zufriedenstellende Qualität. Dabei

werden Farben und Kontraste adäquat wiedergegeben.

Die

Schärfe ist ebenfalls

sehr gut und

zeigt so gut wie

keine Beeinträchtigungen.

Das Problem

liegt tatsächlich

in der Räumlichkeit,

da das Bild

hin und wieder

doch etwas flach

erscheint. Darüber

hinaus ist auch die Tiefenstaffelung längst

nicht so beeindruckend, wie etwa bei den bekannten

Referenztiteln, wobei auch auf Popout

Effekte kein großer Wert gelegt wurde.

Dennoch ist die 3-dimensionale Darstellung

weit entfernt davon schlecht zu sein, zumal

das Ergebnis für einen nachträglich konvergestochen

scharfe Bilder in strahlenden Farben,

dazu eine großartige Soundkulisse, die

keine Wünsche offen lässt. Dazu kommt ein

nettes Bonuspaket mit Infos, Spielen und vielem

mehr. Eine Scheibe, die aus technischer

Sicht in keiner Sammlung fehlen darf. Auch

der Film punktet und bietet nicht nur kindgerechte

Unterhaltung, sondern begeistert

auch mühelos ein erwachsenes Publikum.

Neben der durch und durch packenden Story

gibt es ganz nebenbei auch noch etwas zu

lernen, und selbst die Charakterbildung steht

einem „normalen“ Film in Nichts nach. Somit

sind Die Abenteuer von Mr. Peabody und

Sherman nichts weniger als ein Meisterwerk

des Animationsfilms!

(ms)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Maleficent - Die dunkle Fee 3D

10

10

9

9

6

9

„Maleficent – Die dunkle Fee“ zeigt einen

leichten Detailverlust in dunklen Bildbereichen

bei der 3D-Version. Auch fleucht in einigen

Szenen Ghosting

auf der Test-Hardware

umher. Pop-Outs fehlen

bei dieser Konvertierung.

Das lässt sich

aber verschmerzen,

denn die Tiefenwirkung

überzeugt Disney-typisch absolut. Disney

legt somit insgesamt eine seiner recht typischen

Konvertierungen vor. Das heißt

nichts Schlechtes, wenn man den Stil des Disney-3D

mag. So ragt bei „Maleficent – Die

dunkle Fee“ nichts aus dem Bild heraus und

Pop-Out-Effekte fehlen komplett. Dafür erzeugt

der Film eine beeindruckende Tiefenwirkung

und differenziert speziell bei CGI-lastigen

Szenen einwandfrei zwischen den Ebenen

und einzelnen Objekten im Vor- bzw.

Hintergrund. Leider ergeben sich auch viele

etwas problematische Momente. So ist dieses

Märchen von Haus aus mit vielen düsteren

Aufnahmen ausgestattet, was durch die

Abdunklung der 3D-Fassung leichten Detailverlust

mit sich bringt. Auch leichtes Ghosting

konnten wir feststellen – beispielsweise

bei Maleficents zornigem Aufbrausen nach

Verlust ihrer Flügel. Insgesamt lohnt sich

„Maleficent – Die dunkle Fee“ dennoch in

3D, selbst wenn das schwindelerregend hohe

Niveau der 2D-Fassung nicht komplett gehalten

wird. Disney weiß eben, wie man Filme in

HD referenzwürdig umsetzt und das unterstreicht

„Maleficent – Die dunkle Fee“ mit

perfekter Bildqualität und seinem visuellen

Bombast. In 3D muss man leichte Abstriche

in dunklen Bildbereichen hinnehmen, erfreut

sich aber an der exzellenten Tiefenwirkung.

Die deutsche Tonspur überzeugt geneigte

Märchenfans ebenfalls mit fantastischer

Räumlichkeit. Schade, dass das Bonusmaterial

knapp bemessen ist und viele Themen anreißt,

ohne in die Tiefe zu gehen. „Maleficent

– Die dunkle Fee“ war im Kino ein kommerzieller

Erfolg, obwohl viele Kritiken die dünne

Story bemängelten. Ganz können wir diese

Meinung nicht teilen, da der metaphorische

Unterbau für mehr Inhalt sorgt, als man bei

einem Märchenfilm erwarten sollte. Leider

bleiben alle Charaktere außer Maleficent

blass, so dass Jolie den Film des spürbar unerfahrenen

Regisseurs Robert Stromberg im

Alleingang trägt. Letzterer kann allerdings

seine Erfahrungen aus dem Szenenbild voll

ausspielen, so dass die brillante Optik manche

Schwäche bei der Handlung verzeihlich

erscheinen lässt. Für kleine Kinder ist „Maleficent

– Die dunkle Fee“ zwar zu düster, alle

anderen dürfen sich aber ohne Reue an dieser

interessanten, neuen Perspektive auf

Dornröschen erfreuen.

(anw)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Godzilla (2014) 3D

7

10

8

8

5

8

26 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


tierten Film mehr als annehmbar ausschaut.

Auf der technischen Seite bekommt der potentielle

Käufer bei „Godzilla“ insgesamt unterm

Strich eine mehr als zufriedenstellende

Qualität geboten. Das 2D-Bild ist bis auf wenige

Ausnahmen erstklassig und bietet eine

sehr gute schärfe und satte Farben. Das 3D-

Bild hängt aufgrund der nicht 100%ig überzeugenden

Räumlichkeit leider hinterher,

bietet aber abgesehen davon kaum Beeinträchtigungen.

Der Ton verfehlt nur knapp

die Höchstnote und punktet mit einer aktiven

Surroundkulisse, satten Bässen sowie einer

umfangreichen Dynamik. Das Bonusmaterial

stellt sehr guten Standard dar, hätte

aber gewiss noch umfangreicher ausfallen

können. Fans von „Big G“ dürfen sich freuen,

denn bereits jetzt sind zwei Fortsetzungen

angekündigt worden, von dem die erste allerdings

erst 2018 in die Kinos kommen wird.

Bis dahin können sich Kaijū Anhänger an dieser

Blu-ray erfreuen, da Regisseur Gareth Edwards

einen überzeugenden Beitrag zum

Genre beigesteuert hat.

(sah)

BLU-RAY REVIEW

tät ist identisch mit den bisher veröffentlichten

Versionen des Titels. Die 3D-Version offeriert

zahlreiche Pop-Out-Effekte, sehr gut gestaffelte

Ebenen und eine zufriedenstellende

Tiefenwirkung. Die Figuren wirken durch den

3D-Effekt noch lebensechter. Gerade am

Rand des Bildes machen sich allerdings stellenweise

Geisterbilder bemerkbar. Wie

schon bei dem Film und seiner technischen

Umsetzung selbst

wollte Robert Zemeckis

auch mit

dem 3D-Effekt zeigen,

was damals

alles machbar war.

Während das 2D-

Bild bereits eine

enorme Plastizität

besitzt, ist die 3D-

Version derart

plastisch, dass es

noch mehr so wirkt, als hätte man lebendige

Darsteller vor sich. Nebenbei setzt Zemeckis

auf haufenweise Pop-Out-Effekte, die stellenweise

(Speer bei Beowulfs Ankunft) extrem

weit aus dem Bildschirm herausragen. Die

gesamte Szenerie ragt weit in den Raum hinein,

wobei gerade die Ränder zuweilen zur

Bildung von Ghosting-Effekten neigen. Ansonsten

gibt es an der 3D-Umsetzung nichts

auszusetzen und rein vom Effekt her kann

der Film es selbst mit aktuellen Titeln mühelos

aufnehmen. Wer also ein Fan von 3D-Filmen

ist, der sollte sich diesen Titel nicht entgehen

lassen. Technisch wird hier exakt die

gleiche Qualität geboten, wie bei allen bisherigen

Veröffentlichungen auch. Das Bild ist

scharf und kontrastreich, verschluckt aber in

dunklen Bereichen einige Details. Der Ton ist

wuchtig und voluminös, kann aber nicht vollends

überzeugen. Auch sämtliche Extras der

herkömmlichen Version haben es auf die

Scheibe geschafft. Der 3D-Effekt bleibt als

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

9

7

9

6

8

Die Legende von Beowulf 3D

Ganze sieben Jahre dauerte es, bis das animierte

Heldenepos „Die Legende von Beowulf“

von Regisseur Robert Zemeckis auch in

der ursprünglichen 3D-Version für den Heimkinomarkt

ausgewertet wurde. Die Bildquali-

Blulife · 04/2014

27


SPEZIAL

Film

einziger Kaufanreiz gegenüber bisher erhältlicher

Versionen. Dieser ist äußerst gut gelungen

und wartet mit zahlreichen Spielereien

und Haufenweise Pop-Out-Effekten auf.

Schade nur, dass hier lediglich die leicht zensierte

Kinoversion ihren Weg auf die Scheibe

gefunden hat, und nicht der wesentlich blutigere

Directors Cut. Der Film selbst ist letztendlich

Geschmackssache. Zu seiner Entstehungszeit

war er ein absolutes Technikhighlight,

aber dies liegt nun bereits sieben Jahre

zurück, und in der Zwischenzeit hat sich einiges

getan. Wer den Film mag, wird sicher

schon die eine oder andere Version in seiner

Sammlung haben, und wer nicht, den wird

auch die gute 3D-Version nicht überzeugen

können. Wer den Film aber kennt und mag,

und ihn mit allen Sinnen genießen möchte,

der sollte über einen 3D-Kauf nicht lange

nachdenken.

(ms)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Live Die Repeat -

Edge of Tomorrow 3D

Obwohl „Live Die Repeat - Edge of Tomorrow“

nicht in nativem 3D gedreht, sondern

nachträglich konvertiert wurde, kann sich die

räumliche Darstellung

wahrlich sehen lassen

und überzeugt nahezu

auf ganzer Linie. Dafür

haben Regisseur Liman

und Kameramann Dion

Beebe („Die Geisha“)

6

8

9

7

8

8

speziell mit dem Stereographen Angus Cameron

zusammengearbeitet, der bereits bei

„Gravity“ und „World War Z“ sein Können unter

Beweis stellte. Das Bild ist entsprechend

herausragend ausgefallen. Beeinträchtigungen

im Vergleich zur 2D-Variante machen

sich nicht bemerkbar. Dafür sind aber eine

erstaunliche Tiefenwirkung und toll umgesetzte

Pop-out Effekte festzustellen, welche

die 3D Darstellung trotz nachträglicher Konvertierung

zu einem Must-see machen. In

technischer Hinsicht gibt es bei diesem Titel

somit rundum kaum Grund zur Klage. Das

2D-Bild erreicht verdient die Höchstpunktzahl,

während das konvertierte 3D-Bild ebenfalls

keine schlechte Figur macht und nur wenige

und minimale Mankos erkennen lässt.

Der Ton punktet mit einer umfangreichen

und aktiven Surroundkulisse, sehr guter Dynamik

und kräftigen Bässen. Das Bonusmaterial

hätte zwar noch gerne etwas ausführlicher

ausfallen können, bietet aber vielfältige

zusätzliche Informationen zum Film, die darüber

hinaus komplett in HD vorliegen. „Live

Die Repeat - Edge of Tomorrow“ scheint einer

dieser Filme zu sein, der vom Publikum

unterschätzt wird, denn nach aktuellem

Stand scheint jeder, der ihn bislang gesehen

hat, von Regisseur Doug Limans Regiearbeit

begeistert zu sein. Wer mal wieder gerne einen

niveau- und humorvollen Science Fiction

Action Film sehen möchte und die Chance

für einen Kinobesuch vertan hat, sollte spätestens

jetzt einen Blick wagen.

(sah)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

9

10

9

9

6

9

Need for

Speed 3D

„Need for Speed“

ist einer dieser Filme,

der im Nachhinein

in 3D konvertiert wurde, aber dadurch

keinen herausragenden Mehrwert erhalten

hat. Die Tiefenwirkung ist ganz ok und deutlich

besser als nachträgliche Konvertierungen

durch den TV oder den Blu-ray Player. Das

stellt aber noch lange kein Must-Have dar,

sondern ist eher ein nettes Gimmick. Vereinzelt

erscheinen manche Darstellungen sogar

recht flach. Immerhin sind kaum negative Beeinträchtigungen

durch die nachträgliche

Konvertierung erkennbar, wobei das Bild erfreulicherweise

kein Ghosting aufweist. Die

Blu-ray wird dem HD Medium fast voll gerecht.

Das Bild verfehlt nur knapp die Höchstnote.

Die 3D Konvertierung ist hingegen nur

ein nettes Gimmick, das eine solide aber

nicht herausragende Tiefenwirkung erzeugt.

Der Ton schrammt ebenfalls nur knapp an

der 10-Punkte-Marke vorbei, da die Dynamik

ausgewogener und der Bass differenzierter

sein könnte. Das Bonusmaterial bietet einige

aufschlussreiche Beiträge, die obendrein

komplett in HD vorliegen. „Need for Speed“

ist eine gute Alternative zum „The Fast and

the Furious“ Franchise, wobei gerade die Actionszenen

und handgemachten Stunts herausragend

sind. Dafür sollte man auch leicht

zu erwärmen sein, da die Handlung deutliche

Defizite aufweist. Immerhin hat man mit Aaron

Paul und Dominic Cooper die Rollen für

den Helden und den Antagonisten des Films

gut besetzt. Wer auf Filme mit durchgedrücktem

Gaspedal steht, liegt hier völlig richtig.

BLU-RAY REVIEW

(sah)

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

7

9

7

9

5

8

Blulife · 04/2014


Schneezauber

Ganz leis´ und sacht bedeckt das Weiß

entlaubte Winterbäume.

Verzaubert liegt die ganze Welt.

Wenn reich der Schnee vom Himmel fällt

und Lichterglanz die Stadt erhellt

erwachen Weihnachtsträume.

bluray-disc.de versüßt Ihnen die Stunden bis zum weihnachtlichen Feste mit

dem alljährlich beliebten Adventskalender, der auch dieses Jahr allen Freude

bringt, versprochen! Hinter jedem Türchen befinden sich tolle Geschenke, die

täglich entdeckt werden wollen.

Wir bedanken uns bei allen Lesern und wünschen Ihnen eine besinnliche Vorweihnachtszeit

sowie ein gemütliches Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben.

Wir danken unseren diesjährigen Sponsoren, die eine Umsetzung des

Kalenders wieder ermöglicht haben!

Blulife · 04/2014

29


SPEZIAL

Film

Michi’s

Filmgurken:

Filme, die die Welt nicht braucht

Auch in dieser Ausgabe des Blulife Magazins

präsentieren wir Ihnen neben den größten,

besten und sehenswerten Filmen des Quartals

die Kehrseite der Medaille. Denn leider

werden nicht nur gute Filme produziert,

sondern auch massenweise schlechte.

Natürlich gibt es Unmengen von schlechten

Filmen, bei denen sich dem Zuschauer die

Nackenhaare aufstellen. Einen kompletten

Überblick zu verschaffen wäre aufgrund der

Masse dieser Gurken schlicht unmöglich. So

kann es also sein, dass die hier vorgestellten

Gurken teilweise besser oder sehenswerter

sind, als so mancher Film, der ungesehen in

den Regalen oder Wühltischen der Elektroeinzelhändler

dahinvegetiert. Wir versuchen

dennoch, eine akkurate Auswahl an Ausnahmefilmen

zu präsentieren, deren Sichtung Sie

sich ruhigen Gewissens schenken können.

Letztendlich ist das Empfinden, was genau einen

schlechten Film ausmacht, natürlich rein

subjektiv.

len, um die sie besser einen großen Bogen

machen sollten, es sei denn, Sie sind ein

Freund von unterirdischer Unterhaltung.

Einer für alle…

Wuff, wuff

Der erste Beitrag trägt den einfallsreichen Titel

„Die Drei Hundketiere retten Weihnachten“.

In diesem Film von Regisseur und Drehbuchautor

Jesse Baget geht es um die drei

Hunde Barkos, Wagos und Dogtanion, deren

Herrchen sie aus beruflichen Gründen alleine

zu Hause lässt. Als dann Einbrecher die Geschenke

stehlen und sogar den Baum entwenden,

machen sich die Drei sofort auf die

Pfoten, um den Verbrechern das Handwerk

zu legen. Dabei hoffen sie auf die Hilfe des

Weihnachtsmanns, der gerade im Einkaufszentrum

sein Quartier aufgeschlagen hat.

Eigentlich klingt das Ganze nach einer sicheren

Bank: Sprechende, vermenschlichte

Haustiere, Weihnachten, der Weihnachtsmann,

ein klassisches Abenteuer – fabelhaft.

Aber weit gefehlt. Wer aufgrund des Covers

annimmt, es handle sich hierbei um eine flotte

Komödie mit Hunden in Kostümen, der

wird recht schnell feststellen, dass die Tiere

lediglich auf dem Cover (und im Zeichentrickvorspann)

gekleidet sind wie die Musketiere

des Königs.

Denn das, was uns Baget mit „Die Drei Hundketiere

retten Weihnachten“ vorsetzten

möchte, ist inszenatorisch wie auch inhaltlich

jenseits von Gut und Böse. Vielleicht fehlt Baget

einfach die Erfahrung im Familienfilm-Bereich,

denn bisher machte er überwiegend

Da das Weihnachtsfest

vor der Tür steht, erscheinen

nun auch

vermehrt Titel mit diesem

Thema in den

Kaufhäusern. Da

Weihnachtsfilme nur

eine beschränkte

Halbwertzeit haben

(wer möchte schon im

Sommer Jingle Bells singen?) mag der eine

oder andere hier leicht schwach werden und

zugreifen, zumal es doch eigentlich keine

wirklich schlechten Weihnachtsfilme gibt,

oder? Ein bisschen kitschig, übertrieben

rührselig sind ja fast alle, was schon in der

Natur der Sache liegt. Wir möchten Ihnen an

dieser Stelle dennoch ein paar Titel vorstel-

30

www.bluray-disc.de Blulife · 04/2014


mit Slashern wie „The Night before Halloween“

und „El Mascarado Massacre“ auf sich

aufmerksam. Und nun halt ein Familienweihnachtsfilm

mit Hunden… okay. Immerhin

verfilmt auch Braindead-Regisseur Peter

Jackson derweil ein Kinderbuch. Scherz beiseite.

Die drei „Hauptdarsteller“ sitzen überwiegend

in fast immer der gleichen Pose herum

(es hat den Anschein, als wäre auch immer

wieder die gleiche Szene verwendet worden!)

und mit einer unglaublich schlechten

Computeranimation werden Münder und

Augen der Tiere bewegt, um sie Dialoge sprechen

zu lassen, die selbst Menschen mit naivem

Gemüt die Augen verdrehen lassen. Die

Zielgruppe, also Kinder im Vorschulalter,

dürften hieran wohl Gefallen finden, nur sollte

man diese bestenfalls nicht alleine vor der

Flimmerkiste sitzen lassen. Für geistig gesunde

Erwachsene ist der Film die reinste Tortur,

die nicht einmal mit viel Glühwein oder Rumpunsch

zu ertragen ist.

Apropos „Die Drei Musketiere“. Mit diesen

hat der Film nicht viel gemeinsam. Nicht einmal

die Handlung wurde übernommen oder

halbwegs annehmbar adaptiert. Stattdessen

werden hin und wieder unpassende Vergleiche

(Das Haus ist eine Burg, das Herrchen ist

der König) gezogen, die hier in diesem Bericht

mehr Sinn machen als im fertigen Film.

Die Vergleiche, die der Erzähler hier zieht, gehen

übrigens selbst den „Helden“ auf den

Keks.

Kommen wir nun zu den menschlichen Darstellern.

Hier agieren der völlig überdrehte

Ex-Superman Dean Cain als Herrchen und Richard

Riehle als Santa Claus, der wirkt, als

wäre er betrunken. Darüber hinaus wurde er

stellenweise auch noch asynchron synchronisiert.

Einzig Bösewicht Bill Oberst Jr., der für

The Asylum als Abraham Lincoln Zombies abgemetzelt

hat und Facebook-User in dem

kurzen (nennen wir es Aufklärungsfilm) „Take

This Lollipop“ auf die Gefahren von allzu freizügigem

Umgang mit persönlichen Daten

hinweist, kann in seiner Rolle halbwegs überzeugen.

Stille Nacht, der

Zombie lacht

Die beiden Polizisten Frank (J. Forcinito) und

Nash (A. Hopper) werden am Weihnachtstag

von Zombies überrascht und können sich gerade

noch in Franks Haus retten. Nash wurde

dabei in den Fuß gebissen, was die zu erwartenden

Folgen mit sich bringt. Erschwerend

kommt noch hinzu, dass Nash eine Affäre mit

Franks Frau Sarah (N. Stenovitch) hatte.

Zombies goes Christmas? „Walking Dead“

macht‘s möglich und holt die verwesenden

Untoten zurück in den Mainstream. In einer

winzigen Nebenrolle ist sogar Lew Temple zu

bestaunen, der in der dritten Staffel der beliebten

Zombie-Serie den Häftling Axel gespielt

hat.

Regisseur und Drehbuchautor Sean Caine

schmeißt die fleischfressenden Dumpfbolde

nun mitten in einen Weihnachtsfilm, auch

nicht schlecht. Der Film wurde bereits 2009

gedreht, kommt aber erst jetzt auf den deutschen

Markt. Das muss natürlich nichts heißen…

Kann aber! Und tut es auch.

Eigentlich handelt es sich

hierbei um einen normalen

Zombie-Film, der zufällig an

Weihnachten spielt. Weihnachtsstimmung

kommt

hier allerdings nicht einmal

ansatzweise auf. Erstens

spielt der Film in einer Gegend

der USA, wo selbst im

Dezember keinerlei Schnee

liegt, und wenn nicht hin

und wieder ein Weihnachts-

baum zu sehen wäre

und einige entsprechenden

Melodien

zum Soundtrack gehören würden, könnte

der Film auch an jedem anderen Tag im

Jahr spielen. Okay, da werden zwar hier und

da Geschenke ausgepackt, und ein Zombie

trägt ein Weihnachtsmann-Kostüm. Ob das

reicht, um hier von einem Weihnachtsfilm zu

reden? Wohl kaum.

Schlechte Synchronisation, unmotivierte

Darsteller, mieses und langweiliges Drehbuch.

Am Anfang bekommen wir noch ein

paar nette Zombie-Make-Ups und billige

Splattereffekte zu sehen. Diese sind allerdings

rar gesät und werden im weiteren Verlauf

der Handlung immer seltener. Angriffe

der Untoten gibt es ebenfalls sehr wenige,

und wenn die Zombies erschossen werden,

fliegt das CGI-Blut nur so umher. Nicht einmal

die Darsteller scheinen von diesem Film

überzeugt gewesen zu sein, denn viel zu oft

wirken sie, als hätte man sie gegen ihren Willen

gezwungen, hier mitzuwirken.

Nun werden Zombiefilme ja in der Regel ohnehin

von dem Handeln der Überlebenden

dominiert, aber auch in dieser Hinsicht ist

nicht viel zu holen. Die nehmen nämlich vor

allem den ersten Teil des Titels „Stille Nacht“

Blulife · 04/2014 31


SPEZIAL

Film

wörtlich, und verhalten sich angemessen ruhig.

Der Film taugt vielleicht als Wichtel-Geschenk,

wenn man jemanden so überhaupt

nicht leiden kann.

Gut geplant ist

halb gefeiert

Kommen wir nun zu einem Film, der bereits

letztes Jahr auf den Blu-ray-Markt geworfen

wurde, aber nach wie vor erhältlich ist und

von daher durchaus als Weihnachts-

Schnäppchen angeboten werden könnte:

„Christmas Planner“ von Regisseur John

Bradshaw. Die Hauptrolle

spielt übrigens

unser aller Liebling

David Hasselhoff, der

vor 25 Jahren die

Mauer zum Einsturz

gesungen hat.

Die Karrierefrau Maya

(C. Rhea) soll für einen

schwerreichen Investor

aus Russland

eine echt amerikanische Weihnachtsfeier organisieren.

Und zwar in ihrem Haus! Da sie

dies weder zeitlich noch organisatorisch auf

die Reihe bekommt, engagiert sie den Weihnachtsplaner

Owen (D. Hasselhoff). Dieser

legt sich mächtig ins Zeug und organisiert alles,

was zu einem anständigen Fest dazugehört.

Schon bald mögen Mayas Kinder den

sympathischen Owen mehr als die eigene

Mutter, und so kommt es ausgerechnet am

Weihnachtsabend zu einem handfesten

Streit.

Eigentlich ist dieser Film nicht einmal

schlecht. Das Weihnachtsfest und alles Drum

und Dran werden gehörig auf die Schippe genommen.

Auch der Planungswahn der Amerikaner,

die gerne die Organisation von Familienangelegenheiten

wie Hochzeiten oder

hier eben dem Weihnachtsfest in professionelle

Hände geben, bekommt sein Fett weg.

Darüber hinaus kann The Hoff mal wieder

so richtig schön über die Stränge

schlagen, was er auch mit Bravour

meistert. Selten war der Strahlemann

so sympathisch und mit Elan bei der

Sache wie hier. Die Spielfreude sieht

man ihm an und kauft man ihm ab, wobei

man sich aufgrund seines Engagements

sicher mehr als einmal überlegt,

ob man selbst eine derartige Person

mit der Organisation seines eigenen

Festes beauftragen würde.

Warum, fragen wir uns, ist der Titel dennoch

hier in dieser Aufzählung dabei?

Zum einen ist die Hauptdarstellerin Caroline

Rhea derart unsympathisch, dass man ihr

einfach nichts Gutes gönnt. Sie ist ständig gestresst

und starrt permanent auf ihr Handy,

wodurch ihr all die schönen Momente der

Vorweihnachtszeit entgehen. Natürlich soll

das so sein, und auch Mr. Scrooge ist nicht

unbedingt der Hauptsympathieträger in der

berühmten Weihnachtsgeschichte von

Charles Dickens, aber das Schicksal dieser

Dame ist dem Zuschauer in etwa so gleichgültig,

als ob am Nordpol ein Sack Schnee

umfällt. So fällt es letztendlich auch schwer,

ihr (absolut vorhersehbares) reumütiges Verhalten

am Ende nachzuvollziehen – und ehrlich

gesagt kauft man es ihr auch nicht ab.

Vorhersehbarkeit ist ebenfalls so eine Sache,

die hier eine große Rolle spielt. Die wenigen

guten Gags sitzen zwar, aber jeder Spruch, jede

Handlung, jeder noch so kleine Handgriff

wird vom Zuschauer erwartet, wodurch der

Film alles in allem sehr langweilig wird. Ob

man den Christmas-Overkill nun gut findet

oder nicht sei mal dahingestellt. Leider bleibt

auch das zu erwartende Chaos aus, denn der

Christmas-Planner macht seinen Job mehr

als gut. Hier hätte man durchaus etwas mehr

von dem Hochzeitsplaner Franck „Fronk“ Eggelhoffer

aus „Der Vater der Braut“ einfließen

lassen können, aber Owen behält immer

die Ruhe und hat alles im Griff. Wie langweilig!

Jetzt gibt’s Saures!

Den krönenden Abschluss macht ein Film

von 1996: „Santa Claus mit Muckis“. Der Titel

ist zwar bereits älteren Datums und ist bisher

weder auf DVD noch auf Blu-ray veröffentlicht

worden, darf aber der Vollständigkeit

halber in keiner Aufzählung schlechter Weihnachtsfilme

fehlen. Laut Variety ist der Streifen

„…das Film-Äquivalent einer Kohle im

Weihnachtsstrumpf“ und

die Cinema schrieb, der

Film sei „ungefähr so lustig

wie ein Besuch beim

Zahnarzt“.

Hierin präsentiert und

Regisseur John Murlowski

den beliebten

Wrestler Hulk Hogan, der

sich für den Weihnachtsmann

hält. Das Hulk Hogan

nicht unbedingt ein

begnadeter Darsteller ist, durfte er in Gurken

wie „Der Ritter aus dem All“, „Mr. Babysitter“

und einigen Auftritten in Fernsehserien bereits

häufig unter Beweis stellen. Mit dieser

Amnesie-Klamotte schoss der Hüne allerdings

den Vogel ab. Die Grundidee ist dabei

nicht einmal sooo schlecht: Ein Multimillionär

wird beim Paintball von der Polizei erwischt

und anstatt die Sache zu klären macht

er sich noch verdächtiger und flieht in ein

Kaufhaus. Dort verkleidet er sich als Weihnachtsmann,

um nicht erkannt zu werden

(!!), fällt in einen Abfallschacht und verliert

das Gedächtnis. Als er wieder aufwacht, hält

er sich tatsächlich für den Weihnachtsmann,

was unter anderem daran liegt, dass ein Elf

ihm die Brieftasche geklaut hat und ihn von

dieser Wahnvorstellung überzeugt. Was nun

folgt, ist noch dämlicher als die Ausgangssituation,

denn natürlich lässt Hulk Hogan seine

Muskeln spielen, verprügelt Ganoven und

stellt sich ins Rampenlicht – da fühlt er sich

nun mal am wohlsten. Zum Ende hin wird

noch ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt,

es wird rührselig und zuckersüß, aber

irgendwie auch sehr, sehr peinlich. Alles in allem

ein Film, der selbst große Fans des Hulksters

vor Scham erröten lässt. Sehenswert ist

der Film einzig deshalb, weil Mila Kunis hier

einen ihrer ersten Auftritte absolviert. Auch

Don Stark, der neben Kunis in „Die Wilden

Siebziger“ als Bob mitwirkte, ist bei diesem

Machwerk mit von der Partie. Der Regisseur

versuchte sich 2009 erneut an einem Weihnachtsfilm,

diesmal mit Hunden in der

Hauptrolle. Eine tierische Bescherung, so der

Titel dieser Familienkomödie, ist zwar auch

nicht das Gelbe vom Ei, aber allemal besser,

als alle hier vorgestellten Titel zusammen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein

frohes Fest und bessere Filme.

(ms)

32

www.bluray-disc.de Blulife · 04/2014


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SPEZIAL

Film


Die Transformers wurden 1984 in einer Kooperation

zwischen dem japanischen Unternehmen

Takara und dem amerikanischen

Unternehmen Hasbro auf den Markt gebracht.

Dabei handelte es sich zunächst um

Spielzeug-Action-Figuren, zu dessen Absatzsteigerung,

wie z. B. auch bei „Masters of

the Universe“, eine entsprechende Zeichentrickserie

produziert wurde. Zwar wurden

seit damals auch weitere Absatzzweige, wie

etwa Comics oder Videospiele (für u. a. C64,

NES, Windows PCs, Playstation 3 oder Xbox

360) auf den Markt gebracht, aber anlässlich

des 30-jährigen Jubiläums, sowie der

Blu-ray Veröffentlichung zu „Transformers:

Ära des Untergangs“ konzentrieren wir uns

nur auf die Spielfilme und TV-Serien.

Die Spielzeugroboter, die sich mit wenigen

Handgriffen in Autos, Flugzeuge, Kampfstationen

und so weiter verwandeln lassen, haben

die Kinderzimmer sowohl in Japan als

auch im Westen rasch erreicht. Zur damaligen

Zeit war es dabei, wie bereits eingangs

erwähnt, nicht unüblich, dass Spielzeugserien

wie etwa Masters of the Universe,

M.A.S.K., Brave Starr oder G.I. Joe zusätzlich

durch entsprechende TV-Serien promotet

wurden. Da Takara lediglich den japanischen

Markt bediente und Hasbro für die restliche

Welt verantwortlich war, wurden parallel

Animationsserien dazu erstellt.

Den Beginn dazu machte „Transformers“

(1984–1987), eine von Hasbro produzierte

TV-Zeichentrick Serie, die sich sehr erfolgreich

schlug und einige Staffeln lang im Fernsehen

lief. Praktisch: Mit jeder neuen Spielzeugserie

wurden diese in der entsprechenden

Staffel auch gefeatured. Auf dem Höhepunkt

folgte dabei mit „Transformers – Der

Kampf um Cybertron“ (1986) ein abendfüllender

Animations-Kinofilm, der allerdings

kläglich an den Kinokassen scheiterte. Vor allem

mangelnde Innovation, sowie notwendige

Vorkenntnisse zu den Spielzeug- wie auch

TV-Serien, die das Anschauen für Quereinsteiger

sehr schwer machte, verhinderten einen

entsprechenden Erfolg. Relativ zeitgleich

erschien mit „Transformers: Scramble City“

(1986) als Videoanimation ein

ca. 15-minütiger Kurzfilm exklusiv

in Japan, um die Umsätze

etwas anzukurbeln. Dem

folgte kurz darauf mit „Transformers:

The Headmasters“

(1987-1988) die erste Anime

Serie, wobei dabei kontinuierlich

jedes Jahr mit den Titeln

„Transformers: Super-God

Master Force“ (1988-1989),

„Transformers: Victory“

Von der Schlappe

Mitte der 80er hatte

sich Hasbro lange

nicht erholt und

wagte sich erst Anfang

der 90er mit

„Transformers: Generation

2“ (1993–

1995) an eine weitere

Zeichentrickserie,

der danach die „Beast

Wars“ Reihe

(1996–1999) folgen

(1989) sowie der

weiteren ca. 30-minütigen

Videoanimation

„Transformers:

Zone“ (1990)

neue Formate zur

entsprechenden

Spielzeugreihe veröffentlicht

wurden.

sollte. Diese wurde etwas später auch in Japan

als „Beast Wars II“ (1998-1999) und Beast

Wars Neo (1999) vermarktet und wurde

von Hasbro mit Beast

Machines (1999-2000)

zur Jahrtausendwende

abgeschlossen.

Doch auch im neuen Millenium

sollte es im Land

der aufgehenden Sonne

mit „Transformers: Robots

in Disguise“ (2000-

2001), „Transformers: Armada“

(2003-

2004), „Transformers:

Superlink

/ Energon“ (2004) und „Transformers:

Cybertron“ (2005) wie gewohnt

als Anime Serie zu den entsprechenden

Spielereihen weitergehen.

Bereits ab 2003 keimte die Idee, einen

Transformers Realfilm zu produzieren,

auch wenn es etliche

Zweifler gab. Selbst Regisseur Michael Bay

selbst lehnte zunächst auf eine Anfrage von

Steven Spielberg, der als ausführender Produzent

fungieren sollte, ab und bezeichnete

das Projekt als dämlichen Spielzeug-Film. Da

er aber unbedingt mit der Regie-Legende zusammenarbeiten

wollte, setzte er sich aber

mit dem Thema Hasbro etwas tiefer auseinander

und änderte schließlich seine Meinung.

Für das Drehbuch wurde zunächst

John Rogers eingestellt, der wurde aber im

Februar 2005 durch Alex Kurtzman und Roberto

Orci ersetzt, die dessen Skript überarbeiten

sollten. Nachdem auch Bay als Regisseur

bestätigt war, beschloss dieser, den Film

aber als Realfilm für Erwachsene in Szene zu

setzen. Eine kluge Entscheidung, wie sich herausstellen

sollte. Unterstützt durch u. a. den

Spielzeughersteller Hasbro selbst, den Streitkräften

der Vereinigten Staaten sowie zahlreichen

Unternehmen, wie u. a. der Fahrzeugfabrikant

General Motors, Nokia oder

Burger King kam so das gigantische Budget

von 150 Millionen US-Dollar zusammen.

Durch product placement konnten insgesamt

40 Millionen US-Dollar Produktionskosten

eingespart werden.

Als erster Darsteller für den Film wurde

im März 2006 Shia LaBeouf bestätigt;

Megan Fox, Josh Duhamel, John

Turturro, Jon Voight, Anthony Anderson,

Tyrese Gibson und Kevin Dunn

sollten bald folgen und den prominenten

Cast komplettieren. Die Dreharbeiten

starteten im April 2006, so dass

„Transformers“ (2007) am 12. Juni

2007 in Sidney, Australien seine Premiere

feierte.

Trotz geteilter

Kritiken

wurde der

Film bei einem

Einspielergebnis

von fast 710 Millionen

US-Dollar

ein voller Erfolg,

so dass die Fortsetzung

schnell

beschlossen war.

Blulife · 04/2014

35


SPEZIAL

Film

Parallel wurde eine weitere Zeichentrickserie

von Hasbro unter dem Titel „Transformers:

Animated“ (2007-2009) veröffentlicht, wobei

auch eine passende Spielzeugserie

auf den Markt

gebracht wurde. Durch

den großen Einfluss des

Films waren viele Spielzeuge

über Monate hinweg

mehrfach ausverkauft.

Insgesamt verdiente

Hasbro alleine an den

Spielzeugen zum Film 482

Millionen US-Dollar, wobei

zusätzlich über 240 Lizenzen

an Drittunternehmen

vergeben wurden. Eine neue Comic-

Reihe, T-Shirts, Videospiele, Bücher,

Soundtracks - die Merchandise

Maschine lief wieder auf

Hochtouren.

Bereits zwei Jahre später

folgte mit „Transformers –

Die Rache“ (2009) die

Fortsetzung zu der erfolgreichen

Leinwandadaption

aus dem Jahr 2007.

Die Stammbesetzung um

Shia LaBeouf und Megan

Fox war erneut mit von

der Partie, so dass Regisseur

Michael Bay nach dem Motto größer,

schneller, besser dem Vorgängerfilm noch einen

draufsetzen konnte. Die Action wurde

noch opulenter, epischer, spektakulärer und

aufwändiger in Szene gesetzt. Zugegeben,

die Handlung ist nicht sonderlich anspruchsvoll

und bietet tatsächlich bis auf einige neue

Figuren nur wenige Innovationen. Inspiriert

durch Christopher Nolans „Batman - The

Dark Knight“ wurden drei Action Sequenzen

ebenfalls mit IMAX Kameras gedreht, die

aber bei der deutschsprachigen Blu-ray Veröffentlichung

leider nicht berücksichtigt wurden.

Bei einem Budget von 200 Millionen US-Dollar

plus zusätzlich 150 Millionen US-Dollar an

Marketing Kosten, spielte der Film weltweit

über 836 Millionen US-Dollar wieder ein und

übertrumpfte damit sogar noch den ersten

Teil.

Im Folgejahr folgte

mit „Transformers:

Prime“ (2010–

2013) eine mehrstaffelige

Zeichentrick-Serie,

um eine

weitere Spielzeugreihe

einzuführen.

Die beiden Kinofilme

sorgten auch


durch den Verkauf im Heimkinobereich für

einen durchweg hohen Bekanntheitsgrad des

Franchises.

Michael Bay übertrifft

sich mit jedem weiteren

Teil seiner Transformers

Filmreihe

selbst, was er mit

„Transformers 3 – Die

dunkle Seite des Mondes“

(2011) erneut unter

Beweis stellte.

Noch aufwändiger

werden die Actionsszenen

inszeniert, noch spektakulärer sind

die Animationen der Autobots und Decepticons

und noch mehr Prominenz wurde in den

Cast gepackt. Neben den bisher bekannten

Darstellern gesellen sich noch John Malkovich,

Patrick Dempsey und Frances McDormand

dazu. Allerdings sind deren Rollen

mehr als fragwürdig. Entweder sind deren

Filmfiguren überflüssig (Malkovich), unglaubwürdig

(Dempsey) oder nervtötend (McDormand).

Eine Bereicherung zum Film sind sie

gewiss nicht, im Gegenteil. Denn hin und

wieder hat man das Gefühl, dass deren Rollen

nur in die Handlung eingefügt wurden,

um die Gesichter zu zeigen. Dem Film dient

das überhaupt nicht. Und auch wenn die

schauspielerische Leistung von Megan Fox

nicht die Beste war, aber Rosie Huntington-

Whiteley als Ersatz ist die deutlich schlechtere

Wahl.

Bei der Handlung darf man gewiss keine ausgeklügelten

Dialoge und eine niveauvolle Atmosphäre

erwarten. Hier heißt es, wie auch

bereits bei den beiden Vorgängern, Hirn abschalten,

Popcorn raus und einfach nur unterhalten

lassen. Ein Nachteil stellt dabei die

lange Spielzeit dar, denn bei über zweieinhalb

Stunden sind deutliche Längen festzustellen.

Alleine der Showdown in Chicago

dauert knapp eine Stunde.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz sind die Actionsequenzen

erneut tadellos und übertreffen

die ersten beiden Teile noch einmal deut-

lich. Die Animationen der Roboter sind erneut

ausgezeichnet gelungen und stehlen ihren

menschlichen Kollegen die Schau, seien

es dabei Optimus Prime, Bumblebee, Megatron

oder solche kleine Artgenossen wie

Wheelie oder Brains. Aber gerade die unterschiedliche

Auslegung der einzelnen animierten

Charaktere füllt die Handlung mit Leben.

Nichtsdestotrotz hat Michael Bay mit „Transformers

3: Die dunkle Seite des Mondes“ die

Trilogie zunächst für sich als Regisseur

sehr gut und äußerst unterhaltsam

abgeschlossen. Bei einem Budget

von 195 Millionen US-Dollar

spielte der Film weltweit fast

1,124 Milliarden US-Dollar

wieder ein und ist somit

bis dato der erfolgreichste

Teil der ganzen

Reihe.

Eine entsprechende

Zeichentrickserie

sollte im selben

Jahr mit „Transformers:

Rescue Bots“

(seit 2011) aus

dem Hause Hasbro

folgen, die seither

in der zweiten

Staffel läuft und um

eine dritte bereits verlängert wurde.

Darüber hinaus ist mit „Transformers:

Robots in Disguise“ für 2015 eine weitere

Zeichentrick Serie geplant, die quasi

ein Sequel zu Transformers: Prime darstellen

soll. Die Premiere auf Cartoon Network

ist für Frühjahr 2015 geplant.

Mit „Transformers:

Ära des

U n t e r g a n g s “

(2014) sollte

zwischendurch

ein

weiterer Kinofilm folgen. Doch dazu an anderer

Stelle mehr.

Da der vierte Teil ebenfalls sehr erfolgreich in

den Kinos lief (aktuelles Kinoeinspielergebnis:

1,08 Milliarden US-Dollar) dürfte

eine Zukunft mit weiteren Autobots-Abenteuern

gewiss sein.

(sah)

Blulife · 04/2014

37


SPEZIAL

Film

Heiliges Kanonenrohr”Batman!”

Batman 1966

“Na, na, na, –

Batman” - junge

Fans mögen den

dunklen Ritter

neben seinen Comic-Auftritten

vor allen durch

die ernsthaften

Filme des Regisseurs

Christopher

Nolan oder

die neueste CGI-Serie “Beware the Batman”

lieben gelernt haben. Doch bis vor wenigen

Jahren musste der geneigte Träger eines

Batman-Shirts nur wenige Schritte auf die

Straße treten, bevor ein möglicherweise

simpleres Gemüt ihm lauthals ein “Na, na,

na – Batman” entgegenschleuderte.

Die prägnante Melodie des Titelsongs der TV-

Serie aus dem Jahr 1966 hat besonders in

Deutschland das Bild des maskierten Rächers

entscheidend mitbestimmt – aus Sicht vieler

Fans alles andere als zum Guten. Erst in den

letzten Jahren, nachdem Christopher Nolan

mit seiner Trilogie zu “The Dark Knight” das

ideale Gegenstück lieferte, entdeckte man

auch im deutschen, wenig comicaffinen

Mainstream, stärker die

ernst zu nehmenden Seiten

des Dunklen Ritters. Zugleich

ist in den Herzen der

Fans neben dem grimmigen

Batman heute ebenfalls

Platz für eine andere, verspielte

Alternative und die

TV-Serie aus den 1966ern

hat neue Anhänger gefunden. Im aktuellen

Game “Lego Batman 3: Jenseits von Gotham”

widmet sich ein ganzes Bonus-Level der Kultserie.

Sogar Hauptdarsteller Adam West

schlüpfte als Sprecher erneut mit Augenzwinkern

in die Rolle des Batman. Im November

ist die Serie mit 120 Episoden in drei Staffeln

außerdem weltweit das allererste Mal

auf DVD und Blu-ray erschienen. Grund genug

für uns, in diesem Heft nicht nur das HD-

Set im Review vorzustellen, sondern auch einen

Blick zurück auf die bewegte Geschichte

hinter der Heimkino-Auswertung zu werfen.

Wie bereits erwähnt, hatte die TV-Serie aus

den Jahren 1966-1968 mit dem schlichten Titel

“Batman” lange Zeit bei Fans einen

schweren Stand. Gehalten im bewusst überzogen-albernen

Stil der damaligen Zeit,

rümpften spätestens seit Frank Millers knallharter

Revitalisierung des Dunklen Ritters im

Graphic Novel “The Dark Knight Returns” Comic-Fans

die Nase über die vermeintlich kindische

Serie von damals. Tim

Burtons Filme “Batman” und

“Batman Returns” sowie die renommierte

Zeichentrickserie

“Batman: The Animated Series”

sorgten anschließend dafür,

dass kaum ein Batman-Fan

noch ohne schmerzverzerrte

Miene an die Tanzeinlagen von Batman (A.

West) und Robin (B. Ward) aus den 1960ern

zurückdenken mochte. Verschlimmert wurde

diese Aversion ungeplant durch Joel Schumachers

zweiten Batman-Streifen aus dem Jahr

1997, “Batman und Robin”. Der Kassenflop

und von Kritikern weltweit gebrandmarkte

Film wurde häufig als geistiger Nachfolger

der Serie mit Adam West und Burt Ward bewertet.

Allerdings ist dieser Vergleich bei genauerem

Hinsehen irreführend. Wo “Batman

und Robin” zwar wie die TV-Serie

mit allerlei überzogenen Albernheiten

aufwarten konnte, fehlte die intelligente

Ironie, welche den Humor

der Serie mit subtiler Intelligenz unterfüttert

hatte. Produzent William

Dozier und sein Team haben die TV-

Serie “Batman” von Anfang an so

konzipiert, dass Kinder einerseits ihre

Abenteuerlust bei Batmans überdrehten

Kämpfen gegen Schurken wie den Joker, den

Pinguin oder den Riddler stillen können und

Erwachsene andererseits die Überzogenheit

und Ironie der absurden Handlungsbögen

oder unerschöpflichen Gadgets aus Batmans

Gürtel belächeln. Viele Fans vergessen heute,

dass erst die Serie aus den 1960ern Schurken

wie besagten Riddler ins Rampenlicht gerückt

hat. Bevor Frank Gorshin den Riddler

innerhalb der TV-Serie zu einer der Lieblingsfiguren

der Zuschauer aufsteigen ließ, war

der Riddler eine weitgehend unbekannte Fi-

gur mit wenigen Auftritten innerhalb der Batman-Kontinuität.

Erst durch die Fernsehserie

und deren Beliebtheit gelangte der Riddler in

den Comics zu mehr Präsenz und Popularität.

Der Einfluss der Fernsehserie bzw. Gorshins

spiegelt sich bis in die jüngste Zeit wider. In

der Zeichentrickserie “The Batman” aus dem

Jahr 2005 übernahm Gorshin nochmals für

mehrere Episoden kurz vor seinem Tod

stimmlich die Rolle des Riddlers.

Auch Adam West verkörperte

für die Animationsserie

erneut eine Rolle innerhalb des

Batman-Universums – allerdings

nicht die des Dunklen Ritters,

sondern die des Bürgermeisters

von Gotham City.

Überhaupt sollte West auch nach der Einstellung

der TV-Serie noch diverse Male mit dem

maskierten Rächer und seiner Welt in Berührung

kommen. Bereits 1977 lieh er seine

Stimme nämlich Batman in der Zeichentrickserie

“The New Adventures of Batman”.

Erst in den späten 1970ern und frühen

1980ern geriet “Batman”, die schräge TV-Serie,

zumindest in den USA schleichend in Vergessenheit.

Comic-Autoren / - Zeichner wie

Dennis O'Neil und Neal Adams forcierten mit

Titeln wie “There is No Hope in Crime Alley”

(1976), einer Geschichte, die Dr. Leslie

Thompkins in den Batman-Mythos einführte,

wieder einen ernsteren Batman. Sie wollten

sich bewusst vom sogenannten “Camp” der

TV-Serie und früheren Silver-Age-Comics distanzieren.

Dieser Paradigmenwechsel stieß

bei Fans auf enorme Gegenliebe. Die Bewegung

gipfelte in Frank Millers bereits angesprochenem

“The Dark Knight Returns”, einer

Graphic Novel, die nicht nur als eine der

besten Batman-Storys, sondern auch eine

der besten Comic-Geschichten überhaupt

gilt. Während Batman-Fans frohlockten, hatte

mindestens ein Mensch unter diesen Entwicklungen

zu leiden: Adam West konnte

sich des Images als herumkaspernder Batman

nicht entledigen. Der Held, der ihm Mitte

der 1960er zu ungeahnter Beliebtheit verhalf,

war nun bei Castings sein Untergang.

Leider ergatterte der liebenswerte Schau-

38 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Und damit schließt sich dann auch der Kreis.

Heute nehmen Fans die Serie “Batman”

(1966) als das, was sie ist an und empfinden

sie als wertvollen Teil des Batman-Mythos.

Das zeigt sich nicht nur in den Bonus-Levels

und Charakteren von “Lego Batman 3: Jenseits

von Gotham”, sondern auch in den neuen

Comics der Reihe “Batman 1966”, die akspieler

nur noch wenige Rollen und konnte

nicht mehr an seine Erfolge als Batman anknüpfen.

Im Nachhinein bezeichnete West

dieses “Typecasting”, mit dem er sich konfrontiert

sah, als eine frustrierende Blockade

für seine Karriere.

Erst langsam kam die Renaissance für “Batman”

aus dem Jahr 1966. Denn während viele

Fans mit dieser leichtlebigen Version des

Helden nicht mehr assoziiert werden wollten,

gab es besonders im kreativen Bereich in

Hollywood viele Fans, die in den 1990ern

selbst Hand an den Mythos des dunklen Ritters

legen durften. Einer dieser Fans ist Bruce

Timm, der vielleicht wichtigste kreative Kopf

hinter der “Batman: The Animated Series”

von 1992. Die mehrfach ausgezeichnete Zeichentrickserie

bleibt noch heute für viele

Fans die definitive Umsetzung

des Dunklen Ritters.

Timm war mit der alten TV-

Serie mit West aufgewachsen

und schätzte deren Ironie

selbst als Erwachsener.

Auch wenn Timms Batman

in der Zeichentrickserie

eher in der Tradition von

Adams und O'Neil steht. So besetzte Bruce

Timm den von ihm verehrten Adam West in

der Episode “Beware the Gray Ghost” als abgehalfterten

Schauspieler, der in alten Zeiten

den fiktionalen Helden Gray Ghost verkörpert

hatte, aber sich leider in seiner Karriere

nie wieder von der Rolle lösen konnte. West

erwies sich hier als Idealbesetzung. Die Bezüge

der Geschichte zur realen Biografie des

ehemaligen Batman-Darstellers waren sicherlich

kein Zufall. Dieses Nicken in Richtung

der 1960er-Serie ließ Fans der rundum beliebten

“Batman: The Animated Series” aufhorchen

– war die alte Serie etwa doch nicht

so schlecht, wie man sie in Zeiten eines dunkleren

Batmans in Erinnerung hatte? Auch

Mark Hamill, der

durch seine Rolle

als Joker in der

“Batman: The

Animated Series”

in den USA erstmals

wieder zu

ähnlichem Ruhm

gekommen war,

wie anno dazumal als Luke Skywalker in Star

Wars, outete sich als Fan der Serie mit Adam

West. Hamill war es, der besonderen Unmut

darüber äußerte, dass die TV-Serie weltweit

nirgends im Handel zu bekommen war. Tatsächlich

ließ sich der Mime durch das Studio

20th Century Fox quasi unter der Hand, Kopien

der 1966er-Serie zuspielen. Heute ist

bekannt, dass Hamill einer der ersten Vorbestellers

des neuen Blu-ray-Sets gewesen ist.

Doch warum hat es fast 50 Jahre gebraucht,

bis “Batman” endlich für das Heimkino zur

Verfügung steht? Schließlich ist zumindest

der auf der TV-Serie basierende Kinofilm

“Batman hält die Welt in Atem” seit 2008 im

Handel erhältlich. Hinter den Querelen um

die Veröffentlichung steht ein ellenlanger

und äußerst komplexer Streit um die Rechte.

Jahrelang verliefen die Verhandlungen zwischen

den Erben des Produzenten William

Dozier, dem Vertrieb 20th Century Fox sowie

dem aktuellen Inhaber aller Rechte an Batman,

DC Comics bzw. Warner Bros ergebnislos.

Letzten Endes blockierten die Studios

sich gegenseitig. Einerseits wollte niemand

der Konkurrenz mit der möglicherweise lukrativen

Veröffentlichung der Serie in die

Hände spielen, andererseits konnte kein Vertrieb

im Alleingang alle nötigen Rechte an

sich binden. “Batman” war eine Serie

aus einer Zeit, in der man noch

gar nicht daran dachte, dass irgendwann

einmal Menschen auf

die Idee kommen könnten, sich zu

Hause eine Film- und Seriensammlung

anlegen zu wollen. Deswegen

hing die TV-Serie Jahrzehnte in der

Luft und weder eine VHS- noch eine

DVD-Fassung lag im Bereich des Möglichen.

Erst 2010, nachdem Doziers Erben bzw.

Classic Media, der Vertrieb an den die Rechte

der Doziers mittlerweile übergegangen waren,

seine Anteile an der Serie endgültig abgetreten

hatte, näherte man sich einer Einigung.

Da nur noch Fox und Warner Bros. zueinanderfinden

mussten, horchten Batman-

Fans auf. 2012 erschien dann in einem

essentiellen Schritt erstmals

neues Merchandising zur Serie aus

den 1960ern. Von DVDs oder gar

Blu-rays fehlte allerdings weiterhin

jede Spur. Erst im Januar 2014 bestätigen

die Firmen ein Abkommen:

Fox war nun alleiniger Besitzer

der TV-Serie – Warner Bros. vertreibt

jedoch die DVDs und Blu-rays, muss

aber einen Teil der Einnahmen an seinen Rivalen

abtreten. Die finanziellen Einzelheiten

des Abkommens bleiben natürlich Geheimnis

der beiden Studios. Doch für Fans genügte

die Aussicht, die Abenteuer des (weniger)

Dunklen Ritters nun endlich bald in einer offiziellen

Veröffentlichung im Heimkino zu genießen.

tuell in den USA Kritiker begeistern und im

Stil der alten Serie gehalten sind. Es ist sozusagen

wieder “in”, dem Retro-Charme von

Wests Batman zu frönen. Wir freuen uns mit

den Fans darüber, denn in der Welt ist genug

Platz für unterschiedliche Inkarnationen des

maskierten Rächers. Sei es der Detektiv, wie

in der “Batman: The Animated Series”, der

Fantasy-Held aus Burtons “Batman”, der

knallharte Zyniker aus Millers “The Dark

Knight Returns” oder eben der schmunzelnde

Moralist aus “Batman” (1966).

Fun Fact 1 : Die Zeichentrickserie “Batman:

The Brave and the Bold” (2008-2011) enthält

zahlreiche Anspielungen auf die Serie aus

den 1960ern und nutzt eine ähnlich überzeichnet-ironische

Inszenierungsweise. Auch

hier gab sich Batman-Darsteller Adam West

ein Stelldichein als Vater des maskierten Rächers

Thomas Wayne.

Fun Fact 2: Auch im Cartoon “The Batman”

(2005-2008) übernimmt Adam West eine

Sprechrolle: Als Bürgermeister Grange. Zudem

nutzt die Serie ab späteren Staffeln eine

Titelmelodie, die ganz offensichtlich Elemente

des Theme-Songs der 1960er-Serie aufgreift.

Fun-Fact 3: In Deutschland lief die 1966 produzierte

TV-Serie erst über 20 Jahre später,

nämlich 1989, erstmals im Fernsehen. Der

Privatsender Sat.1 sicherte sich im Zuge der

anstehenden Veröffentlichung des Tim-Burton-Films

die Rechte. Aufgrund der verspäteten

Erstausstrahlung der Serie

wirkte das Image des

eher “albernen Batmans” in

Deutschland schließlich

noch deutlich länger nach

als in den Vereinigten Staaten.

Zu ergänzen ist, dass

das Gros der Synchronsprecher

der 1966er-Serie in

Deutschland auch für die “Batman: The Animated

Series” zurückkehrte. So lieh beispielsweise

Hans Sievers dem Joker in beiden

Produktionen seine Stimme.

Fun Fact 4: In der TV-Serie tanzt Adam West

als Batman direkt in der ersten Folge einen

markanten Tanz namens Batusi. Dessen Bewegungen

wurden noch Jahrzehnte später in

zahlreichen Filmen und Serien aufgegriffen.

Prominentestes Beispiel ist sicherlich Quentin

Tarantinos Kultfilm “Pulp Fiction”. In diesem

Film tanzt John Travolta mit Uma Thurman

den Batusi in einer Schlüsselszene.

(anw)

Blulife · 04/2014

39


SPEZIAL

Film

Planet der Affen SPECIAL

Ausgedehnte Filmreihen sind nicht erst seit

dem neuen Jahrtausend Usus, sondern

schon weitaus früher gebräuchlich. Beispiele

hier waren bereits früh Filmreihen zu

James Bond oder Winnetou. Doch auch die

Reihe zu „Planet der Affen“ hatte gerade in

den 70er Jahren doch recht großen Erfolg

und letztendlich auch nachhaltig Einfluss für

die Zukunft.

Planet der Affen (1968)

Dass es sich dabei um eine Verfilmung des

Romans „La Planète des singes“ des Autors

Pierre Boulle aus dem

Jahr 1963 handelt,

wissen nur die Wenigsten.

Fünf Jahre

sollte es dauern, bis

die dazugehörige

Leinwandinterpretation

uraufgeführt werden

sollte und die Kinozuschauer zugleich

schockierte und begeisterte. Die ersten Testaufnahmen

fanden im Frühjahr 1966 statt, so

dass sichergestellt werden konnte, dass die

Darsteller in ihren Affenkostümen nicht zu lächerlich

aussehen würden. Die endgültigen

Dreharbeiten begannen am 21. Mai 1967

und endeten am 10. August desselben Jahres.

Regie führte Franklin J. Schaffner. Für die

Hauptrolle wurde Charlton Heston verpflichtet,

der sich zugleich mit dem Satz „Könnt ihr

nicht eure dreckigen Pfoten von meinem Körper

nehmen, ihr blöden Affen“ unsterblich

machen sollte.

Der Film wurde ein voller Erfolg. Bei einem

Budget von ca. 5,8 Millionen US-Dollar spielte

der Film alleine in den USA rund 32,6 Millionen

US-Dollar wieder ein. Dabei sah es vor

Produktionsbeginn nicht zu rosig aus, da

nicht nur die Geldmittel trotz hoher Kosmetikkosten

(alleine das Anlegen der Affenmas-

ken dauerten zwischen drei bis sechs Stunden)

gekürzt, sondern auch die Drehtage von

55 auf 45 reduziert wurden. Die ursprünglichen

Ideen, den Film umzusetzen, klingen zumindest

vielversprechend, da man plante,

den Entwicklungsstand der Affen wesentlich

fortschrittlicher zu gestalten. Letztendlich ist

es der innovativen und einzigartigen Science

Fiction Story, dem eindrucksvollen Setting sowie

den zweideutigen Anspielungen zu verdanken,

dass der Film ein weltweiter Erfolg

wurde. So gab es auch einige unterschwellige

Kritik, die etwa die Hollywood Blacklist, Unterdrückung

von Minderheiten oder die verantwortungslose

Behandlung der Menschen

in Zeiten des Kalten Krieges (Stichwort:

Atombombe) durch entsprechende Darstellungen

mehr oder minder indirekt tadelte.

Doch auch der herausragende und Oscar nominierte

Score von Jerry Goldsmith trug sein

Scherflein dazu bei, dass der Film derart

wohlwollend aufgenommen wurde.

Rückkehr zum Planet der Affen (1970)

Aufgrund des gigantischen Erfolges gab der

Produktionsleiter von 20th Century Fox Stan

Hough schnell eine Fortsetzung in Auftrag.

Schließlich soll man ein Eisen schmieden, solange

es noch heiß ist. Die ersten Vorschläge

der Autoren

Rod Serling

und Pierre

Boulle waren

allerdings nicht

ansprechend

genug, so dass

man sich an

Paul Dehn, der

schon für das

Skript von

„James Bond –

G o l d f i n g e r “

mitverantwortlich war und folgend für die

kommenden drei Fortsetzungen erneut die

entsprechenden Geschichten lieferte. Das

Sequel sollte schließlich „Rückkehr zum Planet

der Affen“ heißen und zwei Jahre nach

dem ersten Teil in die Kinos kommen. Bei einem

Budget von ca. 4,7 Millionen US-Dollar

und einem Einspielergebnis von ca. 19 Millionen

US-Dollar war der Film zwar unterm

Strich erfolgreich, muss sich aber deutlich

40 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


seinem Vorgänger geschlagen geben. Grund

dafür waren mitunter die wesentlich kritischeren

Töne der Rezensenten der damaligen

Zeit, zumal man auch die zuvor gelobten

sozialkritischen Töne in diesem Sequel vermisste,

da diese deutlich reduziert wurden.

Als reines Action Kino funktioniert diese Fortsetzung

aber dennoch, zumal auch das Ende

nicht so ohne ist. Charlton Heston, der in

„Planet der Affen“ noch die Hauptrolle übernahm,

stellte sich in diesem Fall nur für eine

Nebenrolle zur Verfügung und trat seinen

Platz an James Franciscus ab.

Flucht vom Planet der Affen (1971)

Trotz des schwindenden Erfolges sollte bereits

im Folgejahr mit „Flucht vom Planet der

Affen“ eine Fortsetzung in die Kinos kommen.

Diese wurde bei Produktionskosten von

ca. 2,5 Millionen US-Dollar zwar wesentlich

günstiger umgesetzt, zeigte aber bei einem

Kinoumsatz von 12,3 Millionen US-Dollar

dennoch Wirkung.

Ein positiver

Schritt nach

vorne war dabei

die Idee, die

Handlung quasi

als Prequel umzusetzen,

so

dass die Fans

der Reihe endlich

die Frage,

wie die Affen

sich zur dominanten

Erdenbevölkerung entwickeln konnten,

anschaulich beantwortet bekommen

sollten. Mal davon abgesehen, dass eine

chronologische direkte Fortsetzung ohnehin

nicht möglich gewesen wäre, reduzierte eine

Handlung in der Gegenwart nicht nur die Produktionskosten

(zumal nicht mehr so viele

Affenmasken angefertigt werden mussten),

sondern ermöglichte mehr Freiheiten der

Gesamtgeschichte, eine neue Entwicklung

mitzugeben. Darüber hinaus wurde auch

wieder ein wenig mehr Sozialkritik geübt.

Entsprechend wohlwollend sind letztendlich

die Kritiken zu diesem Prequel ausgefallen,

so dass bei rotten tomatoes insgesamt 78%

positive Wertungen notiert sind.

Eroberung vom Planet der Affen (1972)

Dass die jährliche Veröffentlichung einer weiteren

Fortsetzung nicht auf Dauer gut gehen

kann, sollte sich bald bewahrheiten. Das hohe

Niveau konnte von Eroberung vom Planet

der Affen leider nicht gehalten werden. Immer

mehr wurde das Budget reduziert, so

dass dieser Teil

mit lediglich

1,7 Millionen

US-Dollar auskommen

musste.

Fraglich ist,

ob die urs

p r ü n g l i c h e

Idee von Paul

Dehn, den Film

w e s e n t l i c h

düsterer und

gewalttätiger

zu gestalten, letztendlich doch die bessere

Idee gewesen wäre. Da der Film aber von

20th Century Fox unbedingt als Familienfilm

geplant war und in der ersten Testvorführung

Mütter mit ihren Kindern die Vorstellung verließen,

wurde der Film enorm umgeschnitten,

um eine wesentlich niedrigere Freigabe

zu erhalten. Allerdings hat auch Regisseur J.

Lee Thompson seinen Teil dazu beigetragen,

dass der Film nicht mehr so wohlwollend aufgenommen

wurde, da man die Actionsequenzen

nicht sonderlich spektakulär in Szene

gesetzt hat und auch manche Elemente

doch eher konstruiert erscheinen.

Die Schlacht um den Planet der Affen (1973)

„Die Schlacht um den Planet der Affen“ sollte

vorerst der letzte Teil der ursprünglichen

„Planet der Affen“ Reihe darstellen, zumal

auch die Einnahmen

immer weiter

sanken. Die letzte

Fortsetzung sollte

das nicht besser

werden lassen,

denn auch wenn

das Budget mit 1,8

Millionen US-Dollar

minimal höher als

beim letzten Mal

war, erscheint der Film fast schon dilettantisch,

was vor allem den Kulissen und Settings

anzumerken war. Da ist es fast schon

bezeichnend, dass erneut J. Lee Thompson

erneut für die Regie verantwortlich war und

den Kahn vollends auf Grund setzte. Nur so

viel: Die Kritiken waren überwiegend vernichtend,

die Handlung recht billig und das

Einspielergebnis von 8,8 Millionen US-Dollar

bezeichnend.

Planet der Affen (Fernsehserie) (1974)

+ Return to the Planet of the Apes

(Zeichentrickserie) (1975)

Trotz der negativen Kritiken hat man in den

beiden Folgejahren mit „Planet der Affen“

(Realserie, die auf dem Roman basierte) und

„Return to the

Planet of the

Apes“ zwei TV-Serien

zu der Geschichte

produziert.

Beide waren

allerdings nicht

von großem Erfolg

beschert und wurden

jeweils nach

einer Staffel wegen

schlechter

Einschaltquoten

abgesetzt. In der

Realserie „Planet der Affen“ spielte übrigens

auch Roddy McDowall mit, der dort die Rollen

des Cornelius bzw. Cäsar übernahm.

Es war damit nach diesem missglückten Versuch,

das Format über die TV-Serien zu retten,

somit offiziell, dass das Interesse an dem

Thema nun endgültig erloschen ist, so dass

keine weiteren Fortsetzungen mehr produziert

wurden.

Ende der 80er

wurde die Idee

wieder aufgegriffen,

sich an

die Geschichte

noch einmal her

a n z u w a g e n .

Blulife · 04/2014 41


SPEZIAL

Film

Anfang der 90er Jahren wurden Sam Raimi

und Oliver Stone als potentielle Regisseure

gehandelt; später sollten Namen wie Chuck

Russell, Roland Emmerich oder James Cameron

ebenfalls fallen. Ein Drehbuch mit dem

Titel „Return of the Apes“ wurde verfasst.

Die Handlung spielte in der nahen Zukunft,

wobei die Menschheit durch eine Plage ausgerottet

wurde. Mit einer Zeitmaschine reisen

einige Forscher zurück in die Zeit und

werden Zeuge von einem Krieg zwischen prähistorischen

Menschen und fortgeschrittenen

Affen. In einem weiteren Skript-Entwurf

landet ein Affen-Astronaut aus dem All auf

der Erde und bringt dabei einen Virus mit,

der ebenfalls die Menschheit auslöschen soll,

so dass einige Forscher mit dessen Raumschiff

auf dessen Planeten reisen, um den Ursprung

des Übels zu finden. Alles Pläne, die

verworfen wurden und für weitere Jahre

schlummern sollten.

Planet der Affen (2001)

Im neuen Jahrtausend wagte letztendlich Regisseur

Tim Burton einen Neuanfang und interpretierte

den Roman vollkommen neu.

Mit einem prominenten Cast bestehend aus

Mark Wahlberg, Tim Roth, Helena Bonham

Carter, Michael Clarke Duncan, Paul Giamatti

und Estella Warren sowie Charlton Heston

als Zaius, Thades Vater, und Linda Harrison

als Frau im Gefängniswagen sind sogar zwei

Darsteller aus den 60er Jahre Verfilmungen

mit von der Partie gewesen. Das Resultat ist

allerdings sehr zwiespältig ausgefallen. Finanziell

war der Film ein voller Erfolg und

spielte bei einem Budget von 100 Millionen

US-Dollar über

362 Millionen

US-Dollar an

den Kinokassen

wieder ein. Allerdings

waren

die Kritiken sehr

gemischt mit

Tendenz ins Negative

und auch

die Zuschauer

fanden den Film eher schlecht als recht. Ob

es eventuell daran lag, dass Burton sehr stark

von der Erstverfilmung abwich und dabei

vertraute Muster zu sehr veränderte? Abgesehen

davon war das Interesse einer Fortsetzung

groß, wobei auch Mark Wahlberg, Helena

Bonham und Paul Giamatti dafür sich zur

Verfügung gestellt hätten. Das Zünglein an

der Waage war letztendlich Tim Burton, der

auf die Frage, ob er ein Sequel drehen würde,

lapidar geantwortet hat: „Ich würde eher

aus einem Fenster springen.“

Planet der Affen: Prevolution (2011)

Wieder sollten einige Jahre verstreichen, bis

sich die Affen zurückmeldeten. Die Vorbereitungen

dazu starteten bereits 2006, doch bis

2011 mussten sich die Fans noch gedulden.

„Planet der Affen: Prevolution“ wurde von

dem eher unbekannten britischen Regisseur

Rupert Wyatt umgesetzt, übertraf damit

aber sämtliche Erwartungen.

Dabei weicht diese Neuinterpretation

am deutlichsten von

allen Leinwandadaptionen von

der Buchvorlage ab und erzählt

eine Vorgeschichte, wie die Affen überhaupt

intelligenter wurden und letztendlich zur dominanten

Spezies auf der Erde werden sollten.

Obwohl der Film sich deutlich von seinen

Vorgängern unterscheidet, sind dennoch

zahlreiche Anspielungen und Verweise auf

die bisherigen „Planet der Affen“-Filme festzustellen,

wie etwa der bereits zuvor erwähnte

Satz „Nimm deine Pfoten von mir, du

dreckiger Affe“, Caesar spielt mit einer Modell-Freiheitsstatue,

deren Name Dodge

Landon ist, spielt auf die beiden Astronauten

Dodge und Landon aus der ersten Verfilmung

an, und viele mehr.

Sensationell war übrigens die Darstellung des

Affen Cäsar, die im Gegensatz zu den bisherigen

Filmen nicht mit Masken, sondern im

Performance-Capture-Verfahren umgesetzt

wurde. Dahinter verbirgt sich niemand Geringerer

als Gollum Darsteller Andy Serkis.

Entsprechend wurde der Film wohlwollend

aufgenommen und überwiegend mit positiven

Kritiken bedacht. Bei einem Budget von

93 Millionen US-Dollar spielte dieser Neuanfang

fast 482 Millionen US-Dollar wieder an

den Kinokassen ein.

Kein Wunder also, dass 2014 mit „Planet der

Affen: Revolution“ ein weiterer Film in die

Kinos kam und den Erfolg noch einmal toppen

sollte, so dass 2016 ein weiteres Sequel

angedacht ist, bei dem Regisseur

Matt Reeves erneut mit

von der Partie sein wird. Wir

dürfen also gespannt sein.

(sah)


Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal

Rear: Dali Zensor 1

THE SIGNAL

Immer wieder gibt es mal Filme, die sich auf

ihre eigene Art und Weise von der Masse

abheben. Oftmals ist es dabei sogar so, dass

diese Produktionen mit einem geringen

Budget auskommen, dabei aber oftmals

mehr erreichen, als so manche Big Budget

Produktion. „The Signal“ von Regisseur und

Co-Autor William Eubank („Love“) gehört zu

dieser Sorte. Es wird schnell deutlich, dass

der Film nicht so direkt und konventionell

ausfällt, wie es manch einer gedacht haben

mag. Eubank setzt viel Wert auf eine eindrucksvolle

Bildsprache und beweist dabei,

dass er beim Arbeiten an seinen unzähligen

Kurzfilmen einiges gelernt hat.

Story

Der Plot zeigt den jungen College Studenten

Nic (B. Thwaites), der von seiner Freundin

Hailey (O. Cooke) und seinem besten Kumpel

Jonah (B. Knapp) getrennt wird und sich

plötzlich in einem mysteriösen Forschungslabor

wiederfindet und sich den Fragen von

Damon (L. Fishburne) stellen muss. Bald soll

sich herausstellen, dass an diesem Ort eine

Menge seltsamer Dinge geschehen, die nicht

so einfach zu erklären sind.

„The Signal“ konfrontiert den Zuschauer

nicht selten mit einigen wirklich überraschenden

Wendungen. Dabei entsteht beim

Anschauen des Filmes zunächst der Eindruck,

dass es sich hierbei um einen konventionellen

Mix aus Coming of Age Drama und

Thriller handeln könnte, der doch ein wenig

langweilig beginnt und doch ein wenig Zeit

braucht, um in Fahrt zu kommen. Doch weit

gefehlt, denn das Mystery Genre wartet

schon um die Ecke und erinnert dabei nicht

selten an die Kultserien „Twilight Zone“ und

„Outer Limits“. Auch schauspielerisch gibt es

bei Brenton Thwaites („Oculus“), Laurence

Fishburne („Matrix“), Beau Knapp und Olivia

Cooke nicht zu beanstanden, da sie ihre Rollen

wirklich glaubhaft verkörpern, auch wenn

die Charakterzeichnung nicht allzu ausführlich

ausgefallen ist. Der Film wäre also eine

runde Sache, wären da nicht einige Logiklöcher,

die dem Film etwas an Authentizität

rauben. Schade eigentlich, denn es wird

deutlich, dass William Eubank eine Menge an

Potential besitzt.

Bildqualität

Das Bild (2,35:1) schaut für eine Low Budget

Produktion wirklich sehr gut aus, kommt dabei

aber nicht ganz ohne Beeinträchtigungen

aus. Doch zunächst zum Positiven, denn

Schärfe und Detailgrad sind in den nahezu

überwiegend optimal ausgeleuchteten Szenen

wirklich top. Die Farben sind trotz leichter

Entsättigung und vereinzelten Farbfiltern

stets natürlich bei ausgewogenem Kontrast.

Der Schwarzwert erweist sich ebenfalls als

gut. In dunklen Szenen macht sich Detailverlust

und auch Rauschen bemerkbar, bleibt

aber in der Minderheit. Einzelne Shots weisen

leichte Unschärfen auf, die aber kaum

auffallen.

Tonqualität

Der Ton (Deutsch und Englisch in DTS HD MA

5.1) präsentiert sich sogar noch einen Ticken

besser als das Bild. Vor allem die bereits ab

der ersten Szene authentische Surroundkulisse

trägt zu diesem Eindruck bei und wird

dabei durch diffuse wie auch direktionale

Hintergrundgeräusche unterstützt. Der Bass

kommt, unterbrochen durch einige ruhigere

Momente, auch häufig aus seiner Deckung

und liefert einige satte Bässe ab. Dank einer

guten Dynamik sowie ausgewogenen Balance

wird eine natürliche Abmischung geboten,

bei der auch die Dialoge in keinem Moment

untergehen.

Ausstattung

Das Bonusmaterial ist recht übersichtlich

ausgefallen und bietet einen Audiokommentar

mit Regisseur und Autor William Eubank,

dessen Bruder Autor Carlyle Eubank sowie

Produzent David Fragenio, ein Behind the

Scenes Special (HD, ca. 10 Minuten), einige

entfernte oder erweiterte Szenen (HD, ca. 10

Minuten), ein Blooper Reel mit Laurence

Fishburne (HD, ca. 1 Minute) sowie den Original

Kinotrailer zum Film (HD, ca. 2 Minuten).

Abgerundet wird das Angebot durch eine

Trailershow zwecks Eigenwerbung sowie

einem Wendecover bei der Amaray Fassung

und einem abziehbaren FSK Logo auf dem

Steelbook.

Fazit

„The Signal“ der sicherlich nicht jedermann

gefallen dürfte, sollte aber auch

wie bereits „Monster“ oder „District 9“

sein Zielpublikum finden. Regisseur und

Co-Autor William Eubank hat trotz einiger

Schwächen einen wirklich empfehlenswerten

Film abgeliefert, der mit einem

geringen Budget viel erreicht. Technisch

muss man sich nicht hinter den großen Titeln

verstecken und bietet eine gutklassige

Bild- und Tonqualität.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

7

8

9

3

8

Blulife · 04/2014

43


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Film

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal, Rear: Dali Zensor 1

Miss Sixty

Es gibt Filme, da liest man sich die Inhaltsbeschreibung

durch und es ist klar, dass inhaltlich

nichts Neues geboten wird. Dann

schaut man aber doch etwas näher hin und

erkennt, dass durch die Abwandlung einiger

Elemente, nicht nur innovative Ideen, sondern

an und für sich doch etwas Anderes,

Neues geboten wird.

Story

So auch bei „Miss Sixty“, in der sich ein Mann

und eine Frau miteinander anfreunden, obwohl

sie sich anfangs nicht leiden können.

Sie möchte obendrein noch ein Baby bekommen.

Das Ungewöhnliche daran ist lediglich,

dass es sich dabei um die bereits 60-jährige

Luise, gespielt von Iris Berben, handelt, was

den Film in eine komplett neue Richtung

führt. Dabei ist das Thema nicht einmal unrealistisch,

denn nicht selten sind entsprechende

Nachrichten in den Tageszeitungen

oder Boulevardblättern nachzulesen. Das ist

aber noch lange nicht der Kern von „Miss Sixty“,

denn abgesehen vom doch irgendwie

ungewöhnlichen Plot, gibt es da noch die

emotionale Wandlung der Protagonistin Luise.

Da darf Iris Berben („Anleitung zum Unglücklichsein“)

ihr ganzes Können darbieten

und schafft es, die Charakterentwicklung ihrer

Figur durchweg glaubhaft darzustellen,

um dadurch zugleich fast die Szenerie zu dominieren.

Aber nur fast, denn es wird genug

Platz für weitere Personen gelassen. Gerade

die Wortgefechte mit Nebendarsteller Edgar

Selge („Das Experiment“) sind eine wahre

Bereicherung für die Handlung, wobei er sich

dadurch als ebenbürtiger Partner zeigt. In

weiteren Rollen wissen zudem Michael Gwisdek,

Björn von der Wellen oder Jördis Richter

zu überzeugen.

Mit viel Wortwitz, stellenweise zynischem

Humor und gut getimten Dialogen wird dadurch

die Geschichte gut vorangetrieben, so

dass potentieller Langeweile so gut wie kein

Platz ermöglicht wird. Ein paar gut eingestreute

dramatische Elemente regen dabei

nicht nur zum Nachdenken an, sondern bieten

darüber hinaus gute Abwechslung. Sigrid

Hoerner, die zuvor ausschließlich bei Filmen

wie „Rammbock“ oder „One Day in Europe“

als Produzentin fungierte, hat sich mit ihrem

Regieeinstand doch recht wacker geschlagen

und das Älter-werden in Form von Midlife

Crisis, spätem Kinderwunsch und dem sich

veränderten Verhältnis von Vätern zu deren

Söhnen mit diesem Film humorvoll aber authentisch

aufgezeigt.

Bildqualität

Das Bild (2,35:1) überzeugt mit einer guten

bis sehr guten Schärfe und wird nur durch einige

weichere Passagen leicht abgewertet.

Die Farben erscheinen durchweg natürlich

bei guter Sättigung und ausgewogenem Kontrast.

Der Schwarzwert könnte mitunter noch

etwas kräftiger sein, was aber so gut wie gar

nicht negativ auffällt. Störende Kompressionsspuren

sind ebenfalls nicht erkennbar gewesen.

Tonqualität

Beim Ton (DTS-HD MA 5.1) gibt es obendrein

noch eine Hörfilmfassung (Dolby Digital 2.0)

obendrauf, wobei ebenso Untertitel für Hörgeschädigte

vorhanden sind. Die Abmischung

ist genrebedingt sehr dialoglastig

ausgefallen, bietet aber dennoch einige Momente,

in denen die hinteren Kanäle nicht

nur durch den Score, sondern auch durch einige

Hintergrundgeräusche angesprochen

werden. Der Bass zeigt sich eher zurückhaltend.

Die Dynamik ist recht umfangreich und

ermöglicht einen natürlichen Klang. Die Dialoge

sind jederzeit klar verständlich.

Ausstattung

Das Bonusmaterial auf dieser Blu-ray Disc

bietet nur begrenzt zusätzliche Informationen

zum Film. Lediglich ein Making-Of sowie

einige Outtakes sind bei den Special Features

zu finden. Immerhin liegen sämtliche Beiträge

in HD vor. Ein Wendecover ist ebenfalls

vorhanden.

Fazit

„Miss Sixty“ ist ein humorvoller Film, in

dem Iris Berben und Edgar Selge lustig

aber authentisch die Tücken und Umstände

des Älter-werdens darstellen. Regisseurin

Sigrid Hoerner schafft es, durch

die eigenwilligen aber sympathischen Figuren

sowie die gut inszenierte Handlung

für gute Unterhaltung zu sorgen. Die

technische Seite bieten kaum Gründe zur

Beanstandung, zumal lediglich das

knappe Bonusmaterial negativ auffällt.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

9

8

2

8

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Boxen: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal

Rear: Dali Zensor 1

Mario BARTH

Die neue Weltrekord-Show:

Männer sind schuld, sagen die Frauen

Es kann mit Fug und Recht behauptet werden,

dass Mario Barth der erfolgreichste

und bekannteste Comedian Deutschlands

ist. Seit 2005 greift er nahezu jährlich den

Deutschen Comedypreis ab. Anfang 2001

war er mit seinem Bühnenprogramm „Männer

sind Schweine, Frauen aber auch!“ zum

ersten Mal unterwegs, um das Publikum

über die zwischenmenschlichen Beziehungen

von Mann und Frau aufzuklären. Ein

Programm, das inhaltlich nach wie vor bei

ihm Bestand hat. Bereits am 12. Juli 2008

stellte Barth zum ersten Mal den Weltrekord

als „Live-Comedian mit den meisten

Zuschauern“ auf und trat vor circa 70.000

Zuschauern im Olympiastadion Berlin auf.

Das sollte aber noch überboten werden,

denn am Pfingstwochenende gelang es dem

Berliner, in derselben Location mit 116.498

Zuschauern „das größte Publikum für einen

Komiker in 24 Stunden“ einen neuen Weltrekord

aufzustellen. Dabei ließ er es sich

auch nicht nehmen, eine spektakuläre Bühne

aufzubauen. Prangerten bislang das

Brandenburger Tor sowie der Berliner U-

Bahnhof im Hintergrund, sollte es diesmal

ein “eröffneter” Flughafen sein, der im Hintergrund

zu sehen ist. Die Anspielung ist

wohl deutlich.

Am Programm selbst hat sich im Vergleich

zur Hallen-Tour-Aufnahme von 2013 so gut

wie nichts geändert, da Barth erneut unter

dem Motto „Männer sind schuld, sagen die

Frauen“ seine Gags auf die Zuschauer abfeuerte.

Da wird über die Unfallrate seiner

Freundin ‚The Brain‘ sinniert, und wie raffiniert

sie dabei vorgeht, um ihm das beizubringen.

Suizid Tauben reizen darüber hinaus

weiterhin die Lachmuskeln des Publikums.

Und wenn Mario auf den Sohn der neuen

Freundin seines besten Kumpels aufpassen

muss, bleibt ebenfalls kein Auge trocken. Das

Schöne dabei ist, dass man die Gags sogar

bereits kennen kann, aber dennoch herzlich

darüber lacht.

Bildqualität

Das Bild (1,78:1; 1080i) befindet sich auf einem

sehr guten HDTV-Niveau, mal abgesehen

von der deutlich besseren Kompression,

die bei dieser Blu-ray vorliegt. Die Schärfe erreicht

dabei gute bis überwiegend sehr gute

Werte, so dass dem Zuschauer ein hoher Detailgrad

geboten wird. Die Farben sind konstant

kräftig und natürlich bei ausgewogenem

Kontrast. Beeinträchtigungen wie Rauschen

fallen nur stellenweise und schwach

auf. Ein durchaus zufriedenstellendes HD-

Bild, das zu gefallen weiß.

Tonqualität

Der Ton (Deutsch, DTS HD Master Audio 5.1

und LPCM 2.0 Stereo) erfüllt voll seinen

Zweck. Während die Surroundabmischung

eine wesentlich authentischere Live-Atmosphäre

vermittelt, klingt der Stereo Mix ein

wenig klarer und direkter. Beide Varianten

überzeugen hingegen durch eine gute Dynamik

sowie einen natürlichen Klang. Da auch

die Stimme von Mario Barth stets klar verständlich

ist, gibt es eigentlich keinen wirklichen

Grund zur Klage.

Ausstattung

Beim Bonusmaterial zeigt man sich großzügig.

Sämtliche Beiträge liegen dabei komplett

in HD vor. Neben einem Making of gibt es

noch verschiedene Featurettes und Clips, bei

der das eine oder andere zwar überflüssig ist,

der Rest davon aber weitere gute Unterhaltung

bietet. Vor allem der Beitrag zur TV-

Show „Verstehen Sie Spaß“ sollte man sich

nicht entgehen lassen. Darüber hinaus sind

auch die Auftritte einiger der Supportbands

an beiden Tagen mit auf die Disc gepackt

worden (leider ohne Trackindex).

Fazit

Mario Barth ist es erneut gelungen, einen

weiteren Weltrekord aufzustellen. Dazu

lockte er mal nebenbei fast 116.500 Zuschauer

binnen 24 Stunden in das Berliner

Olympia Stadion, um sein Programm

„Männer sind schuld, sagen die Frauen“

den begeisterten Massen zu präsentieren.

Die freuen sich nicht nur über eine

Urkunde, sondern darüber hinaus über

zwei Stunden lustige Unterhaltung, sofern

man auf den Humor des Berliners

steht. Wer den Auftritt an Pfingsten verpasste,

hat nun die Möglichkeit, die passende

Blu-ray zuhause anzuschauen.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

9

9

8

8

9

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45


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Film

Im Test verwendete Geräte:

TV:

BDP:

Panasonic TX-L42ETW60

Sony BDV-E370 5.1 3D

Blu-ray Heimkinosystem

ROBOT JOX

1989 schuf Kult-Regisseur und Drehbuchautor

Stuart Gordon (Re-Animator) mit einem

Etat von zehn Millionen Dollar den Science

Fiction Kracher „Robot Jox“, der bis heute

auf eine treue Fangemeinde zählen kann.

Nun bringt explosive media diesen Titel

weltweit erstmals auf Blu-ray in den Handel

und wir werfen einen kurzen Blick auf diese

Veröffentlichung.

Story

Jahrzehnte nach einem verheerenden Nuklearkrieg

sind Kriege bei Strafe verboten. Um

Territorialansprüche zu klären, duellieren

sich die Großmächte in Schaukämpfen, die

von einzelnen Männern in riesigen Kampfrobotern

geführt werden. Als es bei einem

Kampf zu einem folgenschweren Unfall

kommt, beschließt der Kämpfer Achilles, aus

dem Spiel auszusteigen.

Allein die Ausgangssituation dieses Science-

Fiction-Streifens ist absolut absurd. Ein einzelner

Kampf Mann gegen Mann, respektive

Roboter gegen Roboter, soll klären, welcher

Nation welches Territorium zusteht. Auch

dass bei derlei Kämpfen, die mit enormer

Waffengewalt geführt werden, Live-Zuschauer

erlaubt sind, ist absolut hanebüchen. Die

Kriegsersatz-Szenerie dient hier ebenso als

überflüssiger Aufhänger, wie die Soldaten

aus der Retorte, die es natürlich niemals mit

herkömmlichen Kämpfern aufnehmen können.

Zusätzlich gibt es noch eine Verräter-Geschichte,

aber auch die ist lediglich Mittel

zum Zweck, um die Pausen zwischen den Roboterkämpfen

zu füllen. Die Kämpfe sind

zwar aus heutiger Sicht ein wenig lächerlich,

aber mit einem gewissen Nostalgiebonus

funktionieren sie allemal. Die Darsteller neigen

allesamt zum Overacting und das sehr

konstruiert wirkende, und doch so vorhersehbare

Happy-End, scheint auch ein wenig

unglaubwürdig. Andererseits sind all dies die

Besonderheiten, die dem Film zu Recht den

Kultstatus einbrachten, den er heute genießt.

Bildqualität

· überwiegend gute Schärfe mit

hoher Detailsichtbarkeit

· natürliche, aber etwas blasse Farben

· Bild wirkt etwas „glattgebügelt“

· guter Kontrast und starker, etwas zu

dominanter Schwarzwert

· Bild überwiegend glasklar und frei

von Störfaktoren

· Effektaufnahmen fallen qualitativ

ab und weisen Verschmutzungen

und Bildrauschen auf

Mit Ausnahme der Effektaufnahmen ist das

Bild alters- und budgetgemäß sehr gut. Störfaktoren

und Verunreinigungen wurden beseitigt

und auch die Schärfe bewegt sich auf

hohem Niveau. Allerdings wirkt das Bild etwas

zu glatt gebügelt.

Tonqualität

· Stereotonspur vermischt Hintergrundgeräusche,

Musik und Dialoge in

einem gelungenen Verhältnis

· Dialoge jederzeit klar verständlich,

aber leicht blechern

· Bässe etwas zu zurückhaltend

Die LPCM Tonspur verwebt alle Geräusche zu

einem angenehmen Klangteppich, der leider

zuweilen – speziell bei den Dialogen – etwas

blechern klingt. Auch die Bässe hätten, gerade

bei den Kämpfen, etwas wuchtiger sein

dürfen. Alles in allem eine zufriedenstellende

Tonspur, aber leider nicht mehr.

Ausstattung

· Kinotrailer

· Bildergalerie

· Pappschuber mit abziehbarem

FSK-Siegel

· Wendecover

Außer ein wenig Eigenwerbung und einer Bildergalerie

hat es nur der obligatorische Trailer

in den Bonusbereich geschafft.

Fazit

Ein von den Fans heiß erwarteter Sci-Fi-

Klassiker in neuem Gewand! Bild und Tonqualität

bewegen sich auf sehr

zufriedenstellendem Niveau, auch wenn

sich kleinere Mängel nicht von der Hand

weisen lassen. Das Bonusmaterial ist leider

auch sehr übersichtlich und stellt keinen

nennenswerten Mehrwert dar. Der

Film selbst ist ein Klassiker, der trotz –

oder wegen – seiner heutzutage „niedlichen“

Effekte durchaus noch zu gefallen

weiß. Die politische Botschaft ist zwar nur

Fassade, aber Spaß macht das Ganze

trotzdem. Fans von 1980 und 90er Jahre

Sci-Fi-Actionern sollten sich diese Perle

nicht entgehen lassen.

(ms)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

7

7

6

1

7

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Im Test verwendete Geräte:

TV:

BDP:

Panasonic TX-L42ETW60

Sony BDV-E370 5.1 3D

Blu-ray Heimkinosystem

MOTEL HELL

Farmer Vincent (R. Calhoun) und seine

Schwester betreiben eine Schweinezucht

mit eigener Räucherei. Allerdings fängt er

auch immer wieder Menschen ab, gräbt

diese mit durchtrennten Stimmbändern bis

zum Hals in seinem Garten ein und verarbeitet

sie zu gegebener Zeit zu Wurstspezialitäten.

So banal und einfach ist die Handlung von

Motel Hell umrissen, und sehr viel mehr hat

der Film leider auch nicht zu bieten. Die Storyline

folgt dabei dem bekannten Strickmuster

typischer 1980er Jahre Slasher und hält

keinerlei Überraschungen parat. Selbst die

banale Liebesgeschichte, die hier noch eingebaut

wurde, wirkt konstruiert und überflüssig.

Die Indizierung und anschließende 18er Freigabe

resultiert offensichtlich aus der menschenverachtenden

„Lagerung“ der Opfer.

Großartige Goreszenen gibt es hier nur sehr

wenige und auch Spannung oder Grusel

sucht man vergeblich.

Alles in allem ist Motel Hell, trotz einiger großer

Namen wie Rory Calhoun und Wolfman

Jack (der hier eine mehr als winzige Rolle bekleidet),

nicht viel mehr als ein 08/15-Slasher,

wie sie im Zuge des Erfolgs von Halloween,

TCM und Co. am Fließband produziert

wurden.

Zumindest ist die Handlung augenzwinkernd

und mit einem gewissen Maß an schwarzem

Humor gesegnet, was den Film ein wenig aus

dem Einheitsbrei heraushebt. Nicht weit genug,

um hier von einem guten Film zu reden,

aber eben so weit, dass der Film über die

Jahre hinweg eine gewisse Fanbase aufbauen

konnte, die sich sicherlich über diese Veröffentlichung

freut.

Bildqualität

· gute Schärfe mit hohem Detailgrad

· kräftige, erdige Farben im typischen

1980er Jahre Stil

· sehr guter, tiefer Schwarzwert, der

allerdings einige Details verschluckt

· keinerlei Verunreinigungen

oder Alterserscheinungen

Das Bild macht einen guten Eindruck, gerade

wenn man Alter und Produktionsbedingungen

bedenkt. In dunklen Szenen hapert er etwas

an der Durchzeichnung, aber abgesehen

davon gibt es nicht viel Anlass zur Kritik.

Tonqualität

· Ton klingt allgemein ein wenig dumpf

· da 2.0 DD keinerlei Raumklang,

Direktionalität oder ähnliches

· gute Dialogverständlichkeit

· Lautstärke schwankt stellenweise

Der Ton liegt lediglich in 2.0 Dolby Digital vor,

ist aber alles in allem ganz anständig. Leider

schwankt die Lautstärke ein wenig, was sich

vor allem bei den Dialogen bemerkbar

macht. Dennoch sind diese allgemein gut

verständlich.

Ausstattung

· Trailer (deutsch und englisch)

· Bildergalerie

· Wendecover

· Keine Popup-Menü

Das Menü ist lieb- und lustlos gestaltet, an

Boni werden lediglich die obligatorischen

Trailer und eine kleine Bildergalerie geboten.

Erstaunlicherweise gibt es kein Popup-Menü!

Zumindest an ein Wendecover wurde

gedacht.

Fazit

Bild und Ton dieses 35 Jahre alten Films

sind erfreulicherweise sehr ansprechend.

Schärfe und Farbgebung bewegen sich

auf einem guten Niveau, Verunreinigungen

gibt es keine. Der Ton klingt ebenfalls

recht anständig. Das Bonusmaterial besteht

lediglich aus dem Pflichtprogramm.

Ein Popup-Menü gibt es nicht. Sehr unzeitgemäß.

Unzeitgemäß trifft auch auf den Film

selbst zu, der zu seiner Entstehungszeit

vielleicht schockieren konnte, heute aber

ob seiner (spärlich gesäten) Effekte wohl

eher belächelt werden dürfte. Fans von

1980er-Jahre-Slashern dürfen gerne

einen Blick riskieren, aber wer den Film

nicht kennt, sollte vorher besser eine Ausleihe

in Erwägung ziehen.

(ms)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

5

7

6

1

6

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47


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Film

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal, Rear: Dali Zensor 1

Cocktail

Bereits 1986 konnte der damalige Jungschauspieler

und Senkrechtstarter Tom

Cruise mit den Filmen "Top Gun – Sie fürchten

weder Tod noch Teufel" und „Die Farbe

des Geldes“ große Erfolge feiern. 1988 sollte

er neben dem herausragenden „Rain Man“

zusätzlich mit „Cocktail“ ebenfalls einen herausragenden

Doppelpack abliefern. Dadurch

konnte er seinen Bekanntheitsgrad

noch mehr erweitern. Letztgenannter erscheint

nun ebenfalls auf Blu-ray.

Story

Das romantische Drama besitzt sämtliche

Elemente, die einen guten 80er Jahre Film

ausmachen. Dezenten Humor, eine herzergreifende,

leicht überzeichnete Beziehung

zwischen zwei Menschen aus unterschiedlichen

Klassen, das Aufstreben nach Erfolg…

also ein an und für sich typischen Coming of

Age Drama, wie es im Buche steht. Doch

„Cocktail“ bietet noch ein wenig mehr. Klar

wird mit der zunächst leicht sorglosen Atmosphäre

die aus den 80er Jahren bekannte

Naivität dargestellt, doch Regisseur Roger

Donaldson ("Thirteen Days") hat es geschafft,

in der Handlung auch die Kehrseite

der Medaille gekonnt ins Licht zu rücken. Es

ist nicht alles Gold, was glänzt und damit

muss Brian Flanagan (T. Cruise) schnell klarkommen.

Zunächst ein gefeierter Bartender,

der sein Können von Doug Coughlin (B.

Brown) von der Pike auf gelernt hat. Allerdings

gibt dieser mehr vor zu sein, als er in

Wirklichkeit ist. Mit der Liebe will es dabei

auch nicht so richtig laufen.

In schauspielerischer Hinsicht werden die

Rollen von Tom Cruise ("Mission Impossible"

Reihe), Bryan Brown ("Australia"), Elisabeth

Shue ("Zurück in die Zukunft 2"), Lisa Banes

("Young Guns") oder Gina Gershon ("Im Körper

des Feindes") sehr glaubhaft dargestellt.

Die Charakterzeichnung ist dabei wirklich gut

ausgefallen. Die gut pointierten Späße bleiben

durchweg niveauvoll und auch die Emotionen

erscheinen dabei nicht aufgesetzt.

Bildqualität

Wenn man das Bild der DVD dieser Blu-ray

Veröffentlichung gegenüberstellt, wird der

Mehrwert der HD-Darstellung deutlich. Das

macht sich vor allem durch die gutklassige

Schärfe bemerkbar, die dem Bild mehr Details

verleiht, auch wenn die Kanten nicht akkurat

fein gezeichnet erscheinen. Die Farben

sind natürlich bei zufriedenstellender Sättigung

und gut eingestelltem Kontrast. Der

Schwarzwert schafft es aber nicht durchweg

zu überzeugen, zumal auch die Durchzeichnung

nicht die Beste ist, was aber nur stellenweise

auffällt.

Tonqualität

Der deutsche Ton (Dolby Digital 2.0) kann

nicht wirklich mit dem englischen Original

(DTS HD Master Audio 5.1) mithalten. Mal

abgesehen von der ohnehin fehlenden

Räumlichkeit, klingt die Synchronisation

nicht nur gedämpfter, sondern darüber hinaus

auch wesentlich dünner, obwohl der

Bass dennoch erkennbar bleibt. Das englische

Pendant präsentiert sich allerdings im

Direktvergleich wesentlich dynamischer, offener

und natürlicher.

Ausstattung

Bonusmaterial sucht man leider bei diesem

Titel vergeblich. Immerhin: Sowohl die US-

Blu-ray als auch die bisherigen DVD Veröffentlichungen

enthalten ebenfalls keinerlei

Extras. Ein Wendecover ist nicht vorhanden.

Fazit

Dieser Katalogtitel lohnt sich lediglich für

Fans, die ein Upgrade von DVD wagen

wollen. Für Quereinsteiger bietet die Anschaffung

der Blu-ray zu dem 80er Jahre

Klassiker „Cocktail“ in technischer Hinsicht

ansonsten keinerlei Kaufanreize. Der

Film selbst ist aber über jeden Zweifel erhaben,

was dessen Anhänger mit Sicherheit

bestätigen können. Entgegen

jeglichen Klischees ist Regisseur Roger

Donaldson dabei ein überzeugendes und

abwechslungsreiches Drama gelungen,

dass durchweg gute Unterhaltung bietet.

BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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(sah)

8

6

5

0

6

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Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Jinn

Es gibt sie noch, die etwas besser und aufwändiger

produzierten B-Movie Titel, die inhaltlich

dem Zuschauer die Fußnägel hochrollen

lassen. Ein aktueller Titel dazu hört

auf den Namen „Jinn“ und bietet eine oberflächlich

sauber inszenierte Geschichte. Nun

gut, die Dialoge dazu sind nahezu durchgehend

sinnfrei. Aufgesetzt lustige oder Pathos

geschwängerte Sprüche, die wenig authentisch

und natürlich erscheinen. Darüber

hinaus sind auch der eine oder andere Zeitsprung

oder einzelne Elemente etwas zu

stark konstruiert in Szene gesetzt worden.

Macht man sich aber die Mühe und senkt

den Anspruch etwas, macht dieser Film

durchaus Laune. Denn die Effekte und actionlastigen

Szenen sind richtig gut geworden.

Gerade die Eingangsszene in der Hütte macht

da bereits neugierig und Lust auf mehr. Ein

Drehbuchautor mit etwas feinerem Sinn für

Dialoge hätte zudem aus dem Film noch etwas

mehr herausholen können. Das macht

zwar die durchwachsene schauspielerische

Leistung nicht wett, aber wie gesagt, der positive

Aspekt liegt ohnehin auf den actionlastigen

Teilen. Regisseur Ajmal Zaheer Ahmad,

der auch das Skript zu „Jinn“ verfasste, hat

definitiv nicht alles verkehrt gemacht. Man

erkennt dabei viele gute Ideen und das Potential,

das in dem jungen Filmemacher

steckt. Es ist dabei löblich, dass er Einflüsse

aus der arabischen und islamischen Folklore

in seinem neusten Werk eingebaut hat. Etwas

mehr davon, vielleicht ein comichafter

Stil, dafür weniger aufgesetzt Dialoge…

wenn, das Wörtchen ‚wenn’ nicht wäre.

Denn schließlich ändert das nichts am vorliegenden

Endresultat. Leider.

Bildqualität

Die Bildqualität ist nicht durchweg astrein,

und das, obwohl es sich um eine recht aktuelle

Produktion handelt. Allerdings ist auffallend,

dass manche weichere Einstellung aufgrund

einer falschen Fokussierung zustande

kommt. Denn überwiegend dominiert eine

sehr gute Schärfe. Die Farben sind großteils

natürlich, wobei recht oft Farbfilter eingesetzt

wurden. Gerade blau wurde dabei häufig

eingesetzt, was aber gut zur Atmosphäre

passt. Der Kontrast ist gut eingestellt. Durchzeichnungsprobleme

fallen nur vereinzelt negativ

auf, wohingegen Kompressionsspuren

gar nicht erkennbar waren.

Tonqualität

Auffallend ist der Score, der häufig Akzente

zu setzen vermag. Hin und wieder schießt

Komponist Noah Sorota dabei zwar etwas

übers Ziel hinaus, trifft aber doch meistens

die Stimmung der entsprechenden Szene.

Abgesehen davon sorgen einige direktionale

wie diffuse Hintergrundgeräusche für eine

annehmbare Räumlichkeit. Der Subwoofer

darf dabei hin und wieder einige satte Bässe

aus seiner Membran kitzeln. Die Dynamik ist

zufriedenstellend und die Balance insgesamt

recht ausgewogen. Der Ton (Deutsch & Englisch

in DTS HD MA 5.1) bietet somit keine

Referenz, ist aber mehr als nur zweckdienlich.

Ausstattung

Das Bonusmaterial besteht letztendlich nur

aus dem Originaltrailer in Deutsch und Englisch,

einer Bildergalerie sowie einer Filmempfehlung

zu dem Film „The Scribbler“,

mehr nicht. Also kaum der Rede wert. Schade,

denn gerade ein Interview mit Regisseur

und Autor Ajmal Zaheer Ahmad über die Basis

seiner Geschichte wäre sicherlich für den

einen oder anderen interessant gewesen.

Auf ein Wendecover wurde leider ebenfalls

verzichtet.

Fazit

„Jinn“ ist ein Film, an den man ohne großen

Anspruch herangehen sollte, dann

aber durchaus positive Überraschungen

parat hat. In diesem Fall sind es die gut inszenierten

Effekte sowie der Einfluss arabischer

Folklore. Ein Blindkauf ist zwar

nicht unbedingt zu empfehlen, aber für

Anhänger okkult angehauchter Filme

durchaus einen Blick wert.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

6

8

8

1

7

Blulife · 04/2014

49


REVIEW

Film

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

JOE

Die Rache

ist sein

Gerade in den 90er Jahren war Darsteller

Nicolas Cage ein absoluter Superstar. Mit

Filmen wie „Leaving Las Vegas“, „The Rock –

Fels der Entscheidung“ oder „Con Air“

schloss er zum Olymp der Hollywood Größen

auf. Doch in den letzten Jahren ist er

eher durch Insolvenzgerüchte und halb gare

Produktionen wie „Frozen Ground“ oder

„Stolen“ aufgefallen. „Joe – Die Rache ist

mein“ macht zwar auch schnell deutlich,

dass kein allzu großes Budget bereitstand,

zeigt aber auch, dass das Niveau wesentlich

höher liegt. Dabei ist Regisseur David Gordon

Green bislang eher durch Blödelkomödien

wie „Ananas Express“ oder „Your

Highness“ zu Bekanntheit gelangt.

Dass er bereits 2004 ein beachtetes Thriller

Drama namens „Undertow – Im Sog der Rache“

inszenierte, scheinen dabei einige vergessen

zu haben. Qualitativ schlägt die Leinwandadaption

zu Larry Browns gleichnamigem

Werk in dieselbe Kerbe. Green ist es gelungen,

ein durchaus überzeugendes Drama

mit einer unglaublich dichten, teils bedrückenden

Atmosphäre zu erschaffen, das nur

so vor Authentizität strotzt und mit emotionalen

(Achtung: nicht mit ‚sentimental‘ verwechseln!)

Elementen nicht geizt. Man muss

schon eine Aversion gegen dieses Genre haben,

um nicht von der Handlung berührt zu

werden. Doch auch schauspielerisch überzeugen

Nicolas Cage, der aufstrebende Tye

Sheridan (der auch schon in „Mud“ eine sehr

gute Figur machte) oder der überraschende

Gary Poulter (ein Obdachloser, der für diesen

Film engagiert wurde, aber leider nach den

Dreharbeiten verstarb) in ihren Rollen und

präsentieren sich durchweg glaubwürdig und

authentisch.

Bildqualität

Das Bild (2,35:1) wurde ausschließlich mit digitalen

Arri Alexa Kameras gedreht und präsentiert

sich sehr detailreich. Die Schärfe bewegt

sich überwiegend auf einem sehr guten

Niveau. Die Farben sind ein wenig trist aber

natürlich ausgefallen, was zur herbstlichen

Atmosphäre des Filmes passt. Der Kontrast

erweist sich als ausgewogen. Lediglich in

dunklen Szenen ist hin und wieder mit Durchzeichnungsproblemen

und leichtem Detailverlust

zu rechnen. Nennenswerte Beeinträchtigungen

wie Rauschen oder Kompressionsspuren

sind nicht aufgefallen.

Tonqualität

Der Ton (Deutsch und Englisch in DTS HD

Master Audio 5.1) überzeugt trotz der Tatsache,

dass der Film sehr dialoglastig ausgefallen

ist. Dafür macht sich nämlich eine sehr

aktive Surroundkulisse bemerkbar, die häufig

sämtliche Lautsprecher mit einbezieht. Das

fällt besonders bei den Szenen im Freien auf.

Darüber hinaus macht sich auch der Subwoofer

hin und wieder bemerkbar. Das englische

Original klingt zwar noch ein wenig natürlicher

und offener, aber abgesehen davon

überzeugt die Synchronisation durch eine gute

Dynamik sowie eine ausgewogene Balance.

Ausstattung

Im Bonusmaterial finden sich ein Audiokommentar

mit Regisseur David Gordon Green,

Komponist David Wingo und Darsteller Brian

D. Mays, ein Making-Of (HD; ca. 11 min.), das

Featurette „Vom Buch zum Film: die Ursprünge

von Joe“ (HD; ca. 16 min.), 2 entfallene

Szenen (HD; ca. 3 min.) sowie der Original Kinotrailer

(HD; ca. 2 min.) und bieten somit

zwar begrenzte aber aufschlussreiche zusätzliche

Informationen zum Film. Ein Wendecover

ist darüber hinaus ebenfalls vorhanden.

Fazit

Vom deutschen Untertitel bei „Joe – Die

Rache ist sein“ sollte man sich bei diesem

Drama nicht in die Irre führen lassen,

denn um einen Rache-Thriller handelt es

sich hier nicht wirklich. Vielmehr überzeugt

Regisseur David Gordon Green mit

einer gut inszenierten Handlung, durchweg

glaubwürdigen Schauspielern und

einer erzählerischen Dichte, die bis zum

Schluss gute Unterhaltung bietet. Da Bild,

Ton und Bonusmaterial ebenfalls überzeugen,

lohnt sich auch die Anschaffung.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

9

8

4

8

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Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

STAGE FRIGHT

„Stage Fright“ (deutsch übersetzt: Lampenfieber)

hat nichts mit dem 80er Jahre Italo

Slasher zu tun, sondern stellt eher eine

deutlich schwarzhumorige Musical Persiflage

dar, die allerdings trotz der geringen

Altersfreigabe nicht mit expliziten Gewaltdarstellungen

geizt. Regisseur und Drehbuchautor

Jerome Sable (der auch für die

Musik mitverantwortlich war) hat mit seinem

Filmdebüt eine durchaus gelungene

und kurzweilige Horrorkomödie abgeliefert,

die sowohl für Fans als auch Gegnern von

Musicals geeignet ist.

Die einzigen Probleme bei „Stage Fright“

sind die teils unnötig langen Dialoge und die

vereinzelt vorhersehbare Story. Darüber hinaus

hätten ein paar Gags mehr sicherlich

nicht gestört, sondern eher noch mehr aufgelockert.

Herrlich ist aber der tolle und ironische

Eingangssong, wenn alle Teilnehmer

im Sommercamp ankommen - das passt wie

die Faust aufs Auge. Was die schauspielerische

Qualität anbelangt, wird zweigleisig gefahren.

Minnie Driver (“Good Will Hunting”,

wenn auch nur in einer kleinen Rolle), Meat

Loaf (“Fight Club”), Allie MacDonald (“Stories

We Tell”) oder Douglas Smith („Percy Jackson

– Im Bann des Zyklopen”) bieten eine glaubwürdige

und authentische Darbietung, auch

wenn deren Charakterzeichnung auf eine A5

Seite passt (groß geschrieben) und nicht immer

sehr natürlich oder nachvollziehbar erscheint.

Dahingegen agieren die vielen eher

unbekannten Nebendarsteller teils stimmig

überzeichnet, allerdings vereinzelt auch nervig

und zu aufgesetzt. Abgesehen davon,

schafft es aber Jerome Sable mit seinem Kinodebüt

bis zum Schluss die Spannung zu

halten, und mit diesem kruden Horror Musical

Mix für gute Unterhaltung zu sorgen.

Bildqualität

Mit digitalen Arri Alexa Kameras aufgenommen,

erscheint das Bild (2,35:1) nahezu frei

von Fehlern. Das macht sich vor allem bei der

sehr guten Schärfe bemerkbar, die einen hohen

Detailgrad bietet, wobei selbst bei Aufnahmen

aus der Ferne kaum Feinheiten verloren

gehen. Die Farben erscheinen etwas

übersättigt bei leicht erhöhtem Kontrast,

schauen dabei aber immer noch natürlich

aus. Hin und wieder erscheint das Bild etwas

gelbstichig, was aber nicht wirklich stört. Der

Schwarzwert ist sehr gut. Durchzeichnungsprobleme

sind nahezu nicht erkennbar. Kompressionsspuren

sind ebenfalls nicht aufgefallen.

Tonqualität

Der Ton (Deutsch & Englisch in DTS HD MA

5.1) erreicht nicht das Niveau des Bildes,

weiß aber dennoch zu gefallen. Die einzelnen

Songs werden insgesamt gut wiedergegeben

und lassen nur selten an Transparenz missen.

Die Dynamik ist gut und bietet zusammen

mit der recht ausgewogenen Balance einen

weitläufig natürlichen Klang, zumal der Gesang

nicht deutsch synchronisiert, sondern

im Original belassen wurde. Zum besseren

Verständnis besteht die Möglichkeit, optional

Untertitel zuzuschalten. Der Bass könnte insgesamt

noch etwas mehr Durchsetzungskraft

besitzen.

Ausstattung

An Bonusmaterial wurde nicht gespart. Neben

einem Audiokommentar mit Drehbuchautor,

Regisseur und Komponist Jerome Sable

und Komponist Eli Batalion gibt es noch

ein Interview mit denselben, ein Making-Of,

zwei entfallene Szenen, die drei Featurettes

„In Memory of a fallen Camper“ (das unterm

Strich ebenfalls aus entfernten Szenen besteht),

„Das Set Design“ sowie „A look at Stage

Fright“ (mit ein bisschen zu viel Selbstbeweihräucherung),

den Original Kinotrailer

sowie eine Sing Along Funktion. Sämtliche

Beiträge liegen in HD und deutsch untertitelt

vor. Eine Trailershow und ein Wendecover

sind ebenfalls vorhanden.

Fazit

Die Horror Komödie „Stage Fright“ wurde

zu Unrecht mit negativen Kritiken abgestraft,

da der Film mit zahlreichen ironischen

Gags und einem ausgewogenem

Mix aus eigenständigen Musiknummern

wie auch gut inszenierten Slasher Elementen

die Musical Szene gut aufs Korn

nimmt. Der Einstand ist Drehbuchautor,

Regisseur und Komponist Jerome Sable

durchaus gelungen. Da auf der technischen

Seite Bild, Ton und das Bonusmaterial

ebenfalls überzeugen, rechtfertigt

sich durchaus eine Anschaffung.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

7

9

8

7

8

Blulife · 04/2014

51


REVIEW

Film

The Green Mile

Hauptsächlich ist Autor Stephen King als

The Godfather of Horror bekannt. Ein Genre

Meisterwerk nach dem anderen wurde veröffentlicht

und abgefeiert. Allerdings zeigte

er schon früh mit Werken wie „Frühling,

Sommer, Herbst und Tod“, dessen Kurzgeschichte

„Frühlingserwachen: Pin-up“ unter

dem Titel „Die Verurteilten“ verfilmt wurde,

dass er auch emotionalere Töne anschlagen

kann. Regie führte dabei Frank Darabont,

der fünf Jahre später erneut ein Werk von

King für die große Leinwand adaptieren

sollte: „The Green Mile“. Zwar wurde dieser

Titel bereits 2009 auf Blu-ray veröffentlicht,

erfährt aber aufgrund des 15-jährigen Jubiläums

eine Wiederveröffentlichung.

Story

Der ehemalige Gefängniswärter Paul Edgecomb

(T. Hanks) erinnert sich im Altersheim

an sein Leben, als er in den 1930er Jahren

Leiter des Todestraktes im Staatsgefängnis

Cold Mountain war. Dieser wurde aufgrund

des grünen Linoleumbodens The Green Mile

genannt. Eines Tages kam mit John Coffey

sanftmütiger Riese, so dass sich kaum jemand

vorstellen kann, dass er überhaupt jemanden

etwas zuleide tun könnte.

Frank Darabont, der bei dieser Leinwandadaption

nicht nur für die Regie, sondern

auch für die Produktion und das Drehbuch

verantwortlich war, hat es bei „The Green Mile“

zwar nicht geschafft, das sehr hohe Niveau

von „Die Verurteilten“ zu überbieten,

mit seiner zweiten von drei Stephen King

Adaptionen aber dennoch einen herausragenden

Film abgeliefert. Die sechsteilige Roman-Vorlage

wurde dabei, trotz einiger Abweichungen,

sehr gut umgesetzt. Das einzige

Manko ist eine allerdings nur vereinzelt feststellbare

Langatmigkeit, die den ansonsten

durchweg positiven Gesamteindruck nur gering

schmälert.

Letztendlich überwiegen aber die herausragenden

Aspekte, wie eine wunderbare Cha-

rakterzeichnung der meisten Figuren, die

dem Zuschauer mit der steigenden Spielzeit

immer mehr Facetten preisgeben. Der hoch

emotionale Plot dürfte gerade den nah am

Wasser gebauten Zuschauer häufiger zum

Taschentuch greifen lassen. Wobei nicht nur

dramatische Elemente dominieren, denn

schließlich gibt es einige Nebenplots, die geschickt

in die Gesamthandlung eingewoben

wurden und dabei der dramatischen Seite

noch mehr Tiefe und einen weiteren Kontrast

verleihen. Gerade die Rolle von Doug

Hutchinson lotet dabei die Extreme sehr gut

aus.

Im Mittelpunkt stehen aber zweifelsohne der

erneut großartig agierende Tom Hanks („Forrest

Gump“), sowie der für diese Rolle Oscar

nominierte Michael Clarke Duncan ("Coffey.

Wie das Getränk, nur ein bisschen anders geschrieben.").

Gerade Letztgenannter gewinnt

(M. C. Duncan) ein sehr ungewöhnlicher

Häftling, der an der Vergewaltigung und dem

Mord an zwei kleinen Mädchen schuld sein

soll. Wie sich allerdings herausstellt, entpuppt

sich dieser trotz gigantischer Größe als

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Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

in seiner Darbietung mühelos die Sympathien

des kompletten Publikums und sorgt

dabei für einige Lacher aber auch für die eine

oder andere Träne. Der weitere Cast ist mit

David Morse, Bonnie Hunt, James Cromwell,

Sam Rockwell (ebenfalls herausragend!), Barry

Pepper, Jeffrey DeMunn, Patricia Clarkson,

Harry Dean Stanton oder Gary Sinise ebenso

hochkarätig besetzt und lässt den Zuschauer

ob der glaubwürdigen wie auch natürlichen

Darbietung an eine Zeit zurückdenken, in der

All-Star Casts mit niveauvoller Handlung

noch häufiger an der Tagesordnung waren.

Da stört dann auch die ansatzweise vereinzelt

aufkommende Langatmigkeit nicht mehr.

Bildqualität

Beim Einlegen der Disc wird bereits nach den

ersten Sekunden deutlich, dass sich nichts

geändert hat: Die Blu-ray ist absolut identisch

mit der bereits 2009 veröffentlichten

Fassung. Immerhin ist das Bild erfreulicherweise

nicht schlecht. Die Schärfe bewegt sich

im Großen und Ganzen auf einem guten Niveau.

In dunkleren Szenen macht sich dabei

zusammen mit gelegentlichem Detailverlust

auch eine zunehmende Unschärfe bemerkbar.

Die Farben sind durchweg kräftig und natürlich,

vielleicht vereinzelt etwas übersättigt,

auch wenn gelegentliche Farbfilter dem

Bild einen leichten Bernstein Touch verleihen.

Der Kontrast ist gut eingestellt und ausgewogen,

so dass die Darstellung häufig

recht plastisch erscheint. Die Durchzeichnung

ist nicht durchweg die Beste, aber überwiegend

gut. Der Schwarzwert ist satt. Der

Transfer ist recht sauber und lässt nur selten

Schmutzspuren erkennen. Das Filmkorn wird

durchweg natürlich und fein wiedergegeben.

Tonqualität

Der Ton ist ebenfalls unverändert. Die Abmischung

erweist sich als recht frontlastig. Gelegentlich

sind einige Surroundeffekte (vor

allem Hintergrundgeräusche) auf den hinteren

Kanälen zu hören, wobei sich ebenfalls

der starke Score von Thomas Newman über

sämtliche Lautsprecher verteilt und dadurch

mehr Räumlichkeit erzeugt wird. Die Stereoseparation

ist allerdings einwandfrei. Der

Bass erweist sich grundsätzlich genrebedingt

eher als zurückhaltend. Wenn gefordert, liefert

der Subwoofer einige bemerkenswerte

Frequenzen aus dem Tieftonbereich. Die Dynamik

bietet einen guten, mehr als zufriedenstellenden

Umfang. Die Balance ist

durchweg ausgewogen, so dass sämtliche

Elemente wie auch die Dialoge transparent

wiedergegeben werden. Störgeräusche wie

Rauschen oder Verzerrungen sind nicht aufgefallen.

Ausstattung

· Audiokommentar

· Dokumentationen

· Making Of

· Nicht verwendete Szenen

(optional mit Kommentar)

· Trailer

Der Unterschied macht sich beim Bonusmaterial

bemerkbar, da zusätzlich eine Bonus

Disc (wie schon bei der Wiederveröffentlichung

von „Gremlins – Kleine Monster“) beigepackt

wurde. Auf der Film-Disc befindet

sich neben einem Audiokommentar mit Regisseur

Frank Darabont (leider ohne deutsche

Untertitel) ebenfalls ein recht ausführliches

Making Of (dazu gleich mehr) auf der

Scheibe. Absolut empfehlenswert ist die

mehrteilige Dokumentation, bei der nicht

nur Stephen King selbst zu Wort kommt, sondern

auch u. a. auf das Drehbuch, die Schauspieler

oder die Kulissen eingegangen wird.

Dazu gibt es noch ein paar entfernte Szenen,

einen Screentest mit Michael Clark Duncan,

einen Make up Test mit Tom Hanks und diverse

Teaser und Trailer. Auf der Bonusdisc

wurde zwar lediglich ein einziges weiteres

Special Feature geboten, dass sich aber als

erweiterte Fassung des Making Of „Walking

the Mile“ entpuppt. Diese dauert auf der

Filmdisc ca. 25 Minuten, während deren Extended

Cut satte 96 Minuten dauert und dabei

die Hintergrundgeschichte noch etwas

genauer durchleuchtet.

Achtung: Das FSK Logo befindet sich auf einer

Papp Banderole, die auf den Schuber aufgeklebt

ist. Dieser hält sehr fest, so dass beim

Entfernen schnell Schäden auf dem Schuber

entstehen können.

Fazit

Bei Warner nichts Neues. Wie auch bei

den übrigen Titeln der aktuell veröffentlichten

Anniversary Reihe wurden keine

neue Bildmaster oder Tonspuren angefertigt.

Technisch bleibt also alles beim

Alten. Im Falle von „The Green Mile“ ist

das aber immerhin im Vergleich zu

„Gremlins – Kleine Monster“ und „Interview

mit einem Vampir“ wirklich gutklassige

Qualität, so dass sich spätestens jetzt

ein Upgrade lohnt.

„The Green Mile“ ist zweifelsohne ein

kleiner Meilenstein der Filmgeschichte,

den jeder Cineast mal gesehen haben

sollte. Frank Darabont beweist damit

nach „Die Verurteilten“ erneut, dass er

ein sehr gutes Händchen für die Verfilmung

von Stephen King Romanen hat.

Trotz drei Stunden Spielzeit kommt nur

minimale Langeweile auf. Es wird eine

wunderbar vielseitige und emotionale

Geschichte erzählt, die sofort eine Verbindung

zum Zuschauer herstellt. Ein

Must See und spätestens mit dieser Veröffentlichung

ein Pflichtkauf!

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

9

8

7

9

8

Blulife · 04/2014

53


REVIEW

Film

Planetder

Affen

REVOLUTION

Es kommt nicht häufig vor, dass es eine Fortsetzung

oder ein Remake (oder auch beides)

es schafft, den Vorgänger / das Original

in puncto Unterhaltungswert und Qualität

zu schlagen. Doch „Planet der Affen: Revolution“

hat das mühelos geschafft, wobei

dessen Vorgänger „Planet der Affen: Prevolution“

ebenfalls nicht von schlechten Eltern

war. Nun erscheint der Science Fiction Action

Film auf Blu-ray, um die Massen zu begeistern.

Story

Zehn Jahre sind vergangen, seit ein tödlicher

Virus die Bevölkerung der Menschheit auf

ein Minimum reduzierte. Dafür hat die Population

der genetisch veränderten Affen unter

der Führung des Schimpansen Caesar (A.

Serkis) deutlich zugenommen, was allerdings

immer häufiger zu Konflikten führt. Nicht

wenige der letzten überlebenden Menschen

wie Malcolm (J. Clarke) und Dreyfus (G. Oldman)

sehen die Affen als die Schuldigen für

diese Katastrophe und sinnen nach Vergeltung.

Die Stimmen derjenigen unter den

Menschen und Affen, die nach Frieden sinnen

und zusammen den Planeten wieder aufbauen

wollen, werden immer leiser, die der

Kriegstreiber und militanten Rädelsführern

aber immer lauter, so dass bald ein Krieg um

die Vorherrschaft auf der Erde beginnt.

Wie auch schon beim ersten Teil ist die Stärke

der Fortsetzung offensichtlich: Man hebt sich

deutlich von den bisherigen filmischen Vorlagen

ab und greift davon nur einzelne und vor

allem charakteristische Fragmente auf. Regisseur

Matt Reeves („Let me in“) bzw. die Autoren

Rick Jaffa, Amanda Silver und Mark Bomback

haben sich dabei in der Handlung vor allem

vom letzten Teil „Die Schlacht um den

Planet der Affen“ der Original-Film-Reihe inspirieren

lassen. Lediglich gewisse Kernthemen

in Bezug auf die Message des Filmes ha-

ben sich deutlich verschoben. War in den

70ern die Angst vor einem Atomschlag noch

recht groß, werden bei diesem Reboot dagegen

eher die Kriegstreiberei, die Folgen einer

Pandemie sowie das Verhältnis zwischen

Menschen und Tieren in den Brennpunkt gestellt.

Dabei gelingt es Reeves, der schon immer

ein gutes Händchen für eine klare Bildsprache

hatte, mit nur wenigen Mitteln oder

einfach nur dezenten Hinweisen, Bände sprechen

zu lassen. So schwebt das böse Omen

wie ein bedrückender Schatten über dem

ganzen Szenario und macht das Kernproblem

mehr als deutlich.

Beeindruckend ist dabei erneut die herausragende

Darstellung der Affen, die im Performance-Capture-Verfahren

erstellt wurde.

Gerade die Leistung von Andy Serkis („Der

Herr der Ringe“ Trilogie) und Toby Kebbell

(„Prince of Persia: Der Sand der Zeit“), wie

sie Caesar und Koba Leben einhauchen, ist

wirklich beeindruckend. Da verkommen die

menschlichen Darsteller wie etwa Jason Clarke

(“Zero Dark Thirty”), Gary Oldman (“Batman”

Trilogie), Keri Russell („Austenland“),

Kodi Smit-McPhee („The Road“) oder Kirk

Acevedo („Fringe“ Serie) fast schon zu Nebendarstellern,

wobei diese ihre Charaktere

ebenfalls sehr glaubwürdig und emotional

verkörpern.

Bildqualität 2D

· Codec: MPEG-4/AVC, Auflösung

1920x1080p, Ansichtsverhältnis 1,85:1

· außerordentlich scharfes Bild mit

hervorragendem Detailgrad auf

Referenzniveau

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Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

· keine weicheren Abschnitte zu

erkennen

· triste aber natürliche Farben bei sehr

guter Sättigung und ausgewogenem

Kontrast

· satter, nur vereinzelt leicht schwacher

Schwarzwert bei ausgezeichneter

Durchzeichnung

· selbst die 2D Fassung bietet eine

hohe Plastizität

· Kompression arbeitet auf sehr hohem

Niveau und lässt keine störenden

Spuren erkennen

· durchweg stimmiges Bild, das

keinen wirklichen Grund zur

Beanstandung liefert

Es gibt so gut wie nichts beim Bild zu beanstanden.

Gerade was die Schärfe anbelangt,

geht es nicht wirklich besser, abgesehen von

einer höheren Auflösung. Jedes Detail wird

akkurat wiedergegeben, ohne dass dabei irgendwelche

Unschärfen auch nur ansatzweise

stören. Die bewusst trist gehaltenen Farben

erzeugen ein stimmiges Bild, das durch

einen ausgewogenen Kontrast gestützt wird.

Lediglich vereinzelt schwächere Schwarzwerte

passen dabei nicht ganz ins Konzept, stören

allerdings nicht wirklich. Trotz dieses

leichten, aber vernachlässigbaren Mankos,

hat das Bild zu Recht die Höchstnote verdient.

Bildqualität 3D

· Codec: MVC, Auflösung 1920x1080p,

Ansichtsverhältnis 1,85:1

· keinerlei Beeinträchtigungen in Bezug

auf die Bildschärfe

· so gut wie nicht anfällig auf

Ghosting Artefakte

· durchweg kräftige und strahlende

Farben

· nur wenige Pop-out Effekte

· außerordentlich tiefgestaffelte

Tiefenwirkung

Durch das 16:9 freundliche Ansichtsverhältnis

von 1,85:1 kommt der 3D Effekt wirklich

sehr gut zur Geltung. Beeinträchtigungen

durch die stereoskopische Ansicht wie etwa

Unschärfen oder Verdunklungen sind nicht

auffällig. Dafür aber eine wirklich wunderbar

räumliche Darstellung. Dabei stört es nicht

einmal im Geringsten, dass nur sehr wenige

Pop-out Effekte vorhanden sind, was durch

die atemberaubende Tiefenwirkung locker

wieder wettgemacht wird. Ein tolles 3D Bild,

das mit den aktuellen Referenztiteln locker

mithalten kann.

Tonqualität

· Deutsch DTS 5.1,

Englisch DTS-HD MA 7.1, etc.

· kein deutscher HD Sound

· sehr kräftige und klare Abmischung

bei herausragender Dynamik

· äußerst weiträumige Surround-Kulisse,

die mit zahlreichen direktionalen

wie diffusen Hintergrundgeräuschen

für eine realistische Atmosphäre sorgt

· prägnante und kräftige Bässe

· durchweg klare und transparente

Dialoge

Die vorliegende deutsche Tonspur ist der

deutliche Beweis, dass auch komprimierte

Formate sich hinter den verlustfrei codierten

Varianten nicht verstecken müssen. Das

macht sich bei der nahezu durchweg präsenten

Surroundkulisse bemerkbar, die nicht nur

in Action-Szenen, sondern auch in ruhigen

Momenten für eine tolle Räumlichkeit sorgt.

Blulife · 04/2014

55


Ausstattung

· Audiokommentar von Matt Reeves

· Entfallene Szenen (Mit Kommentar

von Matt Reeves): (HD; ca. 5 min.)

· Zeremonie der Affen

· Malcolm führt die Affen zum

Staudamm

· Caesar und die Affen eskortieren

die Menschen ins Camp

· Die Hintergründe zum Film

(HD; ca. 9 min.)

· Andy Serkis verkörpert erneut

"Caesar" (HD; ca. 9 min.)

· Die Darsteller (HD; ca. 18 min.)

· Die Dreharbeiten (HD; ca. 15 min.)

· Die Gemeinschaft der Affen

(HD; ca. 10 min.)

· Das Performance-Capture-Verfahren

(HD; ca. 15 min.)

· Die visuellen Effekte (HD; ca. 20 min.)

· Der finale Kampf zwischen Caesar

und Koba (HD; ca. 16 min.)

· Bildergalerie

· Original Kinotrailer (HD; ca. 6 min.)

· Einblicke in „Exodus: Götter und

Könige“ (HD - Vorschau)

Das Bonusmaterial könnte kaum umfangreicher

sein und liegt darüber hinaus komplett

in HD sowie deutsch untertitelt vor. Neben

einem Audiokommentar von Regisseur Matt

Reeves gibt es noch drei entfallene Szenen,

eine Bildergalerie, drei verschiedene Kinotrailer

sowie verschiedene Featurettes. Letztere

bieten eine Menge an Informationen zu

den unterschiedlichen Produktionsprozessen

wie etwa die visuellen Effekte, die Handlung

an sich, die Schauspieler, das aufwändige

Performance-Capture-Verfahren zur Visualisierung

der Emotionen bei den Affen, et cetera.

Sämtliche Beiträge sind sehr ausführlich

ausgefallen und lassen so gut wie keine Wünsche

offen.

Fazit

20th Century Fox bieten bei dieser Veröffentlichung

einen technischen Leckerbissen

an. Gerade das Bild ist

atemberaubend und einwandfrei ausgefallen,

das sämtliche Stärken eines HD

Mediums ausspielt. Der Ton schafft es,

den bisher positiven Eindruck zu halten

und bietet dabei eine aktive Surroundkulisse

sowie eine kraftvolle und dynamische

Abmischung. Das Bonusmaterial ist

außerordentlich umfangreich ausgefallen

und liefert dem interessierten Zuschauer

zahlreiche Informationen zum Film.

Es mag kaum überraschen, dass „Planet

der Affen: Revolution“ bei einem weltweiten

Einspielergebnis von über 700

Millionen US-Dollar weitaus erfolgreicher

als sein Vorgänger ist. Regisseur Matt

Reeves hat es geschafft zu „Prevolution“

noch eine Schippe draufzusetzen, die

Handlung dabei aber nicht zu überladen.

Wer das Reboot bisher ignoriert hat,

sollte dem spätestens jetzt eine Chance

geben.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

9

10

10

9

8

9

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Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV:

BDP:

AVR:

Boxen:

Toshiba 47Z3030D

Sony BDP-S790

Denon AVR-1312

Front: Dali Zensor 1 / Rear: Magnat

The ANGRIEST

Man in Brooklyn

Es war ein trauriger Tag, als die Filmwelt die

Nachricht erfuhr, dass der allseits beliebte

Schauspieler Robin Williams („Hinter dem

Horizont“) durch seine eigene Hand aus

dem Leben geschieden ist. Ein tragisches Ereignis,

das bei vielen Fans ein Loch im Herzen

hinterlassen hat. Als Abschied gibt es

noch eine Handvoll Filme, die bereits abgedreht

waren und nun auf ihre Veröffentlichung

warten. Ein Titel davon ist u. a. „The

Angriest Man in Brooklyn“, der nun über

Universum Film direkt auf Blu-ray erscheint.

Regisseur Phil Alden Robinson, der Ende der

80er, Anfang der 90er mit „Feld der Träume“

sowie „Sneakers - Die Lautlosen“ zwei herausragende

Filme ablieferte, hat es ruhig

um sich werden lassen, lieferte er doch seit

2002 keine neue Produktion ab. Da ist sein

Comeback mit „The angriest Man in Brooklyn“

nicht sonderlich spektakulär ausgefallen.

Story

Darin geht es um Henry Altmann (R.Williams),

dem just verkündet wurde, dass er

nur noch 90 Minuten zu leben hat. Also versucht

er, aus seiner restlichen verbleibenden

Zeit das Beste herauszuholen, wenngleich

nicht alles wie am Schnürchen klappen will.

Die Handlung basiert übrigens auf dem Roman

„The 92 Minutes of Mr. Baum“ von Assi

Dayan.

Auch wenn die Geschichte mit Williams, sowie

Mila Kunis („The Book of Eli“), Peter Dinklage

(„Game of Thrones“), Melissa Leo

(„The Fighter“) oder James Earl Jones (“Der

Prinz von Zamunda”) recht prominent besetzt

wurde, bietet die eher durchschnittliche

Dramödie nicht so viele Unterhaltungswerte

wie erwartet. Leider schafft es nicht

jeder Gag zu zünden, wobei die eine oder andere

Darstellung auch mal etwas langweilig

rüberkommt. Dazu kommt, dass es die Figuren

nicht schaffen, eine emotionale Bindung

zum Zuschauer herzustellen, zumal Robinson

auch manche Handlungen eher konfus und

wenig nachvollziehbar inszeniert hat. Schade,

denn die Idee zum Film klingt nicht schlecht,

wurde aber nicht wirklich zufriedenstellend

umgesetzt.

Bildqualität

Das Bild (1,78:1) bietet eine gute überdurchschnittliche

Darstellung, die dem HD-Medium

voll gerecht wird. Die Schärfe befindet

sich auf einem guten bis sehr guten Niveau.

Nur vereinzelte weichere Abschnitte neigen

dazu, etwas zu stören. Die Farben entfalten

zwar nicht ihre volle Pracht, wobei auch einige

Farbfilter als Stilmittel eingesetzt wurden,

erweisen sich aber grundsätzlich als natürlich

bei guter Sättigung. Der Kontrast könnte

noch etwas ausgewogener sein. Kompressionsspuren

sind nicht störend ausgefallen.

Tonqualität

Der Ton (Deutsch & Englisch in DTS HD Master

Audio 5.1) schlägt qualitativ in dieselbe

Kerbe wie das Bild. Unterm Strich bedeutet

das: Mehr als nur zufriedenstellend, aber

doch nicht weltbewegend. Zwar wird man

nicht mit direktionalen Soundeffekten aus allen

Ecken und Enden konfrontiert, bekommt

aber durch zahlreiche diffuse Hintergrundgeräusche

auf den Straßen von Brooklyn dennoch

eine gute Räumlichkeit serviert. Der

Bass ist eher unaufdringlich. Dynamik und

Balance bieten nicht wirklich Grund zur Beanstandung,

zumal auch die Dialoge immer

klar zu verstehen sind.

Ausstattung

Das Bonusmaterial besteht leider nur aus einigen

Outtakes und Trailer. Immerhin liegen

diese Beiträge komplett in HD vor, was aber

nur ein schwacher Trost ist. Ein Wendecover

ist vorhanden.

Fazit

Es bleibt nur zu hoffen, dass die weiteren

noch zu veröffentlichenden Filme mit

Robin Williams sich nicht an dem Niveau

von „The Angriest Man in Brooklyn“ orientieren.

Das wäre kein schönes Vermächtnis

für den meist humorvollen

Kinostar, der die Massen zum Lachen

brachte und emotional berührte. Selbst

Fans sei bei diesem Film geraten, nicht sofort

blind zuzugreifen. Immerhin wurde

die technische Seite gut umgesetzt, da

Bild und Ton vollauf ihre Pflicht erfüllen.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

5

8

8

1

7

Blulife · 04/2014

57


REVIEW

Film

58 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


TRANSFORMERS

Ära des Untergangs

Der Schock dürfte für die Fans nach Beendigung

von „Transformers 3: Die dunkle Seite

des Mondes“ groß gewesen sein, als verkündet

wurde, dass der bisherige Cast als auch

der Regieposten für etwaige Fortsetzungen

vakant wäre. Und das, obwohl in Bezug auf

die Einspielergebnisse, erneut Rekorde aufgestellt

wurden und endlich die 1-Milliarden

Marke geknackt wurde. Zwar kehrte Michael

Bay doch wieder auf seinen alten Posten

zurück, doch die Besetzung bietet viele neue

Gesichter. Das Quasi-Reboot „Transformers

4 – Ära des Untergangs“ hatte es somit doch

etwas schwerer, wobei die Produzenten sicherlich

nichts dem Zufall überlassen haben,

wie dieses Review klären soll.

Story

Nach der gigantischen Schlacht in Chicago

sollte nichts mehr so wie vorher sein. Mittlerweile

dürfte jedem Menschen bewusst geworden

sein, dass die Bevölkerung der Erde

nicht alleine im Universum ist. Der Erfinder

Joshua (S. Tucci) entwickelt aufgrund dessen

eigene Roboter, die es im Zweifelsfalle sowohl

mit den Autobots als auch den Decepticons

aufnehmen können. Mit diesem Thema

will sich Cade Yeager (M. Wahlberg) eigentlich

gar nicht befassen, doch als er zusammen

mit seiner Tochter Tessa (N. Peltz) und

seinem Assistenten Lucas (T. J. Miller) ein Element

der Autobots findet und dieses aktiviert,

ist er schneller in dem Konflikt involviert,

als ihm lieb ist.

Mit „Transformers 4 – Ära des Untergangs“

soll zugleich eine weitere Trilogie folgen, was

den Kritikern sicherlich keineswegs schmecken

dürfte, da auch dieser Teil erneut zahlreiche

Verrisse nach sich ziehen durfte. Aber

getreu dem Motto: „Die Masse irrt sich

nicht“, sprechen da ein Einspielergebnis von

aktuell ca. 1,08 Milliarden US-Dollar eine andere

Sprache, so dass die Zukunft der Reihe

jetzt schon gewiss sein dürfte.

Allerdings ist eine Spielzeit von 2 ¾ Stunden

doch zunächst abschreckend, da ein Action

Science Fiction Blockbuster bei mangelhafter

Charaktertiefe und wenig ausgefeilter Handlung

(das dürfte ja wohl schon im Vorhinein

klar gewesen sein) wohl kaum über diese

lange Zeitspanne unterhalten kann. Oder etwa

doch?

Nun ja, das Einspielergebnis dürfte wohl

kaum so deutlich ausgefallen sein, wenn

nicht tatsächlich die ganzen Verwandlungsroboter

aus der Hasbro-, respektive Takara-

Schmiede für durchweg ausgezeichnete

Kurzweile gesorgt hätten. Michael Bay hat

sich dabei mal wieder selbst übertroffen. In

diesem Fall wird mal nebenbei eine Multi

Millionen Welt Metropole in Schutt und

Asche gelegt, während auch der eine oder

andere Nebenplot sowie einige andere Überraschungen

im Finale ebenfalls für gute Unterhaltung

sorgen. Menschliche Schauspieler

wie etwa Mark Wahlberg („Lone Survivor“),

Nicola Peltz („Bates Motel“), Jack Reynor,

Kelsey Grammer („X-Men: Zukunft ist Vergangenheit“),

Stanley Tucci („In meinem

Himmel“) Joshua Joyce, Sophia Myles („From

Hell“), T. J. Miller („Cloverfield“) oder Li Bingbing

(„Resident Evil: Retribution“) geraten da

schnell in die zweite Reihe, wenn das

Bay‘sche Action Spektakel abgebrannt wird.

Das Budget von 210 Millionen US-Dollar

macht sich auf alle Fälle mehr als deutlich bemerkbar,

auch wenn die Dreharbeiten mit

den IMAX Kameras dazu ebenfalls ihr Scherflein

beigetragen haben dürften.

Bildqualität 2D

· durchgängiges Ansichtsverhältnis

von 2,40:1

· referenzwürdiges Bildmaterial

· aufgenommen mit analogen sowie

digitalen Kameras

· wenn vorhanden wird das Filmkorn

außerordentlich fein wiedergegeben

· herausragende Schärfe bei konstant

hohem Detailgrad

Blulife · 04/2014

59


REVIEW

Film

· trotz leichter Stilmittel wie Farbfilter

durchweg natürliche und kräftige

Farben

· sehr gut eingestellter und

ausgewogener Kontrast

· kräftiger Schwarzwert bei sehr

guter Durchzeichnung

Die Blu-ray Umsetzung ist wahrlich ein Hingucker

geworden. Das Bild bietet so gut wie

keine Beanstandung. Zwar fallen auf dem

zweiten Blick ein, zwei leichte Störungen auf,

aber das schafft es dennoch nicht, die

Höchstpunktzahl zu mindern. Denn abgesehen

davon liegt hier ein perfektes Bild vor,

das in puncto Schärfe, Farbe, Kontrast und

Schwarzwert einen außerordentlich guten

Eindruck hinterlässt. Wenn Tessa auf der Veranda

steht, die amerikanische Flagge in Blau

Weiß Rot flattert und der grüne Rasen

sprießt, wird das akkurat wiedergegeben.

Zehn Punkte – Basta!

Bildqualität 3D

· 3D-Filmfassung liegt erfreulicherweise

im IMAX-Format vor

· wechselndes Bildansichtsverhältnis

(zw. 1,85:1 & 2,40:1)

· sehr gute Schärfe

· Bildqualität auch in 3D hervorragend

· keinerlei Beeinträchtigungen

· sehr gute Pop out Effekte

· wunderbar tiefgestaffelte

Tiefenwirkung

Wie schon das 2D Bild schaut auch die 3D

Darstellung fantastisch aus. Beeinträchtigungen

sind zu keinem Zeitpunkt erkennbar, wie

etwa Detailverlust, Aufhellungen oder Verdunklungen.

Schärfe, Farben und Kontrast

halten das hohe Niveau. Darüber hinaus ist

der 3D Effekt, seien es die Pop out Effekte

oder die Tiefenwirkungen, ebenfalls sehr gut

ausgefallen und sorgt für zusätzliche Schauwerte.

Der Wechsel ins IMAX Format fällt zu

keinem Zeitpunkt störend auf.

Tonqualität

· deutscher Ton leider nur in

Dolby Digital 5.1

· englische Spur in Dolby Atmos 7.1

· Abmischung der Synchronisation

kommt qualitativ nicht an das

Original heran

· vergleichsweise schwacher Bass

· umfangreiche Surroundeffekte bei

guter Direktionalität

· gute Dynamik

· ausgewogene Balance mit stets

klar verständlichen Dialogen


Im Test verwendete Geräte:

TV: Toshiba 47Z3030D

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Während Warner Home Video mittlerweile

eingelenkt hat und Blockbuster mit entsprechender

HD-Tonspur ausstattet, greift Paramount

nach wie vor auf Codes aus den 90er

Jahren zurück – zumindest was die deutsche

Synchronisation betrifft. Diese liegt lediglich

in Dolby Digital 5.1 vor und kann dem Original

nicht wirklich das Wasser reichen. Das

macht sich vor allem bei der Bass Wiedergabe,

der Transparenz und der Dynamik bemerkbar,

bei der die englische Dolby Atmos

7.1 Spur (mit Dolby TrueHD 7.1 Core) überall

Bestwerte erreicht. Schade, denn auch wenn

sich der deutsche Mix ganz gut schlägt, wird

durch das Original deutlich, was möglich gewesen

wäre.

Ausstattung

· Bay und Action (HD; ca. 11 Minuten)

· Evolution des Aussterbens

(HD; ca. 123 Minuten)

· Wieder ein verdammt gigantischer

Film (HD; ca. 10 Minuten)

· Ein Funke Design (HD; ca. 15 Minuten)

· T.J. Miller: Farm Hippie

(HD; ca. 20 Minuten)

· Original Kinotrailer (HD; ca. 5 Minuten)

Erfreulicherweise befinden sich sämtliche Extras

zu diesem Film auf einer separaten Bonus

Disc und liegen dabei durchweg in HD sowie

deutsch untertitelt vor. Die Beiträge sind

in der Summe sehr interessant, was vor allem

beim achtteiligen über zweistündigen

Making Of „Evolution des Aussterbens“ deutlich

wird. Doch auch die übrigen, wenn auch

deutlich kürzeren Featurettes haben ihre Daseinsberechtigung

und liefern zusätzliche Informationen

zum Film.

Fazit

Was für ein Fazit ergibt die technische

Umsetzung dieser Blu-ray? Bild hui, Ton

pfui? Nein, ganz so schlimm ist es nicht.

Das Bild, gerade die 2D Variante, ist schon

herausragend ausgefallen und lässt bestenfalls

beim 3D Bild ein paar negative

Anmerkungen zu. Der Ton der deutschen

Synchronisation ist beileibe nicht

schlecht, kann aber mit dem englischen

Pendant gewiss nicht mithalten, was im

Direktvergleich deutlich wird.

Wie auch schon zuvor in der bisherigen

Filmreihe ist auch „Transformers 4 – Ära

des Untergangs“ kein niveauvoller Beitrag

in puncto Drama und Tiefgang geworden.

Dennoch hat Regisseur Michael Bay es erneut

geschafft, Fans des Franchise sehr

gute Unterhaltung und bis auf minimale

Ausnahmen, Kurzweile zu bieten. Dabei

tat der Reboot gut, denn die Umstrukturierung

der nach wie vor eindimensionalen

Figuren bringt zwar keine bessere

Charakterzeichnung, aber dafür frischen

Wind mit sich. Wer die Reihe nach dem

letzten Teil abgeschrieben hat, darf ihr

gerne noch einmal eine Chance geben.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bild 2D

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

10

10

8

8

9

Blulife · 04/2014

61


REVIEW

Film

22JUMPSTREET

21 Jump Street war nicht nur als originale

Fernsehserie Ende der 80er Jahren ein Hit,

sondern avancierte 2012 auch als Kinoadaption

zum Publikumsliebling. Da darf eine

Fortsetzung natürlich nicht ausbleiben. Zumal

Channing Tatum und Jonah Hill als tragende

Hauptrollen und echte Buddys phänomenal

gut ankommen.

Story

Schmidt (J. Hill) und Jenko (C. Tatum) haben

ihren nächsten Fall! Weil die kindischen Cops

im Programm „21 Jump Street“ ihre ehemalige

Highschool erfolgreich von der Modedroge

"OVS" ("Oh verdammte Scheiße") befreien

und die Hintermänner dingfest machen

konnten, sollen sie sich nun in ein College

einschleusen. Wieder macht eine unberechenbare

Droge den Umlauf und wieder sollen

die Drahtzieher ausfindig gemacht werden.

Vom Erfolg der 21 Jump Street beflügelt,

stellt die Polizei ohne Zögern das Programm

„22 Jump Street“ auf die Beine, das

sie zudem auch noch finanzielle tatkräftig unterstützt.

Natürlich darf der cholerische Captain

Dickson dabei nicht fehlen, der seine

Schützlinge Schmidt und Jenko erneut unter

seine Fittiche nimmt. Da kann eigentlich

nichts mehr schiefgehen. Allerdings setzt den

Cops das wilde Studentenleben ganz schön

zu.

"Never touch a running system". Dieses Motto

scheinen auch die Verantwortlichen von

„22 Jump Street“ verinnerlicht zu haben.

Denn im Prinzip spult das zweite Cop-Abenteuer

mit Schmidt und Jenko das Schema der

„21 Jump Street“ noch einmal von Neuem ab

– nur eben im College anstatt der Highschool.

Ob sich die zweite Runde Jump Street aufgrund

Recyclings seiner eigenen Ideen von

vornherein selbst in Aus katapultiert? Keines-

wegs! Denn aus der vermeintlichen Schwäche

zaubert das Regisseur-Pärchen - welches

auch schon „21 Jump Street“ verantwortet -

einfach die Grundlage für unzählbare Anspielungen

darauf, wie einfallslos „22 Jump

Street“ doch eigentlich ist.

"Haben wir das alles nicht schon in „21 Jump

Street“ gesehen? Na klar, deshalb ist es ja so

komisch!" Diesen Sinn für Selbstironie

schreit der Buddy-Streifen geradezu aus sich

heraus. Anfangs mag es auch noch witzig

sein, wenn Dickson über den Abklatsch „22

Jump Street“ lästert oder unterschwellig auf

den Hollywood'schen Fortsetzungswahn mit

weiteren Jump Street- Teilen angespielt wird.

Allerdings verliert sich der Charme der

Selbstironie auch irgendwann, wenn Schmidt

und Jenko immer wieder aufs Neue auffällt,

dass sie eigentlich genau dasselbe abziehen,

wie schon an der Highschool.

Mal ganz davon abgesehen, dass der Film

wirklich schamlos bei seinem Vorgänger abgeguckt

hat, unterscheidet sich die Fortsetzung

aber schließlich doch von seinem großen

Bruder. Im Großen und Ganzen nimmt

„22 Jump Street“ nämlich deutlich größere

Dimensionen an. Schluss mit Kindereien, wie

Abschlussball, Partys in Mamas und Papas Eigenheim

oder einfachen Verfolgungsjagden.

Dieses Mal mischen die Cops bei hemmungslosen

Studentenpartys mit (unter anderem

auch beim Spring Break), geraten in tiefgehende

Beziehungskisten und legen sich mit

den ganz großen Gangstern an. Die Action

steigert sich. Ebenfalls steigert sich auch der

typisch plumpe College-Haudrauf-Humor.

Manche Gags zünden, zumal der Film auch

auf Schmidt und Jenkos zu hohes Alter für

62 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Philips 37 PFL 8404 H

BDP: LG BP 620

AVR: Onkyo TX-SR508

Boxen: Teufel Concept R2

ein College anspielen. Aber das mit dem Altersunterschied

kennen wir bereits aus dem

Vorgänger. Andere Gags kommen wiederum

so platt daher, dass sich ein gewisser Fremdschämfaktor

einstellt. Überhaupt wirkt die

Handlung an vielen Stellen sehr konstruiert,

weil sich der Film einfach nicht mit wenigem

aber gutem Humor zufriedengibt. Stattdessen

prasselt ein Gagfeuerwerk unaufhörlich

auf den Zuschauer ein. Klar, dass sich dazwischen

auch viele Blindgänger tummeln. Aufgrund

altbackener Story und stellenweise

peinlich berührendem Humor ziehen sich die

eigentlich übersichtlichen 112 Minuten besonders

in der Mitte unangenehm in die Länge.

Unterm Strich unterhält „22 Jump Street“

trotzdem noch erstaunlich gut, weil Channing

Tatum und Jonah Hill eben doch ein verdammt

ulkiges Gespann abgeben. Die beiden

sind mit ihrer ungeschickten Art einfach zum

Knuddeln und verleihen selbst den dämlichsten

Witzen noch etwas Charme.

Bildqualität

Bei der Bildqualität hält diese Blu-ray keine

Überraschungen bereit – die ist für ein aktuelles

Release nämlich auf souveränem Niveau.

Die Komödie kommt mit schön gesättigten

Farben sehr bunt daher und macht einen

einladenden Eindruck. Zudem steckt in

vielen Szenen ein gewohnter Rotstich, der

dem Bild Wärme verleiht. Das färbt im

wahrsten Sinne des Wortes auch auf die

Hauttöne der Protagonisten ab. Das Schwarz

präsentiert sich, genau so wie die Farbgebung

im Allgemeinen, stark gesättigt, was natürlich

schön knackig aussieht. Dunkle Bildbereiche

verlieren sich allerdings im intensiven

Schwarz.

Exakt gezeichnete Konturen stellen darüber

hinaus selbst kleine Bildinhalte sauber dar.

Will heißen: Auch feine Strukturen kommen

akkurat zur Geltung.

Tonqualität

Genau so energiegeladen wie der Film selbst

klingt auch der akustische Teil der Blu-ray.

Gleich zu Beginn dringen dynamische Elektro-Beats

aus allen zur Verfügung stehenden

Lautsprechern mit entsprechender Bassunterstützung.

Das gibt eine ziemlich gute Vorstellung

darüber ab, was in den nächsten 112

Minuten soundtechnisch noch so alles kommen

wird. Die darauf folgende Actionsequenz

fährt dann auch schon volles Geschütz

auf. Eine kurze Schießerei nimmt das komplette

Heimkino in Beschlag und toppt den

ersten Eindruck mit einer kräftigen Explosion,

die den Subwoofer präzise miteinbezieht.

Auch im weiteren Verlauf unterstützt ein lebhafter

Soundtrack das chaotische Geschehen

am Campus – der Zuschauer stets mittendrin.

Das macht Spaß. Trotz zahlreicher akustischer

Eindrücke behalten Dialoge zu jeder

Zeit die Kontrolle und setzten sich auch während

der lautesten Party-Szenen noch durch.

Ausstattung

Wow, in Sachen Bonusmaterial haben sich

die Verantwortlichen wirklich Mühe gegeben.

Mit einer Laufzeit von runden 115 Minuten

fallen die Extras nicht nur umfangreich,

sondern auch sehr unterhaltsam aus.

Das fängt schon bei den "Entfernten & zusätzlichen

Szenen" an, die eigentlich schon

als komprimierte Filmversion von „22 Jumps

Street“ durchgehen. Wer schon den Film lustig

findet, wird damit definitiv noch einmal

seinen Spaß haben. Das Making-Of ist auf

dieser Blu-ray in sechs übersichtliche acht

Minuten-Häppchen eingeteilt. Bei dem einem

Video stehen die Regisseure im Vordergrund,

bei dem anderen die Dreharbeiten an

sich, bei wiederum einem anderen Video rücken

die Darsteller in den Fokus und so weiter

- stets mit typischem Jump-Street Humor

versehen.

Anschließend folgen mehrere Extras, die einzig

und allein die humoristischen Ergüsse der

Verantwortlichen zelebrieren. Sehr unterhaltsam.

Weiterhin soll noch eine stark komprimierte

Fassung von 22 Jump Street Erwähnung

finden. Hier haben die Regisseure des

112-Minüters alle lustigen Szenen entfernt

und die Geschichte nur mithilfe den ernsteren

Inhalten nachgestellt. Herausgekommen

ist ein zehn Minuten kurzer Serious-Cut.

Schöne Idee!

Fazit

In Sachen Umsetzung gibt das Release

von Universal ein tolles Vorzeigebeispiel

ab. Hier macht der gesamte Umfang eine

attraktive Figur. Das Bild gefällt mit kräftigen

Farben und einer guten Schärfe. Der

Ton nimmt vor allem den Subwoofer in

Beschlag und beansprucht darüber hinaus

auch alle anderen Lautsprecher des

5.1-Systems. Außerdem fallen die Extras

sehr ausführlich, übersichtlich sowie besonders

unterhaltsam aus.

Ist das wirklich ein neuer Teil oder habe

ich gerade ein Déjà-vu? Nein, „22 Jump

Street“ macht wirklich alles genau so, wie

sein Vorgänger. Das funktioniert aber

überraschend gut, wenn einem plumper

Haudrauf-Humor samt Klischeekisten zusagen.

Dann unterhält die Komödie mit

einigen Lachern. Zur Mitte hin verliert die

Buddy-Komödie dann aber doch deutlich

an Fahrt. Ganz ohne neue Ideen funktioniert

es eben doch nicht. Da kann selbst

der inflationäre Gebrauch von Selbstironie

nichts mehr retten.

(mwo)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

6

8

8

7

7

Blulife · 04/2014

63


REVIEW

Film

OCULUS

Seit alters her sind Spiegel Gegenstände mit

mystischer Macht. Im Aberglauben wohnt

dem Spiegel manch böse Macht inne: Er soll

Böses herbeirufen können, Seelen gefangen

halten und das Zerbrechen eines Spiegels

bedeutet jahrelanges Unglück. In dem Film

„Oculus“ von Regisseur Mike Flanagan geht

es um einen Spiegel, der sogar in der Lage

ist, zu töten. Die Werbekampagne verspricht

einen handfesten Horrorschocker,

der selbst hartgesottenen Zuschauern das

Herz in die Hose rutschen lässt, während

das blaue FSK-Siegel auf der Front in gewissem

Gegensatz dazu steht. Werfen wir nun

also einen Blick – nicht in den Spiegel – sondern

auf die Blu-ray Veröffentlichung des Titels

aus dem Hause Universum.

Story

Als Kinder wurden die Geschwister Kaylie (K.

Gillan) und Tim (B. Thwaites) Zeuge, wie ihr

Vater seine Frau brutal folterte und ermordete.

Tim verarbeitete sein Trauma daraufhin in

einer Therapie, während Kaylie fest davon

überzeugt war, dass ein mysteriöser Spiegel

aus dem 18. Jahrhundert die Ursache des Unglücks

war. Nach Jahren gelangt sie in den Besitz

der Antiquität und versucht nun, mittels

eines gefilmten Experiments nachzuweisen,

dass dem Spiegel etwas Böses anhaftet.

Der Film basiert auf dem Kurzfilm „Oculus:

Chapter 3 – The Man with the plan“ (Kurzfilm

ist im Bonusmaterial enthalten), den Regisseur

Mike Flanagan bereits 2006 gedreht hatte.

Ursprünglich stand die Idee im Raum, die

abendfüllende Umsetzung des Stoffes als eine

Art Episodenfilm zu inszenieren, welcher

die einzelnen Stationen des Spiegels und das

von ihm ausgelöste Unglück in den Fokus rücken

sollte. Stattdessen entschied sich Flanagan

jedoch dazu, es bei der einen – bereits

bekannten – Episode zu belassen, und lässt

Protagonistin Kaylie über die diversen Vorkommnisse

der Vergangenheit dozieren. Dieser

Schritt hat zum Vorteil, dass die Geschichte

recht geradlinig und strukturiert bleibt,

wobei die Hintergründe des Spiegels und die

erzählte Vorgeschichte weitaus interessanter

sind, als die aktuelle Station des Mörderspiegels.

Der Film erzählt seine Geschichte in zwei parallel

laufenden Handlungssträngen, die einmal

in der Vergangenheit der beiden Helden

spielen und immer mit der gegenwärtigen Situation

abwechseln. Das ist einerseits unterhaltsam

und spannend, da sich dem Zuschauer

auf diese Art das gesamte Werk erst zum

Schluss hin eröffnet, erfordert andererseits

aber auch eine gewisse Konzentration, da der

Ort der Handlung in beiden Fällen der Gleiche

ist, und so ein Umdenken seitens des Zuschauers

gewährleistet sein muss.

Inszenatorisch beginnt der Film leider ein wenig

schleppend. In der ersten Dreiviertelstunde

passiert nicht viel, was der Rede wert wäre,

allerdings werden hier wichtige Hintergrundinformationen

für das Finale vermittelt.

Die zweite Hälfte legt dann ein wenig an

Tempo zu, kann aber in keiner Weise die Erwartungen

erfüllen, welche die reißerische

Werbekampagne geweckt haben.

Statt blutrünstigen Splatterszenen und atemberaubendem

Terror handelt es sich bei

„Octulus“ um einen eher ruhigen, subtilen

Horrorthriller, der seine Kraft vor allem aus

den Gedanken des Zuschauers zieht. Zwar

gibt es ein paar wenige explizite Szenen, aber

diese können eingefleischte Gorehounds, die

einen neuen „Mirrors“ erwarten haben, keineswegs

zufriedenstellen. Anstelle von bluttriefenden

Gräueltaten präsentiert Flanagan

eine durch und durch unheilvolle und gruselige

Atmosphäre, die mit einigen Schockmomenten

und garstigen Schauergestalten,

dennoch für einen gelungenen Filmabend zu

sorgen versteht. Wären da nicht die zahlreichen

Logiklöcher und die unübersehbaren

Längen, welche die Handlung zuweilen zu

sehr ausbremsen, könnte man in diesem Zusammenhang

von einem wirklich guten Gruselfilm

reden. So bleibt der Streifen jedoch

lediglich knapp über dem Durchschnitt. Sehenswert,

sicherlich, aber leider fehlt hier

noch das gewisse Etwas.

64 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV:

BDP:

Panasonic TX-L42ETW60

Sony BDV-E370 5.1 3D

Blu-ray Heimkinosystem

Bildqualität

· sehr gute Schärfe mit hoher

Detailsichtbarkeit

· stabile und sehr natürliche Farben

· perfekt eingestellter Kontrast

· satter Schwarzwert mit exzellenter

Durchzeichnung

· keinerlei Störfaktoren oder

Kompressionsspuren sichtbar

Das Bild ist schlichtweg atemberaubend gut

und erlaubt sich keine Fehler. Die überwiegend

düsteren Bilder entfalten dabei eine unheilvolle

Atmosphäre. Dabei sind selbst

kleinste Details sichtbar und das Bild wirkt

stellenweise fast schon plastisch.

Tonqualität

· zahlreiche Surroundelemente

· gut eingesetzter Subwoofer

· sehr gute Signalortung und

Direktionalität

· jederzeit klar verständliche Dialoge

Auch der Ton kann voll überzeugen und war-

tet mit zahlreichen Audiohighlights aus den

hinteren Kanälen auf, welche die unheilvolle

Stimmung perfekt unterstreichen. Der Subwoofer

wird fast unmerklich, dafür aber permanent

zur Erzeugung einer unangenehmen

Grundstimmung eingesetzt und die Dialoge

sind jederzeit klar verständlich.

Ausstattung

· Audiokommentar mit Mike Flanagan

und Trevor Macy

· Deleted Scenes (9:50 Minuten)

· Making Of (9:34 Minuten)

· Original Kurzfilm Oculus –

Chapter 3 (32:11 Minuten)

· Trailer

· Trailershow

· Wendecover

Das Highlight des Bonusmaterials ist wohl

der gut halbstündige Kurzfilm „Oculus –

Chapter 3: The Man with the Plan“, der als

Vorlage für diesen Streifen diente. Auch ansonsten

bietet der Bonusbereich für fremdsprachlich

Begabte einiges an Hintergrundinformationen.

Leider fehlen bei sämtlichen

Extras die deutschen Untertitel.

Fazit

Audiovisuell kann der Gruselthriller „Oculus“

auf ganzer Linie überzeugen. Bild und

Ton bewegen sich auf ganz hohem Niveau

und lassen kaum Wünsche offen. Das Bild

ist glasklar und messerscharf, der unheilvolle

Ton mit seinen gut platzierten Effekten

unterstreicht die Atmosphäre dabei

perfekt. Das Bonusmaterial kann sich

ebenfalls sehen lassen und hat sogar den

Original-Kurzfilm, der als Vorlage für den

Film diente, mit an Bord. Leider wurde

beim Bonusmaterial auf deutsche Untertitel

komplett verzichtet.

„Oculus“ bietet eine gute und solide Gruselunterhaltung,

allerdings nur auf durchschnittlichem

Niveau. Wer aufgrund des

Trailers einen reißerischen Horrorschocker

im Stil von „Mirrors“ erwartet hat,

wird sicherlich enttäuscht sein. Für einen

gruseligen Filmabend mit einigen Schockeffekten

taugt der Film jedoch allemal,

und Fans von Old-School-Mystery-Thrillern

kommen hier voll auf ihre Kosten.

(ms)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

6

9

9

5

7

Blulife · 04/2014

65


REVIEW

Film

Wie der Wind sich hebt

Mit „Wie der Wind sich hebt“ legt Regisseur-Legende

Hayao Miyazaki („Mein Nachbar

Totoro“) seinen nach eigenen Aussagen

letzten Film vor. In Japan sorgte die Produktion

für volle Kinosäle und wohlwollende

Kritiken – aber auch für Kontroversen. Wie

in „Porco Rosso“ frönt Miyazaki inhaltlich

ein letztes Mal seiner Liebe zur Fliegerei. Ab

dem 12. Dezember 2014 erscheint der Anime

in Deutschland im Vertrieb von Universum

erstmals auf Blu-ray.

Story

Der Junge Jiro Horikoshi träumt davon, mit

selbst entworfenen Flugzeugen durch die

Lüfte zu gleiten. Sein großes Vorbild ist der

italienische Ingenieur Caproni. Doch seine

extreme Kurzsichtigkeit sorgt dafür, dass er

vermutlich nie ein Pilot werden könnte.

Trotzdem absolviert er ein Studium zum

Flugzeugkonstrukteur und findet sogar in der

hübschen Nahoko seine große Liebe. Doch Jiro

plagen Albträume vom Krieg und Nahoko

leidet an einer schweren Krankheit, welche

die Liebe des Paares auf die Probe stellt.

so”) wesentlich mit dem Motiv des Fliegens

beschäftigt. Dabei erntete “Wie der Wind

sich hebt” allerdings auch vielseitige Kritik.

Zum Teil wurde der Film als zu unkritisch bezüglich

des Flugzeugbaus bewertet, da unterschlagen

wird, dass zu diesem Zweck in Japan

Zwangsarbeiter aus Korea und China eingesetzt

wurden. Genau umgekehrt bemängelten

konservative Japaner die Verurteilung

des Krieges im Film. Offenbar konnte der bekennende

Pazifist Miyazaki es hier keiner Seite

vollends recht machen. Nötig ist dies angesichts

der ruhig erzählten Geschichte ohnehin

nicht. Zentral sind nämlich weder die

Konstruktionsbedingungen der Flugzeuge

noch das Kriegsszenario, sondern die Hauptcharaktere

Jiro und Nahoko bzw. deren Beziehung.

Trotzdem kann man verstehen, dass Jiros

Träume bzw. deren Zweckentfremdung

vielleicht noch drastischer hätten thematisiert

werden können. Im Film konstruiert Jiro

das Kampfflugzeug “Model Zero”, das im

zweiten Weltkrieg eine wichtige Waffe der

Japaner war. Zugleich provoziert Regisseur

Miyazaki damit bewusst Fragen: Werden

Träume zu Albträumen, wenn sie zweckentfremdet

werden? Trägt der Erfinder die Verantwortung

dafür, was andere mit seinen Erfindungen

treiben? Auf diese Fragen gibt

“Wie der Wind sich hebt” keine simplen Antworten,

sondern lässt den Zuschauer selbst

entscheiden. Eine klare Moral fehlt.

Genau das macht “Wie der Wind sich hebt”

zu einem Film, der trotz der Altersfreigabe

“ab 6 Jahren” für ein erwachsenes Publikum

gedacht ist. Und so handelt es sich in inhaltlicher

Sicht um einen überaus passenden

Schlussstrich unter Miyazakis Laufbahn als

einer der wichtigsten Anime-Regisseure

überhaupt. Miyazaki regt sein Publikum ein

letztes Mal zum Nachdenken an und überlässt

den Zuschauern die Suche nach Antwor-

Hayao Miyazaki beendet seine Karriere als

Regisseur treffenderweise mit einem Film,

der sich wie viele seiner Filme (“Porco Ros-

66 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Panasonic TX-P65VT50E

BDP: Panasonic DMP-BDT310EG

AVR: Onkyo TX SR 606

Boxen: Heco Victa 5.1 Komplett-Set

ten. Genau das ist es, was “Wie der Wind sich

hebt” zu einem tollen Film und einem würdigen

Abschluss für die Karriere des Ausnahme-Künstlers

macht.

Bildqualität

· Animationen im klassischen Ghibli-Stil

· perfekte Kontraste und punktgenaues

Schwarz

· extrem kräftige Farben

· hohe Schärfe und nur durch die

Animationen beschränkter Detailgrad

Die Animationen des Studio Ghibli haben fast

schon etwas Nostalgisches an sich – das sorgt

einerseits in Japan mittlerweile für Kritik, da

einige Zuschauer diese Optik als veraltet

empfinden. Doch andererseits passt der bewusst

klassisch gehaltene Stil zu „Wie der

Wind sich hebt“ und seiner ruhigen Erzählweise

perfekt. Zum Glück hält auch der Vertrieb

Universum das gewohnt hohe Niveau

seiner bisherigen Blu-ray-Ausgaben. So

schlampt man nicht bei der Kompression und

hat auch keine künstlichen Verschlimmbesserungen

vorgenommen. Man erkennt bei genauerem

Hinsehen selbst kleine Details, wie

etwa die fast unsichtbare Maserung eines

Moskito-Netzes. Auch ist das Bild sehr plastisch,

so dass man fast wie bei einem 3D-Film

vordere und hintere Ebenen differenzieren

kann. Die gebündelte Qualität sorgt dafür,

dass „Wie der Wind sich hebt“ in HD dem Auge

wohlgefällt.

Tonqualität

· deutsche Tonspur codiert als

DTS-HD Master Audio 2.0

· perfekte Dialogverständlichkeit

· trotz fehlendem Subwoofer-Kanal

voluminöse Musik

· gute Stereo-Separation

Auch wenn es schade ist, dass Miyazakis letzter

Film hierzulande nicht in einer Surround-

Spur vorliegt, erfüllt die verlustfreie Stereo-

Abmischung ihren Zweck. So gelingt die Separation

der beiden Kanäle vortrefflich und

die gut ausgewählten Synchronsprecher sind

immer perfekt verständlich. Es überrascht,

wie viel Kraft die Musik von Joe Hisaishi bereits

in Stereo entfaltet. In der Natur des 2.0-

Mixes liegt es, dass die Umgebungsgeräusche

präsenter sein könnten und man sich

gerade in den surrealen Traumszenen eine

5.1-Spur herbeisehnt. Trotzdem ist das vorliegende

Ergebnis für sich genommen gelungen

und technisch einwandfrei umgesetzt.

Ausstattung

Wie bei allen Ghibli-Veröffentlichungen hat

Universum auch dieses Mal die komplette

Storyboard-Fassung des Hauptfilms als Extra

integriert (HD). Zudem sind sowohl Trailer als

auch TV-Spots auf Japanisch und Deutsch

enthalten. Parallel betreibt der deutsche Vertrieb

etwas Eigenwerbung und kredenzt eine

Sammlung an Trailern zu weiteren Anime des

Studio Ghibli. Zuletzt wartet noch ein Beitrag

zur Pressekonferenz zur Fertigstellung des

Films, der mit fast anderthalb Stunden Spielzeit

in HD ausführlich auf die Arbeit an der

Produktion eingeht. So gibt es eine moderierte

Diskussion mit Regisseur Hayao Miyzaki.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie solch

ein Medien-Event in Japan deutlich besonnener

und ruhiger abläuft, als dies etwa in

Europa oder den USA der Fall wäre.

Fazit

„Wie der Wind sich hebt“ bietet eine referenzwürdige

Bildqualität und ist in HD

ein wunderschöner Animationsfilm mit

viel nostalgischem, individuellem

Charme. Schade, dass man auf der Bluray

vergeblich nach einem zeitgemäßen

Surround-Mix suchen muss. Immerhin

liegt die deutsche Stereo-Abmischung

aber verlustfrei vor. Sie erledigt für sich

genommen einen mehr als ordentlichen

Job. Das Extramaterial bietet als Herzstück

eine anderthalbstündige Pressekonferenz,

die als Einblick in die

japanische Medienkultur genauso interessant

ist, wie als Special zum Film

selbst.

Es fällt schwer „Wie der Wind sich hebt“

inhaltlich zu bewerten. Das zeigen die

Kontroversen um die Darstellungen des

Krieges und den Bau der gezeigten

Kampfflugzeuge. So vermeidet Hayao

Miyazaki die typische Moral von Antikriegsfilmen

und überlässt dem Zuschauer

zu beurteilen, ob etwa

Protagonist Jiro ein sensibler Träumer

oder vielleicht doch ein naiver Schurke

ist. Genau diese Dreidimensionalität

zeichnet den zudem noch hervorragend

animierten Film aus, mit dem Miyazaki

nun als Regisseur würdig abtritt.

(anw)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Bild 3D

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

9

10

7

6

8

8

Blulife · 04/2014

67


REVIEW

Film

Planes 2

Immer im Einsatz

Der Film „Planes“ erwies sich Ende letzten

Jahres für Walt Disney als Überraschungserfolg

im Heimkino-Segment. Ursprünglich als

reine Direct-to-Video-Veröffentlichung geplant,

lief der Animationsfilm in einigen

Ländern sogar im Kino. Klar, dass da ein

Nachfolger hermusste und nun ist in

Deutschland „Planes 2 – Immer im Einsatz“

verfügbar. Für Hauptcharakter Dusty folgt

der Umschwung vom Renn- zum Rettungsflieger.

Story

Rennflugzeug Dusty kann aufgrund eines

Triebwerkschadens nie wieder Rennen fliegen.

Statt Trübsal zu blasen, schließt sich

Dusty der Feuerwehr- und Rettungseinheit

des Hubschraubers Blade Rangers an. Auf

diese Weise findet er nicht nur eine neue

Identität und gewinnt neue Freunde, wie das

weibliche Löschflugzeug Dipper, sondern

muss bei einem großen Waldbrand zudem

zeigen, dass er abseits von inszenierten Rennen

seinen Mut beweisen kann.

“Planes 2 – Immer im Einsatz” entfernt sich

von der Renn-Thematik des Vorgängers und

entschließt sich dafür, Hauptfigur Dusty einer

neuen Bestimmung als Löschflugzeug zukommen

zu lassen. Die Disney Toon Studios

liefern trotz des frischen Szenarios aber eine

ähnlich formelhafte Geschichte ab, wie

schon im Erstling. Auch die Charaktere, darunter

neue Figuren wie die Löschflieger-Dame

Dipper oder der Rettungshubschrauber

Blade Ranger sind allesamt eindimensional

und konkreten Funktionen im Plot zugeordnet,

die sie widerspruchsfrei erfüllen. Von

der Dreidimensionalität eines “Drachenzähmen

Leicht Gemacht 2” ist “Planes 2 – Immer

im Einsatz” also Welten entfernt. Allerdings

war Komplexität sicherlich auch nicht das

Ziel der Macher, die mit dem kindgerechten

Film in erster Linie einen verlängerten Werbespot

für das Franchise “Cars” bzw. “Planes”

abliefern, der besonders bei kleinen

Jungen zünden dürfte. Auch als erwachsener

Zuschauer fühlt man sich dabei über die

Spielzeit durchaus solide unterhalten. Solide

beschreibt den Streifen jedoch insgesamt

nun mal am besten: Zwar tut “Planes 2 – Immer

im Einsatz” niemandem weh und bietet

harmlosen, zum Schmunzeln anregenden

Humor, doch emotional wird der Animationsfilm

eben auch niemandem länger im Gedächtnis

bleiben.

Letzten Endes hätte es allerdings auch durchaus

schlimmer kommen können, wenn man

manch andere Fortsetzungen zu erfolgreichen

Animationsfilmen bedenkt. Zwar hält

“Planes 2 – Immer im Einsatz” den Vergleich

zu größeren Disney-Pixar- und Dreamworks-

Produktionen nicht stand, zelebriert aber die

Art von kurzweiliger Unterhaltung, die manchen

Sonntagnachmittag versüßt. Wem das

ausreicht, der wird am neuen Abenteuer im

Universum von “Cars” seine Freude haben.

Schade ist nur, dass diese native 3D-Produktion

weltweit lediglich als 2D-Variante auf den

Markt kommt.

Bildqualität

· für einen Direct-to-Video-Titel

sehr hochwertige Animationen

· referenzwürdige Schärfe

· perfekte Kontraste und kräftige

Farbgebung

· teilweise leicht unsaubere Farbverläufe

„Planes 2 – Immer im Einsatz“ merkt man

seine Herkunft als Produktion direkt für das

Heimkino weder von den Animationen noch

von der technischen Umsetzung heran. So

spielt die Bildqualität nahe an der Referenz

und wird nur minimal durch teilweise etwas

unsaubere Farbverläufe und in einigen wenigen

Szenen kaum sichtbares Kantenflimmern

getrübt. Davon werden aber nur Besitzer

sehr großer Diagonalen Kenntnis nehmen.

Ansonsten erfreuen die detailreichen Animationen,

die referenzwürdige Schärfe und die

perfekten Kontrast- und Schwarzwerte. Hier

sieht man jeden Kratzer im Lack und jede Unebenheit

am Boden. Optisch macht das zwei-

68 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Panasonic TX-P65VT50E

BDP: Panasonic DMP-BDT310EG

AVR: Onkyo TX SR 606

Boxen: Heco Victa 5.1 Komplett-Set

tionalpark mit animierten Szenen vorstellt.

Hier reiht sich auch der witzige TV-Spot zur

fiktionalen Serie „Chops“ in HD ein. Zuletzt

gesellt sich der Kurzfilm „O, Sole Minnie“ in

HD mit ca. vier Minuten Spielzeit hinzu. Auch

wenn das Bonusmaterial von der Spielzeit

her somit moderat bleibt, sind gerade die

vielen, niedlichen Kurzfilme für Kinder ein

schönes Schmankerl.

Um das enthaltene Musikvideo zu Spencer

Lees „Still I Fly“ zu ertragen, muss man starke

Nerven mitbringen. Interessanter sind da einige,

zusätzliche animierte Kurzfilme, drei an

der Zahl, in HD und mit zusammengenommen

ca. zehn Minuten

Spielzeit,

welche jeweils einzelne

Charaktere

durch witzige Situationen

näher

vorstellen. Dazu

kommen drei geschnittene

Szenen

mit Einführungen

der Macher (HD,

ca. 4 Min.). Ein

weiterer Beitrag beschäftigt sich in fünf Minuten

mit den Aufgaben echter Feuerwehrmänner

(HD, ca. 5 Min.). Gelungen ist auch

der kurze Beitrag „Willkommen in Piston Peak“

(HD, ca. 3 Min.), der im Retro-Stil den Nate

Flugzeug-Abenteuer in der Welt von

„Cars“ demnach enormen Spaß.

Tonqualität

· deutsche Tonspur codiert als DTS-HD

HR 7.1

· Räumlichkeit steht Kinoproduktionen

in nichts nach

· bei rasanteren Flugszenen viele

Umgebungsgeräusche aus den Rears

· perfekte Dialogverständlichkeit

im Deutschen wie Englischen

Disney legt auch bei den Tonspuren exzellent

vor: „Planes 2 – Immer im Einsatz“ bietet sich

aufgrund seiner Flugszenen für eine Surroundspur

an, welche das Szenario hier auch

nahezu perfekt ausnutzt. So spürt man gerade

bei einigen rasanteren Einlagen als Zuschauer

genau, wie die Umgebung an einem

vorbeirauscht und der Flugwind einen quasi

umweht. Auch die Dialogstimmen sind immer

perfekt platziert und zu verstehen. Etwas

mehr Bass hätte es zwar manchmal sein

dürfen, hier zeigt sich dann aber eben die

kindgerechte Seite der Abmischung. Alternativ

zum deutschen Ton ist noch der Originalton

in DTS-HD Master Audio 7.1 vorhanden.

Ausstattung

Fazit

„Planes 2 – Immer im Einsatz“ ist eine

sehr runde Blu-ray-Veröffentlichung aus

dem Hause Disney. Nicht nur, dass die

Animationen fast genauso detailreich

sind, wie in Pixars Kassenschlagern „Cars“

und „Cars 2“. Die Bildqualität spielt generell

auf höchstem Niveau. Das kann man

auch von den deutschen sowie englischen

Tonspuren behaupten. Beide Abmischungen

überzeugen mit enormer

Räumlichkeit und könnten lediglich im

Bassbereich mehr Wumms vertragen. Das

Extramaterial mag quantitativ etwas

knapp bemessen sein, doch die große Anzahl

an Kurzfilmen, die mit viel Humor gewürzt

sind, dürfte vor allem Kindern

lange Freude bereiten und lädt zu mehrfachem

Ansehen ein.

Wie der Vorgänger richtet sich „Planes 2

– Immer im Einsatz“ in erster Linie an

ganz kleine Zuschauer. So ist die Handlung

absolut vorhersehbar und ziemlich

klischeebeladen. Die Charaktere sind

größtenteils auf einzelne, überzogene

Persönlichkeitsaspekte beschränkt, wodurch

sie zumindest für ältere Zuschauer

kaum greifbar sind. Was bleibt, ist eine

Fortsetzung, die zwar niemanden zu Begeisterungsstürmen

hinreißen wird, die

aber auch niemandem wehtut. Kinder

freuen sich über ein weiteres eben grundsolides

Abenteuer in der Welt von „Cars“

und werden auch an diesem Film als kurzweiligem

Ausflug für zwischendurch ihren

Spaß haben.

(anw)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

6

9

8

6

8

Blulife · 04/2014

69


REVIEW

Film

Eine Hochzeit

zuWeihnachten

Weihnachtsfilme gibt es wie Sand am Meer

und jedes Jahr erscheinen neue. Nicht nur,

dass sämtliche eingesessenen Serien Jahr

für Jahr Weihnachtsspecials mit ihren Helden

produzieren, auch Kinoreihen wie etwa

„Friday“ oder „Harold und Kumar“ ließen es

sich in der Vergangenheit nicht nehmen, einen

Teil ihrer Filme dem Fest der Liebe zu

widmen. Auch die privaten Fernsehanstalten

produzieren Jahr für Jahr Filme für das

Weihnachtsfest, wobei diese in ihrer Qualität

durchaus unterschiedlich sind. Der letztjährige

Beitrag zum Weihnachtsprogramm

trug den Titel „Snow Bride“, und erreicht

heuer unter dem Titel „Eine Hochzeit zu

Weihnachten“ den deutschen Blu-ray

Markt. Ob dieser Film etwas taugt, und ob

die technische Umsetzung sich lohnt, wollen

wir in diesem Review erörtern.

Story

Die Klatschreporterin Greta Kaine (K. Law) ist

auf der Suche nach dem ganz großen Ding,

um ihrer Karriere auf die Sprünge zu helfen.

Als sie hört, dass sich einer der Söhne des Senators

Tannenhill an Weihnachten verloben

möchte, macht sie sich auf den Weg, um aus

erster Hand zu berichten. Dabei bleibt sie mit

ihrem Wagen im Schnee stecken und wird

von Ben Tannenhill (J. Belfi), dem ältesten

Sohn des Senators, gerettet, der sie mit in

das Haus seiner Familie nimmt. Greta packt

die Gelegenheit beim Schopf, merkt aber

schon bald, dass die Familie liebevoll und

großherzig ist, und beginnt an ihrer Mission

zu zweifeln.

Bei „Snow Bride“, so der Originaltitel dieser

Romanze, handelt es sich um eine von vorne

bis hinten vorhersehbare, bis ins kleinste Detail

durchstrukturierte Story aus der Retorte,

wie man sie schon zu Hunderten gesehen

hat. Der deutsche Titel ist zwar werbewirksam,

aber inhaltlich suboptimal gewählt.

Zwar gibt es eine Hochzeit, aber diese ist absolut

nebensächlich und gehört nicht einmal

ansatzweise zur Handlung. Lediglich das

Hochzeitskleid der Braut in spe (die übrigens

nur beiläufig erwähnt und gezeigt wird) spielt

eine Rolle, um die Handlung in Gang zu bringen.

Die Handlung ist so simpel, wie sie nur sein

könnte. Die Reporterin geht über Leichen,

um ihrer Karriere auf die Sprünge zu helfen,

verliebt sich und steht vor der Wahl, ob sie

ihre Karriere oder die Liebe vorantreiben

möchte. Natürlich kommt noch die Ex-Freundin

des Geliebten ins Spiel und versucht die

beiden wieder auseinanderzubringen, damit

zumindest ansatzweise Spannung in die Geschichte

kommt. Nichts, was man nicht schon

gesehen hätte.

Die Darsteller sehen alle gut aus, was in einem

solchen Film von größerer Bedeutung zu

sein scheint, als schauspielerisches Talent.

Das soll nicht bedeuten, dass die Darsteller

mit ihren Rollen überfordert wären, aber an-

dererseits ist es auch keine große Kunst, so

banale Rollen halbwegs glaubhaft auf den

Bildschirm zu bringen. Hauptdarstellerin Katrina

Law ist ansprechend, sympathisch und

lächelt mit ihren großen, braunen Augen nett

in die Kamera. Ihr männlicher Gegenpart Ben

wird von Jordan Belfi gespielt. Dieser war zuvor

in „Surrogates“ zu sehen und kommt hier

fast ebenso künstlich rüber, wie in dem Science

Fiction Thriller von 2009. Macht aber

nichts, da auch er entsprechende Sympathien

für sich verbuchen kann. Als Mutter

Maggie, das Oberhaupt der Familie Tannenhill,

erleben wir Patricia Richardson, die Seri-

70 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV:

BDP:

Panasonic TX-L42ETW60

Sony BDV-E370 5.1 3D

Blu-ray Heimkinosystem

enfans als Frau von Tim Allen in „Hör mal wer

da hämmert“ kennen dürften. Erstaunlicherweise

schafft nicht einmal sie es, dem Film

Humor zu verleihen. Und dabei wäre ein wenig

Humor doch sehr hilfreich gewesen, um

den Film aus dem Einheitsbrei herauszuheben.

Kommen wir nun zum elementarsten Punkt

dieses Films: Der Weihnachtsstimmung. Diese

fehlt zwar nicht völlig, aber ehrlich gesagt

spielt das Motiv Weihnachten hier nur eine

sehr untergeordnete Rolle. Die Feiertage fungieren

als Aufhänger, mehr aber auch nicht.

Zwar sind die Kulissen weihnachtlich dekoriert

und die caritativen Veranstaltungen der

Politikerfamilie passen ebenfalls gut zur

Handlungszeit, aber alles in allem hätte der

Film auch an jedem beliebigen anderen Datum

spielen können.

Wer also einen Weihnachtsfilm sucht, der

entsprechende Feiertagsstimmung verbreitet,

wird mit diesem Film nur bedingt fündig.

Daran ändert auch der Soundtrack, der viele

Weihnachtslieder und Motive beinhaltet,

nicht viel. Als lockere Romanze für zwischendurch

ist „Snow Bride“ allerdings gut geeignet

und kann, trotz der enormen Vorhersehbarkeit,

durchaus unterhalten.

Bildqualität

· natürliche, aber teilweise etwas ins

rötliche tendierende Farben

· sehr hoher Schärfegrad mit

enormer Detailsichtbarkeit

· Schwarzwert wird so gut wie nicht

gefordert

· fehlerfreie, glasklare Bilder

· perfekt eingestellter Kontrast, der

die Bilder teilweise sehr plastisch

erscheinen lässt

· Bild erinnert stark an eine Seifenoper

Das Bild ist für eine aktuelle TV-Produktion

erstaunlich gut. Die warmen Farben passen

gut zum Grundthema. Einziges Manko: Stellenweise

ist das Bild fast schon zu perfekt

und wirkt wie eine Seifenoper.

Tonqualität

· sehr frontlastige Abmischung mit

wenigen, und dann nur dezenten

Highlights aus den Rears

· Soundtrack verteilt sich dezent im

gesamten Hörfeld

· Subwoofer wird genrebedingt

überhaupt nicht gefordert

· Dialoge anfangs leicht blechern, im

weiteren Verlauf angenehm und

jederzeit gut verständlich

Der Ton hält sich genrebedingt sehr zurück.

Das Herzstück des Films sind die Dialoge, die

anfangs zwar ein wenig verzerrt klingen, aber

erfreulicherweise stets gut verständlich sind.

Ausstattung

Außer einer Auswahl Eigenwerbungstrailer

des Labels wurde auf Bonusmaterial völlig

verzichtet.

Fazit

Das Bild dieser TV-Produktion hat einen

eindeutigen Soap-Charakter. Übertrieben

scharfe Bilder, warme Farben, aber keinerlei

Störfaktoren. Das sieht zwar etwas

gewöhnungsbedürftig aus, ist aber alles

in allem nicht zu beanstanden. Der Ton ist

ebenfalls recht unauffällig, was jedoch an

dem Genre liegt, welches selten bis nie irgendwelche

Soundeffekte benötigt, um

seine Geschichte zu erzählen. Auf filmbezogenes

Bonusmaterial wurde komplett

verzichtet.

Besagte Geschichte haben wir zwar auch

schon hundertmal gehört, respektive gesehen,

aber für einen tristen Sonntag-

Nachmittag ist die Romanze ohne

größere Überraschungsmomente allemal

geeignet. Weihnachtsstimmung kommt

hier zwar nur bedingt auf und ein wenig

Humor hätte dem Streifen sicher gut

getan, aber ansonsten funktioniert der

Film einigermaßen.

(ms)

Film hier kaufen y

BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

6

9

7

0

6

Blulife · 04/2014

71


REVIEW

Film

NICOLAS

DER KLEINE

WEIHNACHTSMANN

In Zeiten, in denen selbst die durch Zeichentrickfilme

berühmt gewordenen Disney-Studios

zunehmend auf computeranimierte Filme

setzen, und selbst das neueste Abenteuer

der unbeugsamen Gallier in 3D in die Kinos

kommt, ist es erfrischend, einen handgezeichneten

Zeichentrickfilm genießen zu

dürfen. Mit „Nicolas, der kleine Weihnachtsmann“

bringt Euro Video nun ein solches,

fast möchte man schon sagen „Relikt“

auf den deutschen Blu-ray Markt. Passend

zum Weihnachtsfest, denn wie der Name

schon sagt, handelt es sich bei dem vorliegenden

Titel um einen Weihnachtsfilm. Und

diesen Weihnachtsfilm wollen wir hier und

jetzt inhaltlich und technisch unter die Lupe

nehmen und versuchen herauszufinden, ob

der Film es mit aktuellen und hochbudgetierten

Titeln von Disney, Dreamworks, Pixar

und Co. aufnehmen kann.

Story

Der Weihnachtsmann geht in Rente und

überlässt seinen Platz seinem Nachfolger Nicolas.

Das Problem – Nicolas ist gerade einmal

sieben Jahre alt und ist mit der ihm übertragenen

Aufgabe ein wenig überfordert,

schließlich gilt es, zahlreiche Geschenke

überall auf der Welt zur rechten Zeit zuzustellen.

Schon bald leidet Nicolas am Weihnachtskoller,

wodurch das gesamte Weihnachtsfest

in Gefahr gerät. Mit der Hilfe

sämtlicher seiner Vorgänger wird versucht,

das Fest und die Seele von Weihnachten

doch noch zu retten.

Der Film „Nicolas, der kleine Weihnachtsmann“

ist quasi eine Fortsetzung der

französisch-australisch-irischen Koproduktion

„Weihnachtsmann Junior“ von 2010. Da-

mals suchte der Weihnachtsmann einen

Nachfolger, der die drei Kriterien (der Name,

Waisenkind, ein absolut reines Herz) erfüllte.

Nach einigem Hin und Her wurde der kleine

Nicolas dann zum Weihnachtsmann, und an

dieser Stelle beginnt dieser Film, der auch

völlig ohne Vorkenntnisse des Films oder der

dieser zugrunde liegenden Serie funktioniert.

Nicolas tritt in die großen Fußstapfen des

Weihnachtsmannes und versucht dabei alles

richtig zu machen. Er glaubt, er müsse in allem

perfekt sein und alles im Griff haben, will

also denken und handeln wie ein Erwachsener,

wobei genau dies das Problem ist. Denn

Weihnachten ist ein Fest für Kinder, und im

Herzen eines Kindes steckt die Seele des Festes,

weshalb er erst entdecken muss, dass er

so sein darf, wie er ist – insbesondere in Bezug

auf sein Alter. In Form eines Adventskalenders,

der sowohl Nicolas frühere Weihnachtsfeste,

als auch die kommenden Jahre

in Form von kleinen Episoden im Stile von

Charles Dickens Weihnachtsgeschichte zeigt,

wird der Junge wieder auf den rechten Weg

gebracht – wenn man so möchte. Die Erfahrung

kommt mit der Zeit von selbst, und dass

er nicht alleine steht und auf seine Freunde

vertrauen kann ist ebenfalls eine wichtige

und schön umgesetzte Botschaft, die der

Film erstklassig transportiert.

Mit viel Liebe zum Detail wurde die Geschichte

weitererzählt und kindgerecht um-

72 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV:

BDP:

Panasonic TX-L42ETW60

Sony BDV-E370 5.1 3D

Blu-ray Heimkinosystem

gesetzt. Dabei verließ man sich hauptsächlich

auf die klassische Zeichentrickkunst. Fairerweise

muss gesagt werden, dass es sich hierbei

um keinen 100%igen Zeichentrickfilm der

alten Schule handelt. Gerade was die Hintergründe

angeht, wurde einiges mit dem Computer

getrickst, aber alles in allem entsteht

hier dennoch ein herrlich nostalgischer Eindruck,

da die Bleistiftzeichnungen überwiegen

und sich in die animierten Hintergründe

perfekt eingliedern. Die Hintergründe selbst,

insbesondere in der Werkstatt des Weihnachtsmanns,

sind derart detailverliebt, dass

man sich gar nicht an dem ganzen Gewusel

sattsehen möchte.

Die Geschichte selbst könnte bei all den schönen

Bildern dabei glatt vernachlässigt werden

– wird sie aber nicht. Der herzensgute Nicolas

dient problemlos als Identifikationsfigur

für ein junges Publikum. Die Probleme,

denen er sich gegenübersieht, kann er nicht

alleine bewältigen, sondern bedarf der Hilfe

seiner Freunde. Die Geschichte packt aber

nicht nur das junge Publikum, sondern kann

mit ihrer tiefgründigen Melancholie auch ein

erwachsenes Publikum durchaus begeistern.

Inszenatorisch orientieren sich die Handlungsentwicklung

und der Erzählfluss an einem

sehr jungen Publikum, wodurch hin und

wieder ein paar kleinere Längen entstehen,

die dann in der Regel durch lustige Einfälle

und vor allem durch das tollpatschige Rentier

Waldorf kaschiert werden. Waldorf hat indessen

die Sympathien ganz auf seiner Seite,

vor allem, weil er nicht so übertrieben und

nervig eingesetzt wird, wie Sidekicks in

manch anderen Filmen.

Erwartungsgemäß gibt es bei all den Problemen

ein Happy End, das nicht an den Haaren

herbeigezogen wirkt, sondern durchaus

überzeugen kann. Ein echter und empfehlenswerter

Weihnachtsfilm für die ganze Familie.

Bildqualität

· kräftige Farben in warmen Pastelltönen

· perfekte Kombination aus Zeichentrick

und Computerhintergründen

· sehr gute Schärfe und hohe

Detailsichtbarkeit

· gut eingestellter Kontrast

Das Bild ist völlig frei von Störfaktoren und

lässt selbst einzelne Bleistiftstriche erkennen.

Dabei ist alles in wunderschönen Pastellfarben

gehalten, die das Flair des Films

perfekt einfangen.

Tonqualität

· sehr angenehmes, kindgerechtes

Klangbild

· trotzdem mit zahlreichen

Surroundeffekten

· gute Signalortung und Direktionalität

· sehr dynamisch abgemischte Tonspur

· jederzeit glasklare Dialoge

Der Ton ist, gerade für einen Kinderfilm,

mehr als gelungen. Vor allem überraschen

die zahlreichen Surroundelemente, die man

einem derartigen Titel in dieser Art nicht erwartet

hätte.

Ausstattung

· Wendecover

· Trailer

Leider wurde hier neben einem obligatorischen

Trailer und einem Wendecover komplett

auf Bonusmaterial verzichtet.

Fazit

Bild und Ton sind mehr als ausgezeichnet.

Jeder Bleistiftstrich sitzt und ist perfekt zu

erkennen, die warmen Farben sind einfach

nur wunderschön und auch ansonsten

erlaubt sich der Film keine Schnitzer.

Der Ton ist einerseits kindgerecht zurückhaltend,

setzt dabei aber zahlreiche dezente

Surroundeffekte ein. Auf

Bonusmaterial wurde leider komplett verzichtet.

Der Film ist eine wunderschöne Weihnachtsgeschichte

für die ganze Familie,

bei der lediglich das zeitweise etwas zu

mäßige Erzähltempo für kleinere Längen

bei erwachsenen Zuschauern sorgen

könnte. Alles in allem ein wunderschöner

Film, der das Weihnachtsgefühl auf traditionelle

Weise nach Hause bringt.

(ms)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

9

8

0

8

Blulife · 04/2014

73


REVIEW

Film

Vom Winde

verweht

„Vom Winde verweht“, wer hat den Titel

nicht zumindest schon einmal gehört. Ein

Klassiker der Filmgeschichte, der auf dem

gleichnamigen Roman aus dem Jahr 1936

von Margaret Mitchell basiert und inflationsbereinigt

mit einem Einspielergebnis

von zirka 3,8 Milliarden US-Dollar der erfolgreichste

Film aller Zeiten ist. Das liegt

auch mit daran, dass der Film seit seiner

Erstaufführung viele Jahre danach mehrfach

erneut in den Kinos gezeigt wurde. Nur,

um das in Relation zu setzen: Bis zum heutigen

Tag haben den Film weltweit 504 Millionen

Besucher in den Lichtspielhäusern gesehen,

davon alleine 202 Millionen zur Erstauswertung

in den U.S.A.! Zwar gibt es einen

leichten faden Beigeschmack, da die

Sklavenhaltung in dem Film quasi glorifiziert

wird, was auch heute noch von vielen

Afro-Amerikanern kritisch betrachtet wird,

aber dennoch ist der hohe Stellenwert dieses

Filmes bis heute ungebrochen. Bei alleine

13 Nominierungen bei der Oscarverleihung

1940 wurden insgesamt zehn Oscars

an „Vom Winde verweht“ vergeben.

Story

Die Geschichte von der hübschen Scarlett

O'Hara (V. Leigh) und dem ‚Realisten‘ Rhett

Butler (C. Gable), die sich in den Zeiten des

amerikanischen Bürgerkriegs ineinander verlieben

und das, obwohl die Tochter des

Baumwollplantagen-Besitzers Gerald O'Hara

(T. Mitchell) dabei ebenfalls mit Ashley Wilkes

(L. Howard) anbandelt. Dabei hatte Clark

Gable Glück, dass Gary Cooper die Rolle mit

den Worten: „Vom Winde verweht wird der

größte Flop in der Geschichte Hollywoods.

[…] Ich bin froh, dass Clark Gable auf die

Schnauze fallen wird und nicht Gary Cooper!“

abgelehnt hatte. Da hat er sich aber

wohl gewaltig geirrt. Für damalige Zeiten mit

gewaltigen Kulissen versehen, ist der Film

auch heute noch sehr sehenswert, zumal

auch die schauspielerische Leistung keinen

Grund zur Beanstandung bietet. Auffallend

ist dabei, dass trotz der langen Spielzeit von

fast vier Stunden kaum Langeweile aufkommt,

da die Geschichte doch so sehr fesselt.

Ein Zeichen, dass für Qualität spricht.

Übrigens: Der Film wurde zum ersten Mal am

15. Januar 1953 in Deutschland in den Kinos

gezeigt.

Bildqualität

Es ist erstaunlich, wie gut ein 75 Jahre alter

Film ausschauen kann, wobei der saubere

Transfer auch bereits für die 2009er Veröffentlichung

verwendet wurde, was allerdings

qualitativ ein ebenfalls herausragendes Bild

(1,37:1) bedeutet. Die Farben sind entsprechend

dem Filmmaterial natürlich und kräftig

bei gut eingestelltem Kontrast und auch die

Schärfewerte liegen auf einem hohen Niveau.

Weiche Abschnitte oder vereinzelte

Schmutzspuren sind zwar erkennbar, aber

mit dem ansonsten positiven Eindruck nicht

ins Verhältnis zu setzen.

Tonqualität

Der Ton liegt zwar in Dolby Digital 5.1 vor,

bietet aber keine wirkliche Räumlichkeit, mal

abgesehen von der Filmmusik, die sich über

sämtliche Kanäle verteilt. Abgesehen davon

werden Dialoge und Hintergrundgeräusche

nur über den Center wiedergegeben. Störgeräusche

wie Verzerrungen oder Rauschen

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Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

sind leider hörbar. Die Stimmen sind dabei

dennoch stets klar verständlich. Nur als Anmerkungen:

Die englische Tonspur präsentiert

sich nicht wirklich räumlicher.

Ausstattung

Das Bonusmaterial ist der schiere Wahnsinn

und sprengt den Rahmen, was üblicherweise

geboten wird. Neben dem Audiokommentar

gibt es alleine auf der ersten Bonusdisc über

neun Stunden an Special Features. Schon die

über 2-stündige Dokumentation "Die Geburt

einer Legende" bietet außerordentliche viele

Informationen zum Film, einen Beitrag zum

Filmjahr 1939 in Hollywood, eine über einstündige

Doku zu Clark Gable, eine knapp

dreiviertelstündige Doku zu Vivian Leigh,

Featurettes, einen Beitrag zur Restauration,

und und und. Auf einer weiteren – neuen –

Bonusdisc gibt es noch zwei weitere neue

Special Features. Das wäre zum einen der

Beitrag „Alter Süden / Neuer Süden“ (HD;

26:50 min.), der sich mit den Drehorten befasst,

sowie dem Featurette „Vom Winde ver-

weht – Hollywood kommt nach Atlanta“ (HD;

12:38 min.), bei dem Aufnahmen von der

Premiere gezeigt werden. Dazu gibt es in der

Box noch ein kleines Fotobuch (Titel: „Unsterbliche

Scarlett – Der zeitlose Stil in Vom

Winde verweht“), bei dem nähere Informationen

zu den Kostümen gegeben werden.

Fazit

Wem es bei “Vom Winde verweht” lediglich

um den Film geht, und wer ohnehin

schon die Veröffentlichung von 2009 besitzt,

braucht sich über eine Neuanschaffung

keine Gedanken machen, da Bild

und Ton qualitativ identisch sind. Lediglich

das ohnehin schon umfangreiche Bonusmaterial

wurde noch einmal ein

wenig aufgestockt, wobei das schicke Digipak

und der noble Pappschuber inklusive

des Fotobuches ebenfalls einen

zusätzlichen Kaufanreiz bieten.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

8

4

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Blulife · 04/2014

75


REVIEW

Film

Tammy

Spätestens seit der Fernsehserie „Mike &

Molly“ ist die US-amerikanische Schauspielerin

Melissa McCarthy ein weltweit bekannter

Star, der seit geraumer Zeit auch im

Kino Erfolge feiert. Mit Filmen wie „Voll abgezockt“

oder „Taffe Mädels“ schaffte sie

es, ihren Bekanntheitsgrad noch weiter auszubauen,

so dass sie schnell zu einer der gefragtesten

Schauspielerinnen Hollywoods

wurde. Mit „Tammy“ präsentiert sich das

sympathische Moppelchen erneut in der

Hauptrolle. Die dazugehörige Blu-ray wurde

von uns ausführlich getestet, so dass das

Resultat hier nachzulesen ist.

Story

Im Leben von Tammy (M. McCarthy) geht es

zurzeit drunter und drüber. Nicht nur, dass

sie ihr Auto zu Schrott fährt und zudem noch

ihren Job verliert, muss sie zuhause angekommen

feststellen, dass ihr Ehemann mit

der Nachbarin im eigenen Ehebett betrügt.

Das ist schließlich alles zu viel für sie, so dass

sie zu ihrer Großmutter Pearl (S. Sarandon)

flüchtet, um sie um Hilfe zu bitten. Diese lädt

sie kurzerhand zu einem Kurztrip zu den Niagarafällen

ein. Auf der Reise dorthin muss

Tammy feststellen, dass die Fahrt zwar etliche

Überraschungen und Abenteuer mit sich

bringt, aber einen tierischen Spaß bereitet.

Regie führte bei diesem Film Ben Falcone;

niemand geringerer als Melissa McCarthys

Ehemann. Das Paar verfasste übrigens auch

zusammen das Drehbuch. Jedoch sollte den

beiden für ihre erste gemeinsame Arbeit ein

rauer Wind entgegenwehen. Höchstwahrscheinlich

waren die Erwartungshaltungen

der Zuschauer und Kritiker abweichend zur

tatsächlichen Handlung. Wie schon bei den

Filmen wie „Dickste Freunde“ oder „Ein Jahr

vogelfrei!“ wurde auch „Tammy“ als reine Komödie

vermarktet. Ihr titelgebender Charakter

wurde dabei ähnlich dargestellt wie ihre

Rollen in „Brautalarm“ oder „Taffe Mädels“.

Prollig mit einem lustigen Slapstick-artigen

Touch. Doch weit gefehlt. Denn auch wenn

diese Art von Humor bewusst bei diesem

Film zum Einsatz kommt und dabei gut pointiert

für so manche Lacher sorgt, bietet die

Handlung weitaus mehr als eigenwillige

Gags. Falcone und McCarthy haben sich Gedanken

gemacht die Figur von Tammy, von ihren

bisherigen Charakteren positiv abzuheben

zu lassen und ein wenig mehr Tiefe zu

verleihen. Der Roadmovie entpuppt sich tatsächlich

eher als Tragikomödie, bei der geflissentlich

viele emotionale Elemente einge-

sponnen wurden und auch ein gewisser

Hang zur Sozialkritik nicht von der Hand zu

weisen ist. Das macht aus „Tammy“ zwar

noch lange keinen herausragenden Film,

lässt ihn aber in einem anderen Licht erscheinen.

Der krude Mix aus Proll, Humor und

emotionaler Tragik will schließlich nicht so

ganz zusammenpassen, bietet aber dennoch

solide Unterhaltung.

Das Melissa McCarthy auch nachdenkliche

Rollen spielen kann, beweist sie sehr gut in

ihrer Rolle als Tammy, lässt aber aufgrund

des eigenwilligen Humors an Glaubwürdigkeit

und Authentizität missen. Susan Sarandon

spielt ihre Figur der exzentrischen Oma

wirklich sehr gut. In weiteren Rollen sind darüber

hinaus Kathy Bates (herrlich als Pearls

Cousine Lenore), Ben Falcone (wie nicht anders

zu erwarten war), Toni Collete, Dan Aykroyd

(einfach herrlich; leider nur kurze

Screentime), Mark Duplass und Sandra Oh

(wirkt etwas deplatziert) zu sehen, die ihre

Figuren mehr oder minder überzeugend

spielen, aufgrund ihrer Prominenz aber ein

wenig für zusätzliche Schauwerte sorgen.

Achtung: Der um vier Minuten erweiterte Extended

Cut liegt leider nur in Englisch vor, da

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Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

die zusätzlichen Szenen nicht nachträglich

synchronisiert wurden.

Bildqualität

· Codec: MPEG-4/AVC, Auflösung

1920x1080p, Ansichtsverhältnis 1,85:1

· nur feines, homogenes Filmkorn

· sehr gute Schärfe bei hohem Detailgrad

· natürliche und kräftige Farben bei

gut eingestelltem, stellenweise

erhöhtem Kontrast

· vereinzelte Überstrahlungen in

hellen Flächen

· vereinzelt gute Plastizität

· satter Schwarzwert

· keine Kompressionsspuren erkennbar

Mit Panavision Panaflex Millennium xl2 Kameras

auf 35mm aufgenommen, wird das

Filmkorn recht fein wiedergegeben und sorgt

für einen angenehmen filmischen Touch. Dabei

werden einzelne Objekte bei guter bis

sehr guter Kantenschärfe bei hohem Detailgrad

akkurat dargestellt. Die Farben erscheinen

kräftig aber natürlich. Der Kontrast ist

gut eingestellt aber vereinzelt erhöht, so dass

die Durchzeichnung nicht immer optimal erscheint

und auch die Plastizität darunter leidet.

Dennoch ist das Bild weit davon entfernt,

schlecht zu sein, zumal keine weiteren

Beeinträchtigungen zu erkennen sind.

Tonqualität

· Deutsch Dolby Digital 5.1,

Englisch DTS-HD Master Audio 5.1, u.a.

· kein deutscher HD-Ton

· klare und natürliche, jedoch eher

frontlastige Abmischung

· nur wenige Surroundeffekte

· eher zurückhaltender Bass

· jederzeit klar verständliche Dialoge

Beim Ton wird eine zwar zweckmäßige, aber

alles in allem mehr als zufriedenstellende

Vorstellung geboten. Das Meiste spielt sich

zwar in der Front ab, wobei einige Surroundeffekte

für eine annehmbare Räumlichkeit

sorgen. Ähnlich verhält es sich beim Bass, da

der Subwoofer sich zurückhaltend präsentiert,

aber dennoch nicht arbeitslos in der

Ecke steht (Stichwort: Überfall). Die ausgewogene

und transparente Abmischung punktet

letztendlich mit einer guten Dynamik sowie

klaren Dialogen. Mehr ist bei einem Film

wie diesem auch nicht notwendig.

Ausstattung

· Extended Cut (HD; 100 min.;

nur in Englisch)

· Gag Reel (HD; ca. 3 min.)

· Tammy's Road Trip Checklist

(HD, ca. 4 min.)

· Entfernte Szenen (HD, ca. 5 min.)

· Poom-O-Rama (HD, ca. 2 min.)

· Wave-O-Rama (HD, ca. 2 min.)

· Mindless Chat-O-Rama (HD, ca. 2 min.)

Das komplette Bonusmaterial liegt in HD sowie

deutsch untertitelt vor. Den Gros macht

dabei der Extended Cut aus, wobei die erweiterte

Fassung leider nur in Englisch vorliegt.

Dazu gesellt sich noch eine Menge an zusätzliche,

wenn gleich nur sehr kurze Beiträge.

Neben einigen verpatzten Szenen gibt es

noch einen Beitrag, in dem Cast & Crew über

eigene Erfahrungen mit Road Trips berichten,

einige entfernte Szenen, sowie insgesamt

drei kurze Clips mit alternativen Einstellungen

zu den entsprechenden Szenen. Weitere

zusätzliche Informationen zum Film fehlen

leider.

Fazit

In technischer Hinsicht reißt die vorliegende

Blu-ray Umsetzung gewiss keine

Bäume aus, wobei wohl kaum jemand mit

der Qualität unzufrieden sein dürfte. Das

Bild bietet eine gute bis überwiegend

sehr gute Schärfe sowie natürliche und

kräftige Farben. Nur wenige Beeinträchtigungen

wissen den positiven Eindruck

zu stören. Der Ton ist eher unspektakulär

ausgefallen, wobei die eher frontlastige

aber dynamische und klare Abmischung

nur die wenigsten negativ überraschen

sollte. Lediglich der Extended Cut (wenn

auch nur in Englisch) stellt einen Mehrwert

beim Bonusmaterial dar. Die übrigen

Beiträge sind eher lustiger Natur und nur

sehr knapp ausgefallen.

Regisseur, Co-Autor und Nebendarsteller

Ben Falcone hat es sich mit seinem Regiedebüt

„Tammy“ nicht ganz leicht gemacht

und musste dafür zahlreiche

negative Kritiken einstecken. Ob es an der

falschen Vermarktung liegt oder einfach

nur am eigenwilligen Genre-Mix, der unterm

Strich doch recht unausgewogen erscheint,

bleibt letztendlich Ansichtssache.

Melissa McCarthy Fans sollten sich dessen

bewusst werden, bevor sie blind zur

Blu-ray greifen. Die Enttäuschung wäre in

diesem Fall wahrscheinlich groß.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

6

8

7

4

7

Blulife · 04/2014

77


REVIEW

Film ab 18

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Headhunt

Australien ist jetzt nicht unbedingt als herausragende

Filmproduktionsstätte bekannt,

hat aber mit „Mad Max“, „Die BMX

Bande“ oder „Romper Stomper“ einige

Klassiker auf den Markt gebracht, die für

sich sprechen. Mit „Headhunt“ kommt ein

weiterer empfehlenswerter Film aus Down

Under auf den heimischen Blu-ray Markt,

der zwar nicht das Zeug zu einem Klassiker

hat, aber dennoch empfehlenswert ist.

Story

In der Geschichte geht es um den verurteilten

Serienmörder Thomas Reddmann (N.

Hope), der aus einer Anstalt für Geisteskranke

geflohen ist und in einem Büroraum sechs

Menschen als Geiseln hält. Diese sind an einen

Bürotisch gekettet und sollen nun Beweise

für seine Unschuld finden. Wer sich

dabei nicht an seine Regeln hält, muss mit

drakonischen Strafen rechnen.

Der Film klingt vorhersehbarer als er tatsächlich

ist. Dabei überzeugen sowohl die gut

agierenden Schauspieler wie etwa die beiden

Hauptdarsteller Nicholas Hope oder Kelly

Paterniti ebenso wie die kurzweilige Geschichte.

Zwar gibt es in der ersten Hälfte

noch ein, zwei kurze Hänger, aber spätestens

nach einer Dreiviertelstunde hat die Regiearbeit

von Daniel Krige Fahrt aufgenommen

und bietet dabei gute Unterhaltung. Der

Genremix aus Horror-Slasher, Thriller und zynischem

Humor erscheint dabei stets ausgewogen.

Erfreulicherweise bietet das Drehbuch

von Jonathon Green und Anthony

O’Connor auch einige überraschende Wendungen,

wobei gerade das Finale keineswegs

vorhersehbar ist und somit „Headhunt“ sehr

gut abschließt.

Bildqualität

Das Bild (1,78:1) lässt erahnen, dass das Budget

nicht sonderlich hoch gewesen sein kann,

was sich bereits bei der Schärfe bemerkbar

macht, die im Schnitt nur ein gutes, aber

nicht herausragendes Niveau erreicht. Gerade

in dunkleren Szenen nimmt der Detailgrad

deutlich ab. Die Farben sind zwar natürlich

und kräftig, wobei sie nicht selten übersättigt

erscheinen und auch Probleme in der Durchzeichnung

erkennbar werden, was auf einen

erhöhten Kontrast schließen lässt. Kompressionsspuren

sind nicht erkennbar.

Tonqualität

Der Ton (Deutsch und Englisch in DTS HD

Master Audio 5.1) ist gleichwohl bestenfalls

als gutklassig zu bezeichnen. Akustisch spielt

sich das Meiste in der Front ab, wobei wenigstens

die stimmungsvolle Filmmusik die

hinteren Kanäle häufiger mit einbezieht. Die

Dynamik ist solide. Der Bass könnte kräftiger

sein. Die Balance ist sehr ausgewogen und

selbst die Synchronisation erscheint sehr natürlich.

Die Dialoge sind stets klar verständlich,

was die deutsche Abmischung vom Original

positiv abgrenzt.

Ausstattung

Filmbezogenes Bonusmaterial, wie etwa entfernte

Szenen, Interviews oder ein Making-

Of sucht man vergeblich. Leider befindet sich

lediglich eine Trailershow zwecks Eigenwerbung

auf der Blu-ray Disc. Immerhin wurde

dieser Veröffentlichung ein Wendecover beigelegt.

Fazit

Mit „Headhunt“ empfehlen sich Regisseur

Daniel Krige aber auch Hauptdarsteller

Nicholas Hope für internationale

Produktionen. Der zynische Horror-Thriller

aus Australien punktet mit einer

durchdachten Handlung sowie überzeugenden

Schauspielern und sorgt damit für

gute Unterhaltung. Die technische Seite

der Blu-ray bietet dabei zwar nicht die

Qualität, die man bei einer aktuellen Produktion

erwarten würde, lässt aber

immer noch erkennen, dass es sich um

ein HD-Medium handelt. Fans dieses

Genres dürfen dennoch gerne ein Auge

riskieren.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

7

7

7

0

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Im Test verwendete Geräte:

TV:

BDP:

Panasonic TX-L42ETW60

Sony BDV-E370 5.1 3D

Blu-ray Heimkinosystem

In dem chinesischen Restaurant „The Long

Pig“ werden die Gäste nicht nur mit ausgefallenen

kulinarischen Köstlichkeiten, sondern

darüber hinaus auch noch mit einer

besonderen Art des Entertainments verwöhnt.

Die ausgewählten Gäste bekommen

Schaukämpfe geboten, bei denen der Verlierer

anschließend im Kochtopf landet. Die

besondere Spezialität ist der berühmte

„Schwanz im Schlafrock“ hinter dessen Rezept

die verschiedensten Individuen her

sind.

Regisseur und Drehbuchautor Kimani Ray

Smith war bisher bei zahlreichen Blockbustern

für die Stunts verantwortlich und dementsprechend

actionreich geht es auch bei

seinem Langfilm-Regiedebüt „Evil Feed“ zur

Sache. Zwar wirken die gut choreografierten

Kampfszenen mehr wie Füllmaterial zwischen

den Absurditäten im Restaurant, aber

einen gewissen Schauwert kann man ihnen

nicht absprechen.

Die eigentliche Handlung dreht sich allerdings

um das Long Pig Restaurant, in welchem,

wie der Name bereits vermuten lässt,

Menschenfleisch serviert wird. Betrieben

wird das Restaurant von einem jungen Chinesen,

der den Kopf seines Vaters im Schrank

stehen hat und dessen willige Assistentin

ganz scharf auf die „Vorbereitung“ des

Schwanzes im Schlafrock ist. Skurril, verrückt

EVIL

FEED

und geschmacklos. Wer auf schwarzen Humor

steht, sollte bei „Evil Feed“ ruhig einen

Blick riskieren. Der Film steckt voller abgedrehter

Charaktere und verrückter Ideen.

Ganz nebenbei gibt es jede Menge nackte

Haut zu sehen. Inhaltlich kann der Film hingegen

nicht sonderlich überzeugen. Sämtliche

Darsteller overacten was das Zeug hält

und die deutsche Synchronisation ist stellenweise

ein Albtraum. Spaß macht das Ganze

aber trotzdem. Viele handgemachte Splattereffekte

und ein tiefschwarzer Humor machen

diese Schlachtplatte zu einem echten Geheimtipp

für Gorehounds.

Bildqualität

· extrem knallige, teilweise stark

befremdliche Farben

· satter, aber sehr dominanter

Schwarzwert

· sehr gute Schärfe mit hoher

Detailsichtbarkeit

· sauberes, absolut fehlerfreies Bild

Der Film strahlt kunterbunt und messerscharf.

Das sieht zwar nicht immer natürlich

aus, passt aber andererseits sehr gut zur

Handlung. Das alles etwas comicartig wirkt,

ist wohl so gewollt.

Tonqualität

· sehr frontlastige Abmischung

· lauter, rockiger Soundtrack

· Dialoge überwiegend gut verständlich

· bei den Kämpfen zahlreiche

Surroundeffekte mit akzeptabler

Signalortung

Alles in allem ist der Ton – mit Ausnahme des

Soundtracks – sehr frontlastig abgemischt.

Lediglich bei den Kampfeinlagen machen sich

die hinteren Kanäle bemerkbar, wobei nicht

jedes Geräusch zuzuordnen ist. Dafür sind die

Dialoge bis auf wenige Ausnahmen stets gut

und klar verständlich.

Ausstattung

· Kinotrailer

· Wendecover

Leider wird hier neben dem obligatorischen

Trailer und ein wenig Eigenwerbung nichts

geboten.

Fazit

Bild und Ton bewegen sich auf gutem Niveau,

wobei das Bild stark verfremdet

aussieht und eher an einen Comicstrip erinnert.

Der rockige Soundtrack geht voll

unter die Haut und auch ansonsten gibt

es ordentlich was auf die Ohren, auch

wenn nicht alles einwandfrei zuzuordnen

ist. An Extras wurde leider gespart.

Etwas wirklich Neues bietet der Film zwar

nicht, aber zumindest macht er gehörig

Spaß. Vorausgesetzt, man hat ein Faible

für abgedrehten und geschmacklosen

Humor. Die zahlreichen Martial Arts Szenen

sorgen zusätzlich für Schauwerte.

Wer es gerne derb mag, sollte hier unbedingt

einen Blick riskieren.

(ms)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

5

7

7

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6

Blulife · 04/2014

79


REVIEW

Film ab 18

DISCOPATH

Vor einigen Jahren setzten die Regisseure

Quentin Tarantino und Robert Rodrigues

dem Grindhousekino mit ihrem Double-

Feature „Death Proof“ und „Planet Terror“

ein filmisches Denkmal. Nun taucht der kanadische

Regisseur Remy Couture auf und

widmet sein Spielfilm-Debut „Discopath“,

dem seinerzeit ebenfalls sehr beliebten Giallo

Subgenre. Diese Hommage erscheint

nun im Hause Mad Dimension, erfreulicherweise

ungeschnitten, und wir werfen an

dieser Stelle einen Blick auf die Veröffentlichung.

Story

New York 1976. Der schüchterne Duane Lewis

(J. Earp-Lavergne) dreht aufgrund eines

Kindheitstraumas beim Klang von Discomusik

durch und schlachtet sein Date brutal ab,

woraufhin er sich unter falschem Namen

nach Montreal absetzt. Auf einem Mädcheninternat

lebt er getarnt als tauber Hausmeister,

doch dann holen ihn die Discoklänge ein

und der Blutdurst packt ihn erneut.

Discopath ist der Versuch, im Jahr 2014 einen

Film zu drehen, der aussieht, als wäre er

aus den 1970er oder 80er Jahren. Und der

Versuch ist definitiv geglückt. Rein inszenatorisch

könnte man tatsächlich meinen, der

Film wäre zu der Zeit gedreht worden, in der

er spielt. Nicht nur die Kostüme, das Setting

und selbst die Frisuren passen perfekt zur

Handlungszeit, auch Farbgebung, Kameraführung

und der typische 70er-Jahre-Soundtrack

vermitteln den angestrebten Effekt.

Gewollte Unschärfen und verwaschene Bilder

im rechten Augenblick verstärken den Effekt

noch zusätzlich. Ein bisschen (künstliches)

Filmkorn oder der eine oder andere

Bildfehler – wie bei den Grindhouse-Titeln

der Filmemacher Tarantino und Rodrigues –

hätten hier für den letzten Schliff sorgen

können, aber auf diese Art der Stilmittel wurde

verzichtet. Dennoch ist der Film optisch

kaum von einem echten Giallo-Streifen zu

unterscheiden.

Objektiv betrachtet ist „Discopath“ sicherlich

nichts Besonderes. Die Handlung ist zu oberflächlich,

die Figuren zu klischeehaft. Sieht

man allerdings genauer hin, erkennt man,

dass all dies Mittel zum Zweck ist. Drehbuchautor

und Regisseur Remy Couture versucht

mit seinem Spielfilmdebüt nichts innovatives

auf die Leinwand zu bringen, sondern zitiert

einen Genreklassiker nach dem anderen und

stellt damit anschaulich unter Beweis, dass er

seine Hausaufgaben gemacht hat und sein

Handwerk versteht.

Die Darsteller agieren teilweise hölzern, teil-

weise übertrieben, aber zu keiner Zeit glaubhaft

– auch das ist ganz klar eine Hommage

an die B-Movies ihrer Zeit. Es gehört schon

ein gewisses Maß an Schauspielkunst dazu,

so gut so schlecht zu spielen. Vor allem auf

Seiten der Gesetzeshüter wird hier eine

wahrlich scheußlich-schöne Vorstellung geboten.

Lediglich Jeremie Earp-Lavergne als

Titelgebender Discopath hätte ruhig ein wenig

dicker auftragen dürfen, wenn er sich

über seine (natürlich leicht bekleideten) Opfer

hermacht.

Dick aufgetragen wird indessen während der

wirklich gut gemachten Gore-Effekte. Hier

kommt nichts aus dem Computer, hier wird

noch mit bloßen Händen in der Mama herumgewühlt,

wenn der Ausdruck an dieser

Stelle (mit Hinsicht auf den zu besprechen-

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Blulife · 03/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV:

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Panasonic TX-L42ETW60

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Blu-ray Heimkinosystem

den Titel) gewährt sei. Der erste Mord lässt

zwar befürchten, dass im entscheidenden

Moment ausgeblendet wird, doch mit fortlaufender

Spielzeit erhöht sich die Gorerate

rapide. Wenn der Discopath richtig aufdreht,

dann fließt das Blut in Strömen, und auch an

surrealen Szenen mit abgetrennten Extremitäten

fehlt es diesem Machwerk nicht. Den

heutigen Otto-Normal-Gucker mag das alles

ein wenig verwirren, möglicherweise sogar

abschrecken, aber für Fans des Genres ist der

Film wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Oberflächlich betrachtet ist „Discopath“

Schund, da brauchen wir uns nichts vorzumachen.

Unterm Strich ist er allerdings eine Verneigung

vor dem Genre und macht fast alles

richtig. Wer Gefallen an Filmen wie „Maniac“

oder „New York Ripper“ findet, der ist mit

diesem Film aller bestens bedient und sollte

auf keinen Fall verpassen, ihn anzusehen. Mit

etwas Glück könnte dieser Film in ein paar

Jahren von einem Geheimtipp zu einem wahren

Kultstreifen werden, Potential ist jedenfalls

vorhanden. Und mit einem derartigen

Einstieg dürfte Regisseur Couture auch nicht

so schnell in Vergessenheit geraten.

Bildqualität

· gesamtes Bild im Stil der 1970er Jahre

· Schärfe auf akzeptablem Niveau

· schöne, zeitgenössische Farbgebung,

die allerdings ein wenig unnatürlich

wirkt

· satter, aber zu dominanter

Schwarzwert

· keinerlei Bildstörungen oder

Beeinträchtigungen

Das Bild ist im Stil typischer 1970er Jahre

Slasher gehalten. Die Farben sind gewollt in

Richtung Sepia verschoben, wodurch alles

ein wenig verfälscht aber stimmig wirkt. Auch

die Schärfe bewegt sich lediglich im oberen

Mittelfeld. Alles schaut ein bisschen verwaschen

aus, auch Doppelkonturen und ausblutende

Ränder sind keine Seltenheit, aber da

dies alles als Stilmittel durchgewunken werden

kann, kann das Ganze auch nicht ernsthaft

beanstandet werden. Der Gesamteindruck

wird dadurch allerdings dennoch beeinträchtigt,

weshalb auch keine höhere

Punktevergabe erfolgen konnte. Fans wird

das Ganze ohnehin nicht stören, und für diese

ist dieser Film schließlich gemacht worden.

Tonqualität

· frontlastige Abmischung

· leicht verzerrte, aber jederzeit

verständliche Dialoge

· toller Disco-Soundtrack, der auch

die hinteren Kanäle und den

Subwoofer fordert

· ansonsten recht unspektakuläre

Abmischung

Wie das Bild ist auch der Ton ganz im Stil billiger

70er-Jahre-Filme gehalten. Die Synchronisation

klingt billig und alles krächzt ein wenig.

Auch hier kann mit etwas Wohlwollen

von einem gewollten Stilmittel gesprochen

werden, zumal die Originaldialoge ebenfalls

reichlich unnatürlich vorgetragen werden.

Wie es sich für einen Film aus dieser Epoche

gehört, ist der Ton alles in allem sehr frontlastig

abgemischt. Lediglich der Soundtrack, der

aus zahlreichen Ohrwurm-Discohits besteht,

nutzt das Potential voll aus.

Ausstattung

· Trailer

· Wendecover

Das Bonusmaterial glänzt durch Abwesenheit.

Lediglich eine Eigenwerbungs-Trailershow

und der obligatorische Kinotrailer haben

es auf die Disc geschafft. Zumindest wurde

an ein Wendecover gedacht, womit das

unbeliebte FSK-Siegel in der schwarzen Amaray-Hülle

versteckt werden kann.

Fazit

Optisch erinnert der Film an Titel der

1970er Jahre, was sich in Farbe und

Schärfe ein wenig negativ niederschlägt.

Subjektiv betrachtet schaut das Ganze

aber genauso aus, wie es soll. Der Sound

ist eher zurückhaltend und frontlastig,

aber auch das geht in diesem Fall als Stilmittel

durch. Filmbezogenes Bonusmaterial

gibt es, mit Ausnahme des Kinotrailers,

leider keines.

Der Film ist eine einzige Hommage an den

typischen 1970er Jahre Giallo und Slasherfilm.

Leider fehlt es im Endeffekt ein

wenig am Feinschliff, aber Potential ist

auf jeden Fall vorhanden. Dank der handwerklich

gut gemachten Goreeffekte und

den zahlreichen Anspielungen auf Genreklassiker

könnte sich „Discopath“ in einschlägigen

Kreisen durchaus zum Kultfilm

entwickeln.

(ms)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

7

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7

0

7

Blulife · 03/2014

81


REVIEW

Dokus

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Hurricanes, ein gewaltiges Naturspektakel

mit meist dramatischen und zerstörerischen

Folgen. In anderen Teilen der Welt auch als

Zyklon oder Taifun bekannt, sind die gewaltigen

Stürme mittlerweile jährliche, regelmäßige

Ereignisse, welche die betroffenen

Menschen immer wieder in Angst und

Schrecken versetzen. Doch nur wenige wissen

überhaupt etwas über dieses Thema.

Die 3-teilige Dokumentation „Hurricane: Im

Auge des Sturms - Die komplette Serie“ aus

dem Hause Koch Media bringt da etwas

Licht ins Dunkel.

Story

Unterteilt in die drei Episoden „Anatomie eines

Unberechenbaren“, „Spur der Verwüstung“

und „Stürmische Zukunft“ gehen die

Macher Andy Byatt und John Jackson auf einzelne

Aspekte der Hurricanes ein. Die erste

Folge befasst sich dabei nicht nur damit, was

überhaupt ein Hurrikan ist, sondern darüber

hinaus, wie er überhaupt entsteht, wie sich

diese gigantischen Stürme vorhersagen lassen

oder welche Technologien dafür eingesetzt

werden, wie z. B. Satelliten, Drohnen

oder gar Fische. Die Episode „Spur der Verwüstung“

befasst sich mit den Folgen eines

Hurrikans, in diesem Falle vor allem die Auswirkungen

auf die Natur. Zum einen mag

dies vielleicht sogar ein Heilbringer sein, da

die herunterfallenden Äste mehr Licht an die

HURRICANE:

Im Auge des Sturms - Die komplette Serie

einzelnen Vegetationen bringen und auch als

Dünger fungieren, zum anderen aber auch

Tierarten bedroht wie etwa das Kuba Krokodil

oder sogar ganze Korallenriffe zerstört.

Aufschlussreich ist auch der Abschnitt, in

dem verdeutlich wird, wie sich manche Lebewesen

sogar an diese Stürme angepasst haben.

Die letzte Folge befasst sich hingegen

mit der Zukunft, welche Auswirkungen diese

gigantischen Naturphänomene auf die einzelnen

Länder haben und was die düsteren

Bedrohungen sein werden. Apokalyptische

Visionen machen sich hingegen bei dem Ausblick

auf einen etwaigen Supersturm breit.

Zu allen Berichten werden zahlreiche Spezialisten

aus unterschiedlichen Ländern interviewt,

die dem Zuschauer eine Menge interessanter

Fakten und Daten vermitteln und

diese sehr gut belegen.

Bildqualität

Das Bild (1,78:1) bietet insgesamt eine gute

Qualität. Selbstverständlich gibt es auch einige

Aufnahmen, wie etwa unter Wasser bei

Nacht oder mit tragbaren Mobilkameras, die

einige Abstriche in Form von Rauschen, Unschärfen

oder Artefakten mit sich bringen,

aber dafür an Exklusivität, Vielseitigkeit und

Authentizität gewinnen. Die Schärfe pendelt

sich auf einem guten Niveau ein. Die Farben

sind durchweg natürlich bei guter Sättigung.

Durch die verschiedenen Einstellungen erweist

sich der Kontrast als wechselhaft,

bleibt aber überwiegend stabil.

Tonqualität

Der Ton (Deutsch und Englisch in DTS HD MA

5.1) bietet eine klare und natürliche Abmischung.

In der deutschen Synchronisation

werden die stets klar verständlichen Kommentare

des Sprechers bei Interviews über

die Originalstimmen gelegt, was keine ungewöhnliche

Praxis ist, dabei aber die Hintergrundgeräusche

ein wenig untergehen lässt.

Einige diffuse Hintergrundgeräusche sowie

der unaufdringliche Score sorgen für eine angenehme

Räumlichkeit. Bei den heftigen

Sturmdarstellungen darf letztendlich auch

der Subwoofer zeigen, was in ihm steckt.

Ausstattung

Bonusmaterial findet sich leider keines auf

den beiden Blu-ray Discs, wobei eigentlich alles

in den drei einzelnen Episoden gesagt

wurde, was es zu diesem Thema zu sagen

gibt. Ein Wendecover ist übrigens laut Info

vorhanden.

Fazit

Die über zweieinhalbstündige, dreiteilige Dokumentation

„Hurricane: Im Auge des

Sturms - Die komplette Serie“ ist eine sehr

umfangreiche Berichterstattung rund um das

Thema der tropischen Wirbelstürme. Mithilfe

zahlreicher Interviews, Illustrationen und

veranschaulichenden Darstellungen bleiben

keine Wünsche offen. Das Bild und der Ton

befinden sich auf einem zufriedenstellenden

Niveau.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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Zombie Fans aufgepasst, denn mit „Doc of

the Dead“ veröffentlicht Entertainment One

die wohl ultimative Dokumentation über

die Welt der Untoten. Regisseur und Autor

Alexandre O. Philippe fasst dabei nicht nur

die wichtigsten Filme zusammen, sondern

zeigt auch die historischen Hintergründe,

auf denen die wandelnden Toten basieren.

Dabei zeigt er nicht nur Verweise auf die

Mythologie, sondern geht obendrein auf die

cineastische Geschichte dieses Subgenres

des Horrorfilms ein und behandelt dabei sogar

philosophische Fragen.

Zombies sind mittlerweile ein fester Bestandteil

der Popkultur geworden. Die Untoten

werden mittlerweile in Gesellschaftsspiele

integriert, kommen in Pornofilmen vor, werden

in Werbeclips gezeigt, oder sogar als

Hochzeit arrangiert. Sogar in Regierungskreisen

werden Zombie Themen besprochen. Es

gibt absolut nichts mehr auf der Welt, das die

vor sich hinsiechenden Toten nicht eingenommen

haben. Die Welt befindet sich fest

in Zombiehand. Dazu haben nicht nur Serien

wie „The Walking Dead“, oder Spiele wie „Resident

Evil“ beigetragen, sondern solche Pioniere

wie George A. Romero, der mit seinem

60er Jahre Klassiker „Night of the Living Dead“

wohl die Blaupause für die meisten Zombie-Filme

geliefert hat. Von „White Zombie“

bis „World War Z“ werden nahezu alle wichtigen

Produktionen des Genres angesprochen

und mehr oder weniger detailliert behandelt,

Einflüsse erklärt, deren Effekte dargestellt

oder einfach nur die eine oder andere witzige

Anekdote erzählen. Und ja: Es wird auch darüber

debattiert, ob Zombies schlurfen oder

rennen.

Keine Dokumentation zu diesem Thema ohne

George A. Romero selbst, der auf sympathische

Art und Weise seine ganzen Erinnerungen

und Gedanken dazu erzählt. Doch

nicht nur er, sondern auch weitere mehr

oder minder bekannte Vertreter wie Simon

Pegg, Bruce Campbell, Tom Savini, Robert

Kirkman, Max Brooks, Stuart Gordon, Charlie

Adlard oder Max Brooks kommen dabei

ebenso zu Wort wie Berater, die zeigen, wie

man eine Zombie-Epidemie überleben könnte.

Das einzige Manko an „Doc of the Dead“ ist

der etwas unstrukturierte, etwas wirre Aufbau

der Dokumentation. Abgesehen davon

wird in ca. 80 Minuten nahezu alles an interessanten

Informationen geboten, die es zu

diesem Thema gibt.

Bildqualität

Das Bild (1,78:1) ist sehr wechselhaft ausgefallen,

bemüht sich aber auch gar nicht darum,

eine Hochglanzproduktion zu sein, sondern

einfach nur authentisch zu erscheinen.

Gerade die vielen Einblendungen älterer Filme

oder privat gedrehter Aufnahmen senken

das Niveau, wobei die neu produzierten Interviews

nahezu kaum Grund zur Beanstandung,

sondern eine wirklich gute Schärfe und

natürliche Farben liefern.

Tonqualität

Der Ton liegt ausschließlich in Englisch, allerdings

durchgängig deutsch untertitelt vor.

Die Kommentare sind durchweg klar verständlich

und klingen dabei stets natürlich.

Auf direktionale Surroundeffekte oder tiefe

Bässe sollte sich niemand einstellen, wobei

diese Elemente ohnehin nicht vermisst werden.

Wichtig sind die deutlichen Kommentare

der Sprecher, natürliche Hintergrundgeräusche

und die ausgewogene Balance, was

zu 100% gewährleistet wird. Aufgabe erfüllt.

Ausstattung

Auf Bonusmaterial wurde leider verzichtet,

wobei das eine oder andere erweiterte Interview

sicherlich interessant gewesen wäre.

Nach dem Einlegen der Disc wird passenderweise

der Trailer zur vierten Staffel von „The

Walking Dead“ abgespielt.

Rein inhaltlich betrachtet ist „Doc of the Dead“

eine sehr umfangreiche, wenn auch kur-

ze Dokumentation rund um das Thema Zombie

und holt dabei viele bekannte Gesichter

und kreative Köpfe vor die Kamera, die ihr

ganzes Wissen dazu bereitstellen. Ob das alleine

eine Anschaffung auf Blu-ray rechtfertigt,

muss jeder für sich selbst entscheiden,

wobei Die-Hard-Fans dieses Subgenres wohl

kaum um einen Kauf herum kommen werden.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

y

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8

7

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8

Blulife · 04/2014

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REVIEW

Dokus

DOKUS in BLU

Naturaufnahmen in High Definition

Wildes Hawaii

Momentan wird der

Markt hauptsächlich

mit zwei Arten von

Dokumentationen nahezu

überflutet. Dabei

muss dem Namen eines

Landes lediglich

entweder ein „Wildes

…“ oder ein „… von

oben“ angesetzt werden.

So billig, wie das

vielleicht klingen mag, wurden die Berichterstattungen

allerdings nicht produziert, was

schnell deutlich wird.

Den Anfang macht die Doku „Wildes Hawaii“,

das von National Geographic produziert wurde.

Seit 1959 der 50. Bundesstaat der Vereinigten

Staaten, entstand die Inselgruppe Hawaii

vor sieben Millionen Jahren aufgrund

des örtlichen Vulkanismus. Sie erhob sich

quasi aus dem Meer. So ist es nicht verwunderlich,

dass der dort höchste Berg, der

Mauna Kea (4.205 m ü. M.) streng genommen

von seinem Fuß gemessen mit 10.000

bis 11.000 Metern sogar höher als der

Mount Everest ist. Mit angeschnitten wird

dabei auch das sich dort befindliche Mauna-

Kea-Observatorium, da aufgrund der Absenz

von fremdem Licht, ein besonders klarer

Blick auf die Sterne möglich ist.

Doch Hawaii hat mehr zu bieten als nur Vulkanismus,

wobei der Kīlauea trotz seiner

hochaktiven Phase ein beliebtes Touristenziel

ist. Erstaunlich ist aber, dass in den zig

Quadratkilometer großen erkalteten Caldera

Flächen dennoch fruchtbares Leben sprießt

und sich den Weg durch den Stein bahnt. So

ist es keine Seltenheit, dass sich in dieser

trostlosen Ödnis vereinzelte grüne Inseln befinden,

die dabei die unterschiedlichsten

Pflanzen, Insekten und Tiere beheimaten.

Einzigartig ist dabei die Artenvielfalt, die oftmals

ausschließlich auf dieser Insel zu sehen

ist und nirgendwo anders auf der Welt vorkommt.

Das wird nicht nur in stimmungsvollen

Nahaufnahmen, sondern darüber hinaus

mit wunderbaren Luftbildern schön dargestellt.

Apropos Aufnahmen: Nahezu einzigartig

sind auch die Wärmebild- und Nachtaufnahmen,

die Schildkröten aus naher Distanz

beim Eierlegen zeigen.

Allgemeine Anmerkung: Das Bild liegt bei

sämtlichen Dokumentationen in 1080i bei einem

Ansichtsverhältnis von 1,78:1 vor.

84 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Qualitativ lässt sich das Bild als sehr gutes

HDTV Niveau einordnen, abgesehen von der

wesentlich besseren Kompression. Aufgefallen

sind vereinzelt auftretende Störungen

wie Rauschen oder kleinere Block-Artefakte,

die entweder auf ein nicht fehlerfreies Encoding

des entsprechenden Videomaterials

oder ggf. qualitativ mindere Kameraqualität

schließen lassen. Andere Einstellungen in

ähnlichen Verhältnissen (Licht, Ort, etc…)

sind hingegen einwandfrei. Die Farben sind

durchweg natürlich und kräftig bei jedoch

wechselhaftem Kontrast. Grundsätzlich überwiegt

eine sehr gute Schärfe, so dass auch

häufig eine gute Plastizität erreicht wird. In

entsprechenden Ausschnitten, wie Aufnahmen

im Dunkeln, mitunter auch mit Wärmebild

oder Nachtsicht Kamera wird die Qualität

entsprechend zum Gewinn von Exklusivität

gemindert.

Der Ton liegt in Englisch und Deutsch verlustfrei

komprimiert in DTS HD Master Audio 5.1

vor. Keine Selbstverständlichkeit, wie sich in

diesem themenübergreifenden Beitrag noch

herausstellen soll. Spektakuläre direktionale

Effekte aus den hinteren Kanälen sollte man

selbstverständlich nicht erwarten, wobei

durch diffuse Hintergrundgeräusche, die aus

sämtlichen Lautsprechern tönen, eine solide

Räumlichkeit erzeugt wird. Die Balance ist

recht ausgewogen bei annehmbarer Dynamik.

Die Kommentare des Sprechers sind

durchweg klar verständlich.

Bonusmaterial ist leider nicht vorhanden.

Die Dokumentation „Wildes Hawaii“ bietet

eine Menge atemberaubender Bilder und

ebenso viele aufschlussreiche Informationen

zu der pazifischen Inselgruppe. Die abwechslungsreiche

Berichterstattung lässt dabei zu

keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen.

Wirklich empfehlenswert.

BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Wildes Florida

9

8

8

0

8

Ebenfalls aus dem Hause National Geographic

stammt die Dokumentation „Wildes Florida“.

Allerdings schafft es diese Veröffentlichung

nicht, qualitativ an „Wildes Hawaii“

anzuschließen. Der Grund dafür ist die zum

einen einseitige und zum anderen zusammenhanglose

Berichterstattung. In Bezug auf

ersteres stehen ziemlich stark Alligatoren

bzw. Krokodile im Vordergrund. Wie sie leben,

wie sie jagen, wie sie fressen, etc. Das

Hauptaugenmerk liegt klar auf den Reptilien.

Das ist zwar teilweise nachvollziehbar, zumal

die beiden vorgestellten Episoden schließlich

„Land der Alligatoren“ und „Küste der Krokodile“

heißen, aber das führt letztendlich doch

am Titel „Wildes Florida“ vorbei. Dort liegt

die Erwartungshaltung eigentlich eher auf

der Artenvielfalt im Sonnenschein-Staat

Amerikas. Andere

Tierarten, wie etwa

Waschbären, Seeadler,

Forellenbarsche,

Schlangen

oder Ochsenfrösche

werden ver-

hältnismäßig recht kurz abgehandelt. Lediglich

die Schildkröten werden etwas näher

erörtert. Das ist schade, zumal alleine im

Everglades Nationalpark insgesamt 350 verschiedene

Vogel-, 300 Süß- und Salzwasserfisch-,

40 Säugetier- und 50 Reptilarten leben.

Der Biscayne-Nationalpark mit seinem

drittgrößten Korallenriff der Welt wird ebenfalls

nur am Rande angeschnitten.

Schade, denn dadurch kommt beispielsweise

der Florida-Panther zu kurz, zumal es sich bei

diesem auch schließlich um das Wappentier

des Staates handelt. Technisch gibt es hingegen

absolut nichts zu beanstanden. Die Berichterstattungen

sind der Spielzeit entsprechend

mehr oder minder informativ und die

Darstellung mithilfe zahlreicher verschiedener

Techniken aufwändig und teils eindrucksvoll

in Szene gesetzt. Wenn z. B. die Schildkröten

über den Strand kriechen und im Zeitraffer

die übrige Welt vorbeihuscht, schaut

das schon recht stark aus.

Das Bild übertrifft sogar noch ein wenig die

Erwartungen. Beanstandungen gibt es nur

vereinzelt in Form von minimalem Rauschen

oder leicht weicheren Abschnitten, was

meist durch Nacht- oder Unterwasseraufnahmen

zu begründen ist. Abgesehen davon dominiert

ein sehr plastisches Bild, was vor allem

bei den zahlreichen Szenen unter Wasser

wirklich fantastisch ausschaut. Die Schärfe

erreicht überwiegend ein sehr gutes Ni-

Blulife · 04/2014

85


Die Folge „Herbst

und Winter“ legen

den Grundstein

der Berichterstattung.

Gezeigt werden

unter anderem

die mehr als

eine Milliarde

Laubbäume, die jeden

Herbst nicht

nur im Landveau

bei hohem Detailgrad. Die Farben präsentieren

sich stets kräftig und natürlich, so

dass die zahlreichen bunten Farben hervorragend

wiedergegeben werden. Der Kontrast

ist dabei ausgewogen und sehr gut eingestellt.

Der Schwarzwert liefert ebenfalls keinen

nennenswerten Grund zur Klage.

Auffallend ist bei der Tonspur (Deutsch und

Englisch in DTS HD MA 5.1) die beeindruckend

aktive Surroundkulisse, die sogar direktionale

Effekte erkennen lässt. Ohnehin

sind sämtliche Kanäle sehr häufig im Einsatz,

was einen sehr positiven Eindruck hinterlässt.

Darüber hinaus bietet der Subwoofer

mitunter kräftige Bässe. Die Abmischung

punktet zudem mit einer guten Dynamik sowie

einer ausgewogenen Balance. Die Kommentare

sind durchweg klar verständlich.

Das englische Original klingt noch ein wenig

klarer und offener.

Bonusmaterial sucht man bei dieser Dokumentation

leider vergebens.

In technischer Hinsicht hebt sich diese Bluray

angenehm aus der Masse der Dokumentationen

ab und bietet eine nahezu einwandfreie

Umsetzung bei Bild und Ton. Die Doku

selbst lässt aber zu wünschen übrig, da der

Fokus zu stark auf Alligatoren bzw. Krokodile

gelegt wurde und auch der Aufbau nicht

schlüssig erfolgt. Abgesehen davon sind die

Darstellungen und die Illustration wie gewohnt

aufschlussreich und beeindruckend

ausgefallen.

BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Wildes Großbritannien

6

9

9

0

7

Sie ist nicht nur der größte Inselstaat

Europas, sondern darüber hinaus auch bekannt

für ihr feuchtes Klima. Das alleine ist

aber gewiss kein Grund, um der Inselgruppe

Großbritannien eine entsprechende Dokumentation

zu widmen. Nein, denn die Landschaft,

die der deutschen nicht unähnlich ist,

bietet eine Menge Sehenswürdigkeiten, was

in „Wildes Großbritannien“ sehr gut verdeutlicht

wird. Unterteilt in zwei Episoden zu je

ca. 45 Minuten kommen dabei Natur- und

Tierwelt-Liebhaber voll auf ihre Kosten.

86 www.bluray-disc.de

Blulife · 04/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

schaftsgarten von Stourhead Tausende Besucher

durch ihre Farbenvielfalt beeindrucken,

sondern darüber hinaus die Regenwürmer

mit Arbeit versorgen, die das Laub in Kompost

verwandeln. Zu sehen sind darüber hinaus

die possierlichen Kegelroben, die im

Winter ihre Jungen an der Küste zur Welt

bringen. Der Schnee verwandelt indes das

Landesinnere in eine tiefweiße Kulisse. Ein

wahrlich zauberhaftes Panorama. Dem passen

sich alsdann auch die Moorschneehühner

und die Schneehasen an, um sich so vor

den Greifvögeln zu tarnen. Das kümmert die

Haselmaus nicht sonderlich, da sie in ihrer

Höhle Winterschlaf hält.

Weiter geht es mit der Episode „Frühling und

Sommer“. Der Schlaf ist vorüber und die Tierwelt

macht sich in der Natur breit. Bienen

schwirren durch die Luft. Mithilfe schöner

Aufnahmen wird das Treiben junger Füchse

und verspielter Hermeline veranschaulicht.

Als interessant erweist sich schließlich auch

der Schlupf junger Blaumeisen. Doch nicht

nur auf dem Land ist einiges los, sondern

auch im Wasser, wo sich die Seepferdchen

paaren.

Im Sommer geht es nicht minder ereignisreich

zu. Tausende frisch geschlüpfte Eintagsfliegen

surren durch die Gegend. Spektakulär

wird auch das Balzverhalten des Ziegenmelkers,

einem Vertreter der Vogelfamilie der

Nachtschwalben, mit Wärmebildkameras gezeigt.

Im Meer sind dabei sogar Riesenhaie

zu sehen, mitunter sogar direkt vom Land

aus, und zeigt, wie vielfältig sich das wilde

Großbritannien präsentiert.

Das Bild bietet im Vergleich zu den bereits

bekannten BBC-Dokumentationen wenig

Neues, verspricht aber eine gutklassige Qualität.

Die Schärfe pendelt sich auf einem guten

Niveau ein, wobei häufig sogar sehr gute

Werte erzielt werden. In dunkleren Abschnitten

sind aber Rauschen und ein Detailverlust

nicht von der Hand zu weisen. Bei Verwendung

spezieller Techniken, wie etwa beim

Drehen mit Wärmebildkameras, sind selbstverständlich

Abstriche hinzunehmen. Die

Farben sind durchweg natürlich bei sehr guter

Sättigung. Der Kontrast erweist sich als

ausgewogen.

Beim Ton (DTS HD MA 2.0) wurde auf den

englischen Original-Kommentar verzichtet,

da lediglich eine deutsche Spur vorliegt. Diese

erfüllt aber durchaus ihren Zweck, da ohnehin

die klar verständlichen Kommentare

des Sprechers im Mittelpunkt stehen. Die

Hintergrundgeräusche der Naturaufnahmen

sorgen wenigstens in der Front für eine angenehme

Räumlichkeit und erklingen aufgrund

einer guten Balance und solider Dynamik

durchweg authentisch.

An Bonusmaterial wurde leider gespart, da

lediglich ein Trailer den Weg auf die Disc ge-

Blulife · 04/2014

87


REVIEW

Dokus

funden hat. Die Scheibe befindet sich in einem

Digipak. Der dazugehörige Schuber enthält

leider ein fest aufgedrucktes Altersfreigabe-Infobanner

auf der Frontseite.

Bereits vor einiger Zeit wurde diese Dokumentation

im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

ausgestrahlt; nun hat sie auch den Weg

in die Heimkinos gefunden. „Wildes Großbritannien“

bietet zwar keine exotischen Tiere,

aber dafür wunderschöne und idyllische

Landschafts- wie auch teils beeindruckende

Tieraufnahmen, die für Fans gewiss einen

Blick wert sind.

BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

Wildes Kanada Blu-ray

Kanada, nach Russland

in Bezug auf die

Fläche der zweitgrößte

Staat der Erde, ist

ein Land, das gerade

durch seine wilde

Landschaft viele Touristen

anzieht. Dabei

hat der nördliche

Nachbar der Vereinigten

Staaten, eine

Menge Schauwerte zu bieten. Wie es schon

der Info Text zur Dokumentation „Wildes Kanada“

dem Zuschauer schmackhaft macht,

erstreckt sich das Land ‚Von den magischen

Regenwäldern der Pazifikküste zu den majestätischen

Gipfeln der Rocky Mountains, vom

endlosen Grasmeer der Prärie zu den Eisfeldern

der Arktis’ und zeigt dabei in den gigantischen

Weiten der Natur atemberaubende

Landschaften und Panoramen. Angefangen

bei den historischen Anfängen inklusive der

Ureinwohner, wird dabei ein umfangreicher

8

8

7

0

7

Überblick über Flora und Fauna sowie die

Tierwelt Kanadas, wie etwa Vielfraße, Bären,

Wale, Schneeziegen und viele mehr, gezeigt.

Sowohl im Meer – schließlich grenzt der

Staat sowohl an den Atlantik als auch den Pazifik

- als auch auf dem Festland gibt es viele

unterschiedliche Spezies, die ausführlich in

den vier Episoden „Das ewige Neuland“, „Der

Wilde Westen“, „Die endlose Weite“ und

„Der Hohe Norden“ (jeweils ca. 50 Minuten

Spielzeit) behandelt werden. Für einige Darstellungen

wurden speziell Szenen mit

Schauspielern nachgedreht, um bestimmte

Erklärungen visuell zusätzlich zu unterstützen.

Gut dargestellt wird auch die Entwicklung

der Frostblumen inklusive interessanter

Erklärung zur Bildung dieses Naturphänomens.

Im Großen und Ganzen vermisst man

eigentlich so gut wie nichts bei dieser Dokumentation.

Neben Zahlen, Daten und Fakten

werden eine Menge exklusive Bilder sowie

wunderschöne Panoramen geboten, die den

Zuschauer abwechslungsreich unterhalten.

Das Bild präsentiert sich in einer sehr guten

Qualität. Viele Einstellungen, wie vor allem

die Luftaufnahmen, sind sehr anschaulich

eingefangen worden und bieten dem Zuschauer

nicht nur exklusive Ansichten (wie

etwa steile Bergwände hochkletternde

Schneeziegen) sondern auch atemberaubende

Panoramen. Der stimmungsvolle Schnitt

tut dabei sein Übriges. Schön, dass dabei eine

überwiegend sehr gute Schärfe, natürliche

und kräftige Farben sowie ein ausgewogener

Kontrast diese tollen Aufnahmen visuell

sehenswert machen.

Der Ton (Deutsch und Englisch in DTS HD

Master Audio 5.1) erweist sich als sehr hörenswert.

Der deutsche Kommentar wird ohne

das englische Original wiedergegeben.

Der Sprecher klingt angenehm mit sonorer,

aber sympathischer Stimme. Dazu gesellt

sich ein stimmungsvoller Score, der die Szenerie

entsprechend wunderbar untermalt

und mitunter eine majestätische Stimmung

aufkommen lässt. Dabei wird nicht selten die

Qualität vieler Kinofilme um Längen übertroffen.

Vereinzelte Surroundeffekte sorgen

für eine angenehme Räumlichkeit. Die Bässe

unterstreichen die gute Qualität der Abmischung.

Beim Bonusmaterial zeigt man sich bei dieser

Veröffentlichung etwas großzügiger, als bei

„Wildes Großbritannien“. Neben individuellen

Making Ofs zu jeder Episode (HD, zusammen

ca. 41 Minuten) gibt es noch eine Trailershow

zu weiteren interessanten Dokumentationen

aus dem Hause Polyband. Die

Blu-ray befindet sich in einem Digipak inklusive

Schuber, den leider ein fest aufgedrucktes

Altersfreigabe-Infobanner auf der Frontseite

ziert.

„Wildes Kanada“ ist eine umfangreiche Dokumentation

über die atemberaubende Natur

des weiten und wilden Landes im hohen Norden

Amerikas. In vier Episoden wird nicht nur

die wunderschöne Landschaft mit der anschaulichen

Natur sowie der zahlreichen Artenvielfalt

der Tierwelt, sondern auch die Geschichte

der Nation anschaulich illustriert.

Für Kanada Fans eine Pflichtanschaffung.

(sah)

BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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8

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Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Genesis

Sum of

all Parts

Die Genesis Fans werden momentan angeheizt

durch einige vielversprechende Veröffentlichung,

die von einem gewissen Standpunkt

aus betrachtet für eine Reunion sprechen

würden. Erst vor einiger Zeit wurde

das 3-CD-Set namens „R-Kive“ veröffentlicht,

das eine Best of nicht nur von Genesis,

sondern auch den Soloprojekten von Phil

Collins, Peter Gabriel und Steve Hackett darstellt.

Dazu wurde bei BBC die Dokumentation

„Together and apart“ gezeigt, die sich mit

der Historie der Band genauer beschäftigt.

Nun erscheint mit „Sum of all Parts“ eben

diese jedoch unter anderem Titel auf Blu-ray,

so dass auch die Fans im deutsch-sprachigen

Raum in den Genuss dieser kommen können.

Zwar sind etwaige Reunion Pläne eher unwahrscheinlich,

aber als Fan dürften sich sicherlich

nicht wenige freuen, die klassische

Besetzung bestehend aus Phil Collins, Mike

Rutherford, Tony Banks, Peter Gabriel und

Steve Hackett wieder gemeinsam vor der Kamera

zu sehen, schließlich sieht man sich immer

noch als Familie. Erstaunlich offen und

ehrlich präsentieren sich die einzelnen Bandmitglieder

bei ihren Anekdoten zu vergangenen

Ereignissen und offenbaren dabei auch

ihre Gefühle, was sie in der Vergangenheit zu

manch unglücklicher Entscheidung geführt

haben. Dabei kommen auch Ur-Gitarrist Anthony

Phillips sowie die beiden Tourbandmitglieder

Chester Thompson und Daryl Stuermer,

die bereits seit Ende der 70er ein fester

Bestandteil der Gruppe sind. Darüber hinaus

kommen auch weitere Weggefährten wie

Kollegen, Manager, Freunde und Journalisten

zu Wort, welche die einzelnen Ereignisse aus

ihrer Sicht ergänzen. Die einzelnen Alben

werden dabei nur ansatzweise angeschnitten,

wie etwa auch deren musikalische Weiterentwicklung.

Im Mittelpunkt stehen letztendlich

die Band, deren Mitglieder sowie die

entsprechenden Ereignisse. Langeweile

kommt da nicht auf, im Gegenteil, denn viel

zu rasch ist „Sum of all Parts“ vorüber, so

dass neben den zahlreichen Informationen

und Anekdoten auch konsequent Kurzweile

geboten wird.

Bildqualität

Das Bild ist bei dieser Veröffentlichung erwartungsgemäß

wechselhaft ausgefallen. Da

es sich um einen Bandrückblick handelt, der

teilweise durch historische Aufnahmen ergänzt

wurde, fällt in diesen Fällen die Qualität

klar ab. Dafür werden mehr Authentizität

und Nostalgie gewonnen. Die neu aufgenommenen

Interview Teile sind hingegen einwandfrei.

Die Schärfe ist sehr gut, die Farben

kräftig und natürlich und auch der Kontrast

ausgewogen. Rundherum ein stimmiges Bild,

deren Abstriche in dem Fall auch nicht wirklich

stören.

Tonqualität

Der Ton (LPCM 2.0; DTS HD MA 5.1) liegt ausschließlich

in Englisch aber allgemein u.a.

Deutsch untertitelt vor. In diesem Fall reicht

die Stereoabmischung vollkommen, da in

erster Linie die Dialoge im Mittelpunkt stehen.

Zwar werden beim 5.1-Mix häufig sämtliche

Kanäle angesprochen, aber eine eindrucksvolle,

direktional gut aufgelöste Räumlichkeit

entsteht dabei nicht wirklich. Davon

abgesehen ist der Klang durchweg transparent

und natürlich, so dass auch die Dialoge

stets klar und deutlich zu verstehen sind.

Ausstattung

Im Bonusmaterial befinden sich noch einige

weitere Interviews, welche die Hauptdokumentation

noch weiter ergänzen und manche

Themen etwas mehr vertiefen. Leider

hat man auf weitere Extras wie etwa Videoclips

oder rare Liveaufnahmen, die im Hauptteil

nur angeschnitten wurden, verzichtet.

Das Cover kommt ohne FSK Logo aus.

Ausstattung

Für Fans der britischen Prog-Rock Band stellt

diese Dokumentation einen Bezug auf die

Bandhistorie dar, zumal alle Bandmitglieder

gleichberechtigt zu Wort kommen. Das einzige

Manko, dass man vorwerfen könnte, ist

die kurze Spielzeit, da 47 Jahre Bandgeschichte

bei knapp zwei Stunden Dauer (inklusive

Bonusmaterial) doch recht wenig ist.

Dennoch: Höchstpunktzahl, denn so persönlich

durften nur Wenige die einzelnen Mitglieder

von Genesis sehen.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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REVIEW

Musik

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Dream Theater

Breaking the Fourth Wall

(Live from the Boston Opera House)

Dream Theater waren schon jeher dafür bekannt

gewesen, nach jeder Tour eine weitere

Live-Veröffentlichung auf den Markt zu

bringen. Im Gegensatz zu Bands wie Metallica,

AC/DC und Konsorten macht das bei

den New Yorker Prog-Metal Königen aber

durchaus Sinn, da die Songauswahl sich von

Live-Album zu Live-Album bis auf minimale

Ausnahmen komplett unterscheidet und /

oder andere Innovationen einen zusätzlichen

Kaufanreiz bieten. Im Falle von

„Dream Theater - Breaking the Fourth Wall“

bedeutet das, dass die Band im zweiten Akt

der Song „Illumination Theory“ (bei dem

schon auf dem Album ein Streicher Ensemble

vertreten war) sowie die komplette Zugabe

mit dem Berklee College of Music

"World Strings" und "Concert Choir" gespielt

wurde. Das macht durchaus Sinn, zumal

viele Songs der Band orchestrale Elemente

enthalten und dadurch wesentlich

authentischer erscheinen.

Aufgezeichnet wurde das Konzert am 25.

März 2014 im Opern Haus in Boston, U.S.A.

und zeigt die Band in Höchstform, was man

besonders Sänger James LaBrie abmerkt, der

noch nie so gut gesungen hat. Doch auch die

übrigen Musiker zeigen sich in Bestform, wobei

vor allem Keyboarder Jordan Rudess mit

seinen flinken Fingern und irren Shows die

meisten Schauwerte bietet. Ebenso zeigt sich

Drummer Mike Mangini nun auch endlich

fest integriert in der Band und bietet eine

Darbietung, die selbst seinen Vorgänger in

den Schatten stellt. Eröffnet wird das Konzert

mit dem Grammy nominierten „The Enemy

Inside“, vom aktuellen Album „Dream Theater“,

wobei schnell klar wird, dass der Hauptaugenmerk

mit weiteren Stücken wie „Along

for the Ride“ und „The Looking Glass“ auf

dieser Veröffentlichung liegt. Doch die Band

ist nach wie vor für Überraschungen gut,

denn nicht nur, dass die erste Hälfte des

zweiten Akts mit Songs wie „The Mirror“

oder „Space Dye West“ aus dem halben

„Awake“ Album besteht, wurden die Zugabe

ausschließlich mit Songs des legendären

„Scenes from a Memory“ bestückt. Gerade

bei diesen lohnt sich schließlich auch der Einsatz

des Orchesters. Eine überaus herausragende

Show, die dabei leicht verschmerzen

lässt, dass einige Alben überhaupt nicht berücksichtigt

wurden.

Bildqualität

Das Bild (1080i; 1,78:1) hinterlässt oberflächlich

betrachtet einen sehr guten Eindruck,

lässt aber alsbald doch einige Beeinträchtigungen

erkennen. Seien es schlechter aufgelöste

Einstellungen, Detailverlust in dunklen

Szenen, leichtes Rauschen, unausgewogener

Kontrast oder nicht optimaler Schwarzwert;

es gibt doch einige Aspekte, die zum Punktabzug

führen. Wie aber schon erwähnt überwiegen

die positiven Eigenschaften, denn

zum Großteil bewegt sich die Schärfe auf einem

sehr guten Niveau und auch die Farben

erscheinen im Großen und Ganzen natürlich

und kräftig. Kompressionsspuren sind nicht

aufgefallen.

Tonqualität

Der Ton (Englisch DTS HD Master Audio 5.1

oder LPCM 2.0) verdient dahingegen zu

Recht die Höchstnote. Das einzige Manko,

dass man ankreiden könnte, ist das eher zurückgesetzte

Publikum, von dem man nur

selten Kenntnis nimmt. Abgesehen von die-

sem minimalen aber doch unbedeutenden

Kritikpunkt wird schnell klar, was für die Wertung

spricht: Eine transparente Abmischung,

kräftige Bässe, klarer Gesang sowie eine ausdrucksstarke

Dynamik. Besser könnte die

Band im Studio kaum klingen. Von daher:

Volle 10 Punkte!

Ausstattung

Das Bonusmaterial stellt letztendlich das

Manko dieser Veröffentlichung dar. Wo die

Band bei ihrer letzten Veröffentlichung „Live

at Lunar Park“ noch mit zahlreichen Bonussongs,

Multi-Angle Aufnahmen oder Dokumentationen

begeistern konnte, gibt es hier

lediglich die Background Visual Videos zu

den Songs „The Enigma Machine“ und „Illumination

Theory“ sowie eine Bildergalerie.

Immerhin befindet sich die Disc in einem

schicken Digipak und beinhaltet darüber hinaus

noch ein schickes Booklet.

Fazit

Allerdings werden Fans trotz mangelndem

Bonusmaterial zuschlagen, denn die gutklassige

Bildqualität und der herausragende Ton

sprechen alleine für sich, mal abgesehen von

der fantastischen Live-Show, welche das Prog

Metal Quartet in Boston geboten hat.

„Dream Theater - Breaking the Fourth Wall“

stellt alleine schon wegen der Stücke mit Orchester

einen Pflichtkauf dar, wobei auch die

Songauswahl nicht zu verachten ist.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Eric Clapton

Planes, Trains and Eric

Eric ‚Slow Hand’ Clapton ist nicht nur ein begnadeter

Gitarrist und Musiker, sondern der

wohl weißeste Blues Musiker überhaupt,

der Gefühle unglaublich authentisch wiedergegeben

kann. Als 20-facher Grammy

Gewinner und ohnehin als einziges dreifaches

Mitglied der „Rock and Roll Hall of Fame“

gilt er als einer der einflussreichsten

Musiker aller Zeiten. Die Veröffentlichung

„Eric Clapton - Planes, Trains and Eric“ zeigt

den Briten von einer sehr persönlichen Seite,

zumal er auch erklärt, weswegen er künftig

weniger live auftreten wird, jedoch auch,

was er vermissen wird, wenn er sich künftig

etwas rarer macht.

Der Mix aus Konzert-, Rehearsal-, Backstageund

Interview Aufnahmen ist sehr ausgewogen,

wobei neben Eric auch die weiteren Musiker

und Tourbegleiter zu Wort kommen. Die

knapp zweieinhalb Stunden Spielzeit vergehen

dabei wie im Nu und lassen kaum Langeweile

aufkommen. Erfreulicherweise kommen

dabei die Songs nicht zu kurz und werden

bis auf eine Ausnahme komplett ausgespielt

und sind durchweg als einzelnes Kapitel

anwählbar. Mit Songs wie den Klassikern

„Crossroads“, „I shot the Sheriff“, „Layla“, der

persönlichen Ballade „Tears in Heaven“ oder

dem rockigen „Cocaine“ begeistert er das japanische

Publikum. Dabei wurden die Stücke

an insgesamt vier verschiedenen Abenden in

Tokyo, Yokohama, Nagoya und Osaka aufgenommen,

wobei die Tour darüber hinaus die

Band noch nach Singapur, die Vereinigten

Arabischen Emirate und nach Bahrain führt.

Dass Clapton nach wie vor keine ausschweifende

Bühnenshow nötig hat, macht er auch

hier deutlich, denn alleine seine vertonte

Emotionalität, wie er den Blues auf seiner Gitarre

wiedergibt, ist es, was den Zuschauer

komplett vereinnahmt.

Bildqualität

Das Bild (1,78:1; 1080i) könnte wesentlich

besser ausschauen, da selbst bei den Interviewaufnahmen

ein leichtes Rauschen zu erkennen

ist. Darunter leidet der Gesamteindruck,

zumal auch bei den Live- und Backstageaufnahmen

dieses Manko festzustellen ist.

Zudem tritt vereinzelt auch ein leichtes Flimmern

auf. Schade, denn gerade bei den Konzertstücken

erreicht die Qualität vereinzelt

sogar Referenzniveau, gerade was die Schärfe

anbelangt, wohingegen in anderen Momenten,

die Darstellung doch deutlich weicher

ausgefallen ist. Die Farben sind allerdings

durchweg natürlich bei guter Sättigung

und im Großen und Ganzen im ausgewogenen

Kontrast. Kompressionsspuren sind nicht

aufgefallen.

Tonqualität

Qualitativ gibt es keinen nennenswerten Unterschied

zwischen der DTS HD Master Audio

5.0 oder der LPCM Stereo Abmischung. Erstere

bietet jedoch in Bezug auf den Raumklang

einen Mehrwert, zumal die hinteren

Kanäle nicht nur für das Publikum, sondern

auch für den Gesang (in dem Fall der beiden

Background Sängerinnen) sowie vereinzelt

für die Instrumente verwendet werden. Der

Mix ist im Großen und Ganzen recht ausgewogen.

Lediglich das Hi-Hat ist stellenweise

etwas zu dominant und nimmt dabei mitunter

einen störenden Charakter an. Abgesehen

davon sind sämtliche Elemente stets

transparent und jederzeit ortbar. Die Kommentare

in den Interviews sind optional

deutsch untertitelt.

Ausstattung

Beim Bonusmaterial zeigt man sich leider

sparsam. Als einziges Extra gibt es noch zwei

weitere kurze Interview-Sequenzen sowie

die beiden zusätzlichen Musiknummern „Nobody

Knows You (When You’re Down And

Out)“ und „Alabama Woman“ auf der Disc.

Dazu gibt es noch ein mehrseitiges Booklet

mit Liner Notes sowie ein paar Bildern. Das

FSK Logo wurde nur als Sticker aufgeklebt.

“Eric Clapton - Planes, Trains and Eric” ist keine

Veröffentlichung für Anhänger von kompletten

Konzertaufnahmen, da die insgesamt

13 Livesongs jeweils von Interviews und

Backstage Aufnahmen unterbrochen werden.

Dennoch lohnt sich dieser Doku-Live-

Mix gerade für Fans, da Eric Clapton offen

und ehrlich Rede und Antwort steht und dabei

Einblicke in seinen Vorruhestand gewährt.

Das Bild ist zwar nicht gerade das Beste,

was aber durch den tollen Ton wieder

wettgemacht wird.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Story

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

8

7

9

2

6

Blulife · 04/2014

91


REVIEW

Musik

Im Test verwendete Geräte:

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Front: Dali Zensor 5 & Dali Vocal / Rear: Dali Zensor 1

Pink Floyd

The Endless River

Pink Floyd Fans haben es gewiss nicht

leicht. 1993 entstand das letzte reguläre Album

der Briten. Die Band wurde 1965 gegründet,

spielte damals aber mit Sänger Syd

Barrett noch eher Psychedelic Rock. Nach

dessen Aus- und dem Einstieg von David Gilmour

veränderte man den Stil immer mehr

in Richtung Progressive Rock, wobei auch

vereinzelte Einflüsse des Jazz, Blues, der

Klassik oder auch der Populärmusik nicht

von der Hand zu weisen sind.

Mit Alben wie „Dark Side of the Moon“,

„Wish You were here“, „The Wall” oder “The

Division Bell” machte sich das Quartett auf

der ganzen Welt einen Namen und verkauften

insgesamt zwischen 260 und 300 Millionen

Einheiten. Zwar kam es im Juli 2005 im

Rahmen des von Bob Geldof organisierten

Live-8-Konzertes im Londoner Hyde Park zu

einer kurzen Reunion der vier Bandmitglieder

aus der klassischen Phase, doch leider

ohne nachhaltige Konsequenz. Nach dem

Tod von Keyboarder Richard Wright ist es ohnehin

schwer vorstellbar, dass sich die Band

erneut zusammenfinden wird. Deswegen ist

es umso erfreulicher, dass die verbleibenden

Mitglieder David Gilmour und Nick Mason

noch einige Stücke aus den „The Division

Bell“ Aufnahmesessions ausgegraben haben,

um diese unter dem Titel „The Endless River“

auf den Markt zu bringen. Dabei stellt dies

quasi ein Abschiedalbum für den verstorbenen

Richard Wright dar. Mit großer Spannung

haben die Fans dieser Veröffentlichung

entgegengefiebert. Gleich vorweg: Bis auf

das letzte Stück sind alle Songs lediglich Instrumentalstücke.

Für eingefleischte Fans

dürfte das zwar kein Problem sein, aber nicht

wenige bevorzugen dennoch Musik mit Gesang.

Album

Man merkt doch recht bald, dass es sich bei

der Musik auf „The Endless River“ um Ausschussware

handelt, denn mit Ohrwürmern

wie „High Hopes“, „Another Brick in the

Wall“, „Wish You Were Here“ oder „Comfortably

Numb“ haben die enthaltenen Stücke

nicht viel gemeinsam. Dennoch wird überwiegend

ein schöner Hörgenuss geboten, der

Fans der Band nicht wirklich enttäuschen

wird. Aufgeteilt in vier Suiten, ergeben die

entsprechenden Songs ein zusammenhängendes

musikalisches Konzept, zumal sie

auch fließend ineinander übergehen. Dabei

wird eine wunderbar, leicht verträumte Atmosphäre

erzeugt, die trotz teils vorherrschender

Monotonie dennoch nicht langweilig

klingt. Schließlich handelt es sich trotz

Resteverwertung hier immer noch um Pink

Floyd, die schon seit eh und je einen hohen

Anspruch an ihre Musik hatten. Da übertrumpft

selbst deren Resterampenware noch

die Einheitsmasse, die sich überwiegend in

den Charts tummelt. Lediglich die Nummer

„Ebb and Flow“ weiß nicht so sehr zu überzeugen.

Abgesehen davon ist es David Gilmour

und Nick Mason mit „The Endless River“

gelungen, ein wunderbares Requiem

und akustisches Denkmal für Richard Wright

zu setzen, das den meisten Fans sicherlich gefallen

wird.

Tonqualität

Die Audio Blu-ray fällt lediglich durch eine absolut

lieblose Darstellung auf, bei der lediglich

der Titel angezeigt wird. Abgesehen davon

ist der Ton einwandfrei ausgefallen. Geboten

werden dem Hörer insgesamt drei Tonspuren

in hochauflösendem DTS HD Master

Audio und LPCM 5.1 Surround sowie LPCM

2.0 Stereo; jeweils 96 kHz / 24 bit. Genau die

unkomprimierten Tonspuren bieten einen

akustischen Genuss erster Klasse. Die Abmi-

schung könnte nicht besser sein. Gerade die

Surround Abmischung klingt wunderbar

räumlich aufgelöst mit einer atemberaubenden

Transparenz und einem umfangreichen

Frequenzbereich, der Höhen als auch Bässe

sehr gut betont. Da heißt es nur noch Augen

schließen und die Musik genießen. Auftrag

an Pink Floyd: Bitte alle Alben in dieser Qualität

neu veröffentlichen!

Ausstattung

Neben der regulären Audio-CD wurde dieses

Album auch als 2-Disc Set u.a. mit der vorliegenden

Audio Blu-ray inklusive Portraitformat-Pappbox

veröffentlicht. Darin enthalten

sind als weitere Extraschmankerl ein 24-seitiges

Hardcover-Booklet mit unveröffentlichten

Fotos der 1993er Aufnahmesessions sowie

drei farbige Sammlerpostkarten, davon

eine in einem exklusiven 3D-Linsendesign.

Als zusätzlichen Bonus gibt es auf der Blu-ray,

neben dem Album, sechs zusätzliche Videotracks

und drei weitere Audiotracks. Obendrein

sind noch Archiv-Videomaterial und Fotos

der 1993er Aufnahmen enthalten.

Fazit

Pink Floyd Fans sollten von “The Endless River”

nicht zu viel erwarten, da das Niveau älterer

Kultalben nicht erreicht wird. Dabei

liegt die Erklärung nahe, denn schließlich

handelt es sich bei den Stücken um Überreste

von den „The Division Bell“ Aufnahmen.

Aus diesem Grund sollte man sich darüber

freuen, dass diese Stücke dennoch bis auf einige

Ausnahmen wirklich gut ausgefallen

sind. Neueinsteiger sollten vorerst zu den

Klassikern greifen, Fans können aber gerne

zuschlagen.

(sah)

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BLU-RAY REVIEW

Album

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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Blulife · 03/2014


Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

The Doors:

Feast of Friends

Die amerikanische Rockband ist eine Sensation

par excellence und macht deutlich, wie

schnell Aufstieg und Fall auf der Ruhmesleiter

erfolgen können. Im Sommer 1965 von

Jim Morrison und Ray Manzarek am Strand

von Venice Beach gegründet, waren sie zwei

Jahre später mit ihrem selbst betitelten Debütalbum

bereits im Rock Olymp angelangt

und begeisterten mit Songs wie „Light my

Fire“ und „The End“ die Massen. Die binnen

eines Jahres folgenden Alben „Strange

Days“ und „Waiting for the Sun“ konnten

den gigantischen Erfolg noch weiter ausbauen.

Frontmann und Sänger Jim Morrison

wurde zum Jugendidol und Sexgott erklärt,

was ihn immer mehr in Bedrängnis brachte

und ihn zum Exzentriker werden ließ.

Bereits gegen Ende der 60er schien der helle

Stern wieder dunkler zu werden. Die Band

trat seltener auf und fiel vermehrt durch

Skandale auf, so dass sich auch die Alben wesentlich

schlechter verkauften. Nach dem

tragischen, bis heute ungeklärten Tod von

Morrison veröffentlichten die restlichen

Bandmitglieder zwar noch zwei weitere Alben,

die aber kaum noch Abnehmer fanden,

so dass man sich 1973 – gerade einmal acht

Jahre nach der Gründung – wieder auflöste.

1968 – quasi auf dem Höhepunkt des Erfolges

– entstand der jahrzehntelang als verschollen

geltende Dokufilm „Feast of

Friends“, den die Band selbst umsetzte und

die Gruppe in verschiedenen Situationen wie

auch Konzerten zeigt. Dabei erscheint die

nicht einmal 40-minütige Berichterstattung

wie eine planlose Zusammenstellung an Aufnahmen,

die vereinzelt auch nur eine Fahrt in

einer S-Bahn mit einem wirren Monolog einer

unbekannten Person aus dem Off zeigt.

Interessant sind aber immerhin die raren

Konzertaufnahmen sowie einige rare Backstage-Aufnahmen,

die gerade Fans vor Freude

mit der Zunge schnalzen lässt. Dabei wird

auch die frenetische Stimmung der Fans

überaus deutlich.

Bildqualität

Beim Bild sollten trotz der Tatsache, dass die

Aufnahmen aufwändig restauriert wurden,

keine Wunderwerke erwartet werden. Der

Hauptvorteil macht sich beim sauberen

Transfer bemerkbar, der nur recht wenige

Schmutzpartikel erkennen lässt. Die Schärfe

bewegt sich häufig nur knapp über DVD-Niveau

und erreicht nur selten zufriedenstellende

Werte. Meistens ist auch ein deutliches

Korn zu erkennen, dass vereinzelt in

leichtes Rauschen abdriftet. Die Farben sind

überwiegend natürlich. Kompressionsspuren

sind immerhin nicht aufgefallen.

Tonqualität

Der Ton (Englisch in LPCM Stereo 2.0 und DTS

HD MA 5.1) bietet noch den größten Vorteil.

Hin und wieder deutlich verrauscht sind die

Musikstücke meist klar und bieten einen

durchaus schönen und authentischen Klang.

Gerade die Surroundabmischung zeigt dabei

neue Facetten des eigenständigen 60er Jahre

Rock.

Ausstattung

Ohne das Bonusmaterial würde diese Veröffentlichung

gar keinen Sinn ergeben. Der Beitrag

„Feast of Friends“ orientiert sich dabei

am Hauptteil und bietet einige weitere rare

Archivaufnahmen, die u.a. einzelnen Szenen

aus „Feast for Friends“ erweitern. „The Doors

are open“ (mit einer Spielzeit von knapp 54

Minuten übrigens der längste Beitrag auf dieser

Disc) ist eine leicht zynische TV Sendung,

die aber dennoch interessante Informationen

und Clips zur Band liefert. Zum Schluss

folgt passenderweise „The End“, ein ca. viertelstündiger

Beitrag über die erste große TV-

Aufnahmen von The Doors in Toronto, Kanada.

Fazit

“The Doors: Feast of Friends” ist nicht die

erste Blu-ray der kultigen 60er Jahre Rock

Band und wird auch nicht die letzte sein.

Trotz der Tatsache, dass die Auflösung über

40 Jahre zurückliegt und die Band ohnehin

nur acht Jahre existierte, ist die Faszination

an der Truppe um Jim Morrison und Ray

Manzarek nach wie vor ungebrochen. Fans

dürfen sich bei dieser Veröffentlichung auf

etliche rare Aufnahmen freuen, sollten sich

aber auf eine eher bescheidene Bildqualität

einstellen.

(sah)

BLU-RAY REVIEW

Konzert

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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7

5

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7

7

Blulife · 01/2014

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Musik

Im Test verwendete Geräte:

TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Genesis

Three Sides Live

Genesis sind wohl eine der bekanntesten

Rock Bands des Planeten und gehören mit

über 130 Millionen verkauften Platten auch

zu den erfolgreichsten. Dabei hatten sie mit

einigen Besetzungswechseln zu kämpfen,

da die Gründungsmitglieder Peter Gabriel

und Steve Hackett nacheinander die Gruppe

in den 70er Jahren verlassen haben, um

fortan Solokarrieren zu verfolgen. Daraufhin

machte die Gruppe kurzerhand als Trio

mit Session Musikern weiter. Ironischerweise

verkauften sich die Alben ab diesem Zeitpunkt

von Mal zu Mal besser, so dass auch

das 1980er Album „Duke“ zum ersten Mal

die Chartspitze in der britischen Heimat erreichte.

Das ein Jahr später folgende „Abacab“

baute die Fan-Basis der Gruppe noch

weiter aus und führte Phil Collins, Mike Rutherford

und Tony Banks verstärkt um Daryl

Stuermer an Bass & Gitarre sowie Chester

Thompson am Schlagzeug erneut auf einer

Welttournee um den ganzen Globus. Dort

wurde das dritte Live-Album „Three Sides

Live“ aufgezeichnet, das damals auch als

VHS veröffentlicht wurde und nach einem

DVD-Release im Jahr 2009 nun auch auf Bluray

den Weg ins Regal findet.

Story

Aufgenommen im Nassau Coliseum bzw.

dem New Yorker Savoy handelt es sich dabei

nicht um eine Konzertaufnahme, sondern

um einen Mix aus Songs und Backstage Szenen,

die die Band beispielsweise bei Radioshows,

Interviews, bei Unterhaltungen oder

einfach nur im Bus auf dem Weg zur nächsten

Show zeigt. Wer durchgängige Konzertaufnahmen

bevorzugt, zieht hier selbstverständlich

klar den Kürzeren. Denn Songs wie

„Behind the Lines“, „Abacab“, „Man on the

Corner“ oder das herausragende „Turn it on

again“ werden nicht immer komplett durchgespielt,

sondern durch andere Passagen unterbrochen.

Auffallend ist ohnehin, dass man

sich bei der Songauswahl hauptsächlich auf

Stücke der beiden letzteren songdienlicheren

Alben „Duke“ und „Abacab“ konzentriert hat

und nur spärlich die früheren Veröffentlichungen

berücksichtigt wurden. Das lässt dabei

aber Hits wie „Firth of Fifth“, “The Carpet

Crawlers” oder “Follow you, follow me“ leider

vermissen, wobei Letztgenannter wenigstens

im Bonusmaterial vorhanden ist.

Bildqualität

Das Bild (4:3) wurde von den Original-16mm-

Aufnahmen neu gemastert, hinterlässt dabei

aber nicht gerade den besten Eindruck. Zugegeben,

in optimal ausgeleuchteten Passagen

wird mitunter eine gute Schärfe erreicht,

doch gerade bei den Konzertaufnahmen wird

bestenfalls nur knapp DVD-Niveau überschritten.

Dafür ist der Transfer sehr sauber

und bietet so gut wie keine Abnutzungserscheinungen

in Form von Schmutzpartikeln

oder Laufspuren. Die Farben sind etwas matt

aber durchweg natürlich. Der Kontrast erscheint

etwas flach und könnte noch gerne

etwas höher sein. Dennoch wird das bisherige

VHS-Tape um Längen geschlagen, so dass

ein Upgrade endlich Sinn macht.

Tonqualität

Der Ton liegt wahlweise in LPCM 2.0 Stereo

oder DTS HD Master Audio 5.1 jeweils erfreulicherweise

mit einer Abtastfrequenzen von

96 kHz vor. Dabei gibt es in beiden Fällen Vorund

Nachteile aufzuführen. Die Surroundabmischung

bietet mehr Räumlichkeit und lässt

das Publikum präsenter erscheinen, erweist

sich hin und wieder aber in Bezug auf die Instrumentierung

als nicht sonderlich transparent,

zumal auch der Bass etwas überbetont

erscheint. Dieses Manko stellt sich beim Ste-

reo Mix nicht ein. Sämtliche Elemente sind

stets deutlich differenzierbar und ermöglichen

einen authentischen Klang. Dafür mangelt

es etwas an Live-Atmosphäre, was aber

das geringere Übel darstellt.

Ausstattung

Als Bonusmaterial gibt es sieben Audioaufnahmen,

die zum Teil bereits mit den Videoaufnahmen

übereinstimmen, zum Teil aber

auch ergänzend zur Setlist stehen. Das sind in

diesem Fall die drei letzten Stücke „One for

the Vine", „Fountain of Salmacis" und „Follow

You, Follow Me". Alle Stücke liegen in einer

gutklassigen Audioqualität vor und können

wahlweise in einer Stereo oder Surroundabmischung

angehört werden.

Fazit

Fans der britischen Prog Rocker dürften sich

schon eine Weile auf diesen Titel freuen. Dabei

stellt die Bildqualität zwar im Direktvergleich

eine erkennbare Steigerung dar, bietet

aber keine Bestwerte, wobei der Ton hingegen

eher überzeugt. Im Mittelpunkt steht

immerhin das rare Bildmaterial, denn nicht

viele werden mit einer HD-Wiederveröffentlichung

gerechnet haben. Für Fans ok, für Anhänger

der späteren Ära („Invisible Touch“

aufwärts) eher weniger empfehlenswert.

(sah)

Audiosongs:

01. "Behind the Lines" 05. "One for the Vine"

02. "Duchess" 06. "Fountain of Salmacis"

03. "Me & Sarah Jane" 07. "Follow You, Follow Me"

04. "Man on the Corner"

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BLU-RAY REVIEW

Konzert

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

Gesamt

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6

8

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TV: Samsung UE55F6500

BDP: Sony BDP-S790

AVR: Denon AVR-1312

Boxen: Dali Zensor 5.1 Surround Set

Deep Purple with Orchestra

Live in Verona

2011 waren Deep Purple auf großer Tournee

und hatten dabei das Symphonieorchester

der Neuen Philharmonie Frankfurt

im Gepäck. Mit diesem hatte man bereits

vor drei Jahren die Veröffentlichung „Deep

Purple with Orchestra - Live at Montreux

2011“ aufgenommen. Großer Wermutstropfen:

Die Show ist in Bezug auf die Songs

leider absolut identisch. Neuerungen bzw.

Überraschungen sucht man hier vergeblich.

Naja, immerhin ist die Location eine komplett

andere. Wurde die damalige Blu-ray

beim renommierten Montreux Jazz Festival

aufgenommen, hat man sich bei „Deep Purple

with Orchestra - Live in Verona“ für das

wunderbare Ambiente der Arena von Verona,

einem im Jahr 30 n. Chr. erbauten römischen

Amphitheater, entschieden. Die britischen

Hard Rocker waren bereits früh dafür

bekannt, klassische Elemente in ihre Musik

einzubauen. Bereits im Dezember 1969 erschien

Concerto for Group and Orchestra

mit der Musik vom damaligen Keyboarder

Jon Lord mit Texten von Ian Gillan als erstes

Livealbum.

Story

Bei dieser Veröffentlichung legte man allerdings

– wie schon bei Live at Montreux 2011

mehr Wert darauf, die klassischen Stücke in

ein Orchestergewand zu kleiden, was wirklich

gut gelungen ist und manchen Stücken

ein wunderbares Flair verleiht, wie zum Beispiel

beim ohnehin schon herausragenden

„Perfect Strangers“. Bei der Setlist legte man

einen Schwerpunkt auf das „Machine Head“

Album. Mit Stücken wie „Highway Star“,

„Maybe I’m A Leo“, “Space Truckin’“ oder

dem Klassiker schlechthin “Smoke On The

Water“ werden gerade Fans dieser Scheibe

frohlocken, wobei sogar die damalige Single-

B-Seite „When A Blind Man Cries“ berücksichtigt

wurde. Mit „Strange Kind Of Woman“

oder dem ebenfalls überragenden

„Knocking At Your Back Door“ werden allerdings

auch Highlights von weiteren Alben bedacht.

Dass von diesen Interpretationen das

hiesige Publikum begeistert ist, macht sich

bei der tollen Stimmung bemerkbar, die

durch die tollen Audio-Abmischungen auch

stets akustisch erkennbar sind. Leider wurde

bei dieser Veröffentlichung auf eine weitere

orchestrierte Fassung von „Child in Time“

verzichtet, was bereits 1969 fantastisch

klang. Die Wahrscheinlichkeit liegt nahe,

dass Ian Gillan stimmlich die hohen Töne

nicht mehr packt. Dennoch haben Deep Purple

mit „Deep Purple with Orchestra - Live in

Verona“ eine tolle Konzertveröffentlichung

im Gepäck, die nun auf Blu-ray erhältlich ist.

Bildqualität

Das Bild (1080i, 1,78:1) bietet den üblichen

Standard der bekannten Eagle Vision Konzertveröffentlichungen.

Grundsätzlich bewegt

sich die Schärfe auf einem guten bis

sehr guten Niveau. In dunkleren Bereichen

machen sich gelegentlich Beeinträchtigungen

wie Schärfeverlust, schwankender Kontrast

und leichtes Rauschen bemerkbar. Davon

abgesehen sind die Farben stets kräftig

und natürlich. Bei optimalem Lichtverhältnis

erweist sich auch der Kontrast als gut eingestellt,

so dass auch hin und wieder eine gewisse

Plastizität erkennbar ist. Kompressionsspuren

sind nicht aufgefallen.

Tonqualität

Der Ton liegt in DTS-HD Master Audio 5.1 und

LPCM 2.0 mit einer Abtastfrequenz von jeweils

96 kHz vor und verspricht eine gute

Auflösung. Auffallend ist die hohe Transparenz.

Zwar wurde das Orchester nicht in jeder

Sekunde in den Vordergrund gerückt,

wenn aber notwendig, sind sämtliche Elemente

sehr gut zu differenzieren. Der Gesang,

die Drums, die Gitarren, die Keyboards

und der Bass bestehen sehr gut neben dem

Orchester. Bei der LPCM Spur ist die Transparenz

besser, wobei in der DTS-HD Master Audio

5.1 Abmischung logischerweise mehr

Räumlichkeit (mit einer sehr guten Live-At-

mosphäre) aber auch kräftigere Bässe festzustellen

sind.

Ausstattung

Die Zugaben des Abends in Form des Joe

South Coversongs „Hush“ und der 1970er

Hitsingle „Black Night“ sind das einzige Bonusmaterial

auf dieser Disc. Ein kleines Booklet

ist ebenfalls vorhanden. Das FSK Logo ist

als Sticker auf der Folie und nicht auf dem

Cover enthalten.

Fazit

Ob Besitzer von „Deep Purple with Orchestra

- Live at Montreux 2011“ sich ebenfalls

„Deep Purple with Orchestra - Live in Verona“

anschaffen sollten, muss jeder für sich

entscheiden. Inhaltliche Unterschiede in Bezug

auf die Songauswahl sind jedenfalls nicht

vorhanden. Unabhängig davon bieten die

britischen Rocker ein unterhaltsames Konzert

mit tollen neuen Interpretationen bekannter

Deep Purple Stücke. Technisch wird

sowohl beim Bild als auch beim Ton eine gute

Qualität geboten.

(sah)

Setlist:

01. Deep Purple Overture

02. Highway Star

03. Hard Lovin’ Man

04. Maybe I’m A Leo

05. Strange Kind Of Woman

06. Rapture Of The Deep

07. Woman From Tokyo

08. Contact Lost

09. When A Blind Man Cries

10. The Well Dressed Guitar

11. Knocking At Your Back Door

12. Lazy

13. No One Came

14. Don Airey Solo

15. Perfect Strangers

16. Space Truckin’

17. Smoke On The Water

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Konzert

Bildqualität

Tonqualität

Ausstattung

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Blulife · 04/2014

95


REVIEW

Musik

Anthrax

Chile on Hell

Anthrax, die zusammen mit Metallica, Slayer

und Megadeth zu den Big Four des (amerikanischen)

Thrash Metals gehören, haben

mittlerweile auch schon eine 30-jährige

Bandhistorie hinter sich. Zumindest offiziell,

da 1984 mit „Fistful of Metal“ ihr Debütalbum

veröffentlicht wurde. Tatsächlich

1981 in New York gegründet, ist mit Gitarrist

Scott Ian mittlerweile nur noch eines

der Gründungsmitglieder mit an Bord. Unwichtig,

denn bis auf eine Ausnahme ist die

Truppe mit Charlie Benante an den Drums,

Frank Bello am Bass und Joey Belladonna

am Gesang in der klassischen Konstellation

komplett.

A u f g e n o m m e n

wurde das Konzert

am 10. Mai 2013

im Teatro Caupolican

in Santiago,

Chile. Wer schon

mal Live-Aufnahmen

vor einem

s ü d a m e r i k a n i -

schen Publikum

gesehen hat weiß,

dass das dortige

Publikum bei Auftritten

ihrer Helden

komplett am

Rad dreht. So auch

an diesem Abend,

als die fünf Thrasher von Anthrax zu Gast waren.

Die Lead-Gitarre wurden bei dieser Tour

übrigens von Shadows Fall Saitenhexer Jon

Donais bedient, der für den 2013 ausgestiegenen

Rob Caggiano eingesprungen ist. Bereits

beim ersten Song „Among the Living“

dreht die Meute komplett durch. Kein Wunder,

denn darauf folgte mit

den Stücken „Caught in a Mosh“, „I

am the Law“, „Efilnikufesin (N.F.L.)“ und „A

Skeleton in the Closet“ mal ganz nebenbei

die erste Hälfte des

dritten Studioalbums