Welt Auge - Volker Steinbacher

volker.steinbacher.de

Welt Auge - Volker Steinbacher

Welt

Auge


Der Weg der Steine


Steine gehen auf eine Reise.

Rund um die Welt.

In jedes Land der Erde.

Alle Steine tragen ein aufgemaltes Auge.

Jeder Stein berichtet, was er sieht.


Volker Steinbacher

und

Gerald Wingertszahn


Projektbeginn:

16.3.2003


Südsudan wurde am 12.11.2011

als letzter Staat erreicht.


Inhalt:

Band 1

Band 2

Band 3

Band 4

Band 5

Band 6

Projektbeschreibung

Staatenliste

Teilnehmer

Staaten A- K

Staaten L-Z

Arktis und Antarktis

Internationale Weltraumstation ISS

Texte

Fotos

Kataloge

Materialien

Karten

Panoramafotos

Ergänzungen


Band 2

Staaten L-Z

Arktis und Antarktis

Internationale Weltraumstation ISS


Laos

Luang Prabang

Vom 19.11. bis 15.11.2006 war ich in Luang Prabang, der alten Königsstadt in Laos,

die komplett UNESCO Weltkulturerbe ist. Eine beschauliche, idyllische Stadt am

Mekong, die unzählige Tempelanlagen hat und in der die Mönche morgens noch

zum Almosensammeln durch die Stadt gehen. Ich habe meinen Augenstein im

berühmtesten Tempel der Stadt , dem Vat Xieng Thong auf einem Seitenaltar

abgelegt, er schaut auf den wunderschön mit Mosaiken verzierten Haupttempel. Die

Atmosphäre auf dem Tempelgelände ist sehr ruhig und entspannt und spirituell, die

Schönheit der Gebäude wirkt sehr positiv.

Isabel Merkle, Darmstadt

2006


Laos

Vientiane

Wo liegt der Stein

Der Stein liegt im

Zentrum der Hauptstadt

Vientiane in

einem Bodhi-Baum

(unter einem dieser

Bäume (Ficus

religiosa), die in

Asien sehr verehrt

werden, hat der Sage

nach Buddha die

Erleuchtung gefunden)

am Quai Fangum,

direkt gegenüber

des Mixayaram-

Klosters auf der einen

Seite und dem

Mekong auf der

Anderen.

Was sieht der Stein

Einen Tempel in der

Abendsonne aus dem

das leise Trommeln

der Mönche erklingt

und dem mächtigen

Mekong-Fluß an

dessen Ufer schattige

Restaurants und

Biergärten zum

Verweilen einladen.

Die Stimmung ist

entspannt und das

nebeneinander zwischen

Religion und

Vergnügen erfreulich.

Eine Toleranz

von der sich Eiferer

in anderen Teilen der

Welt eine Scheibe

abschneiden könnten.

Mathias Lueg, Oberursel

2006


Lesotho

Maseru

Ich gruesse euch herzlichst aus Lesotho.

Und den Kuenstler wirds besonders freun:

Der Augenstein ist seit einigen Wochen plaziert

und ich bin stolz dass ich nunmehr daran gedacht

habe euch die entsprechenden Bilder zu schicken.

Und nun die Antworten auf die beiden Fragen:

Wo liegt der Stein

Der Stein liegt hinter einer Glasscheibe an der Aussenwand meines Hauses in

Maseru, Lesotho. Die Glasscheibe ist Teil meiner solaren Heizung. So lange

niemand die Heizung abmontiert wird dieser Stein dort liegen bleiben.

Was sieht der Stein

Er sieht im Vordergrund einen vertikal gespannten Draht an dem im Sommer

Bohnen hochranken, so dass die solare Heizung berankt ist. In der Jahreszeit,

wo die Heizung gebraucht wird und die Bohnen nicht am Draht hochranken

sieht der Stein meinen Garten und dann ueber das Flusstal des

Caledon hinweg nach Sued-Afrika rein (hinter dem Berg liegt Ladybrand).

Christoph Kellner, Maseru

2003


Lettland

Riga

MIT BLICK AUF DIE FREIHEIT

Wir haben den Augenstein am 23.

Januar 2005 in der lettischen Hauptstadt

Riga im Bastejkalns-Park auf einer

Natursteinmauer mit „Blick“ auf das

Freiheitsdenkmal abgelegt.

Wir haben uns diesen Platz ausgesucht,

da das Denkmal große Bedeutung für

das erst seit dem 21.8.1991 wieder

unabhängige Land besitzt. Auf einer

hohen Steinsäule steht eine bronzene

Frauenfigur, die mit ausgestreckten

Armen drei Sterne in den Himmel hält.

Diese symbolisieren die drei historischen

Regionen Lettlands, nämlich Kurzeme,

Vidzeme und Latgale.

Da uns die Geschichte der baltischen

Staaten sehr berührt hat, hier ein kurzer

historischer Rückblick.

1935 wurde das Monument zum 17.

Jahrestag der lettischen Unabhängigkeit

aufgestellt. Nur fünf Jahre später, ein

Jahr nach Unterzeichnung des Hitler-

Stalin-Paktes, wurde das Land von

sowjetischen Truppen besetzt. Es folgte

eine Welle von Deportationen nach

Sibirien.

Im Jahr 1941 marschierten, im Zuge des

Überfalls auf die UdSSR, nationalsozialistische

Truppen in Riga ein. Im

Konzentrationslager Salaspils in der

Nähe von Riga wurden in den folgenden Jahren 100000 Menschen, hauptsächlich Juden, ermordet.

Im Oktober 1944 fiel Riga erneut in den Händen der Roten Armee. In den folgenden Jahren wurde

versucht, die lettische Identität zu zerstören. Die UdSSR interpretierte das Denkmal zum „

Willkommensgruß“ der Letten an die sowjetische Macht um. Russisch wurde Amtssprache, die Pflege

der lettischen Kultur wurde als staatsfeindlicher Nationalismus abgetan. Unabhängigkeit wurde zur

Utopie.

1987initiierte die Gruppe „Helsinki 86“ eine illegale Demonstration mit 5000 Teilnehmern am

Freiheitsdenkmal zum Gedenken an die von Stalin

deportierten Letten. Dies war der Auftakt für eine friedliche

Revolution an deren Ende die lettische Unabhängigkeit

stand. Die Statue symbolisiert für die Letten nicht nur die

Freiheit, sondern auch den jüngsten Kampf um

Unabhängigkeit.

Die Statue wird von einer Ehrengarde bewacht, die

wiederum von Soldaten in Kampfanzügen bewacht wird. Es

war deshalb nicht möglich, sich dem Denkmal zu nähern,

so dass wir unseren ursprünglichen Plan, den Stein auf

einem der vielen Simse am Denkmal abzulegen, aufgeben

mussten.

Corinna Glasenapp, Offenbach und Alfred Meixner, Frankfurt/Main

2005


Libanon

Beirut

BEIRUT, 3. NOVEMBER 2005 /

1. SCHAWWÂL 1426

Avenue Général de Gaulle Vielleicht, vielleicht

auch nicht. Wer hier als Fremder nach dem Place de

l'Étoile fragt, kommt nicht ans Ziel. Nedschme

heisst der beliebteste Platz der Stadt heute, Stern,

Französisch, das war einmal, die Zukunft spricht

Englisch wie das Internet, an jeder Ecke ein Café,

manche Kids so jung, dass sie in vom Glück

verwöhnten Ländern noch nicht lesen könnten, hier

surfen sie schon.

Corniche Zur Rechten die Taubenfelsen im Meer,

zur Linken ein Mövenpick-Hotel und verlassener

Strand in Gehweite der UNESCO. Keine Postkarte,

nirgends. Vielleicht in zehn Jahren, wenn die Investoren vom Golf noch ein Dutzend Apartmenthotels

hochgezogen haben und Aufräumen davor die Erträge steigert.

Gleichwohl stillvergnügtes Strassenleben. Vor der Aussicht flaniert Volk, Ramadan ist vorüber, viele feiern

das Fastenbrechen. Unten Angler, Katzen, Ponys und in aufgegebenen Bretterbuden ein Tee im Wind.

Zwischen rostigen Kränen der Grund zur Wiederkehr: Beiruts Reichtum, seine Menschen.

Grünes Herbstgewitter.

Nachts der Blitz der Neumondsichel

Im stürmischen Gewölk.

Ludwig Ammann, Freiburg

2005


Liberia

Zorzor

Seit dem 20. April liegt der Stein im nördlichen Liberia beim Curran Krankenhaus, nahe der Stadt Zorzor. Gut geschützt in einer

Baumgabel hofft er mit den Menschen Liberias auf Frieden. Die Vergangenheit hat er sich erzählen lassen: Wie die Kämpfer nach

Zorzor kamen und vergewaltigten, mordeten, plünderten. Wie die Menschen flohen und die Dörfer, Städte und Einrichtungen zu

Ruinen wurden. Auch das Curran Hospital wurde ganz und gar geplündert. Übrig blieben ein paar Mauern, vom Busch

überwuchert.

Wer im Jahr 2004 nach Curran kam, wurde von dem Schild empfangen: „Welcome to the broken pieces of Curran Lutheran

Hospital“. Timothy Cleata, der Manager des Krankenhauses, fing in den Ruinen wieder zu arbeiten an.

Denn schon damals erhofften sich Menschen wieder Hilfe aus den Ruinen des Krankenhauses. Und es gab sie – mit einfachsten

Mitteln, wie dem Hörrohr der Hebamme für die Schwangerenvorsorge.Jetzt sieht es schon wieder ganz anders aus. Nach und

nach nimmt das Krankenhaus wieder seinen Betrieb auf. Und die Menschen, die Hilfe suchen, wenn sie krank sind, werden immer

mehr. Jeden Tag sieht sie der Stein kommen. Er wünscht ihnen, dass sie die Hilfe bekommen, die sie brauchen.

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2006


Libyen

Leptis Magna

Am 27. November 2007, dem vorletzten Tag unserer Libyenreise in den fernen Djebel

Uweinat im Südosten Libyens, besuchten wir Leptis Magna. Etwa 120 km östlich von

Tripolis gelegen ist es die größte antike Ruinenstadt an der Mittelmeerküste Afrikas. Seine

größte Bedeutung hatte die Stadt unter der Herrschaft der Römer als Handelszentrum. Ihr

Niedergang begann nach der Eroberung durch die Vandalen im 5. Jahrhundert n. Chr.

Mehrere eindrucksvolle wieder hergerichtete Großgebäude finden sich in dem ausgedehnten

Ausgrabungsgebiet. Unter anderen auch ein Theater. Dieses Theater wählten wir als

Ablegeplatz für einen der beiden mitgeführten

Augensteine aus. Nachdem die im Theater außer unserer

Gruppe vorhandene zweite Gruppe das große Halbrund

verlassen hatte fand der Augenstein seinen Platz am Fuße

einer der Säulen des Ceres-Tempels, der sich oben auf

dem Halbrund der Zuschauerränge erhob. Von dort schaut

das Auge hinunter auf die Bühne und die dahinter wieder

aufgerichteten Säulen.

Die seitwärts auf der Bühne im Hintergrund sitzenden

Wärter beobachten wohl mehr das Geschehen im unteren

Teil der Zuschauerreihen und haben unser Tun keines Blickes gewürdigt. Die Besucher

wiederum richten ihre Aufmerksamkeit mehr nach unten, so dass der Stein vermutlich eine

längere Zeit unbeachtet bleiben wird. Möge er den Anblick noch eine Weile genießen.

Friedrich und Kirsten Bergerhoff, Frankfurt/Main

2007


Libyen

Tripolis

Am Morgen des 28. November 2007, dem Tag unserer

Abreise aus Libyen, war noch Gelegenheit unseren

zweiten Augenstein an einem prominenten Platz in

Tripolis abzulegen. Dazu wählten wir den Grünen Platz

(Assaha al-Khadra), nicht weit von unserem Hotel

gelegen. An diesem Platz liegt das Nationalmuseum und

ein Eingangstor in den Souk. Schon am Abend vorher

hatten wir uns eine geeignete Ablagestelle ausgesucht,

von wo der Stein den ganzen Platz mit dem Eingang

zum Souk und das Museum „im Blick hat“. Vor allem

blickt er aber auch dem großen Staatsführer, Moammar al-Qadhafi – gegenüber an der Mauer

– in das Angesicht.

Am frühen Morgen, zur Zeit der Ablage, ist der Platz noch kaum belebt. Er wird als Parkplatz

benutzt, der um diese Zeit auch noch mit nur wenigen Autos belegt ist. So konnten wir den

Augenstein unauffällig auf die Säule einer Mauer, an den Fuß einer dort stehenden Lampe

legen. So hat er sicher einen abwechslungsreichen Ort gefunden.

Friedrich und Kirsten Bergerhoff, Frankfurt/Main

2007


Libyen

Wadi Mathendusch

Der Stein liegt im Wadi Mathendusch in der Provinz Fezzan im Südwesten Libyens neben der

in der Sahara einmaligen Felsgravour: "Kampf der Meerkatzen".

Ulrike und Wilhelm Falk, Offenbach

2005


Liechtenstein

Malbun

Blick auf das Rheintal unterhalb des Hochtales von Malbun/Liechtenstein.

Ulrich Kubetzek, Frankfurt/Main

2003


Litauen

Nida

Der Stein ist jetzt in Litauen auf der Kurischen

Nehrung, in Nida auf dem Weg zu einer der

großen Dünen, hinter der auch das "Tal des

Todes" liegt. Die Perspektive des Steins ist aber

freundlich, besagtes Tal kann er nicht direkt

sehen.

Die Kurische Nehrung ist ein schmaler, 1,5 km

breiter Küstenstreifen (100 km lang, halb

russisch, halb litauisch) auf der einen Seite die

Ostsee, auf der anderen Seite das Haff gegenüber

von Russland um Kaliningrad herum. Der Stein

guckt aufs Haff und sieht viele Fische, das Haff

ist einer der fischreichsten Gegenden Europas.

Vermutlich sind schon viele deutsche Rentner an

ihm vorbeigepilgert, die Gegend hat ja für viele Ex-Ostpreußen eine besondere Magie, die hat sie aber

auch für alle anderen Menschen und Touristen (was ja nicht immer dasselbe ist). Thomas Mann, der

bis zu seiner Emigration in Nida ein schönes Ferienhaus hatte, kann bekannterweise nicht mehr vorbeikommen.

Katharina Fertsch-Röver, Frankfurt/Main

2006


Luxemburg

Luxemburg

Plateau de Kirchberg – place d’europe

Im Mutterland Europas liegt der Augenstein an der Schnittstelle zwischen Tradition und Moderne, zwischen Luxembourg und

Europa. Er ist in einem kleinen Land und hat einen weiten Blick.

Er liegt auf dem Dach des zur Zeit im Bau befindlichen Konferenzzentrums der europäischen Kommission, mitten auf der

Kuppel über dem großen Konferenzsaal und schwebt somit über den Entscheidungen der Europäer.

Er kann aber auch über den ganzen „place d’europe“ blicken, dem europäischen Herzen Luxembourgs, mit der neuen

Philharmonie, dem zukünftigen Nationalarchiv (dem ehemaligen „batiment Schumann“) und den Hochhäusern mit dem

Sekretariat des Europaparlaments direkt gegenüber. Vom ist es nicht weit zum europäischen Gerichtshof und, über das

neue Kunstmuseum und das Museum der Festungsgeschichte der Stadt, bis zur traditionsreichen Altstadt. So, wie sich zur

Zeit noch die Kräne auf 10 Baustellen großer Projekte mit internationaler Beteiligung drehen, wo in einiger Zeit eine

Keimzelle der europäischen Kultur ist, so wird die Kuppel bald von sibirischem Steppengraß überzogen sein, und der

Augenstein wird sehen, wie es im Wind silbern schimmert.

Marcus Dietzsch, Frankfurt/Main

2005


Madagaskar

Antananarivo

Derzeit finden in Antananarivo,

der Hauptstadt Madagaskars,

deren Einwohner sie nur kurz

Tana nennen, die 7. Spiele der

Inseln des Indischen Ozeans

statt, die auch als regionale

olympische Spiele bezeichnet

werden.

Tatsächlich ist auch das Olympische

Feuer hier eingetroffen,

und die Einwohner streben - wie

auf den Fotos zu erkennen - dem

Stadium zu, wo die Eröffnungsfeier

gleich stattfinden wird.

Fünf Stunden Eröffnungsreden

stehen auf dem Programm, mit

kleinen Gesangseinlagen, und

danach ein Riesenfeuerwerk.

Tatsächlich ist es kalt, es ist

Winter, und wenn die Sonne um

18 Uhr verschwindet, wird es

bitter kalt. Der Stein und ich

folgen den Ereignissen im Fernsehen

im geheizten Hotelzimmer

bei einem Glas madagassischen

Rotwein und sehen, wie die

Leute im Stadion frieren und

keine Miene dabei verziehen...

Die Gruppe junger Leute wollte

unbedingt fotografiert werden!

Es gibt hier fast keine Alten,

nur 2% sind über 60 Jahre alt,

aber 50% unter 15!!! Was für

ein Kontrastprogramm zum "Alten

Europa"!

Der Stein hat alles angeschaut

und zur weiteren Beobachtung

der Spiele hat er sich dann für

die Geranien vor dem Fenster

entschieden - mit Blick auf

das Stadion.

Antananarivo, im August 2007

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2007


Madagaskar

Mahajanga

Der sehende Stein: Madagaskar

Madagaskar ist die größte afrikanische Insel. Der Stein liegt im Norden nahe der Stadt

Mahajanga und schaut auf einen Steinbruch. Es ist ein interkultureller Dialog: Er erzählt dem

roten Sandstein von seinem Zuhause in Frankreich und den anderen grauen Kalksandsteinen

in der Gegend um Mirabel. Sprachlich ist das übrigens überhaupt kein Problem: Sie sprechen

nämlich beide Französisch.

Foto: Johannes Wantzen

Johannes Wantzen, Klein-Winternheim

2005


Malawi

Nahe Deza

Wo liegt der Stein

Der Stein liegt hoch in einem Baum an der Straße M1, die von der malawischen Hauptstadt

Lilongwe in das Städtchen Deza führt, etwa 13,8 km vor Deza, direkt an der

mozambikanischen Grenze.

Was sieht der Stein

Der Stein blickt nach Südwesten über die

Grenze, die Berge im Hintergrund gehören

bereits zu Mozambik.

Dem Stein bietet sich die Aussicht auf

einen während der Regenzeit in den

verschiedensten Grüntönen leuchtenden

Teil ländlichen Afrikas, in ein paar Monaten

werden hier wieder Rot und Braun und

Trockenheit vorherrschen.

Die bäuerliche Idylle trügt leider auch: Nahrung ist meist knapp. die durchschnittliche

Lebenserwartung beträgt 41 Jahre, der Analphabetismus ist hoch und die Bevölkerung

wächst rapide. Aussicht auf Verbesserung: Äußerst gering, solange landwirtschaftliche

Subventionen in den Industrieländern den Markteintritt der malawischen Bauern verhindern

und und Entwicklungsbemühungen oft bei den häufig korrupten Eliten versanden.

Was bleibt, ist das kurze Verstehen warum die Entwicklung des Homo Sapiens in diesem

Teil der Welt begonnen hat.

17.1.2006

Mathias Lueg, Oberursel

2006


Malaysia

Cyberjaya

19.11.2005

Der Stein ist in Kuala Lumpur aber noch nicht an seinem Platz.

Ein Arbeitskollege - ein chinesischer Malaysier - hat vorgeschlagen ihn

fuer mich in Putrajaya abzulegen. Einem neuen 5 Milliarden Dollar

Verwaltungsbezirk. Dort ist eine wunderschoene Moschee, die dort den

Treffpunkt der Jugendlichen darstellt.

Er hat ihn noch nicht abgelegt, da es beim letzten mal zu Dunkel fuer

Fotos war. Ich werde Bilder und Beschreibung nachliefern. Ich habe ihm

das Projekt genau erklaert.

5.1.2006

Hallo Herr Steinbacher,

es tut mir leid, der Stein ist immer noch nicht auf seinem Platz. Er

liegt immer noch in einem Buero im malayischen Cyberjaya. Vielleicht sagt

gerade dies etwas ueber die Menschen dort aus. Zumindest ueber die

Missverstaendnisse zwischen den Kulturen.

Mein Kollege wollte den Stein ablegen, doch als er ankam war das Wetter

so schlecht, das er die Fotos nicht mochte.

Beim zweiten Anlauf hat er den Stein nachher wieder eingepackt und erst

spaeter gemerkt, das er dort liegen bleiben soll.

Nun geht's zum dritten Anlauf...

Der Stein war in Putrajaya, dem Verwaltungsbezirk von Malaysia, in der

Naehe einer Moschee. Sie ist der abendliche Treffpunkt vieler Jugendlicher.

Michael Habermann, Darmstadt

2005


Malaysia

Kampong Kokol

Der Stein liegt seit dem 31.8.05 auf einem kleinen Mauervorsprung einer neu

erbauten Kirche in Kampong Kokol. Kampong Kokol ist ein kleines Dorf in den

Bergen, etwa eine halbe Autostunde nördlich von Kota Kinabalu, Sabah.

Umgeben von tropischem Regenwald hat er eine wunderschöne Aussicht auf Kota

Kinabalu und das Meer.

Thomas Paulsteiner, Neuendettelsau

2005


Malediven

Male

Der Stein liegt vor dem Präsidentsgebäude von Male/Malediven. Der Platz

dient als Treffpunkt von Jung und Alt in der Nähe von verschiedenen

Anlegeplätzen der Donies(Fähren), die die Hauptstadt der Malediven von

vielen Atollinseln aus anfahren.

Sabine Seuss, Frankfurt/Main

2006


Mali

Bamako

nicht viel los. Die

Schiebekarren warten

aufgereiht an der Wand

auf den nächsten

Werktag. Wenige

Stände sind geöffnet.

Aber in einer Ecke des

Marktes lernen christliche

Fulbe anhand von

Bibelversen Lesen und

Schreiben.

Schaut der Stein ein

wenig über den

Markt hinaus, sieht

er das Leben in der Stadt:

Den LKW mit Wahlpropaganda

im dichten

Stadtverkehr. Die Kühe

der Fulbe nachts am

Stadtrand. Aber auch die

modernen Bankgebäude.

Und da soll man als armer

Jura-Stein keinen Kulturschock

bekommen!

Der Stein liegt auf einem

Marktplatz in Bamako. Von

den Streben eines Baugerüstes

aus, die auf den Aufbau warten,

hat er eine gute Übersicht.

Die Stadt Bamako liegt in Mali

am Niger. Meist schwebt eine

Dunstglocke über der Stadt.

Weil Sonntag ist, ist selbst in

der muslimisch geprägten Stadt

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2007


Mali

Banani

Der Augenstein liegt auf einem Wegmarkierungszeichen im Dogonland und schaut von dort

oben auf das Dogondorf Banani an der Falaise von Bandiagara. In Mali leben im Gebiet der

Falaise von Bandiagara auf einer Länge von 250 km ca. 350.000 Dogon, was dem Gebiet

seinen Namen „Dogonland“ einbrachte. Alten Überlieferungen zufolge sollen sich die Dogon

dem Einfluss der malischen Oberhoheit durch Flucht

entzogen haben. Sie erbauten zwischen dem 10. und

dem 13. Jahrhundert in den unwegsamen

Felslandschaften von Bandiagara ihre Siedlungen,

die sich noch heute teilweise wie Schwalbennester

an die Felsterassen anschmiegen und aufgrund ihrer

dem Fels angepassten Farbe auf den ersten Blick

kaum zu erkennen sind. Die Etagen- oder Ginna-

Häuser gehören zu den architektonisch

herausragenden Leistungen der Dogon. Ein Ginna-

Haus ist anhand seiner Dimensionen zu erkennen, da

es als Etagenhaus weithin sichtbar die übrigen meist einstöckigen Wohngehöfte überragt. Die

Einteilung der Felder, der Bau und die Himmelsrichtung der Hütten, die Aufteilung der

Wohnhäuser, die Anordnung der Türen, Decken, Terrassen, Nischen und Balken – dies alles

ist Ausdruck der mythologischen Anschauung der Dogon.

Abdelkader Touhami, Frankfurt/Main

2007


Malta

Sliema

Malta im Juli – mit bis zu 40° - ist anstrengend. Noch anstrengender ist es zusätzlich auf eine Klasse

17-jähriger aufzupassen …

Wer fantasielose Hotelburgen, Touristen, Festungen und die immer und überall vorhandene Farbe

Beige liebt, ist bestens aufgehoben in Malta.

Da gefielen mir die kleinen, dickbäuchigen , buntbemalten Fischerboote, mit den seltsam senkrechten

Bug und Heck um vieles besser

Darum wählte ich einen Platz mit Blick auf den alten Hafen von Slima und postierte den Augenstein

gegenüber auf der Mole.

Schon im Weggehen stellte ich fest, dass er dabei war, einen Liebhaber zu finden.

Gabi Gais, München

2006


Marokko

Tagounite

Kerstin Seuß, Dreieich

2003


Marokko

Tanger

27.6.04

Lieber Volker,

Dein Stein wurde am 14.6.04 in Tanger auf

dem Platz vor der Moschee abgelegt. Das

blaue Parkzeichen war wie geschaffen dafür.

Nach ca. 1 Std. war er bereits nicht mehr da!

Viel Erfolg bei Deinem Projekt

Bis bald

Hans

Hans Hess, Schwarzenberg

2004


Marshallinseln

Uliga

YOKWE YUK = LOVE TO YOU!

Mit inzwischen nur noch drei weiteren Steinen (und unserem Medium) bin ich von Kiribati zu den noerdlich

gelegenen Marshall-Inseln geflogen, wo ich auf einer Mauer an der Haupstrasse in Uliga liege. Fast die Haelfte

der 65 000 Marshallesen lebt auf einem langen Landstreifen von Majuro, der aus den Abschnitten Delap, Uliga

und Darrit besteht, kurz D-U-D genannt und geschrieben. Ich sehe auf der anderen Seite der Strasse die

Gebaeude der Insel-Verwaltungen von Rongelap und Bikini. Dass die hier sind, hat nur einen Grund: Die Atolle

sind nach den 67 Nuklearbombentests der Amerikaner in den 40er/50er Jahren praktisch unbewohnbar. Es

wuerde noch mehrere hundert Millionen US-Dollar kosten, Sand und Erde auszutauschen und die Inseln von der

Radioaktivitaet zu befreien. Ich beobachte das Kommen und Gehen vor den Rathaeusern und denke, dass dieser

Platz hervorragend dafuer geeignet ist, gegen Atomwaffen und andere Massenvernichtungsmittel zu

demonstrieren.

1946 hatten die Amerikaner die 161 Bewohner von Bikini umgesiedelt, um dort die erste von 23 Bomben zu

zuenden. In den 70er Jahren liessen die US-Stellen verlauten, dass die Insulaner wieder zurueck nach Bikini

koennten. Das war eine Luege. Die Menschen, die sich wieder dort niedergelassen hatten, wurden

grosser Radioaktivitaet ausgesetzt und mussten die Insel schliesslich wieder verlassen. Die 82 Menschen von

Rongelap wurden im Maerz 1954 dem Fallout der Wasserstoffbombe Bravo ausgesetzt. Die Amerikaner hatten

sie in 160 Kilometer Entfernung ueber Bikini gezuendet und dabei einfach die Warnungen der

Meteorologen ignoriert. Erst drei Tage spaeter wurde Rongelap evakuiert. Die Opfer litten an Haarausfall,

schlimmen Hautverbrennungen und dergleichen mehr. Viele starben bald oder an den Spaetfolgen der hohen

Radioaktivitaet. 1957 schickten die Militaers die Menschen zurueck nach Rongelap. In einer spektakulaeren

Aktion brachte Greenpeace sie 1985 mit der Rainbow Warrior auf die Insel Mejato. Die USA bildeten fuer eine

Wiedergutmachung 1995 einen Trust-Fonds von 45 Millionen Dollar.

Die Amerikaner sind uebrigens immer noch hier mega-praesent. Das Kwajalein-Atoll ist eine US-Militaerbasis

und ein grosses Testgebiet. Raketen - etwa abgeschossen auf der 6760 Kilometer entfernten Air-Force-Base

Vandenberg in Kalifornien - schlagen in der Lagune des Atolls ein.

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006


Mauretanien

Chinguetti

Meine mauritanischen Reisegefährten

hatten die Idee, den

Stein in Chinguetti, mit Blick

auf die alte Moschee, abzulegen.

Für die Mauren ist Chinguetti

die siebte heilige Stadt des

Islams.

Chinguetti, die alte Karawanenstadt

im Nordosten des Wüstenstaats

Mauretanien, wurde

bereits im 12. Jh. gegründet.

Über Jahrhunderte hinweg war

Chinguetti eine der wichtigsten

Etappen der Karawanen im

Transsahara-Handel. Die Stadt

entwickelte sich zu einem bedeutenden

Handelsplatz und zu

einem geistig-religiösen Zentrum

der gesamten westlichen

Sahara. Viele islamische Gelehrte

und Schriftsteller ließen

sich hier nieder. In Chinguetti

sammelten sich jedes Jahr Tausende

von Pilgern, um gemeinsam

zur Reise nach Mekka

aufzubrechen.

Bis heute genießt Chinguetti

unverändert den Ruf eines religiösen

Zentrums.

Über Generationen hinweg erwarben

viele Familien in

Chinguetti alte Schriftstücke,

Koranausgaben, Handschriften

usw. Die einzigartigen Bücher

und Schriften werden von Gelehrten

und Familien aufbewahrt.

Die zahlreichen alten

Bibliotheken in ihren historischen

Gebäuden sind sicher ein Grund dafür, dass die UNESCO Chinguetti zum Weltkulturerbe ernannt hat.

Viele Bewohner haben ihre alten Häuser verlassen und sind in die Neustadt gezogen.

Immer näher rücken die Wanderdünen am Stadtrand. Ruinen der Altstadt sind mit Sand

vollgelaufen. Auch der Klimawandel mit höheren Temperaturen und neuerdings

seltenen, aber heftigen Regelfällen bedroht das kulturelle Erbe Chinguettis.

Die Moschee aus dem 13. Jh. zählt zu den ältesten Gebäuden in Mauretanien. Sie liegt

in der Altstadt, umgeben von alten Häusern mit Innenhöfen und Dachterrassen. Das zehn Meter hohe Minarett

ist mit Strausseneiern, montiert auf Eisenstangen, verziert. In Innenhöfen der Altstadt entdeckt man immer

wieder weiße Zelte, ein Zeichen dafür, dass auch der sesshafte Mauritanier weiterhin sein Nomadentum pflegt.

Um 16.25 Uhr wird der Stein auf die Mauer einer Dachterrasse gelegt. Das Auge schaut über die Altstadt zum

Minarett. Der Muezzin ruft zum Nachmittagsgebet in die alte Moschee. Es ist Samstag, der 24. November 2007.

Jutta Vogel, Köln

2007


Mauritius

Flic en Flac

Wilma Petry, Mühltal

2003


Mazedonien

Skopje

Skopje/Makedonien

Das Auge in Skopje (Makedonien)

liegt am Ufer des Flusses

Vardar, welcher durch die Stadt

fließt. Es schaut auf eine 500

Jahre alte Brücke, welche von den

Osmanen erbaut wurde und eine

lange Geschichte hinter sich und

hoffentlich eine gute vor sich hat.

Savevski Stevan

Stevan Savevski, Skopje

2004


Mexiko

Chichen-Itza

Die Pyramide, genannt El Castillo (das Schloss), auch Kukulkan-Pyramide.

Templo de los guerreros, Tempel der Krieger, Blick des Augensteines

Am Nachmittag des 19. Oktober 2005

kommen wir in Chichen Itza an. Das

Wetter ist für Jahreszeit und Region

ganz ungewöhnlich. Statt strahlend

blauem Himmel und Sonne blicken wir

auf einen finstereren Himmel, aus

dessen Wolken immer wieder heftige

Wasserschauer herunterprasseln. Die

auf Plastikfolien ausgebreiteten

Verkaufsangebote der Indigenen auf

dem Gelände der Zona arqueologica

können vor der Nässe nicht geschützt

werden. Touristen schützen sich vor

den Regengüssen mit schnell

erworbenen Umhängen aus blauer

Pastikfolie. So ist das Gelände

voll mit blauen Menschen.

Unseren Augenstein

beschließen wir auf einer der

oberen Stufen einer der beiden

nicht zu begehenden Treppen

der großen Pyramide, genannt

El Castillo, abzulegen. So

geschieht es und von hier

schaut er auf den Tempel der

Krieger (Templo de los

guerreros), der im Westen der

großen Pyramide liegt.

Gleichzeitig ist es auch die Richtung, in der

sich der Hurrikan Wilma der Küste von

Yukatan nähert. Im Laufe des Tages war Wilma von der Kategorie 1 zur höchsten Kategorie 5

heraufgestuft worden und die hiesigen Niederschläge sind ihm zu verdanken. Mit einem Durchmesser

von 800 Kilometern überstreicht der Hurrikan auch große Teile von Yukatan.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2005


Mexiko

Mexiko-Stadt

Das Auge liegt in der Anlage des Tempels und schaut auf die Kathedrale und den grossen Platz davor.

Martina Bernasko, Madrid

"El ojo fue colocado en el Zocalo de la ciudad de Mexico, lugar donde se asentaba hace mas de quinientos anos

el centro ceremonial de la cultura dominante en esa epoca en Mesoamerica: los Mexicas o Aztecas. En una de las

fotos puede observarse lo que de este centro ceremonial se ha recuperado durante el siglo pasado, el Templo de

Quetzalcoatl.

A raiz de la caida de la Gran Tenochtitlan en manos de los espanoles en 1525, se edificaron sobre este centro

religioso y politico algunos de lo edificios mas importantes de la cultura espanola que

se imponia a los indigenas mexicanos, entre ellos se puede apreciar la Catedral

Metroplitana, hermoso edificio que combina en su fachada el arte barroco y rococo

hispanos de la epoca.

Asi pues este espacio desde donde se controlaba el vasto reino azteca se convertia

ahora mediante la barbara destruccion de la arquitectura indigena y la edificacion

sobre sus restos de los simbolos de la nueva cultura dominante en el centro politico,

religioso y comercial de la nueva colonia.

Actualmente este lugar es conocido como el Zocalo de la ciudad de Mexico, en el se

asientan los poderes ejecutivo y judicial, se conserva la importancia jerarquica de la

Catedral y es la

plaza, ademas, el

punto donde

convergen las

multilples

manifestaciones

politicas y

sociales. Es

tambien centro

de espectaculos multitudinarios en el que se

organizan eventos culturales gratuitos; pero

sobre todo es muestra de la riqueza cultural

y social actual del pueblo mexicano."

Ivan Ferrer, dic. del 2003.

Ivan Ferrer, Mexiko-Stadt

2003


Mexiko

Palenque

Der Stein wurde am 08.04.04 abgelegt

Der Stein liegt im “Palast“ und schaut auf die

„Grabpyramide der Inschriften“.

Palenque, heute am Rande des Regenwaldes

gelegen. Die geheimnisumwobenen Maya

errichteten dort eine einzigartige Tempelstadt mit

den schönsten bisher gefundenen Stuckreliefs der

Maya Architektur. In den Jahren 1949 bis 1952

gelang es Alberto Ruz, unter dem Fundament der

„Pyramide der Inschriften“, eine Grabkammer mit

Sarkophag freizulegen. Pacal, einer der letzten

großen Herrscher, wurde hier, reich ausgeschmückt

für das Leben in der Unterwelt, Ende des

8 Jahrhunderts beigesetzt. Dieser Fund erweckte

weltweites Aufsehen, scheint er doch zu beweisen,

dass auch Mexikos Pyramiden zu Ehren weltlicher

Fürsten erbaut worden waren.

Gerlinde Münch, Kelkheim

2004


Mikronesien

L'odow

Am Samstag dem 14. Juni 2008 hatte ich wieder die Moglichkeit den Weg der Steine, mit dem Ablegen

eines weiteren Tusche Auges, diesmal in der Foederation der Staaten Mikronesiens eine Schritt

weiter zu bringen.

Der Stein wurde im Pazifik auf den westlichen Carolinen Inseln, in den Federated States of Micronesia,

im Teilstaat Yap auf der unbewohnten Insel L'odow im Ulithi Atoll auf einer Schrauben- oder

Pandanuspalme abgelegt.

Die Insel L'odow im Ulithi Atoll, das ungefahr 190

km vom Bundesstaat Yap im westlichen Pazifik

liegt.

Die Bootsfahrt zur Insel L'odow im Ulithi Atoll. In

der Bildmitte sehen Sie den suedlichsten Teil der

Insel Lobo. In diesem Palmenhain wurde das Stein-

Auge abgelegt

Die unbewohnte Pacifik Insel L'odow

Das Tusche Auge wurde am 14 Juni 2008 von mir auf einem Ast einer Pandanuspalme abgelegt

Thomas Schubert zeigt auf das Tusche Auge.

Der einsame Sandstrand, welchen das Tusche Auge überschaut.

Der Ausblick des Tusche Auge auf der Insel L'odow.

Thomas W. Schubert, Koror

2008


Moldau

Chişinău

Das Auge liegt, vom umliegenden

Platz durch ein

Wasserbecken getrennt,

genau auf dem Stadtbrunnen.

An diesem schönen

Brunnen, der aufgrund des

nahenden Winterbeginns bis

zur nächsten Frühjahrswärme

abgeschaltet ist, kommen

täglich mehrere hundert,

wenn nicht sogar tausende

von Menschen

vorbei.

Das Auge des Steins blickt

genau auf die Statue des in

Moldau sehr verehrten russischen Dichters Puschkin. Im Sommer sieht er Liebespärchen auf

den Parkbänken, kleine Kinder, die mit Elektroautos um den Brunnen fahren und Angestellte

und Arbeiter, die zu Ihren Arbeitsstellen oder nach Hause hetzen.

Das steinerne Auge wird somit Zeuge typischer Alltagsszenen.

Alexander Di Leonardo, Chişinău

2007


Monaco

Monte Carlo

Lieber Herr Steinbacher,

Sie hatten mir am 29.06. am Möhnesee einen Stein für Monaco gegeben, am Samstag, dem 04. Juni 2005 habe

ich ihn in gegen 13 Uhr dort aufgestellt.

Monaco hat auch schöne Ecken, aber für das wahre Herz des Fürstentums halte ich das Casino in Monte Carlo.

Vor der Spielbank liegt ein umzäunter Park mit einigen Palmen, von denen zwei der Eingangstreppe gegenüber

liegen. Im Stamm einer solchen Palme sitzt der Stein, er blickt die Menschen an, wenn sie das Casino verlassen.

Es hat mir Freude bereitet, Monaco mit dem Stein zu zieren. Ich habe zwei vielreisende Freunde auf den Weg

der Steine aufmerksam gemacht.

Jürgen Edelkamp, Hannover

2005


Mongolei

Karakorum

Karakorum liegt ca. 370 Km

westlich von Ulaan Baatar, der

Hauptstadt der Mongolei, am Fluß

Orchon. Es ist auf einer der

wenigen Teerstraßen der

Mongolei zu erreichen.

1220 gründete Dchingis Khan

Karakorum als Hauptstadt seines

künftigen Großreiches. Sein Sohn

Ögödei Khan ließ 1235 die Stadt

befestigen und einen Palast

errichten. In diesem Palast befand

sich der sagenumwobene

Silberbrunnen des französischen

Goldschmieds Guillaume

Boucher, der bei festlichen

Anlässen vier verschiedene

alkoholische Getränke spendete.

Die Blüte der Stadt war kurz.

Bereits 1260 verlagerte Kublai

Khan die Hauptstadt nach Peking. Karakorum verkam

zur Provinzstadt und wurde 1371 durch die Truppern

der Ming Kaiser zerstört.

1585 wurde neben der Stadt das Kloster Erdene Dsuu

gegründet. Das Kloster bedeckt eine Fläche von 420 x

420 m und ist von einer Mauer mit 108 Stupas

umgeben.

1938 fiel das Kloster der Säuberungsaktion der

Kommunisten gegen politische Gegner, zu denen die

Lamas zählten, zum Opfer. Ein Großteil der

Klosterbauten wurde zerstört. Bis 1990 nur als

Museum betrieben, ist heute wieder ein kleines Kloster

in Betrieb.

Charchorin, wie Karakorum heute heißt, ist ein

Hier liegt der Augenstein

kleiner unbedeutender Ort. Die Einwohner leben

vom - in der Mongolei seltenen - Ackerbau, den der

Fluß Orchon ermöglicht.

Wir haben den Augenstein auf einer Anhöhe des

Changai Gebirges auf einen Owoo gesetzt. Owoo

werden die Sitze der örtlichen Geister genannt, die

auf Hügeln, Pässen und besonderen Orten aus

Steinaufschichtungen gebildet werden und mit

blauen Tüchern geschmückt werden.

Auch die nicht Schamanengläubigen Mongolen

umkreisen die Owoo’s dreimal und werfen bei jeder

Umrundung einen Stein auf den Steinhügel oder

legen Opfergaben ab.

Gibt es einen passenderen Ort für einen

Augenstern

Der Stein blickt auf das weite Tal des Orchon, auf die Klosteranlage Erdene Dsuu und die Ausgrabungsstätten

des alten Karakorum.

19.08.2005

Gabi und Herbert Gais, München

2005


Mongolei

Tal des Ojgor-Gol

Foto: V. Myl´nikov

Foto. I. Sljusarenko

Foto: E. Kravtschenko

Im äußersten Nordwesten der

Mongolei, wo das Staatsterritorium an

Russland und China grenzt und auch

Kazachstan nur wenige Kilometer

entfernt ist, liegen die südlichen

Ausläufer des Hochaltaj. Zwischen

Bergketten von über 4000 m Höhe

entspringen Flüsse mit so klangvollen

Namen wie Tsagan-Salaa, Nogon-

Nur, Schek-Ojgor-Gol und Ikh-Ascha,

die in breiten Tälern nach Osten

fliessen, um sich dort in den Ebenen

in großen Seen zu sammeln.

Diese Ost-West-Verbindungen

werden seit Jahrtausenden von

nomadisch lebenden Viehhirten

genutzt, die in Form ihrer Gräber

überall Spuren in der Landschaft

hinterlassen haben. Auf den

Terrassenrändern der Flusstäler reiht

sich ein Grabhügelkomplex an den

anderen: neben Gruppen hoch

aufgeschütteter Kurgane aus der

Bronzezeit finden sich die streng

ausgerichteten Reihen flacher

Grabhügel der skythenzeitlichen

Stämme, aber auch mittelalterliche

Anlagen turksprachiger Völker mit

rechteckigen Einfriedungen. Die

jüngste Schicht dieser

Gräberlandschaft bilden die

muslimischen Friedhöfe der heute in

der Gegend lebenden kazachischen

Nomaden, die den kargen Landstrich

mit ihren Yak- und Kamelherden

durchziehen und im Sommer in

Jurten, im Winter in einräumigen

Holzhäusern wohnen. Mongolen trifft

man hier dagegen nicht.

Das Auge hat seinen Platz in der

Steinaufschüttung eines großen

bronzezeitlichen, etwa 3000 Jahre

alten Grabhügels im Tal des Ojgor-

Gol gefunden. Der Kurgan ist Teil

einer Gräbergruppe, die mit ihren

eindrucksvollen dunklen Formen das

fast vegetationlose Flusstal an dieser

Stelle weithin sichtbar dominiert. Der

Blick des Auges geht nach Westen,

wo sich in der Ferne die

schneebedeckten Gipfel der

Bergketten an der chinesischen und

russischen Grenze erheben, hinter

denen seit jeher die kazachischen

Steppen auf die Wanderhirten warten.

Henny Piezonka, Berlin

2005

Koordinaten: N 49° 18´ 88,4´´; E 88° 47´ 7,3´´;

Höhe: 2193 m ü NN.

Niedergelegt am 9. Juni 2005.


Montenegro

Tuzi

Der Stein liegt bei den Johannesschwestern an der Kirche in Tuzi in Montenegro.

Claudia und Alfred Wienhues, Hagen

2009


Mosambik

Chimoio

An der Praça de Herois schaut er auf die Gemälde der gegenüberliegenden Wand, die die Situation im Befreiungskrieg wiedergeben.

Die FRELIMO kämpfte seit 1964 gegen die portugiesischen Kolonialisten. Bis 1992 gab es noch einen blutigen Bürgerkrieg zwischen

FRELIMO und RENAMO. Dies war ein typischer Stellvertreterkrieg zwischen dem damaligen Ost- und Westblock.

Auch wenn hier die Taten der Helden verherrlicht werden, waren doch die Leiden der Bevölkerung unbeschreiblich. Bis heute gibt es noch

Gebiete im Land, die nicht von Minen geräumt sind.

Heute zählt Mosambik allerdings zu den Ländern mit der besten Wirtschaftsentwicklung in Afrika. Da ein Großteil der Bevölkerung Kinder

und Jugendliche sind, kennen viele den Krieg nur noch vom Hörensagen.

Die Kinder und Jugendlichen müssen heute einen ganz anderen Kampf kämpften: Der Kampf um Bildung fängt mit Schulen wie dieser an.

Wichtige Themen sind auch Arbeitslosigkeit und HIV/Aids. Beides hängt eng miteinander zusammen: die NGO Renasce Esperanza der

evangelisch-lutherischen Kirche in Mosambik versucht, Waisenkinder und Jugendlichen in den Dörfern der Umgebung durch Unterricht

und Unterstützung im Leben zu helfen.

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2007


Mosambik

Maputo

Der Stein liegt beim Hotel Kaaya Kwanga in Maputo. Vor 100 Jahren war hier noch keine

Stadt, sondern es begannen schon die landwirtschaftlichen Großbetriebe der Portugiesen. Als

Denkmal an diese Zeit steht hier noch eine Dampflokomobile der Fa. Gebrüder Fowler in

Leeds, die in großer Anzahl zum Pflügen der Felder benutzt wurde.

Der Stein liegt seit dem

25.02.2006 gut geschützt im

Hinterrad der großen

Maschine. Da fühlt er sich ein

wenig klein.

Wenn er nach oben blickt,

sieht er die Dampfmaschine in

aller ihrer Pracht und erinnert

sich, wie seinesgleichen vom

4-scharigen Kipppflug im

Boden verschoben und

verdreht wurden.

Schaut er über die Stadt

hinweg, findet er im Hospital

Geral da Machava Hoffnung

für die Zukunft des Landes:

Hier gibt es ein excellent

funktionierendes Programm

zur Versorgung von Menschen,

die mit Aids leben. Endlich

schöpfen sie durch die

Möglichkeit zur Behandlung

wieder Hoffnung:

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2006


Mosambik

Mavuco

Der Stein liegt in Mavuco/Moma bei Nampula im nördlichen Mosambik.

Hebt der Stein die Augen, sieht er die wunderschöne Gegend mit Cashewnuss- und Mangobäumen sowie grünen

Maniok- und Maisfeldern und den Inselbergen aus Granit im Hintergrund.

Diese vielen Menschen leben hier, aber wer krank ist, hat keinen Blick für die Schönheiten der Natur.

Neiderfüllt schaut der Stein auf die Zementblocks, die zu einer Dispensary für das Dorf Mavuco gemauert

werden. Da möchte er auch mitmachen. Aber andererseits ist er natürlich stolz, dass er kein simpler Zementstein

ist, sondern ein echter Jura Stein.

Bisher mussten die Menschen von Mavuco über 30

Kilometer gehen, wenn sie krank waren. Nun entsteht

hier eine Dispensary der evangelisch-lutherischen

Kirche in Mosambik, so dass die Kinder Behandlung

bekommen und die Frauen einen Platz für ihre

Entbindungen haben.

Dringend warten die Menschen darauf, dass die

Dispensary fertig wird. Dann können sie wirklich auf

Hilfe rechnen, wenn sie krank sind.

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2007


Myanmar

In Dein

Vom 25. Oktober bis zum 10. November 2006 haben wir Myanmar (Birm) bereist. Es ist ein faszinierendes

Land, das in vielen Bereichen noch seine Ursprünglichkeit bewahrt hat. Im Verlaufe der Reise

haben wir an drei Orten je einen Augenstein abgelegt. Alle drei Regionen werden regelmäßig von

Touristen besucht.

Die erste Ablage geschah am 31. Oktober in der Nähe des Inle See, in In Dein.

Der Inle See und seine Umgebung ist wohl eine der interessantesten Regionen des Landes. Westlich

des Sees liegt In Dein, vom See aus über einen Zufluss aus den Bergen zu erreichen. Eine zentral

gelegene Pagode erreicht man über einen ca. 1 km langen, überdachten Weg. Entlang dieses Weges

stehen zahllose, im Verfall begriffene Stupas. Es

sollen 1045 sein. Sie stehen zwischen Buschwerk und

Bäumen. An den Stupas findet man immer wieder

Figuren verschiedener Art.

In einem wenig begangenen Bereich legen wir auf

dem Kopf eines elefantenartigen Fabelwesens einen

Augenstein ab. Er hat zwar keinen Überblick über die

Landschaft, schaut aber auf die rotbraunfarbigen

Stupas gegenüber, die sich in ihrer grünen Umgebung

sichtlich wohlfühlen. – An anderen Stellen böten sich

dem Augenstein ähnliche spektakuläre Anblicke.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2006

siehe Yangon, siehe Mandalay


Myanmar

Mandalay

Mandalay war der nächste Ort, wo ein

Augenstein seinen Platz fand. Am

frühen Morgen des 3. November wurde

der Stein abgelegt. Inmitten von

Mandalay, direkt an unserem Hotel,

befindet sich ein riesiges Geviert, das

König Mindon bei der Stadtgründung

im Jahre 1857 anlegen ließ. Es enthält

neben einigen Einrichtungen der

buddhistischen Tradition den königlichen

Palast, der allerdings 1945 von

der britischen Artillerie in Schutt und

Asche gelegt und später mit modernen

Mitteln nachgebaut wurde. Das ganze

Geviert umfasst ca. 4 Quadratkilometer,

ist von etwa 8 km langen Außenmauern

umgeben und durch einen 52 m breiten Wassergraben von der übrigen Stadt abgetrennt. Heute

befindet sich auf dem Gelände ein Stabsquartier der birmanischen Armee.

Das Gelände ist über vier Brücken an den vier Seiten zu erreichen. Auf der Mingalar Bridge auf der

Südseite haben wir den Augenstein auf der Spitze eines der Holzpfeiler in der Mitte der Brücke

abgelegt.

So schaut der Augenstein auf die über die Brücke gehenden oder fahrenden Menschen und auf Teile

der 8 m hohen und 3 m dicken Umfassungsmauer. Hinter dem Stein rauschen die Wasser der

Springbrunnen.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2006

siehe Yangon, siehe In Dein


Myanmar

Yangon

In Yangun (Rangoon) fand der dritte Augenstein

seinen Platz, auf dem Gelände des wohl bedeutendsten

religiösen Baus des Landes, der Shwedagon-

Pagode und zwar im

die Pagode umgebenden

Park.

In dem sorgfältig

gepflegten Park stehen

drei Schlangenfiguren

mit weit

aufgerissenen Rachen

um eine Brunnenanlage. Eine der Schlangen schaut in Richtung des

Südeingangs der Shwedagon-Pagode. Das Maul dieser Schlange in

Überkopfhöhe wurde als Liegeplatz gewählt. Die in der Umgebung

arbeitenden Gärtner haben von der Ablage des Steines nichts bemerkt.

Am nächsten Tag lag er jedenfalls noch friedlich an seinem Platz und

bewunderte die riesigen Wächterlöwen am Eingang zur Pagode.

Siehe Mandalay, siehe In Dein

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2006


Namibia

Rosh Pinah

Augenstein im Süden

Namibias, nahe dem

Minenstädtchen Rosh

Pinah: Je weiter der freie

Blick schweift, desto

umfassender werden die

Begrenzungen „sichtbar“,

welche auf den Landkarten

fort wirken. Der Orange

River bildet die Grenze

zwischen den Staaten

Namibia und Südafrika. Im

Westen liegt die restricted

area des Diamanten-

Sperrgebiets, eine die

Hafenstadt Lüderitz

umschließende Region an

der namibischen Küste, die

sich vom Oranje bis zur

Südgrenze des Namib-

Naukluft-Nationalparks

erstreckt. Im Osten

dominieren erste

Wegweiser in Richtung Fish

River-Canyon.

Editha Platte, Frankfurt/Main und Karl-Heinz Lampert, Modautal

2005


Namibia

Sossusvlei

Ich liege seit dem 25. Mai an der Düne 45

in Sossusvlei.

Vor mir sehe ich die Weite der Namibwüste

mit seinen wundervollen Formationen. Man

nennt die Wüste auch Namibias Sandkasten.

Sie erstreckt sich über 1.500 km entlang

der Atlantikküste.

Langweilig wird mir nie, da täglich viele

Menschen diese einzigartige

Landschaft bewundern - diese Düne kann man

als einzige erklimmen - ich sehe viele

Menschen starten, aber bis zur Spitze

gelangen nur die sportlichsten - es ist

wie im Tiefschnee einen Berg erklimmen,

nur sind es hier 40 Grad Celsius und keine

Chance auf Schatten. Am schönsten ist es

morgens bei Sonnenaufgang.

Lydia Büttner, Frankfurt/M.

2005


Nauru

Ewa

Karl-Maria Brand, Ewa

2005

* Der Name wurde von den Initiatoren gestrichen.


Nauru

Nauru International Airport

Liebe Leute,

der Zufall wollte es, dass ich - der sechste Stein im Suedseepaket 2006 - in der Vitrine des Souvenier-

Shops in der Transit-Lounge des Flugplatzgebaeudes von Nauru liege. Auf dem Flug von den Marshall-

Inseln nach Honiara/Salomonen sind wir in Nauru zwischengelandet. Die Verkaeuferin des Ladens schlug

vor, mich als Gluecksstein neben ein Stueck Phosphat zu legen, das etwa meine Groesse hat. Phosphat setzt

sich aus Vogelkotablagerungen und Korallenkalk zusammen. Das Material, entsprechend aufbereitet, ist

ein hochwertiger Duenger und hat Nauru einst zu grossem Reichtum verholfen. Inzwischen sind die

Bestaende auf der kleinen mikronesischen Pazifikinsel 42 Kilometer suedlich des Aequators fast komplett

gepluendert, und das Innere des Eilands gleicht

einer Mondlandschaft. Oekologisch und oekonomisch

ist Nauru ein Wrack.

Und nun Nauru im Schnelldurchgang: 1798 erstmals

von Europaeern gesichtet, wird Nauru

Pleasant-Island getauft. Nach 1900 wird mit dem

Abbau von Phosphat begonnen. Im und nach dem

Ersten Weltkrieg verwalten die Briten, Australier

und Neuseelaender die Insel, die im Zweiten Weltkrieg

von Japanern besetzt wird. Der Pazifikkrieg

fordert hunderte von Opfern unter der Bevoelkerung.

1947 wird Nauru UN-Treuhandgebiet und

erst 1968 als Republik selbstaendig. In den 70er und

80er Jahren machen die Nauruer noch Riesengewinne

mit dem Abbau und Handel von Phosphat.

Der Rohstoff geht dann in den 90ern langsam zur

Neige. Nauru entwickelt sich zum Sitz von Briefkastenfirmen

und -banken. Das kleine Land steht

weltweit auf schwarzen Listen, weil es ein Platz

zum Geldwaschen ist. Die Rede ist etwa von

suedamerikanischen Drogenkartellen und der

Russenmafia. Nach mehreren Regierungswechseln

wird Nauru vor allem von Australien unterstuetzt.

Als Gegenleistung laesst Nauru es zu, dass Australien

im grossen Stil Asylbewerber - Frauen,

Maenner und Kinder vorwiegend aus Afghanistan

und dem Irak - auf die Insel in ein streng bewachtes

Lager schafft. Dort kommt es zu Hungerstreiks und

anderen Protestaktionen. Menschenrechtler klagen

ueber die Zustaende.

Die Groesse der Insel ist ueberschaubar. Die Kuestenstrasse,

die einmal Nauru umrundet, ist 18 Kilometer

lang. Gut 10 000 Nauruer leben hier. Der

Australische Dollar ist Landeswaehrung.

Apropos Dollar: Bis zum Weiterflug meines

Mediums und der noch zwei restlichen Steine des

Suedseepakets wollte mich noch niemand kaufen.

Doch bewundert haben mich in der Vitrine schon

mehrere Leute. Ich blicke auf den Tresen, und

dahinter sitzt die Verkaeuferin.

Tarowang! Das heisst in Nauru auf Wiedersehen.

Euer Epe

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006


Nepal

Kata Pattar

Der Stein mit dem Auge befindet sich in Nepal im Sagarmatha-Nationalpark. Das Foto zeigt

den Stein platziert in einer Steinpyramide mit tibetischen Gebetsfahnen. Die Steinpyramide

befindet sich auf dem Berg „Kata Pattar“ (Schwarzer Felsen) in einer Höhe von 5545 m.

Das Steinauge ist so platziert, daß es auf den Sagarmatha 8850 m (Mount Everest) schaut, den

höchsten Berg der Erde, auch als 3. Pol bezeichnet. Der Everest ist umgeben von den Bergen

Pumori 7745 m., Nupitse 7879 m. und Lhotse 8501 m.

Im Vordergrund sieht er das Basislager des Everest und den Khumbu-Eisfall.

In knapp 6 km Entfernung liegt jenseits des “LhoLa“-Passes 86026m.) der „Rongbuk“-

Gletscher und Tibet.

Weinheim, den 30.9.04

Peter Jöst

Peter Jöst, Weinheim

2004


Nepal

Mount Everest

Eine Gruppe von 11 trekkingbegeisterterten

Damen und Herren aus

allen Teilen Deutschlands durchquerten

im Nov 2003 den Himalaja.

Die Tour dauerte 4 Wochen und

erforderte trainierte Teilnehmer.

In der zweiten Hälfte gingen 3

Bergsteiger über den Chola-Pass)

(5200m) zum Kalapatar (5600m)

und anschließend bis zum Bascamp

(5300m) des Mt.Everest. Dabei

wurde 3 mal die 5000 m Grenze

überschritten. Im Bascamp, welches

zu diesem Zeitpunkt bereits von

allen Expeditionen verlassen war,

legte ich dann den Augenstein auf einem ca. 2m hohen Felsen nieder. Dort wird er sicher bis zum

Sommer 2004 auch liegen bleiben, bis er dann von einem Expeditionsteilnehmer gefunden und

hinterfragt wird.

Ich betrachte den Begriff Weltanschauung wort-wörtlich, und schöpfe meine Lebensphilosophie aus

der Vielfalt menschlicher Kultur und Lebensweise.

Michael Zeising, Kassel

2003


Neuseeland

Auckland

Auckland/NZ im Dezember 2003

Ich habe den Stein bis ans andere Ende der Welt getragen um ihn an einen

passenden Ort zu betten, doch der Ort, wo er jetzt liegt erscheint mir

wenig passend, ist aber zumindest in Neuseeland.

Bei der Ankunft in Auckland und diversem Papierkram, in dem deklariert

werden musste, was man so alles einzuführen gedenkt, wurde mein

Handgepäck gescannt und der Stein gefunden. Er wurde sofort als Biohazard

eingestuft und musste von mir noch am Schalter in entsprechende Tonnen

entsorgt werden. Da liegt er nun, mit "anderen sehr gefährlichen Gütern",

18.000 Km von daheim. Leider war ich zu perplex um ein Foto zu schießen.

Ich habe im Verlauf der 6-wöchigen Rundreise sehr viele schöne Orte

besucht, wo er viel besser hingepasst hätte, aber es sollte wohl diese

Tonne sein!

Alexander Bauer/ Frankfurt

Alexander Bauer, Frankfurt/Main

2003


Neuseeland

Mount Ruapehu

Kia ora,

so lautet der Gruss der Maoris.

Er bedeutet so viel wie

"hallo!", viel Glueck und alles

Gute. Ein Kia ora schicke ich

hiermit ins www und hoffe

auf Resonanz.

Zunaechst muss ich mich aber

erst einmal vorstellen. Ich bin

der groesste von vier Augen-

Steinen, die am 13. November

2005 auf dem Rhein-Main-

Flughafen in Richtung

Neuseeland gestartet und 28

Stunden später in Auckland

gelandet sind.

Die Maoris, die vor mehr als

1000 Jahren - aus der tropischen

Suedsee in Doppelrumpf-

und Auslegerbooten

kommend - die beiden Inseln entdeckten und anfingen zu besiedeln, nannten sie Aotearoa, das Land der

langen weissen Wolke. Der nierlaendische Seefahrer Abel Tasman und seine Crew erreichten 1642 die

Suedinsel. Die Hollaender tauften ihre "Entdeckung" spaeter Nieuw Zeeland oder neues Seeland - nach

einer ihrer Provinzen daheim. Die Briten gewannen jedoch an Einfluss. 1840 wurde Neuseeland britische

Kolonie. Noch heute ist die englische Koenigin Staatsoberhaupt Neuseelands, das - wie auch Australien -

zum Commonwealth gehoert.

Ich muss noch erwaehnen, dass die Maoris und die Britische Krone nach blutigen kriegerischen Auseinandersetzungen

am 6. Februar 1840 den Vetrag von Waitangi unterzeichneten, der die Rechte der Urbevoelkerung

festschreiben sollte. Noch heute wird ueber die Auslegung des Vertrages bei Land- und

Wasserrechten und so weiter heftig gestritten. Ueber die Politik und Kultur der Maoris gibt's uebrigens

aktuelle Informationen in MANA, the Maori Magazine for all New Zealanders.

Mehr unter www.manaonline.co.nz im Internet.

Und jetzt zurueck zu unserer Reise. Wir haben in Auckland den Bus nach Taupo am Lake Taupo, etwa in

der Mitte der Nordinsel, genommen. Dort haben wir eine mehrtaegige Wanderung im Tongariro Nationalpark

vorbereitet, in dem der Mount Ruapehu mit 2797 Metern der

hoechste Berg ist. Der Schnee bedeckte, noch aktive Vulkan

schlummert zurzeit. Doch im Umland waechst die Angst, dass sich

vom Kratersee mal wieder eine grosse Schlammlawine (Lahar) loesen

koennte. Ungeachtet dessen wanderten wir ueber den Northern-Circuit-

Track. An mehreren Stellen konnte ich schon mal probeweise in die

Landschaft gucken - wie an der Ketetahi-Huette hoch ueber den Lakes

Rotoaira und Taupo und an noch einigen anderen Stellen mit gutem

Ausblick. Meinen Platz habe ich jedoch unterhalb der Emerald Lakes

gefunden. Ich liege seit dem 23. November. Auf einem Steinhaufen und

kann bequem den Mount Ngauruhoe - das ist noch ein anderer Vulkan -

sehen. Links daneben taucht schon der Mount Ruapehu auf. Unterhalb

von mir sind Lava- und Geroellfelder. Nun verabschiede ich mich. Ich

bin wohl in den kommenden paar tausend Jahren (fuer uns kleine

Steine eine kurze Zeit) nicht mehr auf Sendung. Ich uebergebe an einen

meiner Kollegen, der auf der Suedinsel seinen Platz finden will.

Und nochmals: Kia ora, Leute, haltet die Ohren steif.

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2005

siehe Vanuatu Shark Bay und Port Vila, siehe Neuseeland Ross


Neuseeland

Ross

nn

Liebe Stein-Freaks,

ich bin der zweite Augen-Stein, der jedoch schon lange die Suedinsel

angepeilt hatte. Also auch von mir geht ein Kia ora rund um die Welt.

Ich nenne mich Pohatu, denn das ist der Maori-Name fuer Steine

unserer Art und Groesse.

Nach einigen Tagen in Wellington setzten wir mit der Faehre nach

Picton ueber, uebernachteten dort in einem ziemlich fertigen

Backbacker-Hostel und fuhren dann in einem Rappel-Bus die

Westkueste runter bis Greymouth. Hier hatten wir die Idee, mich bei

Les Lisle abzusetzen. Das ist ein 80-jaehriger Pub- und Hostelbesitzer

mit langem Bart am einsamen Lake Mahinapua. Er ist ein echtes

Original, das es schon auf die Aufschlagseite von Geo Spezial

Neuseeland gebracht hat. Er erzaehlt allen Besuchern davon, dass er in

den 50er Jahren in der duenn besiedelten Gegend einen

neuseelaendischen Yeti gesehen hat. Andere sollen damals behauptet

haben, Les habe ziemlich einen ueber den Durst getrunken und im

Mondschein seinen eigenen Schatten gesehen.

Vergilbte Zeitungsartikel dokumentieren, dass die Story einst fuer

Aufsehen gesorgt hatte. Les waere ein guter Gastgeber fuer mich gewesen.

Doch dummerweise war der alte Les am Tag unserer Ankunft nicht daheim, der Pub mit Vorhaengeschloessern

verriegelt. Im letzten Augenblick hielt die Busfahrerin nochmals an, und wir durften noch bis in den naechsten

Ort mitfahren. Er heisst Ross, ist im 19. Jahrhundert waehrend des Goldrausches entstanden. Wir bekamen im

Historic Empire Hotel (www.empiregold.co.nz) ein Quartier. Und somit wurde der Pub - zur Ueberraschung

aller - mein neues Zuhause. Ich hab's mir am 30. November (Uhrzeit auf dem Foto) ueber dem offenen Kamin

zwischen anderen Steinen und viel Kram bequem gemacht. Ich kann in die Kneipe glotzen und dabei oft die

Katze Sue auf einem Barhocker entdecken. Meistens sind auch viele Locals hier, die viel Westcoast-Bier trinken.

Wirt Jim legt Wert darauf, dass seit 1866 Komfort und Gastlichkeit gross geschrieben werden. Falls ich um die

Ecke sehen koennte, wuerde ich den ausgestopften Rothirsch mit

Geweih erblicken. Er traegt sogar eine gruene Kappe der irischen

Brauerei Murphy's. An den Waenden haengen Bilder von oertlichen

Rugby-Teams, aber auch vom groessten Goldnugget Neuseelands,

dem Honourable Roddy, der in der Gegend 1907 gefunden wurde.

Jetzt breche auch ich ab, denn ich habe Signale empfangen, dass

unsere beiden noch umherreisenden Kumpels (Augen-Stein III und

IV) inzwischen in Port Vila, Vanuatu eingetroffen sind.

Von dort also die Fortsetzung.

So long, Euer Pohatu (Stein)

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2005

siehe Vanuatu Shark Bay und Port Vila, siehe Neuseeland Mount Ruahepu


Nicaragua

Granada

Der Stein liegt in Granada auf

einem Giebelturm der Kirche La

Merced.

Im Hintergrund sieht man die

Kathedrale der Stadt.

Das Auge sieht nach Norden -

über das Kirchenschiff hinweg

weit in das Land hinein ...

... und soll

davon berichten,

dass Nicaragua

ein wundervolles

Land ist. Die

Menschen strahlen

trotz vieler

Probleme und

Armut einen

Lebensmut aus,

der ansteckend

ist. Ihre Hilfsbereitschaft

die

offene Art und

ihre Fröhlichkeit

und die vielen

sehenswerten

Städte, Dörfer,

Vulkane, Lagunen

etc. sind mehr

als eine Reise

wert.

Heino Petzold, Berlin

2007


Niederlande

Amsterdam

Der Augenstein liegt nun in Amsterdam. Ich war dort im Rahmen eines Bildungsurlaubes, der mir dieses mal kaum Zeit ließ,

eine schöne Stadt, mit all ihren lauschigen Plätzen zu genießen.

Dennoch, konnte ich die lockere und multikulturelle Atmosphäre dieser Stadt spüren. Die Steinablage gestaltete sich aus

Zeitmangel sehr schwierig.

Ich dachte an das Anne Frank Haus, an Rembrandt oder van Gogh, ans „Melkweg“- es existiert immer noch.

Letztendlich habe ich mich für einen nicht typischen Ort entschieden.

Die alte Amsterdamer Börse. Der Geburtsort der Aktie - weltweit - hallo Wallstreet.

Dieser Platz paßt, in sofern sich auch viele Bilder des Elends durch das Stadtbild ziehen. Auf dem Weg dorthin, eine

verwahrloste Frau bleibt auf dem Zebrastreifen stehen, um zu urinieren. Dieser Anblick hat mich nicht mehr losgelassen.

Mein Blick für die Stadt hat sich dadurch verändert.

Ich sehe verwirrte Leute, aggressive Gesten, Armut und natürlich Drogennehmer.

Das Gebäude ist heute ein Kulturzentrum – das gibt Hoffnung ! Geld ist eben doch nicht alles. Es gibt Kunstausstellungen,

Theater, es ist ein Ort für Veranstaltungen und Kommunikation.

In direkter Nachbarschaft sieht das Auge die neue Börse, viele Fahrräder und ein Kaufhaus. Der Platz vor dem Gebäude

scheint ein Treffpunkt für Obdachlose zu sein. Nicht zu vergessen, die vielfältigen Seiten des Amusements. Auch hier wieder

Gegensätze.

Gabriele Schmidt-Steinbacher, Frankfurt/Main

2004


Niederlande

Philipsburg/Niederländische Antillen

Der Augenstein von Mirabel liegt auf einem Befestigungsstein

im Hafengebiet von Philipsburg, das sich im

niederländischen Teil von St. Maarten befindet.

Dort wurde der Stein am 15. März 2006 deponiert.

Das Auge blickt direkt auf die Pier, an der die Kreuzfahrtschiffe

festgemacht haben. Aus jedem dieser

Kolosse strömen mehrere tausend Besucher, die sich an

den weissen feinsandigen Strand zum Sonnenbaden

legen oder durch die Front Street flanieren, an der sich

ein Geschäft an das andere reiht, zumeist Juweliere.

Anette und Mathias Getzlaff, Wuppertal

2006


Niemandsland (zwischen Spanien und Marokko)

Enklave Ceuta

Ceuta steht für eine Grenze. Das Ende der Freizügigkeit. Diese Grenze ist ein postkoloniales Relikt in

Zeiten des Schengener Abkommens. Wo legt man hier einen Augenstein ab Sollen wir ihn in den

Maschendrahtzaun hängen, der hier Afrika von Europa trennt Oder in der Straße von Gibraltar, in

Sicht-weite zur spanischen Küste, ins Meer werfen Makaber! Wir legen ihn im Niemandsland

zwischen Marokko und Spanien ab: Hinter der marokkanischen und vor der spanischen Grenze, in

einem schmalen Korridor der Verheißung. Hier schaut er auf Reisende, die wie wir zu Fuß über die

Grenze wollen. Wir haben gerade die erste Vorkontrolle auf marokkanischer Seite passiert und am

Ende des Schleusengangs bereits die Stadt Ceuta vor Augen; nach zweihundert Metern - immer

entlang zwischen Zaun und Mauer - wartet die nächste marokkanische Kontrolle mit Ausreisefomular

und Stempel für den Reisepaß auf uns. Dann erst kommen die Kontrollen auf spanischer Seite.

Festung Europa

Der Augenstein ist zurückgeblieben, er hat sie nicht erreicht.

Abgelegt am 27.3.2006

Solvejg Wilhelm und Volker Gottowik, Frankfurt/Main

2006


Niger

Montagnes Bleues

Unterwegs in der Wüste Sahara, genauer in der Ténéré (Niger), auf dem Weg zu den Montagnes Bleues, den

blauen Bergen im Nordosten des Aïr-Massif. Dabei handelt es sich um etwa 200 m aus dem Sand der Ténéré

herausragende Marmorklippen, die glattgeschliffen oder karstig verwittert, im Licht der Sonne mehr oder

weniger intensiv blau erscheinen. Mit uns im Gepäck ein Augenstein des Projektes „der Weg der Steine“.

Die Blauen Berge liegen in ca. 100 km Entfernung Luftlinie von der Oase Iferouane im Aïr oder etwa 70 km

südöstlich der berühmten hohen Düne von Temet am Nordostrand des Aïr. Dorthin kamen wir nach

zweimaligem Durchqueren der Ténéré, einmal im Süden durch den Grand Erg de Bilma und dann im Norden

von Chirfa aus zum Adrar Bous. Nach einem Sonnnenuntergang, beobachtet von der hohen Düne von Temet

aus, kamen wir am nächsten Tag, am 19. November zu den Montagnes Bleues. Hier sollte der Augenstein seinen

Platz finden. Über Mittag wurde die kleine Region erkundet und im Laufe des späteren Nachmittags erklommen

wir die höchste Spitze der blauen Marmorberge.

Die verschiedenen Rücken und Felsen schimmern oder leuchten in unterschiedlicher Intensität in bläulicher

Farbe, auch abhängig von Sonnenstand und Himmel. Doch ist der Anblick der grau-blauen Felsen im

hellbraunen Sand faszinierend. Der Aufstieg ist

nicht ganz einfach. Angeweht an die

Felsklippen sind steile Sandhänge, die man

kaum hinaufkommt, da der Sand bei jedem

Schritt abwärts rutscht. So suchen wir im

oberen steilen Teil einen Weg durch die Felsen.

Diese sind hier oben scharfkantig verwittert.

Die Oberfläche ist nicht glatt, sondern rau wie

ein grobes Reibeisen. Kirsten geht wie immer

im Sand barfuß und muss aufpassen, dass sie

sich nicht die Fußsohlen aufreißt.

Nicht nur die Farbe der Felsen ähnelt der des

Gletschereises. Wie auf einem Gletscher tun

sich auch hier zwischen den Felsen tiefe

Spalten auf. Die kantigen Felsbrocken liegen

lose übereinander getürmt, kleinere Brocken liegen wackelig zwischen großen. Zu unserer Überraschung klingen

die Felsen beim Anschlagen wie Glocken in verschieden hohen Tönen. Der ganze Felsrücken besteht aus

Klangsteinen. Leider fehlt uns ein Aufnahmegerät für dieses Naturereignis.

Oben angelangt genießen wir erst einmal den Rundblick. Übereinander getürmte Felsen, angeordnet in

verschiedenen Felsrücken, angewehter brauner Sand, teilweise mit schönen Dünenkämmen, kleinere Erhebungen

über der flachen Sandebene der Ténéré und entfernt im Süden der Felsrücken des Adrar Chiriet, ein einzeln

östlich des Aïr liegender, kreisrunder Pluton von etwa 10 km Durchmesser.

Neben und etwas unterhalb des spitz aufgestellten Gipfelfelsens legen wir „unseren“ Augenstein ab. Er schaut

nun ziemlich genau nach Süden, seitlich des Felskamms über weiter unten liegende Felsen und eine Düne

hinweg auf den Adrar Chiriet, etwa 30 km entfernt. Der Stein auf seinem Felsen wird im Bild festgehalten, der

Blick den er nun genießen kann und die 360 Grad Aussicht, die man von hier oben hat. Darnach entstehen noch

zwei Bilder von den beiden Akteuren und dann geht es schnell die steile Düne hinab. Dabei brummt die Düne

unter unseren springenden Beinen.

Der Stein liegt nun auf den Koordinaten N 19 o 35,8’ und O 9 o 11,9’ in 921 m Höhe auf dem Felsen.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt am Main

2003


Nigeria

Maiduguri

Lieber Herr Steinbacher,

hier schon mal ein Foto vom Augenstein in Maiduguri. Er bewacht dort

den Eingang meines Hauses und hat bislang auch gut Dienste geleistet, da

im muslimischen Norden Nigerias der Respekt vor dem Auge und dem "Bösen

Blick" doch noch seine Wirkung tut.

Grüße

Editha

Editha Platte, Frankfurt/Main

2004


Nigeria

Umunumo

Wo liegt der Stein

Der Augenstein befindet sich in Nigeria im

Dorf Umunumo, Imo- State, auf halber Strecke

zwischen Port Harcourt und Enugo. Es

ist ein Ort mit etwa 15000 Einwohnern, wovon

sich fast die Hälfte während der Woche

in den umliegenden Städten zur Arbeit aufhält.

In dieses Dorf kamen wir Onyo-chas,

sieben „Weiße“, um uns mit dem Partnerschaftsprojekt

„Mbara Ozioma“ vertraut zu

machen, das der noch in der Schweiz arbeitende

nigerianische Pfarrer Ozioma Nwachukwu

und der evangelische Pfarrer Roland

Just für Oziomas Heimatdorf gründeten.. Der

Augenstein liegt auf der Veranda des Pfarrhauses, das von vielen Menschen besucht wird, er blickt in viele

Gesichter. Vielleicht hat ihn aber auch längst jemand mitgenommen.

Was sieht der Stein

Der Stein blickt auf einen Teil des Dorfes und auf den tropischen Regenwald. Neun Monate im Jahr wächst

die Natur üppig und alles leuchtet saftig grün: Urwaldriesen, Kokospalmen, Bananenstauden, Ananasstauden,

Yam, Kassava und viele andere Pflanzen wachsen in den kleinen,

unter den Familien aufgeteilten Parzellen im Gewebe des Wades:

Ein Garten Eden, denn die Igbos können praktisch alles zum

Essen verwenden. Zwischen den Bäumen stehen einfache Hütten mit

Blechdächern, die Küche oder Toilette befindet sich oft außerhalb des

Hauses. Bald werden hier auf Anregung des Mbara-Projekts wieder

die traditionellen Lehmhäuser, doch mit verbesserter Technik, gebaut

werden. Sie sind atmungsaktiv und temperaturausgleichend und

somit besser an das schwülwarme Klima angepasst als die teureren

Häuser aus Zementsteinen, die die Engländer in der Kolonialzeit eingeführt

haben. Der Stein sieht auch einen Brunnen mit Pumpstation.

Das Wasserreservoir wurde letztes Jahr von Projektmitarbeitern gereinigt

und die Pumpe in Gang gesetzt. Das bringt vor allem für die

Dorffrauen große Erleichterung, da das Wasser vorher in der Regenzeit

von einer drei Kilometer entfernten, von Bakterien verseuchten

Quelle geholt und auf dem Kopf ins Dorf balanciert werden musste.

Was der Stein noch nicht sehen kann ist die geplante Sozialstation

(natürlich in Lehmbauweise) mit Schulungsräumen z. B. für Computerkurse,

kreative Workshopgruppen oder Nachhilfeunterricht, der

„Home Care“- Einrichtung zur Betreuung alter Menschen, einer Ambulanz,

einer Behindertenbetreuung, Ausbildungsstätten für verschiedene Handwerksberufe, einer Öl- und

Getreidemühle u.s.w. Außerdem wird von Projektmitarbeitern

die traditionelle Musik aufgezeichnet

und in Chören einstudiert und die Vegetation und

die Verwendung von Heilpflanzen dokumentiert.

Auch werden Stammbäume, Historie und alte, nur

mündlich tradierte Geschichten des Dorfes in

Zukunft hier im „Mbara“ archiviert. Ein rundum

Martina Seidel, Mühltal

2006

ganzheitliches Projekt, das partnerschaftliche

Unterstützung zur Eigenentwicklung gibt, wie sie

von den Einheimischen gewünscht und verstanden

wird und das sich eines Tages ganz selbst tragen

soll.

Oktober 2006


Norwegen

Å/Lofoten

Die nordnorwegische Inselgruppe der Lofoten gehört zu den schönsten Inselparadiesen dieser Erde.

Fels und Wasser sind die vorherrschenden Elemente, die die Landschaft prägen. Auf den Atlanikinseln

scheint die Mitternachtssonne mit größter Kraft. Violette Berge, grüne Wiesen und rostrote Fischerhütten

(Rorbuers genannt, die man auch mieten kann) spiegeln sich im karibisch-blauen Meer. Auf

Kliffen und Felsen kann man Papageientaucher beobachten sowie unzählige anderen Seevögel wie

Austernfischer, Kormorane usw.

Der Ort Å liegt an der Südspitze der ca. 80 Inseln umfassenden Inselgruppe. Nur 5 dieser Inseln sind

bewohnt und mit Brücken untereinander verbunden.

Den Stein haben wir auf einer Anhöhe in unmittelbarer Meeresnähe abgelegt. Das Auge blickt nach

Süden und sieht auch den Malstrom, der Edgar Allan Poe zu seiner berühmten Erzählung anregte.

August 2005

Ortrud und Zafer Toker, Frankfurt/Main

2005


Norwegen

Fylke Oppland, Nationalpark Jotunheimen

Das "Auge" wurde am 15.07.2003 am Rande des Wanderweges über den "Besseggengrat",

über den schon der Ibsen`sche "Peer Gynt" tobte, platziert. Das Auge blickt aus ca. 1.600 m

Höhe über den durch Gletscher trübe milchig-grün gefärbten Binnensee "Gjende" und die

Bergwelt des Jotunheimen. Der Weg über den Besseggen ist der Wanderklassiker in

Norwegen. Er verbindet Gjendesheim mit Memurubu.

Clemens Hofmann, Berlin

2003


Norwegen

Lindesnes

Ein weißroter

Leuchtturm auf

rundlichen, rotbraunen

Felsklößen markiert den

südlichsten Punkt

Norwegens. Für das

gebirgige Norwegen hat

der Seeweg entlang der

Küste schon immer eine

wichtige Rolle gespielt.

Bis in unsere Zeit hatte

er entscheidende

Bedeutung für Verkehr

und Handel. Am Kap

Lindesnes traf der

Küstenverkehr auf die

Überseeverbindungen in

nahe und ferne Erdteile.

Vom Mittelalter bis zum Ende des

vorigen Jahrhundert war der Seeweg

zwischen den Nord- und

Ostseeländern einer der

bedeutendsten Handelswege

Nordeuropas.

Zum Nordkap sind es von hier aus

noch genau 2.518 km.

Auf dem Platz vor dem Leuchtturm

haben Besucher viele kleine

Steinhäufchen aufgebaut: Zur

Erinnerung, zum Gedenken, ein

Ritual, das Wiederkommen verspricht

und den Ort ehrt.

Wir legen den Augenstein so ab, dass

er auf das offene Meer hinaus blickt.

Inmitten all der anderen Steine und

Steinhäufchen ist es der einzige, der

ein Auge trägt.

August 2005

Ortrud und Zafer Toker, Frankfurt/Main

2005


Norwegen

Polarsirkelen 66° 33´

Als wir uns dem Polarkreis nähern, wird die sonst so üppige Vegetation Norwegens spärlich. Nur

dürres Gewächs, Zwergsträucher und Flechten kennzeichnen die fast mondartig anmutende Stimmung

auf der Hochebene.

Der Polarkreis verläuft auf 66° 33´ nördlicher Breite rund um die Erde. Vom Polarkreis sind es bis

zum Nordpol 3.330 km. Zum Äquator 6.660 km. Mehr noch als Temperatur und Niederschlag prägen

oberhalb des Polarkreises die Lichtflut im Sommer und die entsprechende Lichtarmut in den

Wintermonaten den Rhythmus allen Lebens.

Der Faszination der „Mitternachtssonne“ , also der Zeit, wenn die Sonne noch um Mitternacht über

dem Horizont steht, nicht untergeht, sondern auf ihrer scheinbaren Umlaufbahn um die Erde wieder

langsam höher steigt, kann man sich schwer entziehen. Am Polarkreis, also auf 66,5° nördlicher

Breite, dauert der Polartag 24 Stunden und fällt mit dem 21. Juni zusammen, während weiter nördlich

in Bode die Mitternachtssone vom 7. Juni bis 8. Juli zu sehen ist. Am Nordkap ist diesen Naturphänomen

zweieinhalb Monate zu beobachten, sofern Wolken die Sonne nicht verbergen.

Das Polarsirkelsenteret (Polarkreiszentrum) steht genau auf diesem Breitengrad. Wenn man sich

oberhalb des Gebäudes neben das große Polarkreisdenkmal stellt, sieht man weitere fünf aufgestellte

Erdkugeln.

Auf dem Plateau oberhalb des Polarkreiszentrums liegen viele Steinpyramiden, kleinere und große,

aufgetürmt von Besuchern, die sich somit selbst ein Steindenkmal setzen und gleichzeitig dem

besonderen Ort huldigen.

Wir legen den Augenstein ganz oben in die größte Steinpyramide, die zentral den Platz markiert.

August 2005

Ortrud und Zafer Toker, Frankfurt/Main

2005


Oman

55 o 0’ O und 20 o 0’ N

Oman – kein Märchen aus 1001 Nacht

Am Nachmittag des 26. November 2004 um ca. 15.30 Uhr

Ortszeit erreichen wir den Punkt, an dem wir einen Augenstein

ablegen wollen. Es ist ein Grenzstein zwischen dem

Sultanat Oman und dem Königreich von Saudi-Arabien auf

genau 55 o 0’O und 20 o 0’N. Es ist die Stelle, an der sich die

Richtung des Grenzverlaufs von etwa WSW auf NNO

ändert.

Seit über drei Tagen fahren wir mit drei TOYOTA – Landcruisern

durch die weiten Sanddünenfelder der südlichen

Rub Al Khalil oder Rub al-Chali. Dazu heißt es z.B. in der

Fischer Länderkunde (Nordafrika / Vorderasien; S.195):

„Die Wüste Rub al-Chali hingegen, die Große Arabische

Sandwüste, die fast den ganzen Südosten der Halbinsel

Arabien einnimmt, ist siedlungs- und menschenleer (). Sie wird von mächtigen Dünenzügen mit

bis zu 300m relativer Höhe durchzogen und stellt die größte

zusammenhängende Sandfläche der Erde dar. Dies, sowie ihr extrem arides Klima und das Fehlen fast

aller Oasen macht sie zu einem besonders schwer zugänglichen Gebiet Arabiens.“ Sie bedeckt eine

Fläche von mehr als einem Drittel Deutschlands.

Durch diesen Teil Arabiens führt unsere Omanreise, weil alle Reiseteilnehmer Wüstenliebhaber sind.

Nun sind wir da angelangt, wo wir Volker Steinbachers Augenstein ablegen. Er liegt auf dem Grenzstein

und schaut vom Oman nach Saudiarabien hinein, auf eine Düne, von kleinen Büschen bewachsen,

wie hier die ganze Region. Das Gebiet der großen und intensiv farbigen Dünen haben wir bereits

durchfahren und verlassen.

Einen großen Teil Omans hat

der Stein im Handgepäck

durchfahren. Er erlebte keines

der Märchen aus 1001 Nacht.

Oman ist ein moderner Staat.

In etwas über 30 Jahren, seit

1970, hat das Staatsoberhaupt

Sultan Qabus Bin Said den

Oman zu einem weltoffenen,

mit guter Infrastruktur

versehenen Land gewandelt.

Auch die Bewohner sind offen

und freundlich den Fremden

gegenüber und die am

häufigsten gestellte Frage ist

die nach dem Wohlergehen der

Landesgäste.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2004


Österreich

Kloster Melk

Elli und Willi Steinbacher, Neu-Isenburg

2003


Österreich

Mirnock

Seit Menschengedenken ein “Ort der Kraft” auf dem Mirnock (Nähe Millstädter See

– Kärnten, woran sich trotz heutiger esoterischer Verwässerung nichts ändern kann.

Die „Hausbrände“ der Bergbauern gelten als Beweis.

Abgelegt am 22.05.05

“Ort der Kraft”/ Mirnock (ca. 2000 m) Blick Richtung Norditalien (Volim).

Günter Hofmann, Hainichen

2005


Österreich

Wien

Das Auge

Nach Besichtigung des Oberen BELVEDERE als Architektur und vor allem der darin befindlichen Gemälde-

Sammlung, mit Egon Schiele, Gustav Klimt und anderen, sollte nun der geeignete Niederlegungspunkt für das

’Steinauge’ gesucht und gefunden werden.

Wir entschieden uns zur Niederlegung des Steines für eine dieser Musen. – Der Stein blickt nun aus sicherer

Körperposition schräg durch den Schloßpark zum Oberen BELVEDERE. Die Farben der Muse und die des

Steines gehen harmonisch miteinander.

... zur näheren Beschreibung des ausgesuchten Niederlegungspunktes im Schlossgarten von BELVEDERE

nochmals auszugsweise ..

... in der Mitte der kleinen Wasserbecken als belebendes Motiv NAJADEN (griechische Göttin der Quellen), die

auf einer kleinen Insel hingelagert, das freie Leben in dem Element Wasser betonen sollen. Links und rechts an

die Hauptachse anschließend die BOSKETTE ), die als Räume der Natur aus speziell zugeschnittenen

Baumkulissen, als Fortsetzung der repräsentativen Schloßräume in die Natur hinaus gedacht sind. Entlang der

Achse bei den Bosketten je vier Steinplastiken, welche Musen* darstellen, die früher vor der Orangerie

aufgestellt waren ...(SCHLOSS BELVEDERE, von Kurt Filipovski).

Uwe Gillig, Neu-Isenburg

2003


Österreich

Wien

Die Welt ist alles, was der Fall ist.

(1. Satz des Tractatus logico-philosophicus )

Hermine Wittgenstein nannte das Haus „eine Wohnung für Götter,

nicht aber für kleine Sterbliche“. Wittgenstein räumte 1940 ein:

„Mein Haus für Gretl ist das Produkt entschiedener Feinhörigkeit,

guter Manieren, der Ausdruck eines großen Verständnisses (für

eine Kultur, etc.) aber das ursprüngliche Leben, das wilde Leben,

welches sich austoben möchte – fehlt. Man könnte auch sagen, es

fehlt ihm die Gesundheit.“

Als die bulgarische Botschaft hier 1975 einzog, wurde das

Gebäude restauriert, einige Räume aber mit balkanischen

Bauernmalereien verziert.

Gegenüber des Hauses befindet sich der Hauptverband der

Österreichischen Sozialversicherungsträger, der einen

bemerkenswerten Satz an der Mauer zum Wittgenstein–Haus

eingelassen hat:

Der Stein liegt am

Eingang des Hauses,

das der Philosoph

Ludwig Wittgenstein

für seine Schwester

Margarete

Stonborough baute. Es

ist die wahrscheinlich

radikalste Architektur

der Klassischen

Moderne. So

kompromißlos in

seiner formalen

Strenge, dass es im

Grunde nicht

bewohnbar war:

Nackte Glühbirnen,

leere Räume, eiserne

Türen und Fenster, die

sich nur von zwei

Personen gleichzeitig

öffnen lassen.

Gabriele Schmidt-Steinbacher und Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2006


Pakistan

Balakot

Wo liegt der Stein

Der Stein liegt seit dem 12. Februar 2006 in Pakistan, North-West Fontier Province, Distrikt Manshera, in der

kleinen Stadt Balakot, im Geländer einer der wenigen intakten Brücken über den Fluss. Balakot wurde während

des verheerenden Erdbebens am Morgen des 8. Oktober 2005 bei dem fast 80.000 Menschen ums Leben kamen,

Hunderttausende verletzt und ca. zwei Millionen obdachlos wurden, fast vollständig dem Erdboden gleich gemacht.

Was sieht der Stein

Der Stein sieht Verwüstung und Leid, die Toten sind zwischenzeitlich begraben, sowie den bewundernswerten,

von vielen nationalen und internationalen Organisationen unterstützten, Lebenswillen der pakistanischen Landbevölkerung.

Er wird dies noch einige Jahre sehen müssen, da der Wiederaufbau Zeit braucht.

Was sieht der Stein nicht

Den, auf Grund von in einer dänischen Zeitung veröffentlichten Mohammed-Karikaturen, aufgehetzten Mob, der

nicht weit entfernt in Lahore, Peshawar und Islamabad wahllos vermeintlich `westliche´ Einrichtungen und Botschaften

anzündet und sich Straßenschlachten mit der Polizei liefert, bei denen mehrere Menschen sterben. Die

weltanschaulichen Klüfte, die sich dabei hier und anderswo auftun, lassen die todbringenden tektonischen Verwerfungen

klein erscheinen.

Mathias Lueg, Oberursel

2006


Palästina (umstritten)

Bethlehem/Westjordanland

Sehr geehrter Herr Steinbacher,

ich habe den Stein mit nach Palästina genommen. Dort hat das Evangelische Gymnasium,

ich bin Lehrerin an dieser Schule, seit 2009 eine Partnerschule, in Beit Sahour, unweit von

Bethlehem.

Wir haben als Gruppe (2 Schülerinnen, zwei Kolleginnen) lange überlegt, wo der Stein liegen

soll. Die erste Idee war, dass er das Tote Meer ansehen sollte.

Doch es kam anders.

Als wir in Bethlehem bei der Geburtskirche waren, wussten wir plötzlich: Hier muss der Stein

liegen! Die Geburtskirche ist ein Ort, an dem wir ein Zeichen der Hoffnung fanden! Die Hoffnung,

die die Geburt Jesu den Menschen in aller Welt geben sollte!

Heute stehen wir dort und spüren: Es muss Frieden werden in dieser Region, die Menschen

können und wollen so nicht weiterleben!

Das Auge wacht nun vor dem kleinen, unscheinbaren Eingang zu der Geburtskirche. Es sagt

allen Pilgern und Besuchern: Ich komme von weit her und sehe, sehe Glück und Trauer,

sehe Angst und Hoffnung!

Möge der kleine Stein als Friedensgruß verstanden werden.

Petra Bothe, Lippstadt

2009


Palästina (umstritten)

Ramallah/Westjordanland

Dear Ruchama,

I had some troubles with the Internet.

But I got the very good paperI even

sent you many thanks and compliments.

The same now, hoping to see you soon

What happened with the small stone with the eyes

Khalil/ Germany

Von: rmarton@barak-online.net (Ruchama Marton)Israel

Datum: 10.04.2003, 18:25:17

Betreff: Re: paper

I'm pleased that you got the paper and that you liked it.

I didn't receive your email you mentioned.

could you send it again

hopefully you will fix your internet troubles.

I didn't see Mustafa yet. the ways were blocked,

as you know. I'll see him,

so do I hope, soon, and I'll give him the stone.

ruchama

----- Original Message -----

From: "Khalil Toama"

To:

Sent: Thursday, April 10, 2003 12:03 AM

Subject: Re: paper

dear Volker,

thank you for your letter.

yesterday I visited Ramallah,

in the west bank,

and gave Dr. Mustafa the

stone with the drawn eye.

I appreciate your artistic work.

best,

Dr. Ruchama Marton

Khalil Toama, Offenbach, Ruchama Marton, Tel Aviv, Mustafa Barghouthi, Ramallah

2003


Palau

Bloody Nose Ridge/ Peleliu

Am 22.04.2008 haben wir auf der Insel Peleliu in der Repubic of Palau, an dem " US INFANTRY

MONUMENT " auf dem Bergrucken " Bloody Nose Ridge " das Tusche Auge abgelegt.

Das Bild oben zeigt was das Auge sieht. ( Blick über die Insel Peleliu und die Rock Islands von Palau )

Das Bild oben zeigt von links

nach rechts, Thomas Schubert,

das Stein Auge, Frau Ellen und

Herrn Kurt Stadler Mitarbeiter

der Deutschen Botschaft

Manila, die mich bei diesem

Projekt mit unterstutzt haben.

Thomas W. Schubert, Koror, Ellen und Kurt Stadler, Manila

2008


Panamá

Panamá

Ich habe den Stein am 10. Dezember 2007 in Panama City im Stadteil Amador, nahe beim

Causeway zu den vorgelagerten Inseln abgelegt. Das Gebiet ist ein Erholungsgebiet in

Panama City und vom Ablegeort hat der Stein einen wunderschönen Blick auf die Puente de

las Américas, das ist die Brücke der Amerikas, die Nord- und Südamerika verbindet, da der

Kanal das ganze trennt. Die Brücke ist gleichzeitig auch die Kanaleinfahrt des berühmten

Panamakanals von der Pazifikseite her bzw. das Ende des Kanals für die Schiffe, die von

Colon (Karibik) her kommen.

Blick der Stein nach links bzw. Richtung Süden, so ist dort der Pazifik bzw. vorgelagerte

Inseln. Blick der Stein gerade aus bzw. Richtung Westen, so blickt er auf schöne Strände und

etwas Dschungel. Schaut der Stein nach rechts bzw. Richtung Norden, so ist dort die Puente

de las Americas, die eine Höhe von 118 m.ü.M. hat und 1669 m lang ist und über die die

Interamericana führt. Alle die Weltschiffe, die den Panamakanal durchqueren, fahren somit

am Stein vorbei.

Sandra Müller, Mönchaltorf

2007


Papua-Neuguinea

Wabag

Fernstrasse Mount Hagen – Wabag

Western Highlands

Frühstückspause am Strassenrand.

Fahrer und Passagiere stürmen den Hühnerstand.

Gemeinsam mit Kohl, Kartoffeln, Zwiebeln und Gemüsebananen wird daraus eine reichhaltige

Mahlzeit – genau das Richtige in den Bergen über 2500 Metern Höhe.

Gut eine Autostunde entfernt liegt das Frauengefängnis, in das der Augenstein mit hinein aber

auch wieder hinaus kam. Was sollte er auch gross von dort erzählen, vom täglichen Einerlei,

Antreten zum Appell, Arbeitstrupp fürs Feld, Antreten zum Essen....

Hier am Strassenrand gibt es weit mehr zu sehen, ganz sicher der Blick von der gegenüber

liegenden Strassenseite auf die beiden Verkäuferinnen. Die eine hat gerade eine Portion Betel

verputzt und sieht jetzt wie ein blutrünstiger Engel aus. Da bleibt der Stein lieber auf Distanz.

Mount Hagen, im Dezember 2006

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2006


Paraguay

Neu-Mölln

Ihr Stein liegt in Südamerika, im Chaco von Paraguay in den mennonitischen Kolonnien, ca. 30 km

südwestlich von Loma Plata (22° 23 ' südl.L. / 59° 50' westl. Breite) in der Nähe des Dorfes "Neu-

Mölln" ( 7 bäuerliche Wirtschaften) an der dortigen Laguna (See). Die Laguna war bis 1983 ein

Süsswassersee und ist nach langen Dürreperioden und anschliessend heftigsten Regenfällen versalzen

(ehem. Meeresboden). Der Stein sitzt nun in einem abgestorbenem Baum und geniesst die Wärme und

Ruhe Paraguays.

Er kann Flamingos und Indianer beobachten und wird sicher seeeeeeeeeeeeeehr lange seine

Tuscheaugen behalten können, da es immer noch sehr trocken ist.

Diesen Ort haben wir gewählt da es der Geburtsort meiner Frau Damaris ist.

Damaris und Steffen Bartel, Chemnitz

2005


Paraguay

bei Ypacaraian

3 Wochen Paraguay erwarten uns in der Region Asunción, die Hauptstadt von

Paraguay.

Der Augenstein begleitet uns bei all unseren Begegnungen im Land, mit den Kulturen,

mit den Menschen, mit Fauna und Flora.

Wir sind individual Touristen und wohnen somit privat in der Stadt Ypacarai. Wir

sind das erste Mal in Südamerika, es ist Herbst und ringsherum ist alles grün und

vieles blüht oder trägt Früchte. Für uns Deutsche ist es unerträglich warm mit einer

hohen Luftfeuchtigkeit um ca. 80-90%. Dies ist gewöhnungsbedürftig.

Paraguay zeigt sich uns als ein Land der Widersprüche. Wir beobachten, dass sehr reiche und sehr arme Menschen

in den Straßen zusammen leben. Jeder auf seinen „Besitz“ mit seinen Lebensgewohnheiten. Der echte

Paraguayer plant nur für den heutigen Tag. Die Kinder gehen in die Schule mit

Schulkleidung und genießen mindestens 8 Jahre Schulbildung. Besitzt man in

Paraguay über das nötige „Kleingeld“ kann man sich so

wie in Deutschland fast alles leisten. Bei Lebensmittel angefangen,

über Kleidung, medizinische Versorgung, Einfamilienhaus

bis hin zum Gartenpool und Jeep. Leider gehört

dies nicht zum Standart der Bevölkerung. Immer wieder

konnten wir aber beobachten, dass der Staat bzw. die

Kommunen sehr viel für ihre paraguayischen Bürger tun. So werden Schulen

und Krankenhäuser gebaut, Kredite angeboten, kleine Einfamilienhäuser für kinderreiche

Familien vergeben, Spielplätze gestaltet, Kirchen

gepflegt, Traditionen erhalten, etc.

Die Wasserfälle von Iguazú waren für uns auf unserer Reise

eins der beeindruckendsten Erlebnisse im Dreiländereck Paraguay,

Agentiien und Brasilien. Hier stürzt der Rio Iguazú mit seinen gewaltigen Wassermassen

in einer Breite von 7 Kilometern über zerklüftete Felswände in die Tiefe. Uns begrüßten

in diesem Gebiet riesigen Wassermassen, Gischt die Himmel

hoch flog, schillernde Regenbogen mit 100000…den Regentropfen, bunte,

große und kleine Schmetterlinge jeder Art, neugierige Nasenbären,

hungrige Meerschweinchen, eine vielfältige Vogelwelt bis hin zu einer Wasserschweinfamilie….

Am Ende unserer Reise entscheiden wir uns für einen

Platz für den Augenstein. Wir besuchen am Rande der

Zivilisation einen Schamanen der für Dorle eine Medizin

gegen Krebs herstellt. Wir informieren ihn über

das Projekt „Weg der Steine“ in Deutschland, überlassen ihn einige Informationsmaterialien

und entscheiden uns für einen Platz für den Augenstein

auf dem Hof des Schamanen. Der Augenstein wird nun von den Schamanen

betreut und hat

einen besonderen

schamanischen

Platz

auf seinem Anwesen

erhalten.

Wir hoffen,

das Auge

verbindet den

Schamanen

sowie Dorle im

spirituellen

Heilungsprozess.

Dorle Regenstein, Lindhorst

2007


Peru

Lima

Hallo Volker,

unser Stein liegt in Lima/Peru. Die Stadt liegt direkt an der Pazifikküste, ist inzwischen viel zu groß (8 Millionen Einwohner) und

ziemlich hektisch. Die Küste von Peru ist eine Wüste, durchbrochen von einigen Flußoasen. Lima erstreckt sich inzwischen über 3

solche Flußtäler hinweg, doch alle Äcker, Weiden und Bewässerungsanlagen sind inzwischen verschwunden. Früher gab es in

diesen Tälern viele Pyramiden aus Lehmziegeln, die teils noch heute erhalten sind.

Mitten in der Stadt im Ortsteil Santa Catalina/La Victoria im unteren Rimac-Tal gibt es so eine Pyramide mitten in einem Park. Sie

heißt Huaca Santa Catalina und wurde vermutlich von der Ichma-Kultur (1100-1400) als Verwaltungs- und religöses Zentrum

erbaut und später von den Inkas erobert (1440-1532). 1535 gründeten die Spanier Lima im oberen Rimac-Tal - ein gutes Stück von

der Pyramide weg und nun liegt sie mitten in Lima.... Die Pyramide (Huaca) ist weder besonders groß noch besonders hoch, aber

inzwischen gut gepflegt. Das Gelände ist eingezäunt. Wer die Pyramide besichtigen will, muß klingeln

und sich in ein Gästebuch eintragen. Es gibt ein kleines Museum mit Fundstücken, Papageien, Kolibris, Kakteen und viele Bäume.

Wir haben mit dem Stein die ganze Pyramide besichtigt und haben ihn von dort die ganze Stadt ansehen lassen. Das war ungefähr

am 19. April 2004. Am Ende haben wir den Stein neben die Pyramide in einen Kaktus gestellt, da er von dort aus die schönste

Aussicht auf den Park und die Papageien hat. Den Wächter des Parks kann er von dort auch bei seiner Siesta beobachten und er

sieht auch die Gäste, die die Pyramide besichtigen kommen. Nur am Rande sieht er auch ein paar Hochhäuser in der Ferne. Ich

bin gespannt, ob er noch da ist, wenn wir das nächste Mal dorthinkommen. Wenn nicht, dann hat ihn vielleicht ein japanischer

Tourist mit nach Tokio genommen

Saludos

Sabine Rößler de Pineda und Roger Pineda

Sabine Rößler de Pineda und Roger Pineda, Frankfurt/Main

2004


Peru

Machu Picchu

Das Steinauge liegt in Peru in einer

Höhe von 2470m und schaut auf eine

der schönsten und rätselhaftesten

Zeugnis der Inkazeit:

„MACHU PICCHU“.

Peter Hölzl, Dreieich

2004

Peter und 7 Freunde aus Polen.

Lieben Gruß Peter.


Philippinen

Boracay

am neujahrsabend 2003 haben wir waehrend unserem

philippinenurlaub den augenstein in den haenden

einer heiligen gelassen.

nicht mehr als 20 meter vom schneeweissen "white

beach" strand auf der insel boracay liegt eine

noch viel kleinere insel (eher nur ein felsbrocken

mit ein paar palmenbaeumen). darauf befindet sich

ein kleiner katholischem altar. in diesem altar

steht wie ueblich die betende madonna, die einen

direkten blick auf den strand hat. in ihren

haenden ruht nun der stein und geniesst den blick

auf den strand.

der stein hat auch das strandleben sowie die

vielen festivitaeten am jahresende auf boracay

miterlebt. ich vermute es hat auch dem stein auf

diesem tropischen paradies sehr gefallen.

Tisha und Alex Kahl, San Rafael

2003


Pitcairn ( zu: Großbritannien)

Adamstown

Hello Volker,

On Saturday Jay bought the stone over with the post card.

I have for the moment placed the stone in a crack just beneath the bounty's Bell in my front Garden.

I will have to secure it more as some curious visitor may be able to remove it.

Here is a photo of your stone.

Thank you so much.

Meralda

Meralda Warren, Adamstown

2006


Polen

Krakau

Drei Tage wanderte der Stein in meiner Hosentasche durch Krakau.

Sein ursprünglicher Besitzer hatte ihn mir vermacht. Auch er hatte wohl die Last des Steines gespürt und

sich - nun „befreit“ - immer wieder interessiert nach dem Ort erkundigt, der es in meinen Augen tatsächlich

Wert wäre, eine außergewöhnliche, exklusive oder bedeutungsschwere Stellung einzunehmen.

Mein Blick auf die Stadt hatte sich von Stund’ an verändert.

Krakau – welch eine Fülle von Möglichkeiten. Historische und politische

Bezüge, eine von Ungleichzeitigkeiten bestimmte, eine alte, traditionsreiche

und sich zugleich atemberaubend modernisierende Stadt. Der

Augenstein liegt in Kazimierz, in der Mauer des alten Friedhofs neben der

Remuh Synagoge.

In diese Mauer sind all die Grabsteine eingelassen, die zerstört, und in

ihren Bruchstücken einem Ganzen nicht mehr zuzuordnen, waren. Der

Stein blickt gen Himmel. Vorher hatte das Auge des Steins auf den alten

Grabsteinen geruht, von denen manche eine beeindruckende Geschichte

erzählen können. Der alte Friedhof wurde wieder hergestellt. Man hatte

sehr alte Grabsteine unter der Erde gefunden.

Manche Juden waren früh wirkliche Kosmopoliten, im positiven Sinne Wegbereiter

der Globalisierung.

Es ist das Bewahren, das mich berührt hat.

An diesem Ort wird versucht, ein beharrliches und durch die Faktizität

der Ereignisse zugleich nahezu müßiges Gegenwicht zu setzen gegen die

Auslöschung fast der gesamten jüdischen Bevölkerung Krakaus und ihrer Kultur durch die Nazis sowie die

Zerstörung des ursprünglichen jüdischen Viertels, in dem damals nur noch die orthodoxen und armen Bevölkerungsteile

der Krakauer Juden verblieben sein sollen.

Heute wird in Kazimierz jedes Jahr ein viel beachtetes jüdisches Kulturfestival organisiert. Kazimierz wird

als typisch jüdisches Viertel restauriert. Das ist gut.

Aber die jüdische Stadt und ihre Bevölkerung existieren nicht mehr.

Waltraud Kallenbach, Frankfurt/Main

2003


Polen

Oświęcim-Birkenau

Als Kind entdeckte ich im

Bücherregal meiner Eltern

ein Buch. Es enthielt Bilder

von Auschwitz und Birkenau

- uns allen bekannt. Bilder

des Grauens, die ich nicht

verstehen konnte. Mit Fragen

wendete ich mich an meine

Eltern. Ihre Antworten waren

und blieben für mich unbefriedigend.

Mein Vater beschäftigte

sich damals mit

Hiroshima. Er war Sozialpolitiker

und Arzt. Auch

eine Form der Verarbeitung

Meine Mutter war den Tätern

ungewollt zu nahe gekommen.

Sie schwieg. Mein Leben lang

beschäfigte ich mich mit den

Spuren, die diese Bilder bei

mir hinterlassen hatten.

Alles wurde daran gemessen.

Ich wollte verstehen, wie

solch eine Gewalt entstehen

kann. Als mein Mann dieses

Projekt begann, wußte ich

sofort, dass ich meinen

Stein dort ablegen muß. Eine

Bildungsreise führte mich

nach Krakau und somit auch

nach Oświęcim-Birkenau. Dort

gewesen zu sein, hat mich zu

meinem Erstaunen auch erleichtert.

Vielleicht, weil

die Phantasie diesen Ort so

monströs anwachsen ließ.

Aber es gibt diesen Ort

wirklich. In Polen, von

Deutschen errichtet. Hier

liegt mein Stein.

Als Erinnerung dafür, zu

welchen Grausamkeiten Menschen

in der Lage sind und

welche Demütigungen und Qualen

sie ertragen, um weiterzuleben.

Er liegt zwischen

den ungezählten Steinen der Bahnschienen, die zur Rampe führen. An diesem

Ort wurden die Menschen aller Völker und Religionen gezählt und selektiert.

Oświęcim-Birkenau ist ein großer Friedhof.

Der Stein liegt also auf einem großen Grab, nach alter jüdischer Tradition.

Dafür, dass niemand die Toten schändet oder verleugnet.

Dieses Auge sieht seinen Betrachter an.

Gabriele Schmidt-Steinbacher, Frankfurt/Main

2003


Polen

Sopot

Hi Volker,

wieder ist einer deiner Steine mit mir auf Reise gegangen. Diesmal hat er mich nach Gdansk (Danzig) Polen

begleitet.

Am 15.09.04 habe ich den Stein in der wunderschönen Stadt „Sopot“ abgelegt. Sopot liegt 12 KM nördlich von

Gdansk und auf den halben Weg nach Gydnia. Sopot wurde im Jahre 1300 als Fischerdorf gegründet und ist seit

1700 als Seebad bekannt.

Das Auge liegt auf dem Geländer der (1826 gegründet) 645 Meter langen Holzmole, welche der längste Seesteg

in der Ostsee ist.

Das Auge schaut in Richtung Gdansk.

Eric Schrade, Frankfurt 16.09.04

Eric Schrade, Frankfurt/Main

2004


Portugal

Funchal/Madeira

Ricarda Müller-Schuhmann, Darmstadt

2003


Portugal

Lissabon

den Stein habe ich in den Schoß der einen Jungfrau auf dem Rossio mitten im Centrum

Lissabons geworfen genauere Bezeichnung des Platzes und der Figuren suche ich noch

raus der Platz heißt offiziell etwas anders ist aber das Herz Lissabons.

Andrea Brocks, Frankfurt/Main

2003


Portugal

Pico Alto/Azoren

21.6.2006

Der Augenstein fand nun seine neue Sicht in und auf unsere Welt bei meiner Reise auf die Azoreninsel

Pico , auf dem Gipfel des gleichnamigen höchsten Berges Portugals , 2351m hoch über dem Atlantischen

Ozean - der gleichzeitig ein Vulkan ist , dessen letzter grosser Ausbruch auf das Jahr 1718 beziffert wird

aber noch aktiv ist , wenn auch ein schlafender Feuerberg . Der Augenstein schaut gut 100 m oberhalb des

grossen Krater vom Pico Pequeno gen Westen über den Kraterrand - bei guter Sicht auf die Nachbarinseln

Faial , Sao Jorge und die Weite Atlantiks und dessen Bewohner wie u.a. Wale und Delphine die vor den

Inseln sehr häufig anzutreffen sind !

Bernd Ziegler, Berlin

2006


Portugal

Tamera

Lieber Volker Steinbacher,

von Beate Pieper, die ein Seminar von mir besuchte, erhielt ich einen Stein vom 'Weg der Steine'.

Ich war sofort berührt von der Idee, denn sie ist sehr ähnlich mit dem von mir eingerichteten 'Ring der Kraft', wo ich die Idee kreiert habe,

dass Menschen rings um den Globus bei Sonnenaufgang für den Frieden meditieren. Mir liegt etwas daran, politisches Handeln mit der

Kraft der Meditation zu vereinen. Es liegt jetzt bereits seit zwei Wochen ein Stein an meinem Meditationsplatz, an dem ich täglich bei

Sonenaufgang für den Frieden meditiere. Ich finde die Idee wunderbar und möchte sie gern stärken und auch weiterführen durch den 'Ring

der Kraft'.

Ich selbst bin zusammen mit einem Geomanten und Landschaftsheiler seit etwa einem Jahr dabei, einen Steinkreis bei uns auf dem

Gelände zu errichten und wir arbeiten an der Herstellung verschiedener Kosmogramme.

So habe ich auch ein Kosmogramm für den 'Ring der Kraft' entwickelt. (siehe Foto im Attachement)

Die Kosmogramme zu verschiedenen Themen werden in Tamera in die Steine gemeiselt und dann an verschiedenen Orten, je nach

Bestimmung gesetzt. Damit verbunden ist der Gedanke der geomantischen Heilung, wie sie von Marko Pogacnik entwickelt wurde, mit

dem ich zusammen arbeite.

Nun würde ich am liebsten im 'Ring der Kraft' (Adresse siehe unten) auf deine Aktion hinweisen, auch ein Foto von deinem Stein darin

veröffentlichen und aufzeigen, dass

sich der 'Ring der Kraft' mit deinem

Projekt vernetzen wird. Ich hatte ganz

unabhängig von deinem Projekt die

Idee, dass jeder Teilnehmer ein

Kosmogramm an seinem Meditationsort

hinterlegt und möchte die

TeilnehmerInnen auffordern, die Steine

vom 'Ring der Kraft' an ihre

Meditationsorte zu tragen und sich

dann in einer Meditation mit dem 'Weg

der Steine' zu verbinden. Vielleicht gibt

es ja auch eine Möglichkeit einen

Augenstein bei dir zu bestellen! Ich

würde dann darauf hinweisen.

Ich wollte dies nicht tun, ohne mich mit

dir vorher verständigt zu haben.

Würde mich freuen von dir zu hören.

Vielleicht schaust du dazu einmal auf

unsere homepage (www.sabinelichtenfels.de),

die gerade erneuert

wird und dann auch mit einem

entsprechenden Aufruf versehen

würde.

Und nun noch ein paar Worte von dem Stein und was er sieht: :

Ich liege im Schatten eines großen Eukalyptusbaumes im Süden Portugals im Alentejo in Tamera, dem entstehenden Heilungsbiotop I.

Fast jeden Morgen bei Sonnenaufgang höre ich die Klänge der Querflöte von Sabine Lichtenfels, die hier im Schatten des Baumes ihre

Friedensmeditation macht. Außerdem trifft sich hier jeden Morgen eine Gruppe von jungen Friedensschülern, die sich in Tamera

ausbilden, um in Krisengebieten Friedensarbeit zu erlernen. Sie üben sich in Gemeinschaft und in der Kooperation mit allen Wesen.

So höre ich morgens die Klänge ihrer Kraftsätze. Zum Beispiel: "Aus der Ruhe kommt die Kraft." Oder "Ich bin ein Organ Gottes."

Manchmal wird gesungen, getrommelt oder auch in aller Stille meditiert. Ich höre, je nach Jahreszeit, den Pirol, die Nachtigall, den

Kuckuck, Spatzen, Meisen, Schwalben und vieles mehr.

Tagsüber ist es hier oft sehr ruhig, ich sehe manchmal Handwerker, die an einer Mauer arbeiten, oder ich höre die Klänge der Hämmer,

die an den Steinen arbeiten, um dort die Kosmogramme zu hinterlassen.

Ich bin umgeben von anderen Genossen und Genossinnen und werde besucht von allen möglichen Wesenheiten. Mein sehendes Auge

wird lange auch für andere zu sehen sein, denn die große Hitze läßt die Pflanzen hier lange auf Regen warten. Ab und zu treffen sich

Menschen, um im Schatten des Baumes zu malen und die Farben des südlichen Alentejo einzufangen. Manchmal höre ich Stimmen von

spielenden Kindern und manchmal treffen sich Personen hier, um Trost zu finden und sich mit der Kraft der Natur zu verbinden. Ein

göttlicher Platz im kosmischen Atelier, es scheint sich hier ganz gut zu liegen.

Ich grüße dich herzlich und wünsche dir alles Gute bei deiner Arbeit.

Sabine Lichtenfels

ring-der-kraft@sabine-lichtenfels.de

ring-of-power@sabine-lichtenfels.de

Sabine Lichtenfels, Tamera

2004


Puerto Rico ( zu: Vereinigte Staaten von Amerika)

San Juan

The stone rests on the almost 500 years old walls of

El Morro on the north coast of the island Puerto Rico,

in Old San Juan. El Morro is the largest Spanish fort

in the New World and was begun in 1540 and finished

250 years later. Sir Francis Drake tried and failed to

take the fort from Spain. Many Dutch and English

forces tried again and again to capture El Morro (and

Puerto Rico) but always were defeated by the

Spanish. Finally, in 1898, in the Spanish-American

war, El Morro fell to the American Navy and Puerto

Rico become an American protectorate. Puerto Rico

has the only rain forest in North America and is an

island of exotic and natural beauty, and offers

travellers an unending variety of fascinating

destinations around the island.

Kathleen Schaefer, Bad Soden

2005


Ruanda

Butare

Der Stein liegt im Süden Ruandas,

in Butare. Ich habe ihm gestern

etwas erhöht einen Platz am Rande

der Terrasse gegeben. Er blickt

in den tropischen Garten, über

ein langestrecktes Tal zwischen

den tausend Hügeln des Landes.

Auf dem Hügel gegenüber wachsen

Bananen und Mais.

Heute morgen hat sich der Stein

fürchterlich beschwert:

Die bunten, gutgelaunten Vögelchen

im Avokadobaum (im Bild

hinten rechts) hätten ihn schon

im Morgengrauen geweckt, also

kurz vor sechs Uhr. Das ginge

nicht, er brauche seinen Schlaf.

Immerhin sei er ein sehr alter

und sehr weiser Stein.

Steinalt, okay.

Aber weise

Es heißt doch der Stein DES

Weisen...

Text und Foto:

Hans Stehling, Frankfurt

Hans Stehling, Frankfurt/Main

2004


Ruanda

Byumba

Byumba liegt im Norden Ruandas, in der Nähe der ugandischen Grenze. Der Völkermord 1994 hat hier weniger

Opfer gefordert als in den anderen Landesteilen mit mindestens 800.000 Toten, weil die Leute angeblich

gemässigter sind, wie mir gesagt wurde.

Unterdessen gibt es hier ein Flüchtingslager kongoischer Tutsi, die vom Internationalen Roten Kreuz mit riesigen

Lastern versorgt werden. Allgemein ist viel zu wenig in der europäischen Öffentlichkeit darüber bekannt, wie arme

und ärmste Länder, wie Ruanda oder auch Burundi, nicht nur von ihren eigenen Krisen geschüttelt werden,

sondern auch von umfangreichen Flüchtlingsströmen erfasst werden.

Der grösste Teil der ins Ausland geflüchteten Ruander ist mittlerweile repatriiert. Die Regierung legt zu Recht

Wert darauf, nicht weiter wie seit der belgischen Kolonialzeit zwischen Hutu und Tutsi zu unterscheiden, sondern

vom Volk der Ruander zu sprechen.

Ein kleiner Teil dieser „neuen“ Ruander ist auf dem Bild zu sehen. Seit dem Ende des Völkermords ist das Land

dreisprachig: kinyarwandisch, französisch und die aus dem meist englischsprachigen Ausland

Zurückgekommenen mit englisch. Das stellt den Staat und die Ausbildung vor neue Herausforderungen – auch in

dieser Schule wird dreisprachig kommuniziert.

Der Stein liegt auf dem Vorplatz der Fachschule für Krankenpflege in Byumba. Die jugendlichen Schüler und

Schülerinnen haben seit 1997 einen Anti-AIDS-Club gebildet, um sich und ihresgleichen über HIV/AIDS und die

damit verbundenen Risiken möglichst kompetent aufzuklären. Aus dem finanzkräftigeren Ausland kommt dafür

Unterstützung. Diese Schüler hier nahmen an einer Fortbildung zur sexuellen Gesundheit von Jugendlichen teil,

die mit Unterstützung einer deutschen Organisation (InWEnt) gemeinsam mit dem Kigali Health Institute

durchgeführt wurde. Einer von ihnen war auch schon 2004 in Potsdam, um sich mit Jugendlichen aus Kamerun

und Niger über dieses Thema auszutauschen.

Gerne hätten sie eine Milchkuh, um mit dem Erlös aus dem Milchverkauf ihre Club-aktivitäten finanzieren zu

können. Dafür suchen sie gerade nach Möglichkeiten.

Vielleicht kann der Stein später mehr erzählen, was aus ihnen (oder der Milchkuh) geworden ist. Vielleicht

wandert er ja auch in die Schultasche eines Schülers und wird woandershin befördert....

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2004

Kigali, den 10. Oktober 2005


Rumänien

Bukarest

Das Auge liegt in der Bacani-Straße, Ecke Lipscani, Sectorul 3

Kamerapostion hinter dem Auge

Blick zurück auf das Auge

Das Auge reist nach Bukatrist (Bucureşti).

Zugegeben. Die Reise war nur kurz. Und gesehen hat es nicht viel bei dem dreitägigen Filmdreh. Was

bleibt, ist der Eindruck staubiger Tristesse, Grundfarbe: Rost. Kaputtes Glas, kaputte Straßen, Kratzer

und Beulen in Häusern und Menschen. Eine Stadt voller Trümmer des Größenwahns, nach 13 Jahren

noch bedrückend gegenwärtig. Den Palast, das zweitgrößte Gebäude der Welt hat es gesehen. Die

riesigen Schneisen, die in die Altstadt gehauen wurden. Die zwischen Plattenbauten eingesargten

Kirchen. Dem Willen eines Menschen folgend, der Menschen mit sechsstündigen Reden gefoltert hat

(ich habe einige Manuskripte gesehen, minutiös wurde aufgezeichnet, an welchen Stellen wer wie

lange applaudiert und was skandiert wurde, von „lang anhaltendem, zustimmendem Beifall“ bis zu

„rhythmischem Applaus, stehenden Ovationen und frenetischen Rufen: Ceausescu – Frieden!“).

Das Auge hat beschämt weggeschaut. Es liegt auf einem brüchigen Trottoir, nahe dort, wo einmal

der Stadtkern gewesen sein muß, und schaut auf ein Haus, das seit den Kriegsjahren verfällt und aus

dessen Mauer Bäume wachsen. Es denkt nach und zählt leise die Titel auf, die dem „Conducator“

verliehen wurden:

Gigant der Neuzeit. Ein Licht, das selbst der Sonne trotzt. Genie der Epoche. Erlöser der Erde.

Schatzkammer der Weisheit. Erster Denker dieser Erde. Aufgeklärter Stratege des Glücks.

Garant der Blüte Rumäniens. Titan der Titanen.

Ljubomir Stoimenoff, Steinbach/Taunus

2003


Rumänien

Sfîntu Gheorghe

19.11.20003

Geschafft haben wir es, in der Tat! Er ist angekommen und wunderschön.

Bis bald

Kazmer

16.12.2003

Ihr kleiner Augenstein ist zur Zeit auf meinem Balkon...

Kazmer

18.12.2003

Lieber Volker,

ganz kurz werde ich versuchen ihre

Fragen zu beantworten...

1. Sfintu Gheorghe (Sepsiszentgyörgy

auf ungarisch, Sankt Georgen auf

deutsch) hat etwa 70 Tausend

Einwohner und ist Hauptort des

szeklerischen Kreises Drei Stühle in

Siebenbürgen. Am Süden, nur 30

Kilometer weit, liegt Kronstadt (Brasov

oder Brasso) - die östlichste Burg von

den (deutschen) Sieben, obwohl nicht

die wichtigste. Hier aber leben meistens

szekler Ungaren und eine Minderheit

(etwa 20 %) Rumänen. Siebenbürger

Deutschen - einmal eine fast ein Million starke Bevölkerung - sind in Massen nach Deutschland ausgewandert,

so heutzutage ist ihre 800 Jahre alte Zivilisation, die eine ganz besondere Kultur in Siebenbürgen begründet

hat, fast verschwunden...

Es bleiben die wunderschöne Dörfer und Städte.

Die Gebirge man am Bild 1 (Süd) sieht

sind die Karpaten (ganz um Rechts die

Bucegi - dessen deutschen Name kenne

ich nicht - , der Großstein und der

Schuller). Kronstadt ist auch da,

obwohl nicht sichtbar zwischen den.

Weiter sind die Ciucas Gebirge, und

vorne (dunkler Blau, ganz klein) ist ein

Hügel mit die wichtigste szeklerische,

protestantische Burgkirche, Ilieni

(Illyefalva oder Ilgendorf), wessen

Holzdecke ich in 1991 gemalt habe.

Mein Vater liegt im Kirchhof.

Am Bild 2 (Ost) sieht man drei

Kirchen: eine protestantische (das

Neugebäude mit Ziegeln am Turm),

eine katholische (der kleine Turm - Neobarock) vor der orthodoxen Kirche (die Große, mit Kuppel) und kaum

sichtbar wegen deren.

Ich glaube nicht dass es irgendetwas besonderes in Sfintu Gheorghe gibt. Wenn sie wollen, kann ich den dritten

Augenstein in der Mauer der Herberge einbauen lassen, wenn die Zeit dafür kommt. Inzwischen kann er auf

meinem Balkon bleiben.

Mit allen besten Wünschen

Kazmer

Kazmer Kovacs, Sfîntu Gheorghe

2003


Rußland

Awatschinskaja Sopka

Seit meiner ersten Begegnung faszinieren mich dieses Land und seine Menschen immer wieder aufs Neue.

Mit 8 Stunden Zeitunterschied zu Moskau und fast 10 Stunden Flug von Moskau erreicht man die größte Halbinsel

Ostasiens, die von der Fläche einige Tausend km2 größer ist als Deutschland.

Abgelegt habe ich den Augenstein dann auf den Kraterrand des Vulkans Awatschinskaja Sopka (Авачинская сопка).

Dieser aktive Schicktvulkan hat eine Höhe von ca. 2.800 m und liegt nördlich der Stadt Petropawlowsk-Kamtschatski -

immer in Sichtweite zur Stadt. Von vielen Stellen aus kann man ihn sehen. Auf dem Gipfel der Awatscha kann man

den Krater mit einem Durchmesser von 350 m bewundern. Um dorthin zu gelangen, mussten wir 7,5 Stunden stramm

marschieren, Oben angekommen - fix und fertig -aber glücklich, haben wir das Panorama der umgebenden

Landschaft, die unterschiedlichsten Farben und den stinkenden Rauch des vor sich hin köchelnden Vulkans bewundert.

Weil es das Anstrengendste war, was ich je in meinem Leben gemacht habe, habe ich den Stein dort abgelegt. Nach

insgesamt mehr als 12 Stunden Marsch endlich zurück am Basiscamp fühlte ich mich erschöpft und glücklich

zugleich. Mit einer Flasche Kamtschatka-Bier auf dem Boden sitzend und den Vulkan betrachtend stellte ich fest, dass

dies für mich die wohl eindrucksvollste Erfahrung mit der Natur war.

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2011

Zafer Toker, 14. August 2011, Moskau


Rußland

Chabarowsk

Ein Aussichtsturm, der Schwalbennest genannt wird und auf eine Klippe gebaut

wurde. Auf dieser Klippe (Amur-Klippe) habe ich den Augenstein niedergelegt. Der

Fluß ist an dieser Stelle breit, mit vielen Inseln, sandig oder grün.

Es ist ein Sonntag (18. Mai), ein heller, warmer Frühlingstag.

Sonnenanbeter liegen schon am Ufer, Schiffe fahren vorüber.

Ober- und unterhalb der Klippe gehen Menschen spazieren. Die Klippe ragt hervor,

sodaß man nach 3 Seiten schauen kann..

Heinke Vogel, Frankfurt/Main

2003


Rußland

Moskau

Ein Mosaikstein in der Geschichte der Kunst

oder ein Meilenstein zwischen Krieg und

Frieden

Auf die monumentale Skulptur des Industriearbeiters

und der Kolchosebäuerin von

Vera Muchina, bin ich zum ersten Mal im

Rahmen einer Ausstellung (Art and Power)

im November 1995 in London aufmerksam

geworden. Sofort faszinierte mich die Symbolkraft

dieser Skulptur, obwohl nur auf Bildern

und Skizzen zu sehen, sowie die Diskussion,

die diese im Rahmen der Weltausstellung

1937 in Paris ausgelöst hat. Unweit

vom Eiffelturm auf dem Gelände der Weltausstellung

standen sich die beiden damaligen

Machtzentren Sowjetunion – mit

Muchinas Skulptur - und Hitlers Deutschland

– mit einem starren Adler – gegenüber. Im

spanischen Pavillon (mit sowjetischer Unterstützung

gebaut) wurde Picassos „Guernica“

gezeigt, das zeitgeschichtliche Symbol

gegen den Kriegsterror.

Die heilige, baskische Stadt Guernica wurde

im April 1937 unter deutschem Oberbefehl

völlig zerstört.

Ein Jahr später besuchte ich zum ersten Mal

Moskau. Neben all den attraktiven Sehenswürdigkeiten,

die die Stadt ansonsten zu

bieten hat, wollte ich die Skulptur von Wera

Muchina als allererstes nun endlich auch im

Original sehen. Sie steht heute direkt vor

dem Allrussischen Ausstellungszentrum,

integriert in den Moskauer Alltag. Ich war

von der Symbolik, der Kraft und Dynamik

sowie der Größe dieser Skulptur überwältigt.

Aber nicht nur die Skulptur überwältigte

mich, sondern das gesamte Gelände, das

1939 zur Landwirtschaftsausstellung gegründet und 20 Jahre später auf Veranlassung von Nikita

Chruschtschow in einen riesigen Park umgestaltet wurde, der die nationalen Errungenschaften in

Wirtschaft, Wissenschaft und Technik zeigte. Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion 1991

wurden die Pavillons privatisiert. Das Gelände ist heute immer noch beliebtes Ausflugsziel der

Moskowiter (jung und alt), aber auch der farbenprächtig gekleideten Menschen der ehemaligen

Sowjetrepubliken.

Jedes Mal, wenn ich in Moskau bin verbringe ich möglichst einen ganzen Tag mit dem Betrachten der

Skulptur Muchinas und dem Treiben der Menschen auf dem Gelände.

Der Stein wurde mit Hilfe meines Moskauer Fahrers Andrej direkt auf den Sockel unterhalb der Skulptur

geworfen. Der Sockel wird derzeit restauriert. Meine Hoffnung ist, dass das „Auge“ als Sockelstück

mit einbetoniert wird.

siehe Paris, siehe Gernika-Lumo, siehe Madrid

Zafer Toker, Frankfurt/Main und Andrej Evstratov, Moskau

2003


Rußland

Moskau

Für Wenedikt Jerofejews Die Reise nach Petuschki.

Und hier beginnt die Reise nach Petuschki...am Kursker Bahnhof.

Im „Park des Kampfes“, etwas außerhalb des Stadtzentrums steht das

Denkmal für die wahrscheinlich hochprozentigste Sauftour der Weltliteratur.

Einem Roman mit abgründigen Rezepten wie dem Kanaanbalsam

( 100 gr. Brennspiritus, 200 gr. dunkles Bier, 100 gr. gereinigte

Politur), der Komsomolzenträne ( 15 gr. Lavendel, 15 gr. Eisenkraut, 30 gr.

Rasierwasser „Fichtennadel“, 2 gr. Nagellack, 150 gr. Mundwasser „Elixir“,

150 gr. Limonade) und dem Cocktail Schweinegekröse ( 100 gr. Shiguli-

Bier, 30 gr. Haarshampoo „Nacht auf dem Kahlen Berge“, 70 gr. Anti-

Schuppenmittel, 30 gr. 13-F-Kleber, 20 gr. Bremsflüssigkeit)...

Auf der linken Seite hält sich ein stark angeschlagener Mann an einem

Bahnschild fest, auf dem MOCКВА (Moskwa) steht. Darunter die Inschrift:

“Man kann ja schließlich auf die Meinung eines Menschen nichts geben,

der noch nicht dazu gekommen ist, sich den Kopf klarzutrinken.“

Auf der rechten Seite steht ein Mädchen unter einem Schild ПЕТУШКИ

(Petuschki): “In Petuschki verblüht nie der Jasmin und verstummt nie der

Vogelgesang.“

Etwa in der Mitte zwischen beiden liegt der Augenstein. Man denke daran,

daß unser Säufer nie Petuschki erreicht hat und in der Mitte seiner Reise

den tödlichen Fehler begeht, in den falschen Zug einzusteigen.

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2004


Rußland

Nischnij Nowgorod

Dieser Stein liegt neben einem größeren Stein auf dem steht, daß im Jahre 1221

die Stadt Nischnij Nowgorod von Fürst Juri Dolgurukij begründet wurde. Von diesem

Platz aus kann man den wunderschönen Fluß Wolga sehen und die Mauern

des alten Kreml.

Ich habe diesen Platz gewählt, weil es das Herz unserer Stadt repräsentiert.

Mit freundlichen Grüßen

Tanya

Tatyana Flaum, Nischnij Nowgorod und Frankfurt/Main

2003


Rußland

Port Bajkal

n

Port Bajkal liegt am

Westufer des Baikalsees

ca. 70 km östlich

von Irkutsk am Auslauf

des Flusses Angara.

Ursprünglich war Port

Bajkal Hafen der Eisenbahnfähre

nach

Mysovaja am Ostufer,

bevor 1905 die Trasse

um die Süd-spitze des

Baikalsees - mit 8

Viadukten und 57

Tunnels - fertig gestellt

wurde. Mit Errichtung

des Angarastausees bei

Irkutsk wurde eine neue

Trasse von Irkutsk

direkt an die Südspitze

des Baikalsees gebaut.

Seit der Flutung des

Stausees 1958 ist die

ehemalige Strecke

Irkutsk – Port Bajkal im

Wasser versunken. Die

Trasse entlang des

Westufers wird heute

nur noch einmal pro Tag

von einem Vorortszug

und von den Sonderzügen

der Transsibirischen

Eisenbahn

befahren. Port Bajkal

hat keinen Straßenanschluß

und kann nur

über den Seeweg von

Listvajanka oder per

Bahn erreicht werden.

Der Augenstein liegt in

der alten Hafenbefestigung

mit Blick auf den

Baikalsee. Der Baikal ist

mit seiner Länge von

636 km, seiner maximalen Breite von 80 km und größten Tiefe von 1636 m

das größte Süßwasserreservoir der Erde. Er beherbergt zahlreiche Tier und

Pflanzenarten, die nur hier vorkommen, wie die Baikalrobbe, die einzige

Robbe, die im Süßwasser lebt.

Leider hatten wir zu wenig Zeit, einen schöneren Platz zu finden. Aber der

Blick ist wunderschön – wenn das Wetter passt….

Gabi und Herbert Gais, München

2005


Rußland

Russkijinsel

22.5.2003

Sehr geehrter Herr Steinbach,

gestern haben wir den Stein erhalten. Leider ist Herr Brockmann zur Zeit in Deutschland und in

einigen Tagen wird er nach Amerika fliegen. Er kommt nach Wladiwostok am 28. Juni zurueck.

Er wird selbst die Position auswaehlen ich werde ihn fotografieren und Ihnen die Karte, die Foto

und einige Protokollsaetze als E-mail schicken.

Der Stein liegt im Moment auf dem Buecherregal, er gefallt mir sehr.

Mit freundlichen Gruessen aus Wladiwostok

Marina Stupnitzkaja

12.8.2003

Sehr geehrter Herr Steinbacher,

Ihr Augen-Stein steht auf einer von Inseln der Stadt und genau auf der Russkijinsel (die groesste

Insel von 20 Inseln der Stadt) und sieht auf das Meer und auf die Stadt.

Herzliche Grüße aus Wladiwostok!

HK Manfred Brockmann

Marina Stupnitzkaja

Marina Stupnitzkaja und Manfred Brockmann, Wladiwostok

2003


Rußland

Sankt Petersburg

Argus Augen oder der Wunsch alles zu sehen

Während der dreitägigen Reise ist der Stein Beobachter von drei Orten geworden:

Zuerst der Schloßplatz, erbaut von dem genialen Architekten St. Petersburgs Rossi, umrahmt vom Winterpalast

(Eremitage) und dem halbrunden Generalstabsgebäude. In der Mitte steht die

Alexandersäule. Dieser Platz war Schauplatz historischer Ereignisse. Der Sturm auf

den Winterpalast im Oktober 1917 beendete das Zarenreich und begründete die Sowjetunion.

Das Auge schaut einmal zum Palast und den Zaren hin, dann vom Palast weg

in Richtung der Rotarmisten.

Im Norden der Stadt liegt der Friedhof Piskarowskoje mit

Massengräbern von 500 000 Menschen, die während der

900 Tage dauernden Blockade Leningrads von Hitlers

Armee im Zweiten Weltkrieg starben. Eines der

schrecklichsten Verbrechen der Neuzeit, das am Ende

fast einer Million Menschen das Leben gekostet hat. Ich

legte den Stein an verschiedene Stellen:

ans Ewige Feuer und an einige Grabsteine.

Ermahnend, nachdenklich stimmend, ertönt

leise aus Lautsprechern die 7. Sinfonie von Dimitrij Schostakowitsch, die

er während der Blockade komponiert hat.

Was wäre Russland ohne Puschkin Puschkin gilt als der große

russische Dichter, der die russische Literatur erst zu dem gemacht hat,

was sie heute ist. Seine letzten beiden Jahre verbrachte er in St. Petersburg und seine

letzte Wohnung an der Mojka ist heute Museum und Pilgerort. Im Hof des Gebäudes treffen

sich zu bestimmten Anlässen, z. B. zu seinem Geburtstag im Juni, viele Literaturinteressierte

und rezitieren seine Gedichte. Puschkin verkörpert für viele Russen sowohl Dramatik und romantische Liebe als auch die Modernität. Sein

tragischer Tod im Jahre 1837 befördert noch immer nachhaltig die Phantasie seiner Verehrer. Er starb 37jährig im Duell mit dem

französischen Adligen Georges d’Anthes, der Puschkins Frau umwarb und von ihr verstoßen, Vergeltung suchte.

Der Stein zerbrach bei dem Versuch, ihn auf den Balkon in Puschkins Hof zu werfen. So beschloss ich gemeinsam mit Dmitrij einen Teil

des Steines auf dem Balkon zu plazieren, der andere Teil liegt nun zwischen den Beinen der Puschkin-Skulptur im Hof.

Zafer Toker, Frankfurt/Main und Dimitrij Zobnin, Moskau

2003


Rußland

Saratow

This stone is placed in Saratov. The city is in Volga region of Russia.

The name Saratov may be conjectured to derive from the Turkish words Saryk Atov which means

‘hawks' island’. Another version of the name origin is "Sary Tau" meaning Yellow Mountain in Tatar

language the city is surrounded by a few sandy hills.

Saratov was built in 1590 midway between Samara and Tsaritsyn (Stalingrad). Saratov became an

important shipping port in the 1800s, and developed industrially after a railroad linking it to Moscow

was finished in 1870.

From Soviet times until 1991, Saratov was a "closed city", strictly off limits to all foreigners. Situated

on the Volga River, this was a major military aircraft manufacturing site, the home of the first man in

space, Yuri Gagarin, and a vital part of the Soviet space program.

The stone looks over the bridge. Saratov bridge across the Volga use to be the longest in Soviet Union.

It connects Saratov with Engels, until 1931 Pokrovsk. Its German name was Kosakenstadt. Until

1941 it became the capital of the Volga German Autonomous Soviet Socialist Republic, now a part of

Saratov Oblast, in 1924, and it was renamed Engels after Friedrich Engels in 1931. The Volga

Germans numbered 800,000 in the early 20th century.

The Volga Germans included industrialists, scientists, musicians and architects, including those who

built Saratov's universities and conservatories. At the outbreak of World War II, half of the Volga

Germans were exiled to Siberia and Kazakhstan, and few ever returned to the region. Beginning in the

1980s, many emigrated to Germany, but the Roman Catholic St. Klementy Cathedral on Nemetskaya

Street (seat of the Diocese of Tiraspol, founded in 1848) is a reminder of Saratov's German past,

though it was converted in the 1960s into a movie theatre.

Yuri Gagarin and his spacecraft landed via parachute 26 km (16 mi) south west of Engels. A farmer

and her daughter observed the strange scene of a figure in a bright orange suit with a large white

helmet landing near them by parachute. Gagarin later recalled, "When they saw me in my space suit

and the parachute dragging alongside as I walked, they started to back away in fear. I told them, don't

be afraid, I am a Soviet like you, who has descended from space and I must find a telephone to call

Moscow!".

Tanya Slavgorodskaya, Moskau

2007


Rußland

Solowezki-Kloster, Hauptinsel

Die Solowezki-Inseln beherbergen ca. 2000 Jahre Geschichte. Mehr als 40 prähistorische Steinlabyrinthe, die auf

allen Inseln verteilt sind und ähnlich denen, die sich auch in den skandinavischen, isländischen und schottischen

Ländern befinden, bezeugen diese alte Kultur, deren Bedeutung erst seit 1979 erforscht wird.

Die Klosteranlage auf der Hauptinsel, die im 13. Jahrhundert von Mönchen errichtet wurde, steht seit 1992 als

Weltkulturerbe unter dem Schutz der UNESCO. Der Mönch Sawwati und der Einsiedler German waren die

ersten Gründerväter. Nach dem Tode Sawwatis holte German Sosimo als Nachfolger und gemeinsam begannen

sie zu bauen, ein Kloster und Kirchen.

Die Klosterfestung war gleichzeitig auch die erste Gefängnisanlage Russlands, als orthodoxes Alcatraz von Zar

und Patriarch mit Häftlingen beschickt. Wer dahin kam, hat die Insel nicht mehr lebendig verlassen. Der Stein

liegt vor einer Kerkertür innerhalb der Klosteranlage. Was die erste historische Gefängnisanlage war, war später

auch das erste Arbeitslager in der Geschichte, das unter den Sowjets gegründet wurde. Dieses Arbeitslager und

diese Insel dienten dem Autor Alexander Solschenizyn als Vorbild und Grundlage für sein Werk Archipel

Gulag, erschienen 1974.

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2009


Rußland

Tschitscha (Čiča)

Čiča-Auge (Чича-Auge)

Das Dorf Čiča befindet sich etwa 500 km westlich von

Nowosibirsk in der südlichen Baraba-Waldsteppe und

gehört zum Rajon Zdvinsk. Wie dem „Augenblick“ unschwer

zu entnehmen ist, handelt es sich um eine Gegend

mit eher geringen Höhenunterschieden, die man

auch als „flach“ bezeichen könnte. Die am nächsten

gelegenen Gewässer sind der Malaja Čiča-See, der

große Čiča-See sowie der ziemlich träge dahinfließende,

mäandrierende Fluß Kargat.

Das Dorf Čiča ist sehr ärmlich und besteht aus einer

Reihe heruntergekommener traditioneller russischer

Blockhäuser und den Gebäuden einer Kolchose, die

allerdings zum Teil schon Ruinen sind. Überall im Dorf

stehen verrottete Landmaschinen herum. Die Männer

nehmen häufig geistige Getränke zu sich. Wahrscheinlich

ist der Ort wie viele sibirische Dörfer.

Am Hochufer des Kleinen Čiča-Sees etwa fünf Kilometer südöstlich des Dorfes führt die Russische Akademie der Wissenschaften

zusammen mit dem Deutschen Archäologischen Institut seit 1999 eine archäologische Ausgrabung durch. Erforscht

wird eine teilweise befestigte Siedlung der Übergangsperiode von der späten Bronze- zur frühen Eisenzeit (ca. um 1000 v.

Chr.). Das Verhältnis zwischen den Bewohnern des Dorfes und den Archäologen ist eher kühl. Letztere bewohnen ein Zeltlager

am Ufer des Flusses Kargat an einer Stelle, an der sie vor ungeladenen Gästen sicher zu sein meinen. Alle Gegenstände

werden in den Pausen mitgenommen, da man ihren Verlust fürchtet.

Die Niederlegung des Auges erfolgte in größter Eile am Abend des letzten Tag unseres Aufenthaltes (13. August). Die Annäherung

erfolgte zu Fuß und war sehr mühsam. Als Ablageplatz wurde eine Zaunsäule am östlichen Rand des Dorfes vor

einer Ziehbrunnenanlage ausgewählt. Beteiligt waren:

Robert Hofmann

Henny Piezonka

Henny Piezonka (Burg/Spreewald und Berlin) und Robert Hofmann (Hainichen und Berlin).

2003


Salomonen

Honiara

n

HAO = HALLO! Um es gleich zu sagen: Honiara, die Haupstadt der Salomonen, ist kein besonders

angenehmer Ort. Ethnische Spannungen zwischen den Ureinwohnern der Insel Guadalcanal und den

zugezogenen Bewohnern von der oestlichen Nachbarinsel Malaita eskalierten 1999/2000 zum Buergerkrieg

- mit hunderten von Toten. Seidem sind australische Bundespolizei und australisches Militaer im Lande,

um fuer oeffentliche Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Doch auch ihre Praesenz konnte es nicht verhindern,

dass nach der Wahl von Snyder Rini zum Premierminister im April 2006 in Honiara die Lage

ausser Kontrolle geriet. Der Hass der Strasse richtete sich gegen die vielen Chinesen in der Stadt. Grosse

Teile Chinatowns, das Pacific-Casino-Hotel und weitere Gebaeude wurden niedergebrannt und zerstoert.

Der Mob warf Taiwan vor, jahrlang korrupte Politiker wie Premier Rini finanziell unterstuetzt und somit

gekauft zu haben. Selbst alteingessene Chinesen mussten von Honiara nach Uebersee fluechten. Erst als

das Parlament dann nach wenigen Tagen Rini absetzte und Manasseh Sogavare zum neuen Regierungschef

kuerte, beruhigte sich die Situation in Honiara wieder. Honiara ist eine sehr stickige und schmutzige Stadt.

Ich bin der Stein Nummer 7 im Suedseepaket 2006 und liege seit dem 13. Dezember, zwischen grossen

Steinen am Rand des Hafens von Honiara und schaue zu, wie hier die zumeist ueberfuellten Faehren nach

Malaita losfahren und auch wieder zurueckkommen. Ich behalte so die Menschen von Malaita und

Guadalcanal im Auge. Als kleiner Stein falle ich dabei nicht auf.

Die Salomonen waren ein riesiges Schlachtfeld des Pazifikkriegs. Die See- und Luftkaempfe um

Guadalcanal kosteten 30 000 japanischen und 7000 amerikanischen Soldaten das Leben. Wenn ich aus

dem Hafen rausschaue, kann ich das Seegebiet vor der Nordkueste der Insel erspaehen, wo fast 70

Schiffswracks von damals auf Grund liegen. Also sehe ich meinen Job - so aehnlich wie die Steine auf

Tarawa/Kiribati und auf Majuro/Marshall-Islands - auch darin, gegen Krieg zu demonstrieren und fuer

Frieden zu werben. Dabei denke ich auch an die Menschen von Honiara.

BAEBAE = GOODBYE!

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006


Sambia

Ufer des Luangwa-Flusses

Der Stein liegt wunderschön in Sambia, an einem der schönsten Plätze Afrikas.

Der Stein schaut ganz entspannt auf das Flussufers

des Parks, wo immer ein paar Hippos und

Krokodile zu sehen sind, und, fast jeden Tag,

auch einige Elefanten. Diese kommen auch jeden

Nachmittag rüber ins Camp und laufen dann in

ca. 2 Meter Enfernung hinter dem Stein vorbei.

Sowohl Sonnenauf- als untergang sind wunderschön,

von violett über blutrot zu leuchtenorange.

Ein Pool rechts vom Stein und eine Bar links mit

zahllosen Fröschen sorgen für Erfrischung. Hätte

es kaum besser treffen können, der Stein. Irgendwann

werde ich zurückkommen und ihn besuchen,

den dies ist selbst nach 18 Jahren Afrika

einer der schönsten Plätze auf der Welt für mich.

Stefan Schmid, Frankfurt/Main

2009

Er liegt am Ufer des Luangwa-Flusses, gegenüber

des South Luangwa National-Parks, auf dem

Gelände des Track & Trail River Camps, unweit

der Brücke, die zum Haupteingang des einmalig

schönen und extrem wildreichen Parks führt.

Gerade für Traveller mit wenig Geld bietet er die

Gelegenheit, in einfachen Zeltcamps zu wohnen

und tagsüber und auf Nachtfahrten das komplette

Spektrum der afrikanischen Tierwelt hautnah zu

erleben: Löwen, Leoparden, Giraffen, Büffel,

Zebras, Elefanten, Hyänen und zahllose Antilopenarten

sind so zahlreich, das man aus dem

Staunen nicht mehr herauskommt.


Samoa

Apia

Der Stein wurde am 14 September um 16 Uhr am Denkmal/Grab der deutschen

Matrosen abgelegt, die in den Kaempfen 1888 und dem Wirbelsturm 1889 starben. Der

Wirbelsturm verhinderte wahrscheinlich einen Krieg zwischen Grossbritannien/USA

und Deutschland um die Herrschaft auf Samoa.

Der Stein sieht:

1. Kokospalmen, der Baum des Lebens des Pazifik,

der von Nahrung und Wasser ueber Flechtmaterial

zu Schnur und Hausbaumaterial alles bietet, was

man zum Leben braucht (wenn man weiss, wie, und

klettern kann), und den Frangipanibaum, der

wunderschoen duftende Blueten hat, und oft auf

Friedhoefen und an Graebern gepflanzt wird.

2. Der Blick nach vorne geht ueber die Strasse und

die "sea wall", eine Promenade, die hohe Wellen

bricht und unsere Stadt und Mulinuu

schuetzt, zum Meer.

3. Das Grab steht in einer Siedlung,

und die Kinder kommen oft zum Spielen,

ein Volleyballfeld ist auch ganz in der

Naehe. Als wir den Stein legten, war es

noch zu heiss, um draussen zu spielen, so

habe ich mit diesem aelteren Bild unserer

Tochter etwas geschummelt – solch ein

kleines neugieriges Gesicht wird der Stein

wahrscheinlich auch noch mehrfach sehen,

bevor er vom Regen abgewaschen wird.

4. Der Blick nach rechts geht auf die Hauptstadt

Apia, mit dem Hafen, in dem die bereitliegenden

Kriegschiffe der drei Kolonialmaechte

im Wirbelsturm 1889 aufeinanderprallten und

untergingen. Daraufhin war der Krieg beendet,

und die Samoaner retteten ohne Unterschied

jeden, den sie aus dem Wasser holen konnten.

Jetzt ist Apia eine geschaeftige kleine Hafenstadt mit etwa 50.000 Einwohnern,

mit einem Containerhafen, der uns gefrorene Truthahnbuerzel aus

Amerika und Hammelrippen aus Neuseeland ins Land bringt (Leute hier

essen gerne fett), und hin und wieder ein Kreuzschiff mit Touristen. Noch

liegen viele Segelschiffe im Hafen, letzte Woche war unser Teuila-Kulturfestival. Bald sind sie weg, weil dann

die Regenzeit mit moeglichen Stuermen kommt.

5. Der Blick nach links geht zur Halbinsel Mulinuu, der alten Versammlungstaette der Haeuptlinge von Samoa,

wo am 1 Maerz 1900 die deutsche Flagge gehisst wurde, und damit die deutsche Kolonialzeit begann. 1913

wurde ein Gedenkstein zu diesem Anlass feierlich eingeweiht, und

1914 wurde die deutsche Regierung hier beim Anbruch des Ersten

Weltkriegs von den Neuseelaendischen Truppen aus dem Land

gejagt. Samoa wurde 1962 als erstes Land im Pazifik wieder

unabhaengig. Die Feierlichkeiten fanden

in Mulinuu statt, wo das Parlament

steht.

Die Bilder hat Ms Emma Murray,

unsere ABV -Mitarbeiterin gemacht.

Und - ich konnte nicht widerstehen -

noch ein Bild von unserer Kleinen.

Ulrike Hertel, Apia

2005


San Marino

Dogana

Der Augenstein liegt direkt an der Grenze

zu Italien in der 'Via Tre Settembre' (der 3.

September ist der Nationalfeiertag - als offizielles

Gründungsdatum wird der 3. September

301 angegeben.)

Das Wappen ist rechts neben dem O von SAN MARINO.

San Marino ist die älteste Republik der Welt mit einer

Geschichte, die bis auf das Jahr 301 zurückgeht.

Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt San Marino am

Hang des Monte Titano. Obwohl das Land so klein ist,

konnten wir nicht bis dort fahren. Zum einen, weil es

sehr neblig war und von Sicht keine Rede sein konnte,

vor allem aber, weil das Auto so voll beladen war (mit

gebrauchten Computern für zwei Schulen in Albanien),

dass wir die Steigungen damit nicht schaffen konnten.

Der AugenStein "sieht" und begrüßt jeden,

der aus Italien als Gast nach San Marino

oder als Bewohner des Landes wieder nach

Hause kommt (über 2 Millionen Touristen

besuchen San Marino jedes Jahr) und er

verabschiedet jeden,der das Land verlässt.

Bevor wir in San Marino ankamen, "sah" der Stein die

ganze Strecke durch die Frontscheibe des Autos.

Heidi Herrmann, Alfhausen-Heeke

2008


São Tomé und Príncipe

São Tomé

Den Stein habe ich am Ufer von Sao Tome (der Hauptstadt von Sao Tome) abgelegt.

Vor der Küste Sao Tomes wurde Öl gefunden.

Susanne Bernhard, Libreville

2010


Saudi-Arabien

Mina

Der Stein des Anstoßes – eine lange Reise zur Heiligen Stadt

Die große Frage gleich zu Beginn lautet: Wie kann man einen Stein in die heilige Stätte, an den

heiligsten Orte der Muslime bringen, bzw. bringen lassen, die für Nicht-Muslime verboten sind

Da half nur eins: Eine gute Geschichte mußte erfunden werden, um das Interesse von Verwandten und

Fremden gleichermaßen für diesen guten Zweck zu gewinnen.

Mekka ist seit den Anfängen des Islams im 7. Jahrhundert Ziel des Hadsch, der größten jährlichen

Wallfahrt der Welt. Der Hadsch, eine der fünf Säulen des Islam, dauert 5 Tage in deren Verlauf die

Pilger vorgeschriebene Rituale in Mekka und an heiligen Stätten der Umgebung zelebrieren.

Nur sehr wenige Europäer haben ihr Leben riskiert, um den Hadsch durchzuführen. Der Schweizer

Jacob Burkhardt und der Brite Sir Richard Burton.

Die erfundene Geschichte entstand im islamischen Kontext, der vor dem bösen Blick schützen möchte.

Zu diesem Zweck werden als Gegenmittel Augen aus Glas oder Keramik in den Häusern oder auch

am Körper getragen, die den „bösen

Blick“ entmachten. Ich erfand nun

ein junges Ehepaar, dem der Kinderwunsch

bisher versagt geblieben war.

Laut einem Hodscha in Istanbul

sollte nun dieses Ehepaar mit Hilfe

eines „guten Auges“ von dem bösen

Blick befreit werden, der bisher dem

Kinderwunsch im Wege stand.

Weiterhin sollte dieser Stein nicht

irgendwo abgelegt werden, sondern

an einem bestimmten Ort der Pilgerroute

nach Mekka, nämlich Mina

(8 km von Mekka entfernt), wo man

das Böse und den Teufel steinigt.

Dieses Ritual entstand, weil Abraham dreimal Steine nach dem Teufel geworfen hat und wird symbolisch

an drei Steinsäulen von Gläubigen nachvollzogen.

Der Stein von Volker machte zunächst den Weg von Frankfurt nach Istanbul, den ich bei meiner Reise

mitnahm und dort meinem Neffen übergab. Er brachte den Stein nach Konya zu meiner Schwester, die

dort in einer Grundschule als Lehrerin tätig ist. Sie fragte in der Klasse, ob jemand aus der Familie

oder Verwandtschaft plane nach Mekka zu pilgern. Tatsächlich fand sich die Mutter einer Schülerin,

deren Onkel sich bereit erklärte für diesen guten Zweck den Stein mitzunehmen. Der Stein machte

also den langen Weg von Frankfurt über Istanbul und Konya nach Mekka und wurde schließlich in

Mina abgeworfen.

Es möge nun Volker nicht noch weiterer Kindersegen treffen, vielmehr soll dem Bösen und

Schlechten in der Welt das „gute Auge“ entgegenwirken.

Sabahat Kurt, Konya, Yiḡit Kurt, Istanbul

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2003


Schweden

Erikstad

Der Augenstein wurde in Erikstad einem kleinen

Dörfchen im Süden von Schweden abgelegt. Der genaue

Standort ist: 57,01 N / 13,95 O

Der Stein liegt bei seinen Kollegen nahe dem Wasser

und sieht auf den Vidöstern See.

Tina und Alex Kietz, Rainer Stroh, Hofheim/Taunus

2004


Schweden

Lund

In den 80ziger Jahren war ich begeistert von der Idee des

Sozialstaates in Schweden. Dies wurde noch klarer und

verständlicher während meines Studiums, als ich mich mit den

unterschiedlichen ökonomischen Theorien und Schulen

beschäftigte. So beschloß ich, angetan von einigen

schwedischen Ökonomen, meine Diplomarbeit über die sogenannte Schwedische Schule zu schreiben. So blieb

die Faszination über das Eigenständige, Innovative und Soziale dieser Ideen bestehen. Vieles, was diese

Ökonomen dachten, verfassten und niederschrieben konnte direkt umgesetzt werden, da einige von ihnen

zugleich auch Politiker waren. Somit waren die Schweden Ende des 19. Jahrhunderts ihren Zeitgenossen in

anderen Ländern voraus.

Lund war neben Stockholm eine der Wirkungsstätten dieser großartigen Denker, vor allem denke ich da an Knut

Wicksell (1851-1926), Erik Lindahl, Gunnar Myrdal sowie Bertil Ohlin.

1060 wurde Lund Bischofssitz und der Dom, das wichtigste romanische Gebäude Skandinaviens (erbaut

zwischen 1080 und 1145) befindet sich direkt gegenüber der philosophischen Fakultät. Geist und Kunst,

Glauben und praktisches Wissen eng verschränkt, räumlich ganz nah.

Die ursprüngliche Idee, den Stein an der Universität abzulegen, verwarf ich spontan, als ich in der Domkrypta

die ideale Stelle fand: Unter einem der ältesten Sarkophagsteine, in dem sich Wasser befindet, haben bereits

viele Besucher Münzen zum Gedenken versenkt. Der Stein blickt

mit dem Auge nach oben und wird gewiß noch viele Jahrhunderte

dort liegen, zum Andenken an die schwedischen Ökonomen,

vielleicht bis in alle Ewigkeit.

August 2005

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2004


Schweden

Mora

Am 28.08.2004 sind wir im dichten Wald von Mittelschweden auf den Spuren der dort wieder

in größeren Zahlen lebenden Braunbären unterwegs. Die Spuren das sind Höhlen in

ehemaligen Ameisenhügeln, Kratzspuren an Bäumen, aufgekratzte Ameisenhaufen,

abgelegter Kot und anderes. Seitlich über dem kleinen und niedrigen Eingang einer der

Bärenhöhlen legen wir unseren Augenstein ab. Auch wenn die Höhle von dem Bären oder der

Bärin nur für einen Winter geschaffen und benutzt wurde mag der Stein gelegentlich doch

wieder einen Bären sehen. Zum Beispiel wenn dieser am benachbarten Ameisenhaufen sich

ein leckeres Ameisenmahl holt.

Andrea F. und Gunther Sch. haben uns hier durch den Wald geführt. Sie forschen seit einigen

Jahren über die Braunbären in dieser Region von Härjedalen, nördlich von Orsa. Im Rahmen

des Skandinavischen Braunbär-Forschungsprojektes haben „Björn & Vildmark i Orsa“

zusammen mit anderen Wildbiologen schon eine ganze Menge über die Braunbären und ihre

Lebensweise herausbekommen. Eine ganze Anzahl der Bären ist mit einem Halsband mit

Sender versehen und mit einem Peilgerät können wir feststellen, ob sich ein Bär in der Region

aufhält, wo der Bär sich befindet und welcher der Sender tragenden es ist. Allerdings reicht

unsere Zeit nicht, dem gepeilten Tier näher zu kommen, zumal wieder ein heftiger Regenguss

droht. Doch wir werden wieder kommen.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff, Frankfurt/Main

2004


Schweiz

Laax-Salums

2 Augen-Steine besitzen wir, von dem letzten Pleinair stammt dieser hier auf dem

Foto, der vor unserer korallen-roten Wand i. d. Schweizer Wohnung steht und

folgenden Blick nach „ draußen “ hat: Er schaut auf die Signina-Gruppe.

Veronika und Thomas Reinheimer, Darmstadt

2003


Schweiz

Mont Fort

Sabine Seuss, Frankfurt/Main

2003


Schweiz

Zürich

Dada-Zürich

In Zürich angekommen, machten wir uns gleich auf den Weg in die Bahnhofsstraße 19, wo

sich 1917 die Ausstellungsräume der Dada-Bewegung befanden.

Dort wollten wir den Augenstein niederlegen.

Diesen Ort hatten wir gewählt, weil sich hier früher Künstler trafen, die im freien Spiel ihrer

Kreativität eine der schönsten Seiten des Menschseins entfalteten. Das war mir besonders

wichtig, da ich in Auschwitz, einem der fürchterlichsten Orte überhaupt, einen Stein abgelegt

hatte.

Die Suche gestaltete sich schwierig. Nr. 19 konnten wir nicht finden. Dafür exklusive Geschäfte,

von Konfiserie Sprüngli bis Armani.

Da wir wußten, daß sich in der Spiegelgasse 1 Hugo Balls Cabaret und Künstlerkneipe

Voltaire befand, gingen wir dorthin. Am Tag darauf legten wir gemeinsam mit Zürcher

Freunden den Augenstein auf den Sims der steinernen

Gedenktafel an der Fassade des Hauses.

In dieser engen Gasse, einige Häuser höher gelegen in der

Nr. 14, lebte auch von 1916-17 Wladimir Iljitsch Lenin.

Im Haus daneben starb am 19. Februar 1837 Georg

Büchner.

Das Auge blickt somit gleichsam in die Vergangenheit und

ehrt nicht nur die Künstler der Dadabewegung, sondern

auch Lenin, der hier die Russische Revolution geistig

vorbereitete, sowie Georg Büchner.

Gabriele Schmidt-Steinbacher und Ortrud Toker, Frankfurt/Main

2004


Senegal

Dakar

Der Stein liegt etwas unterhalb des Phare de

l'Esperance in Dakar. Ich habe ihn dort am

30.10.2005 abgelegt, auf blanker Erde, aber

etwas versteckt unter Gebüsch.

Wenn er seine Augen nach hinten wendet, sieht

er von unten auf den Phare de l'Esperance, der

den Schiffen, die sich von Westen dem afrikanischen

Kontinent nähern, den Weg weist.

Schaut er aber nach vorne, blickt er auf den

allerwestlichsten Teil des afrikanischen Kontinents

und erinnert sich an die Geschichte: Einst kamen die Europäer auf dem Weg um das Cap Verde,

das heute noch seinem Namen alle Ehre macht. Sie hatten aber nichts gutes im Sinn: für hunderttausende

von Sklaven war Cap Verde das letzte, was sie von ihrer Heimat sahen, bevor sie in den

Zuckerrohrplantagen Mittelamerikas schuften mußten.

Heute wird dort gebaut. Ob es in Zukunft immer noch ein grünes Kap sein wird

Reinhard Hansen, Neuedettelsau

2005


Senegal

Dakar

Der Bahnhof weiß nur von Freuden und Tränen.

.

(William Faulkner)

Wir nahmen den Augenstein im April 2006 mit in den Senegal.

Das koloniale Zentrum der Franzosen hatte sich von Saint Louis, der Hauptstadt Französisch-

Westafrikas, in das 1857 vom ersten französischen Gouverneur, General Faidherbe,

gegründete Dakar verlagert. 1885 wurde die Eisenbahnlinie Dakar – Saint Louis eröffnet und

die durchgehende Strecke von Dakar nach Bamako (Mali) besteht seit 1925. Für die

Bauarbeiten hatten die Franzosen, ebenso wie für den Straßenbau, die einheimische

Bevölkerung zur Zwangsarbeit verpflichtet.

..............................................

Der Stein liegt am Bahnhof Dakar. Er schaut über die Gleise in die Ferne.

Der Bahnhof von Dakar, einst ein Ort der Betriebsamkeit, durchdrungen von Fernweh,

Heimweh, Ankunft, Abreise, Willkommen und Abschied, ist heute, wie inzwischen so viele

Bahnhöfe, eine Stätte vergangener Mobilität, ein Ort des Wartens.

Einmal täglich fährt ein Personenzug von Dakar nach Thiès und wöchentlich einmal einer

nach Bamako, sehr langsam und mitunter entgleist dieser, weil der Zustand der Gleise nicht

gut ist.

Die einzige Straße, die Dakar mit dem Landesinneren verbindet, ist ebenfalls ein Ort des

Wartens – endlos stehen die Autos, Abgase in die Luft blasend, im Stau. An den Schienen

wartet der Stein, und vielleicht wird er den Bahnhof jemals als einen Ort neuer, eigenen

Belangen dienender Geschäftigkeit sehen können.

Lenore und Werner Lobeck, Schwarzenberg/Erzgebirge

2005


Senegal

Goré

Der Stein liegt in Goré, einer kleinen Insel vor der Küste Dakars. Goré war bis Mitte des 19. Jahrhunderts

Hauptumschlagplatz für Sklaven, die nach Amerika verschifft wurden. In der ‚Maison des Esclaves’ wurden

die Sklaven auf engstem Raum zusammengepfercht und später durch eine Tür direkt auf die Schiffe

verladen. Im oberen Stockwerk wohnte derweil der Sklavenhändler mit seiner Familie ... Abgesehen von

diesem sehr beklemmenden Ort ist Goré eine malerische kleine Insel mit schönen Bunten Kolonialbauten.

Eigentlich wollte ich den Stein ja auf dem Aussichtspunkt an der höchsten Stelle der Insel ablegen – aber

dann kam ich an dieser Mauer in einer Kleinen Gasse vorbei und fand, dass er hier perfekt reinpasst. Und

vielleicht ein bisschen länger unentdeckt bleiben wird. Er schaut dort auf die blutrot gestrichene Mauer der

Rue Blanchot.

Claudia Stein, Frankfurt/Main

2005


Senegal

Mbour

Das Auge liegt am Strand von unserer Clubanlage unter einer Palme im Schatten und hat einen

wunderbaren Blick auf den Atlanik.

Der Strand befindet sich ca. 90 km südlich von Dakar/Senegal in der Nähe von Mbour.

Annette und Ralph Passarge

13.03.2004, Senegal

Annette und Ralph Passarge, Frankfurt/Main

2004


Serbien

Subotica

Im Zentrum von Subotica, das im Norden

von Serbien liegt, gibt es eine kleine

Parkanlage mit 2 prächtigen Springbrunnen.

Eine aus blauer und das andere aus grüner

„Zsolnai“ Keramik .

Unser „Auge“, den ich auf eine alte

traditionelle Straßenleuchte gelegt habe,

erfreut sich bei Tag und Nacht des Blickes

auf den blauen Brunnen.

Wenn Es aber in die andere Richtung schaut,

sieht Es das Rathaus im Stil der ungarischen

Sezession gebaut (1908 – 1910) mit seinem

dekorativen Turm und wunderschön

Dachverzierungen. In diesem Gebäude

befeindet sich die Stadtregierung, das

Museum, das historische Archiv, wo man

u.a. vieles über die Stadtgeschichte erfährt

wie z.b., dass auf diesem Gebiet Skyten,

Daker, Goten, Hunnen, Avaran unterwegs

waren.

Bei ihrer Niederlassung, haben hier die

Magyaran slawische Völkergruppen

angetroffen.

Im Jahre 1779 wurde Subotica zur freien

königlichen Stadt erklärt worden und Maria

Theresiopolis genannt.

Subotica, mit etwa 100 000 Einwohnern,

pflegt heute zu vielen Ländern Europas

kulturelle Beziehungen und wäre an einer

strategischen Partnerschaft, mit einer

deutschen Kommune zur Zusammenarbeit

und Unterstützung bei verschiedenen (EU- )

Projekten interessiert. Sie ist durch

Flughäfen in Belgrad und Budapest, durch

direkte Zugverbindungen und über die E-75

internationale Strecke gut zu erreichen.

Eine sehr hübsche Stundentenstadt voller

Flair und mit einer kurzen Entfernung von

nur ca. 8 Km zum einer der schönsten

Parkanlagen Serbiens dem Kurort Palic. Mit einem Umfang von 19 ha. bietet dieser seinen Besuchern ein

Paradies voller schöner alter Villen, einen großen See mit einer wunderschönen Promenade und eine in

diese Umgebung integrierte Zooanlage.

Natalija Jankovic, Frankfurt/Main

2006


Serbien und Montenegro (bis 2006)

Novi Sad

Übersetzung:

Der Stein ist unter der „Freiheitsbrücke“, die über die Donau führt, (die während der NATO-

Bombadierung zerstört wurde, doch jetzt erneuert wird), in Novi Sad abgelegt worden.

Viele Grüße aus unserer schönen Stadt.

Elvira, Stevan und Katarina

Elvira und Stevan Zec, Novi Sad

2003


Seychellen

Beau Vallon/Mahe

Anfang Dezember 2006 begab ich mich auf

eine Reise zu den Seychellen um diese

schönen Granitfelseninseln im Indischen

Ozean tauchender - und wandernderweise zu

erkundenn . Das uralte Gestein ( um 600

Millionen Jahre ) stammt noch aus dem alten

onwanaland . Vor ca. 160 Millionen Jahren

zerbrach Gondwana und driftete in den

heutigen Indischen Ozean wo die Inseln der

Seychellen "liegenblieben " .

Übrigens , der Name der ehemaligen französichen Kolonie (ab 1814 - 1903 britische Kolonieseit

1976 eigenständiger Staat) beruht auf den 1756 amtierenden Finanzminister von

Frankreich, Jean Moeau de Séchelles .

Ich quartierte mich auf der Insel Mahe im Norden am Strand von Beau Vallon ein und sah

gegenüber meiner Unterkunft am Strand einen Fischverkäufer der jeden Tag seinen frischen

Fisch anbot .Der Fischstand befindet sich unter einem Takamaka-Baum in deren Astgabel ich

den Augenstein legte , so dass er den Verkauf der Fische beobachten kann.

10.12.06 Mahe

Bernd Ziegler, Berlin

2006


Sierra Leone

Freetown

Sein Zwillingsbruder wurde schon bei der ersten Überfahrt seekrank. Er beschloss, an Land

zu bleiben, und die Stadt Freetown etwas zu beobachten. Seine Gedanken gehen zurück in die

Zeit, als hier freigelassene Sklaven aus Amerika an Land kamen. In Amerika meinte man

glatt, dass „die Afrikaner“ jetzt hier in einem freien „zu Hause“ wären. Die Menschen, die

dort schon lange lebten, sahen das ganz anders, und so war die Beziehung zwischen den

Beiden Gruppen alles andere als freundlich.

Nun schaut der Stein aber auf die Stadt, sieht das Gewühle von Menschen und Autos, die sich

in den engen Straßen ständig in die Quere kommen. Er ist froh, etwas abseits zu sitzen.

Von etwas weiter oben schweift der Blick

über die Feuerwache und die Stadt, die sich an

die Berghänge schmiegt.

So manches Auto, das in einem früheren

Leben in Deutschland fuhr, findet sich jetzt

auf den Straßen Freetowns wieder.

Sich sein Brot zu verdienen, bedeutet für die

Menschen in Sierra Leone Schwerarbeit. Die

Straßen sind steil, der Karren schwer. In der

feucht-heißen Luft fließt der Schweiß in

Strömen.

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2008


Sierra Leone

Mündung Sierra Leone River

In Sierra Leone hat es dem Stein so gut gefallen, dass er gleich seinen Zwillingsbruder

animierte, auch dort zu bleiben.

Und so überquert der Stein mehrfach täglich auf der Fähre M.V. Murzuk die gut 15 km breite

Mündung des Sierra Leone Rivers.

Wagemutig ist er schon, wenn er sich diesem Boot anvertraut. Aber was soll’s, die Bewohner

von Freetown wagen es auch – müssen es wagen, denn eine bessere Möglichkeit gibt es nicht.

Die beiden Boote im Gegenverkehr sind immer gut gefüllt und oft muss man mehrere

Stunden warten, bis man mitdarf.

Wie gut hat’s hier der Stein, dass er unauffällig auf einem Eisenträger mitfahren darf.

Über den Hafen hinweg genießt er den Ausblick auf die Stadt, die heute allerdings im trüben

Regenwetter liegt.

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2008


Simbabwe

40 km östlich von Harare

Der Augenstein blickt über einen kleinen See etwa 40 km östlich von Harare. Der Stein liegt auf einer

Luftwurzel über einem Fels. Hier in der Umgebung von Harare kann man betrachten, was Mugabe aus

dem Land gemacht hat. Das im Hintergrund zu sehende bewirtschaftete Feld ist eher nicht die Regel.

Fehlendes Saatgut, fehlende Kaufkraft und fehlendes Know-How haben in kurzer Zeit dazu geführt,

dass eines der wichtigsten Tabakexportländer heute nur noch „unter ferner liefen“ geführt wird, dass

regelmässig Getreide in Nothilfeprogrammen im Land verteilt wird, dass es so gut wie keine Touristen

mehr gibt (eine weitere frühere Haupteinnahmequelle), nur selten Benzin an den Tankstellen verfügbar

ist, und mittlerweile auch Brot zu den Mangelwaren in der Hauptstadt gehört. Die Opposition wird

zusammengeprügelt und verhaftet.

Meine jugendliche Begleiterin mit dem roten Hut ficht das an diesem Tag allerdings nicht an. Wir

geniessen den ruhigen Frühlingstag, der auch bald wieder die Bäume im Hintergrund belauben wird.

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2006

Harare/Frankfurt, im September 2006


Simbabwe

Matopos

Der Stein liegt in Zimbabwe - (dtsch.) Haus aus Stein.

Im südlichen Teil – (Zimbabwe hat 2 Volksstämme –

Das Grab von Cecil Rhodes

im Norden die

Shona – Harare

/ im Süden die

Ndebele in Bulawayo

–früher

sehr kämpferisch

mit König

sowie bei

Gründung Rhodesiens)

hatte

Cecil Rhodes

seinen Hauptsitz in der Nähe von Bulawayo.

Unsere Tour ging von Harare nach Bulawayo mit

dem Flieger, dann mit dem Geländewagen nach Matopos –

(dtsch.) Felsen – also dort, wo noch mehr Steine sind –

ganz natürliche Skulpturen

aus Steinen mit

Namen wie Mutter mit

Kind - die Elefanten –

das Rino usw. Im Süden

von Matopos – liegt

„great Zimbabwe“, eine

Steinstadt aus dem 14.

Jahrhundert Herrschaft

bis 18. Jahrhundert,

als die Kolonisation

begann. Eine Stadt, die

durch ihre hohen Mauern

die Blütezeit des gewaltigen Reiches dokumentierte, mit

Handelsbeziehungen über Mocambique nach Arabien – vorderer

Orient bis nach Vietnam und

China.

Also ruht Dein Stein auf

einem allseits bekannten großen Steinhaufen.

Emil Stoimenoff, Kelkheim

2003


Singapur

Singapur

Der Stein liegt auf dem Springbrunnenrand an der „Esplanade“ im Stadtzentrum Singapurs. Die im Jahre 2002 vollendete

„Esplanade – Theatres on the Bay“ ist das Zentrum der Darstellenden Künste des äquatorialen, südostasiatischen Stadtstaats.

Meinem hochgeschätzten Webster’s Encyclopedic Unabridged Dictionary of the English Language (updated revised deluxe

edition) zufolge bedeutet “esplanade” “any open, level space, especially one serving for public walks and drives”. Und in der

Tat ist der Esplanade Park seit seiner Einrichtung im 19. Jahrhundert synonym mit Freizeitaktivitäten und evoziert, nicht

zuletzt wegen seiner Lage am Singapore River, Nostalgie und Romantik.

Obwohl anfänglich durchaus umstritten, hat sich die Esplanade inzwischen zu einem neuen Wahrzeichen Singapurs entwickelt.

Die Architektur des S$ 600 Millionen (ca. EUR 290 Millionen) teuren Projekts ist nach Auskunft der Architekten

„zeitgenössisch und ohne Rückgriff auf ethnische Symbolik, asiatisch.“ Im Volksmund heißt die Esplanade freilich „Durian“,

da die stacheligen Dächer der Gebäude an die dornige Frucht erinnern. Die Durian ist für viele Südostasiaten die Königin der

Früchte (das cremefarbene, jeweils kastaniengroße Fruchtfleisch schmeckt mild und süß), doch scheiden sich an ihr die

Geister: ihr – an Limburger Käse erinnernder – Geruch ist so stark, daß sie in der U-Bahn und in vielen Hotels Singapurs

verboten ist und auch nur selten exportiert wird.

Jürgen Rudolph, Singapur

2004


Slowakei

Bratislava

Nähert man sich Bratislava von Süden, breitet sich

vor dem Besucher ein geradezu atemberaubendes

Stadtbild aus:

Die Donau hat sich hier tief in die Berge

geschnitten, das Tal ist überspannt mit einer

Hängebrücke, auf der ein Ufo gelandet zu sein

scheint. Daneben die Burg, im Hintergrund ein

riesiger Fernsehturm.

Oberhalb von Bratislava gibt es eine Gedenkstätte

für die vielen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges.

Dort habe ich meinen Stein abgelegt. Er schaut auf

die Gräberfelder und die Vergangenheit, er schaut

aber auch auf eine hämmernde und pulsierende

Stadt, die sich für die Zukunft neu baut.

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2005


Slowenien

Race

DAS STEINREICH

EINE 90 – JÄHRIGE ÖFFNET MORGENS DIE TÜR ZU IHREM HOLZSCHUPPEN.

SIE WOHNT IN SLOWENIEN.

ES IST DEZEMBER 2004.

EINE KALTE ZEIT.

SIE BRAUCHT WÄRME.

SIE NIMMT DIE AXT IN IHRE HAND UND HACKT HOLZ.

BALD WIRD ES WARM IN IHRER KÜCHE.

ANDERS W ARM! ALLE KÖNNEN ES SPÜREN.

SIE IST REICH.

DER STEIN IST ZEUGE!

ingrid golla und markus wegerich

stein liegt in race bei maribor

drevesniska ulica 13

Ingrid Golla und Markus Wegerich, Seligenstadt

2004


Somaliland (Somalia)

20 km nordöstlich von Hargeisa

In Somaliland, einer seit langem nach Eigenständigkeit strebenden Region innerhalb

Somalias machte sich der Stein auf dem Rücken dieser Pantherschildkröte

(Geochelone pardalis) auf den Weg durch den Busch.

Ob der Stein in diesem Moment noch mitreist wissen wir nicht. Er könnte bei einem

Paarungsakt oder auch beim Kampf mit einem Artgenossen um die Angebetete

verlorengegangen sein.

Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch groß daß Liebe und Leidenschaft maßgebend

waren bei der Platzauswahl!

12. Aug. 2008

Daniel Bronkal, Hargeisa

2008


Spanien

Bilbao

18.6.2003

Das Auge grüßt Euch aus Bilbao – könnt Ihr Euch vorstellen, wo es liegt Bewacht wird es

auf jeden Fall & sehen tut es jeden, der kommt:

Zur großen Kunstbetrachtung ins Guggenheim-Museum in Spanien; möge das Auge von

Mirabel ein Augenstern werden, der die moderne Kunst weitertransportiert....

Edith und Sabine Seuss, Frankfurt/Main und Dreieich

2003


Spanien

Gernika-Lumo (Guernica)

Am vergangenen Freitag haben wir in Gernika-Lumo einen Stein in der Nähe

des heutigen Versammlungsgebäudes der baskischen Bevölkerung (La Casa de

Juntas) und ihrem symbolträchtigen Baum, eine Eiche, abgelegt, in deren

Schatten sich in früheren Zeiten Menschen baskischer Herkunft versammelten,

verhandelten und Entscheidungen trafen.

Der Stein liegt unter einem Baum des Parks, der

das Versammlungsgebäude umgibt und sieht in

Richtung eines kleinen Pavillons, der sich

seitlich des Versammlungsgebäudes befindet und

den leblosen Stumpf einer etwa 400 Jahre alten

Eiche schützt. Das Auge des Steins blickt auch

auf die weiter hinten stehende „aktuelle“ Eiche,

die etwa 200 Jahre alt ist und mit der die

Basken ihre alte Tradition in der Gegenwart

fortsetzen. Auch von

diesem Baum gibt es bereits

einen etwa 30 Jahre

jungen Ableger (Enkel

sagt man), der an anderer

Stelle wohlbehütet

heranwächst, um eines

Tages die Nachfolge

übernehmen zu können.

Gernika-Lumo wurde am 26. April von deutschen

Bombenflugzeugen vernichtet. Es war Markttag und

die Straßen gedrängt voll von Einwohnern und den

Bauern und Menschen der Umgebung. Offensichtlich

hatte Hitler das Einverständnis Francos, der in der baskischen Bevölkerung

auf erheblichen Widerstand gestoßen war. Strategisch brachte ihm die Zerstörung

Gernikas keinen Vorteil. Vernichtet wurde aber das Zentrum der Basken,

die Gernika seit Beginn des Mittelalters als ihre Hauptstadt betrachteten

und Unabhängigkeit von Spanien forderten.

Madrid, den 7. September 2003

Martina Bernasko,Niki de la Usada

Picasso hat das Massaker von Guernica in einem Großgemälde festgehalten,

dass sich heute in Madrid befindet und zur Weltausstellung 1937 in Paris zu

sehen war .

Siehe Moskau, siehe Madrid, siehe Paris

Martina Bernasko und Niki de la Usada, Madrid

2003


Spanien

Ibiza/Balearen

Rita Balzer, Bad Soden

2003


Spanien

Cruz de Ferro (Jakobsweg)

Seit Mai 2005 steht der Augenstein auf einem

Haufen anderer Steine unterhalb des Cruz de

Ferro (eisernes Kreuz). Der Berg mit dem Cruz

de Ferro liegt auf dem spanischen Teil des Pilgerweges

nach Santiago de Compostela, er

markiert nach langem Wandern auf der trockenen,

eintönigen Hochebene der spanischen

Meseta den Einstieg in die grüne Mittelgebirgslandschaft

Galiciens.

Der Stein sieht die Pilger den Berg hinaufschnaufen,

beladen mit ihren kleinen und großen

Problemen. Diese Probleme, symbolisiert durch

Steine aller Größen, laden die Pilger traditionell

auf einem großen Haufen vor dem Cruz de Ferro

ab. Im Laufe der Jahre wuchs dieser Haufen auf

eine beträchtliche Größe.

Für viele Menschen bedeutet Pilgern das Betrachten ihres Alltags mit seinem Arbeits-, Beziehungs-,

Lebensproblemen aus einer räumlichen Distanz, einer Distanz die Entscheidungen vorbereitet, einleitet

oder beschleunigt. So dokumentieren kleine Photos von Verflossenen oder zerknüllte Zigarettenschachteln,

an den Stamm des Cruz de Ferro geheftet, den Abschied von geliebten Menschen oder

lieb gewonnenen Angewohnheiten.

Im wahrsten Sinne des Wortes „erleichtert“ überschreiten die Pilger den Berg und freuen sich auf das

Ziel ihrer Reise: Santiago – noch 230 km entfernt.

Joachim Krause und Sören Noll, Frankfurt/Main

2005


Spanien

La Palma/Kanarische Inseln

Lieber Volker, am 07.08.2003 flog ich mit meiner Freundin Elke auf die Kanarische

Insel La Palma. Im Handgepäck gut verpackt, hatte ich deinen Augenstein. Erst mal

habe ich ihn ins Regal zu meinen Büchern gestellt. Ich hatte mir in Frankfurt schon

überlegt, dass ich den Stein an den höchsten Punkt der Insel bringen wollte, und zwar

an das Astrophysische Observatorium auf dem Roque de los Muchachos. Dort ist

eine der größten Sternwarten der Welt, von mehreren europäischen Ländern gemeinschaftlich

errichtet.

Da ich wusste, dass einmal im Jahr im August Tag der Offenen Tür sein sollte, wünschte ich mir, dass ich doch

meinen Vorsatz umsetzen könnte.

Tja... Volker und tatsächlich, am 15.August an „Maria Himmelfahrt” war der Tag der Offenen Tür.

Wir fuhren mit dem Auto über zwei Stunden bei sehr großer Hitze in Schlangenlinien und ab und an mit einer

Steigung von 14% auf den höchsten Punkt der Insel, auf 2426 m hoch.

Es war ein wunderschöner Tag. Wir waren beeindruckt von der riesigen Anlage und suchten dann nach einem

geeigneten Platz, wo wir den Augenstein ablegen konnten. Wir sind herumgelaufen wie „Suchende” und wurden

dann an einem kleinen Seitenweg fündig. Ich sah einen passenden Fels mit einer kleinen Einbuchtung, wo der

Augenstein in alle Richtungen blicken konnte.

Als der Besuch beendet war wollte ich, um nochmals genau zu belegen, das Schild fotografieren, wie der Name

des Berges hieß und worauf die genaue Höhe des Berges stand. Plötzlich tauchten neben

mir zwei Männer mit Geländemotorrädern von der policia auf und stellten mich zur

Rede, gestikulierten herum und redeten sehr vehement auf mich ein. Ich zeigte per Hand,

dass ich ein Foto machen würde und sie winkten mich dann sehr ärgerlich und unfreundlich

weiter.

Aber was soll's ...das Foto war schon gemacht.

Was mich sehr

beeindruckt hat,

war, dass der

Standort des

Observatoriums

wegen der außerordentlich sauberen

Luft gewählt wurde und damit es so

bleibt, wurde zur Vermeidung von

"Luftverschmutzung" ein Gesetz eingeführt,

was einmalig ist auf der ganzen

Welt. Es gibt deshalb auf der ganzen

Insel nur gelbe Straßenlaternen. 1996

wurde ein Detektorennetz für kosmische

Strahlung in Betrieb genommen.

Wir fuhren dann auf der anderen Seite

der Insel wieder zurück nach Tazacorte und ich war sehr erleichtert, dass wir wieder heil von den Bergen

heruntergekommen sind. Die vielen Schlangenlinien waren doch beachtlich und alles in allem, trotz des

wunderschönen Tages, bedeutete es für mich eine ziemlich große Herausforderung den Augenstein in dieser

Höhe abzulegen.

Liebe Grüße Maria

Maria Kluge, Frankfurt/Main

2003


Spanien

Madrid

Ich habe den Stein zu Füssen

einer weiblichen Skulptur

gelegt, die sich am rechten

Ende einer halbkreisförmigen

Kolonade befindet und ein

symmetrisches Gegenüber hat.

Das etwas zu mächtige Gesamtbauwerk

ist Alfonso XII

gewidmet und stammt aus dem

19.Jahrhundert. Es ranken sich

diverse Geschichten um den

Anlass des Baubeginns. Das

Bauwerk steht an einer der

Längsseiten des "Sees", der

zentral im Retiropark angelegt

ist und bietet mit

seinen verschiedenen Plattformen

unterschiedliche

Aussichten auf den See und

den Park. Sonntags, auch oft

abends versammeln sich dort

viele Menschen, oft trommeln

Afrikaner, nicht selten ist

die Stimmung euphorisch, man

trifft sich dort, geniesst,

plaudert, hört Musik.

Das Auge kann dieses Treiben

betrachten, gleichzeitig blickt es über das

Wasser, auf Natur, den Himmel, der von zahlreichen

Mauerseglern bevölkert ist.

Ich liebe diesen

Platz, oft bin ich

sonntagsmorgens

früh dort, geniesse

im Sommer die Kühle

und den Geruch nach

Wasser, Erde, Bäumen.

Ich brauche

den Kontrast der morgendlichen Stille zur

lauten Metropolatmosphäre.

Lieber Volker, mir hat es Freude gemacht,

den Stein dort abzulegen. Ich habe eine

Weile, wie er, auf das Wasser und in den

Himmel geschaut und den frühen Morgen sehr

genossen.

Martina

Martina Bernasko, Madrid

2003


Spanien

Madrid

Am vergangenen Sonntag, den 24.8.2003 habe ich im Museum Reina Sofia vor

Picassos Bild Guernica (siehe Guernica) einen Stein auf dem Boden abgelegt.

Zu diesem Zeitpunkt befanden sich etwa vierzig Besucher und zwei

Aufsichtspersonen in dem zentralen Raum des hinteren Längsflügels im

zweiten Stock des Museums. Niemand hat bemerkt, dass ich den Stein dort

ablegte und so könnte es sein, dass er bis zum Abend dort geblieben ist.

Schon mal im Museum, habe ich den anderen Stein, den ich drei Wochen zuvor

im Innenhof des Museumsgebäudes auf ein Fenstersims gelegt hatte, besucht

und zu meiner Freude noch vorgefunden. Dieser Stein liegt an der Außenwand

des hinteren Längsflügels, etwa 10 Meter weiter nach unten, wo im Inneren

das Bild Guernica zu sehen ist.

Martina Bernasko, Madrid, den 29.8.2003

Dieses Bild hing früher im

Museum of Modern Art in

New York. Dort bin ich ihm

zum ersten Mal begegnet.

Später, nachdem Picassos

Verfügung, das Bild dürfe

nur in ein demokratisches

Spanien zurückkehren, eingelöst

war, sah ich es

wieder in Madrid. Polizisten,

die Maschinenpistolen

trugen, bewachten das

Bild. Ein martialischer

Anblick, aber eine berechtigte

Vorsichtsmaßnahme

der noch jungen spanischen

Demokratie. Dieses Bild

hatte viele Feinde.

Guernica ist eines der

wichtigsten Bilder, die

ich kenne, für mich ist es vielleicht das wichtigste. Es zeigt die

Bombadierung des kleinen baskischen Dorfes am 26. April 1937, also während

des spanischen Bürgerkrieges, durch die deutsche Luftwaffe. Hitler hatte

mit seiner Legion Condor die spanischen Faschisten unterstützt.

Picasso erhielt den Auftrag, ein Bild über die Zerstörung Guernicas zu

malen, es wurde auf der Pariser Weltausstellung 1937 gezeigt. Der spanische

Pavillon stammte von dem Architekten Lluis Sert und befand sich hinter dem

Gebäude der Sowjetunion und Hitlerdeutschlands.

Das besondere an diesem Bild: Picasso malte nicht die Täter, sondern

ausschließlich die Opfer. Er zeigte, daß der Luftkrieg keine Unterscheidung

zwischen zivilen und militärischen Zielen kennt, alles zum Ziel und jeden

zum Feind erklärt: Frauen, Kinder, aber auch Tiere.

Picasso konnte nicht wissen, was noch kommen sollte: Coventry, Rotterdam,

Hiroshima und Nagasaki, die „christmas bombings“ auf Hanoi, aber auch

Dresden und Hamburg. Vielleicht hätte selbst er dafür keine bildnerische

Metapher mehr finden können.

Als im Frühjahr 2003 der amerikanische Außenminister Colin Powell im UN-

Gebäude mit manipulierten Dossiers für einen Krieg gegen den Irak warb,

verlangte er, daß das Bild hinter seinem Rücken verhängt werden sollte...

es handelte sich um eine Kopie von Guernica. Als ehemaliger Militär wußte

er, warum.

Volker Steinbacher

Siehe Moskau, siehe Gernika-Lumo, siehe Paris

Martina Bernasko, Madrid und Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2003


Sri Lanka

Adams Peak

Der Stein mit dem Auge befindet sich im Nebelwald an einem Pilgerweg zum Adams Peak (Sri Pada,

Sumanakûta) und blickt zum heiligen Gipfel.

Sri Lankas heiliger Berg ist mit 2260 m Höhe über dem Meeresspiegel nur der fünfthöchste der Insel.

Doch er ist für alle auf der Insel bedeutenden Religionen eine der wichtigsten Pilgerstätten.

Zum Sonnenaufgang kann man nicht nur den schönsten Panoramablick Sri Lankas - der von der

Küstenebene bis nach Colombo und zu den Bergen des Hill Country reicht - sehen, sondern auch den

berühmtesten Schatten der Insel. Der Berg wirft auf die darunter liegende Wolkendecke über dem

Nebelwald einen dreieckigen Schatten. Neben diesem Naturschauspiel zum Sonnenaufgang ist aber

eine Einbuchtung im Fels auf dem Gipfel Ziel der Pilgerströme.

Dieser gewaltiger Fußabdruck (1,60m x 0,75m) auf der Spitze des Berges gilt je nach Religion als von

Buddha, Adam (Christen und Muslime) oder Shiva (Hindus) stammend.

Christian Brückmann, Bürstadt

2003


St. Kitts und Nevis

Romney Manor

Der Augenstein von Mirabel liegt in St. Kitts im

tropische Regenwald. Dieser befindet sich nahe

des südwestlichen Küstenstreifens in unmittelbarer

Nähe von Romney Manor, einem ehemals

prächtigen Herrenhaus, das 1995 durch ein Feuer

zerstört wurde und in dem heute Stoffe und

Kleidung mit hübschen Batikmustern angeboten

werden. Dort wurde der Stein am 12. März 2006

in einem umgestürzten Baum deponiert, der sich

an einem Trampelpfad befindet, der als Rundweg

für die Touristen angelegt worden ist.

Das Auge erblickt die üppige tropische Vegetation und sieht die riesigen Brettwurzeln

eines der hier typischen Bäume, deren Wipfel durch das Grün der Blätter und Lianen

oft völlig verdeckt ist.

Anette und Mathias Getzlaff, Wuppertal

2006


St. Lucia

Sulphur Springs

Der Augenstein von Mirabel liegt auf der Insel St. Lucia, die seit

der Kolonialzeit den Beinamen "Helen of the Westindies", die "Schöne

Helena der Antillen" trägt. Im Südwesten der Insel befindet sich das

Kraterfeld Sulphur Springs, in denen sich Dämpfe aus der Erde ihren

Weg bahnen und als brodelnde Schwefelquellen zu sehen sind.

Das Auge wurde am 18. März 2006

am Rande dieses Feldes abgelegt

und blickt auf die Kraterlandschaft

mit ihren dampfenden Quellen, die auch für ihre heilende Wirkung

bekannt sind.

Zum Glück kann der Stein nur "gucken" und nicht riechen, denn sonst

würde ihm mit der Zeit wohl schlecht, da der Geruch nach "faulen

Eiern" schon recht streng ist.

Anette und Mathias Getzlaff, Wuppertal

2006


St. Vincent und die Grenadinen

Kingstown

Der Augenstein von Mirabel liegt in St. Vincent oberhalb des Hafens von Kingstown an der

Straße, die sich am südlichen Teil den Berg hinaufwindet. Dort wurde der Stein am 19. März

2006 deponiert, am Fuße des Schildes, das darauf hinweist, hier keinen Abfall abzuladen.

Der Sinn dieses Schildes erklärt sich beim

Anblick von Meereshöhe (siehe roten Kreis).

Noch kann man hier selbst im Hafenbecken

in klarem Wasser baden; Schutt, Abfall und

Unrat würde dieses Vergnügen bestimmt

schmälern.

Das Auge hat einen Panoramablick über das

gesamte Hafengebiet. Blickt das Auge nach

links, dann kann es die Pier erkennen, an der

die Kreuzfahrtschiffe anlegen, die dieses

Gebiet der Kleinen Antillen ansteuern.

Anette und Mathias Getzlaff, Wuppertal

2006


Südafrika

Hermanus

Hermanus

Die Kleinstadt trägt den Namen eines

holländischen Wanderlehrers „Hermanus

Pieters“, der 1830 sein Lager hier aufschlug.

Ursprünglich Hermanuspietersfontein,

glücklicherweise 1904 in Hermanus

abgekürzt.

Wer sich einen Eindruck von Hermanus

verschaffen möchte, kann den 15 km langen

Cliff Path entlang schlendern. Zwischen Juli

und November sind die Wale „Southern Right

Whales“ in der endlosen Bucht Walker Bay

aus nächster Nähe zu beobachten, die hier

kalben, ihre Jungen aufziehen und Ende

November die Bucht verlassen.

Außerdem ist das Fernkloof Naturreservat ein

Paradies für ausgedehnte Wanderungen. Die

Fauna und Flora sind sehenswert. Von hier

erstreckt sich ein 50 km langes

Wanderwegnetz.

Der Stein ist am Rotary Drive abgelegt und genießt eine spektakuläre Aussicht auf die

Bergwelt, das Hemel-en-Aarde Valley (Himmel und Erde Tal) sowie die gesamte Walker Bay

und bei sehr klarer Sicht auch das Kap der Guten Hoffnung sehen.

Erika Deutscher, Frankfurt/Main

2003


Südafrika

Pietermaritzburg

Der Stein liegt seit dem 19.2.2006 auf dem Gebiet der Kenosis Community oberhalb von

Pietermaritzburg in Kwa Zulu - Natal.

Zwischen ein paar Bananenstauden habe ich

ihn deponiert.

Nach vorne schaut er das Tal hinab auf die

Stadt Pietermaritzburg mit ihrem schönen

Rathaus.

Auch das Gelände des Lutheran Theological

Institute mit der Kapelle kann er sehen. Schön

getöpfert daran das Gleichnis vom vierfachen

Ackerfeld.

Blickt er nach hinten, sieht er die einladenen

Gästehäuser in Holzbauweise der Kenosis

Community.

Von hier aus ist es nicht weit nach Howick,

wo am 5. Februar 1962 Nelson Mandela von

der Polizei der Apartheid festgenommen

wurde.

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2006


Südafrika

Pretoria

Der Stein ist im April 2005 abgelegt worden südlich der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria. Im

äußeren Landschaftsring um die Metropole liegen zwei benachbarte Hügel, auf denen

Geschichtsträchtige Bauwerke viele Besucher anziehen. Das Fort Skanskop - einen militärische, heute

museale Festung - hatte in den letzten Jahrhunderten die Aufgabe, Pretoria zu schützen. Die gut

armierte Festung musste ihre Zweckbestimmung aber nie praktisch wahrnehmen. In der Auffahrt

westlich des Einganges standen am

Rande des öffentlichen Parkplatzes

einige stattliche Bäume, deren

Stümpfe in Form junger Triebe

zählebigen Charakter signalisieren.

Auf einem dieser botanischen

Mahnmahle ist der Stein platziert.

Was „sieht“ der Stein:

Er ,,blickt auf ein anderes

Mahnmahl über das kleine Tal

hinüber zum zweiten Hügel, auf

dem sich ein nicht minder

imposantes Bauwerk erhebt. Das

Voortrekker-Denkmal erinnert an

den Großen Treck der Buren im

vorigen Jahrhundert; die um ihrer

Freiheit willen die von den

Engländern bedrängte Kapregion

verließen und sich unter

unverstellbaren Strapazen und

Opfern in KwaZulu-Natal und

Transvaal angesiedelt haben. Den

Bau des Monumentes initiierte ein

Versprechen der Überlebenden, ihre

Geschichte nie zu vergessen und

ihren Vorfahren und Pionieren ein

Denkmal zu setzen. Hundert Jahre

später wurde es verwirklicht.

Die immensen Ausmaße des

Bauwerkes korrespondieren einer

inneren Größe und erinnern an das

Völkerschlachtdenkmal in Leipzig .

Vom oberen Umgang aus erlebt der

Besucher ein phantastisches

Panorama von Pretoria und der

Weiten des südafrikanischen

Buschfeldes. Im Innenraum sind in

großen Hochreliefs die Geschehnisse des Großen Trecks dargestellt. Der Souterrain herbergt ein

kleines Museum zu Burenalltag und politischen Hintergründen. Um den Kenotaph herum im Zentrum

der Krypta finden Gedenkfeiern und Bildungsveranstaltungen statt, denn dem Hause widmen sich

nicht nur Weiße.

Manfred Bellenberg, München

Erika Deutscher, Frankfurt/Main

2005


Südgeorgien ( zu: Großbritannien)

Grytviken

Der zahllosen Pinguine wegen vor allem bin ich in die Region

der Antarktis gereist und so kam ich auch nach Südgeorgien

und dort nach Grytviken. Am 2. November 2008 habe ich auf

dem kleinen Friedhof in dem ehemaligen Walfängerort, am

Grab des berühmten Polarhelden Ernest Shackleton einen

Augenstein abgelegt (54 o 15’ S und 36 o 45’ W).

Die Inselgruppe mit der alten Walfangstation liegt etwa 2000

km östlich von Feuerland und jeweils etwa 1500 km von den

Falkland Inseln und dem antarktischen Kontinent entfernt.

Politisch gehört Südgeorgien zu Großbritannien.

Die berühmte Shackleton-Expedition in die Antarktis fand

1914 bis 1917 statt. Shackleton brach mit seiner Mannschaft

im August 1914 auf der ENDURANCE in die Antarktis auf.

Ihr Ziel war, die Antarktis zu Fuß zu durchqueren. Doch die

ENDURANCE blieb im Packeis stecken, zerbrach und die

Reste versanken später allmählich. Die Mannschaft trieb

mitsamt ihrem aus Schiffsteilen aufgebauten provisorischem

Camp auf und mit dem Packeis und rettete sich schließlich mit ihren drei Rettungsbooten nach Elephant Island, eine kleine

Insel vor der Spitze von Graham Land, einer Halbinsel der Antarktis. Von hier machte sich Shackleton mit fünf Männern

seiner Mannschaft in dem größten der Rettungsboote, der James Caird auf, um das 1300 km entfernte Südgeorgien zu

erreichen. Das gelang ihnen tatsächlich nach 16 Tagen. Nach der geglückten Landung mussten sie noch die Insel nach Osten

zu Fuß überqueren, um die Walfangstation zu erreichen. Von hier gelang es Shackleton schließlich die Rettung des

zurückgelassenen Teils seiner Mannschaft zu organisieren und alle kamen wohlbehalten wieder nach Großbritannien zurück.

Shackleton kam einige Jahre später nochmals nach Südgeorgien. Dort erlag er kurz nach der Ankunft Anfang Januar 1922

einem schweren Herzanfall und wurde in Grytviken begraben. Der Friedhof liegt an der King-Edward-Bucht gegenüber den

Resten der kleinen Siedlung.

Auf Shackletons Grabstein liegt der Augenstein, schaut auf das gegenüberliegende Grytviken mit den Resten verschiedenen

Walverarbeitungseinrichtungen und ist den Unbilden der Witterung ausgesetzt.

Die Fotos hat freundlicherweise Peter Wimmer , ein Mitreisender, gemacht.

Rosemarie Obst, Frankfurt/Main

2008


Südsudan

Juba

.

Auf dem Juba Jebel, einer Anhöhung am Stadtrand der Hauptstadt des jüngsten Staates in der Weltgemeinschaft liegt

der Augenstein mit Blick auf das städtische Treiben.

Nach mehr als 50 Jahren kriegerischer Konflikte zwischen Nord und Süd und einer Volksabstimmung, in der sich die

Südsudanesen mit überwältigender Mehrheit für die Loslösung vom Norden entschieden haben wurde am 9.Juli 2011

die Unabhängigkeitserklärung des neuen Staates ausgerufen. Die Hauptstadt Juba, auf die wir schauen, liegt am

weißen Nil mit ca. ½ Mio. Einwohnern..

Der Juba Jebel wird in Handarbeit abgetragen und zu Kies verarbeitet. Die junge Hauptstadt erfährt einen Bauboom

und hat erheblichen Bedarf an Baumaterialien.

Im November 2011

Dorothee B. Schmitt, Berlin und Bernhard Büschl, Idstein

2011


Sudan

Yei

Der Augenstein liegt im mittleren Astloch der Palme und hat

einen guten Überblick über alle Geschehnisse, die auf dem

Compound vor und hinter den Lehmmauern der Hütten stattfinden.

Sie weisen optimal die Hitze ab und speichern die

Kühle der Nacht.

Seit zwei Wochen ist Regenzeit, die Gewitter knallen am

Nachmittag und am Abend, Regen fällt in solchen Mengen,

dass man noch nicht mal einen Finger hinaus strecken will.

Jeder bleibt dann dort, wo er gerade ist, bis es wieder etwas

aufgehört hat.

Yei, Südsudan, eine halbautonome Provinz mit eigener Regierung, dem Government of South Sudan. Ihr Präsident

ist gleichzeitig Vize-Präsident in Khartoum. Nach langen Jahren Krieg stellen sich langsam friedliche Verhältnisse

ein. Yei ist eine der grösseren Städte und Verwaltungssitz. Grosse Mengen an Flüchtlingen werden hier

aufgenommen und rückgeführt in ihre Heimatregionen. Viele Hilfsorganisationen sind vor Ort, auch die UN mit

ihrem World Food Programme zur Versorgung.

Falls es hier einmal eine funktionierende Infrastruktur gegeben hat, ist davon heute nichts zu sehen. Neben Wellblechbauten

gibt es Lehmhütten, kaum dauerhafte Gebäude. Die Strassen haben Löcher, die sich in der Regenzeit

schnell in Seen verwandeln. Das Leid ist den Menschen ins Gesicht gezeichnet, auch den jungen Frauen.

Zu viele Krüppel auf den Strassen. Hoffentlich ist der Frieden von Bestand.

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2006

Frankfurt, im Juli 2006


Surinam

Catharina Sophia

Der Stein hat in Suriname seinen Platz inmitten

Natur und Ursprünglichkeit gefunden.

Ein kleines Paradies.

Ein wunderbares Land mit liebenswerten

Menschen der verschiedensten Kulturen.

Hier trifft sich die ganze Welt: Afrika, Asien,

Europa, Karibik und Südamerika.

Der Stein liegt in einer Astgabelung auf einem

Jackfruit-Baum (Artocarpus heterophyllus)

und blickt in südöstliche Richtung in

einen Garten am Borneoweg in Catharina

Sophia, im Distrikt Sara-macca, Koordinaten:

5º50’15.90”N, 55º34’29.60”W. Über verschiedenste

Fruchtbäume und darüber hinweg in

den Regenwald, der 85% der gesamten Landfläche Surinames bedeckt. Der Stein hört die

Brüllaffen am frühen Morgen, den Vogelgesang durch den Tag, die Zikaden am Abend und

das Konzert der Frösche in der Nacht. Er riecht den aromatischen Duft der Tropen und wird

wohlig in der Astgabel einwachsen in einer Temperatur, die nie unter 22 Grad fällt.

Claudia Langer, Freienwil

2008


Swasiland

Ezulwini Valley

Der Stein liegt im Herzen des Königreich Swasilands,

im Ezulwini Valley auf etwa 900 Meter Höhe, mit

einem herrlichen Blick über das fruchtbare Tal. Der

Stein liegt direkt am Zaun des Mlilwane Game Parks,

in dem Nilpferde, Nashörner, Gnus und viele Arten

von Antilopen unter Schutz frei leben können. Da es

seit Monaten so viel wie seit Jahrzehnten nicht mehr

geregnet hat, ist der Stein von sattem Grün und

hohem Gräsern umgeben. In wenigen Monaten wird

die Trockenheit Einzug halten, die Natur ausdörren

lassen und dem Stein dadurch den freien Blick auf

das Tal ermöglichen.

Martin Schäfer, Pretoria

2009


Syrien

Crak des Chavaliers

Während meiner Reise nach Syrien, die uns zu fast allen berühmten Plätzen des Landes führte,

besuchten wir auch die Kreuzritterburg Crak des Chevaliers.

Dort habe ich den Augenstein auf der Brüstung der Außenanlage abgelegt.

Der Stein blickt in die grandiose Landschaft und kann so, wie damals die Kreuzritter, beobachten, ob

sich "Feinde" nähern.

Alle Burgen und Festungen der Kreuzfahrerzeit haben Ihre eigene Ausstrahlung und Geschichte, aber

nur eine Burg, das Crak des Chavaliers, im Nordwesten des Landes, wurde zum Symbol einer ganzen

Epoche. Der Crak ist nicht nur ein bedeutendes Monument des Mittelalters, sondern das Denkmal

schlechthin für die Kreuzritterbewegung und für das, was sich aus beiden Seiten - Orient und Ozidenthinter

dieser Epoche verbirgt.

Es ist eine gewaltige Burganlage, und man kann sich ein Bild davon machen, was die Menschen in

dieser Zeit alles bewältigt haben um ihre Ziele zu erreichen.

Daniela Lengler, Osnabrück und Brigitta Philipps, Neu-Isenburg

2005


Syrien

Maalula

Ganz spontan habe ich mich entschlossen, den Stein mit dem Auge in Maalula, einem kleinen

Bergdorf abzulegen. Das Dorf liegt 60 km nördlich von Damaskus in 1650 m Höhe am Fuß

steiler, von Höhlen durchzogenen Felshänge. Es leben dort 70% Christen und 30% Moslems

und sie sprechen noch immer die alte aramäische Sprache. Das Auge blickte von hohen

Felsen herab auf das Dorf.

Thea Schwinn, Darmstadt

2005


Tadschikistan


Sehr geehrter Herr Steinbacher,

der Stein ist gut hier angekommen und ich habe ihn vor einigen Tagen bei einer

Wanderung im Gebirge an einem Ort mit schöner Aussicht abgelegt.

Foto und eine Beschreibung des Ortes folgen.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Spahl

Claudia Spahl, Duschanbe

2007


Tadschikistan

Varzob-Tal

30. November 2008

Heute hat der Augenstein seinen Bestimmungsort in Tadschikistan

gefunden und dabei eine traurige Geschichte

erlebt:

Spaetherbst in der Gebirgslandschaft des Varzob-Tals (nahe

der Hauptstadt Dushanbe), einem schoenen Wandergebiet

und Ziel vieler Wochenend-Ausfluegler. Die Menschen aus den umliegenden Doerfern sind dabei, Brennholz

fuer den anstehenden Winter zu beschaffen.

Der Stein liegt in der Astgabel eines Walnussbaumes –

eine Baumart, die bisher wegen des hohen Wertes der

Walnuesse weitgehend erhalten wurde. Doch die Zeiten

aendern sich: Gegenueber sieht der Stein einen anderen

Walnussbaum, der gerade mit Hilfe deutscher Technologie

- Stihl Motorsaege – in transportable Stuecke verwandelt

wird, um sie dann auf einem Esel ins Dorf zu

bringen.

Einige Stunden spaeter wird bereits am Fundament des

Baumes gesaegt, in dessen Astgabel der Stein liegt…

Obwohl dieser Baum noch lebt.

Was wird der Stein in der Zukunft hier sehen Eine

kahle Flaeche mit zunehmenden Erosionsschaeden wie

an den umliegenden Haengen Wovon werden die

Kinder, die wir heute getroffen haben, als Erwachsene

leben, wenn ihre Umwelt und damit ihre Lebensgrundlagen

immer starker zerstoert sein werden

Oder wird es ein Einlenken geben – Menschen, die sich

auf den Schutz der letzten Baeume besinnen und versuchen,

ihren Energiebedarf durch andere Quellen zu

decken oder ganz einfach die verfuegbaren Ressourcen

so effizient wie moeglich zu nutzen

Caroline Wegner, Gharm

2008


Taiwan

Taipeh

El ojo ha necesitado tomarse una estupenda cervecita para poder ver el

edificio más alto del mundo. Como se ve, no es muy bonito. Sin embargo, la

cerveza de Taiwan es muy buena, mucho mejor que la Heineken.

Javier de Gregorio, Madrid

2004


Tansania

Arusha

In Tanzania habe ich meinen Stein unter einen Baobab, auch Affenbrotbaum genannt, gelegt. Dort schaut er jetzt

hinauf in die Krone eines riesigen Baumes mit einem mächtigen grausilbrigen Stamm.

Der Baobab steht in der schwarzafrikanischen Mythologie für eine Herberge guter Geister. Einer Legende zufolge

wurde er Opfer eines göttlichen Wutanfalls, denn nach der Erschaffung aller Bäume kehrte der Baobab zurück

und beklagte sich bitterlich über sein merkwürdiges Aussehen: Der Stamm viel zu dick und grau, die Blättchen zu

klein und die Früchte holzig. Gott wollte seine Ruhe haben, doch der Baobab ließ sich nicht abwimmeln. Bis Gott

die Nerven verlor, den Baum hochhob, umdrehte und ihn falsch herum wieder einpflanzte. Später schämte er sich

dafür und sandte die guten Geister hinunter, die sich im Geäst des Affenbrotbaumes nieder ließen, um den Baum

zu trösten.

Ilka Siebels, Frankfurt/Main

2003


Tansania

Daressalam

Ich habe den Stein kurz vor Anflug in meinen dreimonatigen Aufenthalt in

Tansania erhalten. Dort hatte er genügend Zeit, sich die Insel Sansibar

anzuschauen.

Doch abgelegt habe ich ihn schließlich vor dem Bahnhof der TAZARA, den

tansanisch-sambischen Eisenbahn. Er lag dort auf einer Geländerbrüstung,

sodass er die vielen, vielen Reisenden gut sehen konnte, die dort

eintreffen und sich versammeln, wenn der Ordinary Train ein Mal in der

Woche seine Fahrt in das 1.900 Kilometer entfernte Kapiri Moshi in Sambia

antritt. Diese Strecke wurde in den 70er Jahren von mehr als 30.000

Tansaniern und 16.000 Chinesen gebaut, nachdem die Chinesen zuvor den

Streckenverlauf in einem neunmonatigen Fußmarsch festgelegt hatten. Jede

noch so kleine Schraube wurde aus China importiert. Da ich lange warten

musste bis zur Abfahrt, hatte der Stein gute Gelegenheit, sich intensiv mit

der geschäftigen Atmosphäre im heißen Daressalam vertraut zu machen.

Matthias Mnich, Blankenburg

2005


Tansania

Uhuru Peak

"Augenstein" Aufenthalt auf dem Kilimanjaro

"Hier bin ich "Augenstein". Auf dem steinigen Weg zum Uhuru Peak, 5895 m, der

höchsten Erhebung des Kilimanjaro in Afrika, bin ich hierher gebracht worden. Nun

schaue ich nach Norden über den schönsten Krater der Welt, hinein in die Savannen

Afrikas. Jeden Morgen und jeden Abend sehe ich das prächtige Farbspiel der

Sonnenauf- und -untergänge. Ich erwache im "Leuchten des Berges". In der Nacht

wandern die Sternbilder über mich hinweg, der Große Bär, der Orion, das Kreuz des

Südens. Die Milchstraße erleuchtet das Eis der Gletscher. Hier bin ich eingeschoben

zwischen das Hinweisschild "UHURU", das heißt Freiheit. Ich bin stolz, ein Teil

dieses globalen Freiheitsgedankens zu sein. Menschen aus der ganzen Welt sehe

ich ins Auge und in die Fotolinsen. So gebe ich allen eine Botschaft // ....und es

gehen die Menschen, zu bestaunen die Gipfel der Berge und die ungeheuren Fluten

des Meeres und die weit dahinfließenden Ströme und den Saum des Ozeans und die

Kreisbahnen der Gestirne und haben nicht acht ihrer selbst. // von Augustinus

Sigrid und Hans Widmann, Eddersheim

2007


Thailand

Bangkok

Ich habe den Augenstein Buddha in den Schoß gelegt. Der Buddha steht in der

Tempelanlage Wat Po, im Zentrum von Bangkok. Dort schaut er jetzt mit

seinem „dritten Auge“ auf die unzähligen Sünder, die tagtäglich an ihm

vorbeiziehen.

Volker Gottowik, Frankfurt/Main

2003


Thailand

Pattaya

Mein Hauptwunsch bezüglich der thailändischen Sehenswürdigkeiten war es

schon immer, Elefanten zu sehen. Ich hatte wohl ziemlich blauäugige Vorstellungen,

die ich dann sehr relativieren

mußte. Wir besuchten

gleich am Tage nach meiner Ankunft

in Bangkok das ungefähr zwei Autostunden

entfernte Pattaya Elephant

Village, das ein paar Kilometer

außerhalb von Pattaya liegt.

Pattaya selbst hat während des

Vietnamkrieges eine zweifelhafte

Bedeutung erlangt. Es war der Ort,

an dem die amerikanischen Soldaten

ihre Urlaubstage verbringen und die

Dienste der Thaimädchen geniessen

durften.

Das Klientel ist heute zwar nicht mehr das gleiche, aber der Sextourismus

floriert unübersehbar. Aber zurück zu den Elefanten. Da seit geraumer Zeit

auch in Thailand die Abholzung der Urwälder verboten wurde, gibt es heute

auch keinen Bedarf mehr an Arbeitselefanten. Einige wenige von Ihnen, ca.

28 Tiere, konnten im Elephant Village Unterschlupf finden und zeigen heute

den Touristen kleine Einblicke in ihre frühere Arbeitswelt. Es sind sicher

gebrochene Tiere, aber sie sind ganz gut genährt und gepflegt. Im Vergleich

zu ihren Artgenossen in Bangkok, die ihr Leben bettelnd auf den Straßen und

an den Eingängen der Restaurants fristen, sich völlig verstört in einem

Verkehrschaos zurecht finden müssen, das man sich kaum vorstellen kann und

zum Teil schlimme Kopfwunden durch die Mißhandlung ihrer Führer haben,

haben sie sicher das bessere Los.

Unser Stein sieht also zwar nicht unbedingt die Sonnenseite, aber zumindest

das kleinere Übel.

Dagmar Girbardt, Dietzenbach

2003


Timor-Leste

Dili

Der Stein hat ein Auge auf

die Frauenorgansiation

Fokupers, die schon seit 10

Jahren in Osttimor gegen

Gewalt und für Gleichberechtigung

voller Vertrauen

und Hoffnung in die

Kraft der Frauen arbeitet.

Der Stein liegt auf dem

Gelände der Organisation

in Dili, der Hauptstadt

Osttimors.

Osttimor ist 2002 unabhängig

geworden nach 24

Jahren brutaler Besatzung

durch den Nachbarn

Indonesien. Die Unabhängigkeit

brachte keine

Befreiung der Frauen mit

sich.. Ganz im Gegenteil.

Gewalt ist für viele Frauen

und Mädchen Alltag.. Doch

nicht nur im häuslichen Bereich. Politische Machtkämpfe stürzten das Land Anfang 2006 in eine tiefe Krise.

Häuser gingen in Flammen auf und Menschen wurden aus ihren Wohnvierteln vertrieben. So blickt der Stein

auch auf Zelte, die im Vorgarten der Organisation stehen und Flüchtlinge beherbergen.

Er sieht die Frauen, die sich hier Tag für Tag arbeiten. Engagiert setzen sich die Mitarbeiterinnen von Fokupers

für die Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen ein. Sie unterhalten ein Frauenschutzhaus, einen

Kindergarten, betreiben Öffentlichkeitsarbeit und organisieren

sich im politischen Leben, sie begleiten die Frauen und Mädchen,

die Opfer von Gewalt wurden zur Polizei, ins Krankenhaus, zu

Gericht oder vermitteln bei Streitigkeiten innerhalb der Familie

und zwischen

Partnern.

Doch das

Steinauge

schaut nicht

nur auf Leid,

im Gegenteil:

es erfreut sich an der Solidarität und dem Gemeinsinn mit

der die Frauen hier der Gewalt entgegentreten und sie

bekämpfen.

Vielleicht

wird das

Steinauge

eines Tages

weitergetragen.

Von

einem der

‚Opfer’, das

gestärkt aus

der Bewältigung

der Gewalterfahrung

und mit neuem Selbstvertrauen seine neue Perspektive

dem Stein vor Augen führt.

Maria Tschanz, Dili

2007


Timor-Leste

Matebian

Nach langem Warten,

wegen der

politischen Situation

und Gewaltausbrüchen

im

Lande, wie auch

der langanhaltenden

Regenzeit,

konnten wir endlich

am 2. Januar

2008 zusammen

mit vielen Kindern

dem Augenstein

einen ehrwürdigen

Platz geben, auf

einem uralten

Steingrab am Fuße

des heiligen Matebian

Berges, oder

auch 'Seelenberg'

genant, da man in

Ost Timor glaubt

daß die Seelen der

Verstorbenen zum

Matebian Berg

wandern und dort

verweilen.

Das Auge auf dem

Stein blickt in den

Himmel und auf

die Spitze des heiligen

Berges. In

seinem Blickfeld

liegt das traditionelle

und auch

heilige Haus einer

Familie. Es sieht

wie sich Bambusbäume

im Winde

wiegen, und wie

Wolken vom Wind

schnell voran getrieben

werden.

Bis heute paßt der vierjährige Zambrano gewissenhaft und pflichtbewußt auf den Augenstein auf, da er

befürchtet, daß Affen ihn klauen könnten und er dann Prügel vom Königssohn erhält.

Inge Lempp, Baucau

2008


Togo

Lomé

Er ist nun plaziert im Stadtteil Djidjolé in Lomé/Togo auf der Außenmauer der EPHPHATHA

Schule für Gehörlose (keine Blindenschule), die Ende 2008 mit Unterstützung der deutschen

Botschaft Lomé renoviert wurde. Die Schule besteht bereits seit 1987 und wurde mit deutschen

Spenden (der Christoffel-Blindenmission CBM) erbaut und erweitert.

Von seinem neuen Platz aus „schaut“ der Stein auf die Straße, die vor der Schule vorbeiführt.

Wilhelm Friedrich, Lomé

2008


Tonga

Nuku´alofa

The stone eye view on top of Sanft Building in Tonga.

Carl Sanft, Nuku´alofa

2011


Tonga

Sandy Beach Resort/ Ha'paii

Der Stein liegt im Sandy Beach Resort auf Ha'paii, Tonga.

N.N., Wellington

2010


Transnistrien (umstritten)

Bender

Der Stein liegt in den Ruinen der

historischen Festungsanlage von Bender

(rum. Tighina) und schaut auf die

Überbleibsel der mächtigen, bis zu drei

Meter dicken und 12 Meter hohen

Festungsmauern. Die Anlage wurde 1538

vom osmanischen Sultan Suleiman I.

errichtet und im 18. Jahrhundert

modernisiert. Schwedenkönig Karl XII

fand hier nach der Niederlage gegen

Russland in der Schlacht von Poltava 1709

Aufnahme. Erst 1714 kehrte er aus diesem

moldauisch/osmanischen Exil in seine

Heimat zurück. Noch heute dient die

Festung militärischen Zwecken. Einheiten

der Streitkräfte der so genannten

Transnistrischen Moldauischen Republik

sind seit dem Ende des bewaffneten

Konflikts zwischen der moldauischen

Zentralregierung in Chisinau und

transnistrischen Separatisten im Sommer

1992 in der Festung stationiert.

John Fravel und Claus Neukirch, Chişinău

2007


Trinidad und Tobago

Port of Spain

Der Stein schaut in ein Neubaugebiet in Port of Spain. Immer mehr Leute verlassen die

ländlichen Gebiete und siedeln sich in der Nähe des Zentrums an. Der Urwald wird

zurückgedrängt, viele neue Häuser gebaut, immer mehr die Berge hinauf... Die Abendsonne

vergoldet die Gegend. Pamela wacht über den Stein, und der schaut weiter in die Gegend.

Die Cricketweltmeisterschaft wird hier gerade ausgetragen. Die Trinis sind ganz aus dem

Häuschen. Die Innenstadt ist nur wenigen Autos mit Sondererlaubnis vorbehalten, und das

Stadion ist noch nicht ganz fertig. Zum Schluss klappt dann doch alles. Aber das kriegt der

Stein natürlich nicht mit.

Port of Spain, im März 2007

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2007


Tschad

Bakara

Bakara ist eine kleine Stadt bei der Hauptstadt Ndjaména und liegt am Fluss Chari. So beschaut sich der Stein

die Abendsonne am Chari-Fluss.

Hinter ihm findet eine große Konferenz der Fulbe statt. Die Fulbe

sind ein noch nomadisches Volk, das zwischen Senegal im Westen

und Sudan im Osten wohnt. In ihrer Kultur spielen die Herden der

Rinder eine entscheidende Rolle. Aber es gibt immer weniger

Weidegründe. Auch die Trockenheit macht ihnen zu schaffen.

Durch welche Tür führt der Weg in die Zukunft

Es geht wohl kein Weg

an modernen Viehhaltungsmethoden

vorbei.

So entstand eine interessante

Diskussion

darüber, inwieweit

weidende Viehhaltung

in einer modernen Welt

überhaupt noch möglich

sei. Solange Viehhaltung

automatisch mit

nomadischem Leben in

Verbindung gebracht

wird, schließen sich

modernes,

sesshaftes

Leben und

Viehhaltung

aus.

Also werden

die

Fulbe lernen müssen, dass es auch andere Haltungsformen

für Vieh gibt, die kein nomadisches Leben

bedingen. Damit können auch die Kinder zur Schule

gehen, teuer erstellte Brunnen dauerhaft genutzt

werden, und kombinierte Landwirtschaft von Ackerbau

und Viehhaltung eingeführt werden. Diese Gedanken

sind den Fulbe jedoch noch äußerst fremd.

Auf der Konferenz aber wurde auch viel gefeiert: mit

einem kleinen Markt für Kunstgegenstände und mit

musikalischen Darbietungen. Hätte der Stein nur bessere Ohren, er würde die wunderschöne Musik der Fulbe

von Herzen genießen.

Reinhard Hansen, Neuendettelsau

2006


Tschad

Rig-Rig

Lieber Herr Steinbacher,

der Stein liegt jetzt im Tschad in RigRig. Leider konnte ich kein Foto

machen, weil der Auslöser nicht funktionierte (Sand).

Beste Grüsse

Katarina Greifeld

Was sieht der Stein:

Er sieht Rig Rig, eine kleine Stadt im Norden des Tschad im Sahel, in

Kanem, kurz vor der Sahara und der Grenze zu Niger. Rig Rig bedeutet auf

deutsch: Düne auf Düne. Noch sieht er unweit einige hundert Kamele und

Esel, die noch von gestern übrig geblieben sind, als hier Tiermarkt war.

Über ihm ist ein Baum, also ein schattiges Plätzchen mit einer guten

Aussicht.

Lange wird er hier nicht liegen bleiben. In spätestens einer Stunde

werden hier Ziegen befestigt, von Kindern beaufsichtigt, die mit

Sicherheit das "Auge" finden und woanders hin mitnehmen werden.

- Hoffentlich richtet er keinen Schaden an, hier gibt es so einiges

Geheimnisvolles.

Der Wind pfeift am Morgen noch kalt - und plötzlich wird klar, warum die

Leute alle so eingewickelt sind: Der Staub fährt in jedes kleine

Löchlein, gibt jedem Reissverschluss den Garaus.

Der Stein sieht die Kanembu, die Leute aus Kanem, und die Halbnomaden,

die hier zum Markt gekommen sind. Es wird jetzt immer schwieriger für die

Tiere, die Trockenzeit dauert noch mindestens 2 Monate, und daher ziehen

sie weiter in den Süden. Wenn es geregnet hat, ziehen sie wieder zurück

in den Norden, in die Wüste mit ihren Oasen und Dattelpalmen - und

Milliarden von Fliegen, die einen tagsüber pausenlos umschwirren, sich

auf Schultern, Kopf und Gesicht niederlassen: in Ermangelung eines

Baumes, um sich auszuruhen, wie mir ein Kanembu sagte.

Jetzt kommt eine Frau vorbei, ein eher seltener Anblick, weil sie meist

in ihrem Haus bleiben: schwarz gefärbtes Zahnfleisch im Oberkiefer,

schwarz gefärbte Zehen, sehr kunstvoll und dazu gut eingewickelt. Alles

ist sehr staubig, es gibt kaum Wasser, die Lebensumstände sind äusserst

schwierig.

Die Kinder machen das Beste draus: sie ziehen sich mit dem Sandstaub

Linien ins Gesicht, die sie als Erwachsene dann als vernarbte Schnitte

auf den Wangen und neben den Augen tragen werden.

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2004


Tschechien

Prag

Nach mehr als 20 Jahren wieder in Prag!

Aus der grautonigen, verschlossenen Stadt ist eine gigantische Touristenmaschine geworden, bunt, laut, alles total

vermickymaust...Menschenmassen schieben sich durch die Altstadt, die Karlsbrücke ein Stau aus schwitzenden

Menschenleibern.

Eigentlich sollte der Stein auf das Grab des Rabbi Löw...die Entscheidung fiel dann doch auf Franz Kafka.

Da das Kafkahaus sich in der Altstadt und damit im Malstrom jener touristischen Entgeistigung befindet, entschließen wir

uns, zum Neuen Jüdischen Friedhof zu fahren. Entlang der Vinohradská entdecken wir ein Viertel, daß uns mit Prag wieder

versöhnt.

Eine freundliche Dame am Eingang des Friedhofs weist uns den Weg zu Kafkas Grab, Reihe 21, gegenüber eine Gedenktafel

an Max Brod. Jenem Schriftsteller, der Kafkas Verfügung, sein Werk solle nach seinem Tod verbrannt werden, nicht folgte

und es veröffentlichen lies.

Unser Reiseführer behauptet zwar, Kafkas Grab sei eine Wallfahrtsstätte...nein, es ist ganz ruhig hier, von gelegentlichen

Besuchern abgesehen, die vorbeischauen und einen Augenblick verweilen.

Wir legen einen Stein auf das Grab und finden, daß er gut zu dem kristallförmigen Grabstein paßt. Auf dem Rückweg fliegt

mir noch mehrfach meine winzige Kopfbedeckung weg, ich laufe immer hinterher. Vielleicht hat Kafka ja doch mehr Humor

gehabt, als wir alle glauben.

Gabriele Schmidt-Steinbacher und Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2004


Tunesien

Tamerza

Von meinem Platz am Fensterkreuz sehe ich die Ruinen des alten

Tamerza: Seit dem großen Regen zerfällt es in seine

ursprünglichen Bestandteile: Steine und Lehm. Der Wind und die

Sandstürme sind dabei maßgeblich beteiligt.

Dahinter das Grün der Palmen in der Oase mit den leuchtend

orangenen Fruchtständen der köstlichen Datteln.

Dann die ockerfarbenen Steilwände der Schlucht des Wadi…

Und im Hintergrund die Ausläufer des Atlas-Gebirges.

Über allem liegt eine große Ruhe. Allein die Spatzen scheinen

hier lebhafter zu tschilpen als anderswo.

Angelika Klein-Wittmeier, Frankfurt/Main

2003


Türkei

Büyükada/Prinzeninsel

Die Insel Büyükada liegt im Marmarameer und ist die größte Insel von den sog. 5 Prinzeninseln

(Prenses Adaları). Diese Inseln waren Jahrhunderte lang Schmelztiegel von unterschiedlichen

Nationalitäten während des Osmanischen Reiches und der modernen Türkei. Die Griechen waren die

dominierende Bevölkerungsgruppe dort und sind heute noch in intakten orthodoxen Klöstern, die

immer noch in Betrieb sind - und Kirchen zu finden.

Was wäre naheliegender als diesen Stein auf der Insel zu belassen, die als Zeichen der friedlichen

Koexistenz der Kulturen und Nationalitäten über Jahrhunderte diente.

Heute gelten diese Inseln als Zufluchtsort von gestreßten Istanbuler und als Treffpunkt von

Jungverliebten, die sich ihre Geschichten erzählen und die Gefühle der Verliebtheit zum Ausdruck zu

bringen. Man kommt dort per Schiff von Istanbul hin. Auf den Inseln sind Autos nicht erlaubt: Es sind

Orte der Ruhe und reinen Naturgeräusche.

Der Stein liegt in einem Pinienwald, wo sich die Familien zum Picknick versammeln und die

Jungverliebten spazierengehen. Der Stein ist mit der Augenseite gen Istanbul gerichtet und hat so von

Weitem den Topkapi-Palast im Blick, wie der Inselbesucher ebenfalls. Vielleicht ermahnend oder aus

der Ferne fragend, was in dem 12 Mio. Einwohner Moloch Istanbul wohl vor sich geht.

Es wäre schön, einen zweiten Stein zu haben, der die Besucher, Verliebten und Familien samt ihrer

Kinder im Blick hat und an dem sorglosen und entspannten Leben teilnimmt.

Ich habe den Ausflug während meines 3-tätigen Kurzaufenthaltes Ende März 2003 gemacht und bin

nach dem Ausflug friedlich in das Chaos des Großstadtdschungels zurückgekehrt.

Einige Monate, nachdem mein Mann Zafer Volkers Stein auf der größten der Inseln an einem

Baumstamm abgelegt hatte, führte auch mich mein Weg zu dieser traumhaft schönen Insel.

Gemeinsam mit meiner Tochter Clara machten wir uns auf die Suche und fanden tatsächlich den

Stein unversehrt an seinem Baum – Blick gen Istanbul Stadt. Ortrud Toker, 30. August 03

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2003


Türkei

Istanbul

Das sieht er:

Promenade, Bosporus mit Leanderturm, Altstadt, Goldenes Horn und Galataviertel

Hier liegt er:

Istanbul, asiatisches Ufer, zwischen den Anlegern Üsküdar und Harem

Peter Weisbrod, Maintal

2005


Turkmenistan

Aschchabad

Von meinem Hotelzimmer blicke ich auf eine Schule mit großem Schulhof. Auf dem Balkon sitzend,

beobachte ich lange Zeit das Treiben, was sich nur wenig entfernt vor mir abspielt und fühle mich beim

Eintauchen in eine vergangene und andere Welt zurückversetzt.

Plötzlich weiß ich: Hier soll der Stein liegen!

Es dauert einige Tage, bis ich den Stein und mich dazu bewegen kann, diese Reise zu einer turkmenischen

Schule zu unternehmen.

Die wirkliche Strecke, die zurückgelegt werden muß, ist kurz – doch diese andere Welt scheint meilenweit

entfernt.

Ich habe Angst, fühle mich unsicher – wie soll ich in den Schulhof gelangen, wie die Kommunikation

führen - - - kann ich Verständnis für das Vorhaben gewinnen

So, nun muß es aber sein!!

Das Hotel als sicheren Ort verlasse ich und gelange durch Umwege schließlich an das Schultor.

Da stehe ich nun mit dem Stein in der Hand, etwas verunsichert und überlege, was ich als nächstes tun soll.

Brauche ich aber gar nicht, da kommen schon die ersten Mädchen ans Tor.

Sprechen etwas Englisch und fordern mich gleich auf, doch hereinzukommen.

Eine immer größere Traube von etwa 15 bis 20 Mädchen versammelt sich um mich.

Das Interesse ist groß. Die möchten alles ganz genau wissen. Die Faszination ist gegenseitig.

Ich fordere die Schulmädchen auf, einen geeigneten Ort für den Stein zu finden.

Vorher wollen die Mädchen noch wissen, ob das Auge auch Glück bringt und auf keinen Fall negative

Auswirkungen hat.

Der Stein mit Auge bringt Glück! Und so kommt er, in den kleinen, selbst gestalteten Schulklassengarten

zum Liegen.

Die Mädchen versprechen, auf ihn aufzupassen und da bin ich mir auch sicher – einen schöneren Platz

hätte er nicht finden können.

Birgitte Harries, Dreieich

2006


Tuvalu

Fualopa

Ich bin nun auf Funafuti Kilikili genannt worden. Klingt komisch.

Da muss ich aber durch. Ich bin der dritte Stein im Suedseepaket

2006 und kein grosser Schwaetzer. Zusammen mit neuseelaendischen

Entwicklungshelfern haben wir zum Inselchen

Fualopa einen Ausflug gemacht, von dem ich nicht zurueckgekehrt

bin. Ich bin geblieben, weil es hier so toll ist. Denn anders als auf

dem bewohnten Landstreifen von Fuanfuti, der mit all seinen

Muellproblemen keinen schoenen Anblick bietet, ist auf dem ebenfalls

zum Atoll gehoerenden Fualopa die Welt noch in Ordnung.

Ein Teil der Kette von kleinen Inseln entlang des Riffs ist

ein Naturschutzgebiet. Den Korallen scheint's noch gut zu gehen.

Die Unterwasserwelt ist farbenpraechtig. Dort sind auch Schwarzspitzenriffhaie

anzutreffen. Auf der Insel brueten Voegel. Ich liege

seit dem 23. November, 8 Uhr, an einer kleiner Kokospalme und

schaue auf den Strand. Ich konnte noch sehen, wie die Leute (auch

mein Medium) mit dem Boot wieder abgefahren sind.

Ansonsten passiert hier nicht so viel.

Viele Gruesse

Malosi - das heisst: Mir geht es gut!

Euer Kilikili

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006


Tuvalu

Funafuti

Talofa, hallo! E a koe, wie geht es Euch

Ich bin die Nummer 2 im Augen-Stein-Suedsee-Paket und zusammen mit Nummer 3 von Fidschi nach

Funafuti, dem Hauptatoll von Tuvalu geflogen. In Tuvalu am Westrand Polynesiens suedlich des Aequators

gibt es zwei Woerter fuer Steine: Fatu und Kilikili. Fatu

werden etwas

groessere genannt,

Kilikili die kleineren.

So uebernehme ich

den Namen Fatu.

Mein Begleiter, der

etwas leichter ist,

nennt sich Kilikili.

Tuvalu, seit 1978

selbstaendig und seit

2000 als Winzstaat Mitglied der Vereinten Nationen, ist

nun auch nicht optimal an den Rest der Welt angebunden.

Die Landebahn haben die Amerikaner im Pazifikkrieg angelegt. Die Insulaner nutzen die Piste auch

als Flaniermeile, fuer Picknicks und nachts als Schlafstaette - wegen der frischen Brise vom Meer. Sie

nimmt einen Grossteil des knapp drei Quadratkilomter grossen bewohnten Landstreifens von Funanfuti ein,

wo immerhin gut die Haelfte der 11800 Tuvaluer lebt. Auf der westlichen Seite der Piste reihen sich das

Regierungsgebaeude samt Post, die Bank, ein staatliches Hotel, die Telefonzentrale und dann die Wellblechhuetten

und Haeuser aneinander. Im Osten sind der Knast, der

Generator und die Schweinestaelle.

Die Bevoelkerungdichte ist enorm. Die Tuvaluer sind auf impotierte

Konserven, Dosengetraenke und andere verpackte Waren angewiesen.

Die Folge ist ein Mega-Muellproblem. Und dann kommt noch der steigende

Meeresspiegel hinzu, der das knappe Grundwasser weiter versalzen

laesst. Das wiederum fuehrt dazu, dass die Bedingungen, Nutzpflanzen

anzubauen, immer

schlechter werden. Ich habe mir

Funafuti (seht die Bilder) angeschaut,

bevor ich mich auf einem Mauervorsprung an der Matagi-Gali-

Bar am nordwestlichen Ende der Airport-Piste habe absetzen lassen.

So jetzt uebergebe ich an Kilikili, der sich auf der zum Atoll zaehlenden

ganz kleinen Insel Fualopa niederlassen will.

Ich sage tofa - und das heisst good bye!

Euer Fatu

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2006


Uganda

Entebbe

Foto 1 ist am Äquator im südlichen Uganda gemacht, Foto 2 ist am

ugandischen Teil des Viktoriasees im Botanischer Garten in Entebbe gemacht.

Dort liegt auch der Stein.

Ulrike und Wilhelm Falk , Offenbach

2005


Uganda

Entebbe

Vor genau dreissig Jahren fand die Geiselbefreiuung (3.-4.7.1976) auf dem Flughafen von Entebbe/Uganda

durch die israelische Armee statt. Der Air France Flug 139 war eine Woche zuvor von Athen nach Paris entführt,

zum Flughafen Bengasi in Libyen umgeleitet und schliesslich in Entebbe zur Landung gezwungen worden. Die

Entführer waren acht Angehörige der Volksfront zur Befreiung Palästinas und zwei Mitglieder der Revolutionären

Zellen. Sie wollten 53 Gefangene aus Gefängnissen in Israel, Frankreich, Deutschland und der Schweiz

freipressen.

Die Passagiere wurden in der alten Transithalle des Terminals als Geiseln gehalten. Die Terroristen sonderten

80 Israelis und rund 20 Franzosen jüdischen Glaubens aus und liessen die anderen Geiseln frei, die mit einer

anderen Air France-Maschine weggebracht wurden.

Nach einer Woche, die dem Sammeln von Informationen und der Vorbereitung der Geiselbefreiuung gewidmet

war, landeten nachts vier Transportflugzeuge ohne Bodenunterstützung. Rund 100 israelische Soldaten

einschliesslich Elitesoldaten waren beteiligt, vermutlich auch der Mossad. Eine Stunde vor Mitternacht wurde

ein schwarzer Mercedes Benz entladen mit begleitenden Geländewagen, um eine Eskorte für Idi Amin

vorzutäuschen, in Wirklichkeit zur Ablenkung, um Teile der israelischen Soldaten zum Terminal zu bringen.

Dreissig Minuten dauerte der Angriff, 6 Terroristen wurden getötet. Von den 103 Geiseln starben drei.

Angeblich nahmen die Israelis einige der Terroristen fest, aber das konnte nie bestätigt werden. Ugandische

Truppen eröffneten das Feuer auf die Israelis, wobei Oberst Netanjahu getötet wurde. Eine weitere Geisel war

zu diesem Zeitpunkt in einem Krankenhaus in Kampala und wurde am nächsten Tag tot aufgefunden: ermordet.

Weitere 45 ugandische Soldaten wurden getötet, die ugandischen Kampfflugzeuge auf dem Flugfeld zerstört.

Als ich am 13.7.2006 in der Transithalle in Entebbe ohne gültigen Flugschein lange warten musste, gedachte

ich aller Toten. Der Augenstein im Transitbereich ist ein Zeichen dafür.

Frankfurt, im Juli 2006

Katarina Greifeld, Frankfurt/Main

2006


Ukraine

Charkow

Kiev, Charkiv

Bloß nicht aufregen:

Die lange Reise des Steins von Mai 2004 bis Juni 2005

Bei meiner 1. Reise von Moskau nach Kiev/Ukraine im Mai 2004 zu einem internationalen Kongreß,

verbrachte ich unversehens 14 Stunden auf dem Flughafen von Kiev. Man ließ mich nicht einreisen,

da meine Sekretärin vergessen hatte, das erforderliche Visum zu beantragen. Ich flog dann

unverrichteter Dinge wieder nach Moskau zurück, den Stein immer im Gepäck.

Damals war mein Plan, den Stein im Kiever Zoo abzulegen. Inspiriert von Andrej Kurkovs Roman

„Picknick auf dem Eis“, in dem sich der Protagonist Victor, ein Verfasser von Nekrologen (Nachrufe

für prominente Personen, die allerdings noch nicht verstorben sind), kurzerhand aus Mitleid entschloß,

den Königspinguin Mischa aus dem Kiever Zoo mitzunehmen, da dieser aus Geldmangel alle Tiere

frei und somit in ein ungewisses Schicksal entließ. Kurkovs Roman, in dessen Verlauf sich zwischen

Victor und dem Pinguin eine skurrile Beziehung entwickelt, handelt auf unterhaltsam-witzige Weise

von der gesellschaftlichen Transformation vom alten in das neue Russland. “Innendrinnen ist ein

Mechanismus kaputtgegangen und jetzt weiß man nicht mehr, was man von den vertrauten Dingen

halten soll“.

1 Jahr später: Wieder mit dem Stein im Gepäck und

wieder ohne Visum – in der Zwischenzeit wurde die

Visumspflicht für Europäer abgeschafft – und obendrein

fand im Winter 2004/05 die sogenannte „Revolution in

Orange“ statt, gelang ich endlich unbehelligt nach Kiev

und anschließend nach Charkiv, der zweitgrößten und

ehemaligen Hauptstadt der Ukraine.

Folgte man den Presseberichten und der ganzen

Aufregung in Westeuropa, dann schien hier die Welt aus

den Fugen. Nichts schien mehr, wie es mal war.

Der Stein machte die Zweitagesreise durch die Straßen

von Kiev mit und sah die Plätze der jüngsten politischen

Ereignisse. Der Taxifahrer, der mir all diese Orte zeigte,

sagte: „Im Grunde hat sich nicht viel geändert“.

Die anschließende Reise gemeinsam mit meinem Freund

Dmitri nach Charkiv, im Osten des Landes und fast an der

Grenze Russlands liegend, bestätigte dieses Gefühl, dass

im Grunde genommen, die Zeit stehengeblieben war.

Schließlich entschloss ich mich, den Stein an dem

überdimensional großen Lenindenkmal am Paradeplatz in

Charkiv abzulegen. Lenin deutet mahnend in Richtung

Westen und die starke Ambivalenz in diesem Land

zwischen Ost und West schien mir eklatant.

Aus mehreren mit Einwohnern geführten Gesprächen wurde deutlich, dass die Idee der persönlichen

Freiheit einen hohen Wert darstellt, jedoch die Chance für das Land darin bestünde, gemeinsam mit

Russland einen Modus der Koexistenz zu finden.

Wie wird es wohl jetzt weitergehen in diesem Land, nach dem die 1. Ministerpräsidentin, eine der

großen Hoffnungsträger der Revolution in Orange, nach nicht einmal einjähriger Amtszeit wegen

Korruptionsaffären bereits abgesetzt wurde

Zafer Toker, Frankfurt/Main und Dimitrij Zobnin, Moskau

2005


Ukraine

Mittelpunkt Europas

In den ukrainischen Karpaten. Ein Punkt im Dorf Dilowe nahe Rachiw, Koordinaten 47º 56'

3" N, 24º 11' 30". 1887 wurde er, als die Region noch Teil der k.u.k.-Monarchie war, von

österreichischen Geometern als geographisches Zentrum Europas berechnet, und damals

wurde dort auch ein Denkmal aus Beton errichtet.

Auf dem Denkmal liegt der Stein und blickt auf eine Eisenbahnbrücke über die Theiß. Sie

ist nur wenige Kilometer von der ukrainisch-rumänischen Grenze entfernt. Hier also ist der

Mittelpunkt Europas.

Beate und Hans Twittmann, Essen

2006


Ukraine

Odessa

Der Augenstein ist auf der Treppe nicht

sichtbart -- die neugirige Leute machte

den Stein zu (Er wurde dort geliegen, wo

eines Gruppe mit ein Kind in rot links in

Foto steht). Ich konnte nichts machen --

war zu weit, in anderer Seite von der

Strasse, oben im Hafen. Als bin ich

zurueggekommen, war der Augenstein nicht

da.

Dieses Mal blickt der Augenstein auf den

Süden der Ukraine, die Stadt Odessa. Vor

ihm liegt der Lieblingsplatz der Städter,

der Platz der Spaziergänge und der

Treffen, der Platz, nach dem die

Touristen streben, der Platz, wo die

Verliebten sich ein Rendezvous geben. Vor

ihm liegt das Symbol von Odessa -- die

Potjomkintreppe. Eine Seite der Treppe

richtet sich dem Meer zu. Die andere

Seite ist ein Tor in die eigenartigste ukrainische Stadt, wo aus dem Lauf der Geschichte

die Unmittelbarkeit von südlichem Charakter, die Naivität der Provinz und ausgesuchter

Geist Europas sich vermischt haben, in der Stadt, in der Sie immer willkommen sind, wo

man immer froh über Ihren Besuch ist.

Liana Krishcevska, Odessa

2004


Ukraine

Tschernowitz

Über 50000 Gräber gibt es auf dem jüdischen Friedhof in

Tschernovitz. An seinem Eingang ist aus einigen der vielen

zerstörten, zerbrochenen, verwitterten Grabsteine eine

Gedenkmauer errichtet worden. Von ihr aus schaut der Stein

auf den Friedhof. „Nun wird mit vielen Helfern und

Unterstützung aus dem Ausland daran gearbeitet, die

Grabreihen vom Bewuchs wieder freizumachen“ ist in einem

Ukraine-Reiseführer aus dem Jahr 2004 zu lesen. Im Oktober

2006 ist der Friedhof überwuchert von wildem Wein und Efeu.

Tschernovitz, die ehemalige Hauptstadt der Bukowina, heißt

heute Černivci. Dreimal im letzten Jahrhundert erhielt die

Stadt eine neue Nationalität: sie war österreichisch, rumänisch,

russisch und ist nun ukrainisch. Und sie war vor dem Zweiten

Weltkrieg ein Ort, an dem bedeutende deutsche Literatur

entstand. Rose Ausländer und Paul Celan schrieben und lebten

hier.

Beate und Hans Twittmann, Essen

2006


Ungarn

Budapest

Der Stein ist auf die Freiheitsbrücke über den Fluß Donau (Szabadsághid) gelegt

worden, die die beiden Stadtteile Buda und Pest verbindet.

Das Auge blickt in Richtung Buda zu dem Berg Gellért, auf dessen Gipfel die

Freiheitsstatue (Szabadságszobor) in den Himmel ragt.

Auch in die nächste Brücke mit Namen Elisabeth (Erzsébet) - wie mein Name -

kann das Auge einsehen.

Erzsébet Jankovic, Frankfurt/Main

2003


Ungarn

Csongrád

Volker Beyer, Langenau

2007


Ungarn

Szigliget

Ein Unwetter ist über den Balaton gezogen,

Regen und Schlamm hat sich die Berge

hinabgewälzt, Blitze sind in unmittelbarer

Umgebung eingeschlagen.

Ich ersteige die Burg von Szigliget, deren

Waffenkammer seinerzeit auch von einem

Blitz getroffen wurde und jetzt als Ruine

dasteht. Zwei Hunde haben sich beim

Schäfer(-hunde)stündchen ineinander

verklemmt.

Während ich mich für ein Panoramafoto

langsam drehe, stelle ich mir vor, welche

Dreh-und Zugkräfte zwischen den Hunden

wohl walten, zumal der Rüde auch noch

abgestiegen ist und beide sich nun die

Rückseite zukehren.

Einige Minuten später sind beide wieder frei.

Den Stein lege ich in eine mit Wappen

bestückte Burgmauer und gehe auch.

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2005


Uruguay/ Argentinien

Rio de la Plata

Als ich gefragt wurde, ob ich beim Projekt "Weg der Steine" mitmachen könnte, habe

ich mich sehr gefreut. Allerdings war ich am Anfang etwas enttäuscht, dass ich

nicht in Argentinien sondern in Uruguay, meinen Stein platzieren sollte, da mich

mit Argentinien sehr viel mehr verbindet, und mir sofort eine Menge Ideen für

Plätze kamen.

In Argentinien gab es nun aber schon drei Steine und in Uruguay keinen einzigen.

Also habe ich einen Ort gewählt, der beide repräsentiert und vor allen Dingen einen

Teil der Geschichte Südamerikas erzählt, der niemals vergessen werden sollte.

Ich habe meinen Stein in den Rio de la Plata geworfen, der zwischen Argentinien und

Uruguay liegt. Der Stein sieht dort die Seelen etlicher Desaparecidos (Verschwundenen),

die in den Militärdiktaturen in den 70er und 80er Jahren tot bzw. auch

lebendig in Plastiksäcken in den Fluss geworfen wurden.

Bei den Desaparecidos handelt es sich um Menschen, die (als politische Gegner bzw.

teilweise fast beliebige missliebige Personen) von Sicherheitskräften verhaftet

oder verschleppt wurden, ohne dass ihre Angehörigen danach jemals wieder von ihnen

gehört hätten.

So verschwanden in dieser Zeit tausende von Menschen, deren Verbleib bis heute

überwiegend nicht geklärt werden konnte.

Die Schätzungen über die Zahl der dauerhaft Verschwundenen variieren je nach

Quelle. Allein für Chile gilt die Zahl von mindestens tausend Toten als gesichert.

In Argentinien konnten die Morde an ca. tausend Menschen im Detail bewiesen werden.

Die Zahl der unter der Diktatur dauerhaft verschwundenen Menschen wird in seriösen

Schätzungen von Menschenrechtsgruppen mit etwa 30000 angegeben.

Und auch heute ist dieser grausame Teil der Geschichte hier sehr präsent. Es ist ja

auch noch nicht so lange her.

(Göttingen, Mai 2006)

Frida Meissner, Buenos Aires

2006


Usbekistan

Muinak (Muniak)

Wo liegt der Stein

Der Stein befindet sich an Bord eines Fischerbootes, im ehemaligen Hafen von Muniak, einer 2.000

Einwohner zählenden Stadt im Norden Usbekistans, die inzwischen ca. 100 km vom Ufer des Aral-

Sees entfernt ist. Noch in den 1950er Jahren war Muniak eine blühende Stadt und produzierte mehr als

25.000t Fischkonserven pro Jahr. Seitdem hat sich die Fläche des Sees halbiert – aufgrund des riesigen

Wasserbedarfs der zur Zeit der Sowjetunion angelegten Baumwolle-Monokulturen schrumpft der

Pegel des Sees um etwa 1 Meter pro Jahr. Die Wüste wächst, der Wind trägt den durch die Chemiewaffenproduktion

und die Landwirtschaft verseuchten Boden ab und vergiftet die Menschen: die

Region hat die höchste Anämie-Rate der Welt, pro Jahr sterben 2.000 Bewohner an Tuberkulose, die

Kinder leiden an Krebs, Nieren-, Leber und Atemwegserkrankungen.

Der Blick des Steines vom Fischerboot „Karakalpakija“ auf den ausgetrockneten Aralsee.

Was sieht der Stein

Der Stein sieht eine baumlose Einöde unter gleißend blauem Himmel, voller Tamarisken und Steppengras,

angepflanzt, um Sand und Salz zu binden, die von den immer heftiger werdenden Stürmen

aufgewirbelt werden. Er sieht die Schiffe auf dem Trockenen schwinden, zernagt von Sonne, Wind

und den Menschen, die versuchen, mit dem Altmetall ihren kargen Verdienst aufzubessern. Der Stein

spürt die Sommer heißer und die Winter kälter werden…

16.10.2005

Andreas Ackermann, Oberursel

2005


Usbekistan

Wüste Kysylkum

Bibi Hanoun

Mein Stein liegt an der Autobahn, die von Taschkent nach Samarkand führt.

Mit diesem Stein beginnt das Kunstprojekt Der Weg der Steine.

Eben bin ich noch an Baumwollplantagen vorbeigefahren, dann wieder Felder, auf denen

Wassermelonen wachsen. Jetzt nichts mehr, ockerbraune Hügel und eine endlose,

unwirtliche Ebene.

Es ist der 13.9.2001

Hier liegt der Stein an der Straßenböschung und schaut auf die Wüste Kysylkum, ca. 100

Kilometer vor Samarkand. Dort hebe ich Stunden später an der Moschee Bibi Hanoun einen

Marmorsplitter auf, zum Ausgleich gewissermaßen...

Als ich tags darauf in der Taschkenter Metro verhaftet werde und alle Taschen lehren muß,

interessiert sich der Milizionär nur für diesen Stein. Er untersucht ihn mißtrauisch und leckt

daran. Danach kann ich wieder gehen.

Als ich wieder in Deutschland bin, schicke ich den Stein mit der Milizionärsspucke einem

Freund.

Der legt ihn neben seine Augensteine. (siehe Deutschland, Hainichen)

Volker Steinbacher, Frankfurt/Main

2001


Vanuatu

Port Vila

Vanuatu, Port Vila

Olsem wanem

Das heisst "Wie geht es Euch" und ist Bislama, ein Pidgin-Englisch, das in Vanuatu gesprochen wird. Von

Englisch, Franzoesisch und 81 noch verbreiteten pazifischen Sprachen mal ganz zu schweigen. Ich bin der

Augen-Stein III aus dem Neuseeland-Package (seht Euch die Storys von Nr. I und II aus Neuseeland an). Mit Nr.

IV bin ich weiter nach Vanuatu geduest, im suedwestlichen Pazifik zwischen den Salomonen und Fidschi

gelegen. Ich habe inzwischen einen Platz auf dem Vorsprung einer Saeule gefunden habe, die am farbenfrohen

Markt von Port Vila, der hektischen und 36 000 Einwohner zaehlenden Hauptstadt von Vanuatu steht. Von hier

kann ich das rege Treiben beobachten, fast rund um die Uhr. Ich fuerchte nur, dass mich schon bald jemand

packt und mit nach Hause nimmt. Aber dann kann ich ja wieder was Neues entdecken. Ich kann dann aber nicht

mehr auf Sendung sein, weil mein Medium nicht mehr da ist.

Bevor ich meinen (wohl)

vorlaeufigen Platz entdeckte,

hatten wir schon ein paar

Vanuatu-Aufnahmen

gemacht. Das erste Foto in

der Bar vom Wild Pig Hotel

mit der Decke und einem

Glas des einheimischen Biers

Tusker (das bedeutet

Stosszahn). Es gibt ja so viele

Eber mit langen

rundgewachsenen

Eckzaehnen hier im Lande.

Das zweite praesentiert mich

mit einem Tausend-Vatu-

Schein, der eines der

typischen Auslegerboote der

Suedsee abbildet. Ein

schoenes Motiv, meine ich.

Weitere Fotos zeigen mich

vorm Marktgeschehen und

auf meinem Platz an der bemalten Saeule.

Noch ein paar Daten ueber Vanuatu: seit 1980 unabhaengig. Vorher unter britischer

und franzoesischer Verwaltung (ein Bezug zu meiner alten Heimat Mirabel). Der

alte Captain James Cook segelte schon 1774 vorbei und nannte den Archipel "Neue

Hebriden". Das sind 83 Inseln. Die Distanz zwischen der dem suedlichsten und

noerdlichsten Eiland belaeuft sich auf etwa 1200 Kilometer. Leider haben Aliens

wie Schweine und Ratten in der Flora und Fauna der Inseln viel Schaden

angerichet.

Gud Naet!

So sagt man in Vanuatu. Dann gute Nacht, so schliesse auch ich diesen Beitrag.

Euer Augen-Stein III.

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2005

siehe Vanuatu Shark Bay, siehe Neuseeland Mount Ruahepu und Ross


Vanuatu

Sharks Bay

Ich bin der Augen-Stein IV des Neuseeland/

Vanuatu-Quartetts.

Und ich muss mich mit meinem Bericht sputen,

denn ich liege unter Wasser und meine Sehstaerke

laesst in diesem Element spuerbar nach.

Die Farbe loest sich ab. Bald bleibt mir nichts

anderes uebrig, als ganz in mich zu gehen. Dann

kann ich aber hoffentlich noch das angenehm

warme Pazifikwasser geniessen.

Zum Verstaendnis: Ich bin von der Klippe in die

Sharks Bay der Insel Tanna geflogen. Ein Steinwurf!

Ich sehe jetzt an die 20 Schwarzspitzen-

Riffhaie, die hier ihre Kreise ziehen. Manchmal stossen auch

noch andere Arten bis in diese Bucht vor. Ein Korallengarten mit

bunten Fischchen zaehlt auch zu meiner Nachbarschaft. Ich

betrachte meinen Aufenthalt hier als eine Demonstration fuer

den Schutz der Haie in den Weltmeeren. Denn in vielen Gegenden

werden sie massenhaft gefangen und brutal abgeschlachtet -

fuer Flossensuppe, Potenzsteigerungsmittel und was auch

immer. Ihre Existenz ist bedroht.

Somit habe ich einen richtigen umweltpoltischen Auftrag.

Ich gelangte mit einer zweimotorigen Propellermaschine von

Port Vila, der Hauptstadt Vanuatus, nach Tanna, wo ich zu Gast

im Dorf Loanengo mit der Jungle-Oasis-Siedlung war. Und dann

fuehrte mich eine Wanderung zum Dorf Manuapeu, an dem die

Sharks Bay liegt. Chief Kaukare Sam bekam eine Augen-Stein-

Broschuere. Wie seine Tochter Leonie und sein Schwiegersohn

Ralph - er stammt von den Salomonen - sagten, sei es fuer den

Chief eine besondere Ehre, dass ich in der Sharks Bay bleiben

wolle. Es sei ein magischer Ort. Fuer die Bewohner von Tanna

haben alle natuerlichen Erscheinungen eine vierte Dimension der

Spiritualitaet und Mystik. Der Chief klopfte so lange mit der stumpfen Seite seines Buschmessers auf

ein Holzgelaender, bis die Haie naeher an den Strand schwammen. Auf den Salomonen nordwestlich

von hier soll es noch richtige Haibeschwoerer geben, die - im Auslegerboot sitzend - auf ausgewachsene

Tigerhaie einreden und sie dabei streicheln. Nun muss ich aber wirklich Schluss machen.

Gerade kommt ein kleiner Hai vorbei. Hier endet meine Geschichte.

Leute, passt auf Euch auf. Kurzum, seht zu, dass Ihr wie ich steinalt werdet.

Eure Nummer IV

Martin Feldmann, Frankfurt/Main

2005

siehe Vanuatu Port Vila, siehe Neuseeland Mount Ruahepu und Ross


Vatikanstaat

Petersdom

Wir haben das auge in der crypta des Petersdoms abgelegt. das war gar nicht so leicht,

denn da guckt jeder ganz genau. Es ist uns aber doch gelungen einen guten platz zu

finden. da bleibt das auge vielleicht die nächsten 200 jahre oder so unentdeckt. Leider ist

die aussicht für das auge ziemlich scheisse, nämlich in einem kleinen spalt hinter irgend

so einem kultstein mit bärenmotiv auf der einen Seite und blütenmotiv auf der

vorderseite.

Ich hoffe du kannst dir auf den fotos eine vorstellung machen, wo es gelandet ist.

Frank Schylla, Darmstadt

2003


Venezuela

Cumaná

Dieser Stein hat seinen Platz gefunden in der Hafenstadt Cumaná, 400 km östlich von Caracas.

1521 gegründet, ist Cumaná die älteste spanische Stadt des amerikanischen Kontinents.

Der Stein liegt im Zentrum von Cumaná in unterhalb des Schlosses am Platz nahe der Kirche

Santa Inés und schaut in nördliche Richtung.

Der Stein sieht die Kirche von Santa Inés, eine der

schönsten von Cumaná sowie einige Häuserreihen

die ihren kolonialen Charakter erhalten haben.

Auch viele Menschen sieht er zu anderer Tageszeit

wenn hier Betriebsamkeit und erhöhte

Verkehrdichte vorherrschen aber das ist eben nicht

immer so.

Unklar ist was der Stein in Zukunft sehen wird…in welche Richtung wird sich das Land

entwickeln Steine können warten…

Christoph Angelkort und Lionel Lupo, Dresden

2007


Venezuela

Para-Wasserfälle

(19. 03. 2005)

Wo liegt der Stein

Nach einer Reise mit dem Flugzeug quer durch Venezuela und zwei Tagen mit dem Einbaum auf dem Rio

Caura liegt der Stein nun auf einem Felsenvorsprung gegenüber der Para-Wasserfälle. Der Rio Caura

entspringt in den Bergen an der brasilianisch-venezolanischen Grenze und mündet nach 750 km in den

Orinoko.

Was sieht der Stein

Der Stein sieht Wald, Felsen und Wasser in allen erdenklichen Zuständen

- als Schaum, als Gischt, als Tropfen, in reißender Strömung, freiem Fall,

strudelnder Tiefe.

Er sieht ein aufgelassenes Camp der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft, die vergebens hoffte, das fallende

Wasser in Fortschritt zu verwandeln.

Und er sieht Bootsmannschaften der Yekuana-Indianer, die – durch die Fälle in ihrer Reise unterbrochen –

schweres Gepäck stundenlang durch den Urwald tragen, um einige Kilometer flußabwärts ihre Boote aufs

Neue zu beladen.

Der Stein ist hin und her gerissen – soll er hier bleiben oder mit ihnen ziehen

Andreas Ackermann, Oberursel

2005


Vereinigte Arabische Emirate

Dubai

In Dubai - Vereinigte Arabische

Emirate, am 5. Dezember 2004

Am späten Abend um circa 23 Uhr

wird ein Augenstein auf dem Umm Al

Ruyoul Square abgelegt. Wir sind auf

dem Rückweg, aus Oman gekommen,

wo wir die große Sandwüste Ar Rub al

Khali in ihrem südlichen Teil

durchfahren haben und wo wir einen

Augenstein auf einem Grenzstein

zwischen Oman und Saudiarabien

abgelegt haben. Wir verbringen die

letzte Nacht der Reise in Dubai und

hier findet ein zweiter Augenstein

seinen Platz.

In dieser Parkanlage steht ein Gebäude,

ein Turm, das Umm Al Ruyoul

Morabaa. Seine Geschichte und

Funktion ist im beigefügten Text

erläutert, der in Englisch und Arabisch

am Füße des kleinen Hügels zu lesen

ist, auf dem der Turm steht.

Auf der einen Seite des Gebäudes

findet sich eine Stufe zum Sitzen, auf

der wir im Schein des angestrahlten

Hauses den Stein ablegen. Er schaut

auf einige der nächtlich beleuchteten

Hochhäuser von Dubai.

Der folgende Text steht auf einer großen Tafel, auf

Stein und eingelassen in die Mauer, die den kleinen

Hügel mit dem Bauwerk umgibt.

Umm Al Ruyoul Square Tower

The Umm Al Ruyoul Morabas was built during the

reign of Sheikh Maktoum Bin Hasher Al Maktoum

(1894-1906) A.D. in Deira for the purposes of

observation, defence and announcing good news to

people during the time of peace.

The tower was demolished in the 1960s as a result of

the urban development in the city. The tower was

rebuilt in 2002 A.D as part of Dubai Municipality’s

urban conservation projects based on the

municipality’s belief in the importance of preserving

the landmarks of urban heritage in the Emirate of

Dubai.

The tower consists of a rectangular building at the

dimensions of (4x8.6 metres) and stands on seven

legs of equal height of nine metres each.

The first floor represents the main entrance to the

tower and is made of sea rocks while the ceiling is made of chandal. There is a square hole in the ceiling that provides access to the upper

floor, which contains a shade made of palm leaves in the western side. Square and rectangular holes are distributed on the outer

circumference of the tower and are used for observation and shooting fire. They were irregularly distributed on the tower’s facade for

defensive considerations.

The philosophy of reconstruction the Morabaa depended on the use of the same traditional materials used in a bid to preserve the heritage

value of the building.

Kirsten und Friedrich Bergerhoff

2004


Vereinigte Staaten von Amerika

Atlanta

Atlanta wirbt als Stadt der Superlativen und ist

im Grunde einfach nur langweilig. Mehr als zwei

Tage kann man dort nicht verbringen und sich

auf Entdeckungsreise zu begeben ist nicht

notwendig.

Mit Coca Cola, dem seit 1886 berühmten

braunen Zuckergetränk, ist den Amerikanern das

gelungen, was im Marketingjargon eine

internationale Marke genannt wird. Knapp 120

Jahre nach der Erfindung dieses „Erfrischungsgetränkes“

ist Coca Cola das, was man weltweit

mit dem American way of life assoziiert, ein

Zeichen des amerikanischen Imperialismus oder einfach nur eine

geniale Marketingmaschinerie, die Wasser zu Gold verwandelt

Der Nachrichtensender CNN schreibt eine zweite amerikanische

Erfolgsgeschichte. Seit dem 1. Golfkrieg hat CNN das Fernsehen zu

einem Format entwickelt, das die Bilder des Geschehens live, rund um

die Uhr, direkt aus dem Zentrum der Ereignisse in die Wohnzimmer

überträgt. So wird Tag für Tag, Stunde für Stunde aus dem CNN-

Center in Atlanta über die ganze Welt ein mediales Netz gespannt, das

es jedermann ermöglicht trügerisch unmittelbar am Weltgeschehen

teilzunehmen. Ein Beispiel ist das Papst-sterben im Frühjahr dieses

Jahres. Damit ist zugleich eine ungeheure mediale Normierung,

Verflachung und Einengung von Realität verbunden. Durch die

illusionäre Direktbeteiligung werden massenhaft künstliche Gefühle

produziert, ein eklatantes Ungleichgewicht entsteht zwischen den

übertragenen Bildern und den bis zur Nichtwahrnehmung

geschrumpfter Ereignisse, die nur marginalisiert, wenn überhaupt

behandelt werden (z. B. Kriege in Afrika).

Zwei weitere Superlativen Atlantas, das Olympiastation von 1996 sowie

das Hauptquartier der Zeugen Jehovas, ein imposantes Hochhaus mit den

bekannten beiden Wachtürmen, boten nicht den rechten Platz für die

Steinablage.

Wie kein anderer hat Martin Luther King jr. die schwarze Bürgerrechtsbewegung

vorangetrieben. Der 1929 in Atlanta geborene baptistische

Pfarrer, ermordet 1968 in Memphis, vertrat wie Gandhi den Grundsatz der

Gewaltlosigkeit und erhielt dafür 1964 den Friedensnobelpreis. Mit seiner

Idee der gewaltlosen Revolution konnte er sowohl Schwarze wie Weiße für

die Bewegung gewinnen und die Rechte der Schwarzen (Afroamerikaner)

nach 340 Jahren durchsetzen und die Gesellschaft für diese

Fragen sensibilisieren.

Die Gegensätze zwischen Schwarz und Weiß werden allerdings

auch heute noch in der amerikanischen Gesellschaft sichtbar,

wie zuletzt die Flutkatastrophe von New Orleans zeigte.

Das Geburtshaus von Martin Luther King jr. liegt in einem

Wohnviertel, unweit der Hochhäuser downtown, mit alten

Holzhäusern aus dem 19. und 20. Jahrhundert und wird hauptsächlich

von Schwarzen bewohnt.

Oktober 2005

Zafer Toker, Frankfurt/Main

2005


Vereinigte Staaten von Amerika

Barringer-Krater

Hier sitze ich am Rand

des Barringer-Kraters,

oder einfach „Meteor

Crater“ in Arizona, ich

der „Augenstein“ aus

den südfranzösischen

Cevennen. Um mich

herum

liegen

Kalksteine, die aus dem

Canyon

Diablo

stammen, und deshalb

fühle ich mich wie

zuhause. Vor 50.000

Jahren ist hier ein

großer

Meteor

eingeschlagen und hat

diesen Krater – er ist

der schönste der Welt

entstehen lassen. Ich kann in 1.200 m den gegenüberliegenden Kraterrand erkennen, in

180 m Tiefe den Kraterboden. Riesige Dimensionen für mich kleinen „Augenstein“.

Die beiden haben mir einen interessanten Platz gegeben. Ich sehe die neugierigen Blicke

der Besucher beim Betreten des Rundgangs. Die fragenden Blicke zum Kraterrand hin mit

seinen vielen Ablagerungsschichten.

Es ist ein erhebendes Gefühl hier zu sitzen um weit in alle Richtungen zu schauen. Wenn

die Sonne über dem Krater untergeht, höre ich die alten Lieder der Navajos und vielleicht

tanzt einer von ihnen den –„Tanz des Adlers“.

Sigrid und Hans Widmann, Eddersheim

2011

Im November 2011


Vereinigte Staaten von Amerika

Boston

Weg der Steine

am 5. April 2004 habe ich einen Stein in Boston /Mass.

niedergelegt. Eigentlich hatte ich mir dafür das Schiff

ausgesucht, in dem heute die Geschichte um die

Boston Tea Party dargestellt ist. Wie ich aber bei

Ankunft in Boston erfahren habe, ist dieses

Museumsschiff vor zwei Jahren abgebrannt und die

Stadtväter sind noch unschlüssig ob es je wieder

aufgebaut werden soll oder nicht. Demnach galt es also,

einen anderen Platz zu finden.

Ich habe mich entschlossen, den Stein am

Eingangsportal des Old State House niederzulegen.

Es ist ein rechteckiger Ziegelbau von schlichter Eleganz

der, inmitten der umgebenden Hochhauskulisse, mit

einem aufgesetzten Türmchen mehr an ein gemütliches

Wohnhaus erinnert. In seiner Umgebung hat das Haus

fast „Puppenhaus-Charakter“. Das Old State House

wurde 1713 erbaut und ist das älteste erhaltene

öffentliche Gebäude Amerikas im Georgian Style. Es

war u.a. Sitz der Stadt- und Provinzregierung wie auch

Gerichtsgebäude. Vor den Mauern des Gebäudes fand

nach zweijähriger britischer Besatzung am 5. März 1770

das Boston Massaker statt. Vom Balkon des Gebäudes

wurde sechs Jahre später, am 18. Juli 1776 die

amerikanische Unabhängigkeitserklärung verlesen.

Heute ist im Erdgeschoß und 1. Obergeschoß des

Gebäudes die wechselvolle revolutionäre Geschichte

des Hauses dargestellt.

Hilde Riehl, Frankfurt/Main

2004


Vereinigte Staaten von Amerika

Chicago

Blick vom Hancock Center auf den Sears Tower

Der Sears Tower war lange Jahre mit 110 Stockwerken

und 430 m Höhe höchster Wolkenkratzer

der Welt mit seinen strengen Formen der

Moderne. Den schönsten Blick auf ihn hat man

von einem anderen eindrucksvollen Hochhaus der

Stadt, dem John Hancock Center.

Vom Observatory im 94. Stock des John Hancock

Center, dem ersten am Computer entworfenen

Wolkenkratzer, hat man einen herrlichen Ausblick

auf die Stadt und den Lake Michigan. Der Stein

liegt auf einem Fenstersims und schaut über das

endlose Häusermeer Chicagos mit dem Bauklotz

des Sears Tower.

Es gibt zwei Gründe warum Chicago zur Geburtsstätte

moderner Hochhausarchitektur wurde. Zum

einen der verheerende Großbrand von 1871, der

die Holzhäuser vernichtete; zum zweiten verdoppelte

sich die Bevölkerung Chicagos zwischen

1880 und 1890, überschritt die Millionengrenze

und in Folge

dessen schossen

die Grundstückspreise

der Innenstadt

in die Höhe.

Es galt nun, die

Grundfläche maximal

zu nutzen und

das bedeutete für die Architekten: in die Höhe bauen!

Ermöglicht wurde dies durch neue Techniken und neues Material, elektrische

Aufzüge, feuerfeste Baustoffe und vor allem die konsequente Nutzung des Metallskeletts. William

Le Baron Jenney setzte dieses Konzept zuerst in seinem Home Insurance Buildung von 1885 um, eine

Blick vom Sears Tower auf das Hancock Center

Steinablage auf dem Hancock Center

zehnstöckige Konstruktion aus

Stahlrahmen und Steinen. Für

damalige Zeiten ein revolutionäres

Vorhaben. Er wird

zum Begründer der Ersten

Chicagoer Schule, sie prägt

die neue, sogenannte

Gebrauchsarchitektur. Frank

Lloyd Wright zieht es in die

Vororte von Chicago, im Jahre

1938 kommt Ludwig Mies van

der Rohe nach Chicago. Er

wird mit seinem Motto „Weniger

ist mehr“ zum Begründer

der Zweiten Chicagoer

Schule und zur Symbolfigur

des internationalen Stils.

Oktober 2005

Ortrud und Zafer Toker, Frankfurt/Main

2005


Vereinigte Staaten von Amerika

Memphis

Eye, Stone, Pyramid, Illuminator = what´s going on in Memphis

Memphis, February 21 st , 2005 „ Memphis News”

Könnte so die Schlagzeile am

21.02.2005 in der Memphis News

ausgesehen haben

Am Sonntag dem 20.02.2005 fanden

Touristen am Ufer des Mississippi

Rivers einen Stein der mit einem Auge

bemalt wurde. Ist es nicht seltsam, das

auf der Rückseite des US Dollars, eine

Pyramide und ein Auge abgebildet ist

Ist Memphis der Hauptsitz der

Illuminators

Anbei paar Fotos aus der „Memphis News“.

Eric Schrade, Frankfurt/Main

2005


Vereinigte Staaten von Amerika

New York City

Dezember 2003

Am 3.12.2003 habe ich einen „Augenstein“ unter

einer Laterne auf der Brooklyn Bridge von New

York City, einem der Wahrzeichen der Stadt,

abgelegt.

Der genaue Lagepunkt ist der erste, südseitige

Laternenfuß auf der Fußgängerebene nach dem

„manhattan-seitigen“ Brückenpfeiler, also nach

der Fußgängerplattform.

Von hieraus hat er einen 180 Grad-

Panoromablick von Brooklyn über den East River

bis zur westlichen Südspitze von Manhattan.

In der Ferne ist Liberty Island zu erahnen.

An diesem wolkenlosen Tag war der „Stein-

Ausblick“ optimal, um nicht zu sagen

atemberaubend. Der Besuch des Steines ist

daher sehr empfehlenswert.

Falls man jedoch gerade mal keine Zeit für einen solchen Besuch hat, kann man die

Situation am Lageort jederzeit über eine Web-Cam beobachten.

z.B. unter:

http://www.virtualnyc.info/panopages/finandist/brklynbr.htm

oder mit einem kurzen Überblick zur Geschichte der Brücke:

http://www.romdog.com/bridge/history/bridge_history.html

Birgit Fach, Frankfurt/Main

2003


Vereinigte Staaten von Amerika

New York City

Mein Stein blickt zwischen den Beinen von George

Washington, respektive seinem Standbild an der Federal

Hall (wo der erste Präsident seinerzeit – also 1789 -

vereidigt wurde) hindurch direkt auf die New York Stock

Exchance – im internationalen Finanz-Jetset auch flott

NYSE genannt. Hier strömen sie die „Masters of the

Universe“, wie Tom Wolfe in seinem New-York-Roman

„Fegefeuer der Eitelkeiten“ der Egomanie des Wallstreet-

Personals huldigte. Immerhin werden hier im Epizentrum

des Shareholder-Value täglich rund 1,5 Milliarden Aktien

im Wert von mehr als 46 Milliarden Dollar bewegt. Ein

kleiner Beitrag zu den rund 7,4 Millionen Dollar pro Stunde

und ca. 177 Millionen Dollar pro Tag, die der Militäreinsatz

im Irak die USA kostet. Bedeutende Aufgaben

werden hier also erfüllt, was man den eher unauffälligen

Herren hier allerdings kaum ansieht. So verhuscht wie sie

vorbeieilen, fast schon auffallend in ihrem Bemühen, unauffällig

zu sein. Vielleicht liegt es an

den wenig heimeligen Beton-Barrieren

auf der Straße, den Männern mit den

schusssicheren Westen und Helmen,

ausgestattet mit Maschinengewehren,

die in der Wallstreet wie sonst nirgends

in New York Bushs Vorstellungen von

Terrorschutz zelebrieren und nach Kräften

den Eindruck erwecken, dass Geld

zu „machen“ mindestens so gefährlich

zu sein scheint wie gar keines zu besitzen.

Mitleid braucht man trotzdem nicht

haben. Ausgenommen mit George

Washington. Wenn der Stein mal kurz

nach oben blicken könnte, dann sähe er

nämlich – nichts – jedenfalls nichts von

dem, worum es in der Bush-Regierung

doch angeblich ständig geht: Der ganzen

Welt seine Eier zu zeigen. Möglichst

hardboiled. Ob man die nun sehen

will oder nicht. Also:

Keine primären amerikanischen

Geschlechtsmerkmale in der Wallstreet.

Ausgenommen die vielen Flaggen, die

hier an der Börse im Wind wehen. Was

hier möglicherweise auf dasselbe heraus

kommt.

Constanze Kleis, Frankfurt/Main

2004


Vereinigte Staaten von Amerika

Olowalo, Maui/Hawaii

Das Foto ist Neujahr 2004 entstanden. Der Stein

liegt auf einem Baumstumpf im großen Garten von

Aine, ca. 50 m vom Meer entfernt.

Dixie-Marie Blank, Bad Vilbel

2004


Vereinigte Staaten von Amerika

Philadelphia

Der Augenstein blickt auf das alte State

Penitentiary in Philadelphia, das sich heute

nahe dem Zentrum auf der Fairmont Avenue

befindet. Ich habe ihn vielleicht dort

niedergelegt, weil eine Träne aus dem

Augenwinkel zu fließen scheint und diese

traurige Stimmung zu dem düsteren Ort paßt.

Vielleicht hat aber auch eine Rolle gespielt,

daß ein alter Freund von Volker, den ich

besucht habe, heute dort in unmittelbarer

Nachbarschaft wohnt.

Das Eastern State Penitentiary

(www.easternstate.org) wurde zwischen 1822

und 1829 als Reformgefängnis gemäß den

damals fortschrittlichsten Richtlinien zur

hygienisch und überwachungstechnisch

optimalen Unterbringung der Gefangenen

erbaut. Es handelt sich um sternförmig aus

einem Zentrum ausstrahlende Zellentrakte,

die vom Wehrgang des Zentrum aus

eingesehen und überwacht werden können.

Jede Zelle verfügt über sanitäre

Einrichtungen - eine Tatsache, die bei den

damaligen Einwohnern Philadelphia's

äußerst umstritten war, verfügten doch nur

wenige großbürgerliche Haushalte z.B. über

Wasserspülung.

Das Gefängnis war immerhin bis 1970 in

Betrieb. Sein vermutlich berühmtester

Insasse war Al Capone. Heute ist es ein

Museum inmitten eines Stadtteils, der

augenblicklich eine gewisse Renaissance

erlebt als zentrumsnahes Wohnviertel einer

intellektuellen Mittelschicht mit linksliberalem

Background. Die sehenswerte Ausstellung

vermittelt einen gewissen Trost, weil sie ohne

Knastromantik dem Alltag des modernen

Gefängnislebens und den menschlichen

Schicksalen ein Andenken wahrt.

Jochen Anderko, Frankfurt/Main

2005


Vereinigte Staaten von Amerika

Ruby/Alaska 64° 44´ 25,2´´ N, 155° 29´ 21,2´´ W

Als meine Reise begann war noch nicht klar, wo ich einmal in

Alaska liegen soll. Alaska! Dieser nördlichste Bundesstaat der

USA, viermal

so groß wie

Deutschland,

wird nur von

600.000 Menschen

bewohnt.

Und von xmal

so vielen Elchen,

Karibus,

Bären, Moskitos.

Meine Boten

paddelten

seit Monaten

durch die Wildnis. Der gewaltige Yukon River sollte sie Ende September

2008 zur Beringsee im Westen Alaskas bringen. Auf dem

Weg dorthin war die Begegnung mit einem außergewöhnlichen Mann sicher: Wolf Hebel. Dort sollte ich schließlich

bleiben.

Wolf zählt 73 Jahre und wohnt in der Siedlung Ruby. Etwa 300

Menschen

leben dort,

viele davon

Indianer. Eine

Straßenanbindung

nach

außen existiert

nicht. Der

Fluß ist die

Straße – und

der Himmel.

Wolf gelangte

Ende der 60er

über Umwege

nach Alaska. Er lebte als Trapper mit einem alten Indianer, heiratete

eine Eskimo, siedelte schließlich nach Ruby um. Bekannt ist er mittlerweile als der „German Artist“ – mit

Schnitzereien aus und Bildern auf Elchschaufeln verdient er sich ein wenig Geld dazu. Vor kurzem ist auch seine

Autobiografie „Auf der Suche nach Freiheit“ erschienen. Seine

Hütte in Ruby hat Wolf vor über 35 Jahren als Fachwerk errichtet

und scherzt: „Wir haben einen Wettlauf, wer eher zusammenbricht:

Ich, oder die Hütte!“

Auf einem Balken unterhalb seines Wohnraumfensters liege ich nun

und schaue hinaus auf den Yukon River. Sanft rollen die dunkelgrünen

Hügel

der Kokrines

Hills jenseits

des Flusses.

Himbeeren

reifen jedes

Jahr im wilden

Hanggarten

unter mir.

Dahinter die Treibstoff-Tanks von Ruby – nicht unbedingt schön,

aber heute wohl notwendig. Schaue ich in eisfreien Monaten

stromauf, sehe ich am anderen Ufer ein dunkelblaues Band: das

klare Wasser des Melozitna Rivers, das sich noch nicht mit dem

Grau des Yukons mischen will.

Siglinde Fischer und Walter Steinberg, Möttau

2008


Vereinigte Staaten von Amerika

San Antonio

ALSO:

Der Stein liegt in San Antonio im ALAMO.

Abgelegt am 12.06.2003 um 9.45 Uhr

im Alamo-Convento Hof

Es hat mir großen Spaß gemacht ihn dort abzulegen !

Ich habe bewußt diesen geschichtsträchtigen Ort

gewählt, der bis heute ein politisches Symbol für

den Macht- und Überlebenskampf verschiedenster

Völker/Menschen steht. Für die Texaner ist es

speziell eine Freiheitsgedenkstätte, sie wird jedes

Jahr von ca 3 Millionen Menschen besucht. Die

Stätte wird stark bewacht- so dass ich en Stein eher

"ein bisserl unauffällig" integriert habe. Aber "das

Auge" hat einen guten Blick und kriegt alles mit! Mir

persönlich zeigt dies Stätte, dass manche

Amerikaner bis heute nicht viel dazugelernt haben.

Also zur History:

Die ursprüngliche Mission San Antonio de Valero

wurde 1724 gegründet, diente zuerst 70 Jahre lang

spanischen Missionaren und zum christlichen

Glauben 'bekehrten' Indianern als Wohnort. Später

wurde es im Auftrag der spanischen Regierung

säkularisiert und deren Ländereien unter den

erbleibenden Indianern aufgeteilt die dann zur

Mitgestaltung der wachsenden Stadt San Antonio

beitrugen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts stationierte das

spanische Militär eine Kavallerieeinheit in die

früherer Mission und baute es zu einem Fort um. Die

Soldaten bezeichneten die Mission ALAMO

(spanische Wort für Baumwollbaum) zu Ehren ihrer

Heimatstadt Alamo de Paras in Coahuila in Spanien.

Wenig später wurde dann dort das erste in Texas

dokumentierte Krankenhaus gegründet. Das Alamo

beherbergte sowohl Revolutionäre wie Royalisten

während des Mexikanischen

Unabhängigkeitskampfes. Militärs abwechselnd

bestehend aus Spaniern, Rebellen und Mexikanern

besetzten das Alamo bis zur texanischen Revolution. Im Februar/März 1836 kam es dann zu einer entscheidenden

Schlacht zwischen 200 Texanern und Tausenden Soldaten der mexikanischen Armee unter General Antonio Lopez

Santa Anna (Irgendwie war der selbst mir bekannt - vielleicht aus irgendwelchen Western- Schinken). Natürlich

hatten die Texaner ( man muß eher sagen eingewanderte Europäer) keine Chance und es wurden alle getötet.

Diese schreckliche Niederlage haben die Amerikaner bis heute nicht überwunden und gedenken das mit großem

"TAMTAM" für ihre Helden die das allergrößte Opfer für die "Freiheit" erbracht haben.

Ich finde es bis heute bezeichnend was sie damals schon als Kampfparole ausgegeben haben, das hat mich gleich

wieder an den Irak-Krieg erinnert.

"Wenn wir Erfolg haben, gehört uns das Land. Es ist so riesengroß und hat fruchtbaren Boden und wird uns für

all' unsere Müh und Arbeit reichlich belohnen. Wenn wir es nicht schaffen, ist der Tod für die Sache der Freiheit

und Menschlichkeit kein Grund zum Schaudern. Unserer Gewehre stehen uns zur Seite, es sind auserlesene

Waffen, wir wissen was uns bevorsteht und sind zu allem bereit"

Übrigens die Texanische Revolution wurde dann Jahre später so gewonnen, dass die Texaner die Mexikanische

Armee während der größten Mittags-Hitze angriffen, wo alle gewöhnlich ihre Siestas und Beischlafstündchen

tätigten so auch der General Antonio Lopez Santa Anna mit seiner berühmten "Rose of Mexiko". natürlich im

Museum auch ausgestellt.

Regine Brehm, Erbach

2003


Vereinigte Staaten von Amerika

San Francisco

29.08.2003

Hallo Volker, Gerald hat mir einen Deiner "Augensteine" mitgegeben, und ich habe den Stein nach Kalifornien gebracht.

Marin Headlands, oberhalb der Golden Gate Bruecke, mit Blick auf San Francisco

Zu diesem Aussichtspunkt kommen Besucher aus aller Welt um die beruehmte Golden Gate Bruecke mit San Francisco im

Hintergrund zu Fotografieren.

An diesem Sommernachmittag war gluecklicherweise duftes Wetter in San Francisco. Der beruechtigte Nebel von San

Francisco lag weit entfernt auf dem Pazifik, der Himmel strahlte daher brilliant Blau. Der kraeftigen kalifornischen

Sonnenstrahlen wurden durch die frische Meeresbriese abgekuehlt.

Wir beobachteten eine Segelregatta die sich auf die ganze Bucht ausbreitete. Die Touristenkameras knipsten am laufenden

Band, und die Menschen die sich an diesem Ort befanden genossen alle den beruemhten Ausblick.

Sonnigen Gruss aus Kalifornien,

Alex

Alex Kahl, San Rafael

2003


Vietnam

Hanoi

Am Sonntag den 26. Oktober 2008 haben wir in Hanoi/Vietnam das Mausoleum besucht, in dem Ho Chi Minh beigesetzt

wurde. Dieses Mausoleum steht am Ba-Dinh-Platz. Dieser große Platz diente zu den Zeiten der französischen Kolonialmacht

als Paradeplatz.. Die umliegenden Häuser wurden einst von den Franzosen erbaut. An seiner Südostecke endet die

Dien Bien Phu Straße. Sie trägt den Namen des Ortes im Norden Vietnams, bei dem die entscheidende Schlacht zwischen

der französischen Kolonialmacht und den Guerilla-Kämpfern der Viet Minh im Jahre 1954 stattfand. Sie dauerte vom 13.

März bis zum 7. Mai diesen Jahres und führte zur Indochina-Konferenz in Genf, die mit einem Waffenstillstandsabkommen

zwischen den beiden Kriegsparteien endete.

Der besagte Paradeplatz war der Ort, wo Ho Chi Minh im September 1945 die unabhängige Republik Vietnam ausgerufen

hatte.

Das Mausoleum ist ein trutziges Bauwerk. Es wurde in den Jahren 1973 bis 1975 errichtet, um darin den Leichnam des 1969

verstorbenen und beliebten Ho Chi Minh aufzubahren. Bei dem für den Bau verwendeten Material handelt es sich um schwarzen,

grauen und roten Marmor der aus den Bergen von Da Nang stammt.

Diese Art der Aufbewahrung und Ausstellung seines Leichnams hatte sich Ho Chi Minh in seinem Testament ausdrücklich

verbeten. Er wollte eine einfache Einäscherung. Das erfuhr das vietnamesische Volk allerdings erst im Jahre 1990, also 21

Jahre nach seinem Tod.

Leider konnten wir das Mausoleum nicht im Inneren besichtigen, da in den Monaten Oktober und November das Totenhaus

zwecks „Auffrischung“ der Mumie geschlossen ist.

Unseren Augenstein legten wir auf einem der Pfeiler des Zaunes ab, der eines der ehemaligen französischen Verwaltungsgebäude

am Ba-Dinh-Platz auf der Südseite umgibt. Er hat also sowohl das Mausoleum mit dem Vorbereich und den zahlreichen

Besuchern als auch den emaligen Paradeplatz im Blick. Die Ablage geschah am Vormittag bei sehr trübem Wetter.

Waren wir doch ausgerechnet in den Tagen in Vietnam unterwegs, in denen weite Teile des Landes durch ungewöhnlich

heftige und lang andauernde Regenfälle unter Wasser standen und in deren Folge fast 100 Menschen ums Leben kamen, -

Zigtausende ihre Häuser verloren und große Flächen Reisfelder zerstört wurden.

Friedrich und Kirsten Bergerhoff, Frankfurt/Main

2008


Vietnam

Ho-Chi-Minh-Stadt

Auf unserer Vietnamreise besuchten

wir am 6. November

2008 unter anderem das War

Remnants Museum in Ho Chi

Minh City.

Im Faltblatt dieses Museums heißt es:

„In its role as the unique Museum in Vietnam to systematically study, collect, preserve and display

exhibits on war crimes and aftermaths foreign aggressive forces caused for Vietnamese people, The

War Remnants museum has unceasingly enlarged and diversified its activities, enriched its artefacts.“

Das Museum existiert jetzt seit 31 Jahren und wurde

bisher von über 10 Millionen Menschen besucht.

Während im Freigelände Kriegsgeräte wie Flugzeuge,

Panzer und Kanonen zu besichtigen sind werden im

Inneren Dokumente des Krieges, vor allem Fotos neben

den erläuternden Texten gezeigt.

Vor allem die Fotos erschüttern in ihrer Nähe zu den

Kampfhandlungen, den Kriegsopfern und den verschiedenen

Auswirkungen des jahrelangen Krieges auch auf

die Natur den Besucher nachdrücklich. Im Museum

legten wir unbeobachtet

den Augenstein

ab. Dies geschah

in der Abteilung, welche die Folgen des Einsatzes von Entlaubungsmitteln

wie Agent Orange für Mensch und Natur zeigt.

Dort kann der Stein, selbst unbeachtet, die Besucher und ihre

Reaktionen auf die Bilddokumente beobachten.

Friedrich und Kirsten Bergerhoff, Frankfurt/Main

2008


Vietnam

Hoi An

Nun habe ich den ersten Stein meiner Reise

abgelegt.

Ich habe mich fuer das kleine vietnamesische

Staedtchen Hoi An entschieden, da es fuer

mich die schoenste und interessanteste Stadt

auf meiner Reise durch Thailand, Kambodscha

und Vietnam war.

Die Stadt zeichnet sich durch kleine Gassen

mit vielen kleinen Kaufmannshaeusern aus,

die eine Mischung aus vietnamesicher,

japanischer, chinesischer und europaeischer

Architektur vereinen.

Innerhalb Hoi Ans habe ich mich fuer die japanische

Bruecke entschieden, die eines der

Wahrzeichen der Stadt ist. Sie wurde Mitte

des 16. Jahrhunderts von den Japanern erbaut,

da Japan waerend dieser Zeit von einigen

schweren Erdbeben heimgesucht worden ist.

Veantwortlich machte man dafuer ein rastloses

Ungeheuer,

dessen Kopf in Indien,

dessen

Schwanz in Japan

und dessen Herz in

Hoi An liegt. Die

Bruecke sollte

sozusagen einen

Pflock durch das

Herz des Ungeheuers

rammen.

Auf jeden Fall war

es diese

Geschichte, die

mir dann die letzte

Ueberzeugung

gegeben hat, mich

fuer diesen Platz

zu entscheiden.

Lars Lampe, Hamburg

2005


Weißrußland

Minsk

Hallo Herr Steinbacher,

anbei sind die Fotos des Augensteins aus Minsk(Weißrussland).

Hier sind die Antworten auf die Fragen:

1. Elena Kilina legt den Stein ab.

2. Der Stein liegt neben dem Denkmal von Jakub Kolas (weißrussischer

Schriftsteller des 20. Jahrhunderts) in Minsk.

3. Der Stein sieht den Jakub-Kolas-Platz, Hauptfiguren seiner literarischen

Werke und die Hauptstraße von Minsk.

mit freundlichem Gruß

Familie Kilin

Elena Kilina, Minsk

2004


Zentralafrikanische Republik

4° 21 N / 18° 36´ O

Im September 2009 habe ich einen „Augenstein“ in meiner Proviantkiste

von Deutschland in die Zentralafrikanische Republik mitgenommen.

Gesteine, die von einem Ort zum anderen „reisen“, nennt der Geologe

„Erratika“, was bedeutet, dass sie nicht im Zusammenhang mit

den lokalen geologischen Verhältnissen am Fundort stehen. Die eiszeitlichen

Gletscher haben solche „Erratika“ oder auch „Findlinge“

aus Skandinavien nach Mitteleuropa transportiert. Sie gaben den

Forschern lange Zeit Rätsel auf, da man sich nicht erklären konnte,

wie sie dorthin gekommen waren.

Mein Stein – ursprünglich aus Frankreich stammend – reiste ganz

modern mit dem Flugzeug nach Afrika. Ich will nicht hoffen, dass

sein mögliches späteres Auffinden am „falschen Ort“ einem zukünftigen

Geologenkollegen Kopfzerbrechen bereiten wird… und er womöglich

aus dem Augenstein falsche Schlussfolgerungen zieht.

Der kleine Kalkaugenstein hat sich zuerst einige Tage in meinem

Büro in Bangui umgeschaut und akklimatisiert, bis ich ihn an einem

schwül warmen Tag bei etwa 32° C auf dem Dach einer Kneipe (Les Sirenes) am Ufer des Oubangui Flusses etwa bei 4° 21‘

N / 18° 36‘ E ca. 340 m ü.M. abgelegt habe.

Von der Kneipe überblick man den Oubangui in Richtung Demokratische Republik Kongo, dem früheren Zaire. Das ehemalige

SOFITEL Bangui – rechts im Bild – ist eine skurrile Landmarke. Bis Bangui ist der Fluss, wenn man von Kinshasa/

Brazzaville flussaufwärts kommt, schiffbar. Oberhalb versperren felsige Katarakte die Weiterfahrt ins Innere Afrika. Ende

des 19. Jahrhunderts war diese Lage strategisch günstig und der Franzose Michel Dolisie gründete 1889 Bangui als Verwaltungs-

und Militärposten von Französisch Zentralafrika (Oubangui-Chari).

Unter Bokassa I wurde das zentralafrikanische Kaiserreich proklamiert und Bangui entwickelte sich in den 1970er Jahren zu

einer kleinen Metropole am Ufer des großen Stroms („Bangui la Coquette“). Seitdem ging es mit dem Land mehr oder

weniger kontinuierlich bergab. Die ungünstige Binnenlage im Herzen Afrikas, Misswirtschaft, Korruption, Staatsstreiche und

Militärrevolten haben das Land zu einem der ärmsten der Erde werden lassen.

Am Ufer des Oubangui scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Pirogen der Fischer im Vordergrund - noch wie vor

hundert Jahren - zeugen von einer seltsamen Persistenz. Es gibt einen AIR FRANCE Flug pro Woche nach Paris; der Airbus

wirkt wie eine Zeitmaschine zwischen afrikanischem Mittelalter und europäischer Moderne. Einzige Entwicklung der letzten

10 Jahre: Mobiltelefone. Das Land von der Größe Frankreichs mit Belgien zusammen, mit knapp vier Millionen Einwohnern,

hat vier Telefongesellschaften und mancher Zentralafrikaner hat auch bereits 4 Handys.

Jürgen Runge, Bangui

2009


Zypern, Nord- (umstritten)

Kyrenia (Girne)

Der Augenstein befindet sich in der

Außenmauer einer Kreuzfahrer-Zitadelle in

Kyrenia/Girne. Er überblickt ein Gebiet in

dem vor 2400 Jahren und in der Gegenwart

um Besitz gekämpft wurde:

Etwa 400 v.Chr. reiste ein Handelschiff

von Samos über Kos und Rhodos nach

Cypern. Der Händler und seine Mannschaft

wurden Opfer eines Überfalls auf offener

See und das führungslose Schiff kenterte

schließlich vor der Küste Kyrenias.

In den 70er Jahren wurde das Wrack und

seine Ladung (Mandeln, Oliven, Wein und

Mahlsteine) entdeckt, aufwendig geborgen

und restauriert. Im Schiff fanden sich keine

persönlichen Gegenstände der Besatzung und unter dem Wrack wurden drei Lanzenspitzen entdeckt -

eine davon verbogen. Sie stak im Rumpf und wurde durch das Gewicht des Schiffes am Meeresgrund

verbogen. Die Reste des Schiffes sind heute in der Zitadelle im türkisch besetzten Teil Zyperns

ausgestellt. Eine Abbildung des Schiffes befindet sich auf der zypriotischen 20-Pfund-Note. Mit der

Replik der Schiffes, der »Kyrenia Freedom«, werden Versuchsfahrten unternommen.

Im zweiten Konflikt geht es um die Insel Zypern selbst. Sie wird von einer türkischen und einer

griechischen Volksgruppe bewohnt. Anfang der 60er Jahre verschärfte sich ein schon lange

schwelender Konflikt um die Vorherrschaft auf der Insel. Es kam zu Übergriffen auf beiden Seiten.

1974 besetzte die Türkei den nördlichen Teil der Insel und vertrieb den griechischstämmigen Teil der

Bevölkerung. Die Insel ist bis heute durch einen Stacheldrahtzaun geteilt. Eine Lösung des Konfliktes

zeichnet sich, trotz vieler Vorschläge und internationaler

Interventionen, bis heute nicht ab. Die politische Welt um

Zypern verändert sich. Ankara, Athen und die zypriotische

Bevölkerung wird darauf reagieren müssen.

Der Augenstein wird uns darüber berichten.

Thomas Guttandin, September 2005

Thomas Guttandin, Hattersheim

2005


Zypern, Nord- (umstritten)

Kyrenia (Girne)

Birgitte Harries, Dreieich

2004


Zypern, Süd-

Olympos

Der Stein liegt am Olympos auf fast 2000 m

Höhe - unterhalb des Observatoriums und mit

Blick über die Skihütten des kleinen

zyprischen Skigebietes.

Aufmerksam sieht das Auge aus dem Geröllfeld

weit über die Ebene, in der aktuell die

Demarkationslinie zwischen Nord- und Südzypern

verläuft, bis zum Mesaoria-Gebirge

im „türkisch besetzten Gebiet“.

Man fragt sich, ob der Stein noch Zeuge einer grundlegenden Veränderung der

absurden politischen Situation auf dieser Insel werden kann

Birgitta Schultz, Frankfurt/Main

2006


Arktis und Antarktis


Spitzbergen (zu: Norwegen)

Ny-Ålesund

D

Der linke Stein befindet sich auf der Antarktisstation

Neumayer, der rechte in der Arktisstation Corbel in

Ny Ålesund.

Die beiden Steine, die hier auf dem Foto nebeneinander

liegen, nehmen den annähernd größten Abstand

zueinander ein, der auf der Erde möglich ist.

Hallo,

wir haben den Weg der Steine platziert. Wir werden auch einen Artikel dazu in unserer

Spitzbergener Zeitung veröffentlichen Ende April/Anfang Mai.

http://www.awi-bremerhaven.de/Polar/Koldewey/Spitze/index.html

All the best

Anne

Der Blick auf das Feiringfjell und den Kongsfjord (Foto: Anne Hormes)


In March we provided Corbel

station with art. “Weg der Steine”

(Path of the Stones) is an art

project of the German artist

Volker Steinbacher. The goal of

this project is to distribute

limestones from the French

mountain village Mirabel/Ardèche

in every single country around the

globe. On every stone an eye is

painted, which can “see” its

environment.

Corbel station is the clean air

laboratory of our base, 6 km east

of Ny-Ålesund. It is a nice

coincidence that the stone has its

origin in France and will end up in

the French station looking across

the Kongsfjord towards the

Feiringfjell mountain, consisting

of schists.

The Corbel stone will be the

northernmost stone of this art

project. The southernmost stone is

placed on Neumayer station at

Der Stein auf dem Schneemobil (Foto: Anne Hormes)

70°39’S. This is the whole-yearround

facility of the Alfred-Wegener-Institute in Antarctica. Our stone took a long journey

first by airplane from Germany, by snowmobile towards Corbel station and the last 500 m by

ski. Siggi Wuttke, Thaddäus Bluczsz, Kai Marholdt and Anne Hormes placed the stone there

on Friday, the 10 th of March.

The French stone found a new home and will get several visits by French and German

scientists. You will find more information about the project on www.wegdersteine.de

Der Stein in einer Hütte der französischen Corbel-

Reinluftstation.

(Foto: Anne Hormes)

Anne Hormes, Nomadin ohne festen Wohnsitz

2005

Das Team, dass des Stin platziert hat: Thaddäus Bluczsz,

Kai Marholdt, Anne Hormes und Siggi Wuttke.

(Foto: Siggi Wuttke)


Spitzbergen (zu: Norwegen)

Longyearbyen

Lene Risbakken, Longyearbyen

2003


Antarktis

Station Neumayer, 70 o 39´S, 08 o 15´W

Der linke Stein befindet sich auf der Antarktisstation

Neumayer, der rechte in der Arktisstation Corbel in

Ny Ålesund.

Die beiden Steine, die hier auf dem Foto nebeneinander

liegen, nehmen den annähernd größten Abstand

zueinander ein, der auf der Erde möglich ist.

Ich ,Andreas Buhl, bin Überwinterer auf der Neumayerstation. Ude Cieluch hat mir in

Bremerhaven den Stein für die Antarktis mit gegeben. Ich habe während der Anreise bereits

Fotos gemacht, die den weiten Weg hierher beschreiben. Begonnen hat mein Weg in

Papenburg. Von Bremen aus sind wir nach München geflogen um von dort weiter nach

Kapstadt zu fliegen. Während der 4 Tage in Kapstadt habe ich den Stein immer

mitgenommen. Er war somit auf dem Tafelberg und auch am Cape of Good Hope. In der

Nacht vom 25.11.auf den 26.11. sind wir mit einer Illjuschin 76 zur Antarktis geflogen,

Novolazarevskaja eine russische Station. Am Sonntag 27.11. sind wir dann mit einer

Basler/DC 3 nach Neumayer geflogen.


Papenburg.

Moin ich bin Andreas Buhl und werde

diesen Stein auf eine weite Reise

mitnehmen.

Wir starten mit den Fotos am 21.11.2005 in

Papenburg in meinem Garten den ich für

lange Zeit nicht mehr sehen werde. Der Stein

blickt hier auf meine Grillecke im Garten.

Das Laub hat herbstliche Farbe angenommen,

der Winter steht kurz bevor.Mein

nächster Winter dauert 15 Monate und wird

sehr kalt.

Bremen.

Meine Kinder verabschieden mich am

Flughafen in Bremen. Marcel, Kerstin und

Lennart werden mich demnächst nur noch

übers Internet oder per Telefon erreichen.

Über uns schweben zwar Raumschiffe aber

so weit bin ich dann doch nicht weg von

Ihnen und meiner Frau Brigitte.

Der Stein sieht in die leere Halle des Bremer

Flughafens.


München.

Zwei meiner 8 neuen Freunde sind zu mir

gestoßen. Anja und Chris werden mich ab

hier begleiten, der Weg hat gerade

erstbegonnen, der Stein ist natürlich weiter

dabei und blickt auf Mark.

Mark begleitet unsere Gruppe als Techniker.

Er ist Fachmann für spezielle Fahrzeuge die

wir auf unserer Reise noch häufig benutzen

werden.

Kapstadt.

Der Stein liegt ebenfalls auf einem

Kunstwerk. Wir sind jetzt in Kapstadt

Südafrika angekommen. Er hat diesen

Figuren ein Auge gegeben.

Das Auge sieht auf diesen Wegweiser. Einer

dieser Orte wird in der Nähe unseres Zieles

sein. Ob es nach rechts oder links weitergeht

werden wir später sehen.


Cape of Good Hope.

Der Stein liegt am Strand des Atlantiks.

Ganz in der Nähe ist der Indische Ozean.

Auf unserem Weg müssen wir denStein auch

über ein großes Meer transportieren.

Aber erst zeige ich euch wo ich mit dem

Stein gelandet bin.34° 21 ' Süd und 18° 28'

Ost, das Ziel das der Stein und mein Team

haben, wird als Adresse auch nur

Koordinaten haben. Wo genau wir leben

werden seht Ihr noch, der Stein ist bereits am

Ziel und hat sein neues Zuhause gefunden.

Antarktis.

Mit diesem Frachtflieger von ALCI flogen

wir von Kapstadt zur Antarktis. Der Flieger

hat weder Fenster noch Schallschutz aber 2

Kunststoff Toilettenboxen wie auf Festivals.

Bei der Station Novolazarevskaya ist eine

4,5km lange Landepiste aus blankem Eis.

Der Pilot hat dort eine saubere glatte

Landung hingelegt, besser als manche

Landung auf Asphalt. Unser Dank gilt der

ALCI Crew, der Flug wird uns allen in guter

Erinnerung bleiben.

Mit diesem nostalgisch anmutenden

Flugzeug ging die Reise weiter zum Ziel

unserer Reise. Diese Flugzeuge wurden als

Rosinen-Bomber während der Berlinblockade

berühmt, vom Design her sind sie

immer noch unschlagbar schön.


Atkabucht.

Am 2. und am 3.12.2005 war die Polarstern

in der Atkabucht und hat unsere Station mit

Nahrung, Kraftstoffe und sonstige Güter die

wir zum Überleben brauchen versorgt. Auf

dem Foto mit dem Stein und der

Polarstern im Hintergrund sind noch unsere

Stationschefin Maja Petzer und Henning

Westphal sowie Frank Niehusen von der

Besatzung zu sehen.

Beim Löschen der Ladung wurden viele

Hände und Fahrzeuge gebraucht wie im

Bild zu sehen ist. Die Container müssen

noch ca 10km zur Station gezogen werden.

Dies geschieht mit Pistenbullys für deren

Wartung Mark mitgefahren ist.

Auf diesem Bild sieht man wie das

Schiff an der Eiskante liegt. An Bord

gelangt man nur über einen Korb der

am Kran hängt. Dann hieß es

Abschied nehmen und die Polarstern

stach wieder in See, um weitere

Forschung in der Antarktis zu

betreiben.


Station Neumayer.

Heute haben wir Besuch bekommen. In der

Nacht war der Nikolaus bei uns und hat

etwas in unsere Stiefel gesteckt. Am Abend

ist dann noch ein Flugzeug hier gelandet.

Das hat zwei Britische Mitarbeiter vom

British Antarctic Surwey abgeholt die mit

uns geflogen waren.

An Bord war die deutsche Ärztin Petra

Schmidt der Halley Station.

Das ist eine unserer Nachbarstationen ca.

780 km entfernt von uns.

Die Windmühle entlastet den Diesel und erzeut bis 20kw

saubere Energie. Dieses Foto ist von 1Uhr "Nachts". Zur Zeit

haben wir keine Nacht mehr wie man am Stand der Sonne sieht.

Die beiden Fotos zeigen alles was man von der Station sehen

kann.

Die Treppentürme als Eingang und einige Lüftungsschächte und

Antennen. Der Rest liegt 10m unter der Schneeoberfläche.


Die Luftaufnahme ist von meinem Vorgänger Oliver Buchholz.

Andreas Abt, Papenburg

2005


Internationale Raumstation, Spaceshuttle Discovery STS-121


Anläßlich der Ausstellung “Der Weg der Steine” im Sommer 2005 in Neu-Isenburg bat ich

den Magistrat, dem Astronauten und Ehrenbürger der Stadt Neu-Isenburg, Thomas Reiter

einen AugenStein für den bevorstehenden Flug der Discovery zu senden.

Wegen technischer Probleme wurde der Start des Shuttle mehrfach verschoben, am 4. Juli

2006 hob die Discovery endlich ab und dockte an die Internationale Weltraumstation ISS an.

Die Mission STS-121 endete am 22. 12. 2006


Leider hatte ich keine Nachricht erhalten, ob der Stein tatsächlich die Station besucht hatte.

Eine Suchmaschine fand aber auf der Seite

http://www.collectspace.com/news/news-070406a.html eine Liste mitgeführter Gegenstände,

dem ISS Official Flight Kit, darunter auf Position 2:

Durch Zufall erfuhr ich Ende Mai 2007 von einem Empfang zu Ehren Thomas Reiters in der

Isen-burger Hugenottenhalle. Dort gelang es mir in einer Autogrammstunde, im Gedränge

zwischen vielen gezückten Kugelschreibern, Thomas Reiter anzusprechen. Er bestätigte,

daß der Stein an dem Flug teilgenommen habe und sich jetzt bei ihm zu Hause befände. Er

versprach, mir ein Foto des Steines in der Station zukommen zu lassen.

Auf dem Autogramm, das auch ich mir geben ließ, hat übrigens auch noch ein Anderer

unterzeichnet: Sigmund Jähn, der erste deutsche Fliegerkosmonaut, manchen vielleicht nur

bekannt durch den Film "Goodbye, Lenin !"

Volker Steinbacher, 29.5.2007

Thomas Reiter, Wahnbek

2006


Impressum:

© 2011

Volker Steinbacher

und Gerald Wingertszahn

Frankfurt/Main

Urheberrechte für Wort und Bild

bei den Autoren

Herausgeber:

Volker Steinbacher

Musikantenweg 16

60316 Frankfurt/Main

volker.steinbacher@t-online.de

www.wegdersteine.de

www.der-weg-der-steine.de

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