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Statistischer Quartalsbericht

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Studienanfänger an der Universität Leipzig 2008<br />

nach Ort des Erwerbs der Hochschulzugangsberechtigung<br />

(ohne Auslandserwerb)<br />

Saar-<br />

land<br />

7<br />

Niedersachsen<br />

152<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

117<br />

Rheinland-Pfalz<br />

27<br />

Bremen<br />

9<br />

Hessen<br />

40<br />

Baden-Württemberg<br />

94<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

Schleswig-Holstein<br />

22<br />

Hamburg<br />

23<br />

Thüringen<br />

428<br />

Mecklenburg-Vorpommern<br />

97<br />

Sachsen-<br />

Anhalt<br />

527<br />

Bayern<br />

87<br />

<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009<br />

Berlin<br />

105<br />

Brandenburg<br />

219<br />

Sachsen<br />

1 659


LEIPZIGER STATISTIK UND STADTFORSCHUNG<br />

<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009 [14/09]<br />

Herausgeber: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen<br />

Redaktion Textteil: Dr. Josef Fischer<br />

Redaktion Statistikteil: Peter Dütthorn<br />

Technische Bearbeitung: Kathrin Siegert<br />

Verlag: Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen<br />

Druckerei: Stadt Leipzig, Hauptamt<br />

Redaktionsschluss: 03.11.2009<br />

Gebühr: 7,- €<br />

Alle Rechte vorbehalten.<br />

Es ist nicht gestattet, ohne ausdrückliche Genehmigung des Amtes für Statistik und Wahlen<br />

diese Veröffentlichung oder Teile daraus für gewerbliche Zwecke zu vervielfältigen oder in<br />

elektronische Systeme einzuspeichern. Die Vervielfältigung dieser Veröffentlichung oder von<br />

Teilen daraus ist für nicht gewerbliche Zwecke mit Angabe der Quelle gestattet.<br />

Veröffentlichungen des Amtes für Statistik und Wahlen können wie folgt bezogen werden:<br />

Postbezug (zuzüglich Versandkosten):<br />

Stadt Leipzig<br />

Amt für Statistik und Wahlen<br />

04092 Leipzig<br />

<strong>Statistischer</strong> Auskunftsdienst: Fon (0341) 123 2847<br />

Fax (0341) 123 2845<br />

E-Mail statistik-wahlen@leipzig.de<br />

Internet www.leipzig.de/statistik<br />

www.leipzig.de/wahlen<br />

Direktbezug:<br />

Stadt Leipzig<br />

Amt für Statistik und Wahlen<br />

Burgplatz 1, Stadthaus, Raum 228<br />

Zeichenerklärung:<br />

0 = weniger als die Hälfte von 1 in der letzten besetzten Stelle,<br />

jedoch mehr als nichts<br />

. = Veröffentlichung ist aus Datenschutzgründen nicht möglich<br />

- = nichts vorhanden<br />

/ = Zahlenwert nicht sicher genug<br />

davon = Summe der Einzelpositionen ergibt Gesamtsumme (Aufgliederung)<br />

darunter = nur ausgewählte Einzelpositionen (Ausgliederung)


Inhaltsverzeichnis Seite<br />

Kurzinformationen ................................................................................................................................ 2<br />

Die Universität Leipzig im Spiegel der amtlichen Statistik..................................................................... 4<br />

Nachhaltige Flächenentwicklung in der Kernregion Mitteldeutschland ................................................. 8<br />

West-Ost-Wanderung – Attraktive Zuzugsinseln in Ostdeutschland..................................................... 12<br />

Auszeichnung der Stadt Leipzig mit dem Prädikat TOTAL E-QUALITY................................................ 15<br />

Wahlen in Leipzig im Vergleich ............................................................................................................. 18<br />

Wohnsitzverteilung der Leipziger Stadträte nach der Wahl 2009.......................................................... 20<br />

Stadtrat und Bevölkerungsstruktur ........................................................................................................ 22<br />

Wahlverhalten bei Bundestagswahlen in Ost- und Westdeutschland 1990-2009 ................................. 25<br />

Städtevergleich 2008............................................................................................................................. 26<br />

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und deren Pendlerverhalten 2008 ....................................... 30<br />

Empfänger von Leistungen nach SGB II in Leipzig 2008 ...................................................................... 34<br />

Aktuelle Entwicklungstendenzen im Leipziger Einzelhandel ................................................................. 37<br />

Einkommen und Einkommensentwicklung in Sachsen und Leipzig 2008............................................. 40<br />

Ausgewählte Ergebnisse aus dem Mikrozensus 2008 .......................................................................... 43<br />

Geburtenziffern und Fruchtbarkeitsraten in Europa, Deutschland und Sachsen .................................. 46<br />

Quartalszahlen ..................................................................................................................................... 49<br />

Aus dem Inhalt<br />

An der 600-jährigen Universität Leipzig betreut ein Professor durchschnittlich 66 Studenten.<br />

Die Region Halle-Leipzig zeigt eine hohe Dynamik bei Ansiedlungen auch überregionaler Unternehmen.<br />

Leipzig ist neben Berlin und Dresden einer von wenigen Zuzugsmagneten im Osten Deutschlands.<br />

Leipzig darf als erste ostdeutsche Kommune für drei Jahre das Prädikat „TOTAL E-QUALITY“ führen.<br />

Bei allen Wahlen des Jahres 2009 lag in Leipzig die CDU vor DIE LINKE und der SPD.<br />

Keiner der neuen Leipziger Stadträte ist unter 30 Jahre alt, nur einer hat das 70. Lebensjahr erreicht.<br />

Zur Stadtratswahl 2009 wohnten nur 195 der 542 Bewerber in dem Wahlkreis, wo sie kandidierten.<br />

Das Wahlverhalten näherte sich in Ost- und Westdeutschland bei der Bundestagswahl 2009 etwas an.<br />

Leipzig ist weiterhin die zwölftgrößte Stadt in Deutschland und die größte in Mitteldeutschland.<br />

Am 30.06.2008 arbeiteten in Leipzig 205 490 sv-pflichtig Beschäftigte, 161 918 wohnten in der Stadt.<br />

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften nach SGB II hat sich in Leipzig Ende 2008 auf 46 998 verringert.<br />

Leipzig hatte Anfang 2009 über 3 876 Einzelhandelsbetriebe mit einer Verkaufsfläche von 803 000 m².<br />

Einer Familie mit Kind(ern) standen laut Bürgerumfrage 2008 durchschnittlich 2 460 Euro zur Verfügung.<br />

2008 gab es laut Mikrozensus 306 500 Haushalte in Leipzig, im Durchschnitt 1,7 Personen je Haushalt.<br />

Die zusammengefasste Geburtenziffer betrug 2007 in Deutschland 1,37, Sachsen 1,40 und Leipzig 1,31.<br />

Die amtliche Einwohnerzahl der Stadt Leipzig ist zum 30.03.2009 auf 515 765 angestiegen.<br />

Im dritten Quartal 2009 wurden 104 „Schweinegrippe“-Fälle in Leipzig gemeldet.<br />

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Gewerbesteuereinnahmen im dritten Quartal halbiert.<br />

Ende September 2009 gab es in Leipzig weniger Arbeitslose als ein Jahr zuvor.<br />

Der Schuldenstand je Einwohner beträgt Ende September 1 433 €, 235 € weniger als vor Jahresfrist.<br />

Im Verarbeitenden Gewerbe ging der Umsatz im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel<br />

zurück, auch die Zahl der dort Beschäftigten ist gesunken.<br />

Von Juli bis September 2009 waren die Verbraucherpreise niedriger als im gleichen Vorjahreszeitraum.<br />

In der Freibadsaison 2009 wurden knapp 15 % mehr Badegäste gezählt als ein Jahr zuvor.<br />

Wie im Vorjahr wurde der Feinstaubgrenzwert an der Messstation Leipzig-Mitte in den ersten neun<br />

Monaten des Jahres 2009 an 26 Tagen überschritten.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 1


Kurzinformationen<br />

20 Jahre Deutschland seit 1989<br />

Zur Demokratie als Staatsform bekennen sich<br />

nach einer Umfrage unter 2 512 Ost- und Westdeutschen<br />

im Auftrag der Universität Leipzig drei<br />

von vier Deutschen (76 %). Aber die tatsächlich in<br />

Deutschland gelebte Demokratie wird kritisch<br />

gesehen. Mit ihr waren nur 9,9 % sehr zufrieden,<br />

47,9 % eher zufrieden und 42,2 % eher bzw. sehr<br />

unzufrieden. Im Osten waren 64,9 % unzufrieden,<br />

im Westen 35,4 %. Mit der Gesundheitspolitik<br />

waren 77,4 %, mit der Rentenpolitik 77,0 % und<br />

mit der Lohnpolitik 75,5 % weniger oder gar nicht<br />

zufrieden. Das sind die Politikfelder mit der<br />

höchsten Unzufriedenheit.<br />

20 Jahre nach der Friedlichen Revolution von<br />

1989 dominiert die Freude über die Einheit, ein<br />

vollständiges Zusammenwachsen in naher Zukunft<br />

wird aber noch nicht gesehen. Die Mehrheit der<br />

Befragten gab an, dass es höchste Zeit war, dass<br />

das SED-Regime beseitigt wurde (73 %) und dass<br />

die DDR einen Unrechtsstaat war (64,7 %).<br />

Nach wie vor gibt es unterschiedliche Befindlichkeiten<br />

zwischen Ost und West. 60,5 % der<br />

Ostdeutschen stimmten der Aussage überwiegend<br />

oder vollkommen zu, dass viele Westdeutsche<br />

Ostdeutsche als Deutsche zweiter Klasse behandeln,<br />

Westdeutsche nur zu 29 %. Bei der<br />

Freude über die deutsche Einheit bestehen kaum<br />

Unterschiede. 14 % freuen sich sehr stark, 32,0%<br />

stark, 43,5 % teilweise. Nur 6,2 % freuen sich<br />

kaum und 4,1 % gar nicht.<br />

Internetangebot zu Wahlen stark gefragt<br />

Das Angebot der Stadt Leipzig zu Wahlen im<br />

Internet (www.leipzig.de/wahlen) wird stark nachgefragt.<br />

Allein im Monat Juni 2009 wurden über<br />

375 000 Zugriffe gezählt. Am häufigsten wurde<br />

das Angebot zu den Wahlen vom 7. Juni aufgerufen.<br />

Die höchste Zahl an Zugriffen gab es<br />

bei der Stadtratswahl (200 910) gefolgt von der<br />

Europawahl (42 005) und den Ortschaftsratswahlen<br />

(28 914).<br />

Obgleich bei den nachfolgenden Wahlen der<br />

Termin der Landtagswahl (30. August) einen<br />

knappen Monat vor dem der Bundestagswahl lag<br />

(27. September), wurden im Juni die Angebote zur<br />

Bundestagswahl (4 121) etwas häufiger nachgefragt<br />

als jene der Landtagswahl (3 674).<br />

Wahlverhalten zur Bundestagswahl<br />

Eine repräsentative Wahlstatistik besonderer<br />

Art liefert eine Erhebung im Auftrag der Universität<br />

Leipzig vom Sommer 2009 unter 2 512 Deutschen<br />

im Alter von 14 bis 94 Jahren. Danach sind<br />

Arbeitslose überdurchschnittlich Anhänger rechtsextremer<br />

Parteien (33,3 %) bzw. Nichtwähler<br />

(14,5 %). Sorge um den Arbeitsplatz machten sich<br />

Mitte 2009 überdurchschnittlich Anhänger rechtsextremer<br />

Parteien (Mittelwert von 1 = keine bis 4 =<br />

sehr große: 2,18) und Anhänger der FDP (2,15).<br />

Ein durchschnittliches monatliches Haushaltseinkommen<br />

von über 2 000 € haben am häufigsten<br />

die Anhänger der FDP (49,2 %) gefolgt von<br />

den GRÜNEn (47,2 %). Bei den monatlichen Einkommen<br />

unter 1 000 € liegen die Anhänger rechtsextremer<br />

Parteien (29,0 %) vor den Nichtwählern<br />

(24,3 %) und DIE LINKE (23,0 %). Abitur haben<br />

am häufigsten die Wähler von GRÜNE (31,5 %)<br />

und FDP (25,8 %). Keiner Konfession angehörig<br />

fühlen sich mit 54,9 % am häufigsten DIE-LINKE-<br />

Wähler vor Wählern der rechtsextremen Parteien<br />

(NPD/REP/DVU) mit 51,5 %.<br />

24 Flugplätze in Sachsen<br />

In Sachsen gibt es am Rande von Leipzig und<br />

Dresden zwei internationale Flugplätze. Drei<br />

regionale Flugplätze befinden sich bei Chemnitz,<br />

Bautzen und Rothenburg an der Lausitzer Neiße.<br />

Weiterhin gibt es neun lokale Verkehrslandeplätze,<br />

so auch bei Böhlen und Bad Düben. Weiterhin hat<br />

Sachsen zehn Sonder- bzw. Sportflugplätze,<br />

darunter auch in Taucha und Oschatz.<br />

Diese und viele andere interessante Informationen<br />

kann man dem Verwaltungsatlas Sachsen<br />

entnehmen (www.verwaltungsatlas.sachsen.de).<br />

Weniger Schwangerschaftsabbrüche<br />

In Sachsen ist nach Angaben des Statistischen<br />

Landesamtes von 2006 bis 2008 die Zahl der<br />

Schwangerschaftsabbrüche kontinuierlich gesunken.<br />

2006 wurden 6 490, 2007 6 353 und 2008 nur<br />

noch 6 199 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet.<br />

Gegenläufig stieg von 2006 bis 2008 die Anzahl<br />

der Lebendgeburten. Diesbezüglich wurden in<br />

Sachsen 2006 32 098, 2007 33 395 und 2008<br />

sogar 33 973 Lebendgeborene registriert.<br />

Krankenhäuser und Betten<br />

1993 gab es in Sachsen noch 98 Krankenhäuser<br />

mit 32 694 Betten, die durchschnittliche<br />

Verweildauer betrug 13,7 Tage. Ende 2008 waren<br />

es nach Angaben des Statistischen Landesamtes<br />

80 Krankenhäuser mit 26 316 Betten, die Verweildauer<br />

betrug 8,1 Tage.<br />

Leipzig hatte im Jahr 2008 acht Krankenhäuser<br />

(10 % von Sachsen) mit 3 838 Betten (14,6 %).<br />

2 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


488 Gemeinden in Sachsen<br />

Die drei Vogtlandgemeinden Hammerbrücke,<br />

Morgenröthe-Rautenkranz und Tannenbergsthal<br />

haben sich am 01.10.2009 zur Gemeinde Muldenhammer<br />

zusammengeschlossen. Gleichzeitig<br />

wurde Wildenhain nach Großenhain eingemeindet.<br />

Somit gibt es in Sachsen noch 488 Gemeinden.<br />

Mehr Wanderungen von Ost nach West<br />

2008 zogen aus den fünf ostdeutschen<br />

Flächenländern (ohne Berlin) rund 136 500 Menschen<br />

in eines der zehn westdeutschen Länder.<br />

Nur 85 500 zogen aus West nach Ost. Damit gab<br />

es auch 19 Jahre nach der Friedlichen Revolution<br />

wiederum ein Wanderungsdefizit zugunsten des<br />

Westens, und zwar in Höhe von rund 51 000.<br />

Erstmals seit 1991 war jedoch der Wanderungsverlust<br />

bei den Frauen nicht größer, sondern<br />

entsprach mit 25 500 etwa dem der Männer.<br />

Leipzig hatte 2008 zwar insgesamt einen<br />

Wanderungsgewinn, gegenüber Westdeutschland<br />

aber auch einen Wanderungsverlust von 1 421.<br />

6 428 Zuzügen aus dem früheren Bundesgebiet<br />

nach Leipzig standen 7 849 Fortzüge gegenüber.<br />

Durchschnittsalter der Sachsen 45,7 Jahre<br />

Das Statistische Landesamt ermittelte, dass die<br />

Bevölkerung Sachsens Ende 2008 durchschnittlich<br />

45,7 Jahre alt war, das sind 6,3 Jahre mehr als<br />

1990. Die Frauen waren 2008 im Mittel 47,6 Jahre<br />

alt und damit 4 Jahre älter als die Männer mit<br />

einem Mittelwert von 43,6 Jahren.<br />

Bei den Kreisfreien Städten schwankt das<br />

Durchschnittsalter von 43,1 Jahren in Dresden<br />

über 44,0 (1990: 40,0) in Leipzig bis 47,1 Jahre in<br />

Chemnitz. Bei den Landkreisen weist Nordsachsen<br />

mit 45,4 Jahren die jüngste Bevölkerung<br />

auf, der Vogtlandkreis mit 47,2 Jahren die älteste.<br />

Kinderlosigkeit in Deutschland nimmt zu<br />

Laut Statistischem Bundesamt (Basis Mikrozensus)<br />

sind in Deutschland immer mehr Frauen<br />

kinderlos. 2008 hatten 21 % der 40- bis 44jährigen<br />

Frauen keine Kinder geboren. Dagegen<br />

waren unter den zehn Jahre älteren Frauen (Jahrgänge<br />

1954 bis 1958) nur 16 % und unter den<br />

zwanzig Jahre älteren (Jahrgänge 1944 bis 1948)<br />

nur 12 % kinderlos. Von den Frauen zwischen 35<br />

und 39 Jahren hatten 2008 26 % noch keine<br />

Kinder zur Welt gebracht, wobei sich dieser Anteil<br />

aber noch verringern wird.<br />

Im Osten gibt es deutlich weniger kinderlose<br />

Frauen als im Westen. Während bei den 40- bis<br />

75-jährigen Frauen in Westdeutschland 16 %<br />

keine Kinder zur Welt brachten, sind es im Osten<br />

nur 8 %. Bei den 35- bis 39-Jährigen (Jahrgänge<br />

1969 bis 1973) haben im Westen bisher 28 %<br />

keine Kinder, im Osten sind es nur 16 %.<br />

Die im Ausland geborenen und nach Deutschland<br />

zugewanderten Frauen sind seltener kinderlos<br />

als die in Deutschland geborenen Frauen, was<br />

auch für Leipzig nachweisbar ist.<br />

Personal an Sachsens Hochschulen<br />

Am 01.10.2008 waren an Sachsens Hochschulen<br />

29 551 Personen tätig, davon 15 913 Frauen.<br />

Unter den 14 645 Beschäftigten des wissenschaftlichen<br />

bzw. künstlerischen Personals waren 5 036<br />

Frauen. 2 167 Personen hatten eine Professur.<br />

In Leipzig waren an der Universität 8 993 Personen<br />

beschäftigt, mit 5 009 die meisten am Universitätsklinikum.<br />

Die Handelshochschule hatte 79<br />

Beschäftigte, die Hochschule für Grafik und Buchkunst<br />

106, die Hochschule für Musik und Theater<br />

464, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und<br />

Kultur 572, die Deutsche Telekom Hochschule für<br />

Telekommunikation 70 sowie der AKAD.Die<br />

Privat-Hochschulen.Fachhochschule Leipzig 75,<br />

zusammen also 10 359 Personen.<br />

Zum Hochschulpersonal gehörten in Leipzig<br />

Ende 2008 724 Professoren, davon 425 an der<br />

Universität samt Universitätsklinikum, an der<br />

Handelshochschule 10, an der Hochschule für<br />

Grafik und Buchkunst 31, an der Hochschule für<br />

Musik und Theater 65, an der Hochschule für<br />

Technik, Wirtschaft und Kultur 170, an der<br />

Deutsche Telekom Hochschule für Telekommunikation<br />

20 und der AKAD.Die Privat-Hochschulen.<br />

Fachhochschule Leipzig 3.<br />

Sachsens Milchkühe weiter Spitze<br />

Sachsen behauptete nach Angaben des Statistischen<br />

Landesamtes auch 2008 mit einer Jahresmilchleistung<br />

von 8 398 Kilogramm je Kuh (das<br />

sind 23 Kilogramm pro Tag) den 2000 errungenen<br />

Spitzenplatz unter den Bundesländern. Auf den<br />

nächsten Plätzen folgten Brandenburg mit 8 331<br />

und Sachsen-Anhalt mit 8 262 Kilogramm. Für<br />

Deutschland wurde eine durchschnittliche Jahresleistung<br />

von 6 827 Kilogramm ausgewiesen.<br />

Übrigens<br />

forderte der Astronom Galileo Galilei: Alles<br />

messen, was messbar ist – und messbar machen,<br />

was noch nicht messbar ist.<br />

Auch wenn sich die Leipziger Kommunalstatistiker<br />

sehr viel Mühe geben, werden sie diesen<br />

Anspruch bestenfalls ansatzweise erfüllen können.<br />

Sie bemühen sich aber darum, Wesentliches vom<br />

Unwesentlichen zu unterscheiden und das<br />

Wesentliche mit Daten zu untersetzen.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 3


Die Universität Leipzig im Spiegel der amtlichen Statistik<br />

Irene Schneider-Böttcher, Birgit Scheibe<br />

Prof. Dr. Irene Schneider-Böttcher ist Präsidentin, Birgit Scheibe ist Referatsleiterin „Sozialwissenschaftliche<br />

Analysen“ des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen. Der Beitrag entstand<br />

anlässlich des 600-jährigen Bestehens der Universität Leipzig. Die Redaktion<br />

1409 hat die Hohe Schule zu Leipzig ihren<br />

Studienbetrieb mit 369 ausschließlich männlichen<br />

Studenten aufgenommen. Nach Heidelberg ist<br />

Leipzig damit die zweitälteste Hochschule in<br />

Deutschland mit durchgehendem Lehrbetrieb.<br />

Die Geschichte der Universität war durchaus<br />

wechselhaft. Heute stellt sie sich als moderne,<br />

leistungsfähige Bildungs- und Forschungseinrichtung<br />

mit einem breiten Fächerkanon dar, die einen<br />

wesentlichen Beitrag zur Bildungslandschaft in<br />

Sachsen leistet.<br />

Die Universität Leipzig heute - ein attraktiver<br />

Standort für Lehre und Forschung<br />

Im Wintersemester 2008/09 waren an den<br />

26 Hochschulen im Freistaat Sachsen insgesamt<br />

107 355 Studenten eingeschrieben. Von ihnen<br />

studierten 70 % an einer der sieben Universitäten.<br />

Nach der Technischen Universität Dresden mit<br />

über 33 000 Studenten ist die Universität Leipzig<br />

mit 26 299 Studenten die zweitgrößte Universität<br />

in Sachsen. An der Universität Leipzig beginnen<br />

jährlich über 4 000 Studienanfänger ihr Hochschulstudium,<br />

2008 waren es 4 555. Von ihnen<br />

hatten 36 % ihre Hochschulzugangsberechtigung<br />

auch in Sachsen erworben. Aber auch aus den<br />

anliegenden Bundesländern wie aus Sachsen-<br />

Anhalt (12 %), Thüringen (9 %) oder Brandenburg<br />

(5 %) kamen junge Menschen nach Leipzig, um<br />

das vielfältige Studienangebot der Universität zu<br />

nutzen. Dabei schrieben sich mit 37 % die meisten<br />

Studenten in einem Studienfach der Fächergruppe<br />

Sprach- und Kulturwissenschaften ein.<br />

2008 konnte die Universität Leipzig auf 3 858<br />

bestandene Abschlussprüfungen verweisen. Das<br />

waren 36 % aller bestandenen Abschlussprüfungen<br />

an sächsischen Universitäten bzw. 23 % aller<br />

Hochschulen.<br />

Ausgewählte Daten zu Hochschulen in Sachsen<br />

Merkmal Hochschulen darunter darunter Universität Leipzig<br />

insgesamt Universitäten absolut Anteil an Universitäten<br />

in %<br />

2008<br />

Studenten 107 355 75 429 26 299 34,9<br />

Studienanfänger 19 593 13 674 4 555 33,3<br />

Absolventen 16 580 10 589 3 858 36,4<br />

Personal 29 551 25 151 8 993 35,8<br />

wissenschaftliches und künstlerisches Personal 14 645 11 959 3 829 32,0<br />

Verwaltungs-, technisches und sonstiges Personal<br />

2007<br />

14 906 13 192 5 164 39,1<br />

Ausgaben (in 1 000 €) 1 851 972 1 605 735 680 464 42,4<br />

Einnahmen (in 1 000 €) 829 574 805 920 333 110 41,3<br />

darunter Drittmittel (in 1 000 €)<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

245 870 230 782 53 769 23,3<br />

An den Hochschulen in Sachsen waren 2008<br />

29 551 Personen beschäftigt, 85 % davon an den<br />

Universitäten. An der Universität Leipzig arbeiteten<br />

(einschließlich Klinikum und medizinische<br />

Fakultät) fast 9 000 Mitarbeiter, darunter 43 %<br />

wissenschaftlich und künstlerisch. Unter ihnen<br />

waren 425 Professoren, von denen ein Fünftel am<br />

Klinikum einschließlich der medizinischen Fakultät<br />

tätig war.<br />

Im Freistaat Sachsen wurden 2007 insgesamt<br />

1 852,0 Mio. € für das Hochschulwesen ausgegeben.<br />

Für die Universität Leipzig betrugen die<br />

Ausgaben 680,5 Mio. € (einschließlich Klinikum<br />

und medizinische Fakultät). Dem gegenüber standen<br />

Einnahmen in Höhe von 829,6 Mio. € an allen<br />

Hochschulen, darunter an der Universität Leipzig<br />

333,1 Mio. €. Hier wurden Drittmittel unter<br />

anderem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft,<br />

der gewerblichen Wirtschaft, der<br />

Europäischen Union und dem Bund von insgesamt<br />

53,8 Mio. € eingeworben.<br />

Universität Leipzig auch von Studentenrückgang<br />

betroffen<br />

Seit Mitte der 90er Jahre bis 2005 stieg die Zahl<br />

der Studenten an der Universität Leipzig um über<br />

50 % an. Im Wintersemester 2005/06 wurde ein<br />

Höchststand von 29 147 Studenten erreicht. Wie<br />

in den Hochschulen insgesamt setzte dann ab<br />

dem Wintersemester 2006/07 ein Rückgang der<br />

Studierenden ein. 2008 sind im Vergleich zu 2005<br />

an den Universitäten insgesamt 2 % weniger<br />

Studenten eingeschrieben. Die Universität Leipzig<br />

musste einen Rückgang von fast 10 % verbuchen.<br />

4 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Drittmitteleinnahmen der Universität Leipzig 2007<br />

nach Drittmittelquellen<br />

EU<br />

11,4 %<br />

Gewerbliche<br />

Wirtschaft<br />

20,3 %<br />

Arbeitsagentur<br />

Länder<br />

Gemeinden<br />

6,0 %<br />

Stiftungen<br />

6,2 %<br />

Übrige *)<br />

2,5 %<br />

Bund<br />

26,8 %<br />

Deutsche<br />

Forschungsgemeinschaft<br />

26,7 %<br />

*) sonstige öffentliche Bereiche und andere internationale Organisationen<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

Universität Leipzig zieht Studenten aus<br />

anderen Bundesländern und dem Ausland an<br />

Bereits 1995 begannen an der Universität<br />

Leipzig mehr Studienanfänger aus anderen<br />

Bundesländern und dem Ausland zu studieren als<br />

aus Sachsen. Während damals an der Universität<br />

Leipzig 53 % der Studienanfänger keine Landeskinder<br />

waren, lag dieser Anteil bei allen Universitäten<br />

in Sachsen bei 43 %. Inzwischen ist der<br />

Zuwachs aus anderen Bundesländern (besonders<br />

aus den ostdeutschen Bundesländern und dem<br />

Ausland) an den Universitäten in Sachsen weiter<br />

gestiegen. 2008 waren an der Universität Leipzig<br />

noch 36 % der Studienanfänger Landeskinder,<br />

jeder fünfte Studienanfänger kam aus dem<br />

Ausland und 30 % kamen aus ostdeutschen<br />

Bundesländern (einschließlich Berlin).<br />

Ausländeranteil an Universität leicht gestiegen<br />

An den sächsischen Universitäten studieren<br />

derzeit 6 873 ausländische Studenten, das entspricht<br />

einem Ausländeranteil von 9,1 %. Ein<br />

Drittel der ausländischen Studenten hat sich für<br />

die Universität Leipzig entschieden. Somit stieg<br />

der Anteil ausländischer Studenten hier seit 1995<br />

von 7,1 % auf 8,6 % in 2008 und bleibt damit unter<br />

dem Durchschnitt der Universitäten.<br />

Studienangebot in Leipzig lockt Frauen an<br />

1906 wurden erstmals auch Frauen zum<br />

Studium zugelassen. Heute kann die Universität<br />

Leipzig auf einen hohen Frauenanteil verweisen.<br />

Auf Grund des Studienangebotes liegt der Frauenanteil<br />

bei den Studenten bei 60 %, fast 11 Prozentpunkte<br />

höher als bei den Universitäten<br />

generell. 43 % aller Studentinnen der Universität<br />

Leipzig sind in der zahlenmäßig stärksten Fächergruppe<br />

Sprach- und Kulturwissenschaften eingeschrieben.<br />

Hier liegt der Frauenanteil bei 70 %.<br />

Studenten an der Universität Leipzig<br />

nach ausgewählten Fächergruppen<br />

Fächergruppe 1995 2000 2005 2008<br />

Insgesamt<br />

darunter<br />

18 921 23 751 29 147 26 299<br />

Sprach- und<br />

Kulturwissenschaften<br />

6 368 9 173 12 413 9 691<br />

Sport 644 1 042 1 144 1 146<br />

Rechts-, Wirtschafts- und<br />

Sozialwissenschaften<br />

5 345 5 093 4 860 5 572<br />

Mathematik,<br />

Naturwissenschaften<br />

1 862 3 344 5 194 4 601<br />

Humanmedizin/<br />

2 958 2 747 3 228 3 074<br />

Gesundheitswissenschaften<br />

Veterinärmedizin 826 1 060 1 014 1 002<br />

Kunst, Kunstwissenschaft 729 988 1 140 1 107<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

Auch für das Medizinstudium entscheiden sich<br />

mehr Frauen als Männer. Die Hälfte der Medizinstudenten<br />

Sachsens werden an der Universität<br />

Leipzig ausgebildet. 2008 gab es 3 000 Medizinstudenten<br />

in Leipzig, dabei 64 % Frauen.<br />

Auch bei den Absolventenzahlen wird der<br />

relativ hohe Frauenanteil an der Universität<br />

Leipzig sichtbar. Während sich der Frauenanteil<br />

bei den Universitäten insgesamt seit 1995 kontinuierlich<br />

auf 53 % erhöhte, wurden inzwischen an<br />

der Universität Leipzig 61 % erreicht. Höher als im<br />

Durchschnitt der Universitäten (40 %) liegt der<br />

Frauenanteil in Mathematik, Naturwissenschaften<br />

an der Universität Leipzig (44 %). Niedriger fällt er<br />

mit 55 % bei der Humanmedizin aus (Universitäten<br />

insgesamt 60 %). In Sprach- und Kulturwissenschaften<br />

mit einer Frauenquote von drei Viertel an<br />

den bestandenen Abschlussprüfungen und in<br />

Rechts- Wirtschafts- und Sozialwissenschaften<br />

(Frauenquote > 50 %) war der Frauenanteil an der<br />

Universität Leipzig auf gleichem Niveau wie an<br />

den anderen Universitäten.<br />

Studenten an der Universität Leipzig<br />

nach Fächergruppen<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 5<br />

30.000<br />

20.000<br />

10.000<br />

0<br />

1995 2000 2005 2008<br />

Sprach- und<br />

Kulturwissenschaften<br />

Sport<br />

Rechts-/Wirtschafts-/<br />

Sozialwissenschaften<br />

Mathematik,<br />

Naturwissenschaften<br />

Humanmedizin/<br />

Gesundheitswissenschaften<br />

Veterinärmedizin<br />

Sonstiges*)<br />

*) Agrar-/Forst-/Ernährungswissenschaften; Ingenieurwissenschaften;<br />

Kunst, Kunstwissenschaft<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen


Sprach- und Kulturwissenschaften sehr beliebt<br />

Die Studienfächer der Sprach- und Kulturwissenschaften<br />

genießen schon längere Zeit<br />

guten Zuspruch bei den Studenten. In dieser<br />

Fächergruppe waren vor 15 Jahren bereits über<br />

30 % der Studenten der Uni Leipzig immatrikuliert.<br />

Der Anteil der Studenten in dieser Fächergruppe<br />

ist kontinuierlich bis in die Gegenwart gestiegen.<br />

Inzwischen liegt er bei 37 %. Der generelle<br />

Entwicklungstrend bei der Studentenzahl an der<br />

Universität Leipzig macht jedoch auch vor den<br />

Sprach- und Kulturwissenschaften nicht halt. Die<br />

höchste Studentenzahl (12 413) in dieser<br />

Fächergruppe wurde auch hier im Wintersemester<br />

2005/06 erreicht, seitdem sind rückläufige Zahlen<br />

zu verzeichnen.<br />

Zahl der Abschlussprüfungen beachtlich<br />

Seit 1995 erhöhte sich die Zahl der bestandenen<br />

Abschlussprüfungen an den Universitäten<br />

in Sachsen insgesamt um 60 %.<br />

Das trifft auch für die Uni Leipzig zu. In den<br />

zahlenmäßig stark vertretenen Fächergruppen ist<br />

in diesem Zeitraum grundsätzlich ein Anstieg zu<br />

verzeichnen. Besonders hoch fällt dieser in der<br />

Fächergruppe der Sprach- und Kulturwissenschaften<br />

aus. Hier wurden 2008 an der Universität<br />

Leipzig 1 380 Abschlussprüfungen erfolgreich<br />

abgelegt, was das 2,4-Fache im Vergleich zu 1995<br />

war. Auf das 2,8-Fache (776 Abschlussprüfungen)<br />

stieg die Zahl der bestandenen Prüfungen in<br />

Mathematik und Naturwissenschaften. 6 bzw. 7 %<br />

mehr Prüfungen wurden in Humanmedizin/<br />

Gesundheitswissenschaften (601 Abschlussprüfungen)<br />

bzw. in Rechts-, Wirtschafts- und Sozial-<br />

wissenschaften (610 Abschlussprüfungen) erzielt.<br />

Steigende Promotionszahlen<br />

An den sächsischen Universitäten wurden 2008<br />

1 252 Promotionen erfolgreich abgeschlossen.<br />

38 % entfielen auf die Universität Leipzig. Hier<br />

wurden 472 Doktortitel vergeben, das waren 80 %<br />

mehr als 1995. Der Frauenanteil ist im gleichen<br />

Zeitraum um 2 Prozentpunkte auf nunmehr 49 %<br />

gestiegen. Etwa die Hälfte der Promotionen an der<br />

Universität Leipzig entfallen auf die Fächergruppe<br />

Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften. Die<br />

Promotionsquote (Promotionen je Professor in<br />

Vollzeitäquivalenten, ohne drittmittelfinanzierte<br />

Professoren) lag in Leipzig 2008 bei 1,2 und damit<br />

um 0,1 über der der Universitäten insgesamt.<br />

Besonders hoch fiel sie bei den Medizinern aus:<br />

ein Professor betreute durchschnittlich im Jahr 3,1<br />

Promotionen.<br />

Mehr wissenschaftliches und künstlerisches<br />

Personal bei gewachsener Teilzeitbeschäftigung<br />

Die Universitäten in Sachsen können seit 1995<br />

einen Zuwachs an Personal um 9 % verzeichnen,<br />

wobei der Anstieg ausschließlich dem<br />

wissenschaftlichen und künstlerischen Personal<br />

(+29 %) zugute kam. Ansonsten müssen die Universitäten<br />

eine Reduzierung beim Verwaltungs-,<br />

technischen und sonstigen Personal von 5 %<br />

verkraften.<br />

An der Universität Leipzig (einschließlich<br />

Universitätsklinikum) fiel der Rückgang etwas<br />

moderater aus. Hier sind 2008 knapp 2 % weniger<br />

Personen beschäftigt als 1995. Der Personalabbau<br />

erfolgte dabei ausschließlich beim Verwaltungs-,<br />

technischen und sonstigen Personal und<br />

dabei um über 10 %. Beim wissenschaftlichen und<br />

künstlerischen Personal ist ein Anstieg um 15 %<br />

zu verzeichnen. Die Zahl der Professoren stieg<br />

seit 1995 um 9 % auf 425 in 2008.<br />

Personal an der Universität Leipzig<br />

Jahr Insgesamt<br />

Wissenschaftliches<br />

Personal<br />

gesamt<br />

darunter<br />

Professoren<br />

Verwal-<br />

tungs-, technisches<br />

und<br />

sonstiges<br />

Personal<br />

1995 9 143 3 319 389 5 824<br />

2000 8 806 3 468 433 5 338<br />

2005 9 046 3 974 418 5 072<br />

2008 8 993 3 829 425 5 164<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

Insgesamt gab es bei der Art der Beschäftigungsverhältnisse<br />

beim wissenschaftlich<br />

und künstlerisch tätigen Personal seit 1995<br />

gravierende Veränderungen sowohl bei den<br />

Universitäten insgesamt als auch bei der<br />

Universität Leipzig:<br />

o Der Anteil des hauptberuflichen Personals<br />

verringerte sich von 84 % auf 81 %.<br />

o Im gleichen Zeitraum stiegen die Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse<br />

auf das 3-Fache.<br />

o 2008 waren damit 40 % des hauptberuflichen<br />

wissenschaftlichen und künstlerischen Personals<br />

an der Universität Leipzig teilzeitbeschäftigt. 1995<br />

betrug dieser Anteil lediglich 15 %. Die Teilzeitbeschäftigung<br />

wird in der Mehrheit von Frauen<br />

in Anspruch genommen. Der relativ hohe Frauenanteil<br />

(45 %) beim hauptberuflichen wissenschaftlichen<br />

und künstlerischen Personal in<br />

Leipzig (Universitäten insgesamt 37 %) mag ein<br />

Grund für die hohe Teilzeitbeschäftigung sein.<br />

Wissenschaftliches und künstlerisches Personal<br />

an der Universität Leipzig<br />

HauptNeben- Hauptberufliches<br />

Jahr<br />

Insberuflichesberuflichesgesamt Personal Personal<br />

Personal<br />

Vollzeit Teilzeit<br />

Anteil in Prozent Anteil in Prozent<br />

1995 3 319 83,7 16,3 84,9 15,1<br />

2000 3 468 75,3 24,7 78,4 21,6<br />

2005 3 974 71,9 28,1 63,7 36,3<br />

2008 3 829 80,7 19,3 59,6 40,4<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

6 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Ein Professor betreut 66 Studenten<br />

Aufgrund der Zahl des wissenschaftlich und<br />

künstlerischen Personals bzw. der Professoren<br />

(Vollzeitäquivalente, ohne drittmittelfinanziertes<br />

Personal) und der Studentenzahl ergeben sich<br />

für die Universität Leipzig Betreuungsrelationen<br />

von 13 Studenten je wissenschaftliche und<br />

künstlerische Lehrkraft bzw. 66 Studenten auf<br />

einen Professor. Diese Betreuungsrelationen<br />

entsprechen in etwa denen der Universitäten in<br />

Sachsen insgesamt. Die Betreuungsrelationen<br />

fallen in den einzelnen Fächergruppen allerdings<br />

sehr unterschiedlich aus. Die meisten Studenten<br />

sind in Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften<br />

von einem Professor zu betreuen. Hier<br />

liegt die Universität Leipzig mit 107 Studenten je<br />

Professor über dem Durchschnitt von 100<br />

Studenten je Professor bei den Universitäten.<br />

Etwas höher liegt die Betreuungsrelation auch<br />

bei Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften in<br />

Leipzig mit 41 Studenten je Professor im Vergleich<br />

mit dem Durchschnitt in den Universitäten (38<br />

Studenten je Professor). In Sprach- und<br />

Kulturwissenschaften sind an der Universität<br />

Leipzig rechnerisch 78 Studenten von einem<br />

Professor zu betreuen, an den Universitäten<br />

insgesamt sind es 84.<br />

8 Erstabsolventen je Professor<br />

Die Erstausbildungsquote (Anzahl Erstabsolventen<br />

im Verhältnis zum wissenschaftlichen<br />

und künstlerischen Personal bzw. zu den<br />

Professoren, in Vollzeitäquivalenten, ohne drittmittelfinanziertes<br />

Personal) in der Universität<br />

Leipzig liegt mit 8 Erstabsolventen je Professor<br />

in etwa im Durchschnitt der Universitäten. Höher<br />

liegt sie in den großen Fächergruppen Sprach-<br />

und Kulturwissenschaften sowie Rechts-,<br />

Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit rund<br />

10 Erstabsolventen je Professor (Universität<br />

Leipzig). Unter dem Durchschnitt liegt die Erstausbildungsquote<br />

in Leipzig (5 Erstabsolventen<br />

je Professor) aber auch bei den Universitäten<br />

insgesamt (4 Erstabsolventen je Professor)<br />

unter anderem in Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften.<br />

Betreuungsrelation, Erstausbildungsquote, Promotionsquote 2008<br />

nach ausgewählten Fächergruppen<br />

Betreuungsrelation Erstausbildungsquote<br />

Promotionsquote<br />

Studenten je Professor Absolventen je Professor Promotionen je Professor<br />

Fächergruppe<br />

Universitäten<br />

insgesamt<br />

dar.:<br />

Universität<br />

Leipzig<br />

Universitäten<br />

insgesamt<br />

dar.:<br />

Universität<br />

Leipzig<br />

Universitäten<br />

insgesamt<br />

dar.:<br />

Universität<br />

Leipzig<br />

Insgesamt<br />

darunter<br />

67,2 65,8 7,6 7,9 1,1 1,2<br />

Sprach- und Kulturwissenschaften 83,7 77,5 10,0 9,6 0,4 0,4<br />

Rechts-, Wirtschafts-, Sozialwissenschaften 99,9 107,2 11,6 10,5 0,8 0,9<br />

Mathematik, Naturwissenschaften 46,5 46,2 5,9 6,4 1,1 1,0<br />

Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften 38,0 41,0 4,3 4,8 2,8 3,1<br />

Kunst, Kunstwissenschaft<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

79,0 85,2 12,2 10,2 0,3 0,3<br />

Einführung Bachelor- und Masterstudiengänge<br />

Im Zuge des Bologna-Prozesses führte auch<br />

die Universität Leipzig die neuen Bachelor-<br />

und Masterstudiengänge ein. Im Prüfungsjahr<br />

2008 wurden bereits 178 Bachelor- bzw. 47<br />

Masterprüfungen erfolgreich abgeschlossen.<br />

Insbesondere bei den Bachelorabschlüssen ist<br />

ein deutlicher Zuwachs (+77) im Vergleich zum<br />

Vorjahr erkennbar. Insgesamt wurden 648<br />

Bachelor und 422 Master an Universitäten 2008<br />

verbucht.<br />

Resümee<br />

Die Universität Leipzig ist auf einem guten Weg<br />

zu einer modernen, weltoffenen und zukunftsorientierten<br />

Universität. Die Zahlen belegen: Es ist<br />

ihr gelungen, einen leistungsstarken Hochschul-<br />

und Forschungsbetrieb aufzubauen und sich gut<br />

für die Zukunft zu rüsten.<br />

Dabei ist sie sowohl vom wissenschaftlichen<br />

und künstlerischen Personal als auch von den<br />

sonstigen Rahmenbedingungen her sehr gut im<br />

Verbund der sächsischen Hochschulen platziert.<br />

Im Jahr 2002 formulierte die Universität Leipzig<br />

ihr Leitbild und stellte es unter das Motto<br />

„Aus Tradition Grenzen überschreiten“. Damit<br />

brachte sie ihr Selbstverständnis und ihren<br />

Selbstanspruch zum Ausdruck. Sie versteht sich<br />

in Fortführung ihrer Tradition als universitas<br />

litterarum als eine klassische Volluniversität mit<br />

einem sehr breiten Spektrum wissenschaftlicher<br />

Fächer in den Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften<br />

sowie der Medizin, die sich in übergreifender<br />

Zusammenarbeit gegenseitig anregen<br />

und weiterentwickeln.<br />

Eine starke regionale und überregionale Vernetzung<br />

verstärkt die Strahlkraft der Universität<br />

Leipzig.<br />

Tradition mit Zukunftsorientierung und hoher<br />

Innovationskraft ist das Erfolgrezept der Alma<br />

mater Lipsiensis mit ihren 14 Fakultäten und über<br />

150 Instituten.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 7


Nachhaltige Flächenentwicklung in der Kernregion Mitteldeutschland<br />

Anja Kübler, Barbara Warner<br />

Anja Kübler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig, Institut für Stadtentwicklung<br />

und Bauwirtschaft. Dr. Barbara Warner war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Martin-Luther-<br />

Universität Halle-Wittenberg. Der Beitrag basiert auf Ergebnissen, die im Rahmen des vom BMBF<br />

geförderten Projektes REFINA-KoReMi entstanden sind. Die Redaktion<br />

Vorbemerkungen<br />

Die Region um Leipzig und Halle (Saale) steht<br />

vor den Herausforderungen eines langfristigen<br />

demografischen Umbruchs. Gleichzeitig werden<br />

nach wie vor Flächen für Gewerbe- und Wohnzwecke<br />

ausgewiesen bzw. liegen als Brachen „auf<br />

Halde“, zum Teil infrastrukturell bereits sehr gut<br />

erschlossen. Je nach Erschließung belasten sie<br />

so die Gemeindekassen. Neben den finanziellen<br />

Anforderungen steht die Prämisse, auch nach<br />

Vorgaben der Landes- und Regionalplanung<br />

langfristig tragfähige und nachhaltige Siedlungsstrukturen<br />

in der „Kernregion Mitteldeutschland“ zu<br />

schaffen, die letztendlich auch eine dezentrale<br />

Konzentration befördern und grundsätzlich Fläche<br />

sparen sollen. Denn gerade vor dem Hintergrund<br />

demografischer Schrumpfung in weiten Teilen der<br />

Kernregion ist eine Entwicklung angemessener<br />

Siedlungsstrukturen unabdingbar. Eine nachhaltige<br />

regionale Flächenentwicklung<br />

kann nur durch<br />

Absprachen der Gemeinden<br />

untereinander gelingen,<br />

indem Flächenziele<br />

und -potenziale kooperativ<br />

ausgehandelt bzw. entwickelt<br />

werden. Einen solchen<br />

Prozess zu stützen<br />

und zu befördern ist das<br />

Ziel des Forschungsprojektes<br />

KoReMi („Ziele und<br />

übertragbare Handlungsstrategien<br />

für ein kooperatives<br />

regionales Flächenmanagement<br />

unter<br />

Schrumpfungstendenzen in<br />

der Kernregion Mitteldeutschland“,<br />

Informationen<br />

unter www.koremi.de), das<br />

im Rahmen des Förderprogramms<br />

REFINA („Forschung<br />

für die Reduzierung<br />

der Flächeninanspruchnahme<br />

und ein nachhaltiges<br />

Flächenmanagement)“ des<br />

Bundesministeriums für<br />

Bildung und Forschung<br />

(BMBF) bearbeitet wurde.<br />

Der Förderschwerpunkt<br />

setzt sich mit Strategien für<br />

einen effizienteren Umgang mit Grund und Boden<br />

auseinander vor dem Ziel der Reduzierung der<br />

derzeitigen täglichen Inanspruchnahme für neue<br />

Siedlungs- und Verkehrsflächen auf 30 Hektar pro<br />

Tag bis zum Jahr 2020.<br />

Neben intensiven Gesprächen mit Akteuren<br />

vor Ort und mit Verantwortlichen aus Politik<br />

und Planung wurden Kennzahlen zur Entwick-<br />

lung der Region erarbeitet, die die aktuelle<br />

Situation der Gemeinden hinsichtlich ihrer<br />

demografischen, finanziellen und infrastrukturellen<br />

Voraussetzungen und Entwicklungsoptionen<br />

darstellen.<br />

In einem zweiten Schritt erfolgte dann im<br />

Forschungsprojekt eine Strukturierung des<br />

Raumes, das heißt die Vielzahl der Gemeinden<br />

(rund 240 im gesamten Untersuchungsgebiet)<br />

wurde mit Hilfe einer Clusteranalyse für die<br />

Entwicklung von Handlungsoptionen zum Umgang<br />

mit Fläche handhabbar gemacht.<br />

Abbildung 1: Ergebnis der Clusteranalyse auf Gemeindeebene<br />

Quelle: Statistische Landesämter Sachsen und Sachsen-Anhalt, eigene Berechnungen<br />

8 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Diese Clusterung der<br />

Gemeinden bildet die<br />

Raum- und Siedlungsstruktur<br />

im Untersuchungsgebiet<br />

gut ab. Mithilfe der<br />

Gemeindecluster können<br />

gemeindliche und über-<br />

örtliche Ziele der Flächennutzung<br />

und -entwicklung<br />

anhand typischer Gemeindemerkmale<br />

diskutiert<br />

werden. Die 16 einbezogen<br />

Kennzahlen 1 unterscheiden<br />

klar den suburbanen (hier<br />

ergänzt durch „Umlandstädte“)<br />

vom ländlichperipheren<br />

Raum (siehe<br />

Abbildung 1).<br />

Die in der Clusterung<br />

vorgenommene Abgrenzung<br />

wurde in ihrer<br />

Aussagekraft überprüft und<br />

unter anderem mit<br />

statistischen Daten zu<br />

Wanderungsbewegungen<br />

verglichen. Vor allem die<br />

sächsischen Umlandgemeinden<br />

um Leipzig und<br />

der Raum zwischen den<br />

beiden Oberzentren haben<br />

Einwohnerzuwächse aus<br />

Halle und Leipzig zu verbuchen<br />

und lassen sich so<br />

als suburbaner Raum um die beiden Oberzentren<br />

abgrenzen. Weiterhin sind überdurchschnittliche<br />

Baufertigstellungen ein wesentliches Merkmal für<br />

das Cluster 3 („Suburbia“). Insgesamt ist eine<br />

Abschwächung der „Intensität“ von Nutzungen<br />

mit fortschreitender Entfernung zu den Oberzentren<br />

festzustellen. Der Verflechtungsraum zwischen<br />

Halle (Saale) und Leipzig zeichnet sich<br />

deutlich ab.<br />

Nachfolgend soll auf die bevölkerungs- und<br />

siedlungsstrukturellen Herausforderungen im<br />

Untersuchungsgebiet eingegangen werden.<br />

Kernregion Mitteldeutschland – aktuelle Trends<br />

der Bevölkerungs- und Siedlungsentwicklung<br />

Die Kernregion Mitteldeutschland ist hinsichtlich<br />

ihrer Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur sowie<br />

-entwicklung sehr heterogen geprägt. Vor allem<br />

zwischen den beiden Oberzentren Halle (Saale)<br />

und Leipzig lässt sich aufgrund der bevorzugten<br />

wirtschaftlichen Lage und sehr guter Ansiedlungsvoraussetzungen<br />

auch für überregionale Unternehmen<br />

eine hohe Dynamik feststellen, die sich<br />

(mit Ausnahme des Raumes bei Bitterfeld-Wolfen<br />

in Sachsen-Anhalt) stark von der Situation in<br />

den übrigen Teilen des Untersuchungsraumes<br />

Abbildung 2: Entwicklung der Bevölkerung in der<br />

Kernregion Mitteldeutschland 1996 bis 2007<br />

Quelle: Datengrundlage: Statistische Landesämter Sachsen und Sachsen-Anhalt<br />

Darstellung: Kübler, Leipzig 2009, Kartengrundlage: ATKIS-Basis-DLM<br />

unterscheidet. Wird die Bevölkerungsentwicklung<br />

in der Kernregion seit 1996 (siehe Abbildung 2)<br />

betrachtet, fallen zunächst die beiden<br />

Suburbanisierungsringe um Leipzig und Halle<br />

(Saale) auf. Diese Ringe sind auf die starken<br />

Binnenwanderungsbewegungen bis Ende der<br />

1990er Jahre zurückzuführen, als im Zuge der<br />

nachholenden Suburbanisierung sowohl Familien<br />

(sogenannte „klassische“ Suburbaniten) als auch<br />

viele Zweipersonenhaushalte ins Umland<br />

der Städte gezogen sind. Dieser Trend ist<br />

mittlerweile in Teilen des Untersuchungsgebietes<br />

durchbrochen. Gerade Leipzig hat wieder<br />

Zuwanderung durch Reurbanisierung aber auch<br />

durch Zuzug aus den alten Bundesländern zu<br />

verzeichnen.<br />

Im Gegensatz dazu sind die zum Teil sehr<br />

hohen Bevölkerungsverluste vor allem in den ländlich<br />

geprägten Gebieten im Osten und im Norden<br />

(insbesondere im Landkreis Anhalt-Bitterfeld) des<br />

Untersuchungsraumes zu sehen.<br />

Die Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche<br />

seit 1996 (siehe Abbildung 3) zeichnet ein<br />

ähnliches Bild wie die Einwohnerentwicklung. Besonders<br />

um die Stadt Halle (Saale) sind die Suburbanisierungsgewinne<br />

des heutigen Saalekreises<br />

zu erkennen. Die Entwicklung der Siedlungs- und<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 9


Verkehrsfläche verläuft in<br />

den Landkreisen recht unterschiedlich,<br />

zeigt aber<br />

tendenziell nach oben. 2<br />

In keinem Landkreis ist<br />

eine klare Abschwächung<br />

des Ausweisungstrends festzustellen<br />

– obwohl vor allem<br />

die ländlichen Regionen (beispielsweise<br />

in Nordsachsen)<br />

über Flächenüberhang klagen.<br />

Siedlungs- und Verkehrsfläche<br />

wurde in den<br />

letzten Jahren insbesondere<br />

im Saalekreis, im Landkreis<br />

Anhalt-Bitterfeld und in den<br />

beiden Großstädten (Leipzig<br />

mit steigender Tendenz) in<br />

Anspruch genommen. Dabei<br />

zeigte sich, dass dabei der<br />

Anteil an Siedlungsfläche 3<br />

stark gestiegen ist. Beim<br />

Vergleich der Inanspruchnahme<br />

für Wohnen und<br />

Gewerbe fällt auf, dass<br />

Wohnfläche vor allem in den<br />

beiden sächsischen Landkreisen<br />

und in der Stadt<br />

Leipzig selbst ausgewiesen<br />

wird (siehe Abbildung 4<br />

links).<br />

Abbildung 4: Entwicklung der Wohn- und Gewerbeflächen in der Kernregion Mitteldeutschland<br />

2004/05 bis 2007/08 (2004/2005 = 100)<br />

Relative Veränderung der<br />

Wohnfläche in Prozent<br />

160<br />

150<br />

140<br />

130<br />

120<br />

110<br />

100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

2004 2005 2006 2007 2008<br />

Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Saalekreis Stadt Halle (Saale)<br />

Landkreis Leipzig Landkreis Nordsachsen Stadt Leipzig<br />

Quelle: Statistische Landesämter Sachsen und Sachsen-Anhalt. Darstellung: Kübler/Warner 2009<br />

In Leipzig hat sich die neu ausgewiesene<br />

Wohnfläche von 2005 bis 2008 um insgesamt<br />

837 ha erhöht, in Halle (Saale) ging die Wohnfläche<br />

dagegen zwischen 2004 und 2007 um<br />

insgesamt 1 335 ha zurück. Ein starker Rückgang<br />

der Wohnfläche vor allem bis 2006 lässt sich<br />

auch für die beiden Landkreise Anhalt-Bitterfeld<br />

und Saalekreis verzeichnen. Dagegen haben alle<br />

hier betrachteten Landkreise bei der Gewerbefläche<br />

stark zugelegt (siehe Abbildung 4 rechts). In<br />

den beiden sachsen-anhaltischen Landkreisen ist<br />

seit 2006 ein leichter Abwärtstrend zu beobachten.<br />

Abbildung 3: Entwicklung der Siedlungs- und Verkehrsfläche<br />

in der Kernregion Mitteldeutschland 1996 bis 2007<br />

Quelle: Datengrundlage: Statistische Landesämter Sachsen und Sachsen-Anhalt<br />

Darstellung: Kübler, Leipzig 2009, Kartengrundlage: ATKIS-Basis-DLM.<br />

Relative Veränderung der<br />

Gewerbefläche in Prozent<br />

160<br />

150<br />

140<br />

130<br />

120<br />

110<br />

100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

2004 2005 2006 2007 2008<br />

Landkreis Anhalt-Bitterf eld Landkreis Saalekreis Stadt Halle (Saale)<br />

Landkreis Leipzig Landkreis Nordsachsen Stadt Leipzig<br />

Die Oberzentren Leipzig und Halle haben seit<br />

2004/2005 verstärkt Wohn- und Gewerbeflächen<br />

ausgewiesen. Den Gründen für das derzeitige<br />

„Ausweisungsverhalten“ wurde mit einer<br />

Gemeindebefragung und Vor-Ort-Gesprächen<br />

nachgegangen.<br />

Zukunftseinschätzungen und Ausweisungsverhalten<br />

der Gemeinden<br />

Zunächst muss festgestellt werden, dass die<br />

Schrumpfungsprozesse im Untersuchungsgebiet<br />

10 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


überwiegend durchaus wahrgenommen werden.<br />

Verglichen mit unabhängigen Bevölkerungsprognosen<br />

4 , die für das gesamte Untersuchungsgebiet<br />

einen Rückgang der Bevölkerung voraussagen,<br />

zeigt sich jedoch eine gewisse Diskrepanz<br />

zwischen der eigenen Wahrnehmung der Gemeinden<br />

und dieser unabhängigen Prognosen. Insbesondere<br />

die suburbanen Gemeinden des Cluster 3<br />

aber auch Teile des ländlichen Raumes haben<br />

eine sehr optimistische Selbsteinschätzung ihrer<br />

Bevölkerungsentwicklung. Eine im Projekt durchgeführte<br />

schriftliche Befragung zeigt, dass die<br />

Mehrheit der teilnehmenden Gemeinden für die<br />

Wohn- und Gewerbeflächenentwicklung eine<br />

Nachfragelücke sieht. Gleichzeitig verfolgen Gemeinden<br />

trotz sinkenden Bedarfes (aufgrund von<br />

Bevölkerungsverlust und stagnierender Nachfrage)<br />

weiter Neuausweisung (siehe Abbildung 5),<br />

da „Fläche“ kein Problem darstellt und Flächenvorratspolitik<br />

nach wie vor mit wirtschaftlicher Prosperität<br />

gleichgesetzt wird. Diese Praxis muss als<br />

kontraproduktiv im Sinne eines nachhaltigen<br />

Flächenmanagements angesehen werden, das<br />

grundsätzlich auf Innenentwicklung basiert.<br />

Abbildung 5: Gemeindliche Aussagen zur Flächenausweisung<br />

Quelle: Eigene Datenerhebung 2008 und eigene Darstellung: Kübler 2009<br />

1 Hierzu zählen Informationen zur Siedlungs- und<br />

Bevölkerungsstruktur, Siedlungs- und Bevölkerungsentwicklung<br />

in der vergangenen Dekade,<br />

zur überkommunalen Bedeutung als Wohn- bzw.<br />

Arbeitsort, zur Lage im Raum, zur gewerblichen<br />

Attraktivität und Finanzkraft der öffentlichen<br />

Haushalte und zur Anpassbarkeit von technischen<br />

Netzinfrastrukturen der Ver- und<br />

Entsorgung.<br />

2 Für die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und<br />

Saalekreis sowie die Stadt Halle (Saale) muss<br />

einschränkend festgehalten werden, dass<br />

aufgrund von Datenbereinigungen zwischen<br />

2002 und 2007 hinsichtlich tatsächlicher Nutzungsumwidmungen<br />

und veränderter Nutzungsartenzuordnungen<br />

eine Vergleichbarkeit mit den<br />

sächsischen Daten nur bedingt gegeben ist.<br />

Solange aber keine klaren Aussagen der<br />

Landesplanung getroffen werden, wie und in welchem<br />

Umfang Fläche (auch im Sinne des vage<br />

formulierten, nicht konkretisierten „30-ha-Zieles“)<br />

einzusparen ist, wird aus gemeindlicher Sicht<br />

vorerst an der derzeitigen Ausweisungspraxis<br />

festgehalten. Das „Warten auf den Investor“ steht<br />

immer noch im Fokus gemeindlicher Planung.<br />

Neben konkreten Flächenaussagen wurde nach<br />

Kooperationsmöglichkeiten bzw. bereits existierenden<br />

Kooperationen mit anderen Gemeinden gefragt,<br />

um Möglichkeiten und Grenzen von Kooperationen<br />

bei der Flächenpolitik aufzuzeigen. Von<br />

Interesse waren kooperative Möglichkeiten bei der<br />

Daseinsvorsorge oder bei der Bewältigung anstehender<br />

Aufgaben wie Alterung und Abwanderung.<br />

Die Befragung hat gezeigt, dass Kooperationen<br />

eher bei Themen wie Stärkung der wirtschaftlichen<br />

Wettbewerbsfähigkeit oder des Regionsbewusstseins<br />

genutzt werden als bei flächenpolitischen<br />

Themen. Als Hinderungsgründe wurden unter<br />

anderem bürokratische Hürden, „Kirchturmdenken“<br />

aber auch Kommunalgrenzen, Ressourcenengpässe<br />

und fehlende Persönlichkeiten genannt.<br />

3 Zur Siedlungsfläche zählen Gebäude- und Freifläche<br />

sowie Erholungsfläche.<br />

4 Es wurde eine kleinräumige Bevölkerungsprognose<br />

für das Untersuchungsgebiet durchgeführt<br />

sowie die Länderprognosen für<br />

Sachsen und Sachsen-Anhalt aus dem Jahr<br />

2007 berücksichtigt.<br />

Quellen:<br />

- Geyler, Stefan et al. 2008: Clusteranalyse der<br />

Gemeinden in der Kernregion Mitteldeutschland.<br />

Band 02 der Schriftenreihe KoReMi,<br />

Leipzig.<br />

- Herfert, Günter 2009: West-Ost-Wanderung –<br />

Attraktive Zuzugsinseln in Ostdeutschland. In:<br />

Nationalatlas aktuell 8 (08/2009), Leipzig.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 11


West-Ost-Wanderung – Attraktive Zuzugsinseln in Ostdeutschland<br />

Günter Herfert<br />

Der Autor ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig. Die Redaktion<br />

Wenn über die Wanderungsströme in Deutschland<br />

berichtet wird, so liegt der Haupttenor in der<br />

Regel auf der Abwanderung aus dem Osten in die<br />

alten Länder. Der Trend Richtung Westen hat sich<br />

in den letzten Jahren abgeschwächt. Trotzdem<br />

verlor Ostdeutschland durch die Westwanderung<br />

von 2000 bis 2007 per Saldo noch rund eine halbe<br />

Million seiner Einwohner. Völlig ausgeblendet<br />

bleibt dabei meist der Fakt, dass gleichzeitig in jedem<br />

Jahr rund 120 000 bis 140 000 Westdeutsche<br />

– eine kleine westdeutsche Großstadt! – in den<br />

Osten Deutschlands gezogen sind. Und dieser<br />

West-Ost-Wanderungsstrom ist auf ausgewählte<br />

Regionen gerichtet: die Zuzugsinseln im Osten.<br />

Ziele westdeutscher Zuwanderung<br />

Auf Länderebene ist Berlin mit fast mit einem<br />

Drittel aller Zuzüge das Hauptziel der West-Ost-<br />

Wanderungsströme, gefolgt von Sachsen als bevölkerungsreichstem<br />

ostdeutschen Bundesland.<br />

Beide decken cirka 50 % aller Zuzüge in den<br />

Osten ab. Bezogen auf die Einwohnerzahl sind die<br />

Unterschiede zwischen den ostdeutschen Ländern<br />

jedoch eher marginal (0,5 bis 1,2 ‰ pro Jahr).<br />

12 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Zwischen den ostdeutschen Städten treten hingegen<br />

deutliche regionale Unterschiede auf. Es<br />

sind in erster Linie die urbanen Regionen mit den<br />

großen Universitätsstädten wie Berlin, Leipzig,<br />

Dresden, Magdeburg, Rostock, Halle, Erfurt, Potsdam,<br />

Chemnitz und Jena, die Hauptziele westdeutscher<br />

Zuwanderung sind. Die dünn besiedelten<br />

Regionen Ostdeutschlands wie Vorpommern<br />

und große Teile des weiteren Berliner Umlandes<br />

werden hingegen nur gering präferiert. Generell,<br />

ausgenommen die Berliner Stadtregion, haben alle<br />

ostdeutschen Städte jedoch mehr oder weniger<br />

starke Wanderungsverluste in die alten Ländern.<br />

Ein völlig neues Bild zeigt sich, wenn man aus<br />

der Vielzahl der Städte mit mehr als 100 Zuzügen<br />

pro Jahr jene herausfiltert, die ein gewisses qualitatives<br />

Maß an Zuwanderung aus dem Westen er-<br />

reichen: Auswahlkriterien dafür sind eine jährliche<br />

Zuwanderung von mindestens 5 ‰ und ein Verhältnis<br />

von Fortzug zu Zuzug von 100 zu mehr als<br />

60. Danach konzentrierte sich die Zuwanderung<br />

aus den westdeutschen Ländern von 2004-2007<br />

auf wenige ostdeutsche Zuzugsinseln, die ausschließlich<br />

in den demografischen Wachstums-<br />

und Übergangsregionen Ostdeutschlands liegen.<br />

Da deren Entstehung weitestgehend aus Zuzügen<br />

aus anderen ostdeutschen Regionen resultiert,<br />

decken sich hier west- und ostdeutsche Zuzugspräferenzen.<br />

Letztlich handelt es sich bei diesen<br />

Regionen um die „blühenden Inseln“ Ostdeutschlands,<br />

die sich mit ihrer Wirtschaftskraft, ihren großen<br />

Bildungseinrichtungen, zum Teil auch landschaftlichen<br />

Potenzialen und nicht zuletzt wegen<br />

ihres positiven Images deutlich von anderen<br />

ostdeutschen Regionen abheben. Es sind jene<br />

Regionen, die 2005/2006 erstmals seit der Wende<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 13


einen deutlichen Beschäftigungszuwachs erfuhren<br />

– im Gegensatz zu den stark schrumpfenden<br />

Regionen, an denen der wirtschaftliche Aufschwung<br />

Mitte des Jahrzehnts weitestgehend vorbei<br />

ging.<br />

Wer zieht in die Zuzugsinseln?<br />

Generell sind die Wanderungsströme in die Zuzugsinseln<br />

sehr selektiv. Es sind in hohem Maße<br />

junge Frauen und Männer aus Westdeutschland,<br />

zumeist Singles und Lebensgemeinschaften, die<br />

zur Ausbildung oder aufgrund einer neuen Arbeitsstelle<br />

in die ostdeutschen Zuzugsinseln ziehen.<br />

In Leipzig, neben Berlin und Dresden ein<br />

Zuzugsmagnet im Osten, wird dies besonders<br />

deutlich: Dort dominieren die 18- bis 35-Jährigen<br />

fast doppelt so stark wie durchschnittlich in den<br />

neuen Ländern. Es sind nicht, wie vielfach vermutet,<br />

vorwiegend Studierende, sondern in stärkerem<br />

Maße Personen in der ersten Phase ihrer Berufskarriere,<br />

vielfach Hochqualifizierte. Diese Personengruppe<br />

trägt ganz wesentlich zur wirtschaftlichen<br />

und demografischen Stärkung und somit<br />

zur Attraktivitätssteigerung dieser Regionen bei.<br />

Typisch für diese Zuzugsinseln ist auch eine<br />

ausgewogene Sexualstruktur der jungen Wanderungsströme.<br />

Einige ostdeutsche Großstädte wie<br />

Potsdam, Dresden oder Jena verzeichneten sogar<br />

Geburtenüberschüsse. Im Gegensatz dazu führt in<br />

den stark schrumpfenden Regionen der überproportionale<br />

Zuzug junger männlicher Personen<br />

aus Westdeutschland – zumeist Rückkehrer - zu<br />

unausgewogenen Sexualstrukturen: Hier liegt der<br />

Anteil der Frauen an den 18- bis 35-jährigen Zuwandernden<br />

aus Westdeutschland unter 40 %!<br />

Einzelne regionale Studien über Ostdeutschland<br />

belegen, dass bis zu 50 % der Zugewanderten<br />

ehemalige Ostdeutsche sind. In den Zuzugsinseln<br />

ist deren Anteil jedoch deutlich geringer, zum Beispiel<br />

in Magdeburg nur cirka 30 %, darunter zum<br />

großen Teil Personen, die nach dem Studium bzw.<br />

nach der Ausbildung und zeitweiliger Arbeit in<br />

Westdeutschland eine neue berufliche Perspektive<br />

in ihrer alten Heimat gefunden haben.<br />

Aber auch die höheren Altersgruppen sind unter<br />

den Zugezogenen vergleichsweise stark vertreten.<br />

Es handelt sich sowohl um Rückkehrer im<br />

Rentenalter als auch um Senioren aus den alten<br />

Ländern, die aufgrund familiärer Bindungen und<br />

der vergleichsweise günstigen Miet- und Immobilienpreise<br />

ihren neuen Lebensabschnitt in den<br />

aufstrebenden und attraktiven Räumen Ostdeutschlands<br />

verbringen wollen. Sie zieht es vor<br />

allem in die landschaftlich reizvollen Regionen<br />

an der Ostseeküste oder in die Städte mit attraktiver<br />

gründerzeitlicher Bausubstanz wie beispielsweise<br />

nach Görlitz. So ist es folglich nicht verwunderlich,<br />

dass bei Haushaltsbefragungen zur<br />

Wohnzufriedenheit in innerstädtischen Gründerzeitquartieren<br />

die Gruppe der Westdeutschen den<br />

höchsten Zufriedenheitsgrad unter den Bewohnern<br />

aufweist.<br />

Fazit und Ausblick<br />

Es gibt nur wenige – aber es gibt sie – Großstadtregionen<br />

als auch landschaftlich reizvolle<br />

Regionen Ostdeutschlands, die attraktive Zuzugsräume<br />

für westdeutsche Zuwanderer bilden. Diese<br />

Zuzugsinseln besitzen aufgrund ihrer Potenziale<br />

die Fähigkeit, im überregionalen Konkurrenzkampf<br />

Humankapital nicht nur aus dem Osten sondern<br />

auch aus dem Westen Deutschlands zu binden<br />

und damit ihre Zukunftsfähigkeit zu sichern.<br />

Die Zuwanderung aus dem Westen Deutschlands<br />

in die ostdeutschen Wachstumsinseln könnte<br />

sich in den nächsten Jahren sogar noch verstärken,<br />

da sich aufgrund geringerer ostdeutscher<br />

Kohorten der Nachwendejahre die Zuzugsbedingungen<br />

sowohl für Studenten, für Berufseinsteiger<br />

als auch für Senioren weiter verbessern werden.<br />

Weitere Informationen unter:<br />

http://aktuell.nationalatlas.de/West-Ost-Wanderung.8_08-<br />

2009.0.html<br />

14 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Auszeichnung der Stadt Leipzig mit dem Prädikat TOTAL E-QUALITY<br />

Genka Lapön, Beate Schlatter<br />

Die Autorin Genka Lapön ist Gleichstellungsbeauftragte und Frauenbeauftragte der Stadt Leipzig, Beate<br />

Schlatter ist Referentin für Frauenförderung im Gleichstellungsreferat der Stadt Leipzig. Die Redaktion<br />

Leipzig darf als erste ostdeutsche Kommune für<br />

drei Jahre das Prädikat „TOTAL E-QUALITY“<br />

führen. Ein 1996 gegründeter gleichnamiger<br />

Verein verleiht die Auszeichnung an Einrichtungen<br />

aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, die<br />

sich in besonderer Weise für die Chancengleichheit<br />

von Frauen und Männern im Beruf einsetzen.<br />

1997 war die erste Auszeichnungsveranstaltung.<br />

Die diesjährige Verleihung fand am 22. Juni<br />

2009 im Haus der Bayerischen Wirtschaft in<br />

München statt. Es wurden 36 Organisationen aus<br />

Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung mit dem<br />

Prädikat ausgezeichnet (darunter waren unter anderem<br />

Gottfried W. Leibniz Universität Hannover,<br />

Ludwig-Maximilians-Universität München, Robert<br />

Bosch GmbH/Werk Nürnberg, Techniker Krankenkasse,<br />

Technische Universität Braunschweig,<br />

VBM - Verband der Bayerischen Metall- und<br />

Elektroindustrie e. V.).<br />

Information zur Prädikatsvergabe<br />

TOTAL E-QUALITY steht für Total Quality<br />

Management = Quality Management + Equality<br />

(= "Qualitätsmanagement mit Chancengleichheit<br />

im Fokus").<br />

Die Bewerbung erfolgt durch eine Selbsteinschätzung<br />

der Organisationen mittels einer<br />

umfangreichen Checkliste („Fragebogen“). Bei<br />

Institutionen der öffentlichen Verwaltung werden<br />

nur die freiwilligen Aktivitäten bewertet, das heißt<br />

jene, welche über die vom Gesetz geforderten<br />

Maßnahmen hinausgehen.<br />

Eine erneute Bewerbung zur Bestätigung des<br />

verliehenen Prädikats ist nach drei Jahren<br />

erforderlich.<br />

Vorteile für teilnehmende Unternehmen bzw.<br />

Institutionen<br />

TOTAL E-QUALITY geht davon aus, dass die<br />

Umsetzung der tatsächlichen Chancengleichheit<br />

durch eine gleichberechtigte Teilhabe an Verantwortung,<br />

Information, Fortbildung und Entlohnung,<br />

eine partnerschaftliche Zusammenarbeit (das<br />

heißt auch Abwesenheit von Mobbing!) sowie<br />

durch Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf<br />

und Familie dem Unternehmen betriebliche<br />

Vorteile bringt, wie zum Beispiel hohe Arbeitszufriedenheit<br />

und eine damit verbundene<br />

Motivationssteigerung.<br />

Eine optimale Ressourcennutzung („attraktives<br />

Unternehmen“) kann erreicht werden durch die<br />

Vermarktung des Prädikats/Logos.<br />

Wie kam es zur Bewerbung?<br />

Der Stadtrat beriet in seiner Sitzung am<br />

14. Dezember 2005 über die strategischen Ziele<br />

der Kommunalpolitik für den Bereich „Altersstruktur/Kinder/Jugendliche/Familien<br />

mit Kindern“.<br />

In Verbindung mit den Themen „Familienfreundlicher<br />

Arbeitgeber“ und „Familienfreundlicher<br />

Dienstleister“ sollte die Verwaltung die Durchführung<br />

eines "Audit Beruf und Familie“ prüfen.<br />

Nach Prüfung dieses Zertifizierungsverfahrens<br />

("Audit Beruf und Familie“) und Vergleich mit der<br />

Prädikatvergabe TOTAL E-QUALITY beschloss<br />

die DB des OBM am 1. Juli 2008 die Beteiligung<br />

am Verfahren TOTAL E-QUALITY vorzubereiten<br />

und sich damit um das gleichnamige Prädikat/<br />

Logo zu bewerben.<br />

Die Bewerbung<br />

Die von TOTAL E-QUALITY auf Basis betrieblicher<br />

Praxis und Erfahrungen erarbeitete Checkliste<br />

wurde vom Personalamt und vom Referat für<br />

Gleichstellung von Frau und Mann ausgefüllt.<br />

Zur Erstbewerbung gehörte auch die Erstellung<br />

von Anlagen zu sechs Aktionsbereichen:<br />

1) Beschäftigungssituation der Mitarbeiterinnen<br />

und Mitarbeiter im Betrieb;<br />

2) Personalbeschaffung, Stellenbesetzung, Nachwuchswerbung<br />

und –beschaffung;<br />

3) Weiterbildung, Personalentwicklung;<br />

4) Vereinbarkeit von Familie und Beruf;<br />

5) Förderung partnerschaftlichen Verhaltens am<br />

Arbeitsplatz;<br />

6) Institutionalisierung der Aktivitäten zur<br />

Chancengleichheit.<br />

Die zentrale Frage der Checkliste lautete:<br />

Welche Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit<br />

von Frauen und Männern führen Sie in<br />

Ihrem Betrieb durch oder streben Sie als Ziel<br />

innerhalb der nächsten drei Jahre an?<br />

Welche Leistungen in den Aktionsbereichen<br />

konnte die Stadtverwaltung Leipzig vorweisen?<br />

(Auszüge aus den Bewerbungsunterlagen)<br />

Beschäftigungssituation der Mitarbeiter/-innen<br />

Der Anteil von Frauen beträgt fast 70 % an der<br />

Gesamtzahl der Bediensteten in der Kernverwaltung<br />

und der Frauenanteil in Führungspositionen<br />

liegt bei 54 %<br />

Vereinbarkeit von Beruf und Familie<br />

Neben den gesetzlichen Regelungen zur<br />

flexiblen Gestaltung der Arbeitszeit besteht in der<br />

Stadtverwaltung Leipzig die Möglichkeit der<br />

Inanspruchnahme von flexiblen Arbeitszeiten.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 15


Hervorzuheben ist zudem die Möglichkeit der<br />

Teilnahme von beurlaubten Bediensteten an internen<br />

Fortbildungsveranstaltungen. Auch wird im<br />

Zusammenhang mit der Rückkehr an den Arbeitsplatz<br />

eine spezielle Fortbildungsmaßnahme<br />

(„Wiedereinstiegs-Veranstaltungen“) für Berufsrückkehrer/-innen<br />

angeboten.<br />

In Leipzig sind zwei Bündnisse für Familie tätig,<br />

und zwar der Kinder- und Familienbeirat sowie das<br />

Lokale Bündnis „FAMILIENSTADT LEIPZIG“. Der<br />

Kinder- und Familienbeirat soll dazu beitragen,<br />

das Wissen über Familien mit Kindern zu vertiefen.<br />

Er berät den Stadtrat und die Stadtverwaltung<br />

bei inhaltlichen und organisatorischen Fragen, die<br />

geeignet sind, die Situation von Kindern und ihren<br />

Familien wirksam zu verbessern. Bei widersprüchlichen<br />

Interessen zwischen Fach- und Familienorientierung<br />

soll er Empfehlungen für Entscheidungsprozesse<br />

im parlamentarischen Raum<br />

vorbereiten.<br />

Im Rahmen der Bundesinitiative Lokale<br />

Bündnisse wurde im August 2004 die FAMILIEN-<br />

STADT LEIPZIG als erstes Lokales Bündnis in<br />

Sachsen gegründet. Dieses Netzwerk ist ein<br />

freiwilliger Zusammenschluss von vorwiegend<br />

Unternehmen und möchte mit seiner Arbeit dazu<br />

beitragen, Leipzig für Familien noch attraktiver zu<br />

machen und Familienfreundlichkeit als Standortvorteil<br />

zu entwickeln.<br />

Anfang Dezember 2008 wurde ein Familieninformationsbüro<br />

in der Stadtverwaltung Leipzig<br />

eröffnet als Ergebnis einer Kooperation der beiden<br />

oben genannten Bündnisse für Familie. Mit Hilfe<br />

von Internet und gedruckten Informationsmaterialien<br />

sowie im persönlichen Gespräch können<br />

sich interessierte Bürger und Bürgerinnen über<br />

Angebote für Familien in Leipzig (Betreuung,<br />

Bildung, Freizeit und Sport, Beratungsstellen,<br />

Veranstaltungen und anderes) informieren.<br />

Institutionalisierung der Aktivitäten zur<br />

Chancengleichheit<br />

Grundlage hierfür ist der Frauenförderplan, ein<br />

Instrument zur Herstellung von Chancengleichheit<br />

zwischen Frauen und Männern bei der Stadtverwaltung.<br />

Die berufliche Förderung von Frauen<br />

sowie die Förderung der Vereinbarkeit von Familie<br />

und Beruf sind seine zentralen Aufgabenbereiche.<br />

Der Frauenförderplan berücksichtigt das für die<br />

öffentliche Verwaltung geltende Leistungsprinzip<br />

ebenso wie die unterschiedlichen Lebensentwürfe<br />

von Frauen und Männern.<br />

Ziel des Frauenförderplanes ist es, durch die<br />

Festlegung und Fortschreibung von Vorgaben<br />

sowie durch die Veränderung von Arbeitsorganisation<br />

bzw. Strukturen eine paritätische Besetzung<br />

von Frauen und Männern auf allen Ebenen - vor<br />

allem in Führungspositionen, in denen Frauen<br />

noch unterrepräsentiert sind - zu erreichen.<br />

Seit 2001 arbeitet der Beirat für Gleichstellung<br />

von Frau und Mann. Dieses Gremium berät den<br />

Stadtrat und die Verwaltung bei der Umsetzung<br />

des verfassungsrechtlichen Gleichstellungsgebots<br />

in Leipzig. Er setzt sich auf kommunaler Ebene mit<br />

Fragen der Gleichstellung von Frau und Mann<br />

auseinander mit dem Ziel, durch kommunalpolitische<br />

Entscheidungen langfristig weder das<br />

eine Geschlecht zu bevorzugen noch das andere<br />

Geschlecht zu benachteiligen.<br />

Der Beirat für Gleichstellung arbeitet interdisziplinär<br />

und konzentriert seine Tätigkeit auf<br />

Schwerpunktthemen, die von ihm selbst jährlich<br />

festgelegt werden. Er verfasst Empfehlungen für<br />

die Stadtverwaltung und für den Stadtrat.<br />

Auszeichnung für Leipzig<br />

Ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury<br />

waren die Maßnahmen der Stadtverwaltung zur<br />

Förderung der Chancengleichheit und deren<br />

systematische und kontinuierliche Entwicklung.<br />

Aus den zahlreichen Beispielen für interne<br />

Regelungen hob die Jury den Frauenförderplan<br />

und die Dienstvereinbarung zur flexiblen Gestaltung<br />

der Arbeitszeit besonders hervor. Bestärkt<br />

wurde die Stadtverwaltung in ihrem Bestreben,<br />

den Anteil von Frauen in Führungspositionen<br />

weiter zu erhöhen.<br />

Beim zweiten Schwerpunkt „Förderung der<br />

Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zeigte sich<br />

die Jury beeindruckt von der Vielzahl familienfreundlicher<br />

Maßnahmen wie zum Beispiels der<br />

Fortbildungsmöglichkeit für Frauen und Männer in<br />

der Elternzeit.<br />

Auch wurde das Engagement der Stadt Leipzig<br />

für die Bürgerinnen und Bürger (Eröffnung des<br />

Familieninfobüros und Beteiligung an den Lokalen<br />

Bündnissen für Familie) von der Jury als wichtiger<br />

Beitrag für mehr Kinder- und Familienfreundlichkeit<br />

gewürdigt.<br />

Ausgezeichnete Verwaltungen (Auswahl):<br />

Bislang wurden beispielsweise die Landeshauptstädte<br />

Kiel und München, der Landkreis<br />

Aschersleben-Staßfurt sowie die Städte Ulm,<br />

Hannover, Heidelberg, Nürnberg, Rüsselsheim<br />

und Wuppertal ausgezeichnet.<br />

Wie weiter mit der Chancengleichheit?<br />

Die Auszeichnung mit dem Prädikat erfolgt für<br />

drei Jahre. Um das Prädikat nach Ablauf dieses<br />

Zeitraumes weiter führen zu dürfen, ist eine<br />

erneute Bewerbung zur Bestätigung erforderlich<br />

und auch von Leipzig geplant.<br />

Aufgaben mit hoher Priorität sind für die Stadt<br />

Leipzig die Erhöhung des Frauenanteils in<br />

Führungspositionen und die Profilierung der<br />

Verwaltung als familienfreundliche Arbeitgeberin.<br />

16 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Die nachfolgenden Daten aus der Personalstatistik<br />

verdeutlichen die Unterrepräsentanz von<br />

90%<br />

80%<br />

70%<br />

60%<br />

50%<br />

40%<br />

30%<br />

20%<br />

10%<br />

0%<br />

Frauen in Führungspositionen (Quelle: Frauenförderplan<br />

der Stadtverwaltung Leipzig).<br />

Frauen nach Bedienstetengruppen zum Stand 30.06.2008 (Anteil in %)<br />

22,4%<br />

77,6%<br />

Quelle: Frauenförderplan der Stadt Leipzig<br />

82,5%<br />

17,5%<br />

74,3%<br />

25,7%<br />

Angestellte Arbeiterinnen und Arbeiter Beamtinnen und Beamte<br />

Am 30. Juni 2008 waren in der Stadtverwaltung<br />

insgesamt 6 242 Bedienstete tätig, hiervon 4 356<br />

Frauen. Der Anteil der weiblichen Bediensteten<br />

beträgt somit 69,8 %.<br />

Während bei den Angestellten der Frauenanteil<br />

mit 77,6 % deutlich über 50 % liegt, ist der Anteil<br />

der Frauen in den Bedienstetengruppen der Arbeiterinnen<br />

und Arbeiter sowie der Beamtinnen und<br />

Beamten deutlich unter 50 % (bei den Arbeiterinnen<br />

17,5 %, bei den Beamtinnen 25,7 %).<br />

Ein Teil der Bedienstetengruppe der Beamtinnen<br />

und Beamten ist allerdings der mittlere<br />

feuerwehrtechnische Dienst. Dort sind derzeit eine<br />

Beamtin und 304 Beamte tätig. Ohne diesen sehr<br />

hohen Männeranteil läge der Frauenanteil daher<br />

nicht bei 25,7 %, sondern bei 52,8 %.<br />

Ein Drittel der Ämter und Referate (30,6 %) wird<br />

derzeit von Frauen geleitet. Auf Ebene der<br />

Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter beträgt<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

Männer<br />

Frauen<br />

der Frauenanteil 44,6 %. Auf beiden Ebenen ist<br />

somit eine Unterrepräsentanz von Frauen zu<br />

konstatieren. Die Sachgebiets-Leitungsebene ist<br />

hingegen zu 57,6 % von Frauen besetzt.<br />

Die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und<br />

Männern an Führungsverantwortung ist also noch<br />

nicht völlig gewährleistet. Spezielle Fortbildungen<br />

für Frauen, die Führungspositionen anstreben,<br />

wurden und werden jedoch angeboten.<br />

Die Stadt Leipzig möchte sich als familienfreundliche<br />

Arbeitgeberin weiter profilieren. Angebote<br />

für städtische Bedienstete zur Unterstützung<br />

in (familiären) Notfallsituationen werden<br />

derzeit konzipiert. Für zeitweise von der Arbeit<br />

freigestellte Bedienstete, die sich in der Elternzeit<br />

befinden oder Familienangehörige pflegen, ist die<br />

Einrichtung einer ständigen Anlaufstelle geplant.<br />

Auskunft hierzu gibt der aktuelle Frauenförderplan<br />

unter Punkt 6.4 "Familienmanagement".<br />

Funktionsstellen gesamt sowie nach Frauen und Männern zum Stand 30.06.2008<br />

36<br />

25<br />

11<br />

Amtsleiterinnen<br />

und Amtsleiter<br />

Quelle: Frauenförderplan der Stadt Leipzig<br />

110<br />

61<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 17<br />

49<br />

Abteilungsleiterinnen und<br />

Abteilungsleiter<br />

523<br />

222<br />

301<br />

Sachgebietsleiterinnen und<br />

Sachgebietsleiter<br />

Gesamt<br />

Männer<br />

Frauen


Wahlen in Leipzig im Vergleich<br />

Josef Fischer<br />

Im Superwahljahr 2009 fanden im Abstand von<br />

knapp vier Monaten, beginnend mit dem 7. Juni,<br />

sowohl die Europawahl als auch die Stadtratswahl<br />

(samt Teil-Wiederholungswahl), die Landtagswahl<br />

und schließlich am 27. September die Bundestagswahl<br />

statt. Bei der Bundestagswahl beträgt die<br />

Wahlperiode vier Jahre, die anderen drei genannten<br />

Wahlen finden alle fünf Jahre statt. Seit 1994<br />

werden in Sachsen die Europawahl und die Stadt-<br />

ratswahl verbunden im Juni, die Landtagswahl in<br />

der Regel im September desselben Jahres durch-<br />

geführt (2009 am 30. August, vier Wochen vor der<br />

Bundestagswahl).<br />

Die Wahlbeteiligung ist in Deutschland in der<br />

Regel bei Bundestagswahlen am höchsten, bei<br />

Europawahlen (und in Sachsen bei den damit<br />

verbundenen Stadtratswahlen) am niedrigsten. Bei<br />

Landtagswahlen liegt die Wahlbeteiligung meist<br />

dazwischen. Konkret betrug 2009 in Leipzig die<br />

Wahlbeteiligung 41,9 % bei der Europawahl,<br />

41,4 % bei der Stadtratswahl, 48,9 % bei der<br />

Landtagswahl sowie 66,1 % bei der Bundestagswahl.<br />

Das beeinflusst selbstverständlich das Wahlergebnis<br />

und ist ein Grund für die unterschiedlichen<br />

Stimmenanteile der Parteien bei den<br />

jeweiligen Wahlen. Auf der Folgeseite ist das für<br />

alle vier Wahlarten für die großen Parteien seit<br />

1994 dargestellt. Auch die Ergebnisse der NPD<br />

sind mit ausgewiesen, obwohl diese bei mehreren<br />

Wahlen nicht antrat, bei der Leipziger Stadtratswahl<br />

erstmals 2009.<br />

Ein anderer Grund dafür, dass die größeren<br />

Parteien unterschiedliche Stimmenanteile erzielen,<br />

ist die Anzahl der Wahlbewerber. Bei der Europawahl<br />

2009 gab es nicht nur in Sachsen eine<br />

Rekord-Bewerberliste von 31. In der Europawahl-<br />

Grafik umfassen die Sonstigen also 26 Parteien.<br />

Bei der Stadtratswahl 2009 in Leipzig gab es nur<br />

drei sonstige Wahlvorschlagsträger, darunter eine<br />

Wählervereinigung. Bei der Landtagswahl bewarben<br />

sich 2009 16 Parteien mit Landeslisten, also<br />

zehn Sonstige. Bei der Bundestagswahl waren in<br />

Sachsen nur neun Parteien mit Landeslisten<br />

zugelassen worden, also nur drei Sonstige. Das<br />

korrespondiert damit, dass die Sonstigen in<br />

Leipzig bei der Europawahl mit 13,4 % den<br />

mit Abstand höchsten Wert vor der Landtagswahl<br />

mit 7,0 % der Listenstimmen, der Stadtratswahl<br />

mit 5,7 % und der Bundestagswahl mit nur<br />

1,4 % der Zweitstimmen erzielten. Ob der Wert<br />

für die Sonstigen bei der Stadtratswahl so hoch<br />

ausgefallen wäre, wenn es wie bei den anderen<br />

Wahlen eine 5-%-Sperrklausel geben würde, kann<br />

nicht entschieden werden. In jedem Falle gehen<br />

die Stimmen der Sonstigen den großen Parteien<br />

verloren.<br />

Es ist bekannt, dass die Bundespolitik auch auf<br />

die Wahlentscheidungen bei den Europawahlen<br />

Einfluss hat und in Großstädten recht stark auch<br />

auf die Entscheidungen bei Stadtratswahlen. Abgeschwächt<br />

gilt das auch für die Landespolitik.<br />

Dies ist bedauerlich, da deshalb die Stadtpolitik<br />

durch die Wählerinnen und Wähler nicht ausreichend<br />

gewürdigt wird. Das ist teilweise aber<br />

auch selbstverschuldet durch die Parteien, die<br />

insbesondere 2009 nicht deutlich genug zwischen<br />

den einzelnen Politikfeldern unterschieden. Ein<br />

Beispiel dafür ist, dass eine Leipzigerin sowohl<br />

Bewerberin für das Europaparlament als auch den<br />

Stadtrat und den Landtag war.<br />

Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich die<br />

Stimmanteile der großen Parteien immer mehr<br />

angleichen. Das gilt zumindest im Vergleich zu<br />

1994, wo die Wahlen auch alle im selben Jahr<br />

stattfanden. (Bei den Stadtratswahlen 1994 ist zu<br />

berücksichtigen, dass sich für SPD und GRÜNE<br />

die parallel stattfindenden Oberbürgermeisterwahlen<br />

besonders begünstigend auswirkten.) Ein völlig<br />

anderes Bild liefert die Bundestagswahl 2002, als<br />

es keine anderen Wahlen in Sachsen gab.<br />

Betrachtet man 2009 die einzelnen Parteien, so<br />

hatte die CDU in Leipzig ihren höchsten Stimmenanteil<br />

mit 31,3 % bei der Landtagswahl, ihren niedrigsten<br />

mit 23,6 % bei der Stadtratswahl, was eine<br />

Differenz von 7,7 %-Punkten bedeutet. Bei allen<br />

vier Wahlen belegte sie in Leipzig Rang 1. DIE<br />

LINKE belegte jeweils Rang 2 mit einer Spanne<br />

von nur 22,8 % bis 25,5 % (Differenz 2,7). Bei der<br />

SPD, die jeweils Platz 3 belegte, differieren die<br />

Werte wieder etwas stärker von 20,4 % bis 14,5 %<br />

(Differenz 5,9). Bei den GRÜNEn, die bis auf die<br />

Bundestagswahl Nummer 4 in Leipzig waren,<br />

schwanken die Anteile von 14,7 % bis 11,9 %<br />

(Differenz 2,8). Die FDP konnte sich bei der<br />

Bundestagswahl von Platz 5 auf Platz 4 verbessern,<br />

die Stimmenanteile betrugen 8,5 % bis<br />

12,3 % (Differenz 3,8). Bei der NPD differierten bei<br />

den drei Wahlen, wo sie 2009 antrat, von 2,7 %<br />

bis 3,8 % (Differenz 1,1 %-Punkte).<br />

Keine der hier betrachteten Parteien verzeichnete<br />

2009 von Wahl zu Wahl einen klaren<br />

Aufwärts- oder aber Abwärtstrend. Meist haben<br />

die Parteien bei der Landtagswahl ihr Maximal<br />

oder Minimalwert. Das belegt, dass die Landtagswahl<br />

am eigenständigsten gesehen wurde.<br />

Die Aussage, dass eine hohe Wahlbeteiligung<br />

der SPD nutzt oder aber der NPD schadet, lässt<br />

sich zumindest nicht an den Leipziger Wahlergebnissen<br />

von 2009 belegen. Gleiches gilt<br />

für die umgekehrte Aussage, dass DIE LINKE<br />

bzw. die CDU von einer niedrigen Wahlbeteiligung<br />

profitieren.<br />

18 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


26,3<br />

25,7<br />

21,5<br />

13,2<br />

10,2<br />

Europawahlen<br />

(Wahlbeteiligung 2009: 41,9 %)<br />

34,1<br />

26,8<br />

25,7<br />

5,8<br />

5,0<br />

2,9 1,8<br />

0,2<br />

0,8<br />

27,1<br />

25,9<br />

12,1<br />

4,3<br />

1,3<br />

19,3<br />

10,0<br />

1994 1999 2004 2009<br />

48,5<br />

22,0<br />

19,6<br />

6,4<br />

Landtagswahlen<br />

(Wahlbeteiligung 2009: 48,9 %)<br />

26,0<br />

47,6<br />

15,4<br />

4,7<br />

2,4 1,14,2<br />

1,0<br />

1,1<br />

25,5<br />

32,7<br />

17,1<br />

9,2<br />

5,6<br />

5,2 4,7<br />

24,9<br />

22,8<br />

16,2<br />

13,4<br />

13,1<br />

9,6<br />

31,3<br />

23,0<br />

14,5<br />

11,9<br />

8,5<br />

7,0<br />

3,8<br />

Stadtratswahlen<br />

(Wahlbeteiligung 2009: 41,4 %)<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 19<br />

29,9<br />

23,4<br />

22,9<br />

13,8<br />

32,0<br />

26,2<br />

25,7<br />

7,5<br />

6,6 6,0<br />

3,4 2,6<br />

35,2<br />

26,9<br />

26,1<br />

25,5 23,6<br />

23,1<br />

10,0<br />

7,0<br />

4,5<br />

1994 1999 2004 2009<br />

Bundestagswahlen<br />

(Wahlbeteiligung 2009: 66,1 %)<br />

1994 1999 2004 2009<br />

1994 1998 2002 2005 2009<br />

CDU DIE LINKE SPD FDP GRÜNE NPD Sonstige<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

31,0<br />

21,4<br />

6,7<br />

3,7<br />

2,0<br />

36,8<br />

23,9<br />

22,5<br />

6,1<br />

6,6<br />

3,3<br />

0,8<br />

40,2<br />

23,9<br />

17,7<br />

7,8<br />

6,8<br />

2,8<br />

0,8<br />

32,3<br />

24,5<br />

8,3<br />

22,5<br />

7,9<br />

2,6<br />

1,9<br />

20,4<br />

14,7<br />

9,6<br />

5,7<br />

2,9<br />

28,0<br />

25,5<br />

18,1<br />

12,3<br />

12,0<br />

2,7<br />

1,4


Wohnsitzverteilung der Leipziger Stadträte nach der Wahl 2009<br />

Jens Vöckler<br />

Am 7. Juni (Hauptwahl) und 27. September<br />

2009 wurde die Ratsversammlung neu gewählt.<br />

Sie besteht aus 70 Stadträten und dem Oberbürgermeister<br />

als Vorsitzendem.<br />

Ein Abgeordneter der Ratsversammlung vertritt<br />

in Leipzig durchschnittlich 7 360 Einwohner bzw.<br />

6 000 Wahlberechtigte, aufgrund der geringen<br />

Wahlbeteiligung von 41,4 % aber nur 2 486 Wähler.<br />

Obwohl sich die regionale Zuständigkeit der<br />

Ratsversammlung über das gesamte Stadtgebiet<br />

erstreckt, sind die Wohnsitze der Stadträte darin<br />

nicht gleichmäßig verteilt. Die Bewerber haben<br />

ihren Wohnsitz nicht notwendigerweise im Gebiet<br />

des Wahlkreises, in dem sie zur Wahl stehen<br />

(Bewerber-Wahlkreis). Zur Hauptwahl im Juni traf<br />

dies auf 195 der 542 Kandidaten zu.<br />

Stadtratsbewerber nach Wahlkreisen<br />

Bew.<br />

-WK 0 1<br />

Wohnort-Wahlkreis<br />

2 3 4 5 6 7 8 9 ges.<br />

0 46 1 1 6 3 1 - 3 - - 61<br />

1 9 28 1 1 1 4 - 1 - 2 47<br />

2 5 2 26 5 3 2 1 3 1 - 48<br />

3 6 1 2 33 6 3 - 1 - 1 53<br />

4 12 - 1 1 38 5 - 1 2 - 60<br />

5 2 1 1 2 3 47 5 2 - - 63<br />

6 5 1 - 2 3 5 22 9 - - 47<br />

7 5 2 1 - 2 3 - 34 1 - 48<br />

8 6 1 - - 2 2 3 1 41 7 63<br />

9 2 1 - 1 2 4 - 1 9 32 52<br />

ges. 98 38 33 51 63 76 31 56 54 42 542<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Bew.-WK = Bewerber-Wahlkreis<br />

Lediglich 10,8 % der Bewerber ohne Wohnsitz<br />

im Wahlkreis wurden auch gewählt gegenüber<br />

14,1 % der Bewerber mit Wohnsitz im Wahlkreis.<br />

Gewählte Stadträte nach Wahlkreisen<br />

Bew.<br />

-WK 0 1<br />

Wohnort-Wahlkreis<br />

2 3 4 5 6 7 8 9 ges.<br />

0 4 - 1 3 1 - - - - - 9<br />

1 1 4 - - - - - - - - 5<br />

2 - - 6 - - - - - - - 6<br />

3 - - - 7 - - - - - - 7<br />

4 1 - - - 7 - - 1 - - 9<br />

5 - - - - 2 7 - 1 - - 10<br />

6 - - - - - 2 1 1 - - 4<br />

7 1 - - - - - - 4 - - 5<br />

8 1 - - - - - - - 6 1 8<br />

9 - - - - - 2 - - 2 3 7<br />

ges. 8 4 7 10 10 11 1 7 8 4 70<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Von den 70 Gewählten (ohne Berücksichtigung<br />

der Nachrücker) wohnen 21 nicht im Wohnort-<br />

Wahlkreis (nach der Wahl 2004 waren es 24). Die<br />

Präferenz zu Gunsten der „Wohnort-Bewerber“ ist<br />

auch in den meisten Wahlkreisen (außer WK 0, 6<br />

und 9) und bei allen Parteien (außer FORUM)<br />

erkennbar – die Wähler vergeben ihre Stimme<br />

also eher an vor Ort bekannte Bewerber.<br />

Bewerber und Gewählte nach Wahlkreisen<br />

Bewerber Gewählte<br />

Wohnort-Wahlkreis<br />

gleich ungleich gleich ungleich<br />

Bewerber-Wahlkreis<br />

%<br />

Wahlkreis<br />

0 75,4 24,6 44,4 55,6<br />

1 59,6 40,4 80,0 20,0<br />

2 54,2 45,8 100,0 –<br />

3 62,3 37,7 100,0 –<br />

4 63,3 36,7 77,8 22,2<br />

5 74,6 25,4 70,0 30,0<br />

6 46,8 53,2 25,0 75,0<br />

7 70,8 29,2 80,0 20,0<br />

8 65,1 34,9 75,0 25,0<br />

9<br />

Wahlvorschlag<br />

61,5 38,5 42,9 57,1<br />

CDU 60,0 40,0 76,5 23,5<br />

DIE LINKE 56,9 43,1 58,8 41,2<br />

SPD 82,9 17,1 78,6 21,4<br />

GRÜNE 49,0 51,0 70,0 30,0<br />

FDP 71,4 28,6 57,1 42,9<br />

WVL 76,9 23,1 100,0 –<br />

NPD 60,9 39,1 100,0 –<br />

FORUM 43,5 56,5 – 100,0<br />

DSU 66,7 33,3 x x<br />

Gesamt 64,0 36,0 70,0 30,0<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Die Sitzverteilung wird nach den Vorgaben des<br />

Sächsischen Kommunalwahlgesetzes in einem<br />

mehrstufigen Zuteilungsverfahren aus dem Wahlergebnis<br />

ermittelt. Eine hohe Wahlbeteiligung im<br />

Wahlkreis führt dabei zu einer höheren Anzahl an<br />

Mandaten und umgekehrt. So konnten sich in den<br />

Wahlkreisen 0, 4 und 5 wegen der überdurchschnittlichen<br />

Wahlbeteiligung jeweils rund 15 %<br />

der Bewerber durchsetzen. Im Wahlkreis 6 mit der<br />

niedrigsten Wahlbeteiligung hingegen errangen<br />

nur 8,5 % der Kandidaten ein Mandat.<br />

20 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]<br />

Wahl<br />

kreis<br />

Wahlberechtigte <br />

Wahlbeteiligung <br />

Bewerber <br />

Gewählte<br />

Wahl-<br />

berech-<br />

tigte je<br />

Gewähltem<br />

0 45 904 46,9 % 61 9 5 100<br />

1 38 925 36,7 % 47 5 7 785<br />

2 41 432 40,0 % 48 6 6 905<br />

3 43 260 41,7 % 53 7 6 180<br />

4 44 493 47,2 % 60 9 4 944<br />

5 42 752 43,2 % 63 10 4 275<br />

6 38 180 35,7 % 47 4 9 545<br />

7 40 409 37,9 % 48 5 8 082<br />

8 43 719 41,9 % 63 8 5 465<br />

9 41 228 41,0 % 52 7 5 890<br />

ges. 420 302 41,4 % 542 70 6 004<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig


Wohnorte der Bewerber und<br />

Gewählten nach Ortsteilen<br />

Ortsteil<br />

BewerberGewählte<br />

00 Zentrum 6 -<br />

01 Zentrum-Ost 4 1<br />

02 Zentrum-Südost 8 -<br />

03 Zentrum-Süd 12 -<br />

04 Zentrum-West 17 4<br />

05 Zentrum-Nordwest 32 1<br />

06 Zentrum-Nord 15 1<br />

42 Marienbrunn 4 1<br />

Wahlkreis 0 98 8<br />

10 Schönefeld-Abtnaundorf 10 2<br />

11 Schönefeld-Ost 7 -<br />

14 Thekla 4 1<br />

15 Plaußig-Portitz 3 -<br />

20 Neustadt-Neuschönefeld 8 -<br />

21 Volkmarsdorf 4 1<br />

25 Heiterblick 2 -<br />

Wahlkreis 1 38 4<br />

22 Anger-Crottendorf 4 -<br />

23 Sellerhausen-Stünz 5 1<br />

24 Paunsdorf 3 1<br />

26 Mölkau 9 2<br />

27 Engelsdorf 7 2<br />

28 Baalsdorf 2 -<br />

29 Althen-Kleinpösna 3 1<br />

Wahlkreis 2 33 7<br />

30 Reudnitz-Thonberg 9 -<br />

31 Stötteritz 20 3<br />

32 Probstheida 7 3<br />

33 Meusdorf 2 -<br />

34 Liebertwolkwitz 9 3<br />

35 Holzhausen 4 1<br />

Wahlkreis 3 51 10<br />

40 Südvorstadt 27 5<br />

41 Connewitz 26 5<br />

43 Lößnig 4 -<br />

44 Dölitz-Dösen 6 -<br />

Wahlkreis 4 63 10<br />

50 Schleußig 31 3<br />

51 Plagwitz 19 2<br />

52 Kleinzschocher 5 -<br />

53 Großzschocher 8 3<br />

54 Knautkleeberg-Knauthain 8 2<br />

55 Hartmannsd.-Knautnaund. 1 -<br />

63 Grünau-Siedlung 4 1<br />

Wahlkreis 5 76 11<br />

60 Schönau 4 -<br />

61 Grünau-Ost 3 -<br />

62 Grünau-Mitte 4 -<br />

64 Lausen-Grünau 16 1<br />

65 Grünau-Nord 4 -<br />

Wahlkreis 6 31 1<br />

66 Miltitz 6 -<br />

70 Lindenau 9 2<br />

71 Altlindenau 22 1<br />

72 Neulindenau - -<br />

73 Leutzsch 7 -<br />

74 Böhlitz-Ehrenberg 5 3<br />

75 Burghausen-Rückmarsdorf 7 1<br />

Wahlkreis 7 56 7<br />

80 Möckern 6 -<br />

81 Wahren 5 1<br />

82 Lützschena-Stahmeln 9 1<br />

83 Lindenthal 13 3<br />

90 Gohlis-Süd 16 2<br />

92 Gohlis-Nord 5 1<br />

Wahlkreis 8 54 8<br />

12 Mockau-Süd 1 -<br />

13 Mockau-Nord 7 1<br />

91 Gohlis-Mitte 24 2<br />

93 Eutritzsch 2 -<br />

94 Seehausen 1 -<br />

95 Wiederitzsch 7 1<br />

Wahlkreis 9 42 4<br />

Stadt Leipzig 542 70<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Der Blick auf die innerstädtische Wohnsitzverteilung der<br />

Stadträte zeigt, dass in den Wahlkreisen 2 und 3 alle gewählten<br />

Stadträte auch dort wohnhaft sind. In den Wahlkreisen 1 und 7<br />

trifft das auf vier der fünf Stadträte zu, im Wahlkreis 8 auf sechs<br />

der acht Stadträte. Im Gegensatz dazu wohnen im Wahlkreis 6<br />

nur einer der vier Gewählten und im Wahlkreis 9 nur drei der<br />

sieben Gewählten auch in diesem Wahlkreis.<br />

18 der 63 Ortsteile sind mit mehr als einem in ihrem Gebiet<br />

wohnenden Stadtrat in der Ratsversammlung vertreten, darunter<br />

die Ortsteile Südvorstadt und Connewitz mit je fünf,<br />

Zentrum-West mit vier sowie Stötteritz, Probstheida,<br />

Liebertwolkwitz, Schleußig, Großzschocher, Böhlitz-Ehrenberg<br />

und Lindenthal mit je drei Personen. In 26 Ortsteilen hingegen<br />

wohnt gar kein Stadtrat. Tendenziell wohnen mehr Stadträte in<br />

den zentrumsnahen, vor allem den südlichen, als in den<br />

peripheren Ortsteilen.<br />

Auffällig ist auch, dass die Hälfte der insgesamt 22<br />

gewählten Frauen in den Wahlkreisen 0, 2 und 3, also in den<br />

zentralen und südöstlichen Stadtgebieten, wohnt. Von diesen<br />

wohnen wiederum die meisten (3) im Ortsteil Zentrum-West<br />

und je zwei in Mölkau und Liebertwolkwitz. In weiteren 15 Ortsteilen<br />

ist je eine Ratsfrau zu Hause. Die übrigen 45 Ortsteile<br />

stellen keine Frau im Stadtrat.<br />

Auch bei den Parteien sind bestimmte Wohnort-Präferenzen<br />

erkennbar. Die gewählten SPD-Stadträte wohnen ausschließlich<br />

in der südlichen bis nordwestlichen Stadthälfte, die der<br />

GRÜNEn in der südlichen Stadthälfte und die von DIE LINKE<br />

vorrangig in den zentralen und zentrumsnahen Ortsteilen.<br />

66<br />

74<br />

64<br />

75<br />

65<br />

63<br />

55<br />

82<br />

Abgeordnete im Stadtrat nach Parteien<br />

und Ortsteil des Wohnsitzes<br />

6<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 21<br />

7<br />

60<br />

62 61<br />

53<br />

5<br />

54<br />

81<br />

8<br />

73<br />

72<br />

51<br />

83<br />

80<br />

71<br />

04<br />

70<br />

52<br />

50<br />

Partei<br />

05<br />

Männer<br />

Frauen<br />

90<br />

41<br />

92<br />

95<br />

91<br />

06<br />

40<br />

93<br />

43<br />

42<br />

44<br />

30<br />

13<br />

12<br />

10<br />

01<br />

21<br />

20<br />

00<br />

03<br />

4<br />

9<br />

0<br />

02<br />

DIE<br />

CDU SPD<br />

LINKE<br />

Grafik: Amt für Statistik und Wahlen der Stadt Leipzig<br />

11<br />

22<br />

31<br />

32<br />

94<br />

14<br />

33<br />

23<br />

1<br />

3<br />

26<br />

15<br />

24<br />

25<br />

34<br />

35<br />

27<br />

28<br />

2<br />

GRÜNE FDP WVL NPD FORUM<br />

29


Stadtrat und Bevölkerungsstruktur<br />

Ruth Schmidt<br />

In Deutschland gilt der festgelegte Grundsatz<br />

der repräsentativen Demokratie. Demnach werden<br />

die Einwohner der Stadt Leipzig durch den<br />

Stadtrat vertreten, der aus allgemeinen, unmittelbaren,<br />

freien, gleichen und geheimen Wahlen aller<br />

fünf Jahre hervorgeht. Als Vertreter aller wahlberechtigten<br />

Einwohner sollte die Zusammensetzung<br />

des Stadtrates idealerweise der seiner<br />

Wählerschaft entsprechen. Für viele Indikatoren,<br />

mit denen die Übereinstimmung gemessen<br />

werden könnte, sind die benötigten Werte nicht<br />

oder nur mit hohem Aufwand feststellbar, so zum<br />

Beispiel für die soziale und berufliche Struktur.<br />

Vergleichsweise einfach ist jedoch die Analyse<br />

nach Alter und Geschlecht.<br />

Nachfolgend wird untersucht, wie sich die<br />

altersmäßige Zusammensetzung des Stadtrates<br />

seit 1994, seitdem er 70 Mitglieder hat, entwickelte.<br />

(Von 1990 bis 1994 gab es in Leipzig 128<br />

Stadtverordnete.) Als Vergleich dazu wird die<br />

Sitzverteilung angegeben, die auf Basis der Bevölkerungsstruktur<br />

berechnet wurde. Eine zweite<br />

Untersuchung betrifft das Ergebnis der Wahl von<br />

2009, insbesondere die Präsenz von jungen und<br />

älteren Bewerbern und Gewählten.<br />

Als Bevölkerungszahlen wurden die der<br />

deutschen und nicht deutschen EU-Einwohner ab<br />

18 Jahre zum Stand 31.12. des Jahres zugrunde<br />

gelegt, für 2009 wurden die Zahlen vom 30.06.<br />

verwendet. Als Datenquelle diente jeweils das<br />

Einwohnerregister. Für die Jahre 1994 bis 2004<br />

entsprechen somit die Geburtsjahresgruppen den<br />

angegebenen Altersgruppen. Verglichen werden<br />

diese Werte mit denen der Geburtsjahresgruppen<br />

Altersgruppe<br />

von ... bis unter...<br />

1)<br />

der gewählten Ratsmitglieder. Das gilt auch für die<br />

Gewählten, die das Mandat nicht annahmen.<br />

Zusammensetzung der Stadträte 1994 bis 2009<br />

Im betrachteten Zeitraum gab es in allen sechs<br />

untersuchten Geburtsjahresgruppen (siehe erste<br />

Tabelle) Verschiebungen hinsichtlich des Anteils<br />

an den Wahlberechtigten. Die geburtenschwachen<br />

Jahrgänge Mitte der 70er Jahre sind aus der<br />

jüngsten bis in die Gruppe der 40- bis unter 50-<br />

Jährigen gewandert. Die jüngste Geburtsjahresgruppe<br />

der 18- bis unter 30-Jährigen ist 2009 die<br />

stärkste, der Geburtenrückgang der 90er Jahre<br />

fällt noch nicht ins Gewicht. Zweitstärkste Gruppe<br />

wurde 2009 die der über 70-Jährigen. Somit wäre<br />

in einer auf Basis der Bevölkerungsstruktur berechneten<br />

Sitzverteilung im Stadtrat in den letzten<br />

15 Jahren eine Verschiebung von den mittleren<br />

Altersgruppen zu Randgruppen erfolgt.<br />

Bei den gewählten Stadträten der Jahre 1994<br />

bis 2009 waren stets die 40- bis unter 60-Jährigen<br />

im Verhältnis zur tatsächlichen Bevölkerungsstruktur<br />

überrepräsentiert. Die angrenzenden Gruppen<br />

der 30- bis unter 40-Jährigen und der 60- bis unter<br />

70-Jährigen waren bis 2009 unterrepräsentiert,<br />

Seit der Wahl von 2009 sind auch sie überrepräsentiert,<br />

verursacht auch durch die Wiederwahl<br />

vieler Stadtratsmitglieder. Unterrepräsentiert seit<br />

1994 bis heute sind die Junioren und Senioren,<br />

also die unter 30- und die über 70-Jährigen. Da<br />

ihre Anteile an den Wahlberechtigten zugenommen<br />

haben, hat sich auch die Differenz zwischen<br />

einer „idealen“ und der realen Stadtratsbesetzung<br />

vergrößert.<br />

Vergleich der Sitzverteilung gemäß Bevölkerungsstruktur mit den Wahlergebnissen<br />

1994 1999 2004 2009<br />

Sitze gemäß Sitze gemäß Sitze gemäß Sitze gemäß<br />

Bevölkerungsstruktur<br />

Wahlergebnis<br />

Differenz<br />

Bevölkerungsstruktur<br />

Wahlergebnis<br />

Differenz<br />

22 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]<br />

Bevölkerungsstruktur<br />

Wahlergebnis<br />

Differenz<br />

Bevölkerungsstruktur<br />

2)<br />

18...30 13 7 -6 13 6 -7 13 5 -8 15 0 -15<br />

30...40 13 11 -2 13 12 -1 11 10 -1 11 20 9<br />

40...50 11 24 13 12 21 9 12 16 4 12 19 7<br />

50...60 14 24 10 11 23 12 10 27 17 10 16 6<br />

60...70 9 4 -5 11 7 -4 12 12 0 10 14 4<br />

70... 10 0 -10 11 1 -10 11 0 -11 13 1 -12<br />

Summe 70 70 0 70 70 0 70 70 0 70 70 0<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

1) nach dem im jeweiligen Wahljahr erreichten Alter, 2) zum 30.06.2009<br />

Wahlergebnis<br />

Differenz


Der Stadtrat 2009: Wo sind die Junioren und<br />

die Senioren?<br />

Zur Stadtratswahl im Juni 2009 bewarben sich<br />

96 unter 30-Jährige um ein Stadtratsmandat, dass<br />

sind 17,7 % aller Bewerber. Der Anteil ist damit<br />

über drei Prozentpunkte geringer als derjenige der<br />

unter 30-Jährigen an den Wahlberechtigten insgesamt<br />

mit 21 %. Bei den ab 70-Jährigen ist der<br />

Unterschied erheblich. Nur 3,5 % der Bewerber<br />

gehören zu dieser Geburtsjahresgruppe, ihr Anteil<br />

an den Wahlberechtigten beträgt jedoch 14,6 %.<br />

Dass die Altersgruppen der ab 70-Jährigen und<br />

der unter 30-Jährigen im Stadtrat derart unterrepräsentiert<br />

sind, kann verschiedene Gründe<br />

haben. Zum einen kann es zu wenige Bewerber in<br />

diesen Altersgruppen geben und/oder die Wähler<br />

haben sie nicht gewählt, weil das Alter unbekannt<br />

oder für das Wahlverhalten nicht relevant war.<br />

Woher soll der interessierte Wähler wissen, wie alt<br />

die einzelnen Bewerber sind? Auf dem Stimmzettel<br />

findet er dazu keine Information, das<br />

Geburtsjahr wird lediglich in der Bekanntmachung<br />

Wahlvorschlagsträger<br />

der zugelassenen Wahlvorschläge etwa sieben<br />

Wochen vor der Wahl veröffentlicht und dürfte am<br />

Wahltag daher vielfach unbekannt sein. Plakate<br />

mit Bewerberbildern vermitteln außer unscharfen<br />

Einschätzungen wie „jung“ bzw. „alt“ keine Anhaltspunkte.<br />

Vielleicht sollte zur oft viel diskutierten<br />

Angabe des Berufs oder Standes auf dem Stimmzettel<br />

die des Geburtsjahres ergänzt werden?<br />

Die Chance, gewählt zu werden, erhöht sich<br />

bekanntlich bei einem vorderen Listenplatz (wobei<br />

es natürlich auch hier Ausnahmen gibt, abhängig<br />

von der Bekanntheit des Bewerbers). In den zwei<br />

folgenden Tabellen wird für die Leipziger Stadtratswahl<br />

2009 dargestellt, auf welchem Listenplatz<br />

der erste Bewerber je Wahlvorschlagsträger und<br />

Wahlkreis unter 30 Jahre bzw. ab 70 Jahre stand.<br />

Die letzte Spalte enthält jeweils den Durchschnittswert<br />

aller ersten Platzierungen. Zu berücksichtigen<br />

ist, dass die Zahl der aufgestellten Bewerber die<br />

mögliche Platzierung beeinflusst, das heißt bei<br />

Wahlvorschlägen mit wenigen Bewerbern sind<br />

vordere Platzierungen zwangsläufig.<br />

Bewerber unter 30 Jahre (Geburtsjahr 1980 bis 1991)<br />

Bewerber unter 30 Jahre Bester Listenplatz der unter 30-Jährigen im Wahlvorschlag<br />

Ins- Anteil an allen<br />

Wahlkreis<br />

Durchgesamt<br />

Bewerbern 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 schnitt<br />

Insgesamt 96 17,7 %<br />

SPD 19 25,0 % 6 - 2 3 6 9 5 3 5 5 4,9<br />

DIE LINKE 5 8,6 % 3 2 - 2 - - - 5 - 4 3,2<br />

CDU 15 16,7 % 3 7 - 5 1 2 7 7 6 - 4,7<br />

GRÜNE 21 21,0 % 5 3 3 3 3 - 1 - 4 2 3,0<br />

FDP 17 20,2 % 8 3 6 3 5 3 4 7 8 6 5,3<br />

WVL 7 13,5 % - - - - 3 4 3 3 - 1 2,8<br />

DSU 8 22,2 % - 4 1 - 3 4 - - 2 1 2,5<br />

FORUM 0 - - - - - - - - - - - -<br />

NPD 4 17,4 % - - - 1 - - - - 1 1 1,0<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Bewerber ab 70 Jahre (Geburtsjahr unter 1940)<br />

Wahl- Bewerber ab 70 Jahre Bester Listenplatz der ab 70-Jährigen im Wahlvorschlag<br />

vorschlagsträgerInsgesamt<br />

Anteil an allen<br />

Bewerbern 0 1 2 3<br />

Wahlkreis<br />

4 5 6 7 8 9<br />

Durchschnitt<br />

Insgesamt 19 3,5 %<br />

SPD 1 1,3 % - - - - - - - 8 - - 8,0<br />

DIE LINKE 0 - - - - - - - - - - - -<br />

CDU 1 1,1 % - - - - 7 - - - - - 7,0<br />

GRÜNE 5 5,0 % 9 - - 1 9 11 - - 6 - 7,2<br />

FDP 3 3,6 % - - 4 - - - - 3 - 2 3,0<br />

WVL 5 9,6 % - - - 1 2 2 - - 4 - 2,3<br />

DSU 2 5,6 % - - - - 4 3 - - - - 3,5<br />

FORUM 1 4,3 % - - - - - - - 2 - - 2,0<br />

NPD 1 4,3 % - - - 2 - - - - - - 2,0<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 23


96 unter 30-jährigen Bewerbern stehen nur<br />

19 mindestens 70-Jährigen gegenüber. Für die<br />

geringe Zahl älterer Bewerber ist sicher die<br />

Erklärung plausibel, dass viele Senioren aus<br />

Gesundheitsgründen nicht kandidieren.<br />

Weiterhin ist zu erkennen, dass Anteil und<br />

Platzierung der beiden Altersgruppen, bezogen<br />

auf die einzelnen Wahlvorschlagsträger, doch<br />

überraschend unterschiedlich sind und dass<br />

vielfach überhaupt kein entsprechender Bewerber<br />

auf dem Stimmzettel stand. Die oftmals hinteren<br />

Platzierungen von Bewerbern der jüngsten und<br />

der ältesten Altersgruppe können eine Ursache<br />

sein für geringere Chancen, gewählt zu werden.<br />

Gewählt wurden (siehe erste Tabelle zwei<br />

Seiten zuvor) in der ältesten Geburtsjahresgruppe<br />

ein Bewerber (GRÜNE) und aus der jüngsten<br />

Geburtsjahresgruppe niemand. Allerdings war ein<br />

Stadtrat (SPD) aus dem Geburtsjahr 1979 zum<br />

Zeitpunkt seiner Wahl unter 30 Jahre alt.<br />

Der Stadtrat 2009: Und die Frauen?<br />

Der folgenden Tabelle ist die Verteilung der<br />

Stadtratssitze nach Geschlecht zu entnehmen.<br />

Zunächst ist bemerkenswert, dass 22 gewählten<br />

Stadträtinnen 48, also mehr als doppelt so viele,<br />

Stadträte gegenüberstehen. Allerdings gab es<br />

unter den 542 Bewerbern auch nur 151 Frauen.<br />

Der Vergleich der Sitzverteilung auf Basis der<br />

Bevölkerungsstruktur mit dem Wahlergebnis zeigt<br />

eine Unterrepräsentanz der Frauen in der jüngsten<br />

und der ältesten Geburtsjahresgruppe. Von diesen<br />

„nicht vergebenen“ Sitzen profitieren die Männer<br />

der mittleren Altersgruppen.<br />

Vergleich der Sitzverteilung gemäß Bevölkerungsstruktur mit dem Wahlergebnis 2009<br />

Sitze gemäß Bevölkerungsstruktur<br />

(30.06.2009)<br />

Sitze gemäß Wahlergebnis Differenz<br />

Geburtsjahr nach Geschlecht Ins- nach Geschlecht Ins- nach Geschlecht Ins-<br />

von ... bis männlich weiblich gesamt männlich weiblich gesamt männlich weiblich gesamt<br />

Insgesamt 33 37 70 48 22 70<br />

1980 – 1991 7 8 15 0 0 0 -7 -8 -15<br />

1970 - 1979 6 5 11 14 6 20 8 1 9<br />

1960 - 1969 6 6 12 13 7 20 7 1 8<br />

1950 - 1959 5 5 10 11 5 16 6 0 6<br />

1940 - 1949 5 5 10 9 4 13 4 -1 3<br />

ab 1939 5 8 13 1 0 1 -4 -8 -12<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Der ideale Stadtrat?!<br />

Die folgende Grafik zeigt die Sitzverteilung des<br />

2009 gewählten Stadtrats nach Geschlechter- und<br />

Geburtsjahresgruppen sowie auf Basis der Wahlberechtigten.<br />

Sie lässt einige erhebliche Abweichungen<br />

erkennen. Insbesondere sollten die unter<br />

30-Jährigen vermisst werden. Das gilt auch vor<br />

dem Hintergrund des Bemühens, junge Leute für<br />

16<br />

14<br />

12<br />

10<br />

8<br />

6<br />

4<br />

2<br />

0<br />

7<br />

unter 30,<br />

männl.<br />

Kommunalpolitik zu begeistern und an kommunalpolitischen<br />

Entscheidungsprozessen zu beteiligen<br />

auch entsprechend dem ausdrücklich auf junge<br />

Menschen ausgerichteten zweiten strategischen<br />

Ziel der Stadt Leipzig „Schaffung von Rahmenbedingungen<br />

für eine ausgeglichenere Altersstruktur“.<br />

Das ist auch für die nächste Stadtratswahl<br />

2014 eine überlegenswerte Zielstellung.<br />

Vergleich der Sitzverteilung gemäß Bevölkerungsstruktur mit dem Wahlergebnis 2009<br />

Sitzverteilung gemäß<br />

14<br />

Bevölkerungsstruktur (s. Tab. 4)<br />

13<br />

Sitzverteilung im aktuellen Stadtrat<br />

8<br />

0 0<br />

unter 30,<br />

weibl.<br />

6<br />

30 ... 40,<br />

männl.<br />

5<br />

6<br />

30 ... 40,<br />

weibl.<br />

6 6<br />

40 ... 50,<br />

männl.<br />

7<br />

40 ... 50,<br />

weibl.<br />

5 5 5 5 5 5<br />

4<br />

24 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]<br />

11<br />

50 ... 60,<br />

männl.<br />

50 ... 60,<br />

weibl.<br />

9<br />

60 ... 70,<br />

männl.<br />

60 ... 70,<br />

weibl.<br />

1<br />

70 ...,<br />

männl.<br />

Quelle: Einwohnerregister Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

8<br />

0<br />

70 ...,<br />

weibl.


Wahlverhalten bei Bundestagswahlen in Ost- und Westdeutschland 1990-2009<br />

Josef Fischer<br />

Der Beitrag ist eine teilweise Fortschreibung<br />

eines Artikels von Geert Baasen im Statistischen<br />

<strong>Quartalsbericht</strong> 3/2005, in dem das Wahlverhalten<br />

bis 2005 untersucht wurde. Derselbe Autor hatte in<br />

einem weiteren Artikel im Statistischen <strong>Quartalsbericht</strong><br />

2/2009 das Wahlverhalten bei den Europawahlen<br />

von 1994 bis 2009 analysiert. Das Abstandsmaß<br />

hatte sich bei diesen vier Wahlen von<br />

43,9 über 49,4 bis 2004 auf 56,7 erhöht, um 2009<br />

wieder auf 48,9 zu sinken.<br />

Bei Bundestagswahlen ist die Wahlbeteiligung<br />

(2009: 70,8 %) höher als bei Europawahlen (2009:<br />

60,0 %). Dies allein spiegelt Unterschiede bei<br />

diesen Wahlen wider. Es stand also die Frage,<br />

ob sich auch bei der Bundestagswahl eine Annäherung<br />

des Wahlverhaltens zwischen den Wahlgebieten<br />

Ost (mit Berlin-Ost) und West (mit Berlin-<br />

West) ergibt. Der Anstieg der Wahlberechtigtenzahl<br />

im Westen um über 436 000 gegenüber<br />

einem Rückgang im Osten um über 138 000 war<br />

kein gutes Signal dafür.<br />

Das Wahlverhalten bei der Bundestagswahl<br />

2009 auf Basis des Abstandsmaßes lag mit 41,2<br />

deutlich unter dem Wert von 2005 (45,3) und<br />

bestätigte somit den bei der Europawahl vom Juni<br />

2009 festgestellten Trend der Annäherung. Hauptunterscheider<br />

ist erneut DIE LINKE, die im Osten<br />

etwas schwächer zulegen konnte als im Westen.<br />

Mit großem Abstand folgt an zweiter Stelle im<br />

Gegensatz zu den drei Wahlen zuvor die SPD, die<br />

im Osten noch stärker verlor als im Westen. Die<br />

Abstände bei CDU/CSU verringerten sich zur<br />

vorigen Wahl stark, da der Stimmenanteil im<br />

Osten stieg, im Westen aber zurück ging. FDP und<br />

GRÜNE erreichten gegenüber 2005 im Westen<br />

stärkere Zuwächse als im Osten, was diesbezüglich<br />

jeweils zu höheren Unterschieden im Wahlverhalten<br />

der Wähler beider Wahlgebiete führte. Bei<br />

den Sonstigen gibt es hingegen eine Annäherung.<br />

Jedoch wählen die Wähler im Osten immer noch<br />

insofern ineffizienter, dass sie in höherem Maße<br />

die Stimmen an Parteien vergeben, die nicht in<br />

den Bundestag kommen und sie somit nicht im<br />

Parlament vertreten können.<br />

Die Wahlbeteiligung betrug zur Bundestagswahl<br />

2009 nur noch 70,8 %. Sie nahm gegenüber<br />

2005 um 6,9 %-Punkte deutlich ab und erreichte<br />

einen historischen Tiefstwert. Sie sank im Wahlgebiet<br />

Ost (-9,6 %-Punkte) stärker als im Wahlgebiet<br />

West (-6,3 %-Punkte). Würde man dies<br />

beim Abstandsmaß berücksichtigen, würde sich<br />

das Wahlverhalten in Ost und West 20 Jahre<br />

nach der Friedlichen Revolution von 1989 stärker<br />

unterscheiden.<br />

Ergebnisse der Bundestagswahlen 1990 bis 2009 (Zweitstimmenanteile in %)<br />

Wahlgebiet<br />

CDU/<br />

CSU<br />

SPD FDP<br />

DIE LINKE<br />

(früher PDS)<br />

Summe/<br />

GRÜNE Sonstige Abstandsmaß<br />

Wahlbe-<br />

teiligung<br />

2009 Gesamt 33,8 23,0 14,6 11,9 10,7 6,0 x 70,8<br />

Wahlgebiet Ost 29,8 17,9 10,6 28,5 6,8 6,4 x 64,7<br />

Wahlgebiet West 34,6 24,1 15,4 8,3 11,5 5,9 x 72,2<br />

Differenz Ost zu West 4,8 6,2 4,8 20,2 4,7 0,5 41,2 7,5<br />

2005 Gesamt 35,2 34,2 9,8 8,7 8,1 3,9 x 77,7<br />

Wahlgebiet Ost 25,3 30,4 8,0 25,3 5,2 5,8 x 74,3<br />

Wahlgebiet West 37,4 35,1 10,2 4,9 8,8 3,5 x 78,5<br />

Differenz Ost zu West 12,1 4,7 2,2 20,4 3,6 2,3 45,3 4,2<br />

2002 Gesamt 38,5 38,5 7,4 4,0 8,6 3,0 x 79,1<br />

Wahlgebiet Ost 28,3 39,7 6,4 16,9 4,7 4,0 x 72,8<br />

Wahlgebiet West 40,8 38,3 7,6 1,1 9,4 2,8 x 80,6<br />

Differenz Ost zu West 12,5 1,4 1,2 15,8 4,7 1,2 36,9 7,8<br />

1998 Gesamt 35,1 40,9 6,2 5,1 6,7 5,9 x 82,2<br />

Wahlgebiet Ost 27,3 35,1 3,3 21,6 4,1 8,6 x 80,0<br />

Wahlgebiet West 37,1 42,3 7,0 1,2 7,3 5,2 x 82,8<br />

Differenz Ost zu West 9,8 7,2 3,7 20,4 3,2 3,4 47,7 2,8<br />

1994 Gesamt 41,5 36,4 6,9 4,4 7,3 3,6 x 79,0<br />

Wahlgebiet Ost 38,5 31,5 3,5 19,8 4,3 2,4 x 72,6<br />

Wahlgebiet West 42,1 37,5 7,7 1,0 7,9 3,9 x 80,5<br />

Differenz Ost zu West 3,6 6,0 4,2 18,8 3,6 1,5 37,7 7,9<br />

1990 Gesamt 43,8 33,5 11,0 2,4 5,0 4,2 x 77,8<br />

Wahlgebiet Ost 41,8 24,3 12,9 11,1 6,2 3,7 x 74,5<br />

Wahlgebiet West 44,3 35,7 10,6 0,3 4,8 4,3 x 78,6<br />

Differenz Ost zu West 2,5 11,4 2,3 10,8 1,4 0,6 29,0 4,1<br />

Quelle: Bundeswahlleiter, Landeswahlleiter Berlin, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 25


Städtevergleich 2008<br />

Lars Kreymann<br />

In diesem Beitrag werden die 15 bevölkerungsreichsten<br />

Städte der Bundesrepublik sowie die<br />

größten Städte von Sachsen, Sachsen-Anhalt und<br />

Thüringen (Mitteldeutschland) vergleichend betrachtet.<br />

Zu diesen beiden Städtegruppen zählt<br />

auch Leipzig. Die Großstädte und ebenso die<br />

ausgewählten Städte des mitteldeutschen Raumes<br />

stellen einen geeigneten Vergleichsmaßstab<br />

für die Analyse der Situation und Entwicklung der<br />

Stadt Leipzig dar. Die Bundesländer Sachsen,<br />

Sachsen-Anhalt und Thüringen arbeiten in Anknüpfung<br />

an die bedeutende wirtschaftliche<br />

Vergangenheit der Region an der Profilierung des<br />

Wirtschaftsstandortes Mitteldeutschland.<br />

Bei Betrachtung der Bevölkerungszahlen fällt<br />

auf, dass Ende 2008 die Mehrzahl der Städte<br />

mehr Einwohner zu verbuchen hatte als ein Jahr<br />

Stadt<br />

Fläche<br />

in km²<br />

Einwohner 2008 (Stand: 31.12.2008)<br />

Einwohner<br />

gesamt<br />

Verände-<br />

rung zu<br />

2007 um %<br />

zuvor. Die Zuwachsraten bewegten sich aber auf<br />

relativ niedrigem Niveau. Den größten Anstieg der<br />

Bevölkerungszahl gab es mit 1,2 % in München.<br />

Leipzig konnte mit 1,0 % die zweithöchste<br />

Zuwachsrate verzeichnen. Die Einwohnerzahlen<br />

von Dresden und Frankfurt a. M. stiegen um je<br />

0,9 % gegenüber Ende 2007.<br />

Die Städte mit Einwohnerverlusten liegen in den<br />

ostdeutschen Bundesländern und im Ruhrgebiet.<br />

Essen hatte 2008 im Gegensatz zu den Vorjahren<br />

weniger Einwohner als Düsseldorf und rutschte<br />

damit auf den 9. Platz unter den 15 größten<br />

Städten ab. Auch in Dortmund und Duisburg hielt<br />

der Einwohnerrückgang 2008 weiter an. Die<br />

stärksten Rückgänge hatten aber die Städte<br />

Dessau-Roßlau mit 1,4 % und Gera mit 1,0 % zu<br />

verkraften.<br />

Anteil<br />

Ausländer<br />

in %<br />

Jugend-<br />

quote<br />

in %<br />

Alten-<br />

quote<br />

in %<br />

Einwohner<br />

je km²<br />

15 größte Städte Deutschlands<br />

Berlin 891,67 3 431 675 + 0,5 14,0 17,2 26,7 3 849<br />

Hamburg 755,30 1 772 100 + 0,5 13,8 18,1 28,7 2 346<br />

München 310,40 1 326 807 + 1,2 23,3 17,8 25,4 4 275<br />

Köln 405,16 995 420 0,0 16,5 19,0 26,7 2 457<br />

Frankfurt a.M. 248,31 664 838 + 0,9 20,7 18,7 24,8 2 677<br />

Stuttgart 207,35 600 068 + 0,5 22,9 18,0 27,4 2 894<br />

Dortmund 280,41 584 412 - 0,4 15,9 20,2 31,7 2 084<br />

Düsseldorf 217,02 584 217 + 0,5 18,1 18,4 29,2 2 692<br />

Essen 210,31 579 759 - 0,4 12,1 19,5 34,3 2 757<br />

Bremen 325,42 547 360 - 0,1 12,7 18,8 32,1 1 682<br />

Hannover 204,10 519 619 + 0,3 14,3 18,4 29,4 2 546<br />

Leipzig 297,36 515 469 + 1,0 6,5 15,8 33,3 1 733<br />

Dresden 328,31 512 234 + 0,9 4,7 17,2 32,8 1 560<br />

Nürnberg 186,40 503 638 + 0,1 17,0 18,2 30,8 2 702<br />

Duisburg 232,81 494 048 - 0,5 16,6 21,1 33,0 2 122<br />

Ausgewählte Städte Mitteldeutschlands<br />

Chemnitz 220,85 243 880 - 0,4 4,6 15,6 41,4 1 104<br />

Halle (Saale) 135,02 233 013 - 0,5 3,9 16,2 34,7 1 726<br />

Magdeburg 200,97 230 047 0,0 3,4 15,1 35,2 1 145<br />

Dessau-Roßlau 244,64 88 693 - 1,4 2,3 10,0 42,6 363<br />

Erfurt 269,10 203 333 + 0,2 3,3 16,3 30,3 756<br />

Gera 151,92 100 643 - 1,0 1,5 14,2 38,1 662<br />

Jena 114,48 103 392 + 0,6 6,0 15,6 29,1 903<br />

Weimar 84,19 64 938 + 0,3 3,8 17,2 30,5 771<br />

Quelle: Statistische Ämter von Bund und Ländern, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Vergleicht man natürliche Bevölkerungsbewegung<br />

und Wanderungen wird klar, warum die<br />

Einwohnerzahlen Dessau-Roßlaus und Geras am<br />

stärksten zurückgingen. Beide Städte hatten die<br />

größten negativen Wanderungssalden. Auf 1 000<br />

Einwohner kam in Dessau-Roßlau ein Wanderungsverlust<br />

von 7,3 und in Gera von 4,4 Personen.<br />

Das gleiche Bild ergibt sich beim Vergleich<br />

der natürlichen Bevölkerungsentwicklung. In<br />

Dessau–Roßlau starben 2008 pro 1 000 Einwohner<br />

6,7 Personen mehr als geboren wurden, in<br />

Gera waren es 5,3 Personen.<br />

Die Bevölkerungsgewinne der Städte resultierten<br />

meist aus Zuzügen. Die wenigsten Städte<br />

konnten einen natürlichen Bevölkerungszuwachs<br />

durch Geburtenüberschüsse verzeichnen. Zu<br />

diesen wenigen Städten gehören allerdings Jena<br />

und Dresden.<br />

26 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Wanderungen 2008<br />

Stadt<br />

Zuzüge<br />

Anzahl je 1 000 EW<br />

Fortzüge<br />

Anzahl je 1 000 EW absolut<br />

Saldo<br />

je 1 000 EW<br />

15 größte Städte Deutschlands<br />

Berlin 132 644 38,7 117 334 34,2 + 15 310 + 4,5<br />

Hamburg 85 859 48,5 84 108 47,5 + 1 751 + 1,0<br />

München 96 222 72,5 84 631 63,8 + 11 591 + 8,7<br />

Köln 54 243 54,5 54 830 55,1 - 587 - 0,6<br />

Frankfurt a.M. 51 701 77,8 48 096 72,3 + 3 605 + 5,6<br />

Stuttgart 42 672 71,1 40 140 66,9 + 2 532 + 4,2<br />

Dortmund 23 030 39,4 23 784 40,7 - 754 - 1,3<br />

Essen 20 917 36,1 20 742 35,8 + 175 + 0,3<br />

Düsseldorf 36 303 62,1 32 961 56,4 + 3 342 + 5,7<br />

Bremen 24 842 45,4 23 994 43,8 + 848 + 1,5<br />

Hannover 22 781 43,8 20 019 38,5 + 2 762 + 5,3<br />

Leipzig 25 640 49,7 20 419 39,6 + 5 221 + 10,1<br />

Dresden 26 944 52,6 22 569 44,1 + 4 375 + 8,5<br />

Nürnberg 29 726 59,0 28 337 56,3 + 1 389 + 2,8<br />

Duisburg 18 042 36,5 18 718 37,9 - 676 - 1,4<br />

Ausgewählte Städte Mitteldeutschlands<br />

Chemnitz 8 391 34,4 8 342 34,2 + 49 + 0,2<br />

Halle (Saale) 9 550 41,0 10 165 43,6 - 615 - 2,6<br />

Magdeburg 10 429 45,3 9 971 43,3 + 458 + 2,0<br />

Dessau-Roßlau 2 580 29,1 3 231 36,4 - 651 - 7,3<br />

Erfurt 8 894 43,7 8 304 40,8 + 590 + 2,9<br />

Gera 3 194 31,7 3 639 36,2 - 445 - 4,4<br />

Jena 6 606 63,9 6 127 59,3 + 479 + 4,6<br />

Weimar 4 187 64,5 3 921 60,4 + 266 + 4,1<br />

Quelle: Statistische Ämter von Bund und Ländern, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Natürliche Bevölkerungsentwicklung 2008<br />

Stadt<br />

Lebendgeborene<br />

Anzahl je 1 000 EW<br />

Gestorbene<br />

Anzahl je 1 000 EW absolut<br />

Saldo<br />

je 1 000 EW<br />

15 größte Städte Deutschlands<br />

Berlin 31 936 9,3 31 911 9,3 + 25 0,0<br />

Hamburg 16 751 9,5 17 091 9,6 - 340 - 0,2<br />

München 14 185 10,7 10 579 8,0 + 3 606 + 2,7<br />

Köln 9 985 10,0 9 289 9,3 + 696 + 0,7<br />

Frankfurt a.M. 7 253 10,9 5 772 8,7 + 1 481 + 2,2<br />

Stuttgart 5 523 9,2 5 137 8,6 + 386 + 0,6<br />

Dortmund 4 993 8,5 6 743 11,5 - 1 750 - 3,0<br />

Essen 4 751 8,2 7 319 12,6 - 2 568 - 4,4<br />

Düsseldorf 5 802 9,9 6 065 10,4 - 254 - 0,4<br />

Bremen 4 601 8,4 5 864 10,7 - 1 263 - 2,3<br />

Hannover 4 969 9,6 5 438 10,5 - 469 - 0,9<br />

Leipzig 5 094 9,9 5 359 10,4 - 265 - 0,5<br />

Dresden 5 507 10,8 4 775 9,4 + 732 + 1,4<br />

Nürnberg 4 347 8,6 5 344 10,6 - 997 - 2,0<br />

Duisburg 4 076 8,3 6 031 12,2 - 1 955 - 4,0<br />

Ausgewählte Städte Mitteldeutschlands<br />

Chemnitz 1 955 8,0 3 068 12,5 - 1 113 - 4,6<br />

Halle (Saale) 2 105 9,0 2 772 11,9 - 667 - 2,9<br />

Magdeburg 2 041 8,9 2 590 11,3 - 549 - 2,4<br />

Dessau-Roßlau 588 6,6 1 180 13,3 - 592 - 6,7<br />

Erfurt 1 892 9,3 2 076 10,2 - 184 - 0,9<br />

Gera 688 6,8 1 2180 12,1 - 530 - 5,3<br />

Jena 1 071 10,4 912 8,8 + 159 + 1,5<br />

Weimar 620 9,5 669 10,3 - 49 - 0,8<br />

Quelle: Statistische Ämter von Bund und Ländern, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Die höchste Zuzugsquote gab es mit einem<br />

positiven Saldo von 10,1 je 1 000 Einwohner in<br />

Leipzig, wodurch der negative Geburtensaldo<br />

mehr als ausgeglichen werden konnte. München<br />

hatte den deutlichsten Geburtenüberschuss mit<br />

2,7 je 1 000 Einwohner. Hinzu kam das zweit-<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 27


höchste Wanderungsplus von 8,7 Zuzügen je<br />

1 000 Einwohner. Beides zusammen führte zum<br />

höchsten Bevölkerungszuwachs unter den hier<br />

betrachteten Städten.<br />

Beim Blick auf die Jugend- und Altenquoten<br />

(das Verhältnis der Zahl der Jugendlichen bis<br />

unter 15 Jahre zu der Zahl der Personen im<br />

erwerbsfähigen Alter von 15 bis unter 65 Jahre<br />

bzw. das Verhältnis der Zahl der Senioren<br />

ab 65 Jahre zur Zahl der Personen im erwerbsfähigen<br />

Alter) fällt auf, dass einige Städte der ostdeutschen<br />

Bundesländer die höchsten Altenquoten<br />

aufweisen. Dort leben anteilig die meisten<br />

Senioren. In Chemnitz und Dessau-Roßlau beträgt<br />

das Verhältnis der Senioren zu den Erwerbsfähigen<br />

über 40 % und in Leipzig und Dresden<br />

jeweils über 30 %. Die Städte mit den geringsten<br />

Altenquoten sind Frankfurt a.M., München, Köln.<br />

Die Beschäftigtenquote beschreibt das Verhältnis<br />

der sozialversicherungspflichtig Beschäf-<br />

Stadt<br />

Beschäftigtenquote<br />

2008 in %<br />

sv-pflichtig<br />

Beschäftigte<br />

am Arbeitsort<br />

2008<br />

Beschäftigte und Pendler<br />

Erwerbstätige<br />

2007<br />

tigten am jeweiligen Arbeitsort zur jeweiligen<br />

erwerbsfähigen Bevölkerung. Die diesbezüglich<br />

geringsten Quoten lagen 2008 in Duisburg mit<br />

48,4 %, Berlin mit 50,3 % und Dortmund mit<br />

50,7 % vor. In Leipzig betrug die Quote 59,4 %.<br />

Am höchsten war sie in Düsseldorf, Stuttgart und<br />

Nürnberg. In Frankfurt a.M. lag die Beschäftigtenquote<br />

sogar bei 105,2 %. Das heißt, in Frankfurt<br />

arbeiteten mehr Arbeitnehmer, als Erwerbsfähige<br />

dort wohnen. Dieser Wert verdeutlicht die hohe<br />

Rate an Berufseinpendlern aus dem Umland in die<br />

Stadt. Der Blick auf die Pendlersalden 2008<br />

bestätigt diesen Sachverhalt. Frankfurt a. M. hat<br />

absolut die meisten Einpendler, obwohl es nicht<br />

die meisten Beschäftigten hat. Unter den 15 größten<br />

Städten sind Dortmund und Duisburg die<br />

Städte mit den wenigsten Einpendlern je 1 000<br />

Beschäftigte. Die Schlusslichter in diesem Vergleich<br />

stellen allerdings Gera und Weimar mit 9,6<br />

bzw. 7,1 Einpendlern je 1 000 Beschäftigte dar.<br />

BIP 2007 je<br />

Erwerbstätigen<br />

in € Absolut<br />

Pendlersaldo 2008<br />

je 1000 sv-pflichtig<br />

Beschäftigte am<br />

Arbeitsort<br />

15 größte Städte Deutschlands<br />

Berlin 50,3 1 081 660 1 604 000 52 841 97 765 310,2<br />

Hamburg 66,1 797 514 1 089 900 78 963 213 187 473,7<br />

München 74,1 686 734 938 200 78 157 187 011 361,3<br />

Köln 66,9 456 912 653 400 67 545 131 991 287,6<br />

Frankfurt a.M. 105,2 487 634 604 500 84 362 257 944 351,7<br />

Stuttgart 83,9 346 433 467 200 76 571 146 132 253,1<br />

Dortmund 50,7 194 965 293 000 60 751 23 165 69,4<br />

Essen 56,6 213 355 309 500 67 754 42 580 115,7<br />

Düsseldorf 90,6 358 571 474 400 83 371 160 974 262,3<br />

Bremen 65,9 239 063 325 400 70 977 70 620 161,7<br />

Hannover 76,41) 268 606 375 100 65 894 106 084 394,9<br />

Leipzig 59,4 205 490 288 400 47 018 43 572 109,3<br />

Dresden 65,0 221 826 304 000 50 464 45 346 104,7<br />

Nürnberg 79,3 268 000 368 400 61 498 96 778 181,9<br />

Duisburg 48,8 156 609 221 700 64 637 8 573 27,0<br />

Ausgewählte Städte Mitteldeutschlands<br />

Chemnitz 68,8 106 866 147 200 46 522 26 155 59,7<br />

Halle (Saale) 58,1 89 714 122 000 44 131 15 775 41,0<br />

Magdeburg 67,2 102 833 134 500 46 647 26 584 59,5<br />

Dessau-Roßlau 60,2 34 000 45 100 47 539 3 903 10,2<br />

Erfurt 70,2 97 417 133 500 46 427 29 437 61,4<br />

Gera 55,4 36 589 54 400 41 857 3 492 9,6<br />

Jena 63,9 45 662 60 600 55 611 10 570 23,9<br />

Weimar 50,0 21 969 31 600 42 057 2 394 7,1<br />

Quelle: Statistische Ämter von Bund und Ländern, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

1) Werte vom 30.06.2007<br />

In Frankfurt a.M. war das Bruttoinlandsprodukt<br />

zu Marktpreisen 2007 am höchsten. Es betrug pro<br />

Erwerbstätigen 84 362 €. Ein ähnlich hohes BIP<br />

konnte in Düsseldorf erwirtschaftet werden.<br />

Hamburg und München folgten dahinter mit<br />

78 963 € und 78 157 €. Leipzig und Dresden<br />

nahmen unter den Großstädten die letzten Plätze<br />

ein, wobei Leipzig mit 47 018 € je Erwerbstätigen<br />

noch deutlich hinter Dresden lag. Unter den mitteldeutschen<br />

Städten fällt Jena auf, dass sich mit<br />

einem BIP von 55 611 € je Erwerbstätigen deutlich<br />

von den anderen mitteldeutschen Städten abhebt.<br />

28 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Die Arbeitslosigkeit war Ende 2008 unter den<br />

verglichenen Städten in Leipzig mit einer Arbeitslosenquote<br />

von 16,4 % bezogen auf alle<br />

abhängigen zivilen Erwerbspersonen am größten.<br />

Es folgen unter den 15 größten Städten Berlin mit<br />

15,1 %, Dortmund mit 14,1 % und Duisburg mit<br />

13,4 %. Unter den ausgewählten mitteldeutschen<br />

Städten war die Arbeitslosigkeit in Gera und<br />

Dessau-Roßlau mit je über 15 % am größten. Die<br />

übrigen Städte reihten sich zwischen 12,7 % und<br />

13,8 % ein. Jena lag mit 8,8 % deutlich unter den<br />

Arbeitslosenquoten der anderen mitteldeutschen<br />

Städte und hatte im Gesamtvergleich die viertniedrigste<br />

Arbeitslosenquote hinter Stuttgart mit 5,9 %,<br />

München mit 6,0 % und Nürnberg mit 8,7 %.<br />

Die höchsten Jahreseinkommen erzielten die<br />

Einwohner Hamburgs. 2007 betrug dort das durchschnittliche<br />

Einkommen 23 366 € je Einwohner. In<br />

München, Stuttgart, Düsseldorf und Bremen lagen<br />

die Einkommen ebenfalls deutlich über 20 000 €<br />

pro Jahr und Einwohner. Die Einkommen der<br />

Leipziger bewegten sich auf vergleichsweise<br />

niedrigem Niveau. Mit 14 648 € Jahreseinkommen<br />

verdienten sie weniger als ihre sächsischen<br />

Nachbarn in Chemnitz mit 16 057 € und in<br />

Dresden mit 15 592 €. In Magdeburg, Halle, Jena<br />

und insbesondere mit 13 535 € in Weimar lagen<br />

Stadt<br />

die durchschnittlichen Jahreseinkommen 2007<br />

jedoch noch unter denen in Leipzig.<br />

Berlin ist nicht nur deutsche Bundeshauptstadt,<br />

sondern auch Tourismushauptstadt. Mit knapp 8<br />

Millionen Gästeankünften und über 17,7 Millionen<br />

Übernachtungen hatte Berlin 2008 die mit Abstand<br />

meisten Touristen zu verzeichnen. Leipzig konnte<br />

mit einem Rekordergebnis die Tourismuszahlen<br />

2008 weiter verbessern und im Vergleich mehr<br />

Gästeankünfte und Übernachtungen verbuchen<br />

als die Ruhrgebietsstädte Dortmund, Essen und<br />

Duisburg. Dem Tourismusvergleich mit den<br />

ähnlich großen Städten Dresden und Nürnberg<br />

hielt Leipzig allerdings nicht stand. Hannover<br />

hingegen hatte zu Leipzig nahezu identische<br />

Ankunfts- und Übernachtungszahlen für das Jahr<br />

2008 zu verzeichnen. Unter den ausgewählten<br />

mitteldeutschen Städten waren die thüringischen<br />

Städte Erfurt und Weimar diejenigen mit den<br />

meisten Besuchern. Bezogen auf die Einwohnerzahl<br />

ist Weimar die Stadt mit den meisten Gästen.<br />

Weimar konnte 2008 pro Einwohner 4,77 Ankünfte<br />

und 8,82 Übernachtungen zählen. Die<br />

entsprechenden Zahlen für Berlin lauten 2,30 bzw.<br />

5,18 und für München 3,64 bzw. 7,42. In Leipzig<br />

gab es 1,95 Ankünfte und 3,59 Übernachtungen je<br />

Einwohner.<br />

Arbeitslose, Einkommen, Fremdenverkehr<br />

Arbeitslosenquote in % Verfügbares<br />

Fremdenverkehr 2008<br />

(alle abhängigen zivilen<br />

Erwerbspersonen) 2008<br />

Einkommen 2007<br />

in € je Einwohner<br />

Ankünfte Übernachtungen<br />

15 größte Städte Deutschlands<br />

Berlin 15,1 15 342 7 907 000 17 771 400<br />

Hamburg 9,0 23 366 4 118 000 7 726 000<br />

München 6,0 22 606 4 834 101 9 844 671<br />

Köln 11,1 19 229 2 384 775 4 308 701<br />

Frankfurt a.M. 9,1 18 051 3 352 684 5 422 767<br />

Stuttgart 5,9 22 071 1 486 425 2 736 149<br />

Dortmund 14,1 16 901 508 763 801 081<br />

Essen 12,8 18 597 493 464 1 078 299<br />

Düsseldorf 10,1 22 055 1 860 852 3 360 346<br />

Bremen 10,9 21 143 785 605 1 363 358<br />

Hannover 9,9 1) 18 098 1 028 052 1 855 671<br />

Leipzig 16,4 14 648 1 003 703 1 852 747<br />

Dresden 11,9 15 592 1 501 200 3 247 224<br />

Nürnberg 8,7 18 592 1 251 740 2 277 579<br />

Duisburg 13,4 15 722 182 450 372 831<br />

Ausgewählte Städte Mitteldeutschlands<br />

Chemnitz 13,8 16 057 210 087 431 850<br />

Halle (Saale) 13,7 14 132 152 806 285 812<br />

Magdeburg 13,4 14 458 286 777 485 419<br />

Dessau-Roßlau 15,2 14 996 107 516 181 716<br />

Erfurt 12,7 14 850 386 110 677 158<br />

Gera 15,7 15 098 95 062 173 449<br />

Jena 8,8 14 333 149 897 299 739<br />

Weimar 12,8 13 535 309 787 572 637<br />

Quelle: Statistische Ämter von Bund und Ländern, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 29


Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und deren Pendlerverhalten 2008<br />

Gabriele Rößner<br />

Am 30.06.2008 waren in Leipzig insgesamt<br />

205 490 Männer und Frauen sozialversicherungspflichtig<br />

beschäftigt, das entspricht einer Wachstumsrate<br />

gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des<br />

Vorjahres von 2,7 %. Bezogen auf die in Leipzig<br />

wohnenden Arbeitnehmer fiel der Zuwachs mit<br />

4,4 % noch höher aus. Damit gingen 161 918<br />

Leipziger einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung<br />

nach. Somit setzte sich die positive<br />

Entwicklung seit der Trendwende 2006 auch<br />

weiterhin fort.<br />

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte<br />

1999 bis 2008 (jeweils 30.06.)<br />

Jahr am Arbeitsort am Wohnort<br />

2008 205 490 161 918<br />

2007 200 064 155 098<br />

2006 195 672 151 384<br />

2005 188 845 146 264<br />

2004 191 170 149 289<br />

2003 194 235 151 362<br />

2002 196 239 155 746<br />

2001 204 116 162 446<br />

2000 207 164 166 221<br />

1999 209 060 171 596<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Mit dem Jahr 2008 wurde die neue<br />

Klassifikation der Wirtschaftszweige (Ausgabe<br />

2008, WZ 2008) eingeführt. Dabei wurde nicht nur<br />

die Gliederungsstruktur in einigen Bereichen<br />

umfassend geändert, sondern es wurden auch<br />

neue Gliederungspositionen geschaffen und neue<br />

Unterteilungen eingeführt, sodass der diesbezügliche<br />

Vergleich der sozialversicherungspflichtig<br />

Beschäftigten zu den Angaben der<br />

Vorjahre nicht mehr möglich ist. Eine sogenannte<br />

Rückrechnung gibt es nur für den 30.06.2007.<br />

Der Anstieg der sozialversicherungspflichtig<br />

Beschäftigten am Arbeitsort Leipzig zog sich<br />

bezogen auf die Arbeitsbereiche durch alle Wirtschaftsabschnitte;<br />

einzig und allein zeigt sich die<br />

Zahl der Beschäftigten in Kunst, Unterhaltung und<br />

sonstige Dienstleister als rückläufig (um 564)<br />

damit sank deren Anteil um 0,5 Prozentpunkte auf<br />

5,3 %. Mit mehr als einem Viertel der Beschäftigten<br />

erweist sich, wie bereits im Vorjahr, der Wirtschaftszweig<br />

Öffentliche Verwaltung, Bildungs-,<br />

Gesundheits- und Sozialwesen anteilmäßig als<br />

größter Arbeitgeber (25,7 % = 52 795 Beschäftigte),<br />

wobei das Gesundheits- und Sozialwesen wiederum<br />

mit 42,5 % den höchsten Anteil hat. Mit<br />

20,7 % aller Beschäftigten folgt Handel, Verkehr<br />

und Gastgewerbe. Das Produzierende Gewerbe<br />

weist zwar eine Zuwachsrate zum Vorjahr von fast<br />

2 % aus, belegt aber in Leipzig mit einem Anteil<br />

von 16,6 % nur den 3. Rang, obwohl es in Sachsen<br />

insgesamt die Führungsposition einnimmt.<br />

Entwicklung der sozialversicherungspflichtig<br />

Beschäftigten 1999 bis 2008 (1999=100)<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Die Geschlechterstruktur hat sich zum Vorjahr<br />

nur geringfügig geändert, der Anteil der Frauen an<br />

den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten<br />

reduzierte sich von 51,7 % auf 51,6 %.<br />

Die allgemeine Entwicklung des Arbeitsmarktes<br />

in Richtung Teilzeitarbeit zeigte sich auch in<br />

Leipzig. Arbeiteten 1999 nur 11,9 % (24 796 Personen)<br />

der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten<br />

verkürzt, belief sich die Zahl der Teilzeitbeschäftigten<br />

am 30.06.2008 auf 37 946 Personen<br />

(18,6 %). Den überwiegenden Teil der Teilzeitbeschäftigten<br />

stellten nach wie vor Frauen, insgesamt<br />

29,1 % aller weiblichen Beschäftigten<br />

arbeiteten verkürzt.<br />

Die Altersstruktur hat sich in den letzten zehn<br />

Jahren leicht verändert. Die Zahl der jüngeren<br />

Arbeitnehmer bis 25 Jahre ging von 13,1 % der<br />

sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Jahr<br />

1999 auf 12,1 % 2008 zurück. Waren mit einem<br />

Anteil von 29,4 % die 30- bis 40-Jährigen vor zehn<br />

Jahren noch die meistvertretene Altersgruppe, lag<br />

das Gros 2008 bei der Altersgruppe 40 bis 50<br />

Jahre (28,4 %). Allerdings hatte sich der Anteil der<br />

Älteren über 60 Jahre fast verdoppelt, er betrug<br />

Ende Juni vergangenen Jahres 3,4 %.<br />

Für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten<br />

am Wohnort Leipzig verlief die Entwicklung<br />

analog.<br />

Da von der Bundesagentur für Arbeit auf Wohnortebene<br />

kleinräumige Angaben zur Verfügung<br />

gestellt werden, sind Aussagen über die Verteilung<br />

der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten<br />

nach den Leipziger Ortsteilen möglich. In der<br />

nachfolgenden Tabelle wird die Beschäftigungsquote<br />

Ende Juni 2008 dargestellt, die in den<br />

einzelnen Ortsteilen recht unterschiedlich ausfällt.<br />

Die Palette reicht von 32,6 % im Zentrum bis<br />

62,4 % in Heiterblick.<br />

30 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]<br />

Prozent<br />

120<br />

110<br />

100<br />

90<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

Sekundärer Sektor<br />

Tertiärer Sektor<br />

Insgesamt<br />

99 00 01 02 03 04 05 06 07 08


OT-/<br />

SB-<br />

Nr.<br />

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort am 30.06.2008<br />

Ortsteil<br />

Stadtbezirk<br />

Sozialver-<br />

sicherungs-<br />

pflichtig<br />

Beschäftigte<br />

davon darunter<br />

Männer Frauen unter 20<br />

Jahre<br />

20 bis<br />

25 Jahre<br />

Aus-<br />

länder<br />

Anteil an<br />

Einwohnern<br />

15-65 Jahre<br />

in %<br />

00 Zentrum 383 233 150 3 44 59 32,6<br />

01 Zentrum-Ost 1032 551 481 11 88 52 46,1<br />

02 Zentrum-Südost 2198 1127 1071 39 237 223 31,3<br />

03 Zentrum-Süd 3139 1544 1595 42 249 119 44,1<br />

04 Zentrum-West 2745 1381 1364 23 223 148 43,2<br />

05 Zentrum-Nordwest 3148 1538 1610 14 174 136 48,1<br />

06 Zentrum-Nord 2130 1093 1037 39 209 124 44,5<br />

0 Mitte 14775 7467 7308 171 1224 861 41,9<br />

10 Schönefeld-Abtnaundorf 3136 1610 1526 103 404 53 48,5<br />

11 Schönefeld-Ost 2453 1259 1194 70 206 38 49,3<br />

12 Mockau-Süd 1214 619 595 30 128 27 48,6<br />

13 Mockau-Nord 3127 1548 1579 106 278 26 49,9<br />

14 Thekla 1645 797 848 54 119 5 51,2<br />

15 Plaußig-Portitz 1032 470 562 41 49 4 58,1<br />

1 Nordost 12607 6303 6304 404 1184 153 50,0<br />

20 Neustadt-Neuschönefeld 2188 1180 1008 65 294 189 34,3<br />

21 Volkmarsdorf 1842 1023 819 59 250 129 33,3<br />

22 Anger-Crottendorf 2864 1438 1426 80 318 67 45,4<br />

23 Sellerhausen-Stünz 2124 1110 1014 51 215 38 49,0<br />

24 Paunsdorf 4800 2440 2360 170 539 67 48,9<br />

25 Heiterblick 1669 794 875 52 107 16 62,4<br />

26 Mölkau 2008 956 1052 46 117 13 54,6<br />

27 Engelsdorf 3185 1624 1561 86 261 27 58,4<br />

28 Baalsdorf 607 298 309 20 44 . 55,0<br />

29 Althen-Kleinpösna 843 423 420 32 76 . 59,4<br />

2 Ost 22130 11286 10844 661 2221 546 47,4<br />

30 Reudnitz-Thonberg 5180 2536 2644 133 606 179 43,5<br />

31 Stötteritz 4594 2232 2362 89 459 67 49,7<br />

32 Probstheida 1817 873 944 28 125 30 54,1<br />

33 Meusdorf 1164 571 593 31 84 7 48,5<br />

34 Liebertwolkwitz 1832 862 970 68 149 11 55,5<br />

35 Holzhausen 2073 1021 1052 45 138 11 53,4<br />

3 Südost 16660 8095 8565 394 1561 305 48,9<br />

40 Südvorstadt 7381 3597 3784 68 572 180 47,1<br />

41 Connewitz 5172 2460 2712 104 419 83 45,9<br />

42 Marienbrunn 1520 712 808 24 105 21 47,9<br />

43 Lößnig 2664 1267 1397 79 194 43 43,3<br />

44 Dölitz-Dösen 1259 619 640 24 92 14 50,0<br />

4 Süd 17996 8655 9341 299 1382 341 46,4<br />

50 Schleußig 4031 1943 2088 34 230 81 49,7<br />

51 Plagwitz 3898 1912 1986 74 367 109 47,4<br />

52 Kleinzschocher 2494 1277 1217 77 319 28 45,7<br />

53 Großzschocher 2681 1319 1362 69 198 17 52,5<br />

54 Knautkleeberg-Knauthain 1948 997 951 67 135 0 56,7<br />

55 Hartmannsdorf-Knautnaundorf 464 238 226 15 31 0 53,5<br />

5 Südwest 15516 7686 7830 336 1280 235 49,7<br />

60 Schönau 1668 877 791 48 125 13 49,9<br />

61 Grünau-Ost 2190 998 1192 50 103 21 46,4<br />

62 Grünau-Mitte 3246 1670 1576 121 259 80 42,4<br />

63 Grünau-Siedlung 1402 677 725 25 100 13 54,6<br />

64 Lausen-Grünau 4090 2085 2005 102 399 48 49,4<br />

65 Grünau-Nord 2446 1260 1186 82 202 26 45,2<br />

66 Miltitz 852 418 434 16 71 5 59,2<br />

6 West 15894 7985 7909 444 1259 206 47,6<br />

70 Lindenau 1481 815 666 52 177 69 36,2<br />

71 Altlindenau 3737 1943 1794 87 466 118 41,1<br />

72 Neulindenau 1626 847 779 51 148 28 48,6<br />

73 Leutzsch 2897 1434 1463 55 258 27 50,1<br />

74 Böhlitz-Ehrenberg 3384 1681 1703 101 274 45 55,3<br />

75 Burghausen-Rückmarsdorf 1818 897 921 37 114 11 57,5<br />

7 Alt-West 14943 7617 7326 383 1437 298 47,3<br />

80 Möckern 3935 2009 1926 128 385 57 49,4<br />

81 Wahren 1981 958 1023 37 174 18 53,0<br />

82 Lützschena-Stahmeln 1534 746 788 38 101 10 56,3<br />

83 Lindenthal 2221 1078 1143 56 148 12 57,4<br />

8 Nordwest 9671 4791 4880 259 808 97 52,8<br />

90 Gohlis-Süd 5548 2660 2888 98 493 173 51,2<br />

91 Gohlis-Mitte 5280 2565 2715 93 444 80 55,8<br />

92 Gohlis-Nord 2222 1086 1136 66 157 33 52,6<br />

93 Eutritzsch 3500 1728 1772 101 394 95 49,6<br />

94 Seehausen 933 496 437 25 69 11 61,7<br />

95 Wiederitzsch 3218 1602 1616 92 200 24 58,1<br />

9 Nord 20701 10137 10564 475 1757 416 53,6<br />

Leipzig insgesamt 161918 80605 81313 3853 14190 3475 48,6<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 31


Die von der Bundesagentur für Arbeit zur Ver- Fast zwei Drittel aller Einpendler nach Leipzig<br />

fügung gestellten Daten ermöglichen die folgende (56 693 Personen) zur Jahresmitte 2008 stamm-<br />

Darstellung der Pendlerverflechtungen zum ten aus anderen sächsischen Kreisen. Weitere<br />

30.06.2008. Als Pendler ausgewiesen werden alle 28,6 % kamen aus den übrigen neuen Bundeslän-<br />

sozialversicherungspflichtig beschäftigten Persodern, 1,7 % aus der Hauptstadt Berlin und 3,2 %<br />

nen, bei denen der Wohnort nicht mit dem Sitz aus den alten Bundesländern. Im Gegenzug pen-<br />

des Beschäftigungsbetriebes übereinstimmt, dabei delte jeder zweite Leipziger in einen anderen<br />

werden keine Unterscheidungen über die Häufig- sächsischen Kreis zur Arbeit, 23,7 % in die übrikeit<br />

des Pendelns (z. B. Tages- oder Wochengen neuen Bundesländer, 3,8 % nach Berlin und<br />

pendler) vorgenommen. Alle ausgewiesenen jeder fünfte in die alten Bundesländer. Wie bereits<br />

Daten beziehen sich auf den Gebietsstand in den letzten Jahren hat die Stadt Leipzig gegen-<br />

30.06.2008. Alle seitdem in Kraft getretenen über allen zehn westdeutschen Bundesländern<br />

Gebietsneuordnungen sind nicht berücksichtigt. einen Auspendlerüberschuss zu verzeichnen.<br />

Wie eingangs dargestellt, hat sich der Anstieg Gegenüber 2007 ist der Auspendlerüberschuss in<br />

der Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäf- die alten Bundesländer insgesamt deutlich angetigten<br />

Personen in Leipzig auch im letzten Jahr stiegen und liegt zur Jahresmitte 2008 bei 5 997<br />

sowohl bei Betrachtung nach Arbeitsort als auch Personen. Gegenüber Berlin ist im vergangenen<br />

nach Wohnort fortgesetzt, was auch Auswirkungen Jahr eine Trendwende eingetreten und der<br />

auf die Zahl der Pendler hat. Die in den letzten Einpendlerüberschuss zu einem Auspendlerüber-<br />

Jahren tendenziell bereits steigende Zahl der Einschuss geworden.<br />

pendler nach Leipzig hat sich in den letzten Der Leipziger Pendlersaldo war Mitte 2008<br />

drei Jahren deutlich erhöht und erreichte zum nicht nur mit allen ostdeutschen Bundesländern,<br />

30.06.2008 mit 85 433 Personen einen neuen sondern auch mit fast allen ostdeutschen Land-<br />

Höchstwert. Allerdings stieg die Zahl der Auspendkreisen und kreisfreien Städten positiv. Einzige<br />

ler ebenfalls überdurchschnittlich auf 41 861 Per- Ausnahmen bilden hier die Stadt Potsdam (dort<br />

sonen an, so dass seit mehreren Jahren der Ein- arbeiten 24 Leipziger mehr als von da in Leipzig<br />

pendlerüberschuss gegenüber dem gleichen Zeit- einer Beschäftigung nachgehen) und in Sachsenpunkt<br />

des Vorjahres erstmals rückläufig war. Ge- Anhalt die im Vorjahr nach der Kreisreform neu<br />

genüber der Jahresmitte 2007 pendelten 2008 ins- entstandene Stadt Bitterfeld-Wolfen, in die auch<br />

gesamt 1 735 mehr Personen nach Leipzig zur die Gemeinde Thalheim (solar valley) eingegan-<br />

Arbeit, das entspricht einem Zuwachs von 2,1 %. gen ist (hier beträgt der Auspendlerüberschuss<br />

Die Zahl Leipziger, die außerhalb arbeiten, nahm 143 Personen). Außerdem gab es noch vier ost-<br />

in dieser Zeit um 3 129 Personen zu, das waren deutsche Gemeinden, mit denen die Stadt Leipzig<br />

sogar 8,1 % über dem Vorjahresniveau.<br />

zum 30.06.2008 einen negativen Pendlersaldo<br />

Leipziger sv-pflichtige Pendler<br />

1999 bis 2008 (jeweils 30.06.)<br />

Jahr Einpendler Auspendler Saldo<br />

2008 85 433 41 861 43 572<br />

2007 83 698 38 732 44 966<br />

2006 80 387 36 099 44 288<br />

2005 76 648 34 067 42 581<br />

2004 76 017 34 136 41 881<br />

2003 76 281 33 408 42 873<br />

2002 74 997 34 504 40 493<br />

hatte. Dies war zum einen die im Nordwesten<br />

direkt angrenzende Stadt Schkeuditz mit dem<br />

Flughafen Leipzig-Halle und großen Gewerbe<br />

gebieten, wo der Saldo von 849 (Vorjahr: 225)<br />

zugunsten der Stadt Schkeuditz stark anstieg.<br />

Das waren weiter drei kleinere Orte in Sachsen-<br />

Anhalt mit relativ großen Gewerbeansiedlungen:<br />

Günthersdorf (Einkaufszentrum nova eventis) mit<br />

einem Saldo von 316 (Vorjahr: 365), Spergau (Öl-<br />

Raffinerie) mit einem Saldo von 16 (Vorjahr: 9),<br />

2001 76 748 35 078 41 670 sowie Landsberg mit einem erstmaligen negativen<br />

2000 75 968 35 025 40 943<br />

1999 73 025 35 561 37 464<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Pendlersaldo von 12 (Vorjahr: +16) jeweils zu ungunsten<br />

der Stadt Leipzig.<br />

Aus den drei direkt an Leipzig angrenzenden<br />

ehemaligen Landkreisen Delitzsch, Leipziger Land<br />

Der Beschäftigtenzuwachs in der Stadt Leipzig und Muldentalkreis kommt ein Großteil aller Ein-<br />

kam den Leipzigerinnen und Leipziger stärker zupendler nach Leipzig. Auf diese Kreise entfallen<br />

gute, als den Beschäftigten mit Wohnort außerhalb nach wie vor fast zwei Drittel des gesamten Ein-<br />

Leipzigs. Die Zahl der Personen, die nicht nur in pendlerüberschusses der Stadt Leipzig.<br />

Leipzig arbeiten, sondern auch wohnen, erhöhte Im Vierjahresrhythmus wird über den Mikro-<br />

sich 2008 gegenüber dem Vorjahr absolut um zensus das Pendlerverhalten der Erwerbstätigen<br />

3 691 und prozentual um 3,2 %. Der Anteil der erfragt. Da die Relationen ähnlich sind, kann<br />

Einpendler an den sozialversicherungspflichtig be- man die Ergebnisse für 2008 auch auf die<br />

schäftigten Personen in Leipzig ging leicht zurück sozialversicherungspflichtig Beschäftigten anwen-<br />

und lag zur Jahresmitte 2008 bei 41,6 % nach den. So ergibt sich, dass mehr als 60 % der Pend-<br />

41,8 % am 30.06.2007.<br />

ler eine Entfernung von weniger als 10 km zurück-<br />

32 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


legen müssen, rund 27 % 10 bis 25 km und die<br />

übrigen Pendler über 25 km. Fast ein Drittel der<br />

pendelnden Personen muss dabei einen Zeitaufwand<br />

von mehr als 30 Minuten in Kauf nehmen.<br />

Leipziger Pendlerverflechtung (jeweils am 30.06.)<br />

Fast die Hälfte nutzt dabei einen Pkw. Auf Öffentliche<br />

Verkehrsmittel greifen rund 27 % zurück und<br />

fast 16 % nutzen das Fahrrad; mehr als 8 % erreichen<br />

ihre Arbeitsstelle per Fuß.<br />

Ein- Aus-<br />

Arbeits- bzw.<br />

Wohnort<br />

Pendlersaldo<br />

pendler<br />

nach<br />

pendler<br />

aus<br />

Leipzig Leipzig<br />

in 2007 2008 2008 2008<br />

Deutschland<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

*) Ein- Aus-<br />

Arbeits- bzw.<br />

Wohnort<br />

Pendlersaldo<br />

pendler<br />

nach<br />

pendler<br />

aus<br />

Leipzig Leipzig<br />

in 2007 2008 2008 2008<br />

44 910 43 494 85 355 41 861 noch: Gemeinden in Sachsen-Anhalt<br />

Neue Länder 50 331 49 606 81 162 31 556 Weißenfels 65 199 333 134<br />

Alte Länder - 5 480 - 5 997 2 731 8 728 Merseburg 237 195 520 325<br />

Berlin 31 - 115 1 462 1 577 Kabelsketal 140 136 430 294<br />

Bundesländer<br />

Landsberg 16 - 12 234 246<br />

Sachsen 36 196 35 068 56 693 21 625 Günthersdorf - 365 - 316 170 486<br />

Sachsen-Anhalt 9 146 9 513 16 808 7 295 Gemeinden in Sachsen<br />

Thüringen 3 177 3 207 4 803 1 596 Markkleeberg 2 321 2 143 4 575 2 432<br />

Brandenburg 1 399 1 450 2 302 852 Taucha 1 699 1 790 2 898 1 108<br />

Mecklenburg-Vorp. 413 368 556 188 Markranstädt 1 691 1 691 3 173 1 482<br />

Saarland - 34 - 15 34 49 Borsdorf 1 496 1 534 1 847 313<br />

Bremen - 51 - 60 18 78 Delitzsch 1 424 1 467 2 130 663<br />

Berlin 31 - 115 1 462 1 577 Brandis 1 201 1 149 1 537 388<br />

Schleswig-Holstein - 129 - 144 118 262 Naunhof 967 1 031 1.238 207<br />

Rheinland-Pfalz - 175 - 161 139 300 Eilenburg 899 917 1 206 289<br />

Hamburg - 184 - 220 80 300 Borna 887 827 1 397 570<br />

Niedersachsen - 333 - 412 362 774 Wurzen 774 757 1 035 278<br />

Hessen - 886 -1 162 98 1 260 Machern 706 673 1 202 529<br />

Baden-Württemb. - 1 022 -1 164 259 1 423 Grimma 695 673 1 171 498<br />

Nordrhein-Westf. - 1 157 -1 338 554 1 892 Groitzsch 612 631 684 53<br />

Bayern - 1 509 -1 587 803 2 390 Großpösna 701 630 1 156 526<br />

Ausgewählte Städte<br />

Böhlen 538 608 934 326<br />

Halle (Saale) 1 509 1 685 3 900 2 215 Rackwitz 601 596 837 241<br />

Altenburg 415 420 576 156 Belgershain 563 561 628 67<br />

Dessau-Roßlau . 402 692 290 Neukieritzsch 308 523 582 59<br />

Erfurt 213 219 632 413 Kitzscher 504 493 514 21<br />

Chemnitz 299 216 938 722 Bad Lausick 465 473 586 113<br />

Gera 174 149 316 167 Jesewitz 455 469 557 88<br />

Magdeburg 175 147 587 440 Parthenstein 424 433 483 50<br />

Wittenberg 152 132 209 77 Oschatz 427 431 503 72<br />

Jena 57 90 219 129 Torgau 413 412 514 102<br />

Zwickau 32 52 294 242 Pegau 351 394 451 57<br />

Dresden 3 17 2 263 2 246 Rötha 371 392 461 69<br />

Köln - 198 - 214 47 261 Frohburg 407 384 412 28<br />

Nürnberg - 210 - 216 40 256 Bad Düben 350 342 457 115<br />

Frankfurt am Main - 400 - 407 65 472 Bennewitz 353 340 549 209<br />

München - 356 - 421 118 539 Kitzen 337 330 388 58<br />

Landkreise<br />

Doberschütz 310 307 330 23<br />

Leipziger Land 11 006 10 707 17 658 6 951 Krostitz 344 302 606 304<br />

Muldentalkreis 9 496 9 495 12 378 2 883 Trebsen 281 299 328 29<br />

Delitzsch 7 022 6 431 13 264 6 833 Zwenkau 368 288 1 305 1 017<br />

Torgau-Oschatz 2 643 2 607 2 944 337 Mockrehna 275 279 289 10<br />

Burgenlandkreis . 2 035 2 567 532 Regis-Breitingen > 266 275 292 17<br />

Saalekreis . 1 985 4 238 2 253 Zschepplin > 247 > 262 272 < 10<br />

Altenburger Land 1 228 1 208 1 474 266 Thallwitz 255 256 279 23<br />

Döbeln 927 847 1 071 224 Geithain 230 242 265 23<br />

Anhalt-Bitterfeld . 801 1 757 956 Döbeln 269 229 309 80<br />

Gemeinden in Sachsen-Anhalt<br />

Schönwölkau 290 228 310 82<br />

Schkopau<br />

Lützen<br />

Bad Dürrenberg<br />

Zeitz<br />

250<br />

234<br />

206<br />

219<br />

239<br />

231<br />

222<br />

210<br />

409<br />

254<br />

259<br />

264<br />

170<br />

23<br />

37<br />

54<br />

Wermsdorf<br />

Espenhain<br />

Wiedemar<br />

Schkeuditz<br />

205<br />

169<br />

3<br />

- 225<br />

203<br />

192<br />

15<br />

- 849<br />

257<br />

343<br />

240<br />

2 718<br />

54<br />

151<br />

225<br />

3 567<br />

*) Außerdem 78 Einpendler aus Ausland bzw. ohne Zuordnung. Alle Angaben zum jeweiligen Gebietsstand.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 33


Empfänger von Leistungen nach SGB II in Leipzig 2008<br />

Peter Dütthorn<br />

Zum Jahresende 2008 wurde in der Stadt<br />

Leipzig die bisher niedrigste Zahl an Empfängern<br />

von Leistungen nach dem SGB II registriert, seit<br />

diese Grundsicherung für Arbeitssuchende und<br />

Personen, die mit ihnen in einer Bedarfsgemeinschaft<br />

leben, zu Beginn des Jahres 2005<br />

eingeführt wurde. Erwerbsfähige Hilfebedürftige im<br />

Alter bis 65 Jahre haben dabei Anspruch auf das<br />

Arbeitslosengeld II (ALG II), nicht erwerbsfähige<br />

Hilfebedürftige, die mit ihnen in einer sogenannten<br />

Bedarfsgemeinschaft leben, erhalten Sozialgeld.<br />

Die meisten Sozialgeldempfänger sind Kinder.<br />

Am Jahresende 2005, dem ersten Jahr nach<br />

Einführung der neuen Unterstützungsleistungen<br />

(umgangssprachlich auch als „Hartz IV“ bezeichnet),<br />

gab es in Leipzig insgesamt 50 288<br />

Bedarfsgemeinschaften, die derartige Leistungen<br />

erhielten. Seitdem hat sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften<br />

trotz gestiegener Einwohnerzahlen<br />

von Jahr zu Jahr verringert. Ende 2008 gab<br />

es insgesamt 46 998 Bedarfsgemeinschaften in<br />

Leipzig. In jeder vierten Bedarfsgemeinschaft<br />

lebten Kinder. Im Jahr 2008 hat sich erstmals seit<br />

Einführung des SGB II die Zahl der Bedarfsgemeinschaften<br />

mit Kindern in der Stadt Leipzig<br />

im Vorjahresvergleich verringert. 7 474 Bedarfsgemeinschaften<br />

wurden von Alleinerziehenden<br />

gebildet. In 12 406 Bedarfsgemeinschaften bezogen<br />

zwei oder mehr erwerbsfähige Hilfebedürftige<br />

Leistungen nach SGB II.<br />

Bedarfsgemeinschaften 2005 bis 2008<br />

Bedarfs- 2005 2006 2007 2008<br />

gemeinschaften Anzahl<br />

Insgesamt<br />

darunter:<br />

50 288 48 467 48 231 46 998<br />

mit Kindern 11 831 12 505 12 533 11 969<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Durchschnittlich erhielt jede Bedarfsgemeinschaft<br />

im Jahr 2008 eine Unterstützung von 764 €<br />

pro Monat, das sind 5 € mehr als im Vorjahr.<br />

Dieser Betrag umfasst alle Leistungen,<br />

insbesondere die Leistungen zur Sicherung des<br />

Lebensunterhalts, die Leistungen für Unterkunft<br />

und Heizung sowie das Sozialgeld. Die<br />

durchschnittlichen monatlichen Leistungen zur<br />

Sicherung des Lebensunterhaltes betrugen<br />

340,18 €, für Unterkunft und Heizung 280,36 €<br />

sowie Sozialgeld 83,37 € (jeweils bezogen auf alle<br />

Bedarfsgemeinschaften).<br />

In den 46 998 Gemeinschaften nach SGB II<br />

bezogen am Jahresende 2008 insgesamt 80 323<br />

Leipzigerinnen und Leipziger Leistungen. Die<br />

Gesamtzahl der Leistungsempfänger hat sich<br />

gegenüber 2007 somit um 3 411 Personen verringert.<br />

61 720 Leistungsempfänger sind erwerbs-<br />

fähig. Die Zahl der erwerbsfähigen Hilfeempfänger<br />

hat sich im letzten Jahr deutlicher verringert als die<br />

Zahl der nicht erwerbsfähigen Hilfeempfänger.<br />

Leistungsempfänger 2005 bis 2008<br />

Leistungs- 2005 2006 2007 2008<br />

empfänger Anzahl<br />

Erwerbsfähige<br />

Hilfebedürftige<br />

Nicht erwerbs-<br />

64 251 65 221 64 440 61 720<br />

fähigeHilfebedürftige 18 062 19 218 19 294 18 603<br />

dar.: Kinder<br />

unter 15 Jahre<br />

17 677 18 799 18 879 18 217<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Der Anteil der Geschlechter an den erwerbsfähigen<br />

Hilfebedürftigen ist relativ ausgeglichen,<br />

31 265 Männern stehen 30 455 Frauen gegenüber.<br />

Unter den erwerbsfähigen Hilfebedürftigen<br />

befinden sich 6 308 Ausländer. Der Anteil der<br />

Ausländer an den Hilfeempfängern ist mit 10,2 %<br />

deutlich höher als der Anteil der Ausländer an der<br />

Gesamtbevölkerung im Alter bis 65 Jahre (6,6 %).<br />

Der Großteil der 18 603 nicht erwerbsfähigen<br />

Hilfebedürftigen, die Sozialgeld erhielten, sind<br />

Kinder im Alter bis 15 Jahre. Zum Jahresende<br />

2008 erhielten 18 217 Leipziger Kinder Sozialgeld.<br />

Hilfequoten 2005 bis 2008<br />

Hilfequote 2005 2006 2007 2008<br />

Anteil an Bevölkerung im jeweiligen<br />

Alter in %<br />

Leistungsempfänger<br />

(unter 65 Jahre)<br />

Hilfebedürftige<br />

20,8 21,3 21,0 20,1<br />

Kinder<br />

(unter 15 Jahre)<br />

35,8 38,1 37,4 33,4<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Jeder fünfte Leipziger Einwohner unter 65 Jahre<br />

(20,1 %) war auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen.<br />

Gegenüber den Vorjahren hat sich der Anteil<br />

der Leistungsempfänger an der Bevölkerung leicht<br />

verringert. Bezogen auf alle Einwohner, lebten<br />

15,6 % der Leipzigerinnen und Leipziger von<br />

Leistungen nach SGB II.<br />

Sehr viel höher als die bereits genannten<br />

Anteile ist der Anteil der Kinder bis 15 Jahre, die<br />

Sozialgeld erhalten. Zum Jahresende 2008 erhielt<br />

ein Drittel (33,4 %) aller Leipziger Kinder dieser<br />

Altersgruppe Sozialgeld. Gegenüber den Vorjahren<br />

hat sich dieser Wert zwar verringert, ist<br />

aber immer noch sehr hoch.<br />

Zwischen den Ortsteilen der Stadt Leipzig gibt<br />

es sehr große Unterschiede beim Anteil der<br />

Leistungsempfänger an der Bevölkerung im Alter<br />

34 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


is 65 Jahre. Bei einem Durchschnittswert von<br />

20,1 % reicht die Spannweite zwischen den Ortsteilen<br />

von 5,2 % in Baalsdorf bis zu 48,3 % in<br />

Volksmarsdorf. Aus der folgenden Darstellung ist<br />

ersichtlich, dass insbesondere in den meisten der<br />

am Stadtrand gelegenen Ortsteile eine vergleichsweise<br />

günstige Situation besteht. Die Ortsteile mit<br />

den höchsten Anteilen an Leistungsempfängern<br />

sind vor allem im inneren Osten und im Westen<br />

Empfänger von Leistungen nach SGB II in Leipzig<br />

am 31.12.2008 nach Ortsteilen<br />

der Stadt zu finden. In den Ortsteilen Neustadt-<br />

Neuschönefeld, Volkmarsdorf, Kleinzschocher,<br />

Grünau-Mitte, Grünau-Nord, Lindenau und Altlindenau<br />

erhält mehr als ein Drittel der Einwohner<br />

bis 65 Jahre Hartz-IV-Leistungen.<br />

Ergänzend sei erwähnt, dass am Jahresende<br />

2008 insgesamt 6 915 Personen in Leipzig<br />

Arbeitslosengeld I bezogen, das entspricht 2,1 %<br />

der Bevölkerung im Alter von 15 bis 65 Jahren.<br />

Anteil an der Bevölkerung<br />

unter 65 Jahren in %<br />

bis 10,0<br />

über 10,0 bis 18,0<br />

über 18,0 bis 26,0<br />

über 26,0<br />

4 000<br />

Alg II<br />

2 000<br />

Sozialgeld<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 35


Leistungsempfänger in Leipzig am 31.12.2008 nach Ortsteilen<br />

Leistungsempfänger nach SGB II<br />

OT-/<br />

SB-<br />

Nr.<br />

Bedarfs-<br />

Ortsteil/<br />

gemein-<br />

Stadtbezirk<br />

schaften (BG)<br />

Leistungsempfänger<br />

insgesamt<br />

davon<br />

ALG II- Sozialgeldempfänger<br />

empfänger<br />

Anteil an<br />

Bevölkerung<br />

unter 65 Jahre<br />

Monatliche<br />

Leistung<br />

je BG<br />

ALG I-<br />

Empfänger<br />

Anzahl Personen<br />

in % in € Personen<br />

00 Zentrum 132 151 144 7 11,7 710 14<br />

01 Zentrum-Ost 236 308 263 45 12,6 701 39<br />

02 Zentrum-Südost 1 071 1 740 1 365 375 22,0 780 99<br />

03 Zentrum-Süd 679 1 031 844 187 12,7 720 104<br />

04 Zentrum-West 641 1 104 843 261 15,0 765 91<br />

05 Zentrum-Nordwest 371 591 466 125 7,5 745 100<br />

06 Zentrum-Nord 520 862 668 194 15,8 773 78<br />

0 Mitte 3 650 5 787 4 593 1 194 14,3 754 525<br />

10 Schönefeld-Abtnaundorf 1 308 2 469 1 792 677 31,8 802 150<br />

11 Schönefeld-Ost 837 1 259 1 019 240 23,0 718 130<br />

12 Mockau-Süd 476 868 646 222 30,0 793 48<br />

13 Mockau-Nord 918 1 456 1 156 300 21,0 717 160<br />

14 Thekla 305 460 385 75 12,9 719 85<br />

15 Plaußig-Portitz 69 113 92 21 5,5 680 34<br />

1 Nordost 3 913 6 625 5 090 1 535 23,1 754 607<br />

20 Neustadt-Neuschönefeld 1 658 3 177 2 328 849 41,3 856 135<br />

21 Volkmarsdorf 1 746 3 200 2 399 801 48,3 832 115<br />

22 Anger-Crottendorf 1 295 2 404 1 780 624 31,7 805 149<br />

23 Sellerhausen-Stünz 759 1 229 976 253 25,2 770 98<br />

24 Paunsdorf 1 853 3 077 2 451 626 28,0 747 245<br />

25 Heiterblick 128 219 178 41 7,4 725 31<br />

26 Mölkau 223 365 298 67 8,7 736 74<br />

27 Engelsdorf 379 676 525 151 10,7 768 99<br />

28 Baalsdorf 45 69 57 12 5,2 714 16<br />

29 Althen-Kleinpösna 70 146 100 46 8,7 791 33<br />

2 Ost 8 156 14 562 11 092 3 470 26,9 799 995<br />

30 Reudnitz-Thonberg 1 820 3 462 2 520 942 24,5 815 206<br />

31 Stötteritz 1 196 2 071 1 566 505 18,9 772 201<br />

32 Probstheida 290 432 354 78 11,1 736 61<br />

33 Meusdorf 209 321 268 53 12,0 743 47<br />

34 Liebertwolkwitz 302 557 423 134 14,5 755 95<br />

35 Holzhausen 261 425 337 88 9,5 693 71<br />

3 Südost 4 078 7 268 5 468 1 800 18,2 781 681<br />

40 Südvorstadt 1 537 2 315 1 842 473 12,4 725 253<br />

41 Connewitz 1 729 2 676 2 058 618 19,8 729 200<br />

42 Marienbrunn 199 326 259 67 8,9 765 59<br />

43 Lößnig 894 1 639 1 255 384 23,2 765 128<br />

44 Dölitz-Dösen 304 528 409 119 17,9 768 50<br />

4 Süd 4 663 7 484 5 823 1 661 16,3 739 690<br />

50 Schleußig 685 1 187 871 316 11,5 744 134<br />

51 Plagwitz 1 416 2 302 1 789 513 23,6 766 169<br />

52 Kleinzschocher 1 286 2 280 1 724 556 34,8 794 119<br />

53 Großzschocher 655 1 086 855 231 18,5 729 126<br />

54 Knautkleeberg-Knauthain 174 326 245 81 8,0 720 61<br />

55 Hartmannsdorf-Knautnaundorf 45 85 62 23 8,4 632 29<br />

5 Südwest 4 261 7 266 5 546 1 720 19,4 762 638<br />

60 Schönau 595 1 070 812 258 28,3 757 75<br />

61 Grünau-Ost 605 1 079 837 242 21,6 728 110<br />

62 Grünau-Mitte 1 522 2 957 2 186 771 33,9 803 198<br />

63 Grünau-Siedlung 111 179 153 26 6,4 772 42<br />

64 Lausen-Grünau 1 566 2 444 1 960 484 26,9 723 219<br />

65 Grünau-Nord 1 218 2 313 1 723 590 36,7 768 158<br />

66 Miltitz 101 161 121 40 10,0 732 29<br />

6 West 5 718 10 203 7 792 2 411 27,3 759 831<br />

70 Lindenau 1 038 1 666 1 293 373 34,4 773 87<br />

71 Altlindenau 2 311 3 847 2 975 872 35,9 778 180<br />

72 Neulindenau 677 1 136 898 238 29,1 767 77<br />

73 Leutzsch 975 1 553 1 234 319 23,1 741 135<br />

74 Böhlitz-Ehrenberg 627 1 077 825 252 14,7 751 137<br />

75 Burghausen-Rückmarsdorf 135 227 181 46 6,3 681 48<br />

7 Alt-West 5 763 9 506 7 406 2 100 25,6 764 664<br />

80 Möckern 1 523 2 518 1 946 572 27,3 750 202<br />

81 Wahren 483 796 636 160 18,7 739 76<br />

82 Lützschena-Stahmeln 155 239 196 43 7,6 659 65<br />

83 Lindenthal 252 417 337 80 9,3 713 86<br />

8 Nordwest 2 413 3 970 3 115 855 18,8 738 429<br />

90 Gohlis-Süd 1 216 2 134 1 623 511 16,3 776 213<br />

91 Gohlis-Mitte 966 1 754 1 286 468 15,4 757 176<br />

92 Gohlis-Nord 567 982 757 225 20,1 736 97<br />

93 Eutritzsch 1 169 2 069 1 547 522 24,3 752 165<br />

94 Seehausen 59 113 79 34 6,3 695 34<br />

95 Wiederitzsch 268 433 356 77 6,6 704 112<br />

9 Nord 4 245 7 485 5 648 1 837 16,2 754 797<br />

Leipzig insgesamt 46 998 80 323 61 720 18 603 20,1 764 6 915<br />

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 36


Aktuelle Entwicklungstendenzen im Leipziger Einzelhandel<br />

,<br />

Stefanie Komm<br />

Die Autorin ist Sachbearbeiterin Stadtentwicklung im Stadtplanungsamt der Stadt Leipzig. Die Redaktion<br />

Der Einzelhandel in der Stadt Leipzig hat sich in<br />

den letzten Jahren außergewöhnlich dynamisch<br />

entwickelt. Ein wichtiges Instrument bei der<br />

Steuerung von Einzelhandelsvorhaben stellte in<br />

dieser Zeit der Stadtentwicklungsplan Zentren von<br />

1999 dar. Mit der Novellierung des Baugesetzbuches<br />

im Jahr 2007 wurden den Städten und<br />

Gemeinden stärkere bauplanungsrechtliche Instrumentarien<br />

an die Hand gegeben, die die Stärkung<br />

der Nahversorgung und den Schutz der Stadtteil-<br />

und Nahversorgungszentren vorsah. Die Stadt<br />

Leipzig hat den Stadtentwicklungsplan Zentren<br />

nunmehr fortgeschrieben. Dieser wurde am<br />

18.03.2009 von der Leipziger Ratsversammlung<br />

beschlossen. Damit hat die Stadt Leipzig auf die<br />

neuen Anforderungen der Bundesgesetzgebung<br />

an Einzelhandelskonzepte reagiert und den STEP<br />

Zentren an die neuen Rahmenbedingungen<br />

angepasst<br />

Seit 1999 wird begleitend zur Umsetzung des<br />

STEP Zentren im 2-jährigen Rhythmus eine<br />

Erhebung aller Einzelhandelsbetriebe in Leipzig<br />

durchgeführt. Dies soll auch zukünftig fortgeführt<br />

werden. Dadurch wird eine möglichst aktuelle<br />

Datenbasis vorgehalten, die sowohl eine wesentliche<br />

Grundlage für die Beurteilung von Einzelhandelsvorhaben<br />

liefert, wie auch bei der Aufstellung<br />

von Bebauungsplänen zum Schutz der<br />

Zentren für die Argumentation genutzt werden<br />

kann. Die jüngste Erhebung vom Stand 01/2009<br />

liegt inzwischen ausgewertet vor.<br />

Gesamtstädtische Einzelhandelsentwicklung<br />

Leipzig verfügte Anfang 2009 über 3 876 Betriebe<br />

mit einer Verkaufsfläche von 803 000 m²<br />

(siehe Abbildung 1). Die Zahl der Betriebe ist seit<br />

1999 weiterhin rückläufig (-8 %) (siehe Abbildung<br />

2), während die Verkaufsfläche um insgesamt<br />

24 % in diesem Zeitraum anstieg und nun<br />

erstmalig die Grenze von 800 000 m² Verkaufsfläche<br />

überschritt. Seit 2007 stieg die Verkaufsfläche<br />

nur noch um circa 2 % an, gleichzeitig<br />

stagnierte in diesem Zeitraum die Anzahl der<br />

Geschäfte. Lag die Pro-Kopf-Verkaufsfläche 1999<br />

noch bei 1,3 m², so liegt sie nunmehr bei 1,6 m².<br />

Insgesamt verlief die Handelsentwicklung stadträumlich<br />

sehr unterschiedlich. Die außergewöhnliche<br />

Verkaufsflächendynamik konzentrierte sich in<br />

den letzten Jahren zumeist auf Großprojekte in<br />

der City, hier erhöhte sich die Verkaufsfläche<br />

zwischen 1999 und 2007 um 43 % auf circa<br />

168 000 m². Dieser Trend hat sich in den letzten<br />

zwei Jahren allerdings nicht fortgesetzt. Die<br />

Verkaufsflächenentwicklung stagnierte auf diesem<br />

Niveau genauso wie die Anzahl der Betriebe. Die<br />

Verkaufsflächensteigerung der letzten zwei Jahre<br />

fand daher hauptsächlich außerhalb der City statt.<br />

Hier sind unter anderem Entwicklungen in den<br />

Stadtteil- und Nahversorgungszentren wie die<br />

Eröffnung des Kauflandes in Reudnitz sowie die<br />

Neueröffnungen am Ranstädter Steinweg/Jahnallee<br />

und in der Könneritzstraße zu nennen.<br />

Abbildung 1: Entwicklung der Verkaufsflächen<br />

in Leipzig seit 1999<br />

Quelle: GMA 1999 bis 2009; Stadtplanungsamt Leipzig<br />

Abbildung 2: Leipziger Einzelhandelsbestand<br />

1999 - 2009 (Index 1999 = 100)<br />

Quelle: GMA Erfurt, Stadtplanungsamt Leipzig;<br />

1999 – Gebietsstand 01.01.2000, Stand 1/2009<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 37<br />

Verkaufsfläche m²<br />

in %<br />

900.000<br />

800.000<br />

700.000<br />

600.000<br />

500.000<br />

400.000<br />

300.000<br />

200.000<br />

100.000<br />

130<br />

120<br />

110<br />

100<br />

90<br />

80<br />

-<br />

100<br />

93 100<br />

555 160<br />

Innenstadt<br />

Sonstige Stadt<br />

117 300<br />

588 515<br />

144 600<br />

607 865<br />

130 700<br />

613 340<br />

168 720<br />

619 100<br />

634 820 168 645<br />

1999 2001 2003 2005* 2007 2009<br />

109<br />

93<br />

116 115<br />

94<br />

93<br />

122<br />

92<br />

124<br />

92<br />

1999 2001 2003 2005 2007 2009<br />

Verkaufsflächen Einzelhandelsbetriebe


Lebensmitteleinzelhandel<br />

Insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel hat<br />

sich in den letzten Jahren sehr dynamisch entwickelt.<br />

Diese Dynamik der letzten Jahre ist<br />

insbesondere durch einen Strukturwandel im Einzelhandel<br />

verstärkt worden. Dieser Strukturwandel<br />

ist von der betreiberseitigen Forderung nach großflächigeren<br />

Verkaufsformen (>800 m² Verkaufsfläche)<br />

– wie Discountmärkte sie anbieten – sowie<br />

guter verkehrlicher Erreichbarkeit gekennzeichnet.<br />

Abbildung 3: Entwicklung der Verkaufsfläche<br />

seit 1999 nach Betriebstypen<br />

SB-Markt Discounter SB-Warenhaus<br />

Quelle: GMA Erfurt 1998, Stadtplanungsamt Leipzig<br />

Abbildung 4: Entwicklung der Anzahl der Geschäfte<br />

seit 1999 nach Betriebstypen<br />

Anzahl der Geschäfte<br />

Verkaufsfläche in tsd m²<br />

120<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

800<br />

700<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

0<br />

0<br />

95<br />

596<br />

70<br />

381<br />

492<br />

538<br />

547544<br />

87<br />

79<br />

536<br />

Quelle: GMA Erfurt, Stadtplanungsamt Leipzig<br />

Der Strukturwandel im Lebensmitteleinzelhandel<br />

ist auch an Leipzig nicht spurlos vorbei<br />

gegangen. Seit 1999 hat sich die Verkaufsfläche<br />

der drei wesentlichen Betriebstypen im Lebensmitteleinzelhandel<br />

Discounter, SB-Markt und SB-<br />

70<br />

636<br />

96<br />

544<br />

8 9 9<br />

532<br />

722<br />

1999 2005 2007 2009<br />

71<br />

107<br />

1999 2005 2007 2009<br />

SB-Markt Discounter SB-Warenhaus<br />

616<br />

10<br />

Warenhaus um 27 % auf insgesamt 187 000 m²<br />

Verkaufsfläche erhöht (siehe Abbildung 3). Während<br />

sich die Verkaufsfläche bei den Discountern<br />

in diesem Zeitraum nahezu verdoppelte, steigerte<br />

sich die Verkaufsfläche der SB-Warenhäuser<br />

um circa 25 %. Einzig bei den SB-Märkten ging<br />

die Fläche um knapp 11 % zurück. Auch die<br />

Anzahl der Discounter erhöhte sich in diesem<br />

Zeitraum von allen drei Betriebstypen von 70 auf<br />

107 (+52 %) am stärksten (siehe Abbildung 4).<br />

Die Discounterwelle scheint ungebrochen, denn<br />

allein in den letzten zwei Jahren sind insgesamt 11<br />

neue Discounter entstanden. Gleichzeitig wurden<br />

aber auch vier Standorte geschlossen und drei<br />

Betreiberwechsel an Bestandsstandorten fanden<br />

statt. Das belegt sehr deutlich, dass sich neben<br />

der Expansion auch ein Umverteilungswettbewerb<br />

bemerkbar macht. Neun der neuen Discounter<br />

wurden in Stadtteil- oder Nahversorgungszentren<br />

errichtet. Dies zeigt offensichtlich, dass die<br />

Steuerung von Einzelhandelsvorhaben zunehmend<br />

greift. Auch konnten vier neue SB-Märkte<br />

(im Gegenzug wurden drei geschlossen) und ein<br />

SB-Warenhaus angesiedelt werden.<br />

Vergleicht man die Entwicklung der durchschnittlichen<br />

Verkaufsfläche der Leipziger Discounter<br />

in den letzten zwei Jahren, so lässt sich<br />

feststellen, dass sich durch die Neueröffnungen<br />

die durchschnittliche Fläche um knapp 25 m² auf<br />

fast 670 m² erhöht hat. Dies entspricht auch dem<br />

bundesdeutschen Trend zu größeren Betriebs-<br />

formen im Discountbereich.<br />

Dagegen ging die durchschnittliche Verkaufsfläche<br />

von SB-Märkten um circa 16 m² auf knapp<br />

750 m² zurück. Innerhalb der Zentren reduzierte<br />

sich dieser Durchschnittswert sogar von 850 m²<br />

um fast 50 m². Diese Tatsache zeigt deutlich, dass<br />

sich gerade im Bereich SB-Märkte neue Betriebsformen<br />

etablieren, die nicht nur auf die Vergrößerung<br />

der Fläche abzielen, sondern bewusst<br />

zentrale und fußläufig gut erreichbare Lagen<br />

aufsuchen und dabei zu Gunsten der Lagequalität<br />

die Fläche reduzieren. Auch das äußere Erscheinungsbild<br />

und die Akzeptanz für eine<br />

anspruchsvolle Architektur haben sich dabei<br />

verbessert.<br />

Cityentwicklung<br />

Die Einzelhandelsentwicklung in der Leipziger<br />

City war in den letzten Jahren durch ein enormes<br />

Wachstum gekennzeichnet. Insbesondere in den<br />

Jahren zwischen 1999 und 2004 sind durch große<br />

Neueröffnungen und umfangreiche Sanierungsmaßnahmen<br />

Verkaufsflächen neu erschlossen<br />

worden. Nach einer kurzzeitigen durch Umbauten<br />

(Karstadtneubau und Interimsnutzung, Umbau<br />

einiger Passagen) bedingten Reduzierung der<br />

Verkaufsfläche, stieg diese zwischen 2005<br />

und 2007 wieder an. Seit 2007 stagniert die<br />

38 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Verkaufsfläche. Auf der einen Seite ist dies Folge<br />

einer gewissen Marktsättigung, andererseits wird<br />

durch einen enormen Umsatzumverteilungswettbewerb<br />

eine erhöhte Verkaufsflächenfluktuation<br />

ausgelöst. Die Leipziger City hat sich in Teilbereichen<br />

sehr unterschiedlich entwickelt (siehe<br />

Abbildung 5). Der Nordwest-Bereich der City verlor<br />

circa 12 000 m² Verkaufsfläche durch die Schließung<br />

der „Blechbüchse“ am Brühl und weiteren<br />

Geschäftsaufgaben in der Hainstraße nach dem<br />

Jahr 2005. Während die Bereiche Nordost und<br />

Hauptbahnhof in den letzten Jahren weitestgehend<br />

stagnierten, entwickelten sich die Bereiche<br />

Süd und Mitte seit 2005 wieder positiv.<br />

In den letzten zwei Jahren konnten trotz der<br />

Neueröffnungen im Universitätsneubau, der Wiedereröffnung<br />

des Handelshofes und dem Neubaukomplex<br />

des Motel One in der Nikolaistraße die<br />

Schließungen des Textilkaufhauses Sinn & Leffers<br />

und die Schließung von Karstadt Sport sowie<br />

weiterer Flächen dadurch nicht kompensiert<br />

werden, sodass auch hier die Verkaufsflächensteigerungen<br />

seitdem stagnieren.<br />

Gleichzeitig ist in einigen Lagen ein „Trading-<br />

Down-Effekt“ festzustellen, der sich besonders in<br />

der preislichen Qualität der Geschäfte niederschlägt,<br />

wie zum Beispiel in der Nikolaistraße, in<br />

der Billiganbieter qualitativ hochwertige Geschäfte<br />

abgelöst haben.<br />

Auch die mit der Wirtschaftskrise verbundene<br />

Frage der Zukunft der Warenhäuser Karstadt und<br />

Galeria Kaufhof und die Entwicklung des Einkaufszentrums<br />

am Brühl werden die Cityentwicklung<br />

in den nächsten Jahren nachhaltig beeinflussen.<br />

Das geplante Einkaufszentrum soll den Branchenmix<br />

der Innenstadt ergänzen und insbesondere<br />

den Nordwest-Bereich neu stärken. In der<br />

gesamten Wettbewerbssituation wird es wichtig<br />

sein, dass maßgeblich die eigentümergeführten<br />

Fachgeschäfte am Markt aktiv bleiben und sich<br />

profilieren können. Mehr als die Hälfte dieser<br />

Fachgeschäfte befindet sich in den 30 Leipziger<br />

Passagen und Höfen. Dies ist ein Grund dafür,<br />

dass das einzigartige Leipziger Passagensystem<br />

in seiner Entwicklung in den nächsten Jahren aktiv<br />

unterstützt und gefördert werden soll.<br />

Abbildung 5: Verkaufsflächenentwicklung in der Leipziger City 1997 – 2009 nach Teilräumen<br />

Quelle: GMA, Stadtplanungsamt Leipzig, Stadtentwicklungsplanung, 1/2009<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 39


Einkommen und Einkommensentwicklung in Sachsen und Leipzig 2008<br />

Andrea Schultz<br />

Seit Mitte der 1990er Jahre stagnieren die<br />

Einkommen der Leipziger Privathaushalte oder<br />

sind sogar rückläufig. Die Jahresteuerungsrate<br />

verstärkt den realen Einkommensrückgang. Im<br />

sächsischen Vergleich verfügen die Leipziger<br />

Haushalte über die geringsten Einkommen. Diese<br />

Entwicklung hat sich auch 2008 fortgesetzt. Die<br />

Daten des Mikrozensus sowie der kommunalen<br />

Bürgerumfrage zeigen bei vergleichenden und<br />

teilgruppenspezifischen Analysen jedoch ein<br />

ambivalentes Bild.<br />

Methodische Vorbemerkungen<br />

Die monatlichen Nettoeinkommen können<br />

haushaltsbezogen oder personenbezogen erhoben<br />

werden. Ausgewiesen werden sie entweder<br />

nominal, also zu jeweiligen Preisen, oder preisbereinigt<br />

auf das Niveau eines Basisjahrs (hier:<br />

sächsischer Verbraucherpreisindex 2005 = 100).<br />

Die Betrachtung der Einkommenssituation des<br />

gesamten Haushaltes ist sinnvoll, da der Haushalt<br />

eine wirtschaftliche Einheit bildet. Die Einkommen<br />

aller Haushaltsmitglieder werden also summiert.<br />

Ein Nachteil der haushaltsbezogenen Betrachtung<br />

ist, dass die spezifische Haushaltsgröße nicht<br />

berücksichtigt wird. Mehrpersonenhaushalte, bei<br />

denen mehrere Personen zum gesamten Haushaltseinkommen<br />

beitragen, werden daher im<br />

Vergleich zu Einpersonenhaushalten bevorteilt.<br />

Außerdem tragen Änderungen der Haushaltsgrößen<br />

und -strukturen auf gesamtstädtischer<br />

Ebene unweigerlich zu einer Änderung der<br />

Haushaltseinkommen bei. Eine Normierung, die<br />

Haushalte unterschiedlicher Größe vergleichbar<br />

macht, findet beim Nettoäquivalenzeinkommen<br />

statt. Die Berechnung findet nach der sogenannten<br />

neuen OECD-Skala statt, gemäß derer<br />

jedem Haushaltsmitglied je nach Alter ein<br />

bestimmtes Bedarfsgewicht zugesprochen wird.<br />

Der Haushaltsvorstand erhält ein Bedarfsgewicht<br />

von 1,0, jede weitere Person über 14 Jahre ein<br />

Bedarfsgewicht von 0,5. Kinder und Jugendliche<br />

unter 14 Jahre gehen mit einem Bedarfsgewicht<br />

von 0,3 in die Berechnungen ein.<br />

Haushaltseinkommen in Sachsen und Leipzig<br />

2008 sind in Sachsen die nominalen Haushaltsnettoeinkommen<br />

zum dritten Mal in Folge leicht<br />

angestiegen. Berücksichtig man allerdings die<br />

Jahresteuerungsrate (sächsischer Verbraucherpreisindex),<br />

ist sachsenweit ein realer Einkommensrückgang<br />

bzw. eine Stagnation zu<br />

beobachten (siehe Abbildung 1). Ein Blick auf die<br />

sächsischen Großstädte zeigt, dass hier in den<br />

letzten Jahren eher unterdurchschnittliche Haushaltseinkommen<br />

erzielt wurden. Dies ist unter<br />

anderem auch durch überdurchschnittlich viele<br />

Singlehaushalte in den Städten zu erklären. Im<br />

Vergleich zum Vorjahr sind 2008 in Dresden,<br />

Chemnitz und Leipzig die nominalen Einkommen<br />

gestiegen, in Dresden um 98 Euro sowie in<br />

Chemnitz und Leipzig jeweils um 29 Euro. Damit<br />

nähern sich die Dresdner Haushaltseinkommen<br />

dem Chemnitzer Niveau und dem sächsischen<br />

Durchschnitt an, Leipzig fällt weiter zurück. Auch<br />

2008 werden somit im sächsischen Vergleich die<br />

geringsten Haushaltseinkommen in der Stadt<br />

Leipzig erzielt. Bei Berücksichtigung der Jahresteuerungsrate<br />

verbleibt somit real nur für die<br />

Dresdner Haushalte ein Einkommensplus.<br />

Abbildung 1: Reale Haushaltsnettoeinkommen in Sachsen, Chemnitz, Dresden, Leipzig 1991-2008<br />

(Median, preisbereinigt auf das Preisniveau von 2005; Sächsischer Verbraucherpreisindex)<br />

1800 €<br />

1500 €<br />

1200 €<br />

900 €<br />

600 €<br />

300 €<br />

0 €<br />

1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008<br />

Sachsen Chemnitz Dresden Leipzig Reihe1<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen, Mikrozensus 1991 bis 2008 Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

40 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Abbildung 2: Monatliche Haushaltsnettoeinkommen (Median) in Leipzig 2008<br />

Alter (Bezugsperson)<br />

Haushaltstyp<br />

Haushaltsgröße<br />

(Personen)<br />

Gesamt<br />

18-34<br />

35-49<br />

50-54<br />

65-85<br />

Singles (unter 65 Jahre)<br />

Alleinerziehende<br />

Paare mit Kind(ern)<br />

Paare ohne Kind(er)<br />

Alleinstehende Rentner<br />

Rentnerpaare<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4 und mehr<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 41<br />

945<br />

1030<br />

983<br />

1203<br />

1276<br />

1297<br />

1379<br />

1330<br />

1697<br />

1796<br />

1827<br />

2115<br />

2371<br />

0 € 500 € 1000 € 1500 € 2000 € 2500 €<br />

Quelle: Bürgerumfrage 2008 Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Einkommenssituation Leipziger Haushalte<br />

Für die Stadt Leipzig werden im Rahmen der<br />

kommunalen Bürgerumfrage regelmäßig die<br />

Einkommensverhältnisse der Haushalte erhoben.<br />

Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf<br />

den Erhebungswellen verschiedener Jahrgänge<br />

und stellen nominale Größen dar. Das gestiegene<br />

Preisniveau ist bei Zeitvergleichen also nicht<br />

berücksichtigt. Es muss beachtet werden, dass zu<br />

den Daten des Mikrozensus eine eingeschränkte<br />

Vergleichbarkeit besteht, da sich die Erhebungsverfahren<br />

unterscheiden.<br />

Wie in Abbildung 2 ersichtlich, treten zwischen<br />

den dargestellten Haushaltstypen bzw. Haushaltskonstellationen<br />

Unterschiede auf. Beispielsweise<br />

verfügt ein Leipziger Singlehaushalt (ohne Rentner)<br />

monatlich über ein Nettoeinkommen von<br />

945 Euro. Einer Familie mit Kind(ern) stehen<br />

durchschnittlich 2 460 Euro zur Verfügung, das<br />

sind circa 350 Euro mehr und entspricht der<br />

höchsten Einkommenssteigerung in den letzten<br />

zwei Jahren. Aber auch Paare ohne Kinder konnten<br />

2008 ein um circa 115 Euro höheres Haushaltsnettoeinkommen<br />

erzielen als noch zwei Jahre<br />

zuvor. Die Gründe dafür sind vor allem in Zuwächsen<br />

bei der Beschäftigung sowie bei der Erwerbstätigkeit<br />

beider Partner zu vermuten. Dafür spricht,<br />

dass Erwerbsarbeit als Hauptquelle des Lebensunterhalts<br />

im Vergleich zu 2006 zugenommen hat.<br />

Das Haushaltseinkommen von Alleinerziehenden<br />

und Rentnerpaaren hat dagegen in den letzten<br />

zwei Jahren etwas abgenommen.<br />

In Abbildung 3 wird deutlich, dass der Anteil<br />

einkommensstarker Haushalte (über 3 000 Euro)<br />

in Leipzig im Zeitverlauf sehr konstant ist. Eine<br />

gewisse Dynamik lässt sich dagegen im mittleren<br />

und unteren Einkommensbereich feststellen.<br />

2460<br />

2605<br />

Jedoch verharrt der Anteil einkommensschwacher<br />

Haushalte mit einem Nettoeinkommen unter<br />

1 100 Euro bei über einem Drittel.<br />

Abbildung 3: Entwicklung der Haushaltsnettoeinkommen<br />

in Leipzig 2003 bis 2008<br />

100 %<br />

80 %<br />

60 %<br />

40 %<br />

20 %<br />

0 %<br />

6 7 7 7<br />

12 14 11<br />

11<br />

48 44 47 46<br />

33 36 35 36<br />

2003 2005 2006 2008<br />

bis unter 1100 € 1100 bis unter 2300 €<br />

2300 bis unter 3200 € 3200 € und mehr<br />

Quelle: Bürgerumfragen 2000 bis 2008<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

2004 fand keine Erhebung statt, 2007 wurde das Einkommen<br />

in anderen Klassen erfragt<br />

Nettoäquivalenzeinkommen<br />

Aussagen zu relativer Einkommensarmut sind<br />

auf der Grundlage des Nettoäquivalenzeinkommens<br />

möglich. Diesbezüglich sei folgender<br />

Indikator erläutert: Die Armutsgefährdungsquote<br />

gibt den Anteil der Personen mit einem Äquivalenzeinkommen<br />

von weniger als 60% des Medians<br />

der Äquivalenzeinkommen der Bevölkerung<br />

in Privathaushalten an. Steigt die Armutsgefährdungsquote,<br />

nimmt die Einkommensungleichheit<br />

zu, das heißt die unteren Einkommen entwickeln<br />

sich ungünstiger als mittlere oder hohe Einkommensgruppen.<br />

Generelle methodische Erläuterungen sowie<br />

Anmerkungen zur kleinräumigen Definition von<br />

relativer Armut sind im gleichnamigen Beitrag im<br />

statistischen <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2006 zu finden.


Die amtliche Sozialberichterstattung ermittelt<br />

mithilfe der Daten des Mikrozensus’ Nettoäquivalenzeinkommen<br />

sowie Armutsgefährdungsquoten<br />

für Deutschland und die Bundesländer. Für<br />

2007 wird für Sachsen das 60-Prozentniveau des<br />

Medians mit 677 Euro angegeben. Die Armutsgefährdungsquote<br />

(Anteil der sächsischen Haushalte,<br />

die darunter liegen) beträgt 13,6 Prozent.<br />

Für Leipzig lassen sich diese Indikatoren<br />

anhand von Daten der kommunalen Bürgerumfrage<br />

berechnen. Da es in der Erhebungswelle<br />

2008 eine Änderung in der Erhebungsmethode<br />

des Haushaltseinkommens gab, musste das<br />

interne Berechnungsverfahren für das Äquivalenzeinkommen<br />

angepasst werden. Bei Zeitvergleichen<br />

dürfen daher geringe Unterschiede nicht<br />

überinterpretiert werden. Das Nettoäquivalenzeinkommen<br />

(Median) beträgt 2008 in Leipzig<br />

1067 Euro. Die Armutsgefährdungsschwelle<br />

(60 Prozent des Medians) liegt somit bei 640 Euro.<br />

16 Prozent der Leipziger haben 2008 ein geringeres<br />

Äquivalenzeinkommen, sie gelten als relativ<br />

einkommensarm.<br />

Abbildung 4: Entwicklung der relativen Armutsgefährdungsquote*<br />

in Leipzig<br />

20 %<br />

16 %<br />

12 %<br />

8 %<br />

4 %<br />

%<br />

13<br />

15 14<br />

16<br />

2001 2003 2006 2008<br />

Quelle: Amt für Statistik und Wahlen<br />

* weniger als 60 % des durchschnittlichen Äquivalenzeinkom-<br />

mens (Median)<br />

Die Einkommensungleichheit, also der Unterschied<br />

zwischen „Arm“ und „Reich“, hat in Leipzig<br />

bis 2005 stetig zugenommen. Seither bewegt er<br />

sich auf konstant hohem Niveau. In Abbildung 5<br />

sind die Äquivalenzeinkommen der einkommensstärksten<br />

und einkommensschwächsten Haushalte<br />

(jeweils obere und untere 20 %) in Leipzig<br />

angegeben.<br />

Abbildung 5: Entwicklung der Einkommensschere<br />

1995 bis 2008 (Äquivalenzeinkommen)<br />

2000 €<br />

1750 €<br />

1500 €<br />

1250 €<br />

1000 €<br />

750 €<br />

einkommensstärkste 20 Prozent<br />

500 €<br />

250 €<br />

0 €<br />

einkommensschwächste 20 Prozent<br />

1995 1997 1999 2001 2003 2005 2006 2008<br />

Quelle: Bürgerumfragen 1995-2008<br />

Amt für Statistik und Wahlen<br />

Zwar haben die durchschnittlichen Nettoäquivalenzeinkommen<br />

der einkommensschwachen<br />

Haushalte von 2005 bis 2008 wieder etwas zugenommen<br />

und erreichen das Niveau von Mitte<br />

bis Ende der 1990er Jahre. Die Differenz zwischen<br />

einkommensarmen und einkommensreichen<br />

Haushalten hat sich allerdings nicht verändert.<br />

Denn die einkommensreichen Leipziger Haushalte<br />

konnten in den letzten drei Jahren Einkommenszuwächse<br />

erzielen. Einkommensschwache Haushalte<br />

erzielen im Jahr 2008 ein Nettoäquivalenzeinkommen<br />

von bis zu 775 Euro, die einkommensreichen<br />

Haushalte mindestens 1 590 Euro.<br />

Einschätzung der wirtschaftlichen Situation<br />

Neben den „harten“ Daten zum Einkommen der<br />

Leipziger Haushalte wird in der kommunalen<br />

Bürgerumfrage auch nach der persönlichen<br />

Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage<br />

gefragt. Schließlich lässt die absolute Höhe des<br />

Haushaltseinkommens nicht unbedingt auf deren<br />

Bewertung schließen. So können beispielsweise<br />

günstige Lebenshaltungskosten oder ein geringes<br />

eigenes Anspruchsniveau zu einer durchaus<br />

positiven Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen<br />

Situation führen.<br />

Trotz sinkender bzw. stagnierender Einkommen<br />

und tendenziell steigender Armutsgefährdungsquoten<br />

hat der Anteil derjenigen, die ihre wirtschaftliche<br />

Situation als gut und sehr gut einschätzen,<br />

kontinuierlich etwas zugenommen. Nur<br />

circa 4 Prozent bewerten ihre ökonomische Situation<br />

2008 als sehr schlecht; dieser Wert verbleibt<br />

im Zeitverlauf auf konstantem Niveau. Demgegenüber<br />

stieg bis 2007 der Anteil an Personen, deren<br />

„gefühlte“ wirtschaftliche Situation gut und sehr gut<br />

ist. Die Einschätzungen der Erhebungswelle 2008<br />

verharren auf dem Niveau des Vorjahres. Die<br />

Leipzigerinnen und Leipziger bewerten die im<br />

regionalen Vergleich problematische Einkommenslage<br />

somit überraschend positiv.<br />

Abbildung 6: Einschätzung der persönlichen<br />

wirtschaftlichen Situation 2003 bis 2008<br />

36 37<br />

44 42 40<br />

42 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009<br />

100 %<br />

80 %<br />

60 %<br />

40 %<br />

20 %<br />

0 %<br />

2<br />

35<br />

3<br />

3<br />

15 14 15 12 13<br />

4 5 5 5 4 5<br />

2003 2005 2006 2007 2008<br />

sehr schlecht schlecht teils/teils<br />

gut sehr gut Mittelwert<br />

Quelle: Bürgerumfragen 2003, 2005, 2006, 2007, 2008<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

2004 fand keine Bürgerumfrage statt<br />

4<br />

42<br />

37<br />

3<br />

41<br />

40<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

sehr gut sehr schlecht


Ausgewählte Ergebnisse aus dem Mikrozensus 2008<br />

Andreas Martin<br />

Seit kurzem liegen seitens des Statistischen<br />

Landesamtes des Freistaates Sachsen erste<br />

Ergebnisse zum Mikrozensus 2008 vor.<br />

Durch die Verknüpfung einer Vielzahl von im<br />

Mikrozensus gleichzeitig erhobenen soziodemografischen<br />

und -ökonomischen Merkmalen ist<br />

diese Repräsentativstatistik wesentliche Ergänzung<br />

anderer amtlicher Statistiken und damit<br />

wichtiger Informationslieferant für gesellschaftliche<br />

Entscheidungsträger aller Ebenen. Wichtige<br />

Querschnittskennziffern aus den Bereichen Bevölkerung,<br />

Erwerbstätigkeit, Wohnen und Gesundheit<br />

können nur aus dem Mikrozensus ermittelt<br />

werden.<br />

Mit der Reform zur Durchführung und Auswertung<br />

des Mikrozensus im Jahre 2005 wurde<br />

die bisher jährliche Erhebung auf eine kontinuierliche<br />

Erhebung mit gleitender Berichtswoche<br />

umgestellt. Die Ergebnisse liefern damit nicht<br />

mehr nur eine "Momentaufnahme" einer bestimmten<br />

Kalenderwoche des Jahres, sondern entsprechen<br />

einem Durchschnittswert für das gesamte<br />

Erhebungsjahr und berücksichtigen demzufolge<br />

auch saisonale Schwankungen; sie sind statistisch<br />

ausgewogener. Des weiteren wurden ab 2005<br />

teilweise auch Kennzifferninhalte an aktuelle Gegebenheiten<br />

bzw. Erfordernisse angepasst, weswegen<br />

entsprechende Anmerkungen bei langfristigen<br />

Betrachtungen beachtet werden müssen.<br />

Neben dem alljährlichen Standard-Frageprogramm<br />

gibt es im Vierjahresrhythmus Zusatzfragen<br />

zu bestimmten Themen.<br />

Merkmale, die jährlich erhoben werden:<br />

– Merkmale der Person, Familien- und Haushaltszusammenhang,<br />

Lebensgemeinschaft, Staatsangehörigkeit,<br />

Haupt- und Nebenwohnung<br />

– Zusatzangaben für Eingebürgerte und Ausländer<br />

– Quellen des Lebensunterhalts, Höhe des Einkommens<br />

– Rentenversicherung<br />

– Allgemeine und berufliche Ausbildung, Besuch von<br />

Kindergarten, Schule, Hochschule, Teilnahme an<br />

Lehrveranstaltungen<br />

– Erwerbstätigkeit, Arbeitslosigkeit und Arbeitssuche,<br />

Nichterwerbspersonen<br />

– Situation ein Jahr vor der Erhebung<br />

Merkmale, die alle vier Jahre erhoben werden:<br />

2005 und 2009:<br />

– Lebensversicherung<br />

– Schichtarbeit und betriebliche Altersversorgung<br />

– Gesundheit und Behinderung<br />

– Staatsangehörigkeit der Eltern<br />

2006 und 2010:<br />

– Wohnsituation<br />

2007 und 2011:<br />

– Krankenversicherung<br />

– Ausgeübte Tätigkeit und Stellung im Betrieb<br />

2008 und 2012:<br />

– Pendlereigenschaft und -merkmale<br />

Im Folgenden kann nunmehr nur eine Auswahl<br />

aus der Ergebnisvielfalt des 2008er Mikrozensus<br />

für die Stadt Leipzig präsentiert werden. Andere<br />

Verknüpfungskonstellationen der erfassten Merkmale,<br />

je nach angestrebter statistischer Aussage,<br />

sind, sofern eine entsprechende Größe der<br />

einzelnen Merkmalsgruppen erreicht wird, jederzeit<br />

denkbar.<br />

Bevölkerung und Haushalte<br />

Für das Jahr 2008 ermittelte das Statistische<br />

Landesamt auf Basis des Mikrozensus 517 900<br />

Leipziger, die in den 306 500 Privathaushalten in<br />

der Stadt Leipzig lebten; im Schnitt entspricht das<br />

1,7 Personen je Haushalt. Zehn Jahre zuvor wurden<br />

noch 2,0 Personen je Haushalt registriert.<br />

Mehr als die Hälfte aller Haushalte waren Ein-<br />

Personen-Haushalte (53,1 %). Zwei-Personen-<br />

Haushalte bildete etwa ein Drittel aller Haushalte<br />

(31,6 %). In nur 15,3 % der Leipziger Haushalte<br />

wohnten zuletzt drei oder mehr Personen, 1998<br />

waren das noch 26,7 %.<br />

Entwicklung der Haushaltsgröße 1998-2008<br />

100%<br />

90%<br />

80%<br />

70%<br />

60%<br />

50%<br />

40%<br />

30%<br />

20%<br />

10%<br />

0%<br />

k<br />

16,8 17,2 15,1 13,5 12,8 13,2 12,8 11,5 9,9 8,7 8,7 8,2 7,2 7,4 6,8 5,8 5,6 5,2 5,1<br />

10,5 9,7 10,2<br />

35,5 34,9 33,7 33,2 33,4 32,9 35,4 33,6 31,7 31,7 31,6<br />

37,8 39,3 42,5 45,1 46,6 46,5 44,9 49,1 52,2 53,3 53,1<br />

Haushalte mit<br />

4 u. mehr 2<br />

3 1 Person(en)<br />

1998<br />

1999<br />

2000<br />

2001<br />

2002<br />

Quelle: StaLa Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Beleuchtet wird durch den Mikrozensus auch<br />

die Einkommensstruktur der Leipziger Haushalte<br />

im vergangenen Jahr. Demnach mussten 89 200<br />

Haushalte (das sind knapp 30 % aller Haushalte)<br />

mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter<br />

900 Euro auskommen. Weitere 88 800 Haushalte<br />

(wiederum knapp 30 %) konnten über 900 bis<br />

maximal 1 500 Euro und 86 300 Haushalte<br />

(28,2 %) über ein Einkommen zwischen 1 500<br />

und 2 600 Euro verfügen. 7,6 % der Leipziger<br />

Haushalte hatten 2008 Einkünfte von mindestens<br />

3 200 Euro. Im Vergleich hierzu waren in der Stadt<br />

Dresden die Gruppen mit niedrigem Einkommen in<br />

der Regel wesentlich geringer, jene mit höherem<br />

Einkommen indessen auch stärker besetzt.<br />

Während das durchschnittliche Haushaltnetto-<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 43<br />

2003<br />

2004<br />

2005<br />

2006<br />

2007<br />

2008


einkommen in Sachsen bei 1 510 Euro lag, hatte<br />

auch bedingt durch die vielen Einpersonenhaushalte<br />

ein Leipziger Haushalt 1 317 Euro und ein<br />

Dresdener Haushalt 1 453 Euro zur Verfügung.<br />

1 000 Hauahalte<br />

80<br />

70<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

0<br />

Haushaltsnettoeinkommen 2008<br />

von ... bis unter ... €<br />

1 unter 500 5 1 500 - 2 000<br />

2 500 - 900 6 2 000 - 2 600<br />

3 900 - 1 300 7 2 600 - 3 200<br />

4 1 300 - 1 500 8 3 200 u.mehr<br />

1 2 3 4 5 6 7 8<br />

Quelle: StaLa Sachsen, Amt für Statistik u. Wahlen Leipzig<br />

Nach dem neuen Mikrozensuskonzept von 2005<br />

liegt das Hauptaugenmerk der demografischen<br />

Analyse neben Haushalten und Familien insbesondere<br />

auf den Lebensformen der Bevölkerung, zu<br />

welchen Paare mit und ohne ledige Kinder,<br />

alleinerziehende Elternteile sowie alleinstehende<br />

Personen (ohne Partner bzw. ohne ledige Kinder)<br />

zählen. Eine erste Untersuchung der Daten hierzu<br />

zeigt, dass die traditionelle Lebensform der<br />

Familie im herkömmlichen Sinne bei weitem nicht<br />

mehr die dominierende ist. In Leipzig wurden nur<br />

38 900 Paare mit Kindern unter den 298 500<br />

Lebensformen gezählt, was einem Anteil von nur<br />

13,0 % entspricht. Zu Familien zählt der Mikrozensus<br />

weiterhin auch Alleinerziehende. 2008<br />

waren das in Leipzig 21 200, was einem Anteil von<br />

7,1 % gleicht. Das Gros indessen lebte 2008 ohne<br />

Kinder im Haushalt. 238 300 Lebensformen<br />

(79,8 %) mit insgesamt 319 000 Personen waren<br />

zum Erfassungszeitpunkt „kinderlos“.<br />

Lebensformen und Familien 2008 im Freistaat Sachsen und in der Stadt Leipzig<br />

Freistaat Sachsen Stadt Leipzig<br />

Kennziffer<br />

Bevölkerung in der<br />

Lebensjeweiligen<br />

formen<br />

Personen Anteil<br />

Personen<br />

je<br />

Lebens-<br />

Bevölkerung in der<br />

Lebensjeweiligen<br />

formen<br />

Personen Anteil<br />

Personen<br />

je<br />

Lebensin<br />

1 000 in Prozent form in 1 000 in Prozent form<br />

Lebensformen insgesamt 2 199,3 4 163,9 100,0 1,9 298,5 505,0 100,0 1,7<br />

darunter Familien<br />

davon:<br />

570,5 1 832,2 44,0 3,2 60,2 185,9 36,8 3,1<br />

ohne Kinder 1 628,9 2 331,7 56,0 1,4 238,3 319,0 63,2 1,3<br />

mit ... Kind(ern) 570,5 1 832,2 44,0 3,2 60,2 185,9 36,8 3,1<br />

1 354,6 961,8 23,1 2,7 38,5 101,4 20,1 2,6<br />

2 178,1 679,6 16,3 3,8 17,6 64,2 12,7 3,7<br />

3 und mehr<br />

davon:<br />

37,8 190,8 4,6 5,1 / 20,3 4,0 /<br />

Paare 1 131,0 2 903,9 69,7 2,6 119,7 297,0 58,8 2,5<br />

ohne Kinder 702,8 1 405,6 33,8 2,0 80,7 161,5 32,0 2,0<br />

mit ... Kind(ern) 428,2 1 498,2 36,0 3,5 38,9 135,5 26,8 3,5<br />

1 252,6 757,7 18,2 3,0 24,3 72,9 14,4 3,0<br />

2 145,3 581,3 14,0 4,0 11,5 46,0 9,1 4,0<br />

3 und mehr<br />

davon:<br />

30,3 159,2 3,8 5,3 / 16,6 3,3 /<br />

Ehepaare 950,1 2 422,3 58,2 2,5 89,7 223,1 44,2 2,5<br />

davon: ohne Kinder 607,6 1 215,1 29,2 2,0 61,1 122,1 24,2 2,0<br />

mit Kinder 342,6 1 207,1 29,0 3,5 28,6 100,9 20,0 3,5<br />

Nichteheliche Lebensgemeinschaften<br />

180,8 481,6 11,6 2,7 30,0 73,9 14,6 2,5<br />

davon: ohne Kinder 95,2 190,5 4,6 2,0 19,7 39,3 7,8 2,0<br />

mit Kinder 85,6 291,1 7,0 3,4 10,3 34,6 6,9 3,3<br />

Alleinerziehende 142,3 334,0 8,0 2,3 21,2 50,4 10,0 2,4<br />

davon: Männer 16,7 36,7 0,9 2,2 / / /<br />

Frauen 125,6 297,3 7,1 2,4 20,1 47,8 9,5 2,4<br />

darunter mit 1 Kind 102,0 204,0 4,9 2,0 14,2 28,5 5,6 2,0<br />

Alleinstehende 926,1 926,1 22,2 1,0 157,6 157,6 31,2 1,0<br />

davon: Männer 421,3 421,3 10,1 1,0 76,0 76,0 15,0 1,0<br />

Frauen 504,8 504,8 12,1 1,0 81,6 81,6 16,2 1,0<br />

darunter Alleinlebende 882,9 882,9 21,2 1,0 152,0 152,0 30,1 1,0<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen/Mikrozensus Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Stadt 44 Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen Stadt Leipzig, [<strong>Statistischer</strong> Amt für <strong>Quartalsbericht</strong> Statistik und Wahlen 3/2009] [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Erwerbstätigkeit<br />

Wie kaum eine andere Statistik spiegelt der<br />

Mikrozensus das Leipziger Erwerbsleben sehr<br />

komplex wider. Unten stehende Tabelle zeigt<br />

hierzu die wesentlichsten Details. Hervorzuheben<br />

ist insbesondere, dass die Erwerbstätigenquote<br />

2008 mit 45,9 Erwerbstätigen auf 100 Einwohner<br />

den höchsten Stand seit der Jahrtausendwende<br />

und einen Anstieg zum Vorjahr um 2,2 Prozentpunkte<br />

aufwies. Demgegenüber sank die Erwerbslosenquote<br />

2008 auf 14,7 Erwerbslose je 100<br />

Erwerbstätige, gegenüber 2007 um beachtliche<br />

1,7 Prozentpunkte.<br />

Die Altersstruktur der erwerbstätigen Leipziger<br />

ist disharmonisch. Während in den Altersgruppen<br />

zwischen 30 und 50 Jahren etwa Dreiviertel aller<br />

Einwohner erwerbstätig waren, war dieser Anteil in<br />

den jüngeren und älteren Altersgruppen zum Teil<br />

wesentlich geringer. Bei den 15- bis unter 20-Jährigen<br />

und bei den 60- bis unter 65-Jährigen wurde<br />

nur etwa jeder dritte Erwerbsfähige auch als<br />

erwerbstätig registriert. Dagegen verteilten sich die<br />

Erwerbslosen relativ gleichmäßig über alle<br />

erwerbsfähigen Altersgruppen.<br />

1 000 Personen<br />

Erwerbstätige nach Altersgruppen 2008<br />

60<br />

50<br />

40<br />

30<br />

20<br />

10<br />

15- 20- 25- 30- 35- 40- 45- 50- 55- 60-<br />

20 25 30 35 40 45 50 55 60 65<br />

Altersgruppe (von ... bis unter ... Jahre)<br />

Quelle: StaLa Sachsen, Amt für Statistik u. Wahlen Leipzig<br />

2008 wurde erstmals auch das Pendlerverhalten<br />

der Leipziger erfragt. Danach hatten 81,5 % aller<br />

erwerbstätigen Leipziger ihren Arbeitsplatz im<br />

Wohnort, weitere 7,8 % in einer anderen sächsischen<br />

Gemeinde. 62,5 % aller Erwerbstätigen<br />

hatten einen Arbeitsweg von maximal 10 km,<br />

27,2 % legten 2008 täglich zwischen 10 und 25 km<br />

und weitere 10,3 % 25 und mehr km zurück.<br />

Bezüglich der Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes<br />

gaben nur 16,4 % aller Erwerbstätigen an, dass<br />

sie ihren Arbeitsplatz innerhalb von 10 Minuten<br />

erreichen. 54,7 % benötigten für den Arbeitsweg<br />

10 bis 30 Minuten, 23,6 %zwischen 30 und 60<br />

Minuten. Das Gros benutzte für den Arbeitsweg<br />

das eigene Auto.<br />

Überwiegend benutzte Verkehrsmittel der<br />

erwerbstätigen Leipziger 2008<br />

8,2 %<br />

15,6 %<br />

Sonstige:<br />

o Eisenbahn<br />

o Pkw-Mitfahrer<br />

o Motorrad, Moped<br />

o andere<br />

Sonstige<br />

45,1 %<br />

25,0 %<br />

Quelle: StaLa Sachsen, Amt für Statistik u. Wahlen Leipzig<br />

Die gesondert ausgewerteten Schüler und<br />

Studenten nutzten sowohl die öffentlichen Verkehrsmittel<br />

wie Straßenbahn, Bus und S-Bahn<br />

(44,3 %) als auch das Fahrrad (22,1 %) in<br />

wesentlich höherem Maße. Den täglichen Weg zur<br />

Bildungsstätte gingen zudem 20,3 % zu Fuß.<br />

Immerhin 11,4 % der Schüler und Studenten<br />

gaben an, als Selbst- oder Mitfahrer per Pkw zu<br />

ihrer Schule zu gelangen.<br />

Quoten zum Erwerbsleben in Leipzig 2000 bis 2008 (jeweils in Prozent)<br />

Kennziffer Geschlecht 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008<br />

Erwerbs-<br />

quote 1)<br />

34,0 %<br />

56,9<br />

67,5<br />

Anteil der Erwerbstätigen an der<br />

jeweiligen Einwohneraltersgruppe<br />

75,9<br />

78,1<br />

78,3<br />

75,8<br />

74,5<br />

68,6<br />

32,2<br />

Insgesamt 52,8 53,1 51,8 52,0 50,7 52,6 53,2 52,3 53,8<br />

Männlich 58,5 58,4 56,8 56,5 54,0 56,5 56,8 56,6 58,8<br />

Weiblich 47,5 48,1 47,2 47,7 47,7 48,9 49,9 48,4 49,0<br />

Nicht- Insgesamt 47,2 46,9 48,2 48,0 49,3 47,4 46,8 47,7 46,3<br />

erwerbs- Männlich 41,5 41,6 43,2 43,5 46,0 43,5 43,2 43,4 41,2<br />

quote 2)<br />

Weiblich 52,5 51,9 52,8 52,3 52,3 51,1 50,1 51,6 51,0<br />

Erwerbs- Insgesamt 43,5 42,7 40,7 40,2 39,5 41,9 44,1 43,7 45,9<br />

tätigen- Männlich 48,4 46,6 44,0 42,2 40,9 44,1 45,6 45,8 48,9<br />

quote 3)<br />

Weiblich 38,8 38,9 37,7 38,4 38,2 39,8 42,8 41,8 43,0<br />

Erwerbs- Insgesamt 17,7 19,7 21,4 22,6 22,1 20,4 17,0 16,4 14,7<br />

losen- Männlich 17,2 20,2 22,4 25,3 24,1 22,0 19,7 18,9 16,8<br />

quote 4)<br />

Weiblich 18,3 19,1 20,2 19,6 20,0 18,6 14,2 13,6 12,3<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen / Mikrozensus Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

1)<br />

Erwerbspersonen (Erwerbstätige + Erwerbslose) je 100 der Bevölkerung<br />

3)<br />

Erwerbstätige je 100 der Bevölkerung<br />

2)<br />

Nichterwerbspersonen je 100 der Bevölkerung<br />

4)<br />

Erwerbslose je 100 Erwerbspersonen<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 45<br />

6,1<br />

%


Geburtenziffern und Fruchtbarkeitsraten in Europa, Deutschland und Sachsen<br />

Heiko Balzerek<br />

Wie Eurostat, das Statistische Amt der<br />

Europäischen Gemeinschaften, mitteilt, erreicht<br />

die Bevölkerung der 27 Staaten der Europäischen<br />

Union (EU27) 2009 die 500-Millionen-Marke. 2008<br />

wuchs die EU27 gegenüber dem Vorjahr um 2,1<br />

auf 499,8 Millionen Menschen (+0,4 Prozent),<br />

davon 1,5 Millionen durch einen positiven Wanderungssaldo<br />

und 0,6 Millionen durch ein natürliches<br />

Bevölkerungswachstum. Seit 2004 setzt sich<br />

demnach beim natürlichen Bevölkerungswachstum<br />

ein Aufwärtstrend in Europa durch, welcher<br />

auf mäßig steigenden Bruttogeburtenziffern und<br />

relativ konstanten Bruttosterbeziffern bei kaum<br />

Irland<br />

Frankreich<br />

Großbritanien<br />

Estland<br />

Schweden<br />

Dänemark<br />

veränderten Wanderungssalden beruht. Im Jahr<br />

2008 wurden 5,4 Millionen Kinder in den Staaten<br />

der EU geboren. Dies resultiert in einer gegen-<br />

über dem Vorjahr um 0,3 erhöhten Bruttogeburtenziffer<br />

von 10,9 Lebendgeborenen und<br />

einer um 0,3 gesunkenen Sterbeziffer von 9,7 je<br />

1 000 Einwohner.<br />

Im Gegensatz zu allen anderen EU-Mitgliedstaaten,<br />

allen voran Irland (16,9), stagniert in<br />

Deutschland die Bruttogeburtenziffer von 8,2 Lebendgeburten<br />

auf 1 000 Einwohner. Damit bildet<br />

Deutschland auf Platz 27 mit Abstand das europäische<br />

Schlusslicht (siehe Abbildung).<br />

Bruttogeburtenziffern der EU27 in 2008 (je 1 000 Einwohner)<br />

Belgien<br />

Zypern<br />

Tschechische Rep.<br />

Luxemburg<br />

Lebendgeborene 2008<br />

je 1 000 Einwohner<br />

Quelle: Eurostat, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Gesamtfruchtbarkeitsrate in EU27-Nationen<br />

Anders als die Bruttogeburtenziffer, welche die<br />

Anzahl von Lebendgeburten eines Jahres pro<br />

1 000 Einwohner ausdrückt, beschreibt die<br />

Gesamt- oder zusammengefasste Fruchtbarkeitsrate<br />

(Totale Fertilitätsrate - TFR) die Anzahl der<br />

Kinder, die jede Frau bis zum Ende ihrer fertilen<br />

Phase gebären könnte, wenn sie im Laufe ihres<br />

Gebärfähigkeitsalters den altersspezifischen Geburtenraten<br />

der betreffenden Jahrgänge von 15<br />

bis 49 Jahren entsprechen würde. Die zusammengefasste<br />

Fruchtbarkeitsrate ergibt sich<br />

aus der Addition aller altersspezifischen<br />

Fruchtbarkeitsraten. Sie wird als Reproduktionsmaß<br />

verwendet, da in Industrieländern bei 2,1<br />

Kindern je Frau der Erhalt der Bevölkerung als<br />

gesichert angenommen wird. Im europäischen<br />

Vergleich der zusammengefassten Fruchtbarkeitsraten<br />

2007 steht Deutschland mit 1,37 Kindern<br />

pro Frau an siebtletzter Stelle vor Litauen<br />

(1,35), Portugal (1,33), Ungarn (1,32), Polen<br />

(1,31), Rumänien (1,30) und der Slowakei (1,25).<br />

Spanien<br />

Niederlande<br />

Finnland<br />

Polen<br />

EU 27<br />

46 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]<br />

Slowakei<br />

Lettland<br />

Slowenien<br />

Litauen<br />

Rumänien<br />

Griechenland<br />

Bulgarien<br />

Malta<br />

In Sachsen betrug 2007 die TFR nach Angaben<br />

des Statistischen Landesamtes 1,40. Sie liegt<br />

unter dem europäischen Durchschnitt.<br />

Selbst Irland und Frankreich ( jeweils 2,0) – an<br />

der Spitze der TFR – können wie auch alle<br />

anderen EU27-Länder demnach den langfristigen<br />

Erhalt der Bevölkerung auf natürliche Weise nicht<br />

sichern, im Gegenteil. Ihr Bevölkerungszuwachs<br />

erklärt sich noch aus einem positiven natürlichen<br />

Saldo (Geburten – Sterbefälle) zuzüglich eines<br />

Wanderungsüberschusses.<br />

Gebäralter im europäischen Vergleich<br />

In allen EU27-Staaten ist der Trend eines<br />

zunehmenden durchschnittlichen Gebäralters der<br />

Frauen zu beobachten. In Deutschland nehmen<br />

die Frauen mit einem Durchschnittsalter von<br />

29,6 Jahren eher das europäische Mittelfeld ein.<br />

Den Daten von Eurostat zufolge gebären<br />

Spanierinnen mit einem Durchschnittsalter von<br />

rund 31 Jahren am spätesten und Bulgarinnen mit<br />

24,5 Jahren am frühesten ihre Kinder.<br />

Ungarn<br />

Portugal<br />

Italien<br />

Österreich<br />

Deutschland<br />

18<br />

16<br />

14<br />

12<br />

10<br />

8<br />

6


Auch in Deutschland lässt sich dieser Trend<br />

des voranschreitenden Gebäralters seit langem<br />

beobachten (siehe folgende Abbildung). Lag das<br />

Geburtenmaximum 2001 bei 29 Jahren Gebäralter,<br />

verschob es sich bis 2008 um ein Jahr auf<br />

31 Jahre. Die Frauen der jüngeren Generation<br />

bekommen ihre Kinder zu einem späteren Zeitpunkt<br />

im Leben als die älterer Jahrgänge. Der<br />

Übergang zum neuen Geburtenverhalten äußerte<br />

sich zuerst im Rückgang der Geburtenhäufigkeit<br />

der unter 30-Jährigen am Ende der 60er bzw.<br />

Anfang der 70er Jahre und in den ostdeutschen<br />

Bundesländern wiederholt Anfang der 90er Jahre.<br />

Viele Frauen haben ihre „aufgeschobenen“ Geburten<br />

im höheren Alter „nachgeholt“. Der Anstieg<br />

des Gebäralters führt dennoch zum Absinken<br />

der Kinderzahl.<br />

Anzahl der Geburten<br />

Die rückläufigen Kinderzahlen hängen vor allem<br />

mit einer veränderten Rolle von Frauen in der<br />

Gesellschaft zusammen. Seit Jahrzehnten genießen<br />

sie einen gleichberechtigten Zugang zur<br />

Bildung und wollen anschließend einen Beruf ausüben<br />

und ein vom Partner unabhängiges Einkommen<br />

erzielen. Eine Familiengründung erfolgt oft<br />

erst nach einer beruflichen Konsolidierung.<br />

1,6<br />

1,5<br />

1,4<br />

1,3<br />

1,2<br />

1,1<br />

1<br />

0,9<br />

0,8<br />

0,7<br />

0,6<br />

100<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

0<br />

1990<br />

TFR in Deutschland (ohne Berlin)<br />

1992<br />

Gebäralter der Mütter: Zeitreihe von 2001 bis 2008<br />

Kinderzahl je Frau (15-49)<br />

1994<br />

1996<br />

1998<br />

2000<br />

Deutschland<br />

früheres Bundesgebiet<br />

neue Länder<br />

Quelle: Statistisches Bundesamt,<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

2002<br />

2004<br />

2006<br />

2008<br />

Gesamtfruchtbarkeitsrate in Deutschland<br />

Bei einer regionalen Gegenüberstellung der<br />

Gesamt- oder zusammengefassten Fruchtbarkeitsrate<br />

manifestiert sich ein für die deutsche<br />

Bevölkerungsentwicklung besonderes Phänomen.<br />

Die Abbildung unten stellt die Fruchtbarkeitsrate<br />

Deutschlands seit 1990 getrennt nach alten und<br />

neuen Bundesländern gegenüber. Sie spiegelt<br />

einen extremen Einbruch der ostdeutschen<br />

Fruchtbarkeitsraterate von über 1,5 (1990) bis<br />

unter 0,8 (1993/1994) unmittelbar nach der Wiedervereinigung<br />

wider. Danach folgt ein stetiger<br />

Anstieg bis zum Niveau der westdeutschen Bun-<br />

desländer (1,37) und überschreitet dieses im<br />

Jahr 2008 mit dem Wert 1,40. Die Abwärtsphase<br />

lässt sich einerseits durch existenzielle Ängste<br />

und Unsicherheiten<br />

15 17 19 21 23 25 27 29 31 33 35 37 39 41 43 45 47 49<br />

Gebäralter der Mütter<br />

Quelle: Statistisches Bundesamt, Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

der ostdeutschen Bevölkerung<br />

in den<br />

Jahren nach der Wiedervereinigungerklären.<br />

Die Ungewissheit<br />

wurde während<br />

dieser „Krisenzeit“<br />

durch den massiven<br />

Abbau von Arbeitsplätzen<br />

geschürt. Die<br />

Zahl der Familiengründungen<br />

ging<br />

deutlich zurück. Auf<br />

der anderen Seite<br />

führten die plötzlichen<br />

Freiheiten zu neuen<br />

individuellen Möglichkeiten<br />

der Selbstverwirklichung<br />

und<br />

äußerten sich in einer zeitlichen Aufschiebung von<br />

Familiengründungen. Die „verspäteten“ Geburten<br />

erfolgten in den Jahren ab 1995. Sie trugen zum<br />

Aufwärtstrend und damit zur allmählichen<br />

Normalisierung der TFR in den ostdeutschen<br />

Bundesländern bei. So beachtlich der Einbruch<br />

der zusammengefassten Fruchtbarkeitsrate für die<br />

neuen Bundesländer war, um so beeindruckender<br />

und erfreulicher ist der stetige Anstieg seit 1995,<br />

der bis jetzt anhält. In Sachsen stieg die TFR<br />

beispielsweise von 1,34 im Jahr 2006 auf 1,40<br />

2007 und 1,44 im Jahr 2008. Der Leipziger Wert<br />

der TFR betrug 2006 noch 1,24 stieg 2007 auf<br />

1,31 und 2008 auf 1,39. Es ist zu hoffen, dass der<br />

Anstieg sich noch ein paar Jahre fortsetzt.<br />

Große Disparitäten in den zusammengefassten<br />

Fruchtbarkeitsraten gibt es auch innerhalb<br />

Deutschlands (siehe Abbildung auf der folgenden<br />

Seite). Demnach schwanken die TFR-Werte<br />

2007 zwischen 1,42 von Schleswig-Holstein und<br />

1,25 von Hamburg. Der Freistaat Sachsen (1,40)<br />

liegt auf dem 3. Rang nach Schleswig-Holstein<br />

und Niedersachsen (1,41). Alle anderen ostdeutschen<br />

Bundesländer liegen unter dem<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 47<br />

2001<br />

2003<br />

2005<br />

2007<br />

2008


TFR 2007 der 15- bis 49 jährigen Frauen<br />

Schleswig-Holstein<br />

Niedersachsen<br />

Sachsen<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

Hessen<br />

Rheinland-Pfalz<br />

Baden-Württemberg<br />

Brandenburg<br />

Bayern<br />

Mecklenburg-Vorpommern<br />

Thüringen<br />

Sachsen-Anhalt<br />

Bremen<br />

Berlin<br />

Saarland<br />

Hamburg<br />

Deutschland<br />

1,15 1,2 1,25 1,3 1,35 1,4 1,45<br />

Quelle: Statistisches Bundesamt,<br />

Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

deutschen Durchschnitt von 1,37, angeführt von<br />

Brandenburg (1,36), Mecklenburg-Vorpommern<br />

(1,35), Thüringen (1,34) und Sachsen-Anhalt<br />

(1,33). Mit Ausnahme vom Saarland befinden<br />

sich die Stadtstaaten Bremen (1,29), Berlin<br />

(1,28) und Hamburg (1,26) am Ende der Skala.<br />

Das niedrige Abschneiden der drei genannten<br />

Städte folgt einem Phänomen, das mit deren<br />

hohen Verstädterungsgrad erklärt werden kann.<br />

Allerdings haben Städte wie München und Köln<br />

ein deutlich höheres Geburtenniveau. Große<br />

Städte sind ein Anziehungspunkt vor allem für<br />

junge Menschen, die die urbanen Synergieeffekte<br />

wie städtisches Leben, gute Ausbildungs-<br />

und Bildungsmöglichkeiten, ausgebaute Infrastruktur,<br />

breites Spektrum an Arbeitsplätzen,<br />

eine ausgeprägte Kultur- und Kreativszene<br />

schätzen. Ein hoher Anteil an Single-Haushalten<br />

prägt für gewöhnlich die Einwohnerstruktur von<br />

Großstädten. In einigen Städten beträgt der<br />

Anteil der Einpersonen-Haushalte über 50 %.<br />

verortet. Hier kommt die wieder zunehmende<br />

Fruchtbarkeitsrate Ostdeutschlands seit 1995 in<br />

fast allen Kreisen und kreisfreien Städten mit<br />

einem Anstieg von bis zu 71 % gut zum Ausdruck.<br />

Mit Ausnahme von Hoyerswerda (-7 %) weisen<br />

alle sächsischen Kreise und kreisfreien Städte (in<br />

den Grenzen vor der Kreisreform 2008) eine<br />

positive Entwicklung der Bruttogeburtenziffer auf.<br />

Potsdam (+70 ) sowie die sächsischen Städte<br />

Leipzig und Dresden (jeweils rund +50 %) nehmen<br />

mit einer hohen Geburtendynamik im Zeitraum von<br />

1997 bis 2007 die Spitzenpositionen in den neuen<br />

Bundesländern ein.<br />

Dennoch, weder in Sachsen noch in Deutschland<br />

oder den 26 weiteren EU-Staaten bekommen<br />

die Frauen heute im Durchschnitt 2,1 Kinder oder<br />

mehr, die für den langfristigen Erhalt der<br />

Bevölkerung notwendig wären. Es ist abzusehen,<br />

dass auch in den anderen EU-Staaten wie bereits<br />

in Deutschland die Sterbeziffern die Geburten<br />

überschreiten werden. Ein Wachstum der Bevölkerung<br />

kann dann nur noch durch Wanderungsgewinne<br />

erreicht werden.<br />

Fazit: Niedrige Geburtenzahlen, höhere Sterbezahlen,<br />

alternde Bevölkerung und eine wachsende<br />

Zahl von Menschen aus anderen Ländern<br />

und fremden Weltregionen werden Europa als<br />

Schmelztiegel in den nächsten Jahrzehnten<br />

nachhaltig verändern.<br />

Entwicklung der Bruttogeburtenziffern<br />

von 2007 im Vergleich zu 1997<br />

Dynamik der Bruttogeburtenziffer:<br />

Die folgende Karte verdeutlicht die Entwicklung<br />

der Bruttogeburtenziffer in den Landkreisen<br />

und kreisfreien Städten Deutschlands<br />

von 1997 bis 2007. Sie stellt die positive<br />

Entwicklung in Grüntönen und die negative<br />

Entwicklung der Bruttogeburtenziffer in Rottönen<br />

für einen Zeitraum von 10 Jahren gegenüber.<br />

Von Ausnahmen abgesehen sind die positiven<br />

Entwicklungen allerdings von sehr niedrigem Quelle: Statistisches Bundesamt,<br />

Niveau beginnend in den neuen Bundesländern Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

48 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Quartalszahlen für das 3. Quartal 2009<br />

Alle Angaben sind vorläufig.<br />

Tendenzen der wirtschaftlichen Entwicklung - Stadt Leipzig<br />

(Gleitender Dreimonatsdurchschnitt der jeweils letzten drei Monate - Veränderung zum Vorjahreszeitraum)<br />

Stand: September 2009<br />

Merkmal<br />

Sep<br />

Okt<br />

2008<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]<br />

Nov<br />

Dez<br />

Umsatz<br />

Verarbeitendes Gewerbe � � �� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ...<br />

Bauhauptgewerbe �� �� � � �� ��� ��� ��� �� �� �� � ...<br />

Auslandsumsatz<br />

Verarbeitendes Gewerbe � �� � ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� �� ...<br />

Auftragseingang<br />

Verarbeitendes Gewerbe � � �� �� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� ...<br />

Bauhauptgewerbe �� ��� ��� ��� ��� �� � ��� ��� ��� �� ��� ...<br />

Übernachtungen � � � � � � � � � � � � ...<br />

Flughafen<br />

Verkehrseinheiten 1) ��� ��� ��� ��� ��� ��� ��� �� � � � � �<br />

Arbeitslosenzahl � � � � � � � � � � � � �<br />

Verbraucherpreisindex 2) ��� �� � �� � � � � � � � � �<br />

Insgesamt<br />

Jan<br />

GESAMTTENDENZ � � � � � � � � � � � � ...<br />

1) Eine Verkehrseinheit entspricht einem gewerblichem Passagier oder 100 kg Luftfracht/Luftpost, ohne Transit<br />

2) Angaben für Sachsen<br />

Veränderungsraten (ohne Preisindex): Verbraucherpreisindex:<br />

20 % � Veränderungsrate ��� 3 % � Veränderungsrate ���<br />

10 % � Veränderungsrate < 20 % �� 2 % � Veränderungsrate < 3 % ��<br />

1 % � Veränderungsrate < 10 % � 1 % � Veränderungsrate < 2 % �<br />

- 1 % < Veränderungsrate < 1 % � - 1 % � Veränderungsrate < 1 % �<br />

- 10 % < Veränderungsrate � - 1 % �<br />

- 20 % < Veränderungsrate � - 10 % ��<br />

Veränderungsrate � - 20 % ���<br />

Gesamttendenz:<br />

Die Veränderungsraten wurden mit Punkten bewertet (��� entspricht +3 Punkten, ��� entspricht - 3 Punkten;<br />

bei Arbeitslosenzahl und Preisindex entsprechend umgekehrt)<br />

21 � Punkte ���<br />

13 � Punkte � 20 ��<br />

4 � Punkte � 12 �<br />

- 3 � Punkte � 3 �<br />

- 12 � Punkte � - 4 �<br />

- 20 � Punkte � - 13 ��<br />

Punkte � - 21 ���<br />

Feb<br />

Mär<br />

Apr<br />

2009<br />

Mai<br />

Jun<br />

Jul<br />

Aug<br />

Sep<br />

49


Tsd. Einwohner<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Personen<br />

Eheschließungen und Ehescheidungen<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Standesamt, StaLa Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Tsd. Personen<br />

Quelle: Bundesagentur für Arbeit Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Mio. €<br />

35<br />

30<br />

25<br />

20<br />

15<br />

10<br />

525<br />

510<br />

495<br />

480<br />

465<br />

450<br />

8 000<br />

7 000<br />

6 000<br />

5 000<br />

4 000<br />

3 000<br />

2 000<br />

1 600<br />

1 200<br />

800<br />

400<br />

0<br />

Bevölkerungsstand<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Zu- und Wegzüge<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Zuzüge<br />

Verarbeitendes Gewerbe<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Gesamtumsatz<br />

Auftragseingang<br />

Hauptwohnbevölkerung<br />

Arbeitslose<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Männer<br />

Frauen<br />

Deutsche<br />

Hauptwohnbevölkerung<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Wegzüge<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Ordnungsamt Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Personen<br />

Anzahl<br />

Tsd. Personen<br />

Anzahl<br />

1 600<br />

1 400<br />

1 200<br />

1 000<br />

625<br />

500<br />

375<br />

250<br />

125<br />

110<br />

105<br />

100<br />

800<br />

600<br />

95<br />

90<br />

85<br />

0<br />

2 400<br />

2 000<br />

1 600<br />

1 200<br />

800<br />

400<br />

Ehescheidungen<br />

Eheschließungen<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Sozialversicherungspflichtig d. Gewerbe Beschäftigte<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Arbeitsort Leipzig<br />

Geburten und Sterbefälle<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Sterbefälle<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Frauen<br />

Männer<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Gewerbean- und -abmeldungen<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Gewerbeabmeldungen<br />

Gewerbeanmeldungen<br />

Geburten<br />

2006 2007 2008 2009 2006 2007 2008 2009<br />

2006 2007 2008 2009 2006 2007 2008 2009<br />

2006 2007 2008 2009 2006 2007 2008 2009<br />

2006 2007 2008 2009<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

2006 2007 2008 2009<br />

50 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Mio. €<br />

Quelle: Stadtkämmerei Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Polizeidirektion Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Tsd. Personen<br />

Quelle: Flughafen Leipzig/Halle GmbH Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Tsd. Besucher<br />

Gewandhaus-Besucher<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Quellen: Zoo, Stadtgeschichtliches Museum Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Gewandhaus Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

um Prozent<br />

100<br />

Verbraucherpreisindex Preis im Freistaat Sachsen<br />

10<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

8<br />

6<br />

4<br />

2<br />

0<br />

0<br />

1 000<br />

800<br />

600<br />

400<br />

200<br />

0<br />

750<br />

600<br />

450<br />

300<br />

150<br />

0<br />

Kommunale Steuereinnahmen<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Gewerbesteuer<br />

(netto)<br />

Besucher ausgewählter Einrichtungen<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Zoo Leipzig<br />

Stadtgeschichtliches Museum<br />

Januar 2007 bis Dezember 2009<br />

Veränderung gegenüber:<br />

Gemeinschaftssteuern<br />

(Gemeindeanteil)<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Luftverkehr (Flughafen Leipzig/Halle)<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

darunter: Inland<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Vorjahresmonat<br />

Fluggäste insgesamt<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Jahresdurchschnitt<br />

2005<br />

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen Amt für Statistik und Wahlen Leipzig Quelle: Sächs. LA für Umwelt und Geologie Amt für Statistik und Wahlen Leipzig<br />

Anzahl<br />

Anzahl (Tsd.)<br />

Tsd. Besucher<br />

Tage<br />

5 000<br />

4 000<br />

3 000<br />

2 000<br />

1 000<br />

600<br />

500<br />

400<br />

300<br />

200<br />

100<br />

100<br />

30<br />

24<br />

18<br />

12<br />

80<br />

60<br />

40<br />

20<br />

6<br />

0<br />

0<br />

0<br />

Verkehrsunfälle in Leipzig<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Verkehrsunfälle<br />

insgesamt<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

Übernachtungen in Leipzig<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Übernachtungen insgesamt<br />

Unfälle mit<br />

Personenschaden<br />

2006 2007 2008 2009 2006 2007 2008 2009<br />

darunter:<br />

Gäste aus Deutschland<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

2006 2007 2008 2009 2006 2007 2008 2009<br />

Mietveranstaltungen<br />

eigene<br />

Veranstaltungen<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

2006 2007 2008 2009 2006 2007 2008 2009<br />

Jan Dez Jan Dez Jan Dez<br />

2007 2008 2009<br />

Feinstaubbelastung (Leipzig-Mitte)<br />

I. Quartal 2006 bis IV. Quartal 2009<br />

Anzahl der Tage mit<br />

Grenzwertüberschreitung<br />

I II III IV I II III IV I II III IV I II III IV<br />

2006 2007 2008 2009<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 51


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Bevölkerungsstand<br />

(Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

Einwohner mit Hauptwohnung ...................................... 2009 ... 515 765 ... ... ...<br />

2008 515 469 510 950 511 676 513 082 515 469<br />

davon: männlich ........................................................ 2009 ... 250 331 ... ... ...<br />

2008 250 018 247 641 248 119 248 908 250 018<br />

weiblich .......................................................... 2009 ... 265 434 ... ... ...<br />

2008 265 451 263 309 263 557 264 174 265 451<br />

davon: Deutsche insgesamt ...................................... 2009 ... 482 112 ... ... ...<br />

2008 481 941 478 173 478 774 479 963 481 941<br />

davon: männlich ........................................ 2009 ... 231 013 ... ... ...<br />

2008 230 729 228 704 229 114 229 785 230 729<br />

weiblich ......................................... 2009 ... 251 099 ... ... ...<br />

2008 251 212 249 469 249 660 250 178 251 212<br />

Ausländer insgesamt ..................................... 2009 ... 33 653 ... ... ...<br />

2008 33 528 32 777 32 902 33 119 33 528<br />

davon: männlich ........................................ 2009 ... 19 318 ... ... ...<br />

2008 19 289 18 937 19 005 19 123 19 289<br />

weiblich ......................................... 2009 ... 14 335 ... ... ...<br />

2008 14 239 13 840 13 897 13 996 14 239<br />

Ausländerquote (in Prozent) ......................................... 2009 ... 6,5 ... ... ...<br />

2008 6,5 6,4 6,4 6,5 6,5<br />

Eheschließungen ........................................................... 2009 ... 170 393 525 ...<br />

(Quelle: Standesamt) 2008 1 326 172 330 483 341<br />

Eintragung von Lebenspartnerschaften ........................ 2009 ... 5 9 14 ...<br />

(Quelle: Standesamt) 2008 52 8 8 21 15<br />

Ehescheidungen ............................................................ 2009 ... 287 306 ... ...<br />

(Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen) 2008 920 235 216 236 233<br />

Natürliche Bevölkerungsbewegung<br />

(Quelle: Einwohnerregister)<br />

Geburten ....................................................................... 2009 ... 1 213 1 161 1 348 ...<br />

2008 5 263 1 278 1 250 1 379 1 356<br />

davon: männlich ........................................................ 2009 ... 626 619 667 ...<br />

2008 2 694 666 649 702 677<br />

weiblich .......................................................... 2009 ... 587 542 681 ...<br />

2008 2 569 612 601 677 679<br />

Sterbefälle ..................................................................... 2009 ... 1 591 1 316 1 261 ...<br />

2008 5 585 1 502 1 486 1 278 1 319<br />

davon: männlich ........................................................ 2009 ... 699 604 582 ...<br />

2008 2 504 643 672 573 616<br />

weiblich .......................................................... 2009 ... 892 712 679 ...<br />

2008 3 081 859 814 705 703<br />

Saldo Geburten - Sterbefälle ......................................... 2009 ... - 378 - 155 + 87 ...<br />

2008 - 322 - 224 - 236 + 101 + 37<br />

52 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Sachgebiet Jahr<br />

Gesamtbzw.<br />

Endstand<br />

1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Räumliche Bevölkerungsbewegung (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen )<br />

Zuzüge .............................................................................. 2009 ... 5 568 ... ... ...<br />

2008 25 640 5 542 5 357 7 617 7 124<br />

davon: männlich ........................................................... 2009 ... 2 855 ... ... ...<br />

2008 12 915 2 888 2 819 3 684 3 524<br />

weiblich ............................................................ 2009 ... 2 713 ... ... ...<br />

2008 12 725 2 654 2 538 3 933 3 600<br />

Wegzüge ........................................................................... 2009 ... 4 775 ... ... ...<br />

2008 20 419 4 755 4 513 6 342 4 809<br />

davon: männlich ........................................................... 2009 ... 2 402 ... ... ...<br />

2008 10 378 2 454 2 352 3 066 2 506<br />

weiblich ............................................................ 2009 ... 2 373 ... ... ...<br />

2008 10 041 2 301 2 161 3 276 2 303<br />

Wanderungssaldo ............................................................. 2009 ... + 793 ... ... ...<br />

2008 + 5 221 + 787 + 844 + 1 275 + 2 315<br />

Innerstädtische Umzüge (Quelle: Einwohnerregister) .... 2009 ... 12 548 13 109 13 260 ...<br />

2008 51 715 12 671 12 842 13 412 12 790<br />

Meldepflichtige übertragbare Krankheiten (Quelle: Gesundheitsamt)<br />

Gemeldete Infektionskrankheiten ..................................... 2009 ... 3 167 1 318 1 077 ...<br />

2008 6 263 2 345 1 562 812 1 544<br />

darunter: ansteckende Durchfallerkrankungen ............... 2009 ... 2 414 1 133 818 ...<br />

2008 5 479 2 138 1 284 676 1 381<br />

darunter: bakteriell bedingte ......................... 2009 ... 368 206 522 ...<br />

2008 1 319 235 307 332 445<br />

viral bedingte ................................. 2009 ... 2 151 793 328 ...<br />

2008 3 953 1 798 959 262 934<br />

Virushepatitis - Carrier (Träger) ...................... 2009 ... 9 41 38 ...<br />

2008 148 49 47 34 18<br />

Hirnhautentzündung (Meningitis/Encephal.) ... 2009 ... 12 8 3 ...<br />

2008 22 . . 3 17<br />

Keuchhusten (Pertussis) ................................. 2009 ... 74 31 52 ...<br />

2008 74 27 14 19 14<br />

Virusgrippe (Influenza) .................................... 2009 ... 340 15 106 ...<br />

2008 90 66 14 - 10<br />

darunter: Neue Grippe A/H1N1 2009 ... - - 104 ...<br />

Borreliose ....................................................... 2009 ... 4 14 22 ...<br />

2008 71 . . 31 30<br />

1)<br />

Anzahl der Häufungen obiger Infektionskrankheiten .... 2009 ... 31 20 12 ...<br />

2008 56 21 15 7 13<br />

Untersuchungen bei Kontaktpersonen .............................. 2009 ... 1 159 634 ... ...<br />

2008 3 002 719 1 242 428 613<br />

Tuberkulose-Neuerkrankungen ........................................ 2009 ... 10 14 6 ...<br />

2008 41 9 15 9 8<br />

darunter: Atmungsorgane ................................................. 2009 ... 9 9 5 ...<br />

2008 29 7 11 7 4<br />

Sexuell übertragbare Krankheiten (Quelle: Gesundheitsamt)<br />

Gonorrhoe ....................................................... 2009 ... 23 23 40 ...<br />

2008 121 28 22 29 42<br />

Syphillis ........................................................... 2009 ... 12 9 4 ...<br />

2008 71 22 14 29 6<br />

Urogenitale Chlamydieninfektionen ................ 2009 ... 160 184 167 ...<br />

2008 825 168 180 211 266<br />

HIV-Neuinfektionen ......................................... 2009 ... 6 9 3 ...<br />

2008 17 . 5 5 .<br />

1)<br />

zwei oder mehr gleichartige Erkrankungen, bei denen ein epidemischer Zusammenhang wahrscheinlich ist<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 53


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Kommunale Finanzen<br />

(Quelle: Stadtkämmerei)<br />

Grundsteuer ...................................................... 1 000 € 2009 ... 16 885 15 919 20 472 ...<br />

2008 65 552 15 686 15 722 20 176 13 968<br />

Gewerbesteuer (brutto) ................................... 1 000 € 2009 ... 66 409 60 012 27 226 ...<br />

2008 193 630 57 166 46 186 48 059 42 219<br />

Gemeindeanteil an der Einkommensteuer ...... 1 000 € 2009 ... 4 594 19 185 16 950 ...<br />

2008 89 254 10 250 17 155 19 261 42 588<br />

Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer ...... ...... 1 000 € 2009 ... 7 834 7 053 7 268 ...<br />

2008 30 688 7 794 7 576 7 592 7 726<br />

Vergnügungssteuer ......................................... 1 000 € 2009 ... 208 153 61 ...<br />

2008 1 633 470 686 336 141<br />

Hundesteuer .................................................... 1 000 € 2009 ... 556 164 529 ...<br />

2008 1 398 566 171 523 138<br />

Zweitwohnungssteuer .............................. ...... 1 000 € 2009 ... 46 153 34 ...<br />

2008 427 31 197 39 160<br />

Gewerbesteuerumlage .................................... 1 000 € 2009 ... - 4 146 4 464 ...<br />

2008 14 759 1 750 3 728 3 012 6 269<br />

Steuereinnahmen (netto) insgesamt ............... 1 000 € 2009 ... 96 533 98 493 68 077 ...<br />

2008 367 823 90 213 83 965 92 974 100 671<br />

Schuldenstand ................................................... Mio. € 2009 ... 746 748 734 ...<br />

2008 x 883 875 851 843<br />

Schuldenstand je Einwohner ..................................... € 2009 ... 1 457 1 460 1 433 ...<br />

Gewerbean- und -abmeldungen<br />

(Quelle: Ordnungsamt/Gewerbebehörde)<br />

2008 x 1 741 1 724 1 668 1 648<br />

Anmeldungen ................................................................. 2009 ... 1 684 1 586 1 627 ...<br />

2008 6 623 1 694 1 743 1 698 1 488<br />

Abmeldungen ................................................................. 2009 ... 1 510 1 330 1 292 ...<br />

Insolvenzen<br />

(Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

2008 5 806 1 634 1 298 1 402 1 472<br />

Insolvenzen insgesamt ...................................... 2009 ... 524 482 ... ...<br />

2008 1 950 539 465 . .<br />

darunter: private Personen und Nachlässe ................. 2009 ... 412 402 ... ...<br />

2008 1 581 448 379 . .<br />

Kriminalität<br />

(Quelle: Polizeidirektion Leipzig)<br />

Straftaten insgesamt ...................................................... 2009 ... 13 932 14 531 14 812 ...<br />

2008 61 201 16 420 16 096 14 632 14 065<br />

Aufklärungsquote .......................................................% 2009 ... 50,6 49,0 51,6 ...<br />

2008 48,3 49,8 47,1 48,3 47,6<br />

Tatverdächtige ................................................................ 2009 ... 5 575 6 201 6 622 ...<br />

2008 18 474 x x x x<br />

darunter: Ausländer ........................................................ 2009 ... 597 666 638 ...<br />

2008 1 916 x x x x<br />

54 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte<br />

(Quellen: Statistisches Landesamt Sachsen,<br />

Statistik der Bundesagentur für Arbeit)<br />

Beschäftigte am Arbeitsort Leipzig ................................. 2009 ... 204 960 ... ... ...<br />

2008 209 049 204 344 205 490 209 262 209 049<br />

davon: Männer .......................................................... 2009 ... 97 428 ... ... ...<br />

2008 100 185 98 391 99 503 101 243 100 185<br />

Frauen ........................................................... 2009 ... 107 532 ... ... ...<br />

2008 108 864 105 953 105 987 108 019 108 864<br />

Beschäftigte am Wohnort Leipzig ................................. 2009 ... 163 372 ... ... ...<br />

2008 165 630 160 062 161 918 165 333 165 630<br />

davon: Männer .......................................................... 2009 ... 80 120 ... ... ...<br />

2008 81 883 79 262 80 605 82 479 81 883<br />

Frauen ...................................... .................... 2009 ... 83 252 ... ... ...<br />

2008 83 747 80 800 81 313 82 854 83 747<br />

außerdem: geringfügig entlohnte Beschäftigte<br />

am Arbeitsort Leipzig ................................. 30.06.2008<br />

30.06.2007<br />

am Wohnort Leipzig ................................... 30.06.2008<br />

30.06.2007<br />

Insgesamt ausschließlich im Nebenjob<br />

41 663 32 004 9 659<br />

43 168<br />

33 755<br />

9 413<br />

32 231<br />

31 607<br />

24 841<br />

24 976<br />

7 390<br />

6 631<br />

Arbeitslose in der Stadt Leipzig ..................................... 2009 ... 40 408 38 842 37 600 ...<br />

(Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit) 2008 36 808 40 598 38 465 39 027 36 808<br />

darunter: Frauen ........................................................... 2009 ... 17 358 16 723 16 514 ...<br />

2008 16 593 18 241 17 647 18 202 16 593<br />

unter 25 Jahre ............................................... 2009 ... 4 601 4 304 4 732 ...<br />

2008 4 002 4 806 4 397 5 248 4 002<br />

Langzeitarbeitslose ....................................... 2009 ... 15 524 15 168 14 502 ...<br />

2008 15 865 18 111 17 626 17 015 15 865<br />

Arbeitslosenquote aller zivilen Erwerbspersonen ........... 2009 ... 16,0 15,2 14,8 ...<br />

2008 14,6 16,1 15,3 15,5 14,6<br />

Arbeitslosenquote aller abhängigen zivilen .................... 2009 ... 18,0 17,1 16,5 ...<br />

Erwerbspersonen 2008 16,4 18,0 17,1 17,4 16,4<br />

Arbeitslose nach SGB III insgesamt ............................... 2009 ... 8 757 7 743 7 345 ...<br />

2008 7 878 8 603 7 495 8 207 7 878<br />

darunter: Frauen ........................................................... 2009 ... 3 588 3 390 3 314 ...<br />

2008 3 659 4 104 3 811 4 178 3 659<br />

unter 25 Jahre ............................................... 2009 ... 1 385 1 025 1 238 ...<br />

2008 1 194 1 462 1 115 1 733 1 194<br />

Arbeitslose nach SGB II insgesamt ................................ 2009 ... 31 651 31 099 30 255 ...<br />

2008 28 930 31 995 30 970 30 820 28 930<br />

darunter: Frauen ........................................................... 2009 ... 13 740 13 333 13 200 ...<br />

2008 12 934 14 137 13 836 14 024 12 934<br />

unter 25 Jahre ............................................... 2009 ... 3 216 3 279 3 494 ...<br />

2008 2 808 3 344 3 282 3 515 2 808<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 55


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Leistungsempfänger in der Stadt Leipzig<br />

(Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit)<br />

Leistungsempfänger - Rechtskreis SGB III<br />

Empfänger insgesamt ................................................... 2009 ... 9 486 8 722 ... ...<br />

2008 7 220 8 393 7 189 7 226 7 220<br />

darunter: Empfänger ALG I ......................................... 2009 ... 9 082 8 077 ... ...<br />

2008 6 915 8 058 6 835 6 939 6 915<br />

darunter: Frauen ........................................ 2009 ... 3 404 3 244 ... ...<br />

2008 3 093 3 652 3 339 3 436 3 093<br />

Leistungsempfänger - Rechtskreis SGB II - vorläufige Werte<br />

Bedarfsgemeinschaften (BG) insgesamt ....................... 2009 ... 45 735 46 825 46 676 ...<br />

2008 45 188 47 148 47 194 46 685 45 188<br />

darunter: BG mit einer Person .................................... 2009 ... 27 578 28 521 28 433 ...<br />

2008 27 015 27 619 27 802 27 602 27 015<br />

monatliche Leistungen pro BG in Euro .......................... 2009 ... 771,99 768,58 778,40 ...<br />

(auf Basis aller Bedarfsgemeinschaften) 2008 759,50 762,03 760,75 761,49 759,50<br />

darunter: ALG II ............................................................ 2009 ... 325,26 322,82 331,47 ...<br />

2008 323,58 326,98 325,58 326,39 323,58<br />

Leistungen für Unterkunft und Heizung ........ 2009 ... 267,97 267,50 270,58 ...<br />

2008 268,38 267,11 267,93 267,13 268,38<br />

Sozialgeld ..................................................... 2009 ... 8,62 7,87 11,57 ...<br />

2008 9,78 9,30 9,26 9,71 9,78<br />

Personen in Bedarfsgemeinschaften ........................... 2009 ... 77 895 79 211 79 023 ...<br />

2008 77 189 81 844 81 751 80 708 77 189<br />

davon: Erwerbsfähige Hilfebedürftige ...................... 2009 ... 60 038 61 257 60 914 ...<br />

2008 59 368 63 043 62 904 61 927 59 368<br />

darunter: Frauen ........................................ 2009 ... 29 483 29 930 29 812 ...<br />

2008 29 410 31 000 31 001 30 726 29 410<br />

unter 25 Jahre ............................ 2009 ... 10 635 10 930 10 575 ...<br />

2008 10 427 11 674 11 699 11 299 10 427<br />

Ausländer ................................... 2009 ... 6 127 6 175 6 182 ...<br />

2008 6 042 6 130 6 167 6 151 6 042<br />

Nicht erwerbsfähige Hilfebedürftige ............. 2009 ... 17 857 17 954 18 109 ...<br />

2008 17 821 18 801 18 847 18 781 17 821<br />

darunter: unter 15 Jahre .......................... 2009 ... 17 457 17 551 17 723 ...<br />

2008 17 381 18 369 18 379 18 317 17 381<br />

Ausländer ................................... 2009 ... 1 191 1 193 1 185 ...<br />

2008 1 235 1 246 1 257 1 265 1 235<br />

Leistungsempfänger - Rechtskreis SGB II 1) - endgültige Werte<br />

Bedarfsgemeinschaften (BG) insgesamt ....................... 2009 ... 48 053 48 191 ... ...<br />

2008 46 998 49 116 48 835 48 577 46 998<br />

Personen in Bedarfsgemeinschaften ........................... 2009 ... 81 888 81 717 ... ...<br />

2008 80 323 85 175 84 640 83 898 80 323<br />

1) Angaben werden von der Bundesagentur für Arbeit nach einer Wartezeit von 3 Monaten in endgültige Werte umgewandelt<br />

56 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Verarbeitendes Gewerbe 1) (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

Betriebe ....................................................................... 2009 ... 64 66 ... ...<br />

2008<br />

3)<br />

70 71 70 70 70<br />

Tätige Personen .......................................................... 2009 ... 12 663 12 829 ... ...<br />

2008<br />

3)<br />

13 685 13 720 13 663 13 815 13 664<br />

Arbeitsstunden ................................................ 1 000 2009 ... 4 997 4 819 ... ...<br />

2008 21 928 5 654 5 669 5 524 5 092<br />

Bezahlte Entgelte ......................................... 1 000 € 2009 ... 105 529 115 522 ... ...<br />

2008 523 061 119 165 129 856 132 113 142 232<br />

Gesamtumsatz ............................................. 1 000 € 2009 ... 991 083 1 177 843 ... ...<br />

2008 6 030 447 1 564 999 1 754 448 1 459 306 1 266 704<br />

darunter: Ausland ....................................... 1 000 € 2009 ... 496 616 556 914 ... ...<br />

2008 3 045 480 843 666 895 866 698 790 607 157<br />

Auftragseingang ......................................... 1 000 € 2009 ... 815 448 957 024 ... ...<br />

2008 5 516 628 1 514 124 1 537 828 1 306 116 1 171 462<br />

Vorbereitende Baustellenarbeiten, Hoch- u. Tiefbau 2) (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

Betriebe ....................................................................... 2009 ... 43 44 ... ...<br />

2008<br />

3)<br />

45 47 45 43 43<br />

Tätige Personen .......................................................... 2009 ... 3 165 3 372 ... ...<br />

2008<br />

3)<br />

3 307 3 386 3 367 3 352 3 218<br />

Arbeitsstunden ................................................ 1 000 2009 ... 678 993 ... ...<br />

2008 3 952 838 1 048 1 120 946<br />

Bruttolohn- und -gehaltssumme .................. 1 000 € 2009 ... 20 287 26 269 ... ...<br />

2008 96 968 22 254 25 226 24 846 24 642<br />

Gesamtumsatz ............................................. 1 000 € 2009 ... 75 611 114 240 ... ...<br />

2008 543 484 101 068 134 255 151 822 156 339<br />

darunter: Baugewerblicher Umsatz ........... 1 000 € 2009 ... 73 613 112 328 ... ...<br />

2008 532 154 97 847 131 606 149 279 153 422<br />

Auftragseingang ........................................... 1 000 € 2009 ... 75 577 81 335 ... ...<br />

2008 282 575 77 930 66 748 81 109 56 788<br />

Auftragsbestand ........................................... 1 000 € 2009 ... 164 522 175 795 ... ...<br />

2008 154 572 212 999 209 239 191 391 154 572<br />

Bauinstallation und Sonstiges Ausbaugewerbe 2) (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

Betriebe ....................................................................... 2009 ... 65 65 ... ...<br />

2008<br />

3)<br />

61 60 61 61 61<br />

Tätige Personen .......................................................... 2009 ... 2 552 2 544 ... ...<br />

2008<br />

3)<br />

2 200 2 061 2 174 2 313 2 251<br />

Arbeitsstunden ................................................ 1 000 2009 ... 774 812 ... ...<br />

2008 2 905 664 729 778 734<br />

Bruttolohn- und -gehaltssumme ................... 1 000 € 2009 ... 15 092 15 820 ... ...<br />

2008 52 516 11 811 12 729 13 581 14 395<br />

Gesamtumsatz ............................................. 1 000 € 2009 ... 56 099 66 672 ... ...<br />

2008 227 661 44 606 50 083 65 432 67 540<br />

darunter: Ausbaugewerblicher Umsatz ...... 1 000 € 2009 ... 54 680 64 752 ... ...<br />

2008 219 163 42 065 48 252 63 330 65 516<br />

1) Betriebe mit 50 Beschäftigten und mehr 2) Betriebe mit 20 Beschäftigten und mehr 3) Jahresdurchschnitt<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 57


Sachgebiet Jahr<br />

Gesamtbzw.<br />

Endstand<br />

1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Bautätigkeit (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

Baugenehmigungen ....................................................... 2009 ... 191 208 ... ...<br />

2008 1 065 278 266 220 301<br />

darunter: Neubauten ................................................ 2009 ... 85 104 ... ...<br />

2008 474 99 141 96 138<br />

davon: Wohngebäude ............................... 2009 ... 67 90 ... ...<br />

2008 378 79 115 81 103<br />

Nichtwohngebäude ...................... 2009 ... 18 14 ... ...<br />

2008 96 20 26 15 35<br />

Wohnungen .............................................. 2009 ... 277 197 ... ...<br />

2008 1 637 370 366 426 475<br />

darunter: Zugang durch Neubau ............... 2009 ... 104 121 ... ...<br />

2008 625 128 242 92 163<br />

Wohnfläche .............................. 1 000 m 2<br />

Nutzfläche ................................ 1 000 m 2<br />

2009 ... 29 26 ... ...<br />

2008 127 35 66 25 1<br />

2009 ... 2 49 ... ...<br />

2008 254 83 35 37 99<br />

Veranschlagte Kosten .................. Mio. € 2009 ... 50 71 ... ...<br />

2008 338 107 96 63 72<br />

Baufertigstellungen ........................................................<br />

Wohnungsbestand insgesamt .......................................<br />

Gebäudebestand (Wohngebäude) ...............................<br />

2008 2007<br />

Ärztliche Notdienste, Krankentransporte, Feuerwehr (Quelle: Branddirektion / ASB)<br />

Einsätze insgesamt ........................................................ 2009 ... 35 290 32 181 32 362 ...<br />

2008 122 354 31 385 31 036 29 441 30 492<br />

davon: Rettungsdienst/Krankentransport ............. 2009 ... 27 784 26 012 26 947 ...<br />

2008 96 905 24 247 24 729 23 825 24 104<br />

Einsätze Feuerwehr .................................. 2009 ... 1 878 2 059 1 866 ...<br />

2008 6 839 1 735 1 886 1 728 1 490<br />

Kassenärztlicher Notdienst ....................... 2009 ... 4 930 3 779 3 266 ...<br />

2008 16 586 4 657 4 001 3 583 4 345<br />

Kinderärztlicher Notdienst ......................... 2009 ... 698 331 283 ...<br />

2008 2 024 746 420 305 553<br />

Feuerwehr (ohne Rettungsdienst; Quelle: Branddirektion)<br />

Einsätze insgesamt ........................................................ 2009 ... 1 624 1 356 1 367 ...<br />

2008 5 233 1 258 1 474 1 345 1 156<br />

darunter: Brände ...................................................... 2009 ... 325 350 266 ...<br />

2008 1 104 259 308 246 291<br />

davon: Großbrände ...................... 2009 ... 7 3 4 ...<br />

2008 14 9 1 4 -<br />

Mittelbrände ...................... 2009 ... 22 51 27 ...<br />

2008 79 22 15 16 26<br />

Kleinbrände ...................... 2009 ... 296 296 235 ...<br />

2008 1 011 228 292 226 265<br />

895<br />

314 365<br />

55 286<br />

816<br />

314 223<br />

54 980<br />

58 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Sachgebiet Jahr<br />

Gesamtbzw.<br />

Endstand<br />

1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Zugelassene Kraftfahrzeuge (Quelle: Ordnungsamt/Zulassungsbehörde)<br />

Insgesamt (ohne Anhänger) ....................................... 2009 ... 215 215 218 219 219 461 ...<br />

2008 214 408 212 280 213 900 214 468 214 408<br />

darunter: PKW .......................................................... 2009 ... 188 379 190 738 191 674 ...<br />

2008 187 576 185 781 186 944 187 333 187 576<br />

LKW ........................................................... 2009 ... 14 095 14 257 14 307 ...<br />

2008 14 205 14 288 14 311 14 328 14 205<br />

Verkehrsunfälle, -delikte (Quelle: Polizeidirektion Leipzig)<br />

Unfälle insgesamt ....................................................... 2009 ... 3 260 3 516 3 528 ...<br />

2008 14 685 3 249 3 881 3 580 3 975<br />

darunter: mit Personenschaden ................................ 2009 ... 327 483 556 ...<br />

2008 1 949 360 533 550 506<br />

Verletzte Personen ..................................................... 2009 ... 378 571 639 ...<br />

2008 2 206 412 582 629 583<br />

Getötete Personen ..................................................... 2009 ... 2 1 1 ...<br />

2008 9 1 1 5 2<br />

Unfälle unter Alkoholeinfluss ...................................... 2009 ... 60 61 64 ...<br />

2008 285 70 59 71 85<br />

Unfälle mit Unfallflucht ................................................ 2009 ... 803 858 866 ...<br />

2008 3 236 739 814 804 879<br />

Anzahl der erteilten Verwarnungsgelder .................... 2009 ... 9 664 9 861 11 636 ...<br />

2008 39 002 12 005 9 934 10 581 6 482<br />

Anzahl der Bußgeldbescheide .................................... 2009 ... 8 565 6 279 4 811 ...<br />

2008 27 033 5 384 7 615 6 545 7 489<br />

Öffentlicher Personennahverkehr (Quelle: Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH)<br />

Beförderte Personen ....................................... 1 000 2009 ... 32 037 r 29 919 28 286 ...<br />

2008 126 648 31 124 33 543 28 720 33 262<br />

davon: Straßenbahn .................................. 1 000 2009 ... 26 038 24 139 22 846 ...<br />

2008 103 152 25 050 27 461 23 321 27 319<br />

Bus ................................................ 1 000 2009 ... 6 000 r 5 780 5 440 ...<br />

2008 23 496 6 074 6 081 5 399 5 943<br />

Luftverkehr (Quelle: Flughafen Leipzig/Halle GmbH)<br />

Flugzeugbewegungen ................................................ 2009 ... 13 435 15 068 16 401 ...<br />

2008 59 924 11 610 16 716 16 908 14 690<br />

Fluggäste insgesamt .................................................. 2009 ... 445 352 638 272 765 332 ...<br />

2008 2 462 256 469 465 662 076 776 044 554 671<br />

Fluggäste (gewerblicher Verkehr) .............................. 2009 ... 443 504 636 748 761 629 ...<br />

2008 2 457 077 467 247 661 359 775 069 553 402<br />

darunter: Ankommende ............................................ 2009 ... 154 924 250 237 307 366 ...<br />

2008 1 004 850 178 307 264 423 328 514 233 606<br />

Abreisende ................................................ 2009 ... 158 458 266 533 305 549 ...<br />

2008 1 001 268 179 984 276 447 335 281 209 556<br />

Luftfracht (ohne Trucking) ....................................... t 2009 ... 113 356 123 461 132 349 ...<br />

2008 442 406 65 892 128 330 122 094 126 090<br />

darunter: Anflug .................................................... t 2009 ... 54 464 60 762 64 425 ...<br />

2008 216 309 33 556 63 573 58 926 60 254<br />

Abflug .................................................... t 2009 ... 54 601 60 017 63 742 ...<br />

2008 213 582 29 191 61 382 60 491 62 517<br />

Verkehrseinheiten (VE) 1) ........................................... 2009 ... 1 404 030 1 724 554 1 894 592 ...<br />

2008 6 305 269 985 868 1 790 453 1 857 978 1 670 970<br />

1) 1 VE entspricht einem gewerblichen Passagier oder 100 kg Fracht/Post, Transitaufkommen werden nicht berücksichtigt<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 59


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Messen und Ausstellungen<br />

(Quelle: Leipziger Messe GmbH)<br />

Messen ................................................... 2009 ... 16 6 11 ...<br />

2008 40 15 7 11 7<br />

Aussteller ................................................ 2009 ... 6 674 1 863<br />

1)<br />

1 294 ...<br />

2008 15 473 6 181 1 755 2 527 5 010<br />

Besucher ................................................ 2009 ... 537 500 310 224 1) 112 294 ...<br />

2008 1 308 288 494 450 326 140 264 348 223 350<br />

1) ohne Angaben für JOMO-CITTI und KOMCOM Ost<br />

Messen im Berichtsquartal<br />

Aus- Ausstel-<br />

Zeitraum steller Beteiligte Besucher- lungsder<br />

Messe insge- Länder zahl fläche<br />

samt in m²<br />

GAMES CONVENTION ONLINE 2009 .................... 31.07. - 02.08. 74 8 43 000 40 000<br />

Chancen in Mitteldeutschland ................................... 26.08. - 27.08. 43 . 2 800 5 000<br />

LE GOURMET .......................................................... 04.09. - 06.09. 100 6 19 000 20 000<br />

CADEAUX Leipzig .................................................... 05.09. - 07.09. 410 17<br />

16 100<br />

30 000<br />

COMFORTEX ........................................................... 05.09. - 07.09. 110 6 15 000<br />

MIDORA Leipzig ....................................................... 05.09. - 07.09. 130 8 10 000 3 100<br />

JOMO-CITTI Hausmesse Leipzig ............................. 13.09. - 14.09. . . . .<br />

KOMCOM Ost ........................................................... 15.09. - 16.09. . . . 6 000<br />

Flora Sax .................................................................. 20.09. 116 . 2 600 10 000<br />

FACHDENTAL Leipzig ............................................. 25.09. - 26.09. 168 . 4 594 10 000<br />

Pflegemesse Leipzig ................................................. 29.09. - 01.10. 311 3 14 200 17 000<br />

Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Leistungen der Stadtreinigung<br />

(Quelle: Stadtreinigung Leipzig)<br />

Restabfallentsorgung ............................................ t 2009 ... 18 502 19 771 ... ...<br />

2008 76 672 18 823 19 476 18 973 19 400<br />

Sperrmüllentsorgung ............................................. t 2009 ... 4 349 5 432 ... ...<br />

2008 18 144 4 422 4 690 4 630 4 402<br />

Sammlung von Papier ........................................... t 2009 ... 6 844 6 396 ... ...<br />

2008 26 772 7 090 6 435 6 334 6 913<br />

Sammlung von Glas .............................................. t 2009 ... 3 034 2 947 ... ...<br />

2008 11 509 3 090 2 805 2 657 2 956<br />

Sammlung von Leichtverpackung ......................... t 2009 ... 4 924 5 086 ... ...<br />

2008 19 117 4 726 4 905 4 683 4 803<br />

60 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Sachgebiet<br />

Verbraucherpreisindex im Freistaat Sachsen<br />

(Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

Jahr April Mai Juni Juli August<br />

September<br />

Gesamtindex (Jahr 2005 = 100) .................................. 2009 107,9 108,0 108,2 108,2 108,3 108,0<br />

2008 107,2 107,8 108,1 108,8 108,4 108,3<br />

Veränderung gegenüber Vorjahresmonat ................... 2009 0,7 0,2 0,1 - 0,6 - 0,1 - 0,3<br />

2008 2,6 3,1 3,4 3,6 3,3 3,0<br />

darunter nach Hauptgruppen:<br />

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke .............. 2009 115,3 115,3 115,3 114,4 112,6 112,4<br />

2008 116,3 116,1 115,8 116,3 115,9 115,7<br />

Alkoholische Getränke, Tabakwaren ........................ 2009 111,2 111,3 114,0 113,0 113,5 113,7<br />

2008 109,8 109,4 110,2 110,0 110,2 110,1<br />

Bekleidung und Schuhe ............................................ 2009 117,4 116,9 115,8 112,1 114,2 119,7<br />

2008 114,6 114,4 113,4 110,4 112,8 115,7<br />

Wohnung, Wasser, Strom, Gas und ........................ 2009 107,2 107,1 107,3 106,8 106,9 106,7<br />

andere Brennstoffe 2008 106,6 107,2 107,7 108,0 107,6 107,9<br />

Einrichtungsgegenstände, u.ä. für den ..................... 2009 109,2 109,9 110,0 109,8 109,9 110,1<br />

Haushalt, Instandhaltung 2008 106,6 106,7 106,9 107,3 107,6 108,1<br />

Gesundheitspflege .................................................... 2009 105,8 105,4 105,4 105,5 105,6 105,6<br />

2008 104,5 104,5 104,8 105,0 104,9 104,9<br />

Verkehr ..................................................................... 2009 108,4 109,1 110,2 109,5 110,7 109,7<br />

2008 110,9 112,6 113,7 115,0 112,9 113,0<br />

Nachrichtenübermittlung ........................................... 2009 90,1 89,9 89,8 89,7 89,6 89,5<br />

2008 92,6 92,2 91,7 91,6 91,1 90,9<br />

Freizeit, Unterhaltung und Kultur ............................ 2009 103,2 102,6 102,2 105,5 105,5 103,3<br />

2008 98,7 100,1 100,0 103,1 103,1 101,5<br />

Bildungswesen ......................................................... 2009 99,6 99,6 99,6 99,6 99,7 99,7<br />

2008 108,2 108,2 108,2 108,2 108,2 108,2<br />

Beherbergungs- und Gaststättendienst- ................... 2009 107,6 108,4 109,4 112,0 111,2 108,3<br />

leistungen 2008 105,1 106,1 107,2 110,0 109,8 106,4<br />

Andere Waren und Dienstleistungen ........................ 2009 108,2 108,4 108,5 108,6 108,8 108,8<br />

Sonderauswertungen:<br />

2008 106,5 106,8 106,8 106,9 107,0 107,1<br />

Gesamtindex ohne saisonabhängige ...................... 2009 107,8 107,9 108,1 108,1 108,4 108,1<br />

Nahrungsmittel 2008 107,0 107,5 107,9 108,6 108,3 108,3<br />

Saisonabhängige Nahrungsmittel ............................. 2009 115,4 114,5 116,8 111,5 103,4 102,4<br />

2008 118,0 122,1 120,3 119,2 113,8 112,4<br />

Gesamtindex ohne administrierte Preise .................. 2009 107,7 107,7 108,1 108,0 108,2 107,8<br />

2008 107,3 108,1 108,4 109,2 108,7 108,5<br />

Administrierte Preise ................................................ 2009 109,0 109,0 108,9 108,8 108,7 108,7<br />

2008 106,6 106,7 106,9 107,0 107,2 107,5<br />

Energie ..................................................................... 2009 117,0 117,5 119,7 116,8 118,9 117,1<br />

2008 122,8 127,1 129,8 131,7 127,4 128,4<br />

Kraftfahrerpreisindex ................................................ 2009 107,6 108,4 109,5 108,5 109,8 108,9<br />

2008 110,8 112,7 113,8 114,9 112,5 112,7<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 61


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Tourismus (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen)<br />

Ankünfte insgesamt ........................................................ 2009 ... 213 824 260 173 ... ...<br />

2008 1 003 703 204 373 277 826 265 534 255 970<br />

davon aus: Bundesgebiet ................................................ 2009 ... 176 883 216 836 ... ...<br />

2008 828 734 171 968 226 997 213 632 216 137<br />

Ausland insgesamt ....................................... 2009 ... 36 941 43 337 ... ...<br />

2008 174 969 32 405 50 829 51 902 39 833<br />

darunter: Europa (ohne Deutschland) ........ 2009 ... 22 202 28 733 ... ...<br />

2008 118 584 21 569 33 896 37 221 25 898<br />

darunter: Länder der EU .............. 2009 ... 16 911 22 543 ... ...<br />

2008 90 420 14 527 25 969 30 319 19 605<br />

Amerika ....................................... 2009 ... 12 049 10 727 ... ...<br />

2008 41 001 8 482 12 075 10 593 9 851<br />

Asien ........................................... 2009 ... 1 971 2 644 ... ...<br />

2008 11 432 1 682 3 734 3 088 2 928<br />

Afrika ........................................... 2009 ... 189 291 ... ...<br />

2008 776 115 231 223 207<br />

Übernachtungen insgesamt ............................................ 2009 ... 381 560 495 566 ... ...<br />

2008 1 852 747 369 378 518 006 506 162 459 201<br />

davon aus: Bundesgebiet ................................................ 2009 ... 307 579 401 498 ... ...<br />

2008 1 491 766 302 841 413 050 396 751 379 124<br />

Ausland insgesamt ....................................... 2009 ... 73 981 94 068 ... ...<br />

2008 360 981 66 537 104 956 109 411 80 077<br />

darunter: Europa (ohne Deutschland) ........ 2009 ... 44 501 62 596 ... ...<br />

2008 244 212 44 262 71 564 75 155 53 231<br />

darunter: Länder der EU .............. 2009 ... 34 321 48 881 ... ...<br />

2008 187 692 31 408 54 706 60 968 40 610<br />

Amerika ....................................... 2009 ... 23 810 24 169 ... ...<br />

2008 85 295 18 053 23 893 24 923 18 426<br />

Asien ........................................... 2009 ... 4 166 4 968 ... ...<br />

2008 23 925 2 979 7 197 7 306 6 443<br />

Afrika ........................................... 2009 ... 605 624 ... ...<br />

2008 1 911 275 565 545 526<br />

Durchschnittliche Aufenthaltsdauer (in Tagen) ............... 2009 ... 1,8 1,9 ... ...<br />

2008 1,8 1,8 1,9 1,9 1,8<br />

davon aus: Bundesgebiet ................................................ 2009 ... 1,7 1,9 ... ...<br />

2008 1,8 1,8 1,8 1,9 1,8<br />

Ausland insgesamt ....................................... 2009 ... 2,0 2,2 ... ...<br />

2008 2,1 2,1 2,1 2,1 2,0<br />

darunter: Europa (ohne Deutschland) ........ 2009 ... 2,0 2,2 ... ...<br />

2008 2,1 2,1 2,1 2,0 2,1<br />

darunter: Länder der EU .............. 2009 ... 2,0 2,2 ... ...<br />

2008 2,1 2,2 2,1 2,0 2,1<br />

Amerika ....................................... 2009 ... 2,0 2,3 ... ...<br />

2008 2,1 2,1 2,0 2,4 1,9<br />

Asien ........................................... 2009 ... 2,1 1,9 ... ...<br />

2008 2,1 1,8 1,9 2,4 2,2<br />

Afrika ........................................... 2009 ... 3,2 2,1 ... ...<br />

2008 2,5 2,4 2,4 2,4 2,5<br />

62 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Gesamt-<br />

Sachgebiet Jahr bzw. 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Endstand<br />

Besucher in ausgewählten Museen (Quellen: jeweilige Museen)<br />

Stadtgeschichtliches Museum insgesamt ................... 2009 ... 58 566 118 973 129 543 ...<br />

2008 342 325 67 996 94 603 98 670 81 056<br />

davon: Altes Rathaus ................................................. 2009 ... 8 018 15 072 20 582 ...<br />

2008 41 743 11 702 13 502 7 905 8 634<br />

Stadtgeschichtliches Museum/Neubau ......... 2009 ... 7 497 8 746 7 766 ...<br />

2008 37 607 9 490 7 270 7 465 13 382<br />

Völkerschlachtdenkmal .................................. 2009 ... 23 156 63 333 64 995 ...<br />

2008 180 242 28 758 51 485 61 451 38 548<br />

Forum 1813 .................................................... 2009 ... 3 644 10 074 21 665 ...<br />

2008 20 100 3 633 4 883 6 670 4 914<br />

Alte Börse ....................................................... 2009 ... 10 432 9 729 4 464 ...<br />

2008 27 426 7 762 6 791 4 142 8 731<br />

Schillerhaus .................................................... 2009 ... 1 045 4 847 3 385 ...<br />

2008 12 364 1 812 4 947 3 762 1 843<br />

Coffe Baum ................................................... 2009 ... 4 761 7 164 6 632 ...<br />

2008 22 769 4 834 5 695 7 240 5 000<br />

Sportmuseum (Bibliothek/Sammlungen)......... 2009 ... 13 8 54 ...<br />

2008 74 5 30 35 4<br />

Museum der bildenden Künste .................................. 2009 ... 22 054 27 958 33 619 ...<br />

2008 160 744 38 724 43 279 41 444 37 297<br />

GRASSI Museum für Musikinstrumente ...................... 2009 ... 5 554 7 693 7 464 ...<br />

2008 29 677 8 898 8 187 6 202 6 390<br />

GRASSI Museum für Angewandte Kunst ................... 2009 ... 9 747 15 513 9 080 ...<br />

2008 57 873 15 640 11 912 9 804 20 517<br />

GRASSI Museum für Völkerkunde .............................. 2009 ... 9 608 14 636 11 363 ...<br />

2008 36 497 11 957 10 053 7 106 7 381<br />

Naturkundemuseum .................................................... 2009 ... 9 215 6 613 6 308 ...<br />

2008 31 411 8 696 7 173 7 737 7 805<br />

Bach-Museum auf Zeit (Interim) .................................. 2009 ... 3 433 6 774 8 544 ...<br />

2008 24 126 3 890 7 268 8 533 4 435<br />

Zeitgeschichtliches Forum ........................................... 2009 ... 49 922 54 252 47 794 ...<br />

2008 189 570 47 952 44 668 47 239 49 711<br />

Deutsches Buch- und Schriftmuseum ......................... 2009 ... 301 160 322 ...<br />

2008 4 909 1 050 2 268 857 734<br />

Ägyptisches Museum .................................................. 2009 ... 2 645 3 775 ... ...<br />

2008 10 268 2 429 3 441 2 371 2 027<br />

Museum in der "Runden Ecke" ................................... 2009 ... 21 636 28 991 31 558 ...<br />

2008 98 565 18 251 26 591 28 034 25 689<br />

Museum im Mendelssohn-Haus .................................. 2009 ... 7 341 9 972 11 003 ...<br />

2008 26 745 5 788 7 634 6 747 6 576<br />

Museum für Druckkunst Leipzig .................................. 2009 ... 2 233 2 594 2 452 ...<br />

2008 8 878 1 493 2 328 1 781 3 276<br />

Apothekenmuseum ..................................................... 2009 ... 298 538 ... ...<br />

2008 1 793 231 405 508 649<br />

Deutsches Kleingärtnermuseum in Leipzig e.V. ......... 2009 ... 51 542 510 ...<br />

2008 2 017 94 1 191 545 187<br />

Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst ............... 2009 ... 5 165 7 028 5 781 ...<br />

2008 18 095 4 218 r 3990 5 340 4 547<br />

Durch zeitweilige Sanierungsarbeiten war der Besuch einiger Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt möglich.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 63


Sachgebiet Jahr<br />

Gesamtbzw.<br />

Endstand<br />

1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Ausgewählte Kultureinrichtungen (Quellen: jeweilige Einrichtungen)<br />

Oper Leipzig insgesamt<br />

Veranstaltungen ...................................................... 2009 ... 91 138 13 ...<br />

2008 409 94 141 36 138<br />

Besucher ................................................................. 2009 ... 45 584 55 926 4 212 ...<br />

2008 174 381 40 897 54 208 12 271 67 005<br />

darunter: Opernbühne<br />

Veranstaltungen ................................. 2009 ... 40 48 5 ...<br />

2008 149 39 49 12 49<br />

Besucher ............................................ 2009 ... 32 448 33 300 2 847 ...<br />

2008 113 893 28 316 35 774 6 291 43 512<br />

Platzausnutzung ........................... % 2009 ... 65,1 57,6 48,7 ...<br />

Musikalische Komödie<br />

2008 64,1 59,3 58,5 42,0 70,7<br />

Veranstaltungen ................................. 2009 ... 30 46 2 ...<br />

2008 143 30 50 15 48<br />

Besucher ............................................ 2009 ... 12 184 16 007 985 ...<br />

2008 50 830 11 262 15 152 3 101 21 315<br />

Platzausnutzung ........................... % 2009 ... 78,9 68,9 93,5 ...<br />

Kellertheater<br />

2008 69,0 70,7 58,1 39,5 84,6<br />

Veranstaltungen ................................. 2009 ... 4 15 3 ...<br />

2008 26 4 10 - 12<br />

Besucher ............................................ 2009 ... 327 1 254 277 ...<br />

2008 1 842 304 947 - 591<br />

Platzausnutzung ........................... % 2009 ... 82,6 79,9 93,3 ...<br />

Schauspiel Leipzig insgesamt<br />

2008 85,3 86,9 95,7 - 68,2<br />

Veranstaltungen (Summe der drei Bühnen mit 2009 ... 195 238 37 ...<br />

Vermietungen und Gastspielen am Haus) 2008 520 136 167 15 202<br />

Besucher ................................................................. 2009 ... 20 860 26 604 2 864 ...<br />

Centraltheater<br />

2008 85 241 20 893 27 212 3 474 33 662<br />

eigene Veranstaltungen ...................... 2009 ... 56 50 1 ...<br />

2008 188 42 58 7 81<br />

Besucher ............................................ 2009 ... 13 132 13 193 290 ...<br />

2008 54 106 10 766 13 953 2 885 26 502<br />

Platzausnutzung ........................... % 2009 ... 39,8 45,3 66,0 ...<br />

Skala<br />

2008 56,9 58,2 58,9 57,3 53,1<br />

eigene Veranstaltungen ...................... 2009 ... 51 68 9 ...<br />

2008 209 54 68 8 79<br />

Besucher ............................................ 2009 ... 2 322 3 703 644 ...<br />

2008 11 909 4 045 5 461 589 1 814<br />

Platzausnutzung ........................... % 2009 ... 47,9 56,6 74,2 ...<br />

Theater hinterm Eisernen<br />

2008 60,5 77,4 82,3 59,0 23,3<br />

eigene Veranstaltungen ...................... 2009 ... - - - ...<br />

2008 41 23 18 - -<br />

Besucher ............................................ 2009 ... - - - ...<br />

2008 2 536 1 179 1 357 - -<br />

Platzausnutzung ........................... % 2009 ... - - - ...<br />

2008 . 41,6 64,3 - -<br />

Durch zeitweilige Sanierungsarbeiten war der Besuch einiger Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt möglich.<br />

Ab 01.08.2008 heißt das Schauspielhaus Centraltheater und die Neue Szene heißt Skala.<br />

64 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Sachgebiet<br />

Theater der Jungen Welt insgesamt<br />

Jahr<br />

Gesamtbzw.<br />

Endstand<br />

1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal<br />

Veranstaltungen (einschließlich ............................ 2009 ... 287 344 186 ...<br />

Vermietungen und Sonstiges) 2008 1 085 260 334 130 361<br />

Besucher ............................................................... 2009 ... 15 013 12 296 5 846 ...<br />

darunter: Theatervorstellungen<br />

2008 58 306 12 838 16 475 5 225 23 768<br />

Veranstaltungen ............................................... 2009 ... 158 204 95 ...<br />

2008 673 145 186 72 270<br />

Besucher ......................................................... 2009 ... 11 322 9 442 4 010 ...<br />

Kabarett Funzel<br />

2008 47 149 10 659 11 929 3 678 20 883<br />

Veranstaltungen ............................................... 2009 ... 68 73 59 ...<br />

2008 272 67 70 52 83<br />

Besucher .......................................................... 2009 ... 7 026 6 786 8 440 ...<br />

2008 28 479 7 128 5 588 6 081 9 682<br />

Platzausnutzung ........................................ % 2009 ... 68,0 61,0 . ...<br />

Kabarett Academixer<br />

2008 69,0 70,0 53,0 77,0 77,0<br />

Veranstaltungen ............................................... 2009 ... 102 100 128 ...<br />

2008 440 104 98 121 117<br />

Besucher .......................................................... 2009 ... 18 252 15 171 14 526 ...<br />

2008 68 694 16 852 14 187 14 320 23 335<br />

Platzausnutzung ........................................ % 2009 ... 70,8 60,3 60,0 ...<br />

Gewandhaus zu Leipzig<br />

2008 63,3 63,5 56,2 55,9 77,4<br />

Gewandhauseigene Veranstaltungen .............. 2009 ... 85 78 57 ...<br />

2008 288 66 97 27 98<br />

Besucher .......................................................... 2009 ... 49 648 58 662 28 131 ...<br />

2008 186 650 43 590 51 961 22 537 68 562<br />

Mietveranstaltungen ........................................ 2009 ... 92 70 23 ...<br />

2008 427 118 126 39 144<br />

Besucher .......................................................... 2009 ... 59 926 52 734 11 505 ...<br />

Gohliser Schlösschen<br />

2008 220 799 75 887 53 967 17 125 73 820<br />

Veranstaltungen ............................................... 2009 ... 76 104 138 ...<br />

2008 358 80 91 105 82<br />

Besucher .......................................................... 2009 ... 1 782 3 668 6 872 ...<br />

Zoo Leipzig<br />

2008 14 611 2 590 3 006 6 524 2 491<br />

Besucher .......................................................... 2009 ... 238 514 622 014 621 155 ...<br />

Leipziger Städtische Bibliotheken<br />

2008 1 673 608 315 565 487 670 625 389 244 984<br />

Besucher .......................................................... 2009 ... 228 448 206 776 203 268 ...<br />

2008 836 311 223 292 215 574 196 699 200 746<br />

Entleihungen .................................................... 2009 ... 942 472 833 453 807 060 ...<br />

Bäder (Quelle: Sportbäder Leipzig GmbH)<br />

2008 3 687 337 902 088 840 113 791 165 1 153 971<br />

Besucher in Hallenbädern ................................ 2009 ... 273 930 227 082 169 410 ...<br />

(einschließlich Saunanutzer) 2008 891 340 223 550 266 580 156 786 244 424<br />

darunter: Festnutzer ......................................... 2009 ... 168 455 157 336 118 720 ...<br />

2008 586 760 133 087 187 928 109 938 155 807<br />

öffentliche Besucher .......................... 2009 ... 95 999 65 796 48 530 ...<br />

2008 283 968 82 561 74 964 45 839 80 604<br />

Besucher in Freibädern ................................... 2009 ... - 9 634 118 678 ...<br />

2008 111 689 - 42 724 68 965 -<br />

darunter: Ermäßigt ............................................ 2009 ... - 3 347 33 097 ...<br />

2008 34 752 - 15 357 19 395 -<br />

Durch zeitweilige Sanierungsarbeiten war der Besuch einiger Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt möglich.<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009] 65


Sachgebiet Jahr April Mai Juni<br />

Lufthygiene (Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie)<br />

Messstation Leipzig-Mitte<br />

Juli August<br />

Schwefeldioxidbelastung .......................... ........ µg/m³<br />

Monatsmittel ...................................................... 2009 3,1 2,6 2,2 3,1 2,6 3,3<br />

2008 3,0 2,1 1,9 2,0 2,4 2,1<br />

Maximales Halbstundenmittel ............................ 2009 40,5 20,0 18,0 31,6 27,2 25,1<br />

(Grenzwert: 1 000)<br />

Stickstoffmonoxid ..................................... ........ µg/m³<br />

2008 14,3 18,5 40,7 23,0 46,3 29,8<br />

Monatsmittel ...................................................... 2009 30 29 33 29 32 48<br />

2008 49 39 35 35 35 51<br />

Maximales Halbstundenmittel ............................ 2009 239 169 200 269 189 269<br />

(Grenzwert: 1 000)<br />

Stickstoffdioxid ................................................. µg/m³<br />

2008 233 345 254 254 187 286<br />

Monatsmittel ...................................................... 2009 45 38 37 38 46 51<br />

2008 54 56 52 48 43 45<br />

Maximales Halbstundenmittel ............................ 2009 126 115 106 169 139 154<br />

(Grenzwert: 200)<br />

Staubmessung (PM10) .................................. µg/m³<br />

(Korngrößenbereich unter 10 µm)<br />

2008 177 167 137 141 113 156<br />

Monatsmittel ...................................................... 2009 45 24 22 24 26 37<br />

2008 33 38 32 28 25 30<br />

Maximales Tagesmittel ...................................... 2009 74 43 35 33 38 70<br />

Tage mit Grenzwertüberschreitung (50 µg/m³)<br />

2008 49 64 69 43 40 53<br />

im Monat ...................................................... 2009 8 - - - - 6<br />

2008 - 4 2 - - 1<br />

seit Jahresbeginn ......................................... 2009 20 20 20 20 20 26<br />

2008 19 23 25 25 25 26<br />

Benzol (Grenzwert: Jahresmittel 10) .............. µg/m³<br />

Monatsmittel ...................................................... 2009 1,6 1,3 1,2 1,1 1,4 1,8<br />

2008 2,0 1,5 1,5 1,5 1,6 2,2<br />

Maximales Halbstundenmittel ............................ 2009 5,2 9,3 6,3 6,6 6,5 9,3<br />

Messstation Leipzig-Schönauer Straße<br />

Ozon ......................................................... ........ µg/m³<br />

2008 8,5 7,7 8,8 7,0 7,9 11,4<br />

Monatsmittel ...................................................... 2009 65 65 59 60 64 46<br />

2008 58 71 72 65 58 34<br />

Maximales Halbstundenmittel ............................ 2009 137 144 134 127 139 168<br />

(Grenzwert: 120)<br />

Messstation Leipzig-Lützner Straße<br />

Staubmessung (PM10) ............................. ........ µg/m³<br />

(Korngrößenbereich unter 10 µm)<br />

2008 129 162 153 178 141 102<br />

Monatsmittel ...................................................... 2009 54,34 28,02 23,52 22,31 28,41 ...<br />

2008 31,06 37,38 28,45 26,33 22,00 28,70<br />

Maximales Tagesmittel ...................................... 2009 100,00 53,20 37,83 39,33 41,72 ...<br />

2008 49,12 58,91 62,33 39,26 36,41 56,83<br />

Tage mit Grenzwertüberschreitung (50 µg/m³) .. 2009 14 1 - - - -<br />

2008 - 5 2 - - 2<br />

1) Vom 26.11. bis zum 10.12.08 ist die Messstation Leipzig-Mitte in Folge eines Verkehrsunfalls teilweise ausgefallen.<br />

September<br />

66 Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen [<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> 3/2009]


Veröffentlichungsverzeichnis<br />

Statistisches Jahrbuch der Stadt Leipzig (jährlich) (je 25,- €)<br />

<strong>Statistischer</strong> <strong>Quartalsbericht</strong> (vierteljährlich) (je 7,- €)<br />

2009<br />

Leipziger Brücken III: Parthefließgewässer (8,- €)<br />

Bundestagswahl am 27. September in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)<br />

Kommunalwahlen 2009 in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)<br />

Landtagswahl am 30. August in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)<br />

Europawahl am 7. Juni 2009 in Leipzig – Ergebnisse und Analysen (5,- €)<br />

Bevölkerungsvorausschätzung 2009 für die Stadt Leipzig (5,- €)<br />

Kommunale Bürgerumfrage 2008 - Ergebnisbericht (15,- €)<br />

Straßenabschnittsverzeichnis 2009 (7,50 €)<br />

Menschen mit Behinderungen in Leipzig 2007 (10,- €)<br />

Vorbericht für Wahlen 2009 (5,- €)<br />

2008<br />

Besucherbefragung Weihnachtsmarkt 2008 - Ergebnisbericht (10,- €)<br />

Stadt - Umland - Region Leipzig 2008 (10,- €)<br />

Leipziger Brücken II: Elsterfließgewässer (10,- €)<br />

Leipziger Brücken I: Pleißefließgewässer (10,- €)<br />

Ortsteilkatalog 2008 (25,- €)<br />

Zuwanderung nach Leipzig 2007 - Ergebnisbericht (10,- €)<br />

Das Image der Universität Leipzig – Ergebnisse von Erhebungen 2007 (15,- €)<br />

Kommunale Bürgerumfrage 2007 - Ergebnisbericht (15,- €)<br />

Umfrage zur Sicherheit in Leipzig 2007 - Ergebnisbericht (15,- €)<br />

Bürgerentscheid am 27.01.2008 (5,- €)<br />

2007<br />

Strukturatlas Leipzig 2007 (15,- €)<br />

EU-Umfrage 2006 zur Lebensqualität in Städten (5,- €)<br />

Bevölkerungsvorausschätzung für die Stadt Leipzig 2007 (5,- €)<br />

Kommunale Bürgerumfrage 2006 - Ergebnisbericht (15,- €)<br />

Deutschland-Umfrage zu Leipzig 2007 (7,- €)<br />

Freizeit in Leipzig 2006 (15,- €)<br />

Straßenabschnittsverzeichnis 2007 (7,50 €)<br />

2006<br />

Ausländer in der Stadt Leipzig 2006 (15,- €)<br />

Ortsteilkatalog 2006 (25,- €)<br />

Besucherbefragung Volkshochschule 2006 – Ergebnisübersicht (5,- €)<br />

Kommunale Bürgerumfrage 2005 – Ergebnisübersicht (15,- €)<br />

Oberbürgermeisterwahl 2006 in Leipzig – endgültige Ergebnisse (5,- €)<br />

Oberbürgermeisterneuwahl 26.02.2006 – vorläufige Ergebnisse (5,- €)<br />

Oberbürgermeisterwahl am 05.02.2006 – vorläufige Ergebnisse (5,- €)<br />

Landtagswiederholungswahl 22.01.2006 im Wahlkreis 31 - Leipzig 7 (5,- €)<br />

Die Veröffentlichungen des Amtes für Statistik und Wahlen können wie folgt bezogen werden:<br />

Postbezug (zuzüglich Versandkosten):<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen<br />

04092 Leipzig<br />

Direktbezug:<br />

Stadt Leipzig, Amt für Statistik und Wahlen<br />

Burgplatz 1, Stadthaus, Raum 228<br />

Alle Veröffentlichungen des Amtes für Statistik und Wahlen liegen in der Bibliothek des Amtes zur<br />

Einsicht aus, ebenso die Veröffentlichungen des Statistischen Landesamtes des Freistaates<br />

Sachsen, des Statistischen Bundesamtes, weiterer deutscher Städte, des Deutschen Städtetages<br />

und andere. Statistische Auskünfte erhalten Sie unter:<br />

Fon 0341 123-2847, Fax 0341 123-2845 bzw. E-Mail statistik-wahlen@leipzig.de.

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