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krieghoff

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Jagdwaffen II

Das Krieghof-Werk in Ulm. Mit modernen Maschinen und …

Krieghoff: Hochwertige Jagdwaffen aus

Die hochwertigen Jagd- und Sportwaffen aus dem Hause Krieghoff sind

auch hierzulande weit verbreitet. Insbesondere die Drillinge trifft man in

den schwarzwildreichen Revieren der Nord- und Nordostschweiz bei

Gesellschaftsjagden an. JAGD&NATUR hat die Wiege dieser Jagdwaffen

besucht. Wie das Krieghoff-Werk im württembergischen Ulm die Gratwanderung

zwischen einer echten Manufaktur und einer industriellen

Hightech-Serienfertigung meistert, zeigt dieser Bericht.

◆ MICHELE COSTANTINI

Schon seit mehr als 120 Jahren ist der

Name Krieghoff unter Jägern ein Begriff.Die

«H.Krieghoff GmbH» wird von

den Geschäftsführern Dieter Krieghoff

und Peter Brass geleitet. Über 100 Personen

finden am heutigen Firmensitz im

württembergischen Ulm Arbeit. Doch

die Wurzeln der traditionsreichen Waffenschmiede

liegen im thüringischen

Suhl, dem früheren Zentrum des Jagdund

Sportwaffenbaus in Europa.

Historisches

Im Jahr 1886 gründete Ludwig Krieghoff

die Firma «Sempert & Krieghoff».

Mit einer Werkstatt und einer Belegschaft

von 3 Mann hatte diese Manufaktur

die für diese Zeit übliche Grösse

einer typischen «Suhler Gewehrfabrik».

Als Ludwig Krieghoffs jüngster Sohn,

Heinrich Krieghoff, ein gelernter Büchsenmacher

mit viel Auslandserfahrung,

56 Jagd&Natur 3/2007

1916 die «Heinrich Krieghoff Waffenfabrik»

gründete, begann ein gewaltiger

Aufschwung. Bereits 1919 übernahm er

die väterliche Firma «Sempert & Krieghoff»

und integrierte diese in seine

«Heinrich Krieghoff Waffenfabrik». In

der Zwischenkriegszeit fertigte man bei

Krieghoff in Suhl 71 verschiedene Jagdwaffenmodelle,

bis mit dem Kriegsbeginn

1939 die Fertigung von (zivilen)

Jagdwaffen verboten wurde. Der Drilling

war bereits vor diesem Zeitpunkt

der wichtigste Waffentyp in der Krieghoff-Fertigung.

Auch während dem

Krieg wurde u. a. der sogenannte Krieghoff

Luftwaffendrilling gefertigt, heute

ein gesuchtes Sammlerstück.

Neuanfang nach dem 2. Weltkrieg

Nach dem Krieg sprengte die russische

Besatzungsmacht die gesamte Fertigungsanlage.

Heinrich Krieghoff und

seine Familie sowie einige Mitarbeiter

wurden von den amerikanischen Trup-

pen zwangsevakuiert. In Heidenheim,

50 km nördlich von Ulm, hielten sich

Heinrich Krieghoff und seine Mitarbeiter

mit allerlei Beschäftigungen über

Wasser. Waffenfertigung war unmittelbar

nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland

strengstens verboten.

Doch die amerikanische Besatzungsmacht

schien sich an die Suhler-Spezialisten

zu erinnern und belieferte diese

mit alten Wehrmachtskarabinern, welche

diese – selbstverständlich mit einer

amerikanischen Sonderbewilligung – zu

Jagdbüchsen umbauten. Dies war der

Grundstein des Wiedereinstiegs in die

Waffenfertigung.

Mit dem Umzug nach Ulm begann

eine erste bescheidene «Waffenproduktion»

mit der Herstellung der wieder erlaubten

Luftgewehre. Nach und nach

wurden die Einschränkungen bei der

Waffenfertigung aufgehoben und das

Unternehmen begann wieder zu wachsen.


der Hightech-Manufaktur

Die ersten Nachkriegs-Drillinge

1953 konnten endlich wieder Drillinge

hergestellt werden.Die Fertigung der

ersten «Försterdrillinge» für die Landesforstverwaltung

war der eigentliche

Neubeginn der Krieghoff Jagdwaffenproduktion.

So konnte bereits 1960 ein eigenes

Gebäude, der heutige Firmensitz an der

Boschstrasse in Ulm, bezogen werden.

In den 60er und 70er Jahren wurden die

Drillingsmodelle «Trumpf» und «Neptun»

entwickelt und erfolgreich auf dem

Markt platziert.Heute sind diese Drillinge

bei Sammlern und bei Jägern gesuchte

Waffen wegen ihres Dreischlosssystems

mit separater Kugelspannung.

Moderne Fertigungstechniken

In der Mitte der achtziger Jahre ka-

… dem Können der Fachleute …

men die ersten CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen

ins Ulmer Werk. Heute

sind diese Maschinen aus der computerunterstützten

Fertigung nicht mehr

wegzudenken.Trotz der Einführung modernster

Fertigungstechniken wurden

die Kunstfertigkeiten der Büchsenmacher,

Graveure und Schäfter immer geschätzt.

Um konkurrenzfähig zu bleiben,

wird bei Krieghoff auch heute

noch nur das Notwendigste mit modernen

rechnergesteuerten Maschinen und

Automaten hergestellt.

Moderne Maschinen und viel Handarbeit

Bewusst wird darauf verzichtet,Waffen

ausschliesslich von Automaten und

Robotern fertigen zu lassen, obwohl

dies durchaus möglich ist und anderswo

auch so gemacht wird. Die fachlichen

Fähigkeiten der gelernten Handwerker

verleihen jeder Waffe einen eigenen unverwechselbaren

Charakter. Jede Krieghoff-Waffe

ist ein Einzelstück, wie auch

jedes einzelne Laufbündel,welches heute

noch von Hand verlötet wird, sofern

der Käufer nicht frei gelagerte Varianten

wünscht.Dies wissen Krieghoff Kunden

zu schätzen und investieren dafür vielleicht

auch den einen oder anderen

Euro mehr in ihre ganz persönliche Waffe.

Eine weitere Spezialität des Hauses

Krieghoff ist die Anpassung bestehender

Modelle an die Kundenwünsche.Wo

immer dies technisch möglich ist, wer-

… entstehen ganz individuelle Waffen. Graveurin bei der Arbeit.

Jagd&Natur 3/2007 57


Ein Schaft entsteht. Ein echter Ölschaft braucht viele Arbeitsgänge.

den Kaliber, Bedienelemente, Material,

Holz,Schäftung,Gravur und vieles mehr

explizit den Bedürfnissen des Kunden

angepasst, ohne dass die Waffe unbezahlbar

wird. Hier zeigt die Flexibilität

der Fachleute ihre grosse Stärke.

Erfolg bei Jagd- und Sportwaffen

In den letzten Jahren war die Ulmer

Waffenschmiede mit ihren Drillingen,

Kipplaufbüchsen und -Flinten sehr erfolgreich.

Jäger und Sportschützen, die

Wert auf Erprobtes legten,aber nicht auf

eine persönliche Note an ihrer Waffe

verzichten wollten,haben in den letzten

Jahren vermehrt zu Krieghoff Waffen gegriffen.

So wurde die Modellpalette immer

wieder erweitert mit neuen Modellen

und neuen Varianten. Diese wurden

und werden heute kontinuierlich verbessert

und weiterentwickelt.

Neu: Der Krieghoff-Repetierer …

Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass

Krieghoff an der Entwicklung eines Repetierers

arbeitet. Die Firma Krieghoff

wird ihren neuen Repetierer erstmals an

der IWA 2007 in Nürnberg dem Fachpublikum

präsentieren, JAGD&NATUR

konnte ihn bereits in Augenschein nehmen,

siehe Kästchen. Dass es sich bei

diesem Krieghoff-Repetierer um etwas

ganz Besonderes handeln wird, steht

jetzt schon fest, wir werden ihn ausgiebig

testen und darüber berichten.

58 Jagd&Natur 3/2007

Fortschritt, ohne die Tradition zu

vernachlässigen

Manchmal ist es doch sinnvoll, wenn

man nicht allzu schnell vorwärts stürmt,

wie das Beispiel Krieghoff zeigt. Für

mich jedenfalls bedeutet Fortschritt

symbolisch gesprochen auch, dass man

sich ab und zu einmal umdreht und ein

paar Schritte rückwärts geht. Auch so

kommt man vorwärts und verliert Altbewährtes

und Tradition nicht aus den

Augen. Im Falle Krieghoff heisst das, es

wird nicht gänzlich auf Fertigungsauto-

maten verzichtet. Die traditionelle Arbeit

der Büchsenmacher, der Graveure

und der Schäfter jedoch macht aus einem

Schiesseisen erst eine vollwertige

Sport- oder Jagdwaffe, die immer einmalig

sein und bleiben wird und ihren

Wert behält. So arbeiten auf der einen

Seite die Hightech-Maschinen und auf

der anderen Seite das solide,traditionelle

Handwerk Hand in Hand zusammen.

Was dabei herauskommt sind (bezahlbare)

hochwertige, präzise und zuverlässige

Jagd- und Sportwaffen.

Marketingchef Ralf Müller. Gravuren jeder Art werden hier angefertigt.


Semprio: Der neue Repetierer von Krieghoff

Wenn ein namhafter

Jagd- und Sportwaffenhersteller

wie Krieghoff

einen neuen Jagdrepetierer

entwickelt, darf

man sicherlich etwas

Besonderes erwarten.

Die anwesenden Jagdjournalisten,

denen

diese Neuheit im neu

eröffneten «Müller-

Schiess-Zentrum Ulm»

Anfang Februar vorgestellt

wurde, waren

vom neuen Krieghoff-

Repetierer «Semprio»

mehr als nur überrascht.

Bestreitet doch

Krieghoff völlig neue

Wege, was die Konzeption

und die Bedienung

des neuen

«Semprio» Jagdrepetierers

anbelangt.

◆ MICHELE COSTANTINI

Die Anforderungen, welche sich die

Krieghoff-Verantwortlichen bei der Entwicklung

des neuen Repetierers an sich

selbst gestellt haben, waren schon von

allem Anfang an sehr hoch. Krieghoffs

neuer Repetierer sollte sicherer, schneller

repetierbar, schneller zerlegbar und

ergonomischer sein als alle anderen gängigen

Systeme und zudem noch über

ein herausnehmbares Magazin verfügen.

Was dabei herausgekommen ist,

überzeugt auf Anhieb, auch wenn man

sich als Jäger und Sportschütze an einen

Krieghoff Semprio «Standart» (unten) und «Standart Schwarz»(oben)

Fachjournalist Werner Reb beim Begutachten

des neuen Semprio.

völlig anderen Bedienungsablauf gewöhnen

muss.

«In-Line-Repetiersystem»

Äusserlich gleicht der neue «Semprio»

einer Mischung aus herkömmlichem

Repetierer und einer halbautomatischen

Jagdbüchse,nur einen Repetierhebel

werden wir an ihm nicht finden.

Repetiert wird mit dem Vorderschaft,

wobei sich, im Gegensatz zu einer Vorschaftrepetierbüchse,

der gesamte Lauf

mit der Zielvorrichtung mitbewegt.

Dieses von Krieghoff neu entwickelte

Repetiersystem, das «In-Line-Repetiersystem»,

ist sozusagen die Umkehr des

bisherigen Repetiersystems. Anstatt

des Zylinderverschlusses wird hier der

ganze Lauf mit Patronenlager, Magazin

und Zielvorrichtung etc. zum Repetieren

hin und her bewegt.

Ein erster kurzer Praxistest im neu

eröffneten Schiesskino des «Müller-

Mit einem Handgriff und ohne Werkzeug in

Sekundenschnelle zerlegt.

Schiess-Zentrum Ulm» überzeugt die anwesenden

Jagdjournalisten voll und

ganz. Mit etwas Übung können präzise

Schüsse schneller abgefeuert werden,

als bei den gängigen Geradezugrepetierern.

Ist das Magazin einmal leergeschossen,

kann es in Sekundenschnelle

herausgenommen werden und durch

ein volles ersetzt werden. Für den Jagdbetrieb

ist dieses System sicherlich ideal.

Auf dem Schiessstand, beim Schiessen

vom Schiessbock oder vom Sandsack,ist

dieses System jedoch eher nachteilig,da

nach jedem Repetieren die optimale

Position wieder gesucht werden muss.

Dieser Punkt ist jedoch jagdlich nicht relevant.

Separater Spannschieber

Der Sicherheit zuliebe wurde dem

Semprio ein separater Spannschieber

verpasst. Wie bei jeder anderen Jagdwaffe

mit Handspannung kann auch

Jagd&Natur 3/2007 59


Für Sie gesehen

beim Semprio eine Patrone im Lauf sicher

mitgeführt werden. Bei Bedarf

genügt ein kurzer Knopfdruck, und die

Waffe ist betriebsbereit. (Bitte gesetzliche

Vorschriften beachten!) Auf eine

weitere Sicherung wurde völlig verzichtet,da

die Waffe im entspannten Zustand

absolut sicher geführt werden kann.Die

separate Spannung und der fehlende Repetierhebel

wird sicherlich dafür sorgen,

dass diese Waffe gerade unter den

Gebirgsjägern einige Anhänger finden

wird. Kann doch diese Waffe problemlos,

sowohl links, als auch rechts getragen

werden, ohne dass die Repetierhebel

stören.

Take Down- und einfaches

Wechsellauf-System

Der Semprio ist die erste Waffe aus

Jeder Jäger, der schon einmal mit einem

Spektiv unterwegs war, hat sich

ein leichtes, stabiles Stativ gewünscht.

Die herkömmlichen Stative aus Leichtmetall

sind für weite Fussmärsche zu

schwer oder so instabil, dass Tierbeobachtungen

durch ein Teleskop keinen

Spass machen. Seit vergangenem Sommer

bietet Swarovski-Optik das Carbon-Stativ

CT101 an,welches aus Kohlefaserrohren

und glasfaserverstärkten

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dem Hause Krieghoff,bei dem verschiedenen

Läufe und Kaliber ohne weitere

Anpassungen beliebig gewechselt werden

können. Je nach Kalibergruppe

muss neben dem Lauf auch der Verschlusskopf

sowie das Magazin ausgetauscht

werden. Der Verschlusskopf

kann ohne Werkzeug entfernt werden.

Da die Waffe ohne den Verschlusskopf

unbrauchbar ist, empfiehlt es sich, im

Sinne einer zusätzlichen Sicherheit, diesen

separat aufzubewahren.

Durch Umlegen eines einzigen kleinen

Hebels lässt sich der Semprio einfach

zum Reinigen oder für Auslandsjagden

zerlegen. Das längste Teil ist dann

der Lauf mit der Repetiervorrichtung

mit 70 bzw. 77 cm Länge. Der Semprio

passt somit in die diskreten 80-cm-Waffenkoffer.

Ein leichtes, stabiles Stativ:

Das Carbon-Stativ CT 101 von Swarovski

Das neue Swarovski Carbon-Stativ CT101,

ideal für Naturliebhaber und Jäger(innen).

Kunststoffteilen gefertigt ist.Gerade einmal

2 kg wiegt dieses dreiteilige Stativ,

dazu kommen noch 540 g,die der Stativkopf

FH101 (nur Stativkopf Fr. 410.– /

Stativkopf und Carbon-Stativ Fr. 915.–)

auf die Waage bringt. Das FMS (Fast Mount

System) ist nicht nur für Swarovski-

Spektive geeignet,fast alle anderen Teleskope

können ebenfalls darauf montiert

werden.

Beim Beobachten von Gams- und

Steinwild und beim «Digiscopen», dem

Fotografieren mit dem Teleskop von Tieren

und Vögeln, hat sich dieses Stativ in

der Praxis als sehr stabil erwiesen.Auch

das Gewicht war auf längeren Fussmärschen

im Gebirge durchaus noch zu

ertragen. Im unebenen Gelände funk-

Der Stativkopf FH101 lässt ruckfreie

Schwenk- und Neigebewegungen zu.

Moderater Preis

Noch vor der Drückjagdsaison 2007

werden die ersten Semprio ausgeliefert.

Im Schweizer Jagdfachhandel dürfte der

Krieghof Semprio Repetierer in der

Standard-Version zwischen 4100 bis

4200 Franken (2590 Euro) kosten. Lieferbar

sind die Versionen «Standard» mit

silberfarbigem Gehäuse und «Standard

Schwarz».Wie bei Krieghoff üblich,werden

Gravuren nach Kundenwunsch angefertigt.

Die Waffe wird zur Markteinführung

im Spätsommer in folgenden

Kalibern erhältlich sein:.243 Win,7x64,

.30-06, 8x57IS, 9,3x62 und .300 Win.

Mag. Weitere Kaliber sind in Vorbereitung.

tionierte dieses Stativ ausgezeichnet,

denn im Gegensatz zu vielen Fotostativen

lässt sich bei diesem Modell die

Winkeleinstellung der Beine einzeln

bis zu 90° variieren und dem Gelände

anpassen. Die Mittelsäule kann bei Bedarf

zusätzlich um bis zu 35 cm ausgefahren

werden. Der Stativkopf FH101

lässt ruckfreie Schwenk- und Neigebewegungen

zu,so dass er zusammen mit

dem Car-bon-Stativ CT101 auch für Video-Aufnahmen

bestens geeignet ist.

Als Zubehör werden für diesen Zweck

noch die Stativplatte (Fr.25.–) und eine

Balanceschiene (Fr. 90.–) angeboten.

MC

Zusammengelegt

auf ein

handliches

Packmass.

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